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Kap. 3.3.1: Abfindung und Steuern: Die Fünftelregel — 228 Kommentare

  1. Hallo Peter,
    warum hast du in deiner Rechnung die Kapitalerträge hinzugezählt?
    Die werden doch bereits über die Abgeltungssteuer besteuert.
    Gruß
    Alex

    • Hallo Alex,

      dein Einwand ist berechtigt und dass ich ausgerechnet die Kapitalerträge als Beispiel für weitere regelmäßige Einkünfte gewählt habe, war in der Tat reichlich ungeschickt !
      Meine Absicht war es, einfach irgendwelche weiteren regelmässigen Einkünfte in das Beispiel mit aufzunehmen, die eben weder aus der Tätigkeit als Arbeitnehmer, noch aus der Abfindung stammen.
      Und da Kapitaleinkünfte wohl am bekanntesten sind, habe ich eben die gewählt. Ohne daran zu denken, dass diese ja einer besonderen Besteuerung unterliegen!
      Es wäre wohl besser gewesen, ich hätte als Beispiel für die sonstigen Einkünfte solche aus einer selbständigen Tätigkeit oder aus der Vermietung z.B. einer Einliegerwohnung herangezogen.

      Es tut mir leid, wenn ich unnötige Verwirrung gestiftet habe. Ich werde einen entsprechenden Hinweis im Beitrag anbringen.
      Und, Alex: Vielen Dank für das aufmerksame Lesen und den Hinweis !

      Gruß, Der Privatier

      • Hi,

        ein kurze Frage hierzu. Gemäß dem Fall die Auszahlung der Abfindung erfolgt im Folgejahr ohne weiteres Einkommen. (Es handelt sich hierbei auch um eine Zusammenballung von Einkünften) Jedoch bestehen weitere Einnahmen aus Vermietung. Fällt durch diese Einnahmen durch Vermietung dann die gesamte Fünftelregel flach oder werden diese Mieteinnahmen einfach dagegen gerechnet.

        Danke ud Viele Grüße,
        Alex

        • Nein, keine Sorge! Die Fünftelregel fällt nicht flach (sofern die anderen Voraussetzungen stimmen, z.B.: Zusammenballung).
          Sie wird genau so berechnet, wie oben beschrieben: Zuerst wird die Steuer berechnet, die nur durch die Einkünfte aus der Vermietung entstehen würden. Dann wird ein Fünftel der Abfindung zum verst. Einkommen hinzuaddiert und wieder die Steuer berechnet. Die Differenz der beiden Steuersummen wird nun mit fünf multipliziert und auf die ursprüngliche Steuer aufgeschlagen. Fertig ist die Fünftelregel.

          Gruß, Der Privatier

          • supi-vielen dank für die schnelle Antwort. Ich weiss das die FünftelRegel eigentlich automatisch gezogen werden muss und das die Unternehmen verpflichtet sind sie im Falle der Voraussetzungen anzuwenden. Ich würde das aber ungern dem „Zufall“ überlassen und meinem Unternehmen gern sowas wie einen Antrag zur Fünftelbesteuerung zukommen lassen. Gibt es einen solchen Antrag oder kann ich selber einfach ein Schriftstück aufsetzen?

            Danke und Viele Grüße,
            Alex

        • Es ist richtig: Die Unternehmen können bereits bei der Auszahlung der Abfindung die Fünftelregel anwenden. Wenn sie denn wüssten, dass die Voraussetzungen erfüllt sind. Aber daran scheitert es eben sehr oft. Denn dazu müssten die Unternehmen eine Menge Informationen haben (Einkommen des Ehepartners, Veranlagungart, andere und zukünftige! Einkünfte, usw.).

          Diese Informationen liegen in der Regel aber nicht vor und darum neigen die Personalabteilungen dazu, die Steuervergünstigung nicht anzuwenden.

          Daher ist es sehr gut, diese Abrechnung nicht dem Zufall zu überlassen, sondern sich selbst aktiv darum zu kümmern. Ein offizielles (oder gar gesetzlich festgelegtes) Formular gibt es für solche Fälle aber nicht. Ich würde einfach die Personal-Abteilung um ein Gespräch bitten und die Vorgehensweise abstimmen.
          Große Unternehmen haben oft Erfahrungen mit Abfindungen. Da dürfte es einfacher gehen. In kleinen Unternehmen kann man Pech haben, dass der Sachbearbeiter erst einmal bei „Der-Privatier“ nachlesen muss.
          Ich würde einfach fragen, welche Bescheinungen/Erklärungen/Bestätigungen die Personalabteilung von Dir haben möchte, damit sie guten Gewissens die 5tel-Regel anwenden kann. Und die würde ich ihr dann geben.

          Viel Erfolg,
          Der Privatier

          • Ich empfehle eindringlich, sich vor dem Ausscheiden aus dem Unternehmen mit der Lohnbuchhaltung kurzzuschließen um unliebsame Überraschungen bei der Besteuerung zu vermeiden.
            So geschehen bei mir: Mein ehemaliger Arbeitgeber wusste weder über meine Beschäftigungslosigkeit noch über mein fehlendes Einkommen im Auszahlungsjahr.
            Deshalb staunte ich nicht schlecht, als für die Besteuerung der Abfindung die ungünstigste Steuerklasse zusammen mit dem voll hinzugerechneten Einkommen aus dem Vorjahr herangezogen wurde.
            Zum großen Glück reichte in meinem Fall ein kurzer Anruf in der Lohnbuchhaltung und nach Schilderung meiner tatsächlichen Lage wurden mir im Folgemonat die 30% an zu viel gezahlten Steuern doch noch überwiesen. Aber darauf sollte man es besser nicht ankommen lassen.

          • Den eindringlichen Hinweis, sich vor Auszahlung der Abfindung eine Abrechnung zeigen und erklären zu lassen sowie diese mit der eigenen Kalkulation zu vergleichen, kann man nicht oft genug wiederholen!

            Dadurch kann man einerseits vermeiden, dass die Berechnungen ungünstig (manchmal gar unheilbar falsch) werden und andererseits zusätzliche Gestaltungsspielräume erschließen.

            „Große Unternehmen haben oft Erfahrungen mit Abfindungen.“

            Schön wäre es, Privatier. 😉

            Wenn dann aber zu der mangelnden Erfahrung noch Arroganz und rechtliche Unkenntnis kommen, wie es beispielsweise viele Opel-Mitarbeiter erleben mussten – siehe: http://abfindunginfo.blogspot.de/2015/02/was-bleibt-von-der-bruttoabfindung-als.html – dann ist der Schaden besonders groß und mitunter eben auch nicht mehr heilbar.

  2. Hallo,

    bei mir wird es eine recht hohe Abfindung geben; meine Frau hat nur ein geringes Jahreseinkommen (12000,-). Zusätzlich erwarte ich Einkommen aus Gewerbebetrieb (12000,-).
    Meine Idee ist jetzt, das Gewerbe auf meine Frau zu übertragen und getrennte Veranlagung durchzuführen.
    Ist das sinnvoll? Wie würde sich das auf den Maximalbetrag einer Optimierung mit Rürup-Vertrag auswirken?

    Viele Grüße

    • Die Idee ist vom Grundsatz her schon einmal sehr gut. Ich habe in einem ähnlichen Fall hier auch schon einmal den Tipp gegeben, über eine getrennte Veranlagung nachzudenken.
      Über konkrete Zahlen und Vor- und Nachteile kann ich hier aber nichts sagen – das übersteigt dann doch meine Möglichkeiten.
      Ich würde hier auf jeden Fall eine Beratung durch einen Steuerberater empfehlen. Das dauert nicht lange und kann daher nicht allzu viel kosten. Alternativ könnte man auch eine Steuersoftware verwenden, in die man testweise die Alternativen eingibt und das jeweilige Ergebnis prüft.

      Bitte auch beachten, dass bei einer getrennten Veranlagung beide Ehegatten bis auf wenige Ausnahmen wirklich unabhängig betrachtet werden. Die Maximalbeträge für die steuerliche Berücksichtigung der Altersvorsorge sind daher jeweils auf 20.000 Euro begrenzt.

      Ich fürchte, in der Summe wird diese Konstruktion daher doch eher keinen Vorteil bringen. Aber – wie gesagt – besser einmal nachrechnen (lassen).

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo,
    Ich habe seit Jahren negative Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit.
    Neben meinem Angestelltenverhältnis. (Und auch noch die nächsten vier bis fünf Jahre)
    Nun löse ich das Angestelltenverhältnis. (Mit Abfindungszahlung in 2016)

    Werden die negativen Einkünfte aus der selbsständigen Tätigketi bei der Fünftel regelung berücksichtigt ?

    • Die Fünftelregel berücksichtigt als Ausgangspunkt immer das zu versteuernde Einkommen ohne die Abfindung. Wenn Verluste (egal woher) normalerweise dieses zu verst. Einkommen senken, entfalten sie ihre Wirkung logischer Weise dann auch im Zusammenhang mit der Fünftelregel.

      Ich würde mir eher Sorgen um die jahrelangen Verluste machen! Das macht das FA nicht lange mit! Was vielleicht bisher nicht aufgefallen ist, könnte im Zusammenhang mit der Fünftelregel einmal genauer geprüft werden.
      Viele „einfache“ Steuererklärungen werden heute einfach so durchgewunken. Eine hohe Abfindung ist aber immer ein Grund für eine genaue Prüfung.

      Ich würde mir daher schon mal eine gute Begründung überlegen…

      Gruß, Der Privatier

    • Dem Kommentar vom Privatier ist unbedingt zuzustimmen. „Seit Jahren negative Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit“ – da sieht der Fiskus nicht mehr lange zu. Hintergrund: Betriebsausgaben bei einer Gewinneinkunftsart werden nur anerkannt, wenn eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt und der Totalüberschuss möglich ist. Gelingt es nicht, das Finanzamt davon zu überzeugen, werden auch rückwirkend die Betriebsausgaben aberkannt. Damit fällt dann nicht nur eine Stuernachzahlung an, sondern auch noch Zinsen auf die Steuernachzahlung. Letztere betragen 6 % p.a. lt. AO, sind also nicht kapitalmarktabhängig.

  4. Die Fünftelregelung zieht nach meinen Informationen nicht nur bei Abfindungen sondern auch bei Auszahlungen von ‚defered compensation‘. Dieser Arbeitslohn aus früheren Jahren ist zum Zeitpunkt der Auszahlung zu besteuern. Voraussetzung für die Fünftelregelung ist, daß alle Zahlungen in einem Veranlagungszeitraum erfolgen. Ich hoffe meine Info ist so richtig, da ich bereits den Auszahlungsplan mit dem Versicherer bzw. Leistungsträger entsprechend vereinbart habe. Falls nicht, bitte um Richtigsstellung. Falls ja, vielleicht noch eine Bestätigung oder Ergänzung aus der Community?!

  5. Als „defered compensation“ wird i.d.R die Umwandlung einer Vergütung in eine betriebliche Altersversorgung bezeichnet. Damit wird die Vergütung nicht mehr sofort, sondern erst bei Eintritt in den Ruhestand als sogenannter nachträglicher Arbeitslohn ausgezahlt.

    „Arbeitslohn aus früheren Jahren ist zum Zeitpunkt der Auszahlung zu besteuern“ – genau das ist der Knackpunkt:

    Leistungen aus einer Versorgungszusage des Arbeitgebers können entweder Arbeitslohn oder sonstige Einkünfte sein.

    Als Arbeitslohn zählen Versorgungsleistungen des Arbeitgebers aufgrund einer Direktzusage und Versorgungsleistungen einer Unterstützungkasse. Werden diese nicht fortlaufend, sondern in einer Summe ausgezahlt, so handelt es sich um Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten i.S. § 34 (2) Nr. 4 EStG, die bei „Zusammenballung der Einkünfte“ nach der Fünftelregelung ermäßigt zu besteuern sind.

    Leistungen aus einer Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds dagegen gelten in der Auszahlungsphase als sonstige Einkünfte gem. § 22 Nr. 5 EStG. Damit gelten sie nicht als Entschädigungen und deshalb ist die ermäßigte Besteuerung nach der Fünftelregelung (§ 34) nicht anzuwenden.

    Habe ich Ihre Frage so richtig verstanden?

    • Vielen Dank, Hr. Schulze, für die Unterstützung bei der obigen Fragestellung!

      Ich selber habe mich mit der Thematik der „deferred compensation“ nicht so intensiv befasst und bin daher immer dankbar, wenn jemand hier eine kompetente Antwort beisteuern kann.

      Gruß, Der Privatier

  6. Ebenfalls vielen Dank, Privatier, für die Möglichkeit, Ihren Lesern mit – hoffentlich kompetenten – Informationen helfen zu können. Anderen mit unseren Erfahrungen zu helfen, ist ja unser gemeinsames Ziel – oder?

    Übrigens können Sie auch gern in meinen Blogs posten und sich an Diskussionen beteiligen, ob nun bei abfindunginfo.de oder in meiner xing-Gruppe https://goo.gl/Hg0M1y 😉

    Eine entspannte Himmelfahrt wünscht

    Thomas Schulze

    • Danke für die Einladung!

      Auf Ihrer Internetseite Abfindungsinfo.de schaue ich gerne einmal vorbei (habe ich natürlich schon längst).
      Bei Xing müsste ich mich erst einmal anmelden. Und das dann auch pflegen, betreuen, eben „mich drum kümmern“. Aber ich bin ja im Grunde „faul“. Mal sehen…

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo,
    ich wurde zum 31.12.14 gekündigt, habe die Abfindung im Januar 2015 auszahlen lassen und die wurde auch in volle Höhe versteuert.
    Vor kurzem von der Fünftelregelung erfahren, habe ich vor dies beim ehemaligen Arbeitgeber korrigieren zu lassen Ich beziehe jetzt Arbeitslosengeld, werde später Selbstständig und denke, mit der Fünftelregelung weniger Steuern zu zahlen.
    Wäre dies möglich?
    Vielen Dank

  8. Hallo JM,

    ich glaube nicht, dass Ihnen Ihr ehemaliger Arbeitgeber da noch helfen will und kann. Denn eigentlich hätte er die Lohnsteuer gem. § 39b (3) EStG i.V.m § 34 gleich unter Berücksichtigung der Fünftelregelung einbehalten müssen.

    Ihnen geht zwar kein Geld verloren, aber Sie haben dem Fiskus ein zinsloses Darlehen gegeben – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-zusammenballung-von-einkunften.html.

    Die zuviel abgezogenen Steuern können Sie sich mit der Steuererklärung im nächsten Jahr zurückholen.

    Wenn Sie sich jedoch selbstständig machen wollen, sollten Sie – dieses Mal rechtzeitig – die besten Gestaltungsmöglichkeiten wählen, die sich gerade beim zusammentreffen von Abfindung und Existenzgründung anbieten.

    Toi, toi, toi

    Thomas Schulze

    • Vielen Dank Herr Schulze für die Informationen!
      Eine Nachberechnung dürfte kein Problem sein aber wenn, wie Sie schreiben, mir kein Geld verloren geht ist der Aufwand nicht nötig.

      Ein Gewerbe ist schon seit längerem angemeldet aber der richtiger Aufbau und Verkauf findet erst in diesem Jahr statt. Hohe Gewinne werden in der Anfangsphase nicht erwachtet.

      Danke uns beste Grüße

  9. Hallo JM,
    ich kann mich mal wieder nur Hrn. Schulze anschließen: Die Chance auf eine Änderung durch den EX-Arbeitgeber sehe ich als eher gering an. Sie werden Ihre Steuern (wenn die Voraussetzungen für die Fünftelregel überhaupt erfüllt sind) aber auf dem Wege der Steuererklärung wiederbekommen.
    Bis dahin würde ich Ihnen empfehlen, sich hier auf meiner Internetseite mal ein wenig umzusehen, auf welche Dinge sie vielleicht sonst achten sollten.
    Viel Erfolg!
    Der Privatier

  10. Hallo JM,

    ich kann Ihnen ebenfalls nur empfehlen, die zahlreichen Anregungen zu prüfen, die Ihnen der Privatier auf seiner Internetseite gibt.
    Darüber hinaus sollten Sie besonders in diesem Jahr noch die 4 Möglichkeiten der Gewinnoptimierung zur Steuersenkung für Existenzgründer ausloten, weil Sie sich damit schon jetzt zumindest einen Teil der Steuern „zurückholen“ können, die Ihnen Ihr Arbeitgeber schon abgezogen hat. 😉

    Viel Erfolg dabei

    Thomas Schulze

    • Da mein Weg dem von Privatier sehr ähnelt werde ich mich hier ausführlich umschauen.

      Vielen Dank an Privatier und Herr Schulze für die Informationen.
      JM

  11. Hallo zusammen,
    erstmal ein riesen Kompliment zu dieser Seite, bin sehr beeindruckt.
    Ich möchte mal kurz meinen Fall schildern.
    Ich werde am 1.7.2024 pensioniert, im Alter von 56 Jahren.
    Zum 31.1. des darauffolgenden Kalenderjahres bekomme ich eine Einmalzahlung in Höhe von ca. 170.000 durch meinen jetzigen Arbeitgeber.
    Mein Jahresgehalt im Jahre 2023 wird sich auf ca. 160.000 belaufen.
    Meine Pension im darauffolgenden Jahr 2024 auf ca 40.000.

    Würde hier die Fünftelregelung auf die 160.000 zum tragen kommen ?

    Was würde passieren wenn ich im Jahre 2025 einen Job annähme und mein Jahressalär inkl. Pension bei 100.000 läge.
    Wäre damit eine Neuberechnung der Einmalzahlung aus 2024 fällig ?
    Müsste das Finanzamt informiert werden ?

    Weiterhin bekomme ich im Jahr 2028 aus einer Unterstützungskasse 120.000 ausbezahlt.
    Kann hier wieder die Fünftelregelung angewendet werden ?

    Lg Tom

    • Langfristige Planungen sind sicher begrüßenswert, allerdings wird es schwierig, bei Ereignissen, die 10 Jahre oder mehr in der Zukunft liegen, detaillierte Aussagen zu machen. Bis dahin kann (und wird!) viel passieren!

      Darum nur ganz kurz:
      Nach heutigem Recht, wäre zu prüfen, ob es sich bei der Einmalzahlung um eine „echte“ Abfindung oder um eine nachträgliche Vergütung von Leistungen handelt. Bei einer Abfindung würde die Fünftelregel angewendet werden.

      Wenn Sie in 2025 weitere Einkommen haben, werde diese natürlich alle in die (steuerliche) Gesamtrechnung einbezogen. Und ja – natürlich: Das Finanzamt muss informiert werden. Im Rahmen der Einkommensteuer-Erklärung.

      Auch bei der Unterstützungskasse sehe ich gute Aussichten auf die Fünftelregel. Weitere Details dazu im Kommentar von Thomas Schulze vom 12.Mai 2015.

      Gruß, Der Privatier

  12. Hallo Privatier,
    Dein Buch und die Webseiten/Blogs sind wohl die informativsten Quellen im WWW, meinen echten Respekt! Auf dem Weg zum Privatier ein echtes Muss …
    Bei mir steht der Aus-/Einstieg nun unmittelbar bevor, denn die Firma bietet über einen Interessensausgleich/Sozialplan folgendes an:
    Aufhebungsvertrag in 08/2015 unterschreiben, dann Austrittsdatum 31.03.2016 (damit Einhaltung der Kündigungsfrist von 7 Monaten).
    Gestaltungsmöglichkeit der Abfindungzahlung entweder bei Austritt in 03/2016 oder im Folgejahr 2017 also mind. neun Monate später ab 01/2017. Die Höhe der Abfindung stellt hinsichtlich der Fünftel-Regelung eine Zusammenballung dar.
    Nebenbei: Um in 2017 keine Einkünfte außer der Abfindung zu haben, plane ich nach Austritt ein Dispo-Jahr und erreiche damit 58 Jahre. D.h., am 01.04.2017 das ALG 1 beantragen, aber Leistung später beziehen, um in 2017 keine Einkünfte zu haben. Die A-Agentur hat top beraten und den Plan bestätigt! Es bestätigt also auch alles hier Gelesene.
    Das Problem ist nur, dass ich von 2 Steuerberatern widersprüchliche Aussagen zur Anwendung der Fünftel-Regelung bekommen habe: die Anwendung der Fünftel-Regelung bei Abfindungszahlung in 2017 also 9 Mon. nach Austritt ist problemlos bzw. nicht möglich. Was ist denn nun richtig – und wer kann/könnte hier verbindliche Aussagen machen? … vielleicht gibt es ja Beispiele aus der Praxis, zumal es ja um gutes Geld geht.

    Etwas verzweifelt mit herzlichem Gruss
    Xaver

  13. Der Auszahlungszeitpunkt einer Abfindung kann frei vereinbart werden – wenn dies rechtzeitig erfolgt. Siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindungauszahlung-kann-steuerwirksam-gestaltet-werden Ob sich das lohnt, ist nicht nur steuerlich zu entscheiden, denn es gibt dabei bestimmte Risiken zu berücksichtigen.

    Nichts gegen Steuerberater, doch die meisten sind nicht spezialisiert, sondern beraten zu allen Steuerfragen. Steuerfachberater – ähnlich Fachanwälten für Arbeitsrecht, Mietrecht, Verkehrsrecht … – gibt es kaum. Deshalb sind in Detailfragen wie dieser viele überfordert.

    • @ Thomas Schulze
      Danke für die schnelle Antwort.

      Die Vereinbarung der Abfindungszahlung steht ausser Frage, diese wird vorher, d.h. beim AHV in 08/2015 erfolgen. Doch so einfach ist es nicht!

      Aufhebung erfolgt im Rahmen eines unterschriebenen Sozialplans, der den Austritt zum Ende März 2016 vorsieht UND folgendes Wahlrecht anbietet: die Abfindung entweder bei Austritt oder im Folgejahr zu erhalten (beliebige Aufteilung). Meine Abfindung ist größer als Jahresbrutto von 2015 bzw. 2016 – daher ist der Plan, die Abfindung zu 100% nach 2017 zu verschieben (da in 2017 nur geringe Mieteinkünfte). Soweit zu VORHER.

      StB 1 argumentiert wie Sie: Vereinbarung wird vorher getroffen, Zusammenballung ist gegeben – Zufluss in 2017 – Fünftel-Regelung muss FA anwenden – Verschiebung um 10 Monate kein Problem.

      ABER (lt. StB 2): Mit der Auszahlung im Folgejahr (02/2017) treffe ich jedoch eine Entscheidung über eine spätere Verfügung, obwohl der Zufluss in 2016 möglich gewesen wäre! Die Fünftel-Regel kann damit vom FA abgelehnt werden.

      ZUDEM wurden auch von Privatier und Mr.Excel hier im Block Bedenken zu einer großen Zeitspanne zw. Austritt und Abfindung im Folgejahr angemeldet – siehe http://der-privatier.com/kap-3-3-3-abfindung-und-steuern-optimierung/#comment-2877.

      Xaver

  14. Hallo Xaver, ich verstehe Ihre Bedenken, schließlich geht es um Ihr Geld. Und Recht haben oder Recht bekommen, sind zwei verschiedene Dinge.

    Zum Sachverhalt selbst („Recht haben“) sehe ich da kein Problem, weil Ihre Situation nach Ihrer Schilderung genauso gelagert scheint, wie die, auf die sich das von mir zitierte BFH-Urteil bezieht.

    Das Finanzamt hatte für die Version von „StB 2“ plädiert und Revision eingelegt:

    „Mit dem Sozialplan sei die Fälligkeit der Abfindungszahlung zwingend auf den Zeitpunkt des Ausscheidens festgelegt worden. Danach habe bereits im Jahr 2000 die wirtschaftliche Verfügungsmacht der Klägerin über die gesamte Abfindung bestanden, von der sie durch Abschluss des dreiseitigen Vertrages Gebrauch gemacht habe. Hiermit sei die bereits bestehende Fälligkeit hinausgeschoben worden, was eine wirtschaftliche Verfügung der Klägerin über die Forderung darstelle, die zum Zufluss führe.“

    Im BFH-Urteil heißt es klarstellend dazu:

    „Gemäß § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG sind Einnahmen innerhalb des Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Nicht laufend gezahlter Arbeitslohn ist in dem Kalenderjahr bezogen, in dem er dem Arbeitnehmer zugeflossen ist. Der Zufluss ist zu bejahen, sobald der Steuerpflichtige über den Arbeitslohn wirtschaftlich verfügen kann. Die Fälligkeit eines Anspruchs allein – vor seiner Erfüllung – führt noch nicht zu einem gegenwärtigen Zufluss. Entscheidend ist allein der uneingeschränkte, volle wirtschaftliche Übergang des geschuldeten Gutes oder das Erlangen der wirtschaftlichen Dispositionsbefugnis darüber. Hierfür genügt es auch vor der Realisation des Leistungserfolgs, dass der Gläubiger ohne weiteres Zutun des Schuldners die Möglichkeit hat, den Leistungserfolg herbeizuführen.“

    (Auf der von mir angegeben Seite von abfindunginfo.de finden Sie auch den Link zu dem BFH-Urteil, das ich hier nur auszugsweise zitiert habe, soweit es Ihren Sachverhalt betrifft.)

    Entscheidend ist also in dem Fall gar nicht so sehr das Urteil, als vielmehr die Auslegung des Gesetzes. Da sieht der BFH jedoch im Verhältnis zu StB 2 keinen Spielraum.

  15. Hallo Thomas Schulze,
    Sie weisen zurecht auf Recht haben und Recht bekommen hin, zumal die Verschiebung einer Abfindung ins Folgejahr nicht im EStG verankert ist – daher suche ich auch die Diskussion und vor allem Beispiele oder Bestätigung aus der Praxis für eine Verschiebung von 10 oder mehr Monaten.

    Ja, der BFH hat in diesem einen Urteil (BFH 11.11.2009, IX R 1/09) klar gesagt, dass die Abfindung in den VZ gehört, in dem man dann uneingeschränkt darüber verfügen kann. Doch wird dann auch die Fünftel-Regel zur Anwendung gebracht?

    So weisen Mr. Excel und der Privatier an mehreren Stellen auf andere Urteile/Fällen hin – ich zitiere aus dem Blog des nächsten Kapitel …
    „Ein Überdehnen der Zeit zwischen Austritt und Auszahlung kann gefährlich werden. Als wir damals die Faktenlage untersuchten (2010) gab es wohl Urteile, dass eine Pause von 6 und mehr Monaten die Zahlung nicht mehr nach der Fünftel-Regelung besteuert werden könne, da der zeitliche Zusammenhang fehle.“

    Genau das versuche ich zu klären, doch habe ich weder Urteile noch Hinweise im Web gefunden … vielleicht haben ja Mr. Excel oder der Privatier noch etwas im Archiv.
    Und so ist bei einem Austritt Ende März 2016 und Abfindung in Januar/Februar 2017 nur das Steuerjahr klar, aber noch offen ist die mögliche Ablehnung der Fünftelregelung durch das FA.
    Daher frage mich weiterhin, was im Falle einer Ablehnung des FA die Abfindung darstellen könnte, wenn nicht außerordentliche Einkünfte nach § 34 Abs. 1 EStG ?

    Herzlichen Gruss, Xaver

  16. @Xaver u. @Thomas Schulze:
    Leider komme ich erst heute zu einer Antwort, weil ich gestern den ganzen Tag unterwegs war. Hat aber auch den Vorteil, dass das Wichtigste hier eigentlich schon gesagt ist. 😉
    Ich denke, die beiden Rechtsauffassungen hat Xaver mit StB1/StB2 sehr gut auf den Punkt gebracht und Thomas Schulze hat das (vermutlich) passende BFH-Urteil zitiert.
    Mir selber sind übrigens zwar die davon abweichenden Rechtsauffassungen bekannt, ein entsprechendes Urteil kenne ich aber nicht! Von daher halte ich die Anerkennung der Abfindung (inkl. Fünftelregel) zwar für wahrscheinlich, eine endgültige und verbindliche Einschätzung möchte ich mir aber nicht erlauben.

    Relativ einfach aus meiner Sicht wäre noch die Frage, wie denn die Abfindung zu versteuern wäre, wenn das FA die Anerkennung als außerordentliche Einkünfte (und damit der Fünftelregel) ablehnen würde: Als „ganz normales“ Einkommen eben.
    Ohne Fünftelregel.

    Aber ich würde gerne noch einmal einen anderen Gedanken ins Spiel bringen:
    Das Schlechteste, was aus steuerlicher Sicht passieren kann, ist ja eine Abfindung zum Jahresende zzgl. der normalen Gehaltes. Das Beste wäre eine Zahlung im Januar komplett ohne weitere Einkünfte. Alle anderen Varianten liegen irgendwo dazwischen.
    Aus dieser Sicht wäre ja eine Zahlung Ende März (sofort nach dem Ende) auf der Skala noch bei „75% gut“ anzusiedeln. Also auch nicht gerade so furchtbar schlecht. Nur mal so als Anregung….

    Wie wäre es denn, wenn die beiden StB1 und StB2 mal eine Prognose der zu zahlenden Steuer abgeben würden, jeweils bei Zahlung der Abfindung in 3/2016 und 1/2017 ? Dann könnte man nach dem Verfahren des „Spatz in der Hand / Taube auf dem Dach“ besser abwägen, welche Variante zu wählen ist?

    Gruß, der Privatier

  17. Hallo Privatier,
    gerade die „abweichenden Rechtsauffassungen“ interessieren doch, um gegebenenfalls diesen Begründungen entgegenzuwirken bzw. Grundlagen zu entziehen.
    Ich hoffe sehr, dass über den Blog sich noch etwas Konkretes finden lässt- also v.a. auch die Begründung einer Ablehnung der Fünftelregelung durch ein FA beim Vorliegen der Zusammenballung & Vorhervereinbarung der Zahlung im Folgejahr. Eigentlich einfach, oder?

    Apropos Spatz/Taube und StB1+2: In jedem Fall ist die Verschiebung einer höheren Abfindung ins Folgejahr die bessere Lösung hinsichtlich Steuer, da in 2017 ja kein Einkommen aus Jan.-Mrz. dazukommt (Steuerprogression!). Noch besser ist es natürlich, wenn zudem in 2017 die weiteren Einkünfte z.B. aus VuV, vom Ehepartner etc. noch reduziert werden (können) – siehe Deine vielfältigen Anregungen.

    Soweit ist also alles klar, es geht nur darum, im Vorfeld und beim AHV möglichst nichts Falsches zu machen bzw. zu formulieren. Der Weg zum Privatier ist am schwierigsten im Vorfeld … 🙂

    Mit Gruss und immer noch Hoffnung auf „Begründungen“
    Xaver

    • Ich habe mir gerade das BFH-Urteil IX R 1/09 vom 11. 11. 2009 noch einmal durchgelesen und bin der Meinung, dass die Aussagen dort eigentlich eindeutig sind:

      „Arbeitgeber und Arbeitnehmer können den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung oder eines Teilbetrags einer solchen beim Arbeitnehmer in der Weise steuerwirksam gestalten, dass sie deren ursprünglich vorgesehene Fälligkeit vor ihrem Eintritt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.“

      Die unterschiedliche Rechtsauffassung, die ich auch in meinem Kommentar (zweite Hälfte) erläutert habe, beruft sich auf den „Zufluss“ und ist der Auffassung, dass der „Zufluss“ bereits dadurch gegeben ist, dass der Empfänger der Abfindung über den Zeitpunkt der Auszahlung verfügt. Dieser Auffassung widerspricht aber das BFH-Urteil. In den Begründungen unter Pkt.[10] und [11] ist dies aus meiner Sicht eindeutig erläutert.

      Fazit: Ich denke, einer Anwendung der Fünftelregel steht auch bei einer Verschiebung der Abfindungszahlung um 9 oder 10 Monate nichts im Wege. Aus meiner Sicht wird diese Vorgehensweise durch das BFH-Urteil bestätigt. Dennoch kann man es nicht ausschließen, dass das FA u.U. zunächst anderer Auffassung ist und sich zumindest ein Einspruch (mit Hinweis auf das BFH-Urteil) oder ggfs. ein Rechtsstreit nicht vermeiden lässt.
      Aber so ganz ohne Probleme ist der Weg zum Privatier auch nur selten. Das gehört wohl dazu…

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Xaver,

      können/ wollen Sie es sich leisten Ihre Abfindung soweit in die Zukunft zu verlagern (Anfang 2017)?
      Könnte es nicht auch einer Betrachtung wert sein die Euros (mit vermutlich noch höherer Kaufkraft) schon während 2016 zur Verfügung zu haben und ggf. neu zu investieren.
      Wird der AG soweit in der Zukunft noch existieren und noch nicht insolvent sein (zuzüglich 3 Monate ?? „Karrenzzeit“ während dieser der Insolvenzverwalter die Abfindung wieder zurückfordern kann)?

      Eine weitere, andere Betrachtungsweise bietet sich beim Vergleich von Einzel- und Gemeinsamveranlagung zur EkSt an.

      Bei mir hat sich z.B. eine frühere Verfügbarkeit der Abfindungssumme bei der anschließenden Investition zumindest NICHT negativ ausgewirkt (günstigere Einstiegskurse als 3 oder 4 Monate später. Klar ist das nicht planbar, aber solche Effekte gibt es auch!

  18. Hallo Xaver,

    gestern konnte ich mich leider aus zeitlichen Gründen nicht mehr an der Diskussion beteiligen. Ich habe aber auch das Gefühl, dass Sie hier nicht das Ergebnis so finden werden, wie Sie das wollen.

    Ich weiß nicht genau, wie der Privatier das sieht, doch ich gehe immer davon aus, dass so ein Blog dazu dient, sich schnell mal zu orientieren und Chancen oder Risiken zu erkennen. Eine halbwegs wasserdichte Lösung – noch dazu unter Berücksichtigung so verschiedener Aspekte wie Sie einwerfen – erfordert nicht bloß Spezialistenwissen sondern auch genaue Analyse aller Unterlagen und Bedingungen. Das ist im Rahmen eines solchen Forums schier nicht möglich und oft aus persönlichen Gründen auch nicht gewünscht.

    Leider habe ich schon oft erlebt, dass einfach aus Unkenntnis oder Nichtbeachten scheinbarer Nebensächlichkeiten ein „guter Rat“ gegeben wurde, der dann so nicht aufging.

    Und allein die Kenntnis unterschiedlicher Rechtsauffassungen hilft da kaum weiter. Denn vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand, wie es im Sprichwort heißt. 😉

    Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten. Aber entweder Sie sind steuerrechtlich geschult, dann ist es für Sie kein Problem, die einschlägigen Quellen auszuwerten, weil Sie diese auch kennen. Oder Sie stürzen sich in eine Sisyphos-Arbeit, bei der Sie nicht mal sicher gehen können, dass sich das lohnt. Ich werte beispielsweise Urteile und andere Quellen zu Abfindung und Steuern seit 18 Jahren aus – und bin immer wieder erstaunt, wie mitunter jahrelange Rechtsprechung von heute auf morgen geändert wird. Selbst wer gestandener Experte ist, hat dann keine Chancen.

    Deshalb empfehle ich, suchen Sie sich einen Experten auf dem Gebiet Abfindung und Steuern und gehen Sie anhand Ihrer Dokumente mit ihm alles durch. Dann haben Sie zumindest auch den Vorteil: Wenn dessen Vorschlag schief geht, können Sie ggf. ihn zur Haftung heranziehen. 😉

    • Dem möchte ich mich (mal wieder) zu 100% anschließen. Alles vollkommen richtig. So sehe ich das auch. Und wünsche Xaver viel Erfolg.

      Gruß, Der Privatier

  19. Hallo zusammen,

    ganz herzlichen Dank für die guten Wünsche und die aufschlussreichen Antworten!
    Sicher hat Thomas Schulze im doppelten Sinne ‚recht‘, wenn der Plan im Grunde steht, dabei nahezu alles Wichtige bedacht und der Gang zum Steuerberater gemacht ist (bleibe bei StB1), dann muss man einfach mal ‚durchstarten‘. Und ich fühle mich nach Wochen der Recherche im Internet tatsächlich ein wenig wie Sisyphos :-).
    Nebenbei bemerkt, ich bin kein Steuerrechtler, sondern nur IT-Spezialist in einem Grosskonzern – wie Privatier es in seiner aktiven Zeit wohl auch war. Unser Beruf bringt es mit sich, komplexen Problemen „gründlich“ auf den Grund zu gehen und Zusammenhänge zu verstehen. Sonst bleibt einfach ein ICE stehen, im Kraftwerk gehen die Lichter aus, oder ein Schiff auf hoher See benötigt wirklich Gottes Hand – an Autos oder Flugzeuge wage ich gar nicht zu denken…
    Nach also „gründlicher“ Vorbereitung mit Privatiers Buch, dem Blog, KV, AA, StB usw. werde ich, wie schon oben begründet, in jedem Fall die Verschiebung der Abfindungszahlung um 10 Monate nach 2017 im Vertrag festlegen.

    Und – wenn es Privatiers genialen Blog hier und auch mich dann in 2018 beim Erhalt des Steuerbescheides noch geben wird – auch berichten. Versprochen!

    Beste Grüsse Xaver

    • So ist es richtig! Denn auch das ist eine Erfahrung, die ich gemacht habe:

      Es lässt sich nicht alles planen, schon gar nicht zu 100% optimal. Irgendwann muss man dann auch einfach mal eine Entscheidung fällen und den Weg gehen.
      Sollten dann Probleme auftauchen, kann man immer noch versuchen, sie zu minimieren oder eben auch notfalls damit zu leben.

      Insofern wäre es eben auch wichtig im Notfall z.B. auch ohne eine Fünftelregel über die Runden zu kommen. Ein Konzept, dass sich ganz eng an ganz bestimmte Voraussetzungen klammert, sollte man dagegen dringend noch einmal überdenken. (Wobei diese Aussage jetzt nicht auf Xaver gemünzt ist, sondern ganz generell gemeint ist.)

      Gruß, Der Privatier

  20. Hallo Zusammen,

    ich werde mein Arbeitsverhältnis infolge Auflösungsvertrag am 31.12.2015 beenden. Die Abfindungszahlung erfolgt am 15.01.2016. Nun bekam ich von der Personalabteilung ein Schreiben zur Unterschrift, dass ich im Jahr der Abfindungszahlung keine anderweitigen Lohnzahlungen oder ALG erhalte bzw. beantrage. Kann das zu rechtlichen und/oder steuerlichen Nachteilen führen, falls ich doch ALG beantragen müsste, z.B. andere Steuerklasse?

    Vielen Dank im Voraus und beste Grüße,

    Wolfgang

    • Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich zwar schon oft von einem solchen Formular gehört habe und das dies wohl in vielen Firmen üblich ist. Der Sinn ist mir allerdings nicht wirklich klar! Es wird oft mit der Prüfung zur Anwendung der Fünftelregel begründet. Aber gerade wenn man weitere Einkünfte (oder ALG) hätte, würde ja erst recht eine Zusammenballung entstehen und damit die Fünftelregel noch sicherer zur Anwendung kommen.
      Ich nehme also an, dass der AG prüfen will, ob er die Abfindung auf Basis eines Jahreseinkommens versteuern kann. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

      Und wenn ich mir nicht so ganz sicher wäre, würde ich auch nur äußerst ungern Dinge unterschreiben, die ich nachher wohlmöglich dann doch nicht einhalten kann!

      Ich kann mir zwar momentan kein Szenario ausdenken, in welchem es bei Nichteinhalten der Voraussetzungen zu rechtlichen Problemen kommen sollte?!
      Ich würde es trotzdem ungern machen.

      Steuerlich hat es ganz sicher Auswirkungen, wenn die Abfindung zunächst ohne Berücksichtigung anderer Einkünfte oder ALG versteuert wird und später dann doch weitere Einkünfte hinzukommen. Die Steuer wird sich erhöhen. Ganz sicher.
      Aber das wird dann im Einkommensteuerbescheid per Nachzahlung geregelt und fertig. Ein rechtliches Problem kann ich da momentan nicht erkennen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        danke für die schnelle Antwort. Ich sehe das genauso. Eine Zusammenballung ist sowieso schon gegeben, da die Abfindungssumme ungefähr das 3-fache des Jahresgehalts beträgt. Die Frage, die sich mir stellt ist:kämen noch weitere Lohnzahlungen oder ALG hinzu, würde dann evtl. die Besteuerung unter Zugrundelegung einer anderen Steuerklasse erfolgen? Die Unterschrift unter das Formular kann ja maximal eine Absichtserklärung bedeuten und hätte keine rechtliche Relevanz.

        Beste Grüße,
        Wolfgang

        • Wenn der AG mit dem Formular nur sicher stellen will, dass im Januar nicht bereits ein anderer als Hauptarbeitgeber angemeldet sein wird, dann hätte ich keine Bedenken bei der Unterschrift. Wenn es nämlich einen anderen Hauptarbeitgeber geben würde, müsste der EX-AG in der Tat mit St.Kl.6 abrechnen. Was man besser vermeiden sollte 😉
          Ich könnte zu diesem Thema auch den Beitrag über die Steuerklasse 6 empfehlen (inkl. Kommentare).

          Aus dieser Sicht, ist es sicher zu empfehlen, mit dem Formular die Absicht auszudrücken, dass es im Januar des Folgejahres keinen neuen Arbeitgeber geben wird. Der Bezug von ALG spielt übrigens der Steuerklasse keine Rolle.

          Gruß, Der Privatier

  21. In der Regel steckt hinter einer solchen Frage des Arbeitgebers dessen „Angst“, zuwenig Steuern von der Abfindung abzuführen und dann dafür haften zu müssen. Denn die meisten Arbeitgeber/Personalabteilungen sind da sehr unsicher und rechtsunkundig – selbst in großen Unternehmen. Das ist jedoch unbegründet, wenn korrekt nach den Lohnsteuermerkmalen zum Zeitpunkt der Auszahlung der Abfindung verfahren wird.

    Denn Steuerschuldner bist letztendlich Du, nicht der Arbeitgeber. Und selbst wenn Du außer der Abfindung nur ALG 1 beziehst, wirkt sich das nicht auf die Steuerprogression aus. Insofern ist die Frage nach dem ALG erst recht gegenstandslos.

    Außerdem müsste Dich der Arbeitgeber ausdrücklich belehrt haben, dass Du Dich im Fall der Kündigung bei der Arbeitsagentur zu melden hast. Er kann Dir also nicht verbieten, dort auch ALG zu beantragen, denn das ist eine Versicherungsleistung, auf die Du Anspruch hast.

    Ebenso kann er Dir nicht verbieten, einen anderen Job anzunehmen. Dann müsste er dafür zusätzlich eine Entschädigung zahlen.

  22. Hallo Zusammen,
    ich bin heilfroh, dass ich diese Website gefunden habe, da ich meine Steuererklärung 2014 machen muss und es diesmal etwas komplexer wird mit einer Abfindung und anschließender Arbeitslosigkeit. Ich bin zum 30.09.2013 von meinem AG ohne Angabe von Gründen fristgerecht gekündigt worden und habe dann nach einem Arbeitsgerichtsverfahren welches für mich positiv lief gegen Zahlung einer Abfindung von 75.000,00€ (bei 1 ¾ Jahre Betriebszugehörigkeit) „wegen Verlustes des Arbeitsplatzes“ eine betriebsbedingte Kündigung zum 30.09.2013 akzeptiert. Da die entscheidende Gerichtsverhandlung aber erst kurz vor Weihnachten stattfand und die Firma ihre zweiwöchige Widerspruchsfrist ausgenutzt hatte bis sie die Einigung endgültig akzeptierte, wurde die Abfindung aber erst in 2014 ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgte im Januar 2014 (90%) und Februar 2014 (10%). Sie wurde komplett ausgezahlt ohne irgendwelche Abzüge und auf der Lohnsteuerbescheinigung unter Punkt 10. eingetragen, „Ermäßigt besteuerter Arbeitslohn für mehrere Kalenderjahre (ohne9.) und ermäßigt besteuerte Entschädigung“. Ich habe von 10-12.2013 und die ersten 9 Monate in 2014 ALG (in 2014 19000€) bezogen aber keine neue Anstellung gefunden, so dass ich im letzten Quartal 2014 keine Einkünfte hatte. Da ich weitaus mehr als meine Frau verdient habe (123.000€ brutto für 01-09.2013), habe ich die Steuerklasse 3 und meine Frau (11.000€/a brutto in 2014) die Stkl. 5. Zusätzlich haben wir noch etwa 7500€/a in 2014 aus Vermietung und Verpachtung erhalten. Jetzt stellt sich für mich die Frage ob ich mit einer größeren Steuernachforderung rechnen muss, da die Abfindung ja offensichtlich unter Berücksichtigung der Fünftel Regel abzugsfrei ausgezahlt wurde. Ich würde mich sehr freuen wenn Ihr mir hierzu mit Eurem großen Fachwissen weiterhelfen könntet.
    Vielen Dank im Voraus und beste Grüße,
    Jakob

    • Ich fürchte schon, dass es zu einer Steuernachzahlung kommen wird!
      Denn zunächst sehe ich die Voraussetzungen für die Anwendung der Fünftelregel nicht gegeben: Es fehlt die Zusammenballung. Damit wäre die vom AG anscheinend durchgeführte ermäßigte Besteuerung nicht rechtmäßig.

      Wie hoch eine solche Nachforderung sein könnte, kann ich jetzt so auf die Schnelle auch nicht ausrechnen. Hier würde ich entweder einen Steuerberater empfehlen oder (wenn man es nicht ganz so genau braucht) einfach mal die drei wichtigsten Eckdaten in das Elsterformular eingeben (kann man kostenlos online runterladen). Daten nicht abschicken – nur mal sehen, was rauskommt.

      Gruß, Der Privatier

  23. Du kannst Dir auch gern von abfindunginfo.de den Abfindungsrechner herunterladen und mal kalkulieren, ob Du unter den Bedingungen besser mit der Einzel- oder Zusammenveranlagung fährst.

  24. Abfindung…..die einfachste Form der Abfindung ist die mehrmonatige Freistellung eines Mitarbeiters…erscheint mir auch steuerlich günstiger zu sein…ja, gibt jede Menge wenn und abers ! steuerlich betrachtet wär’s für mich ok. KV, Steuer, Rentenbeiträge,…etc alles bezahlt über diesen zeitraum

  25. Eine mehrmonatige Freistellung kann sich durchaus lohnen – wäre jedoch keine „einfachste Form der Abfindung“. Denn eine Abfindung ist (steuerlich gesehen) eine Entschädigung für entgangene oder entgehende Einnahmen – siehe auch http://www.gesetze-ganz-einfach.de/einkommensteuergesetz-§-24-entschaedigungen/

    Bei Freistellung wird aber keine Entschädigung gezahlt, sondern der Anspruch auf Arbeitsentgelt abgegolten. Dass der Arbeitgeber auf die Gegenleistung verzichtet, ist seine Sache.

    Zudem wären die in dieser Zeit bezogenen Leistungen Arbeitsentgelt und deshalb wie laufendes Arbeitsentgelt voll zu versteuern und voll sozialversicherungspflichtig – Abfindungen dagegen möglicherweise nach der Fünftelregelung ermäßigt zu versteuern und als echte Abfindung immer sozialversicherungsfrei.

    Schließlich geht es vielen Betroffenen hier im Zusammenhang mit der Fünftelregelung um die steuerliche Begünstigung höherer Abfindungen, die wohl die Höhe des Arbeitsentgeltes für eine mehrmonatige Freistellung deutlich übersteigen.

    Doch letztendlich muss jeder selbst kalkulieren und entscheiden – und da sind mehr als nur steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Aspekte zu beachten.

  26. Und dann gibt es noch eine – ich will es mal „Mischform“ nennen. Eine Mischung zwischen Abfindung und Freistellung. Die „ratierliche Abfindung“.

    Letztlich ist eine echte Abfindung, die für entgehende Einnahmen gezahlt wird, aber nicht in einer Summe, sondern in (z.B. monatlichen) Raten.

    Ein guter Bekannter von mir (oder besser: sein AG) hat diese Variante gewählt. Die Zahlungen unterliegen dabei dem normalen Steuerabzug, jedoch ohne SV-Beiträge, da es sich ja um eine Abfindung handelt. Fünftelregel geht natürlich nicht, wegen der fehlenden Einmalzahlung. Ist aber auch nicht erforderlich, denn es kommt ja (wie bei der Freistellung) nicht zu einer höheren Steuerlast als sonst.

    Welche Variante hier wirklich am Ende von Vorteil ist, ist für mich nur sehr schwer abzuschätzen. Ich denke, oft bleibt dem Betroffenen auch kaum die Wahl, da der AG hier wohl oft die Marschrichtung vorgibt.

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo Privatier, ich bin weiter fleißig am Lesen und beziehe mich auf den Beitrag hier drüber und stelle auch eine Parallele zu meiner Frage fest, worauf Sie mir unter dem Kapitel zur Optimierung am 12.02.17, also vor zwei Tagen, geantwortet haben. In Ihrem obigen Beitrag schrieben Sie damals, dass bei einer ratierlichen Abfindung keine SV-Beiträge fällig werden. Vor zwei Tagen schrieben Sie mir das Gegenteil, weil eine Ratenzahlung (in meiner Frage Jahresraten) keine Abfindung mehr ist, also einen anderen Charakter hat. Oder habe ich das irgendwie falsch verstanden bzw. hat sich auch in der Zwischenzeit etwas geändert ? Falls ich mich für die ratierliche Abfindung über voraussichtlich mehr als fünf Jahre entscheiden sollte, könnte ich den Bezug doch über den Aufhebungsvertrag herstellen. Es wäre schon interessant, wenn darauf keine SV fällig würde. Und steuerlich müsste es, andere mögliche Einflussfaktoren zunächst mal außer Acht gelassen, doch auch interessanter sein, als die Fünftelregelung, wenn ich mal von acht bis zehn Jahrenraten ausgehe, oder ? Solvente Firma als Ratenzahler bei einem so langen Zeitraum vorausgesetzt. Gruß Nick

    • Ja, da habe ich in dem darüber stehenden Kommentar den Sachverhalt wohl etwas zu stark verkürzt. Das kann man in der Tat leicht falsch verstehen!

      Eigentlich wollte ich Folgendes zum Ausdruck bringen:
      Unter „Sozialabgaben“ fasst man ja normalerweise sämtliche Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflege-, sowie Arbeitslosenversicherung zusammen. Solange man in einem Beschäftigungsverhältnis steht, führt der Arbeitgeber alle diese Beiträge (Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Anteil) automatisch ab.

      Bei einer ratierlichen Abfindung macht es dies aber nicht. Eine ratierliche Abfindung ist aus der Sicht des Arbeitgebers sozialabgabenfrei. Er muss nur die anfallende Steuer berechenen und abführen. Der Rest geht dann direkt an den ehemaligen Arbeitnehmer.

      Aus der Sicht des Empfängers handelt es sich aber um Einkünfte, die zur Berechnung des KV/PV-Beitrages herangezogen werden. Weitere Abgaben (RV, ALV) muss er aber nicht bezahlen. Als freiwillig gesetzlich versicherter Selbstzahler erhält man einmal im Jahr einen Fragenbogen, auf dem alle Einkünfte angegeben werden müssen (inkl. Beleg z.B. EkSt.-Bescheid). Darauf aufbauend wird dann der KV/PV-Beitrag festgelegt. Bis zur nächsten Änderung.

      Ich sehe keine Chancen, bei einer ratierlichen Abfindung die KV/PV-Beiträge zu vermeiden. Bei der steuerlichen Überlegung haben Sie aber natürlich Recht:
      Eine Verteilung einer Abfindung auf acht bis zehn Jahren sollte sich steuerlich günstiger auswirken, als die fiktive Verteilung bei Anwendung der Fünftelregel.

      Gruß, Der Privatier

  27. Ich möchte hier noch mal erwähnen, dass wenn jemand nach einer Entlassung in eine Transfermaßnahme kommt, so wie ich es zur bin, und das Transfergeld durch den früheren AG aufgestockt wird, dieser Aufstockungsbetrag ebenfalls der 5tel Regelung unterliegt.
    http://sozialplan-eup.de/steuerfragen/steuern-sparen-beim-aufstockungsbetrag-in-der-transfergesellschaft/757/

    Ich bin heute auf diese Seite gestoßen und bin einfach begeistert.Ich bin gerade angefangen zu lesen und werde mich bestimmt noch mal melden.

    • Danke für die Begeisterung 😉 und Danke für den Hinweis!
      Gerade mit dem Thema „Transfergesellschaften“ habe ich selber keine Erfahrungen gemacht und von daher ist jeder Hinweis dazu hier gerne gesehen!

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Und natürlich freue ich mich auf weitere Kommentare

    • Ja, Transferkurzarbeitergeld kann nach der Fünftelregelung ermäßigt besteuert werden, wenn die allgemeinen Bedingungen nach § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG erfüllt sind: Es wird als Entschädigungen für entgangene oder entgehende Einnahmen im Sinne des § 24 Nr. 1 EStG gezahlt und trägt wie außerordentliche Einkünfte zur Zusammenballung der Einkünfte bei.

      Letzteres dürfte in der Regel in Verbindung mit der Abfindung der Fall sein, muss aber nicht immer klappen – wenn nämlich die Abfindung sehr niedrig ausfällt.

  28. Hallo Herr Gagnon,

    1. Fünftelregelung bei Abfindung
    Wenn Sie den Abfindungsrechner von abfindunginfo.de herunterladen, können Sie genau nachvollziehen, wie diese beiden Voraussetzungen bei der Abfindungsbesteuerung angewendet werden und was für Sie dabei herauskäme. Für das Jahr 2016 müssten Sie fiktiv Ihre arbeitsvertraglichen 12 Monatsgehälter und eventuelle sonstige Bezüge und geldwerten Vorteile aus nichtselbstständiger Arbeit ansetzen.

    2. Die „einzige steuerliche Erleichterung“ direkt für eine Abfindung ist tatsächlich die Einfünftelregelung. Steuerfreibeträge für Abfindungen gibt es nicht mehr. Allerdings gibt es darüber hinaus weitere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, die wie ein „Hebel“ ebenfalls zur steuerlichen Vergünstigung bei der Abfindung führen.

    3. Wie eine Einzahlung in die Direktversicherung zu einer Steuerersparnis führen kann, ist unter anderem auf folgender Seite an einem Beispiel erläutert: http://www.abfindunginfo.de/abfindung-umwandeln-in-direktversicherung.html

  29. Hallo Privatier,
    Ich habe eine Frage:
    Durch ungerechte Behandlung seitens meines Arbeitgebers nach über 20 Jahren Arbeitstätigkeit wurde ich aufgrund eines Traumas in die Vollerwerbsrente geschickt. Jetzt hat mein Arbeitgeber mir angeboten, einen Auflösungsvertrag zu unterschreiben und bietet mir 14000 Euro Abfindung. Im Gegenzug verzichte ich auf sämtliche Ansprüche. Soll ich zustimmen und wenn ja, wieviele steuerliche Abzüge werden dabei anfallen?
    Ich würde mich sehr über eine Antwort Ihrerseits freuen.

    • Ich möchte Sie um Verständnis bitten, wenn ich Fragen dieser Art nicht beantworten kann. Die Frage, „ob“ jemand einen Aufhebungsvertrag annehmen soll oder nicht, muss schon jeder für sich entscheiden! Da kann und will ich keine Ratschläge geben.
      Und auch über die Höhe der Steuerabzüge kann ich keine Auskünfte geben. Das könnten Sie evtl. selber (mit allen dazugehörigen Angaben!) einmal ausrechnen oder sich die Unterstützung eines Steuerberaters hinzu holen.

      Gruß, Der Privatier

  30. Hallo Privatier,
    ich werde im Januar 2016 im Zusammenhang mit einem Aufhebungsvertrag eine höhere Abfindung erhalten und habe hoffentlich -Dank Ihrer Tipps (recht herzlichen Dank dafür!!)- bis jetzt alles richtig gemacht. Die Fünftelregelung wird zur Anwendung kommen, soviel ist gewiss. 2016 werde ich ein Dispositionsjahr in Anspruch nehmen, d.h. keine weiteren Einkünfte haben.
    ABER: Ich habe verstanden, dass das Unternehmen die Versteuerung dennoch so handhabt, als würde ich ein ganzes Jahr mit dem bekannten Gehalt gearbeitet haben. Somit käme ich dann erst mit der Steuererklärung in 2017 (für 2016) in den Genuss der zuviel gezahlten Steuer auf die Abfindung. Sehe ich das richtig? MUSS das Unternehmen dieses „fiktive“ Einkommen zur Versteuerung annehmen oder gibt es eine andere Möglichkeit?
    Und: was passiert eigentlich mit ausstehenden Steuerrückzahlungen, wenn ich im Laufe des Jahres sterbe? Könnte der Erbe dann eine Steuererklärung machen, damit ihm das ausstehende Geld gezahlt wird?
    Danke im voraus für Hilfe
    und Gruß
    Petra

    • Nach meinen Erfahrungen handhaben die Unternehmen die Versteuerung einer Abfindung je nach Erfahrung, Angst vor Haftung und aufgewendeter Mühe recht unterschiedlich.
      Eigentlich müssen Unternehmen eine Abfindung bereits bei der Auszahlung unter Berücksichtigung der Fünftelregel versteuern, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Aber genau an diesen Voraussetzungen, oder besser: an der Kenntnis der Voraussetzungen, scheitert es dann oft! Das Unternehmen müsste nämlich prüfen, ob eine Zusammenballung der Einkünfte zu erwarten ist. Dies ist für das Unternehmen aber oft nicht einfach zu prüfen und wird dann der Einfachheit halber einfach nicht gemacht.
      Mein Tipp: Sprechen Sie Ihre Personalabteilung rechtzeitig an (wenn es dafür nicht jetzt bereits zu spät ist…) und fragen Sie, welche Angaben und Bestätigungen von Ihnen benötigt werden, damit die Abfindung mit Fünftelregel versteuert werden kann. Hier sind u.U. auch die Einkünfte eines (gemeinsam veranlagten) Ehepartners von Bedeutung!

      Erben werden in der Regel aufgefordert eine letzte Steuererklärung für einen Verstorbenen abzugeben und sind dann sowohl für Steuerschulden (auch vergangener Jahre), aber auch für den Empfang von Guthaben zuständig.

      Gruß, Der Privatier

  31. Vielen Dank!
    Ich habe mein Problem wahrscheinlich nicht deutlich genug gemacht:
    Die Fünftelsregelung wird angewandt werden ! Dieses ist -nach Rücksprache mit meinem Unternehmen- gewiss. Aber die Fünftelversteuerung wird von meinem BISHERIGEN Jahresverdienst errechnet und nicht (wie gehofft) von nur EINEM MONATSGEHALT im gesamten Jahr 2016 (wie von mir geplant). Das hieße ja, dass ich einen großen Teil der gesparten Steuer erst mit dem Jahresausgleich (also am Anfang des Jahres 2017) zurück erhalten würde. Das macht bei mir jede Menge aus – mehrere zig-tausend Euro :-(((
    Gruß, Petra

    • Ja, aber das macht Ihr ehemaliger AG ja nur deshalb, wer er u.U. davon ausgeht, dass Sie im Anschluss an Ihr derzeitiges Arbeitsverhältnis wieder ein gleichbezahltes anderes Arbeitsverhältnis annehmen könnten. Und dann wäre die Besteuerung ja sogar richtig! Wenn Ihr AG in einem solchen Fall anderes besteuert, hätte er zu wenig Steuern einbehalten (und haftet u.U. dafür!).

      Wenn Sie jetzt Ihrem AG aber schriftlich bestätigen, dass Sie in 2016 weder eine neue Arbeitsstelle annehmen werden, noch einen Antrag auf ALG1 stellen werden – kurz: dass Sie keine weiteren Einkünfte haben werden, kann Ihr AG ruhigen Gewissens nur die Zahlungen berücksichtigen, die er selber auszahlt.

      Aber er muss die Verhältnisse eben kennen. Und bestätigt bekommen. Fragen Sie noch einmal nach! Vielleicht lässt es sich ja noch ändern…

      Gruß, Der Privatier

  32. Hallo Petra,

    leider ist die Denk- und Handlungsweise die Du beschreibst, nicht so selten. Auch der Privatier kennt das zur Genüge. Wohin ein solches Herangehen führen kann, habe ich einmal unter http://abfindunginfo.blogspot.de/2015/02/was-bleibt-von-der-bruttoabfindung-als.html kommentiert. Im PS des angegebenen Blogbeitrags findest Du auch einen Link, mit dem sich Deine Lohnbuchhaltung vielleicht bekehren lässt. Hilfsweise sollte auch ein Blick in die Lohnsterreichtlinien R 39b.6 LStR 2011 helfen – aber nach dem WAZ-Bericht über die Abrechnung bei Opel wäre ich da nicht sehr optimistisch.

  33. Hallo Thomas,
    Danke Dir für den informativen Link und auch den Hinweis der WAZ bzw. der Opel-MA. Ist ja unglaublich!
    Nach nochmaliger Rücksprache mit meinem Unternehmen, wird es jetzt so sein, dass tatsächlich nicht nur die Fünftelregelung angewandt werden wird, sondern auch nur EIN Monatsgehalt (Januar) bzw. ein Null-Einkommen für 2016 steuerlich zugrunde gelegt wird. HURRAAAA – damit bin ich auf der Seite der Glücklichen und habe, glaube ich, das Bestmögliche heraus geholt.
    Schön wäre es jetzt nur, wenn ich das Geld mit vollen Händen ausgeben könnte….. ha ha.
    Wie werde ich nun Millionärin?? 😉

    LG, Petra

  34. Hallo Petra,

    Glückwunsch soweit. Aber auf der Seite der Glücklichen würde ich mich erst wähnen, wenn das Geld bei mir auf dem Konto wäre … weil da leider immer noch einiges dazwischen kommen kann.

    Und das Gefühl, endlich mal so richtig mit vollen Händen das Geld ausgeben zu können, ist sicher auch nicht zu verachten. Aber vielleicht hast Du auch beim Privatier im Kapitel http://der-privatier.com/story/04-finanzplan/ gelesen. Nur mal so als Anregung. Ich habe gerade einen ähnlichen Adventskalendertipp versendet, weil leider viele so verfahren, wie von Robert Kiyosaki in seinem Blogbeitrag beschrieben: http://geld-anlagen.eu/geld-anlegen-nach-tipps-oder-mit-plan.html

  35. Hallo Petra,

    das war ja mal eine schnelle Erfolgsmeldung! Na also – geht doch!
    Und was das „Millionär werden“ angeht: Einfach die anderen Tipps hier alle befolgen. 😉
    Ich weiß, dass man z.B. über einen Rürup-Vertrag geteilter Meinung sein kann, aber ich würde zumindest einmal drüber nachdenken. Ablehnen kann man es dann immer noch.

    Oder auch gerne Robert Kiyosaki lesen, oder einmal in die vielen Finanzblogs reinschauen, von denen ich einige in meiner Liste „Andere Meinungen“ aufgeführt habe. (Steht da eigentlich Thomas Schulze schon drin? Wenn nicht, werde ich das schnellstens einmal nachholen!)

    Gruß, Der Privatier

  36. Hallo Petra,
    habe Deinen Ausführungen entnommen, dass Aufhebung zum 31.12.15.
    Auszahlung der Abfindung im Januar 2016 und absolut keine weiteren Einkünfte in 2016 (auch kein ALG wegen Dispojahr).
    Dann bedeutet die 5-tel Regelung aber weder Berechnung auf volles
    bisheriges Jahresgehalt noch auf nur ein Monatsgehalt in 2016.
    Die Berechnung sieht dannm bei angenommener Abfindungssumme von
    100TSD EUR wie folgt aus:
    Steuer (+ Soli + ggf. KiSt.) auf 0 Einnahmen und auf 1/5 der Abfindungssumme also auf 0 +20TSD EUR= 3000 EUR.
    Dies Steuerlast wird dann mal 5 genommen, Steuer auf die
    100TSD EUR wären danach 15TSD EUR.
    Das Beispiel gilt nur, wenn in 2016 außer der Abfindung KEINE weit. Einkünfte anfallen, aber dafür sorgt ja -neben den anderen angespr. Vorteilen- das Dispojahr 2016, dass Du in 2016 geltend machst.
    Entspr. ist es auch bei mir gelaufen -mein Dispojahr war 2015
    und geht jetzt zuende, Arbeitslosmeldung zum 1.1.16 gerade erledigt-,
    und mein AG hatte die Abgaben auf die Abfindung bei Auszahlung im Jan. 2015 auch entspr. berechnet.Im Internet findest Du auch einen entspr. Abfindungsrechner, weiß nicht, ob ich den hier nennen darf.
    Der Name des Abf.-Rechners ist mit dem Namen/Fabrikat des in D meistverkauften Citymobils/2 Sitzers zu finden -passt auch quer in Parklücken-.

    Gruß Ulli2000

  37. Hallo Ulli,
    Danke für Deinen Beitrag. Fein, dass bei Dir auch alles so gut geklappt hat.
    Die Abfindungssumme bz. die Steuerlast hatte ich mir zuvor auch schon über div. Abfindungsrechner ermittelt. Ich kann auch bestätigen, dass die annähernd stimmen, denn ich hatte heute ein Telefonat mit der Personalabteilung, die alle Daten für Januar schon eingestellt und mir netterweise auch verraten hat -und siehe da: es kommt in etwa die gleiche Summe heraus. Dennoch wird mir ganz schlecht, wenn ich den Betrag der Steuer betrachte – da könnte ich wer weiß wie lange von leben. Im Dispo-Jahr muss ich also bescheiden sein.
    Viele Grüße
    Petra

    • Wenn Dir da ganz schlecht wird, solltest Du vielleicht doch nochmal prüfen (lassen), was in 2016 für Dich noch zusätzlich möglich wäre, um mehr Geld nach Steuern zu behalten. Dürfte sich bei der Summe lohnen. 😉

      • Um mehr Geld nach Steuern zu behalten, obwohl im Steuerjahr außer der Abfindung keine weiteren „Einkünfte“ anfallen, müsste doch eigentlich auch die Geltendmachung der freiwilligen Beiträge zur GKV und Pflegeversicherung als Vorsorgeaufwendungen bei der Steuererklärung etwas bringen.
        Da man diese Beiträge als Lediger bzw. nicht familienversicherter im Dispojahr ganz allein erbringen muss und bei Ruhezeiten/ALG 1 zunächst auf den in der Abfindung enthaltenen Arbeitsentgeltanteil die Höchstbeträge von aktuell deutlich über 700 EUR fällig werden, kommen doch trotz späterer Reduzierung auf den Mindestbetrag nach Verbrauch dieses Anteils im Jahr deutlich über 5000 EUR zusammen.

        Oder spricht diesem Vorgehen etwas bei Anwendung der 1/5-Regelung entgegen?

        Dazu noch eine Anmerkung, die möglicherweise eher in Kapitel 8 gehört:
        Die freiwilligen Beiträge zur GKV und Pflegeversicherung bei Selbstzahlern werden immer erst zum 15.des Folgemonats fällig. Da das Finanzamt Sonderausgaben und damit diese Beiträge gem. § 11 Abs.2 EStG grundsätzlich nur im Jahr der Zahlung anerkennt, bescheinigt die GKV für das gesamte Jahr 2015 nur die Beiträge für 11 Monate, wenn der Beitrag für Dezember erst am 15.01.2016 eingegangen ist.
        Das war mir leider nicht bekannt und es erfolgte auch kein entsprechender Hinweis, auch § 11 Abs.2 Satz 2 EStG als zeitlich befristete Ausnahme bei wiederkehrenden Ausgaben hilft hier leider oft nicht weiter.
        Da ich jetzt nach dem Dispojahr seit 01.01.2016 offiziell arbeitslos gemeldet bin und nun die Arge die GKV-Beiträge zahlt, weiß ich nicht, wie und wo man diesen einen Monatsbeitrag, der doch eigentlich noch 2015 betrifft, in der -evtl. sonst gar nicht erforderlichen ?- Einkommensteuererklärung für 2016 unterbringen könnte.
        Das scheint lt. kein Einzelfallproblwem zu sein.
        Dieses unerwünschte Ergebnis sollte sich vermeiden lassen,
        wenn man den Betrag für Dezember als Selbstzahler noch vor Jahresende zahlt, sodass die GKV dann für das Kalenderjahr 12 Monate Beiträge bescheinigen muss.

        • Hallo Ulli, Beiträge zur GKV und Pflegeversicherung werden gem. EStG § 10 (3, 3a) sowie (4) als beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben bis zu 2.800 Euro/Jahr, max. in Höhe der Basisvorsorge anerkannt – jedoch nur, soweit Du sie selbst getragen hast. (Die Arbeitnehmeranteile erscheinen in der Anlage Vorsorgeaufwand.) Das ist völlig unabhängig davon, ob die Fünftelregelung angewendet wird oder nicht. Sollten diese Aufwendungen über 2.800 Euro liegen, werden dafür sonstige beschränkt abzugsfähige Vorsorgeaufwendungen (z.B. AlV, Berufsunfähigkeits-, Haftpflichtversicherungen) nicht mehr berücksichtigt.

          Für die freiwilligen Beiträge zur GKV und Pflegeversicherung gilt das Zufluss-/Abflussprinzip gem. § 11 EStG. Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen/Ausgaben werden nur dann dem Jahr zugerechnet, zu dem sie gehören, wenn die Zahlungen kurze Zeit (10 Tage) vor oder nach dem Jahreswechsel fließen. Da das jedes Jahr so ist, würden zwar in Deinem Fall nur Beiträge für 11 Monate des Jahres, aber ggf. zusätzlich 1 Monat des Vorjahres in der Steuererklärung erscheinen.

          Wenn Du in 2016 die Abfindung ausgezahlt bekommst, ist eine Steuerveranlagung aufgrund der Steuererklärung gem. § 46 (2) Nr. 5 erforderlich.

        • Kommen wir erst einmal zu dem zweiten Punkt, nämlich der Frage zu KV-Zahlungen im Folgejahr.
          Für mich stellt sich das eigentlich immer sehr einfach dar, da die Krankenkassen einmal jährlich eine Bescheinigung über die gezahlten Beiträge (und über die zurückerstatteten / Boni) ausstellt. Ich habe da bisher keine Fehler erkennen können und diese Zahlen 1:1 in die Steuererklärung übernommen.

          Zur Frage der steuerlichen Berücksichtigung von Krankenkassenbeiträgen muss ich Hrn. Schulze korrigieren! Seit 2009/2010 gibt es das sog. Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung, gemäß dem die Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung in voller Höhe abzugsfähig sind! Sofern es sich eine Basis-Absicherung handelt – sollte man der Vollständigkeit halber dazu sagen. Also keine Komfortleistungen.
          Auf dieser Tatsache beruht im Übrigen auch mein Beitrag zur „Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen„. Dort habe ich das Thema auch noch etwas detaillierter dargestellt.

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank für die Klarstellung, der Wortlaut von § 10 EStG sagt eigentlich nichts anderes, ist aber ungeschickt formuliert. Will sagen; Die eigenen KV-Beiträge sind in Höhe der Basisabsicherung voll absetzbar, liegen Sie über 2800 EUR, kann man sich die Mühe sparen, sonstige beschränkt abzugsfähige Vorgeaufwendungen (z.B. Haftpflicht-/Unfallversicherun-
            gen)geltend zu machen.
            Basisabsicherung sind ganz einfach die Beiträge zur
            gesetzl. KV ohne Krankengeldanspruch. Und genau das zahlt man als freiwillig versicherter Selbstzahler im Dispojahr ein. Und ich habe es so verstanden, dass man dann in der Steuererklärung für das Dispojahr, in welchem auch die Abfindung gezahlt wurde und keine weiteren Einkünfte angefallen sind, die KV-Beiträge für diese Jahr voll steuermindernd geltend machen kann und meine Frage war, ob die Fünftel-Regelung -die ja eigentlich mehrere Steuerjahre „betrifft“ ?!- dem nicht entgegensteht.
            Nun zu „Punkt 2“: Auch mir hat meine KV die IN 2015 gezahlten Beiträge bescheinigt, nur eben nicht den FÜR Dez. 2015 -regulär-erst am 15.Jan.2016 gezahlten Beitrag. Und das war aus der Bescheinigung nicht einmal direkt als „fehlerhaft“ ersichtlich, sondern ist erst aufgefallen, weil der EndBetrag geringer war als die von mir vorab errechneten 12 Beiträge.
            Wo bleibe ich nun mit dem Dezemberbetrag, den ich NICHT in der Steuererklärung für das „Dispo/Abfindungs/-JAHR geltend machen kann? Die mir bekannte Rechtslage hat Herr Schulze zutreffend dargestellt.Vor meinem Dispojahr 2015 war ich noch berufstätig und somit AN und AG Anteil zur KV, das Steuerjahr ist abgerechnet,sodass hier nicht einmal „ggf.“ der Dezemberbeitrag 2014 eingetragen werden Der Verweis
            auf das Folgejahr(2016) bringt auch nichts, da ich seit 01.01.16 offiziell arbeitslos gemeldet und daher
            kein „freiwilliger“ Selbstzahler mehr bin.
            Die AfA zahlt seit Januar 2016 die KV und Pflegeversicherung in mir nicht bekannter Höhe für mich
            und ich weiß nicht, ob ich dann überhaupt oder anteilig diese Aufwendungen für das Steuerjahr 2016 geltend machen kann und wo ich dann mit dem Dezember 2015 KV-Beitrag, den ich bei einer Berücksichtigung in der Steuer 2015 voll „absetzen“ könnte, bleibe.
            Ich bin doch nun wirklich kein Einzelfall: Als AN Freiwillig in der GKV versichert,ledig, Dispojahr unmittelbar nach Ausscheiden aus der Arbeit zum 31.12., Abfindungszahlung im Januar d. Dispojahres, direkt nach Dispojahr dann ALG 1.
            Ich bin insoweit noch ratlos und meine Empfehlung dahingehend, wie man diese Situation durch Zahlung der KV-Dezemberprämie noch vor Jahresschluss vermeiden kann,
            sollte ja nur dazu dienen, anderen dieses vermeidbare Problem zu ersparen. Denn im nachhinein wird man da leider nichts!

          • Hallo Privatier,

            „Seit 2009/2010 gibt es das sog. Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung, gemäß dem die Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung in voller Höhe abzugsfähig sind! Sofern es sich eine Basis-Absicherung handelt“

            „GKV und Pflegeversicherung werden gem. EStG § 10 (3, 3a) sowie (4) als beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben bis zu 2.800 Euro/Jahr, max. in Höhe der Basisvorsorge anerkannt“

            Wo haben wir da eine unterschiedliche Aussage getroffen? 😉

          • @Ulli2000:
            Noch einmal zu deinen beiden Punkten:
            1) Die steuerliche Wirkung der KV-Beiträge und die Anwendung der Fünftelregel auf außerordentliche Einkünfte sind zwei völlig unabhängige, einzelne Regeln, die sich insofern auch nicht ausschließen. Kein Problem!
            2) An der Zahlung im Folgejahr kann man wohl jetzt nichts mehr ändern. Wie Hr. Schulze richtig ausgeführt hat, gilt das Zu- und Abflussprinzip. Die Beiträge sind in 2016 bezahlt, also können sie auch erst in 2016 berücksichtigt werden. Da gibt es nichts dran zu rütteln.
            Für alle in einer ähnlichen Lage, könnte man sicher daraus den Tipp ableiten, mit der KK eine Vorauszahlung zu vereinbaren.

            Gruß, Der Privatier

          • @Thomas Schulze:
            Nun – ich habe Ihre Aussage so interpretiert, dass Sie meinen, die KV-Beiträge wären lediglich bis max. 2.800 Euro absetzbar.
            Ich hingegen bin der Auffassung, dass KV-Beiträge seit 2009/2010 in voller Höhe steuerlich berücksichtigt werden können.

            Gruß, Der Privatier

  38. Habe eine Frage: habe einen Aufheber akzeptiert und bekomme rund 140.000. Mein Arbeitsvertrag endet im Februar und daher bekomme ich noch 2 volle Gehälter in 2016. Auch habe ich noch 3 weitere Monat ein Wettbewerbsverbot weswegen mir ca ein weiteres Gehalt sozialabgabenfrei ausbezahlt wird. Dasselbe gilt für eine Prämie, die ich auch in 2016 erhalten werde (werde in 2016 keine bezahlte Arbeit aufnehmen um nicht die Steuern explodieren zu lassen). Nun wird ja lt Fünftelregelungen die Basis des Bruttogehaltes gerechnet(Gehälter Januar und Februar + Wettbewerbsverbotsauszahlungen + Prämie). Wie kann ich diese Basis reduzieren, dass der Steuerenteil der Abfindung sinkt. Ich scvhätze die Basis auf ca 25 – 30 TDM.
    Wäre klasse gute Tipps zu bekommen

    • Hallo Georg,
      das Ziel ist m.E. nachvollziehbar und richtig.
      Sie sollten sich mit dem max.Jahresbeitrag für Riester (2.100 bzw. 4.200), sowie
      Rürup (20.000 bzw. 40.000 abzgl GRV-Beiträge)beschäftigen.
      Natürlich nicht als lfd. Zahlung, sondern nur als Einmalprämie in 2016 – möglichst mit Elster-Formular2015 (Ergebnis verschiebt sich nur geringfügig)selbst die Auswirkungen berechnen.
      Hochinteressante Ergebnisse, die sicher vorhanden Nachteile der beiden Produkte werden mehr als ausgeglichen.
      Natürlich alles unter Vorbehalt, die Ergebnisse der Berechnungen waren bei mir so (fast identische Konstellation, nur alles 1 Jahr früher), die Steuererklärung bzw. Bescheid für 2015 stehen aber noch aus.
      Viele Grüße

    • Hallo – habe folgendes Steueroptimierungskonzept und die Frage ob sich da irgendwelch Unstimmigkeiten verbergen:
      Zu versteuerndes Einkommen 2016 ca 60.000 (Meine Frau und ich) + 140.000 Abfindung – mache Dispositionsjahr und beziehe bewußt keine ALG1.
      Konzept:
      die 60.000 Arbeitseinkommen sollen durch folgende Maßnahmen steuerlich wegneutralisiert werden.
      1: 2.000 Euro in die Rentenversicherung da ich jeden Monat etwas einzahlen möchte (davon 82% abzugsfähig)
      2: 35.000 Euro in einen Rürup für meine Frau, da sie nur einen sehr kleinen Rentenanspruch hat (82% abzugsfähig)
      3: durch unsere Gehälter sind bereits 2800 Euro Vorsorgeaufwendungen aufgewendet (82% abzugsfähig)
      4: Spenden in Höhe von ca 14.000 Euro
      5: Pauschal je 1.000 Euro für meine Frau und mich an Werbekosten vermindern die 60.000 auch nochmal um 2.000
      6: da wir noch für 2 Kinder Kindergeld beziehen, müßte es hier nochmal einen Freibetrag von ca. 12.000 Euro geben (der sich bei der Fünftelregelung natürlich besonders positiv auswirkt – Frage: ist das tatsächlich so (wie wird hier das bezogene Kindergeld verrechnet?)?

      In der dargestellten Konstellation müsste sich also etwa folgende Steuerauswirkung ergeben (bitte um Hinweis wenn ich falsch liegen sollte):

      Einkommen: 60.000
      – 2.000 (Werbekosten)
      – 12.000 Kinderfreibetrag (wie wird hier das bezogene Kindergeld verrechnet?)
      – 32.636 = Rentenversicherung, Vorsorgeaufwendungen + Rürup = (39.800 davon 82%)
      – 14.000 Spenden voll anzugsfähig
      Es rechnet sich so ein leicht negatives Einkommen von minus 600 Euro – würde bedeuten, dass die Abfindung dann mit nur ca. 10.600 Euro besteuert werden würde. Ist das so richtig – sprich funktioniert dieser Plan der Steueroptimierung?
      Neben der Frage mit der Auswirkung/Verrechnung der Kinderfreibeträge noch abschließend folgende Frage: wie wirken sich mögliche Aktiengewinne bei der Steuerberechnung in meinem Fall mit der Fünftelregelung aus?
      Habe ich möglicherweise etwas übersehen oder gehe ich von teilweise falschen Annahmen aus?

      Herzlichen Dank für zielführende Hinweise vorab

      • Hallo Georg,

        ob das insgesamt so aufgeht, lässt sich hier wohl nicht mit Bestimmtheit sagen, weil dafür ein paar Daten fehlen. Sie können dies aber mit einem Steuerprogramm – beispielsweise Wiso – kalkulieren.

        Deshalb von mir nur ein paar einzelne Anmerkungen.

        – Werbungskosten-Pauschbetrag 2.000 in Ordnung, wenn schon nicht mehr Werbungskosten angesetzt werden können.

        – Kinderfreibetrag/Kindergeld: Das Finanzamt nimmt hierzu von Amts wegen eine Prüfung vor, was günstiger ist. Die steuerliche Wirkung ergibt sich – vereinfacht aus dem Saldo für jedes Kind getrennt. Da wohl der Kinderfreibetrag für Sie günstiger ist, erhalten Sie außer dem vorab gezahlten Kindergeld letztendlich noch den zusätzlichen Steuervorteil durch den Kinderfreibetrag berücksichtigt. Wie Sie allerdings auf 12.000 Euro kommen, kann ich nicht nachvollziehen. Gem. § 32 (6) beträgt der (Kinderfreibetrag je Kind 2.304 € zuzügl. Betreuungsfreibetrag 1.320 €) x 2 = 7.248 €

        – Rentenversicherung + Rürup ist möglich. Gesamter Höchstbetrag für Rente + Rürup in 2016 je 22.766/Person. Darin enthalten sind der Ag- und der An-Anteil zur gesetzlichen RV

        – Spendenabzug 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte sind möglich – könnte mit 14.000 Euro eng werden.

        Viel Erfolg

      • Ich möchte mich den Ausführungen von Thomas Schulze gerne anschließen.

        Insbesondere was die Berechnung der Details im Einzelnen angeht. Hier hilft ganz sicher ein Steuerprogramm, die kostenlose Elstersoftware oder auch ein Steuerberater.

        Dies gilt auch für die Beurteilung des Kinderfreibetrages/Kindergeldes: Günstigerprüfung!

        Beim Spendenhöchstbetrag mache ich mir allerdings keine Sorgen. Die Max.-Grenze bezieht sich ja auch die gesamten Einkünfte (also inkl. Abfindung). Und da liegen wir ja hier 200.000 Euro. davon 20% sind 40T€. Da sollten also 14T€ kein Problem sein.

        Gruß, Der Privatier

      • Ach so… noch einen Punkt vergessen! Die Frage nach den Aktiengewinnen.

        Es hängt davon ab, ob die Anlage KAP abgegeben werden muss oder nicht. Falls nicht, sind die Steuern auf die Kapitelerträge mit der AbgSt. „abgegolten“. Also nicht mehr relevant.
        Falls die Anlage KAP abgegeben werden muss oder freiwillig abgegeben wird, wird eine Günstigerprüfung durchgeführt. Diese führt entweder zum selben Ergebnis wie oben (abgegolten) oder die Einkünfte zählen mit zu den anderen Einkünften. Dann werden sie doch wieder relevant. Mehr zu diesem Thema habe ich im Beitrag über die Anlage KAP geschrieben.

        Gruß, Der Privatier

  39. Hallo Georg, wenn Sie im Internet recherchieren, werden Sie eine ganze Reihe von Tipps finden, bei denen Sie entscheiden können, ob Sie diese nutzen wollen.

    Wenn mir jemand jedoch solch eine personenbezogene Frage stellt, dann vergleiche ich das immer mit dem Patienten, der zum Arzt kommt und fragt: Doktor, ich habe Bauchschmerzen. Welche Pillen können Sie mir empfehlen. 😉

    Kein verantwortungsbewusster Arzt wird ohne Untersuchung des Patienten eine Therapie verordnen. Wer seine Steuern individuell optimieren will, sollte sich auch eine individuelle Beratung gönnen – oder eben: viel Erfolg!

  40. Danke für die Antwort.

    Mir wäre es wichtig zu erfahren ob und mit welchen Maßnahmen die (anrechnungspflichtige)Basis des Bruttoeinkommens gesenkt werden kann, um so die Steuerprogression der Abfindung abzusenken (Fünftelregelung) – konkrete Infos würden mir weiterhelfen. Allein die steuerwirksame Verminderung des anrechnungspflichtigen Bruttos um 10.000 spart bei der Versteuerung der Abfindung unter Umständen deutlich mehr als die 10.000.

  41. Ihr Anliegen ist mir schon klar, Georg. Und dennoch, was erwarten Sie? In diesem Blog vom Privatier (oder auch auf meiner Webseite zu Abfindung und Steuern und in meinen Videos) finden Sie zahlreiche Tipps zu Ihrem Anliegen. Die können Sie alle gratis nutzen.

    Doch einen konkreten Tipp, was zu Ihnen und Ihrer Lage passt, Ihnen nützt und was Sie sich leisten können, werden Sie – zumindest von mir – nicht bekommen, solange ich Ihre Situation nicht kenne. Bei meinen Abfindungscoachings stoße ich nämlich immer wieder darauf, dass die Betroffenen allein viel zu wenig über ihre steuerliche Situation wissen und über die finanzielle und steuerliche Tragweite einzelner „Steuersparaktionen“ nicht im Klaren sind.

    Deshalb: Wenn Ihnen die allgemeinen Tipps vom Privatier hier nicht reichen, suchen Sie sich lieber professionelle Hilfe. Im Verhältnis zu den Kosten dürfte der Gewinn auf jeden Fall größer sein und das Risiko einer Fehlentscheidung senken.

  42. Hallo Georg,

    Thomas Schulze hat natürlich Recht! Eine seriöse Beratung oder Empfehlung in Richtung Steuern sparen kann man nur machen, wenn man das komplette Umfeld kennt. Das kann (und will) ich hier natürlich nicht anbieten.

    Mein Ansatz ist eher vergleichbar mit zwei alten Freunden oder EX-Kollegen, die sich abends mal auf ein Bier treffen und der eine fragt: „Wie hast Du das eigentlich damals gemacht?“ Und der andere dann von seinen Erfahrungen erzählt. Was von diesen Erzählungen nachahmenswert ist und was eher nicht, muss in jedem Fall der Fragesteller selber entscheiden.

    Und meine Erfahrungen und Ideen zum Steuer sparen habe ich hier ja schon ausführlich dargelegt. Die meisten Vorschläge finden sich dabei im Kapitel 10.
    Lesen Sie doch dort noch einmal nach, ob Ihnen eine der Ideen dort zusagt.

    Gruß, Der Privatier
    P.S.: Auf die Frage „Was hast Du denn damals gemacht“ würde ich mit „Rürup“ antworten. Und würde aber auch auf die Nachteile und kritischen Stimmen hinweisen.

  43. Hallo,
    leider ist bei mir wohl einiges schiefgelaufen. Die Abmeldung beim Arbeitsamt hat gut geklappt. Ich war nur am 1. Januar arbeitslos gemeldet.
    Aber nun – Ende Januar habe ich die Abfindung erhalten. Die Summe war extrem niedrig (40 T€ weniger als ich gerechnet habe). Ich habe daraufhin eine Abrechnung angefordert. Dort stand, daß ich Steuerklasse 6 habe (warum auch immer) und meines Erachtens ist nicht die Fünftelregelung angewandt worden. Nach einem Anruf bei der Gehaltsabteilung versicherte man mir, daß diese angewandt wurde. Ich zweifle trotzdem daran. Momentan bin ich ziemlich ratlos.
    Am Montag werde ich zum Finanzamt gehen und dort nachfragen, wie ich zu der Steuerklasse 6 komme und versuche, das rückgängig zu machen. Mal sehen, was ich dort erreichen kann.
    Viele Grüße
    Hedwig
    Irgendetwas habe ich wohl übersehen oder nicht beachtet – keine Ahnung.

    • Hedwig, das Finanzamt wird da wenig hilfreich sein!
      Hast Du meinen Beitrag zum Thema „Abfindung und Steuerklasse 6“ gelesen? Dort und auch in den inzwischen recht vielfältigen Kommentaren ist erläutert, wie es dazu kommt und was man dagegen hätte machen können. Ein ganz aktueller sehr ähnlicher Fall auch hier.

      Im Nachhinein wird das wohl schwierig – aber nicht unmöglich. Der Weg führt aber nicht über das Finanzamt, sondern – wenn überhaupt – über deine Ex-Firma. Du müsstest dort klar machen (nachweisen, bestätigen, schriftlich!), dass Du in 2016 keine weiteren Einkünfte haben wirst und aktuell auch keinen anderen Job hast. Wenn man nett zu Dir ist, könnte man evtl. eine korrigierte Abrechnung erstellen. Wenn nicht, ist es zwar unschön – aber auch kein so großer Verlust. Das Geld bekommst Du nach der Steuererklärung für 2016 dann zurück. Der Zinsverlust ist ja momentan zu verschmerzen…

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für Deine Antwort.
        Zwischenzeitlich habe ich das Thema „Abfindung und Steuerklasse 6“ gelesen – leider zu spät. Wenn ich richtig gerechnet habe, ist der derzeitige Verlust ca. zur Hälfte der „falschen“ Steuerklasse zuzuordnen und die andere Hälfte, die mir fehlt liegt meines Erachtens daran, daß die Fünftelregelung nicht angewandt wurde. Obwohl man mir von Seiten der Gehaltsabrechnung das Gegenteil versichert hat. Mit dem Lohnsteuerausgleich, den ich nächstes Jahr machen kann, denke ich, kann ich auch hier korrigieren – trotzdem bin ich momentan etwas geknickt, weil ich anderes erwartet habe. Und vor allem, wie beweise ich meiner ehemaligen Gehaltsabrechnung, daß die Fünftelregelung nicht angewandt wurde? In meinem Vertrag steht, daß die günstigste steuerliche Regelung angewandt wird. Und das ist meines Erachtens die Fünftelregelung.
        Ja, ich weiß natürlich, daß der Zinsverlust momentan nicht hoch ist. Trotzdem fuchst mich das Ganze sehr.
        Ein schönes Wochenende und viele Grüße
        Hedwig

        • Hallo Hedwig,

          wie der Privatier eingehend erläutert hat, wird bzw. muss der alte AG die Abfindung nach Steuerklasse 6 versteuern, wenn es im neuen/bzw. Jahr der Abfindungszahlung -Januar Folgejahr- einen neuen (Haupt)-Arbeitgeber gibt (Also neuer Job?!)Leider geht das aber aus Deinen Angaben nicht hervor.
          Trifft das denn zu?
          Ich habe hier aber eher den Eindruck, dass Dein -alter- AG (Sprich Perso) einfach keine Ahnung von der Materie und deshalb dann auch nicht nach der 5-tel Regelung ver-
          steuert hat.
          Was ist dann das für ein Arbeitgeber, bei dem ich vorab
          nicht weiß. was ich brutto/netto bei der Abfindung herauskriege?
          Da scheint bereits Verschiebung der Abfindungszahlung auf das Folgejahr ein Glücksfall zu sein…

          Ich beginne jetzt langsam zu wertzuschätzen, was mein ehemaliger AG (wohl auch durch Einsatz der BR) hier geleistet hat, denn das scheint keinesfalls selbstverständlich zu sein…
          Ich habe eine Berechnung bekommen, was ich brutto/netto zu erwarten habe.
          Und dann auch einen Finanzplan, wie sich die Abfindung
          (auf meinem Weg von 4-5 Jahren bis zur Rente ab 63)auf die Jahre verteilt zusammensetzt.
          Auch mit den voraussichtl. Zahlungen zur
          KV/Rentenversicherung pp. und auch ALG 1.
          -War das bei Mr. Excel seinerzeit auch der Fall?-
          Und schließlich, was ich nach Zahlung Steuer, KV
          unter Berücksichtigung der Betriebsrente -ohne hätte ich das wohl nicht gemacht- mit 63 an Rente zu erwarten habe.
          Zur Versteuerung habe ich zum Ende des Beschäftigungsjahres beim ehemaligen AG noch ein Schreiben erhalten, dass ganz exakt die v. Privatier beschriebenen Folgen der Besteuerung erläutert hat.
          Wohl nicht selbstverständlich ist nun für mich rückblickend auch, dass ich vom ehemaligen AG ein Musterschreiben zur Geltendmachung des Dispojahres mit entsprechenden Erläuterungen, ein individ. Schreiben
          an die GKV zur freiwilligen Weiterversicherung unter Berücksichtigung der Abfindung erhalten habe und im übrigen einen 25-seitigen Leitfaden, wie ich mich ggü.
          den Beteiligten AfA, KV, RV pp. zu verhalten habe.
          Der Privatier hatte richtigerweise bereits darauf hingewiesen, das es bei den AHV oft auf kleine Nuancen ankommt… M.E. mangelt es hier seitens der AG vielfach bereits an grundlegenden Informationen zu den Aufhebungsverträgen, wie offenbar auch die Beiträge in diesem Blog beweisen…
          Ich frage mich, wie man dann überhaupt verlässlich das für
          und wider eines AHV abwägen kann…
          Neben der Abfindungshöhe scheint mir jetzt diese Hilfestellung bei der Abwicklung des Ausscheidens zumindest ebenso wichtig zu sein, zumal unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen…
          Und das sollte man dann auch rechtzeitig einfordern!!!

          Und trotz meiner danach vergleichsweise kommoden Info-Lage war mir dieser Blog in den letzten 1,5 Jahren ein unerlässlicher hilfreicher Begleiter…

          Gruß

          • Hallo Ulli2000,
            Danke für Deine Antwort. So langsam kommt Licht ins Dunkel. Zwischenzeitlich habe ich die Gehaltsabrechnung meines Ex-Arbeitgebers angeschrieben und versichert, daß ich keinen neuen Arbeitgeber in 2016 habe und ich deswegen um Korrektur der Abrechnung bzw. Auszahlung bitte. Man hat mir per Mail zugesagt, daß das nun auch Ende Februar erfolgt. Ja – mir scheint es auch so, daß bezüglich Aufhebungsvertrag nicht allzuviel Ahnung bei der verantwortlichen Stelle vorhanden ist. Obwohl es sich hier um ein Weltunternehmen handelt (ich trau es mich kaum zu schreiben). Man hat mir per Vertrag zugesichert, daß die günstigste gesetzliche Bestimmung bei der Versteuerung angewandt wird. Aber ausgerechnet habe ich mir die zu erwartende Nettosumme selbst und habe auch sonst alle Informationen mir zusammengesucht. Die Seite hier war da sehr hilfreich (Danke an Privatier). Ich hatte schon vor ca. 1 Jahr angefangen, meine Informationen bzgl. Rente, Steuer, PKV usw. einzuholen. Umso enttäuschter war ich letzte Woche, als ich gesehen habe, daß mehr als 40 T€ auf meinem Konto fehlen. Ich habe meinem Schreiben auch eine Aufstellung beigelegt, dem meine Firma entnehmen kann, wie hoch meine Netto-Summe sein muß.
            Es bleibt spannend, denn ich glaube erst, daß die Korrektur erfolgt ist, wenn ich Fakten sehe.
            Ich habe in den letzten Tagen solche Wellen geschlagen, daß es für die Beteiligten, wenn sie zufälligerweise diesen Blog hier lesen, genau wissen, um wen es sich hier handelt.
            Viele Grüße
            Hedwig

          • Hallo Hedwig,
            gut gemacht! Und „Wellen machen“ ist immer gut. 😉
            Und schon mal eine gute Vorübung für alles, was noch kommt: Agentur, Finanzamt, (Kirche), Krankenkasse, Rente…
            Immer dran denken: Du hast einen grossen Vorteil: Du weisst, wie es richtig ist – viele deiner Gegenüber werden es nicht wissen.

            Gruß, Der Privatier

        • Hallo Ulli2000,

          ich denke, Deine Erfahrungen mit deinem Ex-AG stellen hier eher eine große Ausnahme dar! Dass ein AG einen ausscheidenden Mitarbeiter dermaßen „ans Händchen“ nimmt ist schon außergewöhnlich und teilweise auch abenteuerlich. Wie will ein AG wohl beurteilen, was man „…nach Zahlung Steuer, KV…mit 63 an Rente zu erwarten hat“? So eine Aussage empfinde ich schon als sehr mutig!

          Dennoch gebe ich Dir Recht, dass in Personalabteilungen oft große Unkenntnis und/oder Unsicherheit anzutreffen ist, wenn es um die korrekte Behandlung eines AHV inkl. Abfindung gibt. Dies hängt dann eben oft auch mit der Größe des Unternehmens zusammen und es gehört in einem multinationalen Weltkonzern mit einer 100jährigen Geschichte vielleicht eher zum Tagesgeschäft, als in einem kleinen Familienbetrieb, wo die Ehefrau des Chefs, das mal eben so nebenher erledigt.

          Ich selber habe übrigens auch in einem solchen multinationalen Weltkonzern mit einer 100jährigen Geschichte gearbeitet und habe alle die von Dir angeführten Hilfestellungen nicht bekommen. Aber auch nicht angefragt und ich habe meinen „Abgang“ auch vollständig ohne Betriebsrat organsiert.

          Was die Besteuerung angeht, hat dies mein Ex-AG allerdings alles perfekt erledigt inkl. Fünftelregel und mit normaler Steuerklasse. Alles gut.

          Gruß, Der Privatier

        • Hallo Hedwig,
          da leider unter Deiner Antwort v. 2.2 und auch der „Ermutigung“ vom Privatier kein Antwortfeld war, antworte ich Dir auf diesem Weg.
          Worauf Du wirklich stolz sein kannst, dass Du hier im Blog
          oder wie das heißt wohl die/der Einzige bist, die es geschafft hat, bei einem Aufhebungsvertrag keine Sperre der AfA einzufangen. Hut ab!
          Das war so genial, dass auch Mr. Excel und auch der Privatier erst einmal überlegen mussten, weil Dein Beitrag
          unter Dispojahr untergebracht war.
          So war das der Weg des Privatiers în Reinform und dann noch ohne Sperre!!
          So, und wenn vielleicht Deine AfA auch eine der besseren war, schaffts Du es mit diesem Elan, auch aus Deinem Ex-AG etwas besseres herauszukriegen.
          Wenn die Welle machen bedeutet, dass sich auch Dein Ex-AG hier einloggt, um mal in einem seriösen Portal etwas dazuzulernen, kann dass doch nur von Vorteil sein.
          Müssen die ja nicht einmal zugeben, denn nur das Ergebnis zählt.
          Mach so weiter und informiere uns, und wenn Du dann irgendwann ALG 1 beantragen möchtest, informiere uns über Deine Pläne (Du wolltest wohl 2017 -ohne oder mit ALG 1 ?- LFZ in der PKV beantragen), wir stehen Dir bei, auch wenn es hier aktuell wohl noch nicht den aktuellen PKV-Fachmann gibt, aber das wird…
          Alles Gute.

          Gruß Ulli2000

          • Hallo, guten Morgen Ulli2000, guten Morgen Privatier,
            doch, natürlich will ich antworten, ich wollte aber erst die Fakten sehen bzw. die korrigierte Abrechnung meines Ex-Arbeitgebers sehen. Ich glaube ja immer erst dann an ein Ergebnis, wenn ich tatsächlich sehe, daß meine Bemühungen sich gelohnt haben. Meine momentanen Pläne sind, daß ich im nächsten Jahr Arbeitslosengeld I beziehe, 18 Monate lang, evtl. geschieht ja auch ein Wunder und es gibt irgendwo einen Arbeitsplatz, den ich gerne ausfüllen möchte, ich bin in der Hinsicht für alles offen. Und wenn kein Wunder geschieht, so muß ich gestehen, daß ich mich keinesfalls langweile, es gibt so viele schöne Dinge, die man in seiner Freizeit tun kann. Mir ist sehr wohl bewußt, daß die Situation, in der ich mich befinde, nicht selbstverständlich ist und freue mich über dieses Glück nach wie vor.
            Die Sperrfrist von der Arbeitsagentur blieb mir wohl erspart, weil mein Ex-Arbeitgeber, einige Arbeitsgebiete verkauft hat und darüber einige Male in den Medien (Zeitung) geschrieben wurde. Ich hatte alles gesammelt und der Arbeitsagentur mitgeliefert.
            Das was Privatier geschrieben hat über den Wissensvorsprung, das stimmt, aber gerade deswegen bekomme ich die Krise, wenn ich merke, daß die Leute, die es wissen müßten, weder verläßlich sind, noch sehr bemüht sind. So richtig ärgert es mich, wenn ich von den verantwortlichen Stellen höre, daß wohl ein technischer Fehler unterlaufen ist oder ähnliches.
            Schön ist, daß es Euch und diese Seite gibt.
            Herzliche Grüße
            Hedwig

          • Hallo, guten Morgen Ulli2000, guten Morgen Privatier,
            nun ist wieder Monatsende – die Gehaltsabrechnung meiner Ex-Firma hat eine Korrekturzahlung an mich vorgenommen. Der Betrag kommt ungefähr hin, nach meinem Gefühl sind sogar ca. 3 T€ mehr überwiesen worden, als ich selbst ausgerechnet hatte. Leider habe ich auch eine Abrechnung geschickt bekommen, aus der nicht hervorgeht, wie dieser Betrag letztendlich zustande kam. Aber ich darf wohl nicht zu viel verlangen.
            Nun muß ich mich mit einem anderen Thema befassen, und zwar, was mach ich nun geschickterweise mit dem Geld….???
            Vielen Dank nochmal für die guten Hinweise und Ratschläge.
            Ein schönes Wochenende und viele Grüße
            Hedwig

          • Sehr gut Hedwig! Das ist ja erst einmal, was Sie erreichen wollten!
            Und wenn dann auch noch 3 T€ mehr herauskommen, würde ich da auch nicht mehr weiter nachbohren. Eine detaillierte Berechnung der Steuer können Sie ohnehin nicht erwarten/verlangen. Wenn das einigermaßen passt, ist das schon okay.

            Tja – wohin mit dem Geld? Da gibt es wohl kaum einen generellen Rat. Das ist viel zu sehr von der persönlichen und finanziellen Lage abhängig. Ich selber tendiere ja auch immer dazu (wenn man etwas übrig hat), dies auch zur Reduzierung der Steuerlast einzusetzen. Sprich: Altersvorsorge. Einzahlung in Betriebsrente, Rürup oder gesetzl. Rente (je nach Geschmack).

            Gruß, Der Privatier

  44. Mein letzter Arbeitstag war der 30.12.15 und meine Abfindung habe ich am 15.01.16 erhalten…..befinde mich zurzeit im Dispojahr…da ich meinen Ausstieg schon Monate vorher geplant und viele nützliche Tipps hier erhalten habe, ist alles so eingetreten wie vorher berechnet….Abfindung in Stk 3 mit Fünftelregel, dazu habe ich dem Unternehmen versichert das ich dieses Jahr kein Einkommen haben werde, gabs nochmal nen Schluck aus der Pulle…..insgesamt sind mir 83% der Abfindung netto ausgezahlt worden….nicht schlecht wie ich finde….werde zwar noch ein großen batzen in die rürup einzahlen, da sonst das finanzamnt nächstes jahr die hand aufhält, aber das ist ja für mich und somit bleibt das geld bei mir…..meine frau wird auch ein gewisses jahreseinkommen nicht überschreiten, damit wir den für uns optimalen Steuersatz bekommen…..somit bekommen wir nächstes Jahr noch ne ordentliche Nachzahlung, das ich mit gerade mal 14-15% Steuern auf die gesamte Abfindung rechne….bin mehr als zufrieden und danke für die vielen Tipps hier….Daumen hoch

    • Danke Dir, demoli für die positive Rückmeldung. Es sieht so aus, als hättest Du alles richtig gemacht! Glückwunsch. Ich drücke die Daumen, dass es so weiter geht.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo, zu diesem Beitrag habe ich drei Fragen, über deren Beantwortung ich mich für mein Verständnis sehr freuen würde:
      1) Was mag wohl für die Praxis mit „Abfindung in Stk 3 mit Fünftelregel“ gemeint sein ?
      2) Und mit „noch nen Schluck aus der Pulle“ vielleicht die Abrechnung der Abfindung mit einer günstigen Steuerklasse, also jedenfalls nicht 6, oder steckt hinter dieser Aussage mehr ?
      3) Einzahlung Rürup geplant, damit „das FA im nächsten Jahr nicht die Hand aufhalten kann“ -> um die Basis (das zu versteuernde Einkommen) damit zu senken oder was bzw. ist damit noch mehr gemeint ? Gruß Nick

      • Ich habe den obigen Kommentar von demoli so verstanden, dass
        1) der ehemalige Arbeitgeber die Abfindung mit Steuerklasse 3 und unter Anwendung der Fünftelregel versteuert hat (was keinesfalls selbstverständlich ist oder „automatisch“ passiert)
        2) dieses aufgrund einer rechtzeitigen Absprache stattfinden konnte und somit deutlich besser war als ursprünglich vorgesehen
        3) eine weitere Optimierung (Absenkung des zu verst. Einkommens) mit Rürup erfolgen soll.

        Gruß, Der Privatier

  45. Hallo, lieber Privatier.
    Ich bin nun auch bald im Club. Ich habe die Beiträge über die Abfindung mit Interesse verfolgt und mein bisheriges Wissen bestätigt gefunden. Dennoch konnte ich zu meinem Problem nichts lesen.

    Hier meine Planung: Meine Abfindung soll gemäß Aufhebungsvertrag zusammen mit dem Maigehalt 2016 ausgezahlt werden. Ich will in Absprache mit dem AG die Abfindung in zwei Teile aufspalten, in einen Baranteil, der mich über die nächsten vier Jahre bis zur Firmenrente retten soll, und in einen zweiten Anteil, der in den Pensionsfond des AG eingezahlt wird, um die Firmenrente aufzustocken.

    Ist es sinnvoll, eine Vereinbarung vor Auszahlung der Abfindung mit dem AG zu schließen mit dem Ziel, den zweiten Anteil sofort im Mai 2016 fristgerecht in den Pensionsfond des AG einzahlen zu lassen, um dieses Geld ’sicher verwahrt‘ zu haben, während mir der Baranteil erst im Januar 2017 ausgezahlt werden soll, um Steuern zu sparen? Gilt dann die Fünftelregelung für den Baranteil immer noch (Betrag hierfür ausreichend hoch), obwohl der andere Teil schon 2016 in den Pensionsfond eingezahlt wurde?

    Die Einzahlung in den Pensionsfond wird ja erst (indirekt) ‚in der Zukunft‘ bei Auszahlung als Rente besteuert werden und sollte somit irrelevant für die ‚jetzige‘ Fünftelregelung sein. Stimmt das, oder müssen beide Anteile in jedem Fall im selben Jahr verwirklicht werden, auch wenn die Fünftelregelung nur für den Baranteil gelten soll?

    • Ich würde auf jeden Fall dringend raten, einen spezialisierten Anwalt oder Steuerberater aufzusuchen und zwar JETZT, also VOR der Unterzeichnung des AHVs.
      Oder noch genauer: Vor der Formulierung des AHVs, denn ich habe den Eindruck, dass es hier auf die richtige Formulierung ankommt!

      Grundsätzlich kann die Fünftelregel auf eine Abfindung nämlich nur dann angewandt werden, wenn sie in einem Veranlagungszeitraum (also in einem Jahr) ausgezahlt wird. Eine Aufteilung ist zwar auch möglich, aber nur wenn der „Hauptanteil“ (ca. 95%) in einer Summe fließt. Das wäre schon mal zu prüfen.

      Aber ich denke eben, dass es hier auch auf die Formulierung ankommt! Wird das sinngemäß so formuliert, wie in der oben gestellten Frage („Aufteilung der Abfindung in…“) hört sich das schon schlecht an. Geht es aber in die Richtung: „…zahlt der AG zum Abschluss eine Summe X in den Pensionsfond…“ und drei Absätze weiter: „…für den Verlust des Arbeitsplatzes erhält der AN eine Abfindung von Y, zahlbar zum…“ hört sich das schon ganz anders an.

      Aber bitte: Das ist jetzt sehr laienhaft formuliert und gedacht. Bitte unbedingt einen Fachmann dazu befragen!

      Gruß, Der Privatier

      • Der AHV ist schon unterschrieben. Er nennt nur die Gesamtsumme der Abfindung. Die Abspaltung eines Teiles davon für den Pensionsfond würde der AG in Absprache mit mir im Nachgang per internem Antragsformular erledigen.

        Der AG hat mir für den ‚Normalfall‘ der GLEICHZEITIGEN Auszahlung von Baranteil und Pensionsfondanteil bestätigt, dass er die Fünftelregelung für den Baranteil anwenden und den Pensionsfondanteil abgabenfrei in den Pensionsfond, da dieser ja über die spätere Auszahlung als Rente versteuert wird, einzahlen wird.

        Vielleicht kann mir aber der Privatier hier einen Tipp geben, ob dieser Aussage des AG geglaubt werden kann: Fünftelregelung für Baranteil + steuerfrei in Pensionsfond. Die Frage der Verschiebung des Baranteils in 2017 werde ich – wie vorgeschlagen – von einem Experten separat klären lassen. Falls dies vom FA anerkannt werden sollte, müsste dann doch eine diesbezügliche formlose Vereinbarung mit dem AG VOR Auszahlung genügen?

      • Hallo Felix,

        für den „Normalfall“ der gleichzeitigen Auszahlung (in einem Jahr) habe ich keine Bedenken. Das ist ein durchaus übliches Verfahren.
        Ich sehe dann aber auch so recht keinen Vorteil in der Aufteilung auf zwei Jahre und würde angesichts der Zweifel lieber darauf verzichten.

        Gruß, Der Privatier

        • Ok. Mein Gefühl sagt dasselbe!

          Mir ging es nur um eine Klärung, ob diese beiden Anteile hinsichtlich Fünftelregelung gekoppelt sind, weil sie ja steuerlich in jedem Fall unterschiedlich behandelt werden.

          Aber ich habe dieselbe Meinung, dass man sich nicht steuerlich zu Tode optimieren sollte, zumal der Schuss auch nach hinten los gehen könnte und man seine Vorstellung evtl. per Gericht durchsetzen müsste.

          Das Privatier- Dasein soll ja Spaß machen. Deswegen werde ich mich nicht aufs Glatteis wagen. Vielen Dank für diese moralische Unterstützung.

          Vielen Dank auch für die Existenz dieses großartigen Forums – und auch Thomas Schulze für seine Unterstützung. Bis bald?

    • Hallo Felix, wie der Privatier befürchte ich, dass Dein Plan nicht mit der erwarteten Steuerermäßigung aufgeht. Denn grundsätzlich gibt es die Steuerermäßigung nur bei „Zusammenballung der Einkünfte“. Doch das ist keine Frage der Formulierung, sondern der faktischen Gestaltung.

      Steuerlich unschädlich ist, wenn zur Hauptleistung einer Abfindung eine in einem anderen Veranlagungszeitraum zufließende minimale Teilleistung hinzukommt. Was als steuerunschädliche Teilleistung von der Finanzverwaltung akzeptiert werden soll, hat der BFH in einem Urteil vom 13.10.2015 letztmals präzisiert – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/ermasigter-steuersatz-bei-abfindungen-in-zwei-raten

  46. Lese den Privatier jetzt seit gut einem Monat und möchte ein Kompliment machen.

    Prädikat sehr hilfreich. Leider habe ich die Seite entdeckt nachdem ich den Aufheber schon unterschrieben habe. Mit meinem heutigen Wissen hätte ich die Monate, die ich in 2016 Gehalt bekomme selbstredend in Abfindung umgewandelt und die Abfindung in 2016 auszahlen lassen und damit die Steuerlast signifikant verringert.

    Meine Situation: Im Dezember eine Vereinbarung über das Ausscheiden aus dem Unternehmen getroffen (war dort 16 Jahre). Abfindung 140.000 dazu kommen Januar + Februar Gehalt sowie weitere ca 12.000 Euro (sozialabgeabenfrei für eine Prämie 2015. Meine Frau verdient für ihren Halbtagsjob ca 14.000 in 2016 -> Einkommen insgesamt ca 40.000 -> was im Ergebnis zu einer extrem hohen Steuerlast führt – habe schon die Info bekommen, dass trotz Anwendung der Fünftelregelung erst mal ein sehr hoher Steueranteil abgeführt wird, weil ich ja noch die hohen Gehälter der Jahresanfangsmonate habe. Ok – ist zwar blöd – aber dieses Geld kann ja im nächsten Jahr wieder zurückgeholt werden und sollte ich nächstes Jahr ALG1 beantragen müssen (bin dann schon 54) wird dieser warme Geldregen guttun.

    Da ich derzeit die genaue Gehaltssumme 2016 noch nicht genau weiß (liegt aber zwischen 35 und 45 TEUR die genaue Summe wird ab ca April /Mai bekannt sein) gehe ich derzeit noch nicht zum Steuerberater, sondern sammle Infos um eine tragfähige Strategie zu entwickeln.

    Steuerlast dürfte für 2016 bei ca. 70-75 TEUR liegen

    Jetzt müssen also ca 40 – 50 TEUR steuerlich neutralisiert werden, so dass der Fünftelregelung entsprechend die Steuersumme für ein Gesamteinkommen von nur 30 TEUR X 5 berechnet wird.

    aktuelle Strategie für die steuerliche Neutralisierung von 40 -50 TEUR:
    1:) Für meine Frau und mich helfen da schon mal die je 1.000 Euro Werbekostenabzug
    2:) Plane zähneknirschend einen Rürup in einer Größenordnung von ca 35 TEUR -> das mindert um weitere 28,7 TEUR (halte den Rürup wg indiskutabler Verwaltungskosten, lausiger Rendite und extreme Unflexibilität/ teure Übertragbarkeit für eine erbärmliche Anlage und bin daher auf Suche nach echten Alternativen)
    3:) werde ca. 5 TEUR für wohltätige Organisationen spenden
    4:) bekomme Kindergeld für 1 Kind -> 1 Kinderfreibetrag (das bringt allerdings nicht viel, schätze ca. 2 TEUR)
    5:) Vorsorgeaufwendungen aus dem sozialversicherungspflichtigen Einkommen von ca. 22 TEUR dürfte wohl knapp 2 TEUR steuerunschädlich machen

    Sind die genannten Punkte 1 – 5 so korrekt? Wer hat sinnvolle Ideen für weitere Punkte? Gibt es irgendwo eine Übersicht wie ich den Rürup zu Gunsten einer sinnvolleren Steuersparform herunterfahren kann und was wäre das?

    Natürlich werde ich das Mitte des Jahres mit einem Steuerberater besprechen – jetzt läuft aber bereits die Zeit und ich möchte mit einem vernünftigen Wissen und einem tragfähigen Konzept zum Steuerberater gehen.

    Freue mich schon auf Ideen und danke schon jetzt für Eure wertvollen Infos.

    Dankeschön

    • „Prädikat sehr hilfreich.“ Danke! Das höre ich gerne…

      Zu den Punkten 1-5:

      Zu 1: Okay – Kleinvieh macht auch Mist…
      Zu 2: Erbärmliche Anlage? Nein-es ist gar keine Anlage(!), sondern eine Versicherung. Bitte nicht verwechseln! Mehr dazu: Hier.
      Kritik ist aber dennoch berechtigt. Bei der „lausigen“ Rendite sollte man fairerweise aber die Nachsteuer-Rendite betrachten und da kommen dann u.U. doch schon ein paar „Läuse“ zusammen.
      Bei der geplanten Summe bitte daran denken, dass die Beiträge zur Altersvorsorge, die von Euren Gehältern einbehalten werden, mit in die Maximalsumme einfließen!
      Zu 3: Sehr löblich !
      Zu 4: Von Kindern und damit im Zusammenhang stehenden Freuden und Sorgen habe ich keine Ahnung.
      Zu 5: Okay. Bitte im Zusammenhang mit Pkt.2 betrachten!

      Alternativen?
      Da fällt mir ganz spontan die gesetzliche Rentenversicherung ein. Liegt wohl daran, dass ich da gerade erst einen Kommentar zu geschrieben habe.
      Je nach Situation kann man überlegen, ob es Sinn macht, die Krankenkassen-Beiträge im Voraus zu bezahlen.

      Im Grunde kann man alles aufzählen, was in der Steuererklärung zu Verlusten führt… wie z.B. Handwerkerleistungen im Haushalt, Verluste bei V+V, bei einem Gewerbe, usw. usf.

      „Verluste“ haben aber leider immer den Nachteil, dass sie erst einmal bezahlt werden müssen! Und jetzt irgendetwas nur zur Steuerersparnis zu machen, halte ich für wenig sinnvoll.

      Weiterhin viel Erfolg und
      Gruß, Der Privatier

  47. Oh ich denke, da gibt es noch einige Möglichkeiten der Optimierung (zumindest vor Abgabe der Steuererklärung) – aber das hängt natürlich jeweils von den eigenen persönlichen Zielen ab.

    Zur Rürup-Rente gibt es hier und anderswo im Netzt viel Für und Wider. Wenn man die Angebote vergleicht – z.B. http://geld-anlagen.eu/rurup-rente-basisrente.html, gibt es trotzt des strengen gesetzlichen Rahmens sogar noch Gestaltungsmöglichkeiten.

  48. Ziele sind natürlich Steuerreduktion wobei das dafür aufzuwendende Geld in möglichst sinnvolle und renditeträchtige Anlagen investiert wird (dabei sind die zur Verfügung stehenden Mittel auf insgesamt 30 – 50 Teur begrenzt). An welche mögliche Maßnahmen denken Sie?

    Für Immobilien steht nicht genug EK zur Verfügung und ich halte das aktuelle Niveau auch für überteuert.

  49. Vielen Dank für die weitergehenden Infos und Kommentare. Habe noch eine weitere Frage. Angenommen ich kann von den 40.000 Einkommen in 2016 etwa 35.000 Euro steuerlich neutralisieren. Dann sind die Steuern für die 140.000 Abfindung lt Fünftelregelung ja bereits auf einem vernünftig niedriegen Niveau.
    Angenommen es fallen jetzt noch 7.000 Euro für außergewöhnliche Belastungen an (Zähne /Brillen und sonstige Gesundheitskosten) -> wie wirken sich diese steuerlich aus (wie wird in diesem Fall der Selbstbehalt gerechnet – von 140.000 oder einem Fünftel davon)?

    • An sich eine gute Idee – ABER:
      Bei der Berechnung des Selbstbehalts dient der Gesamtbetrag der Einkünfte als Basis (siehe: § 33 EStG)! Bei Euch also 180T€. Davon gelten als „zumutbarer“ Eigenanteil bei Steuerpflichtigen mit 1 oder 2 Kindern: 4%. Also etwas mehr als 7.000 Euro.
      Wenn das was bringen soll, müssten die Kosten also deutlich darüber liegen!
      Aber bitte nicht übertreiben und vorher meinen Kommentar zu den Zahnarztkosten lesen!

      Gruß, Der Privatier

    • Hätte noch eine weitere Frage zum Thema Spenden. Möchte auch finanziel schwächere und hungernde Menschen an meiner Abfindung partizipieren lassen – das Finanzamt sowenig wie möglich, daher die Frage wieviel ist bei den unten genannten Parametern maximal abzugsfähig? -> Status reguläres Einkommen 2016 = 55.000 plus Abfindung 140.000 (im Januar 2016 geflossen).

      Welche Höhe an Spenden (mildtätige Zwecke wie zB Brot für die Welt – SOS Kinderdörfer etc) kann ich bei den oben genannten Werten für Einkommen und Abfindung leisten und wie berechnet sich dies?
      Ich habe verstanden, dass bei Spenden lediglich 5% des Einkommens abzugsfähig sind – ist dies bei Anwendung der Fünftelregelung auf die gesamte Abfindung hochrechnbar? Stimmen die 5% grundsätzlich

      • Zuwendungen (Spenden) zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der §§ 52 bis 54 der Abgabenordnung können insgesamt bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben gem. § 10b Abs. 1 EStG abgezogen werden.

    • Spenden können bis zu einer Höhe von 20% des Gesamtbetrages der Einkünfte als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt werden. Und zu den Einkünften zählt natürlich die Abfindung in voller Höhe dazu. Geregelt ist das übrigens in §10b EStG.

      Es gibt da wohl auch noch ein paar Sonderregeln (ich glaube für politische Parteien), bei denen im Rahmen von Höchstbeträgen auch direkt etwas von der Steuer abgezogen werden kann. War ja aber wohl nicht die Frage.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Sollte man sich bei den 20% verrechnet haben und hat „aus Versehen“ zu viel gespendet haben, kann der übersteigende Betrag auch auf das Folgejahre vorgetragen werden.

  50. Hallo und Guten Morgen,

    kann mir jemand sagen ob bei einer ratierlich gezahlten Abfindung (monatliche Zahlung) auch die Fünftelung bei der Einkommenssteuererklärung angwendet wird?

    • Wenn die Zahlungen über mehrere Jahre hinweg gehen, kann die Fünftelregel auf jeden Fall nicht in Anspruch genommen werden. Aber auch bei Zahlungen innerhalb eines Jahres bin ich mir sicher, dass ratierliche Zahlungen die Voraussetzungen für eine begünstigte Besteuerung nach der Fünftelregel nicht erfüllen. Denn es muss sich ja um eine „außerordentliche“ Zahlung handeln, die in „einer Summe“ gezahlt wird und zu einer „Zusammenballung“ der Einkünfte führen muss. Alles Kriterien, die bei regelmäßigen Zahlungen nicht gegeben sind. Also daher: Nein – keine Fünftelregel.

      Gruß, Der Privatier

  51. Helau und Alaaf!

    Mein Beitrag ist aber nicht für die Lachmuskeln, vielleicht höchsten für die Gähnmuskeln des Privatiers, weil er darauf vielleicht schon hundertmal geantwortet hat?!

    Also, es geht um meine Abfindung und deren Verschiebung ins nächste Jahr aus steuerlichen Gründen – der Klassiker.

    Mein Plan nach eingehender Lektüre dieses aufschlussreichen Blogs: Verschiebung des im Aufhebungsvertrag genannten Auszahlzeitpunktes Mai 2016 nach Januar 2017 per formloser Zusatzvereinbarung datiert bis April 2016, also noch VOR Auszahlung der Abfindung. Damit sollte alles auch gegenüber dem FA wasserdicht sein, denn: (1) Verschiebung aus rein steuerlichen Gründen unschädlich, da kein Missbrauch gemäß Urteil des BFH und (2)tatsächlicher Geldzufluss erst 2017.

    Nun habe ich heute mit meinem WohnsitzFA darüber gesprochen, und es kamen widersprüchliche Aussagen bzw. die Aussage, dass das FA einen Ermessensspielraum habe und verschiedene Finanzämter sich auch verschieden verhalten können. Helau! Jetzt bin ich also wieder am Anfang. Deshalb meine Fragen, bevor ich mich auf Glatteis bzgl. meiner Finanzplanung begebe bzw. einen Rechtsstreit provoziere:

    (A) Wie bindend ist das Urteil des BFH über die Verschiebbarkeit für das FA (egal wo)? Muss ich mich von widersprüchlichen Aussagen überhaupt irritieren lassen, oder muss man einfach davon ausgehen, dass die MA des FA sich oft selbst nicht auskennen? Muss ich mich evtl. auf einen unschönen Gerichtsprozess einstellen?
    (B) Soll man sich vorher eine Bestätigung vom WohnsitzFA einzuholen? Wie bindend ist dann diese Auskunft oder machen die das überhaupt?
    (C) Soll der AG eine ‚Anrufungsauskunft‘ beim Betriebstättenfinanzamt‘ über meinen konkreten Fall einholen? Ist diese Auskunft überhaupt relevant bzw. bindend für meinen konkreten Fall?
    (D) Gibt es irgendeine Begrenzung der Zeitspanne zwischen Ausscheiden aus dem Unternehmen und Zahlung der Abfindung im BFH- Urteil oder sonst wo? Sind acht Monate zu viel? Die Aussage meines Finanzbeamten war: Ihm wären solche Fälle schon bekannt, aber dann immer nur über ein, zwei Monate Verschiebung.
    (E) Was kann denn überhaupt schlimmstenfalls passieren, wenn ich die Abfindung nach Januar 2017 schiebe, das FA mault und ich keinen Prozess führen möchte? Die ‚Zusammenballung‘ wäre in jedem Fall erfüllt.

    Würde mich über eine Antwort trotz Faschingseuphorie des Privatier (?!) freuen. Vielen Dank!

    • Ergänzend vielleicht hier noch:

      „Grundsätzlich können Gläubiger und Schuldner einer Geldforderung im Rahmen der zivilrechtlichen Gestaltung des Erfüllungszeitpunkts auch die steuerrechtliche Zuordnung der Erfüllung zu einem Veranlagungszeitraum gestalten (vgl. BFH-Urteil vom 24. September 1985 IX R 2/80 , BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284; Offerhaus, a.a.O., 321). Ist es den Beteiligten etwa möglich, von vornherein die Zahlung einer Abfindung für die Auflösung eines Dienstverhältnisses auf einen anderen Zeitpunkt als den der Auflösung des Dienstverhältnisses zu terminieren, der für sie steuerlich günstiger scheint, so kann es ihnen auch nicht verwehrt sein, die vorherige Vereinbarung —jedenfalls vor der ursprünglich vereinbarten Fälligkeit— im Einvernehmen und beiderseitigem Interesse wieder zu ändern (Offerhaus, a.a.O., 321). Rechtsmissbrauch ( § 42 AO ) kommt in derartigen Fällen regelmäßig nicht in Betracht.“
      BFH v. 11.11.2009 – IX R 1/09

      • Hallo Thomas.

        Heißt das jetzt – in letzter Konsequenz -, dass die Vereinbarung mit dem AG zur Verschiebung der Abfindung als freier Wille zweier Vertragspartner schlicht vom FA anerkannt werden muss? Letzten Endes kann es doch dem FA auch wurscht sein, warum ein Vertrag zustande kommt, es muss einfach nur ‚als nachgeschaltete Instanz‘ die Fakten des Vertrags akzeptieren. Der Geldzufluss der Abfindung ist halt in dem Jahr, in dem der Ex- AG die Abfindung zahlt. Punktum! Dass es sich um eine Abfindung handelt, steht ja in dem Aufhebungsvertrag.

        Ich kann ja schließlich auch meinen Urlaub so wählen, wie ich will. Ich kann z.B. in der Nachsaison Urlaub machen, um Geld zu sparen. Das muss der Reiseveranstalter ja auch akzeptieren, obwohl ich ihm in der Hauptsaison mehr Geld zustecken würde.

        Falls meine Logik stimmt, dann kann ich meine Abfindung verschieben und beruhigt abwarten? Vielleicht gibt es ja jemanden, der diesbezüglich negative Erfahrungen mit dem FA gemacht hat?

        Vielen Dank für eine Rückmeldung.

  52. Hallo Felix,

    grundsätzlich ist das schon so, wie Sie schreiben. Doch an dem zitierten Urteil können Sie auch erkennen, dass es nicht immer ganz ohne Streit abgeht. Letztendlich entscheiden im Finanzamt darüber Personen wie Sie und ich – und mancher glaubt es eben besser zu wissen. Entscheidend ist nicht, ob man Recht hat, sondern ob man Recht bekommt. Und dieses Ergebnis ist eben oft kein Geschenk, sondern Resultat von Arbeit. 😉

    Beste Grüße

  53. Hallo Felix,
    weder Lach- noch Gähn-Muskeln musste ich aktivieren, aber dafür die Grübel- und Stirnrunzel-Muskeln. 😉 Denn bei aller Anstrengung ist mir keine zufriedenstellende Antwort für Dich eingefallen.
    Es ist schon so, wie Du selber schon geschrieben hast und wie es Thomas Schulze noch einmal bestätigt hat: Es gibt Urteile (auch von höchster Stelle), die die Verschiebung einer Abfindung in das Folgejahr ausdrücklich bestätigen. Gegenteilige Urteile sind zumindest mir nicht bekannt.

    Damit hat man schon einmal eine sehr gute Ausgangsbasis und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch Dein „Fall“ vom FA durchgewunken wird.
    Nur – eine Garantie wird Dir keiner geben können! Wenn Du noch weitere Sicherheit haben möchtest, könntest Du evtl. einen spezialisierten Steuerberater und/oder Rechtsanwalt hinzuziehen. Aber auch dort wirst Du letztlich keine Garantie bekommen.

    Mein Fazit: Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Verschiebung der Abfindung anerkannt wird. Eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht.

    Gruß, Der Privatier

    • Lieber Privatier und Thomas Schulze.

      Vielleicht bin ich ja zu skeptisch. Ich werde wohl zusammen mit dem AG den Weg mit der Verschiebung um 8 Monate wagen. Er ist ja wirklich der einzig sinnvolle. Ich habe hierfür noch ca. 3 Monate Bedenkzeit; vielleicht gewinne ich noch zusätzliche Erkenntnisse, die mich darin bestärken – am besten erfolgreiche Beispiele mit ähnlicher Zeitspanne.

      Wichtig war auch nochmal der rechtliche Hinweis von Thomas Schulze.

      Vielen Dank einstweilen. Vielleicht melde ich mich nochmal…

  54. Hallo Privatier und alle Anderen.

    Ich denke, dass doch die Meisten beim Steuerberater waren, als es um die Durchrechnung der Abfindung und der Finanzen für die Zeit als Privatier ging?

    Seit 2006 kann man Steuerberatungskosten wohl nur als Werbungskosten absetzen, wenn sie mit einer Einkommensart (z.B. Anlage N oder V) verbunden sind. Kann man gegenüber dem Finanzamt argumentieren, dass eine Abfindung ja auch quasi ein Ersatz für entgangenen Lohn ist und somit zu den Einnahmen der Anlage N gehört? Die Krankenkassen betrachten ja auch zumindest einen Teil der Abfindung als ‚Einkommen‘ bei der Bestimmung des Beitragssatzes.

    Ich habe auch gelesen, dass man die Steuerberatungskosten 50:50 auf Werbungskosten und Kosten der Lebensführung aufteilen kann, um dem FA die Akzeptanz zu erleichtern, wobei dann nur die 50 % für die Werbungskosten absetzbar sind. Meine Steuerberaterrechnung ist ziemlich hoch: ca. 1400 Euro, daher schon wichtig für die Steuererklärung.

    Kann mir jemand einen Tipp geben?

    Gruß, Felix

    • Tja, DAS wäre ja mal eine gute Frage an den Steuerberater gewesen! 😉
      Aber das hätte dann wohlmöglich noch mal so viel gekostet? 😉

      Okay, mal im Ernst: Es ist richtig, dass StB-Kosten nur noch in Verbindung mit „Einkünften“ absetzbar sind. Aber das ist eine Abfindung doch, oder?
      Wenn auch „außerordentlich“, aber egal. Ich würde das erst einmal einsetzen ohne große Erläuterung. Das kann man nachher immer noch.

      Nicht absetzbar sind Beratungen z.B. hinsichtlich Altersvorsorge. Das hat nichts mit Einkünften zu tun. Oder Handwerkerleistungen im Haushalt. Auch keine Einkünfte.

      Es wäre natürlich ideal, wenn dein StB. sich in seinem Fach so gut auskennt, dass er die Rechnung gleich so geschrieben hat, dass es da keine Zweifel gibt. Schön wäre eine Bezeichnung wie „Beratung zur Ermittlung von Einkünften“ (oder so ähnlich).

      Ich selber kann allerdings keine eigenen Erfahrungen dazu beisteuern. Ich war seit über 30 Jahren nicht mehr beim Steuerberater. Ich denke, es wird von Fall zu Fall verschieden sein, wie dein Finanzbeamter das so einschätzt. Evtl. wirst Du dich auf einen Einspruch einrichten müssen (aber da wird Dir dein StB. sicher gerne bei helfen 😉 ).

      Gruß, Der Privatier

      • Danke, Privatier!

        Ich werde den Steuerberater bitten, die Rechnung ‚griffig‘ zu formulieren. Das ist sicher noch im Preis mit drin…

        Übrigens war es mir die Sache schon wert, für einen Experten zu zahlen, da ich so auch meine eigenen Berechnungen ‚eichen‘ konnte und nun doch sehr zuversichtlich in die Zukunft blicke. Letzten Endes ist auch das Honorar im Vergleich zur Summe der Abfindung gerechtfertigt. Er hat ja auch Einiges dafür getan. Was mir momentan mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist die Sicherheit in den Finanzmärkten und die allgemeine politische Entwicklung, die mir hoffentlich nicht einen Strich durch meine Finanzplanung für die nächsten 5 Jahre machen werden.

        Aber zur Zeit ist Optimismus angesagt…

        Danke, Felix

    • Hallo Felix,
      selbst habe ich keine Erfahrung mit Steuerberater bzw. deren Rechnungen.
      Da die Abfindung jedoch auf einer üblichen „Lohnsteuerbescheinigung als ermäßigter Arbeitslohn für mehrere Kalenderjahre“ bestätigt und in Anlage N übertragen wird, sollte der Anerkennung als WK eigentlich nichts entgegensprechen. Der Werbungskostenfreibetrag von 1.000 Euro p.a. wird aber ohnehin gewährt, somit machen sich (bei vollem Ansatz als WK) vermutlich dann lediglich 400 Eur bemerkbar.

      Viele Grüße Axel

  55. Hallo Privatier, Sie haben mir geschrieben:

    „Evelyn, hat eigentlich schon einmal jemand aus deiner Firma die konkrete Summe deiner Abfindung ausgerechnet? Würde ich UNBEDINGT einmal anfordern. Und zwar Netto und Brutto! Ich habe einmal grob überschlagen (viel geschätzt und vereinfacht) und bin auf ca. 200T€ Netto gekommen. Da muss die Firma sicher ungefähr 340T€ Brutto zahlen, damit Du diesen Betrag auch bekommst.
    Und das wäre dann sowohl von der Summe, als auch von den Berechnungsgrundlagen so ziemlich das Beste, was ich hier für einen normalen Angestellten je gehört habe. Aber dabei sehe ich sogar noch (ganz vage) eine kleine Zusatzhoffnung:
    In der Formulierung der Steuerberechnung durch deine Firma ist nichts von der Anwendung der Fünftelregel zu lesen. Im Gegenteil: Die Steuer soll gemäß Tabelle bestimmt werden. Und da ist 5tel-Regel ganz sicher nicht drin!
    Darum habe ich oben bei der Schätzung deiner Brutto-Abfindung die 5tel-Regel auch nicht berücksichtigt. Aber auch wenn dein AG die Regel nicht anwendet – Du selber wirst sie bei der EkSt-Erklg. nutzen können und wohl noch zusätzlich Steuern zurückbekommen. Wie gesagt: Eine vage Hoffnung…“

    Nein, ich habe noch keine Berechnung – diese wird von einer (teuren) externen Unternehmensberatung erstellt und das muss ich dann noch „abnicken“, wenn ich die Zahlen habe. Ich werde diese dann meinerseits von einem Steuerberater prüfen lassen und werde ihn direkt auf die 5tel-Regel ansprechen.
    Gruß, Evelyn

  56. Hallo Privatier,

    danke für Deinen tollen Blog und an alle für Ihre super Beteiligung.
    Auch mir hat der Blog schon sehr geholfen.Ich habe einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.16 unterschrieben.Die zahlung der Abfindung (zweifaches Jahreseinkommen)erfolgt im Januar 2017.Ich habe vor ein Dispositionsjahr zu nehmen, oder mich nur kurz arbeitslos zu melden, um 2017 keine weiteren Einkünfte zu haben.
    Mein zu versteuendes Einkommen wäre demnach 0 plus ein fünftel der Abfindungssumme.Die darauf entfallende Steuerschuld mal fünf.Jetzt meine Frage:Ich habe 2017 negative Einkünfte Denkmalschutzabschreibung und Abschreibung auf eine Investition in eine Photovoltaikanlage. Werden diese negativen Einkünfte verechnet und wenn ja wo? Ist das zu versteuernde Einkommmen 2017 negativ plus ein fünftel der Abfindungssumme? Oder wie wird das berechnet?
    Freundliche Grüsse,Jörg

    • Normalerweise berechnet man die Steuer nach Fünftelregel ja wie folgt:
      1. Steuer auf das Einkommen OHNE Abfindung
      2. Steuer auf das Einkommen MIT 1/5 der Abfindung.
      3. Differenz aus Ergebnis von 2 und Ergebnis von 1. Multipliziert mit fünf.
      4. Dieses Ergebnis kommt auf 1. oben drauf.

      Diese Rechnung funktioniert aber nicht, wenn das Ergebnis unter 1. bereits negativ ist. Darum gibt im Gesetz (§34 EStG) eine vereinfachte Regel, die besagt:
      „Ist das verbleibende zu versteuernde Einkommen negativ und das zu versteuernde Einkommen positiv, so beträgt die Einkommensteuer das Fünffache der auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens entfallenden Einkommensteuer.“

      Oder – um es einmal mit anderen Worten auszudrücken: Das zu versteuernde Einkommen wird einfach durch fünf geteilt. Darauf die Steuer festgestellt und das Ergebnis wieder mit fünft multipliziert.
      Die Kernfrage ist dabei natürlich: Was ist das zu versteuernde Einkommen? Nun ganz einfach: Die GANZE Abfindung (zzgl. evtl. weiterer Einkünfte) abzgl. negativer Einkünfte aus anderen Einkunftsarten und Abzüge für Sonderausgaben wie z.B. Altersvorsorge, etc.
      Negative Einkünfte im Abfindungsjahr sind so ziemlich das Beste, was man sich wünschen kann! Viele wären schon froh, wenn sie einfach nur Null wären.

      Gruß, Der Privatier

  57. Lieber Privatier, erstmal herzlichen Dank für Deine Seite und das Buch, was mir selbst, der ich demnächst „im Club“ sein werde, schon sehr viel Orientierung gegeben hat. Zu meiner Frage, was ich immer noch nicht verstanden habe:

    Ich (58 Jahre) werde voraussichtlich nach Ablauf der Kündigungsfrist noch ein Gehalt im Januar 2017 beziehen und dann kommt hoffentlich eine größere Abfindung. Dies soll mein Ausstieg aus dem Berufsleben werde, also habe ich schon beim eifrigen Lesen 🙂 für meine Strategie gelernt:

    – Anspruch auf ALG1 beim AA feststellen lassen,
    – dann Dispositionsjahr (11 Monate) nehmen, kein ALG1 beziehen,
    – andere Einkünfte auf Null bringen
    – Fünftelregelung anwenden
    Meine Frage: nutzt es steuerlich was, in 2017 negative Einkünfte wie Abzüge für Sonderausgaben, z.B. Altersvorsorge, zu generieren oder würden diese negativen Einkünfte nur mit meinem „Normalgehalt“, also dem Monatsbrutto von ca 8500 € verrechnet werden?
    Im letzteren Fall hätte ich ja bei getrennter Veranlagung nichts davon, denn weniger als Einkommenssteuer=Null geht nicht. Wenn es aber von dem Fünftel abginge, wäre der Effekt enorm und Rürup etc. sehr lohnend.
    Konkret beeinflußt es auch die Entscheidung einer getrennten vs. gemeinsamer Veranlagung.
    Entschuldigung, falls dies schon mehrfach beantwortet wurde. Aber manchmal wird man unsicherer, je mehr man liest….
    Herzliche Grüße
    Joachim

    • Ja, negative Einkünfte werden zunächst mit dem „Normalgehalt“ verrechnet, dann erst mit der Abfindung. Insofern würde sich tatsächlich die Steuerlast deutlich mindern lassen.

      Eine Einzelveranlagung (früher getrennte Veranlagung) kann zusätzlich helfen, Steuern zu sparen – siehe auch https://youtu.be/qFwlGS2VmLU

      Mal abgesehen von der Frage: Auch ohne Abfindung kann Einkommen weniger als Null einen positiven Effekt haben. Wer keine Steuern zahlt, bekommt zwar keine Steuererstattung – eine „negative“ Steuer wie in den USA beispielsweise gibt es in Deutschland nicht. Doch unter Umständen kann ein Verlustrücktrag oder -vortrag zu eine Steuerersparnis in weiteren Jahren führen.

    • Zunächst einmal möchte ich eine kleine Korrektur bzw. Erläuterung zur geplanten Strategie anbringen, denn ich unterscheide ganz gerne zwischen einer Vorgehensweise:
      a) die mit dem Feststellen des ALG1-Anspruches beginnt, um sich dann für eine bestimmte Zeit wieder abzumelden und
      b) dem Dispojahr, welches zunächst eigentlich gar keine Aktion benötigt und dann aber exakt ein Jahr später mit der Arbeitslosmeldung endet.

      Hier wäre also erst einmal eine Entscheidung zu treffen, welches die gewünschte Vorgehensweise ist.

      Aber dann mal zur Frage. Ja – sicher, aus steuerlicher Sicht macht es immer Sinn, Aufwendungen für z.B. die Altersvorsorge in das Jahr der Abfindung zu legen. Allerdings gehen diese Aufwendungen nicht, wie Du schreibst, „von dem Fünftel ab“. Und ob es sich lohnt, hängt dann eben auch u.a. von der Höhe der Abfindung ab. Tendenz: Bei höheren Abfindungen sind die Effekte nicht mehr so ausgeprägt.

      Wie das Verfahren der Fünftelregel funktioniert, habe ich ja bereits erläutert.

      Es gibt aber einen Sonderfall, nämlich bei dem von Dir angesprochenen „negativen Einkommen“. Wäre nämlich das zu versteuernde Einkommen (ohne die Abfindung) negativ, so wird einfach die Steuer auf ein Fünftel des gesamten zu versteuernden Einkommens (also inkl. Abfindung) berechnet und diese wieder mit fünf multipliziert.

      Wie man auch immer rechnet – eine Reduzierung durch z.B. Sonderausgaben oder auch andere negative Einkünfte bewirkt immer eine Reduzierung des zu versteuernden Einkommens und bedeutet damit eine geringere Steuerlast.

      Wie viel dies ausmacht und ob es sinnvoll ist, eine Einzelveranlagung durchzuführen, kann man immer nur anhand der konkreten Zahlen beurteilen (selber rechnen oder rechnen lassen).

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo, da bin ich mal wieder.
        Habe jetzt meinen Steuerbescheid für 2015 bekommen und etwas enttäuscht, dass ich ca. 950 EUR nachzahlen muss.
        Berechnung nach Grundtabelle für Steuerklasse 1 be Anwendung der 1/5 Regel.
        Ich hatte 2015 (Dispojahr)nur meine Abfindung als außerordentliche Einkünfte
        und sonst nur negative Einkünfte in Form von rund 5300 EUR Vorsorgeaufwendungen für die freiwillige GKV.
        Nach Deinen Ausführungen (siehe auch Blog v. 5.4.16) hat das FA Amt richtig berechnet, indem es diese Ausgaben (neben dem AN-Pauschbetrag, von 1000 EUR, dem Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 EUR und „Erstattungüberhang von Kirchensteuern“ (?!) von
        172 EUR von der GESAMTABFINDUNG abgezogen wurde , dann auf 1/5
        des geminderten Betrages die Steuer berechnet und der Betrag dann mal 5 genommen wurde.

        Aber wie veträgt sich das mit früheren Ausführungen in disem Blog, dass zusätzliche Einkünfte eigentlich bis ca. 9000 EUR (bzw das doppelte bei Verheirateten) steuerfrei wären und so in Berechnung einfließen? Oder ist das nicht mehr aktuell? Nach meiner Berechnung hat mein ehemal. AG so ziemlich genau diesen steuerfreien Betrag von der Abfindung bei Berechnung der Steuer abgezogen (vielleicht auch zufällig?).
        Ich überlege, ob es Sinn hat, gegen den Bescheid anzugehen (dafür sind noch über 3 Wochen Zeit).
        Gruß

        • Hallo Ulli2000,

          allein anhand Ihrer Angaben lässt sich der Steuerbescheid nicht nachvollziehen. Allerdings ist es ein Problem mit vielen Abfindungsrechnern, dass die Steuerermittlung immer auf dem Lohnsteuerabzug mit der Steuerklasse beruht.

          Für die Ermittlung der Einkommensteuer spielt die Steuerklasse letztlich keine Rolle, weil die Lohnsteuer nur eine Vorauszahlung darstellt und dabei bei weitem nicht alle steuerlich relevanten Daten berücksichtigt werden.

          Thomas Schulze

        • Hallo Ulli2000,

          wie Thomas schon geschrieben hat, kann man die Frage, ob es sich lohnt, einen Einspruch einzulegen, nur beantworten, wenn man den Bescheid mit den dazugehörigen Angaben kennt. Dazu kann man aus der Ferne kaum etwas sagen.

          Ausserdem ist es zwar keine Pflicht, aber ich bin der Meinung, dass man für einen Einspruch auch eine Begründung vorweisen sollte. Und wenn Dir diese fehlt, sind die Aussichten eher gering. Man kann natürlich auch erst einmal Einspruch einlegen (zur Wahrung der Frist) und eine Begründung später nachreichen.

          Du selber hast den Eindruck, dass das FA richtig gerechnet hat. Da wird es schwierig eine Begründung zu finden.

          Bei den von Dir genannten ca. 9.000€ handelt es sich nicht um „zusätzliche Einkünfte“, die irgendwie steuerfrei sind, sondern bei einem Ledigen bleibt ein zu versteuerndes Einkommen unterhalb von diesen ca. 9.000€ steuerfrei. Das ist ein Unterschied!

          Die Erklärung für die Abweichung von bereits gezahlter Steuer und tatsächlicher Steuerschuld könnte natürlich auch daran liegen, dass der EX-AG schlicht zu wenig einbehalten hat. Es gibt genügend Arbeitgeber, die sich mit der korrekten Behandlung einer Abfindung nicht auskennen. In der Regel zum Nachteil des ANs, aber warum sollte es nicht auch einmal anders herum laufen?

          Gruß, Der Privatier

        • Hallo Ulli2000,

          prüfe bitte die Differenz im Einkommensteuerbescheid zwischen:
          – Festgesetzt werden
          und
          – Abzug vom Lohn

          Wenn die zweite Angabe geringer als die erste ist, hat entweder der AG nicht richtig gerechnet oder es gab weitere Einkünfte.

          Viele Grüße, Hardy

  58. Ich möchte hier mal Vollzug melden.
    Ich habe meine Steuererklärung für 2015 zurück. Was soll ich sagen, alles so wie ich es beim Finanzamt eingereicht habe, ist es auch angenommen worden.
    Das Wichtigste dabei war, dass der Aufstockungsbetrag, den der Arbeitgeber in der Transfergesellschaft dazu gezahlt hat, auch unter der Fünftelregelung berechnet wurde.
    Alles ohne Steuerberater!!!!!
    Wichtig dabei war wohl, dass man das Bundesurteil in dieser Sache gleich mit gebracht hatte.
    Immerhin war es in dieser Beziehung eine Frage von 8000,-€
    Ich habe nun für 106000,-€ 11000,-€ Steuern bezahlt, obwohl ich 2015 in der Transfergesellschaft volles Geld hatte.

    • Sehr gut!! Und vielen Dank für die positive Meldung.

      Es zeigt mal wieder, dass es sich auszahlt, sich selber eingehend mit seinen Finanzen (und dazu gehören eben auch die Steuern) zu befassen, gut informiert zu sein, um dann bei Behörden und Ämtern als kompetenter „Kunde“ wahrgenommen zu werden.

      Gruß, Der Privatier

  59. Hallo Privatier,

    die Firma in der ich arbeite baut Stellen ab. Daraufhin wurde ein Freiwilligenprogramm ins Leben gerufen. Ich habe daran teil genommen und auch tatsächlich einen Aufhebungsvertrag angeboten bekommen, welchen ich dann auch unterschrieben habe.

    Ich erhalte eine Abfindung von 200.000 Euro. Mein Arbeitsvertrag läuft noch bis Ende Oktober. Ich habe mit meinem Arbeitgeber eine Zusatzvereinbarung abgeschlossen, dass die Auszahlung der Abfindung erst im Januar 2017 erfolgt.

    Ich möchte natürlich so viel wie möglich an Steuern sparen. Ich könnte es mir vorstellen, nächstes Jahr nicht zu arbeiten, sondern viel zu reisen und eine Weiterbildung zu machen.

    Meine Fragen lauten:

    Kann ich die Abfindung in 2017 mit der Fünftelregelung versteuern? So wie ich es verstanden habe, muss eine Zusammenballung von Einkünften vorliegen, damit dies möglich ist. Liegt trotzdem eine Zusammenballung vor, wenn ich sonst kein weiteres lohnsteuerpflichtiges Einkommen in 2017 generiere?

    Ist meine Berechnung richtig, dass von der Abfindung in Höhe von brutto 200.000Euro netto ca. 150.000Euro übrig bleiben, wenn ich nach der Fünftelregelung versteuere und sonst kein weiteres lohnsteuerpflichtiges Einkommen in 2017 habe?

    Mein Arbeitsverhältnis endet am 31.10.2016. Was wäre der beste Zeitpunkt, um mich beim Arbeitsamt arbeitslos zu melden? Was wäre der beste Zeitpunkt, um Arbeitslosengeld zu erhalten? Wäre es sinnvoll, ab dem 01.10.2017 Arbeitslosengeld zu beziehen und Meldung beim Arbeitsamt dann 3 Monate früher am 01.07.2017?

    Ich weiß, das sind viele Fragen und ich kann nicht erwarten, dass du auf alles detailliert eingehst. Ich habe mir auch eben dein Buch bei Amazon bestellt, da ich mir davon noch einige Informationen erhoffe, an die ich noch gar nicht gedacht habe.

    Ich freue mich über jede Hilfestellung 🙂

    Gruß, Philipp74

    • Ja, in der Tat: Viele Fragen… und leider fehlen oft wichtige Angaben, um irgendwelche Antworten geben zu können, so z.B.:

      * Fünftelregel: Eine Zusammenballung liegt vor, wenn das Einkommen inkl. Abfindung höher ist, als es normal gewesen wäre. Da ich das „normale“ Einkommen aber nicht kenne…?
      * Steuerabzug von der Abfindung: Kann man nicht beantworten, ohne zumindest mal den Familienstand zu kennen.
      * Zeitpunkt für die Arbeitslosmeldung: Hier wäre die weitere Lebensplanung (Alter?) mal interessant. Was soll denn nach dem ALG kommen? Rein aus Steuer-Sicht wäre es wahrscheinlich besser, in 2017 gar kein ALG zu beziehen. Aber die Steuer ist ja auch nicht alles…
      Generell sehe ich hier zwei Möglichkeiten:
      a) sofort arbeitslos melden und ALG bis Ende 2016 beziehen. Falls es denn überhaupt welches gibt (Sperre und Ruhezeit?). Dann für 2017 komplett abmelden (wg. der Steuer) und ab 2018 den Rest ALG in Anspruch nehmen.
      b) Dispojahr bis (exakt!!) zum 31.10.2017. ALG ab 1.11.2017. Vorteil: Evtl. Sperre/Ruhezeit entfallen, ggfs. höherer Anspruch. Nachteil: Steuerbelastung durch 2 Monate ALG. Konkrete Zahlen lassen sich kaum abschätzen. Steuerprogramm oder -Berater!

      Vielleicht hilft das ja schon ein wenig.

      Gruß, Der Privatier

    • Wieviel Geld von der Abfindung bleibt, lässt anhand Deiner Angaben hier tatsächlich nicht beantworten, wie der Privatier schon anmerkte. Du kannst dies entweder mit einem Abfindungsrechner selbst herausfinden – beispielsweise wird Dir mit diesem http://www.abfindunginfo.de/abfindungsrechner-2016-abfindung-berechnen-mit-fuenftelregelung.html auch angezeigt, ob die Fünftelregelung für Dich zutrifft – oder Du müsstest noch mehr Angaben liefern.

      • Ich empfehle den Einsatz des ELSTER-Programms.
        Hier kann man alle Varianten durchspielen und erhält zu jeder eine exakte
        Steuerberechnung.

  60. Vielen Dank schon mal für die Antworten!

    Hier noch ein paar Angaben:

    Alter: 42 Jahre
    Steuerklasse I (ledig, keine Kinder)
    Bruttojahreseinkommen ca. 66.000 Euro
    Eigenes Wohneigentum vorhanden
    Derzeitiges Depot-Volumen über alle Asset-Klassen (hauptsächlich ETFs): 350.000Euro

    Die Lebensplanung: Wenn ich mit einer Abfindungssumme von netto 150.000 Euro kalkuliere, wird sich mein Depot auf runde 500.000Euro erhöhen. Damit erwarte ich nicht, dass ich unbedingt direkt Privatier werden kann. Jedoch wäre meine finanzielle Lage so entspannt, dass ich ein „Sabbat-Jahr“ in 2017 in Erwägung ziehe. Ich muss dazu sagen, dass ich zwar nicht geizig bin, aber im Verhältnis zum Durchschnittbürger sicherlich sparsam lebe. Mit Kapitalverzehr und einer durchschnittlichen Rendite von 4 bis 5% würde ich sicher sehr lange von meinem Depot zehren können.

    Einen Steuerberater werde ich auch noch zu Rate ziehen.

    VG,
    Philipp74

  61. Hallo Philipp,

    für die Steuerberechnung auf die Abfindung ist das Vermögen unwesentlich. entscheidend ist das zu versteuernde Einkommen im Jahr der Abfindungsauszahlung. Wenn Du eine Beispielkalkulation dafür nicht selbst machen willst, kannst Du auch gern den Link http://goo.gl/fp68iZ nutzen. Welche Angaben fürs Erste nötig wären, wird mit dem Formular abgefragt.

  62. Hallo Philipp,

    danke für die ergänzenden Informationen. Ich denke, die Frage nach Anwendung der Fünftelregel und der Steuerbelastung ist durch die Antworten von Thomas erst einmal geklärt.
    Die beiden Möglichkeiten zur Gestaltung des ALG-Bezuges habe ich ja oben schon erwähnt. Aufgrund des Alters entfällt ein möglicher Vorteil des Dispojahres (Höhe des Anspruches). Welche der obigen Varianten „besser“ ist, möchte ich nicht beurteilen.
    Ich würde mir allerdings – abseits aller Steueroptimierungen – ernsthaft überlegen, ob Du wirklich ein Jahr Pause machen willst. Aber auch das kann ich nicht wirklich beurteilen, denn es hängt sicher von ganz vielen Faktoren ab, wie sich so eine Pause auf deine berufliche Zukunft auswirkt.
    Von meinen eigenen persönlichen Erfahrungen her habe ich eher den Eindruck, dass sich eine solche Pause in diesem Alter eher nachteilig auswirken könnte.
    Du merkst: Sehr vorsichtig formuliert… Denn das kann natürlich(!) auch anders sein. Aber ich würde diese Frage und Entscheidung in den Vordergrund stellen!
    Und mir an zweiter Stelle dann Gedanken über Steuern, etc. machen.

    Gruß, Der Privatier

  63. Ich habe nun einen Plan, wie ich es machen möchte mit meiner Abfindung. Das Leben ist kurz und jetzt ist die einmalige Gelegenheit dazu, eine kleine Auszeit zu nehmen. Ich möchte allerdings das Jahr Auszeit ebenfalls dazu nutzen, mich weiter zu bilden, um danach wieder einen guten Einstieg in die Arbeitswelt finden zu können.

    Mein Plan:

    – bis zum 31.07.16 arbeitssuchend melden
    – nach Ausscheiden aus dem Unternehmen zum 31.10.16 arbeitslos melden um den Anspruch auf Arbeitslosengeld feststellen zu lassen
    – Mich direkt danach wieder beim Arbeitsamt abmelden, sodass ich kein Arbeitslosengeld erhalte
    – Auszahlung der Abfindung im Januar
    – In 2017 keine Einkünfte generieren. Anstattdessen eine kleine Auszeit nehmen und anschließend eine Weiterbildung absolvieren
    – Ab 4. Quartal 2017 wieder bei Firmen bewerben
    – Ab 01. Januar 2018 wieder arbeitslos melden, falls ich noch keine neue Arbeit gefunden habe. Mein Anspruch auf Arbeitslosengeld müsste dann noch bestehen.

    Ist das Vorgehen so plausibel, oder habe ich etwas vergessen bzw. nicht bedacht? Über Rückmeldungen wäre ich dankbar!

    • Hallo Philipp74,
      ja – so kann man es machen. Erscheint mir plausibel.
      Und wenn Dir die Auswirkungen auf KK (Selbstzahler), RV (Lücke) und Karriere (Chancen beim Wiedereinstieg) bewusst sind, spricht nichts weiter dagegen.

      Man könnte vielleicht noch abwägen, ob ein Dispojahr evtl. vorteilhafter wäre?
      Vorteil: Keine Sperrzeit. Nachteil: Steuerbelastung durch zwei Monate ALG in Q4/2017.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        wie oben beschrieben habe ich mich zum 01.11.2016 arbeitslos gemeldet. Nachdem ich meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld bewilligt bekommen habe, habe ich mich zum 30.11.2016 bei der Agentur für Arbeit wieder abgemeldet, sodass ich ab 01.12.2016 quasi Privatier bin.

        Jetzt habe ich vor, mich zum 01.12.2016 bei der gesetzlichen Krankenkasse weiterhin freiwillig zu versichern (als Erwerbsloser).

        Hier stellen sich mir folgende Fragen:

        Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich nur den Mindestbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung zahlen muss. Das wären laut Auskunft der Krankenkasse 166,46 Euro monatlich. Die Abfindung bekomme ich jedoch erst im Januar 2017 ausgezahlt und so wie ich es verstehe, muss ich auf die Abfindung ebenfalls Krankenkassenbeitrag bezahlen. Wenn das so wäre, würde ich sicherlich den Höchstbeitrag in 2017 bezahlen müssen, oder?

        Gibt es eine legale Möglichkeit, dies zu umgehen? Zum Beispiel, dass ich mich zum 01.01.2017 wieder arbeitslos melde und dann zum 01.02.2017 wieder abmelde? Oder dass ich übergangsweise für Januar und Februar einen 450 Euro – Job annehme?

        Es wäre schön, wenn Du oder jemand anderes mir hier Auskunft geben könnte 🙂

        Viele Grüße,
        Philipp74

          • Es handelt sich um eine Abfindung, die für den Verlust des Arbeitsplatzes bezahlt wird. Somit wäre dies nach Deinem Link zu urteilen, nicht versicherungspflichtig in der KRankenversicherung.

            Allerdings habe ich auf einem anderen Link dies hier gelesen:

            „Abfindungen zählen bei freiwillig gesetzlich Versicherten zum versicherungspflichtigen Einkommen. Daher sind Nachforderungen von Krankenkassenbeiträgen bei Zahlung einer Abfindung möglich. Bei betriebsbedingten Kündigungen erhalten Arbeitnehmer in der Regel eine Abfindung. Wird diese Abfindung ausschließlich für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt, ist sie nicht sozialversicherungspflichtig.
            Ausnahme: Man versichert sich nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter. Dann – und nur dann – werden auf die Abfindung Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhoben. Eine Regelung, die durch die Gesundheitsreform einheitlich für alle Krankenkassen gilt.“

            Wenn ich den obigen Absatz richtig interpretiere, müsste ich ich Beiträge auf die Abfindung bezahlen, da ich mich freiwillig gesetzlich krankenversichere? Oder werfe ich da etwas durcheinander?

          • Hallo Privatier,

            vielen Dank für den Link.

            Also müsste ich nur die vollen Krankenkassenbeiträge während der Ruhezeit bezahlen, wenn ich das alles richtig verstehe.
            Da die Kündigungszeiten in meinem Fall voll eingehalten wurden, gehe ich nun davon aus, dass ich auf die Abfindung keine Beiträge für die Krankenversicherung bezahlen muss.

            Ich hoffe, meine Krankenkasse sieht das genauso 😉
            Auf jeden Fall habe ich mir die entsprechenden Paragraphen für den Notfall abgespeichert 🙂

          • Vollkommen richtig!
            Übrigens auch was die Befürchtung Richtung Krankenkasse angeht. Krankenkassen sehen die Lage gerne erst einmal anders. Mit dem richtigen Wissen ausgestattet hat man es dann deutlich leichter.

            Viel Erfolg, Gruß
            Der Privatier

        • Hallo Philipp74,

          das was unter dem Link http://www.abfindunginfo.de/abfindung-sozialversicherung-beitrag beschrieben ist, gilt für gesetzlich Pflichtversicherte. Allein mit dem Verlust des Arbeitsplatzes geht dieser Staatus nicht verloren. Denn nach dem Job werden die Beiträge weiter gezahlt (durch Arbeitsagentur usw.)

          Wer allerdings kein Alg, kein Hartz 4 und keine Rente erhält, muss sich freiwillig versichern. Für diesen Personenkreis gilt das, was Du gefunden hast. Anstelle des Arbeitsentgeltes werden die Beiträge jetzt auf alle Einnahmen berechnet, die zum Lebensunterhalt bestimmt sind – siehe auch https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/grundprinzipien_1/finanzierung/beitragsbemessung/2014-12-10_Beitragsverfahrensgrundsaetze_Selbstzahler_sechste_Aenderung.pdf
          Aus einer einmalig gezahlten Abfindung wird dabei fiktiv für einen begrenzten Zeitraum ein Monatsentgelt ermittelt und mit Beiträgen belastet – siehe ebenda § 5 Abs. 5.

          Für privat Krankenversicherte werden die Beiträge dagegen nicht aufgrund des Einkommens berechnet. Deshalb bleibt da die Abfindung wieder außen vor.

          • Hallo zusammen,

            bisher hat alles wunderbar funktioniert. Ich habe im Januar 2017 meine Abfindung nach der Fünftelregelung ausgezahlt bekommen. Ich bin freiwillig gesetzlich zum Mindestbetrag bei meiner Krankenkasse versichert. Und ich habe wie geplant meine Weiterbildung gestartet.

            Jetzt stellt sich mir noch die Frage nach der Vermeidung weiterer Einkünfte für 2017. Ich rechne dieses Jahr mit Kapitaleinkünften (Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen) von ca. 12000 Euro. Ich habe nun extra nochmal das ganze Buch „Gedanken eines Privatiers“ durchgelesen, um Anregungen zu bekommen.

            Es bieten sich wohl folgende Möglichkeiten an: Rürup-Rente oder der Stückzins-Trick. Die Rürup-Rente möchte ich eigentlich nicht anpacken, obwohl das wahrscheinlich das einfachste wäre. Aber ich möchte kein weiteres Geld in eine Rente packen. Bleibt der Stückzins-Trick. Dazu hätte ich folgende Frage:

            Wie finde ich eine geeignete Anleihe? Auf welche Kriterien muss ich bei der Auswahl der Anleihe achten? Wann kaufe ich am besten die Anleihe (Ende des Jahres)? Kann ich jetzt schon Anleihen finden, die ich auf eine Watchlist nehme?
            Wieviel Geld muss ich in die Hand nehmen, damit ich einigermaßen sicher Kapitaleinkünfte von 12000 Euro auf nächstes Jahr verschieben kann?

            Habe das noch nie praktiziert und wäre dankbar für Hilfestellung. Auch andere Vorschläge, wie man als Privatperson Einkommen in das nächste Jahr verschieben oder für dieses Jahr reduzieren kann, nehme ich gerne an.

            Viele Grüße,
            Philipp74

          • Hallo Phillip,

            bevor wir über konkrete Möglichkeiten der Verschiebung von Einkünften nachdenken, wäre zuerst einmal die Frage zu stellen, ob dies bei den Kapitaleinkünften überhaupt sinnvoll und erforderlich ist. Wir erinnern uns: Kapitaleinkünfte unterliegen der Abgeltungssteuer (25%+x) und damit kann es im einfachsten Fall bereits erledigt sein: Alles abgegolten, FA muss nicht informiert werden, somit kein Einfluss auf Abfindung, etc..

            Anders sieht es aus, wenn man mit seinem Steuersatz unter diese 25% kommt. Spätestens dann wäre es zu empfehlen, die Anlage KAP auszufüllen. Und u.U. zuviel gezahlte AbgSt. wird dann zurückerstattet. Mehr dazu habe ich in meinem Beitrag über die Anlage KAP geschrieben.

            Es macht also nicht immer Sinn, Kapitaleinkünfte zu verschieben. Kommt man aber zu der Überzeugung, dass es doch Sinn macht (vielleicht ja auch aus anderen Gründen…) empfehle ich zunächst einmal meine Beiträge über den Stückzins. Dort habe ich auch unterschiedliche Möglichkeiten und deren Auswirkungen erläutert.

            Ich schlage vor, wenn danach noch Fragen sind, diese dann dort bei diesen Beiträgen zu stellen.
            Vorab: Aktuell kann man sich sicher schon einmal umsehen, aber richtig ernst wird es dann erst gegen Ende des Jahres. Es sei denn, man möchte eine Variante inkl. Depotübertrag durchführen. Die geht jederzeit.

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            vielen Dank für deine Erläuterungen. Ich habe mich jetzt noch mal mit der Thematik der Verschiebung der Kapitaleinkünte ins nächste Jahr auseinandergesetzt.

            Ursprünglich war ich, genau wie du in deiner letzten Antwort geschrieben hast, davon ausgegangen, dass ich von meinen Kapitaleinkünften nichts ins nächste Jaher verschieben muss. Weil eben mit der Abgeltungssteuer alle „abgegolten“ ist. Die Anlage KAP fülle ich in meiner Steuererklärung immer aus und werde dies auch beibehalten.

            Auf die Idee, die Kapitalerträge, die im Jahr der Auszahlung der Abfindung anfallen, zu verschieben, bin ich erst durch die Lektüre Deines Buches gekommen.

            Ich zitiere aus Deinem Buch, Seite 143:

            „Denn eigentlich müssen wir (ähnlich wie beim Arbeitslosengeld) die Kapitalerträge ja nicht vollständig verhindern, wir wollen ja nur, dass sie in dem Jahr der Abfindung nicht anfallen. Später dürfen sie das gerne wieder. Und sollen das auch.“

            Ich bin jetzt etwas verwirrt. Ich kriege die beiden Aussagen irgendwie nicht zusammen. Einerseits zusätzliches Einkommen, eben auch Kapitaleinkünfte, verhindern. Andererseits ist bei Kapitaleinkünften ohnehin alles abgegolten.

            Ansonsten habe ich keine anderweitigen Gründe, meine Kapitaleinkünfte zu verschieben. Mein einziger Grund war der aus Deinem Buch zitierte Absatz und mein daraus gezogener Schluss (vermutlich fälschlich?), dass ich Steuern spare, wenn ich verschiebe.

            Kannst du mir bitte noch einen Tipp geben, wo mein Denkfehler ist? Ich stehe da schon seit ein paar Tagen auf dem Schlauch 🙁

            Viele Grüße,
            Philipp74

          • Hallo Philipp,

            aus heutiger Sicht würde ich vielleicht manche Formulierungen in meinem Buch ändern, sehr viel ausführlicher erläutern oder auch einfach weglassen.

            Manches habe ich in meiner eigenen Situation wohlmöglich aus einer übertriebenen Vorsicht gemacht, was sich im Nachhinein als überflüssig herausgestellt hat.

            Das Verschieben der ALG-Zahlung z.B. wäre nicht nötig gewesen, da es durch das negative Basis-Einkommen durch die Rürup-Versicherung kompensiert worden wäre.

            So ähnlich mag es mit der Verschiebung der Kapitaleinkünfte sein. Aus heutiger Sicht sehe ich keine zwingende Notwendigkeit mehr, denn auch bei Abgabe der Anlage KAP soll ja durch die Günstigerprüfung immer gewährleistet sein, dass am Ende kein Nachteil für den Steuerzahler entsteht.

            Daher würde ich aus heutiger Sicht keine Kapitaleinkünfte mehr verschieben, alleine mit dem Ziel eine steuerliche Wirkung auf die Abfindung zu erzielen. Es gibt sicher andere Gründe und die waren auch damals bei mir bereits gegeben und sind es heute immer noch (Familienversicherung der Ehefrau).

            Um die Steuern auf die Abfindung zu optimieren gibt es sicher andere Wege und ich halte eine Einzahlung in die eigenen Altersvorsorge nach wie vor für die effektivste.

            Gruß, Der Privatier

  64. Jetzt wird es konkret und im Februar 2017 kann ich eine größere Abfindung erwarten. Mein Plan ist es, in 2017 nur noch ein Januargehalt als Erwerbseinkommen zu haben, sonst nix, auch kein ALG, um den Effekt der Fünftelregelung größtmöglich zu nutzen.
    Hier ist jetzt aber auch eine Frage, auf die ich bisher keine Antworten gefunden habe.

    Mit dem Arbeitgeber sind mehrere kombinierbare Auszahlungsoptionen möglich:
    – Ausfinanzierung der Direktversicherung (d.h. Zahlung aller bis zum Ablauf noch anstehenden Beiträge zur Lebensversicherung mit Pauschalversteuerung 20%)
    – Ausgleichszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung für Rente ab 63 (bin > 55 LJ)
    – Einzahlung in das Deferred Compensation Konto, d.h. Versteuerung erst später bei der Auszahlung

    An sich möchte ich alle drei Optionen nutzen und nur etwa 60% der Abfindung direkt auf mein Gehaltskonto zahlen lassen. Die Zahlung der Anteile durch den AG würde zeitgleich im Februar erfolgen. Man könnte seitens des Finanzamtes ja aber argumentieren, der Zufluß an mich wäre bei den Optionen später.
    Frage: Macht mir das die Anwendbarkeit der Fünftelregelung auf die Zahlung in das Gehaltskonto kaputt???
    Dankbar für alle Erfahrungen/Kenntnisse….

    • Hallo Joachim,
      erlaube mir mal zu antworten, da bei mir gerade alles gelaufen ist.
      1. Direktversicherung ist möglich, wenn eine alte DV nach §40b EStG besteht. Dann können die max. mögliche Beitragssumme 1.752 x Jahre der Betriebszugehörigkeit abzgl. der tatsächlich gezahlten Beiträge der letzten 7 Jahre. Bei mir waren das ca. 44.000 Euro, das würde ich heute vermutlich nicht wieder so machen, da der Steuersatz 20% zzgl. Soli zzgl. Kirche plus GKV-Beitrag nicht unerheblich ist. Zudem sind bei Ablauf die Auszahlung, die höher als die Einzahlungssumme liegen ebenfalls zu versteuern.
      Habe mir das Ganze übrigens vorab von meinem Finanzamt bestätigen lassen.

      2. was genau ist gemeint? Auffüllung des Höchstbeitrages zur GRV?

      3. Dem Thema stehe ich persönlich skeptisch gegenüber, die Höhe der Steuer bei Ablauf wird gern unterschätzt, zzgl. ggf. GKV-Beitrag

      Das eigentlich entscheidende ist; jedes andere Erwerbseinkommen (Januargehalt zzgl. ggf. Einkommen der Ehefrau) durch Einzahlungen in GRV, Riester und/oder Rürup unter Beachtung der jeweiligen Höchstgrenzen auf Null zu bringen!

      Bzgl. späterer Zufluß der Leistungen aus der Direktversicherung gab es bei mir keine Probleme, siehe vorherige Anfrage und Auskunft vom zuständigen Finanzamt.

      Viel Erfolg Axel

  65. Herzlichen Dank, Axel!

    1. Du hast Recht, dass die 20%+Soli+KSt ein relevanter Brocken sind. Reine Rechenaufgabe, ob dies durch die Milderung der Progression ausgeglichen wird. Ich würde nur sechs ausstehende Jahresbeiträge in einen bestehenden Vertrag (von 1991, Laufzeit bis 65. LJ, 3,5% Verzinsung) einbringen wollen. Übrigens hatte ich es so verstanden, dass auch der Ertragsanteil steuerfrei sein sollte (?!?)
    2. Nein, sondern teilweises „Freikaufen von Rentenabschlägen“ nach §187a Sozialgesetzbuch VI. Freiwillige GRV Beiträge möchte ich in 2017 zusätzlich ggf. auch leisten (siehe Deine Anmerkung, jedes andere Erwerbseinkommen zu drücken). Noch nicht bekannt ist mir in diesem Zusammenhang aber, ob der Beitrag nach $187a SGB VI bei der Einkommensteuer auf den Höchstbetrag der Altersvorsorgebeiträge angerechnet würde. Wenn ja: Die Höchstgrenze möchte ich natürlich beachten und sie ist in 2016 mit 22.767/45.534 Euro maximal begrenzt.
    Grundsätzlich hat meine Kalkulation ergeben, dass die Rendite einer Einzahlung in die GRV diejenige einer Rürup-Versicherung deutlich schlägt…
    3. Da hast Du wieder Recht – noch eine Rechenaufgabe. Da ich in der PKV bin und die DC Auszahlung auf 12 Jahre streckbar ist, könnte es sich aber positiv auswirken.

    Bestätigung vom Finanzamt:
    wie waren denn da die Reaktionszeiten? Hattest Du eine kostenpflichtige Verbindliche Auskunft nach § 89 Abs. 2 AO gestellt?
    Ich frage auch, weil ich nach einigem Herumfragen leider nicht den Eindruck gewonnen habe, dass alle Steuerberater und Finanzbeamte gleichermaßen mit den Spezialitäten der Abfindungsbehandlung vertraut sind 🙁

    Danke nochmal, Joachim

    • Hallo Joachim,

      1. wenn die Versicherungsgesellschaft in den bestehenden Vertrag so mitmacht, bei mir musste ein Neuvertrag geschlossen werden.
      Da in beiden Fällen aber eine Restlaufzeit von 12 Jahren nicht mehr eingehalten wird (aus steuerlicher Sicht handelt es sich zwingend um einen Neuvertrag) ist der volle Unterschiedsbetrag zwischen Auszahlungssumme und Einzahlungsbetrag zu versteuern. Naja, in der heutigen Zeit wird das ohnehin nicht viel sein.

      2. Unter dem Aspekt das zusätzliche Arbeitseinkommen im Jahr der Abfindungszahlung zu minimieren absolut empfehlenswert, da der Steuervorteil daraus enorm ist. Unter dem Aspekt „Freikauf von Rentenabschlägen“ für mich nicht wirklich interessant, ich müsste nach Rentenbeginn noch über 20 Jahre leben, wenn mir vorher etwas passiert bekommt meine Frau lediglich noch 60%,wenn uns beiden was passiert ist das Geld für die Kinder verloren.
      Rürup-GRV ist m.E. Ansichtssache.

      3. 3. Da ist die PKV mal ein echter Vorteil! – ist bei mir ebenso.

      Ich rate Dir das Elster-Steuerprogramm zu installieren und alle möglichen Fälle alternativ einzugeben, Du wirst erstaunliche Ergebnisse erhalten. Mein Ergebnis stimmte mit dem folgendem Steuerbescheid exakt 1:1 überein.
      Richtig; mit diesen ganzen Themen sind nahezu alle restlos überfordert.
      Ich hatte wohl Glück, dass ich tel. um Auskunft bat und nach mehreren abenteuerlichen Auskünften dann an die Leiterin der AG-Steuerstelle meines FA verbunden wurde, die mich zumindest verstand und innerhalb von 2 Wochen eine ausführliche und kostenfreie Antwort per e-mail zukommen ließ. Mein erster Kontakt zum FA war allerdings 2 Monate vorher.
      Also dran- und hartnäckig bleiben.

      Gruß Axel

  66. @Joachim, @Axel:
    Danke an Axel für die hilfreichen Antworten. Dem habe ich kaum etwas hinzu zu fügen. Daher nur ein paar Stichworte bzw. Bestätigungen:
    * Ich habe auf meine Abfindung (mit Fünftelregel und Volleinzahlung in die Altersvorsorge/Rürup) einen Steuersatz von ca. 7% erzielt. Da ist eine Pauschalversteuerung von 20% (zzgl. KiSt./Solz) nicht unbedingt eine Alternative.
    * Bei der Frage Rürup oder GRV würde ich im aktuellen Nullzinsumfeld eher eine Einzahlung in die GRV zur Reduzierung des Abschlages für die vorzeitige Rente wählen.
    * PKV ist sicher immer ein Vorteil, wenn es um die Betrachtung von späteren Renteneinkünften oder Kapitalauszahlungen etc. geht. Allerdings dürfte sie auch unvergleichlich teurer sein. Ab einem gewissen Alter hat man aber meist ohnehin keine Wahl mehr.
    * Ein Steuerprogramm zu installieren und Varianten auszuprobieren, halte ich für eine sehr gute Idee. Habe ich auch so gemacht und ich kann das nur dringend empfehlen.
    * Es ist auch richtig, dass es u.U. schwierig sein kann, Steuerberater oder Anwälte zu finden, die die Materie beherrschen. Gilt im Übrigen auch für Fragen zu Kapitaleinkünften.
    * Eine ausführliche und kostenfreie Auskunft von Finanzamt zu erhalten, halte ich allerdings eher für einen ausgesprochenen Glücksfall. Es ist nicht die Aufgabe der Finanzämter, eine Steuerberatung durchzuführen. Natürlich kann man es versuchen.

    Gruß, Der Privatier

  67. @Privatier, @Axel: Danke schön!

    Mit Elster habe ich schon einige Simulationen laufen lassen, allerdings bin ich nie in die Nähe von 7 % gekommen. Gratulation, damit wäre ich schon sehr zufrieden! Mein Problem (oder eher Glück) ist, dass meine Frau noch ungefähr in der gleichen Gehaltsgruppe wie ich bin. Ich muß also mit Einzel- und gemeinsamer Veranlagung „spielen“.

    Eure Kommentare sind hilfreich, nur eine Frage bleibt mir derzeit offen:
    Weiß jemand, ob eine Enscheidung für eine Teilumleitung in DC die Anwendung der Fünftelregelung aushebelt?

    Gruß Joachim

    • @Privatier, @Joachim:

      Ja, über diese konkrete Auskunft vom FA habe ich mich auch gewundert und vor allem gefreut.

      Mein Steuersatz belief sich lt. ESt-Bescheid auf 15.4%
      Warum sollte die Teilumleitung in DC die 1/5-Regelung aushebeln?
      Solange das zeitgleich und im gleichen Veranlagungszeitraum erfolgt sollte das m.E. unproblematisch sein.
      Das Hauptproblem wird sein, das Januargehalt und das Deiner Frau zu minimieren,
      mit der unterschiedlichen Veranlagung habe ich keine Erfahrung und dazu nichts beitragen.

      Gruß Axel

  68. Guten Tag.
    Zunächst möchte ich dem Privatier ein großes Kompliment für diese Internetseite aussprechen. Die Seite ist sehr gut strukturiert sowie von der visuellen Aufbereitung und vor allem natürlich inhaltlich hervorragend. Jedem, der sich mit dem Thema beschäftigt, wird die Lektüre wichtige und hilfreiche Informationen liefern. So auch mir. Ich beschäftige mich seit ein paar Tagen intensiv mit dem Thema.
    Der AHV liegt auf dem Schreibtisch und muss von mir in den nächsten 10 Tagen unterschrieben werden. Der Ausstieg soll dann am 30.6.17 sein, wobei ich eine Option für einen Ausstieg ab 31.1. im Vertrag habe. Die Abfindung wird mit dem letzten Gehalt ausbezahlt. Leider ist mein AG nicht bereit, die Auszahlung auf 2018 zu verschieben. Ich nehme nämlich an einem internen Ausstiegsprogramm teil, das laut AG in 2017 abgeschlossen sein muss. Da ich an diesem Programm, zu dem es eine offizielle Betriebsvereinbarung gibt, teilnehme, konnte ich nicht individuelle Vereinbarungen aushandeln. Der Vorteil, den mir das Programm allerdings bringt, ist eine höhere Abfindung als ohne Programm.
    In 2017 werde ich also erhebliche Einkünfte haben, die in diesem Jahr auch versteuert werden müssen. Es gilt also die Steuer zu optimieren. Wie gesagt, die Verschiebung auf das Folgejahr ist nicht möglich. Die Voraussetzung für die 1/5-Regelung (Zusammenballung) liegt vor. Allerdings kann es sein, dass die 1/5-Regelung gar nicht oder nur im geringen Umfang zur Anwendung kommt, weil bereits die „normalen“ Einkünfte in 2017 hoch sein werden (1 bis 6 Monate mein Gehalt / Bonus 2016 / Teilbonus 2017 / 12 x Gehalt meiner Frau / evtl. AG1).
    Ich habe mir von einer Steuerberatung mal grob die Steuern ausrechnen lassen, die bei Austritt Ende Januar bzw. Ende Juni anfallen würden. Das Ergebnis ist, dass mein Netto-Einkommen (ohne Berücksichtigung von Sozialversicherungen und AG1) in etwa bei beiden Alternativen gleich hoch sein würde. Ich würde also, wenn ich bis Juni bliebe, 5 Monate umsonst arbeiten. Klingt doof, oder? Allerdings halte ich beim Austritt Ende Juni meine Kündigungsfrist ein, welches bei einem früheren Austritt nicht der Fall wäre. Die Auswirkungen auf eine Sperre konnte ich bis jetzt noch nicht klären. Wenn ich eh gesperrt werde, ist es doch egal, ob ich die Kündigungsfrist einhalte oder nicht. Stimmt das, oder irre ich hier? Übrigens, ich bin über 58, würde also für 24 Monate AG1 infrage kommen.
    Leider brachte meine Steuerberatung für immerhin 250€ (angeblich 3 Std. Arbeit) nur noch den Hinweis, dass ich meine Abfindung erst in 2018 auszahlen lassen solle.“ Toller“ Hinweis – das wusste ich auch vorher schon, der bringt mir aber nichts. Sonst kamen keine Tipps für eine Steueroptimierung. Ich werde mir im nächsten Jahr einen Steuerberater suchen müssen, der sich mit Abfindungen auskennt. Nur wie finde ich den hier in meiner Gegend?
    Natürlich habe ich mir selbst (und natürlich mit den Infos von der Privatier-Seite) überlegt, was ich tun könnte. Wenn ich alles richtig verstanden habe, entfaltet die 1/5-Regelung ihre enorme Wirkung, wenn es gelingt, das „normale“ Einkommen zu minimieren. Ich werde deshalb versuchen müssen, einen mittleren 5-stelligen Betrag steuermindernd „loszuwerden“. Ist es dann wirklich so, dass Konstellationen denkbar sind, dass eine Ausgabe von x€ zu einer Steuerersparnis von x+y € (wegen der Wirkung der 1/5-Regelung) führt? Das wäre ja genial. Mir ist klar, niemand kann ohne konkrete Daten meine Steuersituation berechnen. Mir geht es mehr ums Generelle. Ist es grundsätzlich möglich, dass eine 30k€-Ausgabe zu einer Steuerminderung von 35k€ führen kann?
    Für mich macht es anscheinend Sinn, in die GRV und/oder Rürup-Versicherung einzuzahlen. Damit müsste ich ca. 30k€ steuermindernd „loswerden“.
    Zweitens: Inwieweit helfen Spenden? Ich weiß mittlerweile, dass man 20% seines Einkommens steuermindernd spenden darf.
    Des Weiteren: Was gibt es sonst für Maßnahmen?
    – Investitionen? Eine Photovoltaikanlage habe in diesem Jahr gekauft. Ich verstehe allerdings auch nicht, warum solche Investitionen Steuern sparen. Das bisschen Zinsen und Wartungskosten sind doch wirklich – entschuldigt den Ausdruck – nur Peanuts. Die Anschaffungskosten selbst sind doch nicht absetzbar, oder? Falls doch, würde mir die Anschaffung eines Stromspeichers helfen?
    – KV-Vorauszahlungen (bin PKV-versichert) erscheinen mir zu kompliziert.
    Eine weitere Frage betrifft das Dispositionsjahr. Ist das Dispositionsjahr auch bei einem Ausstieg zur Mitte eines Jahres nützlich, oder bringt es nur etwas, wenn das Dispositionsjahr mit dem Kalenderjahr zusammenfällt. Meinen Überlegungen nach bringt es wohl steuerlich nichts, könnte aber im Hinblick auf die Vermeidung einer Sperre hilfreich sein. Stimmt das?
    Ich würde mich freuen, ein paar Meinungen und vielleicht auch Tipps von euch zu erhalten. Außerdem habe ich eine Frage zu dem hier des Öfteren genannten Elster-Steuerprogramms, das hier einige für alternative Berechnungen nutzen. Ich nutze Elster seit Jahren für meine EK-Steuer. Meint ihr dieses Tool? Dann müsste man ja immer die kompletten Formulare ausfüllen, um etwas berechnen zu können. Oder gibt es da noch ein anderes Tool bei Elster?
    Viele Grüße von Brösel

    • Ui! Manche Kommentare sind ja länger als meine Beiträge! Mal sehen, ob ich alle Punkte erfasst habe…

      * Wenn die Ehefrau auch Einkünfte in nennenswerter Höhe hat, wäre auf jeden Fall auch einmal die getrennte Veranlagung zu prüfen. Geht aber nur mit konkreten Zahlen, ist vorab kaum abschätzbar.

      * Auch die Frage, wie eine Einzahlung in die Altersvorsorge wirkt, kann nur im Einzelfall geprüft werden. Es gibt aber immer wieder Fälle, die von einer höheren Ersparnis im Vergleich zur Einzahlung berichten. Ich selber kann das nicht betätigen.

      * Bei einer etvl. Einzahlung in die Altersvorsorge bitte daran denken, dass die im laufenden Jahr bei beiden Ehepartnern einbehaltenen Abgaben zur RV bei der Maximalsumme zu berücksichtigen sind!

      * Spenden hilft: Sowohl dem Empfänger, als auch dem Steuersparer.

      * Was sonst noch hilft: Große Investitionen, die mit Nebenkosten verbunden sind (z.B. Kauf einer vermieteten ETW). Ansonsten zählen natürlich auch immer Abschreibungen (AfA).

      * Ich habe selber keine KV-Vorauszahlung gemacht. Erscheint mir aber nicht zu kompliziert. Und für ein paar hundert (oder tausend?) Euro kann man ja auch schon mal ein wenig Arbeit auf sich nehmen, oder? Und die kommt mit den anderen Behörden ohnehin!

      * Ein Dispojahr nutzt auch etwas, wenn es nicht mit dem Kalenderjahr zusammenfällt. Es entfallen Sperre und Ruhezeit.

      * Ich erwähne gelegentlich das Elsterprogramm vor allen Dingen deshalb, weil es kostenlos ist. Selber nutze ich das kostenpflichtige SteuerSparProgramm der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Hier kann man die Daten aus dem Vorjahr übernehmen. Die müssen dann zum Durchspielen verschiedener Varianten nur leicht verändert werden.

      Insgesamt sind alle diese Überlegungen, Detail-Recherchen und Kontakte mit Ämtern und Behörden durchaus aufwändig. Kann ich nur betätigen!
      Aber die Alternativen sind entweder, sich eine Beratung zu kaufen (bei manchmal äusserst zweifelhaftem Ergebnis, s.o.) oder einfach alles geschehen zu lassen und sich von den Ergebnissen überraschen zu lassen. Letzteres empfiehlt sich nur in Ausnahmefällen. 😉

      Gruß, Der Privatier

    • Ich kann dem Privatier nur zustimmen. Sicher gibt es verschiedene Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Aber aus vielen – für sich guten – Zutaten und Gewürzen wird noch lange kein schmackhaftes Gericht.

      Ich sehe hier nur die Möglichkeit für ein sauberes Gesamtkonzept, in dem rechtliche, steuerrechtliche und Finanzmarktentwicklungen zu berücksichtigen wären. Mit Verlaub: Ein Wald-und-Wiesen-Steuerberater ist da meist überfordert. Denn im Gegensatz zu Fachanwälten für Mietrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht … gibt es bei Steuerberatern so eine differenzierte Spezialisierung nicht.

      Ob man sich das gönnt, muss man einfach kalkulieren: Was kostet es mich an Zeit, selbst eine Lösung zu finden – was kostet mich ein Experte?

      • Hallo Brösel,
        es geht wirklich genau darum die anderweitigen (normalen) Einkünfte 2017 deutlich zu minimieren. Jawohl, meine Einzahlung Rürup 16TE führte zur Ersparnis von 20TE! Richtig ist, es müssen die von beiden Ehepartnerm gezahlten GRV-Beiträge berücksichtigt werden.
        Riesterbeiträge für beide funktioniert noch besser, da sofort 100% Abzug,
        leider liegen die Höchstbeiträge hier deutlich niedriger (2.100/4.200)
        Die Einzahlung in eine DV reduziert zwar die Abfindungssumme, hat aber nicht den Effekt, die anderweitigen Einkünfte zu reduzieren, durch Pauschal-,Kirchensteuer, sowie Soli bedingt empfehlenswert.
        Die mögliche Beitragssumme hat jedoch nichts mit Restlaufzeiten zu tun;
        max. mögliche Beiträge (1.752 Euro p.a.)für die Dauer der Betriebszugehörigkeit abzgl. der tatsächlich gezahlten Beiträge der letzten 7 Jahre!
        Zum Disositionsjahr – nur Mut, funktioniert einwandfrei, nach 1 Jahr entfällt jede Prüfung auf Sperr- und Ruhezeiten. Ich wollte das erst auch nicht glauben)- allerdings die exakten Fristen einhalten!!

        Gruß Axel

  69. Hallo Privatier,
    das ist ja außerordentlich schnell gegangen. So schnell hätte ich keine Antwort erwartet.:) Vielen Dank für diesen raschen Service. Ich denke, du hast wirklich alle Punkte erfasst.

    Ich verstehe den Vorteil des Dispositionsjahres dann richtig, dass ich keine Sperr- und Ruhezeit bekomme, wenn ich es von Juli 17 bis Juni 18 nehme.

    Mir fällt noch eine Frage zu Direktversicherungen ein. Das wird auch immer wieder als Maßnahme genannt. Ich habe eine DV seit den 1990er Jahren, in die mein AG einbezahlt. Diese DV hat noch eine Laufzeit bis 2023. Die verbleibenden Jahre, für die mein AG nicht mehr zahlen wird, möchte ich selbst weiterbezahlen. Kann ich das durch Vorauszahlung in 2017 machen? Oder wie kann die DV als Steueraparviante sonst genutzt werden.

    Gruß, Brösel

  70. Hallo Thomas Schulze,
    auch dir / Ihnen (dutzt man sich hier eigentlich?) vielen Dank für die schnelle Antwort. Meine Bemerkung über den StB ist evtl. missverstanden worden. Ich bin sehr wohl bereit, für gute Beratung Geld zu bezahlen, schließlich bin ich selbst (noch)in der Beratung tätig. Und dass ich einen ausgesprochenen Fachmann suche, habe ich ja auch geschrieben. Für die erste grobe Berechnung bin ich halt zu jemanden bei mir in der Nähe gegangen.

  71. Hallo Brösel,
    ich möchte etwas zu dem von Dir erwähnten „Dispositionsjahr“ sagen:
    In Wirklichkeit heißt es nur dann Dispositionsjahr, wenn Du etwas Zeit schinden willst, um das 58. Lebensjahr (und somit Anspruch auf 2 Jahre ALG1) zu erreichen. Dies trifft aber bei Dir nicht zu, da Du ja schon 58 Jahre alt bist.
    Somit geht es bei Dir vielmehr darum, den Anspruch auf ALG1 überhaupt erst einmal geltend zu machen und ihn für eine Zeit x (4 Jahre) zu erhalten, falls Du das Geld nicht sofort nach Arbeitlosigkeit haben möchtest (um beispielsweise weitere Einkünfte in dem betreffenden Jahr zu vermeiden). In der Praxis heißt das: ab zum Arbeitsamt, sich für einen Tag arbeitslos melden und gleichzeitig wieder abmelden = Anspruch gesichert.
    Ich habe das in dem Jahr der Abfindungszahlung so gemacht, und es hat gut funktioniert. Allerdings habe ich eine 3-monatige Sperre bekommen – trotz Aufhebungsvertrag aufgrund interner Betriebsvereinbarung (wie bei Dir). Die Argumentation war, dass ich den Aufhebungsvertrag ja nicht hätte unterschreiben MÜSSEN. Na ja – mir war es egal, weil ich sowieso kein ALG1 beziehen wollte.
    VG, Petra

    • Ja, wie Thomas Schulze das auch schon kommentierte.
      Ich meine jedoch, der Effekt ist bei Rürup/GRV oder Riester oder anderen (ETW, Investitionen etc.) deutlich besser.
      Eine vermietete ETW wäre sicher eine Alternative, aber erstmal zu einem noch vernünftigen Preis (inkl. aller Nebenkosten!) finden, es sei denn man zahlt jeden Preis.
      Mit dem Elsterprogramm ist tatsächlich das Steuererklärungsprogramm der Finanzverwaltung (Elster-Formular) gemeint.
      Dort können die Daten aus dem Vorjahr übernommen werden und problemlos alle Varianten einfach berechnet und separat gespeichert werden.
      Hat mir enorm geholfen, das Ergebnis im Steuerbescheid war zu 100% identisch.

      Gruß Axel

  72. Hallo,
    zur Umwandlung von Teilen einer Abfindung in eine Direktversicherung habe ich noch eine Frage. Muss das bereits im Aufhebungsvertrag geregelt sein, oder lässt sich ein Teil der Abfindung auch kurz vor der Auszahlung umwandeln? In meinem Vertrag steht nämlich in Bezug auf meine betriebliche Altersversorgung nur, dass ich diese Übernehmen kann.
    Gruß Brösel

      • Es kommt dann wohl darauf, welche Summe im AHV genannt ist (inkl. DV-Anteil oder ohne). Wenn es dabei zu Abweichungen z.B. im Vergleich mit der Steuerbescheinigung gibt, wird dies ganz sicher zu Diskussionen führen, denn
        fast jeder (Finanzamt, Arbeitsagentur, Krankenkasse) möchte den AHV sehen.

        Ich würde es daher immer bevorzugen, wenn alle getroffenen Vereinbarungen auch schriftlich festgehalten wären. Auch zur eigenen Sicherheit.

        Gruß, Der Privatier

        • Ja stimmt, das Finanzamt fragte tatsächlich nach, da die Summen nicht übereinstimmten. Mit der Einsendung der entsprechenden Gehaltsabrechnung wurde dann aber alles problemlos akzeptiert.

          Gruß Axel

        • Hallo Privatier,
          in meinem AHV steht nur ein Betrag. Über DV ist bisher nichts geschrieben worden.
          Gruß, B.

  73. Hallo,
    Kann ich eine Abfindung 2014, erst in der Steuererklärung 2015 geltend machen?
    Irgendwelche Gesetze, Vorschriften ec..
    Ohne Fünftel Reg. usw..
    Danke

    • Nein – in Deutschland gilt das Zuflussprinzip, d.h. Einkünfte müssen in demselben Veranlagungszeitraum versteuert werden, in dem sie zugeflossen sind. Das gilt umgekehrt übrigens natürlich auch für Ausgaben.

      Gruß, Der Privatier

  74. hallo,

    mit Dispojahr und AG hat alles wunderbar geklappt, bin jetzt seit 1.10. ALG 1 Bezieherin ohne Beschränkungen.
    Leider habe ich aber fast im gesamten Dispojahr (Okt 15 – Sept 16) Krankengeld bezogen, also Entgeldersatzleistungen in Anspruch genommen.

    1. Wie wirkt sich dies auf die Besteuerung meiner Abfindung aus (75000, ausbezahlt im Jan 16 und vorerst mit vollem Steuersatz belastet)?

    2. Kann ich mit Rürup und einer Einmalzahlung noch in 2016 noch entscheidendes
    steuerlich richten oder ist dies durch die Entgeldersatzleistungen ( Krankengeld jan-sept, alg 1 okt-dez) uninteressant oder uasgeschlossen?

    ich habe so so einer Konstellation noch keine Beiträge gefunden.

    • Hallo Renate,

      wenn nur Krankengeld bezogen wurde – also keine steuerpflichtigen Einkünfte – so wirkt sich dies eben nicht auf die Steuerbelastung aus. Das Krankengeld selbst ist steuerfrei mit Progressionsvorbehalt – siehe auch: http://www.gesetze-ganz-einfach.de/progressionsvorbehalt-einkommensteuergesetz-%c2%a7-32b/

      Der Progressionsvorbehalt führt jedoch nur zu einer höheren Steuerbelastung, wenn steuerpflichtige Einkünfte vorliegen.

      Die zuviel abgezogenen Steuern werden im Ergebnis des Steuerbescheids für 2016 erstattet.

        • Hallo Renate,

          ja, die Abfindung ist steuerpflichtiges Einkommen. Aber bei der Anwendung der Fünftelregelung wird unterschieden zwischen dem „normalen zu versteuernden Einkommen“ aus nichtselbstständiger Arbeit (Lohn/Gehalt) und der Abfindung = „außerordentliche Einkünfte“.

          Lohn/Gehalt werden nach § 32a EStG versteuert – die Abfindung (sofern eine „Zusammenballung der Einkünfte“ vorliegt = die Fünftelregelung anwendbar ist) nach § 34.

          Krankengeld und Arbeitslosengeld wiederum gehören zu den steuerfreien Einkünften § 3 Nr. 1 und 2 und werden nur mit dem „Progressionsvorbehalt“ gem. § 32b berücksichtigt.

          Mit den Angaben will ich niemanden durcheinanderbringen, sondern nur den Hintergrund dafür liefern, dass eben die steuerliche Berücksichtigung sehr differenziert ist.

          Bezogen auf Deine Ursprungsfrage bleibt es dabei: Sofern kein „normales zu versteuerndes Einkommen“, sondern nur Arbeitslosengeld und Krankengeld angefallen sind, wird lediglich die Abfindung versteuert – siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-arbeitslosengeld.html

          • Hallo Thomas,

            danke, das habe ich jetzt so verstanden.
            Wie sieht es denn mit meiner zweiten Frage bzgl Rürup und meiner Konstellation in 2016 aus? Kann ich da die Steuerlast noch drücken?

    • Ich schließe mich den Ausführungen von Thomas Schulze an, möchte aber (für evtl. andere Leser) noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass Krankengeld und Arbeitslosengeld nur dann nicht progressionssteigernd wirken, wenn KEINERLEI sonstige Einkünfte (neben der Abfindung) vorliegen!

      Gruß, Der Privatier

  75. Hallo,

    ich lese diesen Blog mit sehr viel Spannung. Ich stehe auch gerade vor der Entscheidung Privatier zu werden.

    Für mich ergibt sich eine ganz besondere Frage, an der gerade 2 Steuerberater verzweifeln :

    Ich will einen Teil meiner Abfindung gemeinnützig Spenden.

    Das Gesetzt sagt nun, man darf maximal 20% der Einkünfte spenden.

    Und jetzt kommt die große Frage :

    kann ich 20% meiner gesamten Abfindung spenden
    oder
    kann ich nur 20% des fünftel-Anteils spenden?

    Meine Auffassung ist folgende :

    zu den Einkünften (Sondereinkünften) zählt die gesamte Abfindung. Ich muss Sie ja auch komplett versteuern, nur wird der % satz für die Steuer anders berechnet.

    Würde mich freuen von Ihnen zu hören und/oder evtl. gibt es einen Steuerberater anderen Privatier, der damit schon Erfahrung hat

    • Die Höhe des Spendenabzugs gem. § 10b (1) Nr. 1 EStG ist abhängig vom Gesamtbetrag der Einkünfte, nicht schlechthin von den Einkünften.

      Werden Abfindungen ausgezahlt, sind diese gem. EStH 32.4 mit im Gesamtbetrag der Einkünfte zu berücksichtigen.

      Bemessungsgrundlage für den Spendenabzug sind also die „normalen“ steuerpflichtigen Einkünfte + Abfindung

      Thomas

      • Na, das klingt ja spitze. Ich werde nämlich rund 200.000 EUR Abfindung bekommen und wenn ich davon 20% spende, dann hebt sich die Fünftelregelung damit ja automatisch auf.

        Noch eine Frage. Wenn ich im Dezember aufhöre, schriftlich im Auflösungsvertrag vereinbare, das die Abfindung in 2017 bezahlt wird (Ende Januar). Dann ist das doch ok für die Versteuerung in 2017 zur Anwendung der fünftelregelung?

        Ich habe das so gelesen. Will aber „““ GANZ“““ sicher sein.

    • Mir ist jetzt gerade nicht so klar, was der Nachsatz „…nicht schlechthin von den Einkünften.“ bedeuten soll?
      Der Gesamtbetrag der Einkünfte ist ganz eindeutig die Bezugsgröße. Davon können 20% für Spenden als Sonderausgaben abgesetzt werden. Und da gehören die ausserordentlichen Einkünfte (Abfindung) selbstverständlich mit dazu. Ich weiß nicht, wo da die Zweifel bestehen?

      Interessant ist sicher immer die daraus folgende Rechnung. Ich bin gerade zu faul, konkrete Zahlen nachzurechnen, mir sind aber durchaus Beispiele bekannt, bei denen die Steuerersparnis nachher größer als die Spende ist. Derselbe Effekt wie bei Rürup übrigens auch.

      Auch ohne dies nun selber nachgerechnet zu haben, sollte man berücksichtigen, dass die Rechnung der Fünftelregel etwas anderes aussieht, wenn sich ohne Abfindung ein negatives Einkommen ergibt. Und das könnte bei einer hohen Spende und geringen bis gar keinen anderen Einkünften schnell der Fall sein.

      Meine Empfehlung daher: In jedem Fall vorher ausrechnen (lassen). Und dringend einen anderen Steuerberater suchen, wenn dieser schon an der 20%-Frage scheitert.

      Gruß, Der Privatier

      • Sie haben Recht. Zum Thema Abfindung gibt es viele „TUNICHTGUTE“ hier im Netz die besser in der Vermarktung Ihrer Website sind. Ich habe da nämlich jemanden gefragt, der mehrere Artikel zum Thema Abfindung gemacht hat.

        Ich habe tatsächlich 2 Szenarien für den Weg weiter.

        Ich werde nach 16 Jahren eine Abfindung von 500tsd Euro EUR erhalten.

        Szenario 1, ich bekomme beim Wettbewerber eine neue Stelle und will versuchen noch 2-3 Jahre dranzuhängen. Ca. 150 tsd Euro Brutto.

        Dann muß ich mittels der Spende gleich mal 130 tsd EUR loswerden. V&V versuche ich aufgrund von Investitionen usw. auf 0 bis leicht negativ zu drücken. dann noch 20 tsd Euro Abschreibung für die Eigengenutzte Immobilie, 44tsd Euro Rürup und dann finanziere ich meine Immobilien um nutze die Vorfälligkeit die ich auch abschreiben kann (25tsd EUR) und reduziere so die Bemessungsgrenze für den Einkommensteuerprozentsatz von 250tsd Euro auf 31tsd Euro. Vielleicht fällt mir dann noch etwas ein.

        Alternativ Szenario 2 ohne Folgeanstellung :

        1) ALG 40tsd EUR
        2) V&V 8tsd EUR
        also rund 50 tsd Euro Einkünfte
        zzgl der 1/5 = 150tsd
        Spenden würde ich dann wieder max 110 tsd Euro
        abzüglich sonstiger Kostenelemente komme ich wieder in Richtung Null.

        Das Ganze will ich so modellieren, das ich einen Teil gleich am Anfang Spende, aber zum Ende des Jahres, wenn ich sehe welche EInnahmen ich genau hatte, das so aussteuere, das das Einkommen unter dem Freibetrag aber über Null landet.

        Was denken Sie?

      • Hallo Privatier,

        der Nachsatz deshalb, weil der Fragesteller geschrieben hatte:

        „Das Gesetzt sagt nun, man darf maximal 20% der Einkünfte spenden.“

        Aber 20 % der Einkünfte ist was anderes als 20 % vom Gesamtbetrag der Einkünfte.

        Mir ging es darum, auch diesen Unterschied ausdrücklich zu betonen. 😉

        Beste Grüße

        Thomas

  76. @computerphoneman:

    Ich kann nur noch einmal meine Empfehlung wiederholen, einen versierten Steuerberater hinzuzuziehen! Ich kann (und will) das hier nicht ersetzen, aber wenn ich mir die Fragestellungen so ansehe, fürchte ich, dass u.U. einiges nicht richtig verstanden worden ist (z.B. 200T€ oder 500T€?, „Abschreibung für die Eigengenutzte Immobilie“, „Bemessungsgrenze für den Einkommensteuerprozentsatz“, etc.).

    Die vielen Zahlen übersteigen zudem meine Fähigkeiten, dies im Kopf zu überblicken, aber ich habe den Einruck, dass die Berechnungen einige Fehler enthalten.

    Wenn Sie den Gang zum Steuerberater zunächst nicht machen wollen, können Sie im ersten Versuch einen Abfindungsrechner im Internet bemühen. Besser wäre ein Steuerprogramm oder eine Simulation mit der Elster-Software.

    Gruß, Der Privatier

    • Yepp vielen Dank, ist etwas komplexer. Mein Problem : versierter Steuerberater …. aber solange ich 20% von der gesamten Abfidung spenden kann, bin ich erst mal safe. Den Rest mache ich eh im kommenden Jahr Schritt für Schritt damit nichts anbrennt.

      • Mit Verlaub, das kommt mir so vor wie:

        – ich betoniere erst einmal das Fundament
        – was für ein Haus drauf kommt, entscheide ich später. 😉

        Prinzipiell ist das möglich. Meine Kunden haben allerdings überwiegend mit einem System (Kündigung – Abfindung – Steuern – 3 Wege zur Vermögensbildung, -sicherung, -übertragung) bessere Erfahrungen gemacht.

        Viel Erfolg

        • Hallo Herr Schulze,

          ich glaube, Sie haben da was falsch verstanden. Mit Schritt für Schritt meinte ich, das ich die Kosten in Einklang mit den Einnahmen bringen will, Melde mich über Ihre Website.

          Vielen Dank

  77. Hallo Peter, Hallo Blog Leser!

    ich verfolge dieses Thema auch schon eine Weile. In meiner angedachten Konstellation möchte ich die Abfindung über 1 Jahr verzögern.

    Beendigung AV : 31.12.2017
    Zahlung Abfindung: 02.01.2019

    Anwendung Fünftelregelung möglich?

    Hintergrund: zum 01.01.2018 wechsel ich ein Jahr in einer TRansfergesellschaft, zu 80 % der Bezüge. DAher ist die Fünftelregelung in dem Folgejahr der Beendigung des originären Arbeitsverhältnisses nicht günstig.

    Vielen Dank!!!

  78. Habe folgendes Problem:

    Steueroptimierung im Kontext Abfindung in Kombination mit Wettbewerbsverbot das 3 Monate ausbezahlt wurde für 2016 durchgeführt.
    Dabei wurde davon ausgegangen, dass das Wettbewerbsverbot unter die begünstigten Einkünfte fällt – Steueroptimierung hat reguläres Einkommen wegneutraliesiert, so dass das zu berechnete Fünftel bei Null begann (Abfindung im Januar 16 zu 100% ausbezahlt – Wettbewerbsverbot wurde monatlich Februar – April 16 ausbezahlt).
    Einkünfte aus Wettbewerbsverbot entsprechen der Art nach begünstigtem Einkommen (§24 Abs 1) und mir wurde erklärt, dass diese Einkünfte auch wenn nicht geballt mit Abfindung ausgezahlt werden als begünstigte Einkünfte zu versteuern wäre (im Fünftel waren daher im Rahmen der Steueroptimierung die Einkünfte des Wettbewerbsverbotes enthalten). Dies hatte der Arbeitgeber bereits nicht unter den begünstigten Einkünften eingetragen auf meine Kritik (leider 6 Monate später) erklärt ich müsse das selbst mit dem Finanzamt regeln, da man das jetzt nicht mehr ändern könne.

    Das Finanzamt sieht das nun anders und erstattet gut 15.000 Euro weniger als von mir erwartet mit der Begründung, dass das Wettbewerbsverbot nur dann unter begünstigte Einkünfte fällt, sofern es geballt mit Abfindung ausbezahlt wird. Ist das tatsächlich so?

    Habe in jedem Fall schon mal Einspruch gegen Einkommensteuerbescheid innerhalb der Frist eingelegt.

    Was tun? Klage einreichen oder wurde ich ggfls falsch beraten und die Ballung von Abfindung und Wettbewerbsverbot ist doch erforderlich?

    • Hallo Georg,

      leider kann ich die stichpunktartig aufgezählten Aussagen nicht ganz nachvollziehen. Ungeachtet dessen erscheinen mir die steuerlichen Tatbestandsmerkmale eindeutig:

      Die Anteile für das Wettbewerbsverbot gehören – steuerlich richtig – zu den Entschädigungen i.S.v. § 24 Nr. 1 EStG (Absätze gibt es im § 24 nicht).

      Die Fünftelregelung für außerordentliche Einkünfte gem. § 34 (2) EStG wird jedoch nach h.M. seit 1998 nur bei einer „Zusammenballung von Einkünften“ – siehe auch http://www.gesetze-ganz-einfach.de/ein-fuenftelregelung-einkommensteuergesetz-%c2%a7-34/ – angewendet.

      Insofern ist die Auskunft falsch, die Du erhalten hast – leider aber nicht so selten, wie Du in dem Beitrag erkennen kanst.

      Dein Einspruch erscheint mir zwar statthaft gem. § 347 AO – wird jedoch m.E. zu keiner günstigeren Lösung für Dich führen, falls nicht noch andere Aspekte zu berücksichtigen sind.

      Sollte der Einspruch abgelehnt werden, sehe ich – wie gesagt – auch auf dem Klageweg gegen die Finanzverwaltung wenig Chancen. Ob Du gegenüber Deinem ehemaligen Arbeitgeber wegen „Falschberatung“ mehr Chancen hast, kann ich nicht einschätzen.

    • Ganz kurz vorab: Ich möchte Thomas hier auf keinen Fall widersprechen, denn ich bin überzeugt, dass er die Sachlage aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrungen sicher sehr viel besser einschätzen kann als ich. Ich will auch keine falschen Hoffnungen wecken, aber meine Gedanken dazu will ich trotzdem einmal äußern:

      Meiner Meinung nach kommt es bei der Frage nach einer „Zusammenballung“ auf zwei Kriterien an, die zu überprüfen sind und die beide gegeben sein müssen:
      a) Zusammenballung bezogen auf die Zeit und
      b) Zusammenballung bezogen auf die Höhe der Einkünfte

      Punkt b) können wir schnell abhaken. Das sollte klar sein und steht hier wohl nicht zur Debatte.

      Zu Punkt a) kann man immer wieder lesen, dass es erforderlich ist, dass die ausserordentliche Zahlung als „Einmalzahlung“ zugeflossen sein muss (von den Ausnahmen bzgl. kleiner Teilzahlungen sehen wir hier einmal ab).

      Ich bin jedoch der Auffassung, dass sich dieses „einmal“ immer auf „einen“ Veranlagungszeitraum bezieht. D.h. für das Vorliegen einer Zusammenballung ist es daher entscheidend, dass sich die Zahlungen in einem Veranlagungszeitraum zusammenballen. Und eben nicht über zwei oder mehr VZs verteilt werden. Wie diese Zahlungen innerhalb eines VZs geflossen sind, sollte m.M.n. keine Rolle spielen.

      Dies würde auch dem eigentlichen Sinn der Fünftelregel entsprechen, denn es soll ja eine übermäßige Belastung des Steuerpflichtigen verhindert werden, wenn sich die Einkünfte aufgrund einer/mehrerer außergewöhnlicher Zahlungen in einem VZ zusammenballen.

      Ich bin also schon der Meinung, dass im vorliegenden Fall alle Zahlungen gemäß Fünftelregel zu versteuern sein sollten. Ich glaube allerdings auch nicht, dass das FA sich im Rahmen eines Einspruches umstimmen lassen wird. Aus meiner Sicht hätte eine Klage sicher „das Zeug“, um vor dem BFH zu landen. Hier müsste man dann allerdings die nötigen Nerven mitbringen und vor allen einen Anwalt, der dies auch durchziehen möchte und kann.

      Und wohlmöglich stehe ich ja auch mit meiner Meinung auch völlig alleine da…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        völlig richtig: Zusammenballung bedeutet immer Zusammenballung in einem Veranlagungszeitraum = Kalenderjahr. Das bedeutet nicht zwangsläufig, die alle Zahlungen in einem Monat zugeflossen sein müssen.
        Wenn Letzteres die Meinung des Finanzamtes sein sollte, dann wäre der Einspruch berechtigt und erfolgversprechend.

        Hallo Privatier, hallo Georg,

        mit meiner Erläuterung ging es mir vor allem daraum, dass die Fünftelregelung nicht allein deshalb anzuwenden ist, weil es sich um Entschädigungen i.S. des § 24 handelt. (Das wird leider oft auch mit diversen „Abfindungsrechnern“ im Internet suggeriert.) Entschädigung allein ist nicht hinreichend – das meinte ich mit: die Auskunft ist falsch.

        Ob eine „Zusammenballung“ tatsächlich vorliegt, ist aus den Angaben von Georg nicht erkennbar. Dazu müssten dann die steuerpflichtigen Einkünfte des Vorjahres und des Auszahlungsjahres der Abfindung berücksichtigt werden, sofern sie im Zusammenhang zu den wegfallenden Einnahmen stehen. Diese Angaben liegen von Georg nicht vor – soweit ich das erkennen kann – deshalb konnte ich nichts dazu sagen.

      • „Das bedeutet nicht zwangsläufig, die alle Zahlungen in einem Monat zugeflossen sein müssen. Wenn Letzteres die Meinung des Finanzamtes sein sollte, dann wäre der Einspruch berechtigt und erfolgversprechend.“

        Aber genau so habe ich die Aussage von Georg verstanden!

        Also vielleicht doch ein kleiner Hoffnungsschimmer… 🙂

        Gruß, Der Privatier

  79. Hallo Privatier, Thomas Schulze und alle Steuerinteressierte,
    auch ich habe eine Frage zum Thema Fünftelregelung in Verbindung mit Entschädigung für ein Wettbewerbsverbot. Ich habe nämlich nach individueller Verhandlung neben meiner „normalen“ Abfindung zusätzlich eine einmalige Entschädigung wegen einer Einigung, dass ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot keine Rechtwirkung entfaltet, erhalten. Beide Entschädigungen wurden zeitgleich bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt.
    Mein EX-AG hat die normale Abfindung auch in Zeile 10 der elektronischen Steuerbescheinigung eingetragen. Die Entschädigung für das Nicht-in-Kraft-treten des Wettbewerbsverbots hat er allerdings als Einmalzahlung tituliert und zusammen mit dem normalen Gehalt in Zeile 3 eingetragen. Mein Einwand, dass die komplette Abfindung in Zeile 10 eingetragen werden müsse, wurde mit dem Hinweis, dass die Wettbewerbs-Entschädigung keine Abfindung sei. Das sehe ich allerding anders, denn ich habe die Entschädigung ja nur deshalb erhalten, weil ich meinen Arbeitsplatz aufgegeben habe.
    Wenn die Sichtweise meines Ex-Arbeitgebers zutreffend sein sollte, kostet mich die zusätzliche Entschädigung nach Steuern mehr als sie brutto wert war. Dann hätte meine individuelle Verhandlung zu einem klassischen Eigentor geführt. Ich wollte daher mit dem FA rechtzeitig abklären, wie das FA die Sache sieht. Wird eine solche Entschädigung für das Nicht-Rechtswirkung-entfaltende Wettbewerbsverbot als Abfindung oder als Gehalt betrachtet?
    Mein FA gibt mir leider vorab keine Auskunft wie es den Fall bewerten wird und beruft sich darauf, keine Steuerberatung geben zu dürfen. Ich wollte ja nur deren Standpunkt zu diesem Punkt kennen, um noch rechtzeitig weitere steuersenkende Maßnahmen durchführen zu können.
    Gibt es eventuell hier dazu eine Ansicht? Ich hoffe, ich habe den Sachverhalt verständlich erklärt.
    Viele Grüße, Brösel

    • Ich fürchte, eine halbwegs sichere Bewertung wirst Du nur über einen Steuerberater bekommen, der dann auch die Chance hat, die Vereinbarungen/Verträge und Formulierungen genau zu prüfen. Oftmals sind hier kleine Details entscheidend, ob eine Abfindung steuerlich begünstigt ist oder nicht.

      Nur ein Beispiel: Eine Formulierung, aus der sinngemäß hervorgeht, dass eine Abfindung als Anerkennung für den andauernden überdurchschnittlichen Einsatz des Mitarbeiters in den vergangenen 30 Jahren gezahlt wird, wäre äußerst hinderlich!

      Aber hier geht es ja in erster Linie um das Wettbewerbsverbot. Aber auch hier müssten die Details in den verschiedenen Verträgen und Vereinbarungen überprüft werden. Das wird im Übrigen das FA nicht anders machen.

      Von daher: Wenn die Aussage wirklich vorher wichtig ist, bleibt wohl nur der Gang zum (versierten) Steuerberater. Ansonsten die Planungen nach dem worst-case Fall ausrichten.

      Gruß, Der Privatier

  80. Vielen Dank für die wie immer ausgeprochen hilfreichen Hinweise, Kommentare und Antworten. Ich habe bereits mit der nachfolgenden Begründung Einspruch erhoben.

    Zusammenballung bedeutet immer Zusammenballung in einem Veranlagungszeitraum = Kalenderjahr. Das bedeutet nicht zwangsläufig, die alle Zahlungen (Abfindung / Wettbewerbsverbot) in einem Monat zugeflossen sein müssen.
    Von Experten bekomme ich die Aussage, dass mein Einspruch berechtigt ist.

    Übrigens war tatsächlich allein die Abfindung in 2016 ca 20% höher als Entgelte 2015. Hinzu kamen in 2016 noch etwas Gehalt eine Prämie für 2015 und 3 Monate Wettbewerbsverbot, so dass die Summe aller Einkünte in 2016 etwa dem 1,6 fachen des Vorjahres entsprach.

  81. Hallo Privatier,
    ich hoffe, Du bist hier noch aktiv.
    Ich werde im Jan 2018 eine höhere Abfindung erhalten und plane dann für 2018 auch Privatier zu sein, also 0 Einkünfte haben. Trotzdem müsste ich auch bei 1/5 Regelung ca. 25% Steuern zahlen. Kann ich die Steuer auf die Abfindung weiter senken, in dem ich den zu versteuernden Betrag durch Abschreibungen oder Rürup oder so senke?!
    Viele Grüße

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