Kommentare

Kap. 9.3.2.8: Hinweise zum Dispositionsjahr: Rentenversicherung — 42 Kommentare

  1. Hallo

    Eine Frage sie ich auf Ihrer Seite nich nicht klären konnte.

    Ich bekomme zum 01.10 BU Leistung aus einer privaten Versicherung

    Derzeit jeine ALG Meldung für zunächst 1 Jahr geplant

    Wie muss ich mich nun krankenversichern?
    Was gibt es hier für Möglichkeiten den Beitrag zu senken?
    Ausgaben ?

    Wie würde ein 451 Euro Job während des kommenden Jahres auf die Leistungen der AFA nach dem Dispositionsjahr auswirken?
    Wird die Leistungshöhe dann danach berechnet?

    • Zur Frage der Krankenversicherung während des Dispojahres empfehle ich den Beitrag: „Hinweise zum Dispojahr – Krankenversicherung“ .

      Die Beiträge können Sie nur senken, wenn Sie weniger Einkünfte haben (in der GKV). Auf jeden Fall zahlen Sie dort den Mindestbeitrag von ca. 180€/Monat.

      Zur Frage, wie sich ein Teilzeitjob auf die Höhe eines bereits erworbenen ALG-Anspruches auswirkt, verweise ich immer gerne auf den Gesetzestext, damit man die dort aufgeführten Bedingungen auch wirklich alle einhält: Diese finden sich im §150 SBG III, speziell Satz 2, Nr.5.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo…Bevor ich wieder eine von den tollen Fragen stelle möchte ich kurz noch etwas zu meiner Vorgehensweise bezüglich der Abfindung erzählen. Abfindung im April 2016 erhalten .Dispositionsjahr genommen und zum 01.05.2017 Arbeitslos gemeldet hat alles so geklappt ohne Probleme also keine Sperre usw.Mein Bruttogehalt ohne Abfindung habe ich durch Rürub Renteneinzahlung und Krankenkasse voraus Zahlung für 2,5 Jahre auf 0.-Euro gesenkt von daher Steuerlich genial.Als Besonderheit hebe ich die Krankenkasse hervor weil ich ja nun Arbeitslos geworden bin und dadurch Krankenversichert hat mir die Krankenkasse die Beiträge die ich zur Steuersenkung bezahlt habe wieder zurück überwiesen im Mai 2017 unfassbar. So nun kommt wieder die Frage: Meine Frau wird zum 31.12 2017 eine Abfindung erhalten .Auszahlung 01.2018 dann Dispo Jahr also alles gut.Was ist aber mit meinem Arbeitslosengeld ? Wie sieht das Steuerlich aus ? Unschädlich weil ja kein anders Einkommen da sein wird oder besser abmelden beim Arbeitsamt und 2019 wieder an melden ?

    • Steuerlich „unschädlich“ ist der ALG-Bezug in den seltensten Fällen (nämlich dann, wenn es ein ohne Abfindung zu versteuerndes negatives Einkommen nicht ausgleichen kann).

      Aber in welchem Maße sich das ALG „schädlich“ auswirkt, hängt u.a. von der Höhe der Beträge (Abfindung, ALG) sowie der anderen Faktoren der Einkommensteuererklärung ab. Eine Prognose ist da kaum zu treffen.

      Ich würde hier (wie so oft) entweder eine eigene Simulation verschiedener Szenarien mit Hilfe eines Steuerprogramms (oder der kostenlosen Elster-Software) empfehlen. Oder wenn jemand das nicht mag, einen Gang zum Steuerberater empfehlen. Alternativ kann man natürlich immer vorsichtshalber auf das ALG verzichten.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Danke übrigens für die Schilderung des positiven Verlaufs deines eigenen Falles. Freut mich immer zu hören!

  3. Die Rücküberweisung der im voraus gezahlten Krankenkassenbeiträge ist aber alles andere als schön, denn das musst du jetzt versteuern. Viel besser wäre es gewesen, wenn die Krankenkasse die Vorauszahlung als Guthaben behalten hätte, bis du nach der Arbeitslosigkeit selber Beiträge zahlen musst.
    Gruß
    BigMac

  4. Ich habe eine Frage, die ich bisher in keinem Kapitel finden konnte:
    Machte es nach dem max. Bezug von ALG1 Sinn, d.h. gibt es irgendwelche Vorteile weiter bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend zu verbleiben, wenn man nicht wirklich an einer Vermittlung interessiert ist? Die vorgezogene Altersrente (ohne Abschlag) für Arbeitslose gibt es wohl nur noch für vor 1952 geborene.

    Vorab vielen Dank und Grüße
    Axel

    • Da gibt es aus meiner Sicht (mindestens) zwei Vorteile:

      * Die Zeiten können bei der Berechnung der Wartezeit für die gesetzl. Rentenversicherung angerechnet werden. Wer hier noch eine Grenze erfüllen muss (z.B. 35 Jahre), kann dies damit kostenlos erreichen.
      * Es wird auch immer gesagt, der Anspruch auf eine evtl. Erwerbminderungsrente bliebe erhalten. Ich bin mir da allerdings gerade nicht mehr so 100% sicher. Besser noch einmal überprüfen! Anders herum ist es aber sicher, dass der Anspruch entfällt, wenn für eine gewisse Zeit (2 Jahre?) keine Pflichtversicherung mehr vorgelegen hat.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich tendiere auch dazu in der Vermittlung zu bleiben.
        Die aktuellen Wartezeiten habe ich zwar, aber die könnten sich ja (aber eher unwahrscheinlich) ändern. EM-Rente ist für mich nicht mehr zu erhalten, da Lücke im Beitragsverlauf.
        Aber es spricht dennoch doch nichts dagegen in der Vermittlung zu bleiben, zumal die Aktivitäten der Agentur (zur Vermittlung)nach der Leistungsphase vermutlich nicht zunehmen werden.

        Vielen Dank und Grüße
        Axel

        • Wenn weder Wartezeiten aufzufüllen sind, noch der Anspruch auf Erwerbsminderung erhalten werden soll, sehe ich allerdings keinen großen Sinn darin, in der Vermittlung zu bleiben. Denn wenn ich es richtig in Erinnerung habe, zählt für die Rentenversicherung nur die Zeit, eine Erhöhung der Rente erfolgt nicht. Aber auch das müsste ich dann noch mal nachlesen.

          Ob die Vermittlungsaktivität sich ändert, kann man (wie immer) nur schlecht sagen. Das hängt auch immer von der Agentur und dem Sachbearbeiter ab. Wahrscheinlich hängt es auch ein bisschen von dem Zeitraum ab, über den wir hier sprechen.
          Wenn es um wenige Monate geht, könnte ich mir vorstellen, dass man das einfach so laufen lässt. Ist der Zeitraum hingegen deutlich länger, möchte die Agentur sicher auch irgendwann mal ihre Statistik auf einfach Art verbessern und jemand solange nerven, bis er sich freiwillig abmeldet.

          Gruß, Der Privatier

          • Die durch weitere Arbeitslosmeldung „erarbeiteten“ Anrechnungszeiten wirkens sich doch auch sehr positiv auf die Gesamtleistungsberechung in der RV aus, da sie vom Divisor (Gesamtleistungsfähiger Zeitraum) abgezogen werden.
            Damit sollte die Rente doch eigentlich um mehr als 2% pro zusätzlichem Anrechnungsjahr steigen.

            Beispiel:
            40 Jahre Gesamtleistungfähiger Zeitraum mit je einem EP pro Jahr. ALG1 Endet mit Ablauf des 39. Jahres.

            Fall 1: 40. Jahr nicht arbeitslos gemeldet:
            39 Beitragjahre / 40 Gesamtleistungfähige Jahre = 0,974 EP

            Fall 2: 40. Jahr arbeitslos gemeldet:
            39 Beitragsjahre / (40 Gesamtleistungfähige Jahre – 1 Anrechnungsjahr) = 1,000 EP

            Bonus-Fall: 40. Jahr mit freiwilliger RV-Zahlung in Höhe von 1 EP:
            40 Beitragsjahre / 40 Gesamtleistungsjahre = 1,000 EP

            Oder übersehe ich da was?

          • Ich möchte da eigentlich nichts weiter zu sagen. Ganz einfach, weil ich mich mit diesen Fragen nie im Detail befasst habe. Ich kann nur sagen, dass es bei den Zeiten, die man während einer Arbeitlosigkeit ohne ALG-Bezug ansammelt, einige Besonderheiten gibt!
            Im Zweifelsfall sollte man auf jeden Fall einmal eine Rentenberatung aufsuchen. Ansonsten könnte es sein, dass man nachher Überraschungen erlebt…

            Gruß, Der Privatier

      • Funktioniert das wirklich mit „arbeitssuchend“ oder wäre das Zauberwort für die Anrechnung als Wartezeit/Anrechnungszeit nicht „arbeitslos ohne Leistungsbezug“?

        • Ja, so mag die korrekte Bezeichnung lauten. Aber normalerweise wird man eine Statusänderung dieser Art ohnehin in einem persönlichen Gespräch mit einem Berater vornehmen. Der wird dann schon die richtige Bezeichnung wissen. 😉
          In der Regel findet dieses Gespräch vor dem Abschluß der Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld statt, bei dem dann nachgefragt wird, wie man sich die weitere Zukunft vorstellt.

          Gruß, Der Privatier

          • Ich kann nur empfehlen sich so lange wie möglich bei AfA „angemeldet“ zu lassen. Das erhöht die Anzahl der Monate in der Anrechnungszeit.
            Gemäß § 58 SGB VI, Absatz 1, Satz 3:
            „(1) Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen Versicherte …..
            3. wegen Arbeitslosigkeit bei einer deutschen Agentur für Arbeit als Arbeitsuchende gemeldet waren und … oder nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht bezogen haben“
            Also nach der ALG-I-Zeit kein ALG-II bekommen, weil Ihr Eigenkapital zu hoch ist.
            Und diese Anrechnungszeit ist bei der DRV u.a. für die „beitragsfreien Zeiten“ wichtig. Dies erhöht die eigene Rente in nicht unerheblichem Maß!
            Gruß, Bruno

      • Ich habe jetzt mal (ungläubig wie ich bin) nach der Grundlage für die Anrechnung der Zeiten von „Arbeitslos ohne Leistungsbezug“ gesucht. Was ich gefunden habe, war etwas ernüchternd.

        Der VdK schreibt https://www.vdk.de/rheinland-pfalz/pages/76521/arbeitslos_ohne_leistungsanspruch :
        „Arbeitslosigkeit ohne Bezug von Arbeitslosengeld wird dagegen als Anrechnungszeit für die Rente gewertet, wenn davor und danach eine versicherte Beschäftigung liegt und man aufgrund von Einkommen oder Vermögen keinen Anspruch auf Leistungen hat.“

        Die gleiche Aussage habe ich auch im ELO-Forum gefunden.
        Und nach weiterem Suchen auch in der Broschüre „Arbeitslos, was Sie beachten sollten“ von der DRV. Bei letzterer lautet die Beschreibung „… dass Sie eine versicherte Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit unterbrochen haben und bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet sind.“

        Und um Mitternacht auch den Gesetzestext, Grundlage ist §58 SGB VI und dort die Punkte
        „(1) Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen Versicherte
        3 – wegen Arbeitslosigkeit bei einer deutschen Agentur für Arbeit als Arbeitsuchende gemeldet waren und eine öffentlich-rechtliche Leistung bezogen oder nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht bezogen haben,“

        Die Einschränkung folgt in Punkt
        „(2) Anrechnungszeiten nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 bis 3a liegen nur vor, wenn dadurch eine versicherte Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit oder ein versicherter Wehrdienst oder Zivildienst oder ein versichertes Wehrdienstverhältnis besonderer Art nach § 6 des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes unterbrochen ist;“

        Das hört sich so an, dass es für die Anrechnungszeit nichts bringt nach dem ALG1 Bezug noch weiter Arbeitslos ohne Leistungsbezug zu sein.
        Vermute ich (nach meinem obigen Sermon).

        Gibt es diesbezügliche Erfahrungen? Wie seht Ihr das?

        PS:
        Ob man das „heilen“ kann, indem man im Anschluß noch einen Monate selbst den Mindesbetrag an die DRV zahlt, würde ich bezweifeln.
        Vielleicht, wenn man nach ALG1 einen Monat selbst DRV bezahlt, sich dann Arbeitslos ohne Leistungsbezug meldet, und danach wieder einen letzten Monat selbst bezahlt und somit eine selbstständige Tätigkeit simuliert.

        • Danke für die Unterstützung, eSchorsch. Irgendwie hatte ich so eine dunkle Erinnerung, dass es mit diesen Zeiten von Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug nicht ganz so einfach ist. War aber gestern zu faul, das noch einmal konkret nachzusehen.
          Das habe ich dann eben nachgeholt und kann für alle, die ein tieferes Interesse haben, das Rechtsportal der DRV als recht umfangreiche Quelle angeben (sehr ergiebig und empfehlenswert, auch für andere Fälle!).

          Für die hier anstehende Frage findet man ausführliche Definitionen und „wunderbare“ Sätze, wie diesen z.B., der den Begriff der „Unterbrechung“ erläutert:
          „Für die Unterbrechung einer versicherten Beschäftigung oder Tätigkeit im Sinne des § 58 Abs. 2 SGB VI genügt es, wenn vor der betreffenden Anrechnungszeittatsache irgendeine andere Anrechnungszeit beziehungsweise Anrechnungszeittatsache oder eine Kette aneinander gereihter Anrechnungszeiten oder Anrechnungszeittatsachen im Sinne des § 58 Abs. 1 SGB VI, § 252 SGB VI beziehungsweise § 252a Abs. 1 SGB VI liegt und die erste dieser Zeiten eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit unterbricht (BSG vom 25.02.1971, AZ: 5/12 RJ 8/68, SozR Nr. 32 zu § 1259 RVO). Der Tatbestand der Unterbrechung ist auch erfüllt, wenn vor der betreffenden Anrechnungszeittatsache eine Ersatzzeit im Sinne des § 250 Abs. 1 SGB VI oder eine Kette aneinander gereihter Anrechnungszeiten beziehungsweise Anrechnungszeittatsachen und Ersatzzeiten liegt und die erste dieser Zeiten eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit unterbricht (BSG vom 07.12.1977, AZ: 1 RA 59/76, SozR 2200 § 1259 Nr. 23).“

          Ähm…ja. Gut zu wissen. 😉

          Weitere Fragen bitte direkt anhand des obigen Dokumentes zu klären.

          Gruß, Der Privatier

        • Hallo eSchorsch, hallo Privatier,

          OK, aber wo liegt das Problem, im letzten Monat vor der Rente noch mal für 1 Monat (als was auch immer) arbeiten zu gehen.
          Bei mir macht das in 6 Jahren (nach ALG-I)250,- € mehr Altersrente aus.

          Dafür lohnt sich doch wohl der Aufwand.

          Oder mache ich einen Denkfehler?

          Schöne Grüße, Bruno

          • Mir ging es im obigen Beitrag darum, ob man nach ALG1 noch ein paar Monate Arbeitslos ohne Leistungsbezug dranhängen kann, um die 35 Jahre für die Rente mit 63 vollzukriegen.
            Ich habe keine Ahnung, wie mir da ein Monat arbeiten gehen die Rente um 250€ erhöhen soll.

          • Das Problem dürfte da ja auch weniger der eine Monat sein, den man irgendwann noch hinten dran hängt. Für die meisten (mich eingeschlossen) wäre wohl die Vorstellung, sechs Jahres lang die Pflichten gegenüber der Agentur erfüllen zu müssen, mehr als unangenehm.
            Natürlich kann man Situationen nicht verallgemeinern, aber ich kenne auch Fälle, in denen die Agentur nicht bereit war, sechs Jahre lang still zu halten. Irgendwann wird die Ernsthaftigkeit der Stellensuche auf die Probe gestellt bzw. massive Fördermaßnahmen ergriffen.
            Insgesamt eine Situation, die von meiner Vorstellung her nichts mehr mit „Privatier“ zu tun hat.

            Gruß, Der Privatier

        • Schluck, da soll einer durchsteigen bei des Privatiers Link https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/01_GRA_SGB/06_SGB_VI/pp_0051_75/p_0058/gra_sgb006_p_0058.html

          O Privatier! Mein Privatier! Die grause Fahrt beginnt
          Nun wandere ich im finsteren Tal
          und kein Stecken und Stab trösten mich

          Weder der tote Walt noch der 23. Psalm helfen mir weiter, also entsperre ich mein Häendi und erteile den Befehl:
          „Siri, starte den Übersetzungsmodus, ich benötige Fremdsprachenunterstützung. Wähle als Ausgangssprache ‚Amtsschimmlig‘, ich werde Dir gleich was längeres vorlesen.
          Bereit?“
          Mein treues Nokia 6131 Klapptelefon starrt mich ebenso verständnis- wie sprachlos an.

          Also weiter zu Fuß, ich beschränke mich in dem Riesenwust (ojemine … bis ich da durch war) auf das was ich im letzten Kommentar als Pferdefuß benannt habe, nämlich den §58 (2) SGB VI, welcher eine „Unterbrechung“ fordert.

          Die DRV schreibt unter Punkt 3.4 Begriffsbestimmung „Unterbrechung“

          „Der Begriff der Unterbrechung im Sinne des § 58 Abs. 2 SGB VI setzt voraus, dass vor Beginn einer Anrechnungszeittatsache eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit – gegebenenfalls vorübergehend – beendet sein muss. Nicht erforderlich ist, dass die Anrechnungszeittatsache (zum Beispiel Arbeitsunfähigkeit) von einer versicherten Beschäftigung oder Tätigkeit umschlossen ist.

          Eine „Unterbrechung“ liegt auch vor, wenn nach dem Ende der Anrechnungszeittatsache eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit nicht mehr aufgenommen wurde, aber aufgrund des Gesundheitszustandes die Möglichkeit zur Aufnahme einer solchen Beschäftigung oder Tätigkeit bestand.“

          Puh, also eigene Bedenken widerlegt. Die DRV interpretiert den Gesetzestext so, dass „Arbeitslos ohne Leistungsbezug“ doch als Anrechnungszeit für die Rente zählt.

          Wie immer, alles ohne Gewehr. Wer selbiges benötigt, möge sich selbst bewaffnen.

          • 😀 Tja, manche Texte sind wirklich schwer verdaulich. Aber wie ich weiter oben schon geschrieben habe, würde ich diesen Weg für mich selber ohnehin ablehnen. Aber das muss (wie so oft) jeder für sich selber entscheiden.

            Gruß, Der Privatier

          • Ja, und genauso wurde es mir bei der Rentenberatung auch bestätigt.

            Natürlich ist die eigentliche Herausforderung die ganze Zeit bei der AfA „gemeldet“ zu bleiben.

            Aber da ich (seit 5 Monate arbeitssuchend und -los) bisher KEINERLEI Auflagen, weder Eigeneinitiative, Stellenvorschläge, Weiterbildung, etc bekommen habe, werde ich dies so lange wir möglich auch nach dem ALG-I aufrecht erhalten.

            Wenn Sie sich mal Ihre Renteninfo im Bezug auf die beitragsfreien Zeiten anschauen, sehe Sie auch die Möglichkeit die eigene Rente durch „Nichts“ zu erhöhen.

  5. Na klar, sachlich ist das derzeit wirklich eher unsinnig.
    Aber angenommen, es gibt keine GroKo, es gibt noch zweimal Neuwahlen und dann bilden die Linken eine Regierung. Die bestimmen, dass es eine abschlagsfreie Altersrente nicht erst nach 45 sondern schon nach 40 Jahren Beitrags- inkl. Anrechnungszeiten gibt!
    Dann hätte das rückwirkend Sinn gemacht – zugegeben, das ist ziemlich gesponnen, aber wer weiß!?

    VG Axel

  6. Hallo,
    Vorweg ein großes Lob für die Bereitstellung dieser tollen Seite, sie hat mir mehr geholfen als mein „Steuerberater“😡.

    Ich befinde mich seit dem 01.01.19 im Dispositionsjahr. Nun möchte ich einen 450 € Job annehmen inkl. Rentenzahlung.
    Unteranderem aus steuerlichen Gründen möchte ich im Kalenderjahr 2019 den max.. Höchstbetrag ( ca 12 x 1246 € ) freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Jetzt habe ich diesbezüglich mehrere verschiedene Aussagen von der Rentenberatung erhalten.
    Ein Berater meinte, dass wenn man bei dem 450 € Job den eigenen Anteil von 3,6 % zahlt, die Rentensonderzahlung von ca. 15000 € unwirksam wird und man das Geld zurück überwiesen bekommt und der steuerliche Effekt nachträglich aberkannt wird. Der Rat lautet nun, auf die Zahlung des 3,6 prozentigen eigenen Anteils beim unterzeichnen des 450 € Arbeitsvertrages zu verzichten.
    So nun zu meiner Frage, kann das jemand bestätigen oder mir eine Quelle /Gesetz nennen, wo ich dies selbst nachlesen kann.
    Vielen Dank 11Nikolaus

    • Solche Fragen sind ja u.a. der Grund, warum freiwillige Beiträge nicht „einfach so“ eingezahlt werden sollten, sondern immer nur nach vorheriger Antragstellung. Dort werden dann nämlich die Randbedingungen erfragt und man erhält danach eine Zu-/Absage.

      Im vorliegenden Fall sehe ich das genau so wie der oben erwähnte Berater: Eine bereits bestehende Pflichtversicherung schliesst eine weitere freiwillige Versicherung für die betreffenden Monate aus.

      Neben der schon genannten Möglichkeit, auf die RV-Versicherung im Minijob zu verzichten, gibt es aber auch noch die andere Variante der freiwilligen Einmalzahlung zur Reduzierung der Abschläge einer vorzeitigen Rente.
      Aus Steuersicht gibt es da keine Unterschiede.

      Mehr dazu im Beitrag: https://der-privatier.com/kap-6-8-2-freiwillige-einmalzahlungen-in-die-rentenversicherung/

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Auch solche Zahlungen NUR mit Antrag!! Und frühzeitig stellen, nicht erst im Dezember. 😉

  7. …ich haben einen solchen Antrag gestellt und er wurde positiv beschieden. Leider fehlen mir 7 Monate zu den notwendigen 35 Pflichtversicherungsjahren um eine Einzahlung zur Reduzierung der Abschläge einer vorzeitigen Rente zu tätigen. Aus diesem Grund kann ich nur den jährlichen Höchstbetrag einzahlen.
    ALSO werden ich den 450 € Job ohne meinen eigenen 3,6 % Rentenanteil vereinbaren und die Sonderzahlung in einem Rutsch leisten.
    Leider hat der erste Rentenberater mich auf diesen Fallstrick nicht hingewiesen.
    VIELEN DANK
    Gruß 11Nikolaus

    • Okay, wenn die freiwilligen Zahlungen zum Erreichen einer Wartezeit benöigt werden, gibt es keine andere Möglichkeit.

      Ich bin mir übrigens relativ sicher, dass im ursprünglichen (genehmigten) Antrag der Minijob nicht erwähnt worden ist, oder? Und wahrscheinlich bei der ersten Beratung auch nicht. Man sollte von einer Beratung nicht erwarten, dass hier sämtliche denkbaren Lebensereignisse thematisiert werden. Auf spezielle Nachfrage hin natürlich immer, aber nicht „auf Verdacht“ hin.

      Aber ich denke, der Verzicht auf den eigenen Rentenbeitrag im Minijob stellt jetzt auch keinerlei Einschränkung dar, oder? Ich sehe da zumindest kein Problem.

      Gruß, Der Privatier

  8. …Nein, natürlich nicht.
    Man muss halt für seine individuellen Bedürfnisse den „richtigen“ Weg durch die Verordnungen und Gesetze finden.
    Gruß 11Nikolaus

    • Wohl wahr,
      11Nikolaus hat ja „Seinen“ Weg inzwischen gefunden….

      Wem bis zum 63. Lebensjahr noch (theoretisch !!! erwerbbare) Beitragszeiten bis 35y-Wartezeit fehlen, kann den RM-Ausgleich aber auch für eine SPAETER einsetzende vorgezogene Rente beantragen.

      Wer also die 35 Beitragsjahre (vom Zeitpunkt der Antragstellung aus gerechnt) erst mit 64 erreichen KOENNTE, beantragt eben den Ausgleich für eine Rente ab 64….

      Bei einer Prognose des bis dahin erreichbaren Punktestandes von vielleicht 60 Pkt. und einem Regelrentenalter von 67 Jahren, ergibt die Minderung von 10,8% immerhin knapp 6,5 Pkt., geteilt durch den Zugangsfaktor (0,892) also gut 7 „auszugleichende“ Punkte.
      Bei aktuell >7,5 k€/Pkt. schon mehr als ein Ehepaar pro Jahr ueberhaupt steuerlich angerechnet bekommt.

      Was man tatsaechlich einzahlt, bleibt dann wieder jedem selbst ueberlassen.
      Ebenso die Entscheidung ob man noch laufende Beiträge (BeitragsZEITEN) zahlt, oder der Zeitpunkt zu dem dann tatsaetzlich ein Rentenantrag gestellt wird.

      Gruesse
      ratatosk

  9. ..noch eine Nachfrage bezüglich dem eventuell zu beantragenden ALG 1 Geld ab 01.01.2020.
    „Darf“ man einen 450 € Job im Dispositionsjahr ausüben ohne das es Nachteile auf die Höhe oder die maximale „Laufzeit (bei mir 15 Monate)“ des zu erwartenden ALG1 Geldes hat?
    Gruß 11Nikolaus

  10. Hallo, die Beiträge sind hier wirklich super- vielen Dank.
    Ich werde mein Arbeitsverhältnis zum 31.12.2019 durch einen Aufhebungsvertrag beenden und bekomme eine Abfindung.
    Damit ich die Steuerlast mildern kann, ist das Dipositionsjahr -wie ich finde- eine geniale Variante.
    Ich habe nun etliche Beiträge gelesen die sehr hilfreich sind.
    Meine Frage ist nun: Wie ist es mit der Kranken- und Rentenversicherung, wenn ich schon eine halbe Erwerbsminderungsrente bekomme.? Und wie wirkt sich das ganze auf das Dispositionsjahr aus?
    Für eine Antwort oder einen entsprechenden Beitrag wäre ich sehr dankbar.

    • Ich habe mich mit etwaigen Besonderheiten von Erwerbsminderungsrenten bisher nie befasst. Von daher mag meine Einschätzung etwas oberflächlich sein, aber ich kann da auf Anhieb keine gegenseitigen Auswirkungen mit einem Dispojahr erkennen.

      Gruß, Der Privatier

  11. Danke für die schnelle Antwort.
    Meine Frage ist, ob ich über die Erwerbsminderungsrente, also über die Rentenversicherung krankenversichert bin oder ich mich privat freiwillig versichern muss.

    • Wie gesagt: Erwerbsminderungsrente ist nicht so mein Thema. Vielleicht fragen Sie einfach einmal direkt bei Ihrer Krankenkasse nach. Die sollten das wissen.

      Gruß, Der Privatier

  12. Bin auf dem Weg ins Dispojahr, nach unterschriebenem Aufhebungsvertrag.
    Die Vorteile keine Sperrzeit, keine Ruhezeit und Überbrückung bis 58 liegen auf der Hand.
    Was mir noch unklar ist, ob die Arbeitsagentur nach dem Dispojahr noch Rentenbeiträge für mich abführt. Auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung steht: „Bekommen Sie Arbeitslosengeld, zahlt die Agentur für Arbeit automatisch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dies gilt jedoch nur, wenn Sie im letzten Jahr vor dem Leistungsbeginn – vielleicht auch nur kurze Zeit – rentenversicherungspflichtig waren. Sie benötigen also eine so genannte Vorversicherung.“ Wenn die Arbeitsagentur dadurch die Rentenbeiträge nicht bezahlt, ist dies der grösste Nachteil vom „Dispojahr“.

    Gruß, Robert

  13. Hallo Herr Kraus,
    doch, die AA zahlt auch nach dem Dispositionsjahr “ ganz normal“ Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.
    Der Punkt steht im Antrag auf Arbeitslosengeld unter Punkt 6b.
    In der Fußnote dazu steht: wenn sie nicht pflichtversichert waren, füllen sie das Zusatzblatt “ Sozialversicherung der Leistungsbezieher“ aus.
    In diesem Zusatzblatt unter Punkt 4.1-4.6 einfach das Zutreffende ankreuzen und mit dem Antrag auf ALG 1 zusammen abgeben.
    Hat bei mir wunderbar funktioniert und die Beiträge zur gesetzlichen RV wurden genauso abgeführt, als wenn man kein Dispositionsjahr eingelegt hätte.
    Das obige Zusatzblatt hat der Privatier auch irgendwo hier im Forum verlinkt, da müssten sie mal suchen oder googeln….

    Viel Erfolg
    Brigitte

    • Ich kann Brigitte hier nur zustimmen!
      Und das geht übrigens auch aus der zitierten Seite der Deutschen Rentenversicherung hervor. Dort heisst es nämlich nur einen Satz später:
      „Haben Sie die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, können Sie die Pflichtversicherung beantragen. Die Agentur für Arbeit trägt die Beiträge auch dann in voller Höhe.“

      Also: Alles kein Problem. Ein entsprechender Antrag wird meines Wissens automatisch dem ALG-Antrag beigefügt.

      Gruß, Der Privatier

  14. Super, danke für die Antworten.
    Warum man nach einem Jahr dann einen anderen Weg einschlagen muss ist mir schleierhaft.
    Wenn ich dann lese „beantragen“, folgt das „genehmigen“ und da habe ich schon die seltsamsten Dinge erlebt.

    Gruß, Robert

    • Ich habe das gar nicht als seperaten Antrag wahrgenommen. Beim online Ausfüllen des Antrages auf ALG kann man halt kein Kreuzchen bei [Vorversicherung-xyz] machen, sondern muss halt auf eine separate Seite und dort ein paar Daten eintragen.
      Auch die „.pdf-Quittung“ für den Antrag war nur eine einzige Datei. Es ist also nur eine Formsache (zumindest wenn man den Antrag online aufgibt)

  15. Vielen Dank für diese sehr informative Seiten!
    Ich werde mit 57 31.12.2019 Beschäftigungslos und beabsichtige mit 58 ab den 01.10.2019 ALG zu beantragen. Soll/muss ich in der Zwischenzeit die Arbeitslosenversicherung selber ‚freiwillig‘ bezahlen oder ist dies unnötig? (im Normalfall bei sofort Meldung wäre dies während der Sperrzeit scheinbar nicht nötig)
    Gruß
    Dogjonb

    • Ich bin mir (fast) sicher, dass es auch Fälle gibt, bei denen es Sinn macht, die Arbeitslosenversicherung selber zu zahlen. Mir ist allerdings bisher keiner bekannt. Also: Meiner Meinung nach nicht sinnvoll.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Das Datum für den ALG-Antrag sollte wohl 01.10.2020 heissen?!

Schreibe einen Kommentar zu eSchorsch Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.