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Abfindung und Steuern: Fallstricke und Alternativen — 3 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    Nachdem ich nunmehr zwei Jahre als Privatier sehr zufrieden meinen vorgezogenen Ruhestand genießen und mir in der Konzeption und Durchführung die Tipps unseres Privatier außerordentlich geholfen haben, möchte ich noch einmal kurz auf ein oder zwei Fallstricke hinweisen, über die ich auch fast gestolpert wäre und die unter Umständen zu deutlichen steuerlichen Einbußen führen können.

    Konkret geht es um die Fünftelregelung und die Frage wie ich sicherstellen kann, dass die Abfindung auch nach der Fünftelregelung besteuert wird.

    Mein Konzept war folgendes:

    Beschäftigungsende zum 31. Dezember

    Anschließend ein Disposition Jahr mit rechtzeitiger Feststellung des ALG Anspruches (hat gut funktioniert).

    Auszahlung der vereinbarten Karenzentschädigung im letzten Beschäftigungsjahr zum 31. Dezember als Einmalzahlung (war im Nachhinein betrachtet ziemlich doof)

    Auszahlung der Abfindung im Dispositionjahr und Nutzung der Fünftelregelung.

    Konzept mit Steuerberater abgestimmt und dann die böse Überraschung: Finanzamt lehnt Besteuerung nach Fünftelregelung ab, da keine „Zusammenballung der Einkünfte“ vorliegt. Die Abfindung sei auf zwei Jahre verteilt (wegen Karenzentschädigung), außerdem setzt das „Tatbestandsmerkmal“ der Zusammenballung voraus, dass die Abfindung die Einnahmen, die der Arbeitnehmer bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bezogen hätte übersteigt (d.h. sie sollte höher sein, als das letzte Jahresgehalt wenn sonst keine Einkünfte hat). Verlust gegenüber Erwartung: mehre 10.000 €!

    Nach Einspruch, Zurückweisung des Einspruchs, Wechsel des Steuerberaters und nochmaligem Einspruch war das Finanzamt dann doch bereit, die Fünftelregelung anzuwenden.

    Argumentation meines Steuerberaters: Karenzentschädigung waren keine außerordentlichen Einkünfte und die Vorlage einer Kalkulation meines früheren Arbeitgebers, dass mein Einkommen im Disposition Jahr niedriger gewesen wäre als die ausgezahlte Abfindung.

    Riesen Glück gehabt!

    Dies nur nochmal als Hinweis, dass ihr bei der Besteuerung der Abfindung gut aufpassen müsst, sonst sind Ruckzuck viele Euros weg.

    Liebe Grüße

    Bernd

    • Das hat ja wirklich gerade soeben noch mal gut gegangen!

      Sehr interessante Konstellation und daher vielen Dank für die Schilderung.

      Die Lehren, die ich daraus ziehen würde, wären natürlich:
      * Solche kritischen Situationen nach Möglichkeit von vorne herein zu vermeiden. Kann man aber immer leicht sagen, denn nachher ist man immer schlauer als vorher. 😉 Darum viel wichtiger der nächste Punkt:
      * Nicht aufgeben!! Es lohnt sich, wie man hier sieht, alle Register zu ziehen und für sein Recht zu kämpfen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die beiden Steuerberater am Ende nicht teurer waren, als die Steuerersparnis.

      Gruß, Der Privatier

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