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Kap. 1.2: Was bisher geschah – Studium und Beruf — 2 Kommentare

  1. Diese „Zweifel“, „ob mir nicht durch den Beruf der wichtigere und interessantere Teil des Lebens – nämlich der außerhalb der beruflichen Tätigkeit – vorenthalten wird“ sitzen bei mir fest im Kopf.

    Da bis zu meiner Altersteilzeit noch einige Jahrzehnte vergehen dürfen, habe ich einen anderen Weg gewählt – 4-Tages-Woche. Ich habe Mittwochs frei. Bei Bedarf kann ich natürlich Mittwoch gegen Freitag oder Montag tauschen, was insbesondere bei Brückentagen Sinn macht.

    Das Gehalt ist um 1/5 reduziert, Netto macht das noch weniger aus. Aber ich kann die Zeit mit meiner Frau verbringen, mit meinen Kindern, bin ehrenamtlich tätig, kann mir nebenbei kleinere Projekte erlauben.
    Sprich ich lebe schon Finanzielle Unabhängigkeit in Teilzeit. Die fehlenden ein paar hundert Euro bereue ich nicht im Geringsten.
    Dadurch wird der Weg zur Vollzeit-„Finanziellen Unabhängigkeit“ etwas länger. Dafür aber viel angenehmer – ich habe viel mehr von meinem Leben in jungeren Jahren.

  2. @Andi7: Deine Entscheidung, eine 4-Tages-Woche zu wählen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich kenne die 3-oder-4-Tages-Woche aus einer Phase der Kurzarbeit in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit. Ich habe diese 1 oder 2 Tage in der Woche immer sehr genossen. Und dabei gab es ja auch noch Kurzarbeitergeld, so dass sich die Einbußen in Grenzen hielten. Eine schöne Zeit (für manche Kollegen allerdings nicht – das sollte man dazu sagen).

    Meine Arbeitszeit hatte ich da schon seit einigen Jahren aus eigenem Antrieb von vorher 40Std. auf dann 35Std./Woche reduziert (bei entsprechendem Gehaltsverzicht). Auch das war eine sehr gute Entscheidung.

    Dazu noch eine nette Anekdote: Damals war ich noch ledig und für überschlägige Rechnungen hatte ich einen Spitzensteuersatz von ca. 50% (inkl. KSt./Soli) fest in meinem Hirn. Und so war ich es gewohnt, von einer Gehaltserhöhung von sagen wir mal 4% Brutto maximal 2% Netto übrig zu halten.
    Und so habe ich dann auch im Vorfeld gerechnet: Eine Reduzierung von 40 Std. auf 35 Std. entspricht 12,5%. Wird mein Brutto-Gehalt also um 12,5% reduziert, verliere ich ungefähr 6% vom meinem Nettogehalt. Sechs Prozent Verlust für jeden Tag eine Stunde früher zu Hause – da musste ich nicht mehr länger nachdenken.

    Hätte ich vielleicht mal besser machen sollen, denn die Überraschung kam mit der ersten Gehaltsabrechnung:
    Soo geht die Prozentrechnung nämlich nicht! Wer auf 12,5% vom Brutto verzichtet, hat auch (in etwa) 12,5% weniger Netto-Gehalt.
    Das musste ich aber erst 5mal nachrechnen. In diesem Falle war meine anfängliche Milchmädchen-Rechnung tatsächlich eine solche.

    Aber bereut habe ich das trotzdem nicht.

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