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Top oder Flop – Folge 25: Neue Fonds-Besteuerung! — 9 Kommentare

  1. Hallo Peter,

    danke für den Artikel. Ich hatte bisher leider noch nicht die Zeit/Muse, um mich in die Thematik einzulesen.

    Das was ich bisher mitbekommen habe, klingt nicht sonderlich erfreulich.

    Gerade dein letzter Gedanke:
    „Am Ende werden die Vorabpauschalen mit der Steuer beim Verkauf verrechnet. Naja – immerhin. Aber wer um Gottes Willen will denn da die Übersicht behalten? Soll ich da über Jahre hinweg wieder Buch führen.“

    stimmt mich nachdenklich. Das wäre in der Tat ein riesen Aufwand – und auf den habe ich ehrlich gesagt auch keine Lust.

    Aber bis 2018 ist es ja noch eine Weile hin – mal sehen was sich noch ändert.

    Liebe Grüße
    Christoph

    • Ich glaube nicht, dass sich da noch etwas ändern wird. 🙁

      Dafür hat man jetzt schon ca. 5 Jahre an dem Entwurf gearbeitet, alle möglichen Gutachten eingeholt, Stellungnahmen von Interessengruppen zur Kenntnis genommen, usw.

      Die Zeit bis Anfang 2018 wird daher wohl nicht für Änderungen verwendet, sondern wird sicher auch dringend benötigt, um dass bei den beteiligten Institutionen in die Abrechnungspraxis einfließen zu lassen.
      Was für den privaten Anleger wohlmöglich ärgerlich ist, dürfte bei Fondsgesellschaften, Banken und Finanzämtern erst einmal für einen ziemlichen Verwaltungsaufwand für die Umstellung sorgen.

      Ich habe allerdings die Hoffnung, dass wir die Zeit nutzen können, die Konsequenzen vollständig zu erfassen und für die aktuellen Bestände und evtl. zukünftige eine geeignete Vorgehensweise zu finden.

      Gruß, Der Privatier

    • Naja – habe ich ja auch über 30 Jahre lang so gemacht.
      Aber gerade in den letzten Jahren habe ich damit begonnen, immer mehr von den Einzelwerten (Aktien und Anleihen) wegzukommen und etwas mehr in Richtung ETFs zu gehen. Und so sollte es auch weiter gehen. Das muss ich sicher noch einmal neu überdenken.

      Allerdings einen Punkt sollte ich vielleicht noch einmal klarstellen und deutlich machen:
      Was ich oben von der Pauschalsteuer geschrieben habe, gilt nur für die Thesaurierer, denn es heißt ja: „Wenn der Publikums-Investmentfonds nichts oder nur in sehr geringem Maße ausschüttet, wird eine Vorabpauschale erhoben.“
      Für die Ausschütter gilt das also wohl nicht.

      Und damit wäre ich ja schon einmal auf der richtigen Seite, denn ich habe seit meinen Erfahrungen mit den Thesaurierern eigentlich immer darauf geachtet, dass ich mir nur Ausschütter ins Depot hole (ist mir nicht immer gelungen).

      Vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm?

      Was mir aktuell noch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, ist die Übersicht über die ganzen alten Bestände zu behalten. Hier habe ich ja auch noch Anteile von vor 2009 (steuerfrei) und natürlich auch gemischt mit Anteilen von nach 2009. Und dann in Zukunft mit solchen vor 2018 und nach 2018.

      Wie das gehandhabt werden soll, muss ich mir wohl mal in Ruhe durchlesen. Ansonsten hilft dann irgendwann mal ein radikaler Verkauf.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Peter , ich denk da wie der Alexander . Bei den ETFs , kann man zwar einen schönen Index abbilden , jedoch nur als Blackbox . Und dann wäre ja auch noch die nächste Frage , der selbst bei den Ausschüttenden ETFs, verbleibende Rest -Thesaurierung . Nee , obwohl ich die Idee , die hinter den ETFs steht
    ( Einzelwerte sammeln um breitere Streuung ,und damit mehr absicherung gegen Ausfallrisiko zu bekommen ) für eigentlich Gut , vorallem für evt. nicht so Börsenerfahrene halte , ist mir der Blackboxanteil einfach zu hoch . Selbst bei Einzeltiteln schon sehr hoch , aber mit ETFs , hier nochmal eine potenzierung der Blackboxanteile , ist dann eher so wie bei den Wikifolios , für mich eher nichts , außer Tauschmittel Nachwuchs MSCI ACWI . Und weiterhin ABCD oder andersrum halt dann auch nicht möglich . Daher lieber z.B. BCDI oder anderes selbst gebastelt. LG Det

  3. Hallo Peter!
    Da ich keine Fonds halte, sind mir die behördlichen Spitzstifte ziemlich egal. Aber dein Blogbeitrag hat mich daran erinnert, dass ich am 10. März die vierteljährliche Steuervorauszahlung überweisen muss. Bloß nicht vergessen, da verstehen die Amtsschimmel vom Finanzamt überhaupt keinen Spaß und brummen dir gleich noch ein paar Euro als Bearbeitungsgebühr für ihr sofort folgendes Mahnschreiben auf.
    Also danke für die Erinnerung!
    Der Malachit.

  4. Und hier noch eine Ergänzung zur Behandlung der „Altfälle“:

    Da heißt es im §56 Anwendungs-und Übergangsvorschriften, Abs.2:
    „(2) Anteile an Investmentfonds…nach dem Investmentsteuergesetz in der am 31. Dezember 2017 geltenden Fassung…(Alt-Anteile), gelten mit Ablauf des 31. Dezember 2017 als veräußert und mit Beginn des 1. Januar 2018 als angeschafft. Als Veräußerungserlös und Anschaffungskosten ist der letzte im Kalenderjahr 2017 festgesetzte Rücknahmepreis anzusetzen.“

    D.h. es wird Ende 2017 eine fiktive Veräußerung stattfinden. Selbstverständlich steuerpflichtig. Allerdings erst, wenn man auch wirklich verkauft:
    „(3) Der nach den am 31. Dezember 2017 geltenden Vorschriften ermittelte Gewinn aus der fiktiven Veräußerung nach Absatz 2 Satz 1 ist zu dem Zeitpunkt zu berücksichtigen,
    zu dem der Alt-Anteil tatsächlich veräußert wird.“

    Und was ist nun mit den „ganzen alten“ Altfällen, also denen vor 2009 angeschafften? Die sind ja steuerfrei, oder? Da gibt’s doch einen Bestandsschutz? Mal sehen, was Absatz 6 da sagt:

    „(6) Bei Alt-Anteilen, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden und seit der Anschaffung
    nicht im Betriebsvermögen gehalten wurden (bestandsgeschützte Alt-Anteile), sind
    1. Wertveränderungen, die zwischen dem Anschaffungszeitpunkt und dem 31. Dezember 2017 eingetreten sind, steuerfrei und
    2. Wertveränderungen, die ab dem 1. Januar 2018 eingetreten sind, steuerpflichtig, soweit der Gewinn aus der Veräußerung von bestandsgeschützten Alt-Anteilen 100 000 Euro übersteigt.“

    Interessant, wie man in ein und demselben Absatz die Worte „bestandsgeschützt“ (im Sinne von steuerfrei) und „ab 2018 steuerpflichtig“ unterbringen kann. Ohne mit der Wimper zu zucken. Naja, vielleicht hat ja doch einer gezuckt. Habe ich ja nicht gesehen…

    Und schon alleine deswegen, aber noch aus einem weiteren Grund sehe ich da doch jetzt schon die ersten zum Verfassungsgericht laufen!
    Das kann doch wohl nicht sein, dass vor 2009 gekaufte Aktienfonds nun versteuert werden müssen, einzelne Aktien aber nicht?! Das erscheint mir doch irgendwie höchst zweifelhaft!

    Gruß, Der Privatier

  5. Hmmm… da ist mir bei der Suche nach ersten Einschätzungen und evtl. Konsequenzen des neuen Gesetzes (noch ist es nur ein Entwurf!) noch ein Artikel in die Hände gefallen, der die Frage nach der Zukunft der DAX-ETFs aufwirft:

    Einen DAX-ETF kann ich ja am einfachsten dadurch abbilden, dass ich einfach sämtliche im DAX enthaltenen Aktien im richtigen Verhältnis kaufe. Der Rest regelt sich dann von alleine. Und der Wert meines ETFs wird immer schön exakt dem DAX folgen.

    Bisher jedenfalls.
    Aber: Der ein oder andere mag sich vielleicht erinnern: Im DAX sind ja die Dividenden enthalten! War bisher kein Problem. Die Dividenden flossen einfach mit in meinen ETF und erhöhten seinen Wert und damit blieb er immer schön auf der DAX-Fährte.

    Wenn nun aber die Fondsgesellschaft immer sofort bei einer Dividendenausschüttung 15% Steuer (zzgl. Soli) abführen muss, dann hinkt der ETF immer mehr dem DAX hinterher und damit ist die ursprüngliche Idee der „Investition in den Index“ zum Teufel.

    Oder ist das nur ein Problem der Voll-Replizierer? Können das die Swapper besser? Bei denen ist ja eh alles synthetisch. Da kommt es dann auf die paar Prozent Steuern auch nicht mehr an: „Das swappen wir locker weg.“ ?

    Also, derzeit alles noch ein wenig nebulös. Meinen ursprünglich angedachten Weg in Richtung „mehr ETFs“ werde ich wohl erst einmal ein wenig bremsen. Zumindest solange, bis ich die Konsequenzen vollständig verstanden habe.

    Gruß, Der Privatier

  6. So – nun ist es soweit!
    Das „Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung“ oder auch Investmentsteuerreformgesetz (InvStRefG), hat die parlamentarischen Wege durchlaufen und ist in der letzten Woche vom Bundesrates genehmigt worden.

    Am ursprünglichen Entwurf sind wohl doch noch ein paar Änderungen vorgenommen worden, die generelle Richtung ist aber erhalten geblieben. Ich muss gestehen, dass ich die Details nicht weiter verfolgt habe und momentan auch wenig Lust verspüre, mich in die Einzelheiten einzuarbeiten. Dafür ist mir das ganze Machwerk einfach zu umfangreich.

    Außerdem haben die „Kollegen“ von Haufe.de hier schon hervorragende Arbeit geleistet und einen mehrere Seiten langen Überblick auf Ihrer Homepage veröffentlicht. Dort ist auch ein Link zum Gesetzestext zu finden.

    Gruß, Der Privatier

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