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Kap. 9.3.2.2: Hinweise zum Dispositionsjahr: Vor- und Nachteile — 82 Kommentare

  1. Hallo Herr Privatier,

    wenn ich das so richtig verstehe, dann ist der Unterschied zwischen „Dispojahr“ (Mr. Excel) und kurzfristrigem „An- und Abmelden“
    zu Beginn der Arbeitslosigkeit (Privatier) wie folgt:

    Dispojahr: keine Ruhe- und Sperrzeiten, allerdings Risiko wenn gesundheitlich am Ende des Dispojahres etwas dazwischen kommt, wortscase = kein Arbeitslosengeld mehr.

    An- und Abmelden am Ende des Arbeitsverhältnisses: Sperrzeit unvermeidlich sofern Kündigungsfristen ausserhalb der gesetzlichen Fristen ggf. auch Ruhezeit.

    Jetzt stellt sich für mich folgende Frage:

    Wenn man während des Dispojahres feststellt, dass es zu gesundheitlichen Problemen am Ende des Dispojahres kommen könnte, dann wäre doch eine Arbeitslosmeldung
    z.B. nach 6 Monaten auch möglich. Damit würden, wie ich das sehe, auch die Warte- und Sperrzeiten zum Tragen kommen. Korrekt?

    Wenn ja, wie würde die Agentur für Arbeit dann das Arbeitslosengeld berechnen? Rückwirkend auf ein Jahr gesehen wären dann
    z.B. 6 Monate a‘ 5.000 Euro brutto plus 6 Monate a‘ 0 Euro = durchschnittlich 2.500 Euro als Basis für die Berechnung oder bleibt es bei den 5.000 Euro, da diese das letzte Gehalt innerhalb des letzten Jahres waren?

    Viele Dank schon mal für die Beantwortung.

    • Die Unterschiede und Folgen sind soweit korrekt verstanden.

      Bei der Berechnung des ALG-Anspruches werden immer nur die versicherungspflichtigen Zeiten berücksichtigt. Zeiten ohne Einkünfte bleiben daher ohne Wirkung.
      Anderenfalls wären nämlich alle, die ein vollständiges Dispojahr machen, ziemlich „gekniffen“, da diese ja immer auf ein ganzes Jahr ohne Einkünfte zurückblicken. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        ich stehe gerade vor der Entscheidung zum DispoJahr und bin trotz der vielen hilfreichen Informationen noch nicht schlüssig. In 3 Monaten (Oktober 2019) werde ich aus dem Unternehmen ausscheiden und habe jedoch weitere 9 Monate, bis zur eigentlichen Kündigungsfrist. Ich gehe also von 9 Monaten Ruhezeit aus. Da ich dann auch 50 werde, wollte ich eigentlich die Meldung beim Amt im Juli 2020 machen. Da ich bis mich bis dahin freiberuflich melden werde, ist mir nicht klar ob die minimalen Einnahmen während dieser Zeit als Basis für das Arbeitslosengeld herangezogen werden, oder meine bisherigen Einnahmen. Das wäre fatal. Gibt es hier etwas zu berücksichtigen? Meine Dispo Zeit währe dann kein volles Jahr, warum würde man Sperr und Ruhezeit nur umgehen bei einem vollen Dispo Jahr? (Laut Artikel) Ich würde erwarten, dass ich im Juli 2020 keine Ruhe oder Sperrzeit mehr habe?
        Danke für einen Tip.
        Wenn ich sicher gehen wollte, müsste ich mich erst Arbeitslos melden und dann abmelden, dann würde ich aber potentiell 3 Monate AL1 verlieren, wegen unter 50.

        • „… bis dahin freiberuflich melden „

          Was ist denn mit „freiberuflich melden“ gemeint??

          Wie dem auch sei: Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit können nur dann Einfluss auf die ALG-Höhe haben, wenn während dieser Zeit freiwillige Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bezahlt werden – ansonsten nicht.

          Dass sich Sperr- und Ruhezeiten erst mit einem vollständigen Dispojahr (ggfs. länger ab 2020) vermeiden lassen, ergibt sich aus dem Zusammenwirken der unterschiedlichen Gesetze, was ich hier in zahlreichen Beiträgen bereits erläutert habe. Besser kann ich es nicht.
          Wird das Dispojahr nicht eingehalten, entfallen diese Zeiten nicht! Es kann aber natürlich sein, dass sie bereits abgelaufen sind. Wartet man solange, bis Sperr- und Ruhezeit abgelaufen sind, bekommt man sofort ALG. Darum geht es aber in der Regel nicht, sondern man möchte die Verringerung des Anspruches infolge einer Sperre und die u.U. hohen KV/PV-Beiträge während der Ruhezeit vermeiden.

          Eine sofortige Arbeitslosmeldung würde sowohl Sperrzeit, als auch Ruhezeit und lediglich den Anspruch für unter 50jährige festschreiben.

          Gruß, Der Privatier

          • Lieber Privatier,
            ich habe zwar viel in den Seiten geblättert, aber diesen Zusammenhang nicht erkannt. Danke für die Erläuterung.
            „Freiberuflich“ wollte ich mich beim Finanzamt melden, um ggf. einzelne Aufträge anzunehmen. (Dieses Jahr wären Einnahmen noch OK, nächstes Jahr sollte ich tunlichst nicht ins Plus kommen.) Ich möchte meine Kontakte möglichst aufrecht erhalten.
            Wenn ich mich erst Juli 2020 arbeitslos melde, würde ich immerhin die 3 Monate ALG1 mehr bekommen, die potentiell als Sperre wieder abgezogen werden. Die Ruhezeit sollte dann ausgesessen sein. Für das 3/4 Jahr werde ich nur Rente einzahlen.
            Leider werde ich um die massiv erhöhte Krankenkasse für diesen Zeitraum nicht herum kommen. Was mir nicht klar ist: Werden die erhöhten Krankenkassengebühren in dem Jahr der Abfindungsauszahlung starten, oder bereits im Oktober? Meine Gedanken: Die erhöhte Krankenkassengebühr fällt ab Oktober 2019 an und ich muss sie eh bis Juni 2020 zahlen, wegen Ruhezeit Arbeitslosengeld. Im Juli melde ich mich Arbeitslos, um das Arbeitslosengeld zu sichern und bleibe 3 Monate Arbeitslos, obwohl es im Jahr der Abfindung ist, um diese 3 Monate kein erhöhtes Krankenkassengeld zu zahlen. Im Anschluss sollten die Krankenkassengebühren doch dann entsprechend gemeldeter vielleicht 300€ monatlicher Einnahmen als Freiberufler auf niedrigem Satz sein.
            Liege ich mit den Gedanken falsch?

          • Ein paar kurze Anmerkungen dazu:

            * Ob die geplanten Tätigkeiten tatsächlich freiberuflich sind, sollte man im Vorfeld einmal prüfen. Dafür gibt es klare Kriterien, aber gelegentlich auch Grenzfälle.
            * Bei einer Sperre beim ALG bitte immer daran denken, dass es nicht nur die 3 Monate am Anfang sind! Insgesamt reduziert sich der Anspruch um 1/4.
            * Die Krankenkasse darf eine Abfindung erst nach der Auszahlung in den Beiträgen berücksichtigen. Und maximal so lange, wie die ordentliche Kündigungsfrist abgelaufen wäre.
            * Wenn man schon 3/4 Jahr ohne ALG plant, wäre zu überlegen, ob man dies nicht auf ein ganzes Jahr verlängern könnte (Dispojahr). Das ändert allerdings nichts an den KV-Beiträgen.

            Gruß, Der Privatier

        • Ich antworte mal zwei Ebenen höher, weil weiter unten keine Antwortmöglichkeit mehr besteht.

          Mir hat die TK auch schon vor dem Zeitpunkt der Abfindungszahlung den maximalen Beitragssatz in Rechnung gestellt. Von daher stimme ich dir zu, dass der max KK-Beitrag von 10/2019 – 06/2020 fällig ist. Danach der minimale Beitrag.
          Daher würde ich mich auch erst zum Oktober arbeitslos melden um die Anspruchsverkürzung zu umgehen. Ggfs danach gleich wieder abmelden damit 2020 möglichst wenig ALG1 progressionsmaximierend wirkt.

          Die massiven Krankenkassenbeiträge haben auch was Gutes, man kann sie steuerlich absetzen. Man kann als Privatier sogar das 2,5-fache des jährlichen KK-Beitrages vorauszahlen (sofern die KK da mitspielt) und auch diesen Betrag steuerlich absetzen.
          Also grob 6*800 + 6*200 = 6.000 für 2020 und 2,5*6.000 = 15.000 als Vorauszahlung. Macht 21.000 zum Absetzen (ganz grob und ohne Flinte, ähm Gewähr)
          Gegenrechnung ab 10/2020 ALG: 6*800 + 3*200 = 5.400, Vorauszahlung dann 13.500 machen in Summe noch 18.900.
          Damit kann man auf jeden Fall ALG „wegrechnen“, 3 Monate ALG wären also nicht steuerlich verheerend.
          Den Artikel zur Fünftelregelung kennst Du hoffentlich: https://der-privatier.com/kap-3-3-1-1-hinweise-zur-fuenftelregel-grundlegendes/

          • Puh. Sehr wertvolle Antworten. – Die natürlich weitere Fragen in mir wecken.

            Arbeitslosmeldung: Kling schlüssig, das auf Oktober 2020 zu verschieben. Ich habe aber nicht verstanden, welche Regel dann zieht, die die Sperrzeit umgeht und mir scheint das Risiko „Den Tag“ zu verpassen echt hoch.

            Krankenkasse: Die im Jahr anfallenden Gebühren kann ich doch auch ohne Vorauszahlung absetzen. Spätestens 2021 würde ich mich sowieso wieder Arbeitslos melden und hätte keine Krankenkassengebühren, daher sehe ich nicht, wie die Vorauszahlung für 2021 funktionieren soll.

            Freiberuflich: Das ist Neuland für mich. Mein Plan war: IT-Beratung, ggf. andere kleine Tätigkeiten durchführen, um meine potentiellen Partner nicht zu verlieren. Diese als Freiberufler entsprechend mit Ausgaben zu kompensieren (Konferenzen oder ähnliches) – um keine Gewinne einzufahren. Vielleicht bin ich hier zu unerfahren und naiv?

          • „Krankenkasse: Die im Jahr anfallenden Gebühren kann ich doch auch ohne Vorauszahlung absetzen. Spätestens 2021 würde ich mich sowieso wieder Arbeitslos melden und hätte keine Krankenkassengebühren, daher sehe ich nicht, wie die Vorauszahlung für 2021 funktionieren soll.“
            Das Absetzen von vorausbezahlten KK-Beiträgen im Jahr der Abfindung ist steuerlich meist deutlich „ertragreicher“ als wenn man die Beiträge in Privatiersjahren mit wenig zu versteuerndem Einkommen absetzt.
            Es braucht aber auch eine KK, welche die Beiträge auf mehrere Jahre hin vorträgt.

            Der für den Entfall der Sperrzeit zuständige Prargraf wurde in den Kommentaren schon mehrfach genannt, also mal eine Nächt lang das Forum durchkämmen 😉

          • Danke für die Info!
            Die Infos mit der Sperrzeit habe ich jetzt gefunden. Da ich leider noch 2019 das Unternehmen verlasse, wird es auch die knappe Sache auf den Tag. Wenn ich es richtig verstehe, müsste ich mich zum 1.Oktober arbeitslos melden und zwar genau dann.

            Scheint mir tatsächlich gewagt. Ansonsten im Juli, um die verlängerten Monate ab 50 mitzunehmen.

          • So wild ist das mit dem „knapp“ nun auch nicht. Ich habe Mitte Dezember beim AA persönlich vorgesprochen, eine Kundennummer und Online-Zugangsdaten erhalten und mich dann noch vor Weihnachten online zum 31. Dezember arbeitslos gemeldet. Am 2. Januar hatte ich dann auch schon einen ersten Termin mit meinem Vermittler.

            Die Entscheidung nimmt Dir aber keiner ab: Anspruchskürzung (um 3,75) auf 11,25 Monate oder das Risiko Anfang Oktober ernsthaft krank zu sein und den ganzen ALG-Anspruch zu verliergen.
            Ernsthaft krank meint sowas wie mit Vollgips im Krankenhaus zu liegen. Mit ein bisschen Rüsselpest oder Flitzka… (Seniorenwindel nicht vergessen) kann man sich ja durchaus zum Erstgespräch begeben.

  2. Hallo Herr Privatier,
    also würde in meinem beschriebenen Fall ein Arbeitslosengeld auf Basis der 5.000 Euro ermittelt werden obwohl der 12 monatige Zeitraum vor der Arbeitslosenmeldung nur 6 versicherungspflichtige Monate enthält? Das könnte dann ja bedeuten, dass ich mich nach 11 Monaten aus welchen Gründen auch immer doch noch gegen ein Dispojahr entscheiden kann ohne finanziell schlechter gestellt zu werden Höhe ders ALG).

    Damit wäre ich auch nicht schlechter gestellt wie beim Dispojahr (Zeitraum erweitert auf 24 Monate), nur mit dem Unterschied dass die Ruhe- und Sperrzeiten zum Tragen kommen würden.
    Oder habe ich Ihre Antwort falsch interpretiert?
    Viele Grüße Karl

    • Sie haben die Antwort richtig interpretiert. Sie können auch 11 Monate warten, ohne dass Sie einen Nachteil davon haben.
      Es wird immer zuerst ein Zeitraum von 12 Monaten rückwirkend betrachtet, sind hier nicht mindestens 150 Tage an abgerechneten Einkünften aus versicherungspflichtigen Zeiten vorhanden, wird der Zeitraum auf 2 Jahre verlängert. Erst wenn dann auch keine 150 Tage (also ca. 5 Monate) mehr zusammen kommen, gibt es ein Problem: Die fiktive Einstufung.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo Herr Privatier,

    habe mit Interesse die vielen Informationen zum „Disposjahr“ durchgelesen. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass es für mich keinen Sinn macht. Die Situation: Ich habe w/Rationaliserungsmassnahmen meines AG ein Angebot gegen eine (kleine) Abfindung meinen Arbeitsvertrag aufzulösen – zum Ende diesen Jahres. Ich bin dann 62 und habe bereits jetzt die Wartezeit für eine Rente für besonders langjährig Versicherte erfüllt. D.h. ich kann mit 63 J. + 8 M. abschlagsfrei in Rente gehen und müsste noch 20 Monate überbrücken. Mein Anspruch auf ALG 1 wäre 24 Monate. Wenn ich ein Dispojahr „einlege“ könnte ich dann in 2020 noch für 8 Monate ALG 1 beziehen, muss mich aber für 2019 selbst krankenversichern und eventuell den Mindestbeitrag in die RV einzahlen w/EU-Rente. Wenn ich mich gleich zum 1.1.19 arbeitslos melde, würde ich sowohl eine Ruhenszeit als auch eine Sperrzeit durch die Agentur erhalten. Die Sperrzeit würde meinen Anspruch auf auf ALG um 1/4 auf 18 Monate verringern, würden aber einen Zeitraum von 17 Monaten bis 1.9.2020 abdecken. Im Ergebnis wären es aber auf jeden Fall mehr als 8 Monate nur für 2020. Sehe ich das richtig? Hätte auch den Vorteil, dass ich mich nicht freiwillig krankenversichern müsste. Bzgl. der KV die Frage: Den ersten Monat (Januar 2019) der Sperrzeit gibt es einen „Nachlauf“ bei der KV und ab dem zweiten Monat zahlt die Agentur? Ist diese Info richtig? Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Überlegungen mal prüfen würden. Vielen Dank Horst

    • Zunächst einmal sehe ich auch keinen Sinn in einem Dispojahr.

      Ob Sie sich allerdings freiwillig krankenversichern müssen, hängt vor allen Dingen davon ab, ob und wie lange eine evtl. Ruhezeit sein wird. Während der Ruhezeit sind Sie NICHT über die Agentur versichert.
      Aber wenn Sie eine „kleine“ Abfindung bekommen haben, dürfte die Ruhezeit ja dementsprechend auch nicht sehr lang sein. Können Sie selber ausrechnen, siehe Beitrag über die Ruhezeit: https://der-privatier.com/kap-9-10-3-arbeitslosengeld-ruhezeit/

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo Herr Privatier,
    vielen Dank für die interessanten Tipps zum Dispojahr. Ich bin allerdings ein wenig verunsichert, was die Berechnung des ALG betrifft. Meine Situation ist folgendermaßen. Ich habe einen Aufhebungsvertrag mit Wirkung zum 31.12.2018 unterschrieben. In diesem Vertrag steht, dass, sollte ich diesen nicht unterschreibe, es zu einer betriebsbedingten Kündigung käme. Somit sollte ich um eine Sperrfrist „rumkommen“. Ich bin 57 Jahre alt und bereits arbeitssuchend gemeldet. Da ich im Januar eine Abfindung erhalte, möchte ich aus steuerlichen Gründen ein Sabattjahr einlegen und quasi ab dem 01.01.2020 ALG beziehen.Außerdem bin ich dann 58 und hätte ein Anrecht auf 24 Monate ALG. Nun wird es problematisch: Ich habe in diesem Jahr 6 Monate Krankengeld bezogen und bin vom 01.10.-31.12. freigestellt bei vollem Gehalt, abzüglich aller Sozialabgaben. Da für die Berechnung des ALG das Jahr 2018 Grundlage ist, frage ich mich, ob der Krankengeldbezug und die Freistellung ganz normal berücksichtigt werden oder ob es da Einschränkungen gibt. Wenn es Einschränkungen gibt, gelten diese dann nur für das Sabatical? Ich würde mich freuen, wenn Sie mir hierzu eine Antwort geben könnten.
    Vielen lieben Dank!
    Barbara

    • Ich möchte Ihnen anstelle einer direkten Antwort einmal einen Link auf einen Kommentar geben, in dem ich die Zusammenhänge (auch bzgl. Krankengeld und Freistellung) kürzlich erst erläutert habe.

      Ich denke, mit diesen Angaben sollten Sie in der Lage sein, die Folgen einmal für Ihren Fall selber auszurechnen.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Barbara,
    in Deinem Fall hängt die Entscheidung für ein Dispojahr von den konkreten Zahlen, d.h. von der Höhe der Alg1-Zahlung ab. Ohne Dispojahr schaffst du die 58-er Altersstufe nicht und erhältst ohne Sperrfristen 6 Monate weniger Alg1. Mit Dispojahr verlängert sich die Bezugsdauer, aber da keine 150 Arbeitstage vorliegen verringert sich die Höhe. Evtl. spielen auch 6 zusätzliche Monate Krankenversicherung eine Rolle. Im Netz habe ich keinen Alg1-Rechner oder Infos bekommen, wie hoch die Alg1-Leistung bei weniger als 150 Arbeitstagen ausfällt. Daher kann ich nur empfehlen, dass die Leistungsstelle vom AA das für Dich ausrechnen soll.
    Gruß
    Holger

    • Grundsätzlich ist der Hinweis auf eine Abwägung anhand der konkreten Zahlen zwar richtig, unklar ist aber, inwieweit bei einem Dispojahr mehr oder weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorliegen.
      Die Zeiten des Krankengeldbezuges zählen definitiv nicht dazu. Das ist soweit klar. Ob allerdings die Monate der Freistellung eingerechnet werden oder nicht, dürfte davon abhängen, nach welcher Rechtsauffassung die Agentur vorgeht. Wenn sie die aktuell noch gültige Dienstanweisung anwenden sollte (s. dazu Beitrag „Agentur erfindet neue Regeln“ , so bleibt die Freistellung bei der Berechnung der ALG-Höhe ebenfalls unberücksichtigt und es dürften daher in den zwei Jahren vor Arbeitslosigkeit weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorliegen. Folge: Fiktive Einstufung.

      Richtet sich die Agentur jedoch bereits nach dem kürzlich ergangenen Urteil des BSG zu Freistellungen (. Beitrag „Arbeitslosengeld nach Freistellungen“ , so würde es wahrscheinlich ausreichen. Das sollte Barbara dann aber besser einmal anhand der exakten Zahlen selber einmal nachrechnen.

      Die Ungewissheit wird aber wohl noch eine Weile bestehen bleiben (es sei denn, man kalkuliert Widerspruch und Klage mit ein). Insofern muss man diese Ungewissheit ebenfalls bei einer Abwägung mit berücksichtigen.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo Herr Privatier, hallo Holger,

    vielen Dank für eure hilfreichen Antworten. Ob nun die Zeit der Freistellung mit eingerechnet wird oder nicht, wird mir hoffentlich das AA beantworten. Habe jedoch nicht so viel Vertrauen in die Kenntnisse der Mitarbeiter, denn z. T. wissen diese nicht einmal, was ein Sabatical ist. Auf jeden Fall werde ich euch mitteilen, was „die Experten“ in meinem Fall entschieden haben.

    Beste Grüße
    Barbara

    • “ z. T. wissen diese nicht einmal, was ein Sabatical ist“

      Das müssen die auch nicht wissen! Genau so wie es in den Sozialgesetzbüchern keine Definition von „Dispojahr“ gibt, gibt es auch keine für „Sabbatical“. Letztlich sind dies frei erfundende Begriffe, unter denen im Zweifel jeder etwas anderes versteht.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo zusammen,
    am 30.11.2018 wurde vom Bundestag das „Qualifizierungschancengesetz“ beschlossen. Bestandteil des Gesetzes ist die Verlängerung der „Rahmenfrist“ nach §142f. SGB III von bisher 2 Jahren auf künftig 30 Monate (gültig ab 01.01.2020).
    Nun meine Frage mit Bezug auf das Dispositionsjahr: nach allem, was ich bisher in diesem sehr informativen Forum gelesen habe, bedeutet dies, dass das „Dispositionsjahr“ von bisher exakt 12 Monaten Dauer auf künftig bis zu 18 Monaten Dauer ausgeweitet werden kann. Und dies, ohne die Vorteile bezüglich Sperr-/Ruhezeit usw. zu verlieren.
    Ist meine Annahme richtig? Ich freue mich auf bestätigende bzw. klärende Kommentare.

    • Moin, Stefan
      Im Prinzip ja, ABER:

      Wer nach seinem 58ten Geburtstag die maximale Alg1-Bezugsdauer (24 Monate) erreichen will, benötigt auch nach der zu erwartenden Neuregelung WIE BISHER 48 Monate Versicherungspflichtverh. innerhalb der letzten 5 Jahre (60 Monate)!
      Hier bleibt es demnach bei 12 Monaten Dispojahr (60-12=48)!!!

      AUSSERDEM MUSS zur Inanspruchnahme der neuen Rahmenfrist am 01.01.2020 noch ein VersicherungsPFLICHTverhaeltnis in der ALV bestehen.
      UND: Der(erweiterte) Bemessungszeitraum von 24 Monaten mit 150 Tagen „normalem“ Gehalt (zur Berechnung der ALG1-Hoehe nach dem tatsächlichen Verdienst) bleibt unverändert!
      Also wie immer: Planung muss passen!

      Gruesse
      ratatosk

    • Hallo Stefan,

      „ratatosk“ hat schon alle wichtigen Punkte aufgelistet, die ggfs. übersehen werden könnten.

      Ergänzen möchte ich noch zwei Punkte:
      * Mein aktueller Kenntnisstand bezieht sich noch auf den Entwurf des Gesetzes, den tatsächlich verabschiedeten Gesetzestext habe ich noch nicht gelesen.
      * Wir haben dieses Gesetz und die möglichen Folgen bereits an anderer Stelle (ab hier) diskutiert. Dort gibt es ggfs. weitere Informationen und wir sollten die Diskussion (falls erforderlich) nach Möglichkeit dort fortsetzen.

      Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Privatier,
    eine guten Rutsch und ein erfolgreiches 2019.
    Ich habe mit viel Interesse Deine Seiten gelesen.

    Erst dadurch bin ich auf das „Dispositionsjahr“ aufmerksam geworden. Ich habe, da mein Arbeitgeber eine amerikanische Firma übernommen wurde und der neue Eigentümer weltweit über 40% der MitarbeiterInnen entlassen hat, nach über 19 Jahren im IT Vertrieb einen Abwicklungsvertrag unter Mitwirkung meines Anwaltes unterschrieben.

    Das ordentliche Kündigungsende wäre der 31. Mai 2019 gewesen. Es gab aber die Möglichkeit jeweils zum 15. bzw. Ende des Monats vorzeitig zu kündigen und die restlichen Monate bis zur ordentlichen Kündigung erhöhten dann die Abfindung. Für dieses Modell habe ich mich entschieden und werde mit Wirkung zum 15. Januar 2019 mein Arbeitsverhältnis beenden.

    Ich habe mich im November 2018 arbeitssuchend gemeldet und alle Daten im Portal der Arbeitsagentur hinterlegt.

    Heute am 03.01.2019 hatte ich mein Beratungsgespräch bei einer Vermittlerin bei der AfA in Wiesbaden.

    Durch die tollen Informationen, Anregungen und Beiträge war ich bestens informiert.
    Das Gespräch dauerte 15 Minuten.
    Die Vermittlerin wusste, nachdem ich ihr meine Situation und meinen Wunsch eines Dispositionsjahres geschildert hatte, über das Dispostionsjahr Bescheid und sagte dass sie dies in der letzten Zeit häufiger von ihren Kunden gehört hätte, dass diese das Dispositionsjahr in Anspruch nehmen würden.
    Sie sagte dass ich ja bestens präpariert sein und druckte dann eine Erklärung für das „Dispostionsjahr“ aus, in der ich erklärte über die leistungsrechtlichen Konsequenzen, dass ich solange ich über die Agentur für Arbeit kein Arbeitslosengeld erhalte nicht kranken-, renten- und pflegeversichert bin, informiert wurde.

    Sie hat in der eAkte einen scan der unterschriebenen Erklärung hinterlegt, mir das Original ausgehändigt, und mir noch den Tipp gegeben mich am besten drei Monate vorher, also Mitte Oktober 2019 zum 16.01.2020 arbeitslos zu melden.
    Total entspannt bin ich nach Hause gefahren. Nochmals Dank für die super Informationen.
    Beste Grüsse
    Mercator11
    den Arbeistlosne bezug ab dem 16.01.2020 und die restlichen Monate auf die Abfindung

    • Es freut mich, wenn die Informationen hier Erfolg zeigen. Selbst in den Arbeitsagenturen scheinen sich manche Ideen zu verbreiten 😉 .
      Ich würde sagen, die Entspannung ist berechtigt. Prima, dass es so gut gelaufen ist!

      Als nächstes wäre jetzt die Krankenkasse an der Reihe… Mit einem Dispojahr kann man zwar Sperr- und Ruhezeiten der Agentur vermeiden, nicht jedoch die Anrechnung der Abfindung bei den KV/PV-Beiträgen. Es sei denn, man wäre privat versichert oder hat die Chance, in der Familienversicherung unter zu kommen.

      Gruß, Der Privatier

  9. Bringt das Dispositionsjahr nicht auch einen Vorteil beim ALG1 für alle die über der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) RV verdienen?
    Bei der Berechnung des ALG1 wird das anrechenbare Einkommen ja bei der BBG RV gekappt. Allerdings steigt die BBG RV üblicherweise auch jedes Jahr an, sodass nach einem vollständigen Dispositionsjahr auch mehr ALG1 herauskommen müsste.

    Ist dem so, oder wird stattdessen die BBG RV aus dem Jahr der Arbeitsaufgabe angesetzt?

    • Hallo J,
      das Dispojahr bringt leider keinen Vorteil bei der Alg1-Höhe. Es berechnet sich auf Basis des geringeren gekappten Höchstbetrages des Bruttoverdienstes aus dem Vorjahr, d.h. der aktuelle Höchstbetrag beim Alg1 ist mit Dispojahr nicht zu erreichen, aber ohne Dispojahr hätte es den ja auch nicht gegeben.
      Gruß Holger

    • Auch wenn Holger hier schon die richtige Antwort gegeben hat, möchte ich das noch ein bisschen präzisieren:
      Die Höhe des ALG-Anspruches richtet sich immer nur nach den eigenen Beitragszahlungen und hat daher mit der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nur indirekt etwas zu tun.
      Entscheidend für die Höhe des ALG ist das beitragspflichtige Einkommen der letzten 12 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit (innerhalb von 2 Jahren).

      Gruß, Der Privatier

      • Schade – wäre nett gewesen 🙂
        Wie ermittelt die Agentur für Arbeit eigentlich das relevante Bemessungsentgelt? Theoretisch würde es ja reichen, die von ihr erhaltenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (2,5%) mit 40 zu multiplizieren. Damit wäre ja – wie von Euch geschrieben – automatisch die BBG RV des jeweils relevanten Jahres mit berücksichtigt.

        • Bestandteil eines jeden (vollständigen) ALG-Antrages ist eine Verdienstbescheinigung des/der letzten AG über die in Frage kommenden Zeiten. Hier bescheinigt der/die AG die beitragsrelevanten Zahlungen.

          Gruß, Der Privatier

  10. Hallo Privatier und Mitleser,

    Vielen Dank Privatier für die hervorragenden Infos zu diesen komplexen Themen.
    Mal schauen ob ich das in Summe richtig verstanden habe.

    -> Durch ein Dispojahr verringert sich automatisch die Anspruchsdauer des ALG – um 6 Monate- da von der Beschäftigungsdauer 12 Monate abgezogen werden.
    >> Das wäre dann auch den Risiken/Nachteilen des Dispojahres zuzurechnen(!)

    -> Bei einem Aufhebungsvertrag und Beantragung von ALG1 innerhalb eines Jahres entsteht eine Sperre von 3 Monaten.

    -> Ergebnis:
    Von der Abfindung werden also „immer“ mindestens 3 Monate der Anspruchsdauer abgezogen. Entweder in Form der Sperre oder als Kürzung des Anspruchs beim Dispojahr (sogar 6 Monate).

    Ausnahmen:
    Reduzierung der Sperre wegen besonderen Gründen.
    Durch erreichen der nächst höheren Altersgrenze im Dispojahr können 3 Monate davon kompensiert werden.

    -> Vorsicht: das heißt für alle unter 50-jährigen, beim Dispojahr bleibt lediglich ein Anspruch von 6 Monaten ALG1-Bezug übrig

    Da wird die persönliche Sicht relevant was besser passt. Eine Abfindung mit: „einem Jahr Auszeit“ (mit evtl. KV-Beiträgen -evtl. erhöht-) und 6 Monaten möglicher ALG1-Bezug,
    oder mit 9 Monaten möglichem ALG1-Bezug (außer bei besonderen Gründen, dort 12 Monate).


    Dauer der Beschäftigung Anspruch auf Arbeitslosengeld
    12 Monate 6 Monate (180 Tage)
    16 Monate 8 Monate (240 Tage)
    20 Monate 10 Monate (300 Tage)
    24 Monate 12 Monate (360 Tage)
    30 Monate n.V. 50. Lj 15 Monate (450 Tage)
    36 Monate n.V. 55. Lj 18 Monate (540 Tage)
    48 Monate n.V. 58. Lj 24 Monate (720 Tage)

    § 147 SGB III
    https://dejure.org/gesetze/SGB_III/147.html § 147 SGB III

    Die Zusammenfassung des Themas Anspruch finde ich ungemein praktischPrivatier sagte am 11.Sep.2018 um 10:41

    Herzliche Grüße
    Udo

    • Du hast das falsch verstanden, bitte nochmal genauer lesen!

      Ein korrekt durchgeführtes Dispojahr führt dazu, dass keine Sperr- und Ruhezeiten (wegen Arbeitsaufgabe / Abfindungsvertrag) verhängt werden. Es findet keine Anspruchsreduzierung wegen dem Dispojahr statt.

      • Ahhh, Danke. Stolperstein gefunden 🙂

        Ich habe fälschlicherweise für die Anspruchsdauer eine Rahmenfrist von lediglich 2 Jahren angenommen.

        Richtig ist:
        ————
        1. bei der Anwartschaftszeit beträgt die Rahmenfrist 2 Jahre
        2. bei der Anspruchsdauer beträgt die Rahmenfrist 5 Jahre (Es werden 3 Jahre addiert. Behördendeutsch: „innerhalb der um drei Jahre erweiterten Rahmenfrist“)

        Durch die Erweiterung kommen dann die weiteren Monate mit Beiträgen zur AV hinzu.

        Danke und VG. So wird ein Schuh draus 🙂

    • Selbst im Extremfall (Anspruch auf 24 Monate ALG nach 48 Monaten Versicherungspflicht) blieben doch auch nach einem Dispojahr (12 Monate) die vollen 48 Monate „innerhalb der um drei Jahre erweiterten Rahmenfrist“ (60 Monate) (§147 SGB III Abs 1, Satz 1).
      Warum sollte da also was gekürzt werden?

  11. Meine Frage ist, wieviel darf ich im Dispositionsjahr hinzuverdienen. Habe Informationen, dass es 450€ sein dürfen?? Oder nur 165€, wie auch während der AL1 Zeit??
    Lieben Dank.

    • So lange Du nicht versicherungspflichtig in der AL-Versicherung wirst, kannst Du meines Erachtens so viel verdienen wie Du willst ohne die Höhe Deines AL-Anspruchs zu gefährden.
      Also versicherungsfreie, selbständige Tätigeit, Kapitalerträge und Co.: unbegrenzt
      Abhängige Beschäftigung: 450€ (Minijob-Grenze)
      Kannst Du im SGB III in den §§ 150,151 nachlesen. Dort ist immer die Rede von *versicherungspflichtigen Zeiten* und *beitragspflichtigem Arbeitsentgelt*.

    • In der Kurzfassung hat „J“ das schon richtig beantwortet. Etwas mehr Hintergrund und weitere Überlegungen zu versicherungspflichtigen Beschäftigungen gibt es dazu in meinen Beitragen „Arbeitslosengeld nach Zwischenbeschäftigung“ (Teil1/2).
      Das Fazit daraus: Ein Mini-Job ist kein Problem. Es kann aber auch mehr sein, wenn man gewisse Regeln beachtet.

      Gruß, Der Privatier

  12. Erstmal ein großes Lob für alle, die diesen Blog mit Inhalt füllen. Die komplexen Themen werden sehr gut darstellt und sind äusserst hilfreich. Ich würde mich ohne diese Informationen einzig vom Knowhow eines Steuerberaters oder Anwalts abhängig machen. Das Buch war mich ebenfalls sehr nützlich.

    Da bei mir in Kürze das typische Szenario ansteht (Einmalige Abfindung, Dispositionsjahr), möchte ich kurz meine Situation schildern und bitte um Feedback, ob und was ich hier besser gestalten kann. Die Konsequenzen von Fehlern sind potentiell drastisch. Deswegen bitte ich euch um Hilfe. Ich werde dann später über Erfolg/Misserfolg berichten. Das hilft dann hoffentlich allen hier.

    Ich habe am 31.5.2020 meinen letzten Arbeitstag. Ich bin seit dem 15.1.2008 in der gleichen Firma ohne Unterbrechung angestellt. Ich habe dabei einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, der mir eine vernünftige Abfindungszahlung einbringt (gut, aber nicht überragend). Die Abfindung wird auf meinen Wunsch hin in einer Einmalzahlung im Januar 2021 ausbezahlt. Der Anlass dafür ist natürlich die Fünftelregelung.

    Ich möchte also im Jahr 2021 kein weiteres Einkommen (auch kein ALG I) erzielen und PKV-Beiträge vorauszahlen sowie in eine Rürup oder gesetzliche RV einzahlen um die EkSt in diesem Jahr gegen Null zu drücken.

    Klar ist, dass ich freiwillig gehe. Es droht keine Kündigung, sondern es lediglich ein Betriebsübergang zu einer anderen Firma fest. Wichtig ist vielleicht noch, dass ich privat krankenversichert bin.

    Ich werde im Mai 2020 57 Jahre alt und suche für mich einen Weg, nicht mehr als Angestellter arbeiten zu müssen.
    Die Betonung liegt auf „müssen“. Ganz ohne Arbeit wird es vermutlich nicht gehen…

    Mein bisheriger Plan (basierend auf dem Dispositionsjahr) sieht wie folgt aus (bin mir aber nicht 100%ig sicher, ob das so geht):

    P1) 15.01.2008 Erster Arbeitstag
    P2) 31.05.2020 Letzter Arbeitstag (ich bin dann 57 Jahre alt)
    P3) 01.01.2021 Auszahlung Abfindung mit Fünftelregelung
    P4) 24.05.2021 Meldung Arbeitslosigkeit (kein ALG I Antrag) zum 1.6.2021 beim Arbeitsamt (spätestens aber am 1.6.2021)
    P5) 01.06.2021 Anfang Dispositionsjahr
    P6) 31.05.2022 Ende Dispositionsjahr (Dauer 12 Monate, nun bin ich 58 Jahre alt)
    P7) 01.06.2022 Antrag auf und Bezug von ALG I (mit 58) sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (24 Monate)
    P8) 30.05.2024 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV

    Q1) Ist der Plan korrekt und lässt sich da noch etwas optimieren?
    Q2) Ist P) eine Woche früher kein Problem solange man darauf achtet, dass man sich zum 1.6.2021 arbeitslos meldet?
    Q3) Kann man P7 um eine Woche vorverlegen und trotzdem zum 1.6.2022 beantragen? Ich fürchte nein.
    Q4) Kann man P7) um z.B. eine Woche nach hinten schieben? Ich glaube ja, da nur 12 von 18 Monaten verbraucht wurden.
    Q4) Das Dispositionsjahr lässt sich auf 18 Monate ausdehnen (Rahmenfrist 30 Monate – 12 Monate Beschäftigung am Anfang der Rahmenfrist = 18 Monate) und damit ALG um weitere 6 Monate nach hinten verschieben. Das ist nur eine zusätzliche Möglichkeit, deren Vor-/Nachteile ich im Moment nicht bewerten kann. Könnte das aus irgendeinem Grund sinnvoll sein?

    Ich hoffe, mein Fall ist nicht zu spezifisch sondern beispielhaft für viele. Falls nicht, verstehe ich völlig, dass eine individuelle Beratung den Blog sprengt. Ich hoffe trotzdem auf hilfreiche Kommentare.

    Grüße
    Michael

    • Warum alterst Du zwischen 2020 (P2) und 2022 (P6) nur um ein Jahr? Als Privatier altert man vermutlich wirklich langsamer 😉

      Dein Dispositionsjahr startet unmittelbar nach Deinem letzten Arbeitstag, also am 01.06.2020!
      Entsprechend kannst Du in der Zeit von Juni-November 2021 (erweiterte Rahmenfrist) ALG I beantragen ohne die 3-Monatige Sperre zu bekommen.

      Wichtig wäre darauf zu achten, dass (zumindest in der GKV) mit ALG1-Bezug eine Versicherungspflicht in der KV entsteht und die Krankenkasse die Vorauszahlung wieder zurück überweisen wird. Du solltest also sicher gehen dass Du wirklich erst in 2022 ALG1 beziehst um Dir die Fünftelregelung in 2021 nicht kaputt zu machen.

  13. Es sollte am Ende heissen:

    Q2) Ist P4 eine Woche früher kein Problem solange man darauf achtet, dass man sich zum 1.6.2021 arbeitslos meldet?

  14. Asche über mein Haupt – ich habe offensichtlich das Dispositionsjahr nicht genau verstanden.
    Das mit dem langsameren Altern wäre eigentlich nicht schlecht 🙂
    Nachdem ich eure Kommentare gelesen habe, würde es nach meinem Verständnis wie folgt ablaufen:

    P1) 15.01.2008 Erster Arbeitstag
    P2) 31.05.2020 Letzter Arbeitstag (ich bin dann 57 Jahre alt)
    P3) 01.06.2020 Anfang Dispositionsjahr
    P3) 01.01.2021 Auszahlung Abfindung mit Fünftelregelung
    P4) 24.05.2021 Meldung Arbeitslosigkeit (kein ALG I Antrag, nicht arbeitssuchend) zum 1.6.2021 beim Arbeitsamt
    P5) 23.11.2021 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV ab dem 1.1.2022
    P6) 30.11.2021 Ende Dispositionsjahr (Dauer 18 Monate, nun bin ich 58 Jahre alt)
    P7) 01.01.2022 Bezug von ALG I sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (18 Monate)
    P8) 31.12.2023 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV

    Nicht 100%ig klar ist mir:

    Q1) Kann ich P4 eine Woche vor dem 1.6.2021 starten, ohne mir Nachteile einzuhandeln?

    Q2) Ist P4 überhaupt notwendig oder kann ich das alles in P5 starten (Arbeitslosenmeldung, ALG I und Befreiung gesetzliche Rente beantragen)?

    Q3) Kann man bei der Beantragung von ALG I am 23.11.2021 das Startdatum 1.1.2022 für ALG I vorgeben? In 2021 will ich kein Einkommen wegen Fünftelregelung.

    Q4) Zu welchen Zeiten gelte ich als arbeitssuchend? Ich nehme an, direkt nach dem Dispositionsjahr, also ab dem 1.12.2022?!

    Q4) Dieser Ablauf beinhaltet ein Dispositionsjahr von 18 Monaten, was wohl eine Kürzung des ALG I um 3 Monate bedeutet. Wenn ich das Dispositionsjahr auf 12 Monate auslege (Ende: 31.5.2021): kann ich die Auszahlung des ALG I trotzdem auf den 1.1.2022 legen? Das wäre dann sicher die beste Variante.

    Grüße
    Michael

    • Ist aus meiner Sicht immer noch etwas konfus…

      Denn was soll z.B. genau bei P4 passieren? Entweder erfolgt die Arbeitslosmeldung zum 1.6.2021 oder zum 1.1.2022. Bei letzterem Datum macht P4 keinen Sinn!

      Andererseits: Warum soll denn auf 6 Monate ALG verzichtet werden bei voller Nutzung der Rahmenfrist? Das ergibt doch keinen Sinn?!

      Gruß, Der Privatier

      • Das liegt an meinem Halbwissen. Ich versuche alles genau zu lesen und zu verstehen, aber es bleiben immer ein paar offene Punkte und dann geht es los mit Annahmen und Interpretationen die nicht korrekt sind. Ich starte noch mal eine Überarbeitung aber auch hier bin ich mir nicht ganz sicher ob und wann ich etwas beim Arbeitsamt beantragen muss.

        P1) 15.01.2008 Erster Arbeitstag
        P2) 31.05.2020 Letzter Arbeitstag (ich bin dann 57 Jahre alt)
        P3) 01.06.2020 Anfang Dispositionsjahr
        P4) 01.01.2021 Auszahlung Abfindung mit Fünftelregelung
        P5) 24.05.2021 Meldung Arbeitslosigkeit (kein ALG I Antrag, nicht arbeitssuchend) zum 1.6.2021
        P6) 31.05.2021 Ende Dispositionsjahr (Dauer 12 Monate, nun bin ich 58 Jahre alt)
        P7) 01.01.2022 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV ab dem 1.1.2022
        P8) 01.01.2022 Bezug von ALG I sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (24 Monate)
        P9) 31.12.2023 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV

        P1 bis P6 ist glaube ich jetzt korrekt, P5 eine Woche früher ist denke ich auch ok solange der 1.6.2021 das eingetragene Datum beim Arbeitsamt ist.

        P7: hier ist mir nicht klar ob ich solange warten kann oder vielleicht sogar muss um ALG I erst in 2022 zu erhalten. Antrag auf ALG I ist gleichbedeutend auch eine Statusänderung auf arbeitssuchend? Ebenso ist mir nicht klar, ob ich den Antrag auf Befreiung von gesetzlicher KV früher stellen muss.

        Grüße
        Michael

    • Du wirst im Mai 2021 58 Jahre alt.
      Also melde dich im Mai 2021 arbeitlos zum 1.6.2021. Arbeitslos melden meint einen Antrag auf ALG1 stellen. Vorherrige Arbeitssuchendmeldung ist nicht notwendig. Da du am 1.6.21 bereits 58 Jahr alt bist, wirst du einen Bescheid über 24 Monate ALG1 erhalten. Du meldest dich Anfang Juni wieder ab (sobald der Bescheid da ist). So beziehst du nur wenige Tage ALG1, die bezüglich der Steuer relativ unkritsch sind.
      Die restlichen 23,x Monate ALG1 beanspruchst du ab 2022 (Neuer Antrag, alter Anspruch).

      Zum Nachlesen, das ist eine Kombi von zwei Strategien: Dispojahr und Anmelden und Abmelden. Beide Punkte sind auf jeder Seite oben bei den bliebten Beiträgen aufgelistet.

  15. Ich bin echt froh über die eure Hilfe. Für mich sieht das jetzt so aus:

    P1) 15.01.2008 Erster Arbeitstag
    P2) 31.05.2020 Letzter Arbeitstag (ich bin dann 57 Jahre alt)
    P3) 01.06.2020 Anfang Dispositionsjahr
    P4) 01.01.2021 Auszahlung Abfindung mit Fünftelregelung
    P5) 03.05.2021 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV zum 1.6.2021
    P6) 31.05.2021 Ende Dispositionsjahr (Dauer 12 Monate, nun bin ich 58 Jahre alt)
    P7) xx.xx.2021 Warten auf ALG I Bescheid, Bezug von ALG I (wenige Tage=0,x Monate)
    P8) xx.xx.2021 Nach Erhalt des Bescheids sofortige Abmeldung der Arbeitslosigkeit und damit kein ALG I mehr
    P9) 01.01.2022 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV zum 1.1.2022
    P10) 01.01.2022 Bezug von ALG I sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (23,x Monate)
    P11) 30.11.2023 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV

    Ich hoffe, dass dieses Verfahren jetzt korrekt ist. Damit wären alle Ziele erfüllt. Nach Murphies Law ist wahrscheinlich immer noch irgendein Fehler drin…

    Zeitkritisch ist dann glaube ich nur der 1.6.2021. Den darf ich meines Wissens auf keinen Fall verpassen, daher mache ich das auch eine Woche früher. Oder mache ich mir hier überflüssige Sorgen? Was wenn ich beim Arbeitsamt keinen Termin bekomme? Könnte damit nicht alles kippen oder geht das notfalls auch online? Ich kann ja versuchen den angestrebten Termin am 3.5.2021 schon Monate vorher zu vereinbaren?!

    Dann muss ich sicher noch hoffen, dass mich das Arbeitsamt während des ALG I Bezugs in Ruhe lässt. Ich habe nicht vor eine Stelle anzunehmen. Dann schon eher freiberuflich aber ob sich das Arbeitsamt damit zufrieden gibt und weiterhin brav ALG I zahlt solange ich keine Einnahmen erziele?

    Grüße
    Michael

    • Hallo Michael,

      bezüglich des 01.06.2021 machst du dir aus meiner Sicht unnötig Gedanken. Seit dem 01.01.2020 ist die Rahmenfrist nach § 143 Abs. 1 SGB III von zwei Jahren auf 30 Monate erweitert worden. Innerhalb dieser Rahmenfrist musst du gem. § 142 Abs. 1 Satz 1 mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben. Und das sollte doch der Fall sein, wenn du am 31.05.2020 deinen letzten Arbeitstag haben wirst und dich zum 01.06.2020 Arbeitslos (Antrag auf ALG 1) meldest.

      Gruß
      Greenhorn

      • Der 01.06.2021 ist sehr wohl wichtig! Er braucht als 58-Jähriger 48 Monate Beitragszeit innerhalb der letzten 60 Monate (5 Jahre) wenn er volle 24 Monate ALG1-Anspruch erhalten möchte. Nach dem 01.06.2021 wäre das nicht mehr erreichbar!

    • Ja, der 1.6.21 ist etwas kritisch. Zwar wurde die Rahmenfrist auf 30 Monate verlängert, aber für 24 Monate ALG benötigt man weiterhin 48 Monate Beschäftigung in den letzten 5 Jahren. Meldest Du dich nach mehr als 12 Monaten „Dispojahr“ arbeitslos, springen nur noch 18 Monate ALG1 heraus.

      Kritisch ist jetzt nicht, ob Du am 23.5 oder am 31.05 beim Arbeitsamt auf der Matte stehst (es sollte nur spätestens der 01.06 sein), sondern dass Du ab 01.06 erstmal arbeitsfähig bist. Also nicht mit einem gebrochenen Beim im Krankenhaus liegst oder bei einer Kur den Herzkasper vergessen möchtest.

      Den Antrag kriegt man beim Ersttermin entweder auf totem Baum mit nach Hause, oder man stellt ihn online (was das AA bevorzugt).

      Zum in Ruhe lassen: rechne mit dem Schlimmsten und hoffe auf das Beste. Ganz in Ruhe gelassen werden die wenigsten, aber wenn klar ist wohin die Reise geht, dann wird man dich wahrscheinlich auch nicht mit Vermittlungsvorschlägen zuwerfen.

  16. Hier hatte mal jemand ein PDF mit seiner vom der Agentur bestätigten Protokollnotiz eingestellt.
    Darin war unter anderem zu lesen: Herrn R ist bekannt […] dass er sich bereits bis zu 3 Monate vorher zum 01.01.2015 arbeitslos melden kann.

    Wenn Du Murphy ausschließen willst, könntest Du ja demnächst mal zum AA gehen und Dir das auch bestätigen lassen.
    Dann gehst Du im März 2021 gemütlich hin und beantragst ALG1 für den 01.06.2021

    Auf den Bescheid musst Du übrigens nicht warten.
    Die Grundlage hierfür ist §137 (2) SGB III: „Bis zur Entscheidung über den Anspruch kann die antragstellende Person bestimmen, dass der Anspruch nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll.“

  17. Das werde ich alles beherzigen. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich jetzt bin, einen vernünftigen Plan zu haben 🙂

    Gibt es eine Möglichkeit, das erwähnte PDF einfach zu finden? Vielleicht stehen da weitere hilfreiche Punkte drin.
    Ich kenne die Perspektive eines Arbeitsagenturmitarbeiters (AA-MA) nicht. Ist es zielführend, den Plan genau wie hier aufgeführt, mit dem AA-MA zu besprechen oder sollte man evtl. nur Teile des Plans aufdecken? Ich war noch nie arbeitslos und bin in dieser Hinsicht völlig unvorbereitet und kenne die Strategie eines AA-MA nicht.

    Wenn ich auf den Bescheid nicht warten muss, kann ich mich ja eigentlich direkt wieder abmelden und damit die erste ALG I Zahlung vermeiden!? Das rettet zwar nicht die Welt, aber wenn es so einfach ist zu optimieren. sollte man das einfach machen.

    Grüße
    Michael

    • An der Kritikalität des Termins 1.6.21 ändert auch ein Gespräche samt bestätigtem Gesprächsprotokolls nichts. Das Dispojahr vorab mit dem Arbeitsamt zu besprechen bringt dir vielleicht ein besseres Sicherheitsgefühl, ich persönlich sehe aber wenig „harten“ Nutzen.

      Zum vorher wieder abmelden. Das ist Geschmackssache, mir wäre lieber ich sehe erst was im Bescheid steht, bevor ich mich wieder abmelde. Wenn etwas mit dem Bescheid nicht stimmt und geändert werden muß, dann bin ich lieber noch guter Kunde bei dem Verein, als Nichtkunde.

      Inwiefern man sich ein paar Tage rückwirkend abmelden kann, weiß ich nicht. Könnte aber funktionieren.

      • Vergessen, ich habe vor meinem Dispojahr dem Arbeitsamt einen Brief geschrieben und meinen Plan (Dispojahr) dargelegt. Ich habe nie eine Reaktion darauf erhalten und mich folglich dann „einfach so“ nach dem Dispojahr arbeitslos gemeldet.

    • vergessen … Welt retten …
      Bevor Du dir den Kopf wegen einer Woche ALG1 machst, frage lieber bei der Krankenkasse nach, ob sie im Jahr der Abfindung eine Vorauszahlung für 2,5 Jahre annehmen und bis nach dem ALG1 stehen lassen.
      Als Selbstzahler kann man das von der Steuer absezten.

    • Die PDF-Datei mit einem Vorschlag für eine Protokoll gibt es in einem Gastbeitrag zum Dispojahr: https://der-privatier.com/gastbeitrag-erfahrungen-mit-dem-dispojahr/

      Zur Terminfrage noch zwei Anmerkungen:
      * Für eine Arbeitlosmeldung muss man sich keinen Termin geben lassen. Einfach hingehen und in die Schlange stellen. 😉
      * Eine Arbeitslosmeldung kann bis zu 3 Monate vor ihrem Beginn erfolgen. Steht schon im Gesetz: §141 SGB III.

      Gruß, Der Privatier

  18. Ich habe meine PKV bereits gefragt und die (telefonische) Aussage bekommen, dass ich 3 Jahre im Voraus einzahlen kann (zusätzlich zu den ohnehin anfallenden Beiträgen im laufenden Jahr). Die Basisabsicherung liegt bei meinem Tarif bei ca. 82%, damit kann einen relativ hohen Betrag einzahlen und fast alles wirkt steuermindernd. Das werde ich natürlich machen aber ich überlege mir zusätzlich, ob und vor allem wann ich in einen anderen Tarif wechseln soll.

    Mein derzeitiger Tarif kostet insgesamt 630 € – der Tarif für die zukünftigen Jahre kostet derzeit ca. 370 €. Wenn ich den Tarif in diesem Jahr umstelle, habe ich natürlich erheblich weniger Vorauszahlung und damit weniger Steuerersparnis.

    Ist es zu optimistisch im Januar 2021 (da bekomme ich die Abfindung) direkt die Verauszahlung zu leisten und einen Monat später auf den günstigeren Tarif umzustellen? Ich frage natürlich erstmal was meine PKV dazu sagt und ob sie die Vorauszahlung einfach liegen lässt. Das wäre wohl die optimale Variante. Falls sie das Geld teilweise zurückzahlt, habe ich wohl erheblich weniger Steuerersparnis auf meiner Abfindungssumme.

    • Hallo Michael
      Steht alles unter Vorauszahlung KV Beiträge .
      M.M.n. folgende Fehler :
      A) PKV ( Habe ich selber ) kann man ggf. mehr vorauszahlen , macht aber
      nur für 2,5 Jahre = 30 Monate ( plus dem laufenden Jahr ) beim FA SINN .
      B) Gilt auch nur für die “ Basis-Beiträge “ = Individuell nachzuschauen
      in deinen Belegen . Wenn 82% = Super , bei mir eher 65% = Viel Luxus dabei .
      Eine Teilung in Luxus und Basis , gibt meine PKV nicht her , LEIDER .
      Wäre aber ansonsten auch NETT für die Vorauszahlung .
      C) Wann sollte man da wechseln ??? M.M.n. NACH der Abrechnung mit FA .
      ( Allerdings ist ja auch nicht ALLES vom Steuerstatus abhängig , machmal
      mag man ja auch schon gerne EHER auf Luxus verzichten , oder auch nicht ??? )
      Aber Vorsicht = Rückerstattungen ??? = Zuflussprinzip im VAJ .
      Von ALG habe ich keine Ahnung ( In meinen Leben noch nicht mit zu tun gehabt )
      aber kann sich ja auch noch mal ändern .

      LG Det

    • Das Problem mit einem Tarifwechsel ist ein anderes:

      Die maximale Höhe der steuerlichen wirksamen Vorauszahlung bemisst sich an der Beitragshöhe, die der Versicherte im Veranlagungsjahr zu zahlen hat. Senkt man also seine Beitragspflicht, senkt man auch die steuerliche Grenze.

      Und noch ein weiterer Punkt: Es ist keinesfalls ein Gesetz, dass Krankenversicherungen zu viel gezahlte Beiträge umgehend zurück überweisen (wenn z.B. Arbeitslosigkeit eintritt). Es gibt auch Krankenkassen, die ein Guthabenkonto führen und Beiträge nach Bedarf abbuchen. Vorher klären!

      Gruß, Der Privatier

  19. Wird man als PKVersicherter nicht versicherungspflichtig während des ALG1-Bezuges?
    Als GKVersicherter wäre das jedenfalls der Fall und man würde die Vorauszahlung von der KV zurückbekommen, da man ja nicht mehr freiwillig versichert ist und somit auch kein Anrecht auf Vorauszahlung mehr hat.

    Würde für Dich bedeuten dass die Vorauszahlung optimal im Dezember 2021 wäre weil:
    -maximal wirksamer Betrag (Normale Beiträge 2021 + Vorauszahlung 2,5 Jahre)
    -keine Gefahr falls Du im Juni kurzfristig doch ALG1 erhalten und dadurch versicherungspflichtig werden solltest.

  20. Lieber Privatier,
    auch ich möchte die Gelegenheit nutzen, um für diesen hervorragenden Block Dank zu sagen. Habe hier für meine eigene Ruhestandsplanung sehr viel Anregungen, Ideen und Strategien erhalten, so dass ich diese immer mehr verfeinern kann, bevor ich sie dann letztlich in die Tat umsetzen kann. Das ist eine spannende Reise und ich liebe es, wenn ein Plan am Ende des Tages funktioniert.
    Ich möchte ganz kurz schildern was ich vorhabe und bitte um Kommentierung und Verbesserungsvorschläge. Vielleicht sehe ich aber auch mit meiner Vorgehensweise inzwischen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
    Situation:
    Mein Geschäftsführerdienstvertrag läuft zum 31.12.2020 ganz regulär aus. Ich beabsichtige nicht diesen zu verlängern. Keine Abfindung nur Karenzentschädigung aufgrund von Wettbewerbsverbot. Seit dem 01.01.2002 bin ich ununterbrochen in der gleichen Firma als angestellter Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig – durch Deutsche Rentenversicherung ist der Status bestätigt – beschäftigt und zahle monatlich meine Sozialversicherungsbeiträge (KV/PV/RV/ALV). Im August 2020 werde ich 55 Jahre alt und beabsichtige mit 63 mit den entsprechenden Abschlägen (14,4%) in Rente zu gehen. Entsprechende Versicherungspflichtjahre sind bei mir vorhanden. Über die Jahre habe ich mir einige Rücklagen aufbauen können, um die Zeit nach Ausscheiden aus der Firma (31.12.2020) bis zum Beginn der Rente mit 63 (01.09.2028) und unter Einbindung von ALG 1 gut überbrücken zu können ohne zwingend arbeiten zu müssen.
    Vorgehensweise:
    1. Letzter Arbeitstag 31.12.2020
    2. Volle Nutzung der Rahmenfrist (Dispositionszeit) von 30 Monaten gem. § 143 Abs. 1 (n.F. ab 01.01.2020).
    3. Am 01.04.2022 arbeitssuchend melden. Ist zwar nicht zwingend erforderlich, will aber unnötige Diskussionen mit der Agentur für Arbeit aus dem Weg gehen.
    4. Mitte Juni 2022 zum 01.07.2022 arbeitslos melden, also ALG 1 beantragen. Rahmenfrist optimal ausgeschöpft und Anwartschaftszeit nach § 142 Abs. 1 Satz 1 SGB III auch erfüllt.
    5. Einige Tage nach der Beantragung von ALG 1 wieder abmelden. Will nur meinen Anspruch feststellen lassen, der dann gem. § 162 Abs. 2 SGB III vier Jahre Bestand hat. Frist müsste am 01.07.2026 enden. Anspruchsdauer auf Zahlung ALG 1 sollte sich gem. § 147 Abs. 1 und Abs. 2 SGB III auf 18 Monate belaufen. Beitragszeit von 36 Monaten innerhalb der letzten 60 Monate und 56 Jahre alt.
    6. Zum 01.07.2026 (ggf. ein paar Tage früher, sicher ist sicher) wieder arbeitslos melden und ALG 1 mit Hinweis auf noch gültigen Bescheid beantragen.
    7. ALG 1 für 18 Monate beziehen, also bis Ende 12.2027.
    8. Rente mit 63 zum 01.09.2028 beantragen.
    Ich hoffe, dass meine Vorgehensweise so richtig durchdacht ist und bin für Anmerkungen und Anregungen sehr dankbar. Und um die Frage gleich vorweg zu beantworten warum ich das so mache: Wenn ich zum 01.07.2026 ALG 1 beantrage, dann bin ich fast 61 Jahre alt (2 Monate fehlen dann noch). Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Agentur für Arbeit sehr viel Energie aufwenden wird, um einen 61-jährigen noch zu vermitteln, der darüber hinaus auch noch die Absicht hat mit 63 in Rente zu gehen. Jeder potentielle Arbeitgeber wird dann dankend ablehnen. So ist zumindest meine Hoffnung.
    Grüße
    Greenhorn

    • Ich würde die unangenehme Zeit des ALG1 nicht auf die lange Bank schieben. Das gilt sowohl für das Ausreizen der Rahmenfrist als auch des ALG1-Anspruches.
      Stell dir mal vor, im Juni 2022 stoplerst Du die Treppe runter und liegst ein paar Wochen eingegips im Spital. Und dann? Keine Arbeitsfähigkeit = kein Anspruch und ab Juli ist der Zug abgefahren. Du machst Dir unnötig Stress. Wofür? Für die Hoffnung, dass Du mit Ü60 weniger Vermittlungsbemühungen über dich ergehen lassen musst? Vergiss es, in ein paar Jahren ist der Fachkräftemangel noch viel weiter gediehen, die werden da jeden vermitteln wollen, der halbwegs gerade durch die Brille gucken kann. Ich würde den Stier bei den Hörnern packen und ab Januar 2022 mein ALG1 abreißeen. Hat man das erledigt, ist einem wohler.

      • Hallo eSchorsch,
        das Risiko beim vollen Ausreizen der Rahmenfrist ist in der Tat vorhanden. Dem bin ich mir bewusst. Und wenn ich da so drüber nachdenke, dann macht es unter Risikogesichtspunkten sicherlich Sinn die (neue) Rahmenfrist nicht vollständig auszureizen, sondern noch 6 Monate Puffer einzukalkulieren. Dann würde ich mich entsprechend zum 1.1.2022 arbeitslos melden und ALG 1 beantragen. Danke für deinen Hinweis.

    • Ich möchte eSchorsch da zustimmen. Ich würde auf gar keinen Fall bis zum Ende der Vierjahresfrist warten. Das birgt viel zu viele Risiken, die am Ende den ALG-Anspruch gefährden.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        danke für den Hinweis. Ich denke jetzt noch einmal darüber nach, ob ich entweder gleich ab 1.1.2022 die vollen 18 Monate ALG 1 beziehe oder ob ich im Rahmen der Vierjahresfrist die ein oder andere Unterbrechung einbaue.
        Aber im Grundsatz müsste meine eingangs dargestellte Vorgehensweise doch so funktionieren oder habe ich das etwas übersehen oder nicht bedacht?
        Gruß
        Greenhorn

          • Hallo Michael,
            danke für den Hinweis und den Link. Nach meinem Verständnis bezieht sich diese Regelung auf besonders langjährig Versicherte und die Wartezeit von 45 Jahren, um abschlagsfrei im 63 in Rente gehen zu können. Das wäre bei meiner Planung nicht der Fall. Ich würde mit 35 Beitragsjahren „nur“ als langjährig Versicherter bei der DRV zählen und müsste bei Rente mit 63 die entsprechenden Abschläge in Kauf nehmen, da meine reguläre Altersrente ohne Abschläge erst mit 67 (bin Jahrgang 1965) beginnen würde.
            Gruß
            Greenhorn

          • Greenhorn hat Recht: Die letzten beiden Jahre mit Arbeitslosigkeit sind nur für die besonders langjährig Versicherten (abschlagfreie Rente mit 45 Jahren Wartezeit) ein Problem. Für alle anderen spielt das keine Rolle.

            Gruß, Der Privatier

  21. Hallo Michael,

    ich bin in einer ähnlichen Situation nur etwas vorgezogen.

    Steigst Du auf den Basistarif um? Ich geh bei mir davon aus, dass ich für Krankengeld eine Anwartschaft abschliesse, Ersparnis bei mir hier ca. 40€, ferner fällt der Altersentlastungsbetrag im Jahr das auf den 60. Geburtstag fällt weg (10% aus bestimmten Tarifen bei mir nochmal ca. 40€). Aber an den vereinbarten Leistungen werde ich im Alter sicher keine Abstriche machen, sonst passt das ganze aus meiner Sicht nicht. Krankengeld sollte dann beim ALG-Bezug wieder aktiviert werden.

    Ansonsten mit der PKV abgestimmt, dass sie mir im November mitteilen, welchen Betrag (30 Monate) ich im Dezember 2020 überweisen kann. Und dann bezahl ich halt solange keine Beiträge bis die Vorauszahlung aufgebraucht ist und dann wird wieder abgebucht.

    Ich scheide zum 31.01.20 aus und bei mir ist der Plan das Einkommen (die Einnahmen) von 2020 komplett mit PKV-Vorauszahlung und relativ hoher Einzahlung in die DRV weg zu drücken, was davon übrig bleibt reduziert die Abfindung (Wirkung hier nach meinem Verständnis nur noch zu einem fünftel)

    Dieses Jahr mach ich bezügl. ALG gar nix, im Jan. 21 (vielleicht auch Dezb 20) melde ich mich dann zum 01.02. arbeitssuchend (Dispojahr).

    Ich glaub Du verkomplizierst das, weil deine Grundgedanken erscheinen mir komplett logisch.

    1. Austritt 31.05.20 bis irgendwann Frühjahr 21 nix machen, von sonstigem leben.
    2. Abfindung Jan 21 fünftel-Regelegung, AG informieren keine Beschäftigung in 2021 zwecks
    Steuerklasse und vorraussichtliches einkommen in 2021 (hat HR i.d.R Vordrucke sonst 3-
    Zeiler an HR mit der Bitte um Bestätigung)
    3. Jetzt vielleicht ab März Kontakt mit der AfA und Meldung zum 01.06.2021, auch wichtig
    wegen dem 58. Geburtstag, nach Erhalt des Bescheids wieder abmelden (aus meiner Sicht
    nicht weltbewegend wenn da für kurze Zeit ALG fliesst, denn in diesem Jahr tätigst Du
    auch deine Vorauszahlungen PKV und DRV oder anderes.

    4. Wenn ALG-Anspruch abgelaufen kannst bei der PKV das Krankengeld dauerhaft streichen
    lassen, wenn Du sicher bist das Du keine Tätigkeit mehr aufnimmst. Die AfA übernimmt
    übrigens auch bessere Tarife, denke auch inkl. Krankengeld, bis höchstens zur Höhe von
    80% der BBG (analog den Kosten der gesetzlich Versicherten) Das passt bei deinem Betrag.

    Wenn andere Spezialisten hier mitlesen und ich habe irgendwo einen Denkfehler eingebaut,
    bitte darauf hinweisen, denn so ähnlich sieht meine eigen Planung aus. Vielleicht seh ich es auch zu entspannt.

    Beste Grüße

    B.

    • Hallo Greenhorn,

      ich weiss nicht ob das Ausnutzen der 4 Jahre ALG I Anspruch neu ist aber es eröffnet, wie von dir geschildert, eine bequeme Möglichkeit sich gegen nervige Stellenangebote von der Arbeitsagentur zu wehren. Es wäre interessant zu wisse,n wie oft man sich von ALG I an- und wieder abmelden kann. Lässt einen die Arbeitsagentur nicht in Ruhe, könnte man ALG I für z.B. 6 Monaten unterbrechen. Falls man einen besseren Mitarbeiter der AA bekommt, ist alles gut. Falls nicht, einfach wieder stoppen und ein bisschen warten.

      Das Wechselspiel ist nur eine Idee für das eigene Arsenal – keine Ahnung ob das funktioniert.

      Grüße
      Michael

      • In den Kommantaren hat sich jemand dahingehend geäußert, dass er sich monatlich ab- und anmeldet. Das mag in (s)einem speziellen Fall sinnvoll sein, aber so generell sehe ich das nicht, beantwortet aber die Frage ob es funktioniert.

        Die Möglichkeit sich durch ab- und wieder neu anmelden, einen unangenehmen Vermittler los zu werden, ist für mich eher ein psychologischer Booster. Und ein Grund das ALG1 zu Anfang der 4 Jahre zu legen.
        Mir ist zumindest auf des Privatiers Seite nur eine „Klage“ über das Arbeitsamt im Gedächtnis geblieben. Im Regelfall sind die angehenden Privatiers nicht die Problemkinder der Vermittler, sondern man arbeitet gut und professionell zusammen.

        • „Im Regelfall sind die angehenden Privatiers nicht die Problemkinder der Vermittler, sondern man arbeitet gut und professionell zusammen.“

          Gute Aussage! Genau so ist es. Oder so sollte zumindest das Bestreben sein.

          Gruß, Der Privatier

  22. Hallo B.,

    bei dem Thema PKV bin ich mir noch nicht ganz sicher. Mir kommt es in erster Linie darauf an, möglichst viel (36×630€) vorauszuzahlen um die Steuerlast der Abfindung zu minimieren. Das würde bei mir im Januar 2021 erfolgen. Wenn meine PKV mitspielt und bei Tarifänderung in 2021 nichts zurück überweist, würde ich ab Februar 2021 auf einen günstigeren Tarif (hier: Signal-Iduna Tarif Komfort) wechseln. Dann noch Lohnfortzahlung herausnehmen und ca. 370 € zahlen. Die Lohnfortzahlung brauche ich nicht mehr, egal ob ich irgendwann noch arbeiten werde oder nicht. Ein Restrisiko gibt es natürlich immer.

    Sollte das nicht gehen, rechne ich aus was günstiger ist. Tarif nicht ändern und maximal Steuern bzgl. Abfindung sparen oder Tarif ändern.

    Wichtig ist glaube ich noch, dass man sich als Privatversicherter von der gesetzlichen Versicherungspflicht auf Antrag befreien lassen sollte. Jedenfalls wenn man älter als 55 ist und nicht vor hat auf diesem Weg zurück die gesetzliche KV zu kommen.

    Ändert die von dir beschriebene Vorgehensweise mit Noch-Arbeitgeber die Besteuerung der Abfindung? Ich dachte bisher, der AG versteuert einfach nach Fünftelregelung. Ist da eine Bestätigung, dass dein Einkommen im gleichen Jahr Null sein wird, nötig?

    Ich habe bisher Rürup-Rente auf dem Radar (bis zu ca. 24000 € sind steuermindernd), denke aber auch über eine Einmalzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung nach. Hast du Kriterien warum man eine bestimmte Variante vorziehen sollte? Das ist mir derzeit noch relativ unklar.

    Grüße
    Michael

  23. Hallo Michael,

    ich glaub, das ist Geschmackssache, ich möchte halt als Rentner mein aktuellen Lebensstil stressfrei von möglichst laufenden Bezügen dauerhaft bestreiten können. Ausserdem erhöht es bei der Rente den PKV-Zuschuss. Ab diesem Jahr aus ca. 25000 90%, (bei Gemeinsam Veranlagung doppelt). Da geht schon was.
    Ab 55 hast Du nahezu keine Chance mehr in die GKV zu kommen (gibt evtl. möglichkeiten z.B. im dispojahr über Familienversicherung).

    Die Einzahlung (PKV) würde bei dir im Nov/Dez 21 erfolgen und der Tarifwechsel dann zum Jan/Feb 22 sinnvollerweise zur optimalen Ausnutzung.

    Hab ich mir nur kurz überlegt, denn in die GKV der Rentner komme ich nie (du nach meiner Einschätzung auch nicht) und als freiwilliges Mitglied bezahlst dü für fast alles (Mieteinnahmen, Betriebsrente). Befreien brauchst Du dich nicht lassen, nur beim ALG-Bezug den Zuschuss beantragen.

    Grüße

    B.

    • Hallo B.,

      die GKV ist für mich unerreichbar und daher kein Thema. Ich habe aber irgendwo (in diesem Blog oder auf https://www.finanztip.de/pkv/pkv-arbeitslosigkeit/) gelesen, dass man sich von der Versicherungspflicht auf Antrag befreien sollte. Jedenfalls in meinem Fall, da ich älter als 55 bin (=keine Rückkehr in die Gesetzliche KV). Ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt, da ich mich erstmal auf diesen Thread konzentriert habe und das generelle Vorgehen diskutiert habe. Ein Glück, dass ich hier Hilfe gefunden habe. Jedenfalls habe ich mir in meiner Todo-Liste diesen Antrag als wichtig und zeitkritisch markiert.

      Ich frage morgen bei meiner PKV nach was die mit der Vorauszahlung machen, wenn ich diese schon im Januar tätige und dann einen günstigeren Tarif wähle. Ich sehe das Risiko, dass unabhängig davon, ob eine Teilrückzahlung kommt oder nicht, die Steuerersparnis in den Keller geht. Vielleicht muss sowas ja von der PKV an das Finanzamt gemeldet werden. Jedenfalls möchte ich mich auf legalem Boden befinden und würde das nur machen, wenn es sauber wäre.

      Andernfalls müsste ich 11 Monate lang (Feb.-Dez. 2021) 630 € statt 370 € zahlen. Macht eine Differenz von 2860 €. Da man dafür ja auch im Krankheitsfall mehr Leistung bekommt und die Arbeitsagentur einen Teil davon übernimmt, ist es vielleicht ohnehin keine so effektive Idee den Tarifwechsel während der ALG I Phase durchzuführen. Vielleicht später wenn man den Betrag komplett alleine stemmen muss.

      Ich bin nicht sicher aber ich glaube die Arbeitsagentur beteiligt sich bis zu 351 € für die KV und 69 € für die PV. Wie das konkret bei einer KV von 630 € bzw. 370 € (meine beiden möglichen Tarife) aussieht weiss ich nicht. Ich vermute es wird die Hälfte des Beitrags übernommen, gedeckelt mit 351 €.

      Ob es stimmt was ich hier geschrieben habe?

      Grüsse
      Michael

  24. Nachtrag, die Versteuerung erfolgt ohne Info an den AG definitiv mit der Klasse 6, (nicht Hauptarbeitgeber) Hochrechnung bei dir weiss ich nicht, weil die Abfindung im Folgejahr fliesst. Bei mir würde von den Abrechnungsprogrammen unterstellt, dass ich weiterhin in etwa gleicher Höhe Einkommen hätte. Das würde bei der Auszahlung richtig weh tun, deshalb würde ich die Abrechnungsmodalitäten der Abfindung auf jeden Fall mit der HR abstimmen. Dann weisst Du woran du bist.
    Gib mal in so einem Steuerrechner die Abfindung ein und drunter das Jahreseinkommen, da kann man schön mit spielen. (Nimm mal das von 2018 und dann zum Vergleich 0, geht auch mit ALG, etc.). Beim Jahresausgleich wird es korrigiert, ist halt ca 15 Monate später.

    B.

  25. Ich habe von meinem Noch-Arbeitgeber ein Formular „Beantragung der Hauptarbeitqeberschaft für Zahlungen nach dem Ausscheiden“. Wenn ich keinen neuen Arbeitgeber habe (definitiv nicht), werde ich in meinem Fall wie bisher mit Steuerklasse 1 besteuert, also keine Steuerklasse 6.

    • Genaus das meinte ich, müsstest du aber unterschreiben und zurück geben und zwar vor der Auszahlung. Sonst haftet der AG wenn du als Steuerschuldner nicht mehr flüssig wärst.

      Die Befreiung müssen die unter 55-jährigen machen, weil man sonst von der AfA bei der letzten gesetzlichen Krankenkasse als pflichtversicherter angemeldet wird. Steht auch in deinem Link mehr oder weniger deutlich so drin. Also bei der AfA ansprechen wenn es soweit ist, bis dahin bezahlst Du eh selber.

      Grüße

      B.

      Die 630 würdest Du 19 Monate lang bezahlen. 01.06 20 bis 31.12.21 oder seh ich das falsch.
      Also individuelle Entscheidung und müsstest mit nem Steuerprogramm simulieren ob Dir das den Tarifwechsel wert ist..
      Bezüglich dem Zuschuss von der AfA denk ich, dass deine Einschätzung korrekt ist. Gedeckelt halt auf 80% der BBG des Zuschusses vom Beitrag der gesetzlichen.

      • Hallo B.

        du hast natürlich Recht mit den 19 Monaten. Ich werde das mal mit einem Steuerprogramm durchgehen und dann weiß ich hoffentlich, was am besten ist.

        Für heute bin ich erstmal voll mit Anregungen und werde das erstmal verarbeiten. Ich stelle jedenfalls fest, dass der Fehlerkorridor immer kleiner wird.

        Dieser Blog ist das Beste was mir bei dem ganzen hin und her bzgl. Aufhebungsvertrag passiert ist. Morgen bin ich garantiert wieder hier. Macht irgendwie süchtig 😎

        Grüße
        Michael

  26. Michael,

    beachte auch die Zusammenballung der Einkünfte bei der 1/5 Regelung, wenn du dein Einkommen 2020 betrachtest.
    Du solltest im Jahr 2021 bei dem versteuerten Einkommen höher liegen als im Jahr 2020, sonst greift 1/5 Regelung nicht.
    Ich denke, dass dein Einkommen 2020 hochgerechnet wird und nicht nur die ersten Monate betrachtet werden, somit muss deine Abfindung 2021 über deinem fiktivem Jahresverdienst 2020 liegen.

    Mit freundlichen Grüßen

  27. Guten Morgen AKK,

    danke für den Hinweis. Auch bei einer Hochrechnung (hätte ich nicht erwartet) auf das ganze Jahr liegt die Abfindung deutlich darüber. Ich sehe keinen Grund gegen die Fünftelregelung.

    Grüße
    Michael

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