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Kap. 9.3.2.6: Hinweise zum Dispositionsjahr: Umgang mit der Agentur — 51 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    mir steht dies alles noch bevor. Geboren in 04/64 hat mein Arbeitgeber mir nach 28 Jahren einen Aufhebungsvertrag vorgelegt. Ich habe mich, obwohl ich den Aufhebungsvertrag noch nicht unterzeichnet habe, freiwillig arbeitssuchend gemeldet und hatte bereits einen ersten Termin, in welchem mir die Beraterin einen Bildungsgutschein für ein Coaching bei der Tertia (eine Art Outplacementberatung) übergeben hat.Hat jemand Erfahrung mit der Meldung „freiwillig arbeitssuchend“ und sind im Hinblick auf ein eventuelles Dispojahr in diesem Zusammenhang Dinge zu berücksichtigen?
    Derzeit plane ich mein letztes Gehalt im Dezember 2018 zu beziehen. Die Abfindung soll dann in 01/2019 fließen.

    • Man kann sich jederzeit bei der Agentur arbeitsuchend melden. Auch „freiwillig“ 😉
      Auswirkungen auf ein geplantes Dispojahr sehe ich da nicht.

      Es wäre aber sicher einmal ratsam, sich die gewünschte zukünftige Entwicklung genau zu überlegen. Denn wer jetzt mit aller Kraft (und mit Unterstützung von Arbeitsagentur und externen Beratungsfirmen) einen neuen Job sucht, der sollte wissen, dass ein Dispojahr einem solchen Vorhaben nicht zuträglich ist! Ein Jahr Pause im „fortgeschrittenen“ Alter bedeutet in den meisten Fällen, dass die Chancen auf einen neuen Job auf Null sinken.

      Gruß, Der Privatier

      • Wobei ich hier in dem Blog eher eine Tendenz in Richtung „Privatier“ sehe.
        Wie war nochmal der Name der Webseite? 😉 …

      • Hallo Privatier u. Robben,
        eine neue Festanstellung ist nicht unbedingt erste Prio bei mir. Geplant ist aktuell die Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit als Kleinunternehmer bereits jetzt. Bezahlte widerrufliche Freistellung im Aufhebungsvertrag bis 31.12.18. Auszahlung Abfindung 01/19. Werde Ende 04/19 55 Jahre alt. Privat krankenversichert. Benötige somit Mischung w/Dauer der ALG1 Zahlung, Steueroptimierung Abfindung, ggfls. Änderung Tarif bei PKV und Beschäftigung damit ich nicht verlottere. Soll ich dann besser die freiwillige arbeitssuchend Meldung beenden und wie gehe ich dann weiter optimiert vor?

        • Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist möchte ich daran anknüpfen, denn für alle mit einer Vorlaufzeit von mindestens 12 Monaten Ist die Aufnahme einer Nebenbeschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit überlegenswert. Nicht nur wegen „…. Beschäftigung damit ich nicht verlottere ….“ sondern wegen der Möglichkeit eines höheren Freibetrags bzgl. der Anrechnung auf das ALG, wenn die Tätigkeit vor Beginn des Arbeitslosengeldes mind. 12 Monate ausgeübt wurde (Details dazu stehen im Informationsblatt der AA „Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen“).

          Vorsicht ist geboten bzgl. der wöchentlichen Arbeitszeit nach Beendigung der Hauptbeschäftigung (z.B. auch während eines Dispojahres). Die wöchentliche Arbeitszeit darf auf keinen Fall 15 Std oder mehr betragen, sonst ist man nicht mehr arbeitslos und kann dann auch kein ALG mehr beziehen. (Steht alles im o.g. Merkblatt),

          • Vorteile:

            1.) Über eine abhängige Tätigkeit werden weiter Rentenansprüche erworben.

            2.) Bei einem Einkommen von mehr als 450 € im Monat ist man normalerweise in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert! Und wer in der GKV pflichtversichert ist kann nicht freiwillig versichert sein. Nur bei freiwillig Versicherten werden auch Abfindungen bei der Berechnung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge berücksichtigt.

      • Ob die Arbeitsuchend-Meldung sinnvoll ist, hängt natürlich davon ab, was man davon erwartet. Das wiederum hängt auch immer von der Branche, der gesuchten Tätigkeit, dem Alter, den Erfahrungen, dem Maß an Flexibiltät, etc. ab. Kann man wohl so allgemein nicht beantworten.

        Aber die Agenturen sind sicher eher darauf ausgerichtet, eine Festanstellung zu vermitteln. Ich habe starke Zweifel, ob sie in der Lage sind, Vermittlungen für freiberufliche Tätigkeiten zu vermitteln. Was sie allerdings sicher machen können, ist Basiswissen im Rahmen von Existenzgründungsseminaren zu fördern. Vielleicht kann ja der Bildungsgutschein auch für solche Dinge eingesetzt werden. Und für jemand der eine Selbständigkeit plant, kann das sicher ganz hilfreich sein.

        Zu den anderen Stichworten gibt es hier im Blog sicher eine ganze Reihe von Beiträgen, die lesenswert wären…

        Gruß, Der Privatier

  2. Ich bekomme im Januar 2018 meine Abfindung und bin zwecks Auszahlung der Abfindung im Januar 2018 unbezahlt freigestellt.

    Wann müßte ich das Dispojahr beginnen?

    am 01.01.2018, weil ich nur bis dahin regelmäßig bezahlt werde
    oder
    am 01.02.2018, da ich ab diesm Tag arbeitslos und nicht mehr bei der Firma angestellt bin

    • In Normalfall zählt der erste Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wenn dieses (wenn ich es richtig verstanden habe) bis zum 31.01.2018 läuft, würde das Dispojahr also am 01.02.2018 beginnen.

      Gerade im Zusammenhang mit einer Freistellung gibt es allerdings leider unterschiedliche Auffassungen, was den Status während der Freistellung angeht. Siehe dazu auch Beitrag „Agentur erfindet neue Regeln„. Dies scheint derzeit auch von den Agenturen unterschiedlich gehandhabt zu werden.

      Ich würde daher (wie eigentlich immer) dringend zu einem Beratungstermin bei der zuständigen Agentur raten. Dort das Vorhaben erläutern und sich nach Möglichkeit bestätigen zu lassen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Ein Erfahrungsbericht: am 31.Jan.2018 (nach meinem 57-ten Geburtstag) werde ich mein Arbeitsverhältnis mit Abfindungsvertrag beenden. Al-Bezug plane ich ab dem 1.Feb.2019. Bis dorthin wollte ich nicht tatenlos abwarten und habe mich online „Arbeitssuchend“ gemeldet. Bei der Anmeldung sollte ich schon ein Thema angeben, dass ich bei dem zwangsläufig folgenden Termin bei der Arbeitsagentur besprechen möchte. Da schrieb ich, dass ich ein Dispojahr plane und mir einen dokumentierten Ablaufplan wünsche.

    Gestern war der Termin. Die nette Dame nahm Daten zu meiner Qualifikation und möglicher Stellen auf und erklärte mir, dass ich bezüglich des Dispojahres einen Rückruf von der Leistungs-Abteilung bekäme. Dieser folgte am Nachmittag und der verlief voll nach Plan.

    Der freundliche Anrufer erklärte mir, dass mein Vorhaben rechtlich möglich sei und dass ich damit eine verlängerte Al-Bezugszeit von 24 Monaten erreiche und eine 6-monatige Sperre umgehe. Er wies mich explizit darauf hin, dass ich am 1.Feb.2019 nicht krank sein dürfe und mich selbst krankenversichern müsse. Weiterhin erklärte er, dass die Arbeitslosmeldung erst 3 Monate vor dem 1. Arbeitslosentag möglich sei, die Beantragung aber auch noch im Januar 2018 reiche – also alles, was mir Dank diesem Internetauftritt hier schon bekannt war – es fühlt sich gut an, so gut vorbereitet in ein Gespräch zu gehen. Zum Schluss bat ich ihn um eine schriftliche Bestätigung. Er schickte mir daraufhin das Protokoll zu unserem Gespräch zu, das er eh angelegt hätte – läuft!!!

    • Danke für den Bericht! Ich würde mal sagen: Besser kann es nicht laufen. Von daher auch ein Kompliment an die Mitarbeiter der Agentur.

      Auch dem Fazit kann ich nur zustimmen, dass nämlich eine gute Vorbereitung und entsprechendes Fachwissen das A&O sind. Das reicht dann zwar auch nicht immer aus, aber es hilft ungemein.

      Weiterhin viel Erfolg bei den weiteren Schritten und anderen „Ämtern“ (z.B. Krankenkasse).

      Gruß, Der Privatier

  4. Habe mich hier umfangreich mit dem Dispositionsjahr beschäftigt um gut vorbereitet zu sein. Mein Arbeitsverhältnis endet am 31.01.2018 mit Abfindung. Habe mich im Oktober arbeitssuchend gemeldet und habe gesagt das ich das Dispositionsjahr plane und mich noch informieren möchte. Da wurde mir gesagt innerhalb von 48 Std. meldet sich jemand bei mir. Dies ist auch passiert und ich habe eigentlich alles bestätigt bekommen was hier auch sehr gut beschrieben wurde. Dann habe ich der Dame mitgeteilt das ich das Dispositionsjahr in Anspruch nehme und ob sie mir das schriftlich mitteilen kann. Da hatte sie mir nur gesagt das sie das notiert aber mir nicht schriftlich mitteilen kann. Wie gehe ich jetzt vor um zu erfahren ob das mit dem Dispositionsjahr festgehalten wurde. Die Telefonnumer von der Leistungsabteilung habe ich ja nicht, da sie immer anonym anrufen.

  5. Hallo Uwe,
    ich antworte hier mal einfach. Bei so wichtigen Dingen würde ich persönlich vorstellig werden, und mir ein vorbereitetes Schriftstück unterschreiben lassen. Es geht ja auch im Zweifelsfall um sehr viel Geld.

    Gruß, Sunny

    noch 185 Tage netto bis zur Freiheit

    • Hallo Sunny,

      Danke für deine Antwort. Ja es geht hier um viel Geld. Ich werde nochmal bei der Arbeitsagentur vorbeischauen und nachfragen ob die Leistungsabteilung die Info weitergegeben hat. Dann werde ich mir das schriftlich bestätigen lassen.

      Gruß, Uwe

    • Ich kann Sunny hier nur zustimmen!

      Ich würde nach Möglichkeit telefonische Beratungen vermeiden. Oder höchstens als Einstieg. Telefonische Aussagen (bei denen man nicht einmal den Ansprechpartner kennt) sind im Zweifelsfall ohne Wert. Ein persönliches Gespräch ist da auf jeden Fall schon besser.
      Und noch besser ist der Vorschlag von Sunny, ein vorbereitetes Dokument mit den wichtigsten Eckpunkten mitzunehmen und dieses abzeichnen zu lassen.

      Was sich hier so einfach hinschreiben lässt, ist in der Praxis allerdings nicht ganz so einfach zu realisieren. Das weiß ich auch – aber man sollte es zumindest versuchen.

      Schafft man den idealen Weg nicht, so ist dies meistens auch nicht so tragisch. Ein wenig Vertrauen kann man Ämtern und Behörden schon entgegen bringen. In den meisten Fällen funktionieren auch Absprachen, die nicht schriftlich fixiert sind. Man bedenke dabei bitte immer auch die Sitution eines Agentur-Mitarbeiters, der ja auch nicht voraussehen kann, wie sich die Rechtslage und seine eigenen Dienstanweisungen in den folgenden 12 Monaten verändern.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo, ich habe ebenfalls einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017 mit Abfindung unterschrieben. Von dem Dispojahr habe ich leider erst jetzt erfahren. Da diese Sache erst Mitte November losgegangen ist, habe ich mich erst im Dezember – als die Fakten auf dem Tisch lagen – beim Arbeitsamt gemeldet. Es ist ein betriebsbedingtes Angebot, dass mir sehr entgegenkam, da ich aus persönlichen Gründen (zu meinem Partner) umziehen will. Die Arbeitslosmeldung ist noch nicht komplett, da ich den Aufhebungsvertrag nicht weitergegeben habe (wg. Verschwiegenheitsklausel – gilt die gegenüber dem Arbeitsamt überhaupt?).
    Eigentlich würde ich tatsächlich dieses Jahr nicht unbedingt arbeiten wollen, da ein Haus zu renovieren und eine Idee zu einem Kunstgewerbe im Raum steht. Allerdings hat mir das hiesige Arbeitsamt bereits Stellenangebote im dortigen Raum auf´s Auge gedrückt. Man will mich also auf jeden Fall vermitteln.
    Krankenversichert wäre ich ggfs. derzeit auch noch über meinen Noch-Ehemann, sollte ich mich Abmelden oder das Dispojahr machen.
    Da ich im nächsten Monat erst 55 Jahre werde, würde ich allerdings keine Altersschwelle überspringen.
    Könnte ich jetzt das Dispojahr überhaupt noch machen? Würden Sie das als sinnvoll erachten?
    Danke im voraus für Ihre Antwort!
    Gruß, Elke

    • Ich möchte ja hier keine Empfehlungen geben, ich kann höchstens Vor- und Nachteile erläutern.
      Und ein Dispojahr dürfte ziemlich sicher einen finanziellen Vorteil bringen, einfach dadurch, dass Sperr- und Ruhezeit entfallen. Auf der anderen Seite ist es fraglich, ob dies jetzt noch fehlerfrei abgewickelt werden kann. Denn dazu müsste der laufende ALG-Antrag und die Arbeitslosmeldung vollständig bei der Agentur storniert werden. Also: Einfaches Abmelden reicht da nicht! Der laufende Antrag würde dann trotzdem weiter bearbeitet.
      Ob dies gelingt, kann ich nicht sagen. Theoretisch müsste es möglich sein, solange kein Bescheid erstellt ist. Es käme auf einen Versuch an…

      Wenn ich allerdings die ganze Liste von anstehenden Veränderungen in Ihrem Leben sehe, müssten Sie selber wissen, ob Sie eine zusätzliche Belastung durch die korrekte Durchführung des Dispojahres auf sich nehmen wollen?
      Eine Abmeldung bei der Agentur wäre da deutlich einfacher.
      Entscheiden müssen Sie das dann selber…

      Übrigens: Den Aufhebungsvertrag müssen Sie auf jeden Fall bei der Agentur einreichen. Eine Anfrage beim Arbeitgeber macht die Agentur ohnehin und dieser wird auf jeden Fall die Eckdaten übermitteln.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Eva, auch ich finde es toll, wenn jemand von seinen Erfahrungen berichtet, es passiert leider viel zu selten. Dies betrifft vor allem das Thema Arbeitsagentur. Kannst du vielleicht mal was zu deinem ersten Gespräch bei der AA sagen? Wie lief das ab, was wurde besprochen? Welche Aktivitäten und welche Maßnahmen wurden vereinbart?
    Gruß, BigMac

    • Hallo BigMac,
      sowohl mein erstes als auch zweites Gespräch bei der Arbeitsagentur verliefen in freundlichem Rahmen.

      Das erste Gespräch betraf die Arbeitslosmeldung/Arbeitssuchendmeldung. Einziger erwähnenswerter Punkt war, daß die Bearbeiterin davon ausging, daß ich den Leistungsantrag online stelle und es wurde eine Frist von 3 Tagen in den Papieren angegeben. Ich habe sie gebeten, mir auch einen Papierausdruck mitzugeben, was sie dann auch gemacht hat. Die Frist für die papierhafte Einreichung war dann ca. 1 Monat. Etwas merkwürdig die Abweichung und fehlende Aufklärung. Die längere Frist hatte für mich den Vorteil, daß ich einen Abgleich meiner Daten im Antrag mit den Daten meines Arbeitgebers in der Arbeitsbescheinigung machen konnte (insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Sperre aufgrund des Aufhebungsvertrags). Diese Bescheinigung wurde mir schon nach ca. 2 Wochen von meinem Arbeitgeber zugestellt. Am Besten, man bittet den Arbeitgeber um Rücksendung an die eigene Postadresse (und nicht direkt an die Arbeitsagentur).

      Das zweite Gespräch war das Jobvermittlungsgespräch. Einen Lebenslauf und ein Standardbewerbungsschreiben hatte ich vorbereitet. Beide Dokumente wurden vom Berater durchgesehen und für gut befunden (bis auf eine kleine Änderung im Schreiben). Dann haben wir zusammen mein Jobprofil für die anonymisierte Stellenbörse der Arbeitsagentur verfeinert (die Basisdaten waren bereits im System). Abschließend besprachen wir noch die Eingliederungsvereinbarung. Bei der Frage, wieviele Bewerbungen ich monatlich schreiben kann, konnte ich keine Angaben machen, da der Stellenmarkt im Bankgewerbe quasi nicht existent ist (vor allem, da ich einen Teilzeitjob suche). Der Berater schlug mir daraufhin 3 Bewerbungen pro Monat vor, was für mich akzeptabel ist. Ich muß einen monatlichen Bericht per email verfassen, um die Arbeitsagentur auf dem laufenden zu halten über meine Bewerbungsaktivitäten. Wenn es nicht 3 Bewerbungen sind, soll ich dies im Bericht erläutern (das scheint kein großes Problem zu sein; ich denke, man kennt den schwierigen Markt ebenso). Die Eingliederungsvereinbarung soll ich mir in Ruhe zu Hause durchlesen und gegengezeichnet zurücksenden.
      Ich fand das Gespräch sehr angenehm. Vielleicht hatte der Berater auch einen guten Eindruck von meiner Vorbereitung auf das Gespräch sowie meiner Seriösität.

      Ich soll nun eine weitere Einladung zu einem Jobvermittlungsgespräch erhalten, von der Fachgruppe Banken.

      Ich hoffe, dies gibt einen kleinen Einblick.

      Gruß,
      49erin

  8. Hallo BigMac,

    ich bin gerade im Dispojahr und auch gespannt was mich nächstes Jahr beim AA erwartet. Mein Kumpel ist bereits so weit und berichtet, dass er jetzt an einem Bewerbungstraining teilnimmt.

    Nach mehreren Jahren Fernbeziehung ist meine Frau zu mir gezogen und hat die Aktion AA bereits hinter sich. Zu ihren Terminen beim AA war ich mit dabei, was die jeweilige Sachbearbeiterin nicht störte. Meine Frau hatte während der 18 Monate 3 Sachbearbeiterinnen, die alle sehr unterschiedlich waren. Die erste stauchte sie erst einmal zusammen, meinte: wie sie denn ihre gute Stellung ohne neuen Job kündigen konnte und so naiv war zu glauben hier problemlos was Neues zu finden. Da juckt es einen schon zu sagen, dass man sich das gut überlegt hat, dass das AL-Geld als Bonus gesehen wird und es notfalls auch ohne ginge, aber stattdessen haben wir sie nur kleinlaut bestätigt.

    Die zweite Sachbearbeiterin war vom Typ „sie kam, sah und siegte“, sprühte vor Energie, wusste alleine was richtig ist und wollte meine Frau zur Beschäftigung als Selbständige animieren.

    Die 3. Sachbearbeiterin war dann vom Typ „leben und leben lassen“ und handelte nach dem Motto, wenn du mir keinen Stress machst, dann mache ich dir auch keinen.

    Ich denke, die Zeit beim AA hängt stark von den individuellen Sachbearbeitern ab und man ist gut beraten, nicht auf Kollisionskurs mit denen zu gehen.

    Gruß Holger

    • „Ich denke, die Zeit beim AA hängt stark von den individuellen Sachbearbeitern ab und man ist gut beraten, nicht auf Kollisionskurs mit denen zu gehen.“

      Eine Erfahrung/Erkenntnis, die ich nur bestätigen kann! Sehr richig.

      Gruß, Der Privatier

  9. Ich habe noch keinerlei Erfahrung mit der Arbeitsagentur, daher habe ich die ganzen Infos hier mal zusammengefasst :

    Also wenn ich das richtig aufgefasst habe, meldet man sich nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, ob nun Eigenkündigung, Auflösungsvertrag mit oder ohne Abfindung oder normale Kündigung erstmal gar nicht bei der Arbeitsagentur, sondern genau ein Jahr später, d.h. ein paar Wochen vor dem Ablauf des Dispositionsjahres und meldet sich zu exakt einem Jahr nach der Kündigung oder Auflösung des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend.
    Man muss beachten, vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses keine unwiderrufliche Freistellung zu haben, weil das nicht als Beitragszeit gilt und es dann Probleme mit dem 2 Jahreszeitraum gibt.
    Nach dem einen Jahr Dispositionszeit gibt es keine Sperr oder Ruhezeiten mehr, die man ansonsten wegen Eigenkündigung oder verkürzten Fristen hätte und auch keine Probleme durch eine Anrechnung einer Abfindung.
    Als Lebensalter wird das Alter am letzten Tag des Dispositionsjahres genommen, um die Anspruchsdauer für ALG 1 festzustellen, also ab 50,55,58
    Jahren der entsprechende Zuschlag zu den 12 Monaten.
    Weiterhin muss man beachten sich spätestens nach genau einem Jahr arbeitssuchend zu melden, nicht früher wegen der Sperr und Ruhezeiten und nicht später um durch die 2 Jahresfrist den Anspruch auf ALG aus der vorherigen Berufstätigkeit nicht zu verlieren.

    Während des Dispositionsjahres muss man sich um eine Krankenversicherung kümmern und kann durch steuerliche Gestaltung die Belastung einer Abfindung minimieren, insbesondere wenn das Dispositionsjahr genau dem Kalenderjahr entspricht und die Abfindung im Dispositionsjahr zugeflossen ist.

    Habe ich das so richtig zusammengefasst?

    Bei mir ist es noch nicht so weit, geplant erst in 3,5 Jahren, aber bei einem Kollegen, den ich auf das Dispositionsjahr aufmerksam gemacht habe.

    • „Habe ich das so richtig zusammengefasst?“

      Im Prinzip schon, aber es gibt ein paar kleine (aber entscheidende!) Formulierungsfehler!

      * „…und meldet sich zu exakt einem Jahr nach der Kündigung oder Auflösung des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend.“
      Nein! Man meldet sich „arbeitslos„. Wichtiger Unterschied! Dazu auch die Beiträge zur Arbeitsuchendmeldung und zur Arbeitslosmeldung.

      * „Weiterhin muss man beachten sich spätestens nach genau einem Jahr arbeitssuchend zu melden,“
      Arbeitslos statt arbeitsuchend (wie gerade erläutert) und auch nicht „spätestens“. Die Formulierung ist wahrscheinlich richtig gemeint, wie der anschließende Satz zeigt, ist aber etwas unglücklich.

      Ansonsten soweit korrekt.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, danke gebe ich so weiter, also arbeitslos statt arbeitssuchend.
        Der Punkt der mir am wenigsten klar ist, ich war davon ausgegangen, man meldet sich wie normal vorgesehen 3 Monate vor der
        Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der Arbeitsagentur, aber statt dann den Antrag auf ALG 1 zu stellen, meldet man sich zum
        Dispositionsjahr ab.
        Das braucht man augenscheinlich nicht zu tun, der erste Kontakt mit der Arbeitsagentur wäre dann ein Jahr später.

        • „Das braucht man augenscheinlich nicht zu tun“

          Richtig. Man muss sich vor dem Dispojahr nicht melden. Ich würde es aber zwecks Abstimmung mit der Agentur trotzdem empfehlen. Wie auch in den oben verlinkten Beiträgen bereits geschrieben.

          Gruß, Der Privatier

  10. Hallo,
    nachdem ich „alles“ hinter mir habe, kann ich auch etwas beitragen. Kurz zur timeline : Aufhebungsvertrag, Dispojahr, 2 Jahre ALG-1, 6 Monate „arbeitslos ohne Leistungsbezug“.

    Beim 1. Besuch nach der Aussicht auf AHV war ich beim AA und habe den ganzen Plan offen gelegt. Ich fühle mich ein wenig als Vater des Begriffes „DISPOJAHR“ und somit kannte das AA diesen auch nicht. Aber kein Problem, mein Betreuer erkannte sofort das Ziel, 58-er Geburtstag und Sanktionsfreiheit. In der folgenden Korrespondenz sprach er dann auch von „meinem sogenannten Dispojahr“. Korrespondenz : Neben der Erfassung meiner Daten und Vervollständigung meines Profiles in der Jobbörse bekam einen online-Zugang dazu. Der ist neben der Möglichkeit des aktiven Suchens aus einem anderen Grund wichtig. Man hat eine Mailfunktion zu seinem Betreuer. Damit läßt sich alles schriftlich darlegen und erhält auch schriftliche und somit dokumentierte Antworten und muß nicht um schriftliche Bestätigungen bitten.
    Dann war 1 Jahr Funkstille auf beiden Seiten.
    Fristgerecht meldete ich mich vorher wieder zurück und stellte den Leistungsantrag. Normales Procedere endete mit Bescheid und Beginn ALG-1. Dann wurde ich eingeladen. Wir einigten uns auf aktives Suchen und auch Bewerben. Er wünschte sich 2 Bewerbungen im Monat, die ich dokumentieren sollte in einer Liste. Kein Problem Excel kann tolle Listen. Ich mußte nur die reine Liste anfangs monatlich später 2-monatlich einreichen. Eine Bewerbungsmappe wurde durchgesprochen und feinjustiert. Bewerbungsschriftverkehr war nicht gefordert. Die Liste war aber auch vollständig : mit Datümer zu Bewerbungen, Nachfragen, Absagen und Begründungen, etc.
    Zusätzlich kamen aber auch Einladungen zu Bewerbertagen im Amt, an denen man natürlich teilnimmt. Die gewonnenen Adressen führten wieder zu Bewerbungen.
    Dann kam die Einweisung in eine Maßnahme. Heißt nunmal so „Einweisung“. Wie ich erfahren habe ist man dann statistisch nicht mehr arbeitslos, also schönt es die Berichterstattung, vielleicht auch die Zahlen des Betreuers – keine Ahnung. 3 Monate bei einer Firma, die dieses für das AA macht. 1 Tag pro Woche – Fahrgelder wurden erstattet. Ich hatte „solche“ und „solche“ Kurse. EXCEL, WORD, POWERPOINT sind meine Hobbys, also hab ich teilweise den Kurs übernommen, war sehr lustig und man sieht wieder mal Horrorfolien. Aber auch Bewerbertrainings mit Videofeedback sind eine spannende Sache. Und dann gab es noch eine Menge mehr an Kursen – eben auch „solche“. Ich fand es nicht als schlimm. Man bekommt auch ein wenig Abstand von seiner eigenen Situation und sieht den Kampf jüngerer Menschen mit geringerem ALG-1 und deren verzweifelte Bemühungen. Nicht zuletzt steht man ja auf der Gehaltsliste des AA, dafür nimmt man dann an einer solchen Maßnahme teil. Achja die Bewerbungsmappe wurde nochmals getoppt mit schöner Mappe und Profifoto in einem Studio, bei voller Erstattung der Kosten.
    Dann war die Zeit des ALG-1 vorbei. Ich blieb weiterhin arbeitslos aber „arbeitslos ohne Leistungsbezug“. D.h. ich mußte alles weiter erbringen wie Bewerbungen, etc., erhielt kein ALG-1 mehr, blieb aber pflichtversichert in der DRV und hielt so mein Anrecht auf Erwerbsminderungsrente aufrecht. Nach 6 Monaten beendete ich auch dieses.

    Alles immer ganz harmonisch und voller Offenheit mit dem AA abgestimmt und immer per internem Mail dokumentiert.

    Gruß

  11. Hallo Mr. Excel,

    meine Erfahrungen mit dem AA sind nahezu deckungsgleich. Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich nach dem Ende des Leistungsbezugs dort gemeldet bleiben soll.
    Pflichtversichert bei der DRV wäre mir neu, aber als Anrechnungszeit ohne Beiträge ist mir das bekannt, jedoch kann ich keine EM-Rente aufrecht erhalten (Lücke im Verlauf) und keine Wartezeiten damit auffüllen, oder gibt es sonst noch Vorteile bei der DRV, die mir noch nicht bekannt sind?

    Viele Grüße Axel

    • Hallo Axel,
      vermutlich unsauber formuliert und Du hast recht, ist schon was her.
      Genau darauf zielte es bei mir ab. Die Lücke von max. 24 Monaten nicht zu füllen, denn 12 Monate erzielte ich schon durchs Discojahr.
      Nach den 6 Monaten kam dann eine Minijob mit Option auf Pflichtversicherung.
      Danke für die Richtigstellung.

  12. Hallo zusammen,

    seit einiger Zeit verfolge ich diesen sehr informativen Blog und habe auch schon einige Tipps anwenden können.

    Ich befinde mich in den letzten Tagen meines Dispositionsjahres, das am 31.07.2018 endet. In den nächsten Tagen werde ich mich nun zum 01.08.2018 arbeitslos melden. Mir geht es zunächst darum, den Anspruch feststellen zu lassen. Ich möchte mich dann sofort, also zum 02.08., wieder abmelden.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, kann man sich auch vor Erhalt des Bescheides abmelden oder sollte man doch lieber die Bestätigung abwarten?

    Also kann ich mich schon an dem Tag der Arbeitslosmeldung zum 02.08. abmelden oder wird das kritisch gesehen? Ich möchte einen Termin bei einem Arbeitsvermittler möglichst vermeiden, da ich Anfang August eventuell für einige Tage ins Krankenhaus gehe und hier nicht gleich Zweifel aufkommen lassen möchte (zum Ende des Dispojahres muss man ja gesund sein). Gibt es hier Erfahrungen?

    Vielen Dank und einen schönen Gruß

    Luna

    • Es wurde hier gelegentich davon berichtet, dass sehr kurzfristige Abmeldungen von der Agentur falsch interpretiert wurden, nämlich als eine Aufforderung, den eingereichten Antrag auf ALG vollständig zu stornieren bzw. zu ignorieren!

      Dagegen gibt es meiner Meinung nach zu zwei „Gegenmittel“:
      a) Den Bescheid abwarten oder
      b) Die Absicht der reinen Anspruchssicherung klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Am besten anlässlich einer persönlichen Arbeitlosmeldung. Zur Sicherheit bei der Abmeldung noch einmal darauf hinweisen, dass der Bescheid weiterhin erwartet wird.

      Wenn Sie sich frühzeitig arbeitslos melden (also JETZT!), haben Sie je nach Vollständigkeit der Unterlagen u.U. eine Chance, dass Ihr Bescheid sogar schon vor dem 1.8. eintrifft (manchmal dauert es aber auch etliche Wochen!). Falls das klappt, könnten Sie sich dann am 2.8. abmelden.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.

        Ich werde bei der persönlichen Arbeitslosmeldung darauf hinweisen, dass ich mir zunächst einmal den Anspruch sichern lassen möchte und mich am 02.08. wieder abmelden werde. Die Abmeldung kann ich offenbar schon vorher (z. B. über die Hotline) durchführen. Diesen Weg hatte Woidda im März gewählt und offenbar gute Erfahrungen gemacht.

        Viele Grüße
        Luna

  13. Lieber Privatier,
    an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank für die ausführlichen Informationen für das Dispositionsjahr. Ich habe mich letztes Jahr hier mit meinen Fragen und die Vorstellung meiner Planung an Sie gewandt. Ihre damalige Antwort hat mich in meinem Vorhaben bestärkt. Ich habe mich genau an den vorgestellten Plan gehalten und kann jetzt den Erfolg vermelden. Mein Dispojahr endete am 30.06.2018. Ich habe mich Mitte Juni persönlich bei der AfA vorgestellt und mich zum 01.07.2018 arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet und den ALG 1 Antrag gestellt. Ich habe der freundlichen Mitarbeiterin auch gleichzeitig mitgeteilt, dass ich mich zum 04.07.2018 wieder arbeitslos und arbeitssuchend abmelden möchte. Aus steuerlichen Gründen möchte ich in 2018 ausser der in Januar 2018 gezahlten restlichen 90%tigen Abfindungssumme keine weiteren Einnahmen erzielen. Nach nur 5 Arbeitstagen bekam ich von der AfA den positiven Bescheid über die max. Leistung von ALG 1 über 24 Monate (bin 60). Der in diesem Jahr geleistete Mini-Job auf 450€ Basis war und ist unschädlich. Lediglich der bereits von Ihnen zitierte Umstand der 12 wöchigen Sperrzeit OHNE finanzielle Auswirkung kam auch bei mir zur Anwendung. Dies bedeutet aber nur, das das „ Sanktionskonto“ von 21 Wochen sich jetzt auf verbleibende 9 Wochen reduziert hat. Hält man sich an die Regeln, sollte dies aber kein Problem sein. Ab dem 01.02.2019 werde ich der AfA dann für 24 Monate zur Verfügung stehen. Ich bin dann 61 und 50% Schwerbehindert. Mein weiterer Plan ist es, nach diesen 24 Monate mit 3,6% in Rente zu gehen. In einem vor kurzem von Hardy abgegebenen Kommentar, empfahl er dies dem AfA Mitarbeiter mitzuteilen, um eventuelle Vermittlungsversuche zu reduzieren. Frage: Sollte ich das wirklich schon zum Beginn der AfA-Zeit mitteilen, oder erst später? Ich werde ja nicht nach 24 Monaten in die ALG2-Leistung übergehen. Auch möchte ich mit „offenen Karten“ spielen. Hat ausser Hardy noch jemand Erfahrung mit diesem Thema gemacht? Zum Schluss möchte ich alle ermutigen, das Dispojahr zu nutzen ( je nach Bedürftigkeit). Wenn man sich an alle vom Privatier gemachten Aussagen hält – insbesondere Fristen – und den eigenen Plan dazu im Kopf hat (und den dann auch der AfA erklären kann) wird es funktionieren. Danke an alle die hier geschrieben haben, ich habe grossen Nutzen daraus gezogen. VIEL ERFOLG AN ALLE! Der Palmenmann (Bin jetzt wirklich unter spanischer Sonne)

    • Erst einmal einen schönen Gruß an den spanischen Palmenstrand… 😉
      und dann vielen Dank für die positive Rückmeldung!

      Zur Frage, ob man die Rentenpläne gleich zu Beginn mitteilen sollte, gibt es sicher keine allgemeine Regel. Hängt sicher auch immer ein wenig von dem Eindruck ab, den man von seinem Gegenüber gewinnt. Schaden kann es allerdings wohl nicht.

      In diesem Sinne: Weiterhin viel Erfolg auf dem weiteren Weg!

      Gruß, Der Privatier

  14. Ich habe am 30.11.2017 via Aufhebungsvertrag meinen job gekündigt; die Abfindung wurde dann in 2018 gezahlt. Mein Plan ist mich für den 1.12.2018 beim Arbeitsamt Arbeitslos zu melden & ALG zu beantragen – ich hoffe damit die Sperrfrist zu umgehen.
    Heute war ich beim Arbeitsamt & habe mich für den 1.12.2018 Arbeitslos gemeldet; den Antrag auf ALG mache ich dann online.
    Was mich irritiert ist die Aussage vom AA, dass ich mich bis zum 06.12.2018 Arbeitslos melden kann um ALG zu erhalten ?
    Ich bin unsicher ob jetzt der 1.12 oder 6.12 in den Antrag für ALG einzugeben ist ? – kann mir jemand einen Tipp geben ?

    • Es wäre natürlich geschickter gewesen, gleich den Mitarbeiter der Agentur zu fragen, wie er auf das Datum vom 6.12.18 kommt! Ich würde aber keine Experimente machen und den 1.12. eintragen. Vorausgesetzt natürlich, das Arbeitsverhältnis war am 30.11.17 beendet. Die Aussage „Ich habe am 30.11.2017 via Aufhebungsvertrag meinen job gekündigt“ sagt nämlich nichts über das Ende des Arbeitsverhältnisses aus… 🙁

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für die schnelle Antwort !!!
        Sorry für meine unpräzise Ausdrucksweise; mein Arbeitsverhältnis wurde zum 30.11.2017 via Aufhebungsvertrag beendet & die Abfindung dann in 2018 gezahlt.
        Ich hatte die Dame beim AA gefragt wie man auf den 06.12 kommt – eine für mich plausible Erklärung habe ich aber nicht erhalten (ich glaube die Dame war selbst mit der Fragestellung überfordert).
        Ich beantrage jetzt ALG mit Wirkung zum 1.12.2018 – erfolgt dann noch eine Sperrfrist Prüfung ?

        • „erfolgt dann noch eine Sperrfrist Prüfung ?“

          Das ist ja (u.a.) der Sinn des Dispojahres: Keine Prüfung der Sperrfrist nach Ablauf eines Jahres!

          Gruß, Der Privatier

      • Vermutlich resultiert der Termin 6.12. aus den Fachlichen Weisungen Arbeitslosengeld Drittes Buch Sozialgesetzbuch – SGB III § 142 SGB III Anwartschaftszeit der AA, s. https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/FW-SGB-III-142_ba015149.pdf. Unter 142.1 steht: „(3) Für die Feststellung, ob eine Anwartschaftszeit erfüllt ist, sind die Kalendertage eines Versicherungspflichtverhältnisses zu ermitteln. 30 Kalendertage entsprechen einem Monat (§ 339 Satz 2). 12 Monate entsprechen somit nicht einem Jahr.“ Am Ende noch einmal explizit:
        „Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ist die (Regel-)Anwartschaftszeit erfüllt, wenn in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung Versicherungszeiten mit einer Dauer von 360 Tagen liegen.“
        Die 360 Tagefrist folgt aus dem § 339 SGB III Berechnung von Zeiten: „… Bei der Anwendung der Vorschriften über die Erfüllung der für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erforderlichen Anwartschaftszeit sowie der Vorschriften über die Dauer eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld nach dem Ersten Abschnitt des Vierten Kapitels dieses Buches entspricht ein Monat 30 Kalendertagen.“

          • … ok, aber ich bleibe beim 01.12.18 oder muss ich dann den 07.12.18 wählen ? – sorry, bin jetzt doch wieder verunsichert? …

          • Wenn die oben zitierte Dienstanweisung Anwendung findet, scheint sich ein kleines Fenster zu ergeben, innerhalb dessen ein Antrag gestellt werden könnte. Und sich damit die punktgenaue Meldung evtl. etwas entspannt.
            Ich würde aber trotzdem beim 1.12. bleiben.

            Gruß, Der Privatier

  15. … vielen Dank für die Rückmeldungen – ich gehe mit dem 01.12 ins Rennen & werde über meine Erfahrungen berichten … BG …

    • Hallo,
      Kurz hier meine Erfahrungen: hat alles geklappt wie gewünscht !!! – d.h. : Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 30.11.2017, Arbeitslosenmeldung zum 01.12.18 im November = keine Rückfragen zum Aufhebungsvertrag , keinerlei Sperrfrist von ALG & gleichzeitig optimale steuerliche Gestaltung meines Dispositionsjahres 2018 – vielen Dank für die guten Tipps in diesem Forum !

  16. ein freundliches HALLO in die Runde. Ich bin froh, diesen äußerst informativen Blog gefunden zu haben. Mir wurden bei kurzem Durchlesen schon viele Fragen beantwortet!
    Meine Eckdaten:
    – Auflösungsvertrag zum 30.12.18
    – Abfindung im Januar 2019
    – 2019 „Dispojahr“
    Morgen ist nun mein erster Termin in der AfA. Bin gespannt 🙂
    Ich werde berichten.

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