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Kap. 6.4: Vorzeitige Rente — 14 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    eine Frage zur Wartezeit von 35 Jahren….
    Ich hatte ja in einem anderen Blog bei dir geschrieben das ich zum Ende nächsten Jahres einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe….
    Dann habe ich exakt 30,5 Jahre eingezahlt…um mit 63 und Abschlägen in Rente gehen zu können, muss ich noch 4,5 Jahre einzahlen ??
    Reicht das aus wenn ich den freiwilligen Mindestbetrag einzahle ??
    Oder habe ich das falsch verstanden..

    Gruß

    demoli

    • Alles richtig verstanden: Um die Wartezeit zu erfüllen, müssten noch 4,5 Jahre „gefüllt“ werden. Dazu rechnet dann aber auch die Zeit des ALG-Bezuges, denn die Arbeitsagentur zahlt ja auch in die Rentenversicherung ein.
      Der Rest kann dann mit den freiwilligen Mindestbetrag aufgefüllt werden.

      Dazu noch ein paar Anmerkungen:
      * Fristen beachten! Freiwillige Einzahlungen sind immer nur bis Ende März des Folgejahres möglich.
      * Mindestbeiträge senken (bei jemand, der sonst lange Jahre recht gut verdient hat) den Durchschnitt. Und es gibt ein paar Zeiten im Rentenverlauf (ich glaube es sind die Ersatzzeiten), die mit diesem Durchschnitt in die Berechnung der Rente einfließen. Könnte sich daher u.U. negativ auf die Rentenhöhe auswirken.
      * Freiwillige Einzahlungen „lohnen“ sich im Sinne einer Kapitalanlage zwar meist nicht, können aber z.B. im Zusammenhang mit einer Abfindung die Steuerlast reduzieren. Idee dazu: Vielleicht im Dispojahr mehr als den Mindestbeitrag einzahlen?
      * Tipp: Unbedingt mal zur Rentenberatung gehen! Aber keine Wunder erwarten. Und erst recht keine Aussagen zur Steuer.

      Gruß, Der Privatier

  2. Lieber Privatier,
    Lieber Mr. Excel,
    und auch Alle anderen die mitlesen.
    So langsam komme ich auch in das Alter wo die Rente und Vorruhestand das Ziel wird. Man kann gar nicht früh genug damit anfangen.
    Ich bin begeistert von diesem Forum, das Beste was unter der Sonne zu finden ist.
    Habe viel gelesen, viel verstanden und mir viel vorgenommen. Durch die laufenden Anpassungen in der Gesetzgebung ist natürlich jeder Fall ein wenig anders. So auch bei mir.
    1/5 Regelung, Optionsjahr, ALG1 brauchen sind mir klar,
    Bin BJ 1964, im April 53
    Mit 17 Ausbildung, danach Bund, seit 1987 in der selben Firma tätig,
    Ziel ist mit
    58 Jahren zum 31 Dez. mit (Abfindung 200.000) (JahresBrutto 80.000) zu gehen.
    59 Jahre, ein 1 Jahr ohne Einkünfte
    60 Jahre, ALG 1
    61 Jahre, ALG 1
    62-April 65 Abfindung verballern
    Gepl. Ist Rentenantrag mit 65 zu stellen (wegen der Abzüge, diese würden in meinem Fall von 67 rückwärts bis 63 gerechnet werden)
    Aufgrund meines Jahrgangs müsste ich bis 67 arbeiten, es sei denn ich hätte bis 65 die 45 Beitragsjahre* Jahre voll.
    Rechnerisch fehlen mir rund 2 Jahre. Außerdem darf das ALG1 wird zwar auf die 45 Beitragsjahre angerechnet, darf aber nicht unmittelbar vor der Rente liegen. Was ich nicht weis wieviel Monate Abstand muss sein?
    Welche Möglichkeiten gibt es um Rentenzeiten zu erwerben?
    -Minijob (etwas mehr) mit geringen Rentenbeitrag, schränkt aber die planbare Freizeit ein.
    -Freiwillige Mindestbeiträge? Bringt das Jahre oder nur Erhöhung, wie hoch ist der Mindest Beitrag
    -sonstige Ideen
    Habe ich etwas vergessen
    Für Eure Unterstützung und Ratschläge im voraus vielen Dank.

    *Beitragsjahre oder Anrechenbare Jahre, Bundeswehr und ALG 1 gehören auch dazu.

    • Hallo Hütchenspieler,

      ich habe für das ganze Jahr 2015 (Dispositionsjahr) den damals geltenden Mindestbetrag in Höhe von 84,15 € / Monat insgesamt 1009,80 € freiwillig eingezahlt.
      In der Rentenauskunft steht „12 Monate Freiwillige Beitragszeit“; als Rente ergibt das dann ca. 4,- € / Monat.

      Bitte denke daran: Die Einzahlung von Freiwilligen Beiträgen muss beantragt werden.

      Viele Grüße, Hardy

    • Hallo,
      hast Du 35 Beitragsjahre voll?
      Wenn es finanziell möglich ist, würde ich dann mit 63 Jahren (und den entsprechenden Abschlägen) in Rente gehen.
      Je früher der Rentenbeginn, umso geringer ist die Steuerlast als Rentner….
      Ich lasse mich demnächst auch wegen freiwilliger Beiträge zur RV beraten, könnte sinnvoller sein, als „freies Geld“ privat zu verrenten oder so. Mal gespannt, was rauskommt.

    • Auch ich kann nur den Tipp geben mehrere Szenarien durchzuspielen und in den Berechnungen die Zeit als Rentner mit zu berücksichtigen. Meine Finanzpläne gehen bis zum Alter von 90 Jahren. Rente schon mit 63 ist dabei eine Möglichkeit, die ich ernsthaft ins Kalkül ziehen würde. 35 Beitragsjahre hast du ja voll.
      Ebenso auch von mir die Empfehlung: Geh zur Beratung bei der Rentenversicherung, die beantworten deine Fragen und weisen dich auf Dinge hin, die du bislang vielleicht nicht gesehen hast.

      Zwei Dinge verstehe ich nicht:
      Du weisst jetzt schon, dass du in 5 Jahren mit einer Abfindung von 200.000 Euro gehen kannst? Ich würde mich auf eine solche Aussage nicht verlassen, in 5 Jahren kann sehr viel passieren.
      Natürlich kann man nahtlos von ALG1 in die Rente wechseln. Was meinst du mit „Außerdem wird das ALG1 auf die 45 Beitragsjahre angerechnet, darf aber nicht unmittelbar vor der Rente liegen.“?
      Gruß, BigMac

  3. Zuerst vielen Dank für die schon zahlreichen Tipps.
    Der Reihe nach,
    Robben, warum „nur“ 175€, was erreiche ich damit.
    Hardy, das ist ein klare Aussage
    Rennmaus, ja ich hätte locker 35 Jahre voll
    BicMac, ja das Angebot zur Abfindung ist unbegrenzt gültig, ja es kann sich immer was ändern!
    ALG1 wird wie bekannt auf die Beitragsjahre angerechnet, mit der Einschränkung nur dann wenn der Renteneintritt „Stichwort abschlagfreie Rente mit 63(+x)und 45 anrechenbaren Jahren“, zwei Jahre nach (letztem) ALG1 liegt, und auch nur in dieser Kombination. Der Hintergrund ist das der Staat vermeiden möchte, das Arbeitgeber ihre MA mit 61 entlassen, diese dann 2 Jahre ALG 1 beziehen somit ggf. 45 anrechenbare Jahre voll haben und dann mit 63 in die !!!abschlagfreie Rente mit 63 gehen!!!. Diese Detail weis kaum einer, findet sich aber beim suchen im Netz und ist eine belastbare Info von der DRV

    • Ich denke, es sind schon sehr richtige Hinweise gegeben worden.

      Ich möchte daher nur noch einmal einen Punkt herausgreifen und noch einmal anregen, die Überlegungen nicht unbedingt auf die abschlagsfreie Rente auszurichten.
      Ich kenne das ja aus eigener Erfahrung: Der Abschlag ist spürbar (bei mir „nur“ 9,9%), zudem trifft er eine Rente, die aufgrund der geringeren Einzahlungen ohnehin nicht gerade üppig ist. Auf der anderen Seite bekommt man aber mit einem früheren Renteneintritt auch einige Monate früher (also mehr!) Rente. Das sollte man sich am besten einmal anschaulich verdeutlichen. Ich habe dies an meinem Beispiel einmal in dem Beitrag „Früher oder später in Rente“ gemacht. Es dauert meistens sehr lange, bis sich der Vorteil der füheren (geringeren) Rente ins Gegenteil verkehrt.

      Ansonsten gelten die hier schon gemachten Vorschläge: Rentenpunkte durch versicherungspflichtige Beschäftigung oder freiwillige Einzahlung. Je nach persönlichem Ziel kann man bei der freiwilligen Einzahlung in einem weiten Bereich (Min./Max.) die Beitragshöhe selber wählen. Wer nur Zeiten braucht, wird eher einen kleinen Beitrag wählen, wer die Rente erhöhen will und/oder steuerliche Hintergründe hat, wählt vielleicht eher einen hohen Beitrag.

      Ich würde es für eine sehr gute Idee halten, einen Teil der Abfindung dazu einzusetzen, die Abschläge für eine vorzeitige Rente auszugleichen. Hat mehrere Vorteile: Die Abschläge entfallen, eine frühere Rente ist möglich, spürbare Steuerentlastung im Abfindungsjahr. Aus meiner Sicht: Ideal!

      Gruß, Der Privatier

    • Vielen Dank für die Info zur Nicht-Berücksichtigung der ALG1-Zeit auf die Anrechnungszeit in den letzten beiden Jahren vor Renteneintritt. Das war zumindest mir so nicht bewusst. (Quelle: https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=55&tx_ttnews%5Btt_news%5D=8986&cHash=ce850577d71ef871a1ac2e462769a808) Deine Frage hast du dir ja schon selbst beantwortet, ALG1-Zeit in den 2 Jahren vor Renteneintritt werden nicht berücksichtigt. Die 3 Jahre in deinem Plan sind also ausreichend.

      Nochmal mein Rat, auch ein früheres Arbeitsende und einen früheren Renteneintritt durchzurechnen. Ich würde zur Risikominimierung gucken, die Abfindung so früh wie möglich mitzunehmen. Ein früherer Renteneintritt kann unter’m Strich auch finanziell durchaus die schönere Variante sein.

      Gruß, BigMac

    • Früher in die Rente gehen bedeutet auch, dass der zu versteuernde Anteil der Rente geringer wird. Das sind auch noch mal 2% mehr Rentenfreibetrag pro Jahr.

      Viele Grüße, Hardy

  4. ***Früher in die Rente gehen bedeutet auch, dass der zu versteuernde Anteil der Rente geringer wird. Das sind auch noch mal 2% mehr Rentenfreibetrag pro Jahr. ***
    Leider wird der „steuerfreie“ Anteil bzw. Betrag einmalig berechnet und dann nicht wieder angepasste. – Egal ob die Rente steigt…
    Ein Vorteil bei früher Rente ist, dass man die Krankenkasse nicht mehr voll zahlen muß. Und Kapitalerträge die Krankenkasse auch nicht (mehr) interessieren.
    ( Abweichungen davon wie Familienversicherung usw. sind ja bekannt 😉 )

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