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Mit Zwischenschritt zum Privatier – Teil 3 — 11 Kommentare

  1. Wie verhält es sich bei der Ausübung eines Minijobs im Dispositionsjahr? Vermindert der ebenso nicht die Höhe des ALG I, bzw. darf der überhaupt ausgeübt werden?
    Wie sieht es in diesem Fall aus mit der Krankenversicherung? Im Dispositionsjahr müssen die Beiträge aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Kann das mit einem Minijob vermieden werden?

    • Hallo evi-b,

      mein Beitrag über die Möglichkeiten von Teilzeitarbeit war mehr als Anregung gedacht, sich einmal selber über die genauen Bedingungen und Konsequenzen zu informieren und ich denke, die oben verlinkte Broschüre des Bundesministeriums für Soziales und Arbeit ist da schon einmal ein guter Anfang.

      Viel mehr kann ich selber da auch gar nicht zu sagen. Dennoch will ich kurz versuchen, auf Deine Fragen einzugehen:
      * Im Dispojahr hat man keinerlei Verpflichtungen gegenüber der Arbeitsagentur. Man kann also machen, was man will.
      * Inwiefern sich Teilzeitarbeit (und das wird ein Minijob ja immer sein) später auf das ALG1 auswirkt, habe ich ja erläutert: Wenn die o.g. Bedingungen eingehalten werden, wirkt es sich nicht aus.
      * Ein Minijob enthält KEINE Krankenversicherung. Er ändert also nichts an der Tatsache, dass man sich um seine KV selber kümmern muss (entweder Familien- oder eigene Versicherung).

      Gruß, Der Privatier

  2. Ich bin am Überlegen, ob ich nicht ganz langsam anfange und z. B. meine Arbeitszeit um zwei Wochenstunden reduziere. Macht man das jedes Jahr, kommt man nach 5 Jahren auf 30 Stunden statt 40 Stunden und kann die Einkommenseinbußen leichter verarbeiten. Selbst 2 Stunden sind schon spürbar.

    • Ich denke, eine stückweise Reduzierung kann ein sehr guter Anfang sein.

      Ich halte es allerdings für zwingend notwendig, dass man sich gleichzeitig ein klares Konzept zurechtlegt, wie die reduzierten Stunden genutzt werden sollen. Und dieses Konzept muss dann auch knallhart und konsequent durchgesetzt und eingehalten werden. Macht man sich nämlich keinen Plan (z.B.: Freitags nach der Mittagspause ist Feierabend) plätschert das so unbemerkt vor sich hin und der einzige spürbare Effekt bleibt der auf der Gehaltsabrechnung.

      Aber ansonsten sind selbst nur 2 Stunden in der Woche, wenn man diese evtl. noch mit anderen Effekten (Überstunden und Gleitzeit) kombinieren kann, schon ein guter erster Schritt, der einem regelmäßig einen halben freien Tag bescheren kann.

      Gruß, Der Privatier

  3. Moin, wie ich meine Zeit nutzen könnte, wüsste ich schon. Ich weiß aber nicht, inwiefern die Arbeitgeber unter Umständen eher auf höhere Arbeitsverdichtung statt auf korrekte Arbeitsumverteilung setzen würden. Am saubersten ist aus dieser Sicht ein Cut und weg. Es können sich aber auch Chancen für den Arbeitgeber ergeben, wenn sich die Teilzeitarbeit über einen überschaubaren Zeitraum erstreckt. So können z. B. Nachfolger ordentlich eingearbeitet werden und haben längere Zeit eine erfahrene Person an ihrer Seite. Das ist insbesondere in Schlüsselpositionen eine wichtige Angelegenheit.

    • Ich denke, die Befürchtung der Arbeitsverdichtung ist schon sehr berechtigt. Das liegt aber nicht nur am Arbeitgeber, sondern auch am Arbeitnehmer selber. Wer über Jahrzehnte gewohnt ist, Höchst- und Bestleistung abzuliefern, tut sich schwer damit, einfach aufgrund der erreichten Stundenzahl den Griffel fallen zu lassen. Das muss man auch erst einmal lernen.

      Gruß, Der Privatier

  4. Eine Teilzeitarbeit bei einem anderen Arbeitgeber ist aber auch möglich ohne di3 Höhe des ALG I zu mindern, oder ist die Zeitreduzierung an den bisherigen Job gebunden?

    • Soweit ich das gelesen und verstanden habe, geht es immer generell um Teilzeitvereinbarungen. Ob man die nun mit einem bisherigen Arbeitgeber oder einem anderen vereinbart, spielt dabei keine Rolle.

      Gruß, Der Privatier

  5. Wer plant Privatier zu werden und dabei auf ALG angewiesen ist, sollte es besser lassen.
    Der echte Privatier handelt eigenverantwortlich bis zum Ende. Nur so kann er seine Selbstachtung bewahren.

  6. Ich habe meinen Arbeitsplatz schon aufgeben müssen, die Belastung wurde immer größer und eine Zeitreduzierung hätte bei mir ohne Frage zusätzlichen Druck bedeutet. Bis einschl. Juni 2016 erhalte ich noch Gehalt, bin aber bereits von der Arbeit freigestellt. Wegen dem Steuerproblem wurde die Zahlung meiner Abfindung auf Januar 2017 gelegt. Das bedeutet allerdings, dass ich auch im nächsten Jahr nichts verdienen darf. Melde ich mich ab Juli 2017 arbeitslos, hat das den netten Effekt, dass ich dann 24 Monate ALG I erhalten kann.
    Ich habe vor die Auszahlung des ALG I zu verzögern, d.h. das Geld sollte frühestens im Januar 2018 rückwirkend ausgezahlt werden.
    Mein Problem ist nur: was mache ich in der Zwischenzeit? Gibt es Lösung für mich, an die ich bisher noch nicht gedacht habe?

    • Ich bin mir jetzt nicht so sicher, was Sie mit „…was mache ich in der Zwischenzeit?“ meinen?

      Wenn es um die Krankenkasse geht, gibt es eigentlich nicht viele Möglichkeiten. Mir fallen da nur ein:
      * Freiwillig selber versichern. Kostet bei geringen Einkünfte ca. 170€/Monat.
      * Familienversicherung. Erfordert ein Einkommen unter 415€/Monat.
      * Sozialversicherungspflichte Tätigkeit
      * Auswandern (aber damit kenne ich mich nicht aus).

      Noch zwei Hinweise:
      * Wenn Sie ein Dispojahr vorhaben, informieren Sie sich bitte eingehend über die Randbedingungen!
      * Man kann zwar die Auszahlung des ALG1 verschieben (indem man den Anspruch zunächst feststellen lässt, sich dann aber wieder abmeldet), eine rückwirkende Auszahlung gibt es allerdings nicht (Zitat: „…das Geld sollte frühestens im Januar 2018 rückwirkend ausgezahlt werden„).

      Gruß, Der Privatier

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