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Kap. 9.3.2.3: Hinweise zum Dispositionsjahr: Vorgehensweise — 12 Kommentare

  1. Ich befinde mich aktuell seit 4 Monaten im Dispositionsjahr und werde mich zum 01.01. 2018 arbeitslos und arbeitssuchend melden.
    Welche Auswirkungen hat ein 450 Euro Job bis zum 31.12.2017? Berücksichtigt den das Arbeitsamt bei der Berechnung des ALG 1 ? Ich war vor Aufhebungsvertrag zum 31.12.2016 mit Abfindung durchgängig abhängig beschäftigt.
    Vielen Dank für Ihre Antwort

  2. Hallo,
    erstmal großes Lob für diese Seite.
    Ich befinde mich zur Zeit im sogenannten Dispojahr bis Ende September 2019.
    Nun meine Frage: Ich plane z.Zt. mir eine Photovoltaik Anlage installieren zu lassen und würde dann ja auch als Unternehmer gelten, da ich ja Einnahmen generiere. Hätte dies Auswirkungen auf mein AL1 oder wird das letzte Gehalt vor dem Dispojahr herangezogen????
    Gruß

    • Zunächst einmal wird die Höhe des ALG definitiv immer nur auf Basis der Einkünfte aus sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen berechnet. Oder, um es mal anders zu sagen: Es zählen nur die Einkünfte, von denen auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bezahlt wurden.
      Somit zählen alle anderen Einkünfte, egal ob Kapitaleinkünfte, Vermietung oder auch selbständige Tätigkeiten grundsätzlich nicht mit dazu. Demnach: Die Photovoltaik-Anlage hat keinen Einfluss auf die Berechnung des ALG-Anspruches.

      Allerdings ist es auf der anderen Seite so, dass Einkünfte aus einer selbständigen nebenberuflichen Tätigkeit auf das ALG angerechnet werden (bis auf einen Freibetrag von 165€/Monat). Dies dürfte meiner Meinung nach allerdings nur dann der Fall sein, wenn die Einkünfte aus einer Arbeitsleistung entstanden sind. Dies sollte zwar in der Mehrzahl der selbständigen Tätigkeit der Fall sein, bei einer Photovoltaik-Anlage hingegen nicht! Demnach: Meiner Meinung nach auch hier kein Einfluss.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo zusammen,
    ich hoffe, jemand ist so nett und beantwortet mir eine Frage:
    Ich habe ca. 1 Jahr ALG 1 bezogen. Der Anspruch entstammte einer 13 Jahre andauernden Vollzeitbeschäftigung. Der Betrieb wurde geschlossen. Dann meine Arbeitslosigkeit für 12 Monate mit einer Teilzeitstelle unterbrochen, so dass ich einen Restanspruch von 7 Monaten plus 6 Monate neuen Anspruch aus der Teilzeitstelle erworben hatte. Grundlage für die Zahlung des ALG ! blieb die ursprüngliche Vollzeittätigkeit. Dieser Restanspruch endet nun am 28.02.2019. Voraussichtlich kann ich ab 1. März 2019 wieder eine Teilzeitstelle annehmen. Nun zu meiner Frage: wenn ich mich zum 20.02.2019 bei der Agentur für Arbeit abmelde und einen Restanspruch von 8 Tagen bestehen lasse, so würde doch bei erneuter Arbeitslosigkeit innerhalb der folgenden Monate (weniger als 12) meine alte Arbeitslosengeldhöhe gelten? In anderen Worten: ich würde mir im Notfall den Bestandschutz erhalten? Hingegen: wenn ich das ALG bis 28.02.2019 verbrauche, dann müsste ich zumindest wieder 12 Monate arbeiten, um einen neuen Anspruch zu erwirken und dieser würde dann auf das letzte Gehalt berechnet? Ist das so richtig? Selbstverständlich müsste ich für die Zeit vom 20.02. – 28.02.2019 mich freiwillig gesetzlich versichern und selber bezahlen.
    Vielen Dank für eine Antwort im Voraus.

    • Nun ist dies ja nicht wirklich eine Frage, die etwas mit einem Dispositionsjahr zu tun hat und ich würde stattdessen einmal meinen Beitrag über eine „Arbeitslosengeld nach Zwischenbeschäftigung“ empfehlen. Dort sind zumindest ein paar Grundzüge zum Thema „Bestandsschutz“ erwähnt.

      Für die konkrete Frage habe ich allerdings auch keine Antwort. Dafür ist mir der Fall zu speziell bzw. zu sehr auf Gestaltung von Arbeitslosigkeit ausgerichtet. Für solche Fragen eignen sich spezielle Foren für Arbeitlose in der Regel sehr viel besser. Dort kennt man sich teilweise sehr gut aus.

      Auf einen Gedankenfehler möchte ich aber schon einmal hinweisen:
      Mit einem Restanspruch von z.B. 8 Tagen hat man Anspruch auf genau diese 8 Tage. Wer dann im Anschluss weniger als 12 Monate wieder in einer Beschäftigung ist, erwirbt in dieser (zu) kurzen Zeit keinen neuen Anspruch und kann dann anschliessend exakt diese 8 Tage noch in Anspruch nehmen. Mehr nicht.
      Ein weiteres Problem könnte durch die dann über viele Monate (Jahre) hinweg ausgeübte Teilzeittätigkeit entstehen: Wer offenbar nur Teilzeittätigkeiten ausüben möchte, hat keinen Anspruch auf ein Arbeitslosengeld, welches auf einer Vollzeitstelle basiert.

      Aber, wie gesagt – solche Fragen bitte in einem Arbeitslosenforum stellen. Links dazu finden sich hier unter Empfehlungen->Blogs und Foren (ganz Ende).

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo Herr Privatier,

    aufgrund der Kommentare hier habe ich einen Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit befragt. Weniger als 12 Monate bringen keinen Anspruch, da ich jedoch bereits 1x die 12 Monate zwischenzeitlich erreicht habe, verlängert sich mein Anspruch schon, falls ich nun noch einmal eine befristete Tätigkeit unter 12 Monaten aufnehmen würde. Der Sachbearbeiter hat mir bestätigt, dass ich demnach aktuell lediglich 1 Anspruchstag durch freiwillige Abmeldung aufrecht erhalten muss, um meinen Anspruch der Höhe nach nicht zu verwirken, sollte ich bei der nächsten Beschäftigung keine 12 Monate voll bekommen. Die Teilzeittätigkeit ist kein Problem, so lange ich bereit und in der Lage bin, Vollzeit zu arbeiten. Somit habe ich die Antwort gefunden und hoffe, sie hilft auch anderen Lesern.

    • Danke für die Rückmeldung. Ich fürchte aber, dass hier irgendjemand etwas missverstanden hat (Sie oder ich oder der Sachbearbeiter)…

      Was meinen Sie denn, wenn Sie jetzt z.B. eine befristete Stelle als Aushilfe für einen Monat annehmen und anschliessend wieder arbeitslos werden, wie dann Ihr Anspruch auf ALG (Dauer) aussehen würde?

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo an die Dispojahr-Experten,
    ich werde vermutlich Ende 2019 nach langjähriger Tätigkeit „mein“ Unternehmen mit Aufhebungsvertrag und Abfindung verlassen (Zahlung derselben dann im Januar 2020).
    Sonderzahlungen (Bonus, Arbeitszeitkonto sowie Resturlaub) werden vermutlich im Monat nach Ausscheiden gezahlt. Wenn ich Ende November aufhören würde und die Sonderzahlungen im Dezember fällig werden, wäre das sicher aus steuerlicher Sicht optimal.
    Die Frage ist allerdings, ob das angehängte Dispojahr dann auch von Anfang Dezember bis Ende November 2020 auch funktionieren würde (zur Vermeidung von Sperr- und Ruhezeit)?
    Um keine bzw. wenige Lohnersatzleistungen in 2020 zu beziehen, könnte man ALG beantragen und sich gleich wieder abmelden für den Dezember?
    Danke und Gruss, peter

  6. Ja (das Dispojahr muss kein „Kalender“jahr sein)
    Ja, es ist aber fraglich, ob das überhaupt notwendig ist. Vielleicht reichen die KV-Beiträge (Jan – Nov) aus um das ALG zu „kompensieren“.
    Wenn nicht => Vorauszahlung von 2,5 Jahresbeiträgen, Einzahlung in RV, ….

    • Richtig, ein Dispojahr kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt gestartet werden. Wichtig ist normalerweise nur, dass es exakt ein Jahr später enden muss. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind (trifft aber hier wohl nicht zu), kann man es ggfs. auch um einige Monate verlängern, siehe: „Rahmenfrist und Dispojahr“ .

      Das angedachte An- und Abmelden ist dann natürlich nur NACH dem Dispojahr möglich. Keinesfalls zu Beginn!! Ob sich dies allerdings bei nur einem Monat lohnt, ist fraglich.

      Gruß, Der Privatier

      • „…zu jedem beliebigen Zeitpunkt…“

        Das war vielleicht etwas missverständlich!
        Natürlich muss ein Dispojahr immer mit dem ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit starten. Gemeint war, dass es dabei nicht darauf ankommt, ob dieser Tag auf den Anfang eines Jahres oder Monats fällt. Das kann jeder beliebige Tag im Jahr sein.

        Gruß, Der Privatier

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