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Kap. 3.3.4: Abfindung und Steuern: Besonderheiten — 56 Kommentare

  1. Hallo,
    habe mal eine Frage. Ich bin zum 31.12.2015 gekündigt worden. Die Abfindung habe ich mir im Januar 2016 ausbezahlen lassen.
    Mein Jahreseinkommen 2015 war 53.000 Euro. Abfindung im Januar 2016: 150.000 Euro. Versteuert wurde es mit 1/5 Regelung. Ich beziehe ab Januar 2016 ALG I in Höhe von 1.500 Euro. Wenn ich das ganze Jahr ALG I beziehe, wird dann die Fünftelregelung angewandt?

    • Zunächst einmal muss ich mich entschuldigen, dass der Kommentar erst jetzt erscheint. Aber ein Blog wie dieser erhält ständig irgendwelche Spam-Kommentare, die ich nur noch per automatischer Filter zurückhalten kann.
      Manchmal sind diese Filter wohl etwas zu aggressiv und filtern auch Kommentare aus, die sie eigentlich durchlassen sollten. Tut mir leid!

      Aber nun zur Frage:
      Auch wenn Sie das ganze Jahr über ALG1 beziehen, hat das keine Auswirkung auf die Fünftelregel. Mit den vorliegenden Daten ist wohl auch eine Zusammenballung gegeben. Ich habe da also keine Bedenken.

      Allerdings kann sich der Bezug von ALG1 durchaus negativ auf die Höhe der Steuern auswirken. ALG1 selber ist zwar steuerfrei, wird aber unter Progressionsvorbehalt dennoch berücksichtigt. Es wird also in jedem Fall den Steuersatz erhöhen. Und das ist bei einer Abfindung meistens nicht „so schön“.

      Die Alternativen habe ich ja hier im Blog erläutert. In Ihrem Falle könnten Sie sich wieder abmelden bei der Agentur. Das muss man sich dann aber finanziell auch erlauben können und es muss in ein Gesamt-Konzept (Rentenansprüche, Krankenkasse, etc.) passen.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die beruhigende Antwort. Ich hatte zwischenzeitlich beim Finanzamt angerufen und die Dame sagte auch zu mir, dass die 1/5 Regelung Anwendung findet. Ich habe die Abfindung wegen der Steuer ja in das nächste Jahr verschieben lassen (d.h. Januar 2016). Wenn ich mich bei der Agentur abmelde dann muss ich die Krankenkasse (bin alleinstehend) selbst bezahlen.
        Dann Fehlen mir noch 9 Monate für die Anrechnung der Rente mit 63 ….
        Ich habe das auch schon überlegt aber der Hauptgrund ist eben die Krankenkasse. Vielen Dank nochmals
        Liebe Grüße, Vlasta

      • Es liegt mir fern, irgendjemand zu etwas überreden zu wollen – aber ich würde mir das noch einmal sehr gut überlegen!
        Oder besser: Durchrechnen (lassen)!

        Der Progressionseffekt von ALG (und anderen Leistungen) wird oft unterschätzt. Je nach Konstellation kann da „mal eben“ die Hälfte des ALG an Steuer anfallen (oder auch mehr). Und das ist nicht nur ärgerlich, das müssen Sie dann im Rahmen der Steuererklärung dann auch nachzahlen. Wenn man da nicht mit rechnet, kann das bitter sein.

        Freiwillige KV/PV/RV-Beiträge kosten (bei Minimal-Beiträgen) in der Summe ca. 3.000 Euro/Jahr. Und die können dann auch noch von der Steuer abgesetzt werden.

        Hier noch einmal ein Link zu einem älteren Kommentar zum Progressionsvorbehalt: „70% Steuern auf das Arbeitslosengeld„.

        Gruß, Der Privatier

  2. Hallo,
    wenn ich mich z.B. ab 1.5.2016 von der Argentur für Arbeit abmelde und eine Auszeit bis zum Jahresende nehmen, d.h. 8 Monate, kann ich danach dann wieder das ALG1 in voller Höhe und Dauer (24 Monate gesamt) beziehen? Das wäre natürlich eine Lösung, habe mit dem Elster Steuerprogramm einfach mal gerechnet, das wären 6.000 Euro Ersparnis der Steuer mit der Fünftelregelung.
    Ist der Gedanke korrekt? Oder habe ich da was vergessen?
    Lieben Gruß Vlasta

    • Wie schon gesagt: Der einmal festgestellte Anspruch behält seine Gültigkeit für bis zu vier Jahren. Und das bezieht sich sowohl auf die Höhe des ALG1, als auch auf die einmal festgestellte Gesamtdauer. Natürlich haben Sie immer nur noch auf den noch nicht in Anspruch genommenen Rest ein Anspruch.
      Und die Steuerersparnis, die Sie ausgerechnet haben, kann ich jetzt zwar nicht nachrechnen, hört sich für mich aber nicht überraschend an. Kann also gut sein.

      Den exakten Termin für die Abmeldung (und später für die Anmeldung) bei der Agentur würde ich mir noch einmal überlegen. Ich finde gerade die Rechtsgrundlage nicht, aber so viel ich weiß, zählen auch angefangene Monate als Beitragsmonate für die Rentenversicherung. Somit wäre es vielleicht von Vorteil, sich nicht am 30.4. abzumelden, sondern erst Anfang Mai.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Vlasta,

      leider fehlen hier ein paar Eckdaten, teilweise muss man daher für einen Rat mutmaßen.
      Ich gehe aufgrund der Angaben davon aus, dass bereits ab 1.01.2016 tatsächlich ALG 1 bezogen wird(Leistungsbescheid für 24 Monate), also keine Ruhe- und Sperrzeiten verhängt wurden.
      Offensichtlich bist Du auch schon vor ALG Bezugsbeginn 58 Jahre alt geworden, da 24 Monate ALG 1-Anspruch.
      Eine Abmeldung nach 3 oder 4 Monaten ALG 1 ist dann kein Problem,
      der Restanspurch von dann noch 20 oder 21 Monaten bleibt dann für 4 Jahre erhalten, Restlaufdauer sollte allerdings tunlichst nicht in die Rente ab 63 hineinreichen. Die fehlenden 9 Zählmonate für die Rente ab 63 sollten dann in der restl. ALG 1 Zeit erreicht werden können. Stand das so in der letzten Renteninformation, was noch an 35 Zählmonaten für langjährig Versicherte fehlt?
      Krankenkasse privat oder gesetzlich? Bei freiwilliger Weiterversicherung in der GKV -für Rest 2016-dürfte es nach den Angaben nach 3 oder 4 Monaten ALG 1 Bezug auch nur noch zu den Mindestbeträgen kommen, soweit wegen Nichteinhaltung der Kündigungsfrist nicht noch
      weitere Monate Ruhezeiten anfallen, vgl. § 158 SGB III. Sonst
      evtl. Abmeldung bei der AfA noch ein bisschen hinauszögern, bis nur noch der Mindestbetrag von ca. 170 EUR monatl. für KV/PflV anfällt. Aus steuerlichen Gründen hätte man hier zur optimalen
      Wirkung der 1/5tel Regelung am besten ein Dispojahr eingelegt, obwohl diese wg. der sonstigen Eckdaten (24 Monate ALG 1-Anspr. ohne Sperr- und Ruhezeiten) nicht erforderlich war.
      Empfehle Vorab-Kontaktaufnahme mit der KV.

      MfG

      • Hallo Ulli2000,
        ich habe ab Januar 2016 ALG1 bezogen ohne Sperrzeiten für 24 Monate. Werde Juni 2016 60 Jahre. Mir fehlen ab Januar 2016 noch 8 Monate für die langjährig versicherten Rente.
        4 habe ich bis Ende April sicher. Dann fehlen noch 4 Monate. Ich habe vor mich ab dem Januar oder Februar 2017 wieder Arbeitssuchend zu melden. Dann sind die 4 Monate auf jedenfall erreicht. Krankenkasse ist gesetztlich. Ich rufe da an und frage.
        Vielen Dank

  3. Vielen Dank für die schnelle Antwort, ich werde mal beim Arbeitsamt fragen und melde ich dann wieder.
    Gruß Vlasta

  4. Hallo Herr Privatier,
    wirklich toller Blog – Sie verfügen da über immenses Wissen. Ich bitte um einen knappen Ratschlag ihrerseits zu meiner Situation:
    – Abfindung zum 30.06.2016 erhalten (keine anderen Möglichkeiten) ca. 70.000 EUR
    – Normales Jahresbrutto bisher bei 73000
    – neues Jahresbrutto in meinem neuen Job (60000+5000 variabel, aber erst wohl in 2017)
    – es sind dieses Jahr neben der Abfindung bisher ca. 42.000 EUR brutto bereits im alten Job geflossen und es kommen ziemlich genau 30.000 EUR im neuen hinzu. Nächstes Jahr ist das Gehalt bei 60.000 + 5.000 voraussichtlich.

    Meine Fragen:
    Macht es Sinn, den neuen Arbeitgeber vielleicht um eine Verschiebung von Gehalt ins nächste Jahr zu bitten?
    Sehen Sie sonst eine Chance, etwas rauszuholen?
    (neben bAV, Rürup, Riester etc. ist bereits alles berücksichtigt, zudem Investitionen bei V&V in dieses Jahr verlagern, um hier ggf. ein negatives Einkommen zu erzielen, Spenden, Renovierung im Haushalt w/Handwerkerleistungen auf dieses Jahr verschieben, neuer Laptop dieses Jahr etc.)

    Ich freue mich – natürlich über unverbindliche – Rückmeldung.

  5. Danke für die lobenden Worte – aber ich fürchte, Sie haben sich selber bereits schon ein so umfangreiches Wissen angeeignet, dass ich kaum noch helfen kann.

    Sie haben ja schon eine ziemlich lange Liste von Steueroptimierungen aufgeführt, die Sie schon berücksichtigt haben, darunter auch die „Klassiker“ und recht effektiven Varianten der Einzahlung in eine Altersvorsorge. Und wenn Sie zudem die Möglichkeit haben, Investitionen für V&V und Handwerkerleistung im Haushalt vorzuziehen, sind das meist schon größere Summen, die sich lohnen.

    Sicher kann man immer noch weitere Investitionen (z.B. Fotovoltaik oder Kauf von weiteren Immobilien) überlegen, aber ob ich das rein aus steuerlicher Sicht machen würde, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.

    Wenn man ziemlich nahtlos einen neuen Job antreten kann, der auch noch in etwa ähnlich vergütet wird, kann man ja auch einfach einmal die Sichtweise ändern und sich nicht über die Steuern ärgern, sondern über das freuen, was trotzdem übrig bleibt! Ein schwacher Trost – ich weiß. Aber Ihre Liste ist einfach schon zu vollständig, als dass es da noch etwas Sinnvolles zu ergänzen gäbe.

    Das gilt auch für den Versuch, das Gehalt zu verschieben. Steuerlich würde das vielleicht einen Vorteil bringen, aber weitere Folgen auf z.B. Sozialversicherungen, etc. kann ich überhaupt nicht abschätzen und bin mir nicht einmal sicher, ob man das legal konstruiert bekommt. Ich würde das nicht versuchen.

    Ich habe den Eindruck, Sie haben schon recht ordentlich optimiert. Und irgendwo ist dann eben immer auch mal ein Ende.

    Gruß, Der Privatier

    • Guten Morgen,
      Vielen Dank für Ihre Rückmeldung – ich sehe das 100% auch so 🙂 ich freue mich definitiv über das was übrig bleibt, aber ein paar Überlegungen war es wert!

      Machen Sie weiter so, das was ich gelesen habe, war immer sehr objektiv!

  6. Hallo Herr Privatier,

    Finde diesen Blog sehr gelungen und möchten ihnen meine größte Anerkennung aussprechen, weiter so!
    Bin zum 31.12.2016 gekündigt worden. Abfindung soll im Januar 2017 ausgezahlt werden. Mein AG hat mich informiert
    das er die Auszahlung nach Steuerklasse 6 vornimmt, da zu diesem Zeitpunkt kein Arbeitsvertrag mehr besteht.
    Ab Januar2017 Alg 1 Bezug ca 1200€ für 12monate oder eventuell Abmeldung in erwägung gezogen.
    Jahresbrutto 2016 45000€, Abfindung 40000€.
    Meine Frage wäre jetzt, ist der Auszahlungstermin richtig gewählt wegen der Steuerklasse 6 oder ist Dezember2015
    besser und bekommt man zu viel bezahlte steuern zurück weil ja normal steuerklasse 1 da ich ledig bin.
    Für einen Rat von ihnen bin ich sehr dankbar.

    MFG Stefan

    • Die Frage ist schwierig zu beantworten. Nicht wegen der Steuerklasse 6 – das kann man erstens mit einer „netten“ Absprache verhindern und zweitens bekommt man die zu viel gezahlte Steuer nach EkSt.-Erklärung wieder zurück.
      Das Problem liegt eher in den Größenverhältnissen von Jahres-Brutto und Abfindung. Wenn ich nur die Zahlen nehme, die Sie mitgeteilt haben, ergibt sich bei einer Auszahlung im Jan.17 kein Anspruch auf die Fünftelregel. Im Dez.16 hingegen schon. Allerdings wäre bei einer Auszahlung im Dez.16 ihr Einkommen fast doppelt so hoch wie sonst. Bei Auszahlung im Jan.17 wäre es geringer. Wenn keine anderen Einkünfte hinzukommen.

      Und der letzte Satz ist entscheidend! Es hängt viel davon ab, ob und wie viel Sie im kommenden Jahr an weiteren Einkünften haben werden.
      Aber auch mit dieser Info kann man den besten Zeitpunkt wohl nur mit einer Vergleichsrechnung herausfinden (selber machen mit Steuerprogramm oder Steuerberater).

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Stefan,

      die Arbeitgeber machen die Abfrage der geltenden Steuerklasse über das ELStAM-Verfahren. Nur der „Hauptarbeitgeber“ darf auf die Steuerklassen 1-5 zugreifen.
      Dein AG setzt voraus, dass Du in 2017 ALG1 bekommen wirst; damit ist die Arbeitsagentur „Hauptarbeitgeber“. Für Deinen ehemaligen AG gilt damit Steuerklasse 6.
      Bei mir kam das Dispositionsjahr zum tragen. Mein ehemaliger AG hat sich von mir schriftlich bestätigen lassen, dass es keinen anderen AG geben wird und dann Steuerklasse 3 verwendet.

      Viele Grüße, Hardy

  7. Sehr geehrter Herr Privatier,

    gerne schliesse ich mich dem Lob meiner Vorgänger(innen)an.
    Meine Frage :
    Akzeptiert das Finanzamt eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31.12.2015, anschliessend Transfergesellschaft bis zum 31.12.2016 und
    Auszahlung der Abfindung im Januar 2017 nach Fünftelregelung mit voraussichtlich 0€ weiteren Einkünften im Jahr 2017 ?

    Danke im Voraus für Ihre Mühe und freundliche Grüße : Herr_Lehmann

    • Sie müssen unterscheiden zwischen der „Auszahlung“ nach Fünftelregel durch den Ex-AG und der „Anwendung“ der Fünftelregel bei der EkSt.-Erklärung.

      Zunächst einmal sind für beide gewisse Voraussetzungen zu erfüllen, insbesondere die Zusammenballung der Einkünfte. Sind diese gegeben, bestehen aus Steuer-Sicht keine Bedenken.

      Um die Fünftelregel bereits bei der Auszahlung wirken zu lassen, fehlen dem AG oft wichtige Informationen. Sprechen Sie dazu frühzeitig die Personalabteilung an und stimmen Sie die Auszahlungsmodalitäten (Steuerklasse u. Fünftelregel) im Vorfeld ab. Fragen Sie, welche Angaben, Bestätigungen, Erklärungen Ihr AG haben möchte, damit er die Fünftelregel anwenden kann.

      Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Privatier,
    vielen Dank für die prompte Auskunft.
    Die Zusammenballung ist gegeben, bez. Fünftelregelung meinte ich die steuerliche Betrachtung. Und ich werde mich entsprechend an die Personalabteilung wenden.
    Freundliche Grüße : Herr_Lehmann

  9. Hallo Privatier,
    wollte mich wieder mal melden und meinen jetzigen Stand kommentieren und ich habe noch neue Fragen. Hier nochmal kurz zum 1. Beitrag von mir:
    vlasta sagte am 29.Feb.2016 um 03:38 :
    Hallo, habe mal eine Frage. Ich bin zum 31.12.2015 gekündigt worden. Die Abfindung habe ich mir im Januar 2016 ausbezahlen lassen. Mein Jahreseinkommen 2015 war 53.000 Euro. Abfindung im Januar 2016: 150.000 Euro. Versteuert wurde es mit 1/5 Regelung. Ich beziehe ab Januar 2016 ALG I in Höhe von 1.500 Euro. Wenn ich das ganze Jahr ALG I beziehe, wird dann die Fünftelregelung angewandt?

    Fünftelregelung: findet an Anwendung
    Abfindung ins Folgejahr verschoben: ja (Januar 2016)
    ALG 1 bezogen von Januar-März 2016, ab April bis Dezember 2016 keine Einkünfte.
    Habe mich ab Januar 2017 wieder arbeitslos gemeldet, Bescheid kam in Ordnung.
    So und nun die Neuerung und meine Frage:
    Habe am 6.6.2016 geheiratet und bin seit Juni 2016 bei meinem Mann krankenversichert. Wie soll ich nun die Steuer 2016 machen? Zusammenveranlagung oder getrennte Veranlagung?
    Mein Mann hat ein Einkommen 2016 in Höhe von ca. 40.000 Euro im Jahr.
    Mein Arbeitslosengeld die 3 Monate 4.500 Euro
    Meine Abfindung (die ins nächste Jahr verschoben wurde) 150.000 Euro.
    Vielen Dank

    • Meinen Glückwunsch zur Hochzeit! Und zu den bisher anscheinend positiv verlaufenen Vorhaben.

      Zur Frage der gemeinsamen/getrennten Veranlagung kann ich nur sagen, dass es sehr vernünftig ist, sich diese Frage zu stellen. Beantworten kann ich sie leider nicht. Das wird wohl auch kaum einer machen können, ohne dies vorher einmal durchzurechnen. Und genau das wäre dann eben auch mein Rat: Beide Varianten einmal durchrechnen!

      Das kann man mit einem (kostenpflichtigen) Steuerprogramm machen oder auch mit der kostenlosten Elster-Software. Wer sich das selber nicht zutraut, sollte einen Steuerberater fragen. Diesen aber um eine schriftliche Aufstellung der beiden Varianten bitten und nicht etwa nur eine Aussage wie „… das lohnt sich nicht“ akzeptieren.

      Ohne konkrete und möglichst detaillierte Rechnung lässt sich das seriös kaum vorhersagen. Man kann allerdings sagen, dass man eine solche Prüfung und Gegenüberstellung immer in Betracht ziehen sollte, wenn es besondere Situationen im Einkommensverlauf und Verhältnis der beiden Ehepartner gibt. Und Arbeitslosigkeit und Abfindung gehören definitiv zu den „besonderen Situationen“.

      Mehr dazu habe ich auch in meinem Beitrag über „Die Einzelveranlagung“ geschrieben.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Vlasta,

        diese Situation sollte man, wie Privatier schon sagt, berechnen. Es könnte aber gut sein, dass Einzelveranlagung herauskommt.
        Für die Versteuerung der Abfindung, die in Januar 2016 gezahlt wurde, ist bei der Fünftelungsregelung das restliche Einkommen wichtig, das die Abfindung in der Progression nach oben schiebt.
        Bei der Zusammenveranlagung ist das (40.000,- + 3 * ALG1) / 2.
        Bei der Einzelveranlagung ist es 3 * ALG1.

        Wenn Du aber ab Januar 2017 wieder ALG1 bekommst, solltest Du Deine Steuerklasse für 2017 überprüfen.

        Viele Grüße, Hardy

        • „…solltest Du Deine Steuerklasse für 2017 überprüfen.“

          Sehr guter Hinweis!! Der Arbeitlose sollte immer die Steuerklasse wählen, die das höhere Netto-Einkommen verspricht.
          Denn: ALG1 wird auf Basis eines fiktiven Netto-Gehaltes berechnet. Der andere Ehe-Partner muss dann zwar u.U. deutlich mehr Steuern zahlen, diese gibt es aber im Rahmen der EkSt.-Erklärung später zurück.

          Gruß, Der Privatier

        • Hallo Hardy,
          ich sollte dann also die Steuerklasse 3 wählen?
          Ich habe das mals grob durchgerechnet (wenns richtig war) kommen ca. 1000 Euro Ersparnis im Jahr raus.
          40.000 Euro Einkommen und mein ALG1 in Höhe von 1.500 Euro, jetzt mit Steuerklasse 4, mit Steuerklasse 3 wären es dann ca. 1700 Euro.

          • Hallo Vlasta,

            200,- € mehr ALG1 sind 2400,- € in der Tasche.

            Dein Mann würde mit Steuerklasse 5 mehr Abzüge haben, also weniger Netto im laufenden Monat. Was er über das Jahr mehr an Steuern zahlt, bekommt er über die Steuererklärung zurück.

            Allerdings weiß ich nicht, ob Du die Steuerklasse bis Januar noch geändert bekommst und wie die Arbeitsagentur darauf reagiert.

            Viele Grüße, Hardy

          • Was Hardy schreibt, trifft genau den Punkt. Vollständig richtig.

            Ergänzend könnte man vielleicht noch, dass natürlich durch das höhere ALG1 und den Effekt des Progressionsvorbehaltes insgesamt auch eine etwas höhere Steuerbalstung (bei gemeinsamer Veranlagung) entsteht. Aber das ist halt so: Wer mehr „verdient“, zahlt auch mehr Steuern.

            Und dann kommt dann eben auch wieder die Einzelveranlagung ins Spiel…

            Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort, werde das mal entweder mit der Elster-Software oder dann eben mit einem Steuerberater klären. Melde mich wieder.
        Gruß Vlasta

  10. Hallo Privatier,
    Hallo Hardy,
    habe mit Arbeitsagentur gesprochen, ich kann die Steuerklasse 3 für 2017 wählen ist meine Entscheidung, aber die können mein Arbeitslosengeld in der Steuerklasse 4 weiter berechnen, es wird dann geprüft werden. Es ist für das Arbeitsamt „eine ungünstige Steuerklassenwahl“ sagen die. Ich denke ich habe dadurch keinen Vorteil. Für 2016 werde ich auf jeden Fall die „Einzelveranlagung“ wählen, habe das mit einem Steuerprogramm durchgerechnet. Vielen Dank und falls ich was übersehen habe….. bin für Hilfe immer dankbar.
    Gruß Vlasta

    • Also, ich habe das gerade einmal überprüft. Die Aussichten für einen Vorteil durch den nachträglichen Steuerklassenwechsel sind schlecht!

      Ausschlaggebend ist hier §153 SGB III und der sagt aus, dass grundsätzlich immer diejenige Steuerklasse zugrunde gelegt wird, die zu Beginn des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, als Lohnsteuermerkmal festgelegt war.

      Nachträgliche Änderungen sind zwar möglich, aber nur dann, wenn die Steuerklassen auch den Einkommensverhältnissen entsprechen (also Kl.3 für den höherverdienenden) oder wenn dadurch der Leistungsanspruch sinkt.

      Von daher macht eine Änderung wohl keinen Sinn bzw. würde sich für das kommende Jahr für das laufende Nettoeinkommen negativ auswirken. Ich würde es daher nicht machen!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        ich danke Ihnen sehr für die schnelle Antwort. Sie haben mir insgesamt sehr geholfen. Dadurch konnte ich schon einige Euros sparen (pausieren in 2016, Einzelveranlagung). Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie schöne Weihnachten und ein gesundes neues Jahr. Vielen Dank nochmal
        Gruß Vlasta

        • Hallo Herr Privatier,
          habe heute die Steuer 2016 erhalten, alles so gelaufen wie von Ihnen vorgeschlagen, vielen Dank nochmals
          Liebe Grüße Vlasta

  11. Hallo Privatier,

    bin auf Ihre wirklich sehr informative Seite gestoßen. Ein Thema kann ich nirgends im Netz finden und hoffe daher hier auf Hinweise:
    Der Fall: Ehegatte 1 und Ehegatte 2 scheiden im Jahr 2017 aus. Abfindung Ehegatte 1 wird im Jahr 2018 ausgezahlt, Abfindung Ehegatte 2 im Jahr 2019. Die Abfindungsbeträge liegen jeweils deutlich über einem Jahresgeahlt.
    Gibt es hier besondere Regelungen bzgl. Fünftelregelung zu beachten, da
    – Verschiebung einer Abfindung ins ÜBERnächste Jahr
    – jeweils 2018 und 2019 eine Abfindung mit Fünftelregelung und möglichst Zusammenveranlagung.
    Man findet jede Menge Informationen, aber leider nichts zu 2x Abfindung.

    • Nun – man findet wahrscheinlich deshalb nichts, weil es da keine besonderen Regeln gibt. Mir sind jedenfalls auch keine bekannt.

      Auch zu einer Verschiebung einer Abfindung ins übernächste Jahr kann ich leider nichts sagen. Verschiebungen sind zwar grundsätzlich kein Problem, aber ob dies ohne irgendwelche Grenzen funktioniert? Da bin ich auch überfragt.

      Ich denke, hier wäre ein Gang zum Steuerberater zu empfehlen. Dies wäre ohnehin nötig, denn schon für die Frage ob nun eine Einzel- oder Zusammen-Veranlagung die jeweils richtige Entscheidung ist, wäre eine konkrete Rechnung erforderlich.

      Tut mir leid, dass ich dazu nicht mehr sagen kann.

      Gruß, Der Privatier

  12. Sehr geehrter Privatier,
    mein regulärer Renteneintritt wäre der Januar 2019.
    Mit meinem Arbeitgeber, bei dem ich 36 Jahre beschäftigt bin,habe ich zum 1.10.2017 eine Aufhebungsvereinbarung mit einer Abfindungssumme unterschrieben, es handelt sich also nicht um eine Kündigung.
    Die Abfindung in Höhe meines bisherigen Bruttogehalts über 15 Monate wird im Januar 2018 ausgezahlt. Zusätzlich werde ich in 2018 nach sechs Monaten Sperrzeit Arbeitslosengeld von 20.000 erhalten.
    Ich habe die Auflösung aus gesundheitlichen Gründen am Arbeitsplatz (Attest liegt vor) unterschrieben.
    Trifft für mich die Fünftelregelung zu?

    • Hallo,

      wenn in der Aufhebungsvereinbarung steht, dass diese aus gesundheitlichen Gründen geschlossen wird und es im Unternehmen keinen der gesundheitlichen Situation angepassten Arbeitsplatz gibt, auf den Du wechseln könntest, könnte es ein, dass keine Sperrfristen entstehen. Bitte mal überprüfen.

      Viele Grüße, Hardy

    • Ich würde mir hier weniger Sorgen um die Fünftelregel machen. Wenn da keine besonderen Merkwürdigkeiten vorliegen, sehe ich keinen Grund warum die nicht angewendet werden sollte. Hauptkriterium ist in der Regel nur, dass im Jahr der Abfindungszahlung das Einkommen insgesamt höher ist, als es bei Weiterführung des Arbeitsverhältnisses gewesen wäre (Zusammenballung).

      Ich würde mich eher darauf konzentrieren, ob die Sperre nicht vermieden werden kann. Wie schon von Hardy angesprochen, darf eine Sperre nämlich dann nicht verhängt werden, wenn es „besondere Gründe“ für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab. Diese nachzuweisen und die Agentur zu überzeugen, dürfte nicht einfach sein. Aber lohnenswert. Leider gibt es aber wohl keine festen Regeln und es bleibt immer ein gewisser Ermessensspielraum.

      Viel Erfolg und Gruß, Der Privatier

  13. Hallo Privatier,
    seit 2 Tagen lese ich Ihren informativen Blog mit Begeisterung. Ich habe eine kurze Frage zu meiner aktuellen Situation. Ich verdiene ca. € 90.000,00 im Jahr und habe jetzt das Angebot mit einer Abfindung von € 82.500,00 auszusteigen. Die Kündigungsfrist beträgt eigentlich 7 Monate, ich kann mein Ausscheiden aber mitbestimmen. Würde ich jetzt zum 31.12.17 unterschreiben und das Geld im Januar bekommen, kommt die Fünftel Reglung nicht zum Tragen. Ich könnte das Geld auch noch im Dezember ausgezahlt bekommen, dann wäre aber wohl mein Brutto viel zu hoch. Ichkönnte auch bis Ende April 2018 arbeiten, d.h. Gehalt bis Ende April und dann die Abfindung. Würde dann die Fünftel Regelung eintreten ? Ich plane danach ein Dispo Jahr, hätte also keine weiteren Einkünfte. Alternativ kann ich noch die ATZ Variante wählen, dann müßte ich bis Ende 2018 arbeiten. Was raten Sie mir ?

    • Hallo Landlady,

      dafür, dass Sie erst seit 2 Tagen hier mitlesen, haben Sie wohl schon die wichtigsten Dinge richtig erfasst.

      Von daher ist es wohl richtig, dass bei Vertragsende Ende 2017 und Zahlung der Abfindung in 2018 (bei sonst keinen weiteren Einkünften) mit den vorliegenden Zahlen die Voraussetzung der Zusammenballung für die Anwendung der Fünftelregel fehlen würde.

      Eine Zahlung der Abfindung noch in 2017 wäre aufgrund des dann recht hohen Bruttogehaltes wohl auch eher suboptimal.

      Von daher halte ich von den hier angesprochenen Varianten eine Beschäftigung bis Ende April 2018 und anschließender Zahlung der Abfindung für eine gute Lösung. Damit läge nämlich eine Zusammenballung vor und die Fünftelregel käme zur Anwendung.

      Außerdem (wenn Sie sich beeilen!) könnten Sie auch noch die Kündigungsfrist schaffen. Und wenn das irgendwie möglich ist, sollten Sie darauf achten. Ist später für die Krankenkasse besser.
      Und – besser keine Freistellung vereinbaren. Zumindest keine unwiderrufliche.

      Zur ATZ-Variante möchte ich nichts schreiben. Das wäre Äpfel mit Birnen vergleichen, außerdem müsste man dann die genauen Bedingungen kennen.

      Gruß, Der Privatier

  14. Hallo Privatier,
    vielen Dank für die superschnelle Antwort !
    In diese Richtung tendiere ich auch, zumal die Firma auch bereit ist mir ein Sonderkündigungsrecht einzuräumen und nicht auf den 7 Monaten zu bestehen. Ich könnte auch schon Ende Februar oder Ende März ausscheiden. Ich will mein Brutto auch nicht unnötig in die Höhe treiben, ich denke das wirkt sich ungünstig bei der Berechnung der Fünftel Regelung aus, oder ? Eine Freistellung kommt für mich nicht in Frage.
    Bei der Krankenkasse meinen Sie sicher die Beitragshöhe während des Dispo Jahres, oder ? Ich bin jetzt freiwillig gesetzlich versichert und müßte die zukünftige Beitragshöhe erfragen, oder kann ich mich bei meinem Mann mitversichern ?

    • Lesen Sie bitte einmal die in meiner ersten Antwort verlinkten Beiträge, darin sollten die Fragen zur Krankenversicherung, Kündigungsfrist, Familienversicherung erklärt sein. Falls nicht, gibt es dort aber wieder weitere Links… (ein bisschen Lesen wird wohl doch noch nötig sein… 😉 )

      Gruß, Der Privatier

  15. Hallo Privatier,
    mir wurde vom Steuerberater gesagt, dass nach Steuerklasse 6 (anstatt 1) zu versteuern ist, wenn die Auszahlung der Abfindung nach dem Beendigungszeitpunkt liegt, was in der Regel ja der Fall ist, wenn man die Abfindung auf Jan. des Folgejahres schieben will/kann.
    Meine Frage: Stimmt das ? Welche Erfahrungen gibt es hierzu ?
    Vielen Dank

  16. hi hab auch eine frage ,bin am 23.05.2018 dann 54 Jahre alt , und habe krankheitsbedingt einen Auflösungsvertrag
    unterschrieben der ab 1 Juli
    2018
    mit einer Abfindung von 240000 euro Brutto
    auf 6 Jahre
    ausgezahlt wird ,hab ein brutto Einkommen
    von ca 62000 euro was bleibt mir bei einer 40000 Brutto
    Auszahlung im Jahr
    Gruß Ralf

    • Eine Abfindung, die über mehrere Jahre verteilt wird, erfährt keine steuerlichen Vergünstigunen (keine Fünftelregel). Sie wird somit wie „normales“ Gehalt versteuert. Ebenso dürfte die Krankenkasse die Zahlungen wahrscheinlich als eine Art Versorgungsbezüge einstufen und damit auch normale Beiträge für KV/PV fällig werden. Für Beiträge zur RV und ALV hingegen sehe ich keine Begründung.

      Für eine grobe Abschätzung würde ich einen Brutto/Netto-Rechner empfehlen und dabei ggfs. die Beiträge zur RV/ALV weglassen.

      Gruß, Der Privatier

  17. Wow, was für ein enormer Wissensschatz einem hier geballt zur Verfügung gestellt wird!

    Daher versuche ich diesen auch für meinen aktuellen Fall zu nutzen:

    Alter 49 Jahre, Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017 mit Abfindungszahlung auf Basis der 1/5 Regelung zum 31.01.2018 in Höhe von ca. 397 Tsd. € und Sonderzahlung zum 01.05.2018 von ca. 5 Tsd. €. Jahresbrutto 2017: 97 Tsd. €. Ich plane zum Sommer 2018 die Aufnahme einer selbstständigen Arbeit, wobei ich hier die Erlöse im Jahre 2018 auch noch gegen 0 halten könnte.

    Arbeitssuchend melden am 03.12.2017 (Tag nach der Unterschrift) und Arbeitslosigkeitsmeldung zum 02.01.2018, anschließend kurzfristig wieder abmelden und die Sozialversicherungen bis zur Aufnahme der Selbstständigkeit selber bezahlen.

    Ist die Strategie bis hierhin aus Ihrer Sicht (aus steuerlichen Gründen) richtig?

    Können Sie mir sagen wie viel Steuern damit zu sparen sind (mein Steuerberater war hier nicht sicher) und wie hoch die maximal minimalsten Sozialversicherungen sind?

    Meine angestrebte Selbstständigkeit erfordert auch den Kauf eines Gebäudes und diverse Umbauten, kann ich diese als Vorbereitung für die Selbstständigkeit im Jahr 2018 steuerlich gelten machen?

    Vielen Dank im voraus und schöne Grüße aus Mannheim

    Patrick

    • Zunächst einmal Glückwunsch zu dieser stattlichen Abfindung, die nicht nur von ihrer absoluten Höhe, sondern insbesondere im Verhältnis zum normalen Jahresgehalt und zum Alter schon außergewöhnlich hoch ist!

      Die Höhe hat allerdings auch den Nachteil, dass sich manche Vergünstigungen oder Optimierungen nicht mehr oder nicht so deutlich auswirken. Es ist aber trotzdem sicher immer eine gute Idee, im Jahr der Abfindungszahlung so wenig wie möglich weitere Einkünfte zu erzielen, bzw. diese mit Verlusten zu drücken.

      Von daher ist die Strategie in Ordnung. Man könnte sie ggfs. noch durch ein Dispojahr oder eine Einzahlung in die Altersvorsorge verbessern, aber so etwas hängt auch immer von der weiteren Lebensplanung ab. Konkrete Summen für eine Steuerersparnis kann ich Ihnen nicht nennen. So etwas müsste man dann mit allen anderen Angaben einmal durchrechnen.

      „Wissen“ muss ein Steuerberater so etwas daher auch nicht. Es sollte es aber ausrechnen können. Kann er das auch nicht, würde ich mir schnellstens einen anderen suchen.

      Bei Ihren Angaben ist davon auszugehen, dass die Kündigungszeiten nicht eingehalten wurden. Sie müssen daher davon augehen, dass Sie von der Agentur für Arbeit sowohl eine Sperre, als auch eine Ruhezeit verordnet bekommen. Wenn ich allerdings Ihre Zukunftspläne sehe, so werden Sie die Leistungen der Agentur ohnehin nicht in Anspruch nehmen wollen/können. Auch nicht im Jahr nach der Abfindung.

      Die Ruhezeit hat aber Auswirkungen auf die Krankenversicherung. Sind Sie privat versichert, ändert sich für Sie nichts. Sind Sie gesetzlich versichert, zahlen Sie für die Dauer der Ruhezeit den Höchstbeitrag. Rechnen Sie für 2018 mal mit ca. 800€/Monat. Wenn Sie danach keine weiteren Einkünfte haben, zahlen Sie den Mindestbeitrag. Dieser dürfte bei knapp 200€/Monat liegen.

      Nur die Krankenkasse ist Pflicht. Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung sind freiwillig.

      Die Ausgaben im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit können dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn es sich nicht um Investitionen handelt, die über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden müssen, wie z.B. der Kaufpreis eines Gebäudes. Die Kaufnebenkosten hingegen schon. Zur genauen Abgrenzung müssten Sie dann Ihren Steuerberater fragen. Aber auch hier natürlich: So viel wie möglich in 2018 realisieren. Evtl. können auch für später geplante Investitionen vorab geltend gemacht werden. Sprechen SIe einmal den Investitionskostenabzugsbetrag an.

      Ansonsten möchte ich auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass die Vorschläge, Ideen und Strategien, die hier vorgestellt werden, sich in erster Linie an angehende Privatiers richten. Für jemand, der den Einstieg in eine Selbstständigkeit plant, die deutlich mehr als ein bezahltes Hobby oder einen kleinen Nebenerwerb darstellt, mögen diese Ausführungen u.U. nicht passen.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank, ich bin mit der Höhe auch sehr zufrieden 🙂 Und auch wenn Ihre Vorschläge und Ideen eher in die Richtung eines Privatiers gehen, was (leider) in meinem Alter und Vermögenslage noch nicht möglich ist, finde ich diese schon sehr Informativ und kann trotzdem sehr viel lernen bzw. für mich gebrauchen – DANKE!

        Ja, ich rechne ebenfalls mit einer Sperrzeit von 6 Monaten, da ich den Aufhebungsvertrag 1 Monat vor dem Beenden des Arbeitsverhältnisses unterschreibe, aber nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit 7 Monate Kündigungsfrist (aus Sicht des Arbeitgebers) hätte. Die Ruhezeit sollte eigentlich ebenfalls 6 Monate dauern. Die gesetzlichen Kranken/Pflegeversicherungskosten sehe ich in den ersten 6 Monaten bei max. 800 Euro pro Monat und danach entsprechend niedriger, aber die Krankenkassenkosten sind ja auch steuerlich absetzbar.

        Sollte sich der Einstieg in die Selbstständigkeit weiter nach hinten verschieben (ggf. erst in 2019), plane ich mich kurz vor dem Ablauf der Sperr/Ruhezeit (6 Monate) beim Arbeitsamt abzumelden, so dass sich die Steuerbelastung der Abfindung durch das Arbeitslosengeld ab dem 7ten Monat nicht weiter erhöht. Die Krankenkassenkosten sollten dann ja bei ca. 200 Euro liegen. Leider habe ich erfahren, dass ich in der Sperr- und Ruhezeit zwar kein Geld vom Arbeitsamt bekomme, aber trotzdem den Vermittlungs- und Bewerbungswahnsinn über mich ergehen lassen muss, was ich eigentlich vermeiden möchte. Ich möchte mich ja selbstständig machen.

        Alternativ überlege ich Ihren Weg zu gehen: mich am 02.01.2018 arbeitslos zu melden und mich kurz danach wieder abzumelden. Geld sollte selbst bei einer Bearbeitungsdauer von 2 Monaten keines fließen, da ich ja eine 6-monatige Sperr/Ruhezeit erwarte und aufgrund der sehr hohen Abfindung und Steuerlast zusätzliche Zahlungen in 2018 vermeiden möchte.

        Schöne Grüße zum Sonntagabend
        Patrick

        • Wenn ich da mal kurz einhaken darf. Aufgrund der Schilderungen würde ich, wie der Privatier in seiner Antwort – dritter Absatz – von heute Vormittag, bereits empfohlen hat, hier im Forum den Unterschied zwischen An-/Abmelden und Dispojahr (nochmals?)lesen. Vielleicht ist letzteres hier doch sinnvoller?

        • Da sind in dem Verständnis ein paar kleine Fehler drin, auf die ich hinweisen möchte:

          * Eine Sperrzeit wird wg. der Aufgabe des Beschäftigungsverhältnisses verhängt und beträgt 12 Wochen. Das ist unabhängig von Fristen und Abfindung.
          * Eine Ruhezeit wird nur wg. der Abfindung verhängt. Sie läuft max. so lange, wie die normale Kündigungsfrist gedauert hätte.
          * Man muss während der Sperr-/Ruhezeit nicht bei der Agentur gemeldet sein. Wer sich nur kurz anmeldet und dann wieder abmeldet, hat dann auch keine Verpflichtungen mehr.

          Gruß, Der Privatier

  18. Hallo Herr Privatier,
    Ich bin auf der Suche nach Praxiserfahrung wie steuerlich mit dem resturlaub angegangen wird – vom Steuerberater habe ich die Aussage „es kommt darauf an ob es als zusammenhängend“ über mehrer Jahre Angespaart angesehen wird. Wäre hier die Regel wenn der Resturlaub größer ist als der Jahresurlaub dann müßte man davon ausgegangen werden das es über mehrer Jahre angesammelt wurde? Was ich aber bei Steuernetz.de gefunden habe wurde die initiale Aussage widersprechen: http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-16916.xhtml?currentModule=home „Gehaltsansprüche, die die Zeit vor der Vertragsauflösung“ Vorab danke fürs Feedback, Beste Grüße Entrepreneur2Privatier

    • Da wird der Steuerberater wohl richtig liegen. Denn bei einer „normalen“ Resturlaubsabgeltung ist die Sache eigentlich klar: Das sind Ansprüche, die vor der Zeit der Vertragsauflösung entstanden sind, gehören daher nicht zur Abfindung und sind somit auch nicht steuerbegünstigt.

      Andererseits kann die Fünftelregel aber durchaus angewandt werden, wenn Arbeitslohn oder Entschädigungen für mehrere Kalenderjahre (mind. 2) in einer Summe ausgezahlt werden. Insofern könnte man einen Urlaubsanspruch, der über den normalen Jahresurlaub hinausgeht durchaus als eine solche Entschädigung für mehrere Jahre ansehen.

      Aber ob das die Finanzverwaltung genau so sieht, kann ich bei bestem Willen nicht sagen. Da wäre der Steuerberater sicher der bessere Ansprechpartner!

      Gruß, Der Privatier

    • Sehr schön! Jetzt muss nur das Finanzamt das noch genau so sehen…

      Ich würde allerdings darauf achten, dass die beiden Punkte (Abfindung und Urlaubsabgeltung) sauber getrennt aufgelistet werden. Und zwar im Vertrag und in der Abrechnung.

      Gruß, Der Privatier

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