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Kap. 3.3.3: Abfindung und Steuern: Optimierung — 224 Kommentare

  1. Noch eine kurze Ergänzung zu meiner obigen Aussage:
    „Die Beiträge für einen Rürup-Vertrag sind nämlich in Jahr 2013 bis zu einer maximalen Höhe von ca. 36.000 Euro (76% von max. 48.000 € bei Verheirateten) von der Steuer absetzbar.“

    Es handelt sich hier um Regelungen, die in Rahmen des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes zwar bereits Ende Jan. 2013 vom Bundestag beschlossen worden sind, die aber vom Bundesrat im März an den Vermittlungsausschuss verwiesen worden sind.

    Nach Vertagung der letzten Sitzung vom April ist ein neuer Termin für Anfang Juni festgelegt worden. In Kraft treten soll das Gesetz eigentlich am 1.7.2013.
    Bisher gelten die neuen Grenzen also noch nicht!

    Gruß, Der Privatier

  2. Letzte Info zum Vermittlungsverfahren zur Erhöhung der Altersvorsorge-Aufwendungen:
    (Quelle: Pressemittelung des Bundesrates vom 5.6.13):

      Das Vermittlungsverfahren zur Reform der privaten Altersvorsorge ist erfolgreich beendet. Vertreter von Bund und Ländern einigten sich heute darauf, Aufwendungen zur Altersvorsorge auch künftig nur bis zur Höhe von 20.000 Euro steuerlich zu berücksichtigen. Damit bleibt es bei der geltenden Rechtslage. Der Bundestag wollte ursprünglich den Förderhöchstbetrag auf 24.000 Euro anheben. Dies hatte der Bundesrat als unangemessene Bevorzugung im Vergleich zur gesetzlichen Rentenversicherung kritisiert.

      Beide Häuser müssen den Kompromiss noch bestätigen. Sie befassen sich bereits in dieser Woche mit den beiden vorgeschlagenen Änderungen.

    Damit bleibt es dann wohl bei den bisherigen Grenzen.
    Nun ja… schade! Aber 20.000€/40.000€ sind ja auch nicht übel.

    Gruß, Der Privatier

  3. So – nun ist es also beschlossen. Das neue Gesetz zur Verbesserung der Altersvorsorge. Am Freitag, den 7.Juni 2013 hat der Bundesrat der Reform zugestimmt. Damit haben Bundestag und Bundesrat den Einigungsvorschlag des Vermittlungsausschusses angenommen.

    Auf die Einzelheiten will ich hier gar nicht eingehen.

    Nur soviel: Es bleibt bei den Grenzen von 20.000€ bzw. 40.000€ als Obergrenze für die steuerliche Anerkennung der Vorsorgeaufwendungen!

    Ich habe daher meinen obigen Beitrag entsprechend korrigiert.

    Gruß, Der Privatier

  4. Hallo Herr Privatier,
    ich bekomme meine Abfindung im Januar 2014 ausbezahlt.
    Ein freund meint das ich in diesem Jahr(2014) geringe Einkünfte oder besser
    gar keine Einkünfte auch kein ALG haben sollte damit ich nicht soviel steuern nachzahlen muss. Ist da was wahres dran ?
    Gruß, thomas

    • Ja – da hat der Freund einen guten Rat gegeben.

      Und warum das so ist, habe ich ja hier in den Beiträgen zum Thema „Abfindung und Steuern“ ausgiebig erläutert. Vielleicht schauen Sie sich die Beiträge noch einmal an und wenn Sie dann konkrete Fragen haben, scheuen Sie sich nicht, diese hier zu stellen. Sofern es sich nicht um eine spezielle Einzelfall-Beratung handelt, bemühe ich mich, bei allgemein interessaten Fragen immer um eine Antwort.

      Gruß, Der Privatier

      • Hab ich das jetzt richtig verstanden, das wenn ich nach erhalt meiner Abfindung, arbeite oder Arbeitslosengeld erhalte letztendlich vom Finanzamt mit höheren Steuerabgaben bestraft werde und wenn ich auf Einkünfte sei es vom Arbeitsamt oder neuen Arbeitgeber verzichte und faul auf der Haut liege mit weniger Nachzahlung belohnt werde? Sorry wenn ich als Laie komische fragen stelle und danke für ihre Mühe.
        Gruß, Thomas

        • Ja, das haben Sie schon richtig verstanden. Nur – ich würde es nicht als „Belohnung“ oder „Bestrafung“ ansehen. Es ist nun mal das Grundprinzip der Einkommensteuer, dass bei einem höheren Einkommen auch eine höhere Steuer fällig wird. Verdient man weniger, muss man weniger Steuer bezahlen. Verdient man noch weniger, muss man u.U. gar keine Steuer bezahlen.

          Ob Sie allerdings von der EkSt, die Ihnen der AG von der Abfindung abzieht, etwas zurückbekommen oder etwas nachzahlen müssen, hängt von vielen Faktoren ab:
          Das fängt damit an, ob der AG die Fünftelregel berücksichtigt oder nicht. Und natürlich, ob die Fünftelregel überhaupt angewendet werden kann (Höhe der Abfindung, Temin der Zahlung, Zusammenballung der Einkünfte).
          Und dann spielen natürlich die weiteren Einkünfte des laufenden Jahres eines Rolle. Und die evtl. Einkünfte eines Ehegatten. Usw. usf.

          Aber, um es wieder auf den einfachen Nenner zurückzubringen (und auf die Ausgangsfrage): Je geringer das Jahres-Einkommen ist, desto weniger Steuer wird fällig und umso höher ist die Chance auf eine Rückzahlung bzw. keine oder geringe Nachzahlung.

          Eine grobe Vorstellung, was an Steuer fällig wird, kann man mit den überall mit Internet zu findenden Abfindungsrechnern (z.B. bei der Süddeutschen Zeitung) bekommen. Hier kann man auch einmal ein bisschen „spielen“, in dem man mal mit fiktiven Einkommen ausprobiert, was am Ende übrig bleibt.

          Gruß, Der Privatier

        • Hallo Hr. Krauss,
          ich schalte mich mal dazwischen. Es steht Ihnen zu Ihre „ALG-Phase“ zu diponieren. Das ganze heißt dann Dispositionsjahr. Ich habe hier schon mal dazu geantwortet, bitte dananch suchen.
          Der dringende Hinweis : Dispsitionsjahr – das Jahr ist exakt zu verstehen, taggenau !!! (siehe mein Beitrag).
          und genau in diesem Jahr (Dispositionsjahr = Steuerjahr), bei Abfindung in diesem Jahr haben Sie keine Einkünfte :-))

          • Hallo Mr.Excel,
            Im Endeffekt kommt es auf dasselbe heraus,bekomme ich einkommen(ALG oder Verdienst)so erhöht der Fiskus die Nachzahlung.Die Alternative die sie erwähnen(Dispositionsjahr)finde ich auch keine super Lösung,weil man in diesem Jahr sein Erspartes bzw. seine Abfindung verschmilzt und was ist mit der Krankenversicherung,die muss man auch aus der eigenen Tasche bezahlen.Bei ca.600-700 Euro laut AOK im Monat für eine KV ist schon Happig.
            MfG

  5. Guten Tag, Privatier!
    Die Logik – weniger Einkommen (z.B. Abfindung), weniger Steuern – ist klar. Aber lassen sich auch nach einer Kündigung mit Abfindung auch alle Ausgaben gegenrechnen, wie das bei ungekündigten Arbeitnehmern möglich ist? Ich denke an Werbungskosten oder haushaltsnahe Dienstleistungen oder Ausgaben für eine Ferienwohnung… Anders gefragt: Wird die Abfindung genauso als Einkommen gewertet wie etwa die Gehaltszahlungen oder Einnahmen aus Vermietung/Verpachtung?
    Ich freue mich auf Ihre Antwort, vielen Dank überhaupt für die informativen Seiten!
    Freundlichen Gruß,
    Jens Schwenk

    • Nun – so ganz dasselbe wie Gehaltszahlungen sind Abfindungen in der Tat nicht. Bei Abfindungen handelt es sich nämlich um sog. „aussergewöhnliche Einkünfte“, die nach §34 EStG (Fünftelregel) besteuert werden. Das beeinflusst aber keinesfalls die Anrechnung von Werbungskosten, haushaltnahen Dienstleistungen usw.

      Bei Werbungskosten (für nichtselbständige Arbeit) hängt es vielleicht von der Art der Ausgaben ab und es wird vielleicht auf Dauer schwierig, wenn absehbar ist, dass keine nichtselbständige Arbeit mehr ausgeführt wird. Aber zunächst einmal sehe ich da keine Beschränkungen.

      Insbesondere bei Kosten, die nicht mit einer speziellen Einkunftsart verbunden sind, sehe ich keine Probleme bei der Absetzbarkeit. Typische Beispiele dafür wären. Vorsorgekosten oder eben die
      haushaltnahen Dienstleistungen

      Ich hoffe, dass ich die Frage damit beantworten konnte.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Privatier … tolle Seite 🙂

    Wie verhält es sich eigentlich bei einer Abfindung von z.b. 100000.- (ledig) ohne weitere Einkünfte. Lt. Fünftelregelung wäre das ja dann 20000.- zu versteuernde Einkünfte.
    Wenn ich nun eine Zahlung über z.b. 15000.- bei Rürupp mache, senkt das dann meinen bereits gefünftelten Betrag weiter ab ?? Wäre wahrscheinlich zu einfach um keine Steuern zu zahlen.

    Freue mich auf eine Antwort …

    vg andy

    • Hallo Andy,

      die Grundüberlegung ist schon richtig. Das ist ja auch genau der Grund, warum ich die Rürup-Versicherung gerade in der Kombination mit einer Abfindung einfach genial finde.
      Wenn es wirklich sonst KEINE anderen Einkünfte gibt (auch keine Kapitaleinkünfte) ist die Rechnung sogar annähernd richtig. Ansonsten wird immer zuerst das zu versteuernde Einkommen OHNE Abfindung bestimmt und die darauf entfallende Steuer.
      Dann wird das zu versteuernde Einkommen PLUS einem Fünftel der Abfindung festgestellt und die sich dann ergebende EkSt. ermittelt. Die Differenz der beiden Steuerbeträge wird dann wieder mit fünf multipliziert und dem zuerst ermittelten Bertrag hinzuaddiert.
      Klingt kompliziert – ist aber eigentlich ganz einfach.

      Die Rürup-Versicherung senkt das zu versteuernde Einkommen (egal ob mit oder ohne Abfindung). Aber nicht (wie von Dir angenommen) in der vollen Höhe, sondern im Jahr 2013 nur in Höhe von 76% des Beitrages, in 2014 sind es dann 78%. (An dieser Stelle bitte einmal selber ausrechnen!).
      Zu beachten wäre ausserdem noch, dass die Maximalgrenzen nicht überschritten werden dürfen (20.000 € Ledige / 40.000 € Verh.). Darin enthalten sind auch evtl. noch vom Arbeitgeber gezahlte Rentenbeiträge!
      Und es sollte sicher sein, dass die Fünftelregel auch angewendet wird (Stichwort: Zusammenballung der Einkünfte).

      Hier noch einmal zum Nachlesen: Die Fünftelregel und „Besonderheiten“ und (natürlich): Im Buch.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Herr Privatier
        die 76% von der Rürup Versicherung wird die auf 1/5 der Abfindung gerechnet oder auf die gesamte Summe der Abfindung
        z.b.ohne Einkommen
        20000€ eingezahlte Rürup V. Abfindung 200000€

        (Rürup76%) 15200€ – Abfindung 200000€ = 184800€ zu versteuern oder
        (Rürup76%) 15200€ -1/5Abfindung 40000€ = 24800€ zu versteuern
        Gruß Robert

        • Hallo Robert,

          im Ergebnis kommt es auf die erste Version heraus, also z.v.Eink. = 184.800€.

          Der korrekte Rechenweg ist dabei wie folgt:
          (1) Die Einkünfte ohne die Abfindung sind 0€, abzgl. der Aufwendungen für die Altersvorsorge i.H.v. 15.200€ ergeben ein negatives z.v.Einkommen.
          (2) Die Einkünfte mit der Abfindung sind 200.000€, abzgl. der Rürup-Aufwendungen, ergeben ein z.v.E. von 184.800€.
          Bei einem negativen Basiseinkommen (1) wird die Fünftelregel ganz einfach auf die Summe (2) angewendet, also: Steuern auf 36.960€ (ein Fünftel von 184.800€) und das Ergebnis mal fünf.

          Die zweite Variante aus der Frage wäre natürlich schöner. Ist aber leider nicht so!

          Dennoch ist die Rürup-Versicherung eine relativ einfache und effektive Methode, die ansonsten recht hohen Steuern auf die Abfindung zu reduzieren. Oder besser: Umzuwandeln in eine zusätzliche Altersvorsorge.

          Gruß, Der Privatier

        • Es freut mich immer, wenn jemand von meinen Erfahrungen profitieren kann.
          Dann wünsche ich schon mal viel Erfolg auf dem Weg zum Privatier!

          Und vielleicht gibt es ja in den kommenden Kapiteln noch ein paar nützliche Tipps mehr…

          Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Hr. Krauss:

    Sie haben natürlich Recht mit Ihrem Hinweis auf die unangenehmen Folgen (wie Krankenversicherung und Verbrauch der Abfindung), wenn man zunächst auf das ALG verzichtet. Und deshalb ist es eben auch so wichtig, sich im Vorfeld solcher Entscheidung umfassend zu informieren.
    Aber für jemand, der bis zur Rente noch deutlich mehr als 2 Jahre zu überbrücken hat (so wie ich und Mr. Excel) stellt sich nicht die Frage, „ob“ die Abfindung oder das Ersparte angetastet werden und „ob“ die Krankenversicherung aus eigener Tasche bezahlt werden muss, sondern „wann“ !

    Und da ist es eben deutlicher sinnvoller, diese Phase des „selber-zahlens“ an den Anfang, nämlich ins Jahr der Abfindungszahlung zu legen. So kann zumindest ein Teil der ansonsten fälligen Steuern eingespart werden.

    Gruß, Der Privatier

  8. ALso ich habe mir das alles nun durchgelesen und verstehe eines immer noch nicht ganz. Auch die ganzen Abfindungsrechner sind gleich. Es wird immer ein Jahresbruttoeinkommen gefordert. Woher soll ich den wissen ob ich arbeit finde und wieviel Arbeitslosengeld ich bekommen werde. Vielleicht verstehe ich dies alles auch nur nicht richtig. Also ein Beispiel: Kündigung zum 31.05.2014 mit einer Abfindung von 10.000 Euro. Trage ich dann bei Jahresgehalt 15.000 Euro (monatliches Bruttogehalt 3.000)ein? Laut Arbeitslosenrechner wäre eine Summe von 1400 Euro Arbeitslosengeld. Trage ich jetzt beim Jahresbruttogehalt die 15.000 + die 7 * 1400 Euro als Gesamtsumme ein?
    Gruß

    • Tja – ganz so einfach ist es dann eben auch nicht!
      Im Einzelnen: Die Abfindungsrechner sind NICHT alle gleich. Teilweise wird tatsächlich das Bruttogehalt erfragt. manchmal aber auch das zu versteuernde Einkommen. Andere wieder sagen es nicht klar dazu, was sie erwarten.
      Wenn aber tatsächlich nach dem Bruttogehalt gefragt wird, wären in Deinem Beispiel 15.000 Euro einzugeben. Das Arbeitslosengeld aber NICHT! Arbeitslosengeld wird anders berechnet.
      Dazu ist kein Abfindungsrechner, den ich kenne in der Lage.
      Außerdem ist (glaube ich) keiner in der Lage, die Voraussetzungen für die Fünftelregel zu prüfen. Und die sind in Deinem Beispiel schon mehr als fraglich.

      Ich würde drei Dinge empfehlen (alternativ, nicht alle zusammen):
      a) Einen Steuerberater fragen. Kostet zwar ein bisschen, macht aber am wenigsten Arbeit und liefert ein (hoffentlich) gutes Ergebnis.
      b) Eine gute Steuersoftware kaufen (z.B. Steuerspar-Erklärung) und verschiedene Fälle simulieren. Kostet auch, macht Arbeit und kann trotzdem Fehler enthalten.
      c) ElsterFormular herunterladen und die eigenen Daten zum Test eingeben. Kostet nichts, macht auch Arbeit. Das Ergebnis kann ich nicht beurteilen, da ich es nicht nutze. Müsste aber eigentlich zu einem vernünftigen Ergebnis führen.

      Ob man nach einer Kündigung wieder eine Arbeit aufnehmen kann, können alle drei nicht beantworten. Das lässt sich endgültig wohl erst im Nachhinein feststellen. Und damit auch das Steuerergebnis.

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Privatier,

    ich habe sehr interessiert Ihr Buch „Gedanken eines Privatiers“ gelesen.

    Diese Gedanken darin haben mich bestärkt zum 31.12 2014 mit dann fast 59 Jahren einen höchst lukrativen Auflösungsvertrag zu unterschreiben.

    Klar ist, dass ich mir die Abfindungssumme bzw. einen Teil davon im Jan. 2015 mit 5-tel Besteuerung etc. auszahlen lasse und auch das ALG möglichst erst in 2016 beanspruche.

    Unklar ist mir, ob ich mir in 2015 die gesamte Abfindungssumme auszahlen lassen soll oder nicht.
    Steuerlich interessant wäre natürlich z.B. 100 TEUR in eine betriebliche Altersversorgung bAV und/oder 40 TEUR in “Rürup” einzuzahlen d.h. keine Besteuerung in 2015.

    Problem aus meiner Sicht:
    Bei Auszahlung der bAV (z.B. in 12 Jahresraten in 5 Jahren etc.) oder auch Rürup werden dann auch Beiträge zur KV+PV (Kranken-/Pflegeversicherung = ca. 18%) zusätzlich zur Besteuerung fällig – oder liege ich hier falsch?

    Diese Sozialversicherungsbeiträge fallen wg. Überschreitung der Höchstgrenzen bei Einmal-Gesamtauszahlung ja nicht an.

    D.h. einmal die Gesamtabfindungssumme mit 5.tel Regelung versteuern und in der Ruhenszeit den max. Beitrag in KV+PV einzahlen … und fertig.

    Ist das nicht die bessere Variante oder liege ich hier komplett falsch?
    Bitte um Ihre Meinung hierzu.
    Was ist die bessere Gesamtlösung?

    Vielen Dank
    Paula

    • Hallo Paula,

      die Frage ist sehr interessant. Vor allen Dingen deshalb, weil sie schwierig zu beantworten ist. Und schwierig ist sie wiederum, weil hier mehrere Faktoren ineinander greifen, so dass eine allgemeine Antwort kaum möglich ist.

      Aber zunächst einmal haben Sie Recht mit der Annahme, dass Sie bei einer (Teil-)Einzahlung Ihrer Abfindung in eine Versicherung (bAV oder Rürup) später eine nachgelagerte Versteuerung zzgl. KV+PV Beiträge zu erwarten haben.
      Es ist auch richtig, dass die (Einmal-)Auszahlung der Abfindung nicht durch KV+PV Beiträge belastet wird. Insofern haben Sie insgesamt mit Ihren Zweifeln an einer Einzahlung in eine Versicherung durchaus Recht.

      Ich sehe aber noch weitere Faktoren, die Sie für Ihre Entscheidung berücksichtigen sollten:
      Da ist natürlich erst einmal die Höhe Ihrer Abfindung. In Abhängigkeit davon könnte man überlegen, welche Summen überhaupt sinnvoll in eine Versicherung zu investieren wären, um die Steuer zu optimieren.
      Aber auch Ihre sonstige finanzielle Situation sollte nicht unberücksichtigt bleiben. Wer bereits ein Wertpapier-Depot von 500k hat, aber eine Mini-Rente, der zahlt vielleicht lieber noch etwas in eine Rentenversicherung ein.
      Wer aber schon einen ansehnlichen Rentenanspruch hat (gesetzl., bAV, Riester, etc.), aber vielleicht noch nicht genügend Einkünfte aus seinem Kapitalvermögen erzielen kann, der sollte lieber auf Renditestarke Anlagen setzen.

      Ohne konkrete Zahlen lässt sich kaum eine Aussage machen. Selbst mit wird es schwierig.
      Ich denke nur, dass beide Extrem-Lösungen, also a.) Komplette Abfindung „normal“ versteuern oder b.) alles in Versicherungen einzahlen nicht zu optimalen Ergebnissen führen.

      Aber auch für solche Fragen könnte man natürlich auch einen Finanzplan erstellen. Der wird dann allerdings schon etwas schwieriger, da er für die Rentenphase alle Renten, inkl. ihrer steuerrelevanten Anteile zzgl. KV+PV Beiträge berücksichtigen müsste.

      Mehr kann ich dazu leider momentan nicht sagen. Aber vielleicht hat ja einer der Leser hier, die sich auch schon mit der Gesamt-Thematik intensiv befasst haben, eine bessere Antwort?

      Gruß, Der Privatier

      • Der Vorteil von Rürup liegt ja gerade darin, dass man verbeitragtes (Netto-) Einkommen, nachträglich wieder zu zu Brutto- Einkommen machen kann, weil bereits gezahlte Steuern rückerstattet werden. Da Nettoeinkommen auch in der Sozialversicherung bereits verbeitragt wurde, kann die Rüruprente nicht mehr für KV+PV herangezogen werden. Man muß sozusagen nur einmal bluten. Insofern düfte die oben gemachte Aussage zu KV+PV zwar für die bAV aber nicht für Rürup zutreffen. Alles andere würde mich sehr wundern.

        Gruß, Johannes

        • Hallo Johannes,

          das Thema Rürup und KV+PV hatte sich für mich bereits geklärt:
          Wer (im Alter) gesetzlich krankenversichert ist, muss auf Rürup-Rentenbezüge keine Sozialversicherungsbeiträge zur PV+KV bezahlen.
          Wer privat krankenversichert ist, zahlt eh KV-Beiträge unabhängig vom Einkommen.

          Gruß, Paula

  10. Hallo Privatier,

    so oder so, bei (Einmal-)Auszahlung zahle ich bei 5-tel Besteuerung für die oberen 100 TEUR ca. 30% Einkommensteuer und bei nachgelagerter Besteuerung immer ca. 18% für KV+PV und zusätzlich die Steuer je nach Einkünften. Diese Steuer wird dann bei „normaler Rente“ + bAV + ggf. Rürup + … etc. auf jeden Fall auch über 12% sein.
    Also …. ?

    Renditestarke (+ halbwegs sichere) Anlagen, in der aktuellen Zeit ist das wohl eher als Scherz zu verstehen.

    Trotzdem vielen Dank für die Information.

    Gruß, Paula

    • Ich muss zunächst einmal sagen, dass ich mich erst jetzt im Zusammenhang mit Ihrer Frage etwas eingehender mit der Möglichkeit der Einzahlung eines Teils der Abfindung in die betriebliche Altersvorsorge befasst habe. Die Möglichkeit war mir zwar bekannt, aber da ich in meiner damaligen Firma keine Chance zu dieser Variante gesehen habe, habe ich sie auch nicht weiter verfolgt.

      Darum gestatten Sie mir eine Rückfrage: Ist es denn tatsächlich möglich, einen mehr oder weniger beliebigen Betrag in die bAV einzuzahlen? Wenn ich den § 3 Nr. 63 Satz 4 EStG richtig verstehe, gibt es da eine Grenze, die in Ihrem Falle bei ca. 18.000€ liegen dürfte. Oder habe ich das falsch verstanden?

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Mit „renditestarke Anlagen“ hatte ich gemeint, im Vergleich zu Rentenversicherungen. Wie es mit Ihrer bAV aussieht, weiß ich nicht, aber auch eine Rürup-Versicherung garantiert nur noch 1,25%. Und da sollte man mit Aktien (Fonds, ETFs) schon ganz klar mehr erzielen können.

  11. Hallo Paula, der Privatier hat mich „geweckt“ und auf diese Diskussion aufmerksam gemacht. Deshalb nun hier meine Erfahrungen.
    Auflösung zum 31.12.2010, Abfindungszahlung zum 1.1.2011 in 1 Rate.
    Dadurch 5-tel-Regelung in 2011. Aber in 2 Teilen. Firma versteuert normal und Finanzamt dann nach Steuererklärung Rückzahlung.
    In 2011 Dispositionsjahr komplett ohne Einkünfte, somit optimale 5-tel-Besteuerung. Abfindung ist nicht SV-pflichtig. KV&PV brauchte ich nicht – ich war familienversichert :-))
    Dann 2 Jahre ALG-1.
    Ich hatte übrigens selbst vorgesorgt (bAV, Direktversicherung, Deffered Compensation). Bisher war Ruhe vor der KV.
    Jetzt aber begann die Betriebsrente, die mich neben der Steruerpflicht auch SV-pflichtig machte. Und siehe da – meine KV meldete sich mit Begehrlichkeiten.
    Übrigens nur bei gesetzlich Versicherten.
    Jede zugeflossene Zahlung aus Versich. wird auf 120 Monate aufgeteilt und dann 120 Monate dem SV-Einkommen zugerechnet. Und darauf zahlst Du dann den vollen Beitrga 15,5% KV + x% PV, es gibt ja keinen Arbeitgener mehr, der die AG-Hälfte übernimmt.
    So ist es gelaufen und ich meine „optimiert gelaufen“.
    Ich vermute, dass wenn man von einer Abfindung Teile in eine Versicherung einzahlt, die zwar die Steuer mindern aber nicht SV-pflichtig sind, dann aber bei Auszahlung als Versicherungsleistung SV-Pflicht auslösen. Und zwar für 120 Monate.
    Um das zu optimieren, darf jetzt jemand seinen Taschenrechner quälen. Ich vermute mal , dass es kein allgemein gültiges Urteil gibt, sondern vom Einzelfall und den spezifischen Beträgen abhängt.
    Gruß

  12. Genauso wie Mr.Excel würde ich es auch handhaben.

    Die Rürup-Vers. oder bAV ist im derzeitigen Umfeld für eine größere Einzahlung unattraktiv. Die Garantiezinsen sind extrem niedrig, das Zinsumfeld kann noch auf Jahre so bleiben wie derzeit (siehe Japan) und woher soll dann die Rendite in der Versicherung kommen, die hauptsächlich in Anleihen anlegen? Der kurzfristigen Steuerersparnis stehen die Kosten und die spätere KV-Pflicht gegenüber, wobei man hier nicht weiß, ob zum Zeitpunkt der Rentenzahlung nicht schon neue Regeln gelten (höhere Beitragsssätze, andere Freibeträge, usw.)

    Das ist übrigens keine Verurteilung dieser Vorsorgewege, insbesondere wenn Mann oder Frau über Jahre mit regelmäissigem Sparen in eine bAV oder Rürup eingezahlt hat. Aber größere Einzelbeträge wie eine Abfindung würde ich immer möglichst breit gestreut anlegen.

    Covacoro

  13. Danke an Mr. Excel und Covacoro für Eure Beiträge zu diesem Thema!

    Für mich stellt sich allerdings immer noch die Frage, ob es überhaupt möglich ist, „größere Beträge“ (also z.B. die angesprochenen 100K) steuerfrei in eine bAV einzuzahlen. Ich habe da so meine Bedenken. Und bevor die nicht ausgeräumt sind, lohnt es sich auch nicht, den Taschenrechner rauszuholen, oder?

    Vielleicht kann sich Paula ja noch mal melden, und ein paar mehr Details zu den Bestimmungen und vielleicht auch zur Höhe der Abfindung zu nennen. Dann könnte man noch mal neu überlegen.

    Gruß, Der Privatier

  14. Ich habe inzwischen einmal etwas zur bAV recherchiert. Das Ganze ist ungesichert, aber gibt meinen aktuellen Erkenntnisstand wieder. Wenn jemand mehr weiß, der mag gerne sein Wissen hier weitergeben. Also:

    Es besteht die Möglichkeit, eine betriebliche Altersversorgung steuerbegünstigt mit einer Einmalzahlung (z.B. aus einer Abfindung) aufzustocken.
    Die Höhe der begünstigten Einmalzahlung richtet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Dazu werden die anrechenbaren Dienstjahre mit einem geförderten Festbetrag multipliziert (vervielfältigt).

    Dies ist die sog. Vervielfältigungsregel und davon gibt es zwei Varianten:
    Die alte nach § 40b Abs. 2 Satz 3 EStG und die neue nach § 3 Nr. 63 Satz 4 EStG

    Die alte (für Verträge von vor 2005) führt tendenziell zu höheren Beträgen (ganz grobe Rechnung: Dienstjahre x 1.700€), beinhaltet aber eben auch eine 20% Versteuerung.
    Für die neue Regelung (für Verträge ab 2005) zählen auch nur die Dienstjahre ab 2005. Ganz grobe Rechnung hier: Dienstjahre x 1.800€. Dieser Betrag ist dann aber steuerfrei!
    Grob sind die Rechnungen deshalb, weil die bereits eingezahlten Beiträge des aktuellen und der sechs vergangenen Jahre noch abgezogen werden müssen.
    Wer dies etwas genauer und mit Beispielen einmal nachlesen will, dem kann ich die Fachinformation bAV empfehlen (sind nur 2 Seiten).

    Für mich das Fazit: Auf eine Summe von 100.000€ kommt man damit nicht. Evtl. kommt bei der alten Regel und sehr langer Dienstzeit eine ganz ordentliche Summe zustande. Aber die ist dann eben auch mit 20% zu versteuern. Eine wirklich steuerfreie Einzahlung kann man derzeit höchstens in Höhe von ca. 18.000€ schaffen (nach neuer Regel).

    Das soll aber nun auf keinen Fall negativ klingen. Im Gegenteil: Steuerfreie 18.000€ finde ich schon mal prima. Bei der Pauschalversteuerung wäre ich schon vorsichtiger.
    Ich erinnere daran: Ich habe auf meine Abfindung nur einen Steuersatz von ca. 7% bezahlt. Da wären 20% Pauschalversteuerung kein guter Tausch.

    Aber die Frage von Paula zielt ja auch aufs Ganze und hat vor allen Dingen die spätere Belastung der Auszahlungen in Form von Steuern und KV+PV im Blick.
    Und da bin ich mir immer noch unsicher.

    Der Privatier

    • Sorry wg. der verspäteten Info:
      Nach aktuelle Info meiner bAV ist die „Steuerfreie Einzahlung von Abfindungszahlungen in die Betriebliche Altersversorgung bAV“ im Rahmen „Deferred Compensation“ steuerfrei in unbegrenzter Höhe möglich (BMF-Schreiben vom 4.2.2000 -> Google).
      Also weiterhin offen:
      – Komplette Abfindungssumme sofort mit ca. 20% versteuern (keine KV+PV)
      – Oder nur 50% sofort kassieren (minimale Steuer)und 50% in die bAV einzahlen
      -> dann allerdings bei Auszahlung Steuer + PV+KV zahlen.
      D.h. ich muss doch den Rechner quälen oder in die Glaskugel schauen.

      Die Patentlösung gibt es wohl nicht.

      Danke trotzdem an alle für Euren Input.

      Paula

      • Hallo, Paula !

        Schön, dass Sie noch einmal eine Rückmeldung gegeben haben.

        Was meinen Teil angeht. merke ich aber mehr und mehr, dass das Thema der betrieblichen Altersvorsorge sicher etwas mehr gedankliche Beschäftigung erfordert, als ich bisher hier investiert habe. Von daher fehlt mir wohl die nötige Kompetenz, um die Fragen zufriedenstellend beantworten zu können.
        Trotzdem möchte ich aber meine Gedanken, die mir dazu gekommen sind, einmal kundtun:

        * Mir fehlt nach wie vor die gesetzliche Grundlage, auf der die Einzahlungen in eine bAV in unbegrenzter Höhe steuerfrei möglich sein soll.
        Ich halte mich immer gerne an den alten Spruch meines Jura-Professors (ja, auch das war Teil meines Studiums!), der immer zu sagen pflegte:
        „Der Blick ins Gesetz erspart viel dummes Geschwätz.“

        * In dem als Beleg aufgeführten BMF Schreiben vom 04.02.2000 finde ich weder eine Aussage über Steuerfreiheit, noch über die Höhe der Zahlungen.

        * Meiner Meinung nach geht es in dem zitierten Schreiben um ein ganz anderes Thema, nämlich die Frage, wann der steuerliche Zufluss stattfindet.

        * Und da bekomme ich sofort beim ersten Absatz schon ganz gewaltige Magenschmerzen, wenn ich lese, dass der Zufluss für den Teil der Altersvorsorge und für den Rest der Abfindung nicht zum gleichen Zeitpunkt zufließt. Dass die gesamte Abfindung aber in einem Jahr in einer Summe fließt, ist aber eine der zwingenden Voraussetzungen für die Anwendung der Fünftelregel!

        * Ich sehe daher die Fünftelregel gefährdet. Dazu müsste es aber sicher bereits Entscheidungen geben. Habe ich aber nicht recherchiert.

        Überhaupt denke ich, dass es wenig Sinn macht, wenn ich zu diesem Thema weiter recherchiere und dann hier ein Halbwissen weitergebe. Ich würde allerdings auch nicht unbedingt auf die Aussagen der bAV-Mitarbeiter vertrauen.
        Es handelt sich ja hier doch um recht hohe Summen und ich würde zur Sicherheit doch einmal einen Steuerberater zu Rate ziehen. Wenn die Frage gut vorbereitet ist, darf dies bei einem Fachmann nicht allzu lange dauern und kann daher nicht die Welt kosten. Alternativ vielleicht auch einmal eine Frage übers Internet bei „Frag-einen-Steuerprofi.de“ versuchen.

        Dies ist aber nur die eine Hälfte der Überlegungen. Denn selbst, wenn die steuerfreie (und im Hinblick auf 5tel-Regelung unschädliche) Einzahlung in eine bAV möglich ist, so stellt sich immer noch die Frage, ob es a) in der Gesamt-Bilanz sinnvoll ist und b) unter anderen Gesichtspunkten gewünscht ist.

        Zu a): Gerade unter Berücksichtigung von KV+PV in der Auszahlungsphase der bAV könnte es durchaus sein, dass die Einsparung bei der Steuer am Anfang sich nicht lohnt.
        Dies kann man aber wohl nur abschätzen, wenn man einen Finanzplan erstellt und das Modell mit unterschiedlichen Varianten durchspielt.

        zu b): Es stellt sich immer auch die Frage nach alternativen Anlagemöglichkeiten der Abfindung. Wer sich z.B. weder mit einem hohen WP-Depot, noch mit einer Anlage in Immobilien auf Dauer anfreunden kann und bei dem Gedanken daran nachts nicht mehr schlafen kann, der ist vielleicht trotz aller Bedenken und evtl. Nachteile mit einer Versicherung besser bedient.

        Fazit: Wenn ich mir meine Aussagen alle noch einmal anschaue, muss ich als Fazit leider feststellen, dass ich zu diesem Thema keine wirkliche konkrete Aussage machen kann. Das Einzige, was aber vielleicht auch hilft, sind ein paar Gedankenanregungen und Hilfestellungen für weitere Recherchen an anderer Stelle.

        Ich möchte aber noch einmal alle aufrufen, die entweder Fachleute auf diesem Gebiet sind, oder aber schon eigene Erfahrungen sammeln konnten, ihre Kenntnisse hier beizusteuern!

        Gruß, Der Privatier

  15. Sorry, dass es mit meiner Rückmeldung jetzt so lange gedauert hat.

    Fakt ist:
    Die Einzahlung einer Abfindungszahlung in eine bAV ist in unbegrenzter Höhe steuerfrei möglich.
    Eine parallele Nutzung der 5-tel Regelung zur Auszahlung einer Teilsumme ist dann leider nicht mehr möglich.

    Aus meiner Sicht sind auch Mix-Lösungen wie z.B. Nutzung bAV und direkte Auszahlung einer kleinen Teilsumme wie z.B. 20TEUR o.ä. mit Minimalbesteuerung nahezu unsinnig.

    Es gibt deshalb eigentlich nur zwei Alternativen:
    1. entweder die komplette Summe in die bAV einzahlen
    Vorteil: keine Besteuerung bei Einzahlung
    Nachteil: Besteuerung je nach Einkommen = x % + Sozialversicherungsbeiträge ca. 18% bei Auszahlung

    2. oder die komplette Summe in einem Rutsch mit 5-tel Regelung direkt auszahlen
    Vorteil: Es fallen keine 18% für KV-PV-Beiträge an (Abfindungen sind sozialversicherungsfrei)
    Nachteil: Bei größeren Abfindungssummen (200 – 300 TEUR) beläuft sich die Steuer auf ca. 20%.

    Mein Fazit (wie am 12. Juni 2014 um 07:50 bereits ausgeführt):
    Da bei Auszahlungen aus bAV (oder auch Rürup) neben der Steuer auch immer Sozialversicherungsbeiträge (KV+PV = ca. 18%) anfallen, ist nahezu immer die direkte Auszahlung mit 5-tel Besteuerung sinnvoller (Voraussetzung: keine bzw. wenig zusätzl. Einnahmen in diesem Jahr).
    Ich denke, für diese einfache Rechnung (beste Netto-Lösung) benötige ich nicht einmal einen Steuerberater.

    Danke trotzdem nochmals an alle für Euren Input.

    Gruß, Paula

    • Hallo Paula,

      danke für Ihre Überlegungen und Ihre Erkenntnisse zum Thema „Abfindung und bAV“, die ich mangels besserer Kenntnisse auch gar nicht weiter kommentieren möchte.
      Ich denke, alle, die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen, werden es Ihnen ebenso danken.

      Rein vom „Bauchgefühl“ her hört sich Ihre Entscheidung für eine komplette Auszahlung und Versteuerung auch vernünftig an, zumal ja offensichtlich das Langlebigkeitsrisiko schon ausreichend über die gesetzl. und die bAV abgesichert ist und somit dort kein Nachholbedarf besteht.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        folgen Sie damit jetzt auch der Schluss, dass eine Rürup-Einzahlung dann unsinnig bzw. sich in den meisten Fällen vermutlich negativ auswirkt. Denn auch die bspw. 20.000 in Rürup eingezahlten Euro, müsste bei Auszahlung des Rürup-Vertrags erstens versteuert werden und werden zweitens noch mit „heftigen“ SV-Beiträgen geschmälert?

        Ich habe noch eine andere Steueroptimierung im Auge, von der ich auch gelesen habe. Was ist wenn man sich das Arbeitslosengeld gönnt und diese schädlichen positiven Einkünfte mit höheren negativen Einkünften aus Gewerebebetrieb kompensiert? Das sollte doch auch den Effekt haben, dass man bei recht hohen Verlusten die Steuerbelastung der Abfindung stark senken kann?
        Die Verluste will ich i.Ü. einfahren, indem ich im Einzelhandel einen Großteil des Einkaufs auf 2015 lege, den Verkauf/Umsatz aber erst in 2016 genereiren möchte. Der Warenbestand wird doch nicht irgendwie vom FA erfasst und versteuert, oder?

        • Beim Thema „Rürup“ sehe ich natürlich auch die Nachteile, die diese Form der Steuer-Optimierung mit sich bringt. Bei der Steuerersparnis handelt es sich letztlich „nur“ um eine Verlagerung. Aber genau dadurch sehe ich in meinem Fall den Spareffekt. Weiterhin habe ich durch Rürup meinen Versicherungsanteil erhöht, den ich ja durch den frühzeitigen Ausstieg ziemlich beschnitten habe. Kurzes Fazit: Ich würde es wieder machen!

          Selbstverständlich kann man die Steuern auch auch andere Art und Weise optimieren. Generell zählt alles, was das zu versteuerdne Einkommen mindert. Und ein Verlust aus einem Gewerbebetrieb zählt sicher auch dazu. Aber auch diesen Fall kann ich aus eigener Erfahrung nicht belegen und würde im Zweifel einen Steuerberater fragen. Die Investition lohnt sich!

          Gruß, Der Privatier

  16. Hallo Privatier,

    ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und muss sagen-Respekt!
    Doch umso mehr ich lese, desto verwirrter werd ich:-(

    Mein Ziel wäre, ein Dispositionsjahr einzulegen und natürlich so wenig wie möglich an Steuern zu zahlen.

    Meine Daten:
    Aufhebungsvertrag vermutlich 1. Quartal 2015
    Jahresbrutto: 67.000€ (keine sonstigen Einkünfte)
    Abfindungssumme: 275.000€
    Lohnsteuerklasse: 1
    Alter: 42
    Betriebszugehörigkeit: 27Jahre

    wenn ich richtig gerechnet habe sind das sind es bei der 1/5Regelung nicht mal ganz 3.000€ Steuerersparnis 🙁
    Doch wie wirkt es sich auch wenn ich z.b. ab 4/2015 ein Dispositionsjahr einlegen möchte? Was muss alles beachtet werden?

    Gruß
    MarkusL

    • Die schlechte Nachricht einmal vorne weg: Sie werden sich als Lediger wohl damit anfreunden müssen, dass Sie einen relativ hohen Anteil Ihrer Abfindung an das Finanzamt abführen müssen.
      Die effektivste Methode die Steuerlast zu optimieren, wäre es daher wohl, vorher noch zu heiraten…

      Eine konkrete Zahl, wie viel Sie in welchem Fall sparen können, kann ich Ihnen hier nicht ausrechnen.

      Es kommt eben „einfach“ darauf an, das zu versteuernde Einkommen zu reduzieren. Und dazu gibt es hier ja schon einige Vorschläge, wie z.B.:

      * Den Termin der Zahlung verschieben: Vielleicht schaffen Sie es ja, unter Berücksichtigung von Kündigungszeiten (sollte bei Ihnen auch so ca. 7 Monate sein), den Endtermin ins 2. oder sogar 3. Quartal 2015 zu schieben.
      Dann wäre eine Zahlung in 2016 kein Problem.
      * Dispositionsjahr: Wirkt auch am besten, wenn das ganze Kalenderjahr ausgenutzt werden kann.
      * Rürup-Versicherung: Können Sie als Lediger leider nur zur Hälfte nutzen.
      * Andere Verluste: Wenn Sie aus anderen Einkunftsarten (z.B. Vermietung oder Gewerbe) Verluste ins das Jahr der Abfindung legen können, hilft das auch.
      * Es gibt noch (mind.) zwei weitere Ideen, die ich hier in den nächsten Beiträgen vorstellen werde. Vielleicht können Sie die ja auch noch anwenden.

      Auch wenn Sie als Lediger vielleicht etwas stärker zur Kasse gebeten werden, so wird Ihnen am Ende aber doch immer noch eine ganz ordentliche Summe übrig bleiben.

      Gruß, Der Privatier

    • Hi MarkusL,
      rede bitte nciht in Quartalen sondern von extakten Datümern, dann können wir lelichter antworten.
      Der Abschlussdatum der Aufhebung ist relativ uninteressant, wichtiger ist das echte Austrittsdatum. wie weiter unten erklärt darf man nur 1 exaktes Jahr diponieren, ansonsten werden die Rahmenzeiten für ALG1 verletzt was zum Totalverlust führt. Auch deshalb verstehe ich Q4/2015 nicht.
      Gruß

  17. Hallo,
    Basis-Ziel ist die Fünftel-Regelung auf „Null“ draufzusatteln. Wie man das steuerliche Brutto (ohne Fünftel) auf NULL bringt wurde vielfach besprochen, angefangen bei Arbeitsende 31.12., Auszahlung 1.1. und dann Dipsositionsjahr, usw. usw.
    Aber : Nur die Auszahlung auf den 1.1. zu verschieben bei Austritt mitten im Vorjahr birgt Probleme. Ich kann nicht mehr genau sagen warum, aber die zeitliche Trennung von Arbeitsende und Auszahlung kann das Finanzamt stören und zum Verlust der Fünftel-Regelung führen. Dazu unbedingt einen Steuerberater konsultieren !!!
    Gruß

    • Kann mich der Warnung nur anschließen!
      Darum habe ich geschrieben: Endtermin aufs 2. oder besser 3.Quartal verschieben. Dann sollte die Zahlung in 2016 kein Problem sein.
      Endtermin und Zahlung sollten in einem „zeitnahen Verhältnis“ stehen (was immer das sein mag). Aber März 2015 und Jan. 2016 sind jedenfalls eher nicht zeitnah…

      Gruß, Der Privatier

  18. Bei mir würde mit der Abfindung im Januar 2015 alles bestens passen…
    Zusammenballung, Zufluss, Fünftelregelung.

    Brutto 2014: 41.0000
    Abfindung 2015: 50.000

    Mir ist jetzt der Einfluss eines ALG in 2015 auf die Steuer nicht ganz klar. Das ALG ist doch steuerfrei. Ist allein durch den Progressionseinfluss des ALG tatsächlich ein viel mehr an Steuern zu erwarten? Kann jemand mal ein Rechenbeispiel dazu bringen?

    LG Tina

  19. Wie stark sich der Progressionseinfluss des ALG auswirkt, hängt stark von den persönlichen Verhältnissen und den Größenordnungen der einzelnen Zahlungen und dem Verhältnis untereinander ab.
    Statt eines Rechenbeispiels möchte ich hier einmal auf ein Beispiel verweisen, welches die AOK hier kommentiert: „70% Steuern auf das Arbeitslosengeld„.
    Es gibt wohl auch immer noch unterschiedliche Auffassungen bei den Finanzämtern und Finanzgerichten, wie denn nun beim Zusammentreffen von Abfindung und Lohnersatzleistung konkret vorzugehen ist.
    Daher meine Devise: Vorsichtshalber keine Lohnersatzleistung. Ausnahme: Die Rürup-Strategie.

    Gruß, Der Privatier

  20. Hallo Tina,

    hier ein Beispiel wie gewünscht:

    Annahmen:

    Ehepaar in Zugewinngemeinschaft
    Ehepartner1: ALG EUR 2200/Monat
    Ehepartner2: Teilzeit EUR 1200/Monat = EUR 14.400/Jahr

    Steuer ohne ALG: 0,- , da Einkommen innerhalb des steuerfreien Existenzminimums

    Steuersatz mit ALG (Progressionsvorbehalt): gemäß Splittingtabelle 13,44% (bei EUR 40800 = (1200 + 2200) x 12))

    Diese 13,44% werden auf die EUR 14400 von EP2 angewendet = EUR 1935,-

    Ist man Alleinstehend und hat keine weiteren Einkünfte ist ebenso keine Steuer zu entrichten, da ja nur das ALG zufließt welches aber steuerfrei ist.

    Viele Grüße

    H-Man

  21. Noch ein Kommentar zu den „70% Steuern auf Arbeitslosengeld“…

    So was kann eigentlich nur passieren wenn bei weitere Einkünfte (z.B. durch den Ehepartner) vorliegen die wesentlich höher sind als das ALG selbst. Dann kann in der Tat die Progression dafür sorgen, dass faktisch nur noch eine kleinerer Teil des ALG übrig bleibt.

    Ich denke aber da muss man keine Angst vorhaben da in diesem Fall das ALG ja auch nur einen kleinen Teil der Gesamteinkünfte ausmacht…

    Viele Grüße

    H-Man

  22. Okay… Ich möchte das Beispiel mal auf folgende Konstellation übertragen:

    ALG: 1.300 / Monat x 12 = 15.600 EUR
    Abfindung: 40.0000 EUR
    Nach Fünftelregel: 8.000 EUR

    Steuersatz mit Progression auf 8.000 + 15.600 EUR = ca. 16%
    Diese 16% auf die 8.000 = 1.280 EUR
    Und das ganze jetzt x fünf = 6.400 EUR (wegen der Fünftelregel)

    Was mich hier irritiert… 8000 EUR wären doch eigentlich steuerfrei..
    Gilt das aufgrund der Progression dann nicht mehr?

    LG Tina

    • Ich denke, die Rechnung ist korrekt so und sie zeigt sehr schön, wie sich der Progressionsvorbehalt im Zusammenhang mit einer Abfindung auswirken kann. Denn auch hier liegen wir ja bei ca. 40% Steuern (im Verhältnis zum ALG).

      Und dass 8.000 Euro „eigentlich“ steuerfrei wären, interessiert in diesem Zusammenhang tatsächlich nicht. Denn dazu ist der Progressionsvorbehalt ja gerade gut: Er soll (fast) immer zu einem höheren Steuersatz führen und ob der nun von 10% auf 25% steigt, oder wie hier von 0% auf ca. 16%, ist dabei nicht von Interesse.

      Mit dem Dispositionsjahr kann man diesen Effekt umgehen und gleich noch andere positive „Nebeneffekte“ mit kassieren (evtl. längerer Anspruch, keine Sperr- und Ruhezeiten). Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass man in dieser Zeit alle Ausgaben (KV+PV, etc.) aus eigener Tasche bezahlen muss!

      Alternativ bietet sich die Rürup-Strategie an: Hier durch entsteht ein negatives Einkommen, das erst einmal (steuerunschädlich) durch das ALG aufgefüllt werden kann.

      Gruß, Der Privatier

  23. Hallo zusammen,
    ich lese mit Unterbrechung schon eine ganze Weile hier mit. Eigentlich hätte es mich treffen können, deshalb habe ich auf der Suche nach Informationen diese Seite und das Buch dazu vor ca. 3 Monaten gefunden. Aber nun ist es meine LG, die derzeit einen Aufhebungsvertrag verhandelt (vielleicht bin ich ja im nächsten Jahr dran…). Die Sache läuft – wie hier an verschiedenen Stellen schon als das Optimale beschriebene – darauf hinaus, dass das Arbeitsverhältnis zum 31.12. beendet wird, Zahlung der Abfindung im Januar und Dispojahr.

    @Privatier und Mr. Excel: Wo es nun ernst wird, frage ich mich aber, warum das Finanzamt bei Zahlung im Januar keinen Stress machen soll aber wenn ein paar Monate zw. Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Zahlung der Abfindung liegen, dann doch. Das FA weiss, dass es sich in beiden Fällen um ein Steuersparmodell handelt, nämlich Verschiebung der Zahlung ins nächste Fiskaljahr – die Abfindung könnte ja auch mit dem letzten Gehalt im Dez. ausgezahlt werden. Das schlimmste, was passieren kann, ist, dass das FA das nicht anerkennt und die Abfindung doch dem Jahr der Entstehung des Anspruchs, also 2014, zuordnet. Also die Frage lautet: Sagt ihr das, weil es bei Euch in der Praxis so war oder gibt es eine objektive Grundlage, auf dessen Basis das FA handelt/entscheidet?

    Viele Grüße
    Klaus

    PS: Das Buch und vor allem dieser Blog ist mit das Beste und Informativste, was ich bisher bei meinen Recherchen im www gefunden habe.

    • Danke für das kritische Hinterfragen! Ich werde meine Bedenken gerne erläutern:

      Es gibt meines Wissens nach weder ein Gesetz, noch eine Verordnung o.ä., das den zeitlichen Abstand zwischen Arbeitsende um Zahlung der Abfindung verbindlich regelt.
      Von daher gab es wohl auch schon einige gerichtliche Auseinandersetzungen, in denen die unterschiedlichen Auffassungen von Finanzamt und Betroffenen geklärt werden mussten.
      Soweit mir bekannt, immer zugunsten der Betroffenen, das heißt eine Verschiebung ins Folgejahr ist zulässig! (siehe z.B. BFH-Urteil vom 11. November 2009 · Az. IX R 1/09: http://openjur.de/u/159673.html )

      Allerdings war in den mir bekannten Fällen immer von einem Arbeitsende im November oder Dezember die Rede.

      Es gibt allerdings einen Steuerberater, der die Frage nach einem Verschieben der Abfindungszahlung mal ganz locker und generell mit „JA“ beantwortet hat:
      http://frag-einen.com/steuerberater/abfindung/verschieben_der_zahlung_einer_abfindung_ins_folgejahr-5104.html

      Ich wäre da vorsichtiger, denn:

      Legt man das der Einkommensteuer zugrunde liegende Zufallsprinzip …ähm… Zuflussprinzip zu Grunde, ist die Sache eigentlich klar: Zufluss im Januar – zu versteuern ebenfalls im Januar (also im Folgejahr).
      Wann aber findet der Zufluss tatsächlich statt? Es gibt Stimmen, die argumentieren, dass der Zufluss dann gegeben ist, wenn man wirtschaftlich über die Summe verfügen kann. Klingt logisch, oder?

      Wenn ich aber Mitte des Jahres verfüge, dass ich das Geld erst im Januar haben möchte, habe ich bereits eine Verfügung getroffen! Und somit ist der Zufluss bereits gegeben.

      Es könnte daher meiner Meinung nach auf Feinheiten ankommen. Gibt es zum Beispiel einen unterschriebenen Sozialplan, der Arbeitsende und Abfindung Mitte des Jahres vorsieht und ich treffe anschließend eine Zusatzvereinbarung über eine spätere Zahlung im Januar, wäre ich mal sehr vorsichtig (Verfügung!).

      Gibt es aber einen Aufhebungsvertrag, der von vornherein eine Zahlung im Januar vorsieht, könnte es gehen.

      Aber – wie gesagt: Das sind Feinheiten, die ein Jurist sicher besser beantworten kann.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, danke für Deine ausführliche Antwort. Ich habe unten Mr.Excel schon die Neuigkeiten geschildert. Dein entscheidender Satz ist der vorletzte. Ja, das ist im Grunde die freie Gestaltung des Aufhebungsvertrags durch die Parteien – wenn kein Sozialplan (oder sonstige übergeordnete Regelungenen) vorliegt.

        Viele Grüße, Klaus

  24. zu „MarkusL“ möchte ich sagen, ich stand vor dem selben Problem. Unter Ausnutzung der Kündigungsfrist wäre mein Arbeitsverhältnis erst am 31.05.2015 geendet. Dieses Einkommen plus Abfindungszahlung im selben Jahr eine steuerliche Katastrophe.
    Ich konnte meinen Arbeitgeber überzeugen, dass wir den Aufhebungsvertrag zum Ende dieses Jahres festmachen. Die ersparten Gehälter habe ich auf die Abfindung aufschlagen lassen. 😉
    Jetzt gibt es natürlich ein Ruhen der ALG-Zahlung, aber da ALG steuerlich eh schädlich ist, nehme ich das gern in Kauf.

    Ich habe im Übrigen ausgerechnet, dass in meiner Konstellation die Inanspruchnahme von ALG netto etwas mehr einbringt. Zwar erhöht der Progressionsvorbehalt die Steuer auf die Abfindung, aber diese Erhöhung ist weniger als das auszuzahlende ALG. Als Nebeneffekt kommt noch hinzu, dass man SV versichert ist und das nicht selbst zahlen muss.

    Kann bei anderen Steuersätzen und Abfindungs- und ALG-Summen schon wieder ganz anders aussehen.

    • Ich werde nächste Woche das Gespräch mit meinem Abteilungsleiter suchen. @Markus:ja, wird mir nun nachdem ich diese Seite gefunden habe völlig bewusst-ein ausscheiden mitten im Jahr ist steuerlich eine absolute Katastrophe.Steuertechnisch bin ich gezwungen ein Dispositionjahr einzulegen.wenn ich richtig gerechnet habe bleiben mir somit ca.60.000€ mehr von meiner Abfindung.
      Wenn der AG mich nicht in diesem Jahr sondern erst im 1Quartal 2015 entlassen will,werde ich versuchen alle Register zu ziehen.Bei meiner Betriebszugehörigkeit z.B. Beträgt die Kündigungsfrist ja auch 7 Monate.

      Viele Grüße
      MarkusL

        • @Markus: right 🙂
          Im Moment echt heftig was bei uns abgeht!
          Würde gern mit Dir Erfahrungen austauschen-Interesse?
          Du findest mich im globalen ….Lück/Göppingen.

          Gruß
          MarkusL

          • Hallo „Markusse“
            Daumendrücker, aber so ist es in Konzernen, egal ob mit T oder mit S.
            Aber es hat auch Vorteile wenn man viele Gleichgesinnte hat, die mit an dem einen Strick ziehen.
            Viel Glück
            und immer schön den Sozialplan nachrechnen bzw. in Excel nachbilden.

          • Hallo Kollegen 🙂
            Wie ich schon oben geschrieben habe, betrifft es mich in diesem Jahr nicht. Dafür aber relativ kurzfristig meine Lebensgefährtin.

          • @webmaster:ich glaube wir brauchen hier noch ein „T-Forum“ es werden immer mehr 😉

      • Hallo zusammen,

        Nachdem ich nun meinem Abteilungsleiter signalisiert habe das dieses Jahr einen Aufhebungsvertrag mit Auszahlung Jan.2015 haben möchte bewegt sich nun sehr viel.
        Aufgrund meiner langen Betriebszugehörigkeit und meiner Freiwilligkeit steht mir eigentlich die 4-Fach Abfingung zu-gedeckelt bei 275000€
        Nun kommt plötzlich HR mit der Aussage, dass sie mir nur die 3-fache Abfindung (225t€) bezahlen wollen.Zudem wollen sie mir meine 7-monatige Kündigungsfrist „abkaufen“ und dies dann dazurechnen.

        Warum will der Arbeitgeber mir die Kündigungsfrist abkaufen?Und was gibt es dabei zu beachten?

        Gruß
        MarkusL

        • Also am besten, du meldest dich dann mal bei mir. Für 4fach gab es je nach IA Fristen einzuhalten, bei mir bspw. der 15.10.
          Der Abkauf ist ja gerade das Interessante. Lass dir die kompletten Gehälter Januar bis Juni auf die Abfindung aufschlagen und geh zum 30.12., falls ihr das noch schafft. HR wird etwas mosers, dass das etwas viel sei, aber der AG spart sich die Sozialabgaben und wird dich rechtzeitig los und die Planzahlen 2014 zu erreichen.
          Dein Personaler muss wahrscheinlich erst rückfragen, dann aber melden, dass HR einverstanden ist.
          Im Dezember müsste dann auch noch dein Zielegeld ausgezahlt werden, wird es im Jan. gezahlt, kostet’s dich am Ende mehr, als du bekommst.

          • @Markus:wie ich sehe bist du schon wesentlich weiter als ich.Wäre es möglich das du mich morgen mal anrufst oder anmailst?Wenn ich es dieses Jahr noch hinbekomm wäre es sinnvoll so viel Background wie möglich zu haben.

            @all:danke für die Tipps. Ich werde versuchen dies bei der Verhandlung mit einzubauen.

            Gruß
            MarkusL

        • Ja MarkusL – über Motive von Arbeitgebern ließe sich wahrscheinlich endlos spekulieren und ich werde es wohl nie wirklich begreifen.

          Wahrscheinlich hat aber ein schlauer Controller sämtliche Kosten schön säuberlich in unterschiedlichen Töpfe verteilt. Und nun ist der Topf für Umstrukturierungen und Abfindungen noch gut gefüllt ( weil sich nicht genug Freiwillige gefunden haben), die Töpfe für die laufenden Gehaltszahlungen sind aber schon kräftig in die Miesen gerauscht. Außerdem ist der Headcount ohnehin zu hoch, Umsatz und EBIT pro Mitarbeiter entsprechen nicht den Zielvorgaben und so weiter.
          Und da hilft dann nur eins: Leute weg so schnell es geht – noch in diesem Jahr – koste es was es wolle!

          Werden die Kündigungsfristen nicht beachtet, gibt es eine Ruhezeit, in der es kein ALG gibt und sowohl RV, KV und PV selber bezahlt werden müssen.
          Das sollte man beim „Kaufpreis“ für die Kündigungszeit auf jeden Fall mit berücksichtigen!

          Gruß, der Privatier

          • An die beiden „Markusse“ 🙂
            Ich empfehle mit mehreren im Team den IA „auseinander zu nehmen“. Wir haben das auch gemacht und dann ein Excel gebaut und alle Bestimmungen abgebildet. Damit kann man dann auch HR kontrollieren. Ich hatte 3 Termine , Kollegen bis zu 5. Mit jedem Termin kam man an der Summe näher. Es gibt diverse Zusatzparameter. Hier nur ein paar von uns : Prämier je 10% Schwerbehinderung, Pauschale f. Steuerberatung bzw. Rechnung vorlegen, Unkündbarkeitsprämie, Schnellentscheiderprämie, Turboprämie, Kundigungsfristabkauf. Und bitte aufpassen bei Dienstjahren wenn man im Konzern gewechselt hat. HR kennt manchaml nicht die gesetzliche Definition von Konzern. So mal auf die schnelle zurück gedacht.

            Übrigens ist es wichtig an welcher Stelle der Deckel steht, weil es Dinge geben könnte die nicht unter den Deckel fallen, so bei uns geschehen.
            Daumendrücker

  25. @Klaus :
    generell : so hat es bei mir funktioniert, das kann ich aus Erfahrung sagen.

    zu 1) Das FA nennt das Zuflussprinzip. Versteuert wird im Jahr des Zuflusses. Abweichungen (mal so mal so) wären ja Willkür.
    zu 2) Die Abfindung nahtlos an das Arbeitsverhältnis hat somit was mit dem alten Arbeitsverhältnis zu tun und sind Restzahlungen (in der St.erklärung gibt es da einen Begriff dafür). Nach 6 Monaten ist das alte Arbeitsverhältnis erloschen und somit handelt es sich um eine eigenständige Zahlung ==> keine Fünftel-Regelung. So mein Verständnis.
    zu 3) Das FA kann wissen was es will, es zählt Nr.1.
    Abschließend : JA , es gibt eine objektive Grundlage : Die Beratung durch einen Steuerberater oder -anwalt, der das dann ggfls. bei Gericht auch durchsetzt.
    Aber zum Thema Beratung wurde ja schon oft genug hingewiesen. der Blog ist deshalb so interessant weill hier viele „Erfahrungen“ zusammenkommen. Dadurch erfährt man die Zusammenhänge und kann sich dann einzelfallbezogen fachlichen Rat einkaufen.
    Viel Erfolg !

    • Danke erst mal für die Antwort und das Schlusswort. Wir (meine LG und ich) hatten letzte Woche schon Termine mit der RA, AA und auch einem STB. In dem Termin mit dem STB hatte ich den Punkt aber nicht gestresst, weil ich bisher (bis auf eine Ausnahme) auch aus anderen Quellen nicht von Problemen bei dem Szenario „Ende Arbeitsverhältnis Dez./Zahlung Abfindung im Jan.“ gehört hatte (kam mir erst am Wochenende in den Sinn). Habe heute nochmal Rücksprache gehalten und der STB sagt sinngemäß, dass die Vertragsparteien frei regeln können, wann die Abfindung fällig wird. Der Veranlagungszeitraum wird dann durch den Zeitpunkt der Zahlung bestimmt. So, Thema für mich erledigt. Dass Beratung ein absolutes Muss ist, ist klar (AA,STB,RA f. Arb.-Recht,KV,RV). Nur gehe ich gerne möglichst gut vorbereitet in solche Gespräche mit dem Ziel, mir mein erarbeitetes Wissen im Idealfall nur von den Experten bestätigen zu lassen.
      Haben nun noch weitere Möglichkeiten im Köcher – ich lasse zu gegebener Zeit von mir hören.
      Viele Grüße, Klaus

      • „Nur gehe ich gerne möglichst gut vorbereitet in solche Gespräche mit dem Ziel, mir mein erarbeitetes Wissen im Idealfall nur von den Experten bestätigen zu lassen.“
        Eine sehr empfehlenswerte Vorgehensweise! Und Rückmeldungen/Ergebnisse oder neue Erkenntnisse sind jederzeit willkommen.

        Gruß, Der Privatier

    • Hallo Tina,
      ich bin mir ziemlich sicher, dass das Quatsch ist oder total veraltetes Halbwissen.
      Hier ein Zitat von Steuertipps.de:
      „Den Zeitpunkt der Auszahlung Ihrer Abfindung dürfen Sie – im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber (noch bis vor Eintritt der Fälligkeit) steuergünstig hinausschieben. Dazu haben Sie jetzt den Segen des Bundesfinanzhofs.
      Im entschiedenen Fall war in der Betriebsvereinbarung festgelegt, die Abfindung im November des Jahres der Kündigung auszuzahlen. Noch vor diesem Fälligkeitszeitpunkt wurde auf Wunsch des Arbeitnehmers der Eintritt der Fälligkeit auf das Folgejahr verschoben und deshalb die Abfindung erst im Januar des Folgejahres ausgezahlt. Der Arbeitnehmer versteuert die Abfindung erst bei Zufluss im Folgejahr und kann (in seinem Fall) die Vorteile der Fünftelregelung in diesem Folgejahr steuerlich besser ausnutzen als im Jahr der Kündigung (BFH, Urteil vom 11.11.2009, Az. IX R 1/09).
      Vorsicht bei mehreren Zahlungen! Mit einer Aufteilung der Abfindung auf zwei Kalenderjahre verlieren Sie die Fünftelregelung.“

      @MarkusL:
      Hier steht jetzt nicht, wie weit man verschieben kann. Für Sie wäre es wahrscheinlich interessant, ob es möglich ist bspw. das Arbeitsverhältnis bspw. zum 30.06.2015 zu beenden, aber die Abfindung erst im Januar 2016 zu erhalten (vorausgesetzt, Sie können 3 Monate ohne Sozialleistungen überleben)

      • Das denke ich auch… Das schlimme ist nur, mein AG hält mir genau dieses Beispiel (übrigens auch zu finden unter Haufe.de — mit aktuellen Jahreszahlen) unter die Nase und möchte nicht nach der 5tel Regel versteuern.

        Dabei bin ich der perfekte Fall FÜR eine 5tel Regel:
        Abfindung um einiges höher als Jahresbrutto
        Aufhebungsvertrag zum 31.12.14, Abfindung Zahlung komplett in 01/15

        Wie überzeuge ich jetzt den AG?
        LG Tina

        • Hallo Tina,
          Die Diskussion hatten wir auch in unserer Firma. Es gab u.a. sogra eine Diskussion, dass wir dann eine eidesstattliche Versicherung ausstellen könnten, in der wir versichern im nächaten Jahr keine weiteren Einkommen zu haben. Dieses Thema gibt es auch im Netz… Wir haben die schwierigen Diskussionen dann zu den Akten gelegt. Die Abfindung wurde dann normal versteuert und dann gab es bei der Steuererklärung halt einen Batzen zurück. Das läuft dann auch bei der Kirchensteuer so.
          Summasumarum : Nach 12 Monaten ist alles erledigt. Ist bei mir genau so gelaufen.

          • Hallo Mr. Excel,
            ich bin ja entsetzt, welch‘ Unkenntnis sich in der Bücherwelt und den Personalabteilungen tummelt. Und das selbst im S-Konzern. Die sollten da eigentlich Übung haben…
            Und die eidesstattlich Erklärung ist gleich doppelter Schwachsinn (Entschuldigung): Denn erstens steht die Zusammenballung ohnehin schon fest, aber zweitens würde sie durch weiteres Einkommen erst recht entstehen. Was also sollte damit verhindert werden?

            Gruß, Der Privatier

  26. Hallo Mr. Excel, vielen Dank für den Einblick…

    Was haben denn aber die weiteren Einkommen im nächsten Jahr mit der Fünftelregel zu tun (wenn die Zusammenballung unstrittig ist)?

    LG Tina.

      • Exakter und knapper gehts wohl nicht mehr.
        Ich möchte hier mal das Augenmerk auf eine andere Sache lenken:
        Bei allen sinvollen Diskussionen hier darf man die Paramater nicht aus den Augen lassen.
        Eine 10T Abfindung zu optimieren ist sicherlich sinnvoll, aber reicht nicht für ein Dispojahr zum Leben. Also muß man arbeiten und die Optimierung geht futsch. Die 5tel-Regelung bekommt man am Jahresende dann per St.erklärung. Deshalb nicht die Energie in der PA vergeuden sondern in die persönliche Zukunftsplanung stecken.
        Eine größere Abfindung (die das Finanzieren des Dispojahres ermöglicht) sollte man optimieren was die Termine angeht. Den Krieg mit der 5tel-Regelung ist hier nicht kriegsentscheidend auf Grund der Summe die man sofort bekommt. Der Rest kommt dann in 12 Monaten.
        Und auch bei den richig großen Brocken muß man die Termine unbedingt optimieren. Da muss es sein – wegen der Differenzen. Aber die 5tel-Regelung stört hier noch weniger. Hier sollte man die Energie in die Lebensplanung für die 3. und letzte Lebensphase stecken.
        So mal ganz „makro-strategisch“ gedacht ….

        • Grundsätzlich gebe ich dir recht… du hast inzwischen den Vorteil, die Rückzahlung vom FA erhalten zu haben. Weniger entspannt sehe ich die Sache, da man mir ja die Fünftelregel grundsätzlich absprechen will. Kann ich dem FA vertrauen, dass die es besser machen? Vielleicht sollte ich ja den Aufhebungsvertrag lieber auf den 1.1.2015 legen lassen.. 😉 Geht sowas überhaupt?

          LG Tina

          • Schon mal versucht mit dem FA zu reden. Ich habs gemacht und zum einen eine Bestätigung bekommen und zum anderen eine Lösung wir ich schnell ran komme. Ich kann wegen diverser Bescheinigungen meistens erst in 08 / 09 meine Erklärung machen. Was sagt da mein „Freundlicher“ : Machen Sie 2 Teile. Den ersten sofort und den 2. wenn alles vollständig ist und aber schildern Sie uns den Fall dann zahlen wir nach Teil-1 aus und rechnen nach Teil-2 endgültig ab.
            Was will man mehr …

  27. Hallo Tina,

    noch einmal zurück zu dem von Dir erwähnten Buch von Carola Hausen:
    „Entgeltabrechnung – Alle wichtigen Fälle für die Praxis“ (Haufe):

    Zunächst einmal sollte man mal auf die Begründung schauen, mit der die Autorin die Anwendung der 5tel-Regel ablehnt. Zitat:

    „Ein Arbeitnehmer … mit einem laufenden Monatslohn von 3.500 EUR erhält im Januar 2012 infolge der … Auflösung des Dienstverhältnisses zum 31.12.2011 eine Abfindung in Höhe von 55.000 EUR.

    Die ermäßigte Besteuerung darf nicht angewandt werden nach der Fünftelregelung, da es im Jahr 2012 nicht zu einer Zusammenballung von Einkünften kommt.“

    Wie die Autorin zu dieser kühnen Feststellung gelangt ist, verrät sie uns nicht und ich kann daher nur raten: Ich hoffe einmal, dass ihr bei der Zusammenstellung der vielen Zahlen schlicht ein Schreib-, Rechen- oder auch Druckfehler unterlaufen ist. Denn dass eine Abfindung i.H.v. 55T€ höher ist, als das normale Einkommen von 42T€ ist ja offensichtlich!

    Wer sich allerdings erstmalig mit diesem Thema beschäftigt und das Wort „Zusammenballung“ hört, könnte auch durchaus auf den Gedanken kommen, dass es schon mindestens zwei oder besser mehrere Komponenten bräuchte, damit sich diese zusammenballen können. Dann kommt es leicht zu dem Trugschluss: „Eine Abfindung alleine kann sich nicht zusammenballen.“
    Klingt logisch – ist aber trotzdem falsch!

    Es geht nur darum, dass sich das Einkommen zusammenballt. Und das tut es eben genau dann, wenn durch die Abfindung in der Summe mehr im Jahr zusammenkommt, als üblich.

    Einen „Haufen“ (Achtung: Wortspiel 😉 ) Dilettanten zu überzeugen, wird schwierig werden. Vielleicht hat die Firma ja einen Steuerberater, den man noch mal hinzu ziehen könnte?

    Im Zweifel (und am Ende) hilft dann aber wohl nur die Lösung, die Mr. Excel schon genannt hat: Ein Jahr lang warten, Steuererklärung abgeben und sich auf eine satte Rückzahlung freuen. Kleiner Trost: Der Zinsverlust dürfte sich in Grenzen halten…

    Abschließend noch ein Punkt zum angesprochenen Buch von Carola Hausen. Dort heißt es über den Termin der Abfindungszahlung auch:

    „…kann die Verschiebung des Zahlungszeitpunkts ins Folgejahr durchaus sinnvoll sein, auch wenn dadurch die Fünftelregelung nicht mehr angewendet werden darf.“

    Keine falschen Schlüsse ziehen!

    Dieser Satz bedeutet keinesfalls, dass jeder, der seine Abfindung ins Folgejahr verschiebt, die 5tel-Regel nicht mehr anwenden kann. Keinesfalls!

    Er besagt lediglich, dass es Fälle geben kann, bei denen durch die Verschiebung die Fünftelregel nicht mehr zum Tragen kommt und es sich aber trotzdem lohnen kann. Und diese Aussage ist vollkommen richtig!

    Gruß, Der Privatier

  28. Hallo zusammen,
    nach 3 Wochen „Sendepause“ möchte ich Euch nun mitteilen, wie es mit dem Aufhebungsvertrag meiner Lebensgefährtin unter dem Aspekt „Steuern und Optimierung“ ausgegangen ist. Man könnte zusammenfassend sagen: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…“, denn nachdem wir lange aus steuerlichen Gründen über die Fünftelregelung und in diesem Zusammenhang auch das Dispositionsjahr nachgedacht haben und wie dieses „Freizeitjahr“ zu gestalten wäre (wir können uns leider ein Leben als Privatiers (noch) nicht leisten…; das wäre also in ihrem Fall ein sabatical year geworden mit anschließender Wiederaufnahme eines sozialvers.-pfl. Arbeitsverhältnisses), haben wir nun eine gänzlich andere Gestaltungsvariante gewählt, die aber nur unter bestimmten Randbedingungen sinnvoll ist. Die wichtigste ist, dass die Abfindungssume nicht zu hoch sein darf! Das betrifft die Markusse (s.o.) mit dem „T“ 🙂 dann vermutlich eher nicht.
    Nun aber zum Kern:
    1. Der Arbeitgeber ging vornherein davon aus, dass mit der Abfindungssumme auch die Kündigungsfrist (in diesem Fall 5 Mon.) „verkauft“ ist. Diese wurde nun von ihr unter Reduzierung der Abfindungssumme um 5 Bruttomonatsgehälter „zurückgekauft“. Vorteil: Der AG zahlt seinen Anteil zu den der Soz.-Vers.-Beiträgen natürlich in voller Höhe weiter (diesen Anteil hätte der AG – spitz gerechnet – auch noch von der Abf.-Summe abziehen können).
    2. Sie ist für diese 5 Monate unwiderruflich freigestellt.
    3. Die Abfindungssume wird in 2 Teile gesplittet. Teil 1 mit dem letzten Gehalt, Teil 2 im Jan. 2016. Anwendung der Fünftelregelung damit natürlich passé.

    Das rechnet sich nur, weil die Abfindung insgesamt nicht so hoch ist, weil selbige auch noch gesplittet wird und weil sie für ihr Gehalt nicht arbeiten muss (sonst müßte man sich wg. der Steuer doch noch ärgern)! Falls es ihr „langweilig“ wird, kann sie dann im nä. Jahr (z.B. im Herbst) wieder anfangen zu arbeiten. Wenn dann ein paar Monatsgehälter im Jahr der Zahlung der Abfindung Teil 1 dazukommen, dann ist das steuerlich nicht so „tragisch“ als wenn man das im Zusammenhang mit der Fünftelregelung macht (ist ja hier schon ausführlich diskutiert worden). Wenn keine Arbeit, dann reicht die Liquidität auch ohne ALG und die steuerliche Bealstung liegt in etwa in dem Rahmen wie bisher auch. Mit Job in 2016 (mglw. niedriges Gehalt als bisher) plus Abfindung Teil 2 ist auch hier die steuerliche Belastung „auszuhalten“. Davon, dass sie ALG1 beantragen muss, gehen wir nicht aus. Falls doch, dann käme die Sperrzeit zum Tragen.

    Mögliches Risiko: Man muss sich relativ sicher sein, dass das Unternehmen in einem Jahr auch noch existiert und auch zahlungsfähig ist und nicht zwischendurch Insovenz anmeldet, denn dann wäre im ungünstigsten Fall die gesamte Abfindung und ggf. noch ein paar Monatsgehälter futsch!

    Mein Fazit: Bei hohen Abfindungen führt kein Weg an Fünftelregelung vorbei und damit auch möglichst ohne weiteres Einkommen (also auch kein EK aus nichtselbstst. Arbeit) im Veranlagungszeitraum. Dann kann man in einem Atemzug auch über das Dispojahr nachdenken, falls man im Anschluss daran ALG1 beziehen muss. Bei nicht ganz so hohen Abfindungen kann man dann über diese Variante der Splittung (ginge auch über 3 Veranlagungszeiträume) nachdenken. Dass muss aber jeder selbst durchrechen oder vom STB berechnen lassen. Ich habe für einige(!) Szenarien „fiktive“ Steuererklärungen auf Basis „Elster 2013“ durchgerechnet (ich glaube nicht, dass sich für 2014-2016 gravierendes ändert; die Bierdeckel-Steuererklärung v. Friedrich Merz ist m.E. ferner denn je…).

    Ich wünsche ich allen, die mit dieser Thematik kämpfen, gutes Gelingen.

    Viele Grüße, Klaus

    • Vielen Dank für diese ausführliche Schilderung einer alternativen Gestaltung!

      Sie zeigt einmal mehr, dass es immer von den persönlichen Gegebenheiten abhängt, welche Variante sinnvoll ist und welche weniger. Natürlich ist der Rahmen auch von der Flexibilität des AGs abhängig, aber gerade dieses Beispiel zeigt, dass Verhandlungen möglich sind und auch genutzt werden sollten.

      Aber ganz an erster Stelle steht natürlich immer die persönliche Lebensplanung. Das sollte man bei aller Steuer-Optimierung nicht vergessen. Die hier im Blog vorgestellten Ideen sind meist aus der Sicht eines (angehenden) Privatiers geschrieben. Wer dagegen nach einem Aufhebungsvertrag eine neue Stelle antreten will (oder muss), für den ergeben sich ganz andere Überlegungen. In einer solchen Situation würde ich es mir z.B. ganz genau überlegen, ob ich wirklich eine längeres Auszeit nehmen würde.

      Sehr gut übrigens auch der Hinweis, sich einmal einige Szenarien von fiktiven Steuererklärungen selber auszurechnen. Ich habe dies auch mit meinem schon lange Jahre genutzten SteuerSpar-Programm der Akad. Arbeitsgemeinschaft gemacht, geht aber genau so gut auch kostenlos mit der Elster-Software.

      @Klaus: Deiner Lebensgefährtin drücke ich die Daumen, dass der EX-AG bis 2016 überlebt. Und weiterhin gutes Gelingen.

      Gruß, Der Privatier

  29. Hallo Privatier,

    ich lese jetzt schon einige Zeit diesen tollen Blog mit, insbesondere deswegen weil auch ich vom meinem Arbeitgeber genötigt werde gegen Zahlung einer Abfindung (100K) das Unternehmen zu verlassen.

    Ich habe deine Vorschläge von meiner Steuerberaterin prüfen lassen. Es ging konkret um Auszahlung im Folgejahr, keine weiteren Einkünfte/Dispojahr im Folgejahr, Rürup-Vertrag über 20K im Folgejahr, Anwendung der 1/5-Regelung. In deiner Beispielsrechnung mit „passenden“ Zahlen kommst Du ja auf eine Steuerbelastung von 0,00 EUR. Bei meinem prinzipiell vergleichbaren Fall errechnet die Steuerberaterin eine Steuerbelastung von ca. 13K. Sie bestätigte zwar Rürup und 1/5-Regelung, erwähnte jedoch, dass die 100K steuerlich immer noch im Folgejahr als Einkommen zu sehen sind und zu versteuern sind.

    Vielleicht habe ich auch nur dein Beispiel nicht ganz verstanden und bitte daher um deine Meinung.

    Danke und weiter so!

    Southafrica

    • Hallo Südafrika,
      das ist auch richtig. Du versteuerst die 100k im Januar weil Du von Deinem AG eine ganz normale Gehaltsabrechnung bekommst (mit einem tollen Monatsgehalt) ganz normal und somit mit einem „irren“ Steuersatz. Am Jahresende beim LSt-Jahresausgleich schlägt die 1/5-Rgelung erst zu, da machst DU ja dann auch Deine Abzüge geltend (Werbungskosten, Verluste aus Vermietung u. Verpachtung, etc.) und auch Rürup. Da kommt es dnan zu einer Rückzahlung. Zu RÜRUP antwortet in Kürze sicherlich der Privatier.

      • Hallo Mr. Excel,

        auch dir für die diversen bisher im Blog getätigten Hinweise besten Dank!

        Nur der Klarheit wegen: Ende der Beschäftigung 12/2015, Auszahlung Abfindung 01/2016 (=Folgejahr).

        Der Unterschied zwischen der Rechnung des Privatiers und meiner Steuerberaterin war doch erheblich trotz vergleichbar Komponeten: Privatatier 0 EURO Steuerbelastung – meine Steuerberaterin ca. 13K EUR Steuerbelastung. Diese erhebliche Diskrepanz konnte ich mir nicht erklären und bat daher um seine/eure Meinung.

        Gruß

        Southafrica

    • Tja – da müsste ich jetzt mal spekulieren…?

      Es könnte sein, dass die StB’in zwar die Fünftelregel bestätigt hat, aber dennoch die Berechnung nicht bei der Auszahlung der Abfindung angenommen hat. Es ist nicht immer sicher gestellt, dass der AG diese Regel anwendet! Was er in keinem Fall berücksichtigen kann, ist die Rürup-Versicherung. Diese kommt ganz sicher erst im Rahmen der Steuererklärung zur Entfaltung.
      Es könnte also sein, dass die StB’in von der Steuerbelastung gesprochen hat, die zunächst im Januar zu erwarten ist. Für diese Annahme spricht ihr Hinweis auf die „normale“ Steuerpflicht der Abfindung als Einkommen.

      Es könnte aber auch sein – und dafür spricht die Summe von 20.000 Euro für den Rürup-Vertrag, dass wir es hier mit einem Ledigen zu tun haben? Ist das so?
      Wenn ja – sehen die Berechnungen natürlich völlig anders aus! Das Beispiel im Beitrag rechnet die Belastungen für ein Ehepaar aus!

      Andere Erklärungen fallen mir gerade nicht ein. Am besten wäre es, die StB’in mal um eine ausgedruckte Prognose zu bitten. Daran könnte man erkennen, wo die Zahlen abweichen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        ohne jetzt die lange Liste der Kommentare durchzulesen, habe ich eine grundsätzliche, meiner Meinung nach entscheidende Frage :

        Laut meinem Steuerberater ist es nicht möglich durch Sonderausgaben ( Rürup, KV-Vorauszahlung usw. ) den zu versteuernden Anteil der Abfindung unter 1/5 der Abfindung zu drücken („Null-Linie“). Falls im Jahr der Auszahlung der Abfindung keine weiteren Ausgaben vorliegen, nützen also alle Sonderausgaben nichts.
        Das würde bedeuten, dass das auf Seite 161 angeführte Beispiel in der 2014-Ausgabe des „Privatiers“ nicht richtig ist :
        Die Besteuerungsgrundlage einer Abfindung von 80.000 EUR ist nie kleiner als 16.000 EUR und unabhängig eventueller Sonderausgaben sind in jedem Fall diese 16.000 EUR zu versteuern ( und die gesamte Steuer beträgt dann das Fünffache der Steuer von 16.000 EUR ): Ein Reduzieren der im Beispiel angeführten 20.000 EUR auf 15.540 EUR ( oder eben durch entsprechend höhere Sonderausgaben auf noch weniger als 15.400 EUR ) ist nicht möglich ?
        Ist das wirklich so ?

        Gruß Euklid

        • Nun – ich kann nur rätseln, was der Steuerberater mit dieser kühnen Behauptung gemeint haben könnte…
          Es ist natürlich richtig: Von der Abfindung wird im Rahmen der Fünftelregel immer 1/5 angerechnet. Das kann man nicht ändern.
          Aber es kommt ja immer auf die Gesamt-Summe an. Auf das zu versteuernde Einkommen. Und das kann man sehr wohl durch Sonderausgaben reduzieren (z.B. Rürup, etc.).
          Die Regeln zur 5tel-Regel sind eigentlich ganz einfach: Es wird das zu versteuernde Einkommen ohne die Abfindung bestimmt und das inklusive einem Fünftel der Abfindung. Beide natürlich unter Berücksichtigung aller anderen Steuer-Regeln, also auch der Sonderausgaben. Die Differenz der auf diese Summen entfallenen Steuer wird dann wieder mit 5 malgenommen.

          Entsprechend hohe Sonderausgaben vorausgesetzt kann man die Steuern also durchaus minimieren und je nach Situation auch völlig vermeiden.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            vielen Dank für Deine rasche Antwort :

            Ein Beispiel :

            ———————————————————————
            | | ohne Abfindung | mit Abfindung
            ———————————————————————
            | Abfindung | 0 | 200.000
            | Jahresgehalt | 0 | 0
            | Vermietung | 10.000 | 10.000
            | 1/5 Abfindung | 0 | 40.000
            |

  30. Hallo Privatier,

    da war ich jetzt zu schnell beim Abschicken :

    Ein Beispiel :

    ———————————————————————
    | ohne Abfindung | mit Abfindung
    ———————————————————————-
    | Abfindung | 0 | 200.000
    | Jahresgehalt | 0 | 0
    | Vermietung | 10.000 | 10.000
    | 1/5 Abfindung | 0 | 40.000
    | Sonderausgaben | -35.000 | -35.000
    | zu. verst. Eink.| 10.000-35.000 = -25.000 | 40.000+10.000-35.000 = 15.000
    | Steuer darauf | 0 | 0
    | Differenz | ./. | 0
    | Fünffach | ./. | 0
    | Steuer gesamt | 0 | 0

    Damit wären durch 35.000 EUR Sonderausgaben die Steuern auf die Abfindung vermieden. Ist meine Rechnung richtig ?

    Vielen Dank und beste Grüße,
    Euklid

  31. Hallo,
    ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das Beispiel verstanden habe, aber es gibt

    EStG § 34 abs. 1 satz 3

    Ist das verbleibende zu versteuernde Einkommen negativ und das zu versteuernde Einkommen positiv, so beträgt die Einkommensteuer das Fünffache der auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens entfallenden Einkommensteuer

    Ich habe das so interpretiert, daß es nicht möglich sein, soll, die Steuer auf die Abfindung unter ein Mindestmaß zu drücken.
    Im obigen Fall wäre das mindestens 5 mal die Steuer auf 40.000.

    • Hallo,
      ja, dies hat mir auch der Steuerberater gesagt : Sonderausgaben helfen nur dazu, das „restliche“ Einkommen so weit wie möglich ( idealerweise auf 0 ) zu drücken, im obigen Beispiel helfen Sonderausgaben über 10.000 EUR also nichts :
      Mit 10.000 EUR Sonderausgaben sind die 10.000 EUR Mieteinnahmen kompensiert und ein weiteres Drücken ist nicht mehr möglich, das heißt es muss – leider – 5 Mal die Steuer von 40.000 EUR bezahlt werden.

      Diese 5 Mal die Steuer vom fünften Teils der Abfindung ist die Untergrenze für eine beliebige Kombination von Einnahmen aus nicht selbständiger Arbeit, Vermietungseinnahmen, Sonderausgaben usw.

      Gruß Euklid

    • Die Antwort von „dpw“ ist vollkommen richtig: Ist das sog. „verbleibende“ Einkommen negativ, wird die Fünftelregel etwas anders angewandt. Vereinfacht.

      Aber die Schlussfolgerungen, die hier gezogen wurden, sind falsch!
      Richtig ist der Satz: „…beträgt die Einkommensteuer das Fünffache der auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens entfallenden Einkommensteuer.“
      Achtung: „Das zu versteuernden Einkommens“!! Nicht der Abfindung.
      Und das zu versteuernde Einkommen kann eben sehr wohl durch Sonderausgaben reduziert werden.
      Im obigen Beispiel von „Euklid“, wäre das dann etwas so:
      Bei 200K Abfindung zzgl. 10k Vermietung abzgl. 35K Rürup ergibt sich ein zu verst. Einkommen von 175K. Ein Fünftel davon sind: 35K. Darauf die Steuer mal 5 ergibt die fällige Einkommensteuer.

      Gerade bei so hohen Abfindungen wirken die Optimierungen nicht mehr so richtig. Das stimmt schon. Aber das man gar nichts machen könnte, ist einfach so nicht richtig.

      Gruß, Der Privatier

  32. @Privatier
    Hast Du jetzt nicht anders gerechnet als Du bisher gerechnet hast?
    Bisher hattest Du immer dem Beispiel von Euklid folgend die Abfindung 200 TEUR durch 5 geteilt und dann Rürup abgezogen (hier mal ohne Mieteinnahmen). Es wären dann 40 TEUR – 35 TEUR = 5 TEUR -> unterhalb der Grenze um überhaupt EST zu zahlen – daraus folgt keine Steuern auf Abfindung.

    … oder habe ich alles falsch verstanden?

    • Nein-Du hast alles richtig verstanden! Und auch sehr richtig bemerkt, dass ich evtl. schon einmal einen Fehler gemacht habe und die Rechenweise falsch erklärt habe. Stimmt.
      Richtig ist es aber auf jeden Fall so, wie im letzten Kommentar!

      Ich habe dies aber auch in einem früheren Kommentar (auch in Zusammenhang mit einer höheren Abfindung) schon einmal erläutert.

      Eigentlich müsste ich noch einmal alle Beiträge und Kommentare durchsuchen, wo ich dies evtl. falsch dargestellt habe…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,

        ich habe mir den EStG § 34 Abs. 1 Satz 3 angeschaut und der Kommentar von Privatier von 07.03., 20:38 ist m.E. vollkommenen richtig.
        Meine Schlussfolgerung war in der Tat falsch.
        Falsch ist aber auch die Schlussfolgerung von southafrica; beim Bespiel ohne Mieteinnahmen ergibt sich
        zu verst. Einkommen = 200 T – 35 T = 165 T EUR > 0
        verbleibendes zu verst. Einkommen = ( 200 T -35 T ) – 200 T = -35 T EUR < 0
        Also greift der Paragraph und es ergibt sich :
        Einkommenst. = 5 * Einkommensteuer von 1/5 * des zu verst. Einkommens
        = 5 * Einkommenst. von 1/5 * 165 T
        = 5 * Einkommensteuer von 33 T

        Gruß Euklid

        • Ja – so sieht die Rechnung richtig aus!

          Entscheidend ist dabei, dass die Sonderausgaben eben doch geeignet sind, die Steuerlast zu drücken. Im obigen Beispiel: 5*Steuer von 33T statt 5*Steuer von 40T. Bin gerade zu faul, nachzusehen, wie viel das ausmacht, aber es ging ja auch mehr um die Frage, ob das überhaupt geht.
          Es geht!

          Gruß, Der Privatier

  33. Hallo Privatier,

    wäre es dann nicht sinnvoll diesen Artikel ganz oben dahingehend zu korregieren, dass man die Steuerlast leider doch nicht auf EUR 0,00 drücken kann?

    Gruß

    Southafrica

    • Ich korrigiere gerne etwas. Das ist kein Problem.
      Aber die Aussage im ursprünglichen Beitrag, dass auf eine Abfindung von 80.000 Euro (und sonst keinen weiteren Einkünften) bei Verheirateten steuerfrei bleibt, ist nach wie vor richtig. Das gibt es nichts zu korrigieren.

      Gruß, Der Privatier

    • Was spricht dagegen, die Steuerlast auf 0,00€ zu senken?
      Der ganze Talk hier ist etwas durcheinander, obwohl die Lage doch ziemlich eindeutig und einfach ist (ich habe auch nichts gesehen, wo der Privatier die Rechnung falsch gemacht hätte). Ist das sonstige Einkommen >= 0 wird 1/5 der Abfindung addiert und der resultierende Steuersatz auf das gesamte Einkommen angewandt. Ist das sonstige Einkommen < 0 wird es mit der Abfindung addiert, davon wird 1/5 genommen und der Steuersatz ermittelt, dieser Steuersatz wird auf das gesamte Einkommen angewandt.
      Man kann so theoretisch auch höhere Abfindungen steuerfrei "durchbekommen", das sonstige Einkommen muss nur entsprechend ausreichend negativ sein.
      Bei einer Abfindung von 200.000€ bspw. müsste also nur negatives Einkommen von etwa -183.000€ erwirtschaftet werden, bzw. darf das zu versteuernde Einkommen in Summe (s.o.) nicht über 16.944€ (verheiratet) liegen. Einen Teil davon kann man sicher über Sonderausgaben für Rürup etc. oder außergewöhnliche Belastungen erreichen, größere Negativbeträge lassen sich ansonsten nur durch negative Kapitalerträge, Vermietung&Verpachtung und/oder Gewerbebetrieb erreichen. Davon schreibt der Privatier ja in den neuesten Kapiteln. Aber völlige Steuerfreiheit bei einer hohen Abfindung muss im Sinne des Gemeinwohls ja nun auch nicht sein.

      Eines ist mir aber nicht ganz klar, war es nicht mal so, dass Verluste aus Kapitalvermögen nur gegen Gewinne aus Kapitalvermögen verrechnet werden können, es hier also nicht zu einer Verrechnung mit der Abfindung kommt, oder galt das nur, falls das Gesamteinkommen negativ wird und vorgetragen werden muss? Oder wurde das Gesetz geändert?

      • Ich muss mich in Bezug auf die Summe korrigieren. Man würde bei einer Abfindung von 200.000€ durch Negativeinkünfte nur ein zu versteuerndes Einkommen von weniger als 80.000€ benötigen, denn der Steuersatz für 1/5 von 80.000€ liegt bei Verheirateten bei 0,00%, wie der Privatier ja auch noch mal betont hat.

      • Danke für die Zusammenfassung und Klarstellung!
        Ich habe die Zahlen jetzt nicht konkret überprüft, aber das Fazit stimmt auf jeden Fall:
        „Man kann theoretisch auch höhere Abfindungen steuerfrei „durchbekommen“, das sonstige Einkommen muss nur entsprechend ausreichend negativ sein.“

        Genau so ist es!
        Allerdings funktioniert das mit Kapitaleinkünften in der Tat nicht!
        Deine Vermutung ist richtig. Verluste aus Kapitaleinkünften werden zuerst mit entsprechenden Gewinnen (z.B. bei anderen Banken) verrechnet. Bleibt das Ergebnis negativ, gibt es einen Verlustvortrag. Das funktioniert also nicht!

        Aber auch hier stimme ich dem Fazit komplett zu: „Aber völlige Steuerfreiheit bei einer hohen Abfindung muss… ja nun auch nicht sein.“

        Gruß, Der Privatier

  34. Hallo,
    da mir die steuerlichen Informationen meines Ex-AG jetzt vorliegen (Ende der Tatigkeit und Abfindung Feb15) habe ich die Daten in ein Prognose-Tool meines Steuerprogramms eingegeben und etwas rumgespielt.

    1) Hätte mir mein AG mir je 1000 EUR mehr Gehalt ausgezahlt, hätte ich davon jeweils 1500-1600 EUR mehr Steuern zahlen müssen. Das erscheint mir so krass, daß ich es kaum glauben kann.

    2) Umgekehrt geht das natürlich auch: Je 100 EUR weniger Gehalt –> 150-160 weniger Steuern.
    Dies geht aber nur bis 400 EUR weniger, danach sind es nur noch 30 EUR Ersparnis (pro 100 EUR weniger Gehalt). Dann ist nämlich das „verbleibende zVEk“ gleich Null.

    Was lerne ich daraus:
    1) Bis dahin lohnt sich die Generierung negativer Einkünfte.
    2) Darüber hinaus (meines Erachtens und für mich) höchstens soweit, daß „ein Puffer“ bleibt.

    • Ohne die Zahlen nachprüfen zu wollen (und zu können) zeigen diese Beispiele aus meiner Sicht zweierlei:
      Einmal kann man die Auswirkungen von zusätzlichem (oder weniger) Einkommen im Zusammenhang mit einer Abfindung und 5tel-Regelung kaum abschätzen und
      zweitens sollte man, sofern man die Möglichkeit dazu hat, die Auswirkungen deshalb mit Hilfe eines Steuerprogrammes überprüfen.
      In schwierigen und grundsätzlichen Fragen ist vorab auch sicher mal der Gang zum Steuerberater angesagt, kleinere „Spielereien“ kann man aber durchaus auch selber machen. Das geht im Zweifel auch mit der kostenlosen Elster-Software.

      Gruß, Der Privatier

  35. Hallo,
    die Zahlen aus dem Beispiel von dpw sind – ebenfalls ohne sie nachgeprüft zu haben – im Prinzip sicherlich korrekt : Manchmal bekommt man durchs nichts Tun mehr als durchs Tun.
    Bei entsprechenden Zahlen ist es im Extremfall sogar so, dass bei zusätzlichen 1.000 EUR Einkommen mehr als 2.000 EUR zusätzlich als Einkommensteuer anfällt. Analog gibt es auch den umgekehrten Fall, dass 5.000 EUR Einzahlung in Rürup eine Reduzierung der Einkommensteuer von 10.000 EUR bedeuten.
    Für dieses paradoxe Verhalten gibt es auch ein Beispiel bei Wikipedia, Stichwort Fünftelregelung.
    Gruß, Euklid

  36. Guten Tag,
    eine Frage an den Privatier oder auch an die Gemeinde: In meinem Fall habe ich in mehreren Jahren Sonderzahlungen als ‚deferred compensation‘ mit meinem Arbeitgeber vereinbart. Diese Sonderzahlungen werden nach dem Renteneintritt als Einmalzahlungen zu von mir festzulegenden Zeitpunkten fällig. Gehe ich richtig in der Annahme, daß dieser ‚Arbeitslohn für mehrere Jahre‘ steuerlich unter die ‚Fünftelregelung‘ fällt und um dies zu erreichen, die Zahlungen in einem Veranlagungszeitraum (z.B. in 2015) erfolgen müssten? Also analog der Abfindungsversteuerung? Vielen Dank für Bestätigung oder Korrektur. we-fly-dus

    • Die steuerlichen Regeln sind gerade bei der Altersversorgung sehr differenziert. Es hängt hier oft davon ab, welchen Durchführungsweg man gewählt hat. Bei der konkreten Frage bedeutet das (Auszug aus Wikipedia):

      „Die Versorgungen nach dem Alterseinkünftegesetz 2005 werden bei Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds als sonstige Einkünfte im Sinne von § 22 EStG voll versteuert, sofern die Beiträge nach § 3.63 beziehungsweise § 10a EStG steuerlich gefördert wurden. Direktversicherungen und Pensionskassen, die gemäß § 40b EStG pauschal versteuert wurden, werden bei Ausübung des Rentenwahlrechts mit dem Ertragsanteil versteuert und sind bei Ausübung des Kapitalwahlrechts steuerfrei.

      Bei Pensionszusagen und Unterstützungskassen fließen Leistungen dem Arbeitnehmer während der Anwartschaftsphase nicht zu, da dieser während der Einzahlungsphase nicht darüber verfügen kann. Die Versorgungsleistungen werden daher in der Rentenbezugszeit als (nachträgliche) Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit im Sinne des § 19 EStG voll steuerpflichtig. Nach § 19 Abs. 2 EStG steht den Arbeitnehmern zur Glättung seiner steuerlichen Verpflichtung der Versorgungsfreibetrag (2014: maximal 1920 €) und ein Zuschlag (2014: 576 €) zur Verfügung, sofern letzterer nicht anderweitig ausgeschöpft wurde. Sieht die Pensionszusage beziehungsweise Unterstützungskasse eine Kapitalzahlung vor, kann die in § 34 EStG geregelte, progressionsmildernde Wirkung der Fünftelregelung genutzt werden.“

      Gruß, Der Privatier

  37. Danke fuer die gute und sehr aufschlussreiche Information und Diskussion!
    Eine Frage: kann die Abfindungssumme neben der genannten Vervielfaeltigungsregel, KV Vorauszahlungen, Ruerup auch durch steuerbefreite Einzahlung in die Rentenversicherung optimiert werden? Der eingezahlte Betrag muss nur zu 50% versteuert werden, erhoeht aber den Rentenbetrag entsprechend. Die Rente ist dann spaeter zu versteuern, aber doch sehr geringer. Die Steuerfreiheit des 50% Anteiles hebelt via der 1/5 Regel die „Rentenrendite“ doch erheblich.

    Danke und Gruss

    • Ein sehr guter Hinweis! Ist bei all den Diskussionen hier wohl irgendwie ein wenig untergegangen…

      Aber die freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung zählt natürlich wie auch eine Rürup-Versicherung zu den Aufwendungen für die Altersvorsorge. Und als solche reduziert sie genau so (im Rahmen der Höchstbeträge) das zu versteuernde Einkommen. Völlig richtig!
      Auch richtig ist, dass die Rente später zwar versteuert werden muss, das aber in der Regel mit einem geringeren Steuersatz. Was die konkrete Zahl von 50% angeht, habe ich allerdings gerade ein wenig Zweifel. Hier müsste ich wohl noch mal meinen eigenen Beitrag zur Rente und Steuern nachlesen.

      Gruß, Der Privatier

      • So, gerade noch mal nachgelesen: Auch bei dem steuerpflichtigen Anteil der Renten gibt es eine Übergangsregelung, nach der mehr und mehr von der Rente steuerpflichtig wird. Die 50% sind also so nicht richtig. Zumindest nicht für alle, die erst noch Rentner werden. Es gilt jedes Jahr ein anderer Satz.
        Im Detail am besten noch einmal nachzulesen im Beitrag über „Rente und Steuern„.

        Gruß, Der Privatier

  38. Bringt es steuerlich etwas, wenn man einer Firma einen größeren Betrag (die Abfindung)als Kredit gibt, oder muss man trotzdem die volle Steuer bezahlen?

    Gruß

    Astrid

    • Mir fällt da gerade keine Konstruktion ein, bei der ein Kredit in irgendeiner Form steuerlich etwas bringen würde… Vielleicht fehlt mir aber auch gerade nur die Phantasie.
      Also: Nein, tut mir leid. Ich sehe da keine Möglichkeit.

      Gruß, Der Privatier

      • Nun ist mir doch noch etwas eingefallen:

        Wenn man in irgendeiner Form Miteigentümer der Firma wird (z.B. als stiller Gesellschafter o.ä.) und der Kredit z.B. für eine größere Investition benötigt wird, so wird die Firma durch diese Investition wohlmöglich einen höheren Abschreibungsbedarf haben und u.U. einen steuerlichen Verlust ausweisen. Das wäre z.B. typisch für den Start einer Firma.
        Als Miteigentümer bekommt man diesen steuerlichen Verlust anteilmäßig natürlich auch zugewiesen, so dass über diesen Weg das zu versteuernde Einkommen gemindert wird.
        Hört sich kompliziert an? Ist es eigentlich nicht. Ist im Grunde das Prinzip jeglicher Beteiligungsgesellschaften.

        Aber ich habe bei der Frage eher den Eindruck, es steckt eine andere Idee dahinter?

        Gruß, Der Privatier

        • Die Idee ist, das man schon bei der Auszahlung der Abfindung weniger Steuer
          bezahlt, weil man eine Investition in ein Unternehmen steckt und dadurch
          auch Arbeitsplätze schafft.

          Gruß,
          Astrid

        • Eine steuerlich Förderung für eine Investition in ein (fremdes) Unternehmen ist mir nicht bekannt (wäre aber durchaus ein Vorschlag, der mir gefallen könnte!).
          Steuerlich wirksam ist letztlich immer nur ein Verlust. Der kann auf verschiedene Weise entstehen. Im Zusammenhang mit einem Unternehmen in erster Linie durch eine eigene Beteiligung an diesem Unternehmen und eine entsprechende Verlustzuweisung.
          Einen anderen Weg sehe ich nicht.

          Gruß, Der Privatier

  39. Vielleicht auch interessant zur Steueroptimierung: So weit ich weiß sind seit ein paar Jahren die Beiträge für die Basiskranken- und Pflegeversicherung – (Achtung nur Beiträge zur Basisabsicherung) in unbegrenzter Höhe als Vorsorgeaufwendungen abziehbar. Außerdem wurde in § 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 4 EStG geregelt, dass Beiträge für künftige Jahre im Zahlungsjahr abziehbar sind, soweit sie das 2,5-fache der für das Zahlungsjahr gezahlten Beiträge nicht übersteigt. So kann man im ‘Abfindungsjahr’ Beiträge vorauszahlen und absetzen. Ein netter Nebeneffekt ist auch noch daß im Folgejahr, in dem man keine KV Beiträge zahlt die ‘anderen Versorgungsaufwendungen’ zur Geltung kommen die sonst oft durch den Höchstbetrag unter den Tisch fallen. Ob und wie hoch das bei allen Versicherern möglich ist weiß ich nicht – da am besten die KV fragen.

  40. Lieber Privatier,

    erstmals lieben Dank für die tollen Hinweise!!
    Darf ich Dir meinen Fall schildern:
    Arbeitsende lt. Aufhebungsvertrag am 31.12.2015,
    Abfindung floss am 1.2.2016 in Höhe von 159.000,- Euro Brutto. Die Fünftelregelung kam zum Einsatz.
    Arbeitslosengeld wurde geschoben, eine Zahlung ist geflossen in Höhe von
    1.150,- Euro. Ausßerdem erhalte ich eine Witwenrente in Höhe von monatlich
    560,- Euro.
    Kann ich mit der Rürup-Rente (bin alleinstehend mit Steuerklasse 1)was verbessern, die ich noch jetzt in 2016 abschließe?
    Wie kann ich noch Steuern sparen?
    Vielen Dank
    Marianne

    • Liebe Claudia-Marianne 😉 ,
      sicher können Sie noch einen Rürup-Vertrag abschließen!
      Sie müssten kontrollieren, was bereits an Altersvorsorge-Beiträgen bezahlt wurde (Agentur), und dann können Sie den Rest bis zum Höchstbetrag von 22.766 Euro (für 2016) einzahlen. Steuerlich berücksichtigt werden dann dabei in diesem Jahr 82% = 18.668 Euro.

      Wie sich das genau auswirkt, könnten Sie mit einem geeigneten Steuerprogramm oder der kostenlosen Elster-Software einmal vorab selber ausrechnen (oder einen Steuerberater fragen).

      Weitere Möglichkeiten der Steuereinsparung finden Sie hier im Blog speziell im Kap. 10 „Finanzamt und Steuern“.

      Gruß, Der Privatier

  41. Hallo Privatier, lese immer wieder gerne auf Ihrer Seite nach und konnte schon viele wertvolle Tipps, Hinweise und Anregungen zum Thema Abfindung und Steuern finden!!!
    Ich habe für meine persönliche Situation eine Strategie zurechtgelegt, vor deren Umsetzung ich gerne von Ihnen wüsste, ob ich damit richtig liege.

    Meine Ausgangssituation in 2016:
    Angestellt bis 03/16; Bezug gesamt 3 Monatsgehälter ca. 11 TE
    Abfindung in 04/16 ; ca. 187 TE
    Ab 04/16 keine weiteren EK; kein ALG 1 ; Dispositionsjahr bis 2017; getrennte Veranlagung nach Grundtabelle für Steuerjahr 2016

    Mir geht es bei obigen Ausgangsdaten, die steuerlich leider durch 3 Monate Einkommen nicht optimal aber nicht mehr änderbar sind darum , die Steuerzahlung auf die Abfindung zu optimieren!

    Nach obigen Ausgangsdaten und Anwendung Fünftelrechnung erwartet mich eine Nettoabfindungszahlung von ca. 125 TE ( diverse Abfindungsrechner ausprobiert)

    Gebe ich jedoch ein zu versteuerndes EK von 0 Euro ein
    ,bei ansonsten gleichen Ausgangsdaten, bekomme ich eine Nettoabfindungszahlung von ca. 145 TE!!!

    Mit anderen Worten: 11 TE weniger zu versteuerndes EK( heißt versteuerndes EK gleich 0 Euro)bringen ca. 20 TE mehr Abfindung!!! Was für eine Rendite!!!

    Wie umsetzen? Meine Ideen in 2016:
    1)Einmalbetrag in eine Rüruprente ; hierzu ist in allen Foren vieles bzw. alles gesagt und mir auch soweit klar. Allerdings ist mir die Rüruprente persönlich extrem unsympathisch.

    2)freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung
    Diese Variante ist mir einfach sympathischer als eine Rürup-Rente.
    Einzahlung max. Höchstbetrag i.H.v. 1159,40 E monatlich für restliche 9 Monate in 2016. Dazu kommen gezahlte An+AG-Beiträge der gesetzlichen RV der ersten 3 Arbeitsmonate. Davon gesamt 82% anrechenbar im Rahmen der Höchstgrenze von 22766 E und des Abziehens des AG-Beitrages.

    Hier kommen schon mal ca.9 TE abziebarer AV-Aufwendungen zusammen.
    Dazu noch der Arbeitnehmer Pauschbetrag Werbungskosten von 1 TE und
    ich bin dem zu versteuerndem EK von 0 Euro schon sehr nah.

    Zweitrangiger ,aber nicht ganz unwichtiger Nebeneffekt: ich fülle die Monate, die ich benötige, um die Rente für langjährig Versicherte (mit Abzügen)mit 63 anzutreten weiter auf und bekomme für die freiwilligen Beiträge in der Höhe auch Entgeltpunkte ( ca.1,5-1,8) Letzteres kann man auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung nachrechnen.
    Klar ist hier, das man bei dieser Variante der Höhe der gesetzlichen Rente, Abschlägen, Renteneintrittsalter usw. auch noch etwas Glauben schenken muss.
    Was denken Sie zu meiner Strategie?
    Habe ich irgendwas übersehen?
    Vielen Dank!!!

    • Hallo Brigitte,

      ich kann die Zahlen jetzt nicht im Detail nachrechnen. Die werde ich Dir jetzt einfach mal glauben. Zumindest klingen sie nicht völlig absurd.

      Von daher kann ich auch Deiner Strategie zustimmen. Und so wie es sich anhört, wäre für Dich vielleicht eine Einzahlung in die gesetzl. RV auch ein vernünftiger Weg.

      Ich habe mich damals nicht für diesen Weg entschieden, weil:
      a) ich ein wenig diversifizieren wollte und meine Gelder nicht alle in dasselbe Loch werfen wollte (womit wir beim „Glauben“ wären),
      b) ich keine Beitragsmonate aufzufüllen hatte,
      c) ich nicht so exakt planen wollte/konnte, wann und welche Beträge u.U. von der Arbeitsagentur fließen würden. Ich wollte da gerne flexibel bleiben. Und dann weiß man immer erst am Jahresende, welcher Betrag übrig gewesen wäre.
      d) ich auch nur den von Dir erwähnten max. Höchstbetrag i.H.v. ca. 1.160€ = ca. 14.000€/Jahr gesehen habe. Das war mir viel zu wenig. Ich habe 40T€ eingezahlt.

      Die letzte Einschränkung ist übrigens so nicht ganz korrekt. Man kann auch mehr einzahlen, wenn man es z.B. mit dem Ausgleich des Abschlages für eine vorgezogene Rente begründet.

      Aber egal – das alles sind für Dich keine Gründe. Von daher: Passt schon!

      Falls noch was zur Reduzierung des Einkommens nötig ist, sind da ja auch noch die selbst zu bezahlenden KV/PV-Beiträge in den 9 Monaten des Dispojahres. Damit sollten dann die benötigten 11T€ in der Summe zusammenkommen, oder?

      Wenn überhaupt, hätte ich vielleicht noch eine Anmerkung zur getrennten Veranlagung: Ich habe ja selber in meinem Beitrag über die „Getrennte Veranlagung“ darauf hingewiesen, dass man diese im Zusammenhang mit einer Abfindung immer einmal prüfen sollte. Habt ihr das wirklich gemacht? Ist es wirklich günstiger? Auch unter dem Aspekt, dass man dann ja die doppelte Summe als Altersvorsorge investieren könnte?

      Ansonsten hört sich alles gut an und in wenigen Wochen kann der große Geldregen kommen! Oh – da fällt mir ja doch noch was ein!!
      Ist die Abrechnung/Auszahlung mit der Personalabteilung geklärt? Oftmals stellen sich diese dumm (manchen fällt dies nicht schwer…) und rechnen die Abfindung so ab, als wenn sie „normales“ Gehalt wäre. Die etwas netteren berücksichtigen zwar die Fünftelregel, gehen dabei aber von einem vollen fiktiven Jahresgehalt aus, welches man ja u.U. erhalten könnte, wenn man nahtlos einen neuen Arbeitgeber zu ähnlichen Konditionen findet.
      Und andere Varianten mehr… Ich würde dies vorsichtshalber VORHER klären.
      Ist zwar keine Katastrophe, wenn es anders kommt, denn am Ende wird immer über die EkSt.-Erklärung abgerechnet, aber diese „Ende“ dauert eben dann auch noch ein bisschen.

      Ansonsten viel Erfolg und ein geruhsames Dispojahr!

      Gruß, Der Privatier

  42. Hallo Privatier.
    Nach dem ich mir Dein Buch gekauft habe war ich damit beschäftigt auch alle Kommentare hier zu lesen,und aus dem der schon alles wusste durch das anlesen ist jetzt wieder jemand geworden der wieder alles in Frage stellt..
    Also mei Fall.
    Aufhebungsvertrag zum 30.04.2016
    Auszahlung erfolgt leider auch und lässt sich nicht ändern zum 30.04.
    Abfindung 256000.-
    Bruttogehalt bis dort ca.25000.-Dann Dispojahr also keine Lohnersatzleistungen.Nun dann mal zu meinem Fragenkatalog.
    Dispositionsjahr..Arbeitssuchend gemeldet die Dame hat dann Arbeitslos zum 01.05 eingetragen ..denke mal der 1 Fehler Arbeitslos muss ich wieder raus nehmen lassen ?
    Ist er mir generell ohne Selbstständigkeit mit natürlich der Rürup Rente mein Bruttogehalt von 25000.- noch auf Null zu senken?
    Mir wäre ein Einsatz von totem Geld nicht wirklich Recht aber wenn es sein muss dann ist es so sollte nur nicht mehr als nötig sein.
    Krankenkasse..Ich bin ledig werde aber im Juni heiraten.Würde heissen ich zahle bis zur Heirat meine Beiträge selbst ..nach Heirat dann Famielenversicherung ?
    So ..Danke für Deine Mühen
    Gruss Simon

    • Hallo Simon, dann will ich mal sehen, ob ich aus Dir wieder jemand machen kann, der alles weiß. Kommen wir gleich zur ersten Frage:

      Dispojahr: Ich empfehle ja immer, dieses Vorhaben mit der Agentur abzusprechen. Ist zwar keine Pflicht, aber so können sich beide Seiten schon einmal auf die erforderlichen Schritte einstellen. Dabei könntest Du dann sowohl die Arbeitsuchend-, als auch die Arbeitslosmeldung zurücknehmen. Speziell die Arbeitslosmeldung muss wieder rückgängig gemacht werden.

      Rürup-Rente: Hat nichts mit Selbständigkeit zu tun. Kann jeder machen. Als Lediger wirst aber Du dein Bruttogehalt mit Rürup nicht neutralisieren können. Dafür reichen die Summen nicht. Aber wenn Du erst mal verheiratet bis, könnte das vielleicht klappen. Als Ehepaar könnt ihr 2016 max. 45.532 Euro für die Altersvorsorge einsetzen. Davon gehen allerdings die Beiträge ab, die schon von Euren Gehältern für die gesetzliche Rente einbehalten worden sind.
      Von der gesamten Summe sind dann 2016 82% steuerlich anrechenbar.

      Es hängt viel davon ab, wie viel Deine zukünftige Frau verdient. Insgesamt wird der Rürup-Effekt aber durch die Beiträge der GRV reduziert. Und je höher die Abfindung, desto weniger wirkt er sich übrigens aus. Und so jenseits der 200T€ ist das nicht mehr so umwerfend.

      Ich würde auf jeden Fall auch einmal eine getrennte Veranlagung prüfen. Nicht, weil ich meine, dass diese besser wäre! Einfach, um einmal zu schauen, was dabei ‚rum kommt.

      Krankenkasse: Familienversicherung setzt u.a. voraus, dass das Familienmitglied nur geringe eigene Einkünfte (inkl. Kapitaleinkünfte!) hat. Wenn das gegeben ist, spricht nichts dagegen.

      So, jetzt weiß Du wieder alles 😉

      Gruß, Der Privatier

  43. Hallo Privatier
    Danke für die schnelle Antwort.
    Arbeitslosmeldung nehme ich dann wieder zurück habe das auch nun geklärt das die Arbeitsagentur es nun auch verstanden hat was ich will.Dispositionsjahr.
    Werde eine Einzelveranlagung vor nehmen weil mein Frau zu viel verdient.
    Damit hätte sich die doppelte Einzahlung in Rürup erledigt.
    Also muss ich mal schauen über einen Steuerberater was für Möglichkeiten es noch so gibt mein Brutto vor Abfindung doch auf Null zu kriegen.Wäre schade ums Geld..
    Besten Dank
    Gruss Simon

  44. Hallo Privatier,

    auch ich könnte einen guten Rat von dir vertragen. Ich habe mir auf deiner Seite alles durchgelesen und bin relativ sicher auch etwas verstanden zu haben. Nichts desto trotz war ich heute beim Steuerberater und habe ihm meine Daten zur Prüfung gegeben. Das Ergebnis bekomme ich am 26.4.16. Wärst du bereit mir auch unter Vorlage der Daten allgemeine Tipps zu meinem Fall zu geben?

    Alter: 40
    Lohnsteuerklasse I
    Bruttojahresgehalt 2016: 74000 €
    Abfindung: 228000 €
    Austrittsdatum: 31.12.2016
    Freistellung ab 01.06.2016

    Mein Arbeitgeber kann oder möchte die Auszahlung der Abfindung nicht im Folgejahr vornehmen. Nur wenn ich meine Betriebszugehörigkeit z.B. um einen Monat verlängere. So würde ich zum 31.01.17 noch ein weiteres Bruttomonatsgehalt und die um ein Bruttomonatsgehalt geminderte Abfindung ausgezahlt bekommen.

    Wie soll ich vorgehen?

    P.S. Gib mir ruhig einen Rundumschlag 🙂

    • Tja… ein „Rundumschlag“ wäre hier sicher auch angebracht. Aber ich bezweifele, ob ich da der richtige Ansprechpartner bin!

      Denn die Frage, ob es aus steuerlicher Sicht besser ist, noch einen Monat länger zu bleiben, kann sicher der Steuerberater leicht beantworten. Und ohne jetzt die Zahlen im Detail rechnen zu können und zu wollen, würde ich einfach von der Logik her sagen: Es wird aus Sicht der Steuer immer günstiger sein, nur EIN Monatsgehalt zzgl. Abfindung zu versteuern, als ein ganzes Jahresgehalt zzgl. Abfindung. Die Antwort ist recht einfach.

      Was aber viel schwieriger ist, ist die Frage: Was kommt denn danach?
      Mit 40 Jahren ist es für den Ruhestand ja dann vielleicht doch etwas zu früh, oder? Und wenn der nächste Job bereits in Aussicht ist (mit ähnlichem Gehalt), dann stimmt die obige Steuerrechnung bereits nicht mehr! Dann ist es nämlich egal, ob die Abfindung mit dem alten Jahresgehalt oder mit dem neuen versteuert wird.

      Und ein Jahr Pause machen? Nur wegen der Steuer? Oder auch zum Durchatmen, Kraft sammeln, neu starten? Da wird es dann schon schwierig, das von außen zu beurteilen. Das hängt dann eben auch von persönlichen Vorstellungen ab, aber auch von der Aussichten/Chancen auf einen neuen Job. Ein Jahr Pause ist aus Karriere Sicht nicht immer förderlich. Kann aber.

      Heiraten wäre auch noch eine Alternative. 😉

      Nein – Spaß beiseite! Ich kann hier nur den generellen Ratschlag geben, den weiteren Lebensweg nicht von einer Steuerfrage abhängig zu machen! Im Vordergrund sollte immer die Vorstellung von dem zukünftigen Leben stehen.
      Wenn einem das klar ist, kann man dann schauen, wie sich das auf die Steuern auswirkt.

      Ansonsten gelten natürlich die Ratschläge, die immer gelten: Versuchen, das zu versteuernde Einkommen möglichst niedrig zu halten. Aber dazu gibt es ja hier schon einige Vorschläge.

      Gruß, Der Privatier

  45. Herr Privatier, guten Morgen,

    zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, dass Ihre Web-Seite hervorragend ist, zumindest hilft sie mir, hoffnungsvoller in die Zukunft blicken zu können.
    Ich bin 61 und werde zum 31.12.2016 ausscheiden (müssen. Ich muss ALG 1 beziehen und würde dann zum 01.01.2019 um 26 Monate vorzeitig in Rente gehen.
    Bei mir steht ein Ende der Beschäftigung zum 31.12.2016 an. Mir wurde eine Abfindung in Höhe von 62.000 angeboten. Als Nettobetrag könnte ich damit meine Renteneinbussen ausgleichen. Daher habe ich ein Interesse keine Steuern auf die Abfindung zu bezahlen, oder die Steuerlast so gering wie möglich zuhalten, damit mein Arbeitgeber diese Last trägt und ich somit meine Alterssicherung sichere. Es gibt hierbei zwei Gedanken, die ich aus Ihren bemerkenswerten Artikeln entnehmen konnte: a) Abfindungszahlung im Januar 2017 (an ALG 1 werde ich wohl in 2017 insgesamt 16.700 EUR beziehen). b) zusätzlicher Gedanke: von den 62.000 EUR zahle ich 42.000 EUR (oder mehr oder alles ???) in die gesetzliche Rentenversicherung ein, um die Einbussen durch vorzeitige Inanspruchnahme der Rente auszugleichen. c) weiterer Gedanke, ich zahle z.B. 10.000 EUR in eine bestehen Direktversicherung zur Altervorsorge ein.
    Kann ich damit Steuern erheblich mindern ? Was ist aus Ihrer Sicht eine sinnvolle Lösung ?

    Herzliche Grüße,
    Ribisel Sorgenfrei

    • Hallo Ribisel (ist das eigentlich männlich oder weiblich?),

      zunächst einmal ganz kurz zu den Ideen:
      a) Abfindung im Folgejahr: Ist generell eine gute Idee. Habe ich ja auch selber empfohlen 😉 Aber nur, wenn dadurch nicht die Fünftelregel gefährdet wird (s. Beitrag: „Abfindung und Steuern: Besonderheiten„). Also: Noch mal nachrechnen!
      ALG von 16.700€: Haben Sie daran gedacht, dass u.U. eine Sperre und/oder Ruhezeit fällig wird? Hier wäre ggfs. anwaltliche Beratung zur Prüfung der Papiere, die das Arbeitsverhältnis beenden, keine schlechte Idee. Ist es eine Kündigung? Ein Aufhebungsvertrag? Ein Abwicklungsvertrag? Wie groß ist Ihr Anteil an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses? Wurden die ordentlichen Kündigungsfristen eingehalten?

      b) Einzahlung in die Altersvorsorge: Ob Sie nun in die gesetzl. RV oder in die Direktversicherung einzahlen, ist wohl mehr eine Geschmacksfrage. Wenn Sie verheiratet sind, können Sie in 2016 max. 45.532€ an AV-Beiträgen steuerlich berücksichtigen (davon 82%), als Alleinstehender die Hälfte.
      Wenn Sie verheiratet sind, können Sie mit dieser Summe die Abfindung „locker“ steuerfrei hinbekommen, als Lediger eher nicht. Aber Sie können die Steuern auf jeden Fall deutlich senken.
      Aber Sie können in die gesetzl. RV nicht einfach etwas einzahlen. Mein Tipp: Vereinbaren Sie einen Termin bei der Rentenberatung (rechtzeitig!) und lassen Sie sich den Betrag ausrechnen, der erforderlich ist, um den Verlust durch die vorzeitige Inanspruchnahme auszugleichen. Vielleicht ist dies weniger, als die maximale Summe.

      Es hängt aber bei der Gestaltung eben immer auch viel davon ab, ob hier Summen für einen Alleinstehenden oder für Verheirate betrachtet werden sollen. Und ob es weitere Einkünfte gibt (Kapitaleinkünfte, Vermietung, freiberufl. etc.)

      Sie sehen: Eine einfache Antwort gibt es nicht. Jeder Fall ist anders und ich kann Ihnen hier kaum einen konkreten Rat geben. Außer dem (was Sie aber ja schon gemacht haben), sich umfassend zu informieren, die Beratung von Ämtern und Behörden in Anspruch zu nehmen und selber immer wieder nachrechnen oder ggfs. rechnen lassen. All das kostet Zeit, Geld und Mühe. Aber einen anderen Weg sehe ich nicht.

      Gruß, Der Privatier

      • … ist männlich 🙂
        Vielen Dank für die rasche Rückmeldung !!!
        Zu a) Arbeitsverhältnis endet 31.12.2016 per Kündigung. Auszahlung der Abfindung 2017. Das Zusammenfallen von Einkünften bestünde aus Abfindung (62.000) und ALG 1 (ca. 17.000), zusammen: 79.000 EUR (normales AN-Brutto: ca. 50.000 in 2016). Kommt somit die „füntel-Regelung“ zum Tragen ???
        zu ab) Sperre etc.: ist bedacht !!! und wird vermieden (zumindest ist dies angedacht)
        Zu b) Die RV hat mir den Betrag von 42.000 EUR ausgerechnet, zur Vermeidung /Ausgleich von Abschlägen bei der Rente. Ggf. prüfe ich noch andere Möglich-keiten, wenn diese nicht schlechter sind. Bin nicht verheiratet (sollte ich dann vielleicht ändern ?)

        Herzlich grüßend,
        Ribisel

        • Noch einmal kurze Anmerkungen:
          Zu a) Ihre Abfindung alleine ist ja schon höher als das „normale“ Bruttogehalt. Von daher sehe ich keine Zweifel an der Fünftelregel.
          Zu b) Man sollte niemals etwas ausschließlich aus Steuergründen machen (auch nicht heiraten). Aber wenn man es ohnehin vorhat… kann man es auch steuerlich nutzen.

          Letztlich gilt das auch für die Altersvorsorge. Wenn man ohnehin meint, die AV könne noch ein wenig „Ausbau“ vertragen, dann ist so eine Abfindung sicher genau die richtige Moment, die auch steuerlich nutzen zu können.

          Vielleicht kommen Sie sogar mit der steuerlichen Höchstsumme für die AV sogar schon recht nah an Ihr Ziel (Steuer=Null) heran. Diese Höchstsumme ist natürlich für 2017 noch unbekannt. Wenn wir von dem aktuellen Wert von 22.766€ ausgehen, davon sind dann 2017 84% als Sonderausgaben absetzbar, also 19.123€.
          Wenn wir das ALG erst einmal weglassen, kommen Sie mit Ihrer Abfindung zusammen auf ein zu verst. Einkommen von 62T€-19T€=43T€. Darauf die Fünftelregel angewandt: 43T€/5=8,6T€. Damit liegen wir dann bereits beim Grundfreibetrag. Also: Steuer=0.
          Das ALG macht diese einfache Rechnung jetzt leider zunichte. Aber das kann ich im Kopf nicht ausrechnen. Dazu müsste man die Daten mal ein Steuerprogramm eingeben (oder machen lassen).

          Gruß, Der Privatier

        • Ich muss da noch mal kurz was ergänzen bzw. klarstellen!

          Zu a) So ganz sicher ist es denn eben doch nicht mit der Fünftelregel!
          Denn, ob Ihr AG von Ihrer Abfindung etwas in die Direktversicherung einzahlt oder Sie selber z.B. etwas in die gesetzl. RV ist zwar auch eine Geschmacksfrage, aber auch ein Unterschied im Prinzip und somit in der Wirkung!
          Durch die Einzahlung in die DV wird die Abfindung aufgeteilt in einen Anteil der (je nach Vertrag) pauschal oder gar nicht zu versteuern ist und einen Anteil der „normal“ zu versteuern ist. „Normal“ soll hier bedeuten, dass für diesen Teil die Voraussetzungen für die Fünftelregel geprüft werden. Ist er aber durch die Einzahlung in die DV bereits soweit verringert, dass keine Zusammenballung mehr vorliegt, kann die Fünftelregel nicht angewendet werden.

          Oder – anders ausgedrückt: Bei der DV wird erst etwas eingezahlt und der Rest dann versteuert. Bei der GRV wird erst versteuert und dann zahlen Sie selber etwas ein. Mit dem oben beschriebenen Effekt.

          Wenn Sie jetzt auch noch einen Alt-Vertrag haben (vor 2005, mit 20% pauschaler Versteuerung) würde ich daher eher eine Einzahlung in die GRV vorschlagen. Damit kommen Sie Ihrem Ziel (wie oben grob berechnet) schon ziemlich nahe.

          Gruß, Der Privatier

  46. Nachtrag/Ergänzung zu b)

    Sehr geehrter Herr Privatier,

    ist es möglich, dass mein Arbeitgeber mit als Abfindung eine „Alterssicherung“ gibt; also von den 62.000 EUR zahlt er z.B. 50.000 in eine wie auch immer geartete Altervorsorge für mich, und ich bekomme „nur“ 12.000 EUR ausbezahlt.
    Ist soetwas möglich und welche steuerlichen Auswirkungen hätte dies für mich ?

    Herzlich grüßend,
    Ribisel

  47. Hallo,
    hierbei ist zu bedenken / überprüfen, dass die AG-finanzierte BAF (betriebliche Altersversorgung) und darum wird es sich dann drehen, zum Auszahlungszeitpunkt verbeitragt wird (120 Monate), so man sich in der gesetzlichen Krankenversicherung befindet.

  48. Hallo Ribisel,

    ich könnte die Frage nach der Direktversicherung jetzt mit einem einfachen „Ja“ beantworten. Aber es gibt doch viele Randbedingungen und Vor- und Nachteile zu beachten. Einen davon hat Mr. Excel oben schon erwähnt.

    Wir hatten das Thema hier auch schon des Öfteren. Wenn Sie oben rechts im Suchfeld einmal „Direktversicherung“ eingeben, werden Sie einige Stellen dazu finden.

    Ich möchte Sie aber gerne einmal auf eine etwas ältere Diskussion aufmerksam machen, eben weil dort auch kritische Stimmen (und auch am Ende nicht ganz beantwortete Fragen) enthalten sind. Die Diskussion beginnt mir einer Frage von Paula.

    Gruß, Der Privatier

  49. Hallo Herr Privatier,
    vielen Dank für diese super Seite. Ich lese jetzt schon den 3. Tag darin und finde alle Informationen sehr interessant. Ich hatte die ganze Zeit noch eine Frage auf dem Herzen, die jetzt auch annähernd von jemand anderem gestellt wurde – alleridngs wirklich nur annähnernd.
    Meine Situation wird wohl folgendernmassen sein:
    Ausscheidungstermin zum 31.12.2016
    Mein AG ist mit mir arg zerstritten, da er mich sehr gemobbt hat und ich einen Rechtsanwalt einschalten musste. War schon enorm hart – auch ein Konzern und zwar der mit D.
    Mein AG wird sich vermutlich nicht darauf einlassen mir die Abfindung im Folgejahr 20017 auszuzahlen, da er immer noch darauf aus ist mir zu schaden.
    Bei mir würde die Auszahlung noch im Dez. allerdings einen herben Verlust durch Steuern von gut 30 TEU bedeuten.
    Sehen Sie eine Möglichkeit das Geld Ende Dezember abzuwehren? Kann man ein Konto für Geldeingänge für eine Zeitlang dicht machen?
    Kenen Sie vielleicht eine andere Moglichkeit?
    Vielen Dank für Ihre Nachricht.
    Gruss
    P.C:

    • Interessanter Fall! Leider haben Sie nicht dazu geschrieben, ob es bereits einen Vertrag über das Ausscheiden aus dem Unternehmen gibt und wie er zustande gekommen ist.
      Einen Gerichtsbeschluss zu ändern, ist sicher aussichtsloser, als einen noch nicht unterschriebenen Aufhebungsvertrag noch einmal abzuändern.

      Aber egal wie: Für einen Aufhebungsvertrag bedarf es ja immer der Zustimmung von beiden Seiten. Wenn Ihnen die Bedingungen nicht passen, stimmen Sie nicht zu! Hier gilt es halt auszuloten, wer zu welchen Eingeständnissen bereit ist. Das kann ich schlecht beurteilen… Wem liegt mehr an dem Vertrag? Will der AG Sie los werden? Wollen Sie auf jeden Fall weg?

      Auch wenn der Vertrag schon fertig unterschrieben ist, kann man immer noch eine Änderung/Ergänzung erwirken. Auch hier gilt: Was ist es Ihnen wert? Was ist es dem AG wert? Was wäre z.B., wenn Sie auf ein Gehalt verzichten? Einen Monat eher ausscheiden? Wäre das nicht interessant für den AG?

      Wenn Sie ohnehin die Unterstützung eines Rechtsanwaltes in Anspruch nehmen, hat er sicher auch noch eine Idee?

      Ob man ein „Konto dicht machen“ kann, weiß ich nicht. Halte ich auch für keine so gute Idee. Ich würde auf Verhandlung setzen. Ganz klar. Auch wenn es aufgrund der Vorgeschichte mehr als schwierig sein dürfte.

      Ich wünsche viel Erfolg und vielleicht erzählen Sie ja hier einmal von dem Ergebnis?

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Auch eine Auszahlung im Januar bietet noch ausreichend Gelegenheit einen EX-Mitarbeiter gewaltig zu ärgern! (z.B. Keine Anwendung der Fünftelregel, Berücksichtigung eines vollen, fiktiven Jahresgehaltes, Steuerklasse 6). Auch das verhindert man in der Regel nur mit einem klärenden Gespräch.

  50. Guten Tag Herr Privatier,
    recht herzlichen Dank für Ihre Anregungen. Es konnte tatsächlich erwirkt werden, dass es im nächsten Jahr gezahlt wird. Dafür hat mich mein AG an anderer Stelle benachteiligt. Kindergarten … :-), dem ich mit über 50 natürlich sehr gerne endgültig entkommen möchte.
    Vielen Dank für diese tolle Seite und Ihren immerwährenden support.

    Beste Grüße!
    P.C.

  51. Guten Tag Privatier,

    da es ja etwas ruhiger geworden ist in den Kommentaren, versuche ich mich einmal:

    Abfindung in mittlerem sechsstelligen Bereich wird im Januar 2017 mit Fünftelregelung gezahlt. Eine gewaltige Steuerminderung ist das Ergebnis bei keinem weiteren Einkommen. ALG 1 ist zwei Jahre genehmigt und wird mit Höchstsatz gezahlt.

    Selbst das geringste Einkommen 2017 steigert die Steuer auf die Abfindung überproportional. Also selbst 3 T€ Zusatzeinkommen zum ALG 1 sind sinnlos, da mehr an Steuern gezahlt wird.

    Ist die Rürup-Variante in dem Fall eine Lösung? Ist sie darüber hinaus bei solchen Summen steuersenkend einsetzbar (verheiratet)?

    Grüße CC

    • Ich empfehle jedem, die Wirkung von Steueroptimierungen anhand konkreter Zahlen und aller persönlichen Verhältnisse einmal auszurechnen. Ansonsten ist das nur sehr schwer abschätzbar.

      Es ist sicher so, dass eine Reduzierung des zu versteuernden Einkommens durch Einzahlungen in die Altersvorsorge in Höhe von knapp ca. 40T€ bei einer Abfindung von 100.000€ eine deutlich größere Wirkung erzielen kann, als bei einer Abfindung von 500.000€. Zumindest prozentual.

      Andererseits gibt es aber auch Konstellationen (gerade bei höheren Abfindungen), bei denen die Einzahlung in die Altersvorsorge vollständig durch die Steuerersparnis finanziert wurde.

      Um es kurz zu machen: Ich müsste es selber ausrechnen, um eine Aussage treffen zu können. Ich empfehler daher immer, entweder sich selber die Mühe des Ausrechnens zu machen oder einem Steuerberater ein wenig von dem großen Kuchen abzugeben.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo CC,

      wenn die Abfindung im Januar 2017 gezahlt wird, ab wann bekommst Du ALG 1?

      Wenn das auch in 2017 ist, solltest Du zuerst mal überlegen, den Anspruch zu verschieben (Dispositionsrecht). Auch das ALG erhöht die Steuern auf die Abfindung, wenn es im selben Jahr gezahlt wird (Progressionsvorbehalt).

      Mit Rürup kann man dann den Rest optimieren.

      Viele Grüße, Hardy

  52. Hallo Hardy und Privatier,

    Danke für die Hinweise.

    Bei mir ist es recht einfach. ALG 1 wird seit 1.7.2016 gezahlt, Abfindung im Januar 2017, Höhe im Rahmen der zweiten von Privatier genannten Summe. Keine weiteren Einkünfte außer ALG 1 zum Höchstsatz. Durch den Progressionsvorbehalt sollte das doch keine wesentliche Rolle spielen?

    – Bringt Rürup überhaupt etwas in der Konstellation?

    – Bringt Aussetzen vom ALG 1 noch etwas (laut Steuerberater angeblich nicht)?

    – Lässt sich wenigstens bei dem minimal zugelassenen Zusatzeinkommen zum ALG 1 mit Rürup ein weiteres Ansteigen der Steuer der Fünftelregelung verhindern? Die Steuerlast wird sonst höher, als selbst minimale Zusatzeinkommen wären

    Leider muss man selbst die Steuerberater auf die hier genannten Optionen aufmerksam machen. Da frage ich doch lieber (auch) gleich hier, mein Steuerberater muss sich auch immer erst schlau machen und ob das dann vollständig korrekt ist…?

    Danke und Grüße, CC

    • Hallo CC,

      der Höchstsatz ALG1 in Höhe von rund 2200,- € ergibt 26400,- €, die zur Berechnung der Steuer auf die Abfindung wie Einkommen behandelt werden. Das ist die negative Wirkung des Progressionsvorbehalts. Eine positive Wirkung des Steuergrundfreibetrages in Höhe von 8652,- (Stand 2016) auf die Abfindung verpufft.

      Um das ALG1 zu „neutralisieren“ müsstest Du dieselbe Summe in Vorsorgeaufwendungen (Rürup / DRV) einbringen. Es gibt aber auch einen Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen, außerdem werden in 2017 nur 84% davon steuerlich wirksam.

      Viele Grüße, Hardy

  53. Hallo CC/ C.Gulf,

    JA, leider scheint das Forum hier mehr Kompetenz zu haben als die meisten professionellen Steuerberater (in Sachen Abfindung und Fünftelregelung)!
    Falls Sie durch Rürup-/ DRV-Rentenbeiträge (oder warum auch immer) ein negatives Einkommen (ohne Abfindung) erzielen, dann gelten m.M. nach Sonderbedingungen bei der Einkommensteuerfestsetzung.
    Mein Rat: möglichst noch vor 2017 mittels Einkommensteuersoftware unterschiedliche Konstellationen berechnen bzw. berechnen lassen um mögliche Auswirkungen erkennen zu können.

    PS: Ich persönlich kenne leider keinen Steuerberater, den ich empfehlen könnte.

    LG FÜR2012

  54. @C.Gulf,

    ich kann die bisher hier gemachten Aussagen nur bestätigen bzw. bekräftigen:
    a) Wie Hardy richtig gesagt sagt, könnte man durch eine entsprechende Einzahlung in eine Altersvorsorge die Wirkung des ALG1 vollständig kompensieren.
    b) Wie FÜR2012 richtig erwähnt hat, gilt bei einem negativen z.v.E. (ohne Abfindung) die vereinfachte Fünftelregel: Das z.v.E. inkl. Abfindung wird durch fünf geteilt, die Steuer darauf mit Fünf multipliziert.

    c) Der allgemeine Eindruck von Steuerberatern mag zwar richtig sein, aber erstens gehören die hier diskutierten Fällen nicht unbedingt zum Alltag und zweitens kommt es auch immer auf die Fragestellung an. Wenn man nur fragt: „Lohnt sich ein Rürup-Vertrag?“ sollte die Antwort eines seriösen Beraters immer lauten: „Das weiß ich nicht. Das müsste ich erst einmal prüfen.“ Wenn man allerdings genau diese Prüfung mit verschiedenen Alternativen in Auftrag gibt, sollte ein Steuerberater auch in der Lage sein, konkrete schriftliche Simulationen zu erstellen.

    d) Denn genau das kann man mit einer Steuersoftware (oder ggfs. Elster) auch durchaus selber machen. Auch eine Empfehlung, die ich bekräftigen möchte.

    Fazit:
    Ich kann ohne Berechnung auch kein konkretes Ergebnis nennen, ich selber würde aber foldende Strategie planen:
    * ALG1 weiter laufen lassen, aber mit Altersvorsorge (ALV) kompensieren.
    * Ob ALV in Rürup oder GRV ist letztlich Geschmacksache. Beides lässt sich vom Ergebnis ziemlich exakt ausrechnen. GRV hat den Vorteil der Witwenrente.
    * Zur Prüfung und Beantragung von Rürup/GRV bleibt in 2017 ausreichend Zeit.
    * Auf weitere Einkünfte in 2017 würde ich auf jeden Fall verzichten.

    * Ansonsten bliebe bei der Abfindungssumme sicher noch zu überlegen, ob weitere Möglichkeiten der Steuerersparnis (z.B. Investitionen?) möglich wären.
    * Um der Frage gleich vorzubeugen: Nein, ich habe keine Vorschläge 😉

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo Privatier, FÜR2012 und Hardy,

      das ist wirklich eine tolle Unterstützung hier – und wie Privatier korrekt sagt: Mein Steuerberater findet jetzt die genannten Lösungen auch gut und sinnvoll, aber das macht er eben nicht jeden Tag.

      Soweit ist jetzt alles klar, allerdings würde ich beim ALG 1 das Dispositionsrecht für ein Jahr nutzen und erst wieder ab Januar 2018 beziehen, zumal der Sachbearbeiter nach sechs Monaten Bezug doch etwas Druck macht. Ein Nachteil dürfte das ja nicht sein und da alle Kündigungsfristen korrekt eingehalten wurden, bleibt es bei der Krankenkasse beim Mindestbeitrag.

      Bei Rürup/GRV wäre demnach eine Einmalzahlung von rund 35 T€ für Verheiratete in der Konstellation sinnvoll, auch wenn sich das dann nur teilweise steuersenkend auf die Abfindung bezieht?

      Danke und beste Grüße an Euch „Profis“, CC

      • Hallo CC,

        Einzahlungen in die gesetzliche Rente müssen beantragt werden, es gibt aber auch noch weitere Regeln zu beachten.
        Durch die Flexirente in 2017 gibt es hier Änderungen; z. B. Sonderzahlungen ab dem 50. Lebensjahr.

        Ich zahle auch in die GRV, allerdings zum „Ausgleich der Rentenminderung bei vorgezogener Rente“.

        Zum Thema Krankenkasse: Wenn Du in der gesetzlichen Krankenkasse bist und Deine Frau arbeitet, besteht die Möglichkeit der Familienversicherung.
        Zur Steuer: Wenn Deine Frau auch arbeitet, bitte auch die Möglichkeit der Getrenntveranlagung prüfen. Allerdings kann man dann nicht den doppelten Vorsorgebetrag für Rürup /GRV nutzen.

        Viele Grüße, Hardy

      • Hallo CC,

        inwieweit das ALG die Steuerlast durch Progression erhöhen würde, kann man nur mit deinen genauen Zahlen errechnen, bei den hohen Sätzen, kann man fast davon ausgehen, dass du weniger ALG erhalten würdest, als du zusätzliche Steuer zahlen müsstest, das ALG wäre also verschenkt. Der richtige Weg ist es also, ein Jahr auszusetzen, wenn du dich günstig ab 1.2.17 krankenversichern kannst, zB in der Familienversicherung. Wenn du dann ab 1.1.2018 wieder arbeitslos wirst, kannst du unbekümmert ALG beziehen und der Druck ist auch erstmal raus, du bist ja ganz neu beim Amt gemeldet.
        Bei mir hätte das ALG übrigens leicht die Progression überschritten, warum ich es auch in Anspruch genommen habe.
        ABER: sobald dein zusätzliches Einkommen, neben der Abfindung im Bemessungsjahr negativ ist, greift eine andere Regel. Normalerweise zählt dein Einkommen, ein Fünftel der Abfindung und auch das ALG für die Progression zur Berechnung des Steuersatzes verwendet, der dann auf das gesamte Einkommen angewandt wird. Jedes Zusatzeinkommen wirkt also fünffach auf die Abfindung. Wenn jetzt aber das zusätzliche Einkommen bspw. durch eine Rürup-Einzahlung negativ ausfällt, wird die Steuer minimal anders berechnet. Jetzt wird das negative Einkommen von der Abfindung abgezogen und dann davon ein Fünftel genommen, um den Steuersatz zu ermitteln, der dann wiederum auf die Abfindung abzüglich des negativen Einkommen angewandt wird. In dieser Konstellation hat das ALG keine Wirkung mehr, es wird kein Progressionvorbehalt angewandt.
        In meinem Fall ist es also nicht so gewesen, dass ich nur ein paar Euro vom ALG übrig hatte und den Rest für die Progression opfern musste, nein das ALG ist mir zu 100% zugeflossen, da ich in 2015 neben der Abfindung negative Einkünfte erzielt habe.
        (theoretisch, denn ich habe meinen Steuerbescheid für 2015 noch nicht erhalten)

        Aber zu guter Letzt nochmal, wenn du nicht unbedingt vorhast, ab 1.1.2018 wieder zu arbeiten, kannst du deine Arbeitslosigkeit getrost nach 2018 verschieben und dann weiter planen. So ein Dispositionsjahr ist doch eine feine Sache.

        LG Markus

        • Hallo Markus,

          ich meine, dass in dem Fall eines negativen übrigen Einkommens anders gerechnet wird. In diesem Fall wird die Steuer auf ein Fünftel der Abfindung berechnet und verfünffacht.
          Das bedeutet, dass das negative übrige Einkommen auf 0 gesetzt wird; Minuswerte sich also nicht auswirken.

          Viele Grüße, Hardy

      • Vielleicht hat sowohl Markus, als auch Hardy das richtige gemeint und es nur etwas missverständlich ausgedrückt. Ich versuche es daher noch einmal mit meinen Worten:
        Es geht also um den Fall, in dem sich ohne Berücksichtigung der Abfindung ein negatives z.v.E. ergibt. Das ist regelmässig z.B. dann der Fall, wenn jemand keine oder nur minimale Einkünfte hat, aber z.B. hohe Vorsorgeaufwendungen aufgrund einer maximalen Einzahlung in eine Altersvorsorge. (Anm.: ALG1 lassen wir erst einmal komplett weg).

        Ist also das sonstige z.v.E. negativ, wird die vereinfachte Fünftelregel angewandt. Hierbei wird einfach das z.v.E. durch fünf geteilt und die darauf entfallende Steuer wieder mit fünf malgenommen.

        Wichtig dabei: Im diesem z.v.E. ist sowohl die gesamte Abfindung enthalten, also auch die evtl. sonstigen Einkünfte, aber natürlich gehen auch die Aufwendungen für Vorsorge etc. davon ab.

        So – und was ist nun wenn zusätzlich ALG1 bezogen worden ist?

        Im Normalfall (positives z.v.E.) wird immer zuerst der ALG-Effekt (Progression) berechnet und dann die Fünftelregel angewandt.

        Bei einem negativen z.v.E. füllen die Einkünfte aus dem ALG-Bezug erst einmal diese negative Summe auf, bevor sie einen Progressionseinfluß ausüben können. Oder, anders ausgedrückt: Wenn die Einnahmen aus dem ALG-Bezug insgesamt geringer sind, als die Aufwendungen (z.B. für Altersvorsorge) entfalten sie KEINE Wirkung!

        Und dies dürfte in einer Vielzahl der Fälle (bei Verheirateten) eintreten, wenn eine Einzahlung in die Altersvorsorge unter Ausnutzung der steuerlichen Maximalgrenzen vorgenommen wird. Denn dann reden wir von steuerlich wirksamen Aufwendungen i.H.v. knapp 40.000€ und von solchen Summen ist man beim ALG1 weit entfernt. Bei Ledigen sieht es etwas anders aus.

        Gruß, Der Privatier

  55. Hallo,
    Ich habe eine Frage zu ALG1 und der Steuerklasse für die Abfindung. Ich bekomme meine Abfindung Ende Januar 2017. Im Moment beziehe ich ALG1 und mein Plan war eigentlich mich am 3.1. abzumelden zur Steueroptimierung. 3.1. anstatt 31.12. um noch einen Monat Rentenversichert zu sein. 3 Tage ALG bekomme ich über Ausgaben in der Steuererklärung leicht wieder weg. Nun bin ich aber unsicher wegen der Steuerklasse. Bekommt die Arbeitsagentur automatisch die Steuerklasse 3 und mein Arbeitgeber dann nur Steuerklasse 6 für die Abfindung? Wenn die Abfindung am 31.1. ist und ich bis dahin ‚abgemeldet‘ bin müsste doch Steuerklasse 3 wieder frei sein. Ich wäre sehr dankbar für einen Rat.

  56. Hallo Maya,

    darüber wurde hier im Forum schon viel geschrieben; siehe Kapitel 10.6.

    Die gute Nachricht ist, es ist (fast) egal wie der AG die Abfindung versteuert. Die Einkommensteuererklärung für das Abfindungsjahr korrigiert das Ergebnis. Im ungünstigen Fall bleibt ein Zinsverlust.

    Viele Grüße, Hardy

    • Hardy hat Recht – da wurde hier schon ausführlich drüber diskutiert.

      Daher der Rat: Noch in diesem Jahr (sofort!) mit dem alten Arbeitgeber Kontakt aufnehmen und die geplante Abrechnung (Fünftelregel, Steuerklasse, Berücksichtigung fiktiver Einkünfte) absprechen.
      Ggfs. anbieten, schriftliche Erklärungen über geplante Einkommensverhältnisse, ALG-Bezug, weitere Beschäftigung abzugeben.

      Wenn alles nicht hilft, hilft am Ende die Steuererklärung nach einem Jahr…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Hardy, Privatier, Danke für Eure Ausführungen. Ich hatte mir Kapitel 10.6 auch angeschaut, bin mir aber nicht wirklich im Klaren darüber wie es aussieht wenn man sich innerhalb eines Monats vom ALG abmeldet und dann Ende des Monats die Abfindung bekommt. So weit ich es verstehe ist es ja so dass wenn man innerhalb eines Monats den Arbeitgeber wechselt die Steuerklasse für beide gleich bleibt denn man hatte ja nie 2 Arbeitgeber gleichzeitig. Die Frage ist, ist das bei der Abfindung auch so oder zählen dann schon die z.B 3 Tage ALG1 als ein Arbeitgeber und die Abfindung für den ganzen Monat und dadurch automatisch Steuerklasse 6. Es ist schon richtig dass sich alles am Ende des Jahres ausgleicht aber selbst bei 0.5% Zinsen für die 12 Monate kann der Unterschied von Steuerklasse 3 zu Steuerklasse 6 schon relevant sein. Mit dem AG habe ich das schon abgesprochen, die Frage ist welche Klasse er bei der Abfrage bekommt wenn ich noch bis 3.1. ALG1 beziehe. Wenn er vom FA Klasse 6 bekommt wird er die sicher auch anwenden. Wisst Ihr wie das vom FA gehandhabt wird?

        • Bitte nicht nur den Beitrag Kap. 10.6 lesen, sondern auch (zumindest ein paar) der folgenden Kommentare!
          Dort ist gleich zu Beginn das exakte Verfahren (von einem Insider) beschrieben, wie ein AG die Lohnsteuermerkmale abruft. Wichtig ist dabei, dass er die Kennung des Hauptarbeitgebers (HAG) bei der Anmeldung auswählt!

          Dies wird es aber nur dann machen, wenn er davon in Kenntnis gesetzt wird, dass zum Zeitpunkt der Abrechnung (bzw. für den Zeitraum der Anmeldung) keine weitere Beschäftigung vorliegt und auch kein ALG-Bezug stattfindet.

          Ich kann also nur noch einmal meinen Vorschlag wiederholen, ein Gespräch mit dem AG zu suchen, die Situation zu erläutern und anzubieten, eine schriftliche Erklärung abzugeben, aus der hervorgeht, dass der Bezug von ALG abgemeldet wurde und weder eine neue Beschäftigung, noch eine Arbeitslosmeldung vorliegen bzw. geplant sind.

          Gruß, Der Privatier
          P.S.: Das dies bei entsprechender Verhandlung sogar im Nachhinein funktioniert, hat gerade heute Blog-Leser Matthias bestätigt!

          • OK ich nehme den 2. Rüffel zur Kenntnis und gebe offen zu dass ich wirklich nicht alle Beiträge zu allen Kapiteln dieser sehr guten, ausführlichen webseite gelesen habe – es sind wirklich immens viele. Ich verspreche das ich nur noch einmal frage denn meine eigentliche Frage sehe ich in keinem der Beiträge beantwortet. Ich danke Ihnen schon mal für Ihre Gedult.

            Mir geht es darum ob der Arbeitgeber zugriff auf den HAG bekommt wenn man in dem Monat schon 2 Tage ALG bezogen hat oder nicht. In dem Beitrag in 10.6 hat der Betroffene dem AG versichert dass er den ganzen Januar weder Einkommen noch ALG bezieht und das hat wohl funktioniert. Das verstehe ich auch. Wie sieht es aus wenn man 2 Tage ALG bezogen hat, zum Zeitpunkt der Auszahlung der Abfindung im selben Monat aber keines mehr bezieht. Ist der Monat dann vom Arbeitsamt als Hauptarbeitgeber besetzt oder kann der AG sich nach Beendigung der Zahlung von ALG als Hauptarbeitgeber melden.

            Muss ich mich wenn ich möchte dass die Abfindung mit Steuerklasse 3 versteuert wird zum 31.12.2016 abmelden oder reicht der 3.1.2017?

          • Hallo Maya,

            ich bin nicht ganz sicher, ob ich Deine Fragen damit beantworten kann, aber:

            Ich beziehe ALG 1 und mein Ex-Arbeitgeber hat nach meiner Genehmigung zur Abrechnung der Abfindung mit Fünftelregelung angefragt, die Steuerklasse per ELStAM abholen zu dürfen. Sollte es zu dem Zeitpunkt einen anderen Arbeitgeber geben (hier ja nicht der Fall), soll das Schreiben vorgelegt werden, ggf. wird dann EINEN Monat dort mit Steuerklasse 6 versteuert.

            Falls Thema verfehlt wünsche ich ich nur ein schönes Wochenende.

            Gruß, CC.

          • Als Nebeninfo:

            Wenn man ein ELSTER-Zertifikat hat, kann man seine eigenen ELSTAM-Daten ebenfalls abrufen.

            Viele Grüße, Hardy

        • Okay, dann versuche ich es noch mal mit meinen eigenen Worten…

          Das Problem des „Blockieren“ des HAG-Merkmals oder die Frage, ob ein Arbeitgeber „Zugriff“ auf das HAG-Merkmal hat, existieren gar nicht!

          Weil das Verfahren nämlich anders abläuft (wie im oben verlinkten Kommtentar beschrieben):

          An erster Stelle stellt in dem ganzen Verfahren der AN. Dieser teilt dem AG vier Daten mit: Name, Geburtsdatum, Steuer-ID und ob dies sein Hauptarbeitgeber sein wird oder nicht. Die Entscheidung über das HAG-Merkmal liegt damit in erster Linie beim Arbeitnehmer.

          Der AG verwendet diese Daten nun für die Anmeldung seines Arbeitnehmers bei der ElStam-Datenbank und erhält die Steuermerkmale. Als HAG erhält er dann je nach Familienstatus die Steuerklassen 1-5. Als NAG erhält er St-Kl.6.

          Dabei ist es unerheblich, ob evtl. noch ein anderer AG (oder die Agentur) als HAG eingetragen war. Der letzte Eintrag siegt! Der evtl. noch vorhandene andere HAG erhält aufgrund dieser Neuanmeldung eine Änderungsmitteilung, wird damit zum NAG und muss bei folgenden Abrechnungen St.Kl.6 verwenden.

          Im übrigen sind die AG (und die Agentur) gesetzlich verpflichtet, Ihre Arbeitnehmer beim Austritt bei der Datenbank abzumelden.

          Das Problem liegt also nicht in einem evtl. Konflikt mehrere HAGs, sondern in der Tatsache, dass der ehemalige Arbeitgeber für die Abrechnung der Abfindung eine neue Anmeldung bei der ElStam-Datenbank machen muss. Er muss den Arbeitnehmer quasi für einen Tag noch einmal einstellen. Das macht manch eine Personalabteilung aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit aber nicht so gerne. Werden aber keine aktuellen Steuermerkmale abgerufen, muss zwingend mit St.Kl.6 besteurt werden.

          Es geht also darum, den Ex-AG davon zu überzeugen, die Abrechnung auf Basis einer aktuellen ElStam-Anmeldung mit HAG-Merkmal durchzuführen. Und dazu kann ihm dann mitteilen, dass man ab Datum X weder bei der Agentur gemeldet ist, noch einen anderen Arbeitgeber hat. Und dieses auch im laufenden Jahr nicht vorhat.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            Super Zusammenfassung! Das ist, aus meiner Sicht, ein logisch nachvollziehbarer Ablauf.
            Er zeigt auch das Problem; Ex-Arbeitgeber, die keine Ahnung haben oder sich keine Mühe (mehr) machen.

            Viele Grüße, Hardy

  57. Hallo noch einmal,

    so langsam wird es spannend:

    – Abfindung Januar 2017 mit Fünftelregelung ohne weiteres Einkommen war klar
    – ALG 1 Dispositionsjahr in 2017 nehmen (rechtzeitige Rückmeldung in 12/17)
    – Z. B. Rürup maximal 37 T€ Einmalzahlung leisten
    – 450 Euro-Job machen, um nicht einzurosten und am Ball zu bleiben
    – Krankenversicherung Mindestbeitrag als Erwerbsloser freiwillig zahlen (Ehefrau muss mitversichert sein, ist nicht erwerbstätig)

    Mache ich irgendeinen Denkfehler oder passt das so? Der 450 Euro-Job steht ja der Krankenversicherung, Rürup und weiteren vergleichbaren Negativeinkünften gegenüber.

    Danke für die Unterstützung!

    Grüße, CC

    • Hallo CC,

      meiner Meinung nach ist der 450,- €-Job für die Steuererklärung nicht relevant. Er wird vom AG pauschal versteuert und taucht damit nicht in Deiner Steuererklärung auf.

      Für die Berechnung des Einkommens in der Krankenversicherung ist er aber anzugeben. Hier gibt es eine Freigrenze von 450,- €.

      Hast Du Dich mal über einen Midijob, also ab 450,01 €, informiert?
      Gibt es da eine Mitversicherung? Ich weiß es nicht…

      Viele Grüße, Hardy

    • Soweit alles gut… einige Zweifel bleiben mir aber noch:

      * Mir gefällt in diesem Zusammenhang der Begriff „Dispositionsjahr“ nicht.
      Auch wenn der Begriff nicht offiziell definiert ist, möchte ich ihn hier nicht verwenden, sondern stattdessen von einer Abmeldung für ein Jahr sprechen.
      * Warum max. 37T€ Einzahlung in die Altersvorsorge?
      * Warum Rürup und nicht GRV? (s. Hardy’s Hinweis auf „Ausgleich der Rentenminderung“)
      * Ein 450 Euro-Job, um „am Ball zu bleiben“?? Naja…
      * Die von Hardy erwähnte Freigrenze der KV von 450€ gilt nur für den Familienversicherten. Das versicherte Mitglied zahlt immer mindestens den Mindestbeitrag. Und da sind dann Einkünfte von bis zu 9xx,-Euro abgedeckt.

      Gruß, Der Privatier

  58. Nochmals besten Dank für die wirklich kompetente Unterstützung. Natürlich ist „Abmeldung“ passender. Zur Aufklärung:

    – 450 Euro-Job 2017, das kann sich ja 2018 deutlich ändern…
    – GRV ist eine gute Option, Rürup war hier mehr Platzhalter. Dafür ist ja noch Zeit
    – 37 T€ waren die 80%, 45,5 T€ dürften korrekter sein

    @Hardy: Midijob habe ich schon geprüft, für meine Sonder-Sondersituation tut es der Minijob.

    KV dürfte inkl. Mitversicherung Ehefrau nach meinen Infos in dieser Konstellation auch kein Problem sein.

    Nochmals Kompliment an dieses Forum!

    Gruß, CC

  59. Hallo noch einmal an alle,

    Danke Markus für die ausführliche Info und Hardy für den ergänzenden Kommentar. Ihr seid echt genial hier.

    Wie Der Privatier so schön schreibt, sind auch bei mir jetzt alle Zweifel beseitigt.

    Markus schreibt vom Dispositionsjahr, ich würde dem Privatier folgend mich einfach abmelden. Dafür gibt es sogar ein Online funktionierendes Formular (das ich natürlich trotzdem parallel auf herkömmlichem Weg bestätigen würde).

    Man kann dort ein Anfangs- und Enddatum zur Abmeldung eintragen. Es spricht in meiner Konstellation wohl nichts dagegen, den 01.01.2017 und den 31.12.2017 zu nehmen oder sollte ich ein paar Tage weniger angeben? Ich muss mich ja dann ohnehin rechtzeitig persönlich melden.

    Wenn ich aber Anfang 2018 einen gut bezahlten Job (oberhalb Beitragsbemessungsgrenze) habe hebt sich die vier Jahre Regelung dadurch auf? Oder wie wird gerechnet, wenn ich dann nach einigen Monaten doch ALG 1 wieder beantrage?

    Gruß, CC

    • Bei der Wahl des konkreten Anfangs- und Enddatums für eine Abmeldung/Anmeldung gibt es aus meiner Sicht kaum etwas zu berücksichtigen. Darum war es mir auch lieber, im vorliegenden Fall nicht von einem Dispojahr zu reden, denn dabei wäre es sogar extrem wichtig ganz exakt auf den Tag genau die Termine einzuhalten.

      Aus praktischen Erwägungen könnte man die Termine exakt auf Anfang/Ende eines Monates bzw. Jahres legen, um sich evtl. Mehraufwand in der Abrechnung mit KK/PV, RV und Steuern zu ersparen. Andererseits zählt gerade bei der GRV jeder angefangene Monat als „Belegungszeit“. Mit dieser Tatsache im Hinterkopf könnte man eine Arbeitslosmeldung z.B. auf den 29. eines Monates datieren, die entsprechende Abmeldung dann auf den 2. eines Monates.

      Ich halte Letzteres eher für Kleinkrämerei, aber es mag Fälle geben, wo auch einzelne Monate durchaus ihre Bedeutung haben…

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Für die Frage nach dem bezahlten Job in 2018 bin ich gerade zu faul. Das Thema ist wieder etwas umfangreich und führt mir auch ein wenig zu sehr von der Privatier-Thematik weg. Das könnte sicher in einem Arbeitslosenforum besser beantwortet werden.

    • Hallo CC,

      die Vierjahresperiode bezieht sich auf die Zeit, innerhalb derer man seinen festgestellten Anspruch auf ALG1 verbrauchen kann.

      Bei der Berechnung des ALG1, der Höhe nach, werden die letzten 12 Monate vor Entstehen des Anspruches herangezogen. Man kann aber beantragen, dass die letzten zwei Jahre berücksichtigt werden.

      Siehe § 150 SGB III Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen

      Viele Grüße, Hardy

  60. Hallo Hardy und Privatier,

    Danke für die Hinweise, so hatte ich es auch interpretiert.

    Die etwas komplexere Frage ist in der Tat, das der festgestellte Anspruch klar ist. Abmeldung ist auch klar, aber was passiert mit einer Tätigkeit und Entrichtung weiterer Beiträge von z. B. nur einem Monat? Also 6 Monate Bezug ALG 1 -> 12 Monate Abmeldung -> 1 Monat Beschäftigung -> erneute Meldung als arbeitsuchend. Was wird da gerechnet (als extremes Beispiel, andere Beschäftigungszeiträume z. B. 3-6 Monate sind wohl realistischer).

    Aber das ist in der Tat etwas Off-Topic, nur falls jemand das Thema so ähnlich parat hat…

    Gruß, CC.

    • Es kommt eben immer drauf an… 😉

      Statt einer ausführlichen Erläuterung möchte ich hier einmal auf einen Kommentar verweisen, in dem ich schon einmal ein paar gute Hinwiese zur Thematik „Arbeitslosengeld nach Zwischenbeschäftigung (Bestandschutz)“ gegeben habe.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Wir hatten hier auch schon einmal einen Fall, der sich durch die freiwillige ALV während einer zeitweisen Selbständigkeit seinen alten ALG-Anspruch zunichte gemacht hat. Wenn ich das wiederfinde, ergänze ich den Link hier.

  61. Sensationell informativ, Danke für den Link.

    Nach vielen Gesprächen mit Steuerberater und Arbeitsrechtler habe ich erstmals das Gefühl, mein Thema weitgehend koordinieren zu können. Diesen Eindruck hatte ich leider bei den Profis zuvor nicht einmal ansatzweise (der Arbeitsrechtler kannte meine Situation genau, ist Vollprofi und meinte die Fünftelregelung bringt so gut wie nichts. Das wusste dann aber wenigstens der Steuerberater besser…).

    Also herzlichen Dank an alle und in der Tat: „Weiter so!“ (Sehr passendes Zitat von Der Privatier)

  62. Nachdem ich jetzt stundenlang mitgelesen habe, immer noch einige Fragezeichen…
    +1 wird zum 31.12. nach 40 Diensjahren das Unternehmen verlassen
    Abfindung 170.000
    Sonstige Einnahmen – weil AG das nicht als Abfindung verbuchen will: 15.000
    Mieteinnahmen: 2.000

    Jetzt sieht die Rechnung der Steuer doch wie folgt aus:
    Steuer aus 34t€ (5tel)mal5 + Steuer aus 17T€ richtig?

    Steuermindernd: Rürup: 30.000
    Vorrauszahlung KK 21.000
    wie sieht die Rechnung jetzt aus?
    Steuer aus 27.500 mal 5 ?

    • Naja… die Rechnung ist nicht so ganz korrekt…

      Ich gehe einmal davon aus, dass die Abfindung in 2017 (nach Ende der Beschäftigung) ausgezahlt wird. Zusammen mit den „sonstigen“ Vergütungen, dass ausser den angegebnen Mieteinnahmen keine weiteren Einkünfte vorhanden sind und die Voraussetzungen für die Fünftelregel gegeben sind.

      Dann geht die Rechnung OHNE Optimierung wie folgt:
      * Steuer auf 17T€ feststellen (=Summe1),
      * Steuer auf 17T€ + 34T€ feststellen (=Summe2)
      * Danach (Summe2-Summe1)*5 + Summe1 = Steuer

      Sind die zusätzlichen steuerlich berücksichtigungsfähigen Aufwendungen (z.B. Rürup und KK) höher als die sonstiges Einkünfte, würde sich im ersten Schritt der obigen Rechnung ein negatives Einkommen ergeben. In diesem Falle gilt eine vereinfachte Fünftelregel:

      * Steuer auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens feststellen.
      * Davon der fünffache Betrag ergibt die Steuerschuld.

      Anmerkung: Das zu verst. Einkommen besteht dabei im obigen Beispiel aus:
      Abfindung+sonst.Eink.+Mieteinnahmen abzgl. Aufwendungen für Rürup und KK, also:
      170T€+15T€+2T€-30T€-21T€= 136T€ davon ein Fünftel sind ca. 27T€.
      Die auf 27T€ entfallende Steuer mal fünf ergibt das Ergebnis.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Peter, ich glaube es fast nicht, aber ich kann deiner Berechnung nicht folgen.
        Es muss doch zunächst heißen, Steuersatz aus 51T€ ermitteln und diesen Steuersatz auf 187T€ anwenden. In deiner Formel kann Summe1 leicht 0 sein. Läge der Steuersatz für 51T€ bei 30%, wäre Summe2 15.300€. Macht bei dir eine Steuerschuld von 76.500€ und eine Ungerechtigkeit. Warum sollte die Steuer für die 17T€ verfünffacht werden.
        Nach meiner Formel muss der Steuersatz von 30% auf die 187T€ angewandt werden, was eine Steuerschuld von 56.100€ ergibt.
        Der zweite Teil der Rechnung, wenn man durch Optimierung unter die Marke von 170T€ kommt, gilt die vereinfachte Regel, so wie von dir dargestellt. Kleiner positiver Nebeneffekt der vereinfachten Regel, man kann ALG beziehen ohne dass der Progressionsvorbehalt Auswirkungen hätte, das ALG erhöht also nicht die Steuerschuld.

        Bitte prüfe das nochmal und korrigier mich, falls ich etwas falsch verstanden habe.

        LG Markus

      • Ja, entscheinend hast Du gleich mehrere Dinge falsch verstanden.

        * Einmal hört sich Deine Vorstellung von „… einen Steuersatz von x% auf eine andere Summe anwenden“ doch sehr nach der Methode des Progressionsvorbehaltes an. Die wird aber bei der Fünftelregel NICHT verwendet. Die Rechnung geht hier anders!

        * Dabei vergisst man am besten erst einmal die Prozentzahlen und schaut in eine Steuertabelle. Tipp: http://www.finanz-tools.de/einkommensteuertabelle.php

        Ich rechne nach obigem Schema einmal vor (Grundtabelle ohne Soli, ohne KiSt.):
        * Steuer auf 17T€ = ca. 1.735€
        * Steuer auf 51T€ = ca. 12.965€
        * Differenz (=Steuern auf 1/5 der Abfindung) = 11.230€
        * Gesamt-Steuer: 11.230€*5 + 1.735€ = 57.885€

        Mit Soli und KiSt. wird es etwas mehr, für einen Verheirateten wird es deutlich günstiger.

        Über den Fall der vereinfachten Fünftelregel sind wir uns anscheinend einig. Auch Deine Anmerkung zur Verrechnung des ALG ist korrekt.

        Gruß, Der Privatier

  63. Hallo Privatier, hallo Hardy,
    mein Vorhaben bzgl. Dispositionsjahr habe ich bereits an anderer Stelle geschildert, jetzt geht es um die Einzahlung in die GKV.
    Bei mir geht es ebenfalls um einen „Ausgleich der Rentenminderung bei vorgezogener Rente“ (Grund: Schwerbehinderung).
    Ich möchte die kompletten 36 Monate früher in Rente gehen (36 x 0,3% = 10,8% dauerhafte Minderung)
    Den Antrag hatte ich gestellt, die schriftliche Auskunft liegt mir vor. Meine dauerhafte Rentenminderung kann durch Zahlung von Beiträgen in Höhe von derzeit 39.021,18 EUR ausgeglichen werden. Ich bin verheiratet und
    möchte auch meine Ehefrau mit dieser Einzahlung absichern (mögliche Witwenrente).
    Soll ich diese Summe als Einmalzahlung von meiner Abfindung (142.000 EUR) in 2017 überweisen, vor allen Dingen aus steuerlichen Gründen? Oder gibt es für 2017 steuerliche Höchstgrenzen?

  64. Hallo Heiko,

    die Höchstgrenze für Vorsorgeaufwendungen liegt in 2016 bei 22.767 € (bei ledigen Personen) und bis zu 45.534 € (bei Ehepartnern). Zu beachten sind aber auch die übrigen Vorsorgeaufwendungen, die den noch einzuzahlenden, steuerlich begünstigten Betrag verringern.

    Beispielsweise macht es, für die Fünftelungsregelung, nicht so viel Sinn, das (Rest-)Einkommen negativ werden zu lassen.
    Vielleicht ist es nützlich, auch im Folgejahr das Einkommen drücken zu können. Bei mir war das als Arbeitsloser mit Nebengewerbe sinnvoll.

    Wieviel Du wann einzahlst, kannst Du frei wählen. Es muss nur vor Bezug der Rente sein.

    Du solltest Deine spezielle Situation das mit einem Steuerprogramm berechnen oder mit einem Steuerberater klären.

    Viele Grüße, Hardy

    • Noch zwei Ergänzungen zu den ansonsten korrekten Anmerkungen von Hardy:

      * Wenn meine Informationen richtig sind, steigt der Höchstbetrag für die Altersvorsorge in 2017 auf 23.362 (für Ledige, für verh. doppelt). Davon sind 2017 dann 84% steuerlich anrechenbar.

      * Wenn die Voraussetzungen (Antrag und schriftl. Auskunft) bereits vorliegen, könnte man ggfs. auch in diesem Jahr (2016) noch einen Teil in die GRV einzahlen. Sinnvoller ist es aber wohl, den ganzen Beitrag im Abfindungsjahr einzuzahlen.

      * Am besten vorher ausrechnen (lassen)!

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: @Hardy: Ich bin mir übrigens gar nicht so sicher, ob man ein negatives Resteinkommen verhindern sollte. Ich kann das nur schwer abschätzen. Vielleicht sollte ich mal ein paar Muster-Rechnungen machen? Oder kannst Du das logisch begründen?

  65. Hallo Privatier,

    so wie ich es verstanden habe, gilt bei negativem Einkommen die vereinfachte Berechnung bei der Fünftelungsregelung; dabei ist das Einkommen ausgeblendet, also = 0.
    Da es dabei egal ist, wie groß der negative Betrag ist, sollte man den Rest an Altersvorsorgeaufwendungen für das nächste Jahr verwenden. Dabei ist der eigene Fall zu prüfen, besser mit Softwareunterstützung zu simulieren.
    Bei mir war es sinnvoll; ich zahle auch dieses und nächstes Jahr etwas, dann bis zum vollen Ausgleich, in die gesetzliche Rente ein.

    Viele Grüße, Hardy

    • Ja, Hardy, hast Du schon richtig verstanden: Wenn das z.v.E. (ohne Abfindung!) negativ wäre, wird die vereinfachte Fünftelregel verwendet. Es ist aber nicht richtig, dass damit das Einkommen „ausgeblendet“ wird. Das stimmt nicht.

      Die vereinfachte Regel besagt (ganz einfach…):
      * Steuer auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens feststellen.
      * Davon der fünffache Betrag ergibt die Steuerschuld.

      Ausgangsbasis ist also das zu versteuernde Einkommen. Und darin sind selbstverständlich neben der Abfindung sämtliche anderen Einkünfte (selbst. Arbeit, V+V, Kapitaleinkünfte, etc.) enthalten, aber natürlich auch sämtliche Aufwendungen (Altersvorsorge, Krankenkasse, evtl. Verluste). Da geht also nichts verloren.

      Ob sich daher die „normale“ oder die vereinfachte Regel besser oder schlechter auswirkt, ist mir noch nicht wirklich klar geworden. Gerade auch im Hinblick auf die Wirkungen im Zusammenhang mit einem gleichzeitig bezogenen ALG hätte ich daher keine Bedenken, die Kosten für Vorsorge etc. soweit auszunutzen, wie es geht.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        JETZT habe ich es verstanden; Du hast Recht. Ich habe auch noch ein entsprechendes Beispiel gefunden.

        Ich habe im Dispojahr die Altersvorsorgeaufwendungen, durch Rürup und DRV, vollständig ausgenutzt. Dadurch ist dieses Jahr noch Luft für Renteneinzahlungen.

        Viele Grüße, Hardy

  66. Hallo Privatier, hallo Hardy,

    vielen Dank erst einmal für die ausführlichen Stellungnahmen. Wenn ich alles richtig verstanden habe, soll ich nicht die komplette Summe in 2017 zahlen, sondern aufteilen. In 2018 oder später Einzahlungen vorzunehmen bringt mir wohl nichts, da ich bis zum geplanten Rentenbeginn (09/2020) von meinen Ersparnissen und vom ALG 1 leben werde. Also noch in diesem Jahr kurzfristig eine Einzahlung vornehmen (7.000 EUR) und 32.000 in 2017.
    @Hardy: hast Du nach Deinen Einzahlungen von der GRV eine Bescheinigung für das Finanzamt bekommen oder reicht dem FA ein Überweisungsträger o.ä.?

    Gruß
    Heiko

    • Nur zur Klarstellung: Mein Kommentar zu einer evtl. Aufteilung der GRV-Einzahlung auf unterschiedliche Jahre, war nur eine Empfehlung, dies einmal zu überlegen und zu prüfen! Es war keine Empfehlung, dies zu tun!
      Ob das sinnvoll ist oder nicht, könnte ich zumindest nur anhand einer Vergleichsrechnung feststellen.

      Gruß, Der Privatier

      • „Ob das sinnvoll ist oder nicht, könnte ich zumindest nur anhand einer Vergleichsrechnung feststellen“ – wäre toll. Welche Angaben werden benötigt?

      • Das war kein Angebot von mir, dass ich diese Vergleichsrechnung ausführe, sondern ein Vorschlag, dieses einmal selber zu machen (oder durch einen Steuerberater machen zu lassen).

        Gruß, Der Privatier

    • Hallo Heiko,

      man bekommt eine „Beitragsbescheinigung“ von der DRV, in der die Entgeltpunkte ausgewiesen werden. Außerdem steht in der Bescheinigung, wieviel man noch einzahlen darf. Eine Überzahlung wird anscheinend nicht angenommen.

      Viele Grüße, Hardy

      • Hallo Hardy,

        gut zu wissen. Eine Überzahlung ist also ausgeschlossen, aber man kann ja später als vorab angekündigt in Rente gehen…

        Gruß
        Heiko

        • Hallo Heiko,

          das stimmt. Da auch eine Rückzahlung ausgeschlossen ist, bekommt man eben mehr Rente.

          Viele Grüße, Hardy

  67. Guten Tag

    Nun habe ich doch eine Frage oder mehrere Fragen

    Meine Partnerin hat ihr Arbeitsverhältnis aus betriebsbedingten Gründen zum 31.12.2016 beendet. Sie bekommt für den Verlust des Arbeitsplatzes 150.000,- € zum 31.01.2017 ausgezahlt.

    Für Januar bekommt meine Partnerin 1700,- € Arbeitslosengeld und ab Februar beschäftige ich meine Partnerin bei mir in der Firma mit 460,- sozialversicherungspflichtig bis zum 31.12.2017.

    Mit dem Abfindungsrechner kann ich ausrechnen wieviele Steuern für 2017 dann nachgezahlt werden müssen. Ab Januar wird meine Partnerin wieder ein höheres Einkommen haben, dass nur mal am Rande.

    1. Frage!!!

    Wie verhält es sich nun, wenn meine Partnerin in ein ihr vermietetes Haus eine Investition von 20.000,- tätigt. Wie wirken sich diese 20.000 ,- € im Steuerjahr 2017 mit der Abfindung und dem geringen Einkommen aus? Kein Einkommen geht nicht, da sie ja Krankenversicherung haben muß und ich als Firma ja Betriebskosten habe.

    2. Frage

    Da meine Partnerin eine §40 alte arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung mit pauschalversteuerung (der Arbeitgeber zahlt seit 15 Jahren nicht den maximalen Beitrag) hat, möchte ich folgendes wissen:
    Kann meine Partnerin selbst in diese Direktversicherung aus der Abfindung einzahlen und wenn ja wie wirkt sich das steuerlich postiv (weniger Steuern) auf die nachzuzahlende Steuer für 2017 aus?

    Vielen Dank, ich bin gespannt!

    • Hallo Herr Bokop,

      so ganz habe ich den Sachverhalt wohl nicht verstanden. Das „höhere Einkommen“ für die Partnerin ist wohl ab Januar 2018 geplant, richtig? Und mit „Partnerin“ bezeichnen Sie Ihre Lebensgefährtin, mit der Sie nicht verheiratet sind?

      Zu Frage1: Wenn Ihrer Partnerin die Immobilie nicht gehört, wird es sicher schwer, eine Investition steuerlich geltend zu machen. Vielleicht nicht unmöglich, aber eher keine gute Idee.

      Zu Frage2: Ja, die Direktversicherung kann prinzipiell weitergeführt werden und auch Einzahlungen vorgenommen werden. Sprechen Sie aber vorher unbedingt über die genaue Vorgehensweise mit der Versicherung! Vielleicht lesen Sie auch einmal den Beitrag über „Direktversicherung (Vervielfältiger)“ inkl. der nachfolgenden Kommentare und Querverweise.
      Die Meinungen über die Sinnhaftigkeit sind unterschiedlich. Dies gilt insbesondere auch für die Steuerersparnis. Eine Pauschalsteuer von 20% muss nicht unbedingt günstig sein. Kommt auf den Einzelfall an.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für Ihre Antwort

        Also ja das höhere Einkommen ist in 2018
        Das Haus ist Eigentum meiner Partnerin mit der ich nicht verheiratet bin.

        Rürup möchte sie nicht weil sie schon genug Altersvorsorge hat. Daher wollen wir ihr Einkommen 2017 welches aus 11 x 460 € und 1700 € besteht durch z.B. eine neue Heizung auf 0 € senken.

        Dann würde ja nur die Steuer von 30000 € x 5 auf die Abfindung gezahlt werden müssen???

        Wie macht denn der Ex-Arbeitgeber das? Macht er eine Gehaltsabrechnung obwohl meine Partnerin nicht mehr dort arbeitet und überweist er den Netto Betrag (150000 € minus die Steuer mit der fünftelberechnung) an meine Partnerin?

      • Ich habe jetzt leider immer noch nicht verstanden, ob die Partnerin das Haus, welches ihr Eigentum ist, selber nutzt oder ob sie vermietet?

        Wenn sie es selber nutzt, gibt es steuerlich kaum eine Möglichkeit (ggfs. Fotovoltaik-Anlage).
        Wenn sie vermietet, sind gewisse Investitionen steuerlich anrechenbar. Hier wäre aber von Fall zu prüfen, inwieweit die ganze Investition zum Tragen kommt oder ob Abschreibungen erforderlich sind (=> Steuerberater). Allerdings müsste Ihre Partnerin dann aber auch Einkünfte aus V+V haben, was Sie ursprünglich aber nicht erwähnt haben?!

        Bei der Frage, wie der EX-AG die Besteuerung vornimmt, kann ich nur raten, SOFORT(!) mit dem Ex-AG Kontakt aufzunehmen und diese Frage zu klären. Das macht jeder AG anders und wir haben hier im Blog schon die abenteuerlichsten Varianten geschildert bekommen.

        Im Idealfall kann der AG die Fünftelregel bereits bei der Auszahlung anwenden und berechnet die Steuern nach der alten Steuerklasse. Im schlechtesten Fall versteuert er die Abfindung als „normalen“ Monatslohn in Steuerklasse 6.

        Fragen Sie in der Personalabteilung des Ex-AGs nach, wie die Besteuerung geplant ist, bzw. fragen Sie nach, welche Erklärung/Bestätigung der AG von Ihrer Partnerin haben möchte, damit Steuerklasse und Fünftelregel wie gewünscht angewandt werden können.

        Ich will allerdings auch vorsorglich darauf hinweisenm, dass es u.U. zu Konflikten mit dem geplanten 460€-Job kommen könnte.

        Zu diesem Thema kann ich den Beitrag: „Abfindung und Steuerklasse 6“ , sowie die zugehörigen Kommentare empfehlen.

        Gruß, Der Privatier

        • Ganz schön kompliziert hier und mit dem Smartfone erst recht

          Das Haus ist Eigentum aber vermietet. Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sind erst im Oktober fällig und nicht sehr hoch. Also bitte nicht berücksichtigen.

          Da die Investition eine Heizung ist, ist diese direkt abzusetzen. Abschreibung kenne ich nur beim Kaufpreis des Hauses ohne Grundstück.

          Lassen wir mal die Auszahlung vom Arbeitgeber weg. Das ist im Moment wohl nicht zu klären.

          Welche Konflikte sehen Sie denn bei einer Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung?

          Danke schon mal.

        • Wenn die Auszahlung mit dem Arbeitgeber nicht zu klären ist (oder nicht gewünscht ist), haben sich die möglichen Konflikte mit der geplanten Beschäftigung dann auch erledigt.

          Ein Arbeitgeber kann nur dann im Sinne des ehemaligen Arbeitnehmers versteuern, wenn ihm die (geplanten) Lebensumstände und Einkommensverhältnisse bekannt sind. Ideal wäre es, wenn man schriftlich zusichern kann, dass man zum Abrechnungszeitpunkt keinen anderen Arbeitgeber hat (sonst: St.Kl.6) und keine weiteren Einkünfte haben wird (sonst: Berechnung nach Monatstabelle), ggfs. auch Begründungen für die Anwendung der Fünftelregel liefern kann.

          Dies könnte bei der geplanten Vorgehensweise eben dazu führen, dass einige Aussagen nicht getroffen werden können und es somit zu einer zunächst(!) ungünstigen Besteuerung kommt. Halte ich aber eher für nebensächlich. Am Ende zählt das, was bei der EkSt.-Erklärung raus kommt.

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank

            Die Steuerklasse war immer 1. Wenn der Arbeitgeber die Abfindung abrechnet besteht eine Arbeitslosigkeit. Mit Arbeitslosengeld 1700 € für 01.2017. Ab den 02.2017 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 460 € monatlich.

            Also rechne ich wie folgt wenn ich alles richtig verstanden habe:

            Einkommen

            30000,- Abfindung 1/5
            1700,- Arbeitslosengeld
            5060,- Bruttoarbeitslohn
            2800,- Mieteinnahmen
            39560,- Gesamt

            Einkommensreduzierung

            39560,- Einkommen mit 1/5 der Abfindung
            – 2000,- Zinsen Hypothekendarlehn
            – 2000,- Abschreibung
            – 2100,- Riester
            – 8000,- Investition in die vermietete Immobilie (Heizung)
            -10000,- Einzahlung in eine bestehende Direktversicherung §40
            15460,- zu versteuerndes Einkommen

            Bedeutet also die Steuer für 15460,- X 5 = ca. 1425,- X 5 = 7125,-

            Grundtabelle, alleinstehend, kinderlos, über 23 Jahre alt, Berlin

            Das die Einkommensteuerklärung alles klärt ist mir bewusst. Wollte und möchte nur wissen ob der Rechenweg ungefähr passt????

            Beste Grüße

          • Nein, tut mir leid. Der Rechenweg ist leider falsch. Daher möchte ist es gerne noch mal erläutern:

            Die „normale“ Fünftelregel funktioniert immer wie folgt:
            1. Steuer feststellen OHNE Berücksichtigung der Abfindung (=Ergebnis1)
            2. Steuer zzgl. 1/5 der Abfindung feststellen (=Ergebnis2)
            3. Differenz der beiden Steuern (Ergebnis2-Ergebnis1)*5 ergibt die Steuer auf die Abfindung (=Ergebnis3).
            4. Gesamt-Steuer ist dann Ergebnis1+Ergebnis3

            Das Ganze wird jetzt noch ein wenig verschoben durch den ALG-Bezug, lasse ich mal weg, da bei dieser Größenordnung nicht so wichtig.

            Wichtig ist aber:
            Wenn nach obigem Schema bei Punkt 1 schon ein negatives zu versteuerndes Einkommen entsteht (ist hier wohl der Fall), so gilt eine vereinfachte Fünftelregel:

            a) Das gesamte zu versteuernde Einkommen wird durch fünf geteilt. Darin enthalten ist dann ALLES! Also sämtliche Einkünfte inkl. der vollen Abfindung, aber auch alle Abzüge für div. Aufwendungen.
            b) Die Steuer auf diese Summe wird mit fünf multipliziert. =Gesamtsteuer
            c) ALG findet dabei bis zur Höhe der negativen Einkünfte keine Berücksichtigung!

            Leider dürfte das im Endergebnis um einiges schlecher ausfallen, als Ihre Rechnung. 🙁

            Gruß, Der Privatier

  68. Guten Tag,

    jetzt habe ich doch noch eine generelle Frage:

    Nach den Tipps im Forum habe ich „auf den letzten Drücker“ für das letze Jahr noch eine höhere Rürup-Rente abgeschlossen (für die GRV war die Zeit zu knapp). Diese könnte ich noch bis Ende Januar widerrufen.

    2016 war ein „normales“ Jahr mit sechsstelligem Einkommen, die Abfindung erhalte ich erst 2017 ohne weiteres Einkommen oder sonstiger Erträge. Das Thema ist ja schon oft hier diskutiert worden:

    – Über Rürup o. ä. in 2017 ein Negativeinkommen darzustellen lohnt sich nicht, da ist die Zahlung 2016 sinnvoller

    – Bringt es etwas im Verhältnis zur Zahlung 2016, in 2017 ein Einkommen zu haben, das dem Maximalbetrag von Rürup oder GRV entspricht und so steuerlich auf Null gerechnet wird? Im Moment „sorge“ ich für Null-Einkommen in 2017 (außer Abfindung und Minijob), könnte das aber ändern…

    Oder einfach gefragt: Bringt Rürup unter bestimmten Bedingungen im Abfindungsjahr mehr?

    Wie immer Danke vorab!

    Grüße, CC

    • Aha, ich sehe schon; Da möchte jemand die Optimierung optimieren. 😉

      Okay – Spaß beiseite: Es gibt ganz sicher Konstellationen, in denen Rürup mehr oder weniger bringt. Ich habe da allerdings keine Formel parat, mit der man das bestimmen könnte. Es klingt für einen Techniker sicher unbefriedigend, aber ich sehe keine andere Möglichkeit, als verschiedene Varianten auszuprobieren.

      Ich habe mir die Mühe nie gemacht, aber vielleicht erkennt man dabei dann ja irgendwann auch eine Systematik. Alledings kommt es dabei auch immer auf den Blickwinkel an!

      Wenn jemand eine eher niedrige Abfindung hat, kann es ihm (wenn die anderen Bedingungen passen) es durchaus schaffen, die Steuern vollständig auf Null zu reduzieren. Ersparnis: 100%! (von der ansonsten fälligen Steuer).

      Andere haben hier schon berichtet, dass sie durch den Einsatz von Rürup mehr Steuern gespart haben, als sie überhaupt in Rürup eingezahlt haben. Ersparnis also >100%!! (jetzt allerdings bezogen auf die Einzahlung).

      Wiederum andere mit einer höheren Abfindung haben den Eindruck, dass sich Rürup immer weniger lohnt, je höher die Abfindung ist.

      Wahrscheinlich haben sogar alle Recht. Ich kann deshalb nur immer wieder empfehlen, sich ein Steuerprogramm (oder die Elster-Software) zu besorgen und ein paar sinnvolle und denkbare Szenarien durchzuspielen. Wer das nicht will oder kann, kann das sicher auch bei einem Steuerberater in Auftrag geben. Ich mache so etwas aber lieber selber, weil ich dann beliebig an den Parametern herumspielen kann.

      Eines kann man aber sicher generell sagen:
      Aus steuerlicher Sicht wird es immer günstig sein, dafür zu sorgen, dass das zu versteuernde Einkommen möglichst gering ist. Und im Übrigen habe ich zumindest nie behauptet, dass ein durch Rürup o.ä. sich ergebendes negatives Einkommen nicht sinnvoll wäre! Ich habe bisher keine Rechnung vorliegen, aus der man einen Nachteil ersehen könnte.
      Aber es gibt auf jeden Fall einen Vorteil: Wer nämlich (ohne Berücksichtigung der Abfindung) ein negatives zu versteuerndes Einkommen hätte (z.B. aufgrund von Rürup), kann bis zu dieser Höhe ALG-Leistungen beziehen, ohne dass sich diese in irgendeiner Weise auswirken. Sie unterliegen also auch nicht dem Progressionsvorbehalt.

      Mein Fazit daher: Ohne detaillierte Berechnung sollte das Ziel immer ein möglichst geringes Einkommen sein. Durchaus auch negativ.

      Gruß, Der Privatier

  69. Hallo Privatier,

    Danke für die erneut ausführliche Antwort, auch wenn es (verständlicherweise) kein Patentrezept gibt.

    Die Steuersoftware habe ich bereits „angeworfen“, wollte jedoch die genaue Grundlage der Abrechnung meines Ex-Arbeitsgebers abwarten und eingeben. Das überschneidet sich allerdings mit dem Widerrufszeitraum der Versicherung, aber man kann halt nicht alles haben ;-)…

    Gruß, CC.

  70. Sehr geehrter Herr Privatier,

    Dank Ihrer Tipps haben sich für mich viele Fragen schon vorab erledigt!

    Zu meiner Situation:
    Ich habe im November 2016 einen Auflösungsvertrag zum 01.07.2017 unterschrieben. Ich bin bis zu diesem Zeitpunkt noch im Öffentlichen Dienst angestellt, aber unwiderruflich von der Arbeit freigestellt und bekomme weiter mein Gehalt für diesen Zeitraum. Die Kündigungsfrist von 7 Monaten wurde also eingehalten. Ab 01.7.17 bin ich arbeitssuchend und für 3 Monate vom AA gesperrt (laut Angaben des AA übernimmt das AA die Krankenversicherung).

    Meine Abfindung von € 39.000,- bekomme ich am 01.07.17.

    Ab 01.10.17 bekomme ich ALG1 für max. 24 Monate, also bis einschl. 30.09.19. Die anschließenden zwei Monate bis zum Rentenbeginn am 01.12.19 (Jahrgang 1956, 45 Jahre Beitragszahlungen jetzt schon erreicht) bin ich also ohne Einkünfte und muß diese zwei Monate selber finanzieren, was von eingeplant war.

    Gehalt bis 30.06.17 brutto € 18.000,-
    Mieteinnahmen 2017 € 4.320,- und
    Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit ca. € 500,-

    Laut Abfindungsrechnern bleiben mir von € 39.000 Abfindung ca. € 26.000 übrig. Wenn ich aus der Kirche austreten sollte, Ersparnis ca. € 900,-.

    Macht es also Sinn, wenn ich den Beginn des ALG1 2017 um 2 Monate nach hinten verschiebe, um so dann übergangslos ALG1 bis Rentenbeginn am 01.12.19 zu erhalten. Mein Jahreseinkommen 2017 würde sich dadurch auch verringern, was können Sie mir raten?

    Und wie sieht es mit der Zusatzversorgung Öffentlicher Dienst aus? Mein AG hat 30 Jahre für mich ein bezahlt, soll ich selber weiter bis zum Rentenbeginn einzahlen oder rechnet sich das nicht?

    Muß ich eigentlich dem AA die Höhe meiner Sparbücher mitteilen?
    Über Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen und Gruß

    • Auch wenn sich bei Ihnen viele Fragen schon vorab erledigt haben, fürchte ich, dass ich heute noch eine ganze Reihe neuer Fragen aufwerfen muss… Ich versuche, mich einmal an Ihrem Text „entlang zu hangeln“ und die sich dabei ergebenden Fragen/Kommentare hier zu notieren:

      1. Im Öffentlichen Dienst angestellt
      Ich habe keinerlei Erfahrungen oder Kenntnisse über spezielle Bedingungen für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Ich kann daher nichts dazu sagen und es besteht immer die Gefahr, dass andere Erfahrungen im öffentlichen Dienst nicht zutreffen.
      Also: Vorsicht!

      2. Unwiderruflich von der Arbeit freigestellt
      Bitte lesen Sie einmal gründlich den Beitrag „Arbeitsagentur erfindet neue Regeln“ und rechnen Sie einmal nach, ob sich das auch in Ihrer Konstellation auswirkt. Ich bin mir (wie im Beitrag vermerkt) über die Folgen und ggfs. Vor-/Nachteile auch noch nicht im Klaren. Nach der aktuellen Sicht der Arbeitsagentur können/sollen(?) Sie sich daber bereits während der Freistellung arbeitslos melden. Dies ist ganz sicher dann von Vorteil, wenn man ansonsten seine 150 Tage Berechnungsgrundlage des bisherigen Gehaltes verpassen sollte. Ob es in anderen Fällen Vor- oder Nachteile hat? Keine Ahnung.

      3. Die Kündigungsfrist von 7 Monaten
      Seien Sie bitte seeehr vorsichtig mit dieser Annahme! Es hat hier schon einen anderen Fall gegeben, wo dies jemand im ö.D. auch geglaubt hat. Nachher hat sich herausgestellt, dass eigentlich eine Unkündbarkeit vorgelegen hat. Folgen: Ruhezeit beim ALG1 für ein Jahr.

      4. Für 3 Monate vom AA gesperrt
      Bedenken Sie bitte, dass eine Sperre wg. Arbeitsaufgabe sich nicht nur auf die ersten drei Monate auswirkt, sondern auch den Gesamtanspruch um 1/4 reduziert. Sie bekommen also im Endeffekt nur 18 Monate ALG1.

      5. ALG1 um 2 Monate nach hinten verschieben
      Prinzipiell wird sich das immer positiv auswirken, wenn man die Einkünfte (auch die eigentlich steuerfreien wie ALG1) reduzieren kann. Inwieweit sich das allerdings bei nur zwei Monaten „lohnt“, müsste man anhand der konkreten Zahlen einmal ausrechnen. Insbesondere auch im Hinblick auf die Pkt. 2,3,4.

      6. Zusatzversorgung Öffentlicher Dienst
      Siehe Pkt. 1

      7. Höhe meiner Sparbücher
      Die Arbeitsagentur wird sich für die Sparbücher im Zusammenhang mit ALG1 nicht interessieren. Diese Frage wäre erst beim ALG2 zu beantworten. ALG1 ist eine Versicherungsleistung und wird unabhängig von einer Bedürftigkeit gezahlt.

      Wahrscheinlich habe ich jetzt mehr verunsichert, als geholfen. Leider kann ich zu manchen neuen Entwicklungen auch keinen allgemeinen Rat geben, ausser dem, sich direkt bei der Agentur beraten zu lassen, dabei unbedingt nach möglichen Nachteilen einer geplanten Vorgehensweise zu fragen und sich das Ganze dann nach Möglichkeit schriftlich bestätigen zu lassen (gelingt nicht immer).

      Viel Glück…
      Der Privatier

      • Sehr geehrter, lieber Herr Privatier,
        ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort!
        Ich habe mich umgehend beim Arbeitsamt registrieren lassen und muß mich in ca. 2 Monaten dort wieder melden, da i.M. kein Arbeitsplatz für mich zur Verfügung steht. Meine Zusatzversorgung im ÖD kann ich nicht selber weiter einzahlen, aber meine bisher einbezahlten Beträge ruhen bis zum Rentenbeginn und werden mit Rentenbeginn voll ausbezahlt – das ist schon sehr gut.
        Nach Mobbing (wg. Alter) bekomme ich Dank meines Rechtsanwaltes am 01.7.17 von meinem Arbeitgeber eine Abfindung, die voll versteuern muß und so wie es aussieht, habe ich anschließend mindestens 3 Monate kein Einkommen und bin auf mich selber gestellt. Da ich wirklich unwiderruflich vom Dienst freigestellt bin und nach 29 Jahren ÖD unkündbar bin, hoffe ich, daß mir das Arbeitsamt aus dieser Situation keinen Strick daraus dreht.
        Ein Kirchenaustritt würde die Abfindung natürlich minimieren, aber dann fallen auch die Sonderausgaben für das nächste Jahr in den Keller.
        Egal wie ich es drehe oder wende, ich komme kaum aus und muß in den sauren Apfel beißen. Eine OP der Venen ist in den nächsten Monaten geplant, hätte dies einen Einfluß auf den Ablauf?
        Ganz herzlichen Dank für Mühe
        Ihre
        G.Z.

      • Nun, ich bin zwar kein ausgesprochener Experte für Venen-OPs, ich denke aber, dass sich dadurch kaum eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 6 Wochen ergibt.

        Wenn dies so wäre, könnte sich aufgrund des Bezuges von Krankengeld (u.U. über das Beschäftigungsende hinaus) ein etwas anderer Ablauf ergeben. Ich würde aber eher mir Ihnen hoffen, dass Sie deutlich schneller wieder auf den Beinen sind, denn eine finanzielle Optimierung auf Grundlage einer Krankheit halte ich für den falschen Weg. Was nicht bedeuten soll, dass ein Kranker nicht die nötige Unterstützung (auch finanziell) erhalten soll!

        Gruß, Der Privatier

  71. Hallo Peter, hallo Community, liebe Teilnehmer und Leser dieses Forums,

    durch meine Internetrecherche bin ich erfreulicherweise vor drei Tagen auf Ihre Seite gelangt und muss, wie viele andere schon vor mir, sagen – Kompliment und danke schon jetzt dafür !! Wenn ich anfange, hier die vielen Beiträge und Kommentare mit unzähligen Tipps und teils Erfahrungsberichten zu lesen, kann ich gar nicht mehr aufhören und merke dabei kaum, wie die Zeit vergeht. Und ich habe bereits viel gelesen, aber noch lange nicht alles, daher bitte ich vorab um Verzeihung dafür, dass ich wahrscheinlich Fragen stellen werde, die vorher vermutlich schon häufiger gestellt wurden. Dennoch ist irgendwie jede Situation individuell und anders zu betrachten und somit auch anders zu planen, soweit das überhaupt möglich ist.

    Meinen Beitrag stelle ich unter der Rubrik „Abfindung und Steuern/Optimierung“ ein, weil ich hoffe, dass er dort richtig aufgehoben ist und in diesem Forum von möglichst vielen Teilnehmern gelesen wird, die mir eben genau in dem Punkt der Optimierung aus ihren Erfahrungen und Kenntnissen weiterhelfen können, denn ich bin in meiner derzeitigen Lage wirklich für jeden Tipp und Hinweis, der mir hilft, die Dinge für meinen/unseren weiteren Lebensweg zu optimieren, sehr sehr dankbar und ich bin auch darauf angewiesen, da das alles neu für mich ist !! Seitdem ich mich informiere, habe ich bereits schnell gemerkt, dass man immer wieder nachfragen und selber neue Hinweise bei den eigentlich zuständigen Stellen wie AA, Krankenkasse usw. im Gespräch einwerfen muss, weil man sonst nicht wirklich brauchbar weiter kommt. Dafür muss man sich allerdings selber schon etwas auskennen, sonst ist man sozusagen ausgeliefert. Aber vielleicht täuscht mein Eindruck auch.

    Nun zu mir und meiner aktuellen Situation, durch die ich überhaupt gewissermaßen gezwungen bin, mich mit der Materie auseinander zu setzen. Denn vorher wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, dies zu tun:

    Sicherlich könnte ich die Dinge auch einfach laufen lassen, mich auf andere verlassen und darauf, dass schon alles irgendwie klappen und weitergehen wird und somit sehen, was am Ende dabei heraus kommt. Dafür bin ich aber nicht der Typ und außerdem denke ich quasi nicht für mich alleine, sondern trage Verantwortung in meinen anstehenden Entscheidungen auch für meine Frau und meine Kinder im Studium. Meine Frau arbeitet derzeit in Teilzeit. Ihr Bruttolohn betrug in 2015 rd. Euro 11.000 und in 2016 aufgrund von Mehrstunden in Teilzeit rd. Euro 17.000 und sie ist selbst gesetzlich pflichtversichert.
    Ich bin Anfang/Mitte 50. Der Bruttojahreslohn liegt bei etwa Euro 70.000. Ich bin freiwillig gesetzlich versichert und meine Kinder derzeit über mich familienversichert.

    Mir wurde vor ein paar Tagen ein Aufhebungsvertrag angeboten, mit dem das Anstellungsverhältnis auf Veranlassung meines AGs beendet werden soll.

    Konkret:
    Aktuell befinde ich mich in ungekündigtem Arbeitsverhältnis. Mein AG möchte dieses jedoch zum Jahresende 2017/1.Quartal 2018 unter Einhaltung der für mich maßgeblichen Kündigungsfrist beenden. Bis dahin soll außerdem das Ganze mit einer vorherigen und in dem Vertrag auch festgelegten „unwiderruflichen Freistellung“ unter Fortzahlung meiner Bezüge verbunden werden. Ich merke das hier an, weil ich in dem Zusammenhang von der neuesten Diskussion hinsichtlich längerer Freistellung in Bezug auf die Kalkulation des ALG aus Sicht der AA auf Ihrer Homepage gelesen habe. Es steht eine Abfindung in mittlerer 6stelliger Höhe im Raum. Fällig ist die Summe im Falle der Einmalzahlung an einem konkreten Datum. Reicht das so, oder sollte man zur Sicherheit noch eine Ergänzung vornehmen lassen, damit nicht früher und damit dann womöglich „steuerschädlich“ ausgezahlt würde. Und wie sollte das aus dem selben Grund zur Sicherheit bei Ratenzahlung ausgedrückt sein ? Daraus, also aus der Bruttoabfindung, kann ich auf Wunsch einen bestimmten, in gewissen Grenzen (Min./Max.) von mir gewünschten und festzulegenden, aber einmaligen Betrag als Zusatzbeitrag in meine schon laufende betriebliche Altersversorgung („Betriebsrente“) einstellen. Ich kann es aber auch komplett lassen. Die Abfindungssumme kann ich mir als Einmalbetrag oder aber ratierlich, in gleich bleibenden Jahresraten auszahlen lassen. Die Anzahl der Jahresraten wird individuell, längstens bis zum frühest möglichen Bezug gesetzlicher Altersrente bestimmt. Hiermit dürfte vermutlich das Alter 63 gemeint sein ?! Individuell heißt für mich, es muss nicht unbedingt bis zum frühest möglichen Bezug gesetzlicher Altersrente gestreckt werden, es ist aber möglich, da flexibel. Bei der ratierlichen Variante kommt die erste Jahresrate im Monat nach Beendigung des Anstellungsverhältnisses zur Auszahlung, die folgenden Jahresraten jeweils ein Jahr später zum gleichen Termin.

    Welche Empfehlungen können Sie mir geben, was das Thema Steuern angeht ? Bei einem Einmalbetrag: Termin/Fünftelregelung oder eher Jahresraten: wenn ja, aus steuerlicher Sicht wie verteilt und wie würden die Raten dann jährlich überhaupt steuerlich behandelt, da sie ja auf die eine Vereinbarung zurückgehen, aber erst danach über einen mehr oder weniger (je nach Entscheidung) längeren Zeitraum noch gezahlt würden. Und würden die einzelnen Jahresraten dann auch im Rahmen der Fünftelregelung besteuert (vermutlich nicht?) ? Zusätzliche Einkünfte: Kapitaleinkünfte; spielen die bei dieser Überlegung überhaupt eine Rolle oder wofür sollte man das im gesamten Kontext künftig im Auge behalten ? Und generell zur Steuer: Im letzten Gespräch wurde von der Personalerin auch mal kurz die Steuerklasse 6 in den Raum geworfen, aber unsicher und eher als Frage. Außerdem frage ich mich, ob eine Einzelveranlagung vor dem geschilderten Hintergrund sinnvoll ist ? Kirchensteuer ? Sollte ich die o.g. Möglichkeit nutzen und den Zusatzbeitrag in meine vorhandene „Betriebsrente“ aus der Abfindung einstellen und wenn ja, in welcher Höhe ? Außerdem zusätzlich z.B. Rürup-Rente/Multiplikatoreffekt der Fünftelregelung oder was anderes ?? Lohnt das grundsätzlich überhaupt ?

    Welche Auswirkungen hat das Ganze für die Zukunft im Hinblick auf die Berücksichtigung und Klärung von Sozialversicherungsfragen (neben den o.g. Fakten auch bezüglich meiner/unserer Weiterversicherung) ?

    Ich habe zu meinen Anfragen bei zwei verschiedenen Krankenkassen zwei verschiedene Auskünfte erhalten. Und zwar hat mir die Krankenkasse meiner Frau die Auskunft gegeben, dass die Abfindung sozialversicherungsfrei von mir zu vereinnahmen wäre und zwar egal ob diese als Einmalbetrag oder ratierlich wie oben geschildert zur Auszahlung kommt. Von meiner eigenen Krankenkasse steht die endgültige Antwort noch aus, als erste telefonische Antwort wurde mir aber gesagt, dass das zwar für den Einmalbetrag dort auch so wäre, bei Jahresraten aber „wahrscheinlich“ eher nicht, also dann auf die Jahresraten mit Beiträgen belastet. Das hat mich dann verwirrt und ich habe den Fall schriftlich zur Prüfung eingereicht und auch eine schriftliche Antwort erbeten. Wann ist eine Abfindung eine „beitragspflichtige“ Einnahme und wann nicht ?

    Mit der AA habe ich auch telefoniert und zwar mit der Leistungsberatung. Hier geht es mir darum, möglichst keine Sperre zu erhalten, was das ALG I angeht. Noch nicht beschäftigt habe ich mich mit den Fragen, wie lange würde das ALG überhaupt für mich und in welcher Höhe dann gezahlt und wann muss ich vor meinem geschilderten Hintergrund einen Antrag stellen oder sonst tätig werden ? Ich habe dort zunächst telefonisch und per Mail den Fall geschildert und werde voraussichtlich zusätzlich in der nächsten Woche einmal den Vertrag, der mir ja nun vorliegt, zwecks Prüfung an den zuständigen Sachbearbeiter geben. Was muss ich im Gespräch mit der AA noch wissen, welche Tipps gibt es ?

    Mein Plan ist nicht unbedingt, direkt eine neue Arbeitsstelle zu suchen/anzutreten. Im Gegenteil hätte ich zur Zeit große Lust, meine aktuelle Lage so anzugehen, wirklich als Privatier mein restliches Leben zu bestreiten. Weil das nicht so einfach daher gesagt werden sollte, sondern aus meiner Sicht schon auch ein ausgeklügelter Plan dahinter liegen muss, bin ich natürlich auch sehr empfänglich für Tipps, Ratschläge und Hinweise jeglicher Art, an die ich vielleicht noch nicht gedacht habe. Interessant sind in dem Zusammenhang z.B. auch solche Möglichkeiten wie Dispojahr, An- u. Abmelden bei AA (würden mir bei diesen beiden Varianten Ansprüche verloren gehen?), Einzelveranlagung, sollte ich ein „steuerliches Gegengewicht“ zu meinen Einnahmen aufbauen; macht das Sinn und wenn ja, wie ? Wie sollte ich vom Ablauf, auch was mein Alter angeht, hier weiter vorgehen ? Als Privatier im Hinblick auf Rentenversicherung und da auch künftiger Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ohne weitere Einzahlungen durch mich ? Den letzten Punkt als „Denkanstoß“ habe ich von dem Sachbearbeiter bei der GRV, wo ich kürzlich aufgrund meiner aktuell sich verändernden Situation auch schon gewesen bin. Weitere Tipps o.ä. hatte er bis auf meine noch offene Kontenklärung trotz grober Schilderung meiner neuen Lage allerdings leider nicht zu bieten.

    So, viel Text, viele Fragen – ich hoffe, nicht zu unverschämt und übertrieben, aber so denke ich halt im Moment aus verständlichen Gründen. Und ich befürchte, weitere Fragen werden sich mir noch auftun. Aber irgendwann und das vermutlich schon sehr bald, muss eine Entscheidung mit allen exakten und gut durchdachten Details stehen.

    Ich bedanke mich vorweg für’s Lesen und freue mich wirklich sehr auf konkrete, möglichst detaillierte und damit hilfreiche Kommentare. Danke !!

    • Puh…! Ich fühle mich erschlagen von dieser Fülle an Fragen!

      Seien Sie mir bitte nicht böse, wo Sie sich jetzt eine solche Mühe mit der ausführlichen Schilderung Ihrer Fragen gegeben haben, wenn ich mich nicht in der Lage sehe, auch nur eine halbwegs zufriedenstellende Antwort zu geben.

      Ich kann Ihre Unsicherheiten sehr (sehr!) gut nachempfinden, denn so ähnlich habe ich mich vor ca. 5-6 Jahren auch gefühlt. Plötzlich hat man gefühlte 100 Fragen, die auch noch voneinander abhängen. Dazu erhält man auch noch widersprüchliche Aussagen. Eigentlich unmöglich, diesen „gordischen Knoten“ aufzulösen.

      Aber genau aus diesem Grund habe ich Buch und Blog ins Leben gerufen: Nicht um eine klare Empfehlung zu geben, denn die wird bei jedem (wie Sie richtig erkannt habe) eine andere sein, sondern um die Möglichkeiten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen aufzuzeigen.

      Auch wenn die Zeit bis zu einer Entscheidungsfindung knapp ist, kann ich es Ihnen kaum ersparen, sich zuerst mit den einzelnen Gebieten (Vertrag, Steuern, Rente, KK/PV, etc.) zu befassen und danach abzuwägen, was für Sie der richtige Weg ist. Gerade im Bereich der Steuern wird man aber verschiedene Varianten nur ganz konkret anhand verschiedener Szenarien ausrechnen können.

      Ich weiß, eine solche Antwort muss für Sie mehr als unbefriedigend sein. Aber wie Sie ja hier inzwischen vielleicht schon festgestellt haben, gibt es bereits über 300 Beiträge, die zwar nicht alle themenrelevant sind, die ich aber trotzdem nicht alle für Ihre spezielle Situation durchdenken kann.

      Ich kann es Ihnen nicht ersparen, aber es gibt nur die beiden Möglichkeiten, die Sie auch schon selber erwähnt haben: Alles einfach laufen lassen (wird schon irgendwie gehen) oder sich intensiv mit der Materie zu beschäftigen und den richtigen Weg selber(!) suchen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Auch wenn es am Anfang unmöglich erscheint – andere haben das auch geschafft!

      • Danke für die Antwort. Für mich ist es zunächst wichtig, die Frage zu klären, ob es besser wäre, die Abfindung aus steuerlichen Gründen, wie aus Gründen der Sozialversicherung als Einmalbetrag oder ratierlich auszahlen zu lassen. Wie würden die beiden Varianten im Vergleich steuerlich bzw. für die Sozialversicherung behandelt ? Welche Vorteile/Nachteile ? Vielleicht können Sie mir oder jemand anders aus Erfahrung auf die Sprünge helfen ? Das wäre sehr nett ! Gruß Nick

      • Einmalzahlung bedeutet, dass man die volle Summe sofort zur Verfügung hat. Kann für jemand, der weiß, was er damit anfangen wird, von Vorteil sein. Manch einer ist damit überfordert und wäre mit einer monatlichen Zahlung besser bedient.
        Ratierliche Leistungen über einen langen Zeitraum bergen die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit (oder andere Probleme) des Arbeitgebers.

        Aber kommen wir zur steuerlichen Frage: Die Einmalzahlung hat wahrscheinlich die Fünftelregel zur Folge, die ratierliche Zahlung ganz sicher nicht. Die Fünfteregel wirkt dabei (ganz grob) steuerlich so, als wenn die Zahlung auf fünf Jahre verteilt worden wäre. Verteilt man sie daher selber über einen längeren Zeitraum, dürfte sich das daher steuerlich günstiger auswirken.

        Bei dieser groben Einschätzung sind aber die Effekte durch den Ehegatten. evtl. steuerliche Abzugsmöglichkeiten, Einzelverlagung, weitere Einkünfte usw. nicht berücksichtigt. Wer dies also genau wissen will, muss dies konkret ausrechnen, wobei ich solche Prognosen über einen evtl. Zeitraum von 10 Jahren für eher fragwürdig halte.

        Eine Einmalzahlung ist (nach Ablauf einer evtl. Ruhezeit) nicht sozialabgabenpflichtig. Bei einer ratierlichen Leistung wird man dies kaum verhindern können, da solche Zahlungen vom Charakter her sehr ähnlich einer Gehaltszahlung oder aber einer Betriebsrente/Altersvorsorge sind. Daher: Krankenkassenbeiträge!

        Ganz ohne Krankenkasse geht es aber ohnehin nicht. Bis zu einer Höhe von 425€/Monat an eignen Einkünften könnten Sie bei Ihrer Frau in die Familienversicherung. Darüber ist ohnehin ein eigener Vertrag fällig (mindestens ca. 180€/Monat).

        Über die Steuerklasse (6) bei der Abrechnung von Einmalzahlung/ratierliche Leistung würde ich mir vorab keine Gedanken machen. Dazu wäre u.U. eine Vereinbarung mit dem Ex-Ag erforderlich. Aber selbst wenn es zu einer Versteuerung nach Kl.6 käme, ist das zwar ärgerlich, aber am Ende kein Verlust. Die EkSt-Erklärung wird alles wieder ausgleichen.

        Also, Fazit: Entweder konkretes Ausrechnen anhand verschiedener Szenarien unter Einbeziehung von Wahrscheinlichkeiten, oder Entscheidung nach Gefühl.

        Gruß, Der Privatier

        • Lieben Dank, ich bleibe am Ball und melde mich wieder. Bis dahin freue ich mich über mögliche Ergänzungen und weitere Hilfestellungen. Gruß Nick

  72. Servus alle zusammen!
    Erstmal ein dickes Dankeschön an den Privatier und alle diejenigen, die hier ihr Wissen teilen.
    Ich habe Fragen zum Thema Übergangsgeld und Abfindungszahlungen im Zusammenhang mit der steuerlichen Bewertung.
    Meine Situation:
    Ich bin noch 4 Tage Angestellter einer großen deutschen Firma.
    Aktuell befinde ich mich noch in der Passivphase der Alterteilzeit. Das heißt, ich beende meine Angestelltenverhältniss im beidseitigen einvernehme. Ich bin vor kurzem 63 Jahre alt geworden (Infos nur am Rande).
    Wegen meiner langen Dienstzugehörigkeit und weil ich vor einem Stichtag eingestellt wurde, komme ich in den Genuss eines Übergangszuschusses der unmittelbar an mein letztes Gehalt für die nächsten 6 Monate ausgezahlt wird.
    ( d.h. letztes Gehalt am 28.02, erstes Übergangsgeld am 31.03).
    An diesem Übergangsgeld hängt zeitlich gesehen die arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente, welche ich mir in Raten auszahlen lassen möchte.
    Nächstes Jahr kommt die Abfindung zur Auszahlung welche steuerlich gesehen arbeitnehmerfinanziert ist. Das heißt, die Firma hat diese Abfindung brutto, also ohne steuerliche Abzüge oder Sozialleistungen in einem Investmentfond angelegt (Deferred Compensation).
    Meine Fragen:
    Wie wird der Übergangszuschuß steuerlich bewertet?
    Ist das ebenfalls eine Betriebsrente? Kann damit über den Gesamtbetrag des Übergangsgeldes + Betriebsrente als Einmalzahlung die Fünftelregelung zum Tragen kommen? Auf welcher Gesetzesgrundlage würde das basieren? Das wäre dann steuerlich optimal, bei nur 2 Gehaltszahlungenzahlungen im Januar und Februar.
    Wenn im nächsten Jahr dann die Abfindung ausgezahlt wird, ist dann auch für diese Einmalzahlung die Fünftelregelung (also ein zweites mal) möglich?
    Viele Grüße
    Gerhard

    • Es tut mir leid, aber dies ist ein Themenbereich, mit dem ich mich gaaar nicht auskenne. Schon der Begriff „Übergangsgeld“ war mir nicht bekannt.

      Kurzes Googeln sagt mir, dass ein Übergangsgeld entweder bei Beamten oder in Österreich vom Arbeitgeber bezahlt werden kann. Zu beiden kann ich nichts sagen.

      Das Einzige, was ich aus dieser Fragestellung beantworten kann, ist die Tatsache, dass die Fünftelregel durchaus auch mehrfach angewanft werden kann. Wenn denn die Bedingungen für jeden einzelnen Fall gegeben sind und es sich nicht um einer Aufteilung derselben Zahlung auf mehrere Jahre handelt. Dies wäre sogar eine Ausschluß-Bedingung für die Fünftelregel.

      Gruß, Der Privatier

      • Den Begriff des „Übergangsgeldes“ gibt es auch noch im Zusammenhang mit medizinischer Rehabilitation.

        Ich glaube, dass in sich in diesem Fall um einen betriebsinternen Ausdruck handelt. Es wirkt auf mich eher wie eine Überbrückungszeit, das heißt längere Zahlung von Gehalt.
        Ob es sich um eine Betriebsrente handelt, sollte die Personalabteilung beantworten können. Betriebsrenten sind meistens an den Renteneintritt gekoppelt. Dieser Termin wurde nicht genannt.

        Viele Grüße, Hardy

        • Danke an den Privatier und Hardy für die Antworten!
          @Hardy
          Renteneintritt stimmt insofern, als die Auszahlung des Übergangsgeld an das Renteneintrittsalter, hier 63 Jahre, gekoppelt ist. Ansonst ist es ein Besitzstand der an gewisse betriebliche Voraussetzungen gekoppelt ist, die ich eben noch erfülle.
          Das Forum hier ist mein letzer Versuch neben den nicht weiterführenden Standard-Antworten meiner Firma doch noch jemand zu finden, der ebenfalls dieses Übergangsgeld erhalten hat.

          Info zu meiner Firma: deutscher Elektrokonzern mit Sitz in München.

          Um es konkret zu machen, fallen in 2017 an:
          Gehalt für Januar und Februar: c.a. 2 x 5 TEUR = 10 TEUR Brutto
          Übergangsgeld März bis August: c.a. 6 x 7 TEUR = 42 TEUR Brutto
          Betriebsrente als Einmalzahlung im Mai: c.a. 75 TEUR
          Wenn jetzt Übergangsgeld + Einmalzahlung ZUSAMMENGENOMMEN unter die Fünftelregelung fallen, lohnt sich das ganze wirklich.
          Zählt das Übergangsgeld steuerlich gesehen zum Einkommen, was aber eigentlich nicht mehr sein kann, weil ich mich ja ab März 2017 nicht mehr im Angestelltenverhältniss befinde, dann macht auch die Fünftelregelung keinen Spaß mehr.
          Dann werde ich mir die Betriebsrente in mehreren Jahresraten auszahlen lassen, um der Progression zumindest etwas zu entgehen.

          • HI,
            ich komme wohl aus der gleichen Fa. und erinnere mich als ich vor der Entscheidung stand ATZ od. Transfergesellschaft oder Aufhebungsvertrag stand an das ATZ-Modell bei uns nur noch schwach. Ja – dort war in der BV der Begriff Übergangsgeld genannt. Normalerweise endet das ATZ-Modell mit dem Renteneintritt. Für diejeningen, die noch jünger waren und das ATZ-Modell vorher endete gab es dann das Übergangsgeld. So meine Erinnerungen. Ich denke HR wird das dann als regelmäßige Einkünfte melden. Aber diese Auskunft müßte doch bei HR erhältnlich sein. Oder sie stellen es als Arbeitslohn für mehrere Kalenderjahre ein bzw. Du schaffst es, dass es dort eingetragen wird. Das Du nicht mehr im Angestelltenverhältnis bist spielt da keine Rolle , denn die Betriebsrente kommt ja auch von der Fa.. Nur nicht mehr von HR sondern vom Pensionsservice aus Berlin. Da bekommst den bekannten Gehaltszettel wie bisher.
            Ich weiß nicht , ob heier jemand mitliest, der ganau auch unserer Fa. kommt, denn so glaube ich, hatten wir besondere Konstellationen.
            Überigens: Die Abfindung parallel zur Rente wird genauso spannend bzw. so denke ich nicht spannend für Dich.
            Ich hatte mich für den Aufhebungsvertrag mit Abfindung entschieden und den Zeitraum so gewählt , dass die Abfindung ins Dispojahr fiel (bei NULL Einkommen, also optimal).
            Gruß und gutes Gelingen.
            PS : Hast Du keinen Kontakt zu Kollegen mit gleichem Modell, bei dem Du mal in die Gehaltszettel schauen könntest….

  73. Hallo zusammen,
    wie kann ich die Steuern auf Abfindung (niedriger 6stelliger Betrag, 2 Jahresgehälter)
    und vor allem meinen nachfolgenden Vollzeitjob so optimieren, dass ich möglichst wenig Steuern zahlen muss? Abfindung Januar 2018.
    Meine Idee war, dass ich entweder statt Vollzeit auf 450€ arbeite und mir das übersteigende Gehalt erst im Jahr nach der Abfindung auszahlen lasse, oder ich arbeite nur für 16.000€ im Jahr und lasse mir die Differenz zum eigentlichen Gehalt in 2019 auszahlen.
    Ansonsten müsste ich insgesamt mehr Steuern zahlen, als ich in 2018 Brutto Vollzeit verdiene.
    Was meint ihr?

    • Hallo Matthias, deine Ideen klingen plausibel. Ziel ist grundsätzlich im Jahr der Abfindungszahlung wenig Einkommen und viele absetzbare Ausgaben zu generieren. Was bei mir jetzt letztendlich rausgekommen ist schildere ich gleich in einem neuen Thread. MfG, Feli

    • Oh! Die Frage muss ich irgendwie übersehen haben?! Sorry, war keine Absicht.

      Vielleicht erschienen mir auch nur die Ideen zu merkwürdig? Um ehrlich zu sein, überschaue ich auch die evtl. entstehenden Probleme und Nachteile nicht, die sich ergeben könnten, wenn man sich „übersteigendes Gehalt“ oder „Differenz zum eigentlichen Gehalt“ erst später auszahlen lässt.

      Ich habe eher den Eindruck, dass sich solche Vereinbarungen zumindest am Rande der Legalität bewegen. Wohlmöglich auch bereits jenseits davon.

      Also kurz: Ich würde so etwas nicht machen.

      Gruß, Der Privatier

  74. Werte Gemeinde, nun ist die Steuererklärung da und ich glaube, dank dieses hilfreichen Forums, möglichst viel erreicht zu haben. Die Daten:
    – Dispojahr im Oktober 2015 begonnen
    – Abfindung (6-stellig) im Januar 2016 erhalten, sonst keine Einnahmen
    – Arbeitslosmeldung für 1 Tag im September 2016 (An- und Abmeldung)
    – PKV Vorauszahlung für max 2,5 Jahre in 2016 (damit Vorsorgeaufwendungen ausgeschöpft)
    – GRV Nachzahlung nur Mindestbeiträge für 2016
    – Werbungskosten-Ausgaben maximiert
    Damit kam ich letztendlich auf eine Belastung von 21,4% bezugen auf die Brutto-Abfindung (bei Steuerkl. 1, ledig, mit 1 erwachsenen Kind)
    Es wäre schön mal von anderen Lesern den Vergleichswert zu erfahren.
    Nun bleiben mir zudem noch 2 Jahre um meinen 18-monatigen ALG-Anspruch anzumelden.

    Danke nochmals für diese tolle Seite.
    LG

    • Herzlichen Dank Feli für die Rückmeldung und die Zusammenfassung deiner Maßnahmen und Ergebnisse.

      Ich finde, das hört sich doch alles richtig gut an. Super!

      Ich glaube aber mit den Vergleichswerten wird das etwas schwierig. Denn sinnvoll vergleichen könnte man ja nur ähnliche Verhältnisse. Was bringt es, deine Zahlen z.B. mit meinen zu vergleichen, der ich nach Splittingtabelle versteuert worden bin (also verh.), aber ohne Kind? Außerdem hängt das Ergebnis wohl auch stark von der Höhe der Abfindung ab.

      Ich habe den Eindruck, Du hast da schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft und kannst mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Immerhin zahlt man als Lediger mit einem 6-stelligen Einkommen normalerweise 42% an Steuern. Da hast Du immerhin ganz grob gerechnet, die Hälfte gespart.

      Das kann man schon feiern. Herzlichen Glückwunsch!

      Gruß, Der Privatier

  75. Hallo,
    ich bin zum 30.6.2017 fristgemäß mit Abfindung aus meiner Firma ausgeschieden. Habe mich am 1.7.2017 arbeitslos gemeldet und muss mit einer Sperrzeiten rechnen. Die Abfindung soll in 07/2017 ausgezahlt werden und der Arbeitgeber möchte nun wissen, ob ich ihn als Hauptarbeitgeber (Steuerklasse III bisher) oder als Nebenarbeitgeber VI angeben will.
    Da ich noch keinen neuen Job habe und die Arbeitsagentur kein Arbeitgeber ist wäre Hauptarbeitgeber richtig, oder? Und wird die 1/5 Regelung automatisch angewandt?

    • Hallo Mel,

      unabhängig ob der AG die 1/5-Regelung anwendet oder nicht sehe ich Folgendes:
      Bei Steuerklasse VI wird der (Differenz-)Geldbetrag für ca. 9 bis 12 Monate beim FA „zwischengelagert“.
      Ob das gut oder schlecht für Sie ist, kann ich nicht beurteilen.
      Zu bedenken: falls Sie die Abfindung ins Jahr 2018 verschieben und dann in 2018 wieder einen Job haben, dann könnte die Abfindungsauszahlung in 07/2017 und kein weiteres Einkommen in 2017 besser sein …

      LG FÜR2012

    • Hallo Mel,

      das Arbeitslosengeld wird bei Dir nach Steuerklasse III berechnet; insofern ist die Arbeitsagentur der Hauptarbeitgeber.

      Viele Grüße, Hardy

    • Das ist jetzt keine Antwort auf meine Frage. Und ob das vorteilhafter wegen der Steuer wäre wage ich als Pauschalaussage zu bezweifeln. Wenn ich in 2018 mehr verdiene als in 2017 würde ich diese Aussage mal anzweifeln. Außerdem spielen bei der Steuerklärung ja noch andere Angaben eine Rolle.

  76. @Mel: Wie schon von anderen geschrieben, kann man die Fragen nicht so pauschal beantworten.

    Die Steuerklasse ist für das Jahresergebnis ohnehin ohne Belang. Dennoch würde ich sie so wählen, wie es den (voraussichtlichen) Tatsachen entspricht: Gibt es keinen neuen AG ab Juli/Aug., so würde ich mir die Abfindung nach Möglichkeit mit St.Kl.III auszahlen lassen. ISt jedoch ein neuer AG in Sicht (oder hat wohlmöglich bereits eine Anmeldung durchgeführt) wäre St.Kl.VI sicher der problemlosere Weg.

    Der AG „kann“ die Fünftelregel anwenden. Oftmals tut er dies aber nicht, weil ihm dazu die nötigen Informationen fehlen. Sprechen Sie daher ihren AG an und fragen Sie nach der geplanten Abrechnungsweise und welche Daten er von Ihnen benötigt, um die Fünftelregel anwenden zu können. Ansonsten nächstes Jahr mit der Steuererklärung (geht auch nicht automatisch 😉 )

    Gruß, Der Privatier

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