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Kap. 3.7: Vorsicht: Falle bei Verschiebung der Abfindung — 73 Kommentare

  1. Oh ja, genau diese Angst hatte ich damals auch, als ich die Vereinbarung mit der Zahlung im Januar des Folgejahres getroffen hatte. Was, wenn plötzlich eine Vertretung in der Personalabteilung sitzt und sich „vertut“ und die Zahlung im Dezember anweist, weil ihr die Tragweite nicht bekannt ist? Hatte darüber mit meinem Personaler gesprochen und wir haben es dann so formuliert, dass es definitiv im Januar gezahlt werden muss! LG Tina.

    • Kompliment Tina! Da hätte ich im Traum nicht dran gedacht.

      Allerdings hatte ich bei meinem Ex-Arbeitgeber auch immer den Eindruck, dass man sehr gut weiß, was man tut und keinerlei Interesse daran hatte, irgendetwas zu veranlassen, was nicht im Sinne des Arbeitnehmers sein könnte. Im Rückblick also sehr positiv.

      Im Übrigen muss sich so eine vorzeitige Zahlung ja auch nicht zwingend negativ für den Arbeitnehmer auswirken. Das kann so sein, das kann aber nicht so sein. Und eben weil dies ein Arbeitgeber weder wissen kann noch prüfen muss, sollte sich der Arbeitnehmer immer selber darum kümmern, dass sein Wille auch im Aufhebungsvertrag eindeutig festgehalten wird.

      Gruß, Der Privatier

  2. Noch schnell hinterher… trotzdem hatte ich bis zum letzten Tag des Jahres Angst, dass doch noch die Abfindungs-Zahlung eintrudelt. Man hat ja schon „Pferde vor der Apotheke ko… sehen“. Und weiß man denn endgültig, ob die Formulierung, die wir diesbezüglich gewählt hatten auch rechtssicher war?? Naja… ist alles gut gegangen :-)))

  3. Hallo Privatier,

    finde ich gut, dass dieses Urteil hier aufgegriffen wurde. Ich habe dazu ebenfalls Anfang Dezember nochmals einen Beitrag auf meinem Blog veröffentlicht, weil solche Fälle schon öfter vorkommen.

    Nicht immer nur aus steuerlichen Gründen ziehen Unternehmen solche Ausgaben vor, wenn sie über ausreichende Liquidität verfügen und senken durch diese Personalaufwendungen im „alten“ Jahr noch ihren steuerlichen Gewinn.

    Mitunter spielen aber auch andere Motive seitens der Bearbeiter hinein, gerade bei großen Abfindungen: Neid, Schadenfreude…

    Deshalb sollte jeder, der seine Abfindung in ein späteres Jahr verschiebt, auf eine richtige Vereinbarung achten.

  4. Richtige Vereinbarung ist gut ….
    Der Wortlaut der Vereinbarung hat doch bestimmt auch ein Anwalt ausformuliert.

    Diverse „Urteile“ kann ich mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehen.
    Warten wir mal ab, bei mir steht wenigstens ein exaktes Datum drin, ob der Anwalt an sowas gedacht hat?
    Bezweifel ich stark.

    „Auszahlung und Abrechnung zum 31.01.xx unter Anwendung der Fünftelregelung“

  5. Was ich an dem Fall nicht verstehe:

    Hätte man die Abrechnung nicht korrigieren können?
    Wenn ich sehe, wann bei mir teilweise erst die Lohnsteuerbescheinigung für das Vorjahr eintrudelt …..

  6. Hallo Robben,

    die Abrechnung hätte man korrigieren können – doch genützt hätte es nichts. Steuerlich entscheidend ist gem. § 11 EStG der Zahlungsfluss.

    Wenn die Abfindung am 30.12. vom Konto der Firma abgebucht wird, dann ist das für die Firma noch in dem Jahr an steuerlich wirksamer Abfluss. Wenn das Geld dan am 02.01. beim Empfänger ankommt, ist es für den Empfänger in dem neuen Jahr ein Zufluss.

    Anders stellt sich das nur bei regelmäßigen Einkünften (beispielsweise Lohn, Gehalt). Die sind dem Jahr zuzurechnen, zu dem sie gehören – siehe auch https://www.abfindunginfo.de/abfindungsauszahlung-kann-steuerwirksam-gestaltet-werden

    Wer der Falle entgehen will, muss das also vorher eindeutig klären, wie in dem Urteil beschrieben.

  7. Danke.
    Eindeutig ist ja relativ, wenn ich mir den Text im Urteil ansehe.

    Und wie geschrieben, scheinen das Anwälte auch nicht zu wissen.
    Bei mir steht das jetzt so drin und kann natürlich auch nicht mehr geändert werden.
    „Auszahlung und Abrechnung zum 31.01. ….“

    Ganz ehrlich, das kann mir keiner erklären, dass wäre nicht eindeutig.
    Manche Dinge kann man nicht verstehen, auch nicht nach Erklärungen.

  8. Hallo,

    bei mir ist es jetzt etwas anders, mein Arbeitsverhältnis würde am 30.11.17 enden und die Abfindung nach der Fünftelregelung im Januar 2018 ausbezahlt (in dem Jahr habe ich keine Einkünfte, außer im Dezember 18 Arbeitsloengeld nach dem Dispositionsjahr. Der Steuerberater meinte, möglichweise würde das Finanzamt die Fünftelregelung nicht anerkennen, da die Summe 2 Monate nach Ausscheiden bezahlt wird, er sucht dazu noch das letzte Urteil heraus. Hat jemand Erfahrung damit?

  9. Hallo Manuela,

    die Thematik „Abfindung“ ist für Stb recht speziell, wenn er sich nicht häufiger mit dem Thema in seiner Praxis befasst. Sie sollten sich gut informieren, dieser Blog und viele Kommentare helfen ungemein.
    Thomas Schulze ist Stb und gibt hier ganz wertvolle Hinweise: hier z. B. ein Kommentar aus April 17:

    (Zitatbeginn)Ja, der Auszahlungszeitpunkt kann frei vereinbart werden. Eine zeitliche Beschränkung in Bezug auf das Ende des Arbeitsverhältnisses gibt es nicht.
    Wie die Rechtslage 2019 sein wird, weiß niemand. Leider kann ich gerade in Bezug auf Abfindungen seit fast 20 Jahren eine ganze Reihe schrittweiser steuerrechtlicher Einschränkungen auflisten, weshalb ich bei solchen Vorausschauen sehr vorsichtig bin.
    Im Beitrag https://www.abfindunginfo.de/abfindungsauszahlung-kann-steuerwirksam-gestaltet-werden habe ich darüber hinaus auch noch einige weitere Risiken aufgezeigt, über die man sich im Klaren sein sollte.
    Gruß, Thomas Schulze

    • Natürlich kann auch ich immer nur über die aktuelle Rechtslage informieren, aber die ist eindeutig: Eine Verschiebung um 2 Monate ist kein Problem.

      Gruß, Der Privatier

  10. danke,

    ich würde nach dem Dispositionsjahr mich zum 1.12.18 arbeitslos melden, das ist aber ein Samstag, ist das ein Problem ?

    Gruß Manuela

    • Nein – ist kein Problem. Diese Situation kommt ja recht häufig vor (auch in Verbindung mit Feiertagen).
      Man sollte nur eben die Arbeitslosmeldung nach Möglichkeit immer im Vorfeld mit definiertem Starttermin abgeben. Dann gibt es keine Probleme.

      Gruß, Der Privatier

  11. Hallo an alle Privatiers und die die es werden wollen. Zunächst herzlichen Dank an den Initiator dieser Seite und an alle, die mit hilfreichen Beiträgen zum Gelingen beisteuern.

    Ich werde am 31.12.2017 aus meinem derzeitigen Arbeitsverhältnis ausscheiden. Über einen bestehenden Sozialplan hinaus konnte ich eine höhere Abfindung über einen Vergleich beim Arbeitsgericht erzielen. Derzeit bin ich freigestellt (das Wort ‚‘unwiderruflich‘ erscheint nicht im Vergleich bzw. Aufhebungsvertrag, damit ich die 150 Tage Beschäftigung für spätere ALG 1 Zahlungen belegen kann – Bemessungszeitraum etc.).

    Im kommenden Jahr werde ich aller Voraussicht nach keine Einkünfte erzielen, evtl. aber Krankengeld beziehen. Die Auszahlung der Abfindung soll auf Anfang 2018 verschoben werden. Mein Anwalt meinte nun, dass eine Auszahlung z.B. zum 02.01.2018 nicht geschickt wäre, da die Finanzämter dann die Auszahlung zum Einkommen 2017 hinzurechnen würden. Damit wäre der steuerliche Aspekt der Zahlung in 2018 unwirksam. Er plädiert für eine Zahlung zum 01.03.2018, dann wäre eine Zahlung gefahrlos. Nach meinen Recherchen ist das nicht so, es sein denn auf die Abfindung werden Sozialabgaben fällig, dann greift eine so genannte Märzregel. Aber eine Abfindung ist doch nicht sozialabgabepflichtig (insbesondere Krankenkasse, hier freiwillig gesetzlich versichert), oder irre ich da?

    Gruß

    Georg

    • Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es da irgendwelche Regeln gibt – aber ich würde es auch eher vermeiden, die Auszahlung auf den 2.Jan. eines Jahres zu legen.

      Was ich aber definitiv (aus eigener Erfahrung) bestätigen kann, ist, dass eine Abrechnung und Auszahlung gegen Ende Januar mit dem „normalen“ Gehaltsabrechnungszyklus kein Problem beim FA gemacht hat. Bis März zu warten halte ich daher für nicht erforderlich.

      Ich denke auch für das abrechnende Unternehmen ist es am einfachsten, dies im Rahmen aller anderen Abrechnungen Ende Januar abzuwickeln.

      Gruß, Der Privatier

  12. Steuerlich gilt das Zuflussprinzip gem. § 11 EStG. Die Abfindung gil in dem Jahr zugeflossen, in dem der Empfänger darüber verfügen kann. Da es sich bei der Abfindung nicht um eine regelmäßige wiederkehrende Zahlung handelt, unterliegt der Zufluss im Januar auch nicht der sog. 10-Tage-Regel – die Abfindung wird dem Einkommen im neuen Jahr (also 2018) zugerechnet.

    Sozialversicherungsbeiträge fallen auf Abfindungen nicht an – aber: bei freiwillig Krankenversicherten zählen Abfindungen zum sozialversicherungspflichtigen Einkommen – siehe auch https://www.abfindunginfo.de/abfindung-sozialversicherung-beitrag

    Betroffenen erscheint das ungerecht – ist aber leider so.

    Gruß Thomas

    • @Thomas:
      Das habe ich noch nicht so richtig verstanden mit der Abfindung bei freiwillig gesetzlich Versicherten.

      Wenn ich unter Einhaltung der Kündigungsfrist des AG gekündigt wurde und eine Abfindung erhalte, dann muss ich doch keine KV-Beiträge auf die Abfindung im Beispiel unten bezahlen?

      Beispiel:
      Kündigung Januar 17 zum 31.12.17 bei regulärer Kündigungsfrist von 7 Monaten.

      Abfindung Zufluss im Januar 18.
      Ab Januar Alg1 oder Krankengeld.

      Gruss

      Rob

      • Hallo Robben,

        einfache Frage, einfache Antwort:

        Wenn die Kündigungsfrist eingehalten wurde spielt die als Einmalzahlung erhaltene Abfindung bei der Beitragsbemesung keine Rolle.

        [Ergänzung: eine monatlich gezahlte Abfindung wäre bei freiwillig Versicherten unabhängig von der Kündigungsfrist immer beitragspflichtig.]

        Gruß
        Swantje

        • Guten Morgen und danke für die hilfreichen Kommentare.

          Ich verstehe es nun auch so: Abfindungen als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes, sind sozialversicherungsfrei, weil es sich dabei nicht um Arbeitsentgelt im Sinne des § 14 Sozialgesetzbuch (SGB) IV handelt.

          Wäre nun dennoch eine Sozialversicherungspflicht gegeben (die Krankenkassen sind ja kreativ!! ), so bemisst sich die Dauer der Zahlung nach den Vorgaben des § 158 SGB III, Ruhen des Anspruchs bei Entlassungsentschädigung:
          Demnach ist bei Einhaltung der Kündigungsfrist nicht mit einer Ruhenszeit beim Arbeitslosengeld zu rechnen und somit entsteht auch keine Sozialversicherungspflicht.

          Ich werde diese Dinge aber sicherheitshalber mit meinem Fachanwalt nochmals besprechen und gebe dann gerne noch eine weitere Info in diesem Forum.

          Gruß

          Georg

          • Guten Morgen an alle Privatiere und die, die es noch werden wollen.

            Ich habe gerade meine Abrechnung der Abfindung bekommen und gebe wie versprochen ein kurzes Feedback.

            Nach entsprrechender ‚Vorarbeit‘ ( Gespräche mit der Personalabteilung sowie Kontrolle der ElStam Daten) ist nun die Abrechnung nach Steuerklasse 1 und Zuordnung ins Steuerjahr 2018 erfolgt. Fünftelregelung ist angewendet worden. Soweit alles gut.

            Jezt habe ich allerdings das ‚Problem‘, dass ich kurz vor meinem Ausscheiden (zum 31.12.2017) ernsthaft erkrankt bin und dadurch jetzt im Krankengeldbezug stehe. Das wirkt sich natürlich steuerlich negativ aus (statt Dispojahr ohne weitere Einkünfte), hat aber auch Vorteile. Denn so habe ich Krankenversicherungsschutz, Rentenbeiträge werde gezahlt und evtl. dauert die Erkrankung noch so lange, dass ich dann 58 bin und dadurch 24 Monate Alg 1 beziehen könnte. (bin noch nicht arbeitslos gemeldet). Die ominösen 150 Tage, die innerhalb des Zeitraums 1 bzw. 2 Jahre zur Berechnung des ALG herangezogen werden, bekomme ich grad zusammen. So wird das ALG nach dem letzten Gehalt berechnet und nicht vom Arbeitsamt bestimmt.
            Nach dem ALg Bezug kann ich noch auf mein Lebensarbeitzeitkonto, welches ich in der Beschäftigungszeit aufgebaut habe, zurückgreifen und die Zeit bis zum frühestmöglichen Renteneintritt (bei mir mit 61,5 Jahren, da Schwerbehinderung vorliegt) überbrücken.
            Ich hoffe, das klappt alles soweit wie ich es geplant habe.

            Gruß

            Georg

          • Insgesamt hört sich das doch nach einem schlüssigen Konzept an. Und wichtig dabei ist, dass man bei unvorhergesehenen Ereignissen (wie. z.B. eine länger dauernde Krankheit) in der Lage ist, ein Konzept anzupassen und ggfs. eine neue Vorgehensweise zu entwickeln. Funktioniert natürlich nicht immer.

            Aber im vorliegenden Fall ist es offenbar gelungen. Dann bleibt nur noch eine baldige Genesung zu wünschen. Oder vielleicht auch erst nach dem 58. Geburtstag. 😉

            Gruß, Der Privatier

      • Ich halte die Verunsicherungen, die Thomas hier mit seinen Äusserungen schürt, für ziemlich unangebracht und möchte das hier nicht weiter diskutieren.

        Völlig richtig ist dagegen, was Swantje B. kurz und knapp bestätigt hat: Bei Einhaltung der Kündigungsfrist entfallen keine KV/PV-Beiträge auf die Abfindung.

        Wurde die Kündigungsfrist nicht eingehalten, verhält es sich so, wie Georg geschrieben hat: Dauer und Höhe der Beiträge richtet sich dann nach den Vorgaben des §158 SGB III.

        Und wer das alles noch einmal etwas ausführlicher lesen möchte (inkl. Links zu den entsprechenden Regelungen) kann dies in einem kürzlich von mir veröffentlichten Beitrag über „Dispojahr und Krankenkasse“ nachlesen. Dort in der zweiten Hälfte bei „Berücksichtigung einer Abfindung“.
        Auch wenn es sich um Hinweise zum Dispojahr handelt, so gelten die Aussagen dort auch ohne Dispojahr.

        Gruß, Der Privatier

          • Hallo Robben,

            DRV Bund.

            Bei mir (Geburtsjahr 1961) Regelaltergrenze 66 Jahre 6 Monate.

            2 Jahre früher weniger wegen GDB > 50

            Dann 3 Jahre vorgezogene Rente (mit Abschlag, ist klar)

            Dann bin ich bei 61 Jahre 6 Monate 🙂

            Gruß

            Georg

  13. Guten Tag.
    Wie ist die Steuer auf eine Abfindung zu berechnen, wenn die Abfindung (105.000 Euro) nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Mai (2017), im folgenden Januar (2018) ausgezahlt wird und der Arbeitnehmer in 2018 ausschließlich Arbeitslkosengeld (2.300 Euro/Monat)bezieht?
    Danke für eine Antwort

    • Wenn tatsächlich keine weiteren Einkünfte oder Abzüge zu berücksichtigen gibt, müsste der Rechenweg wie folgt sein:

      * Steuersatz (in %) auf 1/5 der Abfindung zzgl. Summe ALG1 lt. Steuertabelle bestimmen.
      * Mit dem so ermittelten Steuersatz die Steuer auf 1/5 der Abfindung berechnen.
      * Den berechneten Wert mit fünf malnehmen.

      Besser und zuverlässiger lässt sich das mit einem Steuerprogramm oder der kostenlosen Elster-Software ermitteln. Oder durch einen Steuerberater.

      Gruß, Der Privatier

  14. Eine Arbeitskollegin hat von Ihrem Steuerberater den Rat bekommen, die Abfindung nicht im Januar des nächsten Jahres auszahlen zu lassen, sondern erst im Februar (letzte Gehaltszahlung erfolgt im Dezember des Vorjahres). Grund ist angeblich eine 10 Tagesregelung, welche besagt, das Gehaltszahlungen innerhalb dieser Frist seit Beginn des jeweiligen Monats als Vorauszahlung gelten und deshalb steuerlich dem Vormonat zugerechnet werden. Da unsere Gehaltszahlung immer am Anfang eines Monats erfolgt, wäre der Vorauszahlungsstatus gegeben. Aber, nach meinem Wissen gilt für die steuerliche Veranlagung das Zufluß-Prinzip, ausschlaggebend ist der Monat in dem das Gehalt einem zugeflossen ist. Ist jemanden diese 10 Tagesregelung bekannt?

    Gruß der HPP

  15. Wie HPP geschrieben hat habe ich von meinem RA auch die Empfehlung bekommen die Auszahlung der Abfindung nicht im Januar erfolgen zu lassen. Obwohl ich denke, dass das Zuflussprinzip gilt (dann wäre der Zeitpunkt im Folgejahr unbedeutend) habe ich sicherheitshalber die Auszahlung auf Anfang März verlegt.
    Die erwähnte 10-Tage-Regelung bezieht sich meines Wissens nach auf Zahlungen die sozialversicherungspflichtig sind, haben mitderAbfindung also nicht zu tun.
    Die Versteuerung der Abfindung sollte nach der Fünftel-Regelung erfolgen (sicherheitshalber mit dem Personalbüro besprechen, ebenso die Lohnsteuerklasse).
    Die ALG Zahlungen unterliegen nicht der Besteuerung, wirken sich aber über die Steuerprogression aus.

    Gruß

    Georg

  16. @HPP und @Georg: Ja, die 10-Tages-Regel gibt es. Sie ergibt sich aus §11 Abs.1 Satz 2 EStG. Und sie stellt eben gerade eine Ausnahme vom Zuflussprinzip dar.

    Sie gilt aber (lt. Gesetzestext) nur für regelmäßige Zahlungen. Typisches Beispiel ist also z.B. die Zahlung einer Miete, die eigentlich am 31.12. fällig gewesen wäre, aber erst am 5.1. als Zahlungseingang verbucht wird. Diese Zahlung zählt dann noch für den Dezember.

    Aus meiner Sicht ist eine Abfindung keine regelmäßige Zahlung, somit entfällt ein wichtiges Kriterium. Wenn die Fälligkeit außerdem für den Januar als vereinbart gilt, kommt die Regel ohnehin nicht zur Anwendung. Wäre nämlich im obigen Beispiel die Miete jeweils zum 1.eines Monats fällig und Zahlungseingang ist am 5.Jan., so zählt die Zahlung ganz klar zum Januar.

    Also, von daher sehe ich grundsätzlich keine Gefahr. Wer aber ganz sicher gehen will, kann die Zahlung sicherheitshalber auf ein Datum nach dem 10.Januar verschieben.

    Im Übrigen ist es aber auch eher ungewöhnlich, dass Gehaltsabrechnungen zu Beginn eines Monats erfolgen. Normalerweise geschieht das am Ende des Monats, in manchen Fällen auch Mitte des Monats.

    Gruß, Der Privatier

    • Dem Privatier ist hier uneingeschränkt zuzustimmen. Abfindungen gehören zwar bei Arbeitnehmern steuerlich zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, sind aber keine regelmäßigen Einnahmen aus einem bestehenden Dienstverhältnis, sondern sonstige Bezüge aus einem früheren Dienstverhältnis.

      Sonstige Bezüge gelten gem. § 38a (1) S. 3 als in dem Kalenderjahr als bezogen, in dem sie dem Arbeitnehmer zufließen – siehe auch https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__38a.html

  17. Hallo Herr Privatier,
    sehen Sie ein Problem, wenn im Aufhebungsvertrag vereinbart wird, dass eine Abfindung im Januar erfolgen soll – auf (schriftlichen) Wunsch des Abzufindenden jedoch eine Option eingeräumt wird, die Abfindung auch im Jahr zuvor erhalten zu können. Kommt die Abfindung nun tatsächlich erst im Januar (d.h. die Option wurde nicht wahrgenommen) – gilt dann weiterhin der Januar als Zuflussmonat oder ist eine Option auf frühere Auszahlung somit eher schädlich ?
    Ganz Herzlichen Dank – Kuriose Frage, ich weiss. Es geht hier um die Abgeltung von Optionen, bei der ich diese Möglichkeit haben möchte, da ich keinerlei verbindliche Aussagen habe, ob eine Einmalzahlung darauf als Teil der Abfindung gesehen wird oder als Lohn für eine mehrjährige Tätigkeit, für die dann jedoch auch wieder bestimmte Bedingungen gelten müsssen. Das muss ich in Ruhe klären.

    • Man könnte sicher immer Gedankengänge konstruieren, bei denen sich ein Problem finden lässt. In diesem Falle könnte man z.B. sagen, dass in DE zwar das Zuflussprinzip gilt, man aber durchaus Meinungen finden kann, die die Ansicht vertreten, dass der Zufluss dann gegeben ist, wenn der Empfänger über die in Aussicht gestellte Summe verfügen kann.
      Somit wäre der Zufluss mit der Verfügung über eine spätere (oder frühere) Auszahlung bereits erreicht.

      Aber – um es klar zu sagen: Für solche Haarspaltereien bin ich viel zu wenig Jurist (nämlich gar keiner!), um das abschließend beurteilen zu können. Daher – Klare Antwort: Ich weiß es nicht.

      Wir haben ja schon einmal (mehrmals?) über die Thematik geschrieben, aber ich habe vergessen, ob hierzu schon ein Steuerberater befragt worden ist? Zumindest wird der ja für sein Wissen und seinen Rat teuer bezahlt, dann sollte er auch einen Vorschlag haben, oder? Wenn er noch gar nicht befragt wurde, wäre es dann mal an der Zeit…

      Gruß, Der Privatier

  18. Ganz lieben Dank, Herr Privatier,
    ich habe sowohl einen Steuerberater als auch einen Juristen zur Hand. Beide sind sich jedoch unschlüssig. Es geht noch immer darum, ob eine Einmalzahlung für Aktienoptionen, die erst nach meinem Ausscheiden ausübbar wären, schädlich für die Anwendung der 1/5-Reglung wären, wenn sie im gleichen Jahr wie die Abfindung ausgezahlt werden….
    Viele Grüsse

    • Ich will gerne noch einmal meine Auffassung dazu darlegen. Ich denke, dass diese beiden Punkte (Abfindung und Aktienoptionen) nichts miteinander zu tun haben und sich von daher auch nicht beeinflussen. Beide könnten für sich betrachtet jeweils nach der Fünftelregel besteuert werden (sofern die Voraussetzungen gegeben sind). Ich würde von daher höchstens darauf achten, dass beide Punkte auch säuberlich getrennt im Vertrag vereinbart werden. Und nicht etwa so Formulierungen wie: „…die Abfindung setzt sich aus x und y zusammen“.

      Sondern ganz klar: Abfindung in Höhe von x wird für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt, Termin, etc.. Und in einem anderen Paragrafen das Thema der über viele Jahre erworbenen Aktienoptionen mit Summe, Termin, etc.

      Wenn die Zahlungstermine völlig frei verhandelbar sind, kann man beide Punkte hinsichtlich der Steuern prüfen, ob und wann die Zahlungen sinnvoll sind. Und dann auch später mit dem Finanzamt getrennt darüber streiten.

      Ich zumindest sehe da keinen Zusammenhang. Aktienoptionen sind keine Abfindung (auch nicht ein Teil einer Abfindung). Es sei denn, sie würden anstelle einer Abfindung bzw. zusätzlich gezahlt. Aber so habe ich das bisher nicht verstanden. Ich habe bisher verstanden, dass die Aktienoptionen eine „normale“ laufende Vergütung war, auf die auch ohne Beschäftigungsende ein Anspruch bestanden hätte.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Noch einmal deutlich: Das ist meine Meinung zu dem Thema und keine gesicherte Rechtserkenntnis!

  19. Ich kann die Fragestellung leider nicht im Detail nachvollziehen, weil mir das Optionsrecht in dem Fall nicht klar ist: Geht es um handelbare oder um nicht handelbare Optionsrechte?

    Vielleicht helfen die folgenden Links weiter:

    https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/aktienoptionen-52-zuflusszeitpunkt-bei-handelbaren-optionen_idesk_PI10413_HI3454897.html

    https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/aktienoptionen-6-nicht-handelbare-aktienoptionsrechte_idesk_PI10413_HI1440685.html

    Schließlich noch etwas differenzierter mit Erläuterung der Tatbestandsmerkmale und Verweis auf Urteile:

    http://www.pinkernell.de/esop.htm

    Es dürfte erkennbar sein, dass die Besteuerung jeweils von den konkreten Tatbestandmerkmalen abhängig ist, die in der Frage nicht so klar erkennbar ist. Hier hilft wirklich nur ein Blick in die Verträge – alles andere ist Kaffeesatzlesen.

    Gruß

    Thomas

  20. Lieber Herr Privatier, Lieber Thomas,
    nochmals Herzlichen Dank !!! Es geht um handelbare Optionen, die ich jedoch nicht mehr ausüben kann, da die definierten Vestings (Anzahl Aktien) erst nach meinem Ausscheiden verfügbar sind und ich sie somit nicht mehr wahrnehmen kann. Die Grant Dates sind bei diesen Optionen jeweils mehr als 1 Jahr zurück liegend und ich war auch für dieses +1 Jahr beim Arbeitgeber beschäftigt (spricht nach Lesen der Artikel für eine Entlohnung für eine mehrjährige Tätigkeit, die ebenfalls mit Hilfe der 1/5-Regel besteuert werden könnte). Nun ist es allerdings so, dass der Arbeitgeber mir diese Vestings mit Hilfe einer Einmalzahlung auszahlt. Geplant ist hierbei ebenfalls das Jahr der Auszahlung der Abfindung. Ich habe nun die Sorge, dass Dies als normaler Arbeitslohn gesehen wird und die Anwendung der 1/5-Regel auf die Abfindung somit verpufft. ….Ziehe ich sie ein Jahr vor habe ich die Sorge, dass sie als Teil der Abfindung gesehen werden und somit eine Zusammenballung Dieser verhindern….Der einzige Rat, den ich bisher erhilet, ist eine verbindliche Anfrage beim iInanzamt zu stellen, was zeitlich leider nicht mit der Unterschrift harmoniert – daher muss ich mich nun leider entscheiden – in welches Jahr…;-(
    Viele Grüsse

    • @Thomas und @Fragender_Mensch:

      Erst einmal vielen Dank an Thomas für die wirklich sehr interessanten Links! Ich bin sicher, da wird es dann ausreichend Diskussionsstoff mit dem Finanzamt geben. 😉

      Ich möchte aber gar nicht so sehr auf die Details eingehen (obwohl sie ganz sicher wichtig sind!), sondern noch einmal auf die grundsätzlichen Bedenken von Fragender_Mensch. Denn diese halte ich für unbegründet:

      „Ich habe nun die Sorge, dass Dies [die Aktienoptionen] als normaler Arbeitslohn gesehen wird und die Anwendung der 1/5-Regel auf die Abfindung somit verpufft.“

      Wie ich schon im letzten Kommentar geschrieben habe: Wir reden hier über zwei unabhängige Dinge! Selbst wenn für die Aktienoptionen keinen Fünftelregel angewendet werden kann, heisst das doch noch lange nicht, dass dies dann automatisch für die Abfindung auch nicht geht.

      Zweitens wäre es auch für die Aktienoptionen kein Problem, wenn sie als „normaler“ Arbeitslohn angesehen werden. Auch dann kann die Fünftelregel angewandt werden. Allerdings nur dann, wenn er für mehrere Jahre als Einmalzahlung gezahlt wird (§34 Abs.2 Nr.4 ESTG). Hier kommt dann allerdings wieder die Frage des Zuflusses ins Spiel, der in dem Links von Thomas erörtert wird.

      Es mag also sein, dass die Diskussion für die Anwendung der Fünftelregel hinsichtlich der Aktienoptionen schwierig wird. Ich sehe aber keinen Einfluss auf die Abfindung.

      Gruß, Der Privatier

  21. Hallo Lieber Privatier,
    wie (schon fast immer) Herzlichen Dank ! Der Einfluss auf die Abfindung ist wie folgt: Bei Anwendung der 1/5-Regel in 2019 auf Abfindung UND Aktienoptionen = grösserer 2-stelliger Euro-Betrag mehr netto als bei Anwendung der 1/5-Regelung auf Abfindung und Normalversteuerung der Aktienoptionen – habe ich mit mehreren Tools nachgerechnet. Der Effekt ist so gross, dass es sich lohnen würde, als Alternative lediglich die Abfindung in 2019 (1/5-Regelung) zu erhalten und die Aktienoptionen normal (42%+) in 2018 zu versteuern. Ziehe ich sie im Vertrag nach 2018, so meine Befürchtung, sieht sie das FA die Aktienoptionen als Abfindung und die Zusammenballung wäre nicht mehr gegeben. Diese Befürchtungen nähren mein Steuerberater sowie mein AG in kontroverser Weise…
    Viele Grüsse
    Jochen

    • Vielleicht müssen wir dann an dieser Stelle einsehen, dass wir hier zu keinem 100%igen Ergebnis kommen können. Das wird dann wohl erst am Ende der Auseinandersetzungen mit dem FA stehen. In solchen Fällen muss man dann irgendwann einfach einmal eine Entscheidung fällen. Auch auf Basis unzureichender Informationen.

      Ich denke, wir werden hier zu keiner Lösung kommen, zumal ich auch oft den Eindruck habe, dass Argumente/Sachverhalte auf der einen oder anderen Seite nicht richtig wahrgenommen werden. So bin ich jetzt mehr als erstaunt, dass wir über Steuervorteile in Höhe eines „grösseren 2-stelligen Euro-Betrages“ sprechen?! Ernsthaft?

      Wenn die Zeit offenbar drängt, würde ich jetzt einfach die Variante wählen, die mir am glaubwürdigsten/wahrscheinlichsten erscheint. Hin und wieder muss man sich auch einmal eingestehen, dass es nicht immer möglich ist, das absolute Optimum zu erreichen.

      Gruß, Der Privatier

  22. Hallo,
    einverstanden – im übrigen meinte ich 5-stellig, konkret 92kE – bitte um Verzeihung. Ich möchte das nun auch nicht überstrapazieren.
    Herzlichen Dank nochmals für Alles
    Viele Grüsse

  23. Hallo zusammen,

    ich bin zum 31.12.17 augeschieden, in der Auflösungsvereinbarung ist die Auszahlung für den Folgemonat nach dem Ausscheiden vereinbart.Ich habe nun gestern (27.01.18) die Abrechnung bekommen und musste leider feststellen, das die Abfindsungsauszahlung steuertechnisch dem Jahr 2017 zugeschlagen wurde mit entsprechend hohen Einkommensteuer. Ich hatte im Vorfeld der (outgesourcden) Abrechnungsabteilung mehrfach mitgeteilt, das ich in 2018 keine Tätigkeit aufnehmen werde. Was kann ich nun tun? Kann ich überhaupt jetzt in 2019 iregndwas steuerlich geltend machen, da ja die Steuer dann wohl in 2017 geflossen ist und ich ja garkeinen Nachweis für gezahlte Steuern für die Abfindung habe in 2018?

    Vielen Dank für die Antworten
    Stepahn

    • Steuertechnisch ist das 2018, da in 2018 der Zufluss war.

      Ich habe den gleichen Sachverhalt, allerdings direkt mit einer richtigen Steuerbescheinigung für 2018.
      Es ist einfach nur ärgerlich und eine Mischung aus Inkompetenz und Ignoranz gepaart mit „Angst“ bei den Verantwortlichen in der Abteilung wegen der gesetzlichen Einzugspflicht.

      Die Berechnung an sich ist auch falsch.

      Du kannst versuchen Dich mit dem Unternehmen auf eine Neuberechnung zu einigen oder Du holst Dir das Geld mit der Einkommensteuererklärung im nächsten Jahr zurück.
      Einen rechtlichen Anspruch auf Korrektur hast Du leider nicht.

      Verloren ist nichts, aber es fehlt Liquidität und evtl. Zinsen oder es soll ja auch Menschen geben, die mit der geplanten Summe Tilgungen vornehmen wollten.

      Ich werde irgendwann wenn ich mich beruhigt habe, den Verantwortlichen höflich mitteilen, was ich von ihnen halte. 😉 …
      In meinem Fall besonders ärgerlich, da die gerichtlich festgelegte Anwendung der Fünftelregelung quasi bei der Abrechnung verpufft.
      Bei mir gehts um eine hohe fünfstellige Differenz bei der Auszahlung im Januar.

      • Hallo Robben,

        danke für deine Antwort. Hast du denn die korrekte Steuerbescheinigung automatisch bekommen? Also in meinem Falle müsste ich ja für 2017 dann eine bekommen ohne die Abfindung und dann für 2018 dann eine die nur den Abfindungsteil betrifft, oder? Wenn dem nicht so ist, könnte man dann beim Finanzamt mitteilen, dass die Steuerfeststellung eine andere ist für 2017? Und dann auch für 2018?

        Die Differenz, auch ein stattlicher fünfstelliger Betrag, wollte ich investieren in meine neue Tätigkeit.

        Einigung wird wohl nur über Anwalt gehen, der „Dienstleister“ der die Gehaltsläufe erstellt, ist ja für verantwortlich, wie gesagt, auf mehrfache Anfrage kam nur einmal eine unvollständige Antwort. Jeder drückt halt nur die Knöpfe im SAP (und wundert sich, wenn das Tschechen, dann Inder und dann Automaten genauso gut können).

        Und wenn die es besser wüssten, wäre ich ja schon zufrieden 😉

        Viele Grüße
        Stephan

        • Ja, ich hatte schon Ende Dezember eine für 2017 und nun eine Steuerbescheinigung für 2018, nur mit der Abfindung in den richtigen Zeilen.

          Ist bei uns auch ausgelagert, haben aber Leute hier verzapft ….

          Passiert auch in Deutschland, ich verlinke mal hier:
          http://abfindunginfo.blogspot.com/2015/02/was-bleibt-von-der-bruttoabfindung-als.html

          Und so wird es richtig gemacht:
          https://www.abfindunginfo.de/steuer-auf-abfindung-zum-jahresanfang-berechnen

          Bringt nur nichts, da Du ja explizit vorher hingewiesen hast.

          • Hallo Robben,

            ja danke für die Links, ich kannte den einen schon und hatte in meinem Schreiben zur vorzeitigen Auflösung genau auf diese Paragraphen hingewiesen. Ich bin kein Steuerexperte / Betriebswirtschaftler, aber darf denn so zurückgerechnet werden? Die Belastung, also der Abfluss der Abfindung, findet doch erst in 2018 statt und nicht in 2017. Werde mal einen Anwalt dazu aufsuchen und halte den Blog hier auf dem Laufenden. Werde auch das Finanzamt kontaktieren, die sind sehr nett hier, mal sehen was die dazu sagen.

            Ansonsten, Tipps, Erfahrungen und Tricks gerne hier!

            Gruß
            Stephan

          • Ja, halte uns bitte im Thema. Danke.

            Bin auch nur belesener Laie, kann daher auch nur meine Sicht darlegen.

            Die Ignoranz in manchen Unternehmen (sind ja nicht alle so), kann ich aber gesichert bestätigen 😉

    • @Stephan und @Robben:

      Robben hat ja hier schon auf die wichtigsten Punkte hingewiesen. Ich sehe allerdings schon einen gravierenden Unterschied in euren beiden Fällen. Und der liegt in der Zuordnung der Abfindungszahlung zum richtigen Veranlagungszeitraum!

      Während dies bei Robben anscheinend richtig ist, wurde hier bei Stephan falsch zugeordnet. Wenn lediglich die Berechnung der Steuer (z.B. Fünftelregel) nicht korrekt durchgeführt wurde, kann man sich eigentlich darauf verlassen, dass das FA das schon korrigieren wird. Das ist immer noch ärgerlich – kann man aber „aussitzen“.

      Wurde die Zahlung aber dem falschen Veranlagungszeitraum zugeordnet, so ist dann wohl auch die Steuerbescheinigung des AGs entsprechend falsch! Auch das kann man (vielleicht) dem FA gegenüber erklären, aber das dürfte deutlich schwieriger sein! Hier würde ich mit allen Mitteln versuchen, eine Korrektur zu erwirken. Über rechtliche Schritte sollte dann sicher ein Anwalt entscheiden, aber aus meiner Sicht hat der AG hier gleich mehrfach gegen §38a EStG verstossen. Vielleicht reicht ja auch vorab ein deutlicher Hinweis auf die rechtswidrige Abrechnung.

      Auf jeden Fall würde ich in diesem Fall nicht einfach abwarten. Ich sehe hier die Gefahr, dass ein bedeutender Schaden entsteht, der womöglich nicht (und nur schwer) wieder zu korrigieren ist.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        die Fünftelregelung wurde angewandt (also es steht da, gerechnet habe ich es nicht) und schriftlich wurde mir bestätigt das Steuerklasse 3 zur Anwendung kommt. Letzteres verstehe ich jetzt auch warum es keine „Schwierigkeiten“ mit der Steuerklasse gab, wenn ich einfach so tue als wenn die Auszahlung noch in 2017 erfolgt ist. Da stellt sich die Frage nach dem HAG und NAG und der Steuerklasse ja garnicht.

        Ich kann nur hoffen und fühle mich ja eigentlich ja auch durc diesen Blog und anderen Aussagen dazu bestärkt, alles richtig gemacht zu haben und das mein Ex-AG einfach einen korrigierbaren Fehler gemacht hat. Die Katastrophe wäre natürlich das „man das auch so machen kann“ und ich eine herben Verlust hinnehemn müsste.

        Wer in ähnlicher Situation war und dort eine Lösung gefunden hat, bitte posten, danke. Ich werde hier meine Informationen teilen.

        Gruß
        Stephan

        • Hallo Stephan (2),

          du schreibst „ich bin zum 31.12.17 augeschieden, in der Auflösungsvereinbarung ist die Auszahlung für den Folgemonat nach dem Ausscheiden vereinbart. Ich habe nun gestern (27.01.18) die Abrechnung bekommen und musste leider feststellen, das die Abfindsungsauszahlung steuertechnisch dem Jahr 2017 zugeschlagen wurde mit entsprechend hohen Einkommensteuer.“

          In diesem Fall solltest du umgehend eine Korrektur fordern und den Arbeitgeber freundlich aber bestimmt darauf hinweisen, dass du dir Schadenersatzansprüche vorbehälst.

          Grüße von Stephan (1)

          P.S.: Ich nenne mich zur besseren Unterscheidung ab sofort Stephan (1)

          • Ist denn sicher, dass die Abfindung dem Steuerjahr 2017 zugeordnet wurde, oder ist eher so, dass steuertechnisch ein Einkommen von 2017 zugeschlagen wurde?

            Entscheidend ist doch die Lohnsteuerbescheinigung 2017 und 2018.

          • Hallo Robben,

            das wäre schön, wenn ein „angenommenes“ Einkommen für 2018 zugrunde gelegt worden wäre. Dieses hatte ich in meinem Anschreiben ja auch zu verhindern versucht, indem ich explizit darauf hingewiesen habe, dass ich 2018 KEIN Einkommen erzielen werde. Ich bin ja nicht auf die Idee gekommen, dass der AG daraus eine Nachverrechnung zum Monat Dezember 2017 macht (wie bei Reisekosten), weil für mich es eindeutig ist / war, dass dies vom AG (Auszahler) dies nicht zurückverlagern kann / darf. Wie gesagt, hänge mich morgen ans Rohr und bekomme hoffentlich ein paar Termine. Meine Vermutung ist einfach, dass die Sachberarbeiter nur den einen Vorgang der Nschverrechnung kennen, ich kenne auch keinen der es so macht wie ich, die meisten KollegInnen schieden unterjährig aus mit Anschlussjob.

            Gruß
            Markus

          • Die Darstellung der Nachverrechnung ist den Abrechnungsprogrammen geschuldet.

            1mm abseits der Norm funktioniert da nichts mehr.
            Da braucht es dann eben Leute die keine reinen Bediener von Abrechnungsprogrammen sind, sondern Mitarbeiter die was davon verstehen und natürlich auch die steuerrechtliche Problematik dahinter.

            Ich denke ja immer noch, dass die Auflösung mit der Steuerbescheinigung kommt.

    • Hallo zusammen,

      leider konnte ich nicht so aktiv werden wie gedacht, trotzdem ein kleiner Zwischenstand.

      1) Von der outgesourten (nur Email / kein Telefon) Abrechnungsabteilung bekam ich heute eine Email, dass ich nicht nachfragen sollte, man würde es prüfen.
      2) Telefonische Rechtsberatung über meine Rechtschutzversicherung, versicherte mir, dass es falsch ist, aus Sicht des AG, meine Abfindungszahlung dem letzten Erhebungszeitraum zuzuordnen. ABER, da der AG in der Haftung ist für eine korrekte Steuerabführung könnte es dann zu einer Versteuerung in 2018 mit einem angenommenen Jahresbrutto und ohne Fünftelregelung kommen. Letzteres weil der AG ja nicht wissen kann ob eine Ballung von Einkünften durch die Abfindung in 2018 vorliegt. Könnte ja sein, dass ich den Superjob bekomme, so dass die Abfindung kleiner als das Jahresbrutto in 2018 ist und dann keine Ballung mehr vorliegt.

      Werde noch einen Steuerberater aufsuchen wenn ich weider fit bin.

      Gruß
      Stephan

    • Hallo zusammen,

      heute kam die Lohnsteuerbescheinigung für 2017 und dort ist in der Zeile 10. (ermäßigt besteuerte Versorgungsbezüge) die Abfindungssumme aufgeführt. Die Zeilen 11, 12 und 13 enthalten dann die abgeführten Steuern.

      Stephan

      • Also wie befürchtet. Und wenn die Abfindung tatsächlich in 2018 abgerechnet und gezahlt wurde, ist das nicht nur definitiv falsch. sondern auch ganz klar rechtswidrig!

        In Deutschland gilt ohnehin generell das Zuflussprinzip (es wird in dem Jahr versteuert, in dem die Zahlung erfolgt ist), für eine Abfindung ist dies darüberhinaus noch einmal explizit im §38a EStG Abs.1 Satz 3 festgelegt: „Arbeitslohn, der nicht als laufender Arbeitslohn gezahlt wird (sonstige Bezüge), wird in dem Kalenderjahr bezogen, in dem er dem Arbeitnehmer zufließt.“

        Ich sehe hier ernsthafte Probleme und würde da mit allen Mitteln gegen angehen!
        Zuerst natürlich versuchen, eine gütliche Einigung zu erzielen. Falls das keine Aussicht auf Erfolg zeigt, Anwalt und Klage (Schadensersatz!).

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo zusammen,

          Update meinerseits. Nach einer längeren E-Mail von mir hat die Abrechnungsfirma die Abfindung in den Januar 2018 verschoben. Obwohl ich mehrfach darauf hingewiesen habe das ich keine Tätigkeit aufnehme, hat man die Abfindung mit Steuerklasse 6 versteuert. Ich habe ja schon oft hier gelesen, dass dies in Ordnung gehen kann und der AG dies so handhaben darf. Eine „gütliche Einigung“ sehe hier nicht, ehrlich gesagt.

          Trotzdem wird es probiert.

          • Ja, aber immerhin besser als der Obergau in 2017 versteuert.

            Die Erklärung bzw. der Aufwand mit Finanzamt wäre um einiges schwieriger gewesen.

          • Sehr gut. Das wichtigste und größte Problem ist dann damit wohl gelöst.
            Steuerklasse 6 ist dann zwar immer noch ärgerlich, aber zu verkraften.

            Sicher kann man auch da noch einmal eine Änderung versuchen, große Hoffnungen würde ich mir aber nicht machen. Und im Gegensatz zu dem ursprünglichen Problem auch kein großes Theater anzetteln.

            Die Besteuerung mit Kl.6 regelt sich irgendwann von selbst. Die Zuordnung zum falschen Jahr wäre ein echtes Problem geworden!

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo zusammen,

            ich hatte ja zugesagt bei meinem Sachverhalt, dass Forum auf dem Laufenden zu halten. Für alle Leser die nicht alles mitbekommen haben, hier nochmals kurze Zusammenfassung.

            1) Ausgeschieden zum 31.12.17, gemäß Auflösungsvereinbarung Auszahlung der Abfindung im Folgemonat, also Januar 2018. Ende Januar Entgeldabrechnung erhalten, wo die Abfindung dem Jahr 2017 zugeschlagen und mit dem Spitzensteuersatz abgerechnet wurde. Fünftelregelung wurde angewandt, hilft aber auch nicht viel in so einer Konstellation. Anfang Februar für 2017 entsprechende Steuerbescheinigung erhalten.
            2) Beratung durch Fachanwalt des Steuerrechts und auch hier durch das Forum unterstützt, mehrere Mails an die externe Firma und den internen Koordinator geschickt, Fristsetzung.
            3) Ende Februar neue Entgeldabrechnung bekommen, Abfindung jetzt im Jahr 2018 versteuert, allerdings Steuerklasse 6, d.h. mein Ex-AG hat sich als NAG (Nebenarbeitgeber) eingetragen. Dies wurde auch von meinem Finanzamt bestätigt.
            4) Neuerliche Beratung, Fristsetzung an AG, kurioser Mailverkehr und Forderungen nach Bescheinigungen (z.B.: der Steuerklasse vom Finanzamt, diese Bescheingung gibt es für den AG nicht, er MUSS die Daten aus ELSTAM abrufen)
            5) Dritte Entgeldabrechnung, diesmal mit meiner Steuerklasse. Seltsamerweise sind viel weniger Steuern jetzt abgeführt worden als einschlägige Berechnungsprogramme ausgeben. Egal, letztendlich habe ich das was ich wollte, ohne die tollen Informationen und das Feedback hier, wäre es schwieriger geworden. Wenn die „Gegenseite“ allerdings merkt, dass man sich informiert hat, dann ist man auf alle Fälle in einer guten Position. Ich warte jetzt noch auf die korrigierte Steuerbescheinigung für 2017.

            Ich drücke allen die Daumen die in ähnlicher Klemme stecken …. nicht nachgeben, ihr habt nichts zu verschenken!

          • „Wenn die „Gegenseite“ allerdings merkt, dass man sich informiert hat, dann ist man auf alle Fälle in einer guten Position.“

            Genau DAS ist der Kernpunkt. Und wenn man dann noch genügend Ausdauer und Hartnäckigkeit mitbringt, dann hat man oftmals bereits gewonnen. Ist nicht immer ganz einfach, aber meistens lohnt sich der Einsatz.

            Meinen Glückwunsch zum Erreichen des Ziels und zu der gezeigten Ausdauer: Sehr gut! Und damit weiterhin viel Erfolg.

            Gruß, Der Privatier

  24. Ach so, ich hatte es sogar geahnt da ich hier und bei @ThomasSchulze vorher fleißig gelesen hatte.
    Aber man hat einfach keine Lust mehr auf Diskussionen mit ehemaligen Arbeitgebern, die grundsätzlich alles besser wissen und in ihrem Regelungswahn den gesunden Menschenverstand ausschalten.

    Leider speziell bei Großunternehmen heute Standard.
    Evtl. bist Du ja auch froh aus dem Hamsterrad raus zu sein 😉 …

  25. Hallo,
    es wurde hier viel über optimalen Termin für Abfindungszahlung gesprochen, aber meistens in Verbindung mit Dispositionsjahr.

    Bei mir ist Dispositionsjahr uninteressant, weil ich am 1.07.2020 in Vollrente gehen kann. Ich habe auch Anspruch auf (nominal) 24 Monate ALG1. Gesetzlicher Kündigungsfrist 6 Monate.

    Am liebsten werde ich jetzt ein Aufhebungsvertrag mit Ausstieg bis 30.09 (Fristeinhaltung) aushandeln mit einer Abfindung aus Steuergründen erst im Januar 2019 zahlbar (auf große Abfindung kann ich bei meiner mittelständischen Firma nicht rechnen – vielleicht max. 6 Gehälter). Und auch ab 1. Oktober 2018 arbeitslos melden und ALG1 beanspruchen. Nun das würde bedeuten, während Bezugs des ALG1 (ab. 1.10.2018) die Abfindungsauszahlung (Januar 2019) zu bekommen. Ist das aus Sicht von ALG1 problematisch ?

    Oder mit Ausstieg bis Januar 2019 warten (Zusammen mit Abfindungszahlung) und erst dann Bezug von ALG1 starten. Dann aber „verschenke“ ich aber einige Monate von ALG1 (weil seien wir ehrlich, einen neuen Job will mir Arbeitsagentur in meiner Alter nicht vermitteln können).

    Gruß
    Bogdan

    • Zunächst einmal ist es unproblematisch, während des ALG-Bezuges eine Abfindung zu erhalten.
      Ich sehe da eher das Problem, dass bei einer Verschiebung der Abfindung bei der von Ihnen genannten Höhe die Zusammenballung für die Anwendung der Fünftelregel nicht gegeben sein wird.
      Das muss nicht unbedingt negativ sein, aber das müsste man im Detail einmal durchrechnen. Genau so, wie die anderen Varianten auch. Diese Arbeit kann und will ich Ihnen aber nicht abnehmen. Entweder Sie schaffen das selber oder Sie bemühen einen Steuerberater.

      Vorab sollten Sie sich aber bei allen Bemühungen, etwas zu optimieren, einmal klar machen, WAS Sie eigentlich optimieren wollten: Das Einkommen? Die Steuerbelastung? Die ALG-Dauer? Und dann die möglichen Kombinationen von Ausstieg und Abfindungszahlung einmal gegenüber stellen.

      Ach ja: Ihnen ist schon bewusst, dass Sie bei einem Aufhebungsvertrag in der Regel mit einer Reduzierung des ALG-Anspruches um 1/4 rechnen müssen? Also statt 24 Monaten nur 18?

      Gruß, Der Privatier

  26. Hallo Herr Privatier,
    Vielen Dank für so schnelle Reaktion – ich bewundere immer Ihre schnellen und kompetenten Antworten. Eine Fünftel-Regel, denke ich, kann bei mir nicht angewendet werden, weil erwartete Abfindung deutlich niedriger als Jahreseinkommen (Summe der Gehälter) aus 2017 sein wird.
    Aber allein Verschiebung der Auszahlung der Abfindung auf 2019 kann ein Ersparnis in Einkommensteuer von einigen Tausend Euro bringen – wenn ich richtig schätze.
    Die Reduzierung der ALG-Ansprüchen muss ich leider in Kauf nehmen (so oder so).
    Gruß
    Bogdan

    • Wahrscheinlich haben Sie Recht und die Verschiebung der Abfindung ist die günstigere Lösung (auch ohne Fünftelregel). Ich selber würde mich allerdings wohler fühlen, wenn dies nicht nur das Resultat einer Schätzung wäre, sondern das Ergebnis eines konkreten Vergleiches: Einmal Abfindung im alten Jahr mit Fünftelregel und einmal im Folgejahr ohne Fünftelregel.
      Aber ich gehe auch davon aus, dass die Verschiebung die bessere Lösung ist.

      Gruß, Der Privatier

  27. Hallo Privatier, ich finde das Forum sehr informativ und gut verständlich.
    Nun zu meiner Frage:
    Ich bin noch 57 Jahre und 32 Jahre im Unternehmen. Ende Mai 18 soll das Arbeitsverhältnis durch einen Aufhebungsvertrag aus gesundheitlichen Gründen fristgerecht zum 31.12.18 beendet werden gegen Zahlung einer Abfindung.Ich beabsichtige Ihrem Rat entsprechend die Formulierung: Auszahlung und Abrechnung erfolgt zum 31.1.19 unter Anwendung der Fünftelregelung.Im Jahr 2019 werde ich voraussichtlich keinen Lohn beziehen außer Einkünfte aus Vermietung und eventuell Krankentagegeld aus der privaten Krankenkasse, welches steuerfrei ist. Wahrscheinlich werde ich durch den Aufhebungsvertrag im Anschluss des Krankentagegeldes Arbeitslosengeld 1 nur 18 Monate statt 24 Monate erhalten. Liegt in meinem Fall ein zusammengeballter Zufluss vor, da die Abfindung höher ist als die bis zum Jahresende wegfallenden Einnahmen (außer Mieteinnahmen)? Hätte eine Aufteilung der Abfindung steuerliche Vorteile, indem der Arbeitgeber noch einen Betrag in meine Direktversicherung einzahlt? Oder ist es in meinem Fall sinnhaft, Krankengeldbeiträge im Voraus zu zahlen? Über Gestaltungsmöglichkeiten wäre ich Ihnen lieber Privatier sehr, sehr dankbar.
    Liebe Grüße

    • * Zusammenballung:
      Die Prüfung der Zusammenballung bezieht sich immer auf den Veranlagungszeitraum, in dem auch die Zahlung der Abfindung erfolgt. Wenn die Zahlung daher in 2019 erfolgt, muss das Einkommen für das Jahr 2019 inkl. Abfindung höher sein, als es in einem normalen Jahr (bei voller Beschäftigung) gewesen wäre.

      * Direktversicherung:
      Kann man pauschal schlecht sagen, sondern müsste man im Einzelfall in Abhängigkeit von den Summen ausrechnen: Steuerberater oder Steuerprogramm.

      * Andere Steuer-Optimierungen:
      Einzahlungen in die Altersvorsorge sind besonders effektiv, da hier relativ hohe Summen berücksichtigt werden können. Aber Vorauszahlungen von Krankenkassenbeiträgen sind sicher auch eine Alternative. Zu diesen Themen gibt es hier bereits einige Beiträge.

      Gruß, Der Privatier

  28. Hallo,

    ich habe folgende Frage bzgl. der Zurechenbarkeit der Abfindung:
    Situation:
    Aufhebungsvertrag zum 31.12.2018
    Auszug auf Aufhebungsvertrag „Die Abfindung wird in dem Monat, in dem das Arbeitsverhältnis rechtlich endet, zur Zahlung fällig und erfolgt grundsätzlich mit der Schlussabrechnung“.
    Die Schlussabrechnung wird zum 10.01.2019 erfolgen.

    Frage:
    Welchem Kalenderjahr ist die Abfindung gem. dem Text im Aufhebungsvertrag zuzuordnen?

    Nach meinem aktuellen Verständnis wird die Abfindung dem Kalenderjahr 2019 zugeordnet.
    Begründung:
    Es gilt das Zuflussprinzip, d.h. es wird in dem Jahr versteuert, in dem die Zahlung erfolgt ist, also 2019?!

    Gruß
    Artur

    • Es gilt zwar das Zuflussprinzip, aber ich würde mich bei einer solchen Formulierung sehr unwohl fühlen! Und diese nach Möglichkeit versuchen abzuändern, z.B. auf Zahlung Ende Januar.
      Der Grund meiner Skepsis liegt in der 10-Tage-Regel, die besagt, dass regelmäßige Zahlungen, die eigentlich noch im alten Kalenderjahr fällig gewesen wären, aber innerhalb der 10-Tages-Frist im neuen Jahr fliessen, noch dem alten Kalenderjahr zuzurechnen sind.

      Nun ist zwar die Abfindung keine „regelmäßige“ Zahlung, aber sie wird ja quasi als „Anhang“ mit einer solchen ausgezahlt und daher würde ich das zur Vorsicht vermeiden.

      Eine Klärung könnte ggfs. noch ein Gespräch mit der Personalabteilung/Abrechnungstelle bringen, in dem einmal geklärt werden sollte, wie man sich dort die Steuerbescheinigung vorstellt: Schlussabrechnung (inkl. Abfindung) für 2018 bescheinigt oder die Januar-Auszahlung für 2019 bescheinigt? Das FA wird sich primär an diesen Bescheinigungen orientieren. Wenn es daher eine getrennte Bescheinigung für 2019 gibt, sehe ich keine Probleme. Alles andere könnte schwierig werden.

      Gruß, Der Privatier

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