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Kap. 6.12: Hinzuverdienst und Flexirente — 104 Kommentare

  1. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zählen also in dem Zusammenhang nicht zu den Einkünften.
    Ich betreibe dies aber als selbständige Tätigkeit (zahle also Steuern dafür). Mein Gewerbe trägt den Namen „Vermietung und Verpachtung von Ferienwohnungen“. Zählt der Gewinn daraus in diesem Fall als Zuverdienst?

    • Die Einkünfte aus einem eigenständigen Gewerbe zählen als Hinzuverdienst!

      Die Abgrenzung bei einer Vermietung ist schon einmal etwas schwierig, bei der Vermietung von Ferienwohnungen ist aber wohl in der Tat von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen. Die Tatsache, dass Steuern bezahlt werden, ist dabei eher unerheblich. Das muss ein privater Vermieter auch.

      Von daher – meine Einschätzung: Ja – die Gewinne zählen als Hinzuverdienst.

      Gruß, Der Privatier

  2. Zur Zeit erhalte ich eine Altersrente für Scherbeschädigte. Mit 65 Jahren wird meine Pensionskasse ausgeazhlt. Meine Regelaltersgrenze ist aber 65 +5 Monate.Wird diese Altersvorsorge als Hinzverdienst gerechnet ?
    Fruendliche Grüsse
    M. Bachmann

    • Wenn ich das Prinzip der Einkommensarten beim Hinzuverdienst richtig verstanden habe, zählen nur Einkünfte, die man durch „aktive Arbeit“ erwirbt, egal ob selbständig. gewerblich, freiberuflich, angestellt oder als Mini-Jobber.

      Nicht dazu zählen alle typischen „passiven Einkommen“, also Kapitaleinkünfte, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und sämtliche Rentenarten.
      Insofern sollte die Auszahlung aus der Pensionskasse ebenfalls nicht als Hinzuverdienst zählen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Zählt nur das KV-Brutto oder auch steuerfreie Beträge, wie Auslösung und Sonntagszuschläge in die Hinzuverdienstgrenze?
    Vielen Dank!
    MfG, Elke

  4. Ich kann ab August mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen, habe aber einen Gewerbebetrieb, den ich schon 20 Jahre nebenher betreibe. Ich weis daß ich jetzt nur noch 450 € dazuverdinen darf. Es ist jedoch so, das mal beispielsweise 500 €
    verdient werden und in manchen Monaten deutlich weniger oder nichts.Darf der Jahresdurchschnittsverdienst 450 € nicht überschreiten oder muß ich jeden Monat
    wo ich über 450 € Grenze überschreite der Rentenkasse melden.Ich mache einmal im Jahr eine Einkommenssteuerekärung und weis erst dann was an Einkommen netto übrig bleibt.
    Mfg
    Lutz

    • Die Beurteilung der Hinzuverdienste wird (leider) auf monatlicher Basis durchgeführt. Ist gerade bei einem Selbständigen mit unregelmäßigen Einkünften nicht sehr sinnvoll und auch irgendwie ungerecht.

      Aber es gibt auch ein paar Gestaltungsmöglichkeiten:
      * Es zählt bei Selbständigen immer der Gewinn! Nicht etwa der Umsatz.
      * Zweimal im Jahr (also in 2 Monaten) darf die Grenze bis zum doppelten ausgenutzt werden.
      * Wenn das nicht reicht, bleibt einem Selbständigen ja immer noch die Möglichkeit, bei der Rechnungsschreibung, bei Einkäufen und beim Umfang der Aktivitäten gestaltend einzugreifen.
      * Gerade, wenn man sich an der Grenze bewegt, dürfte das mit nicht allzu großem Aufwand machbar sein.

      Voraussetzung ist aber immer eine zeitnahe (monatliche) Buchführung! Eine jährliche Übersicht im Rahmen der Einkommensteuererklärung ist dann nicht mehr ausreichend.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich bin, als Arbeitsloser, in einer ähnlichen Situation; lediglich die Summe ist niedriger. Die Arbeitsagentur gibt sich bisher mit einer Einschätzung zufrieden und zahlt das ALG „unter Vorbehalt“. Am Ende des Jahres werde ich den Gewinn per Einkommensteuerbescheid nachweisen müssen.

        Für den Hinzuverdienst bei Altersrente gibt es das Formular R0230. Darin steht: „Hiermit erkläre ich, dass ich einen nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelten Gewinn (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Einkünfte aus selbständiger Arbeit) erzielen werde.
        Für die Höhe des voraussichtlichen Gewinns ist eine gewissenhafte Schätzung vorzunehmen (gegebenenfalls Bescheinigung der Steuerberaterin / des Steuerberaters bitte beifügen).
        Der tatsächlich erzielte Gewinn ist anhand des Steuerbescheides nachzuweisen.“

        Da der Steuerbescheid nur einen Jahresgewinn ausweist, wäre der Gewinn doch wieder gemittelt. Die monatliche (Voraus-)Schätzung kann man ja an die 450,- €-Grenze ausrichten.

        Das ist aber nur eine Vermutung. Da ich in 1,5 Jahren ebenfalls in eine vorgezogene Rente mit Abschlägen gehen werde, interessiert mich das Thema ebenfalls sehr.

        Viele Grüße, Hardy

        • Ich möchte die Frage nach dem Hinzuverdienst zur Rente bei einem selbständigen Nebengewebe mit wechselndem Einkommen (Gewinn) noch einmal aufwerfen. Bei mir wird es im Januar 2018 so weit sein.

          Im Formular R0230 wird von einer „gewissenhaften Schätzung“ und von dem „nachzuweisenden Gewinn“ geschrieben.
          Also könnte man doch 440,-/Monat schätzen und den Gesamtjahresgewinn so steuern, dass die 450,- €-Grenze nicht überschritten wird.
          Hat jemand Erfahrungen, wie die DRV mit solchen Fällen umgeht?

          Viele Grüße, Hardy

          • Möglicherweise bietet die „Flexi-Rente“, wenn sie 2017 kommt, eine Erleichterung.
            Das wäre vielleicht ein Thema für ein eigenes Unterkapitel.

            Viele Grüße, Hardy

        • Hardy, ich fürchte wirkliche „Erfahrungen“ werden hier die wenigsten haben. Dafür sind die meisten Leser einfach zu jung.

          Aber noch einmal Danke für die Erinnerung an die evtl. kommenden Änderungen gerade auch für den Hinzuverdienst. Sollten wir im Auge behalten!

          Gruß, Der Privatier

      • Stimmt, Hardy – die Situation als Arbeitsloser ist ähnlich. Habe ich damals auch so erlebt. Allerdings ist der Freibetrag geringer. Waren es 250 Euro? Bin mir nicht mehr ganz sicher…

        Bei mir hat allerdings die Agentur auf eine monatliche Zusammenstellung der Einkünfte und ggfs. Ausgaben (alternativ pauschal) bestanden. Meine Einwände bzgl. der Sinnlosigkeit dieser Methode aufgrund der wechselnden Einkünfte hat man nicht anerkannt und ich hatte damals keine Lust, mich in dieses Thema auch noch weiter hinein zu arbeiten und habe daher einfach akzeptiert.

        @Lutz: Wie genau das Verfahren bei der Rente abläuft, kann ich leider auch nicht sagen. Ich würde hier auf jeden Fall einmal die Rentenberatung in Anspruch nehmen.

        Und es wäre nett, das Ergebnis hier einmal zu veröffentlichen. Es gibt anscheinend einige, auf die das irgendwann auch einmal zukommt (mich eingeschlossen!).

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier, der Freibetrag ist 165,- / Monat.
          Das Problem der wechselnden Einkünfte habe ich auch vorgebracht. Besonders schlimm ist es bei einem Wareneinkauf in dem einen Monat, der vielleicht sogar zu einem negativen Betrag führt und einem Warenverkauf im nächsten Monat, der einen extremen „Gewinn“ erzeugt. Vom „Gewinn“ will die Agentur etwas haben, sich aber nicht am Verlust beteiligen.
          So richtig hat man sich insgesamt nicht dazu geäußert. Man hat aber angekündigt, im Juli eine Gewinn- und Verlustrechnung des ersten Halbjahres anzufordern. Das deutet zumindest auf Mittelwerte über sechs Monate hin.
          Sicherheitshalber sehe ich zu, immer unter der Grenze zu bleiben.
          Viele Grüße, Hardy

        • Ach ja, jetzt erinnere ich mich: 165€/Monat waren es!
          Je nach dem, was man da so als Nebentätigkeit betreibt, ist man da natürlich schnell drüber. Man kann natürlich versuchen, Einkauf und Verkauf ein wenig zu steuern, ist aber bei diesen kleinen Beträgen auch schon schwierig. Ist beim Renten-Hinzuverdienst sicher schon etwas leichter.

          Gruß, Der Privatier

  5. Die Rentenkasse hat mir einen Hinzuverdienst von 1.419 € ausgerechnet. Ich bekomme Sonntagszuschläge, Reisekosten und einen Zuschuss zur Privaten Altersversorgung. Mir ist nicht klar, ob diese Zahlungen auf den Hinzuverdienst draufgerechnet werden können oder ob trotzdem die 1.419 € nicht überschritten werden dürfen. Alle Zahlungen sind Steuer- und sozialversicherungsfrei.

    • Tja – das ist mir auch nicht so klar… und deshalb habe ich einmal nachgesehen.

      Und gefunden habe ich da bei der Deutschen Rentenversicherung in den „Rechtlichen Anweisungen zum Thema SGB VI“ die Ausführungen zum Hinzuverdienst. Dort heißt es dann u.a.:

      „Als Hinzuverdienst sind grundsätzlich sämtliche Zuwendungen des Arbeitgebers zu berücksichtigen, die Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung im Sinne der § 14 SGB IV und § 17 SGB IV i. V. mit der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) und damit dem Grunde nach beitragspflichtig sind.“

      Da schauen wir doch gleich mal in der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) nach, denn dort wird gleich im ersten Paragraphen direkt zu Beginn definiert, was NICHT zum Arbeitsentgelt gehört:
      „Dem Arbeitsentgelt sind nicht zuzurechnen:
      1. einmalige Einnahmen, laufende Zulagen, Zuschläge, Zuschüsse sowie ähnliche Einnahmen, die zusätzlich zu Löhnen oder Gehältern gewährt werden, soweit sie lohnsteuerfrei sind; dies gilt nicht für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge, soweit das Entgelt, auf dem sie berechnet werden, mehr als 25 Euro für jede Stunde beträgt,“

      Also – mein Fazit daraus: SFN-Zuschläge zählen NICHT zum Arbeitsentgelt, solange die Berechnungsgrundlage weniger als 25€/Std. beträgt. Ansonsten doch!

      Meine Schlussfolgerung bestätigt sich dann auch noch einmal in der eingangs zitierten rechtlichen Anweisungen der DRV, denn dort heißt es im weiteren Verlauf:
      „Zum Arbeitsentgelt gehören insbesondere:
      ab 01.07.2006: steuerfreie Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge, soweit sie auf einem Grundlohn von mehr als 25 Euro je Stunde beruhen,“

      Also, noch einmal: Beträgt der Grundlohn weniger als 25€/Std., so zählen SFN Zuschläge nicht zum Arbeitsentgelt und somit auch nicht als Hinzuverdienst bei der Rente.

      Für die anderen fraglichen Bestandteile (Spesen und AV) würde ich bitten in den doch recht umfangreichen Erläuterungen ggfs. selber einmal zu recherchieren.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Privatier !
    Was wäre denn, wenn ich eine Mini GmbH gründe, beispielsweise eine Beratungsfirma. ich bin selbst Geschäftsführer mit einem Monatsgehalt von 450 Euro und einem Weihnachts- und einem Urlaubsgeld von je 450 Euro, die mir die GmbH mir die auszahlt. Die restlichen Einnahmen gehen in die GmbH. Das kapital muss ja nach und nach au 25.000 Euro aufgestockt werden. Nach Erreichen der Regelarbeitsgrenze schüttet die GmbH das Kapital aus oder zahlt mir ein höheres Salär.
    Wäre das eine gestalterische Alternative ?

    • Tja, jetzt müsste ich mich auch noch mit dem GmbH-Recht auskennen…

      Ehrlich gesagt – ich habe keine Ahnung, ob das funktionieren würde. Aus dem Bauch heraus, sehe ich eigentlich kein Problem. Hört sich so an, als könne es funktionieren.

      Ich hätte jetzt höchstens Zweifel, ob sich der Aufwand lohnt!
      Die Gründung und Führung einer GmbH ist ganz sicher mit einigen Auflagen und Hürden verbunden, die natürlich alle zu bewältigen sind, die aber entweder Zeit und/oder Geld kosten. Das dürfte sich also wohl kaum lohnen, wenn wir über Einkünfte reden, die das Maximum des Hinzuverdienstes zur Rente von 450€ nur um ein paar 100€ überschreiten.
      Ich könnte mir vorstellen, dass sich das erst vernünftig rechnet, wenn wir über Einkünfte sprechen, die dann mindestens in etwa dieselbe Größenordnung wie eine gute gesetzliche Rente haben.
      Dann wiederum stellt sich mir die Frage, ob man unter diesen Voraussetzungen nicht einfach (zunächst) auf die Rente verzichtet? Denn: Einkommen wäre ja vorhanden, niemand MUSS die Rente beantragen, die Abschläge für die vorzeitige Inanspruchnahme würden auf Dauer entfallen und wenn die Aufträge plötzlich wegbleiben sollten, kann man sich jederzeit anders entschließen. Läuft der Nebenerwerb hingegen auf Dauer gut, beantragt man die Rente erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze und ist von allen Beschränkungen befreit.

      Aber das sind jetzt, wie gesagt, nur so ein paar vage Gedanken aus dem Bauch heraus. Ohne fundiertes Wissen.

      Gruß, Der Privatier

      • Es kann sich durchaus lohnen, wenn man deutlich höhere Einnahmen hat. Das Gründen einer Klein-GmbH ist auch kein Problem.
        Warum soll man auf einen großen Teil seiner Rente verzichten, wemn es eine andere Lösung gäbe?
        Nun kommt es darauf an, was die künftige Flexi-Rente bringt.
        Dann sind 6.300 Euto frei. Von jedem Euro darüber müssen dann 40 Ct in die Rentenkasse, was hoffentlich die Rente ein wenig erhöht. Was aber noch für Haken enthalten sind, bleibt abzuwarten!

        • Die 6300 Euro jährlich sind das gleiche wie die 450€ monatlich jetzt auch + die zwei Monate im Jahr wo man das doppelte verdienen darf (14*450€). Am Freibetrag hat sich also nichts geändert – nur dass es jetzt jährlich betrachtet wird und nicht mehr monatlich, was Saisonarbeitern zugute kommt.

        • Hallo Siggih,

          Bei der neuen Flexirente werden von jedem Euro über 6300,- € 40% auf die Rente angerechnet.
          Pro Euro über der Grenze werden also 40 Ct von der Rente abgezogen.

          Viele Grüße, Hardy

          • Danke für die Antwort! Für mich ist noch folgende Frage ungeklärt:
            Ich beantrage die Rente mit 63, arbeite zu 2/3 weiter und zahle die 40% an die rentenkasse zurück – soweit ok ! Ich habe noch gute Einnahmen aus einer Dozententätigkeit. Wenn ich eine Mini GmbH (UG mit 1 Euro Einlage) gründe und die Einnahmen in die GmbH fließen lasse und nichts an mich auszahle – zählt das mit zum Einkommen, das auf die Rente angerechnet würde ?
            Viele Grüße, Siggi

          • Hallo Siggi,

            das Formular zur Erklärung des Hinzuverdienstes heißt R0230; dort steht:

            „Erklärung über steuerrechtlichen Gewinn ab Rentenbeginn
            Hiermit erkläre ich, dass ich einen nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelten Gewinn (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Einkünfte aus selbständiger Arbeit) erzielen werde.
            Für die Höhe des voraussichtlichen Gewinns ist eine gewissenhafte Schätzung vorzunehmen (gegebenenfalls Bescheinigung der Steuerberaterin / des Steuerberaters bitte beifügen).
            Der tatsächlich erzielte Gewinn ist anhand des Steuerbescheides nachzuweisen.“

            Eine UG muss aber eine Bilanz erstellt werden. Wie die Gewinnrückführung in Bezug auf Flexirente zu betrachten ist, würde mich auch interessieren.
            Eventuell wäre das eine Möglichkeit, Gewinne erst nach Auflösung der UG und in der Zeit nach Erreichen der Altersrente zu realisieren.

            Viele Grüße, Hardy

  7. Ich bin mir zwar nicht so ganz 100%ig sicher, weil ich mich mit den besonderen Regelungen zur Erwerbsminderungsrente noch nie befasst habe, aber wenn man einfach einmal davon ausgeht, dass dies ähnlich zur „normalen“ Rente geregelt ist, dann dürften Rentenzahlungen nicht als Hinzuverdienst zählen.

    Klassischer Hinzuverdienst wird immer nur durch Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen (egal ob angestellt oder selbständig) erzielt.

    Gruß, Der Privatier

  8. Ich bin am 1.Oktober 2015 mit 63 Jahren und 45 Berufsjahren in Rente gegangen. Mein Taxi habe ich mit einem Fahrer besetzt und weiterlaufen lassen, um die Finanzierung des Taxis abzudecken. Einen monatlicher Gewinn von 450 € durfte ich ja erreichen. Im November habe ich die Grenze überschritten, da ich ja 2x im Jahr auch 900 € dazuverdienen darf. Mir wurde von der Rentenkasse gesagt, dass ich nicht mit 900 € anfangen darf und die Rente wurde um die Hälfte gekürzt.Im Juli 2016 habe ich mein Einkommensteuerbescheid der Rentenkasse zugeschickt,mein Gewinn wurde durch 12 geteilt und ich bekam eine Anhörung, mir stehe keine Rente zu da mein monatliches Einkommen zu hoch sei. Bis Oktober habe ich voll gearbeitet, kann mein Gewinn bis Ende September mir als Nebeneinkünfte angerechnet werden.

    • Von meinem Gefühl her halte ich die Anrechnung der Einkünfte VOR dem Rentenbeginn für nicht zulässig. Allerdings habe ich mich bisher noch nicht darum gekümmert, welche speziellen Regeln es für das erste Rentenjahr gibt und kann das daher leider nicht beantworten.

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Privatier,

    trotz der Bürokratie finde ich die neue Regelung besser und flexibler.
    Für angestellte Rentner mit 450,- Euro-Jobs ändert sich finanziell nichts, für nebenberuflich selbständige Rentner mit schwankenden Einkünften ergibt sich eine deutliche Verbesserung gegenüber der früheren Regelung mit festen Grenzen.

    Viele Grüße, Hardy

    • Mir gefällt die neue Regelung sogar ausgesprochen gut!

      Aber nicht nur für den nebenberuflich Selbständigen ergeben sich Vorteile. Es ist natürlich richtig, dass sich für den Minijobber mit 450€/Monat gar nichts ändert. Aber er hätte jetzt die Möglichkeit, ohne allzu große Nachteile, diesen Job etwas auszudehnen. Wie im Beitrag oben z.B. auf 600€/Monat. Der Nachteil bei der Rente wäre zu verschmerzen, gleichzeitig könnten die Rentenansprüche durch den zusätzlichen Verdienst noch gesteigert werden. Dies ist übrigens auch Bestandteil der neuen Regelung (s. zweiter Punkt meiner obigen Liste).

      Gruß, Der Privatier

  10. Zählen bei der vorzeitigen Altersrente und 450 Euro Minijob die SFN-Zuschläge zum Arbeitsentgelt dazu?

  11. Hallo Privatier,

    wenn ich das neue System der Flexi-Rentenberechnung richtig verstehe, ist es für Gutverdiener aber eine deutliche Verschlechterung gegenüber der alten Regelung:
    Beispiel: bei einer 50%-Teilrente in Höhe von 900,- EUR lag der max. mögliche Zuverdienst bei 3.420,-/Monat = 47880,- EUR/Jahr (3.420,-*14). Bis zu dieser Grenze bestand Anspruch auf die Teilrente in Höhe von 900,- EUR. Nach der jetzigen Regelung sieht es so aus, dass beim gleichen Jahreseinkommen von 47880,- nur noch ein Anspruch auf 414,- EUR Teilrente pro Monat besteht. Das sind 486,-EUR/Monat weniger als nach der alten Regelung. Damit dürfte der Anreiz für Gutverdiener, länger zu arbeiten, durch die neuen Regelungen eher geringer sein. Sehe ich das richtig oder habe ich da irgendwo einen Denk- oder Rechenfehler? (die Daten sind einem aktuellen Rentenbescheid entnommen)

    Viele Grüße

    • Ich habe die Zahlen jetzt nicht nachgerechnet, aber von der Überlegung her sollte es korrekt sein.

      Das Problem liegt in der Tat darin, dass in der „alten“ Regelung eine Komponente enthalten war, die den Hinzuverdienst von dem früheren Einkommen anhängig gemacht hat: Wer früher mehr verdient hat, durfte dies auch bei der vorzeitigen Rente.

      Diese Komponente scheint bei der zukünftigen Flexirente zu fehlen. Und damit dürften dann alle gleich viel hinzuverdienen. Oder anders gesagt: Die Gutverdienenden stehen sich schlechter.

      Das frühere Einkommen wird allerdings noch bei der maximalen Obergrenze berücksichtigt. Wird diese nämlich überschritten, wird der darüber liegende Anteil vollständig auf die Rente angerechnet. Details zu dieser Regel finden sich im o.g. Link.

      Gruß, Der Privatier

  12. Hallo, ich überlege, ob ich mit 63 mit Abschlägen in Rente gehen soll, Habe aber dann Einkünfte aus Ferienwohnungsvermietung. Ich habe oben schon gelesen, dass Sie
    denken, dass dies nicht als Vermietung und Verpachtung zählt sondern als gewerbliche Einkünfte. Gibt es da sichere Erkenntnisse, denn dann könnte es unter
    Umständen für mich günstiger sein, erst mit Regelalter in Rente zu gehen. Die neuen
    Hinzuverdienstgrenzen habe ich in ihrem neuen Artikel zur Flexi-Rente gelesen.
    Vielen Dank schon einmal für die kompakte und verständliche Übersicht.

    • Ich würde die Frage einmal recht pragmatisch angehen:

      * Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zählen nicht als Hinzuverdienst (kann man in irgendeiner Broschüre der RV nachlesen).
      * Gewerbliche Einkünfte hingegen doch.
      * Es bleibt also die Frage: „Was ist es?“ V&V oder Gewerbe?

      Meiner (unmaßgeblichen) Meinung nach zählt das Vermieten einer (oder mehrerer) Ferienwohnung(en) eher zum Gewerbe. Aber ein Blick in den Steuerbescheid der vergangenen Jahre sollte da eher helfen. Und dann würde ich keine Veranlassung sehen, von der jahrelang geübten Zuordnung dieser Einkünfte in Zukunft abzuweichen.

      Gruß, Der Privatier

  13. Bei einem Hinzuverdienst von 450 Euro rechnen Spesen mit als Einkommen dazu oder sind sie von den 450 Euro unabhängig.

    • Spesen sind steuer- und sozialabgabenfrei und zählen daher nicht zum Einkommen.

      Faustformel: Zum Hinzuverdienst zählt nur das Arbeitseinkommen, also alles was durch selbständige oder nichtselbständige Arbeit erwirtschaftet wird.

      Gruß, Der Privatier

  14. Hans sagt:
    Ich habe in meinem Zweifamilienhaus eine Wohnung vermietet Mieteinkünfte Monatlich
    400€. Wie sind jetzt Mieteinkünfte zu sehen, gelten sie als Hinzuverdienst oder nicht

    • Auch hier gilt die Faustformel: Zum Hinzuverdienst zählt nur das Arbeitseinkommen, also alles was durch selbständige oder nichtselbständige Arbeit erwirtschaftet wird. Einkünfte aus der Vermietung einer Wohnung gehören nicht dazu.

      Anderes sieht das allerdings aus, wenn die Vermietung gewerblich erfolgt! Bei einer Wohnung im eigenen Zweifamilienhaus ist dies wohl kaum anzunehmen, aber generell kann die Abgrenzung schon einmal schwierig werden.

      Gruß, Der Privatier

  15. Meine Ehefrau möchte zum 31.12.2018 in Rente gehen mit Abschlag. Sie ist nebenbei noch bei einer Firma beteiligt, die sie dann aber auch zum 31.12.18 aufgibt. Sie bekommt aber dann noch einen Tnteil am Aufgabegewinn. Wird dieser auf die Rente angerechnet?

    • Ja, auch der Gewinn aus der Aufgabe einer Selbständigkeit zählt „ganz normal“ zu den Einkünften aus einer selbständigen Tätigkeit und wird daher mit einer vorzeitigen Rente verrechnet.

      Dabei wären jetzt aber auch die Höhe und der Termin zu beachten. Mit dem neuen Flexirentengesetz können bis zu 6.300€ pro Jahr unschädlich hinzu verdient werden. Alles darüber wird zu 40% angerechnet.

      Außerdem ist der Termin entscheidend. Wenn der Gewinn noch in 2018 zufließt, zählt er auch nur für das Jahr 2018. Für die Rente ab 2019 daher ohne Belang.

      Es wäre bei einem über 6.300€ liegenden Gewinn daher zu prüfen, ob der Gewinn möglichst bereits vor dem Rentenbeginn anfällt.
      Oder – andere Möglichkeit: Erst nach Beginn der regulären Altersrente. Dann kann in beliebiger Höhe hinzuverdient werden.

      Gruß, Der Privatier

  16. Hallo Privatier,
    was ist denn bei einer Situation wie dieser:
    Verheiratet, 63, seit 46 Jahren Berufstätig, vor der Entscheidung stehend die 63er Regelung zu nutzen. Ehefrau würde dann mehr arbeiten (bisher 1/2Tags)und insofern mehr verdienen. Wird bei der Rentenfrage dieser Steueraspekt berücksichtigt, oder sind das 2 verschiedene Schuhe?
    Vielen Dank und Gruß aus Köln

    • Bin mir nicht sicher was mit „bei der Rentenfrage“ gemeint sein soll??

      Eine Altersrente wird unabhängig von den Einkünften der Ehefrau bewilligt. Aber natürlich ist beides grundsätzlich steuerpflichtig. Ob es aber tatsächlich zu einem Steuerabzug kommt und in welcher Höhe, wird dann im EkSt.-Bescheid festgelegt.

      Gruß, Der Privatier

  17. Ich habe vor 2 Jahren mit 63 Jahre und 35jahre bezahlte Renten.und krankenversich.beitraege,kleine Rente von 500€ bekommen.verdiene ich noch 450€ monatlich zu.Wie hoch darf meine Ersparnisse an Bank,sparbuch in einem Jahr sein,weil meine Mutter wollte zu mir ihre Ersparnisse schenken.danke

    • Die oben beschriebenen Hinzuverdienstgrenzen beziehen sich immer nur auf Arbeitseinkommen, also Einkommen, welches man durch „Arbeit“ erzielt (selbständig oder angestellt).
      Andere Einkünfte oder gar Vermögen spielen dabei keine Rolle.

      Gruß, Der Privatier

  18. Hinzuverdienst zur Erwerbsminderungsgrenze:
    Gehören freiwillige Leistungen des Arbeitgebers dazu wie z.B. Dividenden, Gratifikation u.ä.?
    Wenn nein, wo steht das.

    • Es tut mir leid, aber da bin ich leider überfragt. Am besten einfach direkt bei der Rentenversicherung nachfragen. Oder in einem Spezialforum (s. Empfehlungen->Blogs und Foren, ganz am Ende), in dem Experten zu diesem Themen Antworten geben können.

      Gruß, Der Privatier

  19. Ich bin 63 Jahre alt und seit 01.06.2017 in Rente.
    Mein ehemaliger Arbeitgeber möchte mich im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung für zwei Wochen in China einsetzen. Für diesen Einsatz wurde eine Vergütung von 3.600.- € vereinbart. Abzüglich der Steuer erhalte ich dann ein Nettogehalt von ca. 3.150.- €.
    Voraussichtlich kommt es danach zu einem weiteren Einsatz, mit der gleichen Vergütung, so dass ich Brutto 7.200.- € und Netto ca. 6.300.- € dazuverdienen würde.
    Netto wäre ich noch im Bereich der Hinzuverdienstgrenze, Brutto darüber.
    Zählt als Hinzuverdienst nun das Brutto- oder das Nettogehalt?

  20. Ich gehe zum 1.12.2017 in die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (Rente mit 63). Wie hoch ist die Hinzuverdienstgrenze für den Dezember 2017? Kann ich da bis zu 6.300 € hinzuverdienen, also die hinzuverdienstgrenze in nur einem Monat voll ausschöpfen?

    • Ganz spontan glaube ich, dass das funktionieren sollte. Das ist ja gerade eine der Änderungen der neuen Flexirente (Details dazu im Beitrag über die Flexirente), dass nicht mehr einzelne Monate betrachtet werden (wie das bisher war), sondern das Jahreseinkommen betrachtet wird. Und zwar unabhängig davon, wie es sich auf die Monate verteilt. Das kann also auch in einem Monat anfallen.

      Allerdings möchte ich die Aussage etwas einschränken, denn ich bin mir nicht sicher, wie das für einen Neu-Renter gerechnet wird. Überhaupt scheint es selbst bei der Rentenversicherung bzw. bei deren Mitarbeiter noch einige Unsicherheiten zu geben, wie das neue Gesetz im Detail umzusetzen ist.

      Meine Empfehlung daher: Für den geplanten Rentenbeginn wird es ja ohnehin bald Zeit für den Rentenantrag. Ich würde diesen in einer Beratungsstelle der Rentenversicherung stellen und dabei die Fragen nach dem Hinzuverdienst gleich mit klären.

      Wenn vorab eine etwas klarere Antwort also die meine gewünscht ist, kann ich das Forum der Rentenversicherung empfehlen. Die dort gerade neu installierte Foren-Software macht zwar eher den Eindruck, als stamme sie aus der Mottenkiste, aber dafür sind die Antworten meistens qualitativ sehr gut. Wenn man denn das Glück hat, dass sich ein Experte mit der Frage befasst.

      Gruß, Der Privatier

    • Die Sache mit der Flexirente habe ich so verstanden:
      Wenn der Hinzuverdienst nicht genau bestimmt ist, wie beim 450,- Euro-Job, schätzt man den monatlichen Hinzuverdienst für die Zukunft. Auf Basis dieser Angabe wird der Rentenabzug berechnet.
      Nach Vorliegen des Einkommensteuerbescheides des vergangenen Jahres steht der Hinzuverdienst fest und es erfolgt eine Ausgleichszahlung oder Rückzahlung.

      Wenn Du für Dezember jetzt 500,- € schätzt und die Logik so angewendet wird, müsste es funktionieren.

      Das Verfahren der Rentenversicherung finde ich fair; schwieriger wird es wohl mit der Krankenversicherung.

      Viele Grüße, Hardy (ab 1.1.2018 in Rente)

  21. Wie ist es mit der gesetzlichen Krankenkasse? Kommt man mit FlexiRente in die Krankenversicherung der Rentner? Muss man auf Einkommen aus Selbständigkeit unter/über 6300.- € Krankenversicherungsbeiträge zahlen?

    Vielen Dank und großes Lob an Privatier, bisher die beste Seite im Netz zu meinen Fragen!

    • Hallo Bertram, es freut mich, wenn die Beiträge und Kommentare auf dieser Seite in paar Fragen beantworten konnten.

      Die Bedingungen für die Aufnahme in die KVdR hängen in erster Linie davon ab, wie man in der Jahren zuvor versichert war. Mehr dazu (und ein paar kürzlich erfolgte Änderungen) gibt es im Beitrag über die 9/10-Regel der KVdR. Mit der Flexirente hat das alles nichts zu tun: Sie stört dabei nicht, die hilft aber auch nicht. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Ausser Hinzuverdienstmöglichkeiten scheint die Flexirente auch Optionen zur Reduktion von Rentenanschlägen zu bieten (weil nicht genutzte EP ihren Zugangsfaktor steigern).
        Folgendes Modell habe ich vorhin im Rentenforum zur Diskussion gestellt (bisher noch keine Antwort):

        – 12.2019 vorgezogene Rente, 50 EP, Abschlag 9%: 45.5 pEP
        – Flexi 10: 4.55 pEP wird ausgezahlt (~130€)
        – 6.2022 Regelalter, Vollrente: 45+4.55 = 49.55 pEP
        – mit Rentenfreibetrag 22% aus 2019?

        Man überbrückt die 2.5 Jahre aus anderen Quellen (sagen wir 30mo * 1000€ = 30000€ aus Spargeld), hat aber niedrige KVdR-Beiträge, Steuern usw.
        Im Regelalter fehlen einem nur noch 0.45 EP vom „Original“, man hat für die 30000€ 4.5 pEP quasi „vom Munde abgespart“.
        6667€/EP ist etwas günstiger als mit freiwilligen Beiträgen via V0210/V0060. Zudem ist es keine Einzahlung, sondern Vermögensverzehr für Konsum.
        Wenn ab 2021 Betriebsrenten (mit doppeltem KV+PV-Beitrag) dazukommen, ist die KVdR auch wieder zufrieden, und man kann den Vermögensverzehr entsprechend zurückfahren.

        Spricht etwas gegen diese Konstruktion?

        • Ja, weil 9 x 130€ x 30 Monate =
          35100€ Rente nicht zwischen 12.2019 und 06.2022 ausgezahlt werden, weiterhin ist der zu versteuernde Anteil 2019 geringer als 2022,insbesondere wenn die Betriebsrente dazu kommt, ist es sinnvoll weniger zu versteuernden gesetzlichen RV Anteil zu haben.
          Wenn man die statistische Lebenserwartung nicht um mindestens 15 Jahre überleben kann, ist es ein schlechtes Geschäft.

          • Ja, die versicherungsmathematische „Wette auf Langlebigkeit“…
            Wenn man freiwillige RV-Beiträge einzahlt, ist die Amortisationsdauer grob 19..20 Jahre.
            Der Rentenfreibetrag wird bei erstem Rentenbezug bestimmt (deshalb 2019: 22%). Ich glaube gelesen zu haben, dass er bei Änderung des Rentenfaktors (hier: von 10 auf 100%) neu bestimmt wird. Sicher bin ich mir aber nicht, daher das „?“.

            Aber mein letztes Hemd hat keine Taschen, daher sehe ich den Tod vor Amortisation nicht als „schlechtes Geschäft“, sondern als Spende an die Rentenversicherung (egal ob durch Flexi10-Verzicht oder freiwillige Einzahlungen).

            Ein kleines Optimierungspotenzial sehe ich noch bei der VBL-Betriebsrente (sehr klein, 69€ im Regelalter; an GRV-Beginn und Abschläge gekoppelt). Die wollte ich nachträglich 2022 beantragen – es scheint aber günstiger, sie nach GRV-Rentenbescheid 2019 zu beantragen, weil sie dann 13 Monate lang als Bagatellrente nicht 2*KV+PV-pflichtig ist…

        • Das Modell klingt recht interessant, allerdings muss ich gestehen, dass ich schon bei den ersten Zeilen gedanklich nicht ganz folgen konnte. Verstanden habe ich noch:
          – 12.2019 vorgezogene Rente, 50 EP, Abschlag 9%: 45.5 pEP
          – Flexi 10: 4.55 pEP wird ausgezahlt (~130€)

          Aber wie kommt die Rechnung für die Vollrente (EPs) zustande?
          Wie kommt die Überbrückungssumme von 1000€/Monat zusammen?
          Eine Überbrückung aus Sparmitteln geniesst aber auch keine Steuevergünstigung!
          Ist es dann immer noch interessant?

          Gruß, Der Privatier

          • Angenommen war, dass bei Flexi 10 nur 10% der (angenommenen) 50 EP in Anspruch genommen werden, mit 9% Abschlag wg. vorgezogener Rente: 4.55.
            45 EP bleiben also, weil ungenutzt, bis Regelalter erhalten.

            Bei Vollrente ab Regelalter wird also angesetzt: 45 + 4.55 = 49.55 EP, wenn ich es recht verstehe.
            Die Überbrückung kommt natürlich aus Spargeld (ohne Steuervergünstigung). Indirekt begünstigt natürlich schon, weil 12*130=1560 weit unter dem Grundfreibetrag liegen, also steuerfrei sind.

            Normal wäre das recht egal, aber 2020 ist halt bei mir das Jahr mit Abfindung + Fünftelregelung, je weniger „sonstiges“ zvE, desto besser, vor allem negativ (vereinfachte Fünftelregelung: 5 * ESt(zvE/5). Ans Limit für Sonderausgaben Altersfürsorge
            plane ich schon zu gehen. -16 EP Versorgungsausgleich hole ich nie wieder ein, aber auf 50 möchte ich (freiwillig) schon kommen…

            Auf dem Rentenforum https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/flexi-wunschteilrente.html wurde mir aber von Flexi 10 nachvollziehbar abgeraten, weil es sich erst in 25..29 Jahren amortisiert.
            So alt werde ich wohl gar nicht mehr.
            Also (abgeschlagene) Vollrente vom frühestmöglichen Zeitpunkt, ist jetzt der Plan.

  22. Mal eine „dumme“ Frage: Die Hinzuverdienstgrenzen bei der Rente mit 63 sind klar. Aber wer prüft das eigentlich, wenn es sich dabei um freiberufliche Einkünfte handelt? Meldet das FA an die Rentenversicherung wenn man die Einkünfte korrekt angibt?

    • Ob das Finanzamt etwas an die Rentenversicherung meldet, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Aber genau wie die Krankenversicherung wird auch die Rentenversicherung beim Versicherten selber nach seinen Einkünften fragen. Und diese Angaben sind mit geeigneten Unterlagen zu belegen. Im einfachsten Fall ist dies der Steuerbescheid.

      Gruß, Der Privatier

    • Im Rentenbescheid steht:
      Sie müssen uns den Hinzuverdienst mitteilen, den wir noch nicht kennen. Hinzuverdienst kann Ihre Rente mindern oder zum Wegfall des Rentenanspruchs führen. Dies gilt bis zum Ablauf des Monats, in dem Sie die Regelaltersgrenze erreichen.
      Als Hinzuverdienst zählen folgende Arten von Einkommen:
      – Brutto-Arbeitsentgelt
      – Arbeitseinkommen. Das ist der steuerrechtliche Gewinn, wie er sich aus dem Einkommensteuerbescheid ergibt. Dazu zählen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb oder aus selbstständiger Arbeit, auch wenn eine Tätigkeit tatsächlich nicht ausgeführt wird
      – vergleichbares Einkommen. Das sind zum Beispiel Entschädigungen für Abgeordnete oder Bezüge aus einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis.
      Nicht als Hinzuverdienst zählen:
      – das Pflegegeld, das Personen für die Pflege von Pflegebedürftigen erhalten,
      – das Arbeitsentgelt, das behinderte Menschen von einer Werkstatt für behinderte Menschen erhalten.

      Hier ist auch der Verweis auf den Einkommensteuerbescheid.

      Viele Grüße, Hardy

  23. Die Rentenversicherung wird Sie auffordern den Einkommensteuerbescheid des vergangenen Jahres vorzulegen und prüft dann anhand der Daten ob die Grenzen eungehalten wurden oder eben nicht.

  24. Am 1. Mai 2018 gehe ich in Rente für besonders langjährige Versicherte. Aber ich könnte 6300 Euro dazuverdienen. Da ich eine Montagetätigkeit ausführe bekommen ich natürlich auch Auslösung. Die Kilometer (0,30 Euro pro Km) bekomme ich auch erstattet. Das war bisher natürlich immer steuefrei. Wird dann dieser Betrag (Verpflegung 24 Euro, Übernachtung pauschal 20 Euro oder mit Hotelbeleg, Betrag nach oben offen und Kilometer Geld )zu den 6300 Euro dazugezählt?

    • Zunächst einmal ist es richtig, dass auch bei der Rente für besonders langjährig Versicherte eine Hinzuverdienstgrenze zu beachten ist. Das wird oft und gerne missverstanden!
      Denn obwohl die Rente für besonders langjährig Versicherte (mit mind. 45 Beitragsjahren) eine Rente ohne Abschläge ist, so ist und bleibt es dennoch eine vorzeitige Inanspruchnahme. Und die gibt es nur in Verbindung mit Hinzuverdienstgrenzen.

      Mit Einführung der Flexirente seit Mitte 2017 beträgt diese Grenze 6.300€/Jahr. Die monatliche Verteilung spielt keine Rolle mehr.

      Berücksichtigt werden aber nur Arbeitseinkommen (bei Selbständigen), Arbeitsentgelte (bei nichtselbständigen), sowie vergleichbare Einkünfte. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass alles, was ein AG steuer- und sozialabgabenfrei auszahlt, keine Arbeitseinkünfte sind und daher nicht beim Hinzuverdienst berücksichtigt wird.

      Gruß, Der Privatier

    • „Fondsanteile“ ist ein ziemlich allgemeiner Begriff…

      Wie oben im Beitrag erläutert, zählen Einkünfte aus Kapitalvermögen nicht zum Hinzuverdienst (also z.B. Index-Fonds, Aktien- oder Rentenfonds, ETFs).
      Wenn es sicher aber um Anteile handeln sollte, die in den gewerblichen Bereich fallen (z.B. Beteiligungen an Schiffen, Windparks, u.ä.), so wären dies Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb und daher beim Hinzuverdienst zu berücksichtigen.

      Gruß, Der Privatier

  25. Die Hinzuverdienstgrenzen bei der Rente mit 63 ist bereits beschrieben. Auf Honorarbasis bin ich noch gelegentlich Tätig. Meine Frage: Zählt km-Geld mit zum Einkommen?

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen

  26. hallo,
    zählen denn Reiskosten oder das kilometergeld von 0,30 cent. auch zum hinzuverdienst bei erwerbsunfähigkeitsrente ?

  27. folgender Fall :habe einen Auftrag 2012 Jan bis Mai durchgeführt und eine Schlussrechnung von 40000,- USD gestellt. 20000 USD trafen noch im Juni ein. Wegen div Krankheiten ging ich zum 1.10. in den Ruhestand 63+3 Monate. im Februar 2013 und im Maerz 2014 trafen die restlichen Zahlungen ein. Diese wurden nach dem Zuflussprinzip versteuert. Diese Restzahlungen wurden mir voll auf die Rente angerechnet, da ich zeitweise noch Schulungen gegeben habe (ca. 4 pro Jahr). Was bedeutete es wurde strikt nach der EKST vorgegangen. Fazit – wurde auch vor Gericht so wargenommen – ich habe bei meinem letzten Auftrag draufgelegt. Wie kann so was rechtens sein ? Vor meinem Renteneintritt hatte ich ausdrücklich noch nachgefragt und die Antwort lautete: Da brauchen sie sich keine Sorgen zu machen das wird selbstverständlich nicht angerechnet.

    • Tja… was soll ich dazu sagen?

      Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde die Vorgehensweise offenbar auch bereits per Gerichtsurteil so bestätigt? Und natürlich ist das Ergebnis ärgerlich, aber ich kann da auch kein „Unrecht“ erkennen: Die Regeln über den Hinzuverdienst und die Anrechnung auf eine vorgezogene Rente sind klar definiert. Außerdem gilt das Zuflussprinzip. Das Ergebnis ist dann so, wie oben beschrieben.

      Das Einzige, was an der Schilderung nicht in Ordnung ist, ist die vorherige Aussage, dass die Einkünfte selbstverständlich nicht angerechnet würden. Wenn eine solche Aussage nachweisbar wäre, bestünde ggfs. die Chance auf Schadensersatz wg. Falschberatung. Aber wie so oft in solchen Fällen, ist das wahrscheinlich nicht nachweisbar.

      Gruß, Der Privatier

  28. Hallo Privatier,
    ich bin slbstständig und darf jetzt (August 2018) nach 45 Arbeitsjahren mit 63 abzugsfrei in Rente gehen. Bie zum Jahresende kann ich noch 6300,- Euro hinzu verdienen (Umsatz? oder Gewinn?). Jetzt habe ich aber die Möglichkeit, mein kleines Geschäft zu verkaufen (ca. 40.000 Euro). Ich bin mir nun völlig unsicher, ob ich das tun sollte, in erster Linie, weil ich nicht weiß, wie sich der aus dem Verkauf erzielte Gewinn auf meine Rente auswirkt. Und 2., wenn dadurch negative Auswirkungen auf die Rente entstehen, wie lange diese wirken

    • Eine sehr interessante Frage!
      Wenn ich das schreibe, heisst das in der Regel, dass ich die Frage nicht beantworten kann. 😉
      Aber ein paar Hinweise kann ich trotzdem geben:

      Da wäre zunächst einmal die klare Aussage, dass es sich bei den 6.300€/Jahr bei einem Selbstständigen um den Gewinn handelt.
      Zum Gewinn gehört aber nun auch ein Veräußerungsgewinn. Dieser ergibt sich aus: Veräußerungspreis minus Veräußerungskosten minus Buchwert.
      Für diesen Veräußerungsgewinn gibt es nun aber steuerliche Vergünstigungen:
      a) einen Freibetrag von 45.000€ nach § 16 Abs. 4 EStG. Diesen gibt es nur, wenn man mind. 55 Jahre alt ist und es gibt ihn nur einmal im Leben.
      b) wie bei anderen außerordentlichen Einkünften kann auch hier die Fünftelregel nach § 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG angewandt werden.

      Im vorliegenden Fall käme wohl Lösung a) in Frage, d.h. der Verkauf bliebe steuerfrei. Dennoch fürchte ich, dass der Gewinn für den Hinzuverdienst der Rente berücksichtigt wird. Aber genau das ist der Punkt, den ich nicht wirklich beantworten kann. 🙁

      Mit diesen Vorüberlegungen wäre es sicher deutlich besser, den Verkauf entweder jetzt sofort abzuwickeln und die Rente erst mit dem Beginn des nächsten Jahres zu beantragen (oder fliesst die Rente bereits?). Falls die Rente bereits ausgezahlt wird, würde ich ggfs. mit dem Verkauf noch bis zum Erreichen der Regelsaltersgrenze warten.

      Es gibt übrigens neben den 6.300€ Hinzuverdienstgrenze noch eine weitere Grenze, die sich nach den Einkünften der letzten Jahre bemisst, der sog. Deckel. Die genauen Regeln müsste ich auch erst noch einmal nachsehen, aber wenn da drüber kommt, bleibt es nicht bei 40% Anrechnung auf die Rente, sondern dann sind es 100%. Im Extremfall kann hier die Rente also auch vollständig entfallen.

      Gruß, Der Privatier

  29. Ich habe heute überraschenderweise eine Sonderzahlung von der Rentenversicherung bekommen! 🙂 Zuerst heute morgen auf dem Konto bemerkt und dann später einen Brief im Briefkasten gefunden.

    Der Grund: Der zulässige Hinzuverdienst für vorzeitige Renten ist wegen der Corona-Pandemie für 2020 auf 44.590€/Jahr heraufgesetzt worden (von 6.300€). Da diese Grenze für das ganze Jahr 2020 gilt, hat man meine Rente entsprechend neu berechnet und für die bereits vergangenen Monate eine Nachzahlung veranlasst.

    Weiterhin wurde auch bereits die Rentenerhöhung ab 1.7.20 und die künftigen Zahlungen berechnet.

    Insofern natürlich alles recht erfreulich. Allerdings wäre es mir viel lieber gewesen, wenn uns allen Corona und die Folgen erspart geblieben wären. 🙁

    Gruß, Der Privatier

  30. Hallo Privatier,
    vielen Dank für diesen tollen Blog!
    Gilt es noch,dass Spekulationsgewinne nicht in den Hinzuverdienst einfließen?
    Herzliche Grüße

    • Als Hinzuverdienst werden grundsätzlich nur Arbeitseinkünfte angerechnet. Also solche, die durch eigene Arbeit (selbstständig oder abhängig) erwirtschaftet werden.
      Kapitaleinkünfte zählen nicht dazu.

      Gruß, Der Privatier

  31. Mir wurde ein fiktiver Aufgabegewinn als Hinzuverdienst berechnet und somit meine komplette Altersrente für 2018 gestrichen, die DRV fordert über 8000 Euro von mir zurück – ich war selbständig und habe den Mindestbeitrag bezahlt von 2005 bis 2017 – vorher angemeldet.
    Bei der Aufgabe meiner kl. Firma wurde mir nach Berücksichtigung der 45.000 ( die wurden vorher schon gegengerechnet) 15.000 Aufgabegewinn aus dem Betrieb – für Güter, Büroanteil, Garage etc. ins Privatvermögen – das Vermögen habe ich nicht mehr weil ich Haus und Grundstück meinem Sohn übertragen habe 2017. Es kann doch nicht sein das mir der fiktive Gewinn als Arbeitseinkommen angerechnet wird. Das Geld habe ich nicht, da ich von der kl. Rente + Privatrente lebe ( unter 1100 Euro ) Hat da jemand eine Information drüber ?

    • Mir ist aus der Frage nicht so ganz klar geworden, welcher Teil der beschriebenen Vorgehensweise angezweifelt wird. Denn folgende Punkte sind auf jeden Fall korrekt:

      * Nebenverdienste über einer gewissen Grenze werden auf eine vorzeitige Rente angerechnet.
      * Dies kann auch zum vollständigen Verlust der Rente führen. Und auf solche Effekte wird ausdrücklich hingewiesen.
      * Die Aufgabe einer selbstständigen Tätigkeit kann zu einem Aufgabegewinn führen (durch Verkauf oder Überführung ins Privatvermögen). Dieser Gewinn zählt ebenfalls als Arbeitseinkommen und ist daher auf die Rente anzurechnen.

      Unklar ist, warum Sie hier von einem „fiktiven“ Gewinn sprechen? Der Gewinn ist ja real erwirtschaftet worden und in Ihrem Betrieb entstanden. Insofern das Resultat Ihrer Arbeitskraft. Und demnach anzurechnen.

      Nicht zu beurteilen ist jedoch aus der Ferne, inwieweit der Aufgabegewinn korrekt ermittelt wurde. Dazu kann hier keine Aussage getroffen werden.

      Gruß, Der Privatier

  32. Hallo,
    ich habe eine Frage zu Anrechnung / Hinzuverdienst von Abfindungen auf eine volle EM-Rente.

    „echte“ Abfindungen (für Verlust des Arbeitsplatzes) zählen gemäß §96a SGB VI nicht zum Arbeitsentgelt (sollte also auch nicht als Hinzuverdienst gelten). Allerdings wird immer nur in Verbindung mit §9/10 Kündigungschutzgesetz (Abfindung aus Gerichtsurteil und betriebsbefingter Kündigung) gesprochen (s.u.).
    Mein Aufhebungsvertrag wird aber wegen einer unumgänglichen arbeitgeberseitigen Kündigung aus personenbedingten Gründen beendet. Zählt eine Abfindung in diesem Fall dann als Hinzuverdienst oder nicht? da konnte mir bisher keiner, auch nicht von der Deutschen Rentenversicherung, eine Hundertprozentige Auskunft geben.
    vielen dank.
    § 96a SGB VI
    3.1.9 Abfindungen
    Abfindungen sind regelmäßig kein Arbeitsentgelt und somit nicht als Hinzuverdienst zu berücksichtigen. Hierzu gehören in erster Linie Abfindungen aufgrund der §§ 9 und 10 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) oder der §§ 111, 112 und 113 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG).
    Wird jedoch eine Zahlung des Arbeitgebers lediglich als ‘Abfindung’ bezeichnet, stellt sie aber tatsächlich Arbeitsentgelt dar, liegt Hinzuverdienst vor. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Zahlung von rückständigem Arbeitsentgelt anlässlich einer einvernehmlichen Beendigung von Arbeitsverhältnissen oder ihrer gerichtlichen Auflösung im Kündigungsschutzprozess (vergleiche BSG vom 21.02.1990, AZ: 12 RK 65/87, USK 9016).

    • Moin Frank B.,

      Der Begriff „Arbeitsentgelt“ wird im §14 Abs.1 SGB IV definiert.

      https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__14.html

      Wenn der AN auf Grund einer vom AG veranlassten Kündigung aber auch bei einer gerichtlich ausgesprochenen Auflösung des AVs eine Entschädigung für den „VERLUST“ des Arbeitsplatzes oder Ausgleich der damit verbundenen Nachteile erhält, so stellt dies eine Abfindung dar. Diese Abfindung wird NICHT! auf ihre EM-Rente angerechnet. ABER!

      Sie haben es richtig erkannt, entscheidend dabei ist: liegt eine „echte“ oder „unechte“ Abfindung vor. „Echte“ Abfindungen stellen kein „Arbeitsentgelt“ dar und werden damit als „Hinzuverdienst“ bei einer EM-Rente NICHT! angerechnet.

      Der Privatier hat im Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ unter Punkt 5.1.6 „Unechte Abfindungen“ folgenden Merksatz eingefügt (S.114):

      Merksatz:
      Abfindungen sollten immer als Ausgleich für einen zukünftigen Verlust gezahlt werden – niemals für die Vergangenheit.

      Zitat Ende.

      Und diesen Merksatz vergleichen sie einmal mit der gestrigen Auskunft der DRV und sie sehen, … das sind fast die gleichen Worte der DRV = passt genau 😊

      … und um diesen Knackpunkt geht es beim unten zitierte Punkt 3.1.9 Abfindungen …

      „Unechte“ Abfindungen stellen jedoch Arbeitsentgelt dar. „Unechte“ Abfindung sind z.B.:

      – Abfindung bei einer Änderungskündigung als Gegenleistung für eine Verschlechterung der Arbeitsumstände
      – Abfindung für eine Umsetzung oder als Gegenleistung für die Verringerung der Arbeitszeit
      – Abfindungen für Urlaubsabgeltungen, Überstunden oder rückständigen Lohn etc.pp.

      3.1.9 Abfindungen
      „Wird jedoch eine Zahlung des Arbeitgebers lediglich als ‘Abfindung’ bezeichnet, stellt sie aber tatsächlich Arbeitsentgelt dar, liegt Hinzuverdienst vor. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Zahlung von rückständigem Arbeitsentgelt anlässlich einer einvernehmlichen Beendigung von Arbeitsverhältnissen oder ihrer gerichtlichen Auflösung im Kündigungsschutzprozess (vergleiche BSG vom 21.02.1990, AZ: 12 RK 65/87, USK 9016).“

      Der von ihnen zitierte Passus (3.1.9 Abfindungen) stammt aus der GRA zum §96a SGB VI.

      Im genannten Urteil ging es um die Definition „echte“ Abfindung oder „Arbeitsentgelt“. (eine KK begehrte aus der Abfindungszahlung Sozialversicherungsbeiträge) … und die Vereinbarung/Einigung im Kündigungsschutzprozess lief in Richtung einer „echten Abfindung“ aber es kam hinzu …

      Auszug aus den Entscheidungsgründen:
      „Während des fraglichen Zeitraums (August bis Dezember 1983) bestand auch ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis i.S. des § 7 SGB IV. Dieses erlischt nämlich nicht mit dem Ende der tatsächlichen Beschäftigung des Versicherten, sondern besteht, soweit ein Kündigungsschutzprozess Erfolg hat, bis zu dem vom Gericht oder im Vergleich festgesetzten späteren Ende des Arbeitsverhältnisses fort (vgl. die Entscheidung des Senats BSGE 52, 152, 155 f). Das der Beigeladenen nach dem Vergleich vom 26. Juli 1984 noch geschuldete Arbeitsentgelt läßt sich demnach einem in das versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis fallenden Zeitraum zuordnen, war mithin beitragspflichtig. Sollten die Parteien des Vergleichs die Belastung der Zahlung mit Sozialversicherungsbeiträgen haben vermeiden wollen, wofür möglicherweise der Zusatz „brutto = netto“ spricht, so wäre ein derartiger Wille nach § 32 SGB I unbeachtlich.“

      Empfehlung:
      Buchen sie einen Beratungstermin bei ihrer zuständigen DRV-Beratungsstelle. Schildern sie dort den Sachverhalt und nehmen eine Kopie vom Aufhebungsvertrag mit. Auf die Formulierungen im Aufhebungsvertrag kommt es an, um die Abfindung auch als „echte“ Abfindung im Zweifelsfall einzustufen.

      oder
      holen sie sich eine Auskunft/Hilfe von einem Anwalt (Sozialrecht?).

      Gruß
      Lars

      PS: eine „personenbedingte“ AG-Kündigung hat bei der Betrachtung „EINSTUFUNG HINZUVERDIENST JA/NEIN“ damit nichts zu tun.

  33. Hallo Privatier,

    vielen Dank für diesen Block!

    Ich habe ein Verständnisproblem mit dem Hinzuverdienst als beteiligter an einem kleinen Windpark. Ich habe über 45 Jahre gearbeitet und bin im April 2019, mit 63 Jahren, in Rente gegangen. 2019 habe ich aus der Beteiligung dem Windpark einen Gewinn erzielt der über der Grenze von 6.300,- € lag. Dieser Gewinn wird mir bei der Nachberechnung der Rente als Arbeitseinkommen angerechnet. Nach meinem Verständnis hat dies aber nichts mit Arbeit zu tun die ich ausgeführt habe. Ich sehe das ähnlich wie den Gewinn durch Aktien. Der Aktiengewinn wird mir ja auch nicht als Hinzuverdienst angerechnet. Wie kann es da sein, dass dann die Beteiligung an einem Windpark und der Gewinn daraus als Arbeitseinkommen gewertet wir? Nach meinem Verständnis müsste dann im Gegenzug auch der Verlust als negatives Arbeitseinkommen bewertet werden und die Rente, für das betreffende Jahr, Nachträglich erhöht werden. Dies ist aber sicherlich nicht der Fall.

    Den Paragraph 15 EStG, Einkünfte aus Gewerbebetrieben, verstehe ich so, dass ich als beteiligter einer GmbH meine Arbeitsleistung in diese GmbH einbringe aber kein Gehalt beziehe. Der erzielte Gewinn entspricht dann einem Gehalt. Dies wäre für mich logisch.
    Liege ich hier falsch und ist generell der Gewinn aus einer Beteiligung an einer GmbH ein Arbeitseinkommen?
    Logisch wäre dann auch, dass der Gewinn aus Aktien Arbeitseinkommen ist. Dies ist jedoch nicht der Fall.

    Viele Grüße Jochen SW

  34. Hallo Schorsch,

    Danke für deine schnelle Antwort.
    In meiner Steuererklärung ist das als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb aus Beteiligungen“ deklariert.

    Gruß Jochen SW

  35. mein Problem hat sich gelöst, der Steuerbescheid wurde berechtigt da mir die 45.ooo Freibetrag nicht angerechnet wurden, es wurde behauptet ich hätte die schon einmal in Abzug gebracht, hatte ich nicht, das war von meinem verstorbenen Mann und wurde in dem Fall mir zugerechnet aus Versehen. Nach Reklamation wurde Bescheid neu erstellt und es entstand kein Gewinn – also alles im grünen Bereich.

  36. Vorab vielen Dank für alle guten und informativen Beiträge.
    Vielleicht kann mir jemand bei meiner Frage helfen:
    Ich kann mit Abzügen mit 63 in Rente gehen. Da ich aber gewerbliche Einkünfte habe, werden diese ja gegengerechnet, so dass mein Anspruch auf “ O “ rauslaufen wird.
    Das ist mir auch klar. Wie ist es allerdings mit der Krankenversicherung. Wird die dann trotzdem von der Rentenversicherung übernommen?

    • @Lalelu,

      bezüglich Kürzung der Rente … liegen deine gewerblichen Einkünfte (2022) wirklich über 46060€/Jahr?

      etwas Literatur (siehe Link unter Punkt Altersrente und Hinzuverdienst):

      „Als Hinzuverdienst gelten u.a. Bruttoentgelt, steuerrechtlicher Gewinn (z.B. Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft) sowie vergleichbare Einkommen wie Vorruhestandsgeld.“

      https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/In-der-Rente/Hinzuverdienst-und-Einkommensanrechnung/hinzuverdienst-und-einkommensanrechnung.html

      Gruß
      Lars

      • Meine Einkünfte liegen knapp drüber.
        Für 2022 gelten höhere Einkommensgrenzen, leider gilt es nicht für 2023.

        LG Lalelu

        • @Lalelu,

          „Glaskugel“ … Auszug aus dem Koalitionsvertrag S.67

          „Renteneintritt
          Die Flexi-Rente wollen wir durch bessere Beratung in ihrer Bekanntheit verbreitern und die Regelung zum Hinzuverdienst bei vorzeitigem Rentenbezug entfristen.“

          Und ob die Hinzuverdienstgrenze in 2023 wieder auf 6300€/jahr zurückfällt???

          Falls die Hinzuverdienstgrenze etwa so bleibt dann: (Auzug aus dem gesendeten Link)

          Wenn Ihr Entgelt den Freibetrag von (46060€) Euro übersteigt, wird nur der darüber hinausgehende Betrag berücksichtigt. Dieser Betrag wird dann durch 12 geteilt und zu 40 Prozent auf Ihre Monatsrente angerechnet. Sie erhalten dann nur noch eine Teilrente.

          Zu beachten wäre da noch der „individuelle Hinzuverdienstdeckel“. Diesen kannst du aus dem letzten Rentenbescheid entnehmen, denn nur wenn der Hinzuverdienst und die gekürzte Rente über den „individuellen Hinzuverdienstdeckel“ liegt, wird der darüberliegende Betrag voll von der Teilrente angezogen.

          Als Grundlage für den „individuellen Hinzuverdienstdeckel“ ist unter anderem das Jahr mit den höchsten Entgeltpunken aus den letzten 15 Jahren heranzuziehen.

          Gruß
          Lars

          • Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Dann hoffe ich darauf, dass es mit dem Hinzuverdienst auch in Zukunft so bleibt.
            LG Lalelu

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