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Kap. 3.3.1.1: Hinweise zur Fünftelregel: Grundlegendes — 40 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Ranning,

    ich bin sehr erfreut darüber Ihre Internetseite gefunden zu haben. Einen riesen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung die sie für all diese Menschen leisten. Sie gehören für mich zu jenen, die man Hoffnungsschimmer nennt.

    Leider bin ich ein wenig spät auf Ihre Seite gestoßen, nachdem ich mehr als ein halbes Jahr dutzende Internetseite besucht, und die unterschiedlchen Instanzen hoch und runter kontaktiert habe.

    Ich schildere Ihnen meinen Fall, und frage mich ob ich richtig damit liege, dass es eine Herausforderungen deluxe ist.

    Ich wurde nach 17 Jahre Beschäftigung sechs Monate freigestellt und bin zum 28.2.18 gekündigt. Die Abfindung die im Aufhebungsvertrgag vereinbart worden ist wurde Ende Januar 2018 ausbezahlt. Nach Unterzeichnung meinens Aufhebungsvertrages wurde ich schwanger. Unser Baby kommt Anfang Mai auf die Welt. Ich wurde vom Arbeitsamt nicht gesperrt, da es hierfür gute Gründe gab. Ein Lob an dieser Stelle ans Arbeitsamt. Da ich Teilzeit beschäftigt bin, hat man mir die Anrechnungstage von 30 Tage auf 20 Tage runtergeschraubt, wogegegen ich Einspruch eingereicht habe.
    Nun, ich bekomme auch wenn wirklich wenig ab dem 1.März Arbeitslosengeld, bin auch Krankenverischert etc. Mein Mutterschutz beginnt ca. Mitte März und ab Mai würde ich Elterngeld beziehen.
    Wie verhält sich das Ganze nun?
    a) Kann ich ab 15. März pausieren? Und dann nächstes Jahr in der gesamt errechneten Höhe den Rest-Anspruch auf Arbeitslosengeld weiter beziehen?
    b) Werden in der Einkommenssteuererklärung 2018 Mutterschaftgeld,Elterngeld und Arbeitslosengeld als Einkommen berechnet?

    MIr wurden von meinem Arbeitgeber bereits ca. 20% von der Abfindung als Lohnsteuer abgezogen. Die Fünftelregelung kann ich anwenden, da mein Einkommen dieses Jahr incl. Abfidnung höher liegt als letztes Jahr.

    • „Sie gehören für mich zu jenen, die man Hoffnungsschimmer nennt.“

      Leider gehöre ich in diesem Falle zu jenen, die keinen Schimmer haben… 😉

      Im Ernst: Die ganze Thematik rund um Mutterschaftsgeld und Elterngeld habe ich mir nie angesehen und das lässt sich auch nicht „mal eben“ in fünf Minuten nachgucken.

      Ich könnte jetzt hier ein paar Vermutungen aufstellen, aber das halte ich für wenig sinnvoll. Unabhängig davon kann ich aber dennoch ihre Fragen beantworten:

      Zu a) Sie können sich jederzeit aus der Arbeitslosigkeit abmelden und diese dann später wieder anmelden (innerhalb von vier Jahren). Allerdings werden Sie während dieser Zeit dann auch auf die bereits erwähnten Vorteile verzichten müssen (KV/PV, RV). Ich fürchte, dass das Mutterschaftgeld auch an den Status: „Beruftstätig oder Arbeitslos“ gebunden ist..

      Zu b) Mutterschaftgeld, Elterngeld und Arbeitslosengeld zählen zu den sog. Lohnersatzleistungen und sind zwar selber steuerfrei. Sie erhöhen aber über den Progresssionsvorbehalt den Steuersatz.

      Mutterschaftsgeld ist ja (soweit ich weiß) eine Leistung der Krankenkasse. Fragen Sie doch einfach dort einmal nach, ob die Zahlungen auch weiter erfolgen, wenn Sie nicht mehr arbeitslos gemeldet sind.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo,

    ich verstehe es so, dass die Bruttoabfindung im Jahr der Abfindungszahlung über dem Bruttoeinkommen des Vorjahres liegen muss, z.B. Gehalt + Mieteinnahmen + Kapitalerträge etc., damit die Fünftelregelung greift. Beispiel: Einnahmen im Vorjahr der Abfindung: 100k€. Abfindung im Folgejahr: 105 k€ -> Fünftelregelung greift.
    Wären es 95k€, so würde Fünftelregelung nicht greifen. Ist das korrekt ?

    Wie verhält es sich, wenn nun im Jahr der Abfindung von der Abfindungszahlung sagen wir 30 T€ in die Rürup-Rente eingezahlt wird, dann müsste ja dieser Betrag zur Berechnung der Fünftelregelung von der Bruttoabfindung abgezogen werden.
    Beispiel: wie oben. Abfindung 105 k€ – 30k€ = 75 k€. Greift nun die Fünftelregelung, weil die 105 k€ höher sind als die 100k€ im Vorjahr oder zählen die 70 k€ und die
    Fünftelregelung greift nicht ?

    • Die Fünftelregel kann auch angewandt werden, wenn höhere Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen reduzieren. Das ist kein Problem.
      Erklärung: Umgangssprachlich werden die Begriffe „Einnahmen“, „Einkünfte“ und „Einkommen“ meistens nicht streng getrennt (so auch z.B. in obiger Frage). Im Steuerrecht besteht da aber in großer Unterschied!
      Und bei der Fünftelregel geht es aber um eine Zusammenballung der Einkünfte, hier im Beispiel also um die Zusammenballung der Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit.
      Das zu versteuernde Einkommen (welches sich nach Abzug der Sonderausgaben ergibt) spielt dabei keine Rolle.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo,
    Top Seite, besser geht es nicht!
    Frage: Wenn die Fünftelregelung angewandt wird, führt der Arbeitgeber bereits nach der Fünftelregelung die Versteuerung durch oder muss ich das Geld beim Finanzamt über die Einkommensteuererklärung wieder zurückholen?

    Thomas

  4. Hallo zusammen!
    Der AG hat bei mir die Fünftelregelung angewendet. Die Kriterien für die Zusammenballung der Einkünfte habe ich verstanden. Jetzt wollte ich nur noch mal sicher gehen, dass es nicht irgendeinen Mindestbetrag gibt, um den die Abfindung bzw. die Einkünfte im Folgejahr höher sein müssen als im Vorjahr. Da habe ich einfach mal bei meinem FA angerufen….ha ha!!! Ich glaube, ich könnte da locker arbeiten! Die Dame hatte null Ahnung und hat das auch zugegeben! Sie „glaubt“ nicht an einen Mindestbetrag, aber ganz ehrlich, da hätte ich auch beim Friseur nachfragen können! Hat jemand womöglich schon mal die leidige Erfahrung gemacht, dass die Anwendung der Fünftelregelung vom FA abgelehnt wurde, aufgrund der Tatsache, dass die Überschreitung der Vorjahreseinkünfte nicht hoch genug war? Denn jetzt könnte ich das noch steuern mit der Abmeldung von ALG I. Vielen Dank für eine Rückmeldung! VG Patrick

    • Ich „glaube“ auch nicht an einen Mindestbetrag. 😀 😀

      Nein, im Ernst: Die Regelung heisst einfach, dass die Einkünfte inkl. Abfindung „höher“ sind müssen, als es bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältisses der Fall gewesen wäre.

      Für den Normalfall sehe ich da auch keine Gefahren. Was natürlich immer zu Diskussionen führen kann, sind Fälle, in denen unregelmäßige Zahlungen (wie Provisionen, Boni u.ä.) eine Rolle spielen. Das führt aber eigentlich regelmäßig zu Diskussionen, nur kann es dann kritisch werden, wenn die Art der Berücksichtung mal zu Unter- oder Überschreitung führt.

      Aber einen Mindestabstand gibt es nicht.

      Gruß, Der Privatier

  5. Vielen Dank für die Einschätzung! Die Boni-Diskussionen hätte ich auch führen können, da in 2017 Bonuszahlungen für 2 Kalenderjahre drin sind, die ja normal nicht in einem KJ angefallen wären, wenn das Arbeitsverhältnis fortgesetzt worden wäre. Aber da mir das zu riskant und nervig ist, habe ich dafür gesorgt, dass die Einkünfte in 2018 (Abfindung plus ALG) den Betrag aus 2017 (inkl. Bonuszahlungen) übersteigen. Vielen Dank noch mal!!! VG Patrick

  6. Hallo Privatier,

    danke für die hilfreichen Hinweise.

    Frage: Kann ich durch Einmalzahlung in eine Versicherung (z.B. Riesterrente) max. Betrag 32.000 € Steuern sparen?

    Über ein kurzes feedback würde ich mich freuen.

    Gruß Thomas

    • Eine Einzahlung in die Altersvorsorge (nicht in eine Versicherung!) ist ein gutes Mittel, die Steuerbelastung zu senken. Riester ist aber am ungeeignesten, da es hier sehr enge Grenzen gibt. Deutlich besser sind die sog. Basis-Versicherungen wie: Gesetzl. Rente, Rürup-Rente oder berufsständische Versicherungen.

      Wieviel man aber am Ende dann an Steuern spart, hängt sehr vom Einzelfall ab und lässt sich nur anhand konkreter Zahlen berechnen.

      Zu den Einzahlungsmöglichkeiten und deren steuerlicher Wirkung gibt es hier eine ganze Reihe von Beiträgen. Am besten einmal oben rechts die Suchfunktion benutzen.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Privatier,

    bin zufällig auf Ihre Internetseite gestossen, welche ich mit Interesse verfolgt habe.

    Bin persönlich dadurch betroffen, dass ich zum Jahresende ausscheide (werde im Dezember 56) und dann im Januar meine Abfindung erhalte. Im Vorfeld hatte ich einen Termin mit einem Beratungsunternehmen welches von meinem AG iniziert wurde.

    Die auf die errechnete Abfindung zu zahlende Steuer (5tel-Regelung) übernimmt vollständig mein AG – Auf das Dispositionsjahr wurde ich auch seitens des Beraters hingewiesen. Es wurde auch ein STB hinzugezogen, welcher mich darauf hingewiesen hat für 2019 eine Einzahlung in die Rentenkasse zu leisten (Altervorsorgeaufwendung, da meine Frau ja auch noch ein laufendes EK bezieht.
    Alles in Allem decken sich die Informationen seitens des Beratungsteams mit den von Íhnen und den vielen Gastkommentaren.
    Bin gespannt wie die weitere Betreuung verläuft wenn es in die „Heiße Phase“ geht.

    VG Alex

    • „Alles in Allem decken sich die Informationen seitens des Beratungsteams mit den von Íhnen und den vielen Gastkommentaren.“

      Dann haben Sie ein gutes Beratungsteam! 😉
      Ganz im Ernst: Die Themen hier auf der Seite sind schon sehr speziell und noch lange nicht jeder „Fachmann“ kennt sich mit den Fragestellungen aus. Und das gilt sowohl für die Personalabteilungen in den Unternehmen, für evtl. konsultierte Anwälte und Steuerberater, als auch die Mitarbeiter in Ämtern und Behörden.
      Falls es daher mal nicht so läuft, wie gedacht: Hartnäckigkeit ist oberstes Gebot!

      Gruß, Der Privatier

  8. Guten Tag Herr Ranning, ist es nicht so, dass als weitere wichtige Voraussetzung zur Anwendung der Fünftelregelung der Arbeitnehmer das „schadenstiftende Ereignis“ (-> sprich Aufhebungsvertrag) nicht selbst herbeigeführt haben darf bzw. er unter nicht unerheblichen rechtlichen, wirtschaftlichen oder tatsächlichen Druck gestanden haben muss? Das Finanzgericht Münster entschied mit Urteil vom 17.03.17, 1 K 3037/14 E zu Gunsten des Klägers mit der Begründung, dass es bereits ausreiche, dass zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine gegensätzliche Interessenlage bestand (z.B. auferlegtes Einsparprogramm?). Leider ist die Beklagte in Revision gegangen und das Verfahren (IX R16/17) ist noch am Bundesfinanzhof anhängig. Bei einem Aufhebungsvertrag ist ja eine Mitwirkung beider Parteien notwendig, was ja auch unter anderem die Sperrzeit bei Beantragung des ALG1 rechtfertigt. Mich würde nun interessieren wie generell die Erfahrungswerte sind bei Anwendung der Fünftelregelung in Zshg. mit einem einvernehmlichen Aufhebungsvertrag. Vielen Dank. MfG Steini

    • Tja, interessante Rechtsauffassung, die da von dem FA vertreten wird. Ich glaube kaum, dass die vor dem BFH Bestand haben wird.

      Ich empfinde die Auffassung auch schon deshalb als abwegig, da aus meiner Sicht am Ende ein Aufhebungsvertrag ja immer einvernehmlich unterzeichnet wird. Nach etwaigen langen Verhandlungen oder sogar Gerichtsprozessen sind sich dann beide Parteien einig, den Arbeitsvertrag unter bestimmten Kondition zu beenden. Einvernehmlich.

      Mir sind jedenfalls keine weiteren Fälle bekannt, bei denen die Anwendung der Fünftelregel mit einer ähnlichen Argumentation verweigert wurde.

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Herr Ranning.
    Großartige und vor allem hilfreiche Seite und ein tolles Buch! Dennoch eine Frage 🙂
    Mal das ideale Szenario vorausgesetzt (Zahlung der Abfindung im Januar) gehen die hier genannten Beispiele immer davon aus, das im Jahr der Zahlung kein weiterer Verdienst dazu kommt. Man sozusagen aus dem Berufsleben ausscheidet.
    Wie verhält es sich denn, wenn man später im Jahr (oder ein Jahr danach) dann bei einem anderen Arbeitgeber doch wieder eine neue Stelle antritt?
    VG
    Thomas

    • Ich gehe einmal davon aus, die Frage bezieht sich auf die Steuer? (oder was sonst??)

      Wenn im Jahr der Abfindungszahlung weitere Einkünfte durch ein neues Beschäftigungsverhältnis dazu kommen, steigt natürlich die Steuerbelastung. Und zwar teilweise drastisch! Nicht umsonst wird immer der Hinweis gegeben, im Jahr der Abfindungszahlung möglichst keine weiteren Einkünfte zu haben.

      Wird der neue Job erst im Jahr nach der Abfindungszahlung angetreten, hat dies natürlich keinen Einfluss mehr auf die Abfindungs-Steuern.

      Gruß, Der Privatier

  10. Hallo Herr Ranning

    es gibt einen Urteil:
    „BFH v. 13.03.2018 – IX R 16/17“ was besagt:
    „Zahlt der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer im Zuge der (einvernehmlichen) Auflösung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung, sind tatsächliche Feststellungen zu der Frage, ob der Arbeitnehmer dabei unter tatsächlichem Druck stand, regelmäßig entbehrlich.“
    https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/druckvorschau.py?Gericht=bfh&Art=en&nr=37078

    Meine Fragen dazu:
    Muß überhaupt in einem einvernehmlichen Aufhebungsvertrag ein Entlassungsgrund stehen?
    Kann man in so einem Fall (ohne Entlassungsgrund) Fünftelregelung anwenden und wird das von Finanzamt akzeptiert?

    Gruß, Richie

    • Ich bin ja kein Jurist, aber aus meiner Sicht ist das zitierte Urteil ja bereits ein Hinweis darauf, dass die genauen Umstände, die zu einem Aufhebungsvertrag geführt haben, keine entscheidende Rolle spielen.

      Für die Anwendung der Fünftelregel ist es aber wichtig, dass sichergestellt ist, dass es sich bei der vereinbarten Zahlung auch tatsächlich um eine „echte“ Abfindung handelt. Also um eine Entschädigung für in Zukunft entgehende Einkünfte aufgrund des Arbeitsplatzverlustes. Und so etwas lässt sich eben am einfachsten klarstellen, wenn die Gründe für den Arbeitsplatzverlust genannt werden. Geht aber sicher auch anders.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Herr Ranning,

        ich habe im Zuge eines Aufhebungsvertrags Ende Januar 2019 eine Abfindung von 200000 € erhalten. Die Abfindungssumme ist durch einen Sozialplan gedeckelt auf 170000 € hinzu kam eine Schnellentscheider- oder so genannte Turboprämie in Höhe von 30000 €. Im Aufhebungsvertrag wird die Summe von 200000€ nicht getrennt aufgeführt. Auf die Berechnung nach Sozialplan wird hingewiesen. Nun stellt sich mir die Frage ob die Turboprämie auch wirklich vom Finanzamt als Entschädigung nach der 1/5 Regelung ermäßigt besteuert wird? Vom Arbeitgeber wurde die Fünftelregelung angewandt. In Verbindung mit einem Dispositionsjahr läuft es nach Plan. Wenn das Wohnstättenfinanzamt die Turboprämie im nächsten Jahr nicht als echte Abfindung anerkennen würde wäre der steuerliche Vorteile erheblich eingeschränkt und ein Gegensteuern nicht mehr möglich.

        • In letzter Konsequenz wird man wohl nie im Vorraus abschätzen können, wie das jeweilige Finanzamt (bzw. der spezielle Bearbeiter) reagiert.
          Aber gerade wenn im Aufhebungsvertrag nur eine einzige Summe genannt ist, diese mit nur einem Mal (nach Abzug der Steuern) überwiesen wird und dies entsprechend auch in der Steuerbescheinigung des AGs so bescheinigt wird, sehe ich eigentlich keinen Anlass für einen Finanzbeamten an einer „echten“ Abfindung zu zweifeln und dementsprechend die Fünftelregel auf die ganz Summe anzuwenden.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Herr Ranning,

            vielen Dank für die Einschätzung.

            Gruß, Roland

  11. Hallo Herr Privatier,

    ich bin gerade dabei meine Steuererklärung 2017 (also 2018) zu erstellen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Einträge in der Steuererkläung richtig mache, damit die fünftel Regelung greift.

    Ich habe von Januar bis März 2017 Einküfte als Arbeitnehmen bezoge. Meine Abfindung lt. Steuerbescheining ist ausgezahlt worden für den Zeitraum 01.01.-30.06. und zwar als Ermässigt besteuerter Arbeitslohn (Zeile 10 und die Steuer in der Zeile 11).

    Meine Frage ist, bedeutet es nun, dass schon die fünftel Regelung bei der Steuerabfuhr vom Arbeitgeber berücksichtig wurde?

    Und wenn nicht, wie stelle ich sicher, dass die füntel Regelung anzuwenden ist?

    Ich habe 2017 auch keine weiteren Einkünfte bezogen… Kurzzeitprivatiere sozusagen 😉

    Wäre super, wenn Sie da eine Antwort wüssten.

    Vielen Dank.
    Inna

    • Ja, wenn der AG die Abfindung als „ermässigt besteuerter Arbeitslohn“ bescheinigt hat, hat er wahrscheinlich die Fünftelregel bereits berücksichtigt.

      Das letzte Wort hat aber immer das Finanzamt und deshalb muss auf jeden Fall eine Steuererklärung abgegeben werden. Es reicht dabei zunächst aus, die Daten aus der Steuerbescheinigung in die Anlage N der Steuererklärung zu übernehmen (die jeweiligen Zeilennummern stehen immer dabei).
      Falls das Finanzamt weitere Unterlagen benötigen sollte (Aufhebungs-/Arbeitsvertrag, etc.) wird es sich dann schon melden.

      Gruß, Der Privatier

  12. Hallo Herr Ranning
    mein Arbeitvertag läuft bis ende Oktober 2019. Eine Abfindung (175.000 Brutto) bekomme ich im Januar 2020. Laut Abfindungsrechner würde ich ca 136.000 Netto bekommen. Normalerweise würde ich noch im Jahre 2020 eine Erfolgsbeteiligung(EB) bekommen (ca 7.000 Brutto). Wenn ich jetzt mein Abfindung zusammen mit dem EB ausrechne dann komme ich auf einen Betrag von ca 129.000 Netto. Das sind fast 6.700 € Netto weniger als ohne EB. Aus diesem Grund (um Steuer zu Sparen) möchte ich auf das Erfolgsbeteiligung verziehten. Mein Arbeitgeber wäre damit einverstanden.
    Meine Frage:
    Darf ein Arbeitnehmer aus Steuergründen auf ein Erfolgsbeteiligung was ihm zusteht freiwillig verziehten?
    Wird das Finanzamt in so einem Fall probleme machen?,
    und wie sieht es dann aus mit der Fünftelregelung?

    Gruß, Richie

    • Warum die EB nicht in 2019 vorziehen oder in 2020 anderweitig kompensieren?
      Einzahlung Gesetzliche Rentenversicherung, Rürup, Spende an gemeinnützige Vereine und Verbände kann man dazu verwenden. Auch eventuelle Kosten für die Krankenversicherung zählen dazu. Finde ich alles sinnvoller als es dem AG zu schenken.

  13. Vorziehen auf 2019 geht nicht weil erst im Frühjahr 2020 wird es offiziel von Unternehmen bekanntgegeben. Mann könnte 3200 in eine Private Rentenvorsorge steuerfrei einzahlen aber das ganze Rest wird normal Versteuert und in zusammenhang mit der Fünftelregelung geht verloren. Ich wollte das Geld (6.700) einfach auf dem Konto haben statt Spenden und für Alter vorsorgen

    • “ Ich wollte das Geld (6.700) einfach auf dem Konto haben statt Spenden und für Alter vorsorgen“

      Wenn das aber mal nun aufgrund der Steuer nicht funktioniert, dann wäre es aber doch sinnvoller, eine Einzahlung in die Altersvorsorge o.ä. vorzunehmen, oder nicht?

      Ich würde das einmal durchrechnen! Es gibt Fälle, bei denen die Steuerersparnis am Ende sogar größer ist, als die Einzahlung.
      Aber bevor ich das Geld dem Arbeitgeber schenke, oder dem Finanzamt überweise, würde ich es jederzeit lieber in eine Altersvorsorge stecken oder spenden.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich kenne keine Regel, die es verbieten würde, auf Gehaltsanteile zu verzichten.

    • M.E. geht in die GRV mehr rein als 3,2k

      Wenn Kosten für die Krankenversicherung aufkommen, gehen die ja auch davon ab.
      Daher: Was ist bezüglich Krankenversicherung geplant? Selbstzahler oder Unterschlupf in die Familienversicherung? Wenn Selbstzahler, wie lange geplant?

  14. Ich bin ledig (57) und möchte zuerst ein Jahr pausieren. Ich werde 1 Jahr lang bei der Krankenkasse selbstzahler (es wird teuer sein). Danach habe ich vor 1 Jahr ALG 1 zu beziehen. Nach der Arbeitslosigkeit bin ich wieder selbstzahler bei der Krankenkasse bis ich mit 63 Rente bekomme.

    • Die KK ist vor allem dann teuer, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird.
      Wenn die Kündigungsfrist eingehalten und keine weiteren Einkünfte vorhanden sind, kostet es knappe 200€ pro Monat.

      Sofern die KK mitspielt, kann man den 2,5-fachen Jahresbeitrag im Voraus (= im Dispojahr) zahlen und das steuermindernd absetzen, siehe
      https://der-privatier.com/kap-10-2-vorauszahlung-von-krankenkassenbeitraegen/
      Wenn die KK keine Vorauszahlung annimmt, andere KK suchen. Die Techniker KK hat meine Vorauszahlung ohne Murren angenommen und lässt das Guthaben auch (auf meinem Wunsch) während der Arbeitslosigkeit stehen.

      Wenn Du 12 Monate Dispojahr machst, dann beziehst Du noch 2 Monate ALG in 2020. Das ALG ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.
      Entweder kannst Du auch die beiden Monate steuerlich ausgleichen, oder halt Abmeldung Anfang November 202O und den Rest ALG erst ab Januar 2021 beziehen.

      PS: ab 55 gibt es doch 18 Monate und ab 58 sogar 24 (wenn sonst alles stimmt)

  15. ALG1 Normalfall: ab 55 = 18 Monate.
    Bei Sperrzeit kürzung um 1/4 (Ein Viertel).
    Ergibt sich Anspruch auf 13,5 Monate.

    Ich verstehe das mit den KK Vorauszahlungen nicht.
    Angenommen ich zahle für Krankenversicherung + Pflegeversicherung monatlich einen Beitrag von 800 €.
    Ich bezahle im 2019 die zwei Monate (1600). Dann im Jahe 2020 für Nov und Dez werde ich kein ALG nehmen weil ich mich an- und abmelde. Ich bezahle dann im 2020 für KK für die alle 12 Monate (9600).
    Wie kann man in diesem Falle mit den KK-Vorauszahlungen Geld sparren? ,
    und was kann man hier vom Steuer absetzen?

    • Wenn Du jetzt schon die 57 hast, dann könnte das ja mit den 24 Monaten klappen.
      Die Anspruchsverkürzung greift ja nach einem Dispojahr nicht mehr.

      Wenn keinerlei Kündigungsfrist eingehalten würde, muss man maximal 1 Jahr den Maximalbeitrag Krankenkasse zahlen. In 2020 also höchstens 10*800+2*200.
      Da Du aber sicher ein paar Monate vorher unterschrieben hast, sind es vielleicht noch 6k (6×800+6×200)?
      Die 6k kannst Du vollständig von der Steuer absetzen. Wenn Du zusätzlich 2,5 Jahresbeiträge (=15k) in 2020 vorauszahlst, dann kannst Du die auch absetzen, also in Summe 21k.

      Geh bitte auf die obigen Links und lies alles durch. Am besten auch die Kommentare.

  16. Hallo Privatier,
    bin begeistert von der Seite.
    Eine Frage meinerseits:
    31.12.19 ausscheiden aus der Firma
    12 Monate Beschäftigungsgesellschaft.
    Auszahlung der Abfindung im Januar 20121.
    Ist dies schädlich für die Fünftelregelung, da ja die Auszahlung nicht im Folgejahr erfolgt.

    • Wenn die im obigen Beitrag genannten Vorausetzungen erfüllt sind, spielt der Termin der Auszahlung keine Rolle und ist daher für die Anwendung der Fünftelregel nicht relevant.

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo Zusammen, ein tolle Seite die mir schon viel geholfen hat. Trotzdem zur Sicherheit eine Frage zum Thema Zusammenballung von Einkünften/Fünftelregelung

    Mein Arbeitgeber strukturiert um und mein Arbeitsplatz fällt Ende November weg. Der AG hat mir als Entschädigung/ Ausgleich im Rahmen eines Aufhebungsvertrages mehr als die doppelte Summe meines Jahresgehaltes als Abfindung angeboten. Die Auszahlung erfolgt im Januar des nächsten Jahres. D.h. im Jahr der Auszahlung bekomme ich mehr als doppelt soviel wie als wenn ich weitergearbeitet hätte.

    Ich habe hier gelesen; „Man rechnet einfach zusammen, was im Jahr der Abfindung gezahlt wurde (steht auch auf der Jahressteuerbescheinigung) und vergleicht das mit dem Vorjahr. Ist die Summe im Abfindungsjahr höher als sonst, liegt eine Zusammenballung vor und die Fünftelregel kann Anwendung finden“

    Würde für mich doch bedeuten das die Fünftelregelung angewendet werden kann bzw. eine Zusammenballung vorliegt oder muss ich jetzt noch arbeiten gehen oder ALG 1 beantragen ?

    1000 Dank
    Gruß Michael

    • „… im Jahr der Auszahlung bekomme ich mehr als doppelt soviel wie als wenn ich weitergearbeitet hätte.“

      Und damit ist ganz eindeutig eine Zusammenballung der Einkünfte gegeben und wenn sonst nicht dagegen spricht, kann die Fünftelregel angewandt werden.

      Gruß, Der Privatier

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