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Kap. 9.3.2.1: Hinweise zum Dispositionsjahr: Grundlegendes — 15 Kommentare

  1. Der Begriff „Dispojahr“ ist wirklich wenig bekannt und nicht jeder Mitarbeiter bei einer Firma kann ihn wissen. Das Thema ist spannend und interessant und es wäre nutzbar auch die nächsten geplanten Beiträge darüber zu lesen.

  2. Hallo,
    der Begriff ist nicht offiziell und somit weder bei Behörden noch bei Firmen gängig.
    Ich hatte ihn damals (zu meiner Planungszeit) geprägt um dem Themenkomplex, der in vielen vielen Sätzen und Bestimmungen ausformuliert ist, mit einem Wort zu umschreiben bzw. zu betiteln. Mehr ist das nicht – nur eine Überschrift.

    Gruß

    • Tja… nun habe ich doch tatsächlich vergessen, den Urheber des Begriffes zu erwähnen. Auch wenn es vielleicht nicht so ganz zweifelsfrei bewiesen ist, wer den Begriff und die Hintergründe ausgetüftelt hat, so ist es aber eindeutig Mr. Excels Verdienst, dass das Thema hier beim Privatier überhaupt Beachtung gefunden hat.

      Und ich denke im Namen aller, die inzwischen von dieser Idee profitieren konnten, möchte ich mich hier einmal bei Mr. Excel ganz herzlich bedanken!!

      Gruß, Der Privatier

  3. Von mir auch noch eine Rückmeldung zum „Dispojahr“. Vielen Dank für die Infos hier, hat mir sehr geholfen. Habe meinen gut bezahlten Job gekündigt (zum 30 September 2015), um ein Jahr ins Ausland zu gehen und auch einfach mal völlig was anderes zu machen. Nach einem Jahr wieder zurück, habe ich knapp einige Tage vor Ablauf des Jahres das Arbeitsamt besucht und ALG1 auf genau 1. Oktober 2016 beantragt, kein Wort über „Dispojahr“. Der Antrag lief anstandslos durch, keine 3-Monatssperre wegen Eigenkündigung, keine Sperre wegen zu später Meldung, keine Nachfragen. Das hat mir den Start hier finanziell sehr erleichtert.

    • Hallo Caro und vielen Dank für die Schilderung Deiner Vorgehensweise.

      Auch wenn ich eigentlich immer empfehle, im Vorfeld das geplante Vorhaben mit der Agentur abzusprechen, zeigt Dein Beispiel, dass es eben auch ganz einfach funktionieren kann: Einfach vorher gar nichts machen oder sagen, keine Meldung, kein nichts. Einfach nach einem Jahr arbeitslos melden. Fertig. Geht auch.

      Es hängt aber auch immer alles ein wenig von der jeweiligen Agentur (oder den Mitarbeitern) ab. Man hat nie die Garantie, dass alles so reibungslos abläuft. Auch wenn man sich ganz sicher im Recht weiß.

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo,
    verstehe ich das richtig? Ich werde zum 01.09.2018 arbeitslos (Aufhebungsvertrag).Wenn ich zum frühst möglichen Termin Alg 1 haben möchte,optimal zum 01.09.2018,droht mir eine maximal 6 monatige Sperre/Ruhezeit.Bekomme also statt 24 Monate (bin 58) nur 18 Monate Alg.Wenn ich aber erst zum 01.09.2019 Leistungen haben möchte kann ich diese Sperre vermeiden (Dispositionsjahr).Könnte ich auch sofort bei meiner Meldung, um keinen Termin zu verpassen,die Leistung erst zum 01.09.2018 beantragen? Einen Vertrag,z.B. über 1 Jahr, kann ich ja auch direkt nach Abschluss schon kündigen damit ich die Kündigungsfrist nicht vergesse und er sich so wieder um 1 Jahr verlängert?
    Gruß Andrea

    • Zunächst einmal haben Sie die Wirkungen von Sperre und Dispojahr richtig verstanden. Genau DAS ist der Effekt eines Dispojahres.

      Ich glaube jedoch nicht, dass Sie Ihren ALG-Antrag bereits ein Jahr im Voraus stellen können. Soweit mir bekannt, ist dies nur einige Wochen vorher möglich.

      Ich würde Ihnen aber (wie immer) empfehlen, dass geplante Vorgehen mit Ihrer zuständigen Agentur abzustimmen. Das gibt Ihnen eine zusätzliche Sicherheit und die genaue Handhabung ist auch immer ein wenig von der jeweiligen Agentur abhängig. Es gibt Agenturen, denen müssen Sie das Konzept des Dispojahres erst erklären, andere dagegen halten vorbereitete Formulare parat, in denen u.a. auch Termine festgelegt werden.

      Gruß, Der Privatier

  5. Vielen Dank auch habe mich heute auch noch ein bisschen weiter durch die Thematik gelesen.Werde mich dann auf jeden Fall wieder über meine Erfahrung berichten
    Gruß Andrea

  6. Hallo und danke für diese geniale Seite, die ich spät, aber nicht zu spät entdeckt habe (morgen gehe ich zur Arbeitagentur). Ich möchte dem Thema „Dispositionsjahr“ einen Aspekt hinzufügen, über den ich nichts finden konnte: Einfluß eines Wettbewerbsverbotes mit Karenzzahlung, das sich weitere 2 Jahre nach Beendigung meines Dienstvertrages durch Aufhebungsvertrag anschließt. Wäre diese Kommentarfunktion der richtige Weg, darüber zu diskutieren und die Gemeinde an meinen zu erwartenden Erfahrungen/Lehren teilhaben zu lassen? BG

    • Ja, natürlich – immer gerne!

      Ich muss allerdings gleich einräumen, dass ich selber zu den Themen Wettbewerbsverbot und Karenzzahlung kaum etwas beitragen kann. 🙁
      Vor ein paar Monaten hatten wir hier schon einmal einen Fragesteller, dem ich leider auch nicht weiterhelfen konnte.

      Aber insofern sind hier natürlich erwartende Erfahrungen/Lehren sehr hilfreich. Vielleicht können wir ja auf diese Weise gemeinsam etwas lernen.

      Gruß, Der Privatier

  7. Vielen Dank erstmal für die schnellen Antworten und das Interesse. Eigentlich wollte ich warten, bis Näheres von der AA vorliegt. Aber nun schon mal meine Details: Aufhebung des Dienstvertrages nach Ablauf der zweijährigen Kündigungsfrist zum 31.12.2017. In dem Zeitraum Zahlung meines monatlichen Gehaltes mit allen Sozialversicherungsbestandteilen. Englischer Aufhebungsvertrag enthält für erste 6 Monate „revocable“ Freistellung, danach unwiderruflich (sicher auch interessantes juristisches Detailproblem i.B.a. neue „Dienstanweisung“). Wettbewerbsverbot gilt für zwei Jahre und wird monatlich erstattet durch 50 % Lohnzahlung abzgl. ESt ohne Sozialversicherungsbeiträge. muss mich also selbst krankenversichern. Ich werde in 2018 58 und deshalb wäre die Ausnutzung des Dispositionsjahres richtig. Dann könnte ich ab Jan. 2019 immer noch ALG1 anmelden und direkt abmelden und somit meinen Anspruch auf ALG1 nach 2020 „retten“, da ja sonst wg. der Karenzzahlung sowieso kein Arbeitslosengeld fließt. oder????

    • Eigentlich haben wir es hier dann wohl mit (mindestens) zwei verschiedenen Punkten zu tun:

      * Einmal die Freistellung: Wie lange war diese denn in der Summe?
      Wie sich die Kombination aus teilweise widerruflich und unwiderruflich auswirkt, kann ich auch nicht sagen. Fest steht aber, dass es in Kombination mit einem Dispojahr dazu führen könnte, dass eine fiktive Einstufung vorgenommen wird. Bedeutet: Weniger Anspruch.
      * Und die Karenzzahlung: Hier sehe ich weniger Probleme, denn ein Anspruch auf ALG besteht auch parallel zur Karenzzahlung. Und angerechnet wird (wenn überhaupt) andersherum: Eine Karenzzahlung kann dann reduziert werden, wenn andere (nicht wettbewerbs relevante) Einkünfte erzielt werden. Dies aber nur dann, wenn inkl. der Karenzzahlung mehr als 110% der letzten Einkünfte anfallen. Im Prinziü zählt auch das ALG zu diesen Einkünften, man erreicht jedoch nie die 110% Marke.

      Gruß, Der Privatier

      • So, da bin ich wieder mit viel Klärung durch eine nette und kompetente Dame von der „Leistungsabteilung“. Grundsätzlich bestätigte sie die Strategie mit „Dispojahr“ und „an-/abmelden“, um die Arbeitslosigkeit bis nach der Karenzzahlung zu schieben. Ich gab ihr auch noch die Info, dass mein Aufhebungsvertrag für die ersten 6 Monate widerruflich war. Quintessenz: Bei Arbeitslosmeldung genau 1 Jahr nach dem Termin „beschäftigungslos“ (bei mir der 01.01.18) soll ich mich zum 01.01.19 arbeitslos melden. Das geht auch vorher mit genauer Terminierung beim Amt (also zB im November hin und für den 01.01. melden). Am/für den 02.01.19 kann ich mich wieder abmelden und voila die 4 Jahresfrist läuft. Nur bei Arbeitslosmeldung an dem genauen Tag (01.01.19; das geht ja wegen Feiertag also nur vorher!) erfolgt keine Sperrzeitprüfung. Wenn ich mich vorher AL melde, muss ich mit einer Reduzierung meiner Ansprüche um 25 % rechnen. Was genau dazu meine 6-monatige Widerrufsfrist beiträgt kann ich nur vermuten: es war wichtig. Nach Angabe der Dame wird sie alles protokolliert hinterlegen, will mir diese Einschätzung aber nicht schriftlich geben.

        Beim Thema Karenzzahlung war sie nicht 100 % sicher, aber ich hatte Ihren (Privatier) Hinweis auf Nicht-Berücksichtigung im Internet bestätigt gefunden. Die Anrechnungsmöglichkeit vice versa gegen die Karenzzahlung ist nicht relevant wegen der hohen Zuverdienstmöglichkeit (110 % vom letzten Brutto). Auch beim Thema fiktive Einstufung habe ich die Dame nicht weiter gelöchert, weil dazu ja wohl alle Details der Leistungsabteilung vorliegen müssen. Aber ist das wirklich eine relevante Gefahr für mein ALG? Meine Bezüge liegen deutlich über BBG und für das ALG würde doch sowieso bei der BBG gedeckelt? Dass für einen fiktiven Verdienst dann noch darunter geschätzt wird, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Da mir die 6 Monate mehr Leistungszeitraum unter Ausnutzung des Dispojahres als höhere Priorität gelten, werde ich dann in 2019 sehen, was die Leistungsabteilung ausrechnet; da gibt es dann ja eh keinen Gestaltungsspielraum mehr. Ich lege mir das auf Wiedervorlage und werde dann in gut einem Jahr hier berichten.

        Vielen Dank nochmal für Ihre super Internetseite. Fast wäre es schief gegangen! Trotz meiner beruflichen Prägung (Ingenieur und GF) bin ich etwas zu unbedarft mit meinen eigenen Ansprüchen umgegangen. Ich glaube, die von Ihnen thematisierte moralische Frage hat hiermit zu tun. Man fühlt sich nicht „bedürftig“ und hat auch sowieso finanziell nicht das schlechte Ende der Wurst. Aber es geht eben nicht um Bedürftigkeit sondern um erworbenen (Versicherungs-) Anspruch. Ich fand es übrigens positiv, dass die MA der AA, mit denen ich Kontakt hatte, das auch so sehen. Also für alle die noch zögern: Hin zum „Arbeitsamt“!

        Beste Grüße

      • Das hört sich ja erst mal alles recht gut an. Dennoch ein paar Anmerkungen dazu:

        * „…die Info, dass mein Aufhebungsvertrag für die ersten 6 Monate widerruflich war“ Hmmm… wirklich? Zu Beginn hieß es, die Freistellung sei widerruflich gewesen. Das ist nun schon ein Unterschied!

        * „…muss ich mit einer Reduzierung meiner Ansprüche um 25 % rechnen. Was genau dazu meine 6-monatige Widerrufsfrist beiträgt kann ich nur vermuten.“
        Nein. Eine Reduzierung um 25% erfolgt immer, wenn eine Sperrfrist wg. Aufgabe des Arbeitsplatzes verhängt wird.

        * „… wegen der hohen Zuverdienstmöglichkeit (110 % vom letzten Brutto)“ .
        Nur zur Klarstellung: Man kann nicht 110% hinzuverdienen! Die Summe aus Karenzzahlung und Hinzuverdienst dürfen nicht mehr als 110% betragen.

        * Fiktive Einstufung: Die BBG spielt dabei keine Rolle. Eine fiktive Einstufung erfolgt immer dann, wenn in den letzten zwei Jahren vor ALG-Antrag keine 150 Tage versicherungspflichtige Tätigkeit vorzuweisen sind. Das Gehalt spielt dann überhaupt keine Rolle mehr, sondern es zählt nur die Ausbildung in verschiedenen Stufen. Aber selbst die höchste Ausbildung (Universitätsabschluss) führt in der Regel zu einer bedeutend niedrigeren Einstufung als „übliche“ Gehälter.

        Gruß, Der Privatier

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