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Kap. 9.3.2.6: Hinweise zum Dispositionsjahr: Umgang mit der Agentur — 16 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    mir steht dies alles noch bevor. Geboren in 04/64 hat mein Arbeitgeber mir nach 28 Jahren einen Aufhebungsvertrag vorgelegt. Ich habe mich, obwohl ich den Aufhebungsvertrag noch nicht unterzeichnet habe, freiwillig arbeitssuchend gemeldet und hatte bereits einen ersten Termin, in welchem mir die Beraterin einen Bildungsgutschein für ein Coaching bei der Tertia (eine Art Outplacementberatung) übergeben hat.Hat jemand Erfahrung mit der Meldung „freiwillig arbeitssuchend“ und sind im Hinblick auf ein eventuelles Dispojahr in diesem Zusammenhang Dinge zu berücksichtigen?
    Derzeit plane ich mein letztes Gehalt im Dezember 2018 zu beziehen. Die Abfindung soll dann in 01/2019 fließen.

    • Man kann sich jederzeit bei der Agentur arbeitsuchend melden. Auch „freiwillig“ 😉
      Auswirkungen auf ein geplantes Dispojahr sehe ich da nicht.

      Es wäre aber sicher einmal ratsam, sich die gewünschte zukünftige Entwicklung genau zu überlegen. Denn wer jetzt mit aller Kraft (und mit Unterstützung von Arbeitsagentur und externen Beratungsfirmen) einen neuen Job sucht, der sollte wissen, dass ein Dispojahr einem solchen Vorhaben nicht zuträglich ist! Ein Jahr Pause im „fortgeschrittenen“ Alter bedeutet in den meisten Fällen, dass die Chancen auf einen neuen Job auf Null sinken.

      Gruß, Der Privatier

      • Wobei ich hier in dem Blog eher eine Tendenz in Richtung „Privatier“ sehe.
        Wie war nochmal der Name der Webseite? 😉 …

      • Hallo Privatier u. Robben,
        eine neue Festanstellung ist nicht unbedingt erste Prio bei mir. Geplant ist aktuell die Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit als Kleinunternehmer bereits jetzt. Bezahlte widerrufliche Freistellung im Aufhebungsvertrag bis 31.12.18. Auszahlung Abfindung 01/19. Werde Ende 04/19 55 Jahre alt. Privat krankenversichert. Benötige somit Mischung w/Dauer der ALG1 Zahlung, Steueroptimierung Abfindung, ggfls. Änderung Tarif bei PKV und Beschäftigung damit ich nicht verlottere. Soll ich dann besser die freiwillige arbeitssuchend Meldung beenden und wie gehe ich dann weiter optimiert vor?

      • Ob die Arbeitsuchend-Meldung sinnvoll ist, hängt natürlich davon ab, was man davon erwartet. Das wiederum hängt auch immer von der Branche, der gesuchten Tätigkeit, dem Alter, den Erfahrungen, dem Maß an Flexibiltät, etc. ab. Kann man wohl so allgemein nicht beantworten.

        Aber die Agenturen sind sicher eher darauf ausgerichtet, eine Festanstellung zu vermitteln. Ich habe starke Zweifel, ob sie in der Lage sind, Vermittlungen für freiberufliche Tätigkeiten zu vermitteln. Was sie allerdings sicher machen können, ist Basiswissen im Rahmen von Existenzgründungsseminaren zu fördern. Vielleicht kann ja der Bildungsgutschein auch für solche Dinge eingesetzt werden. Und für jemand der eine Selbständigkeit plant, kann das sicher ganz hilfreich sein.

        Zu den anderen Stichworten gibt es hier im Blog sicher eine ganze Reihe von Beiträgen, die lesenswert wären…

        Gruß, Der Privatier

  2. Ich bekomme im Januar 2018 meine Abfindung und bin zwecks Auszahlung der Abfindung im Januar 2018 unbezahlt freigestellt.

    Wann müßte ich das Dispojahr beginnen?

    am 01.01.2018, weil ich nur bis dahin regelmäßig bezahlt werde
    oder
    am 01.02.2018, da ich ab diesm Tag arbeitslos und nicht mehr bei der Firma angestellt bin

    • In Normalfall zählt der erste Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wenn dieses (wenn ich es richtig verstanden habe) bis zum 31.01.2018 läuft, würde das Dispojahr also am 01.02.2018 beginnen.

      Gerade im Zusammenhang mit einer Freistellung gibt es allerdings leider unterschiedliche Auffassungen, was den Status während der Freistellung angeht. Siehe dazu auch Beitrag „Agentur erfindet neue Regeln„. Dies scheint derzeit auch von den Agenturen unterschiedlich gehandhabt zu werden.

      Ich würde daher (wie eigentlich immer) dringend zu einem Beratungstermin bei der zuständigen Agentur raten. Dort das Vorhaben erläutern und sich nach Möglichkeit bestätigen zu lassen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Ein Erfahrungsbericht: am 31.Jan.2018 (nach meinem 57-ten Geburtstag) werde ich mein Arbeitsverhältnis mit Abfindungsvertrag beenden. Al-Bezug plane ich ab dem 1.Feb.2019. Bis dorthin wollte ich nicht tatenlos abwarten und habe mich online „Arbeitssuchend“ gemeldet. Bei der Anmeldung sollte ich schon ein Thema angeben, dass ich bei dem zwangsläufig folgenden Termin bei der Arbeitsagentur besprechen möchte. Da schrieb ich, dass ich ein Dispojahr plane und mir einen dokumentierten Ablaufplan wünsche.

    Gestern war der Termin. Die nette Dame nahm Daten zu meiner Qualifikation und möglicher Stellen auf und erklärte mir, dass ich bezüglich des Dispojahres einen Rückruf von der Leistungs-Abteilung bekäme. Dieser folgte am Nachmittag und der verlief voll nach Plan.

    Der freundliche Anrufer erklärte mir, dass mein Vorhaben rechtlich möglich sei und dass ich damit eine verlängerte Al-Bezugszeit von 24 Monaten erreiche und eine 6-monatige Sperre umgehe. Er wies mich explizit darauf hin, dass ich am 1.Feb.2019 nicht krank sein dürfe und mich selbst krankenversichern müsse. Weiterhin erklärte er, dass die Arbeitslosmeldung erst 3 Monate vor dem 1. Arbeitslosentag möglich sei, die Beantragung aber auch noch im Januar 2018 reiche – also alles, was mir Dank diesem Internetauftritt hier schon bekannt war – es fühlt sich gut an, so gut vorbereitet in ein Gespräch zu gehen. Zum Schluss bat ich ihn um eine schriftliche Bestätigung. Er schickte mir daraufhin das Protokoll zu unserem Gespräch zu, das er eh angelegt hätte – läuft!!!

    • Danke für den Bericht! Ich würde mal sagen: Besser kann es nicht laufen. Von daher auch ein Kompliment an die Mitarbeiter der Agentur.

      Auch dem Fazit kann ich nur zustimmen, dass nämlich eine gute Vorbereitung und entsprechendes Fachwissen das A&O sind. Das reicht dann zwar auch nicht immer aus, aber es hilft ungemein.

      Weiterhin viel Erfolg bei den weiteren Schritten und anderen „Ämtern“ (z.B. Krankenkasse).

      Gruß, Der Privatier

  4. Habe mich hier umfangreich mit dem Dispositionsjahr beschäftigt um gut vorbereitet zu sein. Mein Arbeitsverhältnis endet am 31.01.2018 mit Abfindung. Habe mich im Oktober arbeitssuchend gemeldet und habe gesagt das ich das Dispositionsjahr plane und mich noch informieren möchte. Da wurde mir gesagt innerhalb von 48 Std. meldet sich jemand bei mir. Dies ist auch passiert und ich habe eigentlich alles bestätigt bekommen was hier auch sehr gut beschrieben wurde. Dann habe ich der Dame mitgeteilt das ich das Dispositionsjahr in Anspruch nehme und ob sie mir das schriftlich mitteilen kann. Da hatte sie mir nur gesagt das sie das notiert aber mir nicht schriftlich mitteilen kann. Wie gehe ich jetzt vor um zu erfahren ob das mit dem Dispositionsjahr festgehalten wurde. Die Telefonnumer von der Leistungsabteilung habe ich ja nicht, da sie immer anonym anrufen.

  5. Hallo Uwe,
    ich antworte hier mal einfach. Bei so wichtigen Dingen würde ich persönlich vorstellig werden, und mir ein vorbereitetes Schriftstück unterschreiben lassen. Es geht ja auch im Zweifelsfall um sehr viel Geld.

    Gruß, Sunny

    noch 185 Tage netto bis zur Freiheit

    • Hallo Sunny,

      Danke für deine Antwort. Ja es geht hier um viel Geld. Ich werde nochmal bei der Arbeitsagentur vorbeischauen und nachfragen ob die Leistungsabteilung die Info weitergegeben hat. Dann werde ich mir das schriftlich bestätigen lassen.

      Gruß, Uwe

    • Ich kann Sunny hier nur zustimmen!

      Ich würde nach Möglichkeit telefonische Beratungen vermeiden. Oder höchstens als Einstieg. Telefonische Aussagen (bei denen man nicht einmal den Ansprechpartner kennt) sind im Zweifelsfall ohne Wert. Ein persönliches Gespräch ist da auf jeden Fall schon besser.
      Und noch besser ist der Vorschlag von Sunny, ein vorbereitetes Dokument mit den wichtigsten Eckpunkten mitzunehmen und dieses abzeichnen zu lassen.

      Was sich hier so einfach hinschreiben lässt, ist in der Praxis allerdings nicht ganz so einfach zu realisieren. Das weiß ich auch – aber man sollte es zumindest versuchen.

      Schafft man den idealen Weg nicht, so ist dies meistens auch nicht so tragisch. Ein wenig Vertrauen kann man Ämtern und Behörden schon entgegen bringen. In den meisten Fällen funktionieren auch Absprachen, die nicht schriftlich fixiert sind. Man bedenke dabei bitte immer auch die Sitution eines Agentur-Mitarbeiters, der ja auch nicht voraussehen kann, wie sich die Rechtslage und seine eigenen Dienstanweisungen in den folgenden 12 Monaten verändern.

      Gruß, Der Privatier

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