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Änderungen in der Depot-Struktur Anfang 2021 — 17 Kommentare

  1. Guten Tag Herr Ranning,

    ich habe mir nach Ihren Artikeln „Geplanter Depot-Umbau“, „Wann ist es genug?“ und diesem Artikel folgende Fragen gestellt bzw. folgende Gedanken gemacht:

    1) Eine Reduktion im Anteil von Einzelaktien und -anleihen hilft natürlich Expositionsrisiken und damit Depotschwankungen zu minimieren. Die Frage ist, ob die dadurch gewonnene Sicherheit (Besser schlafen mit schwankungsärmerem Depot.) nicht vielleicht die Chance auf eine mögliche Überrendite eines Einzelwertes „überversichert“.

    2) Wäre es nicht evtl. sinnvoll darüber nachzudenken ihren Liquiditätsanteil von 20% aufzuteilen, um hierdurch eine „Mitversicherung“ des Depots zu erreichen, statt ertragreiche Positionen zu liquidieren?
    Z.B. sehe ich bei Ihrer geplanten Rebalancierung keine Exposition im Bereich Edelmetalle (außer diese sind unter ‚Sonstiges‘ mit einberechnet). Wenn Sie eine 10% Metalle + 10% Cash Splittung in Betracht zögen, wären Sie mit der exposure bzgl. „Ur-Geld“ (Zitat von Prof. Hartmut Walz) m.E. nach ebenfalls schwankungsärmer aufgestellt. Und über bspw. Vehikel wie Xetra Gold (steuerfrei laut Gerichtsurteil) oder die Produkte der Börse Stuttgart wäre diese Assetklasse ebenfalls mit relativ geringen Opportunitätskosten für Sie verbunden.

    Viele Grüße,
    Ihr guter-verwalter

    • Hallo guter-verwalter,

      vielen Dank für Ihre Überlegungen, die ich gerne einmal beantworten möchte:

      1. Es ist natürlich richtig, dass ich mit einer Verbreiterung der Diversifikation (durch ETFs) einerseits evtl. Einzelrisiken verringere, andererseits aber auch die Chancen auf evtl. einzelne Überrenditen vergebe.
      Aber: Mir ist das bewusst und ich habe in meinem Beitrag „Wann ist es genug“ bereits geschrieben, dass ich eine niedrigere Gesamt-Rendite in Kauf nehme. Und Risiko und Rendite sind ja nur das eine Motiv für den Depot-Umbau. Das andere ist eine Vereinfachung. Und dazu möchte ich die kunter-bunte Mischung von (teils exotisch anmutenden) Papieren gerne reduzieren. Und das geht nur über den Verkauf von Einzeltiteln.
      Dass dies nicht so leicht ist, habe ich ja oben bereits erwähnt. Weder bei den To-Performern (aktuell z.B. BitCoins), noch bei den Depotleichen.

      2. Der Liquiditätsanteil von derzeit 20% soll auch kein Dauerzustand sein und rührt nur daher, dass ich mehr verkauft als eingekauft habe. Ich hatte einfach in den letzten Monaten nicht den Eindruck, dass es gute Zeiten für Einkäufe waren. Auch dadurch geht Rendite verloren – aber: nicht so wichtig.

      Ihren Hinweis auf Gold werde ich mir aber noch einmal überlegen. Ich war ja lange Zeit ein Gegner von Goldkäufen, habe mir dies aber Mitte 2019 anders überlegt und habe mich danach zeitweise im „Goldrausch“ befunden: https://der-privatier.com/im-goldrausch . 😉
      Diesen Ausflug habe ich mittlerweile aber wieder beendet. Einerseits, weil ich den Eindruck hatte, dass der Goldpreis zu hoch war, andererseits aber auch wegen der im letzten Jahr angedrohten steuerlichen Änderungen.
      Nachdem die Steuerdiskussion (hoffentlich?) beendet ist, könnte ich mir aber auch als weiteres (kleines) Element wieder einen Gold-Anteil vorstellen. Kein schlechter Vorschlag. 😉

      Gruß, Der Privatier

  2. „Einige sehr hohe Gewinne (teilweise wg. §27) wie z.B. Telekom, DIC Asset oder auch Nordex und BitCoins, die ich zumindest in 2021 nicht so gut gebrauchen kann.“

    59€ für nen Ledger Nano S und die Bitcoingewinne sind nach einem Jahr steuerfrei.
    Gut, das Kind liegt bereits im Brunnen, bzw. die Bitcoin hinter ner WKN 🙂
    Ich hab leicht reden, den Account zu Bitcoin.de und das Konto bei Fidor habe ich ja schon länger. Kann auch sein, dass dies bei anderen Börsen einfacher zu handhaben ist. Jedenfalls sind das alles Dinge, die Der Privatier mit links drehen könnte.

    PS: ja, Paperwallet geht auch. Aber nach jeder Rücküberweisung ist der persönliche Schlüssel öffentlich, und man braucht einen neuen Satz. Auch wenn ich noch einen Teil auf Papier habe, mit dem Ledger ist die Sache schon einfacher.

    PPS: Bodo Schäfer hat irgendwo mal zum Besten gegeben, dass man sich mindestens 6 gleich Goldbarren zulegen sollte. Mit den Sechsen könnte man nämlich eine hübsche kleine Pyramide aufstapeln.

    • Also: „Ledger Nano S“ musste ich erst mal googeln. Vorher noch nie von gehört. Werde ich aber definitiv nicht brauchen.

      Da gefällt mir die Idee mit den 6 Goldbarren schon besser. 😉 Ich wüsste nur nicht, wohin damit… (also doch eher nicht).

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo Peter
    Bist Du denn schon auf MSCI ETFs Einkaufstour ???
    Ich hatte zwar durch die extreme Vola , letztes Jahr , “ stark erhöht “ ,
    aber finde jetzt den Bestand , immer noch nicht so richtig “ Beachtenswert “
    N.w.v. = Eher kleine Beimischung ( 50 und 50 Anteile ) , um mal so ein Gefühl
    für so ein MSCI Vola-Instrument zu bekommen .

    Und mit dem Gold Peter , da willst Du doch nicht wieder von der Loge springen ???
    Wenn Dir das mal wieder aus dem Mund springt ??? Du weißt ja , ab so einen
    bestimmten Alter , sind solche Kunststücke/Akrobatenleistungen , auch immer ,
    mit noch mehr Risiko verbunden . Aber für so ca. 5% halte ich es schon für
    angebracht , darauf zurückgreifen zu können . Und auch wenn es schon wieder mehr
    wie ca. 40% hochgelaufen ist , habe ich wiedermal den EXIT Zeitpunkt am Hoch , verpasst . EGAL , dann sind es halt ca. 7% , oder auch nur 6,X % , ist doch
    eigentlich auch total EGAL . Eigentlich hätte meine Rebalancing-Regel greifen
    müssen , und es wieder auf 5% angleichen müssen . Verpasst —> EGAL .

    Z.Zt. fühle ich mich mit der Versicherung , den Gegenwert auch gleich
    in der Hand halten zu können , halt deutlich wohler . Individualfragen !
    ( Oder auch Bauchgefühlfragen )

    Du würdest Dir aber wieder 1 Jahr WZ für “ Unbeachtlich “ einkaufen .
    Und wenn die Gemengelage mal wieder klarer wird , kann man ja auch die
    Versicherung mal wieder abgeben . Evt. bleibt ja trotzdem noch etwas
    Versicherungsprämie über ??? Wenn nicht , hat das Wohlbefinden für ca. 5%
    halt einfach nur eine Versicherungsprämie gekostet . Individuelle Fragen
    zur Glaskugel und den darauf eingegangenen Wetten . Time will tell .

    LG Det

    • „Bist Du denn schon auf Einkaufstour ?“

      Ja – aber sehr langsam und vorsichtig. Ich habe noch immer den Eindruck, dass es gerade kein guter Zeitpunkt zum Kaufen ist: Viele Aktien-Indizes befinden sich nahe ihrer Höchstkurse und bei Anleihen kann es eigentlich auch nur noch abwärts gehen.
      Das beschert mir zwar aktuell einen ziemlichen hohen Cash-Bestand, aber wenn man einmal den Zwang abgelegt hat, unbedingt ein Optimum an Rendite zu erzielen, kann das durchaus auch recht entspannend sein. 🙂

      Und ja: Ich werde noch eine (kleine) Gold-Position mit in meine Depot-Struktur einbauen. Hier ist die Kursrichtung momentan ja eher abwärts gerichtet und bei tendenziell ansteigenden Zinsen (und ohne drohende Krisen) wird das vermutlich auch noch ein wenig so bleiben. Auch da warte ich also noch ab. Ich habe allerdings (erstmals im Leben, soweit ich mich erinneren kann…) ein Trailing Stopp Buy Limit auf Xetra-Gold gesetzt. Irgendwann bin ich also dabei. Mit einer ersten Teil-Position.
      Ich bin mir noch nicht ganz einig, welchen Gesamt-Anteil das Gold haben soll. Irgendwas um die 5% denke ich. Muss ich aber nochmal drüber nachdenken.

      Gruß, Der Privatier

  4. Ich tu mich auch schwer jetzt Aktien zu kaufen. Warte eher auf einen Corona bedingten Crash – obwohl das ja wohl ein falscher Versuch von Market Timing ist. Mir (im Ruhestand mit Renten die meine Grundbedürfnissse abdecken) ginge es beim Investment in Aktien nicht um Rendite sondern um Diversifizierung weil sonst mein gesamtes Vermögen in Detschland/Europa ist: Rente, Cash, Immobilie.

    Aber hier mal die Sicht von Gerd Kommer dazu:
    Die Angst vor dem Allzeithoch – ein schädlicher Irrtum
    https://www.gerd-kommer-invest.de/angst-vor-dem-allzeithoch/

    • Ja – ich bin mir darüber im Klaren, dass die Verfechter des passiven Investierens jeden Versuch von Market-Timing ablehnen. Das Argumet lautet in der Regel: Weil es langfristig nicht gelingt. Das mag wohl sein, ist aber auch gar nicht mein Ziel: Mir reicht es, wenn es hin und wieder gelingt. Und das ist gerade im letzten Jahr in manchen Fällen auf recht beeindruckende (und überraschende) Weise gelungen. Manchmal aber auch nicht…

      Und wenn man den Beitrag von Hrn. Kommer einmal richtig liest, so sagt er ja nur, dass ein ATH alleine kein Grund sei, von einem Investment Abstand zu nehmen. Weil ein ATH kein Maßstab für eine Bewertung sei. Da hat er Recht!
      Dann schaue man aber bitte einmal auf Bewertungskennzahlen. Als willkürliches Beispiel habe ich hier mal den S&P 500 ausgewählt (ging am schnellsten). Und z.B. das Shiller KGV: Aktuell bei knapp 36, das langjährige Mittel hingegen liegt bei ca. 16 !

      Auf der folgenden Seite sind die Daten abzulesen und dort gibt es auch noch weitere Kenngrößen, wie z.B. Earnings Yield (sieht nicht sehr gut aus…): https://www.multpl.com/shiller-pe

      Meine Vorgehensweise in einer solchen Situation: Regelmässig (ca. monatlich) kleine Anteile kaufen. Quasi ein manuell ausgeführter Sparplan.

      Gruß, Der Privatier

      • DER PRIVATIER , ETF KLEINSPARER . Ich denk nochmal darüber nach Peter .
        Gold , im Regelfall , mit ca. 5% im Bestand . Hat aber auch eingebaute Vola .
        Leider auch ohne Einbahnstraßenfunktion . Und Spread bei Hart , on Top .
        Einer der wenigen Gründe , warum ich überhaupt mal über Xetra nachgedacht habe .

        LG Det

        PS Peter , ich muss nochmal rausfinden , wo Lars immer seine Putztücher herholt .
        Evt. ist dann auch noch zu erkennen , WANN Du nicht mehr kleinsparen musst .

  5. Wir haben aktuell nur ca 40% in Aktien.
    Zum Teil Altbestände aus MA Aktien.
    5% im Spielgelddepot
    5 % im Crowdfunding (Exporo und Co.)
    Rest Festgeld….
    Wüsste im Moment nicht wo ich investieren sollte….

  6. Mit meinem ETF Depot bin ich ganz zufrieden. Die Sorgen liegen mehr auf der Anleihenseite. Hier habe ich den Vanguard Corp Bond US Dollar im Depot. Der mach immer weiter einen Satz nach unten, ich schiebe das mal auf das Dollar/ Euro Kursverhältnis.

    Grüße
    Maik

    • Beide Faktoren (Anleihekurse und Dollarkurs) überlagern sich und zeigen momentan in die gleiche Richtung – nach unten.
      Der Dollar fällt nicht nur gegenüber dem Euro, sondern insgesamt, wie man am Dollar Index sehen kann.
      „The US dollar index (DXY) dropped to an 18-month low as demand for the greenback weakened. The index is trading at $95.11, which is close to its lowest level since January 2019. It has dropped by more than 5% in the past three months.“

      Die coolen Socken haben eben gar keine Anleihen mehr im Depot, aber ich bin halt auch nicht so cool und habe noch so eine schwache Position „zur Stabilisierung“ 😒. Es gibt ja auch Euro Hedged Bond ETFs, wer das Währungsrisiko vermeiden will. Es kann aber auch irgendwann wieder eine Währungschance werden.

      • „coolen Socken“
        Bei mir ist es eher die arme Socke. Mein risikoarmer Teil ist ausreichend klein um als Tagesgeld (bzw. Rabodirect 90 Tage) geparkt zu werden ;(

        • Mal schauen.. Maximales Einlagevolumen bei der Rabodirect ist 5 Mio. Das reicht also für den Tagesgeldanteil von eSchorsch. 👍
          Und bringt sichere 0,2%.

    • Manche sagen voraus (Citigroup), dass der Euro noch dieses Jahr auf 1,45 $ steigt . Keine Ahnung, wie man das begründen soll. Aber irgendeinen Grund finden die „Analysten“ ja immer. Aber dann liefern die US Bonds, die als „risikoarmer Anteil“ gedacht waren, einen Währungsverlust von fast 20%.
      Ich habe die Position reduziert aber sonst nix gemacht. Man kann zur Kompensation gegen Dollarverfall Rohstoff-ETFs nehmen, denn die steigen normalerweise bei fallendem Dollar, also negative Korrelation. Das machen die coolen Socken. Die obercoolen Socken gehen gleich short auf US Bonds, z.B. ETF573.
      Eigentlich hätte ich im Moment Zeit für solche Trading Games, solange mich meine neue fleißige Vermittlerin von der Agentur in Ruhe lässt.

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