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Kap. 6.12.3: Hinzuverdienst: Einkommensarten und Auswirkungen — 50 Kommentare

    • Ja – auch eine geringfügige Beschäftigung zählt als Hinzuverdienst.
      Und ich denke, es ist auch kein Zufall, dass die Grenze für eine geringfügige Beschäftigung und die Grenze, bis zu der ein vorzeitiger Rentner seine Vollrente beziehen kann, beide bei 450 Euro liegen.
      Damit wird eben gewährleistet, dass ein Rentner noch ohne Abzüge von seiner Rente einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen kann.

      Gruß, Der Privatier

  1. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zählen also in dem Zusammenhang nicht zu den Einkünften.
    Ich betreibe dies aber als selbständige Tätigkeit (zahle also Steuern dafür). Mein Gewerbe trägt den Namen „Vermietung und Verpachtung von Ferienwohnungen“. Zählt der Gewinn daraus in diesem Fall als Zuverdienst?

    • Die Einkünfte aus einem eigenständigen Gewerbe zählen als Hinzuverdienst!

      Die Abgrenzung bei einer Vermietung ist schon einmal etwas schwierig, bei der Vermietung von Ferienwohnungen ist aber wohl in der Tat von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen. Die Tatsache, dass Steuern bezahlt werden, ist dabei eher unerheblich. Das muss ein privater Vermieter auch.

      Von daher – meine Einschätzung: Ja – die Gewinne zählen als Hinzuverdienst.

      Gruß, Der Privatier

  2. Zur Zeit erhalte ich eine Altersrente für Scherbeschädigte. Mit 65 Jahren wird meine Pensionskasse ausgeazhlt. Meine Regelaltersgrenze ist aber 65 +5 Monate.Wird diese Altersvorsorge als Hinzverdienst gerechnet ?
    Fruendliche Grüsse
    M. Bachmann

    • Wenn ich das Prinzip der Einkommensarten beim Hinzuverdienst richtig verstanden habe, zählen nur Einkünfte, die man durch „aktive Arbeit“ erwirbt, egal ob selbständig. gewerblich, freiberuflich, angestellt oder als Mini-Jobber.

      Nicht dazu zählen alle typischen „passiven Einkommen“, also Kapitaleinkünfte, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und sämtliche Rentenarten.
      Insofern sollte die Auszahlung aus der Pensionskasse ebenfalls nicht als Hinzuverdienst zählen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Zählt nur das KV-Brutto oder auch steuerfreie Beträge, wie Auslösung und Sonntagszuschläge in die Hinzuverdienstgrenze?
    Vielen Dank!
    MfG, Elke

  4. Ich kann ab August mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen, habe aber einen Gewerbebetrieb, den ich schon 20 Jahre nebenher betreibe. Ich weis daß ich jetzt nur noch 450 € dazuverdinen darf. Es ist jedoch so, das mal beispielsweise 500 €
    verdient werden und in manchen Monaten deutlich weniger oder nichts.Darf der Jahresdurchschnittsverdienst 450 € nicht überschreiten oder muß ich jeden Monat
    wo ich über 450 € Grenze überschreite der Rentenkasse melden.Ich mache einmal im Jahr eine Einkommenssteuerekärung und weis erst dann was an Einkommen netto übrig bleibt.
    Mfg
    Lutz

    • Die Beurteilung der Hinzuverdienste wird (leider) auf monatlicher Basis durchgeführt. Ist gerade bei einem Selbständigen mit unregelmäßigen Einkünften nicht sehr sinnvoll und auch irgendwie ungerecht.

      Aber es gibt auch ein paar Gestaltungsmöglichkeiten:
      * Es zählt bei Selbständigen immer der Gewinn! Nicht etwa der Umsatz.
      * Zweimal im Jahr (also in 2 Monaten) darf die Grenze bis zum doppelten ausgenutzt werden.
      * Wenn das nicht reicht, bleibt einem Selbständigen ja immer noch die Möglichkeit, bei der Rechnungsschreibung, bei Einkäufen und beim Umfang der Aktivitäten gestaltend einzugreifen.
      * Gerade, wenn man sich an der Grenze bewegt, dürfte das mit nicht allzu großem Aufwand machbar sein.

      Voraussetzung ist aber immer eine zeitnahe (monatliche) Buchführung! Eine jährliche Übersicht im Rahmen der Einkommensteuererklärung ist dann nicht mehr ausreichend.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich bin, als Arbeitsloser, in einer ähnlichen Situation; lediglich die Summe ist niedriger. Die Arbeitsagentur gibt sich bisher mit einer Einschätzung zufrieden und zahlt das ALG „unter Vorbehalt“. Am Ende des Jahres werde ich den Gewinn per Einkommensteuerbescheid nachweisen müssen.

        Für den Hinzuverdienst bei Altersrente gibt es das Formular R0230. Darin steht: „Hiermit erkläre ich, dass ich einen nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelten Gewinn (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Einkünfte aus selbständiger Arbeit) erzielen werde.
        Für die Höhe des voraussichtlichen Gewinns ist eine gewissenhafte Schätzung vorzunehmen (gegebenenfalls Bescheinigung der Steuerberaterin / des Steuerberaters bitte beifügen).
        Der tatsächlich erzielte Gewinn ist anhand des Steuerbescheides nachzuweisen.“

        Da der Steuerbescheid nur einen Jahresgewinn ausweist, wäre der Gewinn doch wieder gemittelt. Die monatliche (Voraus-)Schätzung kann man ja an die 450,- €-Grenze ausrichten.

        Das ist aber nur eine Vermutung. Da ich in 1,5 Jahren ebenfalls in eine vorgezogene Rente mit Abschlägen gehen werde, interessiert mich das Thema ebenfalls sehr.

        Viele Grüße, Hardy

        • Ich möchte die Frage nach dem Hinzuverdienst zur Rente bei einem selbständigen Nebengewebe mit wechselndem Einkommen (Gewinn) noch einmal aufwerfen. Bei mir wird es im Januar 2018 so weit sein.

          Im Formular R0230 wird von einer „gewissenhaften Schätzung“ und von dem „nachzuweisenden Gewinn“ geschrieben.
          Also könnte man doch 440,-/Monat schätzen und den Gesamtjahresgewinn so steuern, dass die 450,- €-Grenze nicht überschritten wird.
          Hat jemand Erfahrungen, wie die DRV mit solchen Fällen umgeht?

          Viele Grüße, Hardy

          • Möglicherweise bietet die „Flexi-Rente“, wenn sie 2017 kommt, eine Erleichterung.
            Das wäre vielleicht ein Thema für ein eigenes Unterkapitel.

            Viele Grüße, Hardy

        • Hardy, ich fürchte wirkliche „Erfahrungen“ werden hier die wenigsten haben. Dafür sind die meisten Leser einfach zu jung.

          Aber noch einmal Danke für die Erinnerung an die evtl. kommenden Änderungen gerade auch für den Hinzuverdienst. Sollten wir im Auge behalten!

          Gruß, Der Privatier

      • Stimmt, Hardy – die Situation als Arbeitsloser ist ähnlich. Habe ich damals auch so erlebt. Allerdings ist der Freibetrag geringer. Waren es 250 Euro? Bin mir nicht mehr ganz sicher…

        Bei mir hat allerdings die Agentur auf eine monatliche Zusammenstellung der Einkünfte und ggfs. Ausgaben (alternativ pauschal) bestanden. Meine Einwände bzgl. der Sinnlosigkeit dieser Methode aufgrund der wechselnden Einkünfte hat man nicht anerkannt und ich hatte damals keine Lust, mich in dieses Thema auch noch weiter hinein zu arbeiten und habe daher einfach akzeptiert.

        @Lutz: Wie genau das Verfahren bei der Rente abläuft, kann ich leider auch nicht sagen. Ich würde hier auf jeden Fall einmal die Rentenberatung in Anspruch nehmen.

        Und es wäre nett, das Ergebnis hier einmal zu veröffentlichen. Es gibt anscheinend einige, auf die das irgendwann auch einmal zukommt (mich eingeschlossen!).

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier, der Freibetrag ist 165,- / Monat.
          Das Problem der wechselnden Einkünfte habe ich auch vorgebracht. Besonders schlimm ist es bei einem Wareneinkauf in dem einen Monat, der vielleicht sogar zu einem negativen Betrag führt und einem Warenverkauf im nächsten Monat, der einen extremen „Gewinn“ erzeugt. Vom „Gewinn“ will die Agentur etwas haben, sich aber nicht am Verlust beteiligen.
          So richtig hat man sich insgesamt nicht dazu geäußert. Man hat aber angekündigt, im Juli eine Gewinn- und Verlustrechnung des ersten Halbjahres anzufordern. Das deutet zumindest auf Mittelwerte über sechs Monate hin.
          Sicherheitshalber sehe ich zu, immer unter der Grenze zu bleiben.
          Viele Grüße, Hardy

        • Ach ja, jetzt erinnere ich mich: 165€/Monat waren es!
          Je nach dem, was man da so als Nebentätigkeit betreibt, ist man da natürlich schnell drüber. Man kann natürlich versuchen, Einkauf und Verkauf ein wenig zu steuern, ist aber bei diesen kleinen Beträgen auch schon schwierig. Ist beim Renten-Hinzuverdienst sicher schon etwas leichter.

          Gruß, Der Privatier

  5. Die Rentenkasse hat mir einen Hinzuverdienst von 1.419 € ausgerechnet. Ich bekomme Sonntagszuschläge, Reisekosten und einen Zuschuss zur Privaten Altersversorgung. Mir ist nicht klar, ob diese Zahlungen auf den Hinzuverdienst draufgerechnet werden können oder ob trotzdem die 1.419 € nicht überschritten werden dürfen. Alle Zahlungen sind Steuer- und sozialversicherungsfrei.

    • Tja – das ist mir auch nicht so klar… und deshalb habe ich einmal nachgesehen.

      Und gefunden habe ich da bei der Deutschen Rentenversicherung in den „Rechtlichen Anweisungen zum Thema SGB VI“ die Ausführungen zum Hinzuverdienst. Dort heißt es dann u.a.:

      „Als Hinzuverdienst sind grundsätzlich sämtliche Zuwendungen des Arbeitgebers zu berücksichtigen, die Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung im Sinne der § 14 SGB IV und § 17 SGB IV i. V. mit der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) und damit dem Grunde nach beitragspflichtig sind.“

      Da schauen wir doch gleich mal in der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) nach, denn dort wird gleich im ersten Paragraphen direkt zu Beginn definiert, was NICHT zum Arbeitsentgelt gehört:
      „Dem Arbeitsentgelt sind nicht zuzurechnen:
      1. einmalige Einnahmen, laufende Zulagen, Zuschläge, Zuschüsse sowie ähnliche Einnahmen, die zusätzlich zu Löhnen oder Gehältern gewährt werden, soweit sie lohnsteuerfrei sind; dies gilt nicht für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge, soweit das Entgelt, auf dem sie berechnet werden, mehr als 25 Euro für jede Stunde beträgt,“

      Also – mein Fazit daraus: SFN-Zuschläge zählen NICHT zum Arbeitsentgelt, solange die Berechnungsgrundlage weniger als 25€/Std. beträgt. Ansonsten doch!

      Meine Schlussfolgerung bestätigt sich dann auch noch einmal in der eingangs zitierten rechtlichen Anweisungen der DRV, denn dort heißt es im weiteren Verlauf:
      „Zum Arbeitsentgelt gehören insbesondere:
      ab 01.07.2006: steuerfreie Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge, soweit sie auf einem Grundlohn von mehr als 25 Euro je Stunde beruhen,“

      Also, noch einmal: Beträgt der Grundlohn weniger als 25€/Std., so zählen SFN Zuschläge nicht zum Arbeitsentgelt und somit auch nicht als Hinzuverdienst bei der Rente.

      Für die anderen fraglichen Bestandteile (Spesen und AV) würde ich bitten in den doch recht umfangreichen Erläuterungen ggfs. selber einmal zu recherchieren.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Privatier !
    Was wäre denn, wenn ich eine Mini GmbH gründe, beispielsweise eine Beratungsfirma. ich bin selbst Geschäftsführer mit einem Monatsgehalt von 450 Euro und einem Weihnachts- und einem Urlaubsgeld von je 450 Euro, die mir die GmbH mir die auszahlt. Die restlichen Einnahmen gehen in die GmbH. Das kapital muss ja nach und nach au 25.000 Euro aufgestockt werden. Nach Erreichen der Regelarbeitsgrenze schüttet die GmbH das Kapital aus oder zahlt mir ein höheres Salär.
    Wäre das eine gestalterische Alternative ?

    • Tja, jetzt müsste ich mich auch noch mit dem GmbH-Recht auskennen…

      Ehrlich gesagt – ich habe keine Ahnung, ob das funktionieren würde. Aus dem Bauch heraus, sehe ich eigentlich kein Problem. Hört sich so an, als könne es funktionieren.

      Ich hätte jetzt höchstens Zweifel, ob sich der Aufwand lohnt!
      Die Gründung und Führung einer GmbH ist ganz sicher mit einigen Auflagen und Hürden verbunden, die natürlich alle zu bewältigen sind, die aber entweder Zeit und/oder Geld kosten. Das dürfte sich also wohl kaum lohnen, wenn wir über Einkünfte reden, die das Maximum des Hinzuverdienstes zur Rente von 450€ nur um ein paar 100€ überschreiten.
      Ich könnte mir vorstellen, dass sich das erst vernünftig rechnet, wenn wir über Einkünfte sprechen, die dann mindestens in etwa dieselbe Größenordnung wie eine gute gesetzliche Rente haben.
      Dann wiederum stellt sich mir die Frage, ob man unter diesen Voraussetzungen nicht einfach (zunächst) auf die Rente verzichtet? Denn: Einkommen wäre ja vorhanden, niemand MUSS die Rente beantragen, die Abschläge für die vorzeitige Inanspruchnahme würden auf Dauer entfallen und wenn die Aufträge plötzlich wegbleiben sollten, kann man sich jederzeit anders entschließen. Läuft der Nebenerwerb hingegen auf Dauer gut, beantragt man die Rente erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze und ist von allen Beschränkungen befreit.

      Aber das sind jetzt, wie gesagt, nur so ein paar vage Gedanken aus dem Bauch heraus. Ohne fundiertes Wissen.

      Gruß, Der Privatier

      • Es kann sich durchaus lohnen, wenn man deutlich höhere Einnahmen hat. Das Gründen einer Klein-GmbH ist auch kein Problem.
        Warum soll man auf einen großen Teil seiner Rente verzichten, wemn es eine andere Lösung gäbe?
        Nun kommt es darauf an, was die künftige Flexi-Rente bringt.
        Dann sind 6.300 Euto frei. Von jedem Euro darüber müssen dann 40 Ct in die Rentenkasse, was hoffentlich die Rente ein wenig erhöht. Was aber noch für Haken enthalten sind, bleibt abzuwarten!

        • Die 6300 Euro jährlich sind das gleiche wie die 450€ monatlich jetzt auch + die zwei Monate im Jahr wo man das doppelte verdienen darf (14*450€). Am Freibetrag hat sich also nichts geändert – nur dass es jetzt jährlich betrachtet wird und nicht mehr monatlich, was Saisonarbeitern zugute kommt.

        • Hallo Siggih,

          Bei der neuen Flexirente werden von jedem Euro über 6300,- € 40% auf die Rente angerechnet.
          Pro Euro über der Grenze werden also 40 Ct von der Rente abgezogen.

          Viele Grüße, Hardy

          • Danke für die Antwort! Für mich ist noch folgende Frage ungeklärt:
            Ich beantrage die Rente mit 63, arbeite zu 2/3 weiter und zahle die 40% an die rentenkasse zurück – soweit ok ! Ich habe noch gute Einnahmen aus einer Dozententätigkeit. Wenn ich eine Mini GmbH (UG mit 1 Euro Einlage) gründe und die Einnahmen in die GmbH fließen lasse und nichts an mich auszahle – zählt das mit zum Einkommen, das auf die Rente angerechnet würde ?
            Viele Grüße, Siggi

          • Hallo Siggi,

            das Formular zur Erklärung des Hinzuverdienstes heißt R0230; dort steht:

            „Erklärung über steuerrechtlichen Gewinn ab Rentenbeginn
            Hiermit erkläre ich, dass ich einen nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelten Gewinn (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Einkünfte aus selbständiger Arbeit) erzielen werde.
            Für die Höhe des voraussichtlichen Gewinns ist eine gewissenhafte Schätzung vorzunehmen (gegebenenfalls Bescheinigung der Steuerberaterin / des Steuerberaters bitte beifügen).
            Der tatsächlich erzielte Gewinn ist anhand des Steuerbescheides nachzuweisen.“

            Eine UG muss aber eine Bilanz erstellt werden. Wie die Gewinnrückführung in Bezug auf Flexirente zu betrachten ist, würde mich auch interessieren.
            Eventuell wäre das eine Möglichkeit, Gewinne erst nach Auflösung der UG und in der Zeit nach Erreichen der Altersrente zu realisieren.

            Viele Grüße, Hardy

  7. Ich bekomme eine Erwerbsminderungsrente. Meine Hinzuverdienstgrenze beträgt 450€.
    Da mir von der Rente nach Abzug Miete und Nebenkosten nicht mehr viel übrig bleibt habe ich nun einen 450,-€ Job angenommen.
    Vor kurzem hat mich mein Versicherungsvertreter aufmerksam gemacht, dass ich vor Jahren eine Berufsunfähigkeitsrente abgeschlossen habe.
    Nach Überprüfung usw. bekomme ich von meine privaten BU Versicherung einen Monatl. Betrag von ca.170,- €. Wird mir die 170,-€ als Hinzuverdienst angerechnet.

    • Ich bin mir zwar nicht so ganz 100%ig sicher, weil ich mich mit den besonderen Regelungen zur Erwerbsminderungsrente noch nie befasst habe, aber wenn man einfach einmal davon ausgeht, dass dies ähnlich zur „normalen“ Rente geregelt ist, dann dürften Rentenzahlungen nicht als Hinzuverdienst zählen.

      Klassischer Hinzuverdienst wird immer nur durch Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen (egal ob angestellt oder selbständig) erzielt.

      Gruß, Der Privatier

  8. Ich bin am 1.Oktober 2015 mit 63 Jahren und 45 Berufsjahren in Rente gegangen. Mein Taxi habe ich mit einem Fahrer besetzt und weiterlaufen lassen, um die Finanzierung des Taxis abzudecken. Einen monatlicher Gewinn von 450 € durfte ich ja erreichen. Im November habe ich die Grenze überschritten, da ich ja 2x im Jahr auch 900 € dazuverdienen darf. Mir wurde von der Rentenkasse gesagt, dass ich nicht mit 900 € anfangen darf und die Rente wurde um die Hälfte gekürzt.Im Juli 2016 habe ich mein Einkommensteuerbescheid der Rentenkasse zugeschickt,mein Gewinn wurde durch 12 geteilt und ich bekam eine Anhörung, mir stehe keine Rente zu da mein monatliches Einkommen zu hoch sei. Bis Oktober habe ich voll gearbeitet, kann mein Gewinn bis Ende September mir als Nebeneinkünfte angerechnet werden.

    • Von meinem Gefühl her halte ich die Anrechnung der Einkünfte VOR dem Rentenbeginn für nicht zulässig. Allerdings habe ich mich bisher noch nicht darum gekümmert, welche speziellen Regeln es für das erste Rentenjahr gibt und kann das daher leider nicht beantworten.

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo, ich überlege, ob ich mit 63 mit Abschlägen in Rente gehen soll, Habe aber dann Einkünfte aus Ferienwohnungsvermietung. Ich habe oben schon gelesen, dass Sie
    denken, dass dies nicht als Vermietung und Verpachtung zählt sondern als gewerbliche Einkünfte. Gibt es da sichere Erkenntnisse, denn dann könnte es unter
    Umständen für mich günstiger sein, erst mit Regelalter in Rente zu gehen. Die neuen
    Hinzuverdienstgrenzen habe ich in ihrem neuen Artikel zur Flexi-Rente gelesen.
    Vielen Dank schon einmal für die kompakte und verständliche Übersicht.

    • Ich würde die Frage einmal recht pragmatisch angehen:

      * Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zählen nicht als Hinzuverdienst (kann man in irgendeiner Broschüre der RV nachlesen).
      * Gewerbliche Einkünfte hingegen doch.
      * Es bleibt also die Frage: „Was ist es?“ V&V oder Gewerbe?

      Meiner (unmaßgeblichen) Meinung nach zählt das Vermieten einer (oder mehrerer) Ferienwohnung(en) eher zum Gewerbe. Aber ein Blick in den Steuerbescheid der vergangenen Jahre sollte da eher helfen. Und dann würde ich keine Veranlassung sehen, von der jahrelang geübten Zuordnung dieser Einkünfte in Zukunft abzuweichen.

      Gruß, Der Privatier

  10. Bei einem Hinzuverdienst von 450 Euro rechnen Spesen mit als Einkommen dazu oder sind sie von den 450 Euro unabhängig.

    • Spesen sind steuer- und sozialabgabenfrei und zählen daher nicht zum Einkommen.

      Faustformel: Zum Hinzuverdienst zählt nur das Arbeitseinkommen, also alles was durch selbständige oder nichtselbständige Arbeit erwirtschaftet wird.

      Gruß, Der Privatier

  11. Hans sagt:
    Ich habe in meinem Zweifamilienhaus eine Wohnung vermietet Mieteinkünfte Monatlich
    400€. Wie sind jetzt Mieteinkünfte zu sehen, gelten sie als Hinzuverdienst oder nicht

    • Auch hier gilt die Faustformel: Zum Hinzuverdienst zählt nur das Arbeitseinkommen, also alles was durch selbständige oder nichtselbständige Arbeit erwirtschaftet wird. Einkünfte aus der Vermietung einer Wohnung gehören nicht dazu.

      Anderes sieht das allerdings aus, wenn die Vermietung gewerblich erfolgt! Bei einer Wohnung im eigenen Zweifamilienhaus ist dies wohl kaum anzunehmen, aber generell kann die Abgrenzung schon einmal schwierig werden.

      Gruß, Der Privatier

  12. Meine Ehefrau möchte zum 31.12.2018 in Rente gehen mit Abschlag. Sie ist nebenbei noch bei einer Firma beteiligt, die sie dann aber auch zum 31.12.18 aufgibt. Sie bekommt aber dann noch einen Tnteil am Aufgabegewinn. Wird dieser auf die Rente angerechnet?

    • Ja, auch der Gewinn aus der Aufgabe einer Selbständigkeit zählt „ganz normal“ zu den Einkünften aus einer selbständigen Tätigkeit und wird daher mit einer vorzeitigen Rente verrechnet.

      Dabei wären jetzt aber auch die Höhe und der Termin zu beachten. Mit dem neuen Flexirentengesetz können bis zu 6.300€ pro Jahr unschädlich hinzu verdient werden. Alles darüber wird zu 40% angerechnet.

      Außerdem ist der Termin entscheidend. Wenn der Gewinn noch in 2018 zufließt, zählt er auch nur für das Jahr 2018. Für die Rente ab 2019 daher ohne Belang.

      Es wäre bei einem über 6.300€ liegenden Gewinn daher zu prüfen, ob der Gewinn möglichst bereits vor dem Rentenbeginn anfällt.
      Oder – andere Möglichkeit: Erst nach Beginn der regulären Altersrente. Dann kann in beliebiger Höhe hinzuverdient werden.

      Gruß, Der Privatier

  13. Ich habe vor 2 Jahren mit 63 Jahre und 35jahre bezahlte Renten.und krankenversich.beitraege,kleine Rente von 500€ bekommen.verdiene ich noch 450€ monatlich zu.Wie hoch darf meine Ersparnisse an Bank,sparbuch in einem Jahr sein,weil meine Mutter wollte zu mir ihre Ersparnisse schenken.danke

    • Die oben beschriebenen Hinzuverdienstgrenzen beziehen sich immer nur auf Arbeitseinkommen, also Einkommen, welches man durch „Arbeit“ erzielt (selbständig oder angestellt).
      Andere Einkünfte oder gar Vermögen spielen dabei keine Rolle.

      Gruß, Der Privatier

  14. Ich bin 63 Jahre alt und seit 01.06.2017 in Rente.
    Mein ehemaliger Arbeitgeber möchte mich im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung für zwei Wochen in China einsetzen. Für diesen Einsatz wurde eine Vergütung von 3.600.- € vereinbart. Abzüglich der Steuer erhalte ich dann ein Nettogehalt von ca. 3.150.- €.
    Voraussichtlich kommt es danach zu einem weiteren Einsatz, mit der gleichen Vergütung, so dass ich Brutto 7.200.- € und Netto ca. 6.300.- € dazuverdienen würde.
    Netto wäre ich noch im Bereich der Hinzuverdienstgrenze, Brutto darüber.
    Zählt als Hinzuverdienst nun das Brutto- oder das Nettogehalt?

  15. Ich gehe zum 1.12.2017 in die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (Rente mit 63). Wie hoch ist die Hinzuverdienstgrenze für den Dezember 2017? Kann ich da bis zu 6.300 € hinzuverdienen, also die hinzuverdienstgrenze in nur einem Monat voll ausschöpfen?

    • Ganz spontan glaube ich, dass das funktionieren sollte. Das ist ja gerade eine der Änderungen der neuen Flexirente (Details dazu im Beitrag über die Flexirente), dass nicht mehr einzelne Monate betrachtet werden (wie das bisher war), sondern das Jahreseinkommen betrachtet wird. Und zwar unabhängig davon, wie es sich auf die Monate verteilt. Das kann also auch in einem Monat anfallen.

      Allerdings möchte ich die Aussage etwas einschränken, denn ich bin mir nicht sicher, wie das für einen Neu-Renter gerechnet wird. Überhaupt scheint es selbst bei der Rentenversicherung bzw. bei deren Mitarbeiter noch einige Unsicherheiten zu geben, wie das neue Gesetz im Detail umzusetzen ist.

      Meine Empfehlung daher: Für den geplanten Rentenbeginn wird es ja ohnehin bald Zeit für den Rentenantrag. Ich würde diesen in einer Beratungsstelle der Rentenversicherung stellen und dabei die Fragen nach dem Hinzuverdienst gleich mit klären.

      Wenn vorab eine etwas klarere Antwort also die meine gewünscht ist, kann ich das Forum der Rentenversicherung empfehlen. Die dort gerade neu installierte Foren-Software macht zwar eher den Eindruck, als stamme sie aus der Mottenkiste, aber dafür sind die Antworten meistens qualitativ sehr gut. Wenn man denn das Glück hat, dass sich ein Experte mit der Frage befasst.

      Gruß, Der Privatier

    • Die Sache mit der Flexirente habe ich so verstanden:
      Wenn der Hinzuverdienst nicht genau bestimmt ist, wie beim 450,- Euro-Job, schätzt man den monatlichen Hinzuverdienst für die Zukunft. Auf Basis dieser Angabe wird der Rentenabzug berechnet.
      Nach Vorliegen des Einkommensteuerbescheides des vergangenen Jahres steht der Hinzuverdienst fest und es erfolgt eine Ausgleichszahlung oder Rückzahlung.

      Wenn Du für Dezember jetzt 500,- € schätzt und die Logik so angewendet wird, müsste es funktionieren.

      Das Verfahren der Rentenversicherung finde ich fair; schwieriger wird es wohl mit der Krankenversicherung.

      Viele Grüße, Hardy (ab 1.1.2018 in Rente)

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