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Kap. 9.3.3: Die Rürup-Strategie — 30 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    nur zur Information, falls jemand an dieser Stelle einsteigt.
    Das Dispositionsjahr macht so gesehen keinen wirtschaftlichen Sinn mehr.
    Ausser >>>>> man wird in diesem Jahr 58. Diejenigen sollten unbedingt das Kapitel Dispositionsjahr lesen. Bei mir war es so und hat exakt so funktioniert.

    An dieser Stelle mal ein Kompliment an Privatier für diese einzigartige Zusammenstellung. Mann – die hätte mir viel Arbeit erspart … damals …..

    • Also, ich finde, das Dispojahr macht schon Sinn. Ganz besonders und an erster Stelle natürlich (wie Du schon gesagt hast) für die, die innerhalb des Dispojahres 58 Jahre alt werden. Aber auch für alle, die trotz aller Vorteile nicht in eine Rürup-Versicherung einzahlen wollen.

      Und „Danke“ für das Kompliment. Ich nehme es gerne an und stimme Dir auch noch zu: JA – das hätte auch mir eine Menge Arbeit erspart, wenn es eine Seite wie diese schon vorher gegeben hätte. Ich hoffe, es können einige davon profitieren.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo zusammen,
      zunächst vielen Dank und meinen repekt für die gesamten Darstellungen.
      Bin in exakt derselben Situation, was ich bisher gelesen habe deckst sich auch mit meinen Recherchen und Berechnungen.
      Das Dispositionsjahr leuchtet mir in bezug auf das Lebensalter allerdings nicht ganz ein, wenn ich z.B. im Mai 58 werde kann ich doch im Juni ALG (mit Anspruc 24 Monate) beantragen, oder?
      Sperr-und/oder Ruhezeiten lasse ich dabei natürlich aussen vor.
      Gruß Axel

      • Selbstverständlich kann man. sobald man 58 Jahre alt ist, ALG1 mit 24 Monate Anspruch beantragen. Keine Frage.
        Aber bei manch einem dauert es eben noch ein bisschen, zwischen dem Ende der Arbeit und dem 58. Geburtstag. Und da ist so ein Dispojahr schon eine gute Lösung. Wer schon 58 ist, braucht natürlich nicht so lange zu warten.

        Und mit der oben geschilderten Rürup-Strategie braucht man sich auch um die Steuern (wg. des ALG( keine Gedanken zu machen.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Axel,

          kleine Anmerkung von mir zu Dispositionsjahr und Bezug von ALG 1 mit/ab 58 Jahren.
          24 Monate ist die max. Bezugsdauer von ALG 1 bei Erfüllung der Regelanwartschaft mit/ab 58 Jahren.

          Allerdings wird bei Vorliegen eines Auflösungsvertrag bzw. freiwilliger Aufgabe des Beschäftigungsverhältnisses eine Sperrzeit von der Arbeitsagentur verhängt.
          Bei Verhängung einer Sperrzeit vermindert sich dann leider auch die Anspruchsdauer für ALG 1 um ein Viertel d.h. Bezug von ALG 1 statt 24 Monate nur nur noch 18 Monate!

          Diese Sperrzeit und die Kürzung der ALG 1 Bezugsdauer kann aber auch durch das Dispositionsjahr umgangen werden.
          D.h. erfolgt die Arbeitslosmeldung 12 Monate nach Aufgabe des Beschäftigungsverhältnisses (= Dispositionsjahr), dann wird keine Sperrzeit verhängt und auch die Bezugsdauer von ALG 1 nicht gekürzt.
          Ich nutze ab 01.01.2015 dieses mögliche Dispositionsjahr und wie von dem Privatier und anderen Experten empfohlen und ausgeführt, werde ich mich erst ab 01.01.2016 arbeitslos melden und dann eben Anspruch auf 24 Monate ALG 1 haben.

          Fazit und großer Vorteil aus meiner Sicht: Das Dispositionsjahr ermöglicht in diesem Falle 6 Monate länger den Bezug von ALG 1.

          Gruß, Paula

          • Hallo Paula,

            vielen Dank für die Anmerkung.Ja das mit der 6-monatigen (Viertel) Sperrzeit stimmt wohl tatsächlich, ich bin mir aber nicht so sicher, ob das mit der erwähnten Strategie klappt.
            Wenn man zum 31.12.2014 (wie ich auch) ausgeschieden ist und am 2.1.2016
            sich arbeitslos meldet – erfüllt man dann die Grundvoraussetzung, in den letzten 24 Monaten 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen zu sein, überhaupt noch, oder ist der Anspruch dann ganz weg.
            Das wäre mir zu riskant.

            Gruß Axel

          • Noch eine Ergänzung: Eine Sperre wirkt immer doppelt!
            Einerseits gibt es keine Zahlungen ab dem Zeitpunkt des Auslösers für die Sperre. Andererseits wird der Anspruch verkürzt. Hat man eigentlich einen Anspruch auf 24 Monate, so bedeutet dies, dass die ersten 3 Monate keine Zahlung erfolgt und zusätzlich der Anspruch um weitere 3 Monate gekürzt wird. Zahlung also bereits ab dem 4. Monat, insgesamt dann für 18 Monate. Bei Jüngeren (Anspruch 12 Monate) decken sich die beiden Effekte und es fällt nicht auf: Die ersten 3 Monate sind bereits die gekürzten. Auch hier Zahlung ab dem 4.Monat, dann für insgesamt noch 9 Monate.
            Die Bedenken zum Dispojahr habe ich genau so gehabt, deshalb habe ich mich auch für das An- und Abmelden entschieden. Allerdings habe ich inzwischen gelernt, dass man sich relativ entspannt schon Mitte Dezember für den 1.Jan. arbeitslos melden kann. Nur krank werden darf man nicht!!

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo Axel,

            die Arbeitslosmeldung muss exakt ab 01.01.2016 fixiert werden (der 02.01.2016 wäre natürlich zu spät).
            Da der 01.01. immer ein Feiertag ist, hat die Arbeitsagentur da geschlossen.
            Diese Arbeitslosmeldung kann allerdings ja bereits in der letzten oder vorletzten Dez.-Woche 2015 zum Termin 01.01.2016 erfolgen.
            Ich werde mich (wie von der Arbeitsagentur gewünscht) im Sept. 2015 arbeitssuchend und dann Ende 2015 als arbeitslos ab 01.01.2016 melden.
            Was ist da riskant?

            Gruß Paula

          • Hallo Paula,

            so einfach soll das gehen? Das zu glauben fällt mir eher schwer.
            Im September oder auch im Dezember (ist ja egal)2015 melden und sagen, das soll aber erst zum 1.1.2016 gelten, d.h. mit anderen Worten:
            man könnte beim Amt auch sagen, bitte für den ALG-Anspruch die Abfindung einfach nicht berücksichtigen, oder welchen Denkfehler mache ich da?

            Viele Grüße Axel

      • Hallo Axel,

        ich denke, Mr. Excel und der Privatier haben zwischenzeitlich in Kap. 9.3.2 „Das Dispositionsjahr“ nochmals sehr detailliert die mögliche Verkürzung der ALG1-Ansapruchsdauer durch geschicktes Timing des Dispostionsjahres erläutert.
        Ich praktiziere aktuell exakt diese Strategie d.h. 2015 = Dispositionsjahr, Meldung als arbeitssuchend im Sept. 2015 und arbeitslos ab 01.01.2016 mit dann möglichen 24 Mon. ALG 1.
        Die Höhe der erhaltenen Abfindung ist hier überhaupt nicht relevant.

        Gruß, Paula

        • Hallo Paula,

          naja, komme inzwischen doch ins Grübeln. Erstmal macht man mit dieser Strategie nichts falsch. Bleibt nur das Restrisiko im Januar 2016 ernsthaft erkrankt zu sein und dem AA nicht zur Verfügung stehen zu können.

          Gruß, Axel

  2. Hallo Privatier,

    aus meiner Sicht ist Rürup wg. schlechter Verzinsung und hohen Provisionen bzw. Verwaltungsgebühren überhaupt nicht zu empfehlen.
    Weiterhin muss die Rürup-Rente bei Auszahlung versteuert werden und ist im Todesfall dann auch verloren.

    Aus Sicht eines erzielbaren negativen Basis-Einkommens, wird die Geschichte natürlich wieder etwas interessanter.
    Verrechnet werden könnten im Jahr der Abfindungszahlung dann wohl direkt Einnahmen von 32K (-> 80% der Rürup-Einzahlung von max. 40K) wie z.B.:
    – das Arbeitslosengeld (Dispositionsjahr ist dann nicht erforderlich)
    – das Einkommen des Ehepartners und/oder ein steuerlicher Gewinn aus einer PV-Anlage usw.

    Bei einer Abfindungszahlung von z.B. 200K und 20K zusätzlich zu versteuernden Einnahmen müsste ich demnach „nur“ 188K (200 + 20 – 32 = 188) mit 5-tel Regelung versteuern?
    Klingt nicht schlecht. Bliebe dann noch die zu schluckende Kröte der Rürup-Gebühren bzw. der hohen Vermittlungsprovisionen von 4-6%.

    Danke für die Info, jetzt muss ich wohl doch Rürup-Angebote einholen und nochmals anfangen zu rechnen (Abfindungszahlung im Jan. 2015).

    • Hallo Paula,

      Zur Kritik an der Rürup-Versicherung würde ich gerne auf meinen Beitrag „Gedanken zu Rentenversicherungen“ verweisen.

      Ich selber habe die Rürup-Versicherung aus zwei Gründen abgeschlossen:

      a) Steuervorteil im Zusammenhang mit der Abfindung.
      Übrigens: Je kleiner die Abfindung, desto mehr wirkt die Rürup-Versicherung! Kann ich z.B. von 110T€ Abfindung 30T€ für Rürup abziehen, lande ich mit 5tel-Regel (80/5=16) beim steuerfreien Einkommen für Verheiratete. Erhalte ich aber die doppelte Abfindung von 220T€, wirkt der Abzug von 30T€ nicht mehr so richtig.

      b) Erhöhung des Einkommen aus Rentenversicherungen und damit erhöhte Absicherung des Langlebigkeitsrisikos.
      Durch das vorzeitige Ausscheiden aus dem Beruf UND dem geplanten vorzeitigen gesetzlichen Rentenbeginn ist die zu erwartende gesetzl. Rente ja deutlich gemindert. Da kann eine Ergänzung aus einer zweiten Quelle nicht schaden.

      Den Effekt im Zusammenhang mit dem Arbeitslosengeld habe ich erst im Nachhinein erfahren und war bei mir daher kein Motiv. Aber hier möchte ich auch noch einmal deutlich warnen:

      Dieser Effekt tritt nur ein, wenn keine anderen Einkünfte erzielt werden!
      Auch die Einkünfte des Ehepartners machen die Rechnung u.U. zunichte!

      Wichtig ist immer die Reihenfolge der Berechnungsschritte zu beachten. Und da wird eben zuerst die Summe aller Einkünfte berechnet. Und ich denke, da gehören auch die Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb dazu (bin mir allerdings nicht ganz sicher).

      Insofern ist die Beispiel-Rechnung für eine Abfindung von 200T€+20T€ sonstige Einkünfte korrekt, was die Steuer angeht.
      Aber beim ALG ist Vorsicht geboten. Es entsteht zwar ein negatives Basiseinkommen (20T€-32T€), aber das ALG wirkt eben nur solange neutral, bis dieses negative Basiseinkommen ausgeglichen ist.
      Im Beispiel und bei einem angenommenen ALG-Satz von 2T€/Monat eben nur noch für 1/2 Jahr. Danach wird es wieder steuerrelevant!

      Vorsicht ist also geboten…

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo Privatier!
    Vielen Dank für Deine hilfreichen Informationen! Habe im Januar 2016 eine Abfindung erhalten und eine relativ hohe Auszahlung dank 5tel Regelung. Bisher dachte ich auch an Rürup (habe bereits 2 Verträge, z.Z. ohne Einzahlung), um am Jahresende nicht auf Grund von ALG1-Bezug nachzahlen zu müssen. Habe jetzt aber erfahren, dass die „Rendite“ der staatlichen Rente regelmäßig besser wäre, als Rürup. Vom steuerlichen Aspekt ist es identisch. Hast Du Erfahrungen ob man einfach statt in Rürup in sein Rentenkonto einzahlen kann bzw. sollte?

    • Es mag sein, dass die staatliche Rente eine bessere Rendite bringt. Ich fühle mich kaum in der Lage, das vernünftig auszurechnen.
      Ich würde allerdings AUF KEINEN FALL einfach so einzahlen! Das habe ich zwar noch 2013 für meine Frau erfolgreich so gemacht, habe dann aber für das Folgejahr einen „Antrag“ bekommen, den wir ausfüllen sollten. Ich kann mich noch an eine äußerst mühselige Prozedur erinnern mit einigen Telefonaten mit Berlin inkl. anschließendem Einspruch, bis die restlichen Zahlungen dann endgültig richtig verbucht waren.

      So ganz habe ich die Prozedur auch nicht verstanden. Man muss wohl inzwischen einen Grund haben, warum man einzahlen möchte: z.B. Auffüllen von Lücken oder Ausgleich des Rentenabschlages bei vorzeitiger Inanspruchnahme der Rente.
      Natürlich gibt es Minimal- und Maximal-Beträge. Daran könnte das Vorhaben z.B. schon scheitern. Denn aktuell liegt der Höchstbetrag für freiwillig Versicherte bei ca. 1.160€/Monat oder ca. 14.000€ für das Jahr. Mit Rürup käme man da deutlich höher!

      Aber ich habe die Regeln auch nicht 100% verstanden. Von daher: Unbedingt vorher eine Rentenberatung aufsuchen! Das Vorhaben erläutern und dann evtl. gleich in die Wege leiten lassen.

      Viel Erfolg und
      Gruß, Der Privatier

    • An Gerald , einfach mal Kap. 6.7 , 6.8 , 6.10 lesen incl. Kommentaren , und mit eigener Sichtweise abgleichen. Für eine Rendite , wäre auch der Bezug ( Dauer ) und der mögliche Anfang der Auszahlung ( Verrentung ) evt. noch zu überlegen . Dieses dann mal im Vergleich GRV und Rürup setzen , Ergebnis dann dementsprechend umsetzen . GRV kann , muss aber nicht, die bessere Wahl sein.
      LG Det

  4. Hallo Privatier und Mr. Excel. Während ich die Ausführungen zum Dispojahr hochinteressiert gelesen habe, kommen mir zum Thema Rürup Strategie doch Zweifel. Zunächst einmal setzt der Ansatz des negativen Basiseinkommens voraus, daß der Abfindung keine Einkommensbezugsdauer vorausging. Was passiert bei Beschäftigungsende Mitte des Jahres und Zahlung der Abfindung noch im selben Jahr ? Sind sind die ca. 30 Tsd EUR Altersvorsorgeaufwendungen schon ggf. bereits gut durch Einkommensabgaben belegt. Da werden schnell aus 30 Tsd mal eben 15 Tsd EUR. Und die dann als Einmalzahlung in Basisrente ? Da kommen dann bei Ruhezeit 5 Jahre etwa 50 EUR Basis-Rürup -Leistung raus. Wenn überhaupt. Und wohlgemerkt es handelt sich um eine Leibrente. Also nix mit Kapitalmitnahme. Ansonsten sind die hier gemachten Angaben ….genial . Ich hätte noch eine Tonne Ergänzungen zu machen, mit denen ich mich gerade beschäftige. Fälligwerden von Direktversicherungen im Abfindungsjahr zum Beispiel.

    • Die Bedenken und Einwände sind völlig gerechtfertigt. Insofern entfalten einzelne Optimierungen ihre volle Kraft auch nur im Zusammenspiel mit anderen, wohlmöglich vorrangigen.
      Und die Verschiebung einer Abfindung in das Folgejahr halte ich schon für einen der wichtigsten Maßnahmen. Das soll nicht heißen, dass es in allen anderen Fällen „nichts mehr zu holen“ gäbe, aber es ist eben weniger effektiv. Oder vielleicht sogar sinnlos. Völlig richtiger Einwand.

      Gruß, Der Privatier

  5. Ach ja nochwas. Oben lese ich die Frage gesetzliche RV Nachzahlung oder Rürup. Dran denken die gesetzliche wird KV/PV verbeitragt, der Rürup nicht. Macht ca 18% Unterschied.

      • Meines Wissens gilt dies nur für freiwillig GKV-Versicherte,
        nicht für GKV-pflichtversicherte Rentner …

      • Hallo Privatier,

        wenn Sie keinen Antrag zur Aufnahme in die „Krankenversicherung der Rentner“ (KVdR) gestellt haben, dann sollten Sie das m.M.n. umgehend nachholen.
        Erlangen Sie den Status „pflichtversichert in der KVdR“, dann sollten Ihre Rürup-Renteneinkünfte KV- und PV-frei sein!

        Sollte aus dem SGB V, §5 Abs.1 Nr.11 ersichtlich sein.

        LG FÜR2012

        • Ja, Danke für den Hinweis. Werde ich ganz sicher machen, sobald es soweit ist. Denn in die KVdR wird man nur aufgenommen, wenn man die gesetzliche Rente bezieht (bzw. beantragt hat). Soweit ist es bei mir aber noch nicht.

          Ich beziehe derzeit nur meine Rürup-Rente und eine (Riester-geförderte) betriebliche Altersvorsorge. Beide berechtigen aber nicht zum Beitritt in die KVdR. Sondern nur zur Beitragszahlung an die Krankenkasse. 😉

          Gruß, Der Privatier

  6. hhm…also ich werde zu Rürup und Riester mal nachschauen und hier berichten….bevor ich was Falsches behaupte.

    Achtung Begrifflichkeiten : Es gibt Gesetzlich Versicherte die unterhalb der Bemessungsgrenze lagen und ab Rente das Merkmal Pflichtversichert tragen. Dann gibt es die – so wie mich – die ihr Leben lang freiwillig in der GKV Mitgleid waren. Ich falle dadurch ebenfalls in den Status (Freiwillig) Pflichtversichert . Dann gibt es die (so wie der Pensionär vermutlich), die aufgrund ihres vorzeitigen Arbeitsendes in einem der Tarife für sogenannte echte Freiwillig Versicherte gelandet sind. Für diese Gruppe gilt SGB 5 § 229 : Alle sog. Versorgungsbezüge werden für die Beitragsbemessung herangezogen. Diese Ungerechtigkeit ist Nahles und Co übrigens bewusst. Aktuell möchte man auf die Zusatzeinnahmen aus den Beiträgen der Versorgunsbezüge in Höhe von 5,3 Mrd nicht gern verzichten. Melde mich wieder zu Rürup / Riester.

    • Die Ausgangsfrage war ja, ob die Rürup-Rente mit KV/PV-Beiträgen belastet wird.
      Und ebenso wenig wie die pauschale Antwort „Nein, keine KV/PV-Beiträge“ falsch ist, ist auch die pauschale Antwort „Ja“ nicht korrekt.

      Denn natürlich hängt es vom persönlichen Status ab:
      * Als Privatier bin ich freiwillig KV-Versichert und zahle auf alle Einkünfte.
      * Als Rentner muss man zunächst unterscheiden, ob dieser pflichtversichert oder freiwillig versichert ist. Dazu habe ich übrigens schon einmal einen etwas ausführlicheren Beitrag „Rente und Krankenkasse“ geschrieben.

      Gruß, Der Privatier

  7. So , ich glaube ich kann liefern.
    Zunächst mal muss man unterscheiden zischen den in der GKV freiwillig oder pflichtversicherten Arbeitnehmern, und den freiwillig versicherten Nichtarbeitnehmern.
    Achtung : auch ein dauerhaft während der AN-Zeit freiwillig in der GKV-Versicherter mutiert in der Regel zu einem Pflichtversicherten.

    Ich unterstelle nun Privatier ist letzterer. Sagen wir Du wurdest in 2014 aus dem AN-Leben entfernt und bist in 2017 ein sog. Bezieher weiteren Einkommens. Noch kein Rentenantrag gestellt oder GR-Rentenbezieher . Dann werden in der GKV 14+1% allgemeiner Beitragssatz fällig, und zwar mindestens auf 991,67 EUR , maximal auf 4.350 EUR (Bemessungsgrenze). Aufaddiert werden alle Bezüge. Zinsen, Mieten, Rürup. Rürup deswegen, weil Du ja keine gesetzliche Rente beziehst. Da wird dann Rürup zu einem beitragspflichtigem Versorgungsbezug. Pro 100 EUR Rürup Rente sollten also 15 EUR KV + 2,55 EUR PV abfliessen. Entscheidend ist : es wird der volle Beitrag berechnet.

    Riester : die Auszahlung von Riester ist an die Auszahlung der Ges.Rente gekoppelt. Sie ist KV/PF frei, wenn der Antragsteller in der sog. Vorversicherungszeit -das was vor Rentenantrag passiert ist – pflichtversichert war. Hier spielt wohl eine Rolle , wie lang die Privatierszeit war.
    Rürup : Sie ist KV/PF frei, wenn der Antragsteller in der sog. Vorversicherungszeit -das was vor Rentenantrag passiert ist – pflichtversichert war. Hier spielt wohl eine Rolle , wie lang die Privatierszeit war.

    Fazit : Jürgen hat Recht, der Privatier aber auch. Privatier zahlt Rürup, weil bei ihm Rürup ein Versorgungsbezug ist und er noch nicht Renter aber nicht mehr Arbeitnehmer ist. Jürgen ist Rentenbezieher einer gesetzlichen Rente bez. Rürup und Riester sozialabgabenfrei auf diese beiden Geldquellen.

    Zu klären wäre noch of die Rürup-Rente des Privatiers ab dem Zeitpunkt des Bezuges der Ges. Rente zurückmutiert in beitragsfrei. Und noch eine Kuriosität für den Privatier.
    Wenn Du den Rentenantrag in Bälde stellst, bist Du womöglich aufgrund Deiner Privatiers-Karriere als freiwillig versichert eingestuft, also anders wie derjenige der normal vom AN-Lebne in die Rente gleitet. Du bekommst dann den hälftigen KV-Beitrag von der KVdR NUR AUF ANTRAG, während ihn der Vom-Arb.nehmer-in-die-Rente Gleiter automatisch erhält.

    Einen anderen Topf will ich gleich mit abhandeln . Leistungen aus Direktversicherungen werden mit vollem Betrag verbeitragt, und zwar bei Kapitalleistung über 10 Jahre (Kapitalleistung /10 , davon der Jahresbeitrag, daraus 1/12 pro Monat).

    Ansonsten bin ich froh, dieses Forum gefunden zu haben, Privatier vielen Dank.

    • Der erste Teil Deiner Ausführungen entspricht (soweit ich sehen konnte) im Wesentlichen den hier an anderen Stellen bereits diskutierten Sachverhalten. Nicht so ganz verstanden habe ich die Aussagen zur Vorversicherungszeit. Das ist glaube ich nicht so ganz korrekt.

      Aber egal – was mir viel wichtiger ist, ist die Aussage:
      „Wenn Du den Rentenantrag in Bälde stellst, bist Du womöglich aufgrund Deiner Privatiers-Karriere als freiwillig versichert eingestuft…“

      Das kann ich ja nun gar nicht nachvollziehen! Ich verweise hier noch einmal auf meinen Beitrag „Rente und Krankenkasse„, denn für die Entscheidung, ob „Pflicht“ oder „Freiwillig“ zählt einzig und allein die 9/10-Regel für die zweite Hälfte der Lebenserwerbstätigkeitszeit. Sonst nichts.

      Also, da bin ich mir ganz sicher: Ich werde Pflichtversichertes KVdR-Mitglied, welches KEINE Beiträge auf die Kapitalerträge zahlt! Alles andere ist mir egal.

      Gruß, Der Privatier

  8. Mit Vorversicherungszeit meinte ich exakt die Basisdaten zur 9/10 Regel die Du ansprichst. Wenn diese Regel für Dich positiv greift, bist Du natürlich gesetzlich Versicherter und hast Anspruch auf den hälftigen KV-Unterstützungsbeitrag zur KV zur gesetzlichen Rente. Dies hing halt von Deiner Arbeits – und Privatierskarriere ab.
    Frage dazu : konntest Du ermitteln, wie dann – wenn Du die ges Rente beziehst – die Rürup und Riester bei Dir ab dann behandelt werden. Unverändert verbeitragt oder werden die dann neu behandelt. Letzte Woche las ich übrignes , daß die Riester gefördete betriebliche Altersversorgung dem privaten Riester kv technisch gleichgestellt warden soll. Wird im neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz mit behandelt.

    • „Wenn diese Regel für Dich positiv greift, bist Du natürlich gesetzlich Versicherter…“
      Nein – dann bin ich in erster Linie pflichtversichert im Gegensatz zum freiwillig Versicherten. Beide sind jedoch weiterhin gesetzlich versichert.

      „Dies hing halt von Deiner Arbeits – und Privatierskarriere ab.“
      Nein – in erster Linie hängt das von meiner Krankenkassen-Karriere ab (gesetzl. oder privat). Ob und wieviel ich in der Zeit angestellt, selbständig oder bereits Privatier war, spielt keine Rolle.

      Aber noch einmal zurück zur Frage der Krankenkassen-Beiträge eines Rentners bzgl. Riester- und Rürup:
      * Der Pflichtversicherte Rentner zahlt keine KV/PV-Beiträge auf seine Riester/Rürup-Rente. Ausnahme sind Riester-geförderte Betriebsrenten o.ä. Hier hat der Betriebsrenten-Charakter Vorrang und diese Zahlungen sind demnach KV-pflichtig.
      * Der Freiwillig versicherte Renter zahlt auf alles einen Beitrag. Also sowohl auf Riester-, Rürup- und Betriebsrente.

      Bei mir selber werden sich daher kleine Änderungen ergeben. Rürup sollte aus der Beitragsberechnung entfallen, meine Riester-geförderte Betriebsrente wird weiterhin verbeitragt.

      Gruß, Der Privatier

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