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Kap. 9.3.2.6: Hinweise zum Dispositionsjahr: Umgang mit der Agentur — 176 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    mir steht dies alles noch bevor. Geboren in 04/64 hat mein Arbeitgeber mir nach 28 Jahren einen Aufhebungsvertrag vorgelegt. Ich habe mich, obwohl ich den Aufhebungsvertrag noch nicht unterzeichnet habe, freiwillig arbeitssuchend gemeldet und hatte bereits einen ersten Termin, in welchem mir die Beraterin einen Bildungsgutschein für ein Coaching bei der Tertia (eine Art Outplacementberatung) übergeben hat.Hat jemand Erfahrung mit der Meldung „freiwillig arbeitssuchend“ und sind im Hinblick auf ein eventuelles Dispojahr in diesem Zusammenhang Dinge zu berücksichtigen?
    Derzeit plane ich mein letztes Gehalt im Dezember 2018 zu beziehen. Die Abfindung soll dann in 01/2019 fließen.

    • Man kann sich jederzeit bei der Agentur arbeitsuchend melden. Auch „freiwillig“ 😉
      Auswirkungen auf ein geplantes Dispojahr sehe ich da nicht.

      Es wäre aber sicher einmal ratsam, sich die gewünschte zukünftige Entwicklung genau zu überlegen. Denn wer jetzt mit aller Kraft (und mit Unterstützung von Arbeitsagentur und externen Beratungsfirmen) einen neuen Job sucht, der sollte wissen, dass ein Dispojahr einem solchen Vorhaben nicht zuträglich ist! Ein Jahr Pause im „fortgeschrittenen“ Alter bedeutet in den meisten Fällen, dass die Chancen auf einen neuen Job auf Null sinken.

      Gruß, Der Privatier

      • Wobei ich hier in dem Blog eher eine Tendenz in Richtung „Privatier“ sehe.
        Wie war nochmal der Name der Webseite? 😉 …

      • Hallo Privatier u. Robben,
        eine neue Festanstellung ist nicht unbedingt erste Prio bei mir. Geplant ist aktuell die Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit als Kleinunternehmer bereits jetzt. Bezahlte widerrufliche Freistellung im Aufhebungsvertrag bis 31.12.18. Auszahlung Abfindung 01/19. Werde Ende 04/19 55 Jahre alt. Privat krankenversichert. Benötige somit Mischung w/Dauer der ALG1 Zahlung, Steueroptimierung Abfindung, ggfls. Änderung Tarif bei PKV und Beschäftigung damit ich nicht verlottere. Soll ich dann besser die freiwillige arbeitssuchend Meldung beenden und wie gehe ich dann weiter optimiert vor?

        • Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist möchte ich daran anknüpfen, denn für alle mit einer Vorlaufzeit von mindestens 12 Monaten Ist die Aufnahme einer Nebenbeschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit überlegenswert. Nicht nur wegen „…. Beschäftigung damit ich nicht verlottere ….“ sondern wegen der Möglichkeit eines höheren Freibetrags bzgl. der Anrechnung auf das ALG, wenn die Tätigkeit vor Beginn des Arbeitslosengeldes mind. 12 Monate ausgeübt wurde (Details dazu stehen im Informationsblatt der AA „Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen“).

          Vorsicht ist geboten bzgl. der wöchentlichen Arbeitszeit nach Beendigung der Hauptbeschäftigung (z.B. auch während eines Dispojahres). Die wöchentliche Arbeitszeit darf auf keinen Fall 15 Std oder mehr betragen, sonst ist man nicht mehr arbeitslos und kann dann auch kein ALG mehr beziehen. (Steht alles im o.g. Merkblatt),

          • Vorteile:

            1.) Über eine abhängige Tätigkeit werden weiter Rentenansprüche erworben.

            2.) Bei einem Einkommen von mehr als 450 € im Monat ist man normalerweise in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert! Und wer in der GKV pflichtversichert ist kann nicht freiwillig versichert sein. Nur bei freiwillig Versicherten werden auch Abfindungen bei der Berechnung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge berücksichtigt.

      • Ob die Arbeitsuchend-Meldung sinnvoll ist, hängt natürlich davon ab, was man davon erwartet. Das wiederum hängt auch immer von der Branche, der gesuchten Tätigkeit, dem Alter, den Erfahrungen, dem Maß an Flexibiltät, etc. ab. Kann man wohl so allgemein nicht beantworten.

        Aber die Agenturen sind sicher eher darauf ausgerichtet, eine Festanstellung zu vermitteln. Ich habe starke Zweifel, ob sie in der Lage sind, Vermittlungen für freiberufliche Tätigkeiten zu vermitteln. Was sie allerdings sicher machen können, ist Basiswissen im Rahmen von Existenzgründungsseminaren zu fördern. Vielleicht kann ja der Bildungsgutschein auch für solche Dinge eingesetzt werden. Und für jemand der eine Selbständigkeit plant, kann das sicher ganz hilfreich sein.

        Zu den anderen Stichworten gibt es hier im Blog sicher eine ganze Reihe von Beiträgen, die lesenswert wären…

        Gruß, Der Privatier

  2. Ich bekomme im Januar 2018 meine Abfindung und bin zwecks Auszahlung der Abfindung im Januar 2018 unbezahlt freigestellt.

    Wann müßte ich das Dispojahr beginnen?

    am 01.01.2018, weil ich nur bis dahin regelmäßig bezahlt werde
    oder
    am 01.02.2018, da ich ab diesm Tag arbeitslos und nicht mehr bei der Firma angestellt bin

    • In Normalfall zählt der erste Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wenn dieses (wenn ich es richtig verstanden habe) bis zum 31.01.2018 läuft, würde das Dispojahr also am 01.02.2018 beginnen.

      Gerade im Zusammenhang mit einer Freistellung gibt es allerdings leider unterschiedliche Auffassungen, was den Status während der Freistellung angeht. Siehe dazu auch Beitrag „Agentur erfindet neue Regeln„. Dies scheint derzeit auch von den Agenturen unterschiedlich gehandhabt zu werden.

      Ich würde daher (wie eigentlich immer) dringend zu einem Beratungstermin bei der zuständigen Agentur raten. Dort das Vorhaben erläutern und sich nach Möglichkeit bestätigen zu lassen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Ein Erfahrungsbericht: am 31.Jan.2018 (nach meinem 57-ten Geburtstag) werde ich mein Arbeitsverhältnis mit Abfindungsvertrag beenden. Al-Bezug plane ich ab dem 1.Feb.2019. Bis dorthin wollte ich nicht tatenlos abwarten und habe mich online „Arbeitssuchend“ gemeldet. Bei der Anmeldung sollte ich schon ein Thema angeben, dass ich bei dem zwangsläufig folgenden Termin bei der Arbeitsagentur besprechen möchte. Da schrieb ich, dass ich ein Dispojahr plane und mir einen dokumentierten Ablaufplan wünsche.

    Gestern war der Termin. Die nette Dame nahm Daten zu meiner Qualifikation und möglicher Stellen auf und erklärte mir, dass ich bezüglich des Dispojahres einen Rückruf von der Leistungs-Abteilung bekäme. Dieser folgte am Nachmittag und der verlief voll nach Plan.

    Der freundliche Anrufer erklärte mir, dass mein Vorhaben rechtlich möglich sei und dass ich damit eine verlängerte Al-Bezugszeit von 24 Monaten erreiche und eine 6-monatige Sperre umgehe. Er wies mich explizit darauf hin, dass ich am 1.Feb.2019 nicht krank sein dürfe und mich selbst krankenversichern müsse. Weiterhin erklärte er, dass die Arbeitslosmeldung erst 3 Monate vor dem 1. Arbeitslosentag möglich sei, die Beantragung aber auch noch im Januar 2018 reiche – also alles, was mir Dank diesem Internetauftritt hier schon bekannt war – es fühlt sich gut an, so gut vorbereitet in ein Gespräch zu gehen. Zum Schluss bat ich ihn um eine schriftliche Bestätigung. Er schickte mir daraufhin das Protokoll zu unserem Gespräch zu, das er eh angelegt hätte – läuft!!!

    • Danke für den Bericht! Ich würde mal sagen: Besser kann es nicht laufen. Von daher auch ein Kompliment an die Mitarbeiter der Agentur.

      Auch dem Fazit kann ich nur zustimmen, dass nämlich eine gute Vorbereitung und entsprechendes Fachwissen das A&O sind. Das reicht dann zwar auch nicht immer aus, aber es hilft ungemein.

      Weiterhin viel Erfolg bei den weiteren Schritten und anderen „Ämtern“ (z.B. Krankenkasse).

      Gruß, Der Privatier

  4. Habe mich hier umfangreich mit dem Dispositionsjahr beschäftigt um gut vorbereitet zu sein. Mein Arbeitsverhältnis endet am 31.01.2018 mit Abfindung. Habe mich im Oktober arbeitssuchend gemeldet und habe gesagt das ich das Dispositionsjahr plane und mich noch informieren möchte. Da wurde mir gesagt innerhalb von 48 Std. meldet sich jemand bei mir. Dies ist auch passiert und ich habe eigentlich alles bestätigt bekommen was hier auch sehr gut beschrieben wurde. Dann habe ich der Dame mitgeteilt das ich das Dispositionsjahr in Anspruch nehme und ob sie mir das schriftlich mitteilen kann. Da hatte sie mir nur gesagt das sie das notiert aber mir nicht schriftlich mitteilen kann. Wie gehe ich jetzt vor um zu erfahren ob das mit dem Dispositionsjahr festgehalten wurde. Die Telefonnumer von der Leistungsabteilung habe ich ja nicht, da sie immer anonym anrufen.

  5. Hallo Uwe,
    ich antworte hier mal einfach. Bei so wichtigen Dingen würde ich persönlich vorstellig werden, und mir ein vorbereitetes Schriftstück unterschreiben lassen. Es geht ja auch im Zweifelsfall um sehr viel Geld.

    Gruß, Sunny

    noch 185 Tage netto bis zur Freiheit

    • Hallo Sunny,

      Danke für deine Antwort. Ja es geht hier um viel Geld. Ich werde nochmal bei der Arbeitsagentur vorbeischauen und nachfragen ob die Leistungsabteilung die Info weitergegeben hat. Dann werde ich mir das schriftlich bestätigen lassen.

      Gruß, Uwe

    • Ich kann Sunny hier nur zustimmen!

      Ich würde nach Möglichkeit telefonische Beratungen vermeiden. Oder höchstens als Einstieg. Telefonische Aussagen (bei denen man nicht einmal den Ansprechpartner kennt) sind im Zweifelsfall ohne Wert. Ein persönliches Gespräch ist da auf jeden Fall schon besser.
      Und noch besser ist der Vorschlag von Sunny, ein vorbereitetes Dokument mit den wichtigsten Eckpunkten mitzunehmen und dieses abzeichnen zu lassen.

      Was sich hier so einfach hinschreiben lässt, ist in der Praxis allerdings nicht ganz so einfach zu realisieren. Das weiß ich auch – aber man sollte es zumindest versuchen.

      Schafft man den idealen Weg nicht, so ist dies meistens auch nicht so tragisch. Ein wenig Vertrauen kann man Ämtern und Behörden schon entgegen bringen. In den meisten Fällen funktionieren auch Absprachen, die nicht schriftlich fixiert sind. Man bedenke dabei bitte immer auch die Sitution eines Agentur-Mitarbeiters, der ja auch nicht voraussehen kann, wie sich die Rechtslage und seine eigenen Dienstanweisungen in den folgenden 12 Monaten verändern.

      Gruß, Der Privatier

  6. Hallo, ich habe ebenfalls einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017 mit Abfindung unterschrieben. Von dem Dispojahr habe ich leider erst jetzt erfahren. Da diese Sache erst Mitte November losgegangen ist, habe ich mich erst im Dezember – als die Fakten auf dem Tisch lagen – beim Arbeitsamt gemeldet. Es ist ein betriebsbedingtes Angebot, dass mir sehr entgegenkam, da ich aus persönlichen Gründen (zu meinem Partner) umziehen will. Die Arbeitslosmeldung ist noch nicht komplett, da ich den Aufhebungsvertrag nicht weitergegeben habe (wg. Verschwiegenheitsklausel – gilt die gegenüber dem Arbeitsamt überhaupt?).
    Eigentlich würde ich tatsächlich dieses Jahr nicht unbedingt arbeiten wollen, da ein Haus zu renovieren und eine Idee zu einem Kunstgewerbe im Raum steht. Allerdings hat mir das hiesige Arbeitsamt bereits Stellenangebote im dortigen Raum auf´s Auge gedrückt. Man will mich also auf jeden Fall vermitteln.
    Krankenversichert wäre ich ggfs. derzeit auch noch über meinen Noch-Ehemann, sollte ich mich Abmelden oder das Dispojahr machen.
    Da ich im nächsten Monat erst 55 Jahre werde, würde ich allerdings keine Altersschwelle überspringen.
    Könnte ich jetzt das Dispojahr überhaupt noch machen? Würden Sie das als sinnvoll erachten?
    Danke im voraus für Ihre Antwort!
    Gruß, Elke

    • Ich möchte ja hier keine Empfehlungen geben, ich kann höchstens Vor- und Nachteile erläutern.
      Und ein Dispojahr dürfte ziemlich sicher einen finanziellen Vorteil bringen, einfach dadurch, dass Sperr- und Ruhezeit entfallen. Auf der anderen Seite ist es fraglich, ob dies jetzt noch fehlerfrei abgewickelt werden kann. Denn dazu müsste der laufende ALG-Antrag und die Arbeitslosmeldung vollständig bei der Agentur storniert werden. Also: Einfaches Abmelden reicht da nicht! Der laufende Antrag würde dann trotzdem weiter bearbeitet.
      Ob dies gelingt, kann ich nicht sagen. Theoretisch müsste es möglich sein, solange kein Bescheid erstellt ist. Es käme auf einen Versuch an…

      Wenn ich allerdings die ganze Liste von anstehenden Veränderungen in Ihrem Leben sehe, müssten Sie selber wissen, ob Sie eine zusätzliche Belastung durch die korrekte Durchführung des Dispojahres auf sich nehmen wollen?
      Eine Abmeldung bei der Agentur wäre da deutlich einfacher.
      Entscheiden müssen Sie das dann selber…

      Übrigens: Den Aufhebungsvertrag müssen Sie auf jeden Fall bei der Agentur einreichen. Eine Anfrage beim Arbeitgeber macht die Agentur ohnehin und dieser wird auf jeden Fall die Eckdaten übermitteln.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Eva, auch ich finde es toll, wenn jemand von seinen Erfahrungen berichtet, es passiert leider viel zu selten. Dies betrifft vor allem das Thema Arbeitsagentur. Kannst du vielleicht mal was zu deinem ersten Gespräch bei der AA sagen? Wie lief das ab, was wurde besprochen? Welche Aktivitäten und welche Maßnahmen wurden vereinbart?
    Gruß, BigMac

    • Hallo BigMac,
      sowohl mein erstes als auch zweites Gespräch bei der Arbeitsagentur verliefen in freundlichem Rahmen.

      Das erste Gespräch betraf die Arbeitslosmeldung/Arbeitssuchendmeldung. Einziger erwähnenswerter Punkt war, daß die Bearbeiterin davon ausging, daß ich den Leistungsantrag online stelle und es wurde eine Frist von 3 Tagen in den Papieren angegeben. Ich habe sie gebeten, mir auch einen Papierausdruck mitzugeben, was sie dann auch gemacht hat. Die Frist für die papierhafte Einreichung war dann ca. 1 Monat. Etwas merkwürdig die Abweichung und fehlende Aufklärung. Die längere Frist hatte für mich den Vorteil, daß ich einen Abgleich meiner Daten im Antrag mit den Daten meines Arbeitgebers in der Arbeitsbescheinigung machen konnte (insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Sperre aufgrund des Aufhebungsvertrags). Diese Bescheinigung wurde mir schon nach ca. 2 Wochen von meinem Arbeitgeber zugestellt. Am Besten, man bittet den Arbeitgeber um Rücksendung an die eigene Postadresse (und nicht direkt an die Arbeitsagentur).

      Das zweite Gespräch war das Jobvermittlungsgespräch. Einen Lebenslauf und ein Standardbewerbungsschreiben hatte ich vorbereitet. Beide Dokumente wurden vom Berater durchgesehen und für gut befunden (bis auf eine kleine Änderung im Schreiben). Dann haben wir zusammen mein Jobprofil für die anonymisierte Stellenbörse der Arbeitsagentur verfeinert (die Basisdaten waren bereits im System). Abschließend besprachen wir noch die Eingliederungsvereinbarung. Bei der Frage, wieviele Bewerbungen ich monatlich schreiben kann, konnte ich keine Angaben machen, da der Stellenmarkt im Bankgewerbe quasi nicht existent ist (vor allem, da ich einen Teilzeitjob suche). Der Berater schlug mir daraufhin 3 Bewerbungen pro Monat vor, was für mich akzeptabel ist. Ich muß einen monatlichen Bericht per email verfassen, um die Arbeitsagentur auf dem laufenden zu halten über meine Bewerbungsaktivitäten. Wenn es nicht 3 Bewerbungen sind, soll ich dies im Bericht erläutern (das scheint kein großes Problem zu sein; ich denke, man kennt den schwierigen Markt ebenso). Die Eingliederungsvereinbarung soll ich mir in Ruhe zu Hause durchlesen und gegengezeichnet zurücksenden.
      Ich fand das Gespräch sehr angenehm. Vielleicht hatte der Berater auch einen guten Eindruck von meiner Vorbereitung auf das Gespräch sowie meiner Seriösität.

      Ich soll nun eine weitere Einladung zu einem Jobvermittlungsgespräch erhalten, von der Fachgruppe Banken.

      Ich hoffe, dies gibt einen kleinen Einblick.

      Gruß,
      49erin

  8. Hallo BigMac,

    ich bin gerade im Dispojahr und auch gespannt was mich nächstes Jahr beim AA erwartet. Mein Kumpel ist bereits so weit und berichtet, dass er jetzt an einem Bewerbungstraining teilnimmt.

    Nach mehreren Jahren Fernbeziehung ist meine Frau zu mir gezogen und hat die Aktion AA bereits hinter sich. Zu ihren Terminen beim AA war ich mit dabei, was die jeweilige Sachbearbeiterin nicht störte. Meine Frau hatte während der 18 Monate 3 Sachbearbeiterinnen, die alle sehr unterschiedlich waren. Die erste stauchte sie erst einmal zusammen, meinte: wie sie denn ihre gute Stellung ohne neuen Job kündigen konnte und so naiv war zu glauben hier problemlos was Neues zu finden. Da juckt es einen schon zu sagen, dass man sich das gut überlegt hat, dass das AL-Geld als Bonus gesehen wird und es notfalls auch ohne ginge, aber stattdessen haben wir sie nur kleinlaut bestätigt.

    Die zweite Sachbearbeiterin war vom Typ „sie kam, sah und siegte“, sprühte vor Energie, wusste alleine was richtig ist und wollte meine Frau zur Beschäftigung als Selbständige animieren.

    Die 3. Sachbearbeiterin war dann vom Typ „leben und leben lassen“ und handelte nach dem Motto, wenn du mir keinen Stress machst, dann mache ich dir auch keinen.

    Ich denke, die Zeit beim AA hängt stark von den individuellen Sachbearbeitern ab und man ist gut beraten, nicht auf Kollisionskurs mit denen zu gehen.

    Gruß Holger

    • „Ich denke, die Zeit beim AA hängt stark von den individuellen Sachbearbeitern ab und man ist gut beraten, nicht auf Kollisionskurs mit denen zu gehen.“

      Eine Erfahrung/Erkenntnis, die ich nur bestätigen kann! Sehr richig.

      Gruß, Der Privatier

  9. Ich habe noch keinerlei Erfahrung mit der Arbeitsagentur, daher habe ich die ganzen Infos hier mal zusammengefasst :

    Also wenn ich das richtig aufgefasst habe, meldet man sich nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, ob nun Eigenkündigung, Auflösungsvertrag mit oder ohne Abfindung oder normale Kündigung erstmal gar nicht bei der Arbeitsagentur, sondern genau ein Jahr später, d.h. ein paar Wochen vor dem Ablauf des Dispositionsjahres und meldet sich zu exakt einem Jahr nach der Kündigung oder Auflösung des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend.
    Man muss beachten, vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses keine unwiderrufliche Freistellung zu haben, weil das nicht als Beitragszeit gilt und es dann Probleme mit dem 2 Jahreszeitraum gibt.
    Nach dem einen Jahr Dispositionszeit gibt es keine Sperr oder Ruhezeiten mehr, die man ansonsten wegen Eigenkündigung oder verkürzten Fristen hätte und auch keine Probleme durch eine Anrechnung einer Abfindung.
    Als Lebensalter wird das Alter am letzten Tag des Dispositionsjahres genommen, um die Anspruchsdauer für ALG 1 festzustellen, also ab 50,55,58
    Jahren der entsprechende Zuschlag zu den 12 Monaten.
    Weiterhin muss man beachten sich spätestens nach genau einem Jahr arbeitssuchend zu melden, nicht früher wegen der Sperr und Ruhezeiten und nicht später um durch die 2 Jahresfrist den Anspruch auf ALG aus der vorherigen Berufstätigkeit nicht zu verlieren.

    Während des Dispositionsjahres muss man sich um eine Krankenversicherung kümmern und kann durch steuerliche Gestaltung die Belastung einer Abfindung minimieren, insbesondere wenn das Dispositionsjahr genau dem Kalenderjahr entspricht und die Abfindung im Dispositionsjahr zugeflossen ist.

    Habe ich das so richtig zusammengefasst?

    Bei mir ist es noch nicht so weit, geplant erst in 3,5 Jahren, aber bei einem Kollegen, den ich auf das Dispositionsjahr aufmerksam gemacht habe.

    • „Habe ich das so richtig zusammengefasst?“

      Im Prinzip schon, aber es gibt ein paar kleine (aber entscheidende!) Formulierungsfehler!

      * „…und meldet sich zu exakt einem Jahr nach der Kündigung oder Auflösung des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend.“
      Nein! Man meldet sich „arbeitslos„. Wichtiger Unterschied! Dazu auch die Beiträge zur Arbeitsuchendmeldung und zur Arbeitslosmeldung.

      * „Weiterhin muss man beachten sich spätestens nach genau einem Jahr arbeitssuchend zu melden,“
      Arbeitslos statt arbeitsuchend (wie gerade erläutert) und auch nicht „spätestens“. Die Formulierung ist wahrscheinlich richtig gemeint, wie der anschließende Satz zeigt, ist aber etwas unglücklich.

      Ansonsten soweit korrekt.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, danke gebe ich so weiter, also arbeitslos statt arbeitssuchend.
        Der Punkt der mir am wenigsten klar ist, ich war davon ausgegangen, man meldet sich wie normal vorgesehen 3 Monate vor der
        Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der Arbeitsagentur, aber statt dann den Antrag auf ALG 1 zu stellen, meldet man sich zum
        Dispositionsjahr ab.
        Das braucht man augenscheinlich nicht zu tun, der erste Kontakt mit der Arbeitsagentur wäre dann ein Jahr später.

        • „Das braucht man augenscheinlich nicht zu tun“

          Richtig. Man muss sich vor dem Dispojahr nicht melden. Ich würde es aber zwecks Abstimmung mit der Agentur trotzdem empfehlen. Wie auch in den oben verlinkten Beiträgen bereits geschrieben.

          Gruß, Der Privatier

  10. Hallo,
    nachdem ich „alles“ hinter mir habe, kann ich auch etwas beitragen. Kurz zur timeline : Aufhebungsvertrag, Dispojahr, 2 Jahre ALG-1, 6 Monate „arbeitslos ohne Leistungsbezug“.

    Beim 1. Besuch nach der Aussicht auf AHV war ich beim AA und habe den ganzen Plan offen gelegt. Ich fühle mich ein wenig als Vater des Begriffes „DISPOJAHR“ und somit kannte das AA diesen auch nicht. Aber kein Problem, mein Betreuer erkannte sofort das Ziel, 58-er Geburtstag und Sanktionsfreiheit. In der folgenden Korrespondenz sprach er dann auch von „meinem sogenannten Dispojahr“. Korrespondenz : Neben der Erfassung meiner Daten und Vervollständigung meines Profiles in der Jobbörse bekam einen online-Zugang dazu. Der ist neben der Möglichkeit des aktiven Suchens aus einem anderen Grund wichtig. Man hat eine Mailfunktion zu seinem Betreuer. Damit läßt sich alles schriftlich darlegen und erhält auch schriftliche und somit dokumentierte Antworten und muß nicht um schriftliche Bestätigungen bitten.
    Dann war 1 Jahr Funkstille auf beiden Seiten.
    Fristgerecht meldete ich mich vorher wieder zurück und stellte den Leistungsantrag. Normales Procedere endete mit Bescheid und Beginn ALG-1. Dann wurde ich eingeladen. Wir einigten uns auf aktives Suchen und auch Bewerben. Er wünschte sich 2 Bewerbungen im Monat, die ich dokumentieren sollte in einer Liste. Kein Problem Excel kann tolle Listen. Ich mußte nur die reine Liste anfangs monatlich später 2-monatlich einreichen. Eine Bewerbungsmappe wurde durchgesprochen und feinjustiert. Bewerbungsschriftverkehr war nicht gefordert. Die Liste war aber auch vollständig : mit Datümer zu Bewerbungen, Nachfragen, Absagen und Begründungen, etc.
    Zusätzlich kamen aber auch Einladungen zu Bewerbertagen im Amt, an denen man natürlich teilnimmt. Die gewonnenen Adressen führten wieder zu Bewerbungen.
    Dann kam die Einweisung in eine Maßnahme. Heißt nunmal so „Einweisung“. Wie ich erfahren habe ist man dann statistisch nicht mehr arbeitslos, also schönt es die Berichterstattung, vielleicht auch die Zahlen des Betreuers – keine Ahnung. 3 Monate bei einer Firma, die dieses für das AA macht. 1 Tag pro Woche – Fahrgelder wurden erstattet. Ich hatte „solche“ und „solche“ Kurse. EXCEL, WORD, POWERPOINT sind meine Hobbys, also hab ich teilweise den Kurs übernommen, war sehr lustig und man sieht wieder mal Horrorfolien. Aber auch Bewerbertrainings mit Videofeedback sind eine spannende Sache. Und dann gab es noch eine Menge mehr an Kursen – eben auch „solche“. Ich fand es nicht als schlimm. Man bekommt auch ein wenig Abstand von seiner eigenen Situation und sieht den Kampf jüngerer Menschen mit geringerem ALG-1 und deren verzweifelte Bemühungen. Nicht zuletzt steht man ja auf der Gehaltsliste des AA, dafür nimmt man dann an einer solchen Maßnahme teil. Achja die Bewerbungsmappe wurde nochmals getoppt mit schöner Mappe und Profifoto in einem Studio, bei voller Erstattung der Kosten.
    Dann war die Zeit des ALG-1 vorbei. Ich blieb weiterhin arbeitslos aber „arbeitslos ohne Leistungsbezug“. D.h. ich mußte alles weiter erbringen wie Bewerbungen, etc., erhielt kein ALG-1 mehr, blieb aber pflichtversichert in der DRV und hielt so mein Anrecht auf Erwerbsminderungsrente aufrecht. Nach 6 Monaten beendete ich auch dieses.

    Alles immer ganz harmonisch und voller Offenheit mit dem AA abgestimmt und immer per internem Mail dokumentiert.

    Gruß

  11. Hallo Mr. Excel,

    meine Erfahrungen mit dem AA sind nahezu deckungsgleich. Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich nach dem Ende des Leistungsbezugs dort gemeldet bleiben soll.
    Pflichtversichert bei der DRV wäre mir neu, aber als Anrechnungszeit ohne Beiträge ist mir das bekannt, jedoch kann ich keine EM-Rente aufrecht erhalten (Lücke im Verlauf) und keine Wartezeiten damit auffüllen, oder gibt es sonst noch Vorteile bei der DRV, die mir noch nicht bekannt sind?

    Viele Grüße Axel

    • Hallo Axel,
      vermutlich unsauber formuliert und Du hast recht, ist schon was her.
      Genau darauf zielte es bei mir ab. Die Lücke von max. 24 Monaten nicht zu füllen, denn 12 Monate erzielte ich schon durchs Discojahr.
      Nach den 6 Monaten kam dann eine Minijob mit Option auf Pflichtversicherung.
      Danke für die Richtigstellung.

  12. Hallo zusammen,

    seit einiger Zeit verfolge ich diesen sehr informativen Blog und habe auch schon einige Tipps anwenden können.

    Ich befinde mich in den letzten Tagen meines Dispositionsjahres, das am 31.07.2018 endet. In den nächsten Tagen werde ich mich nun zum 01.08.2018 arbeitslos melden. Mir geht es zunächst darum, den Anspruch feststellen zu lassen. Ich möchte mich dann sofort, also zum 02.08., wieder abmelden.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, kann man sich auch vor Erhalt des Bescheides abmelden oder sollte man doch lieber die Bestätigung abwarten?

    Also kann ich mich schon an dem Tag der Arbeitslosmeldung zum 02.08. abmelden oder wird das kritisch gesehen? Ich möchte einen Termin bei einem Arbeitsvermittler möglichst vermeiden, da ich Anfang August eventuell für einige Tage ins Krankenhaus gehe und hier nicht gleich Zweifel aufkommen lassen möchte (zum Ende des Dispojahres muss man ja gesund sein). Gibt es hier Erfahrungen?

    Vielen Dank und einen schönen Gruß

    Luna

    • Es wurde hier gelegentich davon berichtet, dass sehr kurzfristige Abmeldungen von der Agentur falsch interpretiert wurden, nämlich als eine Aufforderung, den eingereichten Antrag auf ALG vollständig zu stornieren bzw. zu ignorieren!

      Dagegen gibt es meiner Meinung nach zu zwei „Gegenmittel“:
      a) Den Bescheid abwarten oder
      b) Die Absicht der reinen Anspruchssicherung klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Am besten anlässlich einer persönlichen Arbeitlosmeldung. Zur Sicherheit bei der Abmeldung noch einmal darauf hinweisen, dass der Bescheid weiterhin erwartet wird.

      Wenn Sie sich frühzeitig arbeitslos melden (also JETZT!), haben Sie je nach Vollständigkeit der Unterlagen u.U. eine Chance, dass Ihr Bescheid sogar schon vor dem 1.8. eintrifft (manchmal dauert es aber auch etliche Wochen!). Falls das klappt, könnten Sie sich dann am 2.8. abmelden.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.

        Ich werde bei der persönlichen Arbeitslosmeldung darauf hinweisen, dass ich mir zunächst einmal den Anspruch sichern lassen möchte und mich am 02.08. wieder abmelden werde. Die Abmeldung kann ich offenbar schon vorher (z. B. über die Hotline) durchführen. Diesen Weg hatte Woidda im März gewählt und offenbar gute Erfahrungen gemacht.

        Viele Grüße
        Luna

  13. Lieber Privatier,
    an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank für die ausführlichen Informationen für das Dispositionsjahr. Ich habe mich letztes Jahr hier mit meinen Fragen und die Vorstellung meiner Planung an Sie gewandt. Ihre damalige Antwort hat mich in meinem Vorhaben bestärkt. Ich habe mich genau an den vorgestellten Plan gehalten und kann jetzt den Erfolg vermelden. Mein Dispojahr endete am 30.06.2018. Ich habe mich Mitte Juni persönlich bei der AfA vorgestellt und mich zum 01.07.2018 arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet und den ALG 1 Antrag gestellt. Ich habe der freundlichen Mitarbeiterin auch gleichzeitig mitgeteilt, dass ich mich zum 04.07.2018 wieder arbeitslos und arbeitssuchend abmelden möchte. Aus steuerlichen Gründen möchte ich in 2018 ausser der in Januar 2018 gezahlten restlichen 90%tigen Abfindungssumme keine weiteren Einnahmen erzielen. Nach nur 5 Arbeitstagen bekam ich von der AfA den positiven Bescheid über die max. Leistung von ALG 1 über 24 Monate (bin 60). Der in diesem Jahr geleistete Mini-Job auf 450€ Basis war und ist unschädlich. Lediglich der bereits von Ihnen zitierte Umstand der 12 wöchigen Sperrzeit OHNE finanzielle Auswirkung kam auch bei mir zur Anwendung. Dies bedeutet aber nur, das das „ Sanktionskonto“ von 21 Wochen sich jetzt auf verbleibende 9 Wochen reduziert hat. Hält man sich an die Regeln, sollte dies aber kein Problem sein. Ab dem 01.02.2019 werde ich der AfA dann für 24 Monate zur Verfügung stehen. Ich bin dann 61 und 50% Schwerbehindert. Mein weiterer Plan ist es, nach diesen 24 Monate mit 3,6% in Rente zu gehen. In einem vor kurzem von Hardy abgegebenen Kommentar, empfahl er dies dem AfA Mitarbeiter mitzuteilen, um eventuelle Vermittlungsversuche zu reduzieren. Frage: Sollte ich das wirklich schon zum Beginn der AfA-Zeit mitteilen, oder erst später? Ich werde ja nicht nach 24 Monaten in die ALG2-Leistung übergehen. Auch möchte ich mit „offenen Karten“ spielen. Hat ausser Hardy noch jemand Erfahrung mit diesem Thema gemacht? Zum Schluss möchte ich alle ermutigen, das Dispojahr zu nutzen ( je nach Bedürftigkeit). Wenn man sich an alle vom Privatier gemachten Aussagen hält – insbesondere Fristen – und den eigenen Plan dazu im Kopf hat (und den dann auch der AfA erklären kann) wird es funktionieren. Danke an alle die hier geschrieben haben, ich habe grossen Nutzen daraus gezogen. VIEL ERFOLG AN ALLE! Der Palmenmann (Bin jetzt wirklich unter spanischer Sonne)

    • Erst einmal einen schönen Gruß an den spanischen Palmenstrand… 😉
      und dann vielen Dank für die positive Rückmeldung!

      Zur Frage, ob man die Rentenpläne gleich zu Beginn mitteilen sollte, gibt es sicher keine allgemeine Regel. Hängt sicher auch immer ein wenig von dem Eindruck ab, den man von seinem Gegenüber gewinnt. Schaden kann es allerdings wohl nicht.

      In diesem Sinne: Weiterhin viel Erfolg auf dem weiteren Weg!

      Gruß, Der Privatier

  14. Ich habe am 30.11.2017 via Aufhebungsvertrag meinen job gekündigt; die Abfindung wurde dann in 2018 gezahlt. Mein Plan ist mich für den 1.12.2018 beim Arbeitsamt Arbeitslos zu melden & ALG zu beantragen – ich hoffe damit die Sperrfrist zu umgehen.
    Heute war ich beim Arbeitsamt & habe mich für den 1.12.2018 Arbeitslos gemeldet; den Antrag auf ALG mache ich dann online.
    Was mich irritiert ist die Aussage vom AA, dass ich mich bis zum 06.12.2018 Arbeitslos melden kann um ALG zu erhalten ?
    Ich bin unsicher ob jetzt der 1.12 oder 6.12 in den Antrag für ALG einzugeben ist ? – kann mir jemand einen Tipp geben ?

    • Es wäre natürlich geschickter gewesen, gleich den Mitarbeiter der Agentur zu fragen, wie er auf das Datum vom 6.12.18 kommt! Ich würde aber keine Experimente machen und den 1.12. eintragen. Vorausgesetzt natürlich, das Arbeitsverhältnis war am 30.11.17 beendet. Die Aussage „Ich habe am 30.11.2017 via Aufhebungsvertrag meinen job gekündigt“ sagt nämlich nichts über das Ende des Arbeitsverhältnisses aus… 🙁

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für die schnelle Antwort !!!
        Sorry für meine unpräzise Ausdrucksweise; mein Arbeitsverhältnis wurde zum 30.11.2017 via Aufhebungsvertrag beendet & die Abfindung dann in 2018 gezahlt.
        Ich hatte die Dame beim AA gefragt wie man auf den 06.12 kommt – eine für mich plausible Erklärung habe ich aber nicht erhalten (ich glaube die Dame war selbst mit der Fragestellung überfordert).
        Ich beantrage jetzt ALG mit Wirkung zum 1.12.2018 – erfolgt dann noch eine Sperrfrist Prüfung ?

        • „erfolgt dann noch eine Sperrfrist Prüfung ?“

          Das ist ja (u.a.) der Sinn des Dispojahres: Keine Prüfung der Sperrfrist nach Ablauf eines Jahres!

          Gruß, Der Privatier

      • Vermutlich resultiert der Termin 6.12. aus den Fachlichen Weisungen Arbeitslosengeld Drittes Buch Sozialgesetzbuch – SGB III § 142 SGB III Anwartschaftszeit der AA, s. https://www.arbeitsagentur.de/datei/FW-SGB-III-142_ba015149.pdf. Unter 142.1 steht: „(3) Für die Feststellung, ob eine Anwartschaftszeit erfüllt ist, sind die Kalendertage eines Versicherungspflichtverhältnisses zu ermitteln. 30 Kalendertage entsprechen einem Monat (§ 339 Satz 2). 12 Monate entsprechen somit nicht einem Jahr.“ Am Ende noch einmal explizit:
        „Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ist die (Regel-)Anwartschaftszeit erfüllt, wenn in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung Versicherungszeiten mit einer Dauer von 360 Tagen liegen.“
        Die 360 Tagefrist folgt aus dem § 339 SGB III Berechnung von Zeiten: „… Bei der Anwendung der Vorschriften über die Erfüllung der für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erforderlichen Anwartschaftszeit sowie der Vorschriften über die Dauer eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld nach dem Ersten Abschnitt des Vierten Kapitels dieses Buches entspricht ein Monat 30 Kalendertagen.“

          • … ok, aber ich bleibe beim 01.12.18 oder muss ich dann den 07.12.18 wählen ? – sorry, bin jetzt doch wieder verunsichert? …

          • Wenn die oben zitierte Dienstanweisung Anwendung findet, scheint sich ein kleines Fenster zu ergeben, innerhalb dessen ein Antrag gestellt werden könnte. Und sich damit die punktgenaue Meldung evtl. etwas entspannt.
            Ich würde aber trotzdem beim 1.12. bleiben.

            Gruß, Der Privatier

  15. … vielen Dank für die Rückmeldungen – ich gehe mit dem 01.12 ins Rennen & werde über meine Erfahrungen berichten … BG …

    • Hallo,
      Kurz hier meine Erfahrungen: hat alles geklappt wie gewünscht !!! – d.h. : Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 30.11.2017, Arbeitslosenmeldung zum 01.12.18 im November = keine Rückfragen zum Aufhebungsvertrag , keinerlei Sperrfrist von ALG & gleichzeitig optimale steuerliche Gestaltung meines Dispositionsjahres 2018 – vielen Dank für die guten Tipps in diesem Forum !

  16. ein freundliches HALLO in die Runde. Ich bin froh, diesen äußerst informativen Blog gefunden zu haben. Mir wurden bei kurzem Durchlesen schon viele Fragen beantwortet!
    Meine Eckdaten:
    – Auflösungsvertrag zum 30.12.18
    – Abfindung im Januar 2019
    – 2019 „Dispojahr“
    Morgen ist nun mein erster Termin in der AfA. Bin gespannt 🙂
    Ich werde berichten.

  17. Guten Abend
    Bin seid heute im Dispositionsjahr.
    Möchte dann 2019 ALG1 beziehen . Kann ich mich am 30.9 bei der Arbeitsagentur melden oder erst 1.10. wegen den 3 Monaten?

    • * Seit 1.Jan.2019 im Dispojahr und in 2019 ALG1 beziehen widerspricht sich!
      * Wegen was wollen Sie sich denn bei der Agentur melden?
      * Und was macht es denn für einen Unterschied, ob es der 30.9. oder der 1.10. ist?

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo zusammen.
    Ich habe Fragen an alle bereits Erfahrenen.
    Beendigung des Arbeitsverhältnisses mittels Aufhebungsvertrag zum 31.12.2018.
    Unwiderrufliche bezahlte Freistellung des AG erfolgte vom 12.12.17 bis 31.12.2018.
    Meine Planung Dispojahr 2019 w/ Vermeidung der Kürzung Dauer der ALG-Zahlung.
    Heute habe ich nun von meinem Arbeitgeber die Arbeitsbescheinigung erhalten, welche ich wohl zur Leistungsbeantragung vorlegen muss.
    In dieser Bescheinigung sind die unwiderrufliche bezahlte Freistellung, die Höhe der Abfindung usw. aufgeführt.
    Erfüllt das Dispojahr bei Vorlage dieser Arbeitsbescheinigung dann immer noch den Zweck der Verhinderung der Kürzung der Dauer der ALG-Zahlung obwohl ja alle Voraussetzungen welche zu einer Kürzung führen schriftlich aufgeführt wurden?
    Mit der Rahmenfrist dürfte ich doch nach dem Urteil des BSG aus 08/18 aufgrund der unwiderruflichen Freistellung kein Problem mehr haben, oder?
    Im Vorfeld bereits Dank für baldige Antworten.
    Gruß
    jetzt 54 Jahre

    • Mit einem Dispojahr kann man Sperr- und Ruhezeiten vermeiden. Und die damit verbundenden Nachteile, wie z.B. die zeitliche Kürzung der Anspruchsdauer. Und das ist völlig unabhängig von allen anderen Faktoren.

      Dies betrifft aber nur eine zeitliche Kürzung des Anspruches. Eine Reduzierung der ALG-Höhe kann sich trotzdem ergeben, z.B. aufgrund von zu wenig anrechenbaren Zeiten. Dies wäre bei einer über 12-monatigen unwiderruflichen Freistellung nach der aktuell gültigen Dienstanweisung z.B. der Fall.

      Es besteht aber Grund zur Hoffnung, dass die Dienstanweisung bis Ende 2019 entsprechend geändert ist oder alternativ die Entscheidungen zunächst ausgesetzt werden.

      Gruß, Der Privatier

  19. Guten Abend
    Hatte die Frage gestellt wegen Dispojahr. Das Dispojahr hat jetzt bei mir am 1.1.2019 angefangen und ab 1.1.2020 werde ich dann ALG1 beziehen.Es heisst man muss sich 3 Monate vor Beginn bei der Agentur melden . Reicht dann der 1.10.2019 oder der 30.9.2019 . Oder ist das eher nicht so pünktlich zu nehmen wir der Beginn des ALG 1 Termins nach dem Dispo Jahr?

  20. Hallo,
    da mein Dispojahr nun rum ist und ich Gestern bei der Agentur die Bestätigung bekommen hatte, dass alles korrekt ist und ich ab sofort ALG 1 bekomme, möchte ich kurz beschreiben, wie mein Ablauf war, um vielleicht den Einen oder Anderen zu bestärken, diesen Weg zu gehen.

    Mitte März 2017 hatte ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, mit der Beendigung des Arbeitsvertrages zu 31.12.2017 und Auszahlung einer nicht unerheblichen Abfindung im Januar 2018. Damit wurde die 6 monatige Kündigungsfrist eingehalten, was wichtig für die Krankenversicherung ist. Dazu später mehr.

    Eine zusätzliche Vereinbarung über eine unwiderrufliche Freistellung, ab dem 01.07.2017, wurde separat geschlossen, damit diese Abmachung gar nicht bei der Agentur auftaucht.

    Anfang Oktober 2017 hatte ich mich bei der Agentur persönlich gemeldet und sie über den Aufhebungsvertrag informiert. Hatte auch gleich darauf hingewiesen, dass ich mich erst zum 01.01.2019 arbeitslos melden will. Dem Sachbearbeiter war dieses Vorgehen leider unbekannt. Auf mein Drängen hin, wurde ich dann zu einen anderen Kollegen weiter gereicht, der das kannte. Angeregt durch dieses Forum hatte ich mir schon ein Schreiben erstellt, in dem die Rechte und Pflichten beider Parteien aufgelistet wurden. Dieses Schreiben habe ich dem Sachbearbeiter übergeben und mir als Kopie bestätigen lassen. Später bekam ich dann aus der „Fachabteilung“ schriftlich per Post bestätigt, dass der Ablauf so korrekt sein und ich ab dem 02.01.2019 ohne! Sperrzeit Anspruch auch 24 Monate AGL1 habe. Ich bekam auch schon eine Kundennummer und alle diese Abmachungen wurden in der EDV gleich eingepflegt.

    Anfang Dezember 2017 hatte ich dann Kontakt mit meiner Krankenkasse aufgenommen und mitgeteilt, dass ich für 2018 keine Einkünfte habe und ich mit dem Mindestsatz versichert werden möchte. Da die gezahlte Abfindung im Januar nicht als Einkommen zählt und die Kündigungszeit eingehalten wurde, hatte die Krankenkasse dieses akzeptiert und mich für 183€ / Monat versichert.
    Da ich alles „Proaktiv“ angegangen bin und ja auch schriftlich bestätigt bekam, habe ich 2018 erstmal nicht viele Gedanken an den weiteren Verlauf verschwendet und bin mit meinem Wohnmobil quer durch Europa getingelt. Allerdings hatte ich regelmässig in dieses Forum geschaut, ob sich vielleicht in diesem Jahr nicht doch noch eine unangenehme, neue Arbeitsanweisung eingeschlichen hatte.

    Im November hatte ich einen Termin bei der Rentenberatung, was ich jedem empfehle. Danach hatte ich mich entschlossen, für 2018 den jährlichen Höchstsatz in die Rentenkasse zu zahlen, was in meinem Fall eine beachtliche Steuersparnis bringen wird.
    Anfang Dezember 2018 hatte ich mich dann erneut bei der Agentur gemeldet und mich zum 02.01.2019 arbeitslos gemeldet. Da alle Daten und Informationen in der EDV vorlagen, ging das alles sehr schnell und ohne weitere Rückfragen. Bekam den Antrag zum ausfüllen mit, beantragte die Arbeitsbescheinigung bei meinem Arbeitgeber und holte mir dann telefonisch einen Termin. Dieser Termin war gestern und nach 15 Minuten war alles erledigt, mit der Bestätigung, über die Höhe des ALG 1, dass ich keine Sperrzeit habe und 24 Monate Anspruch darauf habe.

    Bei allen Kontakten bin ich freundlich , gut vorbereitet und bestimmt aufgetreten und bin durchweg nur freundlichen und hilfsbereiten Sachbearbeitern begegnet. Allerdings nicht immer kompetenten, daher ist eine gute Vorarbeit ( z.B. über dieses exzellente Forum ) zu empfehlen.

    Wie einige Andere zuvor kann ich bestätigen, dass das Dispojahr funktioniert. Allerdings würde ich keine Pauschalempfehlung geben, da es halt auch Risiken birgt. Wie zum Beispiel die Gesundheit. Was ist, wenn ich im Dezember krank werde, oder einen Unfall habe? Diese Risikoeinschätzung muss jeder für sich selber entscheiden.
    Als Chance steht da natürlich sehr viel Geld. Wegfall der 6 Monatigen Sperrzeit, steuerliche Vorteile, da nur die Abfindung nach der Fünftelregelung besteuert wird.

    Ich möchte mich hier noch einmal bei den aktiven Mitgliedern aus diesem Forum bedanken und im speziellen natürlich dem Privatier Peter, für die unermüdliche Arbeit und die unglaublich hohe Qualität der Beiträge. Diese Plattform hat definitiv dazu beigetragen, dass ich mich immer ein wenig sicherer gefühlt habe und eventuelle Fragen beantwortet wurden.

    In diesem Sinne wünsche ich Allen hier ein erfolgreiches und gesundes 2019

    Hannilein

    • Hallo Hannilein,

      ganz herzlichen Dank für diese ausführliche Schilderung.

      Insgesamt eine gut geplante Vorgehensweise, die alle Aspekte (ALG, KV/PV, Steuern, RV) berücksichtigt hat und offenbar zum gewünschten Ergebnis geführt hat. Auch die beschriebenen Erfahrungen mit den jeweiligen Gesprächspartnern sind ideal.
      Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!

      Gruß, Der Privatier

      • So, dann kann ich auch eine Erfolgsmeldung absetzen.
        Hannilein hat ja schon alles wesentliche zusammengefasst, deshalb nur kurz:
        1.) Eigenkuendigung zum 01.01.2018
        2.) Erstkontakt (online) mit Agentur zwecks Absprache Dispojahr mit anschließendem An-+Abmelden zur Aufrechterhaltung des Anspruchs so lange und vollständig wie moeglich: Anfang Okt.2018.
        3.) Schriftliche Antwort mit Zuteilung Kundennummer und Ankuendigung Rueckruf Leistungsabtlg. 2 Tage später.
        4.) Rückruf Leistungsabtlg. Bestätigung des geplanten Vorgehens,u.a. Arbeitssuchendmeldung nicht erforderlich, am nächsten Tag.
        5.) Persönliche Arbeitslosmeldung bei der oertlichen Agentur am 29.11.2018, mit Wirkung zum 01.01.2019. Dauer:ca 30min, 2 Damen, 2 Büros.
        6.)Leistungsantrag incl. Zusatzblatt Sozialversicherung, Anhoerungsbogen Meldeversäumnis (keine Meldepflicht, da kein Arbeitsverh. ENDET..) und Arbeitsbescheinigung verschickt (Schneckenpost) am 30.11.2018.
        7.)Eingang Leistungsbescheid,keine Sperre, keine Kuerzung, am 04.01.2019.
        8.) Telefonische Abmeldung (hotline) aus Leistungsbezug und Vermittlung mit Wirkung zum 05.01.2019, ebenfalls noch am 04.01.19.

        Also dank diesem wunderbaren Forum genauso wie geplant, vor allem Dir Lieber Privatier, Herzlichen Dank!

        Auf ein erfolgreiches 2019 !

        ratatosk

        • Auch in diesem Fall: Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Umsetzung des offenbar gut geplanten Vorgehens! Und Danke für die Zusammenfassung. Insbesondere auch zu Pkt.4: „Arbeitssuchendmeldung nicht erforderlich“. Das wird ja oftmals in den Agenturen immer noch anders vermittelt.

          Weiterhin viel Erfolg bei allem, was noch kommt!

          Gruß, Der Privatier

    • Hallo Hannilein
      Sehr informativer Bericht. Ich werde zum 1.Maerz mein Dispojahr beginnen und Ende 2019 das erste mal Kontakt mit dem Arbeitsamt aufnehmen. Die Idee gleich etwas schriftliches mitzubringen hatte ich auch. Wenn es für dich okay ist wäre es klasse wenn du mir den zukommen lassen könntest. Ich kann ja mal gucken ob mir noch etwas dazu einfällt. Dann könnte man ihn für zukünftige „Absolventen“ hochladen. Nur so ein Vorschlag.

  21. Hallo zusammen und allen Privatiers und die es noch werden wollen ein gutes, neues Jahr.

    Ich verfolge dieses Forum schon lange und habe in anderen Themenbereichen auch schon mal einen Beitrag abgegeben.

    In jedem Fall ist dieses Forum sehr informativ und hilfreich.

    Zu meiner Fragestellung vorab die Daten

    Fristgerechte Kündigung zum 31.12.2017

    Freistellung ab 14.08.2017 (das Wort „unwiderruflich“ habe ich in der Vereinbarung zu verhindern gewusst)

    Arbeitssuchendmeldung am 27.09.2017

    Zahlung Abfindung mit Abrechnung Febr. 2018 am 01.03.2018

    Durch Erkrankung AU ab 30.11.2017, derzeit noch andauernd, mit Krankengeldbezug
    AU bis max. Ende Mai 2019 (72 Wochen Zeitraum), evtl. schon früher.

    geplante Arbeitslosmeldung zu Mitte Juni 2019 (da dann 58 mit ALG 1 Bezugsrecht von 24 Monaten), sollte ohne Sanktionen möglich sein, da entsprechende Fachliche Weisung des AA zum § 137 SGB III existiert.

    Zeit bis dahin freiwillig krankenversichert

    Bezug der ALG-1 Leistung ab 01.07.2019

    Bezugende 30.06.2021

    Danach Auszahlung LAZK (Lebensarbeitszeitkonto, übernommen vom früheren Arbeitgeber und bei der DRV geparkt) bis 31.12.2022

    vorzeitiger Rentenbezug ab 01.01.2023 (2 Jahre früher wg. Schwerbehinderung, dazu 3 Jahre vorgezogene Rente mit Abschlägen, frühester regulärer Rentenbezug lt. DRV Renteninfo wäre der 01.01.2028)

    ALG 1 sollte nach dem letzten Gehalt berechnet werden (150 Tage-Zeitraum in den letzten 2 Jahren ist da, 1 Jahreszeitraum wg. Krankengeldbezug nicht heranzuziehen).

    Nun zu meiner Fragestellung:

    In den letzten Jahren habe ich immer eine selbstständige Nebentätigkeit ausgeübt, die jetzt natürlich während des Krankengeldbezuges ruhen musste.
    Nun habe ich vor, das Zeitfenster nach Krankengeldbezug und bis zum Bezug der ALG-1 zur Abrechnung von einigen Leistungen zu nutzen. (was leider auch einen Krankenkassenbeitrag mit Höchstsatz ca. 800 € verursachen wird, aber das lässt sich wohl nicht vermeiden, da auch noch Mieteinkünfte anfallen).
    Das sollte keine Auswirkungen auf ALG-1 haben!?

    Während des Bezuges von ALG 1 ist das selbstständige Arbeiten ja nur eingeschränkt möglich, und auch nur mit nur marginalen Einkommen (15 Stunden wöchentlich, max. 165 € monatlich).
    Ist es möglich den ALG 1 Bezug zwischenzeitlich zu unterbrechen und in der Zeit selbstständige Leistungen abzurechnen?

    Muss ich mich nach Kenntniserlangung des Endes des Krankengeldbezugs erneut arbeitssuchend melden?
    Wenn ja, wann?

    Ich habe vor mit meiner Beraterin beim AA jetzt kurzfristig einen Termin zu vereinbaren,um meine Planungen abzustimmen und Fragestellungen zu klären.

    Auf Hinweise und Anmerkungen aus dem Forum bin ich gespannt.

    Gruß

    Georg

    • Ich kann nur zu dieser Frage (aus eigener Erfahrung) antworten: Ist es möglich den ALG 1 Bezug zwischenzeitlich zu unterbrechen und in der Zeit selbstständige Leistungen abzurechnen?
      Und da ist jeden Selbständigen / Nebenbei-Tätigen dringend zu raten: Entgeltbezug bei ALG I unterbrechen (geht bis max. 6 Wochen und beliebig oft) statt bei laufendem ALG I-Bezug nebenbei zu verdienen und (bis auf Freibeträge) das ALO-Geld kürzen lassen!
      Geschickt gestaltet fließen dann die Honorare in der ALG-losen Zeit in unbegrenzter Höhe und davor + danach das ALG ungekürzt!

    • Die ganze Thematik der Nebeneinkünfte während eines ALG-Bezuges ist in §155 SGB III geregelt.

      Einige der dort enthaltenen Punkte sind oben bereits richtig wieder gegeben (z.B. weniger als 15 Std./Woche und Freibetrag von 165€/Monat). Wichtig wäre aber im vorliegenden Fall, dass der Freibetrag durchaus deutlich höher sein könnte, denn nach Abs.2 können vor der Arbeitslosigkeit erzielte Einkünfte unter Umständen ebenfalls anrechnungsfrei bleiben.
      Zitat:
      „Hat die oder der Arbeitslose in den letzten 18 Monaten vor der Entstehung des Anspruchs neben einem Versicherungspflichtverhältnis eine Erwerbstätigkeit (§ 138 Absatz 3) mindestens zwölf Monate lang ausgeübt, so bleibt das Einkommen bis zu dem Betrag anrechnungsfrei, der in den letzten zwölf Monaten vor der Entstehung des Anspruchs aus einer Erwerbstätigkeit (§ 138 Absatz 3) durchschnittlich auf den Monat entfällt, mindestens jedoch ein Betrag in Höhe des Freibetrages, der sich nach Absatz 1 ergeben würde.“

      Es gibt dazu aber noch eine ganze Reihe von Anmerkungen, die ich hier nicht alle aufführen möchte. Ich empfehle dazu einmal die Dienstanweisung zum §155 SGB III sorgfältig zu lesen. Dort sind auch Verweise auf Urteile enthalten.

      An- und Abmelden je nach Auftragslage ist durchaus möglich und sicher gerade bei einer nebenberuflichen Selbständigkeit völlig normal. Hier sollte man aber darauf achten, dass die Phasen der An- und Abmeldung auch zu den tatsächlichen Gegebenheiten wie Arbeitszeiten etc. passen und nicht nur auf den Zahlungseingang abgestimmt sind. Auch dazu gibt es in den Dienstanweisungen einige Anmerkungen.

      Mehr möchte ich dazu nicht beitragen, da ich mich mit den Details bisher nicht weiter beschäftigt habe. Wie in vielen anderen Fällen auch, wäre zur Vertiefung des Themas ein spezielles Arbeitslosen- (oder auch Selbständigen-)Forum oder natürlich auch die Agentur für Arbeit der bessere Ansprechpartner.

      Gruß, Der Privatier

  22. Liebe Privatier-Community,

    mein Dispojahr ist zu Ende, seit dem 01.02.2019 bin ich arbeitslos und heute kam endlich mit Verspätung der Alg1-Bescheid, zu dem ich eine Frage hier an die Runde stellen möchte.

    Ich hatte über der Bemessungsgrenze verdient und dadurch auch den Höchstarbeitslosenbeitrag gezahlt. Dadurch habe ich auch das maximale Arbeitslosengeld erwartet. Das hätte 2018 bei ca. 2.390.- € gelegen und liegt jetzt laut Alg1-Rechner bei ca. 2.440,- €.

    Das Dispojahr hat mir 3 Vorteile gebracht (Optimierung Abfindungsversteuerung, 58-er Altersstufe für 2 Jahre Alg1, Wegfall Sperrfrist), der erhoffte 4. Vorteil, nämlich ein höheres Arbeitslosengeld als im Vorjahr zu bekommen, greift aber anscheinend nicht, da die Beiträge für den aktuellen Höchstbetrag höher liegen.

    Was meint ihr: Ist mein aktueller Bescheid über 2.390,70 € in Ordnung?

    Dann habe ich noch eine Rückmeldung zu meinem ersten Termin bei der Arbeitsagentur:

    Die nette Dame der Arbeitsvermittlung bot mir 2 Varianten an: Var 1. Ich sage, dass ich zurück auf den Arbeitsmarkt möchte, erhalte ihre volle Unterstützung mit Weiterbildungen, Jobangeboten usw. oder aber ich favorisiere einen gleitenden Übergang zum Ruhestand und die Arbeitsagentur fährt das Minimalprogramm. Unangenehm würde sie werden, wenn ich Var.1 sage, dann aber nicht mitziehen würde. Also habe ich mich für Var. 2 entschieden, habe dadurch meinen nächsten Termin im Juli und muss bis dahin 4 Bewerbungsaktivitäten (schriftlich, per Telefonanruf, oder Mail)dokumentieren – von mir aus kann das so laufen.

    Gruß Holger

    • „Ist mein aktueller Bescheid über 2.390,70 € in Ordnung?“

      Ich denke: Ja, er ist in Ordnung.

      Denn das ALG wird ja nicht auf Basis irgendwelcher aktuellen Grenzen festgelegt, sondern die Ausgangsbasis ist immer das Einkommen der letzten 12 Monate (oder im erweiterten Bemessungsrahmen). Die Agentur lässt sich dazu das beitragsrelevante Einkommen durch den Ex-AG bescheinigen (evtl. beschränkt durch die BBG).
      Grundlage ist aber immer das damalige Einkommen!
      Dies wird dann allerdings nach den Regeln umgerechnet, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten, also evtl. geänderte Beitragssätze etc. werden berücksichtigt.

      Gruß, Der Privatier

  23. Lieber Privatier,

    ich habe folgendes Problem:

    Ich habe im September 2017 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Mein Arbeitsverhältnis endet am 31.03.2019. Im April bekomme ich mein letztes März-Gehalt und einen Bonus für 2018 und die Abfindung ausgezahlt. Ich möchte das Dispo-Jahr einlegen und mich zum 01.04.2020 arbeitslos melden. Dies habe ich auch so mit der Agentur für Arbeit besprochen. Soweit ist alles klar.

    Jetzt meine Problem. Für die Monate Januar bis März 2019 erhalte ich auch noch einen Bonus. Dieser Bonus soll mir im März 2020, nach Ablauf des Geschäftsjahr 2019 ausgezahlt werden.

    Habe ich in 2020 bei der Berechnung des ALG 1 etwas zu befürchten oder wird das ALG 1 wie in dem Blog beschrieben, nach einem Dispo-Jahr berechnet.

    VG Kira

    • Ich sehe eigentlich für die Berechnung der ALG1-Höhe keine Gefahr, denn diese greift ja immer zunächst auf die letzten 12 Monate mit versicherungspflichtigen Zeiten vor Beginn der Arbeitslosigkeit zurück. Im Dispojahr gibt es diese aber nicht, daher wird der Zeitraum auf 2 Jahre verlängert und sich dann ergebenden 12 Monate berücksichtigt. Also kein Einfluss der Bonus-Zahlung aus 3/2020.

      So jedenfalls meine Einschätzung, zur Sicherheit wäre es aber besser, dies einmal direkt mit der Agentur zu klären.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        Kira möchte sich zum/ ab 1.4.2020 arbeitslos melden. Bleiben Sie trotzdem bei Ihrer Aussage, obwohl der Bonus z.B. für den März 2020 vom AG bescheinigt wird?

        LG FÜR2012

        • Ja, eigentlich schon. Die Begründung habe ich ja oben erläutert.
          Aber ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren. Wo ist das Problem mit meiner Sichtweise?

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            dann ginge es um „… letzten 12 Monate mit versicherungspflichtigen Zeiten vor Beginn der Arbeitslosigkeit …“. Würde die Bonuszahlung „arbeitslosenversicherungsbeitragspflichtig“ (kennt der Duden so ein Wort?!), was gilt dann? Fällt dann das „Dispojahr“ wie ein Kartenhaus in sich zusammen?
            Ich weiß es nicht!

            LG FÜR2012

          • Es kann immer mal sein, dass ich ein Detail übersehe oder dieses zwar sehe, aber nicht richtig einschätze. Darum habe ich auch oben geschrieben, es wäre besser, diese Frage einmal direkt mit der Agentur zu klären.

            Die Befürchtung, das Dispojahr könne „wie ein Kartenhaus“ in sich zusammenfallen, scheint mir aber doch eher nur eine unbegründete Furcht zu sein. Jedenfalls sehe ich weiterhin keinen konkreten Grund, bei welchem der beteiligten Paragrafen die Bonus-Zahlung ein Hindernis darstellten könnte.

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier, Hallo in die Runde,

            ich habe jetzt endlich meinen Leistungsberater bei der Agentur für Arbeit telefonisch erreicht. Der hat ihre Aussage, lieber Privatier, bestätigt. Die Bonuszahlung hat keinen Einfluss auf die Berechnung des ALG-1 nach dem Dispojahr. Dies will er mir noch schriftlich bestätigen. Mal sehen was er schreibt, ich melde mich dann noch einmal.

            VG

            Kira

    • Hallo Kira,

      eine Anmerkung von mir, die nicht Deine Frage betrifft. Aufgrund der Fünftelregelung bei Abfindungen sollte das zusätzliche Einkommen neben der Abfindung Null sein, bzw. es sollten entsprechend hohe Absetzbeträge vorliegen, um die Höhe der Steuer erträglich zu gestalten. Bei Dir liegen aber zumindest 3 Monatsgehälter vor.

      Bei einem NEUEN Vertrag zur Entgeltumwandlung (ist eine betriebliche Altersvorsorge und muss über den Arbeitgeber laufen) gibt es die Sonderregelung, dass Du im Ausscheidungsfall Deine letzten 3 Gehälter einzahlen kannst. Die sind dann 2019 von der Steuerlast befreit und Du erhältst das Geld bereits in ein paar Jahren als Rentner mit Zinsen brutto zurück.

      Die Zeit ist knapp, aber das sollte sich bis Ende März noch alles Regeln lassen.

      Liebe Grüße
      Holger

      • Hallo Holger,

        vielen Dank für die Info.
        Wenn ich 2021 mit Abfindung gehe könnte ich also versuchen über den Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung für die Gehälter 10.2020 – 12.2020 zu vereinbaren (in der Hoffnung der macht mit und es wirkt sich nicht auf die Abfindung etc. aus) ?

        Gruß,
        Stefan

        • Hallo Stefan,

          ich sprach von einer Möglichkeit, um das zu versteuernde Einkommen neben der Abfindung zu reduzieren. Du möchtest, das Einkommen in einem normalen Steuerjahr reduzieren. Das führt zu einem vergleichsweise geringen Effekt. Die Entgeltumwandlung wirkt sich zwar auf den Spitzensteuersatz aus, man muss aber gegenrechnen, dass neben der Steuer auch die KV-PV-Beiträge auf das Rentenalter verschoben werden und wenn evtl. jetzt die Beitragsbemessungsgrenze vorliegt, dann fallen später KV-PV-Beiträge an, die sich jetzt nicht einsparen lassen.

          Gruß
          Holger

        • Moin Zusammen,

          evt. hier einmal das „Stichwort“ Vervielfältigungsregel bei bAV (2020 Beitragsbemessungsgrenze 82800,-€, davon 4% … 3312,-€ x 10 Jahre = 33120,-€) betrachten. Das gilt für Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds.
          (Zeitraum vor Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses beachten bzw. Zeitraum nach Beendigung, wenn Zahlung und Betrag spätestens bis zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses vereinbart wurde.)

          Unterschied zw. steuerliche Behandlung Altvertrag zu Neuvertrag beachten (Stichtag 01.01.2005).

          Tipp: Das Buch von unserem Privatier „Per Abfindung in den Ruhestand“ lesen, z.B. ab S.332 Punkt 9.4 „Betriebsrenten“ und ab Punkt 9.4.3 Thema „Vervielfältigungsregel“, da gibt es viele nützliche Tipps und auch Rechenbeispiele zu diesem Thema.

          Etwas Zahlenwerk:

          https://www.bavheute.de/recht-und-politik/neue-rechengroessen-der-sozialversicherung-fuer-2020/

          Viele Grüße
          Lars

  24. Hat jemand Erfahrung mit einem 2.Dispositionsjahr??
    Aufgrund einer Änderungskündigung zum 31.01.2017 hatte ich in der Zeit vom 01.02.2017-31.01.2018 ein
    Dispositionsjahr genommen .
    Arbeitslos gemeldet am 01.02.2018.
    ALG1 ohne Sperren und Wartezeit für 18 Monate (56 Jahre alt).
    So weit hat alles sehr gut geklappt!

    Jetzt habe ich per 06.03.2019 einen Job
    angenommen,der mir überhaupt nicht zusagt und der mich schon nach 2 Tagen
    so auszieht,dass ich heute wieder gekündigt habe.
    Beschäftigt bei einer Leiharbeitsfirma befristet auf 6 Monate.Probezeit 6 Monate heißt Kündigung innerhalb 2 Tagesfrist gem.Tarifvertrag IGZ.
    Wie verhält es sich jetzt mit dem ALG1?
    Rest 7,5 Monate ,(inclusive 1,5Monate für Weiterbildung).
    Normalerweise Sperre 3 Monate.
    Wenn ich mich jetzt nach vorzeitiger Beendigung des Vertrages wieder nach einem Jahr arbeitslos melde,also wieder ein Dispojahr nehme?Ist die Sperre dann hinfällig?Für wieviel Monate würde dann das ALG1 gewährt?Für den bestehenden Rest?Oder erneut für 18Monate?

    • Es tut mir leid, aber dazu möchte ich keine Einschätzung abgeben. Einfach deshalb, weil ich mich primär mit den „einfachen“ Wegen beschäftigt habe, die aus der Abfolge: „Ende einer längeren Beschäftigung, evtl. Dispojahr, ALG-Bezug, Fertig“ bestehen.

      Solche „einfachen“ Fälle bewirken schon genug Probleme und Fussangeln, die ich dann bei komplizierteren Fällen einfach nicht mehr überblicke. Tut mir leid.
      (s. auch Beitrag: Grenzen: https://der-privatier.com/grenzen/ ).

      Ich kann hier nur immer empfehlen, sich entweder einmal an ein spezialisiertes Arbeitslosenforum zu wenden, die sich erfahrungsgemäß auch mit häufigeren Wechseln auskennen oder auch direkt eine Beratung der Agentur für Arbeit in Anspruch zu nehmen.

      Gruß, Der Privatier

    • Das würde mich auch interessieren, habe aber bisher dazu nirgends belastbare Informationen finden können. Melde dich mal hier, wenn du weisst, ob (so schnell) eine zweite Dispositionszeit möglich ist und mit welchen Auswirkungen.

      • Hallo BigMac,

        ich finde, dass Sie die Frage der Arbeitsagentur stellen sollten. Die Arbeitsagentur hat doch auch eine „Beratungspflicht“ gegenüber ihrer Klienten!

        LG FÜR2012

  25. Hallo zusammen,
    nachdem ich bisher nur Informationen rausgezogen habe möchte ich, nach meinem ersten Termin bei der Agentur für Arbeit, auch mal etwas Input geben. Ich habe zum 28.02.19 meinen Job durch Eigenkündigung an den Nagel gehängt und bin seit 01.03.19 ohne Beschäftigung. Ich habe mir online einen Termin geholt und dabei gleich grob beschrieben um was es geht. Ich saß deshalb einem Herrn gegenüber, der sich bestens auskannte und der mich auch gut beraten hat. Um es vorwegzunehmen; er war nicht nur gut informiert sondern auch sehr hilfsbereit und verständnissvoll. Lag vielleicht auch daran das er selbst kurz vor der Rente steht. Im Großen und Ganzen hat er das aufgeführt, was hier schon ausführlich aufgeführt wurde. Eine Ausnahme war der letztmögliche Tag der Arbeitslosmeldung. Der sei bei mir nämlich nicht der 01.03.2020 (also genau 1 Jahr nach dem ersten Tag ohne Job) sondern der 06.03.2020. Das läge daran das jeder Monat mit 30 Tagen gerechnet wird; das Jahr also rechnerisch nur 360 Tage hat. Ich brauche deshalb nur 360 Tage in der Rahmenfrist, an denen ich versicherungspflichtig beschäftigt war. Ihm stand da ein Computerprogramm zur Verfügung. Das hat er mir sogar vorgeführt. Als er 06.03.2020 im Datumsfeld für die Arbeitlosenmeldung eingetragen hat, wurde ein grüner Punkt angezeigt. Als er 07.03.2020 eingab wurde der Punkt rot. = kein Anspruch mehr auf ALG1.Stimmt nach dieser Rechenweise tatsächlich. Hat wahrscheinlich wenig Relevanz; ich werde mich wie die meisten einige Wochen vorher zum 01.03.2020 arbeitslos melden. Aber vielleicht gibt es Fälle in denen es Spitz auf Knopf steht, dann kann das vielleicht helfen.
    Sonst ist vielleicht noch erwähnenswert dass er mir, sollte ich das Risiko zum Tag X arbeitsunfähig zu sein, scheuen, geraten hat die Sperrzeit mit einem ärztlichen zu vermeiden. Wegen psychischer Probleme im Job. Dann gab er mir, und das finde ich schon erstaunlich, ein vorgefertigtes Formular mit. Das bräuchte der Hausarzt nur zu unterschreiben und die Sperrfrist sei vom Tisch. In dem Vordruck sollte der Arzt bestätigen, dass er meine Eigenkündigung aus medizinischen Gründen befürwortet. Wenn ich das beibringe, so hat mir der gute Mann versichert, würde das Arbeitsamt das niemals anzweifeln und vorbehaltlos akzeptieren. Kurz gesagt: Eine Vermeidung der Sperrzeiten aus medizinischen Gründen ist wohl nicht schwer.Das ist natürlich nur etwas für Leute denen es nur um die Vermeidung der Sperrfrist geht. Das wäre bei mir sogar der Fall. Ich bin 59, kann also durch ein höheres Alter keine Verlängerung der Bezugszeit von ALG1 mehr erreichen. Da ich selbst gekündigt habe, bekam ich auch keine Abfindung. Steuer und Verrechnungsgeschichten haben als für mich auch keine Relevanz. Ich werde das aber wahrscheinlich trotzdem nicht machen, denn ich möchte jetzt einfach mal meine Ruhe und mich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen. Außerdem ging mein Hausarzt vor kurzem in den Ruhestand und ich habe noch keinen neuen. Einem mir unbekannten Arzt mit so einer Geschichte zu kommen, da tue ich mich doch etwas schwer. Aber vielleicht ist das für andere, welche das Risiko scheuen, eine Alternative.
    Eins vielleicht noch was das Thema der Arbeitssuchendmeldung angeht: Ist in diesem Fall nicht notwendig. Er vertrat „unsere“ Auffassung. Unterm Strich: Ein angenehmer Termin; also keine „Angst“ vorm Arbeitsamt. Schade nur dass der Mann, wenn ich mich arbeitslos melden werde, nicht mehr da ist. Mein zuständiger Vermittler ( die übrigens jetzt offiziell „Bewerbungsbegleiter“ heißen), ist dann jemand anderes.
    So, das soll es dann mal gewesen sein.

    • Ganz herzlichen Dank für dieses sehr interessante Feedback!

      Besonders erfreulich natürlich der insgesamt sehr positive Eindruck, der hier von der Agentur für Arbeit entstanden ist (habe ich ähnlich empfunden) und mindestens genau so wichtig, die zusätzlichen Infos zur Berechnung der Anwartschaftszeit und zur Behandlung von Sperrfristen. Vielen Dank.

      Dann wünsche ich einmal weiterhin gutes Gelingen für die kommenden Schritte.

      Gruß, Der Privatier

      • Nun kann ich meinen letzten Kommentar fortschreiben und vom glücklichen Ausgang berichten.Ich habe mich letzte Woche, nachdem mein Dispojahr zum 01.03.2020 zu Ende geht, bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet. Ging alles reibungslos, wurde extrem freundlich behandelt. Dann wurde ich gleich zu einem Vermittler geschickt. Das war wohl eher Zufall da der zuständige gerade frei war. Mit dem habe ich ganz offen besprochen, das es nicht unbedingt mein Ziel ist, wieder zu arbeiten. War kein Problem. Ich wurde dann gefragt ob ich nach dem Auslaufen von ALG1 dann ALG2 beantragen müsste. Ich habe das verneint und ihm gesagt dass ich die Zeit bis zur Rente ( bei mir dann noch ein knappes Jahr) genauso wie das Dispojahr mit Eigenmitteln finanziere. Als ich ihm gesagt habe, dass ich auch schon bei der Rentenberatung war und genau weiß, was ich zu erwarten habe, war der Käse gegessen. Ich muss mich nicht bewerben, keine Fortbildung oder ähnliches machen. Werde nur alle 6 Monate zu einem Gespräch einbestellt. Das nächste mal im Sommer. D.h. auch zum offiziellen Beginn meiner Arbeitslosigkeit zum 01.03. muss ich nicht mehr erscheinen. Der Bewilligungsbescheid vom ALG1 ist inzwischen auch schon da. Also alles super gelaufen. Auch Dank der vielen guten Tipps und Beiträge in diesem Forum; nochmals an dieser Stelle vielen Dank.

  26. Hallo, nach §§ 138 (3) und 155 (1) SGB III ist ja eine selbstständige Tätigkeit von unter 15 Stunden bei einem Nettoeinkommen von 165,- € / Monate unschädlich während des Bezugs von ALG 1.

    Wie sieht das während des Dispojahres aus oder zwischen einem Abmelde- und Anmeldevorgang während des Bezugs von ALG 1 aus ?

    Gibt es hierbei eine Kostellation die für den Bezug von ALG 1 nach dem Dispojahr oder nach dem Anmelden irgendwie schädlich sein könnten bzgl. Höhe und Dauer des Bezuges bzw. kann so etwas zum Erlöschen des bestehenden Anspruches führen ?

    • Auf einen bestehenden ALG-Anspruch können nur Beschäftigungen einen Einfluss haben, die ihrerseits Ansprüche auf ALG auslösen könnten. Dies sind naturgemäß sämtliche versicherungspflichtigen Beschäftigungen, aber auch selbstständige Tätigkeiten, wenn für sie eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen wird. Ansonsten gibt es keinen Einfluss.
      Wie evtl. Einflüsse aussehen könnten, habe ich in meinem Beitrag: „ Arbeitslosengeld nach einer Zwischenbeschäftigung “ erläutert.

      Gruß, Der Privatier

  27. Hallo in die Runde,

    ich möchte mich recht herzlich beim Privatier und bei allen Mitstreitern in diesem Forum bedanken, der Inhalt, die Qualität und die kurzfristigen Antworten, haben auch mich ermutigt den Schritt Dispojahr zuwagen.

    Am 21.01.2020 habe ich bei der Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosengeld beantragt, am 28.01.2020 hatte ich bereits den Bewilligungsbescheid in den Händen, allerdings nur vorläufig, da ich zum 01.02.2020 zurück in die Steuerklasse III gewechselt bin, meine Frau zurück in V.
    Dies habe ich zwar bereits am 21.01.2020 der freundlichen Mitarbeiterin bei der Agentur schriftlich (elektr. Lohnsteuerabzugsmerkmale ELStAM vom Finanzamt) vorgelegt, dennoch musste ich nochmal eine Erklärung zum Steuerklassenwechsel zwischen Ehegatten ausfüllen und eine Lohnabrechnung meiner Frau aus Februar 2020 einreichen. Am 26.03.2020 bekam ich den Änderungsbescheid mit der Steuerklasse III.

    ALSO BITTE BEACHTEN: DIE STEUERKLASSE III ist GANZ WICHTIG FÜR DIE BERECHNUNG DER HÖHE DES ARBEITSLOSENGELDES. OHNE JEGLICHE BEGRÜNDUNG KANN EINMAL IM JAHR DIE STEUERKLASSE GEWECHSELT WERDEN.

    Am 13.02.2020 hatte ich eine Gespräch mit der Vermittelerin. Mit ihr habe ich ganz offen besprochen, das es nicht mein Ziel ist, wieder zu arbeiten. War kein Problem. Ich wurde dann gefragt ob ich nach dem Auslaufen von ALG1 dann ALG2 beantragen müsste. Ich habe das verneint und ihr gesagt dass ich die Zeit bis zur Rente mit Eigenmitteln finanziere. Als ich ihr sagte, dass ich auch schon bei der Rentenberatung war und genau weiß, was ich zu erwarten habe, war alles erledigt. In meinem Alter sieht sie keine Chance auf Vermittlung. Ich brauche mich weder bewerben noch eine Fortbildung machen. In 6 Monaten soll ich mich bei ihr wieder melden.

    Also alles super gelaufen, nochmal herzlichen Dank und bleiben sie alle GESUND!!!

    • Danke für die positive Rückmeldung. Es freut mich, dass alles wie gewünscht verlaufen ist.

      Ein wenig wundert mich allerdings, dass die Agentur die Änderung der Steuerklasse akzeptiert hat! Das müsste sie eigentlich nicht und es wäre besser und richtiger gewesen, den Wechsel bereits zum 1.Jan. durchzuführen. Mehr dazu im Beitrag:
      https://der-privatier.com/mehr-arbeitslosengeld-durch-steuerklassenwechsel/

      Aber egal: wenn es akzeptiert wurde, ist es ja gut. Nur sollte sich niemand darauf verlassen, sondern den Wechsel immer spätestens zu Beginn des Jahres, in dem ALG bezogen werden soll, wirksam werden lassen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo lieber Privatier,
        ich befinde mich aktuell im Dispositionsjahr und übe einen 450 Euro Job aus, um „nicht zu verloddern“. Sehr guter Tipp.
        Nun eine Frage: Ich habe noch weitere Einkünfte aus der Vermietung einer gemeinsamen Ferienimmobilie mit meinem Mann. Was muss ich hierbei beachten?
        Darf ich nur 5.400 Euro Gesamteinkünfte haben, oder ist die 15 Stundenregelung maßgeblich?
        Ich bin in der PKV und über meinen neuen Minijob-Arbeitgeber gesetzlich rentenversichert.
        Was muss ich im nächsten Jahr beachten, wenn ich mich arbeitslos melde und ALG 1 beziehe?
        Ich würde mich sehr freuen von dir zu hören.
        Lieben Dank und viele Grüße Tina

        • Die 5.400 beziehen sich auf Arbeitseinkommen.
          VuV hat damit nix zu tun, das interessiert das Arbeitsamt nicht die Bohne.
          Ich habe auf meinem Antrag für ALG1 keine Möglichkeit gefunden, dort Angaben zu meinen Vermietereinkünften anzugeben.

        • Wie eSchorsch schon geschrieben hat, sind für die Arbeitsagentur nur sog. Arbeitseinkünfte relevant, also weder Einkünfte aus V+V, noch Kapitaleinkünfte.

          Aber was soll das denn für eine Grenze von 5.400€ sein?? Ist mir nicht bekannt.

          Als Arbeitsloser darf man eine Nebenbeschäftigung ausüben. Zur Definition, was als „Neben“-Beschäftigung gilt, gibt es verschiedene Kriterien, wie z.B. eine max. Stundenzahl von weniger als 15 Std./Woche. Die Höhe der Einkünfte spielt aber keine Rolle!
          Allerdings werden alle Einkünfte, die über 165€/Monat auf das ALG angerechnet.

          Gruß, Der Privatier

    • Hallo Sander,
      ich hab da mal eine Frage. Wie alt sind Sie? Das sie bei der Vermittlerin offen ansprechen konnten, dass sie nicht wieder arbeiten gehen wollen. Darf man das überhaupt?
      VG Murmel

      • Hallo Murmel,

        bei mir (ich war 58) war es die Arbeitsvermittlerin, die mir 2 Alternativen anbot: 1. Ich sage, dass ich zurück auf den Arbeitsmarkt möchte und sie unterstützt mich mit all ihren Möglichkeiten oder 2. Ich sage, dass ich in der Arbeitslosenzeit einen Übergang zum Ruheständler sehe und sie fährt das Minimalprogramm. Wenn ich aber Var.1 angebe und dann nicht mitziehen würde, dann würde ich ihre unangenehme Seite zu spüren bekommen. Also wählte ich Var.2 und habe seither meine Ruhe.

      • Man kommt ja nicht ins Vermittlerbüro und sagt direkt: ich will nicht mehr arbeiten.
        Meist erfolgt ein eher vorsichtiges Abtasten und im Laufe des Gespräches kommt die Frage: was machen Sie denn, wenn wir Sie nicht wieder in Lohn und Brot bringen? (Die eigenliche Frage lautet „hab ich Sie dann wieder als Hartzer vor mir sitzen“. Letzteres will der Vermittler vermeiden!)
        Wenn man diese Frage dann mit „überbrücke ich die x Jahre bis zur Rente aus eigenen Mitteln“ beantwortet, ist dem Vermittler klar wie der Hase läuft. Dann kann auch später offen das Thema „weitere Vermittlungshilfe von Seiten der Agentur“ abgehakt werden.

      • „Darf man das überhaupt?“

        Ein Arbeitsloser hat Rechte und Pflichten. Zu den Pflichten bzw. sogar zu den Voraussetzungen für eine Arbeitslosmeldung gehören u.a. auch Verfügbarkeit und Eigenbemühungen. Wer diese Punkte nicht erfüllt, kann sich Sperren oder auch den Verlust des ALG-Anspruches einhandeln!
        Es ist also Vorsicht angebracht. Oder – wie in der Einleitung zum obigen Beitrag geschrieben: Fingerspitzengefühl.

        Aus eigener Erfahrung kann ich aber die Hinweise von Holger und eSchorsch bestätigen, dass sich oftmals im Laufe des Gesprächs die Gelegenheit ergibt, darauf hinzuweisen, wie dringlich eine Vermittlung durch die Agentur gewünscht wird (oder auch nicht). Das ist auch für den Sachbearbeiter eine wichtige Information, der seine Bemühungen dann auf die wichtigeren Fälle konzentieren kann.

        Gruß, Der Privatier

  28. Bei mir war das Erstgespräch mit der Agentur ebenfalls völlig problemlos und völlig offen. Ich wurde ziemlich offen gefragt was ich denn so vorhabe. Ich habe ebenso offen geantwortet dass ich mir meiner Pflichten bewusst und bereit zu arbeiten bin. Aber nicht sehr erpicht darauf. Dann wurde ich gefragt ob ich die Zeit bis zur Rente überbrücken kann. Wie auch schon in anderen Kommentaren erwähnt, ist deren Hauptsorge, dass man nach den zwei Jahren beim Sozialamt aufschlägt. Ich versicherte dass ich die Zeit bis zur Rente mit eigenen Mitteln überbrücken kann. Ich wurde dann noch darauf aufmerksam gemacht, dass sich dies natürlich auf meine Rente negativ auswirkt. Als ich dann gesagt habe, dass ich bei der Rentenberatung war und genau weiß, was mich das kostet, war der Käse gegessen. Ich muss nichts machen. Keine Bewerbungen, Fortbildungen, etc. Ich werde alle 6 Monate zu einem lockeren Gespräch geladen und das war es dann. Und ich glaube nicht, dass sich daran was ändert, denn die Vermittler haben durch Corona ganz andere Sorgen.

  29. Hallo Murmel,
    59. Das Gespräch war genauso wie in den letzten Kommentaren beschrieben. Ich habe von meiner letzten Tätigkeit berichtet und der Vermittlerin gesagt, dass ich nicht unbedingt nach einem neuen Job suche. Und die Zeit bis zur Rente mit 63 mit eigenen Mittel finanziere, genauso wie die Dispo-Zeit. Dann kam von ihr die Frage, ob ich bei der Rentenberatung war, dies habe ich ihr bestätigt. Damit war für sie alles klar und ich muss nichts machen. Alle 6 Monate ein Gespräch (das ist wohl Pflicht), das wars.

    • Bemerkenswert. Die Frage nach der Rentenberatung ist in vier Kommentaren erwähnt worden. Diese Frage nach einer ausreichenden GRV-Absicherung scheint zum Standardprogramm der Vermittler in der Agentur zu gehören. Die Damen und Herren von der Agentur können sich offenbar gar nicht vorstellen, dass sich jemand eine eigenverantwortliche private Absicherung aufgebaut haben könnte oder sogar vollständig finanziell unabhängig ist. (Die Frage nach dem Steuerbescheid oder einem Depotauszug oder auch einer bAV ist aber wohl nie gestellt worden.)
      Und wieso geht es nur mit einer Rentenberatung ? Traut die Agentur ihren Kunden nicht zu, ihre Abzüge, Steuern und Abgaben selbst auszurechnen? Zumindest für Standardfälle ist dies nun wirklich nicht schwierig.

      • Basis der allermeisten Altersversorgungen ist nur mal die GRV, daher kann ich den Fokus darauf schon verstehen.

        Man könnte auch fragen, weshalb fast alle AG in ihren Abfindungsverträgen schreiben, dass AN sich spätestens 3 Monate vor Beschäftigungsende beim Arbeitsamt arbeitssuchend zu melden hat.
        Die Antwort ist auch hier, dass man eine gewisse Fürsorgepflicht glaubt zu haben.
        Die AA-Kunden, die das eigenständig erledigt haben, können das mit einem einfachen „ja“ bestätigen und die unselbstständigen Kunden wurden pflichtschuldig darauf hingewiesen.

        Betrachten wir es mal von der anderen Seite. Wenn der Vermittler mit der einfachen Frage nach Rentenberatung nur einen von hundert Kunden vor einer Dummheit bewahrt, dann hat sich sein Atem für die 99 unnützen Fragen gelohnt.

        • Es mag ja ein unbedeutender Aspekt für den Umgang mit der Agentur sein, aber gerade aus Sicht des Vermittlers kann es ja nur darum gehen, zu verhindern, dass der ALG1-Bezieher noch vor Rentenbezug die Sozialkassen beanspruchen wird, also ALG2-Bezieher oder Aufstocker wird. Diesem Ziel kommt der Vermittler aber mit dem Verweis auf die Rentenberatung gar nicht näher, denn die Beratung kann ja nur die erwartbare Nettorente berechnen. Selbst wenn sie dann einen üppigen Zahlbetrag fachlich korrekt ermittelt hat, kann der Vermittler immer noch nicht abschätzen, ob der angehende Privatier die Zeit bis zum Rentenbeginn aus eigenen Mitteln überbrücken kann und ihn so vor einer Dummheit bewahren.
          Vermutlich gibt es eine einfache Erklärung: Der Vermittler hat eine interne Checkliste abzuarbeiten und mit der Frage nach der Rentenberatung kann formal er einen vorgesehenen Punkt – unabhängig von dessen Zweckmäßigkeit – abhaken.

    • An dieser Stelle möchte ich allen Lesern in ähnlicher Position darauf hinweisen, dass es die Möglichkeit gibt nach ALG-2 freiwillig und ohne Bezüge beim AA gemeldet zu bleiben. Es gibt Konstellationen, die erzwingen dies, damit man später dann auch pflichtversichert in der KVdR landet mit den entsprechenden finanziellen Vorzügen. Bitte an den Privatier einen Link zu dem schon geschriebenen einfügen. Es muß ja nicht alles doppelt geschrieben werden.

      • Hallo Mr. Excel, ich bin ein wenig irritiert!

        Nach ALG-2 ?? Das war bisher hier nie ein Thema und soll es auch nicht werden.

        Oder war ALG1 gemeint? Falls ja, so gibt es zwar die Möglichkeit einer weiteren Meldung bei der Arbeitsagentur. Ich kann allerdings so recht keine Konstellation erkennen, die dies „erzwingen“ sollte? Auch nicht im Zusammenhang mit der KVdR.

        Gruß, Der Privatier

        • Sorry – Danke – gut aufgepaßt. Ich meine natürlich ALG-1.
          Wir hatten eine Diskussion, schon etwas her zu den Eintrittsbedingungen für die KVdR als Pflichtversicherter. Ich meine mich erinnern zu können, dass es Zeitgrenzen für die Unterbrechung vor Eintritt in die KVdR. gibt. Das hatte dann Auswirkungen auf die Verbeitragung von Gewinnen aus Kapital und V&V. Diese werden
          als „Pflichtversicherter in der KVdR“ nämlich nicht verbeitragt.
          Ist bei mir schon lange her (ca. 10 Jahre).
          Gruß

          • Für die KVdR bringt die Meldung bei der Agentur für Arbeit nach Ablauf des ALG genau gar nichts. Die KV-Pflichtversicherung über die AfA endet in jedem Fall mit Ende des Leistungsbezugs, so dass ein anderes Versicherungsverhältnis hergestellt werden muss. Für die KVdR-Vorversicherungszeit sind alle Arten von GKV-Versicherungsverhältnissen (freiwillige KV/Familienversicherung/Pflichtversicherung) gleichwertig.

          • Wie Swantje schon richtig geschrieben hat, hat eine Verlängerung der Arbeitslosmeldung über den Leistungsbezug hinaus keine Auswirkungen auf die Aufnahmebedingungen zur KVdR.
            Das ist aber andererseits auch nicht schlimm, denn für die Aufnahme in die KVdR ist es nicht erforderlich, durchgehend oder überwiegend pflichtversichert zu sein. Es reicht aus, irgendwie in einer gesetzl. KV versichert zu sein. Ob dies nun pflichversichert, freiwillig versichert oder familienversichert ist, spielt dabei keine Rolle.

            Gruß, Der Privatier

          • Kann dem Privatier hier nicht ganz zustimmen. Es stimmt, es ist egal wie man in der GKV ist (Pflicht, freiwillig oder Familienvers.) Aber man muss in der zweiten Hälfte seines Berufslebens mindestens 90% dieser Zeit auf einer dieser Arten in der GKV gewesen sein. Bsp: Jemand hat 40 Jahre gearbeitet, dann muss er in den letzten 20 Jahren mindestens 90% (= 18 Jahre) in der GKV gewesen sein. Wenn er jetzt länger als zwei Jahre in der privaten Krankenversicherung war (z.B. wegen Selbständigkeit) kann er nicht in die KVdR

          • Richtig, Joe. Danke für die Klarstellung.
            Natürlich ist die 9/10-Regel das primäre Kriterium für die Aufnahme in die KVdR (s. Beitrag: Rente und Krankenkasse ). Das habe ich bei meinem obigen Kommentar als bekannt vorausgesetzt. Ist aber sicher nicht immer der Fall. Von daher war die Klarstellung richtig. Danke.

            Gruß, Der Privatier

  30. Herzlichen Dank für all eure Hilfe. Werde berichten, wie es weitergeht. Ich habe letzte Jahr am 30.06.2019 aufgehört und drei Monate vor dem 01.07. mich sowohl arbeitssuchend als auch zum 01.07. arbeitslos gemeldet. Inzwischen besteht von meiner Seite her ein verlängerter Anspruch auf ALG I, da ich in diesem Zeitraum eine Altersgrenze überschritten habe. Für den 16.06. wurde mir ein telefonischer Gesprächstermin bestätigt. Mal sehen, wie es weitergeht. Hoffe einfach das die „Mannschaft“ der Bundesagentur für Arbeit ausgelastet ist.

    • Die Aussagen irritieren mich ein wenig.

      Beziehen Sie bereits ALG seit dem 1.7.19? Und Sie glauben, dass Ihnen jetzt ein verlängerter Anspruch zusteht? Weil Sie während des ALG-Bezugs älter geworden sind?
      So könnte man Ihre Aussagen verstehen. Oder wie war es gemeint?

      Gruß, Der Privatier

  31. Hallo,

    geht mir gerade so durch den Kopf. Wie begründet ihr denn das „Dispojahr“ bei den eventuellen Bewerbungen im Anschluss daran. Ich denke man muss in der Chronologie ja in irgend einer Form darauf Bezug nehmen.

    Grüße

    B

    • Ich sage einfach, wie es war. Südamerika Rundreise mit Antarktis. Mein Lebenstraum wurde Wirklichkeit. Nach 38 Jahren Berufstätigkeit.
      Wer mich dann im Vorstellungsgespräch nicht nehmen möchte, soll es einfach lassen. Irgendwann im Leben kommt unweigerlich der Zeitpunkt an dem man es sich gut gehen lassen sollte.

      • Gut gesagt, man hört ja nicht auf zu arbeiten, um neu anzufangen. Privatier kann, wenn sie/er will, muss aber nicht Gelderwerb betreiben. Falls es in der ALG 2 Phase dann doch ein Angebot gibt, OK. Im Zweifel sollte die Kalkulation der 10 Jahre bis zur Rente auch gänzlich ohne ALG 2 aufgehen… MbG J

          • argh… jehovajehovajehova…. zu spaet, stein traf. trotzdem dank, ich schreibe nienichwieder die boese zahl und meinte selbstverfreilich 1. EINS. Also die Versicherungsleistung. Sorry allen (ausser B, weil warf Stein)

          • Dank für Belehrung und ich bitte um Verzeihung. Ich erflehe eine Korrekturfunktion.

        • Angebote wird es bei mir leider massenweise geben, weil ich im Steuerrecht tätig bin. Am ersten Tag wurden mir schon 6 Stellenangebote als Vorschlag gemailt. Denke ich werde auf die Feststellung im Bescheid warten, dass mein Anspruch vom 01.07.2020 – 01.07.2024 besteht und dann schauen, ob es Sinn macht sich wieder abzumelden und z.B. in zwei Jahren einen neuen Versuch zu starten. Kann mir vielleicht noch einer Tipps geben, der es genauso gemacht hat?

    • Das Sabbatjahr steht als Sabbatjahr im Lebenslauf, warum sollte man da etwas begründen?

      Wenn der Personaler die halbherzige Bewerbung samt ambitionierter Gehaltsvorstellung liest, dann sollte er wissen dass Du nicht nicht wirklich die Stelle willst.

      • Da will ich doch zumindest noch eine sinnvolle Warnung aussprechen: Sollte man wirklich in ein Gespräch um einen Job kommen, könnte man mit der Erklärung zur steuerlichen Verwertung Pech haben. Und den Job bekommen. Also Sabbatjahr finde ich gut.

    • Noch eine Ergänzung bzw. Bestätigung von mir zu dem, was hier schon geschrieben wurde:

      Ich selber habe ja gar kein Dispojahr gemacht, habe aber Phasen mit und ohne ALG-Bezug gehabt, hatte aber parallel auch immer eine freiberufliche/selbständige Tätigkeit angemeldet. Und das habe ich im Lebenslauf auch exakt genau so aufgeführt:
      Phasen von Arbeitslosigkeit, freiberuflicher Tätigkeit und wieder arbeitsuchend.

      Um Erläuterungen würde ich mir höchstens dann Gedanken machen, wenn im Anschluss an ein Dispojahr eine weitere Beschäftigung geplant ist. Allerdings würde ich in diesem Fall wahrscheinlich ohnehin kein Dispojahr empfehlen.

      Gruß, Der Privatier

      • OK, ich habe in meinem weiteren Leben keine Beschäftigung mehr geplant. Bin jetzt über 55 und will mein Leben genießen.
        Wie Joerg so schön geschrieben hat „Im Zweifel sollte die Kalkulation der 10 Jahre bis zur Rente auch ohne ALG 1 aufgehen“.

  32. Am Samstag habe ich den Bewilligungsbescheid bekommen. Bewilligung vom 01.07.2020 – 22.09.2020 mit 0 Euro und dem Zusatz Über diesen Zeitraum ist noch nicht entschieden. Arbeitslosengeld erst ab 23.09.2020. Was habe ich falsch gemacht? Und Fragebogen zur Beendigung meines Beschäftigungsverhältnisses mit warum ich mein Beschäftigungsverhältnis zum 30.06.2019 gelöst habe und vieles andere mehr.

    • Das ist ziemlich mysteriös …
      Wenn das Arbeitsverhältnis mit Ablauf des 30.06.2019 beendet wurde, dann sollte bei ein Antrag ab dem 01.07.2020 keine solchen Frgen gestellt werden.
      Wurden denn ab dem 22.09.2020 volle 18 Monate bewilligt?

      M.E. solltest Du am Dienstag den Telefonhörer in die Hand nehmen und dort anrufen, bzw. um Rücksprache der zuständigen Leistungsabteilung bitten. Wenn es jemand erklären kann, dann die.
      Ich will nicht unken, dass der Bescheid falsch ist, aber die Möglichkeit besetht. Vielleicht hat das jemand bearbeitet, der vor kurzem erst in der Leistungsabteilung angefangen hat (und davor vielleicht nur Vermittlung gemacht hat).
      Du solltest die gesetzlichen Grundlagen des Dispojahres nochmal durchlesen, falls dein Gesprächspartner das nicht kennt.

    • Moin Murmmel,

      also, ich kann an Deiner Vorgehensweise nichts Falsches erkennen. Wie auch von Dir (und nach Hinweis von B) geschrieben, Dispojahr sauber eingelegt, damit Sperr- und Ruhenszeit vermieden. Arbeissuchend und dann zum 01.07.2020 Arbeitslos gemeldet (bis jetzt 55 Jahre jung und damit Anspruch auf 18 Monate ALG1), also ich sehe da keinen Fehler.

      Vor ca. 10 Tagen kam im Fernsehen ein Bericht über den jetzigen Arbeitsaufwand einer AfA in meinem Bundesland. Da wurde wegen der Vielzahl der KU-Anträge alles Personal zusammengekratzt um diese Unmengen von Anträgen abzuarbeiten und die Amtsleiterin ging an einen Schreibtisch (Leistungsabteilung), da saß eine sehr junge Dame und die Leiterin hatte vor laufender Kammera gefragt, ob noch weiter Einweisung/Hilfe benötigt wird.

      Ich bin wie Ratatosk der Meinung, dass da evt. eine Mitarbeiterin/Mitarbeiter Deinen Antrag bearbeitet hat, wo entsprechende Kenntnisse fehlen.
      Hinweis von eSchorsch fürs Telefongespräch aufgreifen (Grundlagen Dispojahr noch einmal durchlesen)
      Ich denke mit einem sachlichen Gespräch lassen sich diese Unstimmigkeiten klären und abstellen. Viel Glück.

      Gruß
      Lars

  33. Bewilligt wurde dann nur für den Zeitraum vom 23.09.2020 – 07.11.2021.
    Also 540 Tage (18 Monate Anspruch) – 135 Tage ergibt ein Restanspruch von 405 Tagen.
    ???

    • Moin, Murmel
      -keine Sorge, das wird noch, aergerlich und verunsichernd ist sowas natuerlich trotzdem…
      Du hast auch nichts falsch gemacht, der Zusatz „noch nicht entschieden“ laesst tatsächlich den Schluss zu, dass hier jemand den Antrag bearbeitet hat, dem einfach die Kenntnis fehlt und der auch wg. Corinna/homeoffice niemanden fragen konnte, der sich auskennt.
      Obwohl-das Zusammenlegen von Sperrzeit und 25% Kuerzung der Anspruchsdauer ist dann auch wieder irgendwie „kreativ“.
      Ich vermute mal Du hattest bis jetzt nur online Kontakt zur Agentur?
      Von daher wuerde ich mir um die Frage nach den Gründen der Arbeitsaufgabe keine Sorgen machen, das wird normalerweise im Laufe der persönlichen Arbeitslosmeldung so nebenbei erledigt, -jetzt halt per Fragebogen.
      Also ja, morgen anrufen und nachfragen, wann denn mit einer „Entscheidung“ ueber den fraglichen Zeitraum zu rechnen ist.

      Glückwunsch zur schoenen Reise und viel Erfolg auch weiterhin.
      ratatosk

    • Auch von mir noch kurz eine ergänzende Einschätzung:

      * Es heisst ja nur, dass über den betreffenden Zeitraum „noch nicht entschieden“ ist. Es ist daher keinesfalls eine Ablehnung, sondern einfach noch ein offener Punkt (über den vielleicht noch einmal jemand nachgedacht hat).
      * Wenn ich mich nicht verrechnet habe, so handelt es sich bei dem offenen Zeitraum um 7 Wochen. Das spricht dafür, dass hier jemand alle möglichen Sperren (und Folgen) vorsichtshalber einkalkuliert hat. 7 Wochen = 1+6 W., eine W. für verspätete Meldung und 6 W. für die Arbeitsaufgabe.

      Ich würde mir hier zunächst auch noch keine Sorgen machen. Ein Anruf ist sicher empfehlenswert, wird aber wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse bringen. Ein direkter Kontakt mit dem Bearbeiter ist ja selten möglich.

      Ich würde die Fragen möglichst bald beantworten, um die Sache nicht noch mehr zu verzögern und dann erst mal sehen, wie die Entscheidung ausfällt.

      Gruß, Der Privatier

      • Ähm… was habe ich denn da für einen Blödsinn gerechnet?!
        Irgendwie habe ich da wohl einen ganzen Monat „vergessen“. Es sind also nicht 7 Wochen, sondern natürlich 12 Wochen! Und damit geht es hier offenbar um die ganz normale Sperrzeit, über die noch nicht entschieden wurde.

        Sorry für die Verwirrung, die ich u.U. angestiftet habe!

        Gruß, Der Privatier

    • Mit dem „Fragebogen“ ist wahrscheinlich das Dokument mit dem Titel (in falscher Grammatik) “ Stellungnahme zu eigene Kündigung“ gemeint ? Das musste ich auch ausfüllen.
      Hat das nicht jeder bekommen oder gibt es diese inquisitorischen Fragen noch nicht so lange ? Keine Ahnung
      Jedenfalls wird die Agentur hier ziemlich neugierig, Ja, es gibt eine Mitwirkungspflicht, d.h. die Agentur muss wissen, ob der Antragsteller selbst gekündigt (Eigenkündigung) oder zur Kündigung beigetragen hat (Aufhebungsvertrag). Die Fakten dazu kann die Agentur aber schon aus der Arbeitsbescheinigung entnehmen.
      Wenn man zur Arbeitslosigkeit beigetragen hat („versicherungswidriges Verhalten“), gibt es eben die bekannten Sanktionen (Sperrzeiten usw.).
      Sanktionen bei Eigenkündiung lassen sich wohl nur vermeiden bei „Kündigung aus wichtigem Grund“. Das kann vorliegen, wenn die Weiterbeschäftigung unzumutbar gewesen sein sollte. Bin kein Jurist, aber nur darum geht es wohl in dem „Fragebogen“. Man könnte wieder wohlwollend mit der Fürsorgepficht argumentieren und zu Gunsten der Agentur annehmen, dass sie lediglich die Fälle von Mobbing-Opfern, die aus Verzweiflung oder Unwissen selbst gekündigt haben, identifizieren will und dann auf Sanktionen verzichten will. Dieser Sachverhalt trifft aber bei angehenden Privatiers wohl eher selten zu.

      Ich habe die (tlw unten stehenden) Fragen nur sehr knapp oder gar nicht beantwortet. Es hatte (natürlich) keine Auswirkungen auf die Bewilligungsbescheid.

      Frage: Aus welchen Gründen haben Sie das Beschäftigungsverhältnis beendet? Bitte geben Sie alle Gründe an. Sofern ein konkretes Ereignis Sie zur Kündigung bzw. zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages bewogen hat, stellen Sie bitte den konkreten Sachverhalt (Datum, Inhalt, ggf. beteiligte Personen) ausführlich dar: “ Antwort: persönliche Gründe

      Frage: Haben Sie versucht, diese Gründe zu beseitigen?
      Anwort: Nein – Frage: Bitte begründen Sie, warum Sie keinen Versuch unternommen haben: Antwort: keine Angaben

      Frage: Wäre es möglich gewesen, das Beschäftigungsverhältnis erst zu einem späteren Zeitpunkt zu beenden?
      Antwort: Ja – Frage: Bitte geben Sie an, was Sie dazu unternommen haben: Antwort: keine Angaben (was hätte ich hier schreiben sollen? 😉

      Frage Haben Sie das Arbeitsverhältnis beendet, um eine Arbeitgeberkündigung zu vermeiden?
      Anwort : Nein

      Falls es mit dem AG Exit-Gespräche gegeben hat, geht das m.E. die Agentur auch nichts an. Privatiers nehmen eben die Sperrzeiten in Kauf oder vermeiden sie mittels Dispositionsjahr. Deshalb muss man hier nicht mehr angeben als notwendig.

      • „Hat das nicht jeder bekommen oder gibt es diese inquisitorischen Fragen noch nicht so lange?“
        Mein Dispojahr endete an 31.12.2018. Ich habe damals keinen solchen Fragebogen von der zuständige Agentur für Arbeit Gießen erhalten.

      • Was es nicht alles gibt….
        Im Nov.2018 habe zumindest ich nichts dergl. zu Gesicht bekommen/ausgefüllt.
        Natürlich wurde im Rahmen der Datenaufnahme auch nach dem Grund der Eigenkuendigung gefragt, aber eher beiläufig und nicht detailliert auf den Ablauf bezogen.
        Eingegeben wurde dann auch nur „persönliche Gruende“, -wenn ich mich richtig erinnere.
        Nach einem Dispojahr ist mehr ja wohl auch nicht mehr relevant.
        Jede Agentur ist halt anders…

        Gruesse
        ratatosk

        • Dass es sowas gibt ist eigentlich nicht überraschend.
          Überraschend ist eher, dass eine Leistungsabteilung sowas anfordert, obwohl die sehen (könnten), dass ein Dispojahr eingelegt wurde und die Fragerei fürn Popo ist.
          Über frisch angelernte Mitarbeiter haben wir ja bereits spekuliert 🙂

  34. Lieber Schorsch.
    Dann hat die Agentur für Arbeit Gießen ihre Arbeitsweise zwischenzeitlich verändert. Mein Schreiben kommt von dort ;-(

    • Kopf hoch!
      Das bedeutet, dass sie es dort grundsätzlich können.
      Nur halt noch nicht jeder Mitarbeiter.
      Aber das wird schon …

    • Habe heute mit der Agentur für Arbeit in Gießen telefoniert. Laut Aussage wollen sie überprüfen, ob nach Paragraph 148 Abs. 1 Nummer 4 SGB III die Anspruchsdauer um 25 Prozent gekürzt werden kann. Warum wird da nur in Abs. 2 drinstehen, dass die Minderung unterbleibt, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet länger als ein Jahr zurückliegt. ;-(.
      Werde heute den Fragebogen zurückschicken. Habe nur Sabbatical – Dispostionsjahr reingeschrieben und die anderen Fragen wie oben bei Robert beantwortet und hoffe, dass ihnen ein Licht aufgeht. Wenn nicht würde ich zeitnah Widerspruch ohne eine Begründung einlegen, damit die Frist gewahrt wäre und die Angelegenheit einem Fachanwalt übergeben, der dann die Begründung schreiben könnte.
      Für was hat man den eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung.

  35. Rein rechnerisch hat man 540 Tage Anspruch um 135 Tage (25 Prozent) gekürzt. Also dürfte kein Meldeversäumnis mit drin sein. Davon ist auch gestern, als ich mit der Agentur telefonisch Rücksprache gehalten habe nichts gesagt worden. Habe mich auch bereits am 09.03. Arbeitssuchend gemeldet und dies auch schriftlich als Bestätigung vorliegen.

    • Moin Murmel,

      es gibt bei der AfA die „Fachliche Weisungen Arbeitslosengeld Drittes Gesetzbuch – SGB III §137 SGB III)

      Da steht unter §137 Unterpunkt 137.2

      137.2 Dispositionsrecht

      1) Arbeitslose können bis zum Zugang des Bewilligungsbescheides auch mehrfach bestimmen, dass das Stammrecht später entstehen soll, oder die Erklärung widerrufen. Soweit die Wirkung der Arbeitslosmeldung erlischt, ist eine erneute persönliche Arbeitslosmeldung erforderlich.

      2) Bei nahe liegenden bzw. offenkundigen Gestaltungsmöglichkeiten ist der Arbeitslose zu informieren. Dies kann der Fall sein, wenn die Ausübung des Dispositionsrechtes einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, z. B. wenn

      – bald nach dem Eintritt der Arbeitslosigkeit ein Lebensalter erreicht wird, das eine längere Anspruchsdauer auslöst,
      – die Anspruchsdauerminderung ausgeschlossen wird (§ 148 Abs. 2 Satz 2),
      – sich durch die Verschiebung des Anspruchsbeginns ein höherer AlgAnspruch ergeben würde (befristete Tätigkeit nach Ausbildung).

      Das kannst Du selbst nachlesen, unter Google eingeben: fachliche weisung §137 SGB III, dann die pdf-Datei öffnen … sind 5 Seiten

      Gestern hatte ich in einem anderen Blog ein Link eingestellt … ich zitiere …

      In den fachlichen Weisungen zu § 137 SGB III wird dazu – ausgesprochen verbraucherfreundlich – ausgeführt, dass Arbeitslose über diese Möglichkeit „bei naheliegenden bzw. offenkundigen Gestaltungsmöglichkeiten“ zu informieren sind. Das könne der Fall sein, heißt es dort weiter, „wenn die Ausübung des Dispositionsrechtes einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, z.B. wenn bald nach dem Eintritt der Arbeitslosigkeit ein Lebensalter erreicht wird, das eine längere Anspruchsdauer auslöst, oder die Anspruchsdauerminderung ausgeschlossen wird (§ 148 SGB III Abs. 2 Satz 2)“.

      Zur Erläuterung: Bei Letzterem geht es um die mit einer Sperrzeit verbundene Anspruchsminderung.

      steuertipps.de/altersvorsorge-rente/altersvorsorge/arbeitslosenantrag-vor-renteneintritt-verschieben

      Also, Dispositionsjahr eingelegt, eine höhere Altersstufe erreicht … keine Sperrzeit!
      (auslösendes Ereignis … „frw. Arbeitsaufgabe“ … liegt über 1 Jahr zurück, damit keine Sperr- und Ruhenszeit.

      Unser Privatier hat explizit im Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ S.196 auf den §137 SGB III hingewiesen – gesetzliche Grundlage … Unterpunkt 2 – DISPOSITIONSRECHT

      Viele Grüße
      Lars

  36. Habe am 07.06. den Fragebogen „Stellungnahme zur eigenen Kündigung“ ausgefüllt und die Fragen nur kurz die knapp Ja oder Nein ohne weitere Begründung geantwortet. Wie Robert berichtet hatte.
    Auf Seite 1 dann noch auf Paragraph 148 SGB III Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit GA zu SGB III Paragraph 159 Ziffer 1.4 (2) Abs. 1 letzter Satz verwiesen.
    Heute war der Bewilligungsbescheid mit ungekürztem Anspruch auf ALG 1 für den Zeitraum vom 01.07.2020 – 30.12.2021 im Briefkasten.
    Einmal tief durchgeatmet. Für die nächsten 4 Jahre gesichert. Guter Tag

  37. Lieber Nick,
    das habe ich mich auch schon gefragt. Ob der Termin nächste Woche am 16.06. stattfindet steht noch nicht fest. Er ist bei meinen Online eingetragenen Terminen gecancelt worden und noch ist kein neuer Termin aufgetaucht. Und ich werde mich jetzt auf jeden Fall eher still verhalten. Wenn ein neuer Termin kommt frage ich gern.
    Vielleicht weiss ja auch jemand anderes hier im Forum schon etwas dazu. Es dann zu veröffentlichen wäre toll.

    • Hallo Murmel, hallo alle,
      meine Ansprechpartnerin beim Amt (ich bin da seit 1.6. nach einer ersten Pause wieder gemeldet) hat mir letzte Woche in meinem Erstgespräch, das aufgrund der aktuellen Umstände telefonisch stattgefunden hat, gesagt, dass sich angeblich alle Ämter der AA in D einheitlich nach den zentralen Vorgaben von Nürnberg richten müssen, also unabhängig vom regionalen Infektionsgeschehen. Sie sagte mir, dass es voraussichtlich ab Juli d.J. eine erste „Notöffnung“ für wichtige oder dringende Angelegenheiten geben wird, aber eben nur dafür (wobei es die mMn auch jetzt schon nach vorheriger Terminabsprache gibt). Habe ich erstmal so zur Kenntnis genommen.
      Dabei bleibt halt die Frage offen, wie mit zwischenzeitlichen Abmeldungen, die ich u.U. auch wieder plane, bei coronabedingt bisher nur vorläufigen Bescheiden umgegangen wird?
      Gruß, Nick

  38. Eine Frage zum Dispojahr.
    Wenn das Arbeitsverhältnis zum 30.06.2020 endet, könnte man sich auch unmittelbar darauf zum 1.07.2021 schon mal Arbeitslos melden, um ggf. schon etwas schriftliches in der Hand zu haben oder wie lange im Voraus geht das maximal ?

        • Super, danke.

          Angenommen der Firmenaustritt ist am 31.7.2020 und das Dispojahr beginnt am 1.8.2020.
          Dann könnte ich mich gemäß § 141 SGB III ab 1.5.2021 zum 1.8.2021 erstmals bei der AfA Arbeitslos melden. Richtig ?

          Bekommt man dann vorher schon Infos ob der Antrag bewilligt wurde und wird dann seitens der AfA auch schon versucht zu vermitteln, d.h. muss man da auch verfügbar sein, oder erst am dem 1.8.2021 ?

          • Mein Arbeitslosengeld wurde mit Bescheid vom 08.06.2020 in richtiger Höhe bewilligt. Meinst Du das mit Bescheid sagen?

          • Hallo Mummel,
            meine Frage war eigentlich an eSchorsch’s Auskunft anknüpfend gemeint.

          • Wie Du aus Murmels Kommentar unten entnehmen kannst, vom Prinzip alles ja’s.
            Wenn alle Dokumente vorliegen, dann läuft der Antrag einfach durch und man erhält dann zweidrei Wochen später den Bescheid. Auch schon vor dem 1.8.21.

            Man kann dem Amt natürlich sagen, dass man trotzdem erst ab 1.8 verfügbar ist, ich würde mich nur nicht darauf verlassen, dass die keine Vermittllungsversuche starten. Und man dann ggfs. einen Vermittler hat, der sich über seine unnütze Arbeit (Stellen für jemand rausgesucht, der nix draus macht) ärgert.
            Der Privatier hat einen ganzen Artikel darüber geschrieben, weshalb man sich aus dem Dispojahr raus nicht schon 3 Monate vorher arbeitssuchend melden muß. Ich selbst habe mich kurzfristig vorm Ende des Dispojahres arbeitslos gemeldet und würde das auch so empfehlen.

  39. Ich habe mich am 09.03.2020 arbeitssuchend gemeldet und einen Termin für den 28.05.2020 bekommen, der dann wegen Corona ausgefallen ist. Am 07.05.2020 habe ich online meinen Antrag auf Arbeitslosengeld gesendet. Dann wurden am 18.05.2020 telefonisch meine Daten aufgenommen. Mir wurde gesagt, dass ich eine Liste mit Eigenbemühungen zu führen hätte. Habe dann mitgeteilt, dass ich vor dem 01.07. noch zweimal verreisen würde. Habe bisher zwei Bewerbungen geschrieben. Bedingt durch meine Abwesenheiten ist dabei noch nichts rausgekommen. Nach meiner Recherche ist bei der ersten Bewerbung die Stelle wohl besetzt worden. Die zweite Bewerbung ist etwas merkwürdig. Die Firma hat sich meine Unterlagen bereits dreimal per Email schicken lassen und stehen auch auf der Jobbörse nicht mehr drin. Ich würde sagen läuft.

  40. Lieber Privatier,
    erstmal vielen Dank für diese hervoragenden Seiten! Seit dem Herbst 2019 ist dieses Thema intensiv im Kollegenkreis diskutiert worden, leider mit viel „Hörensagen“. Die Info´s auf dieser Seite konnten zur Klarheit beitragen.
    Nun zu meinem Thema: Heute am 30.06.2020 endet mein Arbeitsverhältnis mittels Aufhebungsvertag, geschlossen im Dezember 2019. Die Abfindung wird monatlich bis zum 63. Lebensjahr ausgezahlt. Ich bin jetzt 56. Im Mai 2020 habe ich mit einer Dame aus der Leistungsabteilung der Agentur für Arbeit telefoniert und ihr meine Situation dargelegt, d.h. keine wirtschaftliche Notwendigkeit zum sofortigen Bezug von ALG I. Erfreulicherweise kannte sie sich mit dem Dispositonsrecht aus und war sehr freundlich. Ich habe von ihr ein Vordruck erhalten. Titel: Erklärung zum Anschpruchsbeginn. Den solle ich mit Datum 02.07.2021 ausfüllen und unterschrieben zurückschicken. Eine Arbeitslosmeldung könne ich auch direkt jetzt online machen. In den bisherigen Kommentaren hieß es, es sei besser sich erst kurz vor Ende des Dispojahres z.B. Juni 2021 arbeitslos zu melden. Welches Vorgehen ist zu empfehlen?

    • Ich unterstelle mal, dass es sich nicht um eine bezahlte Freistellung handelt bis zum 63ten, sondern dass die Abfindung in 96 Monatsraten gezahlt wird, ohne dass Du bei Arbeitgeber weiter versichert bist.

      Dein Dispojahr beginnt m.E. am 1.7.2020 und endet am 31.6.2021.

      Der § 141 SGB III sagt: Die oder der Arbeitslose hat sich persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden. Eine Meldung ist auch zulässig, wenn die Arbeitslosigkeit noch nicht eingetreten, der Eintritt der Arbeitslosigkeit aber innerhalb der nächsten drei Monate zu erwarten ist.

      D.h. m.E kann eine AL-Meldung frühestens 3 Monate vorher möglich ist, also frühestens am 1.4.2021 erfolgen und zwar zum 1.7.2021 (meine Meinung, vorausgesetzt Du meinst das Dispojahr gemäß Definition Privatier).

      Im Zweifelsfalle glaube ich dem Gesetz und nicht den AfA-Damen.

    • Hallo Nordlicht,
      eine Arbeitslosmeldung ist lt. §141 SGB III bis zu 3 Monate vor dem Beginn der Arbeitslosigkeit möglich. Mehr oder weniger formlose Erklärungen kann man natürlich jederzeit abgeben.
      Die offizielle Arbeitslosmeldung sollte man auf jeden Fall VOR dem Beginn der Arbeitslosigkeit (mit Ziel-Datum!) einreichen, damit man den Termin nicht verpasst. Hier muss jeder einen Kompromiss zwischen dem Sicherheitsgefühl und den dann einsetzenden Vermittlungsaktivitäten finden. Ein paar Wochen wären aus meiner Sicht sinnvoll.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Nordlicht,
      Das klingt nach der AmT-Regelung der W… D…, die ich ebenfalls ab heute nutze.
      Die Erklärung zum Anspruchsbeginn habe ich schon vor einiger Zeit ausgefüllt und zurückgeschickt. Mein Anspruch soll zum 01.07.2021 entstehen. Arbeitslos bin ich also noch nicht gemeldet.

      Pers. Nachrichten kann man in diesem Forum nicht schicken, bei Bedarf müsste der Privatier den Kontakt herstellen.

      Bert.

        • Aus meiner Sicht gilt weiterhin die Aussage, dass ein Dispojahr exakt ein Jahr dauert, d.h. endet das Arbeitsverhältnis am 30.6., so startet die Arbeitslosigkeit nach einem Dispojahr am 1.7. des Folgejahres. Für alle unter 58 Jahren kommt es aber nicht so genau, denn durch die Rahmenfrist von 30 Monaten gibt es ein Zeitfenster von 6 Monaten.

          Dennoch kann ich immer nur wieder dringend empfehlen, die geplante Vorgehensweise (inkl. exakter Daten) mit der Agentur im Vorfeld abzustimmen und nach Möglichkeit bestätigen zu lassen. Das vermeidet Überraschungen!

          Gruß, Der Privatier

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