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Kap. 9.3.1: Anmelden und wieder abmelden — 366 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Ranning,
    mit Interesse und Begeisterung verfolge ich Ihren Blog, Sie sind mir eine große Hilfe. Habe mein Arbeitsverhältnis mit Aufhebungsvertrag und Abfindung zum 31.10. beendet. 12 Wochen Sperre aufgrund des Aufhebungsvertrages und weitere 12 Wochen aufgrund der Abfindung war mir ja klar, was mich geärgert hat, ich bekomme keine Leistung, muß aber immer zur Verfügung stehen. Habe mich gleich zum 01.11. arbeitlos gemeldet, habe jetzt die Bescheide, würde mich aber gerne erst im Februar für 3 Monate abmelden, funktioniert das auch oder sollte ich mich gleich wieder abmelden und dann zum 01.05.15, wenn ich ALG bekomme, wieder anmelden?

    Mit freundlichen Grüßen

    Antje Dörfer

    • Um einmal direkt Ihre Frage zu beantworten: Im Grunde würde es wohl reichen, wenn man sich nur einen einzigen Tag arbeitslos meldet und gleich am nächsten Tag wieder abmeldet. Der Anspruch muss in jedem Fall berechnet werden. Ich habe den Bescheid nur abgewartet, um auch tatsächlich etwas in den Händen zu halten.
      Sie können sich also durchaus auch jetzt abmelden.

      Was mich allerdings ein wenig stutzig macht, ist Ihre Aussage:
      „12 Wochen Sperre aufgrund des Aufhebungsvertrages und weitere 12 Wochen aufgrund der Abfindung…“
      Niemand bekommt eine Sperre „wegen einer Abfindung“! Was Sie wegen einer Abfindung evtl. bekommen können, ist eine Ruhefrist. Wirkt sich zwar zunächst ähnlich aus (keine Zahlung), ist aber grundsätzlich etwas anderes.

      Gruß, Der Privatier

      • Guten Morgen,vielen Dank für die schnelle Antwort, Sie haben selbstverständlich recht, nach der Sperrfrist bekomme ich eine Ruhefrist, das ist mein Problem, während der Sperrfrist wird die Krankenkasse bezahlt, während der Ruhezeit nicht, ich würde mich also gerne nur für die 12 Wochen Ruhenszeit abmelden.

        Grüße

      • Ich sehe da kein Problem.

        Wenn die Abmeldung länger als einen Monat dauert, muss man aber wohl einen komplett neuen Antrag stellen. Allerdings kann man dabei auf den bestehenden Anspruch verweisen. Die Bearbeitung geht dann voraussichtlich schneller als beim ersten Mal.

        Gruß, Der Privatier

  2. Vielen Dank, Sie haben mir sehr geholfen, ich werde morgen mal beim Arbeitsamt nachfragen.

    Gruß
    A.Dörfer

  3. Sehr geehrter Herr Ranning,

    zunächst mein Kompliment und vielen Dank für die vielen hilfreichen Informationen zum Thema „Privatisierung“ im Umfeld steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Aspekte.

    Ich bin selbst in dieser Situation, in der Phase der Arbeitslosmeldung und kurz vor der Antragstellung auf Leistungen.
    Konkret: Arbeitsuchendmeldung erfolgte vor dem 30.09.2014 für Beschäftigungsende zum 31.12.2014, persönliche Vorsprache bei der AGA-Betreuerin im Oktober 2014 und rechtliche Beratung durch die Leistungsabteilung im Dezember 2014. Für den Antrag auf Leistungen fehlt mir noch die Arbeitsbescheinigung meiner Ex-Firma. Die AGA-Mitarbeiterin wies darauf hin, dass der Antrag möglichst vollständig abgegeben werden sollte.

    Sie schlagen nun folgendes Strategie vor:
    – Innerhalb der vorgegebenen Fristen arbeitssuchend und arbeitslos melden.
    – Anspruch feststellen lassen.
    – Wieder abmelden.
    – Anspruch bleibt bis zu vier Jahre erhalten.
    – Später wieder arbeitslos melden und Leistungen in Anspruch nehmen.

    Die AGA-Mitarbeiterin erklärte mir, sobald der Anspruch z.B. bereits ab 01.01.2015 festgestellt wird, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden und ich kann den Leistungszeitraum nicht mehr in ein anderes Kalenderjahr verschieben. Ist dies zutreffend, also Ihre Empfehlung nicht richtig oder habe ich das nicht richtig verstanden? (Allerdings scheinen mir die AGA-Mitarbeiter auch nicht immer im vollem Umfang informiert zu sein.)

    Ich erwäge daher, vom Dispositionsrecht Gebrauch zu machen und den Anspruchsbeginn vom 01.01.2015 auf den 01.01.2016 (exakt!) zu verschieben. Dafür wurde mir auch ein Formular zur erfügung gestellt.

    Vorteile:
    Das ALG I wirkt nicht steuerlich progressiv auf meine Abfindungszahlung im Januar 2015.
    Die Sperrfrist von drei Monaten kommt wegen „Verjährung“ nicht zum tragen.
    Nachteile:
    Als gesetzlich freiwillig Versicherter muss ich für die (hohe) Abfindung bis zu 12 Monate die maximalen Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen. Könnte ich diese Beiträge reduzieren durch Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit nur von Januar bis Dezember 2015?
    Falls ich am 1.1.2016 krank und nicht arbeitsfähig bin,entfällt der volle Anspruch auf ALG I!

    Für eine Rückmeldung und konstruktives Feedback wäre ich sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    H. Dampf

    • Hallo Hr. Dampf,

      es ist schon korrekt, wenn die AGA-Mitarbeiterin sagt, dass ein einmal festgestellter Anspruch weder rückgängig noch „verschoben“ werden kann. Wenn in Ihrem Fall der Anspruch ab 1.1.2015 festgestellt würde, dann beginnt die Anspruchsdauer unabänderlich ab diesem Datum. Ob Sie die Leistung allerdings tatsächlich in Anspruch nehmen, oder zunächst oder auch phasenweise nicht darauf zurückgreifen, ist immer Ihre Entscheidung. Für die Feststellung des Anspruches genügt es, dass Sie einen Tag arbeitslos gemeldet sind. Danach können Sie sich wieder abmelden. Und z.B. ein Jahr später wieder arbeitslos melden. Sie nehmen dann nur den einmal festgestellten Anspruch innerhalb der vier Jahre wahr.

      Dies ist die Variante, die ich selber praktiziert habe. Sie können aber auch natürlich (wenn es Ihnen lieber ist) das Dispositionsjahr nutzen. Dafür dürften Sie sich allerdings erst zum 1.1.2016 arbeitslos melden. Mehr dazu haben Sie vielleicht schon im Beitrag über das Dispositionsjahr gelesen.

      Bei der Krankenversicherung haben Sie aber vielleicht etwas missverstanden: Die Abfindung wird (ähnlich wie die Ruhezeit) nur dann bei der Krankenversicherung berücksichtigt, wenn die Kündigungszeiten nicht eingehalten worden sind. Die Krankenkassen verwenden dieselben Regeln, wie sie auch für die Ruhezeiten gelten. Ein Höchstbeitrag über 12 Monate hinweg kann zwar theoretisch sein, wäre aber eher ungewöhnlich.
      Eine selbständige Tätigkeit hilft da übrigens wenig. Wenn Sie kein (oder geringes) Einkommen haben, werden Sie als „sonstiger Versicherter“ oder „Erwerbsloser“ mit einem Minimalsatz von ca. 160 Euro/Monat eingestuft. Alternativ könnte man den Anspruch auf Familienversicherung prüfen.

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo Herr Ranning,

    vielen Dank für die Rückmeldung. Zwei Punkte möchte ich gerne noch vorbringen.

    Falls ich mich in 2015 arbeitslos melde, kommt wegen Abschluss eines Aufhebungsvertrages ziemlich sicher eine Sperrfrist zum Tragen. Diese bliebe meines Erachtens auch bei einer Feststellung des Anspruches ab 01.01.2015 mit sofortiger Abmeldung und späterer Inanspruchnahme bestehen, da ja der Rechtsstand zum 01.01.2015 Grundlage des Bescheides sein dürfte. Bei Wahrnehmung des Dispositionsrechtes ab 01.01.2016 „verjährt“ die Sperrfrist.

    Hinsichtlich der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung liegen mir widersprüchliche Informationen vor. Grundsätzlich gilt, was Sie geschrieben haben. Wenn die Kündigungsfrist eingehalten wurde, wird eine Abfindung nicht als Krankenkassenbeitrag herangezogen. Dies ist bei mir der Fall – Abschluss Aufhebungsvertrag in 2013, Austritt Ende 2014 und Abfindungszahlung im Januar 2015. Ich habe aber bezüglich gesetzlich freiwillig Krankenversicherter bereits andere Informationen gefunden. Beispiellink:

    http://www.finanztip.de/krankenkassenbeitrag-auf-abfindungen/

    Auch die Krankenkasse hat dies auf telefonische Nachfrage hin bestätigt. Gibt es eine verbindliche Rechtsnorm oder Richtlinie, die bestätigt, dass die Abfindung bei Einhaltung der Kündigungsfrist definitiv, auch bei freiwillig gesetzliche Krankenversicherten, nicht herangezogen wird?

    Vielen Dank und viele Grüße
    H. Dampf

    • Hallo Hr. Dampf,

      Ihren Ausführungen zur Sperrfrist kann ich nur zustimmen. Das sehen Sie schon richtig so.

      Der von Ihnen zum Thema „Krankenversicherung und Abfindung“ zitierte Beitrag auf Finanztip ist mir bekannt. Er ist auch nicht wirklich falsch. Allerdings enthält er nur die halbe Wahrheit!

      Ein ähnliche Frage habe ich schon einmal in einem Kommentar erläutert. Das Thema findet sich in etwa in der zweiten Hälfte.

      Meine Aussage dort in Kurzform: “Während einer Ruhezeit muss erst einmal die Abfindung “aufgebraucht” und die Beiträge zur KV in voller Höhe selber gezahlt werden! Ruhezeiten werden aber nicht verordnet, wenn beim Ausscheiden aus dem Betrieb die Kündigungszeiten eingehalten wurden. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie sich keine Sorgen machen.”

      Wenn Sie die Regelung einmal selber und ganz genau nachlesen wollen, empfehle ich die Grundlagen der “Einheitliche Grundsätze zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder (GKV)“. Dort insbesondere §4, Abs. 1 und §5 Satz 5. Dort wiederum wird verwiesen auf die Regelungen des § 158 SGB III. Dieser wiederum sagt bereits im ersten Satz klipp und klar, dass eine Ruhezeit nicht über die normale Kündigungszeit hinaus wirkt.

      Falls es Probleme mit der KV geben sollte, ist es dann gut zu wissen, was in den entsprechenden Paragraphen steht, um diese ggfs. zitieren zu können.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich halte die Diskussion um die Höhe der KV-Beiträge für eher theoretisch. Allgemein kann ich es nicht sagen, aber für meinen Fall finanzieren sich die Beiträge in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze durch Senkung des Steuersatzes auf die Abfindung von alleine. Oder sollte ich da falsch gerechnet haben?

  5. Guten Morgen,
    ich hätte hier noch eine Frage speziell zur Abmeldung;
    muss man dabei stets irgendeinen Grund angeben, und wenn ja,
    welche sollte man möglichst vermeiden und welche sind (pauschal) am
    einfachsten bzw. am sinnvollsten (z.B. Gesundheit/Genesung, freiberufliche
    Tätigkeit oder geograf. Neuorientierung etc.)?

    Danke im Voraus
    Anna

    • Tja – ob man einen Grund angeben „muss“?

      Ich denke eigentlich nicht. Jeder kann selber entscheiden, was er tut und lässt und muss das auch nicht unbedingt rechtfertigen.
      Ich selber habe aber (wenn ich mich recht erinnere) einen Grund angegeben: Die Konzentration auf die selbständigen Tätigkeiten. Niemand kann aber wohl etwas dagegen haben, wenn man einfach dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen möchte. Aus welchem Grund auch immer.
      Vor- oder Nachteile bei bestimmten Gründen sehe ich da keine.

      Gruß, Der Privatier

  6. Danke!
    Es geht mir insbesondere auch darum, nach Ablauf der Zeit – also dann bei der Rückmeldung – möglichst plausible Begründungen vorzubringen, weshalb man sich eine bestimmte Zeit zurückgezogen hat, und damit mir dann auch kein Strick daraus gedreht werden kann, da/wenn ich wieder ALG beziehen muss/möchte…
    Also prinzipiell egal?

    MfG
    Anna

  7. Hallo,
    habe ich auch vor. Seit 01.11.14 arbeitlos gemeldet, 12 Wochen Sperre wegen Aufhebungsvertrag, danach 12 Wochen wegen Abfindung, ab 01.05.15 bekomme ich AlG.
    Werde mich am 01.02.15 bis zum 30.04.15 abmelden, da ich in dieser Zeit ins Ausland gehe. In den Online-Dienstleistungen der Arbeitsagentur heißt es:
    -Kundenabmeldung mitteilen
    Sie nehmen eine neue Beschäftigung auf, beginnen eine Ausbildung oder möchten sich aus anderen Gründen von der Agentur für Arbeit abmelden? Dieser Formulardienst unterstützt Sie beim Ausfüllen und übermittelt Ihre Abmeldung an Ihre Agentur für Arbeit.-
    Evtl. gebe ich Ortsabwesenheit an oder nichts. Ich denke, die Fragen kommen dann bei der Wiederanmeldung.
    Dürfte nichts passieren, habe auch keinen Gesetzetext dazu gefunden.

    Mfg
    Antje

  8. Ich kann mich nicht mehr so genau erinnern. Ich denke, dass ich zwar nach Gründen gefragt worden bin, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass diese wirklich jemand interessieren. Sowohl bei An- als auch bei der Abmeldung.
    Mir sind da bisher auch keine Fälle bekannt, wo Begründungen ggfs. negativ bewertet worden wären. Also: Prinzipiell egal.

    Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Herr Ranning,
    ich habe betriebsbedingt einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2015 mit Einhaltung der Kündigungszeit unterschrieben und werde im September 58 Jahre alt. Dementsprechend muss ich mich im September 2015 zum 1.1.2016 arbeitslos melden.
    Meine Frage: kann ich mich Ende September 2015 arbeitslos melden und Anfang Oktober 2015 wieder abmelden oder soll ich mich erst am 2.1.2016 arbeitslos melden und am 3.1.2016 wieder abmelden um die 4 Jahresfrist zu erhalten?
    Dispositionsjahr ist, da ich ja bereits 58 Jahre alt bin und die Kündigungszeit eingehalten worden ist nicht unbedingt nötig!

    • Laut offiziellen Richtlinien der Arbeitsagentur sollte man sich spätestens 3 Monate vor der absehbaren Arbeitslosigkeit zunächst „arbeitsuchend“ melden (bei Ihnen also Ende Sept. 2015). Hier werden aber zunächst keine Ansprüche geprüft, die Vermittlung setzt aber bereits ein (inkl. Eingliederungsvereinbarung mit gewissen Verpflichtungen zu Bewerbungen, Verfügbarkeit, usw.).

      Die eigentliche Arbeitslosmeldung (beinhaltet den Antrag auf Leistung) kann dann erst ab dem Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit erfolgen (also 2.1.2016). Um den Termin nicht zu verpassen, kann man dies aber auch schon vorher (z.B. Mitte Dez.) machen.

      Die Arbeitslosigkeit muss nur einen Tag dauern, danach könnte man sich theoretisch wieder abmelden. Ich habe allerdings (vorsichtshalber) meinen Leistungs-Bescheid abgewartet. Muss man aber nicht.

      Gruß, Der Privatier

      • Genau so ist es.
        Drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses muss man sich arbeitssuchend melden. Kleine Anmerkung: Man darf zu diesem Termin nicht krank sein, weil man dann nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.
        Am ersten Tag nach der Kündigung meldet man sich arbeitslos und bekommt einiges an Papier zum Ausfüllen. Das Nächste wäre dann ein Termin bei der Leistungsabteilung, wo der Anspruch berechnet wird.
        Wenn man, wie ich, das Dispositionsjahr nutzen möchte, kann man sich auch wieder abmelden. Das Deckblatt der Arbeitslosmeldung sollte man sicherheitshalber behalten.
        Der Vorteil der Abmeldung ist, dass man dann auch keine Bemühungen in Richtung Arbeitsplatzsuche treiben und nachweisen muss.
        Der Nachteil ist, dass dann das Jahr auch nicht als Ausfallzeit für die Rente zählt! Alternative: Freiwillig den Minimalbeitrag zur Rentenversicherung zahlen. Dafür gibt es einen entsprechenden Antrag. Hier heißt es also, die Rentenzeiten prüfen.
        Wie es aussieht, haben wir denselben Weg, nur um ein Jahr versetzt.

        Viele Grüße
        Hardy

        • Hallo Hardy,
          vielen Dank für Ihre Informationen und den Tip mit „Freiwillig den Minimalbeitrag zur Rentenversicherung zahlen“.
          Alles Gute auf denselben Weg.
          Grüße beerno

      • Hallo Herr Ranning,
        vielen Dank für Ihre Antwort!
        Ich werde mich also im September 2015 arbeitssuchend und ca. Mitte Dezember (wegen Feiertage /Wochenende Anfang des Jahres 2016) arbeitslos zum 01.01.2016 melden. Wenn ich mich dann am 5.01.2016 wieder abmelde, verfällt mein Anspruch für die nächsten 4 Jahre nicht und ich bekomme vom Arbeitsamt keine Vermittlungsangebot zugesendet. Innerhalb dieser 4 Jahre kann ich mich dann arbeitslos melden und bekomme für 24 Monate den Leistungsanspruch.
        Grüße beerno

        • Ja – hört sich alles richtig an!
          Dennoch ein kleiner Hinweis: Ich habe es nie hinterfragt, ob es ausreicht, wenn der Beginn der 24 Monate Anspruch innerhalb der 4 Jahre liegt, oder ob der ganze Anspruch in den 4 Jahren „aufgebraucht“ werden muss. Hatte ich nie vor – von daher weiß ich es nicht genau.

          Gruß, Der Privatier

          • Habe mich gerade heute danach erkundigt. Der letzte Tag der Antragstellung ist tatsächlich vier Jahre nach Entstehung, sprich in o.g Fall wäre das der 01,01.2020. Ich beginne ab 01.04.16 , die AAG hat mit als letzten tag den 01.04.2020 bestätigt.

      • Ich habe mich abgemeldet, als arbeitssuchend aber noch beschäftigt war, also noch im Dezember 2014. Zum 31.12.2014, als ich arbeitslos geworden bin, war ich gar nicht mehr in Deutschland, konnte mich also gar nicht arbeitslos melden.
        Jetzt wurde mein Leistungsanspruch noch nicht berechnet.
        War das jetzt ein schwerer Fehler oder welcher Nachteil entsteht, wenn ich mich bspw. Ende März noch während Sperr- und Ruhezeit für ein paar Tage arbeitslos melde, der Leistungsanspruch besteht doch im Dispositionsjahr unverändert und wird aus den letzten 12 Monaten nichtselbständiger Arbeit innerhalb von 2 Jahren berechnet. Oder habe ich da etwas missverstanden?
        (nachteilig wäre nur, dass die kurzzeitige An- und Abmeldung während der Sperrzeit den Leistungsanspruch nach der Sperrzeit verkürzt, sind dann schon ein paar Tage verbraucht)

        • Einen schweren Fehler kann ich nicht erkennen. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten haben wir ja schon intensiv diskutiert (hier im Beitrag „An- und Abmelden“, beim „Dispojahr“ und bei der „Rürup-Strategie„). Das muss halt jeder selber entscheiden, welchen Weg er gehen will…

          Solange jedenfalls noch keine Arbeitslosmeldung abgegeben wurde und somit kein Leistungsanspruch festgestellt wurde, sind die Auswirkungen ähnlich wie im Dispositionsjahr. Sobald der Anspruch einmal festgestellt ist, kann man ihn nur noch unterbrechen.

          Gruß, Der Privatier

      • Was ich bei Deiner Variante im Zusammenhang nicht verstanden habe:

        Du schreibst, dass Du die Zahlung von ALG nicht vermeiden konntest, weil der Antrag so lange gedauert hat. (Sinngemäß)

        Andererseits hattest Du doch eine Sperre von 3 Monaten.
        Hat der Antrag mehr als 3 Monate gedauert oder hab ich da jetzt was total falsch verstanden?

  10. Hallo,

    gehe ich Recht in der Annahme, dass auch die Beiträge „…die Freiwillig den Minimalbeitrag zur Rentenversicherung zahlen…” sowie in etwaig ähnliche Einrichtungen wie Pensionskassen (BVV etc.) sich besonders im Jahr der Auszahlung der Abfindung steuerlich sehr positiv auswirken können, da diese als Beiträge zur Altervorsorge gezählt werden?

    Viele Grüsse
    Anna

    • Ja, da gehen Sie Recht in der Annahme! Auch die freiwilligen Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung gehören natürlich zu den Altersvorsorgeaufwendungen und können (begrenzt) steuerlich berücksichtigt werden.
      Ob sich allerdings „der Minimalbetrag zur Rentenversicherung“ steuerlich sehr positiv auswirkt, da habe ich doch eher meine Zweifel.

      Den Minimalbetrag einzuzahlen, macht eigentlich nur Sinn, wenn man ansonsten nicht genug Beitragsjahre zusammen bekommt, um eine bestimmte Rente zu bekommen.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich habe gerade meinen „Zulassungsbescheid zur freiwilligen Versicherung“ bekommen.
        Der Mindestbeitrag zur Rentenversicherung in 2015 beträgt 84,15 Euro / Monat; im Jahr 2015 sind das 1009,80 Euro. Das ergibt später eine Rente in Höhe von 4,08 Euro / Monat.
        Knapp Eintausend Euro werden im Jahr der Abfindungszahlung keinen großen Effekt auf die Besteuerung der Abfindung ergeben; Alternative: RÜRUP.

        Viele Grüße
        Hardy

        • Danke für die Info. Die Zahlen bestätigen übrigens eine ganz grobe Faustformel, nach der man sich den Zusammenhang zwischen Einzahlung und Ergebnis ganz grob selber ausrechnen kann:
          Einfach den einzuzahlenden Jahresbetrag durch 20 teilen – das ergibt dann etwa die später zu erwartende Rentensumme (auch pro Jahr). Im Beispiel also: Ca. 1000€ Einzahlung, geteilt durch 20 ergibt 50€ Rente/Jahr, etwas mehr als 4€/Monat.

          Viel wichtiger ist aber ein anderer Effekt:
          Gewisse Zeiten werden mit dem Durchschnittsatz aller Einzahlungen bewertet. Zahlt man nur den Mindestbeitrag ein, senkt man damit den Durchschnitt. u.U. kann damit die Rente sogar niedriger ausfallen!

          Konkret ausrechnen kann das nur die Rentenberatung (wenn überhaupt…), kommt aber auch nur dann in Frage, wenn viele Zeiten ohne echte Beiträge vorhanden sind.

          Gruß, Der Privatier

  11. mmhhhh….das verstehe ich nicht so ganz….warum soll die rente niedriger ausfallen ??
    die Rentenpunkte werden nach Höhe der eingezahlten Beiträge errechnet…
    zahle ich weniger ein bekomme ich weniger Rentenpunkte für das Jahr, umgekehrt natürlich mehr !!
    wenn ich 10 Jahre 1,5 Rentenpunkte pro Jahr erzielt habe bekomme ich 15 Rentenpunkte dazu, anschließend werde ich Hausmann für 10 Jahre und zahle freiwillig den Mindestbeitrag um meine Anwartschaft zu erfüllen was ca 0,15 Rentenpunkte pro Jahr ergibt…
    macht nach 10 Jahren ca 1,5 Punkte
    die werden zu den erzielten dazu addiert und das ergibt meinen gesetzlichen Rentenanspruch…..anders kenne ich das nicht !!!

    • Bei den sog. Anrechnungszeiten (Zeiten, in denen kein Beitrag gezahlt wurde) werden fiktive Rentenpunkte angerechnet. Und die richten sich nach dem Durchschnitt der insgesamt angerechneten Punkte. Senkt man mit dem Mindestbeitrag einen zuvor hohen Durchschnitt, kann dadurch auch einmal weniger Rente hinten raus kommen.

      Zitat aus der Rentenbroschüre:

      „Bei der Rentenberechnung und in Ihrer Renteninformation werden auch Entgeltpunkte für beitragsfreie Anrechnungszeiten berücksichtigt. Die Berechnung dieser Entgeltpunkte ist schwierig, weil sie sich nach den persönlichen Erwerbsverläufen – also dem Gesamtwert aller gezahlten Beiträge – richtet. Hier kommt die sogenannte Gesamtleistungsbewertung zum Tragen. Sie ordnet den beitragsfreien Zeiten einen Durchschnittswert an Entgeltpunkten zu.
      Nicht jede beitragsfreie Zeit wird aber gleich bewertet. Ausbildungszeiten mit berufsbildendem Charakter erhalten beispielsweise pro Jahr nur 75 Prozent (höchstens 0,75 Entgeltpunkte) des durchschnittlichen Entgeltpunktwertes.
      Bei Anrechnungszeiten wegen Schwangerschaft oder Mutterschutz sind es dagegen 100 Prozent.

      Zu erklären wie die Gesamtleistungsbewertung genau durchgeführt wird, würde den Rahmen dieser Broschüre sprengen. …
      Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Rentenversicherungsträger. Er berät Sie gern.“

      Dem letzten Satz schließe ich mich an.
      Gruß, Der Privatier

  12. Hallo! Ich habe im September 2014 einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.14 unterschrieben und eine Abfindung in Höhe von 80000 Euro, welches Ende Januar 2015 überwiesen wurde, erhalten. Dies alles wurde der Arbeitsagentur rechtzeitig und fristgerecht mitgeteilt. Es wurde eine Ruhenszeit aber keine Sperre erhoben, da es auf ärztlichen Rat verordnet wurde. Die Ruhenszeit dauert bis 31.05.2015. Ab 01.06.2015 wird dann Arbeitslosengeld und die Krankenversicherung bezahlt.

    Das Problem dabei sind die bis dahin immensen monatlichen Krankenversicherungsbeiträge (560 Euro) bis zum 31.05.15. Jetzt frage ich mich, ob ich mich bis dahin abmelden soll oder kann, weil ich ja eh nichts bekomme, außer den Aufforderungen der Agentur nachzukommen. Was ich in Erfahrung bringen konnte ist, dass diese KV-Beiträge seit 2010 voll absetzbar sind. Jetzt stellt sich bei mir die Frage ob ich mich lieber abmelden oder einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit (500 Euro-Job) nachgehen soll, da man dann ja automatsich abgemeldet wird, jedoch den Nachteil hat, dass dies sich wiederum negativ auf die Abfindung auswirkt wegen der Steuererklärung.

    Eine andere Möglichkeit wäre, mich über meine Frau familienversichern zu lassen, da sie momentan Elterngeld bezieht ( 300 Euro Sockelbetrag, da Hausfrau), wenn dies denn überhaupt möglich ist.

    • Sich einfach bei der Arbeitsagentur abzumelden, hilft natürlich für die Krankenkassenbeiträge gar nichts. Ob man nun arbeitslos ist und sich in der Ruhezeit befindet, oder bei der AA nicht gemeldet ist: Die KK-Beiträge muss man zahlen. Die Abfindung (bzw. ein Teil davon) wirkt dabei wie ein fiktives Einkommen. Und darum funktioniert auch die Familienversicherung nicht. Zumindest nicht, solange die Ruhezeit läuft. Ich sehe da leider keinen Weg, der um die KK-Beiträge herum führt (außer wieder einen Job anzunehmen).

      Es hilft in diesem Falle nichts mehr – aber für alle anderen ist es halt wichtig, solche Auswirkungen VORHER zu wissen und dies nach Möglichkeit bei der Verhandlung des Aufhebungsvertrages zu berücksichtigen: Ideal wäre, wenn die Kündigungszeiten eingehalten werden. Dann gibt es keine Ruhezeit. Alternativ sollte man versuchen, die Verluste durch Sperr- und Ruhezeit bei der Höhe der Abfindung zu berücksichtigen.

      Im aktuellen Fall sehe ich leider nur die Möglichkeit, in den sauren Apfel zu beißen und die Beiträge zu zahlen.

      Gruß, Der Privatier

  13. Hallo Privatier,
    vorab vielen Dank für die tollen Info’s, die man hier bekommt. Ich habe auch viel verstanden, was ich im nachhinein lieber vorher gewusst hätte.
    Zu meiner Frage: Ich habe einen Aufhebungsvertrag zum 31.7.2015 mit einer wirklich guten Abfindung unterschrieben. Mein Arbeitgeber hat mir in den geplanten Ablauf (was ich wann machen muss usw…) ein Dispositionsjahr hinein gearbeitet. Danach muss ich mich am 1.8.2016 arbeitslos melden, bekomme also ab 08/2016 für 24 Monate ALG1. Meine Abfindung wird in 01/2016 gezahlt. Der Bezug des ALG1 wirkt sich aber (anscheinend) negativ auf die Steuerlast aus. Ich habe dieses Konstrukt von einem Steuerberater prüfen lassen. Der fand das in Ordnung.
    Ich habe mir nun überlegt, ob es möglich wäre, dass ich mich am 1.8.2016 (nach dem Dispositionsjahr) arbeitslos melde, aber erst ab dem 1.1.2017 ALG1 für 24 Monate beziehen möchte? Ist sowas praktibal?
    Vielen Dank schon mal!
    LG, Nobbi

    • Sorry für die etwas späte Rückmeldung, aber irgendwie habe ich den Kommentar hier übersehen…

      Zur Frage: Das „Konstrukt“ des AGs hört sich auch aus meiner Sicht richtig an. Und es ist auch richtig, dass der Bezug von ALG1 in 2016 sich steuerlich ungünstig auswirkt. In welche Höhe könnte der Steuerberater ja vielleicht einmal ausrechnen.

      Aus meiner Sicht spricht auch nichts gegen die Idee, das ALG erst später (also in 2017) zu beziehen. Wichtig ist aber: Der Antrag auf ALG muss fristgerecht gestellt werden! Sonst verfällt das ALG komplett.
      Danach kann man sicher aber wieder abmelden.

      Bitte die Feinheiten beachten!! Der Antrag muss (spätestens) zum 1.8.2016 gestellt werden. Man muss mindestens einen Tag den Status „Arbeitslos“ haben, dann kann man sich wieder abmelden.
      Auf keinen Fall auf die Idee kommen, Ende Juli 2016 zur Agentur zu gehen und einen Antrag zum Bezug von ALG ab 2017 stellen! So herum funktioniert es nicht.

      Gruß, Der Privatier

  14. Hallo Herr Ranning!

    Erstmal muss ich Ihnen sagen, eine sehr interessante und gut gestaltete Web-Seite! Kommt auf jedenfall zu meinen Favoriten.

    Ich habe auch eine Frage an Sie, vielleicht können Sie mir helfen. Das man das Anspruchsjahr „teilen“ kann, haben Sie ja geschrieben.

    Ich habe 4 Monate meines Anspruchs im Jahr 2013 genommen, danach habe ich Krankengeld bekommen. Seit September bin ich wieder gesund, und habe mich Ende Januar arbeitslos gemeldet. Nun habe ich eine Umschulung übers Arbeitsamt zugesagt bekommen, habe auch schon eine Kanzlei, die mich „umschult“. Würde ich sehr gerne machen. Nun mein Problem: Die Umschulung würde Ende August los gehen, mein Anspruch endet leider Mitte August, also mir fehlen etwa 2-3 Wochen… Und man muss noch mind. 1 Tag Anspruch haben, wenn die Umschulung beginnt. Glaube ich, macht ja Sinn… Nun wird langsam seitens ArbAmt alles in die Wege geleitet, Med.Gutachten, Formulare… aber langsam… Es ist mit der Frau vom ArbAmt so besprochen, dass ich mich einfach „zwischendrin“ nochmal nen Monat vom Arb.losengeld abmelde, um meinen Anspruch zu „verlängern“, bzw. einen zu haben, wenn die Umschulung losgeht.
    Mit welcher Begründung melde ich mich ab? Okay, ich glaube, da brauch man keine… Aber beim Anmelden – hatte ich ja nun erst, da kommt die Frage „Was war die letzte Zeit?“ „Warum jetzt?“ „Warum erst ab- und dann wieder anmelden?“

    Und haben Sie vielleicht Erfahrung, ob dass dann trotzdem klappt mit der Umschulung, obwohl ich zwischendurch „weg“ bin? Die Dame vom Amt meinte, das wäre kein Problem. Ich will auch nicht böse sein, aber ob sie so richtig Ahnung hat…???

    Ich würde mich wirklich freuen, wenn die Umschulung klappt, möchte es unbedingt! Kann ich irgendwelche Fehler machen?

    LG Ramona

    • Hallo Ramona,

      zunächst einmal muss ich sagen, dass ich selber keine eigenen Erfahrungen mit Umschulungen habe. Ich habe mich daher auch mit speziellen Fragen dieser Thematik nicht befasst.
      Ich habe aber den Eindruck, dass Sie sich selbst schon recht gut informiert haben und eigentlich auch schon eine Vorgehensweise mit der Arbeitsagentur abgesprochen haben. Ich halte den Weg ebenfalls für plausibel und machbar. Und wenn die Agentur das schon so vorschlägt… würde ich das auch so machen.

      Bleibt also nur die Frage nach den Begründungen für das Ab- und Anmelden. Nach meiner Erinnerung gab es da zwar Fragen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass das wirklich jemand interessiert oder das in irgendeiner Weise ausgewertet würde.

      In Ihrem Falle (längere Krankheit und bevorstehender Neubeginn) fände ich einen ausgedehnten Urlaub oder eine längere Auszeit zum Kräftesammeln eine plausible Erklärung für beide Vorgänge: Ab- und Anmelden. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht (auch aus anderen Kommentaren), dass es auch kein Problem sein sollte, mit völlig offenen Karten zu spielen und z.B. ganz einfach zu sagen, dass man den Anspruch bis zum Beginn der Umschulung verlängern möchte. Ehrliche Antwort. Und die Agentur weiß das ja sowieso.

      Gruß, Der Privatier

  15. Hallo Herr Ranning,

    Vielen Dank für die schlaflosen Nächte, an denen ich Ihre hervorragend strukturierten und informativen Kapitel gelesen habe.

    Bei mir sind noch einige Fragen offen, die mit einer schwerbehinderung zusammen hängen.

    Kurz die Daten:

    30 Jahre Betriebszugehörigkeit, 90% schwerbehindert, 57 Jahre alt.
    Vertragliche Kündigungsfrist 3 Monate zum Monatsende.
    Aufhebungsvertrag mit Abfindung im April 2015 zum Ende Juli 2015.

    Wenn ich den 158 SGB III richtig verstanden habe, hätte ich dann eine Ruhenszeit von 12 Monaten, da ich eigentlich unkündbar bin.

    Liege ich da richtig?

    Ansonsten hätte ich noch ein paar weitere Fragen, die ich aber gerne erstmal via email gestellt hätte. Ich würde dann gerne gemeinsam mit Ihnen festlegen, welche wir dann im Blog aufnehmen?

    Für eine Antwort im Voraus herzlichen Dank.

    Peter

    • Ich müsste hier erst einmal vorwegschicken, dass sämtliche Regelungen, die es im Zusammenhang mit Schwerbehinderungen gibt, nicht zu meinen Stärken gehören! Hier habe ich mich einfach nicht ausführlich genug mit befasst…

      Dennoch: Ich verstehe den §158 SGB III genau so, wie Sie. Ich würde also von einer 12-monatigen Ruhefrist ausgehen. Achtung: Das gilt sowohl für eine evtl. Meldung bei der Arbeitsagentur, als auch für die Berechnung der Krankenkassenbeiträge. Im Klartext: Hier ist „selber zahlen“ angesagt!

      Weitere Fragen sind immer willkommen. Am liebsten direkt per Kommentar, aber in besonderen Fällen auch per Mail.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Herr Ranning,

        Danke für die Antwort.
        Da schicke ich jetzt gleich noch einige Überlegungen in diesem Zusammenhang hinterher.

        Ich würde Ihrer Vorgehensweise folgen und mich am 1.8.2015 bei der Agentur anmelden und anschl. wieder abmelden.

        Die Abfindung wurde ich mir zum 1.1.2016 auszahlen lassen und dann im Jahr 2016 keine weiteren Einkünfte haben.

        Anfang 2017 Alg.

        Nun leitet sich daraus eine Frage ab. Ist damit die Ruhenszeit „aufgebraucht / erledigt“?

        Ich finde hier keinen eindeutigen Gesetzestext.

        Was die Beiträge zur KV/PC betrifft, gehe ich vom „Günstigkeitsprinzip“ aus.
        Immer der Zeitraum, welcher der kürzester ist.
        – max bis zu Ablauf der normalerweise einzuhalten Kündigungsfrist vom AG.
        – max bis der Arbeitsentgeltanteil aufgebraucht ist
        – max 1 Jahr
        Also mit meinen Rahmendaten für 3 Monate.
        Danach freiw. KV auf Basis der Einkünfte.
        Ich gehe dann vom 1.8.2015 und dem Mindestbeitrag aus.
        Habe ich hier falsch gedacht oder was wichtiges übersehen?

        Es wäre schön, wenn Sie mir Ihre Anmerkungen dazu mitteilen könnten.

        Danke schon mal im voraus.

        Gruß Peter

        • Gut, dass Sie noch einmal nachgefragt haben! Denn mir fällt gerade auf, dass ich in meiner letzten Antwort ein entscheidendes Wort vergessen habe: So sollten nämlich von einer maximalen Ruhefrist von 12 Monaten ausgehen!
          Diese Maximalgrenze ist ohnehin im §158 verankert, wird aber meistens durch kürzere Kündigungsfristen beschränkt. Dies ist bei Ihnen aber wg. der Schwerbehinderung nicht der Fall und daher bleibt es bei 12 Monaten. Aber eben: Maximal!
          Die konkrete Dauer der zu erwartenden Ruhefrist können Sie am einfachsten anhand der Tabelle feststellen, die ich im Beitrag „Ruhezeiten“ erläutert habe. Dort finden Sie auch ein Rechenbeispiel.

          Wichtig für Ihre aktuelle Frage zu dem Krankenkassenbeiträgen: Die KK verwendet dasselbe Verfahren wie das für die Ruhezeiten. Also wird die KK während der Ruhezeit Beiträge gemäß des fiktiven Einkommens berechnen. Danach nach Ihren anderen Einkünften (z.B. Kapitalerträge).

          Sperr- und Ruhezeiten beginnen immer mit dem Ereignis, welches ihnen zugrunde liegt. Und sie laufen dann auch ab, egal ob man in dieser Zeit arbeitslos gemeldet ist oder nicht. Wenn Sie sich also erst in 2017 arbeitslos melden, ist Ihre Ruhezeit längst abgelaufen.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            zum An-und Abmelden und zur Ruhezeit habe ich auch eine Frage. Ich bin zum 31.10.2015 gekündigt, da eine Betriebsabteilung stillgelegt wird. Ich bin auch Betriebsratsmitglied, daher eigentlich eine ordentlich Kündigung ausgeschlossen. Allerdings gibt es keine weitere Beschäftigungsmöglichkeit in einer anderen Betriebsabteilung (ca. 500 km entfernt). Hier würde §15 (5) KSchG Anwendung finden. Ich würde mich gerne schon zum 30.06.2015 mit dem Arbeitgeber einigen bzw. er mit mir. Kann es nun sein, dass ich trotzdem eine Ruhezeit von 12 Monaten bekomme oder nur bis zum eigentlichen Kündigungstermin? Wenn ich mich anmelde und am nächsten Tag wieder abmelde habe ich ja den vier Jahres Anspruch. Wie sieht das aus wenn ich dies mache und in der Zeit mit kleinem Gehalt angestellt bin, damit ich die Krankenversicherung nicht zahlen muss, bis die Ruhezeit (wenn Sie ein Jahr sein würde) vorbei ist und dann den Anspruch geltend mache? Wird das Einkommen dann rückwirkend geändert?
            Viele Grüße
            Jana

          • Also, mal der Reihe nach…
            * Nehmen wir einmal an, dass der §15(5) KSchG tatsächlich Anwendung findet (und zu diesem Pkt. möchte ich nichts sagen – kann ich nicht beurteilen), dann heißt dies erst einmal, dass eine Kündigung zum Zeitpunkt der Betriebsstillegung auch für ein Betriebsratsmitglied zulässig ist.
            * Dann wäre zu klären, ob der Termin 31.10.2015 innerhalb der gesetzlichen/tariflichen/Arbeitsvertraglichen Kündigungsfristen liegt.
            * Falls dies der Fall ist, wäre keine Ruhezeit erforderlich. Ansonsten doch. Aber nur bis zum Ende der normalen Kündigungsfrist.
            * Eine „Einigung“ auf einen früheren Zeitpunkt (30.06.15) würde wohl auf jeden Fall eine Ruhezeit bedeuten. Es sei denn, dieser Termin läge auch noch innerhalb der Kündigungsfristen. Kann ich mir aber kaum vorstellen.

            Aber – jetzt kommt das große „Aber“: Ob Arbeitsagentur und Krankenkasse die Frage nach der Ruhezeit genau so beurteilen, wie ich das hier gemacht habe, dafür möchte ich nicht garantieren! Gerade die Anwendbarkeit des §15(5)KSchG dürfte sicher zu intensiven Diskussionen führen. Ich würde hier wohl einen kompetenten Rechtsbeistand u. Steuerberater hinzuziehen.
            Oder, alternativ (meine bevorzugte Variante): Dem Arbeitgeber das Problem verdeutlichen (im schlimmsten Fall 12 Monate Ruhezeit, in der ALLES selber bezahlt werden muss!) und versuchen, eine dementsprechend höhere Abfindung auszuhandeln. Immerhin wäre die schlimmste Variante für den AG (wenn er eine Kündigungsschutzklage verliert) ja die Weiterbeschäftigung (=Bezahlung!) bis zum Ende der Amtszeit zzgl. 1 Jahr. Das kommt den AG u.U. sehr teuer.

            Gruß, Der Privatier

          • Oh – da habe ich ja noch was vergessen: Die Frage nach der Anstellung „mit kleinem Gehalt“ innerhalb der Ruhezeit.
            Es besteht tatsächlich die Gefahr, dass durch den neuen, geringeren Anspruch der alte gemindert wird.
            Aber auch dafür gibt es einen Ausweg. Ist mir aber gerade zu kompliziert und führt auch hier ein wenig zu weit vom eigentlich Thema weg. Ich kann aber mal empfehlen, den §150 Abs. 2 Nr.(5) genau zu studieren und ggfs. in diese Richtung weiter zu recherchieren. Oder, noch besser: Den ohnehin konsultierten Rechtsbeistand zu befragen.
            Gruß, Der Privatier

  16. Hallo Herr Ranning,

    ich habe noch eine Frage zur Abmeldung und wieder Anmeldung innerhalb des Vierjahres-Zeitraums. Wenn man sich innerhalb des Zeitraums meldet und wieder abmeldet, verlängert sich der Anspruch auf ALG dann um weitere vier Jahre? Oder muss er bis Ende des Ablaufs dann komplett genommen werden?
    Gruß, Liane

    • Nein, eine Verlängerung gibt es nicht!
      Es zählt der Zeitraum ab dem Zeitpunkt, für den der erste Anspruch genehmigt worden ist. Danach kann man immer wieder unterbrechen – aber die Zeit läuft…. Vier Jahre.
      Danach ist Schluss!

      Gruß, der Privatier

  17. Hallo Privatier,

    ich finde deinen Blog superinteressant.

    Mein Weg war kein so erfreulicher, aber ich habe bezüglich deines Modells eine Frage. Dazu muß ich etwas ausholen:

    Mitte 2012 bin ich nach knapp 10 jähriger Betriebszugehörigkeit nach Übernahme durch eine ausländische Firma durch die neuen Chefs trotz Gegenwehr „herausgemobbt“ worden, die lieber ihre „Eigengewächse“ dort einschleusen wollten. Ich habe dann zum 31.05.2012 mit mittelmäßiger Abfindung selber gekündigt, wohlwissend daß meine Rücklagen nicht bis zur Rente reichen, aber für mich war das in der Situation eher die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Arbeitslosmeldung ist zum 01.06.2012 erfolgt und auch mit Sperrzeit festgestellt worden.

    Anschließend habe ich den Fehler gemacht, mich auf einen der Jobvorschläge bei einer Zeitarbeitsfirma festnageln zu lassen, bloß um im fortgeschrittenen Arbeitnehmeralter schnell wieder in Arbeit zu kommen. Ergebnis: tägliche Pendelzeiten von knapp 3 Stunden, sich gegenseitig anschreiende Arbeitskollegen und sehr unfreundlicher Chef sowie mickriger Lohn. 6 Wochen habe ich mir das angeschaut und dann auch dort die Segel gestrichen.

    Da eine weitere Sperrzeit drohte, Verzicht auf eine weitere Arbeitslosmeldung und es bestand wegen meines (mittelmäßigen) Vermögens auch kein Anspruch auf ALG II.

    Danach habe ich eine Auszeit genommen und war mehrere Monate im Ausland (u.a. Jakobspfad Spanien), was mich mental wieder konsolidierte. Der anschließende Versuch, mittels Aktientrading über die Runden zu kommen, führte zwar zu Gewinnen, aber langfristig nicht ausreichend zum Vermögenserhalt.

    Da ich mittlerweile unter das Schonvermögen bei ALG II gerutscht bin, wollte ich einen Antrag auf ALG II beim Arbeitsamt stellen, aber die erwähnten, daß hierfür das Jobcenter zuständig sei. Gleichzeitig teilte mir die Empfangsdame zu meiner Überraschung aber auch mit, daß laut EDV ein entsprechender Restanspruch ALG I von maximal 4 Jahren, also bis zum 02.06.2016 geltend gemacht werden kann.

    Meine Fragen nun:
    1) Irrt die Dame, da doch generell eine Rahmenfrist von 2 Jahren, also bis maximal zum 01.06.2013 gegolten hätte? Eine Verlängerung auf 5 Jahre ist doch eigentlich nur unter besonderen Bedingungen, die auf mich nicht zutreffen, möglich.
    2) Falls ich berechtigt bin, würde ich nun länger ALG I erhalten, da ich mittlerweile das 50. Lebensjahr überschritten habe (15 statt 12 Monate)?

    Ich würde mir gerne die Mühe ersparen, das bürokratische Prozedere bei 2 Behörden auszusetzen.

    viele Grüße aus Hamburg

    Thomas

    • Hallo Thomas,

      In Kürze direkt zur 1. Frage:
      Die Dame irrt nicht! (Damen irren sich selten – schon gar nicht die von der Arbeitsagentur 😉 ). Im Ernst: Ein einmal festgestellter ALG1-Anspruch kann bis zu vier Jahre in Anspruch genommen werden. Wurde er also zum 01.06.2012 festgestellt, kann er bis zum 01.06.2016 in Anspruch genommen werden. Stimmt also!

      Zur Frage 2:
      Es gibt keinen längeren Anspruch, da es nach wie vor der alte Anspruch ist, der Gültigkeit hat. Da wird nicht neu berechnet.

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo Privatier,

    vielen Dank für deine schnelle Hilfe.
    Ich bin zwar als Buchhalter ein Zahlenmensch, jedoch zugegebenermaßen kein §-Experte. Jetzt habe ich das auch mit der Rahmenfrist genau verstanden. Diese gilt letztendlich nur dazu, einen bestehenden Anspruch festzustellen (bei mir Stichtag für Arbeitslosmeldung der 31.05.2013 bei Eintritt der Arbeitslosigkeit am 01.06.2012), was ich ja auch per AL-Meldung am 01.06.2012 eingehalten habe.

    Aber da drängt sich bei mir auch schon die nächste Frage auf.
    Ich vermute stark, daß die alte Sperre für die Erstkündigung wieder auflebt.
    Wie sieht es aber nun mit der Eigenkündigung des Folgejobs bei der ZA-Firma aus. Ich habe zwar zur Begründung einige Pfeile im Köcher (u.a. knapp 3 Stunden tägliche Pendelzeit, Entgelt nur gut die Hälfte der vorangegangenen Tätigkeit). Aber selbst wenn der BA das nicht ausreicht, müßte hier doch eigentlich die Verjährung einer Folgesperre entgegenstehen? Dieses folgere ich aus deiner Beurteilung der Vorteile für das Dispositionsjahr.

    viele Grüße

    Thomas

    • Generell muss man bei einer eigenen Kündigung (oder einem Aufhebungsvertrag) mit einer Sperre von 12 Wochen rechnen. Dabei beginnt die Sperre mit dem Tag, der das Ereignis begründet, also in der Regel mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit. Und läuft ab diesem Tag dann für 12 Wochen. Egal, was passiert. Heißt: Nach 12 Wochen ist das Thema dann auch vorbei!
      Aber: Es wird auch der Anspruch verkürzt! Man hat also 12 Wochen weniger Anspruch. Und das bleibt auch so.
      Im Endeffekt wird daher die alte Sperre nicht wieder aufleben. Das ist längst vorbei. Der Anspruch bleibt aber verkürzt. So wie ursprünglich festgestellt.

      Wie das nun mit dem Folgejob geregelt wird, kann ich leider auch nicht beantworten. Ich würde mich einfach vertrauensvoll an die Arbeitsagentur wenden. Wenn man dort nett fragt, bekommt man auch vernünftige Antworten (meistens).

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        erneut danke für Ihre Hilfe.
        Sie haben recht, daß die ursprüngliche Sperre wiederauflebt, womit ich auch gerechnet habe.
        Bzgl. des Folgejobs denke ich mal, daß rein von der Logik her das gleiche gelten müßte, wie beim Dispositionsjahr, d.h. daß eine Verjährung nach 1 Jahr und 1 Tag für den Sperrgrund vorliegen müßte. Diese Frist ist bei mir schon überschritten, aber irrelevant, da ich hierdurch eh keine neuen Ansprüche aufbauen konnte, aber noch Leistungsansprüche aus dem ursprünglichen Beschäftigungsverhältnis bis zum 31.05.2016 habe. Ich habe hierzu auch 2 Quellen im Internet gefunden.
        Ich werde das aber montag direkt beim Arbeitsamt abklären und bin diesbezüglich guter Dinge.

        viele Grüße

        Thomas

        • Dann wünsche ich mal viel Erfolg!

          Immer freundlich und sachlich bleiben, im Zweifel aber auch hartnäckig bleiben und ggfs. nach kompetenteren Ansprechpartnern fragen (nicht jeder kann sich mit allen Details auskennen. Das ist auf dem Amt nicht anders).

          Gruß, Der Privatier

  19. Hallo Privatier,
    ich habe einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung unterschrieben und arbeite noch bis zum 31.8.15 in dem Unternehmen (gesetzl. KüFrist). Ich möchte das Anmelden-Abmelden-Modell anwenden und mich ab 2.9. selbstständig machen ohne Leistungen vom AA – sprich, mich wieder abmelden.
    Nun soll ich mich in den nächsten Wochen entscheiden, ob ich arbeiten gehe (Vermittlung, Bewerbungen etc.) oder mich selbstständig mache (Businessplan, Rentabilitätsberechnung etc.). Ich weiß aber noch nicht genau, was ich machen will. Will mir damit evtl. noch 2-3 Monate Zeit lassen ohne Leistungen vom AA zu beziehen unter Wahrung der Ansprüche für ALG1. Welche Entscheidung wäre vom Aufwand her einfacher bis dahin?
    Vielen Dank!

    • Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstanden habe…
      „Nun soll ich mich in den nächsten Wochen entscheiden…“

      Wer sagt das? Die Arbeitsagentur?
      Ich würde das mal als guten Rat auffassen.

      Wenn man sich arbeitslos meldet, muss die Agentur den Anspruch prüfen und feststellen. Und das wird sie auch tun. Egal, was man vorhat.
      Und wenn man sich ein paar Tage später wieder abmeldet, bleiben die Ansprüche für bis zu vier Jahre erhalten. Ebenfalls unabhängig davon, was man vorhat.
      Wenn man bei der Agentur abgemeldet ist, gibt es auch keine Verpflichtungen zu Bewerbungen, Vermittlungen, Businessplänen oder ähnlichem.

      Vom Aufwand her am einfachsten ist es also, sich anzumelden, ein paar Tage später sich wieder abzumelden. Und dann 2-3 Monate Zeit lassen und nichts tun (am wenigsten Aufwand! 😉 ). Aber sich immer über die Konsequenzen hinsichtlich Kosten (Krankenkasse etc.) im Klaren sein!

      Gruß, Der Privatier

      • Ich habe einen Termin Mitte nächsten Monats, wo der SB wissen möchte, ob ich mich selbstständig mache oder einer „normalen“ Beschäftigung nachgehe. Das ist dann ca. 6-7 Wochen, bevor ich mich wieder abmelden kann. Wie überbrücke ich diese Zeit am Besten? Businessplan anfertigen oder Bewerbungen schreiben? Ob zielführend oder nicht, für eines soll ich mich entscheiden. 🙁 Dieser Umstand wird dadurch erreicht, dass man sich 3 Monate vorher (oder nach 3 Tagen nach Bekanntwerden des Jobverlustes) arbeitssuchend melden muss.

        • Ah – okay! Jetzt habe ich das Problem richtig verstanden. Aber die Antwort wird dadurch nicht einfacher…
          Denn es könnte sein, dass der SB ein paar „Weiterbildungen“ für Dich planen möchte. In Frage kämen da Dinge wie „Wie bewerbe ich mich richtig?“, „Umgang mit PC und Internetbörsen“, „Existenzgründungsseminar“, usw.. Ich kann mir aber auch nicht wirklich vorstellen, dass die Agentur keinerlei Vermittlung/Bewerbung fordert, wenn man sich für die Selbständigkeit entscheidet.

          Wenn man also annimmt, dass Bewerbungen ohnehin erforderlich sein werden, wäre das der Weg, der recht einfach ist. Einen Lebenslauf und ein Jobprofil muss man bei der Agentur ohnehin einreichen. Und Bewerbungen gehen dann über die Jobbörse der Agentur auf Knopfdruck. Mit recht wenig Aufwand und mit automatischer Dokumentation der Bemühungen.

          Wenn Du allerdings ernsthaft eine Selbständigkeit planst, würde ich mir evtl. kostenlose Angebote der Weiterbildung durch die Agentur nicht entgehen lassen. Ich selber habe an einem Existenzgründungsseminar teilgenommen. Hat mir selber nicht so furchtbar viel gebracht, aber wer zum ersten Mal etwas von Umsatzsteuer und Businessplan hört, dem kann das schon gut helfen. Ist sicher wesentlich aufwändiger, aber wohlmöglich sinnvoller. Und hilft vielleicht auch bei der Entscheidung…

          Gruß, Der Privatier

          • In Weiterbildungen können die mich ja bis zum 31.08. nicht stecken, da mein Arbeitsvertrag bis dahin läuft. Der SB meinte, er suche keine Stellen, wenn ich mich für die Selbstständigkeit entscheiden würde, weil es ja keinen Sinn mache, wenn ich mich dort eh nicht bewerbe… Ich will halt nur ungefähr wissen, was dann auf mich zukommt bei der Entscheidung dafür. Zum 1.9. wäre dann die ALO-Meldung angesagt und am 2.9.+x die Abmeldung. Vielleicht könnte ich ja noch das Existenzgründungsseminar mitnehmen und mich dann abmelden, wenn sich dadurch an meinem Vorhaben nichts ändert. Eine Sperre bekomme ich sowieso für 12 Wochen und mein ALG1-Anspruch wird ja nicht mehr gekürzt, wenn ich mich z.B. innerhalb dieser gesperrten 12 Wochen abmelde…?

          • Eine Sperre ist immer auch mit einer Reduzierung des ALG1-Anspruches verbunden. Wer „normal“ z.B. Anspruch auf 12 Monate hätte, hat dann eben bei einer Sperre nur noch 9 Monate. Und die Sperre beginnt immer mit dem Ereignis, was sie auslöst. An diesen beiden Fakten ändert das Abmelden und evtl. spätere (wieder)Anmelden nichts. Der festgestellte Anspruch bleibt erhalten und wenn die Sperre abgelaufen ist, gibt es auch keine neue.
            Noch mal zum Aufwand: Ich denke, der Aufwand für Bewerbungen ist deutlich geringer, als der sich ernsthaft mit einer Selbständigkeit auseinander zu setzen. Wer sich aber ernsthaft selbständig machen möchte, könnte die Angebote der Agentur sicher auch sinnvoll nutzen. Und das betrifft sowohl die Weiterbildungsmöglichkeiten, als auch evtl. Fördermaßnahmen.

            Gruß, Der Privatier

      • Hallo Herr Ranning,
        ich habe Ihren Rat und den einiger Besucher befolgt und bin doch auf Fragezeichen in der AfA gestoßen:
        Betriebsbedingte Kündigung zum 31.10.15 -> also gut 3 Monate vorher arbeitssuchend gemeldet und einige Tage vorher arbeitslos gemeldet. Abfindung fließt in 01.16. Soweit so gut.
        Problem ist die von Ihenen genannte „Feststellung des Anspruchs“ von ALG. Der SB der AfA meinte ich müsse zwingend den Antrag auf ALG ausfüllen und einreichen (mit diversen Anlagen zu Verdienst/ KV/PV/Rente etc.) Damit war ich nun wieder in der AfA, wo man mir sagte, um den Anspruch festzustellen und den Antrag zu „bewilligen“, müsse ich „wenigstens für einen Tag ALG beziehen“, erst dann könne ich mich wieder abmelden. Danach hätte ich 4 Jahre Zeit die restlichen Tage ALG zu beziehen, müsse also auch nicht zwingend innerhalb eines Jahres damit anfangen.
        Meine Frage: wenn Sie von „feststellen des Anspruchs“ schreiben, ist das das gleiche wie der „Antrag auf ALG“? Mußten Sie auch mind. einen Tag ALG beziehen?
        Theoretisch müßte ich dann ja sogar wegen des einen Tages von der PKV in die GKV wechseln, was ich keinesfalls möchte!
        MfG, Feli

        • Hallo Feli,
          dass man beim Besuch der AfA auf Fragezeichen stößt, ist erst mal nicht so ungewöhnlich. Daran sollte man sich besser gleich mal gewöhnen. 😉

          Die Überraschung ist aber auch ein wenig auf meiner Seite, denn auf die Tatsache, dass man mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet sein sollte (inkl. Antrag auf ALG1), habe ich hier in den Kommentaren mehrfach und immer wieder hingewiesen. Aber auch ohne diesen Hinweis halte ich das für ziemlich logisch: Denn natürlich muss man erst einen Antrag auf ALG1 stellen, bevor dieser geprüft werden und anschließend der Anspruch festgestellt werden kann.
          Also: Ja! Antrag auf ALG1 abgeben, mindestens 1 Tag als arbeitslos gemeldet sein, danach kann man sich wieder abmelden. Und hat dann 4 Jahre Zeit.

          Wenn Sie in der PKV bleiben möchten, ist dies auch kein Problem. Sie können sich (bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen) von der Versicherungspflicht befreien lassen.
          Mehr dazu bei Finanztip.de

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Herr Ranning, danke für die schnelle Antwort.
            In dem Artikel oben steht nur „Anspruch feststellen lassen“ und ich habe evtl. nicht alle Kommentare gelesen. Sorry. Aber dann ist ja alles OK.
            Dann wäre noch auf den Vorteil dieser Methode im Vergleich zum Dispositionsjahr hinzuweisen, den ich so direkt, glaube ich, noch nicht gelesen hatte: Der Beginn des evtl. ALG-Bezuges kann viel länger hinausgeschoben werden als ein Jahr, ohne Einbußen bei der Höhe.
            MfG, Feli

          • Hallo Feli,

            ich weiß – das Lesen der Kommentare ist bei manchen Beiträge inzwischen ziemlich mühselig geworden. So auch beim Dispojahr.
            Von daher kann ich verstehen, dass hier fälschlicherweise ein Vorteil der längeren Aufschiebbarkeit beim An- und Abmelden gegenüber dem Dispojahr gesehen wird. Das Gegenteil ist richtig:
            Beim Dispojahr passiert zunächst ein Jahr lang gar nichts. Dann wird der ALG-Antrag gestellt, der Anspruch festgestellt und es bleiben dann ebenso vier Jahre diesen dann auch auszunutzen. Insgesamt also fünf Jahre aufgeschoben.

            Gruß, Der Privatier

          • Dieses Thema („Anspruch feststellen lassen“) werde ich mir nochmal anschauen müssen.

            Eigentlich wollte ich mit der Agentur für Arbeit nichts mehr zu tun haben. Aber 4 Jahre theoretischen Anspruch… man weiß nie wofür’s mal gut ist.

            Zur PKV: Ist das nicht ein akademisches Problem, wenn man privat versichert ist (und bleiben will), und die AFA einen für einen Tag zusätzlich gesetzlich versichert?

  20. Hallo Herr Ranning,

    ich bin heute per Zufall auf Ihre Homepage gestossen und bin beeindruckt und dankbar für die Fülle an qualifizierten und umfassenden Informationen.

    Bin auch seit 1.1.2015 Privatier und in einer ganz ähnlichen Situation: Aufhebungsvertrag zum 31.12.14, Abfindung 01/2015, Versuch der Steuerminderung, Rürup, Fünftelregelung etc…..

    In diesem Zusammenhang ist bei mir noch eine Frage offen:

    Ich war im November 2014 beim Arbeitsamt zu einem Beratungsgespräch, habe dort mitgeteilt, dass ich im Jahr 2015 versuchen werde mir mein eigenes Beratungsunternehmen aufzubauen und mich deshalb voresrst nicht arbeitslos melden werde.

    Habe aber inzwischen beschlossen erstmal eine längere Auszeit zu nehmen und erst in 2016 mit der selbstständigen Tätigkeit zu beginnen(Krankenversicherung über Familienversicherung mit meiner Frau funktioniert während der Auszeit übrigens vollkommen problemlos).

    Wird dann folgendes Konzept funktionieren?

    Wenn ich am 1.1.2015 zum Arbeitsamt gehe und mich zum 1.1.2016 arbeitslos melde und meinen Anspruch feststellen lasse – kann ich mich dann nach Feststellung des Anspruchs wieder abmelden und für die nächsten 2 Jahre einer freiberuflichen Tätigkeit nachgehen und anschließend – nach erneuter Meldung der Arbeitslosigkeit – die Ansprüche in der festgestellten Höhe in Anspruch nehmen?

    Viele Grüße

    Berwilda

    • Vielen Dank für die lobenden Worte! Es freut mich, wenn Sie etwas von den Informationen hier für sich verwenden können.
      Und wie ich sehe, haben Sie sich bereits ein durchaus sinnvolles Konzept zurechtgelegt: Im Grunde ist es die Kombination aus Dispojahr und An- und Abmelden. Wenn Sie sich über die Risiken des Dispojahres informiert haben, sehe ich kein Problem in dieser Vorgehensweise. Bedenken Sie auf jeden Fall, dass Sie am Ende des Dispojahres nicht krank werden dürfen (s. Kommentare beim Dispojahr)!
      Zwei Anmerkungen noch:
      Bei der Aussage: „Wenn ich am 1.1.2015 zum Arbeitsamt gehe und mich zum 1.1.2016 arbeitslos melde…“ handelt es sich vermutlich um einen Schreibfehler? Entscheidend ist der Beginn der Arbeitslosigkeit am 1.1.2016. Ganz Vorsichtige melden sich 3 Monate vorher. Ich denke, es reichen auch ein paar Tage.
      Nächster Punkt: Bedenken Sie bitte auch, dass Gewinne aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit über 165 Euro/Monat den ALG1-Anspruch 1:1 mindern! Und es sind weitere Bedingungen (z.B. max. Arbeitszeit) zu beachten. Ansonsten gelten Sie nicht mehr als arbeitslos. Beides natürlich nur dann, wenn Sie die freiberufliche Tätigkeit parallel zur Arbeitslosigkeit ausüben wollen. Aber das hatten Sie ja gar nicht vor – sehe ich gerade. Nun gut. Egal…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        vielen Dank für die schnelle Antwort. Der 1.1.2015 war ein Tippfehler meinerseits – ich meinte den den 1.12.2015, also 1 Monat vor Beginn der Arbeitslosigkeit um auf der sicheren Seite zu sein.

        Vieln Dank nochmal und geniessen Sie Ihre Zeit ich tue es auch.

        Berwilda

  21. Hallo Privatier,

    ich bin seit 1. Juli arbeitslos gemeldet, stehe der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt nur in Teilzeit (ca. 22 Stunden pro Woche) zur Verfügung, da ich vorher nur in diesem Umfang beschäftigt war, um einer nebenberuflichen Selbstständigkeit als Künstlerin nachgehen zu können. Meine Frage: im kommenden Monat verkaufe ich eine Arbeit (ca. 2000-3000 Euro). Ich würde diesen Betrag gern ordentlich per Rechnung erfassen. Nun ist der Freibetrag ja nur 165 Euro… bedeutet dies, dass ich das Arbeitslosengeld, welches ich Ende Juli erstmals erhalten werde, gleich wieder zurückzahlen muss? Sollte ich mich also schnell abmelden? Gut möglich, dass dann aber eine monatelange Flaute eintritt, ich keine Einnahmen habe, und mich also schon bald wieder arbeitslos melden müßte. Kann man so ein An- und Abmelden je nach Auftragslage in der Selbständigkeit praktizieren?

    Vielen Dank vorab für Ihre Antwort und beste Grüße!
    Artistin

    • Also – bei mir war es damals so, dass die Gewinne aus der selbständigen Tätigkeit (nicht die Einnahmen!) Monat für Monat einzeln mit dem Freibetrag abgeglichen wurden. Hatte ich z.B. in einem Monat 300 Euro Gewinn, so musste ich 135 Euro von meinem ALG1 zurückzahlen. Hatte ich im Folgemonat keinen Gewinn (oder sogar Verlust) war dies unerheblich. Ein Verfahren, was ich nicht für korrekt halte und wo ich auch heute noch starke Zweifel habe, ob die Agentur das damals so richtig gemacht hat. Kurzfristig habe ich damals überlegt, Einspruch einzulegen. Aber irgendwann war bei mir auch die Energie für den Behördenkampf erschöpft.
      Ich bin mir also auch heute nicht ganz sicher, ob die monatliche Abrechnung wirklich korrekt ist, oder ob ein Durchschnitt übers Jahr gebildet werden müsste.

      Ich würde an Ihrer Stelle und aus meiner heutigen Sicht wohl den System-konformen Weg wählen und mich gemäß dem Motto: „Ich habe eine bezahlte Arbeit – also melde ich mich aus der Arbeitslosigkeit ab.“ verhalten.
      Und wenn das nur für einen Monat so ist, dann melde ich mich eben nächsten Monat wieder an. Ist „ein bisschen“ Behördenkram. Aber aus meiner Sicht korrekt und gegen evtl. Bedenken hinsichtlich nicht zustehender Unterstützung immun.
      Es ist ja ein Merkmal vieler nebenberuflicher Selbständigkeiten, dass die Einnahmen unregelmäßig und schlecht planbar kommen. Und in den Phasen, in denen Einnahmen vorhanden sind, benötigt man die Unterstützung der Arbeitsagentur nicht. Fehlen die Einnahmen, meldet man sich wieder an. Ich sehe da kein Problem.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich bin ja auch sehr an Kunst interessiert und möchte die Gelegenheit nutzen, einmal auf ein fotografisches Werk hinzuweisen, welches ich vor ein paar Tagen entdeckt habe: „Forty Portraits in Forty Years„.
      Ich habe früher einmal selber S/W-Fotos gemacht und bin von dieser Serie total begeistert !!

      • Ach – da habe ich mich jetzt von den Fotos etwas ablenken lassen und das Wichtigste noch vergessen:
        Wer nachweisen kann, dass er bereits VOR der Arbeitslosigkeit regelmäßige Einkünfte durch seine nebenberufliche Selbständigkeit hatte, bekommt in dieser Höhe einen höheren Freibetrag! D.h. Gewinne in dieser Höhe werden nicht mit dem ALG verrechnet.

        Gruß, Der Privatier

        • Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, die sich mit meinen Überlegungen deckt. Ich zögere noch, weil ich diesen Behördenkram auch nicht ausstehen kann. Auch gut rechnen muss man können 😉 denn wie Sie anmerken, es geht ja nicht um die Einnahmen, sondern den Gewinn, abzüglich der Beiträge für Krankenkasse und Rentenversicherung.
          Danke auch für den Hinweis auf den höheren Freibetrag – der ist nur nicht so sehr hoch bei mir, aber besser als nix.
          Und nicht zuletzt freue ich mich über Ihren Hinweis auf das tolle Fotoprojekt! Ganz schön mutig von den vier Frauen!! den Alterungsprozess versucht man ja in dieser Gesellschaft radikal zu leugnen. Wir sind ewig schön, drahtig und jung – und leider nicht im Sinne des schönen Dylan-Songs „forever young“ …
          Aber jetzt komme ich auch ab vom Thema und kratze rasch die Kurve indem ich Ihnen herzlich Danke und einen schönen Tag wünsche.

          die artistin

  22. Hallo Privatier,
    besten Dank für diesen super interessanten Blog!
    Ich habe mal eine Frage zur Berechnung der Höhe des ALG I nach einer Phase der Selbständigkeit.

    Zur Zeit bin ich Angestellter in gekündigter Position (betriebsbedingte Kündigung durch AG). Mein Arbeitsverhältnis endet zum 31.01.2016. Bis dahin bin ich -bei Fortzahlung der vollen Bezüge -unwiderruflich freigestellt und darf laut meinem AG auch schon anderweitig einer Tätigkeit nachgehen.
    Dies mache ich auch schon seit Anfang August. Ich habe ein Gewerbe als Unternehmensberater angemeldet und bereits mit 2 Firmen einen Vertrag als freier Mitarbeiter abgeschlossen. Diese beiden Firmen lasten meine Arbeitskapazität nun zu ca. 50% aus.
    Ich verdiene also im Moment doppelt.
    Meine Frage bezieht sich auf die Zeit nach dem 31.01.2016. Bis dahin zahlt mein alter AG ja noch voll in die Kasse der Arbeitslosenversicherung für mich ein. Vorher war ich noch nie arbeitslos und ich arbeite durchgehend seit ca. 20 Jahren.
    Die damit erworbene Anwartschaft auf ALG I für 12 Monate bleibt ja dann für 4 Jahre bestehen, auch wenn ich die Beiträge während meiner Selbständigkeit ab dem 01.02.16 nicht weiter leisten würde, korrekt?
    Meine Frage bezieht sich auf die Höhe der Leistung. Vermutlich werde ich in der Selbständigkeit zunächst (deutlich) weniger verdienen wie als angestellter Arbeitnehmer.
    Nehmen wir einmal an, die Selbständigkeit würde schlecht laufen und ich müsste mein Geschäft zum z.B. 01.07.16 wieder aufgeben und ab dann ALG I beziehen wollen. Würde dann das niedrigere Einkommen zwischen Februar 16 und Juni 16 bei der Berechnung der Höhe von ALG I zu berücksichtigen sein (auch wenn ich keine AV-Beiträge geleistet hätte) oder „behalte“ ich den Anspruch auf den höheren Satz (in meinem Fall gleich dem Höchstsatz) aus meiner Zeit als angestellter Arbeitnehmer?
    Für eine Klärende Antwort wäre ich sehr dankbar!
    Herzliche Grüsse, Oliver

    • „…Die damit erworbene Anwartschaft auf ALG I für 12 Monate bleibt ja dann für 4 Jahre bestehen,…“
      Das möchte ich zunächst einmal etwas präzisieren! Es ist nicht die Anwartschaft, die für 4 Jahre bestehen bleibt, sondern die beantragte und bewilligte Leistung der Arbeitsagentur. Nur wer einen Antrag auf ALG1 stellt und diesen dann auch bewilligt bekommt, kann auf diesen so festgestellten Anspruch 4 Jahre zurückgreifen. Wird hingegen kein Antrag gestellt, so verfällt der Anspruch komplett nach Ablauf eines Jahres.

      Damit wäre aber auch die eigentliche Frage nach der Höhe des Anspruches schon (fast) beantwortet. Wird der Antrag auf ALG1 nämlich sofort nach Ausscheiden aus dem alten Job gestellt, so berechnet sich die Höhe nach dem alten Gehalt. Keine Frage.
      Daran ändert auch eine zwischenzeitliche Selbständigkeit nichts, wenn man z.B. den Antrag erst ein halbes Jahr später stellt. In der Zwischenzeit sind ja keine sozialversicherungspflichtigen Beiträge gezahlt worden. Die Situation ist dieselbe, als wenn man ein halbes Jahr auf Weltreise gewesen wäre. Also: Berechnung auf Basis des alten Gehalts.

      Dauert die Selbständigkeit aber länger als ein Jahr und man hat bis dahin keinen Antrag auf ALG1 gestellt, gibt es gar nichts mehr. Anspruch verfallen! Es sei denn…

      Tja – es sei denn, man habe einen Antrag auf freiwillige Weiterversicherung (in der der Arbeitslosenversicherung) gestellt. Auch Selbständige können sich gegen Arbeitslosigkeit versichern. Die genauen Regeln dazu habe ich vergessen. Ich habe das damals ganz kurz überlegt, aber ganz schnell wieder verworfen. Die Regeln sowohl für die Beitragszahlung als auch für die späteren Leistungen habe ich als recht konfus empfunden. So wird im Leistungsfall nicht nach vorigem Verdienst oder nach eingezahlten Beiträgen gezahlt, sondern auf Basis von Ausbildungskategorien(?!). Ein Hochschulabsolvent erhält mehr als ein Facharbeiter. Alleine die Ausbildung zählt…

      Falls das interessant sein sollte, bitte einmal selber recherchieren. Oder – noch besser: Bei der Agentur für Arbeit informieren!
      Aber das würde ich ohnehin empfehlen: Die Situation und das geplante Vorgehen im Vorfeld mit der Agentur abstimmen und Beratung dazu einfordern!

      Gruß, Der Privatier

      • Noch ein kleiner Nachtrag:
        Es gibt auch die Möglichkeit, als Arbeitsloser (mit ALG1 Bezug) nebenberuflich selbständig zu sein. Dazu sind gewisse Kriterien einzuhalten (ich glaube, es sind u.a. max. 15 Wochenstunden möglich). Der Gewinn aus dieser Tätigkeit ist bis zu 165 Euro/Monat frei. Alles was darüber ist, wird 1:1 vom ALG abgezogen. ABER:
        Wer nachweisen kann, dass er schon VOR dem ALG-Antrag mind. 18 Monate nebenberuflich selbständig war und höhere Einkünfte über diesen Zeitraum nachweisen kann, erhält einen höheren Freibetrag. Sprich: Er kann mehr nebenher verdienen, ohne dass es aufs ALG angerechnet wird.

        Es wäre daher zu überlegen, ob mit dem ALG Antrag besser solange gewartet wird, bis 18 Monate selbständige und hohe Einkünfte nachgewiesen werden können. Aber nicht zu lange warten! Und die Wochenstunden nicht überschreiten. Und Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt gewährleisten. Sonst klappt das alles nicht…
        Und auch für diese Idee gilt: Auf jeden Fall(!) vorher mit der AfA abstimmen. Klar sagen, was man vorhat. Und wenn man auf jemand trifft, der sich im Thema nicht auskennt (kommt vor), nach einem neuen Termin fragen. Hartnäckig bleiben.

        Gruß, Der Privatier

      • Lieber Privatier,

        ich habe noch eine Frage zu den erwähnten Fristen und deren Erwähnung in den Unterlagen der Bundesagentur für Arbeit (z.B. im „Merkblatt für Arbeitslose“):
        Die 4 Jahre, die eine Anwartschaft nach Beantragung und Bewilligung bestehen bleibt, findet man z.B. im „Merkblatt für Arbeitslose“ recht einfach. Die von Dir erwähnte Frist von einem Jahr (z.B. bei zwischenzeitlicher Selbständigkeit, siehe mein Fallbeispiel oben), kann ich nirgendwo wiederfinden. Wo wird diese 1-Jahres-Frist explizit geregelt in den Unterlagen der BAA ? Grüsse, Oliver

        • Hallo Oliver,
          die Frist von einem Jahr ergibt sich aufgrund der sog. Rahmenfrist.
          Die Zusammenhäng und Schlussfolgerungen habe ich im Beitrag über das Dispojahr erläutert. Denn das Dispojahr kann ja eben maximal ein Jahr ausgeschöpft werden. Danach verfällt der ALG1-Anspruch.
          Die Themen Anwartschaftszeit und Rahmenfrist kann man aber auch bei der Agentur für Arbeit nachlesen.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            ich habe bis zum 31.01.2016 als Angestellter gearbeitet und war entsprechend sozialversichert. Zur Zeit bin ich selbständig tätig (Gewerbe wurde bereits zum 01.08.15 angemeldet, da ich in der letzten Phase des Angestelltenverhältnisses freigestellt war und ich so schon zusätzlich als Selbständiger verdienen konnte). Seit dem 01.02.2016 zahle ich keine Beiträge mehr in die Arbeitslosenversicherung, aus der Zeit vorher habe ich grundsätzlichen einen Anspruch auf ALG1 für 12 Monate erarbeitet. Dieser Anspruch verfällt ja nach einem Jahr… (also zum 01.02.2017) es sei denn ich beantrage die Leistung und diese wird mir auch bewilligt, dann kann ich diese über einen Zeitraum von 4 Jahre „abrufen“.
            Ich will mir nun diesen Anspruch für 4 Jahre sichern. Zur Zeit arbeite ich als Selbständiger ca. 20 Stunden pro Woche (bin als über der 15 Stunden Grenze), dieses 20 Stunden ergeben sich aus 2 Beratungsverträgen mit zwei verschiedenen Unternehmen, für die arbeite. Nun möchte ich mich für kurze Zeit (ein oder zwei Wochen) arbeitslos melden, um besagte 4 Jahre zu sichern. Kann man das irgendwie hinbekommen? Bin ja im Moment mit 20 Wochenstunde etwas über der 15 Stunden Grenze, allerdings sind beide Unternehmen von ihrer wirtschaftlichen Situation etwas „wackelig“. Daher möchte ich mich ein wenig absichern, für den Fall, dass einer oder beide Verträge nach dem 01.02.2017 nicht mehr bestehen. Gibt es hierzu eine Möglichkeit?

          • Wenn es sich um eine „echte“ Selbständigkeit handelt, so gehört dazu auch die freie Entscheidung des Selbständigen wann, wo und in welchem Umfang er seine Tätigkeiten ausübt.
            Und wenn die Auslastung durch Aufträge ohnehin nicht immer ganz konstant ist, kann man ja durchaus eine Flaute-Phase, in der nur wenig zu tun ist, dazu nutzen, einen Antrag auf ALG zu stellen. Selbstverständlich natürlich immer mit den vollständigen Angaben zu der ausgeübten Selbständigkeit! Solange sie sich unterhalb der o.g. Grenzen bewegt, ist dies kein Hindernis für den ALG1 Antrag.
            Wenn sich die Auftragslage wieder bessert, kann man (und muss man dann auch!) sich aus der Arbeitslosigkeit wieder verabschieden.

            Gruß, Der Privatier

  23. Das Anerkennen höherer Einkünfte in einer selbständigen Tätigkeit innerhalb der 18 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit geht nur, wenn gleichzeitig eine versicherungspflichtige Beschäftigung besteht.
    Wenn man, wie ich, das Dispositionsjahr nutzt, geht es nicht!

    Viele Grüße
    Hardy

    • Ich habe auch noch die Antwort der Arbeitsagentur auf die betreffende Nachfrage gefunden:

      „Bezüglich Ihrer Anfrage bezüglich des Nebenverdienstes verweise ich auf § 155 Abs.2 SGB III, in dem es ausdrücklich heißt, dass ein erhöhter Freibetrag nur gewährt werden kann, wenn in den letzten
      18 Monaten vor Entstehung des Anspruches neben eines Versicherungsverhältnisses min. 12 Monate lang der Nebenverdienst bereits ausgeübt wurde.
      Somit kann § 155 SGB III nicht greifen, wenn Sie von Ihrem Dispositionsrecht Gebrauch machen.
      Die Formulierung des Gesetzestextes schließt die Ausübung von Ermessen völlig aus.“

      Viele Grüße
      Hardy

    • Super, Hardy! Vielen Dank für diese wichtige Ergänzung bzw. Korrektur!
      Der Teufel steckt eben oft im Detail.

      Das gilt im Übrigen auch für die von mir erwähnte freiwillige Weiterversicherung in der ALV. Aber mehr sage ich dazu besser nicht, dazu habe ich mich viel zu wenig damit beschäftigt. Ich möchte das auch eher als Hinweis sehen, sich ggfs. damit einmal näher zu befassen, bzw. sich beraten zu lassen.

      Gruß, Der Privatier

  24. Prima, besten Dank für die sehr hilfreichen Antworten!!
    Das bedeutet also, dass es mit der Sicherung eines festgestellten Anspruches über die besagten 4 Jahre bei mir schwierig werden wird bzw. nicht funktionieren kann, da ich ALG I nicht bewilligt bekommen werde. Es sei denn, die Selbständigkeit entwickelt sich so schlecht, dass ich am Stichtag 31.01.16 (Ende meines Angestelltenverhältnisses) nur für weniger als 15 Stunden pro Woche Arbeit habe und damit dann als „arbeitslos“ gelte….. diese Zahl beruht ja dann auf meinen eigenen Angaben und es kann ja durchaus sein, dass ich mich dann – wie gerade aktuell – ziemlich genau an der Grenze bewege (aktuell liege ich bei etwa 18 Stunden / Woche)

    • Ja, vollkommen richtig. Die Angaben zur Selbständigkeit beruhen zwar auf den eigenen Aussagen, müssen aber auch durch geeignete Nachweise belegt werden. Dies bezieht sich aber in erster Linie auf Umsatz/Gewinn, welche durch betriebswirtschaftliche Auswertung u./o. Steuerbescheid nachzuweisen sind.

      Die Stundenzahl ist bei einer selbständigen Tätigkeit nur schwer nachweisbar. Hier sollte man aber auch Plausibilität achten. Beratungen werden oft nach Stundensatz angeboten und da sollten dann Umsatz und Stundenzahl schon passen.

      Die Frage, ob und wann man sich sinnvollerweise arbeitslos meldet, hängt hier sicher auch mit dem sich einstellenden Geschäftserfolg ab. Je nach Lage der Dinge bleibt ja ein ganzes Jahr Zeit, die Entscheidung zu prüfen und zu überdenken. Es spricht ja auch nichts dagegen, während einer Flaute, in der keine Aufträge vorhanden und in Sicht sind, die ALG Meldung zu machen. Kommen dann doch wieder Aufträge, meldet man sich wieder ab. Alles vollkommen systemkonform und auch im Sinne der ALV.

      Dies gilt auch für die Weiterversicherung. Wenn die Selbständigkeit Aussicht auf Erfolg hat und u.U. mehrere Jahre erfolgreich läuft, wäre eine ALV durchaus zu überdenken. Für ein paar Monate macht sie dagegen eher wenig Sinn.

      Gruß, Der Privatier

  25. Erstmal ganz großes Kompliment für die Seite. Sie wurde mir von einem Kollegen empfohlen, der vor ein paar Monaten eine Abfindung bekam und sich nun im Dispo*jahr befindet. Normal würde ich dies auch so machen, nur stellt sich meine Situation anders da, sodass ich über die von Ihnen genutzte Variante (Anmelden/Abmelden) am überlegen bin. Dispo*jahr fällt bei mir weg, weil ich mich in Elternzeit befunden habe und somit meine Ansprüche verfallen würde (Kein Einkommen welches über 12 Monate in den letzten 24 Monaten vorhanden war).
    Aus diesem Grund würde ich mich nun Anmelden und ein paar Tage später wieder abmelden. Einzige Frage die sich mir stellt, ob die Ruhezeit trotz Anmeldung läuft? Sprich, wenn ich eine Ruhezeit von 6 Monaten habe, mich zum 02.09. abmelde, ob ich dann ab 02.04.2016 direkt Anspruch auf den Bezug von Arbeitslosengeld habe oder ob ich dann erst 6 Monate Ruhezeit verstreichen lassen muss, bis ich die ersten Bezüge bekomme? In meinem Fall ist es so, dass ich gerne ohne den Druck vom Arbeitsamt nach einem Job schauen will, aber ebenso kein „Geld verlieren“ will…

    • Sperrzeiten und Ruhezeiten beginnen immer mit dem Ereignis, welches sie begründet, im Falle des Ausscheidens aus einer Firma also mit dem ersten Tag nach der Kündigung/Aufhebung des Vertrages.

      Das heißt, Ruhe- und Sperrzeiten laufen unabhängig davon, ob man sich nun zum ALG1 Bezug anmeldet oder nicht. Und wer sich erst nach Ablauf dieser Zeiten (wieder) für den ALG1-Bezug anmeldet, muss diese Zeiten nicht mehr „fürchten“.

      Es gibt aber einen kleinen Unterschied: Ruhezeiten verschieben den Anspruch auf ALG nur, sie verkürzen ihn aber nicht. Sperrzeiten hingegen verkürzen den Anspruch auch. Und diese Verkürzung wirkt eben auch nach dem Ablauf der Frist. Ob nun zum ALG angemeldet ist/war oder nicht.

      Gruß, Der Privatier

  26. Hallo Herr Privater Peter,

    Ihre Webseite ist für mich unentbehrlich. Vielen Dank für alles!

    Ich bin seit 1989 nie arbeitslos gewesen und ab 31.01.2016 werde ich freigestellt. Ich erhalte im Januar meine Abfindung und einen Monatsgehalt und habe für 2016 € 7.000 Mieteinnahme zu versteuern. Ich will nicht mehr arbeiten. Meine Fragen an Sie:

    1.) Ich werde am 24.01.2016 56 Jahre alt. Ich bin schon als „Arbeitsuchender“ angemeldet (telefonisch und JobBörse). Anfang November bekomme ich bei der AfA einen Termin. Ich werde mich dabei arbeitslos melden. Ich hoffe, dass der Anspruch rechtzeitig festgestellt wird so dass ich mich vor der ersten Auszahlung abmelden kann. Ich würde mich gerne erst ab dem 24.01.2018 wieder anmelden wenn ich dafür 24 Monate anstatt 18 Monate ALG bekommen würde. Wird mein geltender Anspruch dynamisch mit meinem Alter verlängert, oder bleibt mein Anspruch bei 18 Monaten? Wenn nicht dann wäre das DispoJahr sinnvoller, oder?

    2.) Um ca. € 20.000 Einkommen für 2016 wegzudrücken, habe ich vor, ca. € 19.000 in meine Rürup Rente einzuzahlen. Gut, oder? Haben Sie Ideen wie man den Fünftel von Steuer (x5) auf einer Abfindung von € 114.550 ohne Risiko steuerlich mildern kann? Ich bin in der ESt Klasse 1.

    MfG,
    Privatier Paul

    • Hallo Herr Privatier Paul,

      schön, dass Ihnen meine Webseite einige Hilfestellung geben konnte!
      Auch wenn mir Ihr Fall nicht so ganz klar ist, will ich doch einmal direkt auf die Fragen antworten:

      Zu 1): Nein, Ihr Anspruch wird nicht dynamisch verlängert! Wenn Sie sich mit 55 oder 56 Jahren arbeitslos melden, haben Sie einen Anspruch auf 18 Monate ALG1. Und der bleibt dann auch so bestehen, wenn er einmal festgestellt wurde. Er wird nicht mehr verändert.
      Und NEIN! Das Dispojahr wäre auf keinen Fall sinnvoller, zumindest nicht, wenn Sie damit im Sinne haben sollten, Ihren 58. Geburtstag abzuwarten. Wenn Sie das nämlich machen, ist Ihr Anspruch vollständig erloschen! Das Dispojahr geht immer (auf den Tag genau!) maximal 1 Jahr.

      Zu 2): Nein, eine wirklich durchschlagende Idee habe ich da auch nicht. Da ist eine Rürup-Einzahlung immer noch das effektivste Mittel. Sie könnten vielleicht auf die Schnelle noch heiraten 😉 Damit könnten Sie den doppelten Rürup-Beitrag einzahlen und könnten Ihre Abfindung (grob im Kopf überschlagen) komplett steuerfrei kassieren. Aber nein… Sie hatten ja nach einer Möglichkeit „ohne Risiko“ gefragt… Sie könnten Ihrem Mieter einen 10%igen Nachlass auf die Miete anbieten, wenn er Ihnen die Miete für 2016 schon vollständig im Voraus bezahlt. Vielleicht könnten Sie ja auch ohnehin notwendige Modernisierungen an der Mietwohnung vorziehen und mit den Kosten die Einnahmen drücken?

      Und nun noch kurz die Punkte, die mir etwas zweifelhaft erscheinen:
      a) Der Begriff „freigestellt“ wird normalerweise für einen Status verwendet, in dem der AN weiterhin in seinem Angestelltenverhältnis verbleibt, sein Gehalt weiter bezieht, aber nicht mehr zur Arbeit erscheinen muss (oder darf). Frage daher: Endet Ihr Arbeitsverhältnis Ende Jan. 2016 und wenn ja, wie? Aufhebung? Kündigung? Durch wen? Fristen eingehalten?
      b) Sie schreiben nichts von Kapitaleinkünften. Wenn Sie wirklich keine haben, erscheint mir das Vorhaben, nicht mehr arbeiten zu wollen, doch recht gewagt. Haben Sie das richtig kalkuliert? Wenn Sie doch welche haben, müssten Sie diese u.U. bei der Steuerbetrachtung auch noch berücksichtigen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Herr Privatier Peter, „Der“ Privatier,

        vielen Dank für Ihre schnelle, sorgfältige und kompetente Antwort.

        Sorry, mit manchen Begriffen tue ich mich als Amerikaner schwer. Die kanadische Firma, wofür ich tätig war, liquidiert ihre GmbH. Es handelt sich bei mir um eine betriebsbedingte Kündigung. Ich wurde am 01.09.15 freigestellt, also so wie Sie es schildern, erscheine ich seitdem nicht mehr. Ich bekomme mein letztes Gehalt und die Abfindung in Jan 2016.

        Zu meinem Punkt 1.)

        OK, wenn in meinem Fall die 24 Monate ALG1 nicht zu bekommen sind, dann fokussiere ich mich auf Richtung NULL Einkommen 2016 und gebe mich mit 18 Monaten ALG1 ab 2017 zufrieden.

        Das Dispositionsjahr kommt mir etwas heikel vor. So wie ich es verstehe, müßte der Anspruch nicht viel früher als 02.01.2017 und auf keinen Fall später als 31.01.2017 amtlich werden. So würde ich 2016 keine ALG Auszahlung bekommen (mein Wünsch wegen der Abfindung) und auch die Rahmenfrist (versicherungspflichtig 31.01.2015 bis 31.01.2016) einhalten. Ich hätte aber keine Vorteile gegenüber Ihrer empfohlenen Vorgehensweise mit Anmeldung/Abmeldung. Sollte ich etwas übersehen haben, wäre ich um Ihren Rat sehr dankbar.

        Zu meinem Punkt 2.)

        Hmmm, eine interessante Überlegung. Vielleicht ist es nach 13 Jahren endlich Zeit zum Heiraten. Meine Rürup Zuzahlung würde das Einkommen meiner Freundin nichtig machen und die Splittingtabelle wurde aus dem Fünftel € 22.910 eine Steuerlast von 5x € 1.224 = € 6.120 ergeben. In der Grundtabelle wäre ich mit € 18.040 dabei. Wir haben noch Zeit, mal schauen was 2016 mit sich bringt!

        MfG,
        Privatier (in Ausbildung) Paul

        P.S. – Zu den Kapitaleinkünften, danke der Nachfrage. Ich bin leider 2009 nach einem guten Gewinn viel zu früh aus Aktien ausgestiegen. Ich sah den Crash kommend, der nicht gekommen ist, habe nicht ahnen können, dass die Zentralbanken ihre Notenpresse voll anwerfen würden. Also, ich sitze dummerweise auf 0,6% Tagesgeld (Enteignung). OK, dieses Einkommen muss ich 2016 auch berücksichtigen, danke. Ich führe eine Exceltabelle, die meine monatlichen Kosten bis ins Detail großzügig rechnet und mir trotzdem ein ausreichendes Polster aufweist bis die Rürup Rente, Betriebsrente und Deutsch Rente eintreffen.

        P.S.S. – Ich habe heute das Handbuch „Rente im Ausland“ bestellt. Ich finde Ihr Werbekonzept sehr gut.

        • Hallo Paul,

          ich will gerne versuchen, Ihre Zusatz-Fragen zu beantworten:

          Zu 1): Wenn ich es richtig verstehe, können Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Sie Ihr ALG1 Antrag ohne Sperre bewilligt wird. In diesem Falle sehe ich keinen Vorteil des Dispojahres gegenüber der An-/Abmelde-Strategie.

          Zu 2): Das wäre ja mal was – wenn ich hier auch noch zum Ehe-Stifter würde 😉 !
          Aber der (finanzielle) Vorteil ist ja schon sehr deutlich. Und dabei haben Sie noch gar nicht berücksichtigt, dass Sie als Ehepaar eine höhere Summe in Ihren Rürup-Vertrag einzahlen könnten. Damit könnte Ihre Abfindung durchaus (in etwa) steuerfrei werden.

          Zu Kapitaleinkünften: Wenn Sie tatsächlich nur Einkünfte aus Tagesgeldzinsen haben, sind die Steuern darauf im ersten Ansatz nicht zu berücksichtigen, da sie ja bereits mit der Abgeltungssteuer „abgegolten“ sind (sofern von einem deutschen Institut verwaltet). Dennoch wäre nach evtl. Heirat und „steuerfreier“ Abfindung zu prüfen, ob nicht die Anlage KAP ausgefüllt werden sollte (Günstigerprüfung).

          Viel Erfolg beim weiteren Weg zum Privatier!
          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Herr Privater Peter,

            vielen Dank für die weitere Information.

            Insbesondere haben Sie mir über eine wichtige Hürde geholfen. Dieser Abfindungsrechner

            http://www.online-abfindungsrechner.de/

            hat mich zu dem Gedanken verleitet, dass ich den Fünftel der Abfindung (x5) unbedingt versteuern müßte. Ganz falsch. Dieser Betrag erscheint in dem Steuerbescheid erst bei „Gesamtbetrag der Einkünfte“. Danach kommt „ab beschränkt abziehbare Sonderausgaben“, also Rürup für mich.

            Vielen Dank!!

            MfG,
            Privater (in Ausbildung) Paul

            P.S. – Ja, die Günstigerprüfung ist der Weg. Ich habe schon als „Steuerberater“ meiner Freunding Erfahrung damit. Sie denken an alles. Respekt!!

  27. Zu 2) Ich weiß nicht, wo ich es zuerst gelesen habe, möglicherweise sogar auf diesen Seiten. Auf meinem Mist es es jedenfalls nicht gewachsen…:

    Ich werde Ende des Jahres die Beiträge meiner PKV für 2016 vorab zahlen.

    Bin mir zwar über die Auswirkungen nicht ganz sicher, aber verkehrt machen kann man wohl nichts, da die gezahlte Summe, in 12 Monatsraten (per gesparten Beitrag) wieder zurückkommt.
    Und die Opportunitätskosten … sind aktuell eher „niedrig“.

    Ok, man könnte sterben, dann ist das Geld wohl weg, aber … naja…

    • Ja – an diese Idee hatte ich auch gedacht. Ich habe dazu einmal den Beitrag „Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen“ verfasst.
      Ich habe es aber hier nicht vorgeschlagen, weil man dafür auch schon sehr genau wissen muss, was in Zukunft passiert.
      Wenn ich z.B. vor habe, mich arbeitslos zu melden, übernimmt ja die Agentur auch die KK-Beiträge. Da macht eine Vorauszahlung keinen Sinn!
      Lege ich hingegen ein Dispojahr ein (also ein Jahr lang Selbstzahler bei der KK), würde eine Vorauszahlung durchaus Sinn machen. Aber eben nur für dieses eine Jahr. Danach wieder nicht. Jedenfalls nicht, wenn man ALG bezieht.
      Richtig sinnvoll ist es (im Zusammenhang mit einer Abfindung) auf jeden Fall für jemand, der kein ALG beziehen will oder kann.

      Gruß, Der Privatier

      • Ah ja! Danke für den Hinweis auf die Fundstelle – und auf die Einschränkungen an die ich nicht gedacht hatte (auch weil sie nicht relevant sind für mich).

  28. Hallo Herr Ranning,

    vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen hier teilen.
    Erst durch Ihre Texte habe ich überhaupt davon erfahren, dass
    ein festgestellter ALG I Anspruch 4-Jahre bestehen bleibt und
    dass es sowas wie ein Disopsitionsjahr überhaupt gibt.
    Ich hätte da auch mal ein paar Fragen zum Thema.
    Vielleicht kurz zu mir:
    Ich bin erst 35 Jahre alt und habe einen gut bezahlten Job gekündigt
    um ein Sabbatjahr zu machen und ein wenig zu reisen um mich beruflich
    und privat neu zu orientieren.
    Status Quo ist: selbst gekündigt zum 31.12.2015. Anfang Oktober 2015
    arbeitssuchend und arbeitslos zum 01.01.2016 gemeldet. Hier wird immer
    geschrieben, dass man sich erst arbeitssuchend und dann erst kurz
    vor dem Eintritt der Arbeitslosigkeit arbeitslos melden sollte.
    Das wurde bei mir irgendwie in einem Rutsch gemacht als ich bei meiner
    AA vorsprach. Mir ist klar, dass ich aus anderen Gründen grundsätzlich
    13 Wochen Speerzeit bekomme, das habe ich schon akzeptiert. Entstehen
    mir aber dadurch irgendwelche Nachteile, das beide Meldungen zeitgleich
    gemacht wurden?

    Und noch eine andere Sache, die mir viel wichtiger ist:
    Ich habe die meisten Kommentare hier auch gelesen und „höre“ immer heraus,
    dass man alles ohne Schwierigkeiten mit der AA besprechen kann, was
    man so vorhat. Jetzt habe ich kommende Woche meinen ersten Termin
    bei dem Arbeitsvermittler. Soll ich da einfach die Karten auf den Tisch legen
    und sagen, dass ich nur den Anspruch auf ALG festgestellt haben möchte
    und mich dann wieder abmelden werde, weil ich eh Reisen und/oder eine
    Auszeit nehmen möchte oder spiele ich einfach stillschweigend alles
    mit und mache die geforderten Bewerbungen? Was ist wenn ich dann den
    Job bekommen würde, den ich ja garnicht will? Also wie stehe ich die Zeit
    durch ohne ernsthaft vermittelt zu werden um mich dann schleunigst wieder
    abmelden zu können? Ich hätte da etwas Sorge, dass ich, wenn ich dem AA
    einfach ehrlich gegenüber bin, mir irgendwie Probleme entstehen können.
    Hätten Sie dazu vielleicht einen Ratschlag?

    Lieben Dank
    Gustav

    • Hallo Gustav,

      wenn ich einfach nur Ihre Fragen beantworten wollte, wäre ich schnell fertig, denn:
      a) einen Nachteil durch die gleichzeitige Meldungen (Arbeitsuchend und Arbeitslos) sehe ich nicht.
      b) ich sehe keine Probleme, wenn Sie der Agentur gegenüber den ehrlichen Sachverhalt schildern (ist ohnehin generell meistens der richtige Weg!). Ich sehe eher Probleme, wenn Sie auf Reisen wären und Ihren Verpflichtungen nicht wirklich nachkommen könnten.

      Aber…
      Es ist Ihnen schon klar, dass ich hier von Überlegungen berichte, die sich in erster Linie mit den endgültigen Ausstieg aus dem Berufsleben befassen? Nicht mit dem vorübergehenden? Da mag vieles ähnlich sein – manches aber auch nicht!

      So dienen die hier vorgestellten Strategien des An-/Abmeldens oder des Dispojahres ja in erster Linie dazu, die hohe Steuerlast einer Abfindung zu minimieren. Sie haben aber gar keine…
      So dient das Feststellen des ALG1-Anspruches in erster Linie dazu, diesen zunächst ruhen zu lassen, um ihn dann nach ca. einem Jahr wieder aufleben zu lassen. Sie werden aber doch nach Ihrer Auszeit wohl wieder arbeiten wollen/müssen, oder?

      Von daher denke ich, dass die Überlegungen hier nicht einfach 1:1 auf Ihr Vorhaben zu übertragen sind. Da gäbe es u.U. andere Dinge zu überlegen…

      Gruß, Der Privatier

  29. Hallo Herr Ranning,

    selbstverständlich möchte ich nach der Auszeit wieder arbeiten und ich möchte auch garnicht während selbiger ALG beziehen, denn ich stehe dem Arbeitsmarkt ja dann nicht zur Verfügung, allein schon aus dem Grunde würde das ja so gar nicht gehen. Es geht nur um die Überlegung aus meinem jetzigen Bezügen (bis Ende 12.2015) heraus das ALG für den Notfall zu sichern (An- und Abmelden –> 4 Jahre abrufbar), dass ich nach der Auszeit einen Puffer habe, sofern der Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt nicht direkt reibungslos klappt. Idealerweise tritt der Bezug nie ein. Die Sache ist, ich will die Dauer der Auszeit nicht fixieren und den Reisestart ebenfalls etwas flexibel halten. Jetzt habe ich die Sorge, dass wenn ich den Herrschaften am Amt das genau so sage, mir dann eher unterstellt wird, dass ich arbeitsunwillig bin und weitere Kürzungen entstehen. Und im Grunde hätten Sie ja Recht. Auf der anderen Seite, machen das viele Leute die eine lange Reise planen, also scheint das ja irgendwie zu gehen. Die Frage ist nur: Ehrlich sein und alles besprechen oder Klappe halten und einfach alles über sich ergehen lassen und dann einfach abmelden. Rein rechtlich gesehen, wäre die letzte Variante sicher ohne Zweifel möglich.

    Das Dispojahr habe ich ebefalls geprüft, aber das fixiert mich auf ein volles Jahr, Wenn ich eher wieder einsteigen würde, während der Auszeit Nebeneinkünfte erziele, oder mich gar entscheide selbstständig zu werden, kann das Auswirkungen auf die Berechnung des ALG haben, krank sein zum Meldungstag wäre auch keine gute Idee, wenn ich das korrekt verstanden habe. Also zu viele Unsicherheiten

    Nun, ich habe noch zwei Tage Zeit, bis zum Termin. Wenn es jemanden interessiert, kann ich gerne im Anschluß berichten, wie es gelaufen ist und wie man hier dann am besten vorgeht. Allerdings nur wenn Sie das möchten. Schließlich geht hier ja wie Sie richtig angemerkt haben primär um Ideen und Ratschläge für den vollständigen Ausstieg :-).

    Liebe Grüße
    Gustav

    • Meine Meinung, ganz klar:
      Eine ehrliche Aussage kann und darf Ihnen keine Nachteile bringen. Schließlich werden Sie ja auch, wenn Sie sich kurzfristig wieder abmelden, auch aufgrund Ihrer Sperrfrist keinen Cent ALG beziehen.
      Andersherum, wenn Sie „alles über sich ergehen lassen“, aber aufgrund Ihrer Reisen weder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, noch Ihren Verpflichtungen (Bewerbungen, evtl. Weiterbildungs-Maßnahmen!, Termine bei der Agentur und evtl. Vorstellungsgespräche) nachkommen können, wäre dies ganz sicher ein Grund, dass Sie Probleme bekommen könnten.

      Ich würde (mit meinem heutigen Kenntnisstand) ganz klar die Aussage machen, dass es Ihnen nur darum geht, den Anspruch feststellen zu lassen. Und ggfs. auch gleich danach fragen, wann Sie sich wieder abmelden können.

      Und natürlich ist ein Feedback immer willkommen.

      Gruß, Der Privatier

  30. Vielen Dank für die Einschätzung. Ich werde mir einen Beratungstermin geben lassen und einfach alles so erklären. Fühlt sich auch viel besser an. Ich werde berichten!

    Gruß
    Gustav

    • Hallo liebe Privatiers,
      ich hatte ja versprochen nochmal ein kurzes Feedback zu geben (Vorgeschichte s.o.). Schonmal vorab: Am Ende hatte ich mich dazu entschieden mit offenen Karten zu spielen und es hat auch soweit alles problemlos geklappt. Die Damen und Herren ware allesamt sehr freundlich und ich halte den Bewilligungsbescheid schon in den Händen. Allerdings wohl nur ein vorläufiger Bescheid, wo nach §42 SGB I bis zu einer „endgültigen Entscheidung“ Zahlungen als Vorschuß geleistet werden. Die Dame in der Leistungsabteilung meinte „vorläufig“ in Bezug auf die endgültig festgesetzten Leistungsgelder, da die genauen Berechnungssätze für 2016 noch nicht vorliegen würden. Ich hatte zudem erwartet, dass in der Rechtsbelehrung des Bescheids irgendwas zu der 4 Jahresregelung steht, was nicht der Fall ist. Zudem bekomme ich jetzt regelmäßig (jede Woche etwa.) Post mit sog. „unverbindlichen Informationen“ zu Stellenanzeigen, die auf mich passen. In der Eingliederungsvereinbarung hat die Vermittlerin, nachdem ich ihr sagte, dass ich mich nach Erhalt des Bescheids direkt wieder abmelden will jetzt nur genau das reingeschreiben, nämlich, dass ich ihr den Termin zur Abmeldung eben sagen soll, sobald ich ihn weiß, sonst nichts. Jetzt bin ich etwas verunsichert ob ich bis dahin nun Bewerbungen verschicken muss oder nicht.
      Ich denke ich werde dass einfach ignorieren, bis ich „wichtige“ Post bekomme und hoffen, dass ich die Zeit zur Abmeldung postialisch ruhig bleibt.
      Alles in Allem: Super bis jetzt 🙂
      Danke für Ihre tolle Seite und die nützlichen Infos!

      Gruß
      Gustav

      • Na, das hört sich doch schon mal alles recht positiv an! Vielen Dank für das Feedback.

        Ich würde mir auch weder über die Vorläufigkeit des Bescheides große Gedanken machen, noch über die Vermittlungsvorschläge. Wenn ohnehin nur ein sehr kurzer Zeitraum der Arbeitslosigkeit geplant ist, würde ich hier gar nichts unternehmen. Pflicht ist es ohnehin nur dann, wenn die Vermittlungsvorschläge eine Rechtsfolgen-Belehrung enthalten. Alles andere sind, wie der Name schon sagt: Vorschläge.
        Ist allerdings eine längere „Beziehung“ zur AfA geplant, würde ich mir schon überlegen, ob ich nicht auch diesen Vorschlägen folgen würde. Einfach um den guten Willen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu demonstrieren.
        Und ganz wichtig: Immer alles nachvollziehbar dokumentieren! Man weiß nie, wer einmal wann was wissen will.

        Gruß, Der Privatier

  31. Hallo,

    ein Lob für Ihren Blog. Ich bin seit einem halben Jahr selbstständig und war vorher jahrelang angestellt.
    Jetzt droht eine erste Auftragslücke von einem Monat. Kann ich mich für diesen einen Monat arbeitssuchend melden? Dann wird ja mein Anspruch berechnet werden und ich könnte ihn 4 Jahre lang abrufen (auf Basis meine alten Gehaltes).
    Kann ich das ALG dann immer wieder nutzen um Auftragslücken zu füllen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort,
    Peter

    • Zunächst einmal müssten Sie sich „arbeitslos“ melden, nicht „arbeitsuchend“. Das ist ein Unterschied! Nur bei der Arbeitslosmeldung (inkl. ALG-Antrag) wird auch der Anspruch geprüft und festgestellt.
      Vom Prinzip her spricht dann nichts gegen die gleichzeitige Arbeitslosigkeit und einer nebenberuflichen(!) Selbständigkeit. Allerdings sind dabei gewisse Bedingungen einzuhalten. Näheres findet man in der Broschüre der Arbeitsagentur.

      Dort kann man auch nachlesen, bis zur welcher Höhe die nebenberuflichen Einkünfte frei sind und ab wann sie auf das ALG angerechnet werden. Natürlich muss man auch immer daran denken, dass man als Arbeitsloser auch gewisse Verpflichtungen hat: Man muss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen! Ob man das im vollen Umfang gewährleisten kann (und will), muss dann im Einzelfall jeder für sich entscheiden.
      Aber wenn man dies alles berücksichtigt, kann man sich nach der Feststellung des ALG1-Anspruches auch immer für gewisse Phasen von dem Bezug wieder an- und abmelden.

      Gruß, Der Privatier

  32. Hallo Privatier,

    durch Zufall bin ich auf Ihren super interessanten und informativen Blog gestoßen. Da Ihre Ratschläge sehr kompetent, aber doch leicht verständlich erklärt sind, wäre ich Ihnen für einen Rat, nämlich wie ich nach meiner Kündigung (Aufhebungsvertrag) am „steuerfreundlichsten“ bis zur Rente komme, sehr sehr dankbar. Denn ich überlege und rechne schon seit Wochen und komme zu keinem wirklichen Ergebnis. Und zwar ist meine Situation folgende:

    Ich bin 59 Jahre alt, habe seit dem 1.8.15 45 Beitragsjahre voll und kann mit 63,8 Jahren, d.h. ab 01.11.19, die Rente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen. Leider wird nun unser Betrieb, in dem ich 45 Jahre beschäftigt war, zum 31.12.15 geschlossen. Der Betriebsrat hat für ältere Arbeitnehmer u.a. eine Kündigungsfrist von 1 Jahr ausgehandelt, d.h. für mich 31.12.16 (bis dahin bin ich freigestellt). Weiterhin werde ich eine Abfindung in Höhe von 157.000,- Euro brutto (bin in Steuerkl. 1) erhalten.

    Darüber hinaus steht mir auch eine Witwenrente in Höhe von brutto 810,- Euro zu, die ich aber bis jetzt nie in Anspruch nehmen konnte, da mein eigenes Gehalt mit angerechnet wurde.
    Meine Fragen sind jetzt:

    1.) Kann ich von meiner Firma verlangen, daß mir die Abfindung wegen der Steuerersparnis erst im Januar 2017 ausgezahlt wird? Gibt es evtl. einen Paragraphen? Gilt dann auch noch die Fünftelregelung?

    2.) Ist es richtig, daß ich mich im Dez. 16 arbeitssuchend bzw. Jan. 2017 arbeitslos melden muß, mich dann nach Erhalt des Bescheides sofort wieder abmelde, und mich ab 01.11.17 für 2 Jahre wieder anmelde (danach könnte ich ja in Rente gehen)?

    3.) Für die „einkunftslose“ Zeit, also zwischen Jan. 2017 und Okt. 2017 könnte ich ja die Witwenrente beantragen, schon deshalb, um krankenversichert zu sein. Ist das richtig?

    4.) Und auch für die Arbeitslosenzeit ab 01.11.17 könnte ich doch die Witwenrente beantragen – oder?

    So wie ich mir das jetzt ausgedacht habe, wäre die Steuerersparnis natürlich nicht ganz optimal, da ich ja in 2017 trotzdem Einkünfte hätte (Witwenrente und 2 Mon. Arbeitslosengeld). Deshalb weiß ich nicht, ob diese Vorgehensweise überhaupt steuermäßig was für mich bringt bzw. ob das so geht wie beschrieben?!

    Das waren jetzt so viele spezielle Fragen, die mir bisher leider niemand beantworten konnte und deshalb hoffe ich, daß Sie jetzt etwas Licht in mein Gedankenchaos bringen können.

    • Vielen Dank für die lobenden Worte. Ich hoffe, dass ich auch Ihnen ein paar Dinge erläutern kann, obwohl Sie hier ein Thema ansprechen, nämlich die Witwenrente, welches sicher ein eigenes Kapitel verdient hätte. Ich versuche aber dennoch einmal, ein paar grundlegende Antworten:

      1.) „Verlangen“ können Sie vieles… Aber einen Rechtsanspruch haben Sie auf nichts! Klingt hart – ist aber so. In einem Aufhebungsvertag können die Beteiligten vereinbaren, was sie wollen. Da gibt es keine Regeln. Es steht Ihnen aber natürlich frei, Ihre Änderungswünsche deutlich zu machen. Am besten VOR der Unterzeichnung. Aber auch im Nachhinein würde ich den Versuch unternehmen. Für Ihren AG dürfte eine Verschiebung nicht von Nachteil sein. Es spricht also nichts dagegen.

      2.) Sie „müssen“ sich nicht arbeitslos melden. Sie könnten sich auch erst später arbeitslos melden (z.B. zum Oktober, siehe Beitrag zum „Dispositionsjahr„). Wenn Sie sich aber direkt lückenlos zum 1.Jan. arbeitslos melden, müssen Sie sich drei Monate vorher arbeitsuchend melden. Um den Anspruch feststellen zu lassen, reicht es, dass Sie einen Tag arbeitslos gemeldet sind.

      3.+4.) Ja, ich schätze die Aussichten für die Witwenrente sind gut. Denn einerseits wurde bei Ihnen die Kündigungszeit eingehalten, daher zählt die Abfindung nicht als Einkommen (weder bei der AfA, noch bei der KV, noch bei Witwenrente). Es zählt allerdings normalerweise das Einkommen des Vorjahres. Es sei denn, das laufende Einkommen liegt um mind. 10% niedriger. Und das dürfte bei Ihnen der Fall sein.

      Ich würde Ihnen dringend empfehlen, das Thema der Witwenrente in einer Beratung der Rentenversicherung zu klären. Auch und besonders unter den von Ihnen genannten neuen Bedingungen (Einkunftslos, ALG-Bezug). Ohne jetzt Ihre genauen Daten zu kennen, haben Sie aber wahrscheinlich gute Chancen, noch unter den Vertrauensschutz der alten Regeln zu fallen, bei denen manche Dinge etwas günstiger gerechnet werden. Das führt aber hier zu weit. Darum ganz wichtig:
      Vereinbaren Sie einen Termin für die Rentenberatung. Fragen Sie dabei nach Ihrer eigenen Rente und nach der Witwenrente.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        vielen vielen Dank, daß Sie mir so schnell und präzise geantwortet haben. Ich werde es genau so machen, wie Sie es vorgeschlagen haben und hoffe, daß dann alles so klappt wie gewünscht.

        Herzliche Grüße Marita

  33. Hallo Privatier,

    bin ebenfalls durch Zufall auf Ihren sehr informativen Block gestossen und habe dadurch erfahren, daß der Anspruch auf ALG I bei festgestelltem Bescheid 4 Jahre lang gültig ist, man sich also erst mal wieder abmelden kann. Ich habe per Aufhebungsvertrag zum 31.10.2015 meinen Job beendet und bekomme meine Abfindung im Januar 2016. Da ergibt die Abmeldung bei der AfA in Bezug auf die Steuer absolut Sinn, außerdem werde ich nächstes Jahr eine Mediationsausbildung absolvieren, die auch Zeit benötigt. Nun meine Frage: über meinen Anspruch auf ALG I ist bis dato „vorläufig“ entschieden worden, da die Arbeitsbescheinigung, die ich vom AG angefordert hatte, nur eine Vorabbescheinigung war und die endgültige abgewartet werden muß (hat die AfA angefordert) Dabei geht es eigentlich nur noch darum, ob ich die 3 Monate Sperrfrist bekomme, da ich den Aufhebungsvertrag unterschrieben habe oder nicht (wovon ich aber ausgehe, ist auch ok) Ist auch diese „vorläufige“ Entscheidung ausreichend, um den Anspruch für die nächsten 4 Jahre zu sichern, das heißt könnte ich mich sozusagen morgen wieder bei der AfA abmelden oder sollte ich bis zum engültigen Bescheid warten ? Zeit bis ca. Mitte Januar hätte ich ja noch, vorher wird es sowieso keine Zahlungen geben. Wobei, kann es sein, daß die AfA die Kosten für die PKV auch während der Sperrfrist übernimmt ?

    Danke und viele Grüße

    Doris

    • Im Grunde reicht es aus, wenn man nur einen Tag arbeitslos gemeldet ist, um den ALG1-Anspruch feststellen zu lassen. Und dieser kann dann für bis zu vier Jahren in Anspruch genommen werden. Wie lange es dauert, bis der Bescheid erstellt wird, spielt dabei keine Rolle. Am Ende zählt natürlich nur der endgültige Bescheid und die Daten, die dort genannt sind.
      Wer also ganz sicher gehen will, wartet diesen ab. Muss man aber nicht. Wie gesagt – es reicht ein Tag Arbeitslosigkeit.

      Und es ist richtig: Die AfA übernimmt ab dem zweiten Monat auch in der Sperrfrist die anteiligen Beiträge für die KV. Für den ersten Monat gelten andere Regeln. Hier zahlt man entweder selber oder die KV hat in der Nachversicherungspflicht.
      Als Arbeitsloser ist man allerdings generell in der GKV. Wer das nicht will, kann sich aber befreien lassen.

      Gruß, Der Privatier

  34. Hallo Privatier,

    vielen Dank fü die Klarstelllung ! Das mit der Befreiung von der GKV hatte mir die MA der AfA gesagt und das hatte ich in die Wege geleitet.

    Schönes Wochenende

    Doris

  35. Vielen Dank für die tolle seite!
    Wie mache ich es am besten?
    Ich habe einen GdB von 70, bin 56Jahre und seit 10.1015 nach langer Krankheit ausgesteuert und bezieheseit Okt.15 Alg1 im Sinne von Nahtlosigkeit. Arbeitgeber bietet mir aktuell an:
    a) Wieder ab 1.1.16 die Arbeit aufzunehmen,
    oder
    b)eine Abfindung von einem Jahresgehalt (Kündigungsfrist von 3 m soll eingehalten werden)dh. Aufhebungs- oder Abfindungsvertrag zum31.3.16.

    Ich tendiere dazu, dass ich mir im März die Abfindung auszahlen lasse und davon ein Jahr lebe (mein Haus mit 4 App.in Frankfurt modernisieren)

    1)Kann ich mir einen 450 Euro job für dieses eine Jahr suchen und wäre dann RV +KV?
    Oder muß ich für die Abfindung außer Steuer (1/5-Regelung?)auch noch sozialversicherungsbeiträge entrichten??

    2)Kann ich (worst case) nach diesem einen Jahr, wenn die Abfindung verbraucht ist notfalls das restl. Alg von 15Monaten (18-okt,nov,dez)noch beanspruchen,-ggf. auch eine Exgr.über die AfA angehen?

    3)Wenn ich allerdings nach dem einen Jahr (Abfindungsverbrauch) wieder einige Jahre arbeite, würde dann mein Alg-Anspruch (15m) ggf. sogar auf 24m erhöhen?

    Hintergrund ist eben meine MS-Erkrankung, die sich evtl. so verschlechtert, dass ich ggf. mit 61 Jahren in Schwerbehindertenrente (-10,8%) gehen muß.
    Auch wenn ich nicht aus privatierGründen handle, vielleicht können sie mir einen Tip geben, damit ich nicht durch eine Fehlentscheidung (Abfindung) aus dem sozialen Netz fliege,….
    Das aktuelle Angebot (ab 1.1.16 wieder voll arbeiten) traue ich mir nämlich nicht so richtig zu, da ich an einer Maschine arbeite und ein MS-Schub sehr gefährlich sein kann,-wenn ich krank werde, bekäme ich kein Krankengeld wg.der sog. Blockfrist von 3Jahren.– Ich will mir nix erschleichen, sondern nur keine Fehler machen!-
    Vielen Dank für einen Tip

    • Hallo Rudi,
      Ich würde ja sehr gerne helfen, aber ich habe recht wenig Erfahrung mit den speziellen Situationen, die sich ergeben, wenn man längerfristig krank ist und einen GdB hat. Die Wahrscheinlichkeit wäre daher hoch, dass ich gewisse Dinge übersehe und damit letztlich einen falschen Rat gebe. Ich will aber gerne versuchen, ein paar allgemeine Informationen zu den Fragen zu geben:

      Zu 1): Eine Abfindung ist (wenn die ordentlichen Kündigungsfristen eingehalten wurden) generell Sozialabgabenfrei! Dies heißt aber auch, wenn Sie nicht arbeitslos gemeldet sind, müssen Sie die KV/PV selber bezahlen. Dies kann man aber natürlich durch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausschließen (kein Mini-Job!).

      Zu 2): Der ALG1 Bescheid hat bis zu 4 Jahren Gültigkeit und Sie können den Restanspruch in dieser Zeit jederzeit wieder beanspruchen.
      Aber Achtung!! Der Anspruch erlischt auch, wenn ein neuer Anspruch entsteht. Dies könnte durch den zwischenzeitlichen Job passieren.
      Hier gibt es ein paar spezielle Regeln, die ich aber momentan nicht parat habe. Bitte einmal selber recherchieren.
      ExGr. über Afa kann man immer versuchen. Einen Anspruch auf Unterstützung gibt es aber nicht. Wird von Fall zu Fall entschieden.

      Zu 3): Ja. Nach „einigen“ Jahren erhöht sich der ALG Anspruch irgendwann auf 24 Monate.

      Bei all diesen Aussagen möchte ich noch einmal betonen, dass es gut sein kann, dass es abweichende Regeln gibt, wenn langfristige Krankheiten oder Behinderungen hinzukommen. Dazu kann ich leider nichts sagen. Sorry.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Vielen Dank für die freundliche Antwort.

        Ich habe noch etwas recherchiert und möchte Ihre Erläuterungen(s. Zitat zu2) unten) noch ergänzen, da für mich, (evtl. für Andere auch) der Eindruck entstanden ist, dass zB. durch eine Zwischenbeschäftigung von sagen wir mal 16 Monaten zwar wieder ein Alg1 Anspruch entsteht, aber der jetzige Altanspruch (Rest=15Monate) dadurch verfällt.
        Aufgrund meiner Recherche würde sich allerdings der Neue Anspruch (8m) sogar um den Restanspruch von 15 auf insgesamt 15+8=23m erhöhen, weil ich dann mittlerweile 58Jahre alt bin. Vielleicht kann das noch jemand bestätigen?-oder liege ich da Falsch??
        Zitat:
        Zu 2): Der ALG1 Bescheid hat bis zu 4 Jahren Gültigkeit und Sie können den Restanspruch in dieser Zeit jederzeit wieder beanspruchen.
        Aber Achtung!! Der Anspruch erlischt auch, wenn ein neuer Anspruch entsteht. Dies könnte durch den zwischenzeitlichen Job passieren.
        Hier gibt es ein paar spezielle Regeln, die ich aber momentan nicht parat habe. Bitte einmal selber recherchieren.
        ExGr. über Afa kann man immer versuchen. Einen Anspruch auf Unterstützung gibt es aber nicht. Wird von Fall zu Fall entschieden.

        Viele Grüße
        Rudi

      • Hallo Rudi,
        es ist schwierig hier eine klare Sprache zu finden, denn beim Thema „Anspruch“ reden wir oft aneinander vorbei! Ich versuche es einmal etwas deutlicher zu machen:

        Es gibt einen Unterschied zwischen einem „theoretischen Anspruch“, den man z.B. aufgrund seines Alters oder seiner Vorgeschichte erwirbt und dem „per Bescheid festgestellten Anspruch“, den man nur als Ergebnis des ALG-Antrags erhält.

        Wenn ich z.B. überall schreibe, das der ALG-Anspruch bis zu 4 Jahre Bestand hat, so meine ich den „per Bescheid festgestellten Anspruch“.
        Wenn Sie aber (richtig) meinen, dass Ihr Anspruch sich erhöht (auf z.B. 24Monate), dann meinen Sie den „theoretischen Anspruch“.

        Und nun kommen wir zum eigentlichen Punkt: Wenn ich oben geschrieben habe, dass der ALG-Anspruch mit Entstehen eines neuen Anspruches verfällt, so war auch damit der „per Bescheid festgestellte Anspruch“ gemeint. Das Papier, was einmal erstellt worden ist, verliert nachdem Sie wieder eine Arbeit aufgenommen haben, seine Gültigkeit!

        Das wäre im Grunde aber auch nicht schlimm, denn Sie haben Recht: Sie erwerben damit u.U. einen neuen (zusätzlichen) „theoretischen Anspruch“ auf z.B. 24 Monate. Das Problem kommt erst dann, wenn Sie danach einen ALG-Antrag stellen! Denn wir reden bei „Anspruch“ immer über zwei Dinge: Über die Dauer und über die Höhe!
        Der alte Bescheid ist nun ungültig und es wird ein neuer berechnet. Auf Grundlage Ihrer letzten Einkünfte! Und wenn die nur 450 Euro im Monat betragen haben, können Sie Ihre ALG-Zahlung mit der Lupe suchen!

        Aber wie schon gesagt: Es gibt Ausnahmen von dieser Vorgehensweise und besondere Regeln. Aber die habe ich erstens nicht parat und es führt dann hier auch zu sehr ins Detail. Ich würde Ihnen empfehlen, solche Fragen entweder direkt mit der AfA oder auch über einen spezialisierten Anwalt zu klären.

        Gruß, Der Privatier

        • Ergänzung/Korrektur:

          Ich habe heute einen Hinweis von einem Leser erhalten, der noch einmal darauf hinweist, dass meine Befürchtung, dass sich der ALG-Anspruch durch die Aufnahme einer niedrig bezahlten Arbeit verringert, nicht immer begründet ist! Und dazu habe ich auch netterweise gleich zwei Hinweise erhalten, wo man die genauen Regeln nachlesen kann:

          * Einmal im Merkblatt A7 des AZD (sehr gute Seite übrigens!): „Arbeitslosengeld nach Zwischenbeschäftigung (Bestandsschutz)“ (kostenlos) und
          * Zum anderen in dem Buch: „Leitfaden für Arbeitslose: Der Rechtsratgeber zum SGB III„, 31.Auflage von Juli 2015, 720 Seiten, 20 Euro.

          Im Merkblatt kann man noch einmal detailliert nachlesen, wann und warum man trotzdem den höheren ALG-Anspruch genießen kann.
          Das Buch enthält viele weitere praktische Fragestellungen im Umgang mit der Agentur für Arbeit („Muss ich der AfA meine Telefonnummer nennen?“ „Darf die AfA mich einfach tel. kontaktieren?“ ; mgl. Nachteile, etc). Sehr umfangreich und detailliert.

          Gruß, Der Privatier
          P.S.: Ganz herzlichen Dank an den Hinweisgeber!!

  36. Hallo Herr Ranning,

    nachdem ich Ihre Seite (und viele weitere im Internet dazu) mittlerweile recht ausgiebig durchforscht habe, bin ich doch deutlich schlauer geworden als es die Arbeitsagentur mir möglich gemacht hat. Dennoch hoffe ich, dass Sie mir mit einige verbliebenen Fragen weiterhelfen können.

    Kurz zur Situation:
    Ich war in den vergangenen 5 Jahren durchgehend angestellt und mein befristeter Vertrag (öffentlicher Dienst) läuft zum 31.12.2015 aus. Einen Anspruch auf Arbeitslosengeld sollte ich also haben von 12 Monaten (ich bin 32 Jahre alt).
    Da ich von Januar bis Ende Juni 2016 meine Promotion fertigstellen möchte, nehme ich auch bewusst keine neue Stelle an und möchte auch frühestens ab ca. April oder Mai 2016 aktiv eine neue Stelle suchen. Für Januar bis Juni 2016 habe ich ein Stipendium über 1200€ des Landes.
    Bei der Arbeitsagentur habe ich mich erkundigt und erfahren, dass ich mit einer Sperrzeit von 1 Woche rechnen muss, da ich mich nicht 3 Monate vor Vertragsende arbeitssuchend gemeldet habe.
    Darüber hinaus erhalte ich noch die Auszahlung meines Resturlaubs aus 2015 von 21 Tagen, was – wie mir gesagt wurde – wohl als Ruhezeit gerechnet würde. Diese läuft aber angeblich parallel zur Sperrzeit ab.
    Auf meine Arbeitgeberbescheinigung warte ich noch und werde sie aber frühestens ab Mitte Dezember erhalten.

    Mein angedachtes Vorgehen:
    Ich habe überlegt, mich gegen Ende des Jahres 2015 arbeitssuchend zu melden. Dann aber erst etwa Anfang Februar 2016 (wenn oben genannte Sperr- und Ruhezeit abgelaufen sind) die Arbeitslosmeldung einzureichen. Wenn ich es richtig verstehe, würde ich damit dann ja die Ermittlung des ALG I-Anspruchs starten und nach einer gewissen Zeit einen entsprechenden Bescheid erhalten. Einige Tage nach der Arbeitslosmeldung würde ich mich dann wieder abmelden, damit ich keine (weiteren) Vermittlungsbemühungen über mich ergeben lassen muss, die ich ja noch nicht möchte. Dann würde ich mich etwa ab Ende April wieder arbeitslos melden, um ab diesem Zeitpunkt auch wirklich die Vermittlung nutzen zu können/wollen. Wenn ich alles richtig verstanden habe, würde ich auf diese Weise ja nach der Feststellung meines Anspruchs diesen über insgesamt 4 Jahre verteilen können?

    Und nun zu meinen Fragen:
    Würde das beschriebene Vorgehen aus Ihrer Sicht funktionieren oder wäre die Nutzung des Dispositionsrechts eventuell sinnvoller? (In letzterem Fall – wie würde dies „technisch“ funktionieren in Bezug auf den Zeitpunkt für Arbeitssuchend und Arbeitslosmeldung? Existiert so etwas wie ein Antrag für das Dispositionsrecht?)
    Müsste ich ab der Arbeitssuchendmeldung bereits mit Vermittlungsaktivitäten rechnen oder könnte ich diese Meldung ohne Nachteile auch erst Anfang Februar zusammen mit der Arbeitslosmeldung machen?
    Kann man sich nur von der Arbeitslosmeldung wieder abmelden oder auch von der Arbeitssuchendmeldung?
    Ist meine Annahme richtig, dass Sperr- und Ruhezeiten auch dann laufen, wenn ich mich noch nicht arbeitssuchend oder arbeitslos gemeldet habe?

    Für jegliche Hinweise und Hilfestellung wäre ich wirklich sehr sehr dankbar!!

    Mit bestem Gruß,
    Kristin

    • Hallo Kristin,
      soweit ich das sehe, haben Sie das schon alles richtig verstanden.
      Ich halte allerdings die Vorgehensweise für etwas umständlich.

      Ich würde jetzt einfach gar nichts machen und mich dann z.B. gegen Ende April für den 1.Mai arbeitslos (inkl. arbeitsuchend) melden. Nachteil ist, dass Sie in der Zwischenzeit für Ihre KV/PV selber aufkommen müssen. Aber das müssen Sie bei Ihrem Vorgehen auch.
      Sie können sich natürlich auch schon vorher arbeitsuchend melden, wenn Sie die Unterstützung der Agentur bei Ihrer Suche in Anspruch nehmen wollen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie den Zeitpunkt, ab dem Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen wollen, angeben.

      Mehr brauchen Sie eigentlich gar nicht machen. Im Grunde nutzen Sie damit auch Ihr Dispositionsrecht: Sie entscheiden selber, ob und wann Sie sich arbeitslos melden. Das geht bis maximal ein Jahr, bei Ihnen eben nur ein paar Monate. Die Ausdehnung auf ein ganzes Jahr macht bei Ihnen keinen Sinn.

      Wenn Sie als arbeitsuchend gemeldet sind, müssen Sie mit Vermittlungsbemühungen rechnen. Das ist ja gerade der Sinn und kann ja auch durchaus positiv sein. Aber Sie können sich jederzeit immer wieder abmelden. Ist halt immer mit ein wenig Verwaltungsaufwand verbunden.

      Zum Abschluss noch: Ja – Ihre Annahme stimmt: Sperr- und Ruhezeiten beginnen mit dem Ereignis, welches sie begründet. Sie können gleichzeitig, also parallel ablaufen und auch unabhängig davon, ob und wie man gemeldet ist.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Viel Erfolg für die Promotion!

  37. Hallo Herr Ranning,

    vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort und Ihre guten Wünsche!

    Dass ich mich selbst KV/PV versichern muss in der Zeit ohne ALG I ist mir (leider) klar. Bei den recht geringen Einnahmen des Stipendiums sollte aber hoffentlich der Betrag hierfür nicht allzu hoch sein.

    Ihren Vorschlag, effektiv das Dispositionsrecht zu nutzen, finde ich sehr gut! Zumal man ja nie wissen kann, ob es sich nicht in der Zukunft doch noch als besser herausstellt, die vier Jahre erst später loslaufen zu lassen.

    Verstehe ich Sie also richtig, dass ich mich auch erst z.B. Ende April arbeitsSUCHEND und gleichzeitig arbeitsLOS melden kann? Die Mitarbeiterin der Arbeitsagentur hatte sich so geäußert, dass ich den Eindruck hatte, ich MUSS mich spätestens dann arbeitssuchend melden, wenn ich auch effektiv arbeitslos bin (also in meinem Fall ab dem 01.01.2016).

    Muss ich um das Dispositionsrecht auszuüben also nichts weiter tun als mich zum gewünschten Zeitpunkt arbeitssuchend und arbeitslos zu melden? Also vor diesem Datum auch keinerlei Mitteilung machen oder Formular hierfür ausfüllen?

    Und noch eine Frage zu den Sperr- und Ruhezeiten: Dass sie ab dem Ereignis laufen, das sie begründet, hatte ich auch gefunden, aber was wäre denn dieses Ereignis in meinem Fall? Für die Sperrzeit die verpätete Arbeitssuchendmeldung (also nicht 3 Monate vor Ende des Vertrages)? Welches Datum wäre das denn dann – der 01.01.16? Für die Ruhezeit das Ende des Vertrages und damit der Beginn des Anspruchs auf Auszahlung des Resturlaubs – also auch der 01.01.16?

    Nochmals ganz herzlichen Dank für Ihre großartige Hilfe!!

    Mit besten Grüßen
    Kristin

    • „Verstehe ich Sie also richtig, dass ich mich auch erst z.B. Ende April arbeitsSUCHEND und gleichzeitig arbeitsLOS melden kann?“
      Nun, da gibt es wohl unterschiedliche Auffassungen. Vorherrschend ist wohl eher die Meinung, die in die Richtung der Aussage Ihrer Arbeitsagentur gehen. Aber selbst da muss man ein wenig „zwischen den Zeilen“ lesen. Denn es gibt einen Unterschied zwischen „beschäftigungslos“ (das wäre nämlich der Zustand, in dem Sie sich ab 01.01.16 befinden) und „arbeitslos“. Zum Zustand der Arbeitslosigkeit gehören nämlich neben der Beschäftigungslosigkeit noch mehr Kriterien. Man muss eine Beschäftigung suchen und bei der Agentur als arbeitslos gemeldet sein (s. auch §16 SGB III).
      Wenn Sie also gar keine Beschäftigung suchen, gelten Sie nicht als arbeitslos. Wenn die Agentur daher davon spricht, dass Sie „effektiv arbeitslos“ werden, dann ist das wohl der Mai. Aber dann meint die Agentur wahrscheinlich, dass 3 Monate vorher eine Meldung zu erfolgen hat. Ich bin da anderer Auffassung!
      Ich habe meine Ansicht schon einmal in einem längeren Kommentar erläutert, den ich hier nicht wiederholen will. Dort geht es zwar eher um das Dispojahr, aber wenn Sie dort das Wort „Dispojahr“ durch „eine beliebige Zeitspanne, in der man bei der Agentur nicht gemeldet ist“ ersetzen, finden Sie dort meine Meinung zur Meldefrist. Nämlich, Fazit: Es besteht keine Pflicht.
      Dies scheint mir aber eine Einzelmeinung zu sein. Sie werden selber entscheiden müssen, welcher Sie folgen wollen.

      Um ein Dispositionsrecht in Anspruch zu nehmen bedarf es weder einer Mitteilung, noch eines Formulars (gibt es auch gar nicht). Es reicht, einfach danach zu handeln. Dennoch würde ich u.U. empfehlen, das Vorhaben mit der Agentur vorab zu besprechen und um Beratung auch im Hinblick auf evtl. Nachteile zu bitten. Dabei könnte man auch noch einmal das Vorgehen bei der späteren Arbeitsuchend-Meldung ansprechen. Die Agenturen sind zur Beratung verpflichtet! Allerdings nur über Punkte, die auch aktiv nachgefragt werden!
      Eine solche Vorab-Absprache mit der Agentur ist nicht verpflichtend, gibt aber beiden Seiten eine gewisse Sicherheit über das geplante Vorgehen und beugt späteren Missverständnissen und Problemen vor.

      Start der Ruhezeit wäre auf jeden Fall das Ende Ihres Arbeitsverhältnisses. Auch für die Sperrfrist wegen verspäteter Arbeitsuchend-Meldung gilt der Eintritt in die Beschäftigungslosigkeit. Aber, wie gesagt: Ich bin da anderer Auffassung! Warum sollte man sich arbeitsuchend melden (müssen?!), wenn man gar keine Arbeit sucht? Das wäre vollkommener Schwachsinn! Und unsere Gesetze mögen an vielen Stellen kompliziert und schwer zu durchschauen sein – aber schwachsinnig sind sie nicht. Sie mögen einem auch an manchen Stellen nicht gefallen, aber sie folgen schon immer einer gewissen Logik.

      Gruß, Der Privatier

  38. Hallo,

    vielleicht habe ich es in den Kommentaren und Antworten übersehen. Wie oft kann man sich innerhalb der 4-Jahresfrist Ab- und wieder Anmelden? Welche Mindestfrist muß zwischen den Meldungen liegen?

    Gruß
    Michael

    • Mir ist jedenfalls keine Einschränkung bekannt. Weder bei der Zahl der An- und Abmeldungen noch irgendwelche Mindestfristen.
      Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ein Leser/Kommentator hier geplant, sich im monatlichen Wechsel an- und abzumelden.

      Eine Einschränkung gibt es allerdings: Meldet man sich nur für einen kurzen Zeitraum ab (z.B. 2-3 Wochen), so kann man den alten Anspruch einfach wieder aktivieren. Bei einem längeren Zeitraum (ich glaube, es sind mehr als 6 Wochen) muss man die komplette Melde-Prozedur wiederholen inkl. persönlicher Meldung und komplettem Antrag.

      Gruß, Der Privatier

  39. Hallo,

    ja, ich glaube, genau dieses Problem hatte ich aktuell; nach mehrmonatiger Abmeldung wollte ich mich letzte Woche wieder anmelden und bekam die ganze Tapete zum Neu-ausfüllen…! (ich dachte, innerhalb der 4 Jahre wäre das einfacher) – Das ist also nicht so ungewöhnlich?

    MfG
    anna

    • Richtig; nach sechs Wochen muss man sich wieder neu arbeitslos melden und den gesamten Antrag erneut ausfüllen. Wer also mehrmals pausieren will, sollte sich eine Kopie machen.
      Auch bei einer längeren Erkrankung gilt: Sechs Wochen Fortzahlung des ALG, dann Krankengeld in gleicher Höhe von der Krankenkasse. Wenn man dann wieder gesund ist muss man sich wieder persönlich arbeitslos melden.

      Viele Grüße, Hardy

    • Also @Anna – wie Du siehst: Nichts ungewöhnliches!
      Beim zweiten Mal tut’s aber weniger weh… 😉 Da kennt man das Ganze ja schon und den alten Antrag kann man ja im Prinzip abschreiben. Ist wie bei Silvester: „The same procedure as last year.“

      Auf einen Punkt sollte man aber auf jeden Fall achten:
      Irgendwo gibt es ein Häkchen zu setzen, wenn man noch einen bestehenden Anspruch hat. Auch wenn die Agentur das sicher selber in ihren Akten haben sollte – aber jeden Fall darauf achten, dass hier das Häkchen gesetzt wird!

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Mal so nebenbei: Eine Kopie sollte man sich IMMER bei ALLEM machen, was man an irgendwelche Ämter, Behörden etc. abgibt!

  40. Hallo hätte da mal eine frage, ich habe 2007 Vollzeit gearbeitet und so um die 800€ netto bekommen. Wusste nicht das man aufstocken konnte. Kann ich das für die zeit Nachbeantragen (bin zurzeit leider bei der ARG)

    • Es tut mir leid – aber mit diesem Themen-Bereich kenne ich mich überhaupt nicht aus! Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass nach so langer Zeit da noch etwas zu machen ist.

      Gruß, Der Privatier

  41. Hallo, meine frage bezieht sich auch auf Arbeitslosengeld,bis Mai 2013 vollzeit gearbeitet,danach gekündigt aus privaten gründen,sperre bekommen von 3 Monaten, im Juli 2013 Mutter geworden ,dann Alg 2 bis jetzt Januar, nun sagte man mir Ich habe noch Anspruch! Heißt das das was gesperrt worden ist,wird auch ausgezahlt, oder ist das hinfällig !mein ex hatte vor paar Jahren auch ne sperre und hat sich das noch nach 2 Jahren auszahlen lassen!
    Danke für ne Antwort!

    • Es tut mir leid, aber da kann ich wohl nicht weiterhelfen.
      Aber so viel kann ich gerne sagen: Ich habe noch nie etwas davon gehört, dass man sich eine Sperre auszahlen lassen kann. Ich denke, da muss es sich um ein Missverständnis handeln. Oder es handelt sich um spezielle Regeln, die etwas mit ALG2 zu tun haben. Und da kenne ich mich ÜBERHAUPT nicht aus. Keine Ahnung.

      Gruß, Der Privatier

  42. Am 8.02.16 ist mein letzer Arbeitstag nach einer halbjaehrigen Beschaeftigung . Vor dem habe ich als 62 Jaehriger fast ein Jahr Arbeitslosengeld bezogen . Richtigerweise steht mir der Rest, 1 Jahr noch zu . Zum 9.02.16 habe ich mich arbeitslos gemeldet und habe schon die ganzen Papierberge bekommen . In zwei Wochen habe ich dann ein Beratungsgespraech zur Vermittlung am Arbeitsmarkt . Die Chancen sind gleich Null . Den Bezug vom Arbeitslosengeld moechte ich aber verschieben auf mindestenst ein Jahr , weil ich die Zeit brauche fuer persoenliche Dinge .

    Welche Vorgehensweise ist mir zu empfehlen ? Muss mann bei der erneuten Arbeitslosmeldung dann immer eine Kuendigung eines Arbeitgebers haben ? Zu dem werde ich am letzten Arbeitstag noch krank geschrieben , was der 8.02.16 ist . Den neuen Antrag habe ich noch nicht ausgefuellt und noch nicht abgegeben . Soll ich das Beatungssgespraech wahr nehmen ?

    Vielen Dank fuer Eure Antworten .

    • Um einmal mit der letzten Frage zu beginnen:
      Ja, ich würde das Beratungsgespräch auf jeden Fall wahrnehmen!

      Zum einen, weil man da nicht einfach wegbleiben sollte, sondern zumindest begründen sollte, warum man den Termin nicht wahrnehmen kann (z.B. Krankheit), was dann in der Regel aber einen neuen Termin zur Folge haben wird.

      Viel wichtiger ist aber die Chance, in einem solchen Gespräch auch eine echte Beratung einzufordern! D.h. genau die Fragen zu stellen, die Sie jetzt hier im Kommentar gestellt haben. Die Agentur ist der richtige Ansprechpartner!
      Fragen Sie auch nach evtl. nachteiligen Wirkungen einer besprochenen Vorgehensweise. Die Agentur ist verpflichtet, Sie umfassend zu beraten (allerdings nur bezogen auf Ihre Fragen. Je mehr Sie fragen, desto mehr Auskünfte müssen Sie bekommen).

      Ich würde dabei auch Ihre Vorstellungen offen ansprechen, so z.B. dass Sie vorerst (wg. persönl. Gründe / Krankheit) nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen wollen. Das ist Ihr gutes Recht, da kann Ihnen keiner rein reden.
      Es ist immer IHRE Entscheidung, ob und wann Sie sich arbeitslos melden.

      Sie werden sicher bei einer Arbeitslosmeldung immer nach dem Grund der Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses gefragt werden, einfach um Ihre Mitwirkung an dessen Ende zu überprüfen. Das sollte man dann schon irgendwie belegen können (Kündigung, Aufhebung, Befristeter Arbeitsvertrag).

      Mein spontaner Vorschlag wäre, sich erst einmal arbeitslos zu melden, den Anspruch feststellen zu lassen und sich dann wieder abzumelden und den Anspruch so lange ruhen zu lassen, wie Sie möchten.
      Und genau DAS würde ich in den Beratung besprechen! Fragen, ob das so in Ordnung ist oder ob es Nachteile gibt und wie lange der neue Anspruch dann gültig ist. Und ich würde mich schon einmal darauf einrichten, dass Sie ein zweites Mal kommen müssen. Das jetzt anberaumte Gespräch dient wahrscheinlich der Abstimmung der Vorgehensweise/Chance bei der Vermittlung, Ihre Fragen beziehen sich aber auf den Leistungsanspruch. Diese Bereiche sind meistens getrennt, von daher wird man Ihre Fragen im ersten Ansatz nicht beantworten können.

      Gruß, Der Privatier

  43. Hallo,

    wie ich oben schon mal schrieb, wollte ich mir das An- und Abmelden nochmal anschauen.

    Gibt es eigentlich Erfahrungen, wie so ein „Anmelden“ (also Arbeitslos-Meldung) erfolgt und welche Folgen damit verbunden sind?

    Speziell für die Situation eines Privatiers, der sich gleich wieder abmelden will und (zumindest ich) keine Leistungen beziehen will?
    Welche Unterlagen benötigt man dafür, usw.

    Vielen Dank

    • Für die Arbeitslosmeldung muss man persönlich bei der zuständigen Agentur erscheinen. Mitbringen sollte man Personalausweis, Rentenversicherungsnummer und evtl. auch einen Nachweis über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Kündigungsschreiben, Aufhebungsvertrag, etc.). Für die näheren Einzelheiten empfehle ich die Seiten der Arbeitsagentur. Dort kann man sich recht ausführlich über alle Themen informieren.

      Ansonsten bekommst Du dann einen Haufen Papier: ALG-Antrag inkl. Hilfen zum Ausfüllen, Merkblätter und… keine Ahnung!
      Der ganze Bürokratismus wird halt in Gang gebracht. Auch wenn es nur für einen Tag sein sollte. Irgendwann bekommst Du einen Bescheid. Alles ziemlich unspektakulär. Zumindest fällt mir gerade nichts ein, auf das ich besonders hinweisen sollte.

      Okay, Du solltest vielleicht Deine Krankenkasse informieren. Aber sonst…?
      Ah ja – Natürlich! Du solltest Dich natürlich vorher rechtzeitig arbeitsuchend gemeldet haben. Das ist immer der erste Schritt. Ansonsten gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich den ersten Ärger. Allerdings nur im direkten Anschluss an ein beendetes Arbeitsverhältnis. Ich habe mich nach einer mehrmonatigen Abmeldung von der Arbeitslosigkeit anschließend gleichzeitig arbeitsuchend und arbeitslos gemeldet. Ohne Probleme.

      Gruß, Der Privatier

  44. Ein Anwalt schreibt auf seiner Homepage , das man problemlos und ohne rechtliche Auswirkungen auch seinen Antrag auf ALG zurueckziehen kann ohne Begruendung .
    Quelle ist bei mir vorhanden .

    Der Anspruch bleibt 4 Jahre erhalten.

    Hat damit jemand Erfahrungen ?

    • Eigene Erfahrungen mit dem Zurückziehen eines ALG1-Antrages habe ich zwar nicht, aber die gesetzlichen Grundlagen bestätigen Deine Annahmen:

      § 137 SGB III Abs.2 besagt ganz klar: „Bis zur Entscheidung über den Anspruch kann die antragstellende Person bestimmen, dass der Anspruch nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll.“

      Und im § 161 SGB III, Abs. 2 heißt es: „Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.“

      Aber bitte jetzt keine falschen Schlüsse ziehen!! Wer jetzt meint, er könne seinen Antrag zurücknehmen und dann vier Jahre warten, liegt falsch! Es bleibt nur der Anspruch bestehen, der auch per Bescheid festgestellt worden ist. Aber diesen gibt es nicht, wenn man den Antrag zurücknimmt (nur noch einmal zur Klarstellung!).

      Gruß, Der Privatier

  45. Bei mir ist es so, das ich noch einen alten Anspruch von etwas ueber einem Jahr habe , Das hat man mir auch auf dem Amt beim Erstbesuch bei der Entgegennahme der Papiere gesagt und das er vier Jahre gilt .Mit dem halben Jahr welches ich beschaeftigt war , wuerde sich sich an der Anspruchshoehe wahrscheinlich nichts aendern.

    Deswegen wuerde ich jetzt in meinem Fall den Antrag zurueckziehen und meinen alten Anspruch zeitlich genau der Anspruchsdauer vor Rentenintritt geltend machend.
    Ich bin jetzt ueber 62 Jahre und sehe keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt .
    Gibt es hier Risiken ?

    • Also ich sehe da keine Risiken. Hört sich vernünftig und sinnvoll an.

      Sofern denn die Fragen nach den Rentenvoraussetzungen (insbesondere die Wartezeiten) geklärt sind! Und wenn es klar ist, dass in der Zeit ohne ALG und ohne Beschäftigung die Krankenkasse aus eigner Tasche bezahlt werden muss.

      Gruß, der Privatier

  46. Hallo Privatier(s), vielen Dank für die vielen guten Tips in dem Blog. Auch ich denke über An/abmelden oder Disposition nach, bin aber etwas unsicher über die Folgen. Was sind Eure Erfahrungen.

    Rentenversicherung: JörgR schreibt ja (30.10.15) dass bei Disposition ein Wahlrecht besteht und so von der AA mindestens 80% der durchschnittlichen Rentenbeiträge der Erwerbstätigkeit entrichtet, das ist schon mal gut. Wie ist das denn bei Abmeldung – zahlt Dir die Agentur nach Wiederanmeldung auch diesen Beitrag?

    Wirkt sich Disposition oder An- und Abmeldung auf die Zumutbarkeit der Beschäftigung aus? I.e. wird die ‘abgemeldete Zeit’ angerechnet oder nicht?

    Gründungszuschuss – kann man nach Disposition oder An- und Abmeldung immernoch den Gründungszuschuss bekommen oder gibt es da Einschränkungen.

    Hast jemand Erfahrungen mit dieser Zumutbarkeitsklausel gemacht. 7 Monate sind schnell vorbei und dann wird man unter Umständen doch schnell vermittelbar. Gerade auch im Bezug auf den Gründungszuschuss – ist es ratsam vor Ablauf der 7 Monate zu gründen oder sehe ich da Gespenster?

    Lieben Dank Maya

    • Bei der Zahlung von Rentenbeiträgen durch die Arbeitsagentur gibt es keinen Unterschied, ob ich vorher ein Dispojahr gemacht habe, oder ob ich einfach nur ein paar Monate nicht arbeitslos gemeldet war. Ich selber kann mich übrigens gar nicht daran erinnern, dass die Frage der Einzahlung in die Rentenkasse jemals ein Thema war. Ich habe fast den Eindruck, das ging „automatisch“. Oder vielleicht habe ich das inzwischen auch vergessen?

      „Zumutbarkeit der Beschäftigung“: Auch so ein Thema! Habe ich nie drüber nachgedacht. War aber auch nie ein Thema bei meiner Agentur. Kann ich also recht wenig zu sagen. Ich weiß wohl, dass einem Bekannten mal angekündigt wurde, dass er nach Ablauf einer Frist auch andere Tätigkeiten akzeptieren müsse. Soweit ich weiß, aber ohne jede Folgen.

      Für den Gründungszuschuss gibt es Einschränkungen – ja. Aber auch die haben nichts mit Dispojahr und An- und Abmelden zu tun, sondern lediglich mit der noch zur Verfügung stehenden Rest-Arbeitslosigkeit (150 Tage). Näheres dazu gibt es bei der Agentur.

      Gruß, Der Privatier

  47. Hallo zusammen,
    ich habe einen zu 50 % schwerbehinderten Sohn, welcher betreut werden muß.
    Ich habe deshalb mit der Firma einen Aufhebungsvertrag getätigt zum 30.06.2016.
    Gibt es hier Möglichkeiten Sperr- und Ruhezeiten zu umgehen.
    Gruß
    BuFu-Scout

    • Ob es mit dieser Begründung (Betreuung eines behinderten Angehörigen) keine Sperrfrist gibt, kann ich nicht beantworten. Ich wage es zu bezweifeln. Begründungen werden eher bei externen Einflüssen akzeptiert (Schließung der Firma, etc.). Motive, die auf Basis der eigenen Lebensumstände beruhen, eher nicht. Aber, wie gesagt: Ich weiß es nicht!

      Sperr- und Ruhezeiten kann man meines Wissens nach nur mit einem Dispojahr umgehen. Aber dazu bitte unbedingt sorgfältig informieren und sich über die Konsequenzen und Fallstricke klar werden!!

      Gruß, Der Privatier

  48. Ich habe eine frage und zwar ich bekomme hartz 4 aber müsste im mai in die turkei weil ich aus familieschen gründen sachen erledigen muss könnte aber etwas lange dauern also ich sag mal ungefähr bis august kann ich mich dann von jobcenter abmelden und dann wenn ich wieder da bin mich wieder bei jobcenter anmelden bitte um hilfe

  49. Lieber Privatier, liebe Mitlesenden,
    Danke für die hochwertigen Informationen!!!
    Ich bin zum 01.01. mit Abfindung aus einem Unternehmen ausgeschieden – entsprechend würde steuerlich die „Abmelde/Anmelde“-Variante Sinn machen.
    Gleichzeitig bin ich aufgrund der Arbeitslosigkeit von der PKV zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung gewechselt.
    Jetzt meine Frage: Was passiert mit dem Versicherungsstatus nach dem Abmelden beim Arbeitsamt? Muss ich wegen fehlender Vorversicherungszeiten zurück in die PKV? Oder sind diese Fristen (12 Monate) nur für den Zeitpunkt des Wechsels entscheidend – nicht für den Verbleib in der GKV?
    Besten Dank vorab für Eure Meinungen!
    Viele Grüße, Horschti

    • Ich habe mich mit den speziellen Bedingungen der PKV nie wirklich auseinander gesetzt und kann daher zu der Frage keine kompetente Antwort geben. Ich weiß aber, dass es einen Beitrag bei Finanztip gibt, der diese Fragen (hoffentlich) beantwortet.

      Gruß, Der Privatier

  50. Ich überlege den optimalen Zeitpunkt für Ab und Anmelden während des Abfindungsjahrs. Logisch klingt 1.1 da dann kein ALG fliesst. In Beiträgen zur Rentenversicherung habe ich nun gelesen dass schon bei einem ‚Arbeitstag‘ im Monat dieser Monat als Pflichtbeitragsmonat gezählt wird. Habe ich das richtig verstanden? Wenn ja könnte es ja von Vorteil sein wenn man je einen Tag länger ALG bezieht und sich am 2.1. ab und am 30.12. wieder anmeldet. Positiv wäre das eventuell für die Erwerbsminderungsrente und für Anrechnungszeit wenn einem z.B. noch Zeiten für die 35 Jahre fehlen. Was meint Ihr dazu? Danke Maya

    • Ich habe mir da nur wenig Gedanken drüber gemacht, weil für mich die beiden Gründe (35 Jahre Wartezeit und Erhalt des Erwerbsminderungsrenten-Anspruches) nicht so wichtig waren. Aber, soweit ich mich erinnern kann, ist das tatsächlich so, dass der ganze Monat als Pflichtbeitragsmonat zählt, sobald mindestens ein Tag den Bedingungen genügt.
      Wenn es also auf jeden Monat ankommt, wäre es sicher geschickt, sich jeweils kurz nach dem Monatsanfang an- und abzumelden.

      Aber noch einmal zur Klarstellung und zur Sicherheit: Das gilt natürlich nicht für Leute, die das Dispojahr geplant haben! Hier geht es um eine Tag-genaue Meldung. Keine Tag zu früh und kein Tag zu spät!

      Gruß, Der Privatier

  51. Hallo zusammen,
    ich bin nach 27Jahren unter Einhaltung der Kündigungszeit, mit Aufhebungsvertrag zum 28.2.2015 aus meiner Firma mit hoher Abfindung ausgeschieden.
    Habe daraufhin vom Dispositionsrecht Gebrauch gemacht und 12 Monate meine KV selbst bezahlt. Muss mich jetzt zum 1.3.2016 arbeitslos melden.
    Meine Frage, ich möchte weiter Privatier bleiben aber den Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht verlieren.

    Ist es möglich,

    zum 1.3.16 arbeitslos melden,
    danach wieder abmelden,
    der Anspruch bleibt weitere 3-4 Jahre (da ich ja bereits 1Jahr Pause habe) bestehen?

    also wie im Beispiel

    1. Innerhalb der vorgegebenen Fristen arbeitssuchend (hab ich getan und wieder abgemeldet) und arbeitslos ( jetzt zum 1.3.2016 ) melden.
    2. Anspruch feststellen lassen.
    3. Wieder abmelden.
    4. Anspruch bleibt bis zu drei/vier Jahre (je nach dem?) erhalten.
    5. Später wieder arbeitslos melden und Leistungen in Anspruch nehmen.

    Sollte doch gehen?

    Vielen Dank an den Privatier!

    • Kurze Antwort: Ja, das sollte gehen.

      Etwas länger: Die Vorgehensweise sieht okay aus. Es ist durchaus möglich, das Dispojahr und die Strategie des An- und Abmeldens zu kombinieren. Denn, wenn der ALG-Anspruch einmal festgestellt ist, hat er bis zu vier Jahre Bestand. Da spielt dann die Vorgeschichte keine Rolle mehr.

      Gruß, Der Privatier

  52. Hallo zusammen, auch ich bin nach 30 Jahren mit Abfindung per 31.12.2015 unter Einhaltung der 18monatigen Kündigungsfrist aus meinem Unternehmen ausgeschieden.Bin 56 Jahre alt.
    Habe mich fristgerecht arbeitslos gemeldet, noch keinen Bescheid, aber schon gleich eine Weiterbildungsmassnahme bekommen, die bis Mitte Juni läuft. (finde ich super weil für mich interessante Themen) Hoffentlich auch ein Argument einer eventuellen Sperrfrist erfolgreich widersprechen zu können, ausserdem muss ich in dieser Zeit keine Berwerbungstermine wahrnehmen.Möchte danach drei Wochen meinen mir zustehenden bezahlten Urlaub (21 Kalendertage)beim Arbeitsamt nehmen. Die Überlegung ist dann, mich für zwölf Monate befristet von ALG abzumelden für einen sogenannten Midijob, zwischen 450,01 und 850 Euro brutto monatlich. Der Vorteil ist, dass Kranken und Rentenversicherung automatisch mit abgedeckt sind und ich nicht aus meiner Tasche Kassenbeiträge zahlen muss, Krankenkasse kostet bei 800 Euro brutto ca. 64 Euro.Ausserdem zählt der Midijob auch bei den Rentenzeiten mit. Danach wieder arbeitslos melden, da auch hier der sogenannte Bestandsschutz gilt und man das ursprünglich berechnete ALG wieder erhält. Da mir in meinem Alter 18 Monate ALG zustehen, könnte ich das Spiel nach einigen Monaten Arbeitslosigkeit nochmals durchspielen. Die Finanzlage lässt sich durch die Abfindung ja ausgleichen. Im nächsten Jahr spielt ja die in diesem Jahr erhaltene Abfindung steuertechnisch keine Rolle mehr. So kann man aus 18 Monaten dreieinhalb Rentenbeitragsjahre machen (6 Monate ALG, 12 Monate Midijob, dann 6 Monate ALG, 12 Monate Midijob und wieder 6 Monate ALG) Wichtig ist dann allerdings dass nach Ende der Arbeitslosigkeit nochmal eine Arbeit aufgenommen wird vor dem Rentenantritt,damit diese Jahre bei der Rentenberechnung als Anwartschaftszeiten berechnet werden. Bitte um Korrektur, falls ich irgendwo etwas falsch wiedergegeben habe.

  53. Liebe Thea,

    erlauben Sie mir einige -wie ich hoffe- nützliche Hinweise: bitte dazu den Kommentar unseres Gastgebers vom 9. Dezember 15 lesen.
    Hier insbesondere das hervorragende Merkblatt des AZD (Punkt 2): durch einen mindestens 12 monatigen Midijob bauen Sie einen neuen (weiteren) „zeitlichen“ Anspruch auf ALG 1 auf, der sich zu Ihrem alten Anspruch hinzu addiert (und das beste: die Höhe des „alten“ mtl „Zahlungsanspruches“ bleibt bestehen).
    Erst nach 24 Monaten Midi-Job würde ein komplett neuer (niedriger) Anspruch auf ALG 1 entstehen.
    Hoffe mich verständlich ausgedrückt zu haben.

  54. Hallo Herr Privatier,
    bin seit 01.01.2016 arbeitsuchend( nach 37,5 Jahren Vollbeschäftigung), mein ALG 1 wurde festgestellt und schon 2 x ausgezahlt. Habe Anspruch auf 18 Monate. Würde mich jetzt gern für ca. 1 Jahr abmelden, da es mir phsychisch nicht so gut geht. Ist das täglich möglich oder muss ich Fristen einhalten? In der Zeit wäre ich bei meinem Mann mitversichert. Wenn ich mich nach einem Jahr wieder beim Amt anmelde, muss mich dann meine alte Krankenversicherung wieder aufnehmen? Ich befürchte dann auch Repressalien beim Amt( Schulungen ohne Ende),denn dann bin ich fast 58 und noch schwerer vermittelbar.

    • Hallo Angelika,

      Sie können sich jederzeit bei der Agentur wieder abmelden. Da gibt es keine Fristen. Ob es eine Pflicht gibt, dass Ihre alte Krankenkasse Sie wieder aufnimmt, kann ich leider nicht beantworten. Vielleicht fragen Sie dort einfach einmal nach.

      Aber vielleicht überlegen Sie auch noch einmal, ob es der richtige Weg ist, sich bei der Agentur abzumelden? Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen (und psychische Gründe gehören dazu!) nicht arbeitsfähig sind, so wäre eine Krankmeldung eigentlich der richtigere Weg, obwohl ich natürlich weiß, dass man bei psychischen Problemen oftmals geneigt ist, den einfachsten Weg zu suchen, weil für alles andere einfach die Kraft fehlt.
      Sie müssen dies selber entscheiden. Bedenken Sie: Eine Abmeldung können Sie immer noch (jederzeit) machen.

      Und was die Weiterbildungsmaßnahmen angeht, kann man kaum eine Prognose anstellen. Das liegt wohl wirklich im Ermessen der jeweiligen Betreuer. Da kann man die ganze Bandbreite von Null bis „ohne Ende“ erleben.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort, ich habe oft gelesen das man bei Krankheit trotzdem Bewerbungen machen muss und dem AA zur Verfügung stehen muss. Das möchte ich aufgrund meiner Stimmung vermeiden. Muss ich mich innerhalb 48 Monate wieder anmelden oder praktisch jetzt nach 28 Monaten, damit das restliche ALG 1 ausgezahlt wird.
        Danke für alles
        Angelika

      • Wenn Ihr ALG1-Anspruch mit dem 1.1.2016 begonnen hat, behält dieser Anspruch bis zu vier Jahre (also 48 Monate oder bis zum 31.12.2019) seine Gültigkeit. Sie können sich zwischendurch (auch mehrfach) abmelden und wieder anmelden. Wenn Sie sich für längere Zeiten abmelden, müssen Sie aber einen neuen ALG1-Antrag stellen. Dabei auf jeden darauf hinweisen, dass ein alter Anspruch besteht!

        Und Sie haben schon Recht: Eine bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Unfähigkeit und damit der Notwendigkeit, die Eigenbemühungen fortzusetzen. Auch das wird aber im Einzelfall wieder im Ermessen des Betreuers und einer klaren Schilderung des Sachverhaltes liegen.
        Meine Erfahrung ist, dass sich solche Fragen in einem vernünftigen, unaufgeregtem Gespräch durchaus regeln lassen.

        Gruß, Der Privatier

  55. Hallo
    eine frage wie ist das wenn man sich abgemeldet hat weil man anfangen wollte einer Tätigkeit nachzugehn aber dann dies doch nicht möglich war kann das arbeitsamt eine sperre verhängen ?

    Mfg

    • Das hängt sicher auch davon ab, aus welchem Grund die neue Tätigkeit „nicht möglich“ war.
      Aber auch wenn es hier manchmal vielleicht den Eindruck macht: Ich bin kein Experte für alle Fragen, die mit der Arbeitsagentur zusammenhängen und kann die Frage daher auch nicht umfassend beantworten.

      Gruß, Der Privatier

  56. Hallo Privatier,
    ich bin ab April arbeitslos, habe mich beim Arbeitsamt rechtzeitig gemeldet,
    habe jetzt in Kürze mein Erstgespräch vor Ort.
    – habe die ersten drei Monate noch verdient
    – bekomme eine sehr hohe Abfindung, Ende des März
    – werde Mitte des Jahres 54
    – habe bereits Bewerbung gestartet, bisher aber nur Absagen

    Was raten Sie mir, wie sollte ich die Sache angehen.

    Mfg

    • Ich möchte ja eigentlich gar keine Ratschläge geben, sondern einfach nur Möglichkeiten aufzeigen. Und über Gesetze und Regeln informieren. Wie man das am besten kombiniert, hängt dann auch oft von den persönlichen Vorlieben und Prioritäten ab. Da ist es schwer, eine Aussage zu treffen.

      Mir ist hier schon nicht klar, ob Sie weiter arbeiten wollen (müssen?) oder nicht?
      Wenn nicht, wäre es sicher dringend angesagt, einen Finanzplan zu erstellen, der darüber Auskunft gibt, ob und wie lange das Geld reicht? Ist ein Dispojahr finanzierbar? Wie sieht es mit Krankenkasse und Rente aus? Wie hoch ist die Steuerbelastung? Kann man das optimieren?

      Ich weiß, das sind unendlich viele Fragen. Aber ich kann Ihnen die Mühe nicht ersparen, sich mit den Themen selber auseinander zu setzen. Die Basis für die Antworten finden Sie hier im Blog. Aber Ihren Weg müssen Sie (leider) alleine finden.

      Viel Erfolg, Der Privatier

  57. Hallo Privatier,

    Ich hatte mich ja bereits vor einiger Zeit für deine guten Ratschläge bedankt. Das ist auch alles so gelaufen wie ich es mir vorgestellt habe und Anfang des Jahres habe ich mich für einen Tag arbeitslos gemeldet und anschließend gleich wieder abgemeldet.

    Jetzt bleibt für mich nur eine Frage offen: ich habe nun einen Zeitraum von vier Jahren um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend zu machen. Ist es so, dass ich meinen Gesamtanspruch (zwei Jahre) innerhalb dieser vier Jahre aufbrauchen muss oder muss sich nur bis zum Ende dieses Zeitraums meinen Anspruch wieder geltend gemacht haben?

    Wenn du mir dazu noch etwas sagen könntest wäre ich sehr dankbar.

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Bernd Wilhelm

    • Also, ich habe das immer so verstanden, dass es reicht, den einmal festgestellten ALG1-Anspruch innerhalb der vier Jahre wieder geltend zu machen und NICHT, dass man ihn in diesem Zeitraum aufbrauchen muss. Ich finde da gerade keine offizielle Stelle zum zitieren, aber das hier habe ich gerade in einem Beitrag von Sauer bei Haufe zum §161 SBG III gefunden.
      Dort heißt es: „…Rz. 27: Wird ein Anspruch auf Alg rechtzeitig geltend gemacht, kann die Leistung über das Ende der Frist hinaus bezogen werden, bis der verbliebene Anspruch verbraucht oder aus sonstigen Gründen (§ 148) erschöpft ist.
      Bestätigt für mich meine Annahme: Man muss den Anspruch nicht verbrauchen, es reicht ihn rechtzeitig anzumelden.

      Ich würde mir das vorsichtshalber von der Agentur bestätigen lassen (wenn es geht, schriftlich).

      Gruß, Der Privatier

  58. Hallo Privatier,

    Um eine Fragestellung noch etwas zu präzisieren:

    Gehen wir davon aus ich melde mich am letzten Tag der vier Jahresfrist wieder arbeitslos, muss ich dann die zwei Jahre ALG in einem Rutsch auf brauchen oder habe ich dann nochmal die Möglichkeit zu unterbrechen?

    Vielen Dank für deine Info

    Liebe Grüße

    Bernd

    • Ich denke, in dieser Konstellation muss man den Anspruch schon „in einem Rutsch“ aufbrauchen. Denn, wenn man sich nach einer weiteren Unterbrechung später noch einmal anmeldet, ist ja die 4 Jahresfrist überschritten. Dann ist der alte Anspruch verfallen.
      Es entsteht ja durch das rechtzeitige Anmelden innerhalb der Frist kein neuer Anspruch, sondern der alte wird lediglich aufgebraucht. Nach einer weiteren Unterbrechung geht das aber nicht mehr.

      Gruß, Der Privatier

  59. Hallo Privatier

    ich habe folgendes vor:
    -werde Mitte des Jahres 54
    – bin jetzt ab April arbeitslos, das Arbeitslosengeld ist beim Arbeitsamt beantragt, mündlich bestätigt, genehmigt, Schreiben kommt noch (2500€/Monat x 15 Monate)
    – bekomme im Mrz eine hohe Abfindung
    – ich würde mir an der Abfindung zusätzlich 15000 Steuern heuer sparen, wenn ich zu den ersten drei Monaten Gehalt(Jan-Mrz) kein Arbeitslosengeld in 2016 bekomme
    – ich würde mich daher dann nach dem Erhalt des Schreibens vom Arbeitsamt wieder abmelden (im April)
    – im Januar 17 würde ich mich wieder anmelden
    – würde dannn dieses Jahr mich selbst krankenversichern (ca. 168€/Monat) und freiwillig in die Rente einbezahlen (88€/Monat)
    – könnte mich dann wieder im Januar 17 beim Arbeitsamt anmelden.
    – hätte somit die nächsten 2 Jahre (15 Monate Arbeitslosengeld + die 9 Monate dieses Jahr (finanziert durch die steuerersparnis) abgedeckt.
    bin dann knapp 57 und könnte von meiner Abfindung (über 200.000 netto) dann die nächsten Jahre bis zu Rente überbrücken.
    – die Reihenfolge abmelden, anmelden macht doch Sinn?
    – wie stark mit mann beim Harz4 gekürzt, wird die Krankenversicherung immer bezahlt, wird ein Mindestrentebeitrag bezahlt?

    Gruss
    Sebastian

    • Hallo Sebastian,

      ja – das sind ja mal konkrete Aussagen. Da kann ich auch gerne etwas zu sagen:

      * Es wäre noch zu überprüfen, inwieweit die ordentlichen Kündigungsfristen eingehalten worden sind. Wenn nicht, gibt es nämlich eine Ruhezeit! D.H. keine ALG1 und wesentlich höhere KV/PV-Beiträge.
      * Ob die Steuerersparnis (ohne ALG1) von der Höhe her hinkommt, kann ich nicht überprüfen. Mag so sein. Aber generell ist es sicher immer ratsam, den Bezug des ALG zu verschieben.
      * Abmelden ist daher schon der richtige Weg. Allerdings reicht es nicht aus, das Schreiben abzuwarten! Es muss auch mindestens 1 Tag effektiver Arbeitslosigkeit dabei herauskommen. Das Schreiben könnte ja theoretisch schon im März kommen.
      * Anmelden im Januar 2017 ist auch okay.
      * Ob die Abfindung reicht, die Zeit bis zur Rente zu überbrücken, kann ich nicht beurteilen. Vor allen Dingen, ob es wirklich 200.000 Netto sind, wird am Ende das Finanzamt feststellen. Manchmal ergeben sich da schon mal komische Überraschungen
      * Zu Harz4 kann ich nichts sagen, außer dass es dazu nach Möglichkeit nicht kommen sollte. Mit den Bedingungen im Einzelnen kenne ich mich aber überhaupt nicht aus.

      * Hinsichtlich der Steuer könnte man sicher auch noch über Möglichkeiten der Optimierung nachdenken (z.B. Einzahlung in gesetzl. Rente oder Rürup). Nachteil dieser Varianten ist allerdings immer, dass sie zusätzlich Geld kosten, welches dann für die Finanzierung des Lebensunterhaltes fehlen könnte.
      * Mit einem Dispojahr hätte man sicher auch noch etwas optimieren können, zumindest hinsichtlich Sperr- und Ruhezeiten. Aber dazu möchte ich jetzt wirklich nicht mehr raten – dazu ist die Zeit für die Auseinandersetzung mit dem Thema, der Entscheidungsfindung und der Umsetzung einfach zu kurz.

      Ansonsten: Viel Erfolg!

      Gruß, Der Privatier

  60. Hallo Herr Privatier,

    – die Kündigungsfristen sind eingehalten, bekomme keine Ruhezeit
    – die zusätzliche Steuerersparnis hat mir ein Steuerberater errechnet
    – werde dann die Abmeldung, nach dem Schreiben Anfang April machen
    – Die Abfindung sollte nach Berechnung (Steuerersparnis) durch ein Steuerberater auch passsen
    – wegen Rürup oder gesetzl. Rente setze ich mich nochmal hin,

    Danke für die Antwort

    Mfg

    • Das hört sich doch schon sehr gut an!

      Und wenn Sie bereits in Kontakt zu einem Steuerberater stehen, wird der Ihnen auch sicher ausrechnen können, wie viel Steuern Sie zusätzlich sparen können, wenn Sie einen Teil Ihrer Abfindung in die Altersvorsorge stecken.
      Der Effekt ist bei höheren Abfindungen oftmals nicht so überwältigend, es gibt aber auch Beispiele, die den maximalen Beitrag für eine Rürup-Versicherung vollständig aus der Steuerersparnis finanziert haben.

      Gruß, Der Privatier

  61. Hallo,

    wie ist es, wenn man diese 4 Jahre nutzt und in dieser Zeit 58 wird. Ab 58 stehen einem 24 Monate ALG zu.
    Verlängert sich da auch der Anspruch auf ALG?

    Gruß Chrissi

    • Nein, der Anspruch verlängert sich nicht! Man hat lediglich Zeit, innerhalb der vier Jahre den „alten“ Anspruch aufzubrauchen. Und „alt“ heißt eben auch, dass da nichts mehr dran verändert wird!

      Gruß, Der Privatier

  62. Hallo!
    Bin am 30.6.2016 61Jahre alt und werde entlassen unter Einhaltung der Kündigungsfristen. habe 46 Jahre gearbeitet. Bin zusätzlich 70%schwerbehindert und könnte mit 10,8 % Abzug in Rente gehen.Möchte aber abzugsfrei in Rente. Wäre am 1.1.2019. Könnte doch noch 2Jahre bis 30.6.2018 arbeitslos machen.Die restlichen 6 Monate könnte ich von meiner Abfindung leben die ich am 30.6.2016 bekomme. Mache ich alles richtig?

    • Ich kann hier spontan keinen (Denk-)Fehler erkennen. Hört sich aus meiner Sicht vernünftig an. Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass ich mich mit den speziellen Bedingungen für Schwerbehinderte nicht befasst habe.
      Soviel ich aber weiß, wird auch für Schwerbehinderte die Altersgrenze für eine abschlagfreie Rente in Stufen angehoben. Also nicht: Ab 63 Jahren!
      Sondern 63+x (bei Ihnen vielleicht 63+9, je nach Jahrgang).

      Ich würde Ihnen als Vertiefung der Informationen einmal die Broschüre der Deutschen RV empfehlen. Und anschließend am besten einmal einen Beratungstermin vereinbaren. Bei dieser Gelegenheit kann man dann gleich einmal klären, ob sonst alles in Ordnung ist, mit dem Rentenverlauf.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo,
      ich bin selbst seit dem 1.1.2016 arbeitslos und gehe am 1.1.2018 mit Abzügen in die Behindertenrente. Wie Du siehst, eine ähnliche Konstellation.
      Die Nutzung der AL-Versicherung ist also möglich. Bitte hier aber mal prüfen lassen, ob Sperr- oder Ruhefristen entstehen.
      Zu den Rentenabschlägen ist zu sagen, dass erst nach ca. 28 Jahren ein Vorteil entsteht. Eine einfache Rechnung bei Deinem Beispiel:
      1500,- Rente * 6 Monate = 9000,-, die Du aus der Abfindung nehmen müsstest.
      6 * 0,3% Abschlag = 1,8 % entspricht 27,- / Monat Abschlag
      9000,- / 27,- entspricht ungefähr 28 Jahren.
      Diese Rechnungen wurde aber schon mehrmals diskutiert.

      Für Dich gibt es aber noch die Option, die Rentenminderung durch eine Einmalzahlung auszugleichen. Wie das geht, findest Du auch in diesem Forum.

      Viele Grüße, Hardy

  63. Ich konnte nun schon sehr viel in diesem Forum „lernen“. Mein Anspruch entsteht ab 01.04.16. Ich habe eine Sperrfrist bis 10.09. Nun ist meine Überlegung mich nach Erhalt des Bescheides bzw. in den nächsten Tagen wieder abzumelden, da ich keine Lust auf ständige Bewerbungsvorschläge habe. Ich will erst einmal eine Auszeit nehmen. Wenn ich mich z.B. ab 01.01.17 wieder anmelde – gilt dann die Sperrfrist als verstrichen und die Zahlungen beginnen sofort? – Ich bekomme angeblich 13,5 Monate bezahlt (lt. mündl. Aussage bei der Beratung) . Kann ich diese Zahlungen auch in 3 Jahre verteilen? Mir geht es um den Erhalt der Leistung in HÖhe von ca. 1600 € + die Leistung in die Rentenkasse.
    Gruß Reka

    • Ja, wenn Sie sich zum 1.Jan.2017 wieder arbeitslos melden, ist Ihre Sperrzeit verstrichen und die Zahlungen beginnen sofort. Eine Sperrzeit beginnt immer mit dem Ereignis, welches sie begründet (hier also mit dem ersten Tag Ihrer Beschäftigungslosigkeit am 1.4.16) und läuft dann ab. Ob man angemeldet ist oder nicht.
      Die 13,5 Monate sind auch okay: Von den ursprünglichen 18 Monaten wird 1/4 wegen der Sperre abgezogen. Bleiben also 13,5. Und die kann man dann aufbrauchen, wie man möchte (innerhalb der vier Jahre).

      Gruß, Der Privatier

  64. Hallo, ich hatte auch schon meine Probleme mit der Agentur. Trotz Ausgefüllter Unterlagen vom Arzt wurde ich gesperrt und den Gerichtstermin auf den ich fast 2 Jahre wartete hätte ich mir auch sparen können da es wohl eine Gesetzteslücke ist.
    Aktuell sieht es so aus, dass meine Arbeitslosigkeit durch Elternzeit unterbrochen wurde und ich seit Januar wieder im Alg1 Bezug bin. Jetzt wollte ich gern 7 Tage Urlaub mit meinem Mann und unserer 15 Monate alten Tochter, was mir aber so wie es aussieht verweigert wird. Mir wurde gesagt ich kann mich ja abmelden. Das werde ich nun wohl auch tun müssen.
    Wie mache ich das am Besten und was muss ich beim wieder zurück melden beachten?
    Dass ich für die 7 Tage kein Geld bekomme und nicht versichert bin weiß ich, das wurde mir gesagt.
    Da ich verheiratet bin dürfte es aber kein Problem sein mich und unsere Tochter in der Familienversicherung über meinen zu versichern, oder?
    Ist mir die 1 Woche dann in meinem Gesamtanspruch verloren? Oder wird die hinten angehängt?
    Außerdem wurde mir für Herbst ein Teilzeit Job in Aussicht gestellt. Ich muss dazu sagen, dass ich derzeit einen Minijob bei dieser Firma habe. Genaue Konditionen habe ich noch nicht.
    Mein Alg1 Anspruch läuft noch bis Ende des Jahres. Wenn ich jetzt einen Teilzeit Job annehme und mich dann eventuell ab Herbst von der Agentur abmelde verfällt mein bisheriger Anspruch von der Agentur? Kann es Nachteile für mich haben? So viele Fragen, ich hoffe Sie können mir weiter helfen. Vielen Dank im Voraus

    • Manche Fragen landen aus mir leider unbekannten Gründen immer im Spam-Ordner. Darum kommt die Antwort etwas später.

      Auch wenn ich vielleicht manchmal den Eindruck mache, so bin ich doch kein Experte für alle Fragen zur Arbeitsagentur. Aber ich will gerne einmal ein paar Antworten versuchen:
      * Wenn Ihr ALG-Anspruch nicht älter als 4 Jahre ist, können Sie ihn gefahrlos unterbrechen.
      * Bei der Abmeldung würde ich den Grund gleich mit angeben (nicht verfügbar wegen Urlaub).
      * Bei der erneuten Anmeldung unbedingt angeben, dass ein alter Anspruch besteht (Bescheid mitnehmen).
      * Familienversicherung ist kein Problem, wenn Ihre Einkünfte weniger als 415€/Monat betragen.
      * Die Zeit, in der Sie nicht bei der Agentur gemeldet sind, geht Ihnen nicht verloren.
      * Die Auswirkungen eines Teilzeitjobs auf den ALG-Anspruch sind etwas kompliziert. Am Besten lesen Sie dazu mal meinen Beitrag „Mit Zwischenschritt zum Privatier – Teil 3″

      Auch wenn Ihr Verhältnis zur Ihrer Agentur etwas „gespannt“ (oder auch gestört) erscheint, würde ich Ihnen immer empfehlen, solche Fragen besser direkt mit der Agentur zu besprechen. Ich kann hier leicht ein Detail übersehen oder falsch verstehen!

      Dennoch, weiter viel Erfolg

      Gruß, Der Privatier

  65. Guten Tag, ich werde drei Monate arbeitslos sein, habe keine Sperrfrist und nehme dann wieder eine Arbeit auf. In meinem neuen Arbeitsvertrag steht als Beginn „15.9 bzw. früher“. Wie wird die Agentur für Arbeit den Hinweis auf „bzw. früher“ interpretieren? Können Sie mir trotz Erfüllung aller Anspruchskriterien das Arbeitslosengeld kürzen bzw. verweigen mit dem Hinweis ich hätte früher wieder eine Arbeit aufnehmen können?
    Danke und Gruß, Bettina

    • Auch hier möchte ich betonen, dass dies hier kein Forum für alle Fragen rund um die Arbeitslosigkeit ist. Da gibt es sicher andere Foren, wo es kompetentere Antworten gibt!

      Ich denke nicht, dass Ihnen das ALG gekürzt oder gestrichen werden kann. Es sei denn, die Agentur vermittelt Ihnen vorher einen anderen Job, in dem Sie sofort beginnen könnten. Wenn Sie den ablehnen, kann daraus eine Sperre und damit ein Wegfall der Leistungen resultieren.

      Gruß, Der Privatier

  66. Hallo ….bei mir ist im Moment folgender Sachverhalt. Aufhebungsvertrag unterschrieben in welchem mir entweder das Gehalt bis zum Ende der gesetzlichen Kündigungsfrist (6 Monate) bezahlt wird oder falls ich eher eine neue Arbeit finde, die Summe in einem Rutsch ausbezahlt wird. Habe dann kurz nachdem ich den Aufhebungsvertrag unterschrieben hatte eine neue Stelle angetreten. Diese jedoch nach 2 Wochen wieder gekündigt und mich dann gleich arbeitslos gemeldet. Jetzt wird gerade geprüft ob eine Sperrfrist eintritt, da es durchaus gute Gründe für die Eigenkündigung gegeben hat. Kann die Agentur für Arbeit mir nun zusätzlich noch Ruhezeiten „verordnen“, da ich ja Abfindung erhalten habe?

    • Um ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung!

      Ich fürchte allerdings, dass es eine Ruhezeit geben wird. Es wäre ansonsten wohl zu einfach, eine solche Ruhezeit zu umgehen, indem man einen beliebigen Jon annimmt und diesen dann kurz drauf wieder kündigt. Das kann und wird nicht funktionieren.

      Gruß, Der Privatier

  67. Hinweis – Bitte beachten:
    Aus gegebenem Anlass (die letzten drei Kommentare/Fragen) möchte ich einmal darauf hinweisen, dass dies hier kein Forum für alle denkbaren Fragen und Probleme im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit ist! Dafür gibt es andere und bessere Anlaufstellen im Internet.

    Ich kann und will solche Fragen nicht beantworten und werde daher zukünftig nur noch auf diese Erklärung hinweisen.

    Vielen Dank für das Verständnis und

    Gruß, Der Privatier

  68. Guten Tag Mr. Privatier,

    Sie schrieben:
    „Aber generell ist es sicher immer ratsam, den Bezug des ALG [1] zu verschieben.“
    Da wäre ich mir nicht so sicher. Die „Opposition“ fordert inzwischen die Privatisierung/Abschaffung der Versicherungsleistung ALG1. Die „Regierungsparteien“ werden da auch gerne einmal folgen, nur um an der Regierung zu bleiben.

    Mein Rat: Generell ist es ratsam, das Jahrzehnte gezwungenerweise in die Arbeitslosenversicherung eingezahlte Geld bei Eintritt des Versicherungsfalles auch zeitnah(!) wieder abzuholen.

    Sonst wird es „wech“ sein, wie man hier in Bremen sagt.

    Viele Grüße, Simon

    • Wenn man ernsthafte Bedenken hat, dass heute gültige Gesetze morgen nicht mehr gelten, sollte man in der Tat nichts auf die lange Bank schieben.

      Ich mache mir allerdings speziell beim Thema ALG1 überhaupt keine Sorgen. Und mir ist auch keine Forderung von „der Opposition“ bekannt.

      Gruß, Der Privatier

      • Guten Tag, Herr Privatier, Sie schrieben:
        „Ich mache mir allerdings speziell beim Thema ALG1 überhaupt keine Sorgen. Und mir ist auch keine Forderung von „der Opposition“ bekannt.“
        Dann empfehle ich Ihnen das Kapitel 5.2 des Parteiprogrammes der Oppositionspartei AfD: „Bundesagentur für Arbeit auflösen“.

        Andere nennenswerte Oppositionsparteien sind wiederum mir nicht bekannt: Alle anderen deutschen Parteien >= 5% tragen ja Regierungsverantwortung.
        Viele Grüße, Simon

  69. Hallo ! Ich möchte Euch etwas fragen, und zwar : ist es richtig das man das Recht auf Arbeitslosengeld 1 verliert, wenn man sehr lange ( 2 Jahre) krank war, und danach 1 Jahr und 3 Monaten lang die volle Erwerbsminderungsrente bekommen hat ??? Und wenn nein, wird es vllt das Alg 1 anders , als normal ( 60% von Nettoeinkommen ) , berechnet?

  70. Hallo Herr Privatier !

    Ihr Forum ist absolute Spitze !

    Ich habe mich persönlich beim zuständigen Arbeitsamt arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet. Nun habe ich mich wegen einer ca. 2-jährigen Reise online wieder abgemeldet um mich innerhalb der 4-Jahresfrist wieder anzumelden. (also praktisch Sicherung meines Arbeitslosengeldanspruches)
    Aus Zeitgründen hatte ich die mir mitgegebenen Antragformulare und auch die Arbeitgeberbecheinigung etc. nicht vor der Wiederabmeldung beim Arbeitsamt eingereicht.
    Deshalb habe ich auch keinen Arbeitslosengeldbescheid bekommen.

    Ich hatte hierzu bei der Hotline des Arbeitsamtes angerufen und dort ist mir folgendes gesagt worden: Der Antragstellung wird nicht erst durch das Ausfüllen des Antragsformulars genügt, sondern schon durch Ihre persönliche Arbeitslosmeldung. Als Rechtsquelle wurde mir hierzu §32 Abs. 1 S. 2 SGB III genannt: „Arbeitslosengeld gilt mit der persönlichen Arbeitslosmeldung als beantragt…“

    Die Antragsformulare und Arbeitsgeberbescheinigungen etc. müsse ich dann bei der Wiederanmeldung meiner Arbeitslosmeldung innerhalb der 4 Jahre abgeben.

    Sehen sie dies auch so oder habe ich durch die Nichtabgabe der Formulare etc. meinen Arbeitslosengeldanspruch vor der Wiederabmeldung verwirkt ?

    Für Ihre für mich sehr wichtige Einschätzung wäre ich Ihnen sehr dankbar !

    Herzliche Grüße
    Adelbert

    • Ich kann da gerne einmal meine „Einschätzung“ zu abgeben. In diesem Falle aber im wahrsten Sinne der Wortes: Ich schätze nur!
      Oder noch richtiger: Ich sage meine Meinung, aber ohne dass ich diese anhand von prüfbaren Quellen begründen könnte.

      Und meine Meinung lautet: Ich würde mich auf so eine Konstruktion auf keinen Fall einlassen! Es sei denn, die Agentur würde das schriftlich bestätigen.
      Es ist sicher richtig, dass ALG1 auch ohne die ausgefüllten Formulare als beantragt gilt. Aber erstens ist mir nicht bekannt, ob so ein Antrag (ohne ausgefüllte Formulare, ohne Belege, ohne jede Mitwirkung des Antragstellers) nicht einfach nach einer gewissen Zeit abgelehnt wird. Wenn ich Behörde wäre, würde ich das so machen!
      Und zweitens gilt die 4-Jahres Frist nur für einen einmal „erworbenen“ Anspruch. Und dieser „Erwerb“ findet meiner Meinung mit dem positiven Bescheid statt, nicht aber mit dem Antrag. Ohne Bescheid also auch keine 4-Jahres Frist.

      Meine Einschätzung daher: Nach 2 Jahren, in denen kein vollständiger ALG1 Antrag abgegeben wurde, existiert somit auch kein Bescheid (höchstens ein ablehnender) und damit auch kein Anspruch. Und zwar weder ein alter, noch ein neuer!

      Wie gesagt: Das ist eine reine „Schätzung“. Ob es sich wirklich so verhält, kann ich leider nicht sagen. Dazu ist diese „Konstruktion“ zu speziell.

      Gruß, Der Privatier

  71. Hallo Herr Privatier,

    herzlichen Dank für Ihre Einschätzung.

    Wohin kann ich mich wenden, wenn ich dies genauer wissen möchte ?
    Kennen Sie z.B. einen guten Fachanwalt, der sich mit dieser Materie gut auskennt ?

    Gibt es andere Möglichkeiten sich hierüber zu informieren.

    Herzlichen Dank für Ihre Hilfe !

    Viele freundliche Grüsse
    Adelbert

    • Erste Anlaufstelle für Fragen zum Arbeitslosengeld wäre sicher immer die Agentur selber!
      Die Mitarbeiter sind verpflichtet, umfassend zu beraten. Jedoch nur auf entsprechende Nachfrage. Je mehr man fragt, desto mehr Antworten kann man gekommen. Und immer auch nach den evtl. Nachteilen fragen! Und – die Beratung ist kostenlos.

      Wer lieber einen Anwalt befragt, kann dies relativ schnell und kostengünstig z.B. bei Frag-einen-Anwalt.de oder z.B. über Anwalt.de einen Fachanwalt in der Nähe suchen.

      Noch viel einfacher, schneller und kostengünstiger wäre es aus meiner Sicht allerdings, einfach den ALG-Antrag auszufüllen und abzugeben. Ich verstehe so recht nicht, wo da das Problem liegt.

      Gruß, Der Privatier

  72. Guten Tag Herr Ranning

    ich werde demnächst nach längerer Krankheit und paralleler Entlassung meines AG arbeitslos und werde mich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden und Arbeitslosengeld 1 beantragen.
    Nun habe evtl die Möglichkeit in einem fernen Land als ne Art Praktikant unentgeldlich etwas zu tun und somit meiner nachhaltigen Genesung auf die Sprünge zu helfen.

    Wenn ich das AlG1 beantragt und genehmigt bekomme, kann ich mich z.b.für ein halbes Jahr abmelden ohne dass mir das ALG1 bei späterer wiederanmeldung gekürzt/neu berechnet wird?
    Kurzum, ich möchte gern ein halbes Jahr raus aus Deutschland, mach mir jedoch zu viele Gedanken um solche Sachen.

    Danke

    • Ihr ALG1 Bescheid hat bis zu vier Jahren Gültigkeit. In dieser Zeit können Sie selber entscheiden, ob Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen wollen/können oder nicht. Sie können sich also jederzeit bei der Agentur wieder abmelden.

      Etwas komplizierter wird der Fall dann, wenn zwischendurch ein neuer Anspruch entsteht. Hier gibt es dann aber eine ganze Reihe von Sonderregeln, die ich gerade nicht im Kopf habe.

      Gruß, Der Privatier

  73. Hallo Herr Ranning,
    folgende Situation bei mir im Schnelldurchlauf:
    letzter Arbeitstag am 31.12.17 (Kündigungsfrist wird eingehalten), Auszahlung der Abfindung im Januar 2018 und aus steuerlichen Gründen ALG-1 ab Dezember 2018 geplant. Wenn ich dem Arbeitsamt dies so mitteile, dann beginnt arbeitssuchend wie arbeitslos im Dezember 2018 (also ein knappes Dispojahr). Oder ?
    Welchen ZUSÄTZLICHEN Vorteil hat es denn, wenn ich mich für 1 Tag An- und Abmelde ? z.B. im Januar 2018 ? Ich kann den Sinn bzw. Vorteil (leider) immer noch nicht erkennen.
    Herzlichen Dank im Voraus und Gruß von Tim

    • Das haben Sie schon richtig erkannt: Es gibt (fast) keinen zusätzlichen Vorteil.
      Das Dispojahr birgt aber in seiner reinen Form (exaktes Jahr) eben ein paar Risiken, die in dem entsprechenden Beitrag näher erläutert sind. Dafür hat es aber nicht zu verachtende Vorteile.
      Die Risiken des Dispojahres kann man mit dem kurzfristigen An- und Abmelden ausschließen (das wäre dann der Vorteil), muss dann aber natürlich auf die Vorteile des Dispojahres (in erster Linie: Altersgrenze und Vermeidung von Sperr- und Ruhezeiten) verzichten.
      Wenn diese Vorteile des Dispojahres aber aus persönlichen Gründen ohnehin nicht zum Tragen kommen, gibt es auch keinen Grund ein solches zu planen.

      Gruß, Der Privatier

  74. Schönen Dank nochmals Privatier für Ihre prompte Antwort. Da ich mir nicht sicher bin ob ich Ihre Zeilen kapiert habe, wiederhole ich Ihre Sätze mit meinen eigenen Worten, so wie ich es verstanden habe : Im Grunde gibt es 2 Risiken im Dispojahr (Erkrankung bei AL-Antritt und somit 2-Jahres-Frist verpasst und zweites Risiko ist sofern man z.B.2 Jahre + 1 Tag gewartet hat). Diese beiden Risiken kann man mit An- Abmelden vermeiden, richtig ? Ansonsten, in meinem Fall rechne ich mit 3 Monate Sperrzeit, ich würde dann im Dezember 2018 mit der Sperrzeit beginnen, das erste Geld fließt dann im März 2019. Oder muss/kann ich die Sperrzeit bei Beginn der Arbeitslosigkeit, d.h. im Januar – März 2018 nehmen ?
    Viele Grüße von Tim

    • Ja, richtig verstanden.
      Wenn eine Sperre verhängt wird (wg. eigenem Mitwirken an der Arbeitslosigkeit), so wird diese immer mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit beginnen. Bei Meldung im Jan.18 also im Jan.18. Bei Meldung im Dez.18 dann eben im Dez.18.

      Und die Sperre hat immer folgende Effekte:
      * Es gibt kein ALG1 während der Sperrzeit. Bei Arbeitsaufgabe sind das 12 Wochen.
      * Der Gesamt-Anspruch verringert sich um ein Viertel der Anspruchsdauer.
      * Die Sperre beginnt mit dem Ereignis, welches sie begründet (erster Tag der Arbeitslosigkeit) und läuft dann einfach weiter. Egal, ob man angemeldet ist oder nicht.

      Gruß, Der Privatier

  75. Super, vielen Dank Privatier, jetzt verstanden.
    Gestatten Sie mir bitte noch eine letzte Frage, da Sie schreiben „Der Gesamt-Anspruch verringert sich um ein Viertel der Anspruchsdauer“. In meinem Fall :
    da ich > 58 habe ich für 24 Monate Anspruch. Ein Viertel davon wären 6 Monate.
    Die Sperrzeit beträgt aber nur 3 Monate (angenommen) ! Und die Kündigungsfrist wurde eingehalten. Was sind dann die anderen 3 Monate, Ruhezeit kann es ja nicht sein !?
    Danke…
    Viele Grüße von Tim

    • Die „anderen 3 Monate“ resultieren einfach aus der Zeit, die der ALG1-Anspruch früher als normal endet. Wer also eigentlich 24 Monate Anspruch auf ALG1 hätte, aber wegen Arbeitsaufgabe eine Sperre bekommt, der hat in den ersten 3 Monaten keinen Anspruch auf Leistungen der Agentur, danach kann er 18 Monate ALG beziehen. Und dann ist einfach Schluss.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Man findet diese Regelung übrigens im §148 SGB III, Abs. 1, Satz 4.

  76. Ich bin 57 Jahre alt und habe einen Vertrag bei meinem AG unterschrieben, der vorsieht, dass ich ab dem 01.10.2016 bis zum Renteneintritt mit 63 Jahren einen Teil des Gehaltes weiter beziehe aber vom Dienst befreit werde. Innerhalb dieser Zeit habe ich nach Berücksichtigung von § 142 – 143 SGB III – Anwartschaftsfrist und Rahmenfrist – die Möglichkeit Arbeitslosengeld zu beantragen (ist auch mit der BA abgeklärt). Ich habe mich nach Unterzeichnung des Beurlaubungsvertrages arbeitssuchend gemeldet. Da ich im August 2017 58 Jahre alt werde habe ich von meinem Dispositionsrecht gebrauch gemacht und erklärt, dass ALG erst entsprechend später gestellt wird. Nun unterliege ich aber aufgrund der Meldung als Arbeitssuchender, der Melde- Bewerbungspflicht etc.. Wenn ich heute einen Antrag auf ALG stelle und mich dann wieder bei der Bundesagentur f. Arbeit abmelde, bliebe mir eine Sperr- und Ruhenszeit für einen späteren Antrag erhalten. Dies wäre, wenn ich das Dispositionsjahr ausnutze bei Antragstellung am 01.10.2017 wohl nicht der Fall. Oder? Kann ich mich bei dieser Konstellation bei der BA zum jetzigen Zeitpunkt wieder abmelden und somit der jetzigen Vermittlung/Verpflichtungen entgehen da ich erst mal eine Auszeit geniessen möchte bevor ich mich um neue Arbeit bemühe? Um dann am 01.10.2017 ALG zu beantragen? Gibt es Nachteile? Was muss ich berücksichtigen. Schon jetzt vielen Dank für Ihren Rat.

    • Wenn die Frage, ob diese Form der Freistellung/Beurlaubung/Teilweise Gehaltszahlung mit der Agentur dahingehend abgesprochen wurde, dass dies unschädlich für eine Arbeitslosmeldung und den Bezug von ALG1 ist, würde ich dem Rest der Vorgehensweise zustimmen.

      Im Einzelnen:
      * Wenn Sie jetzt einen ALG1 Antrag stellen und sich dann wieder abmelden, bleiben Ihnen evtl. Sperr- und Ruhezeiten erhalten. Sie beginnen allerdings sofort an zu laufen und sind dann irgendwann abgelaufen. Dennoch wäre es sicher besser, das Dispojahr zu nutzen, denn:
      * Wenn Sie das komplette Dispojahr nutzen, entfallen Sperr- und Ruhezeiten UND der Anspruch ist deutlich länger (wg. Alter: 57J / 58J).
      * Die derzeit bestehende Arbeitsuchend-Meldung können Sie wieder zurücknehmen. Macht ja auch keinen Sinn, wenn Sie gar keine Arbeit suchen!
      * Erneute Arbeitsuchend und Arbeitslosmeldung dann zum Start-Termin 1.10.2017.

      * Nachteile? Jede Menge 😉
      Nein – mal im Ernst: Zahlt Ihr AG auch Sozialbeiträge? Eher nicht, oder? Denn dann wäre es ja immer noch eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, was dann aber dem Bezug von ALG1 widersprechen würde?! Zahlt er nicht, müssen Sie alles selber zahlen! Insbesondere KV/PV. Hier wird die KK sicher auch Beiträge auf das Teil-Gehalt haben wollen. Hier zahlen Sie dann beide (AG-/AN-)Anteile.
      Was ist mit der RV? Prüfen!
      Und natürlich die Dispojahr spezifischen Eigenheiten: Exakte, taggenaue Planung erforderlich! Nicht krank werden!

      Ansonsten sollte dem nichts im Wege stehen.

      Gruß, Der Privatier

  77. Liebe Experten,

    nachdem ich zum 1.4.2016 aus meinem Arbeitsverhältnis ausschied, habe ich
    bis vor Kurzem gewartet um mich am 14.7 arbeitslos zu melden, den am 2.6 feierte ich meinen 50.Geburtstag und dadurch war ich der Meinung 15
    Monate Arbeitlosengeld 1 zu erhalten. Nun bekam ich heute Post von der
    Agentur: Die Sperrzeit dauert 12 Wochen.Sie mindert Ihren Anspruch auf AlG
    um 112 Tage-ein Viertel der Anspruchsdauer? Kann das stimmen.Eine Woche Sperre habe ich noch extra erhalten für die rechtzeitige Arbeitssuchmeldung, kann das so alles richtig sein? Ich denke hierbei vor allem an die 112 Tage und die Minderung um ein Viertel..Ich denke hier wurden die 15 Monate nicht berücksichtigt??
    Vielen Dank für Eure Hilfe!

    • Hallo,

      Dein Anspruch beträgt 15 Monate; das ist richtig.
      Eine Sperrfrist von 12 Wochen, am Anfang des Arbeitslosigkeit, bekommt man, wenn man den Verlust des Arbeitsplatzes (mit)verschuldet hat. Außerdem wird der Gesamtanspruch um ein Viertel gekürzt; das sind in Summe die 112 Tage.
      Dazu kommt noch die eine Woche wegen verspäteter Meldung.
      Du bekommst also die ersten 13 Wochen kein Geld, Dein Anspruch endet 338 Tage nach Beginn (14.07.2016).

      Viele Grüße, Hardy

    • Hallo Bettina,

      es tut mir leid, wenn das bei Dir bisher wohl nicht angekommen ist – aber Hardy hat vollkommen Recht: Eine Sperre wg. Arbeitsaufgabe zieht nicht nur die allseits bekannte 3 monatige Sperre zu Beginn der ALG1-Zeit nach sich, sondern ist auch mit einer Verkürzung der Anspruchsdauer um ein Viertel des eigentlichen Anspruches verbunden. Und dann kommt das mit 112 Tagen wohl hin. Habe jetzt nicht nachgerechnet, dürfte aber in etwa stimmen.
      Ich versuche auch immer, darauf hinzuweisen, weil ich weiß, dass dies vielen nicht bewusst ist. Habe ich gleich zu Beginn im Beitrag „Kap. 3.4.1: Der Vertrag – Formulierungen“ bereits erwähnt: „…ansonsten hat man eine Sperre von 3 Monaten und eine Kürzung um ein Viertel der Anspruchsdauer schon so gut wie sicher.“, aber auch immer wieder in den verschiedenen Kommentaren, zuletzt vor ein paar Tagen in einer Antwort auf Tim.

      In Tims Fall wäre das übrigens noch deutlich härter: Bei 24 Monaten verliert man insgesamt 6 Monate. Bei 15 Monaten sind es „nur“ ca. 3 Wochen mehr, als man ohnehin erwartet hat. Ist aber trotzdem ärgerlich, wenn man nicht damit gerechnet hat. Aber korrekt ist es…

      Gruß, Der Privatier

  78. Vielen Dank für die Mitteilungen. Mein Schrecken bezieht sich allerdings nicht auf die
    Sperre als Ganzes. Ich denke eher daran, dass ich doch gar nicht arbeitssuchend war,
    sondern eine 3 monatige Dispositionszeit eingelegt habe und zum anderen sind 3 Monate
    Sperre doch nicht ein Viertel von 15 Monaten?

    • Es gibt 12 Wochen Sperre für das eigene Mitwirken am Verlust des Arbeitsplatzes. Außerdem eine Reduzierung um ein Viertel des ursprünglichen Anspruches. Ein Viertel von 15 Monaten sind 3,75 Monate, wenn wir den Monat mal mit 30 Tagen rechnen, sind das 30*3,75=112,5 Tage. Und das stand ja wohl auch in dem Bescheid, oder?

      Etwas anderes ist die zusätzliche Woche wg. nicht rechtzeitiger Arbeitsuchend-Meldung. Ist das wirklich so? Hier wären in der Tat Zweifel und ggfs. ein Widerspruch angebracht. Halte ich für nicht gerechtfertigt. Warum habe ich in einem früheren Kommentar schon einmal erläutert.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Bettina,

        man muss sich drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitsuchend melden. Wenn man das nicht tut, gibt es die eine Woche Sperrfrist.

        Viele Grüße, Hardy

      • Nun Hardy – ganz so einfach ist die Lage nicht!

        Wer gar nicht vorhat, sich nach der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses einen neuen Job zu suchen, der muss sich ja wohl auch nicht arbeitsuchend melden, oder? Der §38 SGB III gilt nur für Arbeitsuchende (und Ausbildungssuchende). Aber nicht generell für alle. Wäre auch völlig sinnfrei.

        Wem aber irgendwann in seinem Leben plötzlich einfällt, dass er sich ab sofort doch wieder eine neue Stelle suchen möchte – wie sollte er dies drei Monate vorher ahnen? Zumal der §38 SGB III die Pflicht zur frühzeitigen Meldung auch nur dann vorsieht, wenn ein Arbeitsverhältnis endet.

        Ich halte daher die Sperre von einer Woche für nicht gerechtfertigt.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier,

          so gesehen hast Du natürlich recht.
          Ich bin mal gespannt, wie sich der Sachbearbeiter in Bettinas Fall dazu stellt…

          Viele Grüße, Hardy

  79. Hallo Zusammen,

    ich werde auf jeden Fall Widerspruch gegen den Entscheid einlegen. Frage ist
    nur,was tun wenn wieder eine Ablehnung kommt? Zum Anwalt oder was tun?

    LG,Bettina

    • @bettina und @Hardy,

      da bin ich auch mal gespannt, was der Sachbearbeiter sagt!

      Vorsichtshalber möchte ich noch sagen, dass meine obigen Ausführungen zum §38 SGB III meine Interpretation ist, die nicht juristisch gefestigt ist! Es ist eben meine Meinung und so würde ich auch argumentieren, um einen Widerspruch zu begründen. Eine Garantie, dass dies so durchgeht, kann ich nicht geben.

      Im Übrigen wäre es ohnehin nur sinnvoll, gegen diese eine Woche einen Widerspruch einzulegen. Alles andere (12 Wochen wg. Arbeitsaufgabe, Reduzierung um ein Viertel = 112 Tage) ist korrekt!

      Tja – und was im Falle einer Ablehnung zu tun wäre? Das käme bei mir dann auf die Begründung an und ob ich sie akzeptieren kann oder nicht. Und ob ich gewillt wäre, den Aufwand für einen Rechtsstreit im Kauf zu nehmen (wahrscheinlich eher nicht).

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        das mit der Sperrzeit habe ich begriffen!War eben nur mein erster Gedanke
        (3 Monate aus 15 sind 1/5). Ansonsten hoffe ich mal auf die Einsicht des Sachbearbeiters. Ein Rechtsstreit bezüglich der Woche kostet nur Nerven
        und bringt wahrscheinlich auch nichts. Ich werde Euch kurz informieren über
        das Ergebnis des Einspruchs. Euch allen vielen Dank!

      • Hallo, als Vorbereitung zu Aktionen wie den ‚euren‘ gibt es einen kleinen
        ‚Leitfaden für Arbeitslose‘ ISBN: 978-3-943787-60-3
        Dort gibt es auch viele Anregungen.

        Viel Spaß beim lesen.

      • @privatier und @hardy

        ja die Agentur für Arbeit sieht es leider anders, mein Einspruch wurde abgelehnt. Sie beziehen sich auf die Pflicht, sich 3 Monate vor Arbeitsende
        arbeitssuchend zu melden. Anscheinend bezieht sich die Ablehnung darauf, dass jemand 3 Monate vor Arbeitsende nicht nachweisen kann, ob
        er tatsächlich eine Dispositionszeit plant. Auf jeden Fall gehts um den
        Gesetzestext:….ist verpflichtet sich 3 Monate vor Ende arbeitssuchend zu melden…Ich hab nen Rechtschutz, glaub aber nicht, dass ich hier als Gewinner vom Platz gehen würde..

        • Die Frage ist wohl, ob es sich für die eine Woche lohnt, einen Rechtstreit zu führen? Obwohl es sicher einmal interessant wäre, diese Frage einmal juristisch klären zu lassen!

          Meine Auffassung ist nach wie vor: Die im §38 SGB III festgelegten Pflichten beziehen sich eindeutig auf Arbeitsuchende. Wer gar keine Arbeit sucht, hat demnach auch diese Pflichten nicht.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            im Gesetz steht: „Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden.“
            Also müsste man sich immer drei Monate vor Arbeitsende arbeitsuchend melden.
            Drei Monate vor Ende des Dispojahres besteht diese Pflicht nicht, da man sich dann ja nicht in einem Arbeitsverhältnis befindet.

            Viele Grüße, Hardy

          • Hardy, ich weiß ja, was im Gesetz steht! Aber der §38 SGB III hat ja auch eine Überschrift. Und die lautet: „Rechte und Pflichten der Ausbildung- und Arbeitsuchenden“ .

            Das gilt also nicht für alle Menschen auf der Welt, sondern nur für solche, die eine Ausbildung oder eine Arbeit suchen.
            Aber das haben wir ja inzwischen auch schon mehrfach und ausführlich diskutiert (z.B. ausführlich =>hier).

            Und auch wenn ich der Meinung bin, dass eine vorzeitige Meldung nicht immer erforderlich ist, würde ich trotzdem jedem raten, es dennoch zu tun, wenn man weitere Sperren sicher vermeiden will. Es ist allerdings auch immer eine Abwägung, was einem mehr Wert ist: Die eine Woche Sperre oder drei Monate Ruhe?

            Gruß, Der Privatier

        • Hallo Ihr beiden,

          Recht haben und Recht bekommen sind meist zweierlei. Vom reinem Menschenverstand gesehen ist die Entscheidung natürlich nicht verständlich.
          Aber wieviele Gerichtsurteile sind das ebenso wenig. Ich habe die Woche ja vorab einkalkuliert,weil ich eben wie Peter schon sagt, meine Ruhe haben
          wollte. Ich habe den Widerspruch eingelegt, weil die Argumente von Peter
          nachvollziehbar sind..mal sehen, vielleicht rufe ich mal bei meinem
          Rechtschutzversicherer an..
          LG
          Bettina

  80. Hallo… ich lese hier so viele aufklärende Dinge, dass ich jetzt auch mal mit meiner Frage um Hilfe bitte. Ich bin Existenzgründer/ Selbstständig (seit Jan. 15) und zahle seither in die freiwillige ALV ein. Seit Nov 15 mit aufstockend ALGII. Nun möchte ich mein Gewerbe auf „Nebengewerbe“ ummelden und ggf einem Teilzeitjob nachgehen. Andererseits habe ich ja nun auch neuen Anspruch auf ALG I. Ich finde aber leider nirgendwo im Netz einen plausible Aussage zur Höhe. Damals bei der Existenzgründung sagte man mir, wenn ich nach 12 Monaten feststellen sollte, dass das mit dem Gewerbe nichts mehr ist, dann würde ich wieder mein davor bezogenes ALGI bekommen. Im Netz finde ich allerdings immer die Aussage, dass sich die Höhe nach Qualifikation richtet (zB bei Wikipedia). Was ist denn nun richtig? Vielen Dank und LG Andrea

    • Tja… das hängt nun von verschiedenen Dingen ab…
      Ich möchte aber das Thema „ALV für Selbständige“ hier nicht weiter vertiefen. Unter anderem auch deshalb, weil ich mich zu wenig damit befasst habe, um hier ausführlich Auskunft geben zu können.
      Ich möchte aber gerne auf eine kürzlich geführte Diskussion hinweisen, die schon eine ganze Reihe von Fragen beantworten dürfte (und mehr weiß ich ohnehin nicht!). Vielleicht helfen die Hinweise dort ja ein bisschen weiter.

      Gruß, Der Privatier

  81. Hallo Privatier,
    vielen Dank für eine Antwort. Ich habe gestern noch ein wenig „hier“ gelesen und bin hoch erfreut, dass es so ein „Lexikon“ hier gibt. Ich meine auch, inzwischen eine Antwort gefunden zu haben. Da ich noch innerhalb der ersten zwei Jahre der Existenzgründung bin, oblige ich wohl dem „Bestandsschutz“, was die Berechnung des ALG I angeht. Ergo, die Berechnung bleibt so, wie sie vor der Existenzgründung war. Wäre wünschenswert. Nichtsdestotrotz werde ich hier zumindest weiterlesen… so rein aus Wissbegier.
    Herzlichen Gruß – Andrea

    • Ja – bei aller Vorsicht, ich denke Ihre Einschätzung bzgl. des Bestandschutzes ist richtig. Ich sehe das auch so.
      Das „Nebengewerbe“ (bitte unbedingt auf die Bedingungen hinsichtlich Stunden-Zahl, etc. achten!!) hat zudem den Vorteil, dass Sie dies auch neben dem Bezug von ALG1 weiterbetreiben dürfen.

      Gruß, Der Privatier

  82. Hallo Privatier,

    zuerst ein großes Kompliment an Sie, für diese Seite!

    Ich werde im Dezember 58 Jahre und habe mich im Oktober 2014 unter Einhaltung aller Termine Arbeitslos gemeldet. Vom Arbeitsamt habe ich entsprechende Bescheide. Aufgrund von Abfindung habe ich mich am 01. Februar 2015 wieder abgemeldet und übe seit dem einen 450€ Job aus. Nun möchte ich mich ab 01. Oktober wieder Arbeitslos und Arbeitssuchend melden.

    Nun zu meiner Frage/n:
    Muss ich mich 3 Monate vorher anmelden, oder reichen 2 – 3 Tage?

    Von einem Bekannten der eine ähnliche Konstellation hat wie ich, wurden aufgrund seines Alters welches er bei seiner Wiederanmeldung (58 Jahre) erreicht hat auf 24 Monate erweitert, abzüglich der schon erhaltenen Leistungen. Mir wurde mal gesagt, dass das Alter zum Zeitpunkt der ersten Anmeldung gilt.
    Kann diese Möglichkeit bestehen?

    Und zum Schluss:
    Es gehen immer wieder Gerüchte herum, dass bei Krankschreibung die Arbeitslosigkeit für die Dauer entsprechend verlängert wird.

    Für Ihr Antworten im Voraus vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bayer16

    • Danke für das Kompliment. Allerdings sind meine Kenntnisse in manchen Bereichen doch recht dünn, bzw. gar nicht vorhanden. Das trifft z.B. auch auf sämtliche Regeln rund um den Minijob zu. Ist nicht wirklich mein Thema.

      Deshalb kann ich die Fragen nur teilweise beantworten:

      1. In §38 SGB III heißt es, dass sich ein Arbeitsuchender, dessen Arbeitsverhältnis endet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden muss. Wenn man es nicht so lange im Voraus weiß, spätestens drei Tage nach Kenntnis.

      2. Durch einen Minijob erwirbt man keinen Anspruch auf ALG1. Mit der erneuten Arbeitslosmeldung werden daher auch keine neuen Berechnungen (z.B. Alter) durchgeführt. Es gilt innerhalb von vier Jahren der alte Anspruch nach (Rest-)Dauer und Höhe.

      3. Eine kurzfristige Arbeitsunfähigkeit von z.B. einer Woche meldet man wie man es von einem AG her kennt, der Agentur. Diese zahlt weiter und es ändert sich nichts an Dauer und Höhe des ALG1.
      Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als 6 Wochen, so fällt man aus der Arbeitslosigkeit heraus und die Krankenkasse zahlt weiter. Nach Genesung muss man sich wieder neu arbeitslos melden. Der alte Anspruch wird dann fortgeführt.

      Gruß, Der Privatier

  83. Hallo Privatier,

    meine Frage bezieht sich auf mein ANspruch auf Weiterzahlung meines Arbeitslosengeldes.

    Die Situation ist folgende:

    HAbe für drei Monaten Arbeitslosengeld I bezogen, dann eine Stelle im Ausland gefunden, die ich angetreten habe. Jetzt während der Probezeit, habe ich festgestellt, daß die Arbeit nicht das ist, was ich mir erhofft habe, 12 Arbeittstundentag, Wochenendarbeit, ständig unter Stress usw. Möchte ich diese jetzt selber kündigen, und zurück nach Deutschland gehen. Werde ich dann natürlich gesperrt, denek ich, kann aber unter Umständen nachweisen über ärztliche Bescheinigung „meinen körperlichen Abbau“, vor alllem psichisch, weiss nicht, wie das funktioniert. Könnten sie mir mich in der Situation beraten?

    Vielen Dank

  84. Guten Tag Herr Privatie,

    zunächst mal vielen Dank für all die Informationen im Internet und Ihr Buch liest sich sehr interessant und kurzweilig. Schade, dass ich diese Seiten und das Buch erst gestern entdeckt haben. Sie werden sicherlich erraten warum ich mich hier an Sie wende, genau: Ich habe einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung und Übergangsgeld bis zum 60 Lebensjahr (Jahr in dem die Betriebsrente ausgezahlt wird) unterschrieben und werde per 01.10.2016 arbeitslos.

    Folgende Eckdaten:

    Auszahlung der Abfindung ist bereits auf Jan 2017 verschoben.

    Arbeitssuchend gemeldet am 08. Juli 2016

    Sperrzeit: 3 Monate

    Ruhezeit bis 04. Juni 2017

    ALG1 ab 05. Juni 2017

    ALG1 gekürzt von 18 auf 13,5 Monate. Sanktion wegen dem Aufhebungsvertrag, den ich angenommen habe.

    Mein Plan ‚A‘ war bis jetzt das Dispositionsrecht in Anspruch zu nehmen, um nach den 12 Monaten der Sanktion zu entgehen und für 18 Monate ALG1 zu erhalten.

    Ich würde mich dann also erst 02.10.2017 ( der 01.10.2017 ist ein Sonntag) beim Arbeitsamt arbeitslos melden und ab Oktober 2017 ALG1 erhalten. Den Termin würde ich mir natürlich vom Arbeitsamt nochmal bestätigen lassen. Wäre das schon alles? Das würde ja bedeuten, dass ich automatisch beim Arbeitsamt nicht mehr als arbeitssuchend geführt werde und keine Aufforderungen zu Bewerbungen erhalten würde. Sehe ich das richtig ?

    Nach der Lektüre Ihrer Artikel habe habe ich noch eine Plan B entwickelt ‚Anmelden und sofort wieder abmelden‘.

    Ich würde mich im Laufe des September zum 01.10.2016 arbeitslos melden. Am Dienstag den 04.10.2016 (erster Arbeitstag nach dem 31.09.2016) dann beim Arbeitsam wieder wieder abmelden und die Leistungen ALG1 erst im Januar 2018 beantragen, wegen der Steuerlast. (Auszahlung der Abfindung ist in 2017)

    Auch weil diese Variante nicht so ‚riskant‘ ist wie das Dispositionsjahr, würde ich das bevorzugen.

    Meine Frage zielt bei Plan ‚B‘ vor allem darauf ab, ob das so geht und ob die Verlängerung des ALG1 von 13,5 auf 18 Monate greift, da die Sanktion nach 12 Monaten entfällt.

    Vorab schon herzlichen Dank

    • Hallo Ulrike B.,

      bei Plan „A“: wichtig sich zum 1.10.2017 arbeitslos melden! Die Meldung kann schon vorher erfolgen, aber eben zum 1.10.2017!

      Bei Plan „B“: die Kürzung der ALG1-Tage um ein Viertel „greift“ hier!

      Was generell für Unruhe sorgen kann ist die Zahlung von Übergangsgeld; hier kommt es ggf. sehr stark auf die Formulierungen im Aufhebungsvertrag an. Sie meinen hier wohl NICHT Übergangsgeld wie hier:
      https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbergangsgeld
      Bestimmt wird sich der Privatier noch zu Ihrem Beitrag äußern.

      LG FÜR2012

      • Hallo Ulrike B.,

        wenn ich das Wort „Übergangsgeld“ einfach einmal ignoriere (denn dazu kann ich nichts sagen), hört sich Ihr Plan „A“ schon ganz okay an. Allerdings nur mit den Hinweisen, die Für2012 schon gegeben hat! Auf jeden Fall die Meldung vorher machen und ZUM 1.10.2017.

        Und Plan „B“ wäre nur sinnvoll, um Steuern zu sparen. Er schützt aber NICHT vor den Sanktionen! Hier würde es sowohl bei der Sperre (inkl. Verkürzung des Anspruches), als auch der Ruhezeit bleiben.

        Allerdings müsste man jetzt noch klären, was es genau mit dem „Übergangsgeld“ auf sich hat und inwiefern es die Überlegungen beeinflusst. Auf der anderen Seite würde mir die Erklärung dazu aber auch nicht viel helfen, weil ich mich mit diesen Thema gar nicht auskenne. 🙁

        Gruß, Der Privatier

  85. Hallo Herr Privatier, Fuer2012,
    vielen Dank für die freundliche und schnelle Hilfe !!

    Wegen dem Übergangsgeld kein Problem, da werde ich jetzt mal auf das Arbeitsamt zugehen und mich kundig machen.

    Liebe Grüße ULrike B.

  86. Sehr geehrter Herr Ranning,

    erstmal vielen Dank für Ihre interessante Beiträge im Blog. Ihr Buch habe ich natürlich mit Interesse gelesen und viel , vor allem was die Finanzen angeht gelernt. Einige Fragen habe noch und zwar zum Umgang mit der Arbeitsagentur.
    Bin 61 Jahre alt und lies mich im Mai 2016 vom Arbeitgeber betriebsbedingt zum 31.12.2016 kündigen (7 Monate Kündigungsfrist). Da keine Aussicht auf Abfindung bestand, habe ich mit dem AG eine Freistellung vereinbart. Diese Vereinbarung steht nicht im Kündigungsschreiben, sondern wurde nur zu meiner Sicherheit auf einem extra-Blatt fixiert.
    Nun haben wir den September 2016 und spätestens am 30.09.2016 sollte ich mich bei der AA
    Arbeitsuchend melden. Hierzu meine ersten Fragen:
    1. Muss bei der Arbeitsuchend-Meldung die Vereinbarung angegeben werden und wenn ja was hat das für Konsequenzen bezüglich z.B. Sperre?
    2. Nachdem man sich arbeitsuchend gemeldet hat, wird man dann auch gezwungen sich
    zu bewerben und einen neuen Job zu finden oder werden die Maßnamen erst nach der Arbeitslosenmeldung angewandt.
    3. Kann ich mich zuerst am 30.09 arbeitsuchend melden und nach dem Gespräch mit AA
    wieder abmelden damit ich meine Ruhe bis Ende 2016 habe oder muss ich arbeitsuchend bis zur Arbeitslosenmeldung sein damit Fristen eingehalten werden?
    Welche Alterativlösungen sehen Sie? Vielleicht Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldung zusammen auf den 02.01.2017 legen (natürlich mit einwöchiger Sperre).

    Für eine rasche Antwort wäre ich sehr dankbar.

    Cezar

    • Zu 1: Mir ist nicht bekannt, dass eine Freistellung in irgendeiner Weise für die Agentur von Bedeutung wäre. Wenn es irgendwo abgefragt wird, sollte man es natürlich angeben. Ansonsten nicht.

      Zu 2: Mit der Arbeitsuchend-Meldung starten auch sämtliche Vermittlungsbemühungen. Allerdings gibt es meist keine Sanktionen. Ich würde dennoch zu einer Zusammenarbeit raten.

      Zu 3:Es ist erforderlich, die drei Monate gemeldet zu bleiben.

      Zu 4: Ja, gute Alternative!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        vielen Dank für die rasche Antwort, die mir auf jeden Fall hilft, die Entscheidung zu treffen.

        Gruss Cezar

  87. Sehr geehrter Privatier,
    zunächst einmal möchte ich mich herzlich bedanken für Ihre sehr umfangreichen Informationen. Sie erleichtern mir die Vorbereitung auf mein betriebliches Ausscheiden enorm, da Informationen über z.B. die Arbeitsagentur (und sogar Anwälte für Arbeitsrecht) sehr unvollständig und teils auch falsch erscheinen.
    Zu meiner Frage:
    Ich werde einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2016 schließen, mit dem meine ordentliche Kündigungsfrist unterschritten wird. Diese würde zum 30.04.2017 enden. Da ich eine private Auszeit nehmen möchte (keine berufliche Tätigkeit), ohne meinen Anspruch auf ALG I zu verwirken, scheint das von Ihnen praktizierte Modell interessant: ich melde sofort nach Unterzeichnung des Vertrags arbeitssuchend zum 1.1.2017, am 2.1.2017 melde ich mich arbeitslos, am 3.1.2017 melde ich mich wieder als arbeitssuchend/arbeitslos ab. Der Leistungsbescheid kommt vermutlich bis Jahresende 2016 (?)
    Ich weiß jetzt noch nicht, ob eine Sperr- und/oder Ruhenszeit verhängt wird und, ob diese dann aufaddiert würden (3-4?). Im Aufhebungsvertrag wird das Anstellungsverhältnis „aus dringenden betrieblichen Gründen zur Vermeidung einer ansonsten zum gleichen Termin auszusprechenden betriebsbedingten Kündigung auf Veranlassung der Gesellschaft beendet“.
    Die Frage, die ich mir stelle ist, ob ich mich nach Abmeldung am 3.1.2017 bei meinem Ehepartner familienversichern kann? Oder muß ich eine eigene Krankenversicherung abschließen? Gibt es hier Minimalbeträge oder würde das letzte Einkommen zur Berechnung des Beitrags herangezogen?
    Oder wäre das Dispositionsjahr für mich doch sinnvoller? Wie verhält es sich hier mit der Krankenversicherung?
    Ich danke Ihnen!
    Eva

    • Hallo Eva,

      so viele Fragen! Ich versuche es mal der Reihe nach:

      * Zunächst einmal zu dem zeitlichen Ablauf: Wenn Sie sich am 2.1.2017 arbeitslos melden, werden Sie wohl kaum einen Leistungsbescheid bis zum Jahresende 2016 erwarten können. Der Antrag auf Leistung wird ja erst mit der Arbeitslosmeldung gestellt und anschließend geprüft. Hat bei mir ganze zwei Monate gedauert!

      * Unabhängig davon können Sie aber trotzdem nach dem An-/Abmelde Konzept vorgehen.

      * Ob Sie eine Sperrzeit bekommen werden, ist immer schwierig zu beurteilen. Ich denke einmal: Ja. Aber aufgrund der Formulierung in Ihrem Aufhebungsvertrag besteht Anspruch auf Anwendung des § 159 Abs.3 Nr. 1 SGB III. Details dazu habe ich in meinem Beitrag über die Sperrzeit erläutert (zweite Hälfte).

      * Eine Ruhezeit werden Sie in jedem Fall bekommen, da die Kündigungsfristen nicht eingehalten wurden. Sperr- und Ruhezeiten werden nicht addiert, sondern laufen parallel ab.

      * Zur Krankenversicherung: Für die Familienversicherung gelten gewisse Bedingungen. In erster Linie wäre hier das eigene Einkommen zu prüfen! Hier taucht dann immer die Frage auf, ob die Abfindung dazu rechnet. Auch wenn es wohl schon andere Erfahrungen gegeben hat, meine Auffassung ist da ganz eindeutig: Die Abfindung zählt exakt in dem Maße zum Einkommen, wie sie bei einer Ruhezeit auch berücksichtigt würde. Und zwar sowohl von der Dauer, als auch von der Höhe. Bei Ihnen also bis max. 30.4.2017. Hinweis: Krankenkassen sehen dies im ersten Ansatz oft und gerne anders. Im zweiten, dritten oder vierten Anlauf sehen sie dann meist ein, dass mehr nicht zu holen ist.

      * Wenn die Voraussetzungen für die Familienversicherung nicht gegeben sind, bleibt nur der eigene Vertrag. Der Beitrag wird dann anhand Ihrer Einkünfte (aller!) berechnet. Während der Ruhezeit gemäß der Berechnung, wie sie bei der Ruhezeit vorgenommen wird, später dann von nur noch von der anderen Einkünften. Hier gibt es dann eine Mindest-Regelung, die ich im Beitrag über die Krankenversicherung für Erwerbslose erläutert habe (Anm.: Die dort genannten Zahlen sind allerdings nicht auf dem aktuellen Stand, stimmen aber von der Tendenz).

      * Dispojahr… ob es nun sinnvoller ist, weiß ich nicht. Das müssen Sie wohl selber entscheiden. Wenn Ihnen die Besonderheiten eines Dispojahres bewusst sind, ist das sicher auch ein Weg. Für die Krankenkasse gilt während des Dispojahres sinngemäß das bereits oben geschilderte.
      Wenn Sie u.U. in 2017 noch eine Altersgrenze erreichen, die den ALG-Anspruch beeinflusst, wäre das Dispojahr sicher von Vorteil. Eventuell auch aus steuerlicher Sicht. Aber das ist eigentlich nur anhand konkreter Berechnungen zu beurteilen (Steuerprogramm oder Steuerberater!).

      Gruß, Der Privatier

  88. Hallo Herr Privatier,
    danke – Sie haben sehr dazu beigetragen, daß sich die offenen Fragen lichten. U.a. auch Klarheit darüber gebracht, daß sich Sperr- und Ruhezeit nicht aufaddieren (im Gegensatz zu meinem Anwalt für Arbeitsrecht, der hier voller Überzeugung anderer Meinung ist).
    Eine erste Zahlung des Arbeitslosengeldes habe ich wohl nicht zu befürchten, daß ich sehr wahrscheinlich eine Ruhenszeit bis zum 30.04.2017 bekommen werde. Somit sollte mir das Modell erlauben, weitere Einkünfte (abgesehen von der Abfindung) auf 2018 zu verschieben.
    Die Frage, wer meinen Krankenkassenbeitrag für den Zeitraum ab 2.1.2017 (Arbeitslosmeldung) bis zur Leistungsentscheidung bzw. Entscheidung über eine Ruhezeit trägt, werde ich mit der Agentur für Arbeit klären.

    Ich danke Ihnen nochmals!
    Herzlichen Gruß, Eva

  89. Hallo Peter,

    wie ich von Dir gelesen habe, warst Du bei Deiner Abmeldung im Arbeitsamt etwas zu
    spät dran, so dass noch eine Zahlung ins Abfindungsjahr gefallen ist. Wann
    würdest Du Dich in 2016 bei der Arbeitsagentur abmelden, um in 2017 keine Zahlung mehr zu erhalten…Erfahrungswerte?

    Gruß
    Bettina

    • Nein, Bettina – bei mir lag der Fall etwas anders!

      Wenn Du dich abmeldest, ist es mit den Zahlungen sofort vorbei.
      Theoretisch könntest Du vor Weihnachten zur Agentur gehen und Dich zum 31.12. abmelden. Die letzte Zahlung wirst Du dann zwar erst im Jan. bekommen. Die Agentur wird dir aber eine Bescheinigung für 2016 ausstellen.

      Wenn Dir das zu unsicher ist, kannst Du Dich auch bereits Anfang Dezember abmelden. Angefangene Monate zählen immer noch bei der RV mit!

      Gruß, Der Privatier

      • Kleine Korrektur: Rentensteigerung wird taggenau gerechnet, so geht das zumindest aus meinem aktuellen Auszug hervor.

        Ich glaube monatsweise wird für irgendwelche Anrechnungszeiten gerechnet,
        ist nicht mein Thema, habe soweit alle erfüllt.

  90. Hallo Herr Ranning, wir hatten schon mal Anfang August Kontakt (vielen Dank nochmals), in einem Punkt bin ich mir jetzt unsicher geworden. Nämlich wenn ich das Dispojahr nutze, in meinem Fall Arbeitsende 12/2017 und tatsächliche Arbeitslos-Meldung im Dezember 2018. Hier würde ich mich arbeitslos UND arbeitssuchend in Einem melden. Oder gelte ich bereits ab Januar 2018 arbeitssuchend ? d.h. ich MUSS mich ab Januar 2018 laufend bewerben, obwohl ich das Dispojahr (2018) nutzen möchte ?
    Herzlichen Dank von Tim

    • Während eines Dispojahres muss man bei der Agentur nicht gemeldet sein. Im Grunde ist der Status „Dispojahr“ für die Agentur gar nicht existent. Also: Während des Dispojahres weder Arbeitsuchend noch Arbeitslos!

      Zum Ende hin können dann beide Meldungen zusammen vorgenommen werden.

      Das heisst aber nun nicht, dass man nicht trotzdem VOR dem Beginn des Dispojahres ggfs. eine Beratung (inkl. Absprache des geplanten Vorgehens) bei der Agentur in Anspruch nehmen sollte. Das ist keine Pflicht, verbessert aber das gute Gefühl. 😉

      Gruß, Der Privatier

  91. Guten Morgen und Danke Privatier.
    Sie schreiben zwar, es ist keine Pflicht, aber ich habe im Hinterkopf dass ich mich spätestens 3 Monate vor meinem Arbeitsende (12/2017), d.h. ca. im September 2017 beim Arbeitsamt melden MUSS. Ist das quasi dann nur eine Vorankündigung von mir an das Amt, dass ich erst Ende 2018 loslegen werde mit arbeitssuchend und arbeitslos (so habe ich das jetzt verstanden).
    Viele Grüße von Tim

    • Eine Verpflichtung sich drei Monate vor dem Beschäftigungsende arbeitsuchend zu melden, besteht nur für Arbeitsuchende. Wer gar keine Arbeit sucht, muss sich auch nicht melden. So ist zumindest meine Auffassung der Gesetzeslage.

      Da dies aber einzelne Mitarbeiter der Arbeitsagenturen schon einmal etwas anderes sehen, empfehle ich gerne, VOR diesen drei Monaten bei der Arbeitsagentur das geplante Vorgehen abzusprechen. Im Ergebnis sollte dies dazu führen, dass eine Arbeitsuchend-Meldung erst gegen Ende des Dispojahres erforderlich ist.

      Gruß, Der Privatier

  92. Hallo Privatier,

    ich bin jetzt gerade in der Phase, dass ich nach einem Dispositionjahr Am 1.1.2015 meinen Anspruch auf ALG gesichert habe, seitdem einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, und plane, mich Mitte nächsten Jahres wieder wieder arbeitslos zu melden.
    In diesem Zusammenhang ergibt sich für mich eine Frage: der Anspruch auf Arbeitslosengeld muss innerhalb eines Zeitraums von maximal vier Jahren geltend gemacht werden. Bedeutet das, dass nur innerhalb dieser vier Jahresfrist Arbeitslosengeld gezahlt wird oder dass man spätestens bis Ende dieser Frist seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld wieder angemeldet haben muss und dann für den noch anspruchsberechtigten Zeitraum ALG gezahlt wird?

    Undf dannhabe ich noch ein weiteres Thema, das in diesem Zusammenhang eventuell relevant für mich werden kann: ich habe gehört, dass das Arbeitsamt in letzter Zeit verstärkt dazu übergeht, Anspruchsberechtigtge zwangsweise in Altersrente zu schicken, wenn man die Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug der Alterrente erfüllt. Das kann natürlich bedeuten, dass man nicht den kompletten Anspruchszeitraum für Arbeitslosengeld ausnutzen kann sondern vorzeitig „in Rente geschickt wird“.

    Ist Ihen dises Thema auch schon mal untergekommen?

    Liebe Grüße

    Berwilda

    • Zum ersten Punkt:
      Die Anspruch auf ALG muss lediglich innerhalb der vier Jahre wieder angemeldet werden. Der Verbrauch der Leistungen darf darüber hinaus gehen.

      Zum zweiten Punkt:
      Die zwangsweise Verrentung von ALGII-Empfängern ist lt. Bundesozialgericht zulässig, da es sich um die Beseitigung einer Hilfebedürftigkeit handelt.
      Dies ist bei ALG1-Empfängern aber vollkommen anders! ALG1 ist keine Sozialhilfe-ähnliche Hilfsmaßnahmne, sondern eine Versicherungsleistung. Auf diese hat der ALG1-Empfängern lt. §136 SBG III bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze einen Anspruch. Ohne Zweifel.

      Gruß, Der Privatier

  93. Hallo Privatier,

    Noch ein kurzes Thema, das im Zusammenhang mit Abfindungszahlungen und deren steuerliche Betrachtung relevant sein kann:

    Ich wurde heute in meinem Steurbescheid zum ersten Mal mit dem Begriff „Zusammenballung der Einkünfte“ konfrontiert. Dies im Zusammenhang damit, dass das Finanzamt die Besteuerung der Abfindungen nach der Fünftelregelung nicht akzeptieren wollte, da die Abfindungszahlungen auf zwei Kalenderjahre verteilt worden sei und das Einkommen im Jahr der Abfindungszahlungen unter dem Einkommen des Vorjahres gelegen habe (BFH-Urteil vom 3.7.2002, Paragraph 34 Abs. 1 + 2 EStG). Klingt zwar erstmal kompliziert, kann aber relevant sein für alle, die ihre Abfindung im Dispositionjahr erhalten und in diesem Jahr nur geringe oder keine weiteren Einkünfte haben.

    Ich habe die Kuh wahrscheinlich vom Eis bekommen, wollte es an dieser Stelle aber kurz erwähnen und anregenden, dass jeder, der sich über die Versteuerung seiner Abfindung (Fünftelregelung, etc.) Gedanken macht, auch mit dem Begriff „Zusammenballung der Einkünfte“ beschäftigt.

    Viele Grüße

    Berwilda

    • Es schadet sicher nichts, wenn immer wieder einmal auf solche „Fallstricke“ hingewiesen wird. Denn offensichtlich sind diese Bedingungen für die Anwendung der Fünftelregel nicht wirklich bekannt. Auch nach intensiver Lektüre dieses Blogs…

      Aber ich habe schon frühzeitig aber diese beiden wichtigen Punkte hingewiesen: Abfindung und Steuern: Besonderheiten.

      Trotzdem Danke für diesen Hinweis!

      Gruß, Der Privatier

  94. Hallo Privatier,

    Einmal mehr vielen Dank für die schnelle und kompetente Antwort. Die Ausführungen zum Thema Steuern hatte ich noch nicht gelesen, hätte mir aber eigentlich denken können, dass Sie den Sachverhalt beleuchtet haben.😀

    Vielen Dank nochmal und beste Grüße

    Berwilda

  95. Lieber Privatier,
    darf ich hier auch etwas nachfragen.
    Sie kennen sich mit all diesen Sachen so gut aus, das ich Hoffnung habe sie können mir in diesem Wirrwarr helfen.
    Vielleicht kurz die Randdaten.
    Ich arbeite seit 30 Jahren als Erzieher.
    Musste meinen letzten Arbeitsplatz wegen Zwillingen /Schule kündigen..bzw einen Aufhebenungsvertrag.
    Dieser wurde ohne Sperrfrist vom AA genehmigt.
    Ausserdem arbeitete ich schon „nebenher (Vorwerk) seit 1,5 Jahren)
    Heißt ,in diesem Rahmen darf ich weiterhin verdienen ohne das es mir vom Arbeitslosengeld abgezogen wird.
    Ich habe auch sofort wieder einen 450 Euro Job angenommen, an dem ich ja eigentlich nur 165 Euro verdiene, alles andere wird aufs ALG angerechnet.
    Meine Idee anfangs war mich erstmal gar nicht arbeitslos zu melden.
    Allerdings hätte ich mich dann auch selbst versichern müssen 🙁
    Und jetzt kommt mein großes Problem.
    Ich bekomme rückwirkend eine Sonderzahlung (Vorwerk),jetzt 2 Monate nach Arbeitslosenmeldung. Heißt mit dieser Sonderzahlung bin ich bestimmt über den Betrag der nicht angerechnet werden würde. Kann ich mich jetzt nach nur 2 Monaten einfach wieder abmelden und in einem Monat wieder anmelden? Und mich in dieser Zeit selbst versichern? Wenn ja, wie oft darf man das machen und in welchen Abständen? Mir schwirrt der Kopf, da ich mich mit diesen Dingen so gar nicht auskenne,und auch nicht weiß ob das gerne gesehen wird,wenn man das beim AA anspricht.
    Ich hoffe sie können verstehen was ich meine 🙂 Und wäre über eine Antwort sehr dankbar
    LG Fr.Hacker

    • „Kann ich mich jetzt nach nur 2 Monaten einfach wieder abmelden und in einem Monat wieder anmelden?“

      Man kann sich auch nach nur einem Tag einfach wieder abmelden. Und später wieder anmelden. Mir ist auch nicht bekannt, dass es da irgendeine Grenze hinsichtlich der Anzahl oder der Abstände geben sollte. Irgendwann wird einem das selber dann auch zu viel Aufwand. Denn es ist ja jedesmal mit „Behördenkram“ verbunden.

      Aber ansonsten ist die Vorgehensweise durchaus in Ordnung und korrekt. Und da muss man sich auch keine Gedanken machen, ob das „gerne gesehen“ wird. Für die Arbeitslosmeldung (und Abmeldung) ist immer und ausschließlich nur die persönliche Situation und Einstellung entscheidend. Wer sich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen möchte und auch keine Leistung beziehen möchte, meldet sich ganz einfach ab. Und wenn man sich das anders überlegt, meldet man sich wieder an.
      Erst wenn sich das zum einzigen Zeitvertreib entwickeln sollte, kommen vielleicht irgendwann die Männer mit den weißen Jacken, die man nur von hinten auf- und zumachen kann. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Lieber Privazier
        ganz lieben Dank für die Antwort.
        Eine Frage habe ich noch..und hoffe sie können sie heute noch beatworten, da ich gerade sehe es ist schon der 31.1 ´:)
        Wenn ich mich jetzt 1 Monat abmelde..sagen wir vom 1 Feb.-28.Feb…und ich bekomme Geld von meiner Nebenbeschäftigung am 3.Feb (rückwirkend Januar) und am 1.März (rückwirkend für Februar). Welches Geld wird für die Berechnung ALG 1 genommen? Heisst wenn ich mich z.B, vom 1 Feb.- 2. März abmelde..werden beide Beträge nicht heran genommen? So einfach ist es nicht oder? 🙂

      • Das ist nun leider wieder so eine Frage, mit der man sich wohl stunden- bis tagelang befassen könnte. 🙁

        Ich zitiere hier einmal den Kern- und Grundsatz, dieser lautet:
        „Nach § 155 SGB III wird das Nebeneinkommen in dem Monat angerechnet, in dem das Einkommen erwirtschaftet worden ist.“

        Es zählt also hier nicht das Zuflussprinzip, d.h. es kommt nicht darauf an, wann ausgezahlt wird, sondern entscheidend ist, wann die Nebentätigkeit ausgeübt worden ist.

        Aber wie gesagt: Das ist das Grundprinzip. Wer ein bisschen tiefer einsteigen will, dem kann ich diese Links empfehlen:
        * Arbeitsagentur: Anrechnung von Nebeneinkommen
        * §155 SGB III: Anrechnung von Nebeneinkommen
        * Geschäftsanweisung der Arbeitsagentur zum §155

        Gruß, Der Privatier

  96. Hallo,
    ich habe gegoogelt aber keinen wirklichen Hinweis gefunden, umsomehr würde ich mich über eine Antwort hier in diesem (klasse!) Forum freuen:

    FALL:
    Gearbeitet und gekündigt worden, arbeitsunfähig, Auszeit, arbeitslos gemeldet (ab 01.03.2015).
    Von 12 Monaten Anspruchsdauer bislang 11 Monate erhalten bis 31.01.2016; danach bis dato Auszeit.

    FRAGE:
    Ich möchte nicht, dass der Restanspruch von 1 Monat verfällt.
    Gibt es so etwas wie eine „1-Jahresfrist“ seit dem letzten Bezug, die nicht überschritten werden darf seitdem das letzte Arbeitslosengeld bezogen wurde? Also muss ich mich vor dem 31.01.2017 wieder arbeitslos melden?

    Oder ist nur die 4-Jahresfrist § 161 (2) SGB III seit der Entstehung des Anspruchs zeitlich von Bedeutung??

    Und ist es richtig, dass die Entstehung des Anspruchs neben den sachlich Aspekten zeitlich die Arbeitslosmeldung ist §137(2) SGB III (also der 01.03.2015)?

    Besten Dank und viele Grüße, Liz

    • Hallo Liz,

      diese mysteriöse „1-Jahresfrist“ gibt es nicht. Was es gibt, ist die richtig erwähnte 4-Jahresfrist, innerhalb derer ein einmal festgestellter ALG1-Anspruch dann auch tatsächlich in Anspruch genommen werden muss, damit er nicht verfällt.

      Als Starttermin für diese Frist gilt der erste Tag, für den der Anspruch festgestellt wurde. In diesem Fall dann wohl der 1.3.2015. Demnach bliebe also noch Zeit, bis kurz vor dem 1.3.2019 um den Rest-Anspruch geltend zu machen.

      Gruß, Der Privatier

  97. Hallo Privatier,

    Ich bin Anfang 2017 62 Jahre alt geworden und seit dem 01.01.2017 auch arbeitslos.
    Bewilligungsbescheid der AfA bereits erhalten. ALG1 bewilligt für 24 Monate.
    Bisher noch keine Schikanen seitens Job Center ( persönliches Gespräch, Eingliederungsvereinbarung, Job Vorschläge, Aufforderung mich zu Bewerben ).
    Zeit bis zu regulären Altersrente: 46 Monate. Diese Zeit möchte ich möglichst geschont vor den oben angesprochenen Schikanen als Privatier verbringen da ich bereits fast 40 Jahre lang in das Sozialversicherungssystem sehr hohe Beträge eingezahlt habe und einen neuen Job benötige ich nicht.
    Die Frage, die mich zurzeit beschäftigt betrifft mein Verhalten gegenüber der AfA bzw. Job Center um nicht in eine Sperrzeit zu geraten, den kompletten Bewilligungszeitraum auszunutzen und ein Maximum an persönlicher Freiheit (wichtig für Reisen)zu haben.
    Gibt es hierzu eine goldene Verhaltensregel?
    Soll ich bei einem persönlichem Gespräch im Job Center die Karten offen legen?
    Oder wäre es vielleicht am günstigsten wenn ich mich am 01.03.2017 abmelde
    und 22 Monate vor der Rente, also am 01.01.2019 wieder Arbeitsuchend/Arbeitslos
    melde. Hier hätte ich die Hoffnung, das der Job Center mich kurz vor der Rente
    in Ruhe lässt.
    Kann hier jemand aus Erfahrung berichten?

    MfG
    Cezar

    • Hallo Cezar,

      ich war 59 als ich mich, nach Abfindung und Dispositionsjahr, zum 1.1.2016 arbeitslos gemeldet habe. Ich gehe am 1.1.2018 in die vorzeitige Rente als Behinderter.

      Bei einem ersten Termin bei der AfA wurden meine Fähigkeiten und Kenntnisse abgefragt und in einem EDV-System hinterlegt. Hier ist die erste Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.
      Ich sollte auch Zeugnisse und eine Musterbewerbung mitbringen. Das sollte man auch sorgfältig erledigen, damit man nicht in ein Bewerbungstraining gesteckt wird.
      Mein nächster Termin bei der AfA war Mitte März 2016; ich war sehr offen zu meiner Sachbearbeiterin.
      Bei mir kommt als Schwierigkeit bei der Vermittlung hinzu, dass ich über zehn Jahr in einem sehr speziellen Bereich der EDV gearbeitet habe, der auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt wird. Für eine Vermittlung wäre also eine umfangreiche Um- oder Nachschulung nötig. Nach Blick auf mein Profil meinte die Sachbearbeiterin, sie hätte aktuell leider auch nichts für mich, ich solle aber im Internet und in Zeitungen nach möglichen Stellen suchen, das dokumentieren und mich, wenn etwas passt, bewerben.
      Ich habe ihr dann auch gesagt, dass ich in die vorgezogene Rente gehen werde. Das war ihr wichtig, da damit klar war, dass ich kein Fall für ALG II werden würde.

      Man sollte auch weder eine Telefonnummer, noch eine eMail-Adresse angeben und auf ausschließlich schriftlichen Kontakt bestehen. Damit hat man eine bessere Dokumentation aller Vorgänge und es besteht die Hoffnung, dass weniger Bewerbungsaufforderungen kommen.

      Das zweite Gespräch war dann im September 2016 und in zehn Minuten vorbei. Ich zeigte der Sachbearbeiterin meine Liste der Stellenanzeigen und begründete, warum ich mich, wegen fehlender Anforderungen, nicht darauf beworben habe. Sie hatte auch keine Angebote…

      Der dritte Termin im Januar 2017 fiel, wegen Krankheit der Sachbearbeiterin, aus.

      Die Möglichkeit einer vorgezogenen Rente mit 63+x steht Dir ja auch offen. Vielleicht wäre das ja auch ein Plan? Ob Du das dann auch so machst, oder es Dir später anders überlegst, steht Dir frei…

      Viele Grüße, Hardy

    • „ein Maximum an persönlicher Freiheit (wichtig für Reisen) zu haben“
      Das musst du dir höchstwahrscheinlich abschminken. ALG I beziehen heißt arbeitssuchend sein und das bedeutet quasi tägliche Verfügbarkeit. Dein Betreuer hat da zwar etwas Entscheidungsspielraum, aber er wird dich fragen, wie du Stellen suchen willst, dich bewerben willst, auf Einladungen zu Bewerbungsgesprächen reagieren willst, etc., wenn du abwesend bist. Wenn du häufig verreisen möchtest, musst du zumindest für diese Zeiten auf ALG I und Krankenversicherungsschutz verzichten. Beides gibt es auch nur bis zu einer max. Abwesenheit von drei Wochen am Stück. Wenn du länger als 21 Kalendertage am Stück verreist, gibt es weder ALG I noch KV-Schutz.
      Gruß
      BigMac

  98. Afa ist Steuerrecht, Jobcenter Alg2 (im Volksmund Hartz IV)

    Meine Meinung:

    So lange die Agentur für Arbeit (AA) Dich in Ruhe lässt bzw. Du Dich nicht bedrängt fühlst, würde ich mich auch nicht abmelden.

    Es gibt durchaus Sachbearbeiter, die Deine Situation verstehen.
    Die Schwierigkeit besteht darin, menschlich festzustellen an wen Du geraten bist.

    Wie im privaten und beruflichen Leben auch ist das nicht immer einfach.
    Das ist einfach zu unterschiedlich je nach Agentur für Arbeit und Sachbearbeiter.

    • Ich möchte mich den letzten Worten von Robben anschließen:

      Es ist einfach zu unterschiedlich je nach Agentur und je nach Sachbearbeiter.
      Ich würde noch hinzufügen: Es hängt vielleicht auch mit dem eigenen, persönlichen Auftreten zusammen. Wer gegenüber einem kleinen Sachbearbeiter den großen Mann markiert und damit angibt, dass er mit seiner fetten Abfindung sich jetzt ein schönes Leben machen wird, darf sich nicht wundern, wenn er damit Schikanen provoziert.

      Und natürlich gehört es zu den Pflichten eines Arbeitslosen, dem Arbeitsmarkt und den Vermittlungsbemühungen zur Verfügung zu stehen. Da wird man dann für eine Weile auf ausgedehnte Weltreisen wohl verzichten müssen.

      Gruß, Der Privatier

      Wer sich allerdings an die Regeln hält und sich unauffällig in das Räderwerk einordnet, kann vielleicht auch darauf hoffen, dass alle Beteiligten das Spiel ohne großes Theater mitspielen. Ich selber habe meinen Sachbearbeiter exakt zweimal gesehen: Zum ersten Vermittlungsgespräch, bei dem ich mich dann (geplant) abgemeldet habe und dann kurz vor Ende des Anspruches zum Abschlussgespräch.

      Im Übrigen sind persönliche Gespräche, Vorschläge für Bewerbungen, die sog. Eingliederungsvereinbarung (in der die Aktivitäten des Arbeitslosen festgelegt werden) und der geforderte Nachweis einer gewissen Zahl von Bewerbungen keine Schikanen, sondern gehören zu den normalen Vorgaben, die auch ein Sachbearbeiter der Agentur zu befolgen hat.

    • Ich wollte mich hier nur kurz melden um meine Erfahrung in Bezug auf Alg1 bzw. Arbeitsamt weiterzugeben.
      Bin 62 Jahre alt, seit dem 01.01.2017 Arbeitslosgemeldet und beziehe Alg1.
      Außer dem ersten persönlichem Kontakt ( 10 Minuten) mit einem Sachbearbeiter des AA am 02.01.2017, hat sich bisher noch niemand für mich interessiert. Keine EGV, keine E-mails, Briefe oder Telefonate. So kann es offensichtlich auch gehen.

      Frohe Ostern

      • Vielen Dank für diese Rückmeldung.

        Ich habe mich damals mit meinem Sachbearbeiter der Agentur ganz nett unterhalten und er hat mir erzählt, wie viele Fälle er zu bearbeiten hat. Leider habe ich die Zahl vergessen, aber es waren so unglaublich viele, dass er sich kaum mehr als 5-10 Min. mit einem Fall befassen konnte.

        Da wäre es nur vernünftig (und verständlich), wenn die Mitarbeiter der Agentur sich auf solche Fälle konzentrieren würden, wo die Vermittlungstätigkeit einen Sinn hat bzw. dringend erforderlich ist.

        Und – auch wenn es keiner offen sagen wird – so denke ich doch, dass es genau so gehandhabt wird. Alles natürlich in den zulässigen Grenzen, denn auch ein Agentur-Mitarbeiter kann nicht so einfach machen, was er will.

        Gruß, Der Privatier

  99. Hallo,

    ich danke Robben, BigMac, Hardy und dem Privatier für die wertvollen Informationen und die Berichte aus eigenen Erfahrungen, aus denen ich für mich folgende Schlussfolgerungen ziehe:
    – der kleine Sachbearbeiter bei der AA ist auch nur ein Mensch, jedoch muss er sich genauso wie ich mich an den gesetzlichen Vorgaben orientieren. Er hat wohl einen Spielraum in der Interpretation der gesetzlichen Vorgaben.
    – Arbeitslose in einem höheren Alter werden nicht so oft mit der Aufforderung sich zu Bewerben oder eigene Aktivitäten nachzuweisen,konfrontiert.
    – ein Statement gegenüber dem Sachbearbeiter der AA, dass man mit 63,64,65 Jahren vor hat in die vorgezogene Rente zu gehen, könnte die Bemühungen des Sachbearbeiters, mich in den Arbeitsmarkt zu bringen auf das niedrigste Niveau bringen.
    – da ich beim Bezug von ALG1 dem Arbeitsmarkt tagtäglich zur Verfügung
    stehen muss, kommen „ausgedehnte Weltreisen“ nur infrage, wenn ich
    dem Arbeitsmarkt in dieser Zeit nicht zur Verfügung stehe, mich abmelde
    und dann auch eine freiwillige Krankenversicherung abschließe (bin seit 1978
    durchgehend freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert).
    – nach der Durchführung meines Vorhabens (Reise) melde ich mich wieder
    arbeitsuchend an und beantrage ALG1.

    Plan

    Ziel:
    Überbrückung der 46 monatigen Wartezeit bis zu Altersrente, 1.01.2017 bis
    01.11.2020, möglichst nerven schonend und möglichst frei und unter Einbeziehung erworbener Ansprüche auf ALG1 und zusätzlicher Finanzierung aus eigenem Vermögen.

    Durchführung:
    2017 5 Monate ALG1 (Jan+ Febr+ Juli+August+Dez), 7Monate Selbstfinanzierung
    2018 4 Monate ALG 1 ( Jan+ Juli+August+Dez), 8 Monate Selbstfinanzierung
    2019 4 Monate ALG 1 (Jan+ Juli+August+Dez), 8 Monate Selbstfinanzierung
    2020 10 Monate ALG1 (Jan bis Okt), ab Nov. 2020 -> Rente
    Die Ferien- und Uraubsmonate Dezember, Januar, Juli und August habe ich gezielt
    ausgewählt, da die Besetzung der Ämter (auch AA) und Personalabteilungen der Firmen zu diesen Zeiten am niedrigsten ist. Die Zeiten in denen ich mich selbst finanzieren und
    krankenversichern muss, nutze ich für meine geplanten Reisen und ich muss mich
    nur 2 mal pro Jahr arbeitsuchend an- und abmelden.

    Ist dieser Plan durchführbar und realistisch oder gehört er zu der Kategorie „Phantasie“

    • Hallo Cezar,

      meiner Ansicht nach müsste das so gehen. Du hast vier Jahre Zeit, Deinen festgestellten Anspruch auf 24 Monate ALG1 zu verbrauchen.
      Verplant hast Du aber nur 23 Monate; warum?
      Dein Sachbearbeiter wird natürlich nicht begeistert sein, dass Du Dich ständig ab- und anmeldest, aber das Recht dazu hast Du.

      Viele Grüße, Hardy

      • Danke Hardy für Dein Kommentar und den Hinweis auf die 23 Monate.
        Habe jetzt noch in meinen Aktionsplan die 3 Wochen Urlaub eingebaut
        und denke, dass mein Vorhaben auch von meinem Sachbearbeiter spätestens
        nach dem 2. Zyklus ( Ab- und wieder Anmelden) erkannt wird und er mich
        dann in Ruhe lässt. Kann die AA mich eigentlich zwingen vorzeitig in die
        Rente zu gehen? Die Möglichkeit hätte ich ab Februar 2018.

        Durchführung (korrigiert):
        2017 6M ALG1 (Jan+ Febr+ Juli+August+[Sept mit3W Urlaub]+Dez), 6M Selbstfin.
        2018 5M ALG1 (Jan+ Juli+August+[Sept mit3W Urlaub] +Dez), 7 M Selbstfin.
        2019 5M ALG1 (Jan+ Juli+August+[Sept mit3W Urlaub] +Dez), 7 M Selbstfin.
        2020 8M ALG1 (Jan bis August mit3W Urlaub), ab Nov. 2020 -> Rente,2 M Sf.

        Wenn das so durchführbar wäre, hätte ich meine Ziele erreicht.

        • Im Alg1, also SGB III kann man nicht „gezwungen“ werden vorzeitig Rente mit Abschlägen zu beantragen.

          Bei gesundheitlichen Problemen und im SGB II (Alg2) ist das etwas anderes.

    • Alles korrekt, was Hardy und Robben hier schon gesagt haben.

      Ich halte allerdings die Vorstellung von „…dass mein Vorhaben von meinem Sachbearbeiter…erkannt wird und er mich dann in Ruhe lässt“ eher für Wunschdenken! Richtig ist, dass er es erkennen wird und ob sich dies nun positiv oder negativ auswirken wird, steht in den Sternen.

      Wie Hardy schon richtig gesagt hast: Rechtlich mag das in Ordnung sein. Ich persönlich würde das aber nicht machen. Auch aus Gründen der eigenen Bequemlichkeit. Aber auch um unnötige Provokationen zu vermeiden.

      Man kann das übrigens auch noch auf die Spitze treiben und sich immer gegen Ende eines Monats (z.B. am 28.) arbeitslos melden und die jeweilige Abmeldung dann auf den Anfang eines Monats (z.B. am 3.) legen. Angefangene Monate zählen in der Rentenversicherung als „belegte“ Monate und macht die Sache schön kompliziert bei der Abrechnung mit der Krankenkasse.

      Gruß, Der Privatier

    • Das mit dem Ab-und Anmelden müsste so gehen. Ich würde dabei niemals „Urlaub“ als Grund angeben, denn ich kann mir vorstellen, dass häufiger Urlaub von einem „scharfen“ Betreuer als „der will sich keine Arbeit suchen“ ausgelegt und das ALG I mit einer Sperre werden kann. Besser ist es, keinen Grund oder eine selbstständige Tätigkeit anzugeben. Noch ein vielleicht hilfreicher Tipp: Jeder Kalendermonat, in dem mindestens für einen Tag Beiträge an die Rentenversicherung bezahlt werden, zählt als voller Monat mit Pflichtbeiträgen. Das bedeutet z.B., dass wenn du vom 28.2. bis zum 1.3.2017 arbeitslos gemeldet bist und ALG I beziehst, zwei Monate Pflichtbeitragszahlung für die Rente vermerkt werden.
      Gruß
      BigMac

      • Es ist mir klar BicMac, dass ich Urlaub nur angebe wenn ich auch einen Urlaub
        von der AA offiziell genehmigt bekomme. Und das ist dann meistens
        im September, nach den großen Ferien, wo das Reisen nicht mehr so
        teuer ist. Dann nach den 3 Wochen AA-Urlaub, wenn man noch weiter
        unterwegs sein möchte, einfach bei AA online gehen und sich abmelden.
        Diese Möglichkeit bitten sie explizit an in den Broschüren und Infos.
        Im Januar ist es bei mir regelmäßig der Tinnitus, der mir das Leben schwer
        Macht und da bittet sich (ab Februar) eine privat finanzierte Kur an,
        mit der ich mein leiden mildern und die Konzentrationsfähigkeit wieder
        herstellen kann. So ein Regenerationsprozess kann ja schon 3-4 Monate
        in Anspruch nehmen, wo ich praktisch dem Arbeitsmarkt nicht zur
        Verfügung stehen kann.

        Ich danke euch für die Einschätzung meines Plans, für die Infos und die Tipps.

        Gruss
        Cezar

        • Für eine Regeneration kommt auch Krankengeld in Betracht, falls Du aus gesundheitlichen Gründen nicht vermittelbar bist.

      • Ich glaube, BigMac ging es hier um die Wortwahl. Denn das Wort „Urlaub“ ist in der Tat nicht zu empfehlen. Arbeitslose haben keinen „Urlaub“! Sie können sich unter bestimmten Voraussetzungen von ihrem normalen Aufenthaltsort entfernen (sog. „Ortsabwesenheit“). Diese bedarf aber einer kurzfristigen Genehmigung.

        Mehr Details gibt es zum Beispiel auf der Seite der Arbeitsagentur Bayern.

        Gruß, Der Privatier

        • Danke Privatier. Habe verstanden. Das Wort Urlaub nur in Familie verwenden.
          Das Link nach Bayern hat mir auch geholfen.

          Habe noch Fragen zu den Pflichten als ALG1 Empfänger und zu den „Ab- und Anmelde“ Prozeduren.

          Hier noch mal meine Situation:

          – Mai 2016 betriebsbedingt gekündigt zum 31.12.2016
          – mit dem Arbeitgeber „Home Office“ mündlich vereinbart,
          was in meinem Fall quasi Freistellung mit Lohnfortzahlung
          bedeutete
          – 26.12.2016 habe ich mich online arbeitsuchend gemeldet, habe
          einen banalen Grund für die Verspätung angegeben und den Antrag
          auf ALG1 online gestellt.
          – 28.12.2016 meldet sich das AA telefonisch bei mir, bestätigt
          die Anmeldung
          02.01.2017 persönlich bei AA. Zusammen mit dem Sachbearbeiter
          Profil für die Arbeitsuche erstellt, „Lebenslauf“ und die
          Arbeitsbescheinigung abgegeben.
          – Mitte Januar Bewilligungsbescheid im Briefkasten, 1Woche Sperre,
          720 Tage Anspruch auf ALG1 festgestellt
          – 30.01.2017 erste Zahlung

          Seit dem persönlichen Erstkontakt am 2. Januar, nichts Weiteres geschehen.
          Seitens AA kein Telefon, keine E-mail und kein Kontaktversuch über mein AA- account
          Weder Eingliederungsvereinbarung, noch Arbeitsstellenangebote erhalten.

          Und jetzt meine Fragen.:
          1.Bin ich in diesem Fall auch schon verpflichtet Arbeit zu suchen, die Suche zu dokumentieren und mich zu Bewerben? Habe bisher diesbezüglich noch nichts getan!
          2. Die Abmeldung bei der AA ist „online“ relativ einfach. Bin ich dann ab dem 2.Tag der Abmeldung nicht mehr krankenversichert oder läuft die KV erstmals einen Monat weiter?
          3. Nach der Wiederanmeldung nach 3, 4 oder 5 Monaten, gilt die eventuell vorher unterschriebene Eingliederungsvereinbarung oder wenn nicht unterschrieben, dann der nachfolgende Verwaltungsakt weiter und sofort oder muss das AA mit mir die Pflichten und Rechte neu verhandeln?

          Danke im Voraus
          Cezar

          • Hallo Cezar,
            ich bin sehr verwundert, dass die AA mit dir nicht über eine Eingliederungsvereinbarung verhandelt hat. Die AA ist verpflichtet mit dir diesen Vertrag abschliessen zu wollen. Für den Fall, dass du dich weigerst die EV abzuschließen, gibt es ein festgelegtes Folge-Procedere über einen Verwaltungsakt. Aber dass das AA keine EV abschließen willl, habe ich noch nie gehört. Zur Sicherheit würde ich in online-Jobbörsen nach Stellen suchen und das dokumentieren, um im Zweifel wenigstens etwas aufweisen zu können und damit eher auf der sicheren Seite zu sein. Zu 2 und 3 würde ich schriftlich bei AA und KV nachfragen, um bei Problemen etwas in der Hand zu haben.
            Gruß
            BigMac

          • Zu 1: Eigenbemühungen und Mitwirkung gehören zu den Pflichten eines Arbeitslosen. Auch wenn dies nicht explizit in einer Eingliederungsvereinbarung festgehalten ist (und diese wird noch kommen, keine Sorge). Es wäre daher ratsam, für das kommende erste Gespräch entsprechend vorbereitet zu sein.

            Zu 2: Zu der Nachversicherungspflicht von einem Monat gibt es viele Missverständnisse. Sie gilt nämlich u.a. nur dann, wenn man innerhalb dieses einen Monats ein neues Pflichversicherungsverhältnis beginnt.
            Kurz: Bei Dir nicht!

            Zu 3: Kann ich nicht beantworten. Wie BigMac schon sagte: Entweder direkt bei der Agentur nachfragen oder vielleicht einmal in einem Spezial-Forum für Arbeitslose. Links auf solche Foren habe ich unter Empfehlungen (Blogs und Foren) ganz am Ende aufgeführt. Dort kennt man sich mit solchen Details wesentlich besser aus.

            Gruß, Der Privatier

          • BigMac und Privatier haben ja schon das Wichtigste geschrieben.

            Du hast durch die bisher fehlende EGV, ob nun freiwillig oder per Verwaltungsakt aber zumindest den Vorteil, dass Du momentan nicht mit einer Sperrzeit belegt werden kannst, aufgrund fehlender Nachweise zu Eigenbemühungen.

            Ich rate Dir aber auch zumindest was vorzubereiten in einer Liste.
            Passieren kann da erstmal nix, aber man muss ja das Glück nicht nochmal herausfordern.

  100. Hallo Privatier, hallo zusammen,
    seit fast anderthalb Jahren lese ich mit Begeisterung die Beiträge in diesem tollen Forum und habe mir ebenfalls auch das entspr. Buch gegönnt.
    Ich bin 59 Jahre alt, bin mit dem 31.12.2016 mit Abfindung aus dem Job ausgeschieden. Auszahlung Abfindung im Jan. 2017, Anmeldung beim AA zum 1.1.2017 und wieder abmelden zum 3.1.2017 hat problemlos geklappt. Alles sogar per E-Mail – ich musste nur noch irgendwann Mitte Januar alle vollständigen Unterlagen persönlich abgeben. Ich werde mich dann in 2018 wieder beim Arbeitsamt arbeitslos melden und bin bis dahin erst einmal Privatier. Termine beim Arbeitsamt waren alle kurz und knackig. Anspruch wurde berechnet und gilt jetzt für 4 Jahre. Meine Frau ist in ähnlicher Situation (Beurlaubung bis zur Rente), nur macht sie ein Dispo-Jahr bis zu ihrem 58. Geb. Auch das läuft glatt beim AA und ist dort schon alles terminlich so hinterlegt. Ich konnte mich bei meiner freiwillig KV-versicherten Frau als Familienmitglied kostenlos mitversichern. Alles bestens. Jetzt muss nur noch das Thema Rürup-Rente mit dem Steuerberater besprochen werden.
    Danke für die vielen nützlichen Informationen, ohne die wir unseren „Statuswechsel“ nie so gut hinbekommen hätten!
    Das Lernen hier hat mächtig Spaß gemacht!
    Viele Grüße
    Stephan

    • Auch schon mal an die gesetzliche Rente gedacht?

      Man kann die Abschläge ja reduzieren, durch Einmalzahlung.
      Im momentanen Zinsumfeld sollte man auch in die Richtung denken und einen Vergleich zu der Rürup-Variante ziehen.

      • Danke Robben, du hast recht. Daran hatte ich in der Tat auch schon mal gedacht, hatte dies leider schon wieder verdrängt und werde dies jetzt auch in Betracht ziehen.

    • Sehr guter Hinweis von Robben! Ich würde mich heute wahrscheinlich auch eher für eine Einzahlung in die GRV entscheiden. Steuerlich macht das keinen Unterschied.

      Ansonsten freue ich mich über die positive Schilderung der Situation, die offensichtlich gut vorbereitet und durchdacht und wohl auch bisher reibungslos verlaufen ist. Sehr gut!

      Allerdings bin ich etwas verwundert über die Formulierung mit der Ehefrau:
      Beurlaubung bis zur Rente und Dispojahr? Was genau ist denn mit „Beurlaubung“ gemeint? Für mich hört sich das nach Freistellung mit vollem Gehalt an, oder? Aber was soll dann ein Dispojahr? Ist mir irgendwie unklar.

      Gruß, Der Privatier

      • Ja, damit habe ich natürlich gerechnet, dass es Fragen zur Konstellation mit der Situation bei meiner Ehefrau gibt. Der Job meiner Frau wurde wegrationalisiert, aber statt einer Kündigung oder Aufhebung bekam sie das Angebot einer Beurlaubung bis zum frühestmöglichen Renteneintritt. Sie ist also noch immer beim Arbeitgeber „beschäftigt“, ihre Arbeitskraft wird jedoch nicht abgefordert und statt des bisherigen Gehaltes bekommt sie ein vermindertes Geld ausgezahlt. Dieses Geld wird als Ruhegeld bezeichnet und wird vom Unternehmen als betriebliche Altersversorgung deklariert. Von diesem Ruhegeld werden nur Steuern und Soli abgeführt. Um die Sozialvers. muss sie sich selbst kümmern, daher die freiwillige KV-PV.
        Während ihrer Ruhenszeit bis zur Rente kann sie sich noch zusätzlich arbeitslos melden. Dann bekommt sie ALG1. Dieses wird dann zum Teil auf das Ruhegeld angerechnet, ist im Endeffekt jedoch zusammen höher als nur das Ruhegeld allein. Und da sie erst gegen Ende dieses Jahres 58 Jahre alt wird, befindet sie sich bis dahin im Dispojahr, um sich dann erst arbeitslos zu melden und 2 Jahre ALG1 zu bekommen. Dieses Vorhaben ist beim AA schon so direkt hinterlegt also terminlich festgehalten.
        Und, man glaubt es kaum, dann kann sie noch, wenn sie möchte, während des Ruhegeldbezuges eine weitere Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber ausüben, wobei es keinerlei Einschränkungen beim Gehalt gibt. Das Ruhegeld bleibt hiervon unberührt. Allerdings darf es sich hier nicht um einen AG der GKV oder PKV handeln, da ihr ehemaliger AG eine GKV ist.
        Kaum zu glauben, aber wahr. Ich habe es zuerst auch nicht recht verstanden, aber so sieht ihr Vertrag aus.
        Gruß Stephan

      • Okay, Danke für Erläuterungen. So macht es dann auch Sinn.

        Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass eine Krankenkasse ein solches Konstrukt wählt und nicht etwa eine einmalige Abfindung. Denn eine Abfindung wäre ja (unter gewissen Bedinungen) frei von Sozialabgaben. Also auch keine KV/PV-Beiträge.
        Bei einer ratierlichen Abfindung führt es regelmässig zum Streit, ob dies nun eher als Abfindung zu sehen ist oder als eine Art Alterversorgung.
        Wird eine solche regelmäßige Leistung aber ausdrücklich als Altersversorung deklariert, ist somit auch ganz sicher, dass darauf KK-Beiträge zu entrichten sind. 😉 Sehr gut ausgedacht!

        Das muss übrigens für den Empfänger der Leistungen keinesfalls negativ sein. Das wollte ich damit nicht sagen.

        Gruß, Der Privatier

  101. Ich wiederhole hier einmal eine Frage von Robben von heute (weiter oben):

    „Du schreibst, dass Du die Zahlung von ALG nicht vermeiden konntest, weil der Antrag so lange gedauert hat. (Sinngemäß) Andererseits hattest Du doch eine Sperre von 3 Monaten.
    Hat der Antrag mehr als 3 Monate gedauert oder hab ich da jetzt was total falsch verstanden?“

    Nein, ganz so lange hat der Antrag nicht gedauert, aber so zwei Monate waren es dann doch. Gedauert hat es deshalb so lange, weil die Agentur (natürlich!) meinen Angaben keinen Glauben geschenkt hat und sich erst einmal eine Bescheinigung/Bestätigung über einzelne Details von meinem Ex-AG geholt hat. Dieser hat spät und unvollständig geantwortet. Daher dasselbe Spiel nochmal. 🙁 Ich musste ein wenig nachhelfen. Dann gings.

    Aber zum Kern der Frage: Ich hatte keine drei Monate Sperre! Schön, oder? Ich hatte nämlich nur die Hälfte der Zeit, also nur 6 Wochen. Warum und wieso habe ich in meinem Beitrag über die Sperrzeiten (zweite Hälfte) erläutert. Interessanterweise hat sich bisher noch nie irgend ein Blogleser für diese Regelung interessiert…

    Gruß, Der Privatier

  102. Alles klar. Danke.

    Der Kern meiner Frage ist folgender:
    Den festgestellten Anspruch hat man ja wenn man es wörtlich nimmt nicht „bezogen“, sondern das Alg ruht ja dann erstmal, im Falle einer Sperre.

    Ich will mich auch nur kurz arbeitslos melden, um meinen Anspruch feststellen zu lassen.
    Die Frage ist halt, was dann in solchen Fällen gilt bezüglich der 4 Jahre, da ich ja auch noch weiter Gehalt beziehe. (Freistellung)
    Ein neuer Anspruch würde wegen der weniger als 12 Monate nicht mehr entstehen.

    • Nach meiner Auffassung beginnt die Vierjahresfrist mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit oder (was dasselbe ist) mit dem Startdatum, welches im ALG-Bescheid vermerkt ist.

      Dort ist ja auch der Beginn (und das Ende) von Sperr- und Ruhezeiten vermerkt. Und das ist der Beginn des Anspruches. In diesem Falle ohne Leistung 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Danke.
        Schon klar, ich bekomme aber weder Sperr- noch Ruhezeiten.
        Mein Alg1 ruht nach §157 wegen Gehaltszahlung.

      • Meiner Auffassung nach spielt es keine Rolle, „warum“ der Anspruch ruht. Ob nun wegen laufender Gehaltszahlung oder wegen einer Abfindung. Oder wegen einer Sperre.

        Ist aber nur mein persönliches Empfinden und basiert nicht auf gesicherten Erkenntnissen.

        Gruß, Der Privatier

        • Denke ich auch und eigentlich kenne ich die ganzen Dinge schon von diversen Kollegen der vergangenen Jahre.
          Aber halt nicht mit so einer besonderen Sache wie bei mir.
          Zu viel fragen will ich da auch nicht mehr bei der AA, nach meinem letzten Erlebnis.

          Auf den Punkt gebracht habe ich die erstmal auf die neue GA hingewiesen.

          Nun verfahre ich lieber nach dem Motto, lass die mal selber gucken.
          Solange es gut für mich ausgeht und dem geltenden Recht entsprechend.

        • „Motto: Lass die mal selber gucken.“

          Sehr gutes Motto! Trägt auch enorm zu eigenen Entspannung bei. 😉

          Wenn „die“ es denn mal richtig machen würden! Bei mir vergeht kaum eine Woche, in der ich mich nicht mit irgendjemand auseinander setzen muss, weil wieder einmal irgendwas nicht in Ordnung ist.

          Ehrlicherweise muss ich aber auch zugeben, dass ich hin und wieder auch einmal einsehen muss, dass „die“ tatsächlich Recht haben. Kommt aber selten vor… 😉

          Gruß, Der Privatier

  103. Hallo Zusammen,

    1. Thema
    während des Bezugs von ALG1 bin ich bei einer gesetzlichen KK versichert.
    Die Beiträge zu Sozialversicherung werden automatisch abgeführt, so dass
    ich damit nichts zu tun habe.
    Wenn ich während des ALG1-Bezugs Kapitalerträge aus z.B. Aktienverkauf
    habe, werden auch automatisch 25% Abgeltungssteuer von der Bank abgeführt.
    Frage:
    – bin ich verpflichtet die Höhe der Kapitalerträge der KK zu melden?
    – haben die Kapitalerträge einen Einfluss auf die Höhe der Beiträge zu SV?

    2. Thema
    Zwischen Abmelden und Wiederanmelden (Bezug von ALG1) werde ich
    mich freiwillig bei meiner KK versichern. In dieser Zeit der freiwilligen Versicherung
    wird mir unterstellt, dass mein monatliches Einkommen 991€ beträgt.
    Von diesem fiktiven Einkommen sind dann auch die Beiträge zu SV zu zahlen.
    In meinem Fall wären es ca. 177€ pro Monat.
    Frage:
    – wenn die KK bei der Berechnung der Beiträge zu SV davon ausgeht, dass
    ich monatlich 991€ Einkommen habe, dann darf ich die 991€
    im Jahresdurchschnitt, monatlich, auch real haben ohne dass sich der
    Beitrag erhöht, oder?

    Ich würde mich freuen, wenn jemand hierzu seine Erfahrungen schildert.

    • Antworten zum:

      1.Thema
      Der ALG Bezug ist im Hinblick auf die Sozialversicherungen sehr ähnlich zu der Situation in einem Beschäftigungsverhältnis: Die Agentur führt die Beiträge automatisch ab, Kapitalerträge sind ohne Bedeutung.
      Also: Die KK wird nicht nach Kapitalerträgen fragen. Sie sind nicht relevant.

      2.Thema:
      Korrektur: Von dem fiktiven Einkommen müssen nur KV/PV-Beiträge an die KK gezahlt werden. Andere SV-Beiträge (ALV, RV) sind freiwillig.
      Solange sämtliche Einkünfte (inkl. Kapitalerträge) unterhalb des fiktiven Mindest-Einkommens liegen, erhöht sich der KK-Beitrag nicht. Die Krankenkasse wird dazu einmal im Jahr die aktuellen und voraussichtlichen Einkünfte abfragen. Dies ist anhand geeigneter Belege (in der Regel: EkSt.-Bescheid) nachzuweisen. Läuft bei mir seit ca. 5 Jahren so.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Mit dem Mindestbeitrag für die KK kann man übrigens auch noch einen Ehepartner kostenlos mitversichern.

      • Vielen Dank Privatier.
        Da kann ich ja weiter an der Börse bleiben und die Gewinne
        entsprechend realisieren. Ist das genauso im Falle des Bezugs
        einer Rente ( keine Frührente, normal, mit 65++)oder werden dann die
        Kapitalerträge auf irgendeiner weise berücksichtigt (außer Steuer und Solli)?

        Danke schön
        Cezar

  104. Hallo, auch ich lese schon seit längerer Zeit immer mal wieder mit – und habe erst durch das Buch und durch den Blog angefangen, mich mit „deutlich früher aufhören“ zu beschäftigen.
    Und nach über einem Jahr überlegen, abwägen etc. sind die aktuellen Umstände nun so, dass ich mein Arbeitsverhältnis zum 30.04.2017 aufkündigen, mich ab 02.05.2017 arbeitslos/arbeitssuchend melden und meinen Anspruch auf ALG I geltend machen möchte. Kurz danach möchte ich mich wieder abmelden. Habe nicht vor, mich überhaupt irgendwann vermitteln zu lassen. Wann muss ich mich spätestens wieder anmelden, um dann noch das mir zustehende ALG I zu bekommen? Würde es gerne möglichst lange aufschieben.
    Vielen Dank für eure Antworten.

  105. Hallo, vielen Dank für die Antworten.
    NOCH habe ich nicht gekündigt und somit auch keine entsprechende Bestätigung in Händen, sobald die da ist, rufe ich beim AA an. Hatte vor einigen Wochen aber schon ein telefonisches Gespräch, dort wurde bereits auch eine „Kundennummer“ für mich eingerichtet.
    Sperrfrist für Kündigung ist eh klar.
    Bin jetzt 53 – also bekäme ich ein Jahr lang ALG 1. Davon werden die 3 Monate Sperrfrist abgezogen, bleiben 9 Monate ALG 1. Dieses müsste ich dann allerspätestens 9 Monate vor Ablauf der 4 Jahre in Anspruch nehmen, oder?

    • Oh, ich sehe gerade, dass ich eigentlich direkt auf die Antworten von Privatier oder Robben hätte antworten müssen… vielleicht kann man das noch direkt dorthin verschieben??
      Dazu fällt mir noch eine (dumme) Frage ein: Wenn ich mich nach einigen Tagen wieder vom ALG 1 abmelde und irgendwann einen Job (< 450 Euro) finde, bleibt dann dennoch die 4-jährige Anwartschaft auf ALG 1 erhalten? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen….

    • Zunächst ein paar Worte zur Kommentar-Funktion:
      * Achten Sie bitte darauf, dass Sie das einmal gewählte Pseudonym in folgenden Kommentaren beibehalten (ich habe dies bereits in den letzten beiden Kommentaren von mir aus entsprechend angepasst).
      * Eine Verschiebung von Kommentaren möchte ich nur in ganz, ganz seltenen Ausnahmefällen durchführen.

      Und nun zum Thema:
      * Es reicht aus, wenn die erneute Arbeitlosigkeit innerhalb der 4-Jahres-Frist beginnt. Der eigentliche Anspruch darf dann durchaus auch darüberhinaus aufgebraucht werden. Aber: Immer vorsichtshalber von der Agentur bestätigen lassen!
      * Weitere Beschäftigungen können tatsächlich ein Problem werden. Hier muss man sehr gut aufpassen, denn es gilt der Grundsatz: Ein bestehender Anspruch erlischt, wenn ein neuer entstanden ist (§161, SGB III).
      Es gibt aber einige Ausnahmen. Im Falle eines Teilzeitjobs fällt mir da spontan der §150 SGB III ein, hier insbesondere Abs.2, Satz 5. Der enthält eine ganze Reihe von Bedingungen, die bitte jeder für sich selber prüfen möge.

      Gruß, Der Privatier

  106. Hallo,

    erstmal super Blog und ein tollen Buch, mit denen Du vielen Menschen hilfst.
    Zu meiner Situation. Ich will in sowas wie Teilrente gehen, d.h. von meinem Vermögen leben aber nebenbei, da es nicht ganz reicht, selbstständig arbeiten.
    Bin gerade dabei meine Stelle zu kündigen zum 1.6.17. Jetzt würde ich das gerne nutzen um wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu rutschen. Dafür muss ich, soweit ich weiß, nur 1 Tag ALG beziehen. Jetzt bekomme ich sehr wahrscheinlich eine Sperre von 12 Wochen, in denen ich dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen muss. Das Problem hier ist, dass es mit meinem Profil sehr viele freie Stellen gibt und ich ja eh selbständig sein will.
    Aktuell plane ich mich innerhalb von 3 Tagen nach meiner Kündigung beim Arbeitsamt zu melden und mich dann wieder abzumelden und mich dann zu einem späteren Zeitpunk arbeitssuchend zu melden, die Sperrfrist gilt dann weiterhin. Ist das richtig? Wie geht das Arbeitsamt damit um, wenn sich jemand selbständig machen will, muss man sich dann auch bewerben? Oder gibt es irgendwelche anderen Möglichkeiten?
    Vielen Dank schonmal für eventuelle Richtigstellungen oder Tipps.
    Gruß Max

    • Zum Thema „Wechsel von der privaten zur gesetzl. Krankenversicherung“ möchte ich nicht allzu viel sagen. Das Thema ist umfangreich und teilweise komplex (heißt: Ich kenne mich nicht aus 😉 ).
      Ich kann aber gerne auf zwei Beiträge von Finanztip verweisen, die zum Einstieg die wichtigsten Dinge erläutern:
      * Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit und
      * Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung

      Vielleicht nur der eine Hinweis, der wohlmöglich ein tieferes Studium der Sachverhalte abkürzen kann:
      Jemand, der älter als 55 Jahre ist, hat kaum eine Chance zu wechseln (evtl. über Familienversicherung).

      Zur Arbeitsagentur bei gewünschter Selbständigkeit:
      Die Aufgabe der Arbeitsagentur besteht auch darin, eine gewünschte Selbständigkeit zu förden. Dies kann sich in unterschiedlichen Maßnahmen (z.B. Existenzgründungsseminar) aber auch bis hin zu einem Gründungszuschuss (auf Antrag) auswirken.

      Eine Vermittlung als Angestellter hat aber in der Regel Vorrang und ist folglich parallel anzustreben (Bewerbungen, etc.).

      Details zu Förder-Möglichkeiten und zur Vermittlung bitte unbedingt mit der Agentur absprechen.

      Gruß, Der Privatier

  107. Hallo Privatier,

    ich habe heute erst zufällig Ihre Seite entdeckt. Zu der 4-Jahres-Frist bezüglich des Anspruchs auf Alo.geld habe ich eine Frage:

    Ich habe mich zum 1.10.16 bei der Arbeitsagentur angemeldet und danach gleich wieder abgemeldet, da ich seither freiberuflich tätig bin, aber die 4-Jahres-Frist wahren wollte.
    Nun habe ich Anspruch bis 30.9.2020. Ein Tag Arbeitslosengeld wurde mir übrigens sogar ohne Sperrfrist gewährt, obwohl ich selbst gekündigt hatte.

    Die konkrete Frage:
    Wenn ich den Anspruch z.B. im August 2020 geltend mache, habe ich dann noch den Anspruch auf das gesamte noch nicht erhaltene Alo.geld oder verfällt am 30.9.2020 jeglicher Anspruch, egal was noch „offen“ ist? In letzterem Fall hieße das, dass ich zurückrechnen muss, damit ich bis zum 30.9.2020 alle Gelder bekommen habe. Gilt also die absolute Frist von 4 Jahren und danach erlischt jeder Anspruch oder reicht es, sich kurz vor Ende der 4-Jahres-Frist zu melden und die Ansprüche können dann noch voll geltend gemacht werden?

    Bitte mal um Rückinfo, welche Variante die Richtige ist, damit ich kein Geld verliere!

    Vielen Dank
    „Lewwerworscht“

    • Um den einmal festgestellten Anspruch vollständig nutzen zu können, ist es nur entscheidend, sich vor Ablauf der vier Jahre wieder arbeitslos zu melden. Der Anspruch kann dann anschließend auch über die 4-Jahresfrist hinaus genutzt werden.
      Man darf sich dann nur nicht wieder abmelden. Auch darf man nicht längere Zeit krank werden. Wer nämlich mehr als 6 Wochen krank ist, fällt aus der Arbeitslosigkeit heraus und muss sich nach Genesung erneut arbeitslos melden. Aber dann ist der Anspruch verfallen. 🙁

      So zumindest meine aktuelle Rechtsauffassung. Zur Sicherheit bitte immer entweder:
      * vorher durch die Agentur bestätigen lassen oder
      * es nicht bis auf die Grenzen ausnutzen.

      Gruß, Der Privatier

  108. Lieber Privatier,
    liebe Foristen,

    bei mir ist es nun auch so weit und ich möchte meine Überlegungen vorab gern verifizieren und optimieren.
    Ich werde noch in 2017 einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, der wahrscheinlich wegen Alter und Tarifvertrag eine Kündigungsfrist von 18 Monaten zum Quartal beinhaltet.
    Das bedeutet, dass ich, abhängig vom Datum des Aufhebungsvertrages, entweder zum 31.03. oder zum 30.06.2019 arbeitslos werde.
    Zu dem Zeitpunkt bin ich noch 53, werde im Dezember 2019 aber 54.
    Die Abfindung würde dann am 1. Februar 2020 gezahlt werden.
    Wahrscheinlich werde ich schon vorab freigestellt. Ich schätze evtl. sogar die letzten 6 Monate bei vollem Gehalt. Das wirkt sich ja hinsichtlich Ruhezeiten wohl positiv bei der AfA und dem Wechsel in die GKV aus.
    Ich bin aktuell PKV-versichert und könnte somit zu den genannten Terminen wieder in die GKV wechseln, da ich dann noch 53 bin und versicherungspflichtig werde.

    Nun meine Fragen:
    Verstehe ich es richtig, dass ich mich spätestens 3 Monate vor dem Kündigungstermin arbeitssuchend und kurz vor dem Kündigungstermin arbeitslos melden muss?
    Ein Dispositionsjahr würde mir wohl nicht wirklich etwas nutzen, da ich erst im Dezember 2020 55 werde und somit bei Kündigung bspw. zum 30.06.19 knapp 18 Monate bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres vergehen würden.
    Ist das so richtig?

    Ich möchte das Ganze natürlich steuerlich optimieren. Von daher wäre es toll, in 2020 kein ALG zu beziehen.
    Kann ich ab 1.7.2019 ALG 1 beziehen und mich zum 31.12.2016 abmelden, um dann bspw. ab 1.1.2021 wieder vorstellig zu werden und weiter das restliche ALG 1 zu beziehen?

    Oder sollte ich mich zum 1.7.2019 arbeitslos melden, meinen Anspruch bestätigen lassen, dann wieder abmelden und erst zum 1.1.2021 wieder einen Antrag auf Basis des ALG-Bescheides aus 2019 stellen?

    Wenn ich mit Beginn der Arbeitslosigkeit meine PKV kündige und in die GKV wechsele würde mit Beginn der Zahlung des ALG 1 die AfA die GKV-Beiträge übernehmen.
    Gehe ich aber nach der Variante wie oben vor und beziehe in 2019 kein ALG 1, kann ich dann ohne Problem direkt in die Familienversicherung wechseln ( meine Frau ist in der GKV )?
    Was passiert mit den GKV-Beiträgen, wenn ich die ALG 1 Zahlung, wie beschrieben, für das Jahr 2020 unterbrechen kann?

    Wenn dann in 2020 die Abfindung fließt, sind die Ruhezeiten ja erfüllt und die Abfindung dürfte nicht für die Höhe des GKV-Beitrages Bemessungsgrundlage sein, oder?

    Habe ich eine realistische Chance, mit einer Idee, das Erreichen des 55. Lebensjahres und damit die Verlängerung des ALG1 Bezuges zu erreichen?

    Herzlichen Dank vorab für Ihre Überlegungen und die Tipps der Foristen.

    Carsten

    • Zu den Fragen:
      * Meldefristen: Ja, (fast) richtig. Aber die Fristen (3 Monate, bzw. kurz vorher) gelten immer bezogen auf den ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit. Aber war wahrscheinlich auch so gemeint.
      * Dispojahr macht aufgrund des Alters keinen Sinn, könnte man aber zur Vermeidung einer Sperrzeit in Betracht ziehen.
      * ALG Bezug in 2019: Kann man machen oder auch nicht. Ich sehe da aus Steuersicht keine großen Unterschiede.
      * Wechsel PKV in GKV: Dazu kann ich nicht viel sagen. Siehe auch Kommentar vor ein paar Tagen.
      * Ruhezeiten: Wenn die ordentlichen Kündigungszeiten eingehalten wurden, darf es keine Ruhezeiten und keine Berechnung der Abfindung bei den GKV-Beiträgen geben.
      * Verlängerung ALG1: Sehe ich keine realistische Chance.

      * Hinweis: Bitte bei langen Freistellungen auf die im letzten Jahr erfolgten Änderungen hinsichtlich der Bewertung dieser Zeiten achten!

      Gruß, Der Privatier

  109. Vielen Dank für die Antwort, wie ich das inzwischen sehen ist es in meinem Fall deutlich einfacher mich kurzzeitig anstellen (mit min 20 St/Woche und einem Verdienst unter der Bemessungsgrenze) zu lassen, als den Weg über das Arbeitsamt zu gehen. Habe dafür ja auch ein wenig Zeit, bin aktuell 44 Jahre alt.

    Gruß Max

  110. Lieber Privatier,
    Vielen Dank. Eine bezahlte Freistellung sehe ich max. bei 6-12 Monaten. Ich werde darauf drängen, dass es 1. unter 12 Monate sind und 2. möglichst als widerruflich formuliert wird.
    Damit hoffe ich, etwaige Gefahren bezüglich Berechnung und Zahlung ALG 1 auszuschalten.
    Viele Grüße
    Carsten

  111. Hallo,

    ich bin auf der Suche nach meinem speziellen Problem auf dieses Blogbeitrag gestoßen und fand ihn sehr interessant. Ich möchte also gern meine Situation darstellen und etws dazu fragen.

    Ich bin seit 7 Jahren durchgängig versicherungspflichtig beschäftigt. Nun möchte ich zum 01.08.2017 ein Referendariat als Quereinsteiger beginnen. Dieses dauert 1,5 Jahre. In dieser Zeit bin ich Beamter auf Widerruf, zahle also nicht in die Arbeitsloesversicherung ein. Wenn ich im Anschluss an das Referendariat nicht sofort eine Stelle bekomme, kann ich mich zwar arbeitlos melden, hätte ja aber keinen Anspruch mehr auf ALG 1, richtig?

    Wenn ich meinen jetzigen Job zum 30.06. selbst kündige, wäre ich einen Monat arbeitslos, bekomme aber eine Sperrfrist von 12 Wochen. Das ich kein Geld bekomme ist klar, aber wie wirkt sich die Sperrfrist auf die 4 Jahre aus, die man seinen ALG 1 Anspruch geltend machen kann. Mit anderen Worten: Hätte ich, wenn ich mich für einen Monat arbeitslos melde nach dem Referendariat Anspruch auf ALG 1, obwohl ich eine Sperrfrist bekomme und entsporechend jetzt kein ALG 1 bekomme? Ich würde mich ja zum 31.07. wieder beim Amt abmelden?

    Ich hoffe ich konnte mein Anliegen verständlich schildern.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Paul

    • Hallo Paul,

      die Sperrfrist und die 4-Jahresfrist sind unabhängig voneinander und beeinflussen sich nicht gegenseitig. Eine jetzt verhängte Sperrfrist läuft dann auch nach 12 Wochen ab, egal ob man arbeitslos gemeldet ist oder nicht. Der Restanspruch bleibt für vier Jahre erhalten. Wie hoch dieser Restanspruch ist, hängt u.a. vom Alter bei Antragstellung ab.

      Gruß, Der Privatier

  112. Vielen Dank für diese Antwort! Das bedeutet also, dass die Sperrfrist auslaufen würde, während ich bereits wieder abgemeldet bin, also zum 23.09 (vom 01.07. an gerechnet). Abmelden würde ich mich ja zum 31.07./01.08. Damit hätte ich dann aber zum 01.02.2019 ggf. einen Anspruch auf ALG 1, richtig?

    Viele Grüße
    Paul

    • Ja, richtig. Aber bei der neuen Antragstellung auf jeden Fall darauf hinweisen, dass noch ein alter Anspruch besteht (am besten Bescheid mitnehmen).

      Gruß, Der Privatier

  113. Hallo Privatier,

    auch ich bin auf der Suche nach dem richtigen Prozedere zum Thema ‚Vorzeitiger Ruhestand‘ auf ihre Website gestoßen. Meine Umstände und die damit zusammenhängenden Fragen: ich werde Anfang Juni 2017, 57 jahre alt. Ende Juni möchte ich mein Arbeitsverhältnis aus privaten Gründen kündigen (letzter Arbeitstag dann 30.09.2017). Wenn ich ihren Ablauf mit arbeitssuchend und arbeitslos melden richtig verstanden habe, muß ich mich Ende Juni persönlich arbeitssuchend melden (3 Monate vor Arbeitslosigkeit) und Ende September (Eintritt Arbeitslosigkeit) arbeitslos melden. Ich würde mich dann am 04. Oktober wieder aus der Arbeitslosigkeit abmelden (4 Jahre Leistungsanspruch wären gesichert), mich aus Rücklagen finanzieren, um mich dann im Juli 2018 (ich wäre dann 58 Jahre) wieder arbeitslos zu melden. Ziel ist, wie sie bemerken, mir die Chance auf einen längeren Leistungsanspruch zu sichern, da ich mit meinem Alter bestimmt nicht die besten Vermittlungschancen habe. Sie beschreiben meine Planung in einem ihrer Beiträge übrigens als ‚ Dispositionsjahr‘. Meine Fragen: Habe ich alles richtig verstanden bzw. welche Dinge habe ich zu beachten um keine Nachteile zu haben? Muß ich mich an irgendeinem Punkt gegenüber der Agentur über mein Vorhaben ‚Dispositionsjahr‘ erklären oder sollte ich meine Planung für mich behalten?

    Danke für ihre Hilfe,
    Gruß
    Redbox

    • Hallo Redbox,

      leider wurden da ein paar grundsätzliche Dinge nicht verstanden!
      * Die Methode des An-/Abmeldens und des Dispojahres sind zwei grundsätzlich verschiedene Vorgehensweisen.
      * Ein einmal festgestellter Anspruch wird auch bei Erreichen eines höheren Alters nicht mehr verändert.

      Ich würde dringend empfehlen, die Beiträge (ggfs. auch einige der Kommentare) noch einmal zu lesen. Gerade die Kommentare zum Dispojahr sind inzwischen allerdings recht unübersichtlich geworden und ich habe deshalb begonnen, die wichtigsten Fragen und Antworten in gesonderten Beiträgen zusammen zu fassen. Die Reihe wird noch fortgesetzt…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        danke für die Richtigstellung meiner falschen Annahmen. Tatsächlich habe ich da wohl als Laie mit An- und Abmelden sowie dem Dispojahr zwei Dinge durcheinander gebracht. Nachdem ich diverse Kommentare bei Ihnen gesichtet habe, plane ich folgende Vorgehensweise gemäß ihrem Tipp „Das Dispositionsjahr ist dringend zu empfehlen, für Kandidaten, die dadurch in eine höhere Altersstufe kommen“:
        Kündigung (ohne Abfindung) zum 30.09.2017 (bin dann 57 Jahre alt), jedoch NICHT arbeitssuchend melden zum 30.06.2017, auch NICHT arbeitslos melden zum 02.10.2017. Das eigenfinanzierte Dispositionsjahr startet und ich würde mich (weil ich den Nervenkitzel mit 1 Dispositionsjahr taggenau auch nicht brauche) z.B. zum 01.08.2018 arbeitslos melden. Ich wäre dann seit Anfang Juni 58 Jahre alt und könnte 24 Monate ALG in Anspruch nehmen.
        Die Sperre wegen Eigenkündigung zum 30.09.2017 wäre dann 2018 entfallen oder greift noch? Krankenversicherung zahle ich auf freiwilliger Basis selbst (bei mir ca. 180€), sollte man die Sozialversicherung ebenfalls selbst weiter bezahlen oder aussetzen?
        Letzte Frage: kann man sich über das Dispositionsjahr offen bei der AfA erkundigen oder gibt es Probleme?

        Danke und Gruß
        Redbox

      • So hört sich das schon besser an, dennoch sind ein paar Anmerkungen nötig:

        * Die Sperre wegen Eigenkündigung entfällt nur dann, wenn man im Gegenzug den Nervenkitzel mit der taggenauen Einhaltung des Dispojahre in Kauf nimmt. Sonst nicht.
        * Neben der Krankenkasse (ist Pflicht!) blieben noch Renten- und Arbeitslosenversicherung. Beides ist freiwillig und eher Geschmacksache. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung halte ich selber eher für nicht zu empfehlen. Rentenversicherung hingegen hängt von der persönlichen Situation ab: Werden noch Zeiten benötigt? Erhalt der Berufsunfähigkeitsversicherung? Steuerliche Vorteile? Reduzierung des Abschlages für die vorzeitige Rente? Siehe auch Beitrag über die „Freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rente„.
        * Meine Empfehlung lautet, das Vorhaben eines Dispojahres im Vorfeld mit der Agentur abzustimmen. Siehe dazu auch Beitrag: „Hinweise zum Dispojahr„.

        Gruß, Der Privatier

  114. Mit den Fristen komme ich weiterhin nicht klar.
    Ich (fast 60) habe unfreiwillig im Juni 2013 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben der meine Arbeitszeit auf 18 Wochenstunden reduziert hat und das Auslaufen des Arbeitsverhältnisses am 31.03.2017 vorsah.
    Das liegt also fast 3 Jahre zurück.
    Welche Auswirkungen sollte da das Dispojahr haben?
    Ende März habe ich Antrag auf ALG1 gestellt und war vor ein paar Tagen in der Agentur für Arbeit um die Unterlagen abzugeben, einschließlich einer sehr Umfangreichen Schilderung der damaligen Umstände.
    Der AfA Angestellte bemängelte in der Arbeitsbescheinigung dass der Arbeitgeber mir nicht bescheinigt dass er sowieso gekündigt hätte (die Abteilung ist jetzt aufgelöst). Er wolle beim alten Arbeitgeber nochmal nachfragen. Der neue Personalchef ist jedoch nicht bereit seine Angaben zu ändern.
    Über den Antrag ist imho noch nicht entschieden.
    Kann/soll ich den zurückziehen?
    Ich könnte mir eine Lücke von 1 Jahr im ALG Bezug leisten, die träte ja sowieso auf da ich erst mit 63 Rente beantragen kann.
    Eine Abfindung wurde nicht gezahlt, es gab eine Freistellung von 4 Monaten.
    Ich bin allerdings bis zum Schluss immer noch in meiner Eigenschaft als Betriebsratsmitglied (war ich zum Zeitpunkt der Unterschrift noch nicht) zur Arbeit erschienen.

    • Wenn wir uns noch einmal die drei Hauptmotive für ein Dispojahr vor Augen halten, bleibt hier nur die Vermeidung einer Sperrzeit. Ob es die tatsächlich gibt, ist schwer abzuschätzen. Hängt wohl auch ein wenig mit dem EX-AG und der entsprechenden Aussage zum Hintergrund des Aufhebungsvertrages zusammen. Wird eine Sperre verhängt, so bedeutet dies nur noch 18 Monate ALG1.

      Theoretisch sollte es möglich sein, den laufenden Antrag auf ALG1 und die Arbeitslosmeldung zu stoppen. Ich habe da aber selber keine Erfahrung mit und kann daher nicht sagen, welche Hürden es hier u.U. zu nehmen gibt. Wenn es denn ein Dispojahr sein soll (bitte unbedingt über Vorgehensweise, Vor- und Nachteile informieren!), würde ich dies dann ganz offen mit der Agentur so besprechen und mir das Vorhaben (inkl. der damit entfallenen Sperrzeit) so bestätigen lassen.
      Und das Ganze nach Möglichkeit schnell. Ist der ALG1-Bescheid erst mal da, ist es zu spät.

      Aber ich will natürlich auch niemand drängen! Es kann genau so gut sein, dass aufgrund der Gegebenheiten gar keine Sperre verhängt wird. Dann wäre das ganze Theater umsonst gewesen. Außerdem birgt das Dispojahr gewisse Risiken. Es wäre fatal, jetzt einen ALG1-Antrag zurückzunehmen, um dann in einem Jahr mit ein bisschen Pech den ganzen Anspruch zu verlieren.

      Vielleicht wäre ja ein „nettes“ Gespräch mit der Personalabteilung ganz hilfreich. Die Firma hat ja keinen Nachteil davon, wenn sie eine ohnehin geplante Kündigung wg. Schließung der Abteilung bestätigt.

      Gruß, Der Privatier

    • Ach so, ja – noch was vergessen:

      Wenn mit der Kürzung der Arbeitszeit auf 18 Std. auch eine entsprechende Kürzung des Gehaltes verbunden war, wird sich auch die Höhe des ALG danach ergeben.

      Gruß, Der Privatier

  115. Hallo
    Das mit dem Arbeitgeber versuche ich derzeit noch, allerdings wird der eventuell versuchen mir nachträglich noch eins auszuwischen. Ich habe damals (das war 2013, unterschrieben habe ich erst 2014) nachdem der Druck auf mich zugenommen hat einen Betriebsrat ins Leben gerufen. Leider war ich nicht direkt drin, dann hätte ich wieder Luft gehabt und es wäre gar nicht zur Unterschrift gekommen.
    Andererseits hat dieser Arbeitgeber schon versucht Betriebsratsmitgliedern betriebsbedingt zu kündigen. Da sieht man mit welchem Kaliber man es zu tun hat.
    Ich werde versuchen eine klare Aussage von der Agentur für Arbeit zu bekommen, Termin habe ich angefragt.
    Dort werde ich auch nach der Möglichkeit der Rücknahme fragen, denn einen Bescheid habe ich noch nicht.
    Neben dem Wegfall der Verkürzung des Arbeitslosengeldes würden auch leichte steuerliche Vorteile entstehen weil ich Mieteinnahmen habe.

    Klar geht mein Arbeitslosengeld drastisch runter, an die Absenkung konnte ich mich ja schon mal in den letzten Jahren gewöhnen, nur auf Null soll es bitte nicht gehen.
    Die Reduktion der Arbeitszeit hat zum Glück meiner Gesundheit gut getan und ich hoffe doch sehr dass die mir erhalten bleibt.
    Viel Grüße
    Ulli_K

  116. So, gerade mit jemandem kompetenten von der Agentur für Arbeit gesprochen.
    Das Dispojahr war ihm sehr wohl bekannt, auch die Auswirkungen auf die nicht-Verkürzung der Anspruchsdauer des ALG1. Ich musste hingegen erfahren dass man einen Antrag auf Leistung de facto nicht zurücknehmen kann. Mir wurde am Telefon beschieden dass dem Antrag schon stattgegeben wäre, auch wenn ich noch keinen Bescheid hätte und die Sperrzeit noch nicht feststünde.
    Ich werde dennoch einfach mal versuchenden den Antrag förmlich zurückzuziehen.
    Eine Sperrzeit (nicht verwechseln mit der Kürzung) würde bei mir nicht greifen weil meine Freistellung mindestens drei Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit liegt.

    • Vielleicht dazu noch als kleine Argumentationshilfe:
      Laut §137 SGBIII Abs.2 heisst es: „Bis zur Entscheidung über den Anspruch kann die antragstellende Person bestimmen, dass der Anspruch nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll.“

      Fraglich ist hier natürlich, was genau mit der „Entscheidung über den Anspruch“ gemeint ist? Meiner Meinung nach ist dies der Bescheid der Agentur und solange es den nicht gibt, kann der Antrag zurückgenommen werden.
      Aber das ist jetzt eher meine persönliche Rechtsauffassung und ist nicht gesichert.

      Viel Erfolg und Gruß,
      Der Privatier

      • Ich sehe das auch so wie der Privatier.

        Ich würde den Antrag einfach per Einschreiben/Rückschein zurückziehen.
        Die Entscheidung gilt meiner Meinung nach erst, wenn Sie dem Antragsteller förmlich zu Kenntnis gelangt ist. Ab dann beginnt auch noch eine Widerspruchsfrist von einem Monat, in der man auf die schriftliche Rücknahme verweisen kann.

        Viele Grüße, Hardy

  117. Hallo ihr beiden.
    Habe ich auch gemacht, leider scheinbar etwas zu spät.
    Heute lag der vorläufige Bescheid mit Datum 10.04.2017 im Briefkasten.
    Also die Arschkarte gezogen.
    Die Verschiebung war ja Plan B.
    Jetzt wird Plan A wieder verfolgt, Argumentation mit der AfA.

    Viele Grüße, Ulli

  118. Lieber Privatier,
    ich bin auf der Suche nach aktuellen Informationen über ALG 1 und Abmeldung etc. auf Ihre Seite gekommen und ich muß sagen: Chapeau !!!

    Nun kurz zu meiner Situation: ich bin seit 1.6.2016 arbeitslos, nachdem ich auf Anraten meines Arztes meinen Job aufgegeben habe. Ich habe demnach 24 Monate Anspruch auf ALG 1. Meine Intention war, da ich mit 63 Jahren (also zum 1.5.2021) in Rente mit Abschlägen zu gehen und vorher möglichst unbeschadet durch die Arbeitslosenzeit zu kommen und dann für +/- 3 Jahre mit meinen Rücklagen und meinen Mieteinnahmen die Zeit überbrücken. Zudem habe ich einen Vollzeitarbeitenden und recht gut verdienenden Ehemann.

    Von meinem Anspruch von 24 Monaten habe ich nun 11 Monate „aufgebraucht“, bin von der Arbeitsagentur weitgehendst in Ruhe gelassen worden (3 Einladungen und 2-4 Bewerbungen pro Monat, 1 freiwillige Maßnahme, die ich ablehnen konnte), aber nun ist ihnen wohl eingefallen, daß man mit sog. „Maßnahmen“ vielleicht meine Chancen auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz erhöhen könnte. Daß ich beabsichtige, mit 63 Jahren in Rente zu gehen, habe ich der Arbeitsagentur bisher noch nicht mitgeteilt.

    Nun habe ich die Aussicht, mir mit einem MINI-Job ein paar Euro dazuzuverdienen, das habe ich der Arbeitsagentur mitgeteilt, worauf mir erklärt wurde, daß Maßnahmen mit Praktika Vorrang hätten vor einem MINI-Job – diese Aussage ist wohl richtig, aber nicht in meinem Sinn.

    Nachdem ich nun von der Möglichkeit weiß, die Arbeitslosigkeit zu unterbrechen, würde ich mich gerne demnächst abmelden, gleichgültig ob ich nun den MINI-Job bekomme oder nicht. Da ich sowieso einige Zeit eingeplant hatte, von den Rücklagen zu leben, ist es doch wohl egal, ob dies schon bereits jetzt oder erst im Anschluß an die Arbeitslosigkeit geschieht. Ich gehe schon davon aus, daß der Bestandsschutz hinsichtlich der Höhe des festgestellten ALG1 greift, oder etwa bei einem MINI-Job nicht?

    Ich würde nun der Arbeitsagentur mitteilen (hier in den Kommentaren wurde immer wieder gesagt, mal solle doch mit „offenen Karten“ spielen), daß ich
    a) beabsichtige, mit 63 Jahren mit Abschlägen in Rente zu gehen und
    b) nicht beabsichtige, ALG2 zu beantragen, da ich hier keinen Anspruch habe
    c) beabsichtige, mich für eine Zeitlang bei der Arbeitsagentur abzumelden – Grund: siehe unten.

    Ein weiterer Grund für mein „Ausklinken“ aus der „Zwangsjacke“ Arbeitsagentur wäre die Unterstützung meines 91-jährigen (nicht pflegebedürftigten) Vaters im Alltag, die ich gerne entspannt weiterhin leisten möchte. Bei meiner Mutter hatte ich diese Unterstützung geleistet neben meinem nervenaufreibenden und Mobbing-behaftenden Vollzeit-Job – dieser irgendwann nicht mehr zu bewältigende Spagat hat letztendlich zur Aufgabe meines Jobs geführt.

    Ich weiß, ich muß noch einige Info einholen – Krankenkasse = Familienversicherung? oder freiwillig? Daß ich mit Abschlägen am 1.5.2021 in Rente gehen kann, habe ich nach Rücksprache mit der Rentenversicherung vor meinem Aufhebungsvertrag schon geklärt.

    Ich habe nächste Woche einen Beratungstermin, bei dem ich – wie ich befürchte – zu einer Maßnahme „verdonnert“ werden soll. Da würde ich dann gerne meine weiteren Vorstellungen vorbringen und besprechen und mich in der Sache beraten lassen. Ich nehme an, das macht Sinn.
    Nachdem sich nun meine Prioritäten doch recht verschoben haben (nach ca. 1 Jahr Arbeitslosigkeit und vieler, vieler Gedankenspiele), meine Eingliederungsvereinbarung basiert auf der Suche nach einem sozialversicherungspflichtigen Teilzeit-Job von ca. 25 Stunden.

    Ich hoffe doch, ich liege mit meinen Gedankengängen nicht falsch.

    Gruß Silvia und ein frohes Osterfest

    • Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die Gedankengänge für korrekt und nachvollziehbar halte. Eine Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit kann jederzeit erfolgen. Es reicht im Grunde die Aussage, dass man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen möchte. Das kann und darf Gott sei Dank jeder jederzeit für sich selbst entscheiden. Und muss niemanden darüber Rechenschaft ablegen. Aber die Unterstützung des eigenen Vaters ist sicher ein guter Grund, den man natürlich auch gerne angeben kann.

      Und auch die Entscheidung, ob Sie einen Minijob annehmen möchten oder nicht, liegt ganz bei Ihnen. Das hat die Agentur nicht zu entscheiden. Auch Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt (z.B. Praktikum) kann die Agentur natürlich nur solange anordnen, wie Sie auch Leistungen beziehen. Mit der Abmeldung ist alles vorbei. Rechnen Sie aber damit, dass man sich bei einer erneuten Anmeldung unter Umständen an die alten Vorhaben erinnern wird!

      Neben den schon von Ihnen genannten Punkten (wie KV/PV, RV) fällt mir noch ein Punkt ein, der zu beachten wäre: Die Auswirkung eines Minijobs auf die alten ALG-Ansprüche. Ich würde Sie dazu aber gerne auf einen Kommentar mit einer ähnlichen Fragestellung verweisen (bitte mit allen Antworten lesen).

      Und zum Abschluß noch ein Punkt, der mir aufgefallen ist: Eine Eingliederungsvereinbarung mit der Suche nach einen Teilzeitjob hat in der Regel auch eine Teilzeit-Leistung des ALG zur Folge! Wer dem Arbeitsmarkt nur „teilweise“ zur Verfügung stehen möchte oder kann, hat auch nur einen Anspruch auf eine „teilweise“ Leistung. Dies nur als Hinweis.

      Gruß, Der Privatier

  119. Lieber Privatier,
    zum Jahreswechsel 2016/17 bin ich auf diese Seite aufmerksam geworden. Habe im Dezember zum 31.03 17 gekündigt und suchte nach Informationen zum Procedere bei der Arbeitsagentur.
    Habe sehr gute und viele Hinweise bekommen, nach fast 43 Arbeitsjahren ohne Arbeitslosigkeit ist man mit diesen Behörden nicht sehr vertraut. Vielen Dank für diese tolle Seite! Respekt!
    Nun ist heute der Bescheid zum AL 1 gekommen. Wie vorhersehbar bekomme ich 24 Monate Leistungen ( bin 58 Jahre).
    Der Plan ist, mich sofort wieder abzumelden und erst in zwei Jahren die 24monatige Leistungszeit in Anspruch zu nehmen um dann mit 63 Rente zu beantragen. Im Bewilligungsbescheid ist zum Thema „Erlöschen des Anspruchs “ nichts zu finden.
    Auch hier wird lediglich immer von „4 Jahren “ gesprochen, ohne entsprechenden Paragraphen!
    Nicht das ich den Menschen hier nicht trauen würde, aber bei den anstehenden Summen möchte ich auf der sicheren Seite sein! Also heute Morgen das SGB durchforstet. Hier der meiner Meinung nach richtige Paragraph 161, Absatz 2:
    (2) Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.

    Denke, das ist die Basis, oder?

    Nun noch eine Frage: wie melde ich mich korrekt, also ohne Formfehler ab? Per Email an meinen Berater, über das Internetportal oder die Hotline?..
    Ich würde formlos an meinen Berater eine mail schreiben, das ich dem Arbeitsmarkt mit sofortiger Wirkung nicht mehr zur Verfügung stehe und mich hiermit abmelde!
    Ist das korrekt und ausreichend?

    Danke für einen kurzen Hinweis und schöne Ostern!
    Gruß Dieter

    • Hallo Dieter,

      ich habe schon ein paar mal mich mittels Internet abgemeldet; hier ein Link dazu: https://apollo.arbeitsagentur.de/webcenter/portal/allgemein/Meldungen?_adf.ctrl-state=lpsx5q21r_1&_afrLoop=5360459845883296#!%40%40%3F_afrLoop%3D5360459845883296%26_adf.ctrl-state%3Dlpsx5q21r_5
      Die Abmeldung mittels Internet funktioniert bei mir. Zuerst erhalte ich eine Email die besagt, dass meine Meldung an die zuständige Abteilung weitergeleitet wurde und nach einigen Tagen ist dann ein Bescheid im Briefkasten (Post).

      LG FÜR2012

      • Hallo FÜR2012, hallo Privatier,
        Lieben Dank für die Stellungnahmen.
        Habe mich am 17.4. online abgemeldet und am 21.4. eine schriftliche Bestätigung erhalten.
        Es ist eine Entgeltbescheinigung für den Zeitraum vom 1. bis 16.4. beigefügt, daraus schließe ich, dass ich entgegen meinem in der Abmeldung geäußerten Wunsch nun doch für diese Zeit Leistungen erhalten werde. Ist mir gleich!
        Ein bisschen nachdenklich macht mich der Name des Bescheides. Er heißt: „Aufhebungsbescheid zur Kundennummer….“!
        Ich hoffe, diese „Aufhebung“ bezieht sich nicht auf den Bewilligungsbescheid, sondern auf meine Abmeldung!
        Diese behördlichen Begrifflichkeiten verunsichern mich immer außerordentlich, sorry!
        Ist das, was ich da bekommen habe das normale Dokument nach einer Abmeldung, oder habe ich was falsch gemacht und mein Anspruch ist dahin?..
        Gruß Dieter

        • Hallo Dieter,

          das hört sich aus der Ferne ganz gut an.
          Es bedeutet „die Aufhebung der ALG1-Zahlungen“, da Sie sich ja abgemeldet haben.
          Beim wiederholten Durchlesen des Bescheides wurden mir auch immer neue Details der Berechnung bewußt.
          Weiteres Stöbern im Internet nach allerlei Schlagwörtern aus dem Bescheid führte bei mir auch zu einer breiteren Wissensbasis.

          LG FÜR2012

        • Es besteht kein Grund zur Sorge! Es hat schon alles seine Richtigkeit, denn vorab wurde ja für mehrere Monate eine Leistung bewilligt. Und diese Bewilligung wird nun (nach der Abmeldung) natürlich wieder aufgehoben.

          Insofern bezieht sich die Aufhebung tatsächlich auf den Bewilligungsbescheid. Dennoch bleibt aber der Anspruch bis zu vier Jahre erhalten. Er muss dann natürlich zu gegebener Zeit erneut geltend gemacht werden (per Antrag) und wird dann erneut bewilligt. Also: Keine Sorge…

          Gruß, Der Privatier

    • „Habe im Dezember zum 31.03 17 gekündigt und…nun ist heute der Bescheid zum AL 1 gekommen. Wie vorhersehbar bekomme ich 24 Monate Leistungen ( bin 58 Jahre).“
      Das war aus meiner Sicht überhaupt nicht vorhersehbar! Bei eigener Kündigung hätte ich aber ganz sicher mit einer Sperre und der entsprechenden Reduzierung des Anspruches um 1/4 gerechnet, also Anspruch lediglich 18 Monate. Alles andere wäre schon ziemlich verwunderlich…

      Ansonsten ist der §161 SGB III, Abs.2 genau derjenige, welcher diesen Anspruch für bis zu vier Jahre garantiert. Richtig.

      Für die Abmeldung gibt es meines Wissens nach keine konkrete Vorschrift. Ob man dies nun online, per Mail, Telefon oder persönlich macht, ist dann wohl eher Geschmacksfrage. Ich selber habe nur Erfahrungen mit der persönlichen Abmeldung gemacht, aber wie wir hier ja schon von FÜR2012 gehört haben, scheint die Online-Abmeldung ja gut zu funktionieren.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielleicht haben die Angestellten der Agenturen mittlerweile auch trotz Vorgaben von oben erkannt wie es heute in der Wirklichkeit aussieht. Ich habe es jetzt jedenfalls geschafft darzulegen dass die Abteilung in der ich gearbeitet habe aufgelöst worden ist und dass das auch ohne meine Unterschrift unter den Auflösungsvertrag passiert wäre. Das waren allerdings keine drei oder vier Sätze sondern eine sehr umfangreiche mehrseitige Aufstellung der Ereignisse mit allen Daten. Im Ergebnis eben keine Kürzung. Jetzt kann ich immer noch disponieren.

        Mein ehemaliger Arbeitgeber hat mich mit Ansage NICHT dabei unterstützt obwohl mein Ausscheiden für ihn sehr billig war, ich habe knapp 27 Jahre dort gearbeitet.

  120. Hallo zusammen,
    ich lese hier (und im Buch) fleißig seit vielen Monaten mit. Nach meinem Ausscheiden mit Abfindung im Jan. 17 habe ich ALG beantragt. Der Anspruch wurde genehmigt ab Feb. 17 mit einer 12-wöchigen Sperre. Bewusst habe ich für 5 Tage im April ALG1 bezogen und mich ab Mai 17 bei der Agentur wieder abgemeldet. Denn wenn ich die Informationen im SGB über das ALG (und die Arbeitsanweisungen etc.) alle richtig interpretiere, müssen (!) für mind. 1 Tag Leistungen bezogen werden um den Bestandsschutz zu erhalten.
    Info:
    151.4 Bestandsschutz
    (1) Die Frist beginnt am Tag vor der Entstehung des Anspruchs und läuft kalendermäßig
    ab. Mindestens ein Tag der Frist muss mit tatsächlichem Bezug
    der Leistung (ohne Aufhebung der Bewilligung nach den §§ 45, 48 SGB X)
    belegt sein; im Übrigen kommt es nicht auf die Rechtmäßigkeit des Bezuges
    an.
    (2) Die Entscheidung, ob das Vergleichsbemessungsentgelt (§ 151 Abs. 4)
    maßgebend ist, geht der Verminderung nach § 151 Abs. 5 voraus und bleibt
    für die Dauer des Anspruchs maßgebend.
    Vergleichsbemessungsentgelt ist auch bei mehrfachem Leistungsbezug stets
    das Bemessungsentgelt, das dem Alg-Bezug nach §§ 137, 144 zuletzt zugrunde
    lag. Der Bezug von Arbeitslosenbeihilfe nach § 86a SVG bleibt bei der
    Prüfung nach § 151 Abs. 4 außer Betracht.
    (3) Das Entgelt genießt nur Bestandsschutz, soweit es rechtmäßig der Bewilligung
    zu Grunde gelegt worden wäre.
    (4) Die Bestandsschutzregelung hindert nicht die Anwendung des § 150
    Abs. 3 Nr. 2 (Erweiterung des Bemessungsrahmens auf 2 Jahre). Ggf. ist
    nach dem Günstigkeitsprinzip zu verfahren.

    Gruß Tina

    • Ja, richtig: Man muss mindestens für einen Tag arbeitlos gemeldet sein.

      Von daher ist das Anmelden und sich „gleich“ wieder abmelden nicht so ganz wörtlich zu nehmen. Obwohl es durchaus auch möglich ist, beides mit nur einem Besuch bei der Agentur zu erledigen. Man muss eben nur darauf hinweisen, dass die Abmeldung zu einem spätern Termin gültig werden soll.
      Dabei kann man (und sollte man) das Motiv ruhig erläutern: Feststellen und Sichern des Anspruches.

      Gruß, Der Privatier

  121. Hallo und guten Abend Privatier,
    mein Plan ist, am 17.07.2017 zum 15. August 2017 zu kündigen. Vom 30.08.-20.09.2017 ist ein Urlaub geplant, den ich auch gerne antreten möchte.
    Dass ich eine Sperre (12 Wochen) wegen Eigenkündigung erhalte, ist mir bewusst.
    Welche Vorgehensweise wäre in diesem Fall sinnvoll?
    Wäre die An- und Abmeldung in diesem Fall anzuraten und läuft die Speerzeit während der Abmeldung weiter?
    Oder sollte ich mich erst ab 21.09. bei der Bundesagentur melden? Welche Nachteile ergeben sich hier?
    Vielen Dank für Ihre Ideen.
    Und Grüße von Andrea

    • Vorab: Den zweiten wortgleichen Kommentar beim Beitrag über das Dispojahr habe ich entfernt. Einmal genügt…

      Ansonsten denke ich, dass eine kurzfriste An- und wieder Abmeldung sicher keine schlechte Idee sein könnte, denn einmal läuft die Sperrfrist auch während der Abmeldung und während eines Urlaubes ist es ohnehin besser, nicht arbeitslos gemeldet zu sein.

      Nachteile ergeben sich ganz sicher immer irgendwie…;-)

      Z.B. ist man in der abgemeldeten Zeit weder kranken- noch rentenversichert. Man müsste sich also selber darum kümmern, sprich bezahlen. Das wäre aber bei einer späteren Meldung zum 21.09. nicht viel anders. Von daher sehe ich keine gravierenden Unterschiede.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort und für die Löschung des Doppelpostings.
        Für die Krankenversicherung müsste ja die einmonatige Nachversicherung greifen. Aber wahrscheinlich nicht im Fall von An-und Abmeldung?
        Ich habe noch eine Frage zur Sperrzeit. Wenn ich mich erst zum 21.09 bei der Bundesagentur melde, wann würde in diesem Fall die 12 wöchige Sperrzeit zu laufen beginnen? Bereits mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses? Also ab 16.08.?
        Vielen Dank für die Mühe.
        Beste Grüße

      • Zur einmonatigen Nachversicherung möchte ich nur sagen, dass es da viele Mißverständnisse gibt. So gilt sie z.B. bei freiwillig Versicherten nicht und auch nicht, wenn der Zeiraum länger als einen Monat dauert.

        Aber noch einmal zur Sperre: Die Sperrfrist beginnt immer mit den Ereignis, welches sie begründet. Also hier mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Es ist daher egal, ob man bei der Agentur gemeldet ist oder nicht. Das Ergebnis ist immer dasselbe: In den ersten 12 Wochen erhält man keine Zahlung und der Anspruch verringert sich um 1/4.

        Es gibt allerdings doch noch einen Punkt, der bei einer späten Meldung zu beachten ist! Eine verspätete (Arbeitsuchend-)Meldung wird mit einer weiteren Sperre von einer Woche geahndet. Die käme dann ggfs. hinzu.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo,

          bezüglich der weiteren Woche Sperrfirst…

          Angenommen drei Monate Kündigungsfrist, eigener Kündigung und damit 12 Wochen Sperrfrist:
          Melde ich mich bei Kündigung, drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses, habe ich 12 Wochen Sperrfrist, bin also 12 Wochen lang arbeitslos und bekomme kein Geld. Dann bekomme ich noch 9 Monate ALG.

          Melde ich mich in der gleichen Situation erst 12 Wochen nach Ende des Arbeitsverhältnisses, ist die Sperrfirst für die Kündigung bereit abgelaufen. Geld bekomme ich aber trotzdem nicht sofort, sondern erst eine Woche später? Für zusammen maximal 9 Monate minus einer Woche?

          Melde ich mich in der gleichen Situation erst z.B. 6 Monate nach Ende des Arbeitsverhältnisses bzw 3 Monate nach Ende der Sperrfirst, ist die Sperrfirst für die Kündigung bereit abgelaufen. Geld bekomme ich aber trotzdem nicht sofort, sondern erst eine Woche später? Wieder für zusammen maximal 9 Monate minus einer Woche?
          Das ganze klappt so bis knapp 12 Monate nach Ende des Arbeitsverhältnisses wegen der Rahmenfrist?

          Grüße
          Andi

          • Richtig, Andi – Deine Annahmen sind korrekt. Zumindest ist dies auch meine Auffassung.

            Interessant ist dann der Zeitpunkt exakt 1 Jahr nach Ende des Arbeitsverhältnisses: Das ist dann genau der Punkt für das Dispojahr, in dem Sperr- und Ruhezeiten entfallen. Wartet man noch einen Tag länger, entfällt auch der ALG1-Anspruch. 😉

            Gruß, Der Privatier

  122. Sehr geehrter Herr Ranning
    vielen Dank für die umfassenden Informationen in ihrem Blog! Ich wurde zum 31 Dezember 2015 fristgerecht mit Abfindung gekündigt und bin nun seit 1.1.2016 für 18 Monaten in einer Auffanggesellschaft arbeitssuchend gemeldet. Ab 1.7.2017 wäre ich nun arbeitslos zu diesem Zeitpunkt bin ich 57 Jahre im Dezember würde ich 58 Jahre alt sein .Nach den Informationen aus ihrem Blog sieht mein Plan nun so aus, mich am 1.7.2017 nicht arbeitslos zu melden (Dispotionsjahr?) sondern erst am 2.1.2018 ab 4.1.2018 würde ich gerne das ALG ruhen lassen. Ich werde die Pflege meiner Mutter übernehmen also von der Pflegekasse meine Rentenbeiträge bekommen und mich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Was habe ich zu beachten (Anwartschaftszeit 2 Jahr) um ALG von meinem früheren Arbeitgeber zu bekommen? Wie wird die Zeit in einer Auffanggesellschaft bewertet? Habe ich hier was übersehen oder falsch geplant? Oder gibt es einen besseren Weg?
    Grüße Rosemarie

    • Hallo Rosemarie,

      zur Thematik von Auffang- oder Transfergesellschaften möchte ich mich lieber nicht äussern. Ich habe hier nur ein mäßiges Halbwissen und somit besteht große Gefahr, dass ich etwas Falsches erzähle.

      Es ist sicher schon einmal keine schlechte Idee, mit der Arbeitslosmeldung bis nach dem 58. Geburtstag zu warten. Für weitere Informationen würde ich mich vertrauensvoll an die Agentur für Arbeit wenden.

      Es tut mir leid, wenn ich dazu nicht mehr sagen kann, aber über 90% meiner Tipps und Ideen auf dieser Seite stammen ausschließlich aus eigenen Erfahrungen und mit Auffang- oder Transfergesellschaften habe ich keine. Ich kann nur sagen, dass es dabei recht viele unterschiedliche rechtliche Konstruktionen gibt, die dann eben auch unterschiedliche Auswirkungen haben. Muss also jeweils geprüft werden. Aber: Etwas ändern, richtig oder falsch machen können Sie ohnehin nicht.

      Gruß, Der Privatier

  123. Lieber Herr Ranning,

    tolle Sache, ihr Blog. Ich würde Sie gerne um Ihre Einschätzung meiner Situation bitten, von der Agentur für Arbeit bekomme ich gefühlt von jedem Ansprechpartner eine andere Auskunft.

    Ich habe letzte Woche einen Aufhebungsvertrag bei meinem alten AG unterzeichnet, in dem festgehalten ist, dass das *Arbeits*verhältnis bis zum 30.09.2017 besteht. Da meine Kündigungsfrist sehr kurz gewesen wäre, war die Lösung naheliegend, dass ich in dieser Zeit einfach weiterhin mein Gehalt beziehe.

    Heute habe ich mich bei der Agentur für Arbeit nun arbeitslos gemeldet, aber den Antrag auf ALG I noch nicht gestellt. Stellt mein Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung richtig aus, so habe ich voraussichtlich auch mit keiner Sperrzeit zu rechnen.

    Da das ganze Drumherum um den Aufhebungsvertrag weniger schön war, würde ich gerne eine kleine Auszeit nehmen und mich erst ca. ab August intensiv mit der Jobsuche beschäftigen.

    Wie sieht das denn aus, wenn ich nun ALG I beantrage, den Bescheid abwarte und mich dann abmelde, müsste ich dies doch (wenn keine Sperrfristen eintreten) im Oktober theoretisch problemlos wieder anmelden können, ohne Ansprüche zu verlieren. Was meinen Sie dazu?

    • Oh, ich vergaß einen wichtigen Punkt: Ich musste mich arbeitslos und nicht arbeitssuchend melden, da ich mit Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages unwiderruflich freigestellt worden bin, entsprechend konnte ich mich leider nicht „einfach so“ erst später arbeitslos melden.

    • Ja, Sie können sich jederzeit aus der Arbeitslosigkeit abmelden und zu einem späteren Zeitpunkt erneut wieder anmelden. Der einmal festgestellte Anspruch bleibt dabei bis zu vier Jahren erhalten. Natürlich immer nur der noch nicht verbrauchte Rest.

      Ist der Zeitraum bis zu einer erneuten Arbeitslosmeldung relativ kurz (die Grenze liegt glaube ich bei 4 oder 6 Wochen), dann ist nicht einmal ein neuer ALG-Antrag erforderlich. Bei längeren Pausen dann doch.

      Gruß, Der Privatier

  124. Lieber Herr Ranning,

    Meien Situation ist wie folgt: ich habr vor 3 1/2 einen Aufhebungsvertrag erhalten und habe vor kurzen erfahren, dass mein Anspruch auf ALG1 zum November abläuft. Ich bin momentan unglücklich bei der Arbeit ubd möchte dementsprechend kündigen. D.h. ich würde eine sperre von 12 Wochen bekommen. Nun ist die Frage, wenn ich zum Oktober die Sperre ‚abgesessen‘ habe…würde ich nur den November ALG1 kriegen? Was glauben sie?

  125. Wann soll das Arbeitsverhältnis laut Aufhebungsvertrag beendet werden? Zum 31.07.2017?
    Bei 4 Monaten Anspruchsdauer (August bis November einschließlich) gehe ich von einem Arbeitsbeginn am 01.11.2016 aus, Auflösungsvertrag am 01.03.2016.
    Warum hat der Arbeitgeber da nicht einfach ohne Angabe von Gründen in der Probezeit gekündigt?
    Oder war der da einfach nett?
    Normalerweise sage ich dass wenn der Arbeitgeber sowieso schon zu einem Aufhebungsvertrag genötigt hat es ganz legitim ist sich bei psychischer Belastung nicht nur krank zu fühlen sondern auch ganz offiziell krank zu sein, nur sieht das hier alles etwas anders aus.
    Wie alt bist du?
    Eigenkündigung ist immer blöd.
    Zusammen mit Sperre geht immer eine Verkürzung des Anspruchs um mindestens 25% oder um die Dauer der Sperre einher, je nachdem was größer ist. Hieße hier dass der Anspruch fast komplett entfällt.

  126. Hallo wieder einmal,

    ich habe schon sehr viel Hilfe in diesem genialen Forum/Blog erhalten und habe mich vom ALG1 wie hier beschrieben abgemeldet. Anspruch ist festgestellt, alles wie geplant. Allerdings nehme ich eineinhalb Jahre nach Feststellung des Anspruchs wieder eine Tätigkeit mit Bezahlung oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze auf.

    Ich weiß bereits, das wird recht kompliziert. Wie vermischt sich denn der neue Anspruch durch Zahlung neuer Beiträge mit dem alten Anspruch innerhalb der vier Jahre?

    Zusatzfrage: Wenn z. B. das neue Arbeitsverhältnis aufgelöst wird und Fristen (in beiderseitigem Einvernehmen) nicht beachtet werden, wie greift dann ggf. der bestehende alte Anspruch? Oder greift dann eine Sperre, aber der festgestellte alte Anspruch bleibt von der Laufzeit her bestehen?

    Ist sicherlich komplex, aber vielleicht gibt es ja so etwas wie einen roten Faden. Das Ganze ist übrigens im Zuge einer Abfindung so entstanden, die Details finden sich hier in einer anderen Rubrik…

    Danke vorab!

    • Ich versuche einmal, eine Idee zu entwickeln, wie das meiner Meinung nach geregelt wird:

      Ich denke, dass hier der §147 SGB III, Abs.4 entscheidend ist. Dort heisst es:

      „Die Dauer des Anspruchs verlängert sich um die Restdauer des wegen Entstehung eines neuen Anspruchs erloschenen Anspruchs, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind; sie verlängert sich längstens bis zu der dem Lebensalter der oder des Arbeitslosen zugeordneten Höchstdauer.“

      Oder – um es einmal mit meinen Worten zu sagen: Es wird zunächst der neue Anspruch festgestellt, auf Basis der Beschäftigungsdauer und des Alters.
      Ein noch verbliebener Rest eines alten Anspruches wird hinzu addiert. Die Summe kann aber maximal so hoch werden, wie dies vom Lebensalter her normalerweise möglich ist.
      Ich hoffe, dass ist soweit verständlich…

      Zu der Zusatzfrage kenne ich zwar keine spezielle Regelung, aber dürfte analog zur ersten Frage beantwortet werden: Neuer Anspruch inkl. Sperre, zzgl. Rest des alten Anspruches.

      Gruß, Der Privatier

  127. Bedeuten die 4 Jahre Anspruch auf Arbeitslosengeld, dass man die Arbeitslosmeldung bis Ende dieser Frist machen muss und dann das Arbeitslosengeld auch darueber hinaus erhaelt, oder wird es nur bis Ende der 4 Jahre gezahlt?

    • Es reicht, wenn man vor Ablauf der vier Jahre sich erneut arbeitslos meldet. Das Aufbrauchen des Anspruches kann dann ruhig über die 4-Jahres Grenze hinaus gehen.

      Gruß, Der Privatier

  128. Hallo Privatier

    ich finde den Blog sehr gelungen und ich gehe gerade diesen Weg.
    Zu den 4 Jahren Anspruch:
    Wird ein neuer Anspruch festgestellt wenn man kein Arbeitsverhältnis in der Pause nachweist?
    Und führt das dann dennoch zu der Verlängerung?
    Also einfach gefragt.
    Ich bin Arbeitslos, mein Anspruch wurde für 540 Tage festgestellt. Ich will mich im November abmelden für 2 Jahre ohne Beschäftigungverhälnis. Dann wieder für 1 Jahr anmelden.
    So sollte es werden. Passt das?

    VG

    • Also, den zweiten Teil der Frage kann ich ganz einfach mit „ja“ beantworten. Das wird so funktionieren (lt. heutiger Rechtslage).

      Der erste Teil der Frage ist für mich etwas unklar oder vielleicht auch nur „ungeschickt“ ausgedrückt. Denn es wird bei einer neuen Arbeitslosmeldung kein neuer Anspruch festgestellt, sondern der bestehende, alte Restanspruch kann aufgebraucht werden.
      Und „Verlängerung“?? Da wird nichts verlängert. Der einmal festgestellte Anspruch hat bis zu vier Jahren Gültigkeit. Innerhalb dieser Zeit kann der jeweils noch verbleibende Rest nach Belieben aufgebraucht werden.

      Und zwar gerade dann (und ohne Zweifel), wenn in der Zwischenzeit KEINE Beschäftigung stattgefunden hat. Findet hingegen zwischendurch eine Beschäftigung statt, ist die Frage immer etwas schwieriger.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Danke für die schnelle Antwort.

        Dieser Blog hat mir geholfen, auch die moralische Frage für mich zu beantworten. Danke an alle die hier ihre Erfahrungen berichten oder kommentieren.

        VG Holger

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