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Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand — 75 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    noch eine kleine Ergänzung:
    auch auf Grund geänderter KV-, PV-, RV- und Zusatzbeiträge (der KK) kann sich ebenfalls eine geringfügige Änderung ergeben (in beide Richtungen möglich).

    LG FÜR2012

    • Guter Hinweis. Danke. Habe ich im Beitrag oben vergessen.

      Kommt allerdings in der Realität auch nicht ganz so häufig vor. Denn die Abzüge, die beim ALG vorgenommen werden, richten sich eben NICHT nach individuellen Zusatzbeiträgen von Krankenkassen u.ä., sondern werden pauschal gerechnet. Hat also mit den tatsächlichen Beiträgen nichts zu tun.
      Allerdings gab es wohl gerade zu Beginn diesen Jahres eine Änderung: Der pauschale Satz für alle Sozialversicherungen wurde auf 20% gesenkt. Davor war er lange Jahre konstant auf 21%.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo zusammen,
    es wäre für mich allerdings schon interessant wie sich die Pauschalabgabe in Höhe von 20% auf die KV, PV und RV aufteilt.
    Da ich ab Juli annähernd den Höchstsatz beim ALG1 erhalte und noch zusätzlich eine sehr gute Betriebsrente (ab Anfang des Jahres) denke ich, dass es eine Überzahlung der Sozialbeiträge geben könnte. Woher bekomme ich die exakten Abgabewerte auf die Pauschale?

    Viele Grüße Gerd

    • HLlo, Gerd

      Falscher Ansatz, pauschaliert wird hier ausschliesslich der Sozialversicherungsanteil (AN) in Bezug auf das Bemessungsentgelt für das ALG 1.
      D.h. Auswirkung NUUUR auf die HOEHE des ALG1 im Verhältnis zum letzten Bruttoengelt !!!
      Die Ansprueche, die gegenüber der DRV, bzw. der GKV erworben, bzw. aufrechterhalten werden,folgen anderen Regelungen.
      Eine „Ueberzahlung“ durch die Agentur zu „Deinen“ Gunsten ist somit systembedingt ausgeschlossen.

      Gruesse
      ratatosk

      • Hallo ratstosk,
        vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
        Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass die Sozialabgaben beim Alg1 fix sind, d.h. für mich 20% auf meine ALG.
        Es kommt allerdings wenn die Betriebsrentenstelle nichts von meinem ALG weiß zu einer Überzahlung an die KV und PV ( die Summe der Beiträge liegt dann über denen der Beitragsbemessungsgrenze). Dann sollte ich doch den gegenüber der Beitragsbemessungsgrenze überzählten Beitrag zurück erhalten.
        Diesen kann ich ja nur nachrechnen, wenn ich weiß wieviel die Agentur für Arbeit im Detail bezahlt. Die Differenz zur BBG kommt dann aus der Betriebsrente.
        Falsch oder richtig überlegt?

        • @ Gerd

          Schon richtig gedacht, hat dann aber nix mit der pauschalen Berücksichtigung der SV-Beitraege bei der ALG-Hoehe zu tun.
          Soweit ich weiss, bekommst Du zwar einen Nachweis der (jährlich) geleisteten Zahlungen der Agentur an die DRV, aber nicht über Zahlungen an die Krankenversicherung.
          Das liegt nun wiederum daran, dass sich Deine, während der Arbeitslosigkeit erworbenen Ansprüche, gegenüber der DRV an 80 % des letzten Bruttogehalts bemessen.
          Wenn ich da richtig informiert bin, richten sich die Zahlungen der Agentur an die Krankenversicherung aber nach dem TATSAECHLICH ausgezahlten Arbeitslosengeld, es wird hier davon ausgehend „hochgerechnet“, welcher KV/PV-Beitrag geleistet werden WUERDE, wenn der ALG1-Zahlbetrag als Netto-Gehalt erzielt wird.

          Richtig ist jedoch jedenfalls die Annahme, dass die Summe aus Beitragen ALG und Beitragen Betriebrente nicht hoeher sein kann als der Hoechstbeitrag nach BBG.
          Die Krankenkasse wird ueberzahlte Beitraege demzufolge zurueckerstatten.
          Inwieweit DU das vorab berechnen/pruefen/beantragen kannst,-keine Ahnung!
          Der Ablauf sollte so aehnlich sein wie bei “ beschäftigten Rentnern“….

          Gruesse
          ratatosk

          • @ratatosk
            Ich bin zwar noch kein Rentner, aber wenn ich mich nicht täusche, dann weiß der zumindest was er als KV/PV Beitrag von der DRV erhält und kann sich dann zusammen mit seinen Beiträgen aus seinem Arbeitsverhältnis und ggf. weiterer versicherungspflichtigen Einnahmen ausrechnen, ob er die BBG überschreiten und was er ggf. zuviel bezahlt hat und dann von der Krankenkasse zurückfordern
            Als ALG Empfänger nicht? Ich denke das müsste irgendwie auch möglich sein, die Krankenkasse kann es ja auch.
            Viele Grüße Gerd

  3. n’Abend, Gerd
    -mir ging es darum, ob die Agentur automatisch die geleisteten KV/PV-Beitraege bescheinigt?
    Mir wurde nach Ende des Alg-bezuges im Januar 2019 bisher nur das „Entgelt für Rentenversicherung“ bescheinigt und für spaetestens Feb.2020 ein Leistungsnachweis über die, an die FINANZVERWALTUNG gemeldeten Daten angekündigt.
    In diesem Leistungsnachweis sind alle dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Leistungen enthalten.
    Also wohl nix bzgl. KV-Beitraegen…
    Das man diese Betraege aus dem ALG mit etwas Arbeit selbst hochrechnen und sich mit den, aus der Betriebsrente abgeführten Beitraegen einen Überblick verschaffen kann, ist, denke ich, auch klar.
    Ebenso sollte natürlich der KK eine Ueberzahlung auffallen und Erstattung am Ende des Abrechnungszeitraumes (Jahr) erfolgen.

    Gruesse
    ratatosk

  4. Hallo ratatosk,

    vielen Dank für Antworten. Dann muss ich halt abschätzen und hoffen, dass die KV alles richtig macht.
    Schöne Grüße
    Gerd

    • Hallo Gerd,

      fragen Sie bei Ihrer KK nach wie sie rechnet bzw. rechnen wird.
      Interessant ist dann auch noch die Reihenfolge der Einkünfte. U.U. werden Ihre Betriebsrenteneinkünfte auf Pos.#1 gesetzt. Dann bräuchte wohl die AfA nur teilweise an die KK bezahlen!
      Siehe z.B. auch:
      https://www.vermoegenszentrum.de/ratgeber/wissensbeitraege/ruhestand-planen/krankenversicherungsbeitraege.html

      Im Link fehlt „natürlich“ ALG1 in der Reihenfolge. Bitte ggf. selbst weitersuchen und/oder die KK fragen.

      LG FÜR2012

    • Ich denke, es ist jetzt schon viel zu der Frage geschrieben worden, so dass ich kaum noch etwas beisteuern kann. Höchstens vielleicht noch die Überlegung, dass ja jede einzelne Zahlstelle (also z.B. Agentur oder BAV) immer nur prüfen kann, ob ihre eigene Beitragsgrundlage die Bemessungsgrenze übersteigt (um dann ggfs. den Beitrag zu kappen). Da sie die anderen Einkünfte aber nicht kennt, kann es natürlich dazu kommen, dass die Summe der Beiträge aus den verschiedenen Einkünften zu hoch ist.

      Das kann aber nur die Krankenkasse feststellen und ggfs. zu viel gezahlte Beiträge wieder zurück erstatten. Es mag auch sein, dass die Krankenkasse diese Situation „irgendwann“ einmal von selber bemerkt. Sinnvoller wäre es aber, mit einem Telefonat oder auch schriftlich einmal kurz darauf hinzuweisen, um eine Überprüfung der Beiträge und ggfs. eine Rückerstattung zu erbitten.
      Und das geht auch durchaus ohne dass man konkret abgeführte Beiträge auf Euro und Cent genau benennen kann. Bei meiner Krankenkasse (TK) wäre ich da sehr zuversichtlich, dass das im Anschluss korrekt geregelt wird.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Herr Ranning,
    Ich habe heute ihren Beitrag vom 24.06.19 , bei dem der Anspruch auf ALG1 mit einer 4 Jahresfrist genauer erklärt wird, gelesen. Wie ich das verstanden habe kann man zum Beispiel so wie ich, sich punktgenau nach einem Jahr Arbeitssuchend melden, damit die Sperrzeit verjährt ist. Dann am besten erst wenn man den Leistungsbescheid in Händen hält, könnte man wegen privater Nichtverfügbarkeit sich wieder abmelden. Dann zum Beispiel nach einem Jahr könnte man sich wieder erneut arbeitssuchend melden um Arbeitslosengeld zu bekommen.
    Meine 1. Frage: Geht das auch noch wenn man schon eine ALG- Zahlung aufs Konto bekommen hat, oder muss man sich abmelden bevor die erste Zahlung geleistet wurde ?
    Meine 2. Frage: Ist es so zu verstehen dass man, sollte eine mehr als 6 wöchige Krankheit eintreten und diese dann über den 4 Jahreszeitraum hinaus dauern, oder eine freiwillige Abmeldung wegen Nichtverfügbarkeit auch darüber hinaus dauern, dann die restliche Anspruchszeit verfallen ist ?
    Gruß, Karl

    • Hallo Karl,
      es muss in deinem Text jeweils „arbeitslos“ und nicht „arbeitssuchend“ heißen. Bei arbeitssuchend gibt es kein ALG.
      Viele Grüße
      Gerd

    • Wie Gerd schon geschrieben hat: Wenn man im Text „arbeitsuchend“ durch „arbeitslos“ ersetzt, sind die Annahmen richtig.
      Zu 1: Natürlich können Sie sich auch bei der Agentur abmelden, nachdem Sie bereits ALG-Zahlungen erhalten haben, z.B. nach einem halben Jahr.
      Zu 2: Ihre zweite Frage haben Sie richtig verstanden.

      Gruß, Der Privatier

  6. Beziehe seit April 2019 ALG 1, möchte dies bis Dezember weiter so machen.
    Will mich dann aus privaten Gründen (steuerliche
    Gründe, da ich 2020 meine Abfindung bekomme) für das ganze Jahr 2020 abmelden.
    Und mich dann am 1.1.2021 wieder arbeitslos melden, um den Restanspruch geltend zu machen.
    Ist denen dann wirklich egal, was man in diesem Jahr gemacht hat? Es wäre doch logisch , dass die AfA voraussetzt , dass man sich in diesem Jahr weiterhin bemüht hat Arbeit zu finden, da man ja durch das zunehmende Alter seine Vermittlungsmöglichkeiten ja nicht gerade verbessert hat bzw. Sanktionen verhängt.
    Die 4 Jahre Abspruchsdauer hat ja eigentlich einen ganz anderen Sinn! Verweist man im neuen Antrag
    einfach auf den alten Bescheid?

    • Die Agentur wird bei der Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit ganz sicher nach einem Grund fragen. Das dient aber eher der Statistik bzw. soll evtl. weitere Beratungen oder Hinweise für die Zukunft aufdecken.
      Ansonsten bestehen gegenüber der Agentur nur dann Verpflichtungen, wenn man auch dort gemeldet ist. Wer nicht gemeldet ist, hat die freie Wahl, wie er sein Leben gestaltet.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ein ALG-Antrag beinhaltet auch ein Feld, in dem auf einen alten Anspruch hingewiesen werden kann.

  7. Hallo Uwe,

    Ich war auch von Januar (ALG1 ab 15. Februar wegen Ruhezeit) bis 15. Juni arbeitslos gemeldet und danach abgemeldet.
    (steuerliche Gründe wegen Abfindung 2019, ich weiß vielleicht 2-3 Monate zu lang gewartet, aber was soll es)
    Ich werde mich auch am 15. Januar 2020 wieder 11 Monate (vielleicht aber nur 6 Monate den Rest dann 2021) arbeitslos melden. Ich melde mich immer mitten im Monat an und ab, damit ich 2 Rentenmonate abdecke.
    Die AG interessiert dies zweitrangig.
    Gründe können sein: Selbstständigkeit, Pflege von Angehörigen, Auszeit/Urlaub 1 Jahr etc. Der AG ist es egal. Du bist aus der Statistik und bekommst kein Geld mehr. Musst dich natürlich freiwillig krankenversichern oder Familienversichern, wenn du wenig sonstige Einkünfte (V+V, Kapitalerträge, Gewinn als Selbstständiger etc.) hast.
    Man verweist auf den alten, gültigen Bescheid.

    Mit freundlichen Grüßen

  8. Vielen Dank, ich konnte es nur schwer glauben , dass man sich einfach so abmelden kann. Es heißt ja immer , man ist verpflichtet alles zu tun , um schnell wieder in Arbeit zu kommen. Eine Verzögerung um ein Jahr, d. h. auch , man wird älter und ist damit ja auch schlechter vermittelbar und führt das ja selbst herbei!!
    Aber wahrscheinlich gibt es da eh keinen Unterschied zw. 60 und 61!!
    Gruß
    Uwe

  9. Hallo,
    Wollte mal einen kurzen Zwischenbericht geben über das Anmelden nach über einem Jahr ohne Bezug von ALG 1:
    Abgemeldet am 06.07.18
    Wieder arbeitslos gemeldet am 12.07.19 zum 13.07.19. Sofort einen Termin zur Berufsberatung bekommen. 1. Berufsberaterin aus privaten Gründen abgelehnt.
    Wollten das ich den Antrag auf ALG 1 elektronisch mach, habe auf schriftlich bestanden! War dann kein Problem…
    Bescheid mit gleichem ALG 1 und der restlichen Tage (394 Tage) nach 5 Tagen mit der Post erhalten. Super schnell, hatte auch alle Unterlagen sofort vorgelegt!
    Allerdings war im Bescheid die Konto Nummer falsch… Man sollte alles kontrollieren!
    Da ich immer wieder Reservedienstleistung mache, werde ich die Dauer der Zwischenbeschäftigung sehr genau im Auge behalten (12 Monate) und alle Forderungen der Arbeitsagentur erfüllen. Wie die Anzahl der Initiativ Bewerbungen (4 pro Monat?).

    Mfg

    • Danke für Deinen Zwischenbericht. Soweit ich sehe, weitgehend den Erwartungen entsprechend. Der Bescheid für eine Wiederbeantragung geht schon alleine deshalb recht zügig, weil da kaum noch was geprüft werden muss. Die alten Daten haben ja Bestand. Wenn sich an den persönlichen Verhältnissen nichts geändert hat, kann alles so bleiben.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die Anzahl der geforderten Bewerbungen/Monat ist wohl unterschiedlich. Bei mir waren es auch vier.

  10. Hallo,
    Hatte heute meinen Berufs Beratungstermin, war völlig relaxt👍!
    Hatte letzte Woche 2 Bewerbungen vorab gemacht, Beraterin war völlig begeistert von der Eigen Initiative vor dem 1. Termin.
    Eine zwingende Anzahl an Bewerbungen ist nicht erforderlich, sie möchte nur Eigeninitiative von mir sehen….
    Da ja jetzt Urlaubs Zeit ist, soll ich mich Anfang Oktober wieder bei ihr melden für weitere Aktivitäten / Massnahmen.
    So relaxt kann es weiter gehen…..0

    • Dann wünsche ich mal weiterhin entspannte Erfahrungen. Obwohl man natürlich die Ankündigung von „weiteren Aktivitäten/Massnahmen“ auch als Drohung auffassen könnte. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Ich staune manchmal wirklich..
        Kommt wohl tatsächlich auf die „richtige“ Agentur an!
        Wenn es Thomas dann zu nervig wird, zieht er einfach die Karte „RDL“- wenn man da die richtigen Verbindungen hat, -ist das natuerlich auch eine „Loesung“…
        Jeder wie er mag und kann.
        Jedenfalls auch von mir weiterhin viel Erfolg für Thomas!!!

        Gruesse
        ratatosk

        • Hallo ratatosk,
          was bedeutet „RDL“?

          Hallo Alle,
          zur Info: ich bekomme seit September 2019 ALG-1 und musste bisher noch KEINE Bewerbung schreiben; weder aus Eigeninitiative, noch nach Vorschlag der AA.

          Hallo Privatier,
          mein Kompliment zu dieser Seite!!!

          Schöne Grüße
          Bruno

          • @ Bruno,
            RDL = Reservedienstleistung, also Reservedienst bei der Bundeswehr, freiwillig…
            Muss man halt moegen, ist fuer Thomas aber wohl kein Problem.
            Wenn man eine akzeptable „Verwendung“ hinsichtlich Ort und Funktion ergattern kann, ist das eben auch eine Loesung, ohne den Restanspruch Alg1 zu gefaerden.

            Weiterhin einen entspannten und verpflichtungslosen Alg-Bezug, das wurde sich mancher wünschen, ist aber wohl nicht die Regel…

            Gruesse
            ratatosk

  11. Hallo Privatier, ich wollte mich noch einmal für diese wirklich sehr informative und hilfreiche Themen im Blog bedanken. Mir hat das „Studium“ und Deine Antwort sehr geholfen!
    Ich habe mich dann doch für die An-/Abmeldung entschieden und zwischenzeitlich liegt mir mein ALG Bescheid nach SGB 136 III Anspruch auf 720 Tage vor und habe mich gleich wieder abgemeldet und den nicht verbrauchten Restanspruch werde ich dann in bis zu 4 Jahren in Anspruch nehmen können, wenn ich es so richtig verstanden habe, oder? Ich werde jetzt Pause machen und mal abschalten 🙂 aber trotzdem diesen Blog weiter verfolgen.
    LG PR

  12. Hallo,
    jetzt muss ich doch noch mal nachfragen.
    Bisher habe ich folgendes verstanden: Der Anspruch auf ALG I kann über 4 Jahre geltend gemacht werden. Ich kann mich während dieser Zeit an- bzw. wieder anmelden. Was ich nicht verstanden habe: weshalb erlischt mein Anspruch, wenn ich länger als 6 Wochen krank bin und weshalb kann ich mich dann nicht wieder anmelden? Muss ich denn der Agentur für Arbeit mitteilen, dass ich krank bin, auch wenn ich kein ALG I beziehe?

    Noch eine weitere Frage (sorry, wenn sie diese bereits in einem anderen Beitrag beantwortet haben!): Kann ich mich völlig ohne Begründung bei der Agentur für Arbeit abmelden? Wenn ich mich für max. einen Monat abmelde, ist dann in dieser Zeit die Krankenversicherung abgedeckt?

    Danke für eine Beantwortung meiner Fragen.

    • Wer behauptet denn, dass der Anspruch nach >6 Wochen Krank erlischt? Ist man >6 Wo krank, dann gibt es Krankengeld statt ALG1 und wenn man wieder arbeitsfähhig ist, erhält man auch wieder ALG1 (nach Wiederanmeldung).
      Es gibt m.W. höchstens den Sonderfall, dass die 4 Jahre inzwischen verstrichen sind. Dann erlöscht der einstmals festgestellte (Rest-)Anspruch.

      Bei der Onlinemaske zur Abmeldung gibt es mehrere Felder mit Stern (was ich als Pflichtfeld interpretiere), „Abmeldung ab“ und „Warum möchten Sie sich abmelden?“. Letzteres ist ein Freifeld, man kann da also „kranker Papagei“ oder „Besuch des Schwagers in Australien“ oder „ich möchte dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen“ hinschreiben. Vielleicht kann man es auch leer lassen oder ein Leerzeichen eintippen. Also jein.
      Es gibt da auch das Feld „Abmeldung Bis“ falls man sich nicht dauerhaft abmelden will.

      M.W. gibt es die kostenfreie Nachversicherung zwischen zwei Pflichtkrankenkassenverhältnissen (Bsp: ALG1 – 3 Wochen frei – wieder ALG1), sofern diese 1 Monat nicht überschreitet, also ja.

        • Herzlichen Dank. Wollte Ihnen auf diesem Wege auch noch sagen, dass Ihre Seite insgesamt ausgesprochen hilfreich ist!!!

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.
        Der Antwort sowie aus weiteren Kommentaren entnehme ich, dass es der BA letztendlich egal ist, ob und weshalb ich mich abmelde.

        Sicherheitshalber frage ich trotzdem lieber noch mal nach: könnte ich mich demzufolge auch auf einen kurzen Zeitraum mehrfach für 3-4 Wochen abmelden? Beispiel: ich habe noch 7 Monate Restanspruch. Könnte ich mich während dieser Zeit drei mal für einen Monat abmelden – immer gerade so lange, dass ich mich nicht selber in der KV versichern muss. Oder „streikt“ dann die KV bzw. ist es für die KV auch egal, weshalb ich mich jeweils nur für einen kurzen Zeitraum abmelde?

        Viele Grüße, Maria

        • Theoretisch sollte das möglich sein und es gab hier auch schon mal jemand, der dies so vorhatte und wohl auch (nicht ganz so extrem) praktiziert hat.

          Ich selber würde das ablehnen, da ich dann doch den Eindruck hätte, eine Regelung missbräuchlich auszunutzen, die eigentlich einen anderen Sinn hat.
          Ausserdem sollte man auch den organisatorischen Aufwand bedenken, der sich zwangweise mit jedem An-/Abmelden ergibt. Oftmals dauert die vollständige Bearbeitung der Vorgänge ja länger als die geplanten An-/Abmeldezeiten.

          Von daher: Die Möglichkeit besteht, praktisch nutzen würde ich sie nicht.

          Gruß, Der Privatier

      • Hallo!
        Wenn, ich den Text bei der Arbeitsagentur richtig lese.
        Bei Krankschreibung in der Arbeitslosigkeit über 6 Wochen erhält man Krankengeld,
        der Anspruch des Arbeitslosengeldes ruht dann.
        Was ja kein abmelden des ALG 1 Bezuges ist.
        Also müsste einer Weiterzahlung nach Krankengeldzahlung des ALG 1 über 4 Jahre hinaus möglich sein.
        Wie gesagt der Anspruch ruht ja.

        • Der Anspruch ruht, das ist soweit korrekt.
          Um einen ruhenden Anspruch wieder geltend zu machen, muß man beim Amt einen Antrag (auf Arbeitslosengeld) stellen.
          Macht man das z.B. 3 Jahre + 11 Monate nach der Entstehung des Anspruchs, dann kann man den kompletten restlichen Anspruch „abfeier“, auch wenn es über die 4 Jahre hinaus geht.
          Macht man das aber nach 4 Jahren und einem Tag, dann ist der ruhende Anspruch verfallen und das Amt wird die Ablehung mit dem 161 SGB3 begründen: „Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.“

          • Muss mich korrigieren.
            Leider verfällt der Anspruch.
            Ist ein Neuantrag.

            Danke…

  13. Guten Tag,
    Ende der Jahres neigt sich mein Dispo Jahr zu Ende. Man darf ja dann nicht krank sein wenn man sich dann arbeitslos meldet. Wie sieht es aus wenn ich dieses Jahr noch ein Reha Antrag stelle? Geht das oder soll man bis ins neue Jahr warten, wenn das
    dann ALG läuft?

    • Der Antrag an sich ist natürlich nicht schädlich. Aber falls er zur unpassenden Zeit genehmigt wird, besteht eben die Gefahr, dass die Bedingungen für den Start der Arbeitslosigkeit nicht gegeben sind (nicht verfügbar für den Arbeitsmarkt).

      Ich würde daher auf jeden Fall abwarten.

      Gruß, Der Privatier

  14. Sehr geehrter Herr Ranning,

    Mit Interesse habe ich die verschiedenen Diskussionen um das Dispositionsjahr gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob diese Variante die richtige für mich ist.

    Meine Situation: Aktuelles Alter 58 Jahre, Aufhebungsvertrag im Jan 2019 unterschrieben, Ende der Beschäftigung 31.12.2019, Auszahlung der Abfindung Januar 2020. Bei der Berechnung der Abfindung wurden 24 Monate ALG 1-Bezug mitberücksichtigt (verringerte die Auszahlung). Natürlich möchte ich auch erst den ALG 1 Bezug in 2021 aus Gründen der steuerlichen Nachteile bei Bezug im Abfindungsjahr in Anspruch nehmen.

    Da das Dispositionsjahr eine unterschwellige Unsicherheit birgt (zB bzgl nicht planbare Krankheit Ende 2020 oder andere Widrigkeiten, die einen wirksamen ALG Bescheid verhindern), möchte ich noch einmal die Frage aufbringen, was gegen Ihren ursprünglichen Vorschlag spricht, nämlich (siehe Kapitel 9.3.1 Anmelden und wieder abmelden). Mein Verständnis der Vorgehensweise:

    – Kontaktaufnahme mit ArbA 3 Monate vor Jahresende (also jetzt), arbeitssuchend melden
    – Die notwendigen Unterlagen einreichen und den Anspruch feststellen lassen, was hoffentlich bis Jahresende erfolgen kann. Aufgrund des bereits erreichten Alters von 58 Jahren sollten dann 24 Monate Bezugsrecht festgestellt werden können.
    -Nach Erhalt des Bescheids Ende des Jahres 2019 wieder abmelden (Frage: arbeitssuchend oder arbeitslos abmelden?)
    – Ende 2020 für Januar 2021 wieder arbeitssuchend (oder arbeitslos?) melden und ALG 1 ab 1.1.2021 beziehen

    Meine Fragen hierzu:
    – Wird eine Sperrfrist aufgrund des Aufhebungsvertrages bereits bei der Erstellung des Bescheids reduzierend berücksichtigt oder reicht es aus, 12 Monate mit der Inanspruchnahme zu warten?
    – Kann die Abmeldung von der Arbeitssuche erst am 1.1.2020 erfolgen, da man ja zumindest 1 Tag arbeitslos sein muss?
    – Ihnen war es doch so ergangen, dass Sie den Bescheid so spät bekommen haben, dass eine erste Zahlung erfolgt war. Galt in Ihrem Fall keine Sperrfrist?
    – Ist auf diese Weise auch sichergestellt, dass die Agentur auch die Rentenversicherungsbeiträge ab 2021 für mich übernimmt oder wie sind hier die einzuhaltenden Termine? Ich werde in 2020 meine Beiträge zur RV selbst zahlen, da ich diese ja auch steuerlich absetzen kann.
    – Kann man die geplante Vorgehensweise beim ArbA erwähnen oder ist dies kontraproduktiv, da man dann vermutlich nicht rechtzeitig einen Bescheid bekommt?
    – Gibt es Nachteile dieser Vorgehensweise? Muss man sich in der abgemeldeten Zeit dennoch an Vorgaben des ArbA halten, zB hinsichtlich Verfügbarkeit oder örtlicher Abwesenheit?

    Ich weiss, dass insbesondere das Dispositionsjahr stark kommentiert wurde, bezüglich der og Vorgehensweise habe ich allerdings meine Antworten nicht so direkt gefunden und würde mich über einen Kommentar sehr freuen.
    VG, Christian

    • Zunächst einmal ist die Vorgehensweise beim „An- und Abmelden“ wie dargestellt richtig verstanden. Bei der Abmeldung meldet man sinnvollerweise sowohl den Arbeitsuchend- als auch den Arbeitslos-Status ab. Es sein denn, man wäre an weiteren Vermittlungen interessiert. Bei der späteren Anmeldung reicht dann die Arbeitslosmeldung, da diese automatisch immer die Arbeitsuchendmeldung beinhaltet.

      Zu den Fragen:
      – Eine Sperre wird mit der Erstellung des ersten Bescheides berücksichtigt. Ausnahme: Man kann „wichtige Gründe“ für die Aufgabe des Arbeitsplatzes nachweisen (z.B. Gesundheit, Nachweise erforderlich!).
      – Ja, die 3monatige Arbeitsuchendphase vor Beginn der Arbeitslosigkeit kann man nur dann beenden, wenn man auch die geplante Arbeitslosigkeit (z.B. wg. Dispojahr) nicht mehr beantragen will. Ansonsten nicht.
      – Ich selber habe auch eine (verkürzte) Sperre bekommen. Der Bescheid und die erste Zahlung kamen aber erst danach.
      – Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, übernimmt die Agentur die Beiträge zur RV. Auch während einer Sperrfrist. Allerdings nicht, wenn Sie zusätzlich eine Ruhezeit bekommen haben (bei Ihnen eher unwahrscheinlich).
      – Ich glaube nicht, dass die Offenlegung einer geplanten Vorgehensweise einen Einfluss auf die Dauer der Bearbeitung hat. Gerade beim Dispojahr würde ich eine vorherige Abstimmung empfehlen. Beim einfachen An-/Abmelden ist das nicht erforderlich (habe ich auch nicht gemacht).
      – Nachteil des An-/Abmeldens: Sperr- und Ruhezeiten werden nicht verhindert. Gerade bei einem Anspruch von 24 Monaten sind das immerhin 6 Monate weniger Anspruch.
      – Wer bei der Agentur gemeldet ist hat Verpflichungen hinsichtlich Verfügbarkeit usw.. Wer nicht gemeldet ist, hat auch keine Verpflichtungen.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich will den wichtigsten Anwortteil des Privatiers noch mal dick hervorheben: An- und Abmelden führt hier nicht zu 24 Monaten ALG1-Bezug, sondern nur zu 18 Monaten!

      Daher bin ich etwas erstaunt, dass im Aufhebungsvertrag 24 Monate ALG1 „mitberücksichtigt“ wurden. Ich will jetzt nicht von „über den Tisch ziehen“ reden, aber ich sage mal dass nicht allen Betroffenen alle Fakten bekannt waren.

  15. Bei der Festlegung der 24 Monate wurde explizit auch das Dispositionsjahr empfohlen. Ich hatte nur nach der Lektüre hier kurzzeitig gedacht, dass es auch schön sein kann, wenn man gleich am Anfang alles in trockenen Tüchern hat und nicht die Formalitäten ein Jahr spatter wieder vollständig im Blick haben muss. Es kann auch heutzutage nicht alles verhandelt warden, entweder das Angebot passt oder man hat keins.

    • Gut, dann nehm ich das übern Tisch ziehen zurück und spreche nicht weiter über diese Art Reibungswärme.

      Nunja, Bescheid in der Tasche ist nur ein Teil von den „trockenen Tüchern“.
      Von trocknen Tüchern werde ich erst reden, wenn meine ALG1-Zeit vorrüber ist. Ich komme gut mit meinem Betreuer aus und er verlangt auch nicht viel von mir. Aber er kann sich ja morgen den Hals brechen (Gott behüte ihn vor allen Unbillen) und ich habe übermorgen einen neuen Betreuer, der den unbändigen Ehrgeiz verspürt mich unbedingt irgendwo hinzuvermitteln.
      Hilft Dir aber nicht weiter bei der Entscheidung ob Du das 24 Monate (nach Dispojahr) oder 21 Monate (3 Monate arbeitssuchend und 18 Monate ALG1) lang haben willst 😉

  16. Erstmal großes Lob für diesen Blog und die Unmengen an hilfreichen Informationen.
    Ich habe mich nach kurzem ALG1 Bezug nun abgemeldet und einen Aufhebungsbescheid bekommen ( „Die Entscheidung über die Bewilligung von Arbeitslosengeld gemäß 136 SGB III wird ab 01.01.2020 aufgehoben“). Das ist der normale Vorgang und hebt nicht meinen eigentlichen ALG1 Restanspruch auf, den ich ab 2021 geltend machen möchte, korrekt?

    • Alles richtig so. Die Agentur hebt damit nur die aktuelle Bewilligung über ALG auf. Das ist ja auch korrekt, da eine Abmeldung vorgenommen wurde.
      Der noch bestehende Restanspruch kann aber innerhalb von vier Jahren weiterhin geltend gemacht werden.

      Gruß, Der Privatier

  17. Klasse, toller Blog mit vielen hilfreichen Infos.
    Ich habe nach über 20 Jahren Berufstätigkeit zum Sep19 meine Kündigung erhalten. Hab mich arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet und habe den ALG1 Bescheid im Okt erhalten und habe im Okt ALG1 bezogen (ich habe den Höchstsatz von ca. 2.700 Eur Arbeitslosengeld bezogen). Seit Nov bin ich als Freiberufler selbständig und habe entsprechend den Aufhebungsbescheid bekommen (Restanspruch 14 Monate, den ich innerhalb der nächsten knapp 4 Jahre geltend machen könnte). Für mich stellt sich jetzt die Frage, ob ich, wenn ich freiwillig in die ArbeitslosenV für Selbständige einzahle, meine o.g. Ansprüche damit „verwässere“ oder sogar ein neuer Anspruch entsteht und somit der „alte“ Restanspruch verfällt.

    • Die Gefahr einer Beeinflussung des bestehenden Anspruches ist durchaus gegeben! Von daher würde ich mir das sehr gut überlegen.

      Aber es hängt eben auch von dem Ziel der selbständigen Tätigkeit ab.
      Wenn dies eine ernsthafte, auf Dauer angelegte hauptberufliche Tätigkeit sein soll, so kann eine Arbeitslosenversicherung durchaus Sinn machen.
      Handelt es sich hingegen eher um ein Nebentätigkeit mit Hobby-Charakter, würde ich auf die ALV eher verzichten.

      Weitere Infos dazu gibt es im oben verlinkten Beitrag über Zwischenbeschäftugungen. Dort ist zwar anfangs gesagt, dass selbständige Tätigkeiten nicht dazu zählen. Das gilt aber nur dann, wenn keine freiwillige ALV gewählt wurde. Mit ALV ergeben sich dieselben Konsequenzen wie bei vers.pfl. Beschäftigungen.

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo,

    nirgendwo im Netz finde ich die Antwort auf meine Frage.

    Hebt der Neuanspruch den Restanspruch auf?

    Beispiel: mir stehen 4 Monate Restanspruch zu, nun habe ich 2 Monate an der neuen Stelle gearbeitet. Stehen mir jetzt 5 Monate Restanspruch zu? Oder muss ich erst mindestens 12 Monate wieder arbeiten damit die neuen 6 Monate zu den alten 4 Monaten addiert werden?

    Oder heben die neuen 6 Monate den Restanspruch auf und mir bleiben nur 6 Monate?

    Vielen Dank im vorraus.

    • Grundsätzlich hebt ein neuer Anspruch zwar den alten auf, ein bestehender Restanspruch kann aber auf den neuen Anspruch übertragen werden. Heisst: Der neue Anpruch wird verlängert.

      Im obigen Beispiel ist aber nach 2 Monaten noch kein neuer Anspruch entstanden. Der entsteht normalerweise erst nach 12 Monaten. In diesem Fall würden die Zeiten dann zu 10 Monaten addiert (6+4).

      Weitere Fragen in dieser Richtung bitte in einem speziellen Arbeitslosenforum stellen. Dort kennt man sich mit solchen Situationen deutlich besser aus!

      Gruß, Der Privatier

  19. Hallo lieber Privatier,
    hallo liebe Forumteilnehmer,

    Anfang 2018 habe ich mich nach 1 Tag Arbeitslosigkeit, um meinen Anspruch damals korrekt mit 15 Monaten feststellen zu lassen, baw. komplett wieder abgemeldet. Nun plane ich, mich ab 1. Juni d.J. wieder für ein paar Monate, wahrscheinlich bis Jahresende anzumelden. In der Zwischenzeit habe ich direkt nach Abmeldung in 1/2018 meine Mutter offiziell über ihre Pflegekasse durchgängig unterstützt und es wurden bisher für den gesamten Zeitraum und baw. Rentenbeiträge von der PK für mich gezahlt. Beiträge zur ALV wurden und werden nicht gezahlt. Beides, also sowohl wegen Zahlung der RV-Beiträge und Nichtzahlung der Beiträge zur ALV liegt mir auch schriftlich von der PK vor.
    Weiß jemand, ob es in Bezug auf die jetzt wieder in’s Spiel kommende AA problemlos weiterhin möglich ist, die Zahlung der RV-Beiträge durch die PK für mich neben der Wiederanmeldung meiner Arbeitslosigkeit bei der AA laufen zu lassen? Oder muss ich mich zusätzlich zum Onlineantrag an die AA, um meinen alten Anspruch auf ALG I wieder geltend zu machen, darüber hinaus an die PK meiner Mutter wenden? Oder anders gefragt, gäbe es Probleme, wenn sowohl die PK als auch die AA im Rahmen meines dort jeweils vorliegenden Status nebeneinander und beide Rentenbeiträge für mich zahlen? Ginge das überhaupt?

    Und noch eine Frage zum Thema KV. Derzeit bin ich seit damaliger Abmeldung bei der AA über meine Frau familienversichert. Mit Wiederanmeldung wird sich das dann ja ändern und die AA übernimmt das für mich. Muss bzw. sollte ich die KK meiner Frau selber zusätzlich über diese anstehende Änderung informieren oder läuft das mit meiner jetzt kurzfristigen Anmeldung bei der AA zum 1. Juni automatisch und es besteht hierzu kein Handlungsbedarf für mich?

    Den ALG I-Antrag habe ich vor online zu stellen, aber das eigentlich auch notwendige persönliche Vorsprechen bei der AA klappt ja wahrscheinlich wegen Corona noch nicht wieder oder wie ist das derzeit?

    Muss oder sollte ich sonst noch an etwas denken bei meinem geplanten Vorhaben des Wiederaufleben lassen meines ALG I-Anspruches von Anfang 2018 zum 1.6.2020?

    Vielen Dank vorab für Unterstützung!

    Gruß, Nick

    • Auch wer neben einer Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld erhält, wird von der Versicherungspflicht durch die Pflegekasse nicht ausgeschlossen. Details zu sämtlichen Fragen im Zusammenhang mit „Rente für Pflegepersonen“ sind in einer Broschüre der DRV zu finden: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/rente_fuer_pflegepersonen.html

      Ich würde dies jedoch der Vollständigkeit halber immer der Pflegekasse auch vorab mitteilen. Das gilt auch für die Krankenkasse. Hier erfolgt zwar auch eine automatische Mitteilung durch die Agentur, ich halte die Eigeninitiative jedoch für besser.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich traue mich kaum zu fragen, aber ich finde beim Onlineantrag auf ALG I kein Feld, mit dem ich auf meinen früheren Bewilligungsbescheid verweisen kann, den ich damals erhielt, bevor ich mich wieder abgemeldet habe und den ich ab 1.6. gerne wieder aufleben lassen möchte. Kann mir bitte jemand auf die Sprünge helfen?? Dank vorab!
        Gruß, Nick

        • Ich würde Feld 3a dazu missbrauchen um den Zeitraum des ALG1-Bezuges und das Aktenzeichen des Bewilligungsbescheides einzutragen.

          Ansonsten gilt „ruf doch mal an“, telefonisch dürfte die Agentur ja erreichbar sein.

          • Danke, eSchorch, dass du dich gemeldet hast! Eigentlich ist der Onlineantrag einfach und selbsterklärend auszufüllen. Ich war nur verdutzt und irritiert, weil ich das angeblich vorhandene Feld für den Querverweis auf den alten, bestehenden Anspruch, um auch einen Zusammenhang herzustellen auf den vorliegenden Bewilligungsbescheid, auf das hier in mehreren Kommentaren auch vom Privatier hingewiesen wurde, einfach nicht zu finden ist und plötzlich war ich schon am Ende des Antrags.
            Danke nochmals für die Rückmeldung und Gruß

          • Leider sind die Formulare für den ALG-Antrag nicht per Download verfügbar, so dass ich nur auf Basis eines älteren Formulars anworten kann. Ich nehme aber an, dass es da kaum Änderungen gegeben hat und dass die Online-Eingaben so ähnlich aussehen.

            Wenn dem so ist, müsste man das Feld 3a gar nicht „missbrauchen“, sondern es ist genau das Feld, um das es geht: Hier wird angegeben, dass man in Vergangenheit bereits Leistungen bezogen hat, mit Angabe der Kundennummer und des Jahres. Mehr ist nicht erforderlich.

            Gruß, Der Privatier

          • Feld 3a gibt es online nicht(mehr?). Nach der Frage ob man Schüler oder Student ist oder wird (Frage 2h) folgt (zumindest online) unter 3) direkt die Tabelle „Zeiten der letzten 5 Jahre“(scheinbar sonst 3b). Nur zur Info, auch für alle Betroffenen.
            Gruß, Nick

  20. Wo ist das Problem. Ich habe ein Anschreiben als Dokument hinterlegt, in dem ich genau auf den alten Bescheid und die restliche Bezugsdauer hingewiesen habe. Seid nicht immer so faul. Wer gleich klar auf seinen Anspruch hinweist, bekommt schnell und ohne Rückfragen oder etwaige Widerspruchsverfahren den Bescheid, den er gerne hätte.

    • Sorry, welche Umgangsformen und -töne pflegst du?? Diese Art der Wortwahl kenne ich hier aus diesem Blog jedenfalls nicht und ich bin schon seit ein paar Jahren dabei! Und wo mein Problem mit dem Antrag liegt, habe ich oben bereits klar und deutlich geschildert. Sonst habe ich kein Problem! ICH bin „nicht immer so faul“, im Gegenteil! Ich habe den Onlineantrag auf ALG I genau so und 1:1 ausgefüllt, wie es die Felder und das Formular hergegeben haben! Nur leider gibt es das im Blog mehrfach zitierte, ominöse Feld für den Verweis auf den bestehenden Anspruch nicht! Und Dokumente, z.B. den alten Bewilligungsbescheid hätte ich gestern sehr gerne als PDF angehängt und so einfach darauf verwiesen, klappte aber nicht „Es gibt ein technisches Problem. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.“ Hab’s dann später noch mehrfach versucht und dann aufgegeben und in nachträglicher Textform über das Kontaktformular auf dieses „technische Problem“ der AA hingewiesen und so auch gleich nochmals den Querverweis auf den Altanspruch gegeben und dass der AA ja der geforderte Nachweis auf diese „Einkommensersatzleistung“ von damals automatisch quasi vorliegt, weil sie diesen selber seinerzeit genehmigt und mir vor meiner eigenen Abmeldung für einen Tag ausgezahlt hat. Das sollte damit dann wohl reichen und hoffentlich laufen. Aber ob ich damit wirklich „schnell und ohne Rückfragen oder etwaige Widerspruchsverfahren den Bescheid, den ich gerne hätte“ bekomme, wird sich zeigen.
      Schönen Tag noch!

  21. Ja und. Wo ist dein Problem? Das Feld gibt es nicht. Also ein Abschreiben oder den alten Bescheid und Bescheid zur Aufhebung mit Verweis auf dein Abschreiben anhängen.
    Wenn das mal technisch nicht geht, geht es vielleicht morgen und ist kein Beinbruch. Wenn ich die mittlerweile etlichen Texte zu diesem nicht vorhandenen Problem eines möglichen fehlenden Feldes lese, ist das für mich ein einfach lösbares Thema mittels Anschreiben aber kein Grund für eine Dauerdiskussion diesbezüglich.

  22. Anspruch auch nach Dispojahr ?
    Ich würde mich gerne nach dem Dispojahr genau einen Tag arbeitslos/-suchend melden (da bin ich 58). Für den Restanspruch (2 Jahre – 1 Tag) gelten dann doch auch die 4 Jahre ?!

    • Ein ALG-Anspruch hat auch dann bis zu 4 Jahre Bestand, wenn er im Anschluss an ein Dispojahr festgestellt wird. Richtig.

      Zur Feststellung des ALG-Anspruches reicht tatsächlich nur ein Tag mit gemeldeter Arbeitslosigkeit (inkl. ALG-Antrag). Ich würde allerdings sicherheitshalber den ALG-Bescheid abwarten. Wenn man das gut vorbereitet, muss da in der Regel nicht lange drauf warten.

      Gruß, Der Privatier

      • Besten Dank für die Antwort.
        Muss dann innerhalb der vier Jahre der Anspruch wieder begonnen werden oder muß die restliche Zeit in dem vier Jahreszeitraum liegen ?

        Danke und Gruß,
        Stefan

        • Ersteres.
          Aber Obacht. Wenn während des ALG1-Bezuges die 4 Jahresfrist überschritten wird, sollte man nicht >6 Wochen krank werden. Denn dann würde man aus dem Bezug rausfallen (Krankengeld beziehen) und könnte sich nicht wieder anmelden. Der Rest des Anspruches wäre dann verfallen.

  23. Hallo,
    gilt die ua. Verlängerung ALG1 auch in der 4 Jahres Frist ?
    Bin seit Januar 2019 zu Hause, war 4 Monate (ab 02/2019) arbeitslos, danach Rest von dem Jahr 2019 Privatier.
    Mitte Januar 2020 wieder arbeitslos gemeldet, um die restlichen 11 Monate ALG1 noch in Anspruch zu nehmen. Neuer Antrag endet Mitte Dezember 2020, also noch in der gesetzlichen Frist. Ich müsste eigentlich die 3 Monate länger ALG1 bekommen oder spricht was dagegen,. Wenn ja, hatte ich Glück gehabt mit meinen Timing.
    Mfg

    bzgl. Ausnutzen des Staates habe ich mir mal die Mühe gemacht und die gezahte Lonsteuer meines Berufsleben zu addieren. Hier kam eine Summe von über 700k€ heraus, obwohl ich noch 8 Jahre im Ausland wohnte und die Lohnsteuer meiner Frau noch hinzukommt. ALG1 wird über den gesamten Zeitraum zwischen 30-35k€ liegen.


    Arbeitslosengeld wird länger gezahlt
    Zweites Sozialschutz-Paket sieht Verlängerung der Bezugsdauer vor
    15.05.2020 – Wer Arbeitslosengeld erhält, kann jetzt länger mit der Leistung rechnen: Im Rahmen des Zweiten Sozialschutz-Pakets wurde beschlossen, Arbeitslosengeld 3 Monate länger auszuzahlen. Das gilt für alle, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 endet.

    Arbeitslosengeld wird nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt. Mit der Verlängerung der Bezugsdauer will die Bundesregierung die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für Arbeitslose mildern. Die Verlängerung um 3 Monate gilt befristet für alle, deren Anspruch auf die Leistung in diesem Jahr noch ausläuft.

    Betroffene Kundinnen und Kunden werden von ihrer zuständigen Arbeitsagentur per Schreiben über die Verlängerung informiert und müssen selbst nichts unternehmen. Das Arbeitslosengeld erhalten sie automatisch 3 Monate länger.

    • Auch wenn ich nicht alle kurzfristig eingeführten und vorübergehend gültigen Gesetzesänderungen/-erweiterungen im Zusammenhang mit Corona so detailliert verfolge, so gehe ich im obigen Fall aber davon aus, dass der ALG-Anspruch um 3 Monate verlängert wird. Festgelegt wird das im neuen §421d SGB III (ist bisher nur als Entwurf zu finden. Dieser ist aber bereits so beschlossen).
      Und danach wird der ALG-Anspruch um 3 Monate verlängert, wenn der Anspruch ansonsten in der Zeit vom 1.5.2020 bis 31.12.2020 geendet hätte. Im obigen Fall passt das also.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo AKK,

      nach den von dir zitierten Zeitungsbericht (?) sieht es danach aus, dass du Glück hast und darunter fällst. Details wären dem Gesetz zu entnehmen. Ziel der Regelung ist Arbeitslosen, die in diesem Jahr auf einen neuen Job hofften 3 Monate mehr Zeit zu geben. Es gibt m.E. keinen Grund, weshalb die 4-Jahresfrist daran etwas ändern sollte. (damit kann ich mich nur hinauskatapultieren, aber das Ende des ALG1 nicht nachträglich so verkürzen, das es vor Jahresende enden würde). Falls es wider erwarten nicht geht, sei nicht traurig und freue dich wenn du den Brief bekommst. Betrachte es als Geschenk – andere sind darauf dringend angewiesen
      .

  24. Hallo Stephan,

    dies ist kein Zeitungsbericht, sondern steht auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit. Das manche darauf angewiesen sind, steht außer Frage.

    Mit freundlichen Grüßen

  25. Hallo,
    Was für ein cooler Blog ! Ich habe eine persönliche Frage zum Thema „Anspruch“ und würde mich über eine Antwort freuen. Anfang 2018 wurde für mich ein sehr hohes ALG bewilligt (ohne Sperrzeiten) und das ich habe zunächst 4 Monate erhalten. Dann habe ich mich für eine längere Reise abgemeldet und im Anfang 2019 wieder angemeldet. Diesmal habe ich 5 Monate das zuvor bewilligte ALG erhalten. Seit August 2019 arbeite ich wieder, aber nur Teilzeit. Ende diesen Jahres möchte ich selbst kündigen. Ich hatte gehofft, aus diesem 4 Jahreszeitraum noch 6 Monate wieder das hohe ALG zu erhalten.
    So wie Du es aber hier geschrieben hast, habe ich durch die 17 Monate Teilzeit mir nun einen neuen „Anspruch“ erworben, wodurch der alte verloren geht. Und durch die eigene Kündigung würde ich ja zunächst eine Sperre erhalten. Damit bin ich schlechter gestellt, oder ? Kann ich da was dran machen ?
    Danke schon mal und schöne Grüße
    Die Australierin

    • Bitte lies einmal den Beitrag: „ALG nach Zwischenbeschäftigung“.
      Dort gibt es einige Randbedingungen zu prüfen bzw. nachzurechnen.
      Ich bitte dies selber durchzuführen, da ich bei solchen Berechnungen immer zu Fehlern neige. 😉
      Bitte auch die ersten beiden Kommentare beachten! Wichtig!

      Gruß, Der Privatier

  26. Ein Hallo in diese (hoffentlich richtige) Runde!
    Ich bin seit 09.04.2020 arbeitslos gemeldet, erhalte aber trotz eigener Kündigung vorläufig ALG 1. Jetzt bin ich fast so weit, dass ich eine Umschulung zum Fahrlehrer machen möchte. Dauer ca. 13 Monate. Beginn ab August 2020.
    Wie kann ich meine Anspruchsdauer ungekürzt (aktuell 450 Tage) erhalten bzw. in ein paar Jahren wieder aufleben lassen oder gar auf zwei Jahre erhöhen? Oder geschieht das automatisch? Hab irgendwo mal gehört, ein einziger Tag ALG 1 aussetzen würde dafür genügen. Aber wie soll denn das gehen?

    Vielen Dank schon mal für eine Hilfestellung!

    • Wie oben im Beitrag beschrieben, hat ein einmal festgestellter Anspruch auf ALG1 bis zu 4 Jahre Bestand. Innerhalb dieser Frist kann man sich also jederzeit wieder arbeitslos melden und den alten Anspruch weiter „verbrauchen“.

      Wenn man zwischenzeitlich durch weitere Beschäftigungen einen neuen Anspruch erwirbt, so können alter und neuer Anspruch auch ggfs. zusammengefasst werden, allerdings nur bis zur jeweiligen Höchstgrenze der Altersstufe etc.

      Für weitere Details wäre diese Frage besser in einem spezialisierten Erwerbslosenforum aufgehoben. Dort kennt man sich mit solchen Fällen in der Regel besser aus.

      Gruß, Der Privatier

  27. Vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Leider funktioniert dieser Link https://www.elo-forum.org/alg-i/ nicht (mehr).

    Aber egal: ich werde heute meinem Berufsberater das O.K. für die Umschulung geben.
    Mut bedeutet ja auch, Schritte nach vorne zu gehen, auch wenn man noch Angst verspürt.

    Vielen Dank noch mal und alles Gute weiterhin!

    Liebe Grüße,
    Gutzi

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