Kommentare

Kap. 3.7: Vorsicht: Falle bei Verschiebung der Abfindung — 13 Kommentare

  1. Oh ja, genau diese Angst hatte ich damals auch, als ich die Vereinbarung mit der Zahlung im Januar des Folgejahres getroffen hatte. Was, wenn plötzlich eine Vertretung in der Personalabteilung sitzt und sich „vertut“ und die Zahlung im Dezember anweist, weil ihr die Tragweite nicht bekannt ist? Hatte darüber mit meinem Personaler gesprochen und wir haben es dann so formuliert, dass es definitiv im Januar gezahlt werden muss! LG Tina.

    • Kompliment Tina! Da hätte ich im Traum nicht dran gedacht.

      Allerdings hatte ich bei meinem Ex-Arbeitgeber auch immer den Eindruck, dass man sehr gut weiß, was man tut und keinerlei Interesse daran hatte, irgendetwas zu veranlassen, was nicht im Sinne des Arbeitnehmers sein könnte. Im Rückblick also sehr positiv.

      Im Übrigen muss sich so eine vorzeitige Zahlung ja auch nicht zwingend negativ für den Arbeitnehmer auswirken. Das kann so sein, das kann aber nicht so sein. Und eben weil dies ein Arbeitgeber weder wissen kann noch prüfen muss, sollte sich der Arbeitnehmer immer selber darum kümmern, dass sein Wille auch im Aufhebungsvertrag eindeutig festgehalten wird.

      Gruß, Der Privatier

  2. Noch schnell hinterher… trotzdem hatte ich bis zum letzten Tag des Jahres Angst, dass doch noch die Abfindungs-Zahlung eintrudelt. Man hat ja schon „Pferde vor der Apotheke ko… sehen“. Und weiß man denn endgültig, ob die Formulierung, die wir diesbezüglich gewählt hatten auch rechtssicher war?? Naja… ist alles gut gegangen :-)))

  3. Hallo Privatier,

    finde ich gut, dass dieses Urteil hier aufgegriffen wurde. Ich habe dazu ebenfalls Anfang Dezember nochmals einen Beitrag auf meinem Blog veröffentlicht, weil solche Fälle schon öfter vorkommen.

    Nicht immer nur aus steuerlichen Gründen ziehen Unternehmen solche Ausgaben vor, wenn sie über ausreichende Liquidität verfügen und senken durch diese Personalaufwendungen im „alten“ Jahr noch ihren steuerlichen Gewinn.

    Mitunter spielen aber auch andere Motive seitens der Bearbeiter hinein, gerade bei großen Abfindungen: Neid, Schadenfreude…

    Deshalb sollte jeder, der seine Abfindung in ein späteres Jahr verschiebt, auf eine richtige Vereinbarung achten.

  4. Richtige Vereinbarung ist gut ….
    Der Wortlaut der Vereinbarung hat doch bestimmt auch ein Anwalt ausformuliert.

    Diverse „Urteile“ kann ich mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehen.
    Warten wir mal ab, bei mir steht wenigstens ein exaktes Datum drin, ob der Anwalt an sowas gedacht hat?
    Bezweifel ich stark.

    „Auszahlung und Abrechnung zum 31.01.xx unter Anwendung der Fünftelregelung“

  5. Was ich an dem Fall nicht verstehe:

    Hätte man die Abrechnung nicht korrigieren können?
    Wenn ich sehe, wann bei mir teilweise erst die Lohnsteuerbescheinigung für das Vorjahr eintrudelt …..

  6. Hallo Robben,

    die Abrechnung hätte man korrigieren können – doch genützt hätte es nichts. Steuerlich entscheidend ist gem. § 11 EStG der Zahlungsfluss.

    Wenn die Abfindung am 30.12. vom Konto der Firma abgebucht wird, dann ist das für die Firma noch in dem Jahr an steuerlich wirksamer Abfluss. Wenn das Geld dan am 02.01. beim Empfänger ankommt, ist es für den Empfänger in dem neuen Jahr ein Zufluss.

    Anders stellt sich das nur bei regelmäßigen Einkünften (beispielsweise Lohn, Gehalt). Die sind dem Jahr zuzurechnen, zu dem sie gehören – siehe auch https://www.abfindunginfo.de/abfindungsauszahlung-kann-steuerwirksam-gestaltet-werden

    Wer der Falle entgehen will, muss das also vorher eindeutig klären, wie in dem Urteil beschrieben.

  7. Danke.
    Eindeutig ist ja relativ, wenn ich mir den Text im Urteil ansehe.

    Und wie geschrieben, scheinen das Anwälte auch nicht zu wissen.
    Bei mir steht das jetzt so drin und kann natürlich auch nicht mehr geändert werden.
    „Auszahlung und Abrechnung zum 31.01. ….“

    Ganz ehrlich, das kann mir keiner erklären, dass wäre nicht eindeutig.
    Manche Dinge kann man nicht verstehen, auch nicht nach Erklärungen.

  8. Hallo,

    bei mir ist es jetzt etwas anders, mein Arbeitsverhältnis würde am 30.11.17 enden und die Abfindung nach der Fünftelregelung im Januar 2018 ausbezahlt (in dem Jahr habe ich keine Einkünfte, außer im Dezember 18 Arbeitsloengeld nach dem Dispositionsjahr. Der Steuerberater meinte, möglichweise würde das Finanzamt die Fünftelregelung nicht anerkennen, da die Summe 2 Monate nach Ausscheiden bezahlt wird, er sucht dazu noch das letzte Urteil heraus. Hat jemand Erfahrung damit?

  9. Hallo Manuela,

    die Thematik „Abfindung“ ist für Stb recht speziell, wenn er sich nicht häufiger mit dem Thema in seiner Praxis befasst. Sie sollten sich gut informieren, dieser Blog und viele Kommentare helfen ungemein.
    Thomas Schulze ist Stb und gibt hier ganz wertvolle Hinweise: hier z. B. ein Kommentar aus April 17:

    (Zitatbeginn)Ja, der Auszahlungszeitpunkt kann frei vereinbart werden. Eine zeitliche Beschränkung in Bezug auf das Ende des Arbeitsverhältnisses gibt es nicht.
    Wie die Rechtslage 2019 sein wird, weiß niemand. Leider kann ich gerade in Bezug auf Abfindungen seit fast 20 Jahren eine ganze Reihe schrittweiser steuerrechtlicher Einschränkungen auflisten, weshalb ich bei solchen Vorausschauen sehr vorsichtig bin.
    Im Beitrag https://www.abfindunginfo.de/abfindungsauszahlung-kann-steuerwirksam-gestaltet-werden habe ich darüber hinaus auch noch einige weitere Risiken aufgezeigt, über die man sich im Klaren sein sollte.
    Gruß, Thomas Schulze

    • Natürlich kann auch ich immer nur über die aktuelle Rechtslage informieren, aber die ist eindeutig: Eine Verschiebung um 2 Monate ist kein Problem.

      Gruß, Der Privatier

  10. danke,

    ich würde nach dem Dispositionsjahr mich zum 1.12.18 arbeitslos melden, das ist aber ein Samstag, ist das ein Problem ?

    Gruß Manuela

    • Nein – ist kein Problem. Diese Situation kommt ja recht häufig vor (auch in Verbindung mit Feiertagen).
      Man sollte nur eben die Arbeitslosmeldung nach Möglichkeit immer im Vorfeld mit definiertem Starttermin abgeben. Dann gibt es keine Probleme.

      Gruß, Der Privatier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.