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Kap. 5.3: Den Turbo einschalten: Kredite und Optionsscheine — 6 Kommentare

  1. „Auf Dauer hatte ich aber dann doch das Gefühl, dass bei dieser Art der Finanzierung das Risiko und der Gewinn in einem nicht ausgewogenen Verhältnis ständen.“ – Warum eigentlich? Erst mal vorab: Ich habe nie Investitionen in Wertpapiere auf Pump getätigt. Mit dem Gedanken habe ich jedoch auch schon gespielt. Zum jetzigen Zeitpunkt zum Beispiel sind tatsächlich erstklassige Anleihen mit einem Kupon bzw. einer Rendite von 6% und mehr erhältlich. Wenn man dann nicht nur auf ein Pferd setzt sondern das Risiko auf 5 oder mehr Unternehmen streut und das Volumen in einem Rahmen hält, der im Zweifelsfall zwar weh tut, aber nicht existenzbedrohend ist könnte man den einen oder anderen Urlaub schon finanzieren…

    Ich schlag mir den Gedanken mal schnell wieder aus dem Kopf.

    Weil Gier frisst Hirn. 🙂

    Gruß
    JustDoIt

  2. Hallo JustDoIt,

    gut, dass Du die letzten beiden Sätze noch angefügt hast! Sonst wäre ich doch wieder ins Grübeln gekommen 😉

    Aber damals (in der Zeit, von der ich im Beitrag berichtet habe), waren auch die Differenzen zwischen Kredit-Zins und erwartetem Ertrag auch noch viel grösser. Zwar habe ich damals Zinsen in Höhe von etwas über 10% bezahlt, aber ich habe auch mit Erträgen von 50%-100% gerechnet. Und war mir dabei auch relativ sicher. Damals.

    Heute ist die Differenz viel kleiner. Richtig „lohnen“ würde sich wohl nur ein Hypotheken-Kredit. Der ist aber aufwändig und dann müsste die Summe auch schon grösser sein. Und selbst dann bleiben bei einer Netto-Rendite (nach Steuern) von max. vielleicht 4%-5% bei einer Anleihe abzüglich der Kredit-Zinsen gerade mal 2%-3% übrig. Und das ist mir das Risiko dann doch nicht wert.

    In diesem Fall: Hirn frisst Gier !

    Gruß, Der Privatier

  3. Stimmt, der Renditeknaller wäre das nicht, aber immerhin eine ziemlich sichere Sache, wenn man Titel von z.b. Schaeffler, societe general oder cemex ins auge fasst. Aber gut, hätte hätte Mofakette…

  4. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich habe mich ebenfalls intensiv mit dieser Thematik, vor allem jedoch mit dem derivativen Wertpapieren, beschäftig. Dazu kann ich nur sagen, dass viele Menschen sind sich über die immense Bedeutung von Derivaten nicht bewusst sind. Die immense Größe des Derivatemarktes ist für Normalbürger unverständlich. Neben dem Einsatzgebiet von Derivaten, welches sinnvollerweise in der Risikominimierung, jedoch leider auch in der Spekulation befindet, stellt der Derivatemarkt sicherlich ein potenzielles Risiko dar. Hierbei geht das Risiko von seiner Größe, bzw. Unregulierbarkeit aus. Auf den zweiten Blick muss man jedoch auch die Sinnhaftigkeit von Derivaten betrachten. Anhand eines sinnvollen Einsatzes können Derivate gezielt Risiken minieren. Anhand dieser Tatsache sind sie ein essentieller Bestandteil der Finanzwirtschaft – und werden dies auch bleiben. Wahrscheinlich wird ihnen vor allem im Bereich der Geldanlage in Zukunft noch eine größere Bedeutung zukommen.

  5. Ach ja, die guten alten Optionsscheine. Sind die nicht eigentlich schon ausgestorben, sag‘ mal!

    Natürlich sind alle Hebelinstrumente riskant, aber Optionsscheine empfand ich schon immer als besonders intransparent und schwer kontrollierbar.
    Heute war die Vola auf deiner Seite und das Ding klebte fast an der Decke, einen Tag später fraß irgendjemand in deinem Depot den Zeitwert auf. 😀

    Ich denke, mittlerweile kann man die meisten Strategien besser mit Zertifikaten oder Differenzkontrakten umsetzen.

    Beste Grüße

    Oliver

    • „Optionsscheine empfand ich schon immer als besonders intransparent und schwer kontrollierbar“

      Ein solcher Eindruck hängt wahrscheinlich auch immer damit zusammen, wann und wie man Derivate kennengelernt hat. Ich selber bin ja ein „alter Hase“ und habe sämtliche Theorien von Optionen und Optionsscheinen schon vor 35-40 Jahren verinnerlicht. Für mich ist das alles sehr deutlich und in vielen Fällen so intuitiv erfassbar, dass ich kaum auf irgendwelche Kenngrößen gucken muss.

      Anders hingegen die aus meiner Sicht völlig unübersichtliche Vielfalt von Zertifikaten mit phantasievollen Bezeichnungen, deren exakte Funktion sich erst nach intensivem Studium von seitenlangen Bedingungen ergibt.

      Optionen sind aus meiner Sicht die einfachste und direkteste Basis aller Derivate. Alles andere sind nur schön verpackte (und damit teurere und verschleierte) Verkaufsideen der verschiedenen Emittenten.
      Die aber auch durchaus ihre Berechtigung haben! Und die ich ebenfalls handele. Manchmal ist es eben viel praktischer (und mit anderen steuerlichen Effekten verbunden), mal eben eine Aktien-Anleihe zu kaufen, als sich so ein Konstrukt mit Optionen selber zu basteln.

      Gruß, Der Privatier

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