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Kap. 9.3.2.9: Hinweise zum Dispositionsjahr: Verlängerte Rahmenfrist — 215 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    Hab Deine Ausführungen mit grossem Interesse gelesen.
    Wenn ich es richtig verstehe hat es aber auch für über 58-jährige Vorteile
    1. Der Anspruch für 18 Monate bleibt bestehen ohne weitere Sanktionen, da ja die 36 Monate erfüllt sind.
    2. Man hat im Dispojahr die freie Zeitverfügung.

    Seh ich das richtig, dass das Risiko auf den Komplettwegfall des ALG doch deutlich minmiert wird?

    Beste Grüße und viel Lob und Dank für Deine aüsserst hochwertigen Informationen

    • Naja, ich habe ja auch geschrieben:
      „die jenseits der Altersgrenze von 58 Jahren den vollen ALG-Anspruch von 24 Monate in Anspruch nehmen wollen“ ergibt sich keine Änderung.

      Wer natürlich mit einem Anspruch von nur 18 Monaten zufrieden ist, geniesst dieselben Vorteile wie die jüngeren Arbeitslosen. Und ein wesentlicher Vorteil liegt darin, dass das Risiko des Komplettwegfalls des ALG deutlich geringer geworden ist. Das ist korrekt.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Privatier,
    zuerst möchte ich mich herzlich bedanken, Ihre Hinweise haben mir schon vor ca. 2 Jahren sehr geholfen. Ich würde gern meinen speziellen Fall schildern mit der Bitte um erneuten Rat.
    Ich habe nach langjähriger Tätigkeit im Frühjahr 2017 eine Abfindung ausgehandelt, die Anfang 2018 ausgezahlt wurde. Im ganzen Jahr 2017 war ich noch angestellt mit Kündigung zum ultimo 2017.
    Im Jahr 2018 bin ich nur einer steuerfreien Nebentätigkeit nachgegangen, es war ein Dispositionsjahr mit der Überlegung ALG 1 ab 2019 oder nochmal woanders was versuchen. Ich habe schließlich im dritten Quartal 2018 einen neuen Angestelltenvertrag unterschrieben ab Anfang 2019.
    Ich stelle hier nun zunehmend fest, das ich als alter „Beraterdinosaurier“ (Vermögensberater/verwalter in einer Bank) in diesen EU Regulierungswust, Stichwort Mifid 2 Zeiten, nicht mehr klarkomme.
    Am liebsten würde ich endgültig die „Brocken hinwerfen“. Kündigungsfrist 6 Monate zum Quartalsende.
    Im August 2020 werde ich 58 Jahre alt. Falls ich noch bis Anfang 2020 weiterarbeite und dann kündige, bin ich zum Termin 30.09.2020 bereits 58 Jahre alt. Würde ich dann ALG 1 beantragen, bekäme ich diese Zuwendung 2 Jahre lang bis 30.09.2022, die letzten 3 Jahre bis zur vorzeitigen Rente bekäme ich aus Erspartem und Abfindung gut überbrückt.
    Jetzt kommt aber die Überlegung mit dem erweiterten Dispositionsrahmen ins Spiel:
    Angenommen, ich würde schon im Juli 2019 kündigen, liefe mein Vertrag am 31.03.2020 aus. Zu dem Zeitpunkt bin ich aber noch nicht 58 Jahre alt. Könnte ich dann ein paar Monate abwarten und erst mit erreichten 58 Jahren ALG 1 beantragen und käme dann in den Genuss von 24 Monaten Bezugsdauer oder würde dies gekürzt, weil ich ab Bezug ALG 1 rückwirkend nicht mehr auf 48 Monate Angestelltenzeit binnen der letzten 5 Jahre komme? Oder kann ich z.B. am 1.4.2020 die Berechtigung auf ALG 1 feststellen lassen, mich sofort wieder abmelden und die Bezugsdauer dann ab erreichten 58 Jahren, und dann doch für 24 Monate Dauer, starten lassen? Ich hoffe, mein Fall ist klar dargestellt und Sie oder ein Mitleser können helfen.
    Besten Dank und Frohe Ostern!

    • Also, schauen wir uns die Varianten an:
      * Ende der Beschäftigung zum 30.9.2020 mit 58 Jahren ergibt einen Anspruch auf 24 Monate ALG, da auch die 48 Monate (exakt) in den zurückliegenden 5 Jahren vorliegen.
      * Ende der Beschäftigung zum 31.3.2020 und ALG-Antrag erst später mit 58 Jahren ergibt nur einen Anspruch auf 18 Monate ALG, da hier die 48 Monate in den zurückliegenden 5 Jahren nicht vorliegen.
      * Ende der Beschäftigung zum 31.3.2020 mit sofortigem ALG-Antrag ergibt ebenfalls nur einen Anspruch auf 18 Monate ALG, da das Alter von 58 Jahren noch nicht erreicht ist. Abmelden und später wieder anmelden hilft da nichts! Der Anspruch wird nicht neu berechnet.

      ABER: Bei allen Varianten gilt: Der berechnete Grund-Anspruch wird infolge eigener Kündigung um 1/4 der Dauer gekürzt (Sperre wg. Arbeitsaufgabe), heisst z.B. bei einem grundsätzlichen Anspruch auf 24 Monate wird er effektiv doch nur 18 Monate betragen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Oh, Danke für den Hinweis mit der Eigenkündigung. Evtl. lässt sich das im guten Einvernehmen-sofern dies dann noch besteht- regeln.
    Besten Dank nochmal!

  4. Hallo Privatier,vielen Dank für diese äußerst informative Website und Ihr Engagement.
    Habe zum 31.5.2018 mit Aufhebungsvertrag mit Abfindung bei meinem langjährigen Arbeitgeber aufgehört.Wenn ich es richtig herausgelesen habe, muss ich jetzt Pünktlich nach 1 Jahr (Dispositionsjahr), zum 1.6.2019 die Meldung bei der Arbeitsagentur machen. Ich hätte folgende Fragen:1.Der 1.6.2019 ist ein Samstag,melde ich mich dort am besten Schriftlich zum 1.6.oder per Onlinemeldung zum 1.6.oder persönlich am 31.5.2019 oder am 3.6.2019, um den Anspruch auf ALG 1 aufrecht zu erhalten ? 2.Muß ich Auskunft über die Abfindung geben? 3.Wie melde ich mich an: als Arbeitsuchend oder als Arbeitslos? Für Info`s wäre sehr dankbar,vielen Dank!Beste Grüße! Frank

  5. Oben steht:

    Und wenn wir uns dazu noch einmal an die Tabelle im Beitrag „Alles im Rahmen“ erinnern, so sehen wir, dass sich die Dauer des ALG-Anspruches u.a. nach dem Alter des Arbeitslosen richtet, aber auch nach den in den letzten 5 Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit vorhandenen Beschäftigungszeiten.

    Und diese Frist ist nicht verändert worden!

    Aber:

    in § 147 SGB III steht doch

    … innerhalb der um drei Jahre erweiterten Rahmenfrist ..

    dann müssten das doch 5,5 Jahre sein, wenn die Rahmenfrist ab 1/2020 2,5 Jahre beträgt.

    2,5 + 3 = 5,5

  6. Vielen Dank für die guten Info’s auf dieser Seite.
    Hier meine Frage: Die verlängerte Rahmenfrist würde ja ein Dispositions’jahr‘ von > 12 Monaten erlauben (bei 18 Monaten ALG1 Bezug mit 55 J. und min 12 Monaten Beschäftigungszeit) wenn ich das richtig verstehe.
    Könnte das aber nicht zu der Situation führen dass von Arbeitsamt keine Beiträge zur Rentenversicherung und/oder KV/PV abgeführt werden? Was mich hier irritiert ist §3 SGB 6, wie folgt: „Versicherungspflichtig sind Personen in der Zeit,…
    3. für die sie von einem Leistungsträger Krankengeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld, ARBEITSLOSENGELD oder von der sozialen oder einer privaten Pflegeversicherung Pflegeunterstützungsgeld beziehen, wenn sie IM LETZTEN JAHR VOR BEGINN der Leistung zuletzt versicherungspflichtig waren; der Zeitraum von einem Jahr verlängert sich um Anrechnungszeiten wegen des Bezugs von Arbeitslosengeld II,“ [Großbuchstaben zur Hervorhebung von mir]
    Wenn ich also über 12 Monate hinaus VOR dem Bezug von ALG1 nicht versicherungspflichtig beschäftigt war und Beiträge in die RV (Mindestbeitrag Zwecks Anrechnung Wartezeit), KV/PV aus eigener Tasche gezahlt habe, bedeutet das dann dass diese während dem Bezug von ALG1 nicht vom Arbeitsamt übernommen werden und ich sie weiter selbst zahlen muss?

    Danke Vorab für die Unterstützung bei den komplexen Fragen!

  7. Hallo Privatier,
    ich habe meinen Anspruch auf ALG 1 feststellen lassen, bevor ich das 55.ste Lebensjahr vollendet hatte und dann die Dispositionszeit in Anspruch genommen. Jetzt bin ich 56 und habe meine Dispositionszeit durch erneute Arbeitslosmeldung beendet! Die Agentur für Arbeit lässt aber jetzt meinen „ursprünglich gestellten Antrag“ vor der Dispositionszeit wieder aufleben und gewährt mir nur 15, statt 18 Monate ALG 1! Ich habe Einspruch euingelegt und jetzt wird geprüft! Gibt es rechtliche Grundlagen für die 18 Monate? Danke schonmal!

    • Ich muss Sie da leider enttäuschen. Die Agentur hat richtig entschieden.

      Ich nehme einmal an, dass Sie die Beiträge zum Dispojahr hier auf der Seite nicht gelesen haben, denn es wurde immer ausdrücklich darauf hingewiesen, dass KEINE Arbeitslosmelung zu Beginn eines Dispojahres erfolgen darf! So z.B. im Beitrag „Hinweise zum Dispositionsjahr: Arbeitslosmeldung“ , letzter Abschnitt: Keine Arbeitslosmeldung am Anfang des Dispojahres!

      Ein Widerspruch wird daher keinen Erfolg haben. Es tut mir leid, Ihnen keine bessere Antwort geben zu können. 🙁

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,

        lieben Dank!

        War dann von mir leider missverständlich formuliert! Sorry!
        Ich hatte das Jahr bereits vor meiner ersten Arbeitslosmeldung bis auf den letzten Tag ausgeschöpft – Die Arbeitslosmeldung war dann (nach dem Jahr) notwendig, um
        meine Ansprüche zu sichern und festzustellen – die sonst verfallen wären! Danach habe ich mich sofort wieder in die Disposition zurück gezogen und jetzt, bevor die 4 Jahre um sind, mich wieder Arbeitslos gemeldet!

      • Aus der ersten Fragestellung habe ich einen völlig anderen Eindruck bekommen…

        Aber wie dem auch sei, wenn zumindest die Aussage „ich habe meinen Anspruch auf ALG 1 feststellen lassen, bevor ich das 55.ste Lebensjahr vollendet hatte“ zutreffend ist, dann bleibt es bei dem dabei ermittelten Anspruch. Es wird mit Erreichen eines höheren Alters nicht neu gerechnet.
        Siehe auch Beitrag: „Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand“ .

        Gruß, Der Privatier

  8. Ich werde im Oktober 2020 55 Jahre alt und bin noch in der PKV.
    Um zurück in die GKV zu kommen geht das nur noch über den Weg der Familienversicherung.

    Aufhebungsvertrag auf eigene Veranlassung zum 29.02.2020 – Kündigungsfrist wird nicht eingehalten

    Alte Regelung bis 31.12.2019: Rahmenfrist 24 Monate
    Familienversicherung ab 01.03.2020 bis 28.02.2021 – vorher PKV
    Dispojahr: 01.03.2020 bis 28.02.2021
    Zahlung Abfindung: 01.03.2021 – Verschiebung wegen GKV – sonst würde Abfindung ca. 6 Monate Ruhezeit verursachen
    Arbeitslosmeldung: 01.03.2021 – pflichtversichert GKV
    Nachteil: 10 Monate Bezug ALG 1 in 2021 – viel Steuern

    Neue Regelung ab 01.01.2020: Rahmenfrist 30 Monate
    Dispojahr: 01.03.2020 bis 31.08.2021 – vorher PKV
    Zahlung Abfindung: 01.09.2021 – Verschiebung wegen GKV – sonst würde Abfindung ca. 6 Monate Ruhezeit verursachen
    Arbeitslosmeldung: 01.09.2021 – pflichtversichert GKV
    Vorteil: 4 Monate Bezug ALG 1 in 2021 – weniger Steuern

    Sind meine Überlegungen so richtig, oder habe ich was übersehen?
    Vielen Dank schon jetzt!

    • Zum Wechsel von der PKV zur GKV möchte ich keine konkreten Aussagen machen. Dazu habe ich mich zu wenig damit befasst. Aber generell ist es schon richtig, dass der Weg über eine Pflichtversicherung führt. Und das kann neben einer Reduzierung des Bruttoeinkommens unter die Jahresentgeltgrenze auch der Weg über eine Arbeitlosigkeit sein. Oder auch eine Familienversicherung. Zu den konkreten Voraussetzungen möchte ich aber nichts sagen.

      Darum hier nur etwas zu dem restlichen Konstrukt. Das sieht aus meiner Sicht erst einmal gut aus. Zu bedenken wären immer noch zwei weitere Punkte:

      * Reicht die Dauer der in der Vergangenheit liegenden vers.pfl.Beschäftigungen?
      Im Alter von 55 Jahren sollten für den Max-Anspruch 36 Monate vorliegen. Das passt meiner Meinung nach, aber bitte einmal selber prüfen!

      * Kommen in der zwei Jahren vor ALG-Beginn mind. 150 Tage mit vers.pfl.Beschäftigung zusammen? Das passt meiner Meinung nach auch, aber bitte auch einmal selber prüfen! Notfall könnte man den ALG-Starttermin auch einen Monat früher beginnen lassen.

      Ansonsten habe ich noch leichte(!) Bedenken wg. der Verschiebung der Abfindung.
      Es gibt zwar ein BFH-Urteil, in dem ganz klar eine terminliche Gestaltung der Auszahlung für zulässig erklärt wird. Insbesondere sogar unter dem gesichtspunkt der steuerlichen Optimierung. Und darin ist auch keine Einschränkung hinsichtlich des Abstandes zwischen Beschäftigungsende und Auszahlung erwähnt.

      Allerdings ist mir bisher auch kein Fall bekannt, in dem die Auszahlung einer Abfindung über mehr als ein Jahr hinausgeschoben wurde. Ich kenne daher die rechtliche Einschätzung nicht. Es gibt da wohl auch keine Urteile.
      Das mag also akzeptiert werden – oder auch nicht.

      Das BFH-Urteil würde erst einmal dafür sprechen. Andererseits, wenn man sich eine extreme Gestaltung vorstellt, der sich jemand eine Abfindung erst 10 Jahre später auszahlen lassen möchte, kommen Zweifel auf, ob dies noch zulässig sein könnte. Und irgendwo dazwischen wird es eine Grenze geben. Vielleicht gab es bisher noch keinen Anlass, die Grenze zu bestimmen…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo erfolgreicher Privatier,

        vielen Dank für Deine Antwort.
        Der Weg aus der PKV zurück in die GKV geht in meinem Fall definitiv ausschließlich über eine Familienversicherung, da meine Vorversicherungszeiten in der GKV nicht gegeben sind.
        Die Zeiten wegen ALG 1 sind seit über 35 Jahren gegeben.
        Der Zeitpunkt der Zahlung der Abfindung ist noch nicht sicher.
        Mein Arbeitgeber will (scheide am 29.02.2020 aus), bisher die Abfindung im Februar 2021 zahlen. Es wird gerade eine mögliche Auszahlung im März 2021 geprüft.
        Das wäre für die Familienversicherung wichtig, da sonst (Auszahlung 02/2021) eineine Ruhezeit (wegen Abfindung) von ca. 6 Monaten verursacht werden würde. Diese liefe aber, so wie ich es verstehe, dann in die Zeit des ALG 1 bezugs ab 01.03.2021 – wäre aber verschmerzbar, da das nur den Monat Februar 2021 beträfe – oder? Da dann als ALG 1-Empfänger pflichtversichert in der GKV.

        Siehe Link ab Seite 11:
        https://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/familienversicherung/_jcr_content/par/download_1926320624/file.res/GH%20Fami%20Gesamteinkommen_12.06.2019.pdf

        Hoffe den Sachverhalt richtig einschätzen zu können – die Rahmenfrist von 30 Monaten kann ich leider durch die Zahlung der Abfindung in 02/2021 vegessen, wegen dann resultierender Ruhezeit der GKV-Familienversicherung..

        • Ich habe inzwischen bei den vielen Datumsangaben bei unterschiedlichen Varianten etwas den Faden verloren. 🙁

          Es ist aber auch nicht nötig, diesen wieder herzustellen, da ich ohnehin keine Beurteilung von Gesamtkonzepten abgeben möchte.

          Ich denke, es wird wieder einmal Zeit, dass ich mich selber(!), aber auch die Kommentatoren daran erinnere, dass eine Seite wie diese ihre Grenzen hat.
          s. auch: https://der-privatier.com/grenzen/

          Gruß, Der Privatier

  9. „Arbeitslosmeldung: 01.03.2021 – pflichtversichert GKV
    Nachteil: 10 Monate Bezug ALG 1 in 2021 – viel Steuern“

    Man muß das ALG1 ja nicht am Stück abreißen, ich würde anfügen: abmelden zum 15.03.2021 und somit nur ein paar Tage ALG1 in 2021 beziehen.
    Am 01.01.2022 wieder neu mit Verweis auf den alten Anspruch anmelden.
    https://der-privatier.com/kap-9-3-1-anmelden-und-wieder-abmelden/

    Zum Komplex PKV kann ich nix beitragen.

  10. Danke eSchorsch!
    Ja, Grundsätzlich wäre das möglich.
    Leider, wie ich es verstehe, langt dann die GKV zu.
    Wegen Abfindung.

    Beispiele ab Seite 11:
    https://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/familienversicherung/_jcr_content/par/download_1926320624/file.res/GH%20Fami%20Gesamteinkommen_12.06.2019.pdf

    daher sollte ich ab Bezug ALG 1 wieder mindestens 6 Monate über Arbeitsagentur in der GKV pflichtversichert sein.
    So verstehe ich das.
    Für weitere ratschläge bedanke ich mich schon jetzt!

  11. meine Frau Simone ist am 25.10.1963 geboren und hat eine 70 % Schwerbehinderung.

    Sie kann nun zum 31.Okt. 2020 aufhören zu arbeiten und Ihre angesparte Urlaubszeit von ca. 10 Monaten bei vollem Gehalt nehmen.

    Nach diesen 10 Monaten (30.09.2021) scheidet sie aus der Firma aus und erhält dann eine Abfindung, die wir uns aber erst im Januar 2022 auszahlen lassen wollen.

    Wir würden nun gerne das Dispositionsjahr in Anspruch nehmen und uns dann pünktlich nach genau einem Jahr arbeitslos melden.

    Wann müssen wir dem Arbeitsamt sagen, dass wir das Dispo. Jahr nehmen wollen?
    Müssen wir dort unser Abfindung angeben?

    Meine Frau hat ca. 40 Jahre durchgehend Arbeitslosengeld eingezahlt und war noch nie arbeitslos.

    Wir gehen davon aus, dass Sie dann für 24 Monate Alg 1 erhält, da Sie dann 58 Jahre alt ist.

    Dispojahr von 01.01.2022 oder schon ab 01.10.2021?

    Dann ab 01.01.2023 oder 01.10.2022 Alg 1 bis 31.12.2024 oder bis 30.09.2024

    Danach müssen wir die Zeit bis Eintritt Rente, das wäre der 01.09.2025 bei 10,8 % Rentenabzug mit eigenem Geld überbrücken.

    Ist dies alles so richtig, oder machen wir bei der Berechnung Fehler?

    • Zu den Meldefristen beim Dispojahr bitte einmal die Hinweise zum Dispojahr lesen:
      * Arbeitsuchendmeldung und
      * Arbeitslosmeldung

      Ansonsten startet das Dispojahr am ersten Tag nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses und sollte bei einem Alter von 58 Jahren (oder mehr) auf den Tag genau ein Jahr später enden (s. Beitrag oben).

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Der Agentur sind sämtliche Angaben über Aufhebungsverträge, Abfindungen, etc. vorzulegen.

  12. Der § 148 SGB III scheint ja eine zentrale Rolle beim Dispojahr zu spielen, denn er besagt, u.a. in (2) Satz 2, dass eine Minderung für Sperrzeiten wegen Arbeitsaufgabe oder verspäteter Arbeitsuchendmeldung, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet, bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld länger als ein Jahr zurückliegt.

    Dabei sind nun folgende Fragen aufgetaucht:

    Es scheint dabei keine Rolle zu spielen, ob eine Kündigungsfrist eingehalten wurde oder nicht. Woraus ergibt sich eigentlich, dass bei Einhaltung der Kündigungsfrist keine Sperre gemäß (1) Nr. 4 verhängt wird und dass ohne Einhaltung der Kündigungsfrist eine solche verhängt wird ?

    Was ist nun eigentlich das Ereignis, das die Sperrzeit begründet ?
    Ist es der Tag an dem die Kündigung erklärt (Datum Kündigungsschreiben) wurde bzw. der Tag der Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages oder ist es der Tag des Austritts aus dem Arbeitsverhältnis ?

    Anders gefragt. Basierend auf welchen Rechtsgrundlagen (§§ 187 ff BGB ?) berechne ich die Frist, um sicher zu stellen, dass das Ereignis bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld länger als ein Jahr zurückliegt.

    • B hat unten schon darauf hingewiesen, dass die Sperrzeit wegen der Mitwikung am Arbeitsplatzverlust und die Ruhezeit wegen Nichteinhaltung der Kündigungsfrist verhängt wird. Deine Fragen basieren auf falschen Annahmen.

      Im Kapitel über das Dispojahr hat Mr. Excel nicht nur die Funktionsweise erklärt, sondern auch „zuständige“ Paragraphen für das Dispojahr aufgeführt
      https://der-privatier.com/kap-9-3-2-das-dispositionsjahr/

    • Hallo ctrader,
      wenn ich deine Frage richtig verstehe, geht es dir um den Tag, wann das Dispojahr beginnt. Ich bin mir auch nicht sicher, vermute aber das Folgende: Neulich hatte ich ein Telefongespräch mit der Leistungsabteilung der AfA. Ich schilderte, dass ich kündigen werde und anschließend mein Disporecht für ein Jahr in Anspruch nehmen möchte. Meine Absicht war etwas Schriftliches zu bekommen, um den Sachverhalt bei der späteren Arbeitslosenmeldung beweisen zu können. Darauf ließ sich die AfA aber nicht ein, mit der Begründung, dass der (Kündigungs)fall ja noch nicht eingetreten sei und deswegen nicht bestätigt werden kann. Auf meine Rückfrage, wie ich das denn später beweisen könnte, wurde mir gesagt, dass ich das nicht brauche, weil der Arbeitgeber eine „Meldung“ machen wird, aus der die AfA erkennen kann wie lange ich wo gearbeitet habe. Dennoch habe ich eine Mail von der AfA mit meiner Kundennummer bekommen, in der der Sachverhalt, mit beabsichtigten Kündigungstermin aufgeführt ist und ich unterschrieben an die AfA zurückschicken soll.

      Ich vermute nun, dass unabhängig vom Kündigungstermin, letzter Tag in der Firma, etc, die AfA das Dipojahr ab dem Tag der letzten Meldung vom AG beginnt.

      Gruß

      • Nachtrag: Eine Sperre gibt es für die eigene Mitwirkung an der Beschäftigungslosigkeit. Das Ereignis, welches die Sperre begründet, ist daher der Beginn der Beschätigungslosigkeit. In der Regel: Erster Tag nach Beschäftigungsende.

        Gruß, Der Privatier

        • Danke für die Info. Gibt es da irgendeine offizielle Quelle/Rechtsgrundlage bzgl. „Ereignis = Erster Tag nach Beschäftigungsende“, denn man könnte ja auch den Standpunkt vertreten, es sei der Tag an dem der Aufhebungsvertrag unterschrieben wurde oder die Eigenkündigung ausgesprochen wurde.

          • Danke eSchorsch, dort steht im Prinzip dasselbe wie im 148, nämlich die Sperrzeit beginnt mit dem Tag nach dem Ereignis, das die Sperrzeit begründet …

            Eine eindeutige Definition für das Ereignis, so dass man in der Lage wäre hierauf basierend die im 148er genannte Frist zu berechnen, sehe ich hier nicht.

            Dennoch scheint dieses Ereignis ja wesentlich für die Höhe des ALG zu sein. Selbst die Rechtsauskunft des Bürgertelefons und die Hotline der Agentur für Arbeit konnte diese Frage nicht beantworten. Schon bemerkenswert finde ich …

          • Das Ereignis um das die ganzen Paragraphen des viertel Kapitels SGB III tanzen, ist der Verlust des Arbeitsplatzes. Und den verliert man eben am letzen Tag in Lohn und Brot. Danach ist man den Arbeitsplatz los und reitet auf dem vierten Kapitel des SGB.
            Sofern ein anderer Termin als dieser gemeint ist, wird das extra geschrieben.

            Nehmen wir mal als Beispiel die Ruhenszeit wegen nicht eingehaltener Kündigungsfrist. Hier (§158) steht drinnen, dass die Schose „mit dem Tag der Vereinbarung über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ startet.

            Steht irgendwo nur (d)ein nebulöses „Ereignis“, dann bedeutet das s.o.

          • Als offizielle Quelle zur Aussage, was genau das Ereignis ist, welches eine Sperre begründet, möchte ich die Fachlichen Weisungen der Agentur für Arbeit empfehlen.
            Die Frage wird ab Seite 18 (159.2) beantwortet. Zitat: „Sie [Die Sperrzeit] beginnt grundsätzlich mit dem Tag nach dem Ereignis, an dem alle Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, welche die Sperrzeit begründen. Wird ein Beschäftigungsverhältnis beendet, beginnt die Sperrzeit mit der Beschäftigungslosigkeit, auch wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht.“

            Gruß, Der Privatier

  13. Nach meinem Kenntnisstand spielt die Kündigungsfrist eine Rolle bei der Ruhenszeit. Die Sperrzeit wird verhängt aufgrund der aktiven Mitwirkung bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Sprich Aufhebungsvertrag, Eigenkündigung oder auch Anlass zur personenbedingten Kündigung (nicht nur außerordentlich, wie z.B. fristlos).
    Das kann mit dem Dispojahr ausgehebelt werden. Ruhenszeit maximal 1 Jahr, deshalb auch dies egal wie hoch die Abfindung sein sollte.

    B.

  14. Hallo Privatier,
    ich lese nun schon seit langer Zeit hier auf diesen sehr informativen Seiten mit – wirklich toll gemacht! Ich (52) plane auch zeitnah den Übergang ins „Privatiersleben“. Gründe sind 1. dass ich so früh wie möglich raus aus dem nervigen „Hamsterrad Angestellter“ raus will, 2. mein Mann auch zum 1.4.20 zu arbeiten aufhört und wir gemeinsam das Leben genießen wollen und 3. mein Finanzplan das zulässt, wenn sich meine Ausgaben so weiterentwickeln, wie in den letzten 3 Jahren (kleiner Puffer eingebaut).

    Da ich selbst kündige, ist für mich natürlich das Dispositionsjahr interessant, um die Sperrzeit zu umgehen. Folgende Daten dazu:

    – Kündigung zum 30.06.20
    – Bezug ALG ab 01.07.21
    – in den letzten 5 Jahren (Stichtag 01.07.21) 30 Monate gearbeitet, um 18 Monate ALG zu erhalten

    Das mit der verlängerten Frist von 30 Monaten 12 Monate beschäftigt gewesen sein, habe ich auch verstanden.

    Nun zu meinen Fragen, die ich mir noch nicht so ganz beantworten kann:

    – Wann melde ich mich erstmals arbeitslos? Erst zum 01.07.21? Dann halte ich aber doch die Frist zur umgehenden Arbeitslosmeldung nicht ein. Oder zum 01.07.20, aber dann wird ja wohl eine Sperrzeit festgesetzt.
    – Über die Höhe des ALG entscheinden dann wohl die letzten 24 Monate ab 01.07.21, da ich vom 01.07.20 – 30.06.21 kein Einkommen beziehe. Wenn ich aber nun das Durchschnittseinkommen diese 24 Monate berechne, ist ja ein ganzes Jahr ohne Einkommen dabei. Oder wird hier das Einkommen vom 01.07.19 – 30.06.20 = 12 Monate mit vollem Verdienst herangezogen?

    Viele Grüße

    • Die Pflicht zur „Arbeitsuchendmeldung“ 3 Monate vor Beschäftigungsende existiert nur für Beschäftigte (und Azubi), nicht für Privatiers/Beschäftigungslose. Ich selbst und viele Kommentatoren haben sich nach dem Dispojahr ohne 3 Monate Vorlauf arbeitslos gemeldet und keine Sperrzeit erhalten.

      Der Durchschnitt wird nur für die Monate berechnet, in denen auch eine Beschäftigung vor lag. Also wie in deinem letzte Satz beschrieben!

        • Hi ratatosk,

          🙂 habe trotz meines jugendlichen Alters 35 Berufsjahre voll. Mit meiner Aussage wollte ich darstellen, dass ich die Mindestanforderung erreicht habe…

          Gruß Bina

      • Hi eSchorsch,

        ich würde mich trotzdem 3 Monate vor „Arbeitsuchend“ bei der Argentur melden und vielleicht schon den Termin wie bei Bina vor dem 30.06. vereinbaren und dort das Dispojahr klären (also Anmelden/Abmelden).
        @Bina
        Die Frage, wann man sich frühestens Arbeitslos melden kann, zu deinem Datum 01.07.2021 ist mir selbst unbekannt. Termine kann man sicherlich 3-4 Wochen früher ausmachen. Kannst den Sachbearbeiter beim ersten Termin nach der „Auslastung“ fragen und danach deine Terminschiene rückwärts einplanen. Denk auch an die Ratschläge vom Privatier bzgl. Krankheit etc.
        Die Frage der Höhe wurde bereits beantwortet…

        Viel Erfolg

        VG
        Hans

        PS: Das Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ kam heute an :-))

        • Das frühzeitige Meldens beim Arbeitsamt hat eine Kehrseite. Ab Meldung starten die Vermittlungsbemühungen, daher ist es für mich nur akademisch relevant, dass man sich 3 Monate im voraus arbeitslos melden kann.
          Ich hatte den ersten Vermittlungsvorschlag schneller als die Zugangsdaten zum System des Arbeitsamtes.

          Was wäre die Konsquenz, wenn sich das AA hartleibig gibt und nachträglich wider die Rechtslage eine Meldung 3 Monate vorher reklamiert? Das wäre eine einwöchige Sperre wegen verspäteter Meldung nach § 159 Abs. 6 SGB III. Die Aussichten auf Stattgabe eines Widerspruches gegen diese eine Woche sind hoch.

          Ich bin weiterhin der Meinung, dass es am günstigsten ist, kurz vor dem „Arbeitslostermin“ beim AA vorzusprechen.

          • OK, eine Woche ist wirklich kein großes Risiko. Würde ich dann ebenfalls so handhaben.
            Kurze Verständnissfrage:
            Meintest Du „Arbeitlostermin“ oder im Falle des Dispojahres „Arbeitssuchendtermin“?
            VG
            Hans

          • @Hans Meiser

            Mit „Arbeitslostermin“ meinte ich die Arbeitslosmeldung mit Wirkung zum tt.mm.jjjj, oder um Binas Beispiel zu bemühen, den 01.07.2021.

            Man kann auch erst am 01.07 beim AA vorstellig werden, ist ja ein Werktag. Aber warum der Stress? Ich vermute, dass direkt am Monatsanfang mehr Andrang ist. Und wenn weniger Andrang ist, ist nicht nur die Schlange kürzer, sondern sind hoffentlich die Arbeitsamtler auch weniger gestresst …

    • @ Bina,
      …wollte nur sichergehen, dass Du nicht von falschen Voraussetzungen ausgehst.
      Um so „nuetzlicher“ ist darum ja das Dispojahr, waer doch schade um die 25% Bezugsdauer….

      Viel Erfolg!
      ratatosk

  15. Hallo, ich bin durch Zufall auf diese Seite gelangt und muss sagen: sehr sehr interessante Informationen hier…ich hoffe nicht bereits einen Fehler begangen zu haben: da ich seit annähernd 15 Monaten krank bin, wurde ich ca 3 Monate vor Aussteuerung durch meine Krankenkasse aufgefordert eine Arbeitslosmeldung bei der AfA vorzunehmen…dem bin ich im Dezember 19 nachgekommen…kann in dieser Situation die „Dispo-Regelung“ von mir noch durchgeführt werden ?? Ich danke schon mal im Voraus für eine unterstützende Antwort.

    • Eine Arbeitslosmeldung wieder rückgängig zu machen, ist natürlich nicht der ideale Weg und von daher können Probleme in diesem Zusammenhang nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.
      Dennoch sollte es möglich sein und je weniger der Prozess fortgeschritten ist, desto größer sind die Aussichten, dass es am Ende zum gewünschten Ergebnis führt. Also: Liegt bereits ein schriftlicher ALG-Bescheid vor, ist es definitiv zu spät! Ist aber (wie hier offenbar) nicht einmal ein Antrag gestellt, sind die Aussichten sehr gut.

      Ich würde aber empfehlen, dies nach Möglichkeit in einem persönlichen Gespräch bei der Agentur zu erledigen, dies erleichert evtl. Rückfragen und man bekommt zumindest einen Eindruck, ob das Anliegen vom Gegenüber auch verstanden worden ist.

      Viel Erfolg und Gruß,
      Der Privatier

    • Das ist momentan nur ein arbeitsuchend, das kann man jederzeit widerrufen. Aber bitte jetzt nichts überstürzen. Momentan bringt das arbeitsuchend keinen Nachteil für Dich. Das Arbeitsamt ist verpflichtet, Dich zu beraten. Nutze das.
      Ein arbeitslos wird das erst, wenn der Antrag auf ALG1 gestellt wird.

      Mir schwant, dass die KK-Beiträge während eines Dispojahres längere Zeit sehr hoch werden. Das kommt auf die Kündigunsfrist und die Abfindungshöhe an.

      Grundsätzlich: Bei Arbeitslosigkeit muß man sich bewerben, vorstellen, weiterbilden. Wie stark das AA aber darauf dringt, ist nicht voraussehbar. Jeder Fall ist anders, jeder Vermittler ist anders.
      Ich habe keinerlei Ahnung wie sich die Sache nach Aussteuer anlässt, da können ganz andere Regluarien greifen.

      • …zunächst ein dickes Danke für Eure Antworten !! Ich werde nun den Aufhebungsvertragsentwurf meines AG abwarten und dann einen Termin bei AfA / Leistungsabteilung machen um zu hören ob damit eine Sperre / Ruhezeit einhergeht …davon gehe ich. Bereits jetzt aus !! Um dann nach erfolgter Aufhebung zumindest ein paar Steuern zu sparen, sollte ich entweder das Dispojahr oder das An und Abmelden durchführen..korrekt ??

          • …zunächst Danke für jedewede Hilfe…Leider habe ich noch nicht ganz verstanden, ob mir meine aktuelle Krankheit bzw Krankengeldbezug von bald max 18 Monaten bei der Option Dispojahr bei irgendwelchen Fristen in die Hacken schlägt..?

          • Ich kann mich da nur wiederholen, ich habe keinerlei Ahnung wie sich die Sache nach Aussteuer anlässt, da können ganz andere Regluarien greifen.
            So aus dem Stehgreif raus, kann ich mich nicht daran erinnern, dass das mal ein Kommentator aufgegriffen hat.

            Ist nur eine Spekulation, aber wenn sich der Privatier nicht weiter exponiert, gehe ich davon aus, dass er da auch wenig dem Thema beitragen kann.

            Neben Arbeitsamt und Krankenkasse würde ich mal in Richtung Verbraucherschutzzentrale oder Sozialverbände wie VdK, AWO usw. die Fühler ausfahren. Auch die Gewerkschaft wäre eine Möglichkeit.

          • @MKP: Wie sich der Bezug von Krankengeld auf den ALG-Anspruch auswirken kann, lesen Sie bitte einmal im Beitrag „Alles im Rahmen“ nach.
            Ein langer Bezug von KG kann unter normalen Umständen schon schädlich sein, wird aber durch ein Dispojahr noch deutlich verschärft. Ist daher wahrscheinlich hier keine gute Idee. Aber bitte einmal selber mit den eigenen Daten nachrechnen!

            Gruß, Der Privatier

          • @MKP: Wie sich der Bezug von Krankengeld auf den ALG-Anspruch auswirken kann, lesen Sie bitte einmal im Beitrag „Alles im Rahmen“ nach.
            Ein langer Bezug von KG kann unter normalen Umständen schon schädlich sein, wird aber durch ein Dispojahr noch deutlich verschärft. Ist daher wahrscheinlich hier keine gute Idee. Aber bitte einmal selber mit den eigenen Daten nachrechnen!

            Gruß, Der Privatier

            ————/———————/

            …den Beitrag habe ich mir durchgelesen…und hoffentlich auch verstanden ;-))

            Konstellation bei mir : 30 Jahre ununterbrochen beschäftigt , dann 78 Wochen = 1,5 Jahre Krankengeld..dann Entnahme Resturlaub ca 2 Monate sowie Aufhebung ..
            Damit sollte nach meinem Verständnis die Zeiten für den Anspruch auf ALG erfüllt sein…sind meine Überlegungen korrekt ?

            PS : Hab mit nun doch das Buch bestellt…ist mir übersichtlicher:-)

          • Meine Bedenken beziehen sich auch weniger auf den ALG-Anspruch an sich (das wird schon passen), sondern vielmehr auf die Höhe. Wenn sich diese nach dem zuletzt bezogenen Gehalt richten soll, müssten in den 2 Jahren vor ALG-Bezug mindestens 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorgewiesen werden.
            Und das dürfte bereits jetzt fraglich sein, nach einem Dispojahr klappt das aber ziemlich sicher nicht mehr.

            Gruß, Der Privatier

  16. PS : geplant ist eine Aufhebung per 31.3.20 mit Abfindung und wahrscheinlich Sperr- und Ruhezeit…kann ich die Arbeitslosmeldung aus dem Dezember 19 widerrufen, sie ungeschehen machen oder ist es tatsächlich erst eine Arbeitslosmeldung, wenn ich den Antrag sowie Einkommensbescheinigungen von AG und Krankenkasse einreiche?

    • PS1 : habe da gar keine Erfahrung…was erwartet mich bei Arbeitslosigkeit bei der AfA ? Bewerbungen schreiben , Vorstellungsgespräche ? Sonstige Auflagen ? Wäre sehr dankbar für ein Feedback !!

      • mag sein, dass ich hier an der falschen Stelle zu meinem Problem schreibe…dann wäre es wirklich toll, wenn mich jemand darauf aufmerksam machen würde und mir die „richtige“ Stelle nennen würde…nur gebt mir bitte einen Hinweis…meine Verzweiflung wächst und ich bin für jedwede Hilfe dankbar. !!

  17. Privatier sagte am 15.Feb.2020 um 14:26 :
    Meine Bedenken beziehen sich auch weniger auf den ALG-Anspruch an sich (das wird schon passen), sondern vielmehr auf die Höhe. Wenn sich diese nach dem zuletzt bezogenen Gehalt richten soll, müssten in den 2 Jahren vor ALG-Bezug mindestens 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorgewiesen werden.
    Und das dürfte bereits jetzt fraglich sein, nach einem Dispojahr klappt das aber ziemlich sicher nicht mehr.

    Gruß, Der Privatier

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~

    ….oje…es wird ja immer grusliger für mich…ich glaube die 150 Tage werden ernsthaft eng…verstehe ich rs richtig, das dann das ALG Geld auf Basis Krankengeld berechnet wird ?? wie konnte ich such nur so lang krank sein ;-((((

    • …kleine Ergänzung : habe Stand 28.2.20 in den letzten 24 Monaten dann 6,5 Monate normales Gehalt bekommen…eine Aufhebung per 30.4 ziehe ich in Betracht…ich habe aber noch 2 Monate alten Urlaub – bedeutet für mich 2 Monate normales Einkommen plus Urlaubsgeld …will sagen : desto später der Aufhebungstermin wird, umso mehr muss ich darauf achten das er mit GEHALT ausgefûllt ist…habe ich Sie richtig verstanden ?

    • Naja… vielleicht wird es ja gleich noch gruseliger…

      Aber zunächst noch einmal zu den Fragen: Sie müssen für eine Berechnung der ALG-Höhe auf Basis Ihrer letzten Einkünfte in den 2 Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit auf mindestens 150 Tage mit Arbeitsentgelt kommen (kein Krankengeld!). Das müssten Sie bitte einmal selber ausrechnen, aber selbst bei einem kompletten Krankengeldbezug von ca. 1,5 Jahren bleibt unter normalen Bedinungen noch 1/2 Jahr übrig und es werden ja nur ca. 5 Monate benötigt, so dass dies meistens reicht.
      Mit einem Dispojahr schafft man das aber nicht.

      Kommt man nicht auf die 150 Tage, so wird eine fiktive Bemessung vorgenommen. Diese richtet sich nicht nach den letzten Einkünften, sondern nach der Ausbildung. Dazu wird man einer von fünf Stufen zugeordnet. Das Ergebnis ist meistens nachteilig. Mehr möchte ich dazu hier nicht sagen. Das würde den Rahmen sprengen und wäre sicher ein Thema für einen Beratungtermin bei der Agentur.

      Da könnte man dann gleich das nächste Thema ansprechen:
      Wer über ca. 1,5 Jahre arbeitsunfähig ist, wird wohl kaum schlagartig mit den Auslaufen des Krankengeldes wieder topfit, oder? Das heisst, wenn weiterhin Arbeitsunfähigkeit besteht, kann man sich auch nicht arbeitslos melden! Arbeitsfähigkeit ist eine zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeitslosmeldung.
      Hier ist dann die Frage, wie die Zukunft aussehen soll? Wenn weiterhin keine Aussicht auf Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit besteht, wäre ein Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente zu stellen. In diesem Falle könnte dann für die Zeit bis zu einer Genehmigung die sog. Nahtlosregelung beim ALG helfen: ALG wird bis zu Rentengenehmigung gezahlt und dann später verrechnet. Aber auch das ist ein Thema, was ich hier nicht weiter ausführen kann und sollte dann auf jeden Fall mit der Agentur und Rentenversicherung in entsprechenen Beratungen geklärt werden.

      Viel Erfolg und alles Gute!
      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung !!
        Die “Nahtlosregelung” war auch bereits bei meiner Meldung bei der AfA im Dezember 19 Thema…zu dem Zeitpunkt war ein Aufhebungsvertrag aber auch noch kein Thema…dies ist nun aber der Fall und verkompliziert m.E. das ganze…weil dieser Aufhebungsvertrag eine Ruhezeit nach sich ziehen wird…
        meine Erkenntnisse dank Ihnen sehen aktuell so aus:
        Aufhebungsvertrag per 30.4. unterschreiben ( 150 Tage Regel eingehalten ..aber wohl 7 Monate oder gar 12 Monate Ruhezeit )…damit kann ich ja wohl dann auch die Nahtlosregelung vergessen..oder ? …ginge alternativ am 1.5. arbeitslos melden und gleich wieder abmelden…und dann nach der Ruhezeit die Nahtlosregelung beantragen ??
        schon mal Danke für Ihre Antwort im vor hinein

        • frei übersetzt: nach Arbeitslosmeldung per 1.5 und Wiederabmeldung am 2.5. habe ich Zeit in der Ruhephase gesund zu werden…dann z.B. am 1.12. ( bei 7 Monaten bzw. am 01.5.21 bei 12 Monaten ) mich GESUND arbeitslos melden…um dann nach ein paar Tagen doch wieder krank zu werden ..?!? dann ist es aber wohl keine Nahtlosregelung mehr sondern eher Krankheit bei ALG 1….auch in den Fall kann man dann über Monate krank werden…hmm

          • sorry…noch eine Anmerkung: gilt die Nahtlosregelung nicht nur für denFall, das man seinen Job NICHT aufgibt bzw. einen Aufhebungsvertrag schließt ?

        • Wie im vorherigen Kommentar schon gesagt, weiß ich von der Nahtlosregelung eigentlich nur, dass sie für den Übergang vom Auslaufen des Krankengeldes zu einer Erwerbsminderungsrente gedacht ist. Und zwar „nahtlos“!
          Ich glaube daher kaum, dass dies auch in anderen Fällen zum Einsatz kommen könnte. Dies ist eindeutig ein Fall für die Beratung durch die Agentur.

          Gruß, Der Privatier

  18. Guten Tag lieber Herr Privatier
    Ich habe mich letztes Jahrim März zum 1.April2019 arbeitslos gemeldet und gleich wieder abgemeldet.Habe nicht auf die Berechnung des Arbeitslosengeldes gewartet.Habe auch meine persönliche Nummerbekommen.Vom Arbeitgeber wurden die Daten elektronisch übermittelt
    Habe mich jetzt schriftlich zum 1 April 2020 arbeitslos gemeldet.Also Frist eingehalten
    Kann da blos jetzt ja nicht hin weil geschlossen und nur schriftlich und telefonisch erreichbar
    Bin jetzt 59Jahre habe ich noch was zu beachten?
    Mfg Rosi

    • Du hast ziemlich allgemein gefragt, da kann man schlecht Ratschläge geben. Generell schützt Alter nicht vor Vermittlungsbemühungen. Wie intensiv diese sind, weiß zu diesm Zeitpunkt noch nicht mal dein Vermittler.

      Ich würde vorsichtshalber telefonisch nachfragen, ob der Antrag eingegangen ist, ob der Antrag soweit ok ist, ob Du selbst noch was tun sollst usw.

    • „Habe nicht auf die Berechnung des Arbeitslosengeldes gewartet.“

      Gab es denn trotzdem später einen offiziellen ALG-Bescheid? Der wäre schon wichtig, wenn hier auf den alten Anspruch zurückgegriffen werden soll. Also: Im neuen Antrag unbedingt auf den alten Bescheid verweisen! Dazu gibt es ein spezielles Feld, wo nach ALG-Bezug in der Vergangenheit gefragt wird. Man muss mindestens für einen Tag einen ALG-Anspruch gehabt haben, um diesen später wieder aufleben zu lassen.

      Oder ist auf den Antrag vor einem Jahr gar kein Bescheid erstellt worden? Dann würde hier wohl ein Dispojahr vorliegen. In diesem Falle wäre es wichtig zu wissen, ob der 1.April 2019 der erste Tag der Beschäftigungslosigkeit gewesen ist? Falls ja, ist alles okay. Falls nicht, sieht es sehr schlecht aus!

      Gruß, Der Privatier

  19. Hallo Zusammen,

    ich nutze diese Webseite fast täglich um mir weiteres Wissen anzulesen und möchte mich an dieser Stelle herzlich Bedanken für die tollen Inhalte und wertvollen Tipps

  20. Sehr geehrter Privatier, sehr geehrtes Forum,

    letztes Jahr wurde ich im Juli 2019 betriebsbedingt mit Abfindung zum 29.02.2020 gekündig, bis dahin wahr ich 35 Jahre ununterbrochen angestellt. Im Juli 2019 meldete ich mich arbeitssuchend. Im März wurde die Abfindung ausbezahlt, und seit 1.03.2020 bin ich arbeitslos.
    Nun bin ich mir nicht ganz sicher ob die geänderte Rahmenfrist von 30 Monaten auch für mich gilt. Jetzt bin ich 53 Jahre alt und habe einen AlG 1 Anspruch von 15 Monaten. Im Dezember 2021 werde ich 55 Jahre alt,mit der geänderten Rahmenfrist von 30 Monaten und einer arbeitslosen Meldung erst im Dezember 2021 zum 2.1.2022 wäre hier ein Anspruch von 18 Monaten möglich?
    Mit der Arbeitsagentur ist zur Zeit aufgrund der Corona-Krise eine Kommunikation mit dem richtigen Ansprechpartner nicht möglich. Vielleicht kann mir im Forum eine Antwort geben. Danke im voraus.

    Grüße
    Rainer

    • Ja (die 30 Monate gelten) und nein (18 Monate ALG1 sind nicht möglich).

      Bei Beschäftigungsende 29.02.2020 darf die Arbeitslosmeldung spätestens zum 1.9.2021 erfolgen. Erfolgt die Arbeitslosmeldung erst zum xy.12.2021, dann gibt es gar kein ALG1, da keine 12 Monate Beitragszeit binnen der 30 Monate vorliegen.

      Ich würde trotzdem über ein Dispojahr https://der-privatier.com/kap-9-3-2-das-dispositionsjahr/ nachdenken. Besonders wenn die Abfindung per Fünftelregelung versteuert wird, kann das einiges bei der Steuer sparen.

      • Danke für deine Info.
        Über das Dispojahr habe ich schon nachgedacht.Somit erfolgt die Arbeitslosenmeldung für mich im Dezember dieses Jahres zum 02.01.2021. Meine Ansprüche für ALG1 15 Monate werden hiermit nicht verloren gehen.. ist dies richtig. Wie verhält sich das mit Sperrzeiten, da die Abfindung um einges höher war als die tolerierten 0,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr.Hast damit Erfahrung oder hast Du eine Info dazu.
        Grüße
        Rainer

        • Ganz allgemein gesprochen schützt ein vollständiges Dispojahr (12 Monate) vor Sperr- und Ruhezeiten. Würde dann ab dem 01.03.2021 bedeuten.
          Was bei der Sperrzeit oft vergessen wird, ist die Verkürzung der Anspruchsdauer um ein Viertel. Mit dem Dispojahr bleibt es bei den 15 Monaten, egal wie hoch die Abfindung war.

          Ansonsten kommt es sehr auf den Einzelfall und die Formulierung im Aufhebungsvertrag an, ob das Amt auch ohne Dispojahr keine Sanktionierung ausspricht.
          Aber wenn die Abfindung ordentlich ist, spricht ja eh alles für das Dispojahr. Als ich das Dispojahr machte, musste man sich taggenau arbeitslos melden (ansonsten war das ALG1 komplett futsch). Mit der neuen Rahmenfrist von 30 Monaten gibt es einen Puffer von 6 Monaten, während dessen man sich arbeitslos melden kann. Mir fällt jetzt nichts negatives bezüglich des Dispojahres ein.

          Weil Du oben schriebst „seit 1.03.2020 bin ich arbeitslos“: Hast Du bereits einen Antrag auf ALG1 gestellt? Wenn ja, dann versuche den schnellstmöglich zurückzunehmen.

          • Waere auch mein Stoergefuehl ‚Juli 2019 meldete ich mich arbeitssuchend…seit 1.03.2020 bin ich arbeitslos’… Zu frueh kann ALG1-Zeit kosten, zu spaet gibt gar kein ALG1, zum falschen Zeitpunkt ALG1 kostet Steuervorteil.
            In meinem Kalender steht fuer 2tes Hj. 2021 Anspruch berechnen lassen und fruehestens ab 1.1.2022 Bezug ALG1. Falscher Abfindungstermin mit Einkuenften und ALG1 koennten mich fast 65k kosten, also etwas mehr, als 18 Monate ALG1.

          • Moin Zusammen,

            bezüglich Sperrfrist einige Infos:

            Wann hat ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung keine Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe zur Folge?

            Nach den GA zu § 159 SGB III (Stand Dezember 2016) führt ein Aufhebungsvertrag mit einer maßvollen Abfindung von maximal 0,5 Gehältern pro Beschäftigungsjahr nicht zu einer Sperrzeit, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind (GA der Bundesagentur zu § 159 SGB III, Stand Dezember 2016, Punkt 159.1.2.1.1, S.12 ff.):

            Der Arbeitgeber hat eine fristgemäße Kündigung „mit Bestimmtheit“ in Aussicht gestellt, an deren Stelle aber ein Aufhebungsvertrag vereinbart wird, d.h. der Aufhebungsvertrag vermeidet die Kündigung, die der Arbeitgeber andernfalls ausgesprochen hätte.

            Die angedrohte fristgemäße Kündigung des Arbeitgebers würde auf betriebliche oder personenbezogene (z.B. krankheitsbedingte) Gründe gestützt (eine angedrohte verhaltensbedingte Kündigung wird nicht anerkannt).

            Der Aufhebungsvertrag beendet das Beschäftigungsverhältnis zu demselben Zeitpunkt, in dem es auch aufgrund der angedrohten Arbeitgeberkündigung geendet hätte.

            Die angedrohte fristgemäße Kündigung des Arbeitgebers würde die ordentliche Kündigungsfrist beachten, deren Einhaltung der Arbeitnehmer verlangen kann.

            Der Arbeitnehmer ist nicht ordentlich unkündbar.

            Der Arbeitgeber zahlt gemäß Aufhebungsvertrag eine maßvolle Abfindung von maximal 0,5 Monatsgehältern pro Jahr der Beschäftigung, was der Regelabfindung gemäß § 1a Kündigungsschutzgesetz (KSchG) entspricht (die früher von den Arbeitsagenturen gleichzeitig verlangte Untergrenze für die Abfindung von 0,25 Gehälter pro Beschäftigungsjahr ist nicht mehr maßgeblich, d.h. die Abfindung kann auch 0,1 oder 02, Gehälter pro Jahr betragen).

            Unter diesen fünf Voraussetzungen prüfen die Sozialgerichte und die Arbeitsagenturen nicht, ob die vom Arbeitgeber angedrohte Kündigung rechtmäßig gewesen wäre oder nicht. Eine Sperrzeit wird nicht verhängt, da der Arbeitslose einen wichtigen Grund für die Lösung seines Beschäftigungsverhältnisses hatte.

            Ich würde privat die Angelegenheit Kündigung/Aufhebungsvertrag immer von einem Fachanwalt begleiten lassen (auch Deine Frage bezüglich 0,5 Monatsgehälter pro Jahr spielt hier rein)

            Falls Du eine Rechtsschutzversicherung hast, gibt es evt. den Baustein „Arbeitsrechtsschutz“. Zieh die Option, ich würde sowieso diese Angelegenheiten mit einen Anwalt abstimmen. Und was den Baustein „Arbeitsrechtsschutz“ betrifft, dass kann man in der Steuererklärung als Werbungskosten (aber nur diesen Teil der Rechtsschutzversicherung) ansetzen. Als Privatier oder Rentner wählt man diesen Teil der Rechtsschutzversicherung dann einfach ab.

            Es gibt auch noch einige spezielle „Sonderfälle“ zu Sperrzeiten, werde ich nächste Woche einstellen … und zu den 0,5 Gehältern pro Beschäftigungsjahr: Morgen oder Montag kleine Information dazu

            … Hinweis von eSchorsch „Dispojahr“ im Auge behalten

            Viele Grüße
            Lars

          • Hallo eSchorch,

            danke für deine Antwort.Einen Antrag auf ALG1 habe ich bis jetzt nicht gestellt.
            Der 29.02.20 war mein letzter Tag meiner Anstellung.
            Ich habe mit meinem Arbeitgeber einen Abwicklungsvertag vereinbart, das ist nicht das gleich wie ein Aufhebungsvertag.In diesen Vertrag wurde eine Abfindung vereinbart mit Verzicht auf eine Kündigungsschutzklage, das Arbeitsverhältnis wird somit „abgewickelt“.
            Mein Arbeitsverhältnis wurde somit betriebsbedingt gekündigt.Die ausgesprochene Kündigung musste ich bei der Arbeitsagentur vorlegen,
            und bin seitdem arbeitssuchend gemeldet.
            Diese Jahr werde ich kein weiters Einkommen ausser meinen zwei Monatsgehältern und der Abfindung haben. Steuerlich gesehen könnte ich mich schon zum 02.01.2021 arbeitslos für ALG1 melden.
            Nun habe ich keine Erfahrung wie die Arbeitsagentur die betriebsbedingte Kündigung mit einer Abfindung bewertet.
            Oder sollte ich mich zum 01.03.2021 arbeitslos melden und ALG1 beantragen? Wichtig ist für mich keine Sperrzeit zu bekommen.
            Vielleicht hat jemand Erfahrung mit diesem Sachverhalt und kann mir einen Rat geben.
            Viele Grüße

            Rainer

          • Auch ein Abwicklungsvertrag führt zu einer Sperrzeit. Sagt Google, kannst auch das Arbeitsamt fragen sobald die nicht mehr ausschließlich Corona machen. Verheimlichen kann man die Abfindung nicht (und sollte sowas auch nicht versuchen), spätestens wenn der Arbeitgeber eine Arbeitsbescheinigung ans Amt schickt, ist dort die Abfindung aufgeführt.
            Arbeitsbescheinigung ist ein Stichwort, lass dir eine ausstellen, bevor du dich arbeitslos meldest.

            Ich würde mich erst zum 1.3.2021 arbeitslos melden. Wenn ich davon ausgehe, dass Du die Zeit bis zur Rente aus eigenen Mitteln finanzierst, dann ist es doch egal, ob die ALG1-Zeit 2 Monate früher oder später beginnt.

            Sieh zu, dass die zwei Monatsgehälter in 2020 steuerlich kompensiert werden, beiwpielsweise durch Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen.

        • Abwicklungsverträge und Sperrzeiten

          Moin Reiner,

          Im Ergebnis gelten für Abwicklungsverträge dieselben Sperrzeit-Regeln wie für Aufhebungsverträge. Abwicklungsverträge sind sog. „Beteiligungssachverhalte“ und stehen Aufhebungsverträgen im Ergebnis gleich (GA der Bundesagentur zu § 159 SGB III, Stand Dezember 2016, Punkt 159.1.1.1, S.6, und Punkt 159.1.2.1.2, S.13).

          Genauer gesagt werden Abwicklungsverträge sogar ungünstiger behandelt als Aufhebungsverträge. Denn immerhin verhängen die Arbeitsagenturen bei Aufhebungsverträgen dann keine Sperrzeit, wenn durch den Aufhebungsvertrag eine zuvor ernsthaft angedrohte Arbeitgeberkündigung aus betriebs- oder personenbedingten Gründen überflüssig wird, wenn die Kündigungsfristen eingehalten werden und wenn die im „Aufhebungsvertrag“ vereinbarte Abfindung maximal 0,5 Gehälter pro Beschäftigungsjahr beträgt (GA der Bundesagentur zu § 159 SGB III, Stand Dezember 2016, S.12 f.). Diese Sonderregeln für sperrzeitlose Aufhebungsverträge können aber nur schlecht auf Abwicklungsverträge übertragen werden, weil Abwicklungsverträge keine angedrohte Kündigung des Arbeitgebers überflüssig machen, sondern eine solche Kündigung voraussetzt.

          Mit dem Abwicklungsvertrag hast Du „AKTIV“ am „LÖSEN“ Deines Arbeitsvertrages mitgewirkt.

          Was kann jetzt machen? … ich schließe mich dem Kommentar von eSchorsch an … evt. Arbeitslosmeldung zum 01.03.2021 und beim AA Informationen einholen, die beraten auch … (Beratung durchs AA … alles selbst schon mitgemacht)

          Nicht optimal gelaufen, wenn die Problematik und Informationen zu den Sperrzeiten bekannt gewesen wären, hattest Du mit Deinem AG eine höhere Abfindung aushandeln können um eine Kompensation in Bezug auf die Sperrzeit zu erreichen.

          Nicht zuviel ärgern, ich denke weil Deine Abfindung >0,5 Monatsgehälter beträgt wäre eine Sperrzeit fällig gewesen. Wie man die Sperrzeit durch einen „wichtigen Grund“ in Bezug auf das Thema Abfindung >0,5 Monatsgehälter bei einem „Aufhebungsvertrag“ oder „Eigenkündigung“ umgeht, steht unter Punkt 159.1.2.1. uff. des §159 SGB III.

          Bleib gesund, schönes Osterfest (trotz des nicht so positiven Kommentars, vielleicht hat hier jemand noch einen nützlichen Tipp für Dich)

          Viele Grüße
          Lars

          • Danke eSchorch und Lars für eure Kommentare.
            Die Arbeitsbescheinigung vom Arbeitgeber liegt schon vor,die Abfindung ist dort vermerkt und die Kündigungszeiten, bei mir sieben Monate sind eingehalten worden.
            Steuerlich wurde schon alles geregelt.Für mich ist wichtig, wann der Zeitpunkt ist ALG1 zubeantragen.eSchorch du schreibst wenn ich das Dispostionsjahr einhalte fallen keine Sperrzeiten an.Aus deiner Sicht wäre das der 01.03.2021 für den Beginn der Arbeitslosigkeit. Früher musste der Tag genau eingehalten werden.Mit der Gesetztesänderung hätte ich einen größer Spielraum.Gilt die Gesetzesänderung auch für mich,hier sind Stichtagsregelungen immer ein Fallstrick.
            Grüße
            Rainer

          • Da Du am 1.1.2020 noch in einem Arbeitsverhältnis warst, gelten die 30 Monate Rahmenfrist auch in deinen Fall.
            Du hast zwar im Zeitraum 1.03.2021 bis 31.08.2021 die freie Wahl für den Beginn der Arbeitslosigkeit, aber ich würde das gleich Anfang März angehen. M.E. gibt es keinen Vorteil bei einer späteren Meldung als 1.03. Schlimmstenfalls willst Du eine Arbeitslosmeldung zum 1.09 abgeben, wirst dann krank und kannst dich somit nicht arbeitslos melden. Dann wäre der Anspruch futsch.

  21. Hallo Privatier,
    ich bin 59 Jahre alt und habe nach langjähriger Tätigkeit einen Aufhebungsvertrag (mit einer fairen Abfindung) unterschrieben. Für mich gilt also beim Dispojahr die Problematik, dass die anschließende Arbeitslosmeldung eine Datums-Punktlandung werden muss. Ließe sich das Problem nicht entschärfen, indem man während des Dispojahres nochmal irgendwo für einen Monat angestellt arbeitet?! Mit einem von vorne herein befristeten Vertrag, versteht sich. Damit müsste man doch für die Arbeitslosmeldung einen Monat Karrenzzeit gewinnen. Für eine Einschätzung wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    • Hallo Til,

      m.M.n. „gewinnen“ Sie eigentlich nichts!
      Die „Datums-Punktlandung“ ist beim Dispojahr immer notwendig. Ein Monat zusätzlich könnte bei der ALG1-Berechnung eher ungünstig werden (falls das befristete Arbeitsverhältnis in die Berechnung einfließt).

      LG FÜR2012

    • Es hängt davon ab, was Sie mit einem Dispojahr erreichen wollen!

      Wenn man nur eine Altersgrenze überschreiten will, so wäre Ihr Vorschlag u.U. sinnvoll. Das macht bei Ihnen aber keinen Sinn, da Sie mit 59 Jahren bereits einen maximalen Anspruch auf ALG1 erreicht haben.

      Wenn Sie aber Sperre und Ruhezeit vermeiden wollen, wird Ihr Vorschlag nicht funktionieren, denn mit jedem weiteren Monat mit einer Beschäftigung schieben Sie das Ende der Beschäftigung ja auch immer weiter nach hinten. Und sie müssen ab diesem Punkt dann immer wieder genau ein Jahr Pause machen.
      Sollten dabei noch Lücken in der Beschäftigung entstehen, funktioniert das Dispojahr gar nicht mehr, da Sie dann zum ALG-Beginn u.U keine 12 bzw. 48 Monate mehr vorweisen können.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die Einschätzung. Meine Idee beruht auf dem Gedanken, dass der Grund für die Sperre (Aufhebungsvertrag) nach einem Jahr ja wegfällt. Eine vertraglich befristete Beschäftigung während des Dispojahres dürfte m.E. keinen neuen Anlass für eine Sperre bieten, würde aber den Zeitraum für die 48 Beitragsmonate innerhalb von fünf Jahren etwas nach hinten schieben. Wenn dabei die Höhe des monatlichen ALG-I-Anspruchs etwas sinken sollte, wäre dies noch immer „billiger“ als der Verlust von sechs Monaten ALG. Aber vermutlich habe ich etwas Grundlegendes missverstanden.

        • Hallo Privatier,
          dürfte ich Sie bitten, mir noch einen Hinweis zu geben, wo mein Missverständnis liegt bzw. was ich übersehen habe? Herzlichen Dank.

          Grüße, Til

          • Das eigentliche Irrtum besteht darin, dass der Grund für die Sperre sicher der Aufhebungsvertrag ist, eine Sperre aber immer „mit dem Ereignis, welche sie begründet“ beginnt. Und dieses „Ereignis“ ist im Falle von Mitwirkung am Verlust des Arbeitsplatzes der Beginn der Beschäftigungslosigkeit.
            Wenn Sie sich aber irgendwann nach der befristeten Beschäftigung arbeitslos melden, so ist der Beginn der Beschäftigungslosigkeit der Tag nach der befristeten Beschäftigung.

            Ich musste es selber gerade noch einmal nachsehen und es gibt aber tatsächlich eine Sonderregel für den Übergang von einer unbefristeten zu einer befristeten Tätigkeit. Nur wenn keine Lücke zwischen beiden Beschäftigungen auftritt, beginnt die Sperre am Ende der befristeten Beschäftigung.
            Gibt es jedoch eine Lücke, so beginnt die Sperre bereits am Ende der unbefristeten Beschäftigung.

            Ob dann mit Lücke die anderen Voraussetzungen (Rahmenfrist und 48 Monate) noch zu erfüllen sind, hängt dann auch von der Länge der Lücke, der Dauer der befristeten Beschäftigung und dem Zeitpunkt der geplanten ALG-Meldung ab. Das bitte ich dann einmal selber auszurechnen.

            Wahrscheinlich gibt es Konstellationen, die eine solche Konstruktion ermöglichen, ob das aber „einfacher“ oder „sicherer“ als ein normales Dispojahr ist, muss dann jeder für sich entscheiden.

            Gruß, Der Privatier
            P.S.: Die rechtlichen Grundlagen für meine Aussagen finden Sie in der Dienstanweisung der Arbeitsagentur zum §159 SGB III, ab Pkt.159.2 S.18:
            https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-159_ba015166.pdf

          • …ganz herzlichen Dank, das hilft mir sehr weiter! Ich werde mich also einen Monat nach dem per Aufhebungsvertrag beendeten Arbeitsverhältnisses für einen Monat befristet anstellen lassen. Damit habe ich dann noch den ganzen Monat nach dem Punktlande-Stichtag (Sicherheits-)Zeit für die Arbeitslosmeldung.

            Beste Grüße, Til

  22. Die Punktlandung war schon immer erforderlich. Das ganze ist seit diesem Jahr dadurch etwas entschärft (für über 58-jährige), daß nicht der komplette Anspruch verloren geht sondern der
    Anspruch analog zum An/Abmeldevorgang für 18 Monate weiterhin genutzt werden kann. Finde ich schon eine erhebliche Risikominimierung. Das ganze ist sehr gut erläutert im Kapitel Rahmenfristen.

    Grüße

    B.

    • Naja gut… ist vielleich eine Frage der Sichtweise…

      Für mich besteht die Entschärfung darin, dass unter 58-jährige jetzt 18 Monate Zeit haben, um ihren kompletten Anspruch zu sichern.

      Aber man kann natürlich auch für über 58-jährige eine Entschärfung darin sehen, dass bei Ausnutzung der 18 Monate der Anspruch nicht ganz verloren geht, sondern nur auf 12 Monate reduziert wird. Kann man so sehen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        habe ich hier einen Denkfehler?
        Ich geh aktuell davon aus, wenn ich die Punktlandung nicht schaffe und mich z.B nach 17 Monaten arbeitslos melde(also 5 Monate später), dass ich dann immer noch über 36 Beschäftigungsmonate in den letzten 5 Jahren habe und somit einen Anspruch auf 18 Monate ALG 1.
        Die Sanktionen der Sperrzeit (Ruhezeit sowieso) müssten dann ja hinfällig sein und die tatsächliche Anspruchsdauer wären dann 18 Monate. (Behandlung wie über 55-jährige)

        Dies Risiko würde ich wohl eingehen, bei der tatsächlichen Reduktion auf 12 Monate müsste ich nochmal drüber nachdenken.

        grüße

        B.

  23. ich habe die ALG1 Geschichte immer noch nicht 100% verstanden

    Austritt 1.11.2020
    Dispojahr 2021 geplant
    58ster Geburtstag Juni 2021

    18 oder 24 Monate Alg 1?

    ich denke / rechne mit 18 richtig?

    • Dispojahr vom 1.11.2020 bis 31.10.2021
      Im Laufe des Oktober 2021 wird ALG1 ab dem 01.11.2021 beantragt.
      Sofern in den 5 Jahren davor mindestens 48 Monate Beiträge geleistet wurden, werden dann 24 Monate ALG1 beschieden.

      Auf 18 Monate komme ich nur, wenn das ganze Jahr 2021 disponiert würde und ALG1 erst im Januar 2022 beantragt würde.
      Das sollte m.E. aber nur die Rückfalloption sein für den Fall dass die Meldung zum 1.11.21 unmöglich wäre (Krankheit/Festsitzen in der Karibik usw.).

      Wenn es darum geht, die Einkünfte 2021 zu minimieren, dann würde ich das genaue Dipsojahr mit Arbeitslosmeldung zum 1.11.2021 und Abmeldung mit Wirkung zum 02.11.2021 (oder wenn der Bescheid da ist) anpeilen und die restlichen 23,x Monate ab 2022 nehmen.

    • eSchorsch hat (mal wieder) vollkommen Recht. Eigentlich ist dem nichts hinzuzufügen.

      Es sollten aber noch einmal die exakten Daten geprüft werden!!
      Wenn das Arbeitsverhältnis wirklich am 1.11.2020 endet (ist ungewöhnlich), so müsste der ALG-Bezug am 2.11.2021 starten.
      Endet es aber am 31.10.2020 (wie von eSchorsch vermutet), so ist die ALG-Meldung zum 1.11.2021 richtig.

      Gruß, Der Privatier

  24. Hallo,
    wenn mein Arbeitsverhältnis wegen arbeitgeberseitiger ordentlicher Kündigung zum 31.07.2020 (Ende der Kündigungsfrist) endet und ich mich dann erstmals zum 1.08.2021 bei der Arbeitsagentur arbeitslos melde (also auch keine Arbeitssuchemeldung vorher), dann müsste das doch gemäß § 148 (2) Satz 2 SGB III funktionieren, oder ?

    Aktuell will mir nämlich jeder einreden, dass ich mich sofort hätte arbeitssuchend melden müssen und zum 1.8.2020 arbeitslos melden müsste.

    Hinweis: Es ist eine Kündigungsschutzklage anhängig die wohl über den 31.07.2020 andauert.

    • Müssen tust Du irgendwann sterben und ab und an aufm Klo …

      Niemand zwingt Dich, eine Arbeitslosmeldung zum 1.8.20 abzugeben.
      Sofern Du ein Dispojahr einlegen willst, brauchst Du diese Jahr auch keine Arbeitssuchendmeldung abgeben.

      Falls eine Arbeitslosmeldung zum 1.8.20 angestrebt ist, dann solltest Du dich 3 Monate vorher bei AA arbeitssuchend melden/gemeldet haben. Ansonsten Sperre von einer Woche wegen Meldeverstoß. Der 148 rettet nicht vor dieser Woche Sperre!

      • Verweist der 148 (2) Satz 2 nicht auch auf (1) Nummer 3, d.h. fehlende Arbeitssuchemeldung ?

        Ich verstehe nur nicht weshalb jedermann regelrecht auf diese Meldung drängt, selbst wenn ich deutlich mache, dass ich 1 Woche Sperre in Kauf nehme und mich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern möchte. Ist da noch irgendwo ein Hake, den ich ggf. übersehe ?

        • Ja, er verweist darauf.
          Aber Voraussetzung für keine „Minderung der Anspruchsdauer“ ist, dass „das Ereignis, das die Sperrzeit begründet, bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld länger als ein Jahr zurückliegt“.

          Und das Ereignis, das die Woche Sperrzeit begründet, ist in dem Fall die fehlende Arbeissuchendmeldung 3 Monate vor Beginn ALG1. 3 Monate nicht 1 Jahr.

          Warum jeder darauf drängt?
          Na Fürsorgepflicht. Alle kümmern sich und wollen dein Bestes, sprich Dich vor Ärgernissen wie Sperrzeiten bewahren.
          Und weil es alle so machen.
          Und weil es das Amt gerne so hätte. Auch ne Sperrzeit zu verhängen macht schließlich Zusatzarbeit.

          • Naja, wenn der 148 angewendet wird, dann ist das Ereignis Arbeitssuchemeldung m.E. aber länger zurück als das Ereignis Arbeitslos, denn es ist ja vorher. Wartet man also 1 Jahr ab nachdem man arbeitslos wurde (1 Tag nach Firmenaustritt) dann liegt das Ereignis Arbeitssuche 1 Jahr + 3 Monate in der Vergangenheit. Sehe ich das falsch ?

    • @ctrader: Wenn ich mir die Termine angucke, ist ja offenbar ein Dispojahr geplant. Für diesen Fall habe ich meine Rechtsauffassung zur Arbeitsuchendmeldung im Beitrag: „Dispojahr Arbeitsuchendmeldung“ zusammngefasst.
      Und auch darauf hingewiesen, dass einige Agenturen bzw. einige Mitarbeiter eine andere Meinung vertreten. Vielleicht hilft der Beitrag ja weiter.

      Gruß, Der Privatier

  25. Hallo
    ich werde zum 31.12.20 meine Tätigkeit mit Aufhebungsvertrag nach 30 Jahren beenden. Ich melde mich also bis 30.09.2020 arbeitssuchend. Ab 1.1.21 ist ein Dispositionsjahr geplant. Sinn ist ja eigentlich die Kürzung der ALG 1 Anspruchsdauer zu vermeinden. Nun sagte mir ein Berater des AA am Telefon, ich würde trotz Dispojahr eine Kürzung der Anspruchsdauer erhalten. Stimmt das? Dann wäre das ja nicht unbedingt sinnvoll. Zu der verlängerten Rahmenfrist habe ich noch eine Frage. Ich bin im 02/64 geboren würde also in 02/22 58 und hätte damit einen längeren Anspruch ALG, kann man das mit der verlängerten Rahemfrist hinbekommen?
    Viele Grüße
    Ulli

    • Nur eine Frage: Warum meldest du dich arbeitssuchend, wenn du erst nach dem Dispojahr zur Verfügung stehst? Und Baujahr 64 wird rein rechnerisch erst in 2022 alt genug, um 24 Monate ALG1 zu bekommen, oder?
      MbG
      Joerg

      • Das kann ich nicht genau sagen, im Rahmen der ganzen Planung wurde dieser Weg so definiert.
        Viele Grüße
        Ulli

    • Es hat in den vergangenen Jahren sehr viele positive Rückmeldungen von Lesern gegegen, die von einer erfolgreichen Durchführung des Dispojahres berichtet haben (und zwar ohne Anspruchreduzierung wg. Sperrzeit).
      Dagegen hat es bisher noch keinen einzigen Fall gegeben, bei dem trotz korrekt durchgeführtem Dispojahr eine Reduzierung des ALG-Anspruches aufgrund einer Sperre eingetreten wäre.
      Es gibt daher zwei Möglichkeiten: Entweder die Auskunft des Beraters beruht auf Unkenntnis der Zusammenhänge (oder auch Mißverständnis), oder aber es deutet sich hier eine neue Sicht- und Handlungweise der Agentur an. Eine ähnliche Aussage in dieser Richtung gab es vor wenigen Tagen hier schon einmal.
      Was genau dahinter steckt, lässt sich aus der Ferne nur schwer beurteilen. Fest steht nur, dass die gesetzliche Grundlage im §148 Abs.2 S.2 SGB III ganz klar besagt:
      „In den Fällen des Absatzes 1 Nummer 3 und 4 entfällt die Minderung für Sperrzeiten bei Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme oder Arbeitsaufgabe, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet, bei Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld länger als ein Jahr zurückliegt.“

      Die Frage, ob die verlängerte Rahmenfrist genutzt werden kann, um einen Anspruch von 24 Monaten zu erreichen, ist eigentlich bereits oben im Beitrag beantwortet. Um es daher kurz zu machen: Wird der Anspruch vor dem 58. Geburtstag geltend gemacht, gibt es nur 18 Monate, wird er erst mit 58 Jahren geltend gemacht, fehlen die erforderlichen 48 Monate in den letzten 5 Jahren und es gibt auch nur 18 Monate.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die Information,
        ich gehe auch davon aus, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Wenn nicht muss man eben gegen eine evtl. Entscheidung vorgehen.
        Viele Grüße
        Ulli

        • „Wenn nicht muss man eben gegen eine evtl. Entscheidung vorgehen.“

          Das ist zwar prinzipiell richtig und manchmal auch erforderlich.
          Es wäre allerdings immer empfehlenswerter, im Vorfeld für eine Klärung der Sachlage zu sorgen. Das ist in der Regel mit weniger Aufwand und Stress verbunden. Gerade im vorliegenden Fall ist zusätzlich Vorsicht geboten, da nicht zu erkennen ist, ob die Aussagen auf einem Missverständnis beruhen, oder ob sich hier eine geänderte Vorgehensweise der Agentur andeutet.

          Zur Ergänzung ggfs. hier ein ähnlicher Fall aus der jüngsten Vergangenheit:
          https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung/#comment-28979 (mit vielen Kommentaren).

          Gruß, Der Privatier

          • Moin,
            Wenn man mal beide Faelle zusammenführt (Gad+Ulli) setzt doch gerade hier die Konfusion ein.
            Während die Agentur Gad empfiehlt, sich sofort arbeitslos zu melden um ueberhaupt disponieren zu „können“ und dafuer „insoweit“ eine ungekuerzte Anspruchsdauer bestätigt, wird fuer Ulli (bis jetzt) eine Arbeitsuchendmeldung 3 Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses „geplant“ und trotz Dispojahr soll die Anspruchsdauer verkürzt werden?
            Dabei macht doch die „Suchend“-Meldung nur Sinn, wenn auch eine fristgerechte Arbeitslosmeldung „geplant“ ist.
            Wenn also Arbeitslosigkeit vorliegt UND eine Arbeitslosmeldung bereits vor Abschluss des Dispojahres erfolgt IST, welche NOCH NICHT erfuellten Voraussetzungen sollen denn dann ERST am Ende des Dispojahres erfüllt werden, damit das „Ereignis“ der Arbeitsaufgabe länger als 1 Jahr zurückliegt???
            Oder laeuft das dann wieder auf eine hinausgeschobene Abgabe des Leistungsantrages hinaus?

            Man weiß es nicht…

            Gruesse
            ratatosk

  26. Hallo
    also so wie ich den Berater des AA verstanden habe, trifft das so zu, wie ratatosk schreibt.
    „hinausgeschobene Abgabe des Leistungsantrages“. Wo ist da aber jetzt der Unterschied?
    Die Beratungsgesellschaft schreibt auch: arbeitssuchend melden bis 30.09.2020.
    Könnt ihr euch jetzt vorstellen, dass man so gar nicht mehr durchblickt.
    Der Vorteil des Dispojahres ist ja wohl , dass keine Kürzung der Leistungszeit erfolgt.
    Der Nachteil ist dass ich für 1 Jahr volle Krankenkassenbeiträge entrichten muss und ich darf nicht krank sein um mich dann arbeitslos melden zu können.
    Ich überlege halt hin und her, ob ich mich gleich arbeitslos melde oder nicht.
    Vielen Dank an alle für die Infos
    Viele Grüsse Ulli

  27. Moin, Ulli
    Ich gehe mal davon aus, dass Dir die Durchführung und die Folgen eines Dispojahres vollumfänglich bekannt sind, falls da an irgendeiner Stelle noch Unklarheiten sind,-bitte nochmal die entsprechenden Beiträge hier im Blog lesen.

    Darüberhinaus solltest Du Deine konkrete Situation (AHV/Datum Unterschrift/letzter Arbeitstag) und Dein geplantes Vorgehen (Arbeitslosmeldung mit Wirkung zum 01.01.2022 ?) gegenüber DEINER Agentur schriftlich (geht auch online) fixiert vortragen und eine Beratung ueber die sich daraus ergebenden Konsequenzen auf Deinen Alg-Anspruch einfordern.
    ICH wuerde dabei die Begriffe Dispositionrecht/Dispositionsjahr und Hinweise auf bestimmte Paragraphen des SGB 3 zunächst vermeiden.
    Ich kann Dir zwar nicht versprechen, dass dann auch schriftlich geantwortet wird, aber der SB der Agentur erhaelt zumindest die Möglichkeit eigene „Unsicherheiten“ zu beseitigen.
    Je konkreter die Angaben/Fragen, desto situationsbezogener können dann auch die Antworten sein.
    Am besten waere natürlich ein persönliches Beratungsgespräch, aber ob das z.Zt. möglich ist…

    Viel Erfolg!
    ratatosk

    • Ich halte die Vorschlag von ratatosk für ausgezeichnet!

      Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Agentur zu einer Beratung verpflichtet ist. Dazu zählt es auch, den Ratsuchenden auf evtl. vorteilhafte Gestaltunsgmöglichkeiten hinzuweisen.
      Wir haben hier in den letzten Tagen eine sehr ausführliche Schilderung über eine Fall bekommen, wo dies gerichtlich bestätigt wurde:
      https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-und-sperrzeit/#comment-29233

      Gruß, Der Privatier

    • Das werde ich mir merken und darauf verweisen, wenn wieder jemand nach dem Dispojahr fragt.
      Es kann natürich sein, dass die vom Privatier verlinkte Diskussion eine Art „falscher Alarm“ war und die Änderung nur die Leistungsabteilung einer einzigen Agentur so „tickt“. Der Kommentar von ratatosk beschreibt sehr schön, wie man sich durch dieses unsichere Gelände navigieren kann.

  28. Hallo Privatier und Forianer,

    wie sieht es aus nach dem Bezug von Krankengeld und Aussteuerung?

    Unfall am 19.09.2019 – Aussteuerung am 17.03.2021

    Meldung bei der AfA am 18.03.2021 (bin dann 57 Jahre alt) im Rahmen der Nahtlosigkeit, da noch nicht genesen (Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst ruht). Diese wird dann nach Beurteilung, nach Aktenlage ihres ärztlichen Dienst, sicher sehr schnell zur Reha bzw. Beantragung der Erwerbsminderungsrente auffordern

    oder

    Dispositionsjahr (Krankenversicherung = Familienversicherung über meinen Mann) einlegen, dann bei der AfA melden (ab 18.03.2022? – dann wäre ich bereits 58 Jahre alt, aber zählt der Krankengeldbezug denn zu einer versicherungspflichtigen Beschäftigung mit dazu? Wenn nicht bekäme ich dann wohl nur 18 Monate, anstatt der 24 Monate Arbeitslosengeld, sehe ich das richtig? Dafür würde sich das Dispositionsjahr schon einmal nicht lohnen).

    Während diesem Jahr würde ich natürlich weiterhin Krankmeldungen bei der Krankenkasse einreichen und die Erwerbsminderungsrente beantragen. Das kann sich über einen sehr langen Zeitraum hinziehen (es gibt wohl Leute die kämpfen mehrere Jahre darum).

    Sollte also darüber, in dieser Zeit, noch nicht entschieden sein, bin ich aber immer noch krank, und kann mich nach dem Jahr nicht arbeitslos melden, da ich dem Arbeitsmarkt ja gar nicht zur Verfügung stehen kann.

    Also Arbeitslosengeld 1 Anspruch komplett und unwiederbringlich futsch?

    Arbeitslosengeld 2 Anspruch (rein fiktiv da es hier sicher nichts gibt) auch nur dann, wenn man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht?

    Mein Job ruht natürlich immer noch und irgendwann, so ist das üblich, wird man mir wohl einen Aufhebungsvertrag samt Abfindung anbieten, die dann weder Anrechnung noch Sperre verursachen würde (müsste ich diese dann überhaupt noch angeben, zum Beispiel, wenn sie über den gesetzlichen Rahmen hinausgeht?).

    Mir stellt sich einfach die Frage was hier am vorteilhaftesten ist, bzw. wie ich hier am günstigsten verfahren kann, ohne Ansprüche zu verlieren.

    Über einen Rat würde ich mich sehr freuen, und bedanke mich vorab.

    Gruß Arlena

    • Das Problem ist, dass man 150 Tage Arbeitsentgelt in den 24 Monaten vor ALG1-Bezug nachweisen muß, damit das letzte Gehalt als Basis des ALG1 herangezogen wird.
      Bringt man die 150 Tage Arbeitsentgelt nicht zusammen, dann wird die ALG1-Höhe nach der beruflichen Qualifikation anhand eines fiktiven Bemessungsentgeltes bestimmt. Das ist in den meisten Fällen sehr nachteilig.

    • Hallo Arlena,

      es tut mir leid, aber ich kann da keinen Rat geben. 🙁

      Dazu ist der Fall einfach zu speziell und eine individuelle Beratung kann ich hier ohnehin nicht anbieten. Ich habe das etwas ausführlicher in einem früheren Beitrag: „Grenzen“ einmal erläutert.

      Einige Probleme haben Sie ja bereits selber erkannt (z.B. keine Arbeitslosmeldung möglich nach Dispojahr, wenn weiterhin arbeitsunfähig), eSchorsch hat noch einen weiteren Punkt genannt. Ein Dispojahr ist daher vermutlich keine gute Idee. Bei den restlichen Fragen muss ich Sie leider auf die Beratungen der entsprechenden Ämter/Behörden oder ggfs. an spezialsierte Foren verweisen. Tut mit leid.

      Gruß, Der Privatier

  29. Hallo Privatier und Forianer,
    Ich möchte nun auch ein Abfindungsangebot annehmen, damit wär ich zum 1.10.2020 Arbeitslos. Zu diesem Zeitpunkt bin ich noch 56 Jahre alt und war 31 Jahre beschäftigt.
    Am 20.10.2020 werde ich 57. Würde es nun gehen wenn ich erst am dem 1.11.2021 , also 1 Jahr und 1 Monat später, meine Anspruch auf ALG gelten machen würde, um dann 2 Jahre Anspruch zu haben?
    Vielen Dank im Voraus
    Uschi

    • Vorab: Ich habe mir erlaubt, Ihren Namen etwas zu verkürzen. Bitte bei weiteren Kommentaren verwenden!

      Zur Frage: Sie können sich zwar aufgrund der verlängerten Rahmenfrist auch erst nach 13 Monaten arbeitslos melden. Ihr Anspruch auf ALG1 bleibt damit weiterhin erhalten.

      Allerdings werden Sie dann keine 24 Monate bekommen, weil Sie die Voraussetzung von 48 Monaten mit Beschäftigungszeiten in den letzten 5 Jahren nicht erfüllen. Bitte dazu noch einmal den obigen Beitrag lesen!

      Vielleicht schaffen Sie es ja, bei Ihrem Arbeitgeber einen weiteren Monat auszuhandeln? Auch ohne Bezahlung?

      Gruß, Der Privatier

  30. Vielen Dank, für die schnelle Rückmeldung.
    Ich werde dann versuchen das ich erst zum 31.10.2020 ausscheide. Kann es dann auch der 2.11.2021. sein, da ja der 1.11. ein Feiertag ist? Ausserdem würde ich gerne noch wissen, ob eine Stückelung des Bezugs möglich ist, also zB 1/2 Jahr ALG, dann ca. 1/2 Pause und dann wieder ALG.

    Gruß Uschi

    • Es kann der 02.11.21 oder auch der 1.1.22 sein, solange das Dispojahr zwischen 12 und 18 Monate lang ist. Man kann sich auch Mitte Oktober mit Wirkung zum 1.1.21 arbeitslos melden.
      Wenn die Abfindung in 2021 ausgezahlt wird, würde sich Januar 2022 anbieten um die Steuersache zu optimieren.

      Man kann sich während des ALG1-Bezuges jederzeit ab- und wieder anmelden https://der-privatier.com/kap-9-3-1-anmelden-und-wieder-abmelden/
      Ich sehe dafür aber selten eine Notwendigkeit. Wenn man sich mit seinem Betreuer halbwegs versteht, dann geht man doch nicht das Risiko ein, in einem halben Jahr an einen Stinkstiefel zu geraten 🙂

  31. Hallo eSchorsch, danke für deine Erklärung.
    Die Pausen sind (vielleicht) nötig, weil wir eventuell von NRW nach Meck-Pomm umziehen wollen und dafür dann mal öfter dort hinfahren müssen, speziell in den Sommermonaten 2022. Ich steh dann ja nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und mir stehen ja nur 2 Wochen „Urlaub“ zu, wenn ich meinen Betreuer richtig verstanden habe.
    Gruß Uschi

    • OK, das ist ein Grund.
      Wenn Du arbeitslos gemeldet bist, dann kannste die Umzugsabsicht (und nötige Vorarbeit dazu) ruhig beim Vermittler ansprechen. Wenn die m.W. bis zu 3 Wochen „Urlaub“ nicht ausreichen, hat der Vermittler vielleicht eine andere Lösung für dich, das ohne Abmeldung hinzukriegen.
      Ich habe keine Ahnung, wie viel Aufwand eine Abmeldung + Wiederanmeldung dem Amt macht (für den Arbeitslosen sind es nur ein paar Klicks im Onlinesystem) und ob da der Vermittler nicht sagt, lassen wir fünfe gerade sein und blocken 2 Tage mehr …

  32. wäre natürlich schön, wenn es so unkompliziert wie möglich für alle gemacht werden könnte.
    Aber am wichtigsten war mir schon das es mit dem Dispojahr klappt und ich die vollen 24 Monate Anspruch habe, zumal ich dann wenigsten auch einen Zuschuss zu meiner PKV bekomme.

    Also nochmals Dank
    Gruß Uschi

  33. Hallo Privatier, hallo zusammen,
    ich bin letztes Jahr Ende Aug. 2019 aus dem Unternehmen mit monatlichen Zahlungen ausgeschieden (nach 39 Dienstjahren) und habe mich nach nun knapp einjähriger Disposition
    heute arbeitslos gemeldet (Bayern). 15 Minuten später ruft die Arge an und frägt, wo ich mich schon überall beworben hätte, ich welches Ziel verfolge, da ich ja zum 1.9.20 wieder arbeiten will bzw. dann ja eigentlich arbeitslos wäre (was wir nicht wollen).
    War total überfallen…
    Ich weiß nicht, ob ich überhaupt mit Arge in der Zeit vor Arbeitslosigkeit reden muß/will, da ich (derzeit) nicht im Zugzwang bin. Ab 1.9. kann ich mir dann gezielt Gedanken machen, was, wie, wo, wo nicht, ob usw…
    Wie seht ihr das und wie soll ich mich denn richtig verhalten?
    Vielen Dank vorab.
    weißerFlitzer

    • Offiziell beginnen die Pflichten eines Arbeitslosen erst mit dem Beginn der Arbeitslosigkeit oder falls vorab eine Arbeitsuchendmeldung erfolgt ist, mit dieser.

      Insofern besteht momentan noch keine Verpflichtung für irgendetwas. Ein simples Telefonat empfinde ich selber dabei aber noch nicht als grosses Problem.
      Man muss hier abwägen, welche Anforderungen man ggfs. ablehnt und welchen man im Sinne eines zukünftigen guten Verhältnisses nachkommt.
      Ich glaube allerdings auch kaum, dass weitere konkrete Forderungen noch vor dem Beginn der Arbeitslosigkeit kommen. Obwohl der Anrufer schon ein wenig „übermotiviert“ zu sein scheint…

      Gruß, Der Privatier

  34. Danke für die Info.
    Die Anruferin, der ihr interner „Ruf“ schon vorauseilt, hat gestern für heute (ohne Uhrzeit) einen Anruf „versprochen“, dem ich natürlich nachgehen werde.
    Gruß weißerFlitzer

  35. Hallo Zusammen,

    erstmal vielen Dank an “ Der Privatier“ für diese sehr informative Website!

    Am 18. Januar 2020 habe ich den Aufhebungsvertrag zum 31.12.2020 unterschrieben. Abfindungssumme sind 116.000 €, zur Auszahlung ende Januar 2021, Fünftel-Regelung wird angewandt, ich habe HR gebeten den Lohn für 2021 mit 0 € anzuweisen.

    Im Januar 2021 bin ich ja ganz normal noch Krankenversichert in der GKV. Ab dem 1. Februar 2021 will ich mich aus Deutschland abmelden, und nach Vietnam ziehen.

    Meine Fragen sind folgende:

    1.) Sofern ich, Corona-bedingt, zum 1. Februar 2021 nicht nach Vietnam komme, und weiterhin hier gemeldet bleibe, welchen Beitrag müßte ich für die GKV zahlen in etwa? Wird dann die Abfindung als Jahresgehalt in Betracht gezogen, und entsprechend ein sehr hoher monatlicher Beitrag eingefordert?

    2.) Meine Schwester wird in meiner jetzigen Wohnung ziehen (ich ziehe ja aus dann), sie bezieht Wohngeld. Heisst, ich darf bei ihr nicht gemeldet bleiben (sofern ich Corona-bedingt nicht von hier wegkomme…), da meine Abfindung angerechnet wird, und sie dann das Wohngeld verliert, richtig?

    3.) Dürfte ich, sofern ich in Deutschland bleiben muß („Corona“), einen Mini-Job à max 450,- nachgehen, ohne dass, es Nachteile auf den Netto-Betrag der Abfindung hat?

    4.) Kann ich mich aus Deutschland abmelden, auch wenn ich hier bleibe, aber keinen festen Wohnsitz habe? Meine zwei Geschwister, meine Eltern, und viele Freunde wohnen in der Nähe, ich könnte theoretisch jeden 3. Tag jeweils bei den anderen „übernachten“.

    5.) Ich bin seit Sommer 2019 als „ordentlicher Student“ an der Uni-Bonn angemeldet. Hätte dies bezüglich der GKV ab 2021 Vorteile was die Beitragsberechnung angeht? (trotz der hohen Abfindung)

    6.) Wie soll ich mit der Arbeitsagentur vorgehen? Soll ich erstmal nichts machen, und quasi nach mindestens (!) 1 Jahr und 1 Tag mich bei denen melden, und habe dann 12 Monate Anspruch auf ALG1, da ich keine Sperrzeit mehr habe, und in den letzten 30 Monaten 12 volle Monate gearbeitet habe? Oder sollte ich schon vorher Kontakt aufnehmen? (3 Monate vor 31.12.2020?)

    Ich danke euch!!!

    Gruß,

    Paul

    • Der Privatier gibt gerne den Hinweis, dass sich alle Hinweise auf dieser Seite darauf beziehen, dass man a) Privatier werden will und b) in Deutschland ansässig ist/bleibt. Bezüglich Anfragen zum Thema Ausland oder Hartz verweist er oft auf geeignettere Seiten.

      Zu 0.
      Abfindungen sind sozialabgabenfrei, ab 01/2021 darfst Du dich bei der KK selbst versichern. Wurde die arbeitgeberseitige Kündigungsfrist eingehalten (vermute ich mal stark), bemisst sich der Beitrag nach dem Einkommen, es gibt aber einen Mindestbeitrag von knapp 200€ pro Monat.

      Zu 1.
      dito

      Zu 3.
      ja

      Zu 4.
      Was soll es bringen in die Illegalität abzutauchen? Melde dich halt mit Wohnsitz bei den Eltern und zahl die 200€ KK (oder den günstigeren Studententarif, sofern möglich)

      Zu 5.
      Schön, dass es noch ordentliche Studenten gibt 🙂
      Für Studenten gibt es günstigere KK-Beiträge, schau selbst ob die Randbedingungen passen https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/studenten/

      Zu 6.
      Ich würde schon jetzt Kontakt aufnehmen, die Situation schildern und um eine Beratung bitten. Mit hoher Wahscheinlichkeit wird der SB empfehlen, sich nach dem Auslandsjahr kurzfristig arbeitslos zu melden.

    • Ich gebe an dieser Stelle gerne den Hinweis, dass ich zu Fragen, die in irgendeiner Weise etwas mit „Ausland“ oder „ALG2“ zu tun haben, keine Aussagen machen kann. Daher nur die folgenden Ergänzungen zu den Antworten von eSchorsch:

      Zu 0. „Im Januar 2021 bin ich ja ganz normal noch Krankenversichert in der GKV.“

      Nein. Das ist ein Irrtum! Den nachgehenden Versicherungsanspruch gibt es nur zwischen zwei Pflichtversicherungen. Das dürfte hier wahrscheinlich weder vorne noch hinten passen.

      Zu 1.
      Die Abfindung wird nur dann berücksichtigt, wenn die ordentlichen Kündigungsfristen nicht eingehalten worden sind. Ansonsten zählen sämtliche anderen Einkünfte. Mindestbeitrag: ca. 200€/Monat.

      Zu 5.
      Vergünstigungen beim KV-Beitrag gibt es nur für Studenten bis 30 Jahre.

      Zu 6.
      Wenn ein Dispojahr geplant ist, kann man das so machen. Beratung durch die Agentur ist aber immer zu empfehlen (möglichst früh).

      Gruß, Der Privatier

  36. Guten Abend eSchorch, Der Privatier,

    danke euch für eure schnellen Rückmeldungen und wertvollen Informationen! Echt Gold wert!

    1.) Eine Sache versteh ich nicht ganz bei der „Kündigungsfrist“. Woher wissen die Ämter, ob die Kündigungsfrist eingehalten worden ist? Teilt der Arbeitgeber das elektronisch mit, oder schauen die sich lediglich das Datum des Aufhebungsvertrages an?

    2.) Inwiefern spielt es für die KK eine Rolle, ob die Kündigungsfrist eingehalten worden ist, oder nicht, was soll damit bezweckt werden?

    3.) Ich verstehe es richtig (hab bis 2 Uhr morgens im Forum gelesen 😉 dass, ich die Krankenversicherungsbeiträge als freiwillig Versicherter, sowie freiwillige Einzahlung in die Rentenversicherung steuerlich voll geltend machen kann, richtig? Kann es sein, dass ich bei der Abfindungssummer von 114.000 €, mit Fünftel-Regelung, am Ende 0 € Steuer zahle?

    Meine Berechnung wäre folgende: 114.000 / 5 = 22.800 € = +- 2.400 € Steuern x 5 = 12.000 € an Steuern zu zahlen auf die 114.000 €. Diese 12.000€ würden dann durch die Zahlung vom max. Rentenbeitrag über 1 Jahr, (ca. 15.000€) sowie Krankenversicherung,bald auf 0 € sein, oder? (ich täusch mich bestimmt)

    4.) Kann ich denn, ich will ab 2022 in Vietnam Fremdsprachen unterrichten, an Seminar, Kurse der VHS teilnehmen die Ansatzweise was damit zu tun haben, (Präsentationstechniken, etc.) und diese dann als „Fortbildung“ steuerlich geltend machen? Wenn ich dem FA nicht erzähle, dass ich in Vietnam arbeiten werde, dann durchaus, oder?

    5.) Die Arbeitsagentur habe ich heute angerufen, nach 15 Min. Wartezeit, da die nette Dame nichts mit mein Anliegen was anfangen könnte, wurde ich gebeten, ein Mail zu schreiben und mein Vorhaben zu erläutern, macht ja auch Sinn alles Schwarz auf Weiß zu haben. Ich bin jetzt noch in Köln gemeldet, ich weiß jetzt nicht ob es bei der Mail eine Relevanz hat, aber wenn ich im Dezember 2021 in einer anderen Stadt beim Amt melde, mit dem Schreiben, (oder auch ohne) ist das Vorgespräch/Abmachung bei denen im System hinterlegt, oder müßte ich bei Kontakt mit einer anderen „Filiale“, die ganze Story erneut darstellen?

    Danke euch, echt spitze diese Seite!!!

    Wenn ich mal wieder in Deutschland bin, nach ein paar Jahren in Vietnam, so teile ich hier im Forum gerne mit, wie alles gewesen ist, für diejenigen die sowas ähnliches vor haben sollten!

    Gruß aus Köln,

    Paul

    • 1. Steht auf der Arbeitsbescheinigung (die der AG ausfüllen muß). Da steht übrigens auch die Abfindungssumme und trotzdem muß manchmal noch der Aufhebungsvertrag vorgezeigt werden.

      2. Wurde die Kündigungsfrist eingehalten, erfolgt keine Anrechnung der Abfindung auf die KK-Beiträge.

      3. ja (Beiträge können abgesetzt werden) und nein, der Rechenweg ist falsch. Richtig würde so gerechnet: erst die Versicherungen von der Abfindung abziehen und den Rest durch 5, siehe https://der-privatier.com/kap-3-3-1-3-hinweise-zur-fuenftelregel-negatives-einkommen/

      4. ja, Fortbildungskosten sind absetzbar. Nur bei der Erstausbildung gibt es größere Einschränkungen.

      5. Ich weiss es nicht.
      Wahrscheilich ist, dass das Amt keine Rückfragen stellt, wenn man sich so verhält wie angeraten. Falls sich wider Erwarten doch Rückfragen (oder Probleme) ergeben, dann die alten Mails vorzeigen. Das ist dann allemals belastbarer als ein „die Frau Schulte hat damals aber am Telefon xyz gesagt“.

  37. Hallo Privatier,
    Zuerst mal vielen Dank, klasse Informationen, natürlich auch an all jene welche die Seite so aktiv mitgestalten.
    Ich habe folgendes geplant, bin mir aber unsicher welche Auswirkungen auf das ALG 1 daraus entstehen.
    Ich bin 55 Jahre alt, und will dieses JAhr noch einen AHV Unterschreiben.
    Letzter Arbeitstag wäre der 31.05. 2021
    Die Abfindung würde in 01/2022 zur Auszahlung kommen.
    Mit dem angedachten Dispo Jahr will ich das ALG1 zum 01.07.2022 beantragen.
    Erste Frage, die Abwicklung wäre doch so korrekt, um drohenden sperren zu umgehen?
    Zweite Frage, kann ich auch den ALG1 Antrag auf den o2.01.2023 schieben, um mein Einkommen in 2022 zu drücken? Ohne das ich das Recht auf 15monate Bezug zu verlieren?
    Vielen Dank im Voraus
    Lg

    • Vorab: Ich habe den gewählten Namen etwas ergänzt, um ihn von anderen unterscheiden zu können. Bitte zukünftig nur diesen Namen verwenden. Danke.

      Zu den Fragen:
      * Ein Dispojahr von 13 Monaten (bis 01.07.22) wäre bei Ihnen okay, da für Sie die 30 Monate Rahmenfrist gilt und Sie noch keine 58 Jahre alt sind.
      * Eine Verlängerung bis 01.2023 wäre dann wohl einen Monat zu lang, oder? Bitte selber einmal nachrechnen!

      Ab einem Alter von 55 Jahren haben Sie übrignes Anspruch auf 18 Monate ALG1! Vorausgesetzt, Sie haben in den 5 Jahren vor ALG mindestens 36 Monate Beschäftigung vorzuweisen. Details dazu im Beitrag: https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-alles-im-rahmen

      Gruß, Der Privatier

      • Super, danke für die schnelle Antwort.
        Ja, eine Verlängerung auf 01/2023 wäre leider zu lang, entweder muß ich das Austrittsdatum nach hinten verschieben,
        dann bekomme ich allerdings in das Problem, KKVB aus der Abfindung zahlen zu müssen, oder was ich hier im Blog gelesen habe, in 07/2022 Anspruch auf ALG bestätigen und ALG Hilfe beantragen, und nach Genehmigung ein Antrag wieder zurück nehmen, um in 2023 erneut zu beantragen, das sollte doch so funktionieren? Oder sehen sie hier einen Gedankenfehler?

    • „kann ich auch den ALG1 Antrag auf den o2.01.2023 schieben, um mein Einkommen in 2022 zu drücken?“

      Man kann auch das Dispojahr mit „Ab- und wieder Anmelden“ https://der-privatier.com/kap-9-3-1-anmelden-und-wieder-abmelden/ kombinieren.
      Bsp:
      Arbeitsende 31.05.2021
      AL-Meldung 02.06.2022
      Abmelden zum 03.06.2022
      Ab 01/23 dann den den Restanspruch abfeiern

      Eine AL-Meldung zum 1.12.22 sollte möglich sein, dann hätte man nur einen Monat ALG1 steuerlich zu kompensieren.
      Das hat dann aber den Nachteil, dass man am 1.12.22 auch nicht erkrankt sein darf. Man hat dann keinen Spielraum mehr die AL-Meldung zu verzögern, daher würde ich die Kombination vorziehen.
      Ab 01/2023 den Rest in Anspruch nehmen

  38. Hallo Privatier und weitere Wissenden,
    wenn ich es bisher verstanden habe, ist es möglich ist ein „Dispojahr“ auf 16 Monate zu verlängern (steuerliche Aspekte), ohne die Dauer des ALG 1 Anspruchs 18 Monate (Alter 56) zu verlieren, da man in den letzten 5 Jahren immer noch auf 42 Beitragsmonate kommt. Ganz klar ist mir nicht, wie sich dann das ALG 1 errechnet. Da dann innerhalb letzten 2 Jahren keine 12 Monate Beitrag gezahlt wurde?
    Außerdem interessiert mich noch, wie sich die Zahlung einer Abfindung, 12 Monate (innerhalb des Dispojahres) nach eintreten eines AHV auf die GKV auswirkt. Hinweise wären toll.

    • Für die ALG-Berechnung wird normalerweise der Durchschnitt der letzten 12 Monate mit Beschäftigung verwendet. Wenn weniger als 150 Tage vorhanden sind, wird der Zeitraum auf zwei Jahre verlängert. Wenn es dann immer weniger als 150 Tage sind, kommt es zu einer fiktiven Bemessung. Mehr dazu in den Beiträgen:
      * Alles im Rahmen und
      * Fiktive Bemessung

      Für die Auswirkung einer Abfindung auf die GKV empfehle ich den Beitrag:
      * Abfindung und Ruhezeit
      Ergänzung dazu: Eine Abfindung darf immer erst nach ihrer Zahlung berücksichtigt werden. Wenn zwischen Beschäftigungsende und Zahlung mehr als ein Jahr liegt, dürfte meiner Meinung nach keine Auswirkung mehr vorhanden sein.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, vielen Dank für die schnelle Antwort :-).
        Beziehen sich die 150 Tage auf Arbeits- oder Wochentage? Einfach gesagt: Entsprechen 150 Tage -> 5 Monate mit Anspruch auf Arbeitsentgelt?

        LG Wacker

  39. Danke, das hilft schon mal weiter.
    Das bedeutet also, dass für die Berechnung ALG1 min >150 Tage (>5 Monate) Arbeitsentgelt im Bemessungsrahmen von 2 Jahren ausreichend sind?
    Wird bei der Berechnung des Bemessungsentgelts, nun das, in der Zeit >150 Tage erbrachte beitragspflichtige Arbeitsentgelt durch die >150 Tage geteilt, oder durch 1 Jahr (360 Tage)?

    LG Wacker

    • “ nun das, in der Zeit >150 Tage erbrachte beitragspflichtige Arbeitsentgelt durch die >150 Tage geteilt“
      vom Prinzip her: ja

      M.W. aber über den Umweg Jahresgehalt damit Einmalzahlungen wie Boni, Urlaubsgeld usw eingehen.
      Bsp: gezahlt wurden 5 Monate a 2.000€ Monatsgehalt und 500€ Weihnachtsgeld. Ergäbe ein Jahreseinkommen von 24.500€. Das Bemessungsentgelt ist ja pro Tag, sodass die 24.500€ durch 360 Tage geteilt werden und dann 68,06€ ergeben.

      • Moin eSchorsch,

        war das pro Jahr geteilt durch 360Tage oder 365Tage?

        @Wacker
        ALG1 Bezug dann jeweils pro Monat, wobei hier jeder Monat mit 30 Tagen pauschal berechnet wird.

        Gruß
        Lars

        • „war das pro Jahr geteilt durch 360Tage oder 365Tage?“

          Das wollte ich auch fragen …
          Vielleicht löst Chef ja auf 🙂

        • Ich hab gerade mal mein Einkommen lt. Arbeitsbescheinigung durch das Bemessungsentgelt geteilt und bin auf 364 Tage gekommen???

          Mir fällt gerade ein, ich habe zum 30.12.17 aufgehört. In der Arbeitsbescheinigung sind aber nur Zahlungen vom 1.1.17 – 30.12.17 aufgeführt (der 31.12.16 fehlt zum ganzen Jahr) und das dürfte die 364 erklären.

          Nach reiflicher Überlegung, hast Recht behalten. 365!

    • Schau bitte einmal in den nachfolgenden Link was die Bezugsdauer von ALG1 betrifft bzw. welche entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

      https://www.finanztip.de/bezugsdauer-arbeitslosengeld/

      Grundlage der Berechnung ist das Brutto-Arbeitsentgelt der vergangenen 12 Monate. Dieser Betrag wird geteilt durch die Anzahl der Tage eines Jahres (365). Das Ergebnis ist Dein Brutto-Arbeitsentgelt pro Tag.

      Davon wird die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und ein Pauschalbetrag für die Sozialversicherung in Höhe von 20 Prozent abgezogen. (Diese Abzüge dienen nur der Berechnung und werden nicht tatsächlich abgeführt.) Das Ergebnis ist das Netto-Entgelt pro Tag.

      60 Prozent dieses Netto-Entgelts ist der Betrag, der Dir als Arbeitslosengeld pro Tag zusteht. Hast Du ein oder mehrere Kinder, sind es 67%.

      Gruß
      Lars

    • Inzwischen habt ihr Euch die Antwort ja schon selber gegeben: Bei einem ganzen Jahr mit Beschäftigung wird durch 365 geteilt.

      Diese Diskussion geht aber ein wenig an der ursprünglichen Fragestellung vorbei, nämlich wie ein Zeitraum von z.B. 6 Monaten in die Berechnung einfliesst. Dieser würde sich z.B. dann ergeben, wenn ein Dispojahr auf 18 Monate ausgedehnt wird. Dann hat der Arbeitslose rückblickend auf die Rahmenfrist von 30 Monaten zwar die 12 Monate, um überhaupt einen Anspruch zu erhalten, aber für die Höhe des ALG sind die 12 Monate vor Beginn des ALG-Bezuges entscheidend. Diese liegen aber nicht vor, also wird auf 2 Jahre verlängert. Nun sind 6 Monate zu berücksichtigen und die Frage war: Wie?

      Die Lösung ist recht einfach und ich zitiere einmal die Definition des Bemessungsentgeltes (Quelle: Arbeitsagentur):

      „Unter Bemessungsentgelt versteht man das (beitragspflichtige) Bruttoarbeitsentgelt, das ein Arbeitsloser beziehungsweise eine Arbeitslose im Jahr vor der Arbeitslosigkeit erwirtschaftet hat. Das Bemessungsentgelt wird berechnet, indem das Entgelt im Bemessungszeitraum durch die Zahl der Tage geteilt wird, für die es gezahlt worden ist. So können auch Schwankungen im Einkommen berücksichtigt werden.“

      Also im Beispiel: Das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt von 6 Monaten wird durch die Zahl der (Kalender-)Tage geteilt, für die es gezahlt worden ist. Der Zeitraum ohne Beschäftigung bleibt daher vollkommen unberücksichtigt. Dasselbe würde im Übrigen auch für den Bezug von Krankengeld gelten.

      Gruß, Der Privatier

  40. ich habe immer gedacht Dispo max 1 JAHR….

    meine aktuelle Planung:
    Arbeitssuchend ab.1.12.2020
    Bezüge ab 1.12. für einen Tag, dann wieder
    ab 1.1.2022 dann für 2 Jahre weil dann 58 (Juni) Jahre alt….

    D.h. ich könnte diese An und Abmelderei sein lassen und gleich am 1.1.2022 anmelden

    • Für arbeitssuchend gibt es keine Bezüge, man muss sich dafür schon arbeitslos melden.

      Bitte oben noch mal genau nachlesen, die neue Regelung gilt nur wenn man am 31.12.2019 noch beschäftigt war und der Link für Ü58 ist auch oben.
      Ich befürchte, dass weder die verlängerte Rahmenfrist greift noch dass es mit 24 Monaten ALG1 klappt.

    • Sorry, wenn Arbeitslosmeldung mit < 58 dann keine 24 Monate. Aber vielleicht habe ich auch die Jahreszahlen falsch interpretiert?
      MbH
      Joerg

    • d.h. Du arbeitest noch bis 30.11.20 und wirst in 06/2021 58 Jahre alt?

      Dann gilt zwar die verlängerte Rahmenfrist, aber für Ü58 gibt es die bekannte Einschränkung (48 Monate in den 5 Jahren vor AL-Meldung).
      Also den Dezember 2021 entweder steuerlich kompensieren oder doch nach einem Tag wieder abmelden.

    • Die ursprüngliche Fragestellung und die Ergänzungen sind aus meiner Sicht ziemlich unklar. Ich möchte daher dazu keine Aussagen machen.

      Gruß, Der Privatier

  41. Aus steuerlichen Gründe, würde ich den Start der ALG 1 Zahlung gerne um einige Monate verschieben. Wenn ich es richtig verstanden habe, bieten sich 2 Optionen: a) Nutzung des Dispojahres und zwar für 16 Monate oder b) Nutzung Dispojahr und nach Ablauf der 12 Monate Arbeitslos melden und nach Festlegung des ALG1 wieder abmelden und nach ca. 4 Monaten wieder anmelden. Welche gravierenden Aspekte sind zu berücksichtigen?

    • Sämtliche „gravierende Aspekte“ sind in den Beiträgen mit Hinweisen zum Dispojahr, zum An- und Abmelden, sowie Bestandsdauer des ALG-Anspruches nachzulesen.
      Ergänzend ggfs. noch die Beiträge zu den steuerlichen Wirkungen und zum Einfluss auf die Rentenversicherung.

      Sorry, aber eine so allgemeine Fragestellung kann ich nur mit einem ebenso allgemeinen Hinweis beantworten.

      Gruß, Der Privatier

      • Ok, das ist nachvollziehbar, ein komplexes Thema. Danke für die Rückmeldung. Werde mich intensiv einlesen und versuchen meine Frage zu konkretisieren. Zumindest sind beide Optionen möglich. LG Wacker

  42. Hallo Zusammen, Danke für die Ausführungen zum Dispositionsjahr.

    Habe hierzu noch eine Frage bezüglich Pflege der Eltern und damit verbundene Einzahlungen um die Beitragszeiten bei der gesetzlichen Rente angerechnet zu bekommen.
    Mein Plan sieht wie folgt aus (bin 61 Jahre alt):
    ausscheiden aus der Firma zum 31.3.2021 mit Abfindung und Betriebsrente
    31.3.2021 – 1.4.2022 Dispositionsjahr
    1.4.2022 – 1.4.2024 ALG I für 24 Monate
    Pflege der Mutter (Pflegegrad 2) 12 Stunden/ Woche an 4 Tagen. Die Krankenversicherung meiner Mutter zahlt nur in die gesetzliche Rente. Sonst nichts. Kranken und Pflege versichert bin ich über die Betriebsrente

    Für die gesetzliche Rente zählt das, aber bekomme ich hier unter Umständen Schwierigkeiten mit der Agentur für Arbeit? Denn nach dem Dispositionsjahr möchte ich ja ALG I basierend auf meiner Arbeit vor dem Dispositionsjahr haben.

    Wäre nett, wenn ihr mir hier eine Rückmeldung geben könntet, ob es so funktioniert.

    Gruß, Jochen

    • Sofern die Pflichten eines Arbeitslosen eingehalten werden, welche Nachteile sollten da entstehen?
      Dass Du nicht 100km pro Tag pendeln kannst, sollte jeder Vermittler verstehen. Auch Vermittler sind Menschen. Ich vermute mal, dass selbiger eher „zwischenmenschliche Pluspunkte“ für die Pflegetätigkeit vergibt und die Samthandschuhe zückt.
      Wenn dann im Anschluß an das ALG1 auch gleich die Rente kommt, dann könnte es gut sein, dass der Vermittlungsdruck eher geringer sein wird.

      Das einzige Fragezeichen würde ich bei „krankenversichert über Betriebsrente“ machen. Nicht dass ich für falsch halte, ich kann es nur nicht beurteilen wenn da noch eine Abfindung fließt.
      Normalerweise ist es so, wurde die Kündigungsfrist eingehalten, darf die KK die Abfindung nicht zur Beitragsberechnung heranziehen. Wurde die Kündigungsfrist nicht eingehalten, ist für eine gewisse Zeit ein höherer Beitrag zu zahlen.

    • Moin Jochen,

      Du musst bei Deinem AG abklären (oder auch die Vertragsunterlagen zur „Betriebsrente“ prüfen), ob Deine „Betriebsrente“ vor dem Bezug einer „Altersrente“ gezahlt werden kann. Teilweise gibt es Beschränkungen beim Bezug einer Betriebsrente, d.h. der Bezug ist erst beim Erreichen einer Rentenart oder Regelaltersgrenze (egal ob langjährig oder besonders langjährig Versicherter) möglich.

      Gruß
      Lars

    • Ich kann auch keine Probleme mit der Agentur für Arbeit erkennen, solange die üblichen Verpflichtungen (wie z.B. Verfügbarkeit) eingehalten werden können.

      Mir ist jedoch nicht ganz klar geworden, inwieweit die Pflegetätigkeiten nur im Dispojahr stattfinden sollen, oder auch darüber hinaus? In diesem Falle wäre dann nämlich zusätzlich zu klären, ob die Krankenkasse der Mutter auch dann in die Rentenkasse einzahlt, wenn dies bereits von der Agentur für Arbeit erfolgt. Es mag sein, dass das kein Problem ist, ich bin mir da gerade nur etwas unsicher.

      Die Sorge nach der Höhe des ALG ist jedenfalls unberechtigt. Die Pflegetätigkeit hat darauf keinen Einfluss. Aber bitte einmal die Bedingungen der Pflege/Rentenzahlung im Detail nachlesen. Da gibt es einige Einschränkungen und Details zu beachten.

      Gruß, Der Privatier

      • Noch ein Nachtrag: Die Aussage „krankenversichert über die Betriebsrente“ halte ich auch für fragwürdig. Soweit ich weiß, stellt der Bezug einer Betriebsrente jedenfalls kein Pflichversicherungsverhältnis dar.
        Im Rahmen einer freiwilligen Versicherung wären aber natürlich auch auf die Betriebsrente Beiträge zu zahlen (sofern sie oberhalb des Freibetrages von ca. 160€ liegt). Liegen ansonsten keine weiteren Einkünfte vor, ist bei einer freiwilligen Versicherung immer mindestens ca. 200€/Monat Beitrag zu zahlen. Der Einfluss der Abfindung wäre ggfs. zu prüfen.

        Gruß, Der Privatier

      • @Privatier

        „Mir ist jedoch nicht ganz klar geworden, inwieweit die Pflegetätigkeiten nur im Dispojahr stattfinden sollen, oder auch darüber hinaus? In diesem Falle wäre dann nämlich zusätzlich zu klären, ob die Krankenkasse der Mutter auch dann in die Rentenkasse einzahlt, wenn dies bereits von der Agentur für Arbeit erfolgt. Es mag sein, dass das kein Problem ist, ich bin mir da gerade nur etwas unsicher.“

        Ist im §26 Abs.3, Satz 5 SGB III beschrieben. (Vermeidung Mehrfachversicherung)

        Der §26 Abs.3 Satz 5 SGB III führt Tatbestände auf, bei denen die Versicherungspflicht nicht erwerbsmäßig tätiger Pflegepersonen – nicht eintritt.
        Dies ist für Versicherte der Fall, die:

        – nach anderen Vorschriften des SGB III versicherungspflichtig sind oder die
        – während der Zeit der Erziehung oder Pflege Anspruch auf Entgeltersatzleistungen haben

        https://dejure.org/gesetze/SGB_III/26.html

        @Jochen
        Als Pflegender (Pflegeperson min. Pflegegrad II) bis Du währen des Dispositionsjahres ALV; RV und gesetzlich Unfallversichert, die Pflegeversicherung Deiner Mutter zahlt die Beiträge für Dich ein. Um die Krankenversicherung musst Du Dich im Dispositionsjahr selber kümmern!

        Wenn Du ALG1 beziehst, zahlt die AfA für Dich die RV+PV+KK-Beiträge.

        Gruß
        Lars

  43. Zunächst vielen Dank an Alle für die Informationen.

    Meine Betriebsrente setzt sofort nach dem Aufhebungsvertrag ein. Hiervon werden Lohnsteuer, 14,6% Krankenversicherung, Zusatzbeitrag 0,7% sowie 3,05% Pflegeversicherung abgezogen. Das ist ok und kann ich auch nicht ändern. Sobald ich in Rente nach gehe, muß ich den Rentenbescheid einreichen und meine Betriebsrente berechnet sich dann neu.

    Das mit der Abfindung und Krankenversicherung bezüglich Kündigungsfrist ist eine gute Information. Denn die gesetzliche Kündigungsfrist von 7 Monaten werde ich nicht einhalten können und dies wird wahrscheinlich dazu führen, dass ich von meiner Abfindung Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abführen muß. Aber auch das kann ich jetzt nicht mehr beeinflussen.

    Besonders wichtig war mir der Punkt mit der Krankenversicherung meiner Mutter. Denn diese bezahlt ja in die Rentenversicherung und meine Sorge war, dass hier dieser Betrag irgendwie dazu führen könnte, dass ich meinen Anspruch auf ALG I verliere bzw. sich drastisch reduziert. Aber in diesem Punkt habt ihr mich ja beruhigt.

    Die Pflege meiner Mutter führe ich seit 2018 und natürlich auch nach dem Dispositionsjahr weiter. Somit zählt diese Zeit auch zur Erreichung der Rente für besonders langjährige Versicherte. Diesen Punkt hatte ich schon mit der DRV besprochen und es wurde mir bestätigt. Sorry, hatte ich vergessen zu erwähnen.

    Nochmals Danke für Eure Hilfe. Ohne diesen Blog wäre ich nie auf ein Dispositionsjahr gekommen.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende, Jochen

  44. Guten Tag Privatier und alle anderen Mitleser,

    ich habe mir nachfolgendes Konstrukt zum Dispositionsjahr ausgedacht und würde dieses gerne – bevor ich mich damit an die Arbeitsagentur wende – hier im Forum auf Validität prüfen lassen.

    Meine Rahmenbedingungen:
    – Die letzten 10 Jahre beim gleichen Arbeitgeber gearbeitet
    – 31.12.2020 letzter Arbeitstag
    – Freigestellt seit Februar 2020
    – Abfindungszahlung im Januar 2021
    – Am 10.05.2022 werde ich 50 Jahre

    Nun plane ich ab dem 1.1.2021 das Dispositionsjahr zu nehmen. Ist es durch die verlängerte Rahmenfrist ein gangbarer Weg das Dispositionsjahr bis zum 10.05.2022 zu verlängern um hierdurch die Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld von 12 auf 15 Monate zu erhöhen?

    Oder verletzte ich hierdurch irgendwelche Deadlines, die ich so nicht auf dem Schirm habe?

    Danke für Eure Einschätzungen!

    Viele Grüße
    Charles

    • Bingo!

      Was soll man denn schreiben, wenn alles passt und ich nix zu meckern habe … willkommen im Club der Privatiers 🙂

  45. Lieber Privatier,
    ich möchte an dieser Stelle noch eine andere Frage loswerden zum Thema der HÖHE des ALG’s, die ja aus dem Durchschnitt der letzten 12 Monate berechnet wird, oder ? Wenn ich das Dispojahr (z.B. 12 Monate – in diesem Fall 1.1.2020 – 31.12.2020) genommen habe, und dann z.B. 6 Monate bei einem neuen AG arbeite, und dann gekündigt werde, dann habe ich zwar die nötigen Monate (30 / 12 Monate Regelung) zusammen, um ALG berechtigt zu sein. ABER: In welcher Höhe wird das berechnet – ich find dazu nichts im Detail. Ich hätte ja im Dispojahr gar nicht gearbeitet. Wenn ich Ende des Dispojahres den ALG Antrag stelle, wird das Geld ja auf Basis des alten Gehalts berechnet. Aber wenn ich einen neuen Job habe, und die Höhe des ALG’s als Schnitt der letzten 12 Monate berechnet wird, so hätte ich zwar 6 Monate des NEUEN AG’s, aber die 6 Monate davor wäre w/ Dispojahr ohne Einkommen, also 0. Werden die 0-Monate des Dispojahres mit in den DURCHSCHNITT der ALG Höhe einberechnet ? Wie sähe es – noch schlimmer – aus wenn der neue AG nach 1 Monat kündigen würde – wird dann die Höhe des ALG’s im Schnitt aus dem 1 Monat beim neuen AG und den elf 0-Moanten des Dispo-Jahres berechnet. Wäre ja Horror. Vor dem Hintergrund frage ich mich, ob ich das ALG vorsichtshalber jetzt Mitte Dez, also gg Ende des Dispojahres, beantragen sollte, dann hätte ich ja (trotz neuem Job ab 1.1.2021) 4 Jahre Abruf-Recht, mit der Berechnung auf Basis des alten Gehalts. Wäre also nach Kündigung durch den neuen AG save, was die Höhe angeht. Oder mache ich da einen grundlegenden Denkfehler ? Vielen Dank nochmals, und sorry, daß ich kürzlich unter einem anderen Namen geschrieben habe (keine Absicht dahinter) Grüße…der Lebensgenießer.

    • Zum Bemessungsentgelt hat eSchorsch ja bereits die richtige Antwort gegeben.

      Insofern erübrigt sich die Frage: „…ob ich das ALG vorsichtshalber jetzt Mitte Dez, also gg Ende des Dispojahres, beantragen sollte“ eigentlich. Aber natürlich kann man sich damit den Anspruch für alle Fälle sichern. Das war ja auch kürzlich an anderer Stelle meine erste Idee: https://der-privatier.com/kap-10-2-vorauszahlung-von-krankenkassenbeitraegen/#comment-31734

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,

        eine Fülle von Expertentipps, Respekt.
        So ganz blicke ich nur nicht wirklich durch,
        daher benötige ich mal euren Rat was für mich hinkommen könnte.

        Aufhebungsvertrag ist bereits unterschrieben .
        Abfiundungszahlung im Januar 2022 vereinbart.
        30.09.2021 letzter Arbeitstag.
        zuvor lückenlos 25 Jahre gearbeitet.
        am 10.08.2022 werde ich 55 Jahre alt.

        Was wäre hier wohl die möglichst beste Reihenfolge an einzuhaltenden Terminen für mich?

        Danke schon einmal und Gruß Stan

        …bin da echt überfragt

        • Bevor man über Termine nachdenkt, sollte erst einmal ein Plan für die weitere Gestaltung der Zukunft existieren.

          Und dazu möchte ich keine Ratschläge geben. Ich habe hier eine ganze Reihe von Vorschlägen unterbreitet, die sich je nach persönlicher Situation als sinnvoll erweisen können oder auch nicht. Die jeweiligen Vor- und Nachteile verschiedener Ideen habe ich soweit möglich aufgeführt.
          Die persönliche Abwägung und Entscheidung muss dann jeder für sich treffen.

          Gruß, Der Privatier

        • Die Entscheidung für das Dispojahr ist schon gefallen, oder?
          Die nächste Frage ist, fällt die Abfindung unter die Fünftelregelung? Wenn ja, dann sollte eine Maxime sein, in 2022 keine weiteren Einkünft zu erzielen (bzw. erzielte Einkommen steuerlich zu kompensieren).

          Ansonsten bin ich der Meinung, dass man nach einem Dispojahr keine Arbeitsuchendmeldung (3 Monate voraus) abgeben muß. Ich würde mich im Dezember 2022 mit Wirkung zum 1.1.23 arbeitslos melden.
          Trotzdem kannst Du (ab sofort oder erst im Laufe 2021) dem Amt eine freundliche Mail schicken „… Aufhebungsvertrag zu 9/2021 … würde mich zu 1/2023 AL melden wollen, komme ich so um Sperr-/Ruhezeiten herum … muss ich noch was beachten …“, dann kriegst Du auch von offizieller Seite die Bestätigung, dass dein Plan so klappt.

  46. Hallo und danke für die Antworten.

    Ja die Entscheidung für das Dispojahr ist gefallen.
    Ja die Abfindung fällt unter die Fünftelregelung,
    also in 2022 möglichst 0 Einkommen haben.

    Ist es denn nach so langer Zeit überhaupt noch möglich mich im Dezember 2022 mit Wirkung zum 1.1.23 arbeitslos zu melden? (dann nach 15 Monaten vom letzten Arbeitstag 30.09.2021) und wird das letzte Einkommen noch anerkannt für eine ALG1 Berechnung?
    Wenn ja wäre genau das mein Plan

    Gruß Stan

    • Ich kann nur vermuten, was genau der Privatier mit dem „Plan für die weitere Gestaltung der Zukunft“ gemeint hat. Aber ob ein freiwilliger endgültiger Ausstieg aus dem Berufsleben mit 54, also 13 Jahre vor der Regelaltersgrenze, die einzige Alternative ist, muss jeder selbst beurteilen. Klar ist jedenfalls, dass ein Dispojahr und 1,5 Jahre ALG1-Bezug eine eventuelle Rückkehr ins Arbeitsleben zu gleichen Bedingungen nicht gerade erleichtert.
      Wenn das so gewollt und machbar ist, dann ist ja alles in Ordnung.

      • Hallo,
        Ja einen Plan für die weitere Gestaltung der Zukunft ist aufgrund zahlreicher zeitintensver Hobbys, soweit diese auch finanzierbar sind, vorhanden.
        Vielleicht werde ich mich dann nach ALG1 Phase (01.23 – 06.24) evtl. noch selbstständig machen, wobei aber meine Basisversorgung bzgl. Finanzen bis 90 gesichert ist.

        Bin ich denn gemäß 30 Mon. Rahmenfrist (ALG1)
        auch aus dem Bereich einer Sperrfrist raus, wegen dem Aufhebungsvertrag?
        Es müsste doch eigentlich so sein?

        Gruß Stan

        • Korrekt, nach einem Dispojahr wird keine Sperre wegen dem Aufhebungsvertrag mehr ausgesprochen. Und dank neuer Rahmenfrist kann das Dispojahr bis auf 18 Monate ausgedehnt werden.

          Selbstständig = arbeitet selbst ständig = keine Zeit für Hobbys 😉

          • Hi, Danke
            Selbststandig nur mit Kleingewerbe ,
            ich darf ja nicht mehr als die Mindestbemessumgsgrundlage für freiwillig Versicherte (2020 rund 1.097 EUR / Monat) verdienen. Dann, sollte alles so klappen, bin ich ab 1.10.2021 mit Unterbrechungen (ALG1) zunächst einmal Privater.

            Was gebt ihr dann eigentlich als Berufsbezeichnung an?

            Vielen Dank und es ist ein echt supertolles Forum, besonderen Dank an den original „Der Privatier“

        • Gut, dann scheinen ja die Alterseinkünfte über mehr als 35 Jahre (bis 90) bestens gesichert zu sein. Es wäre für viele hier, die freiwillig bei der GKV sind, interessant zu erfahren, wie so eine sichere langfristige Kapitalanlage aussieht, wenn gleichzeitig nicht die Bemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenkasse überschritten werden soll. Hast du einen Tipp für uns? Cash halten oder 30-jährige Null-Kupon-Anleihen?

          • also in den Überbruckungsjahren als Privatier, insgesamt knapp 8J , bis Rentenantrag mit 63, 2030, nicht über die Mindestbemessumgsgrundlage für freiwillig Versicherte (2020 = 1.096,67 EUR / Monat) = 13,160.04 EUR / Jahr dazu verdienen, Rest aus Kapitalentnahme des Eigenkapital, Kapitalzinsen leider gering halten, bzw teilweise in Immobilie anlegen, danach ab 63 Haus verkaufen, Elternhaus Erben und auch verkaufen , kleinere Eigentumswohnung kaufen, oder Mietwohnung beziehen, einigermaßen minimalistisch Leben
            , Camping Urlaub Wohnwagen etc., ab 63 dann Kapitalerträge maximieren und Kapital entnehmen also verleben / aufbrauchen,

  47. Habe allerdings auch seid 30 Jahren neben Haus abzahlen auch echt mit viel Glück Geld an der Börse vermehrt und bekomme eine wirklich sehr fette Abfindung muss dazu gesagt werden. Von daher recht gute Basis

  48. Guten Morgen an den Privatier und alle anderen guten Geister,

    die hier stets kompetente Erklärungen und Anregungen für die Verwirklichung des eigenen Wegs in den (Vor)Ruhestand liefern. Alle Achtung für dieses Engagement und großes Lob an sie alle!

    Mein AG bietet mir die Option, zwischen 03/21 und 12/21 im Alter von 56 auszuscheiden und versüßt das mit einer Abfindungszahlung. Der spätest mögliche Austritt zum Jahresende (muß gemäß AG zwingend noch in 2021 sein!) mit anschließendem Dispojahr würde mich in die Nähe meines 58. Geburtstags in 02/23 bringen. Gibt es eine realistische Chance/Möglichkeit, die Arbeitslosmeldung um diese knapp acht Wochen zu verschieben, um den ALG1-Anspruch von 24 Monaten zu erreichen? Der erweiterte Zeitrahmen wird da nichts nutzen, fürchte ich.

    Viele Grüße + guten Rutsch
    Fr. Erika

    • Im Anschluß an die bisherige Tätigkeit noch 2 Monate lang eine andere sv-pflichtige Anstellung absolvieren. Ja, keine elegante Lösung. Die 2 Monate wirken sich auf die ALG1-Höhe aus.

      Rechtslage, weder Empfehlung noch Anleitung:
      Wenn jemand vor dem Ende seiner Anstellung erkrankt, dann zahlt die Krankenkasse auch nach dem Beschäftigungsende so lange Krankengeld bis man wiederhergestellt ist (mal abgesehen von der Begrenzung auf 78 Wochen).
      Die Zeit des Krankengeldbezuges gilt als Anwartschaftszeit. Der Krankengeldbezug hat keine Auswirkung auf die ALG1-Höhe, solange mindestens 150 Tage mit Arbeitsentgelt in der Rahmenfrist anfallen.

      • Allen Kommentatoren und insbesondere dem Privatier ein gesundes neues Jahr.

        Zur Frage:
        Es geht auch mit einer zwischenzeitlichen, versicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigung ohne die Höhe des ALG zu beeinflussen. Allerdings muss die Teilzeitarbeit dafür die Bedingungen des §150 Abs.1 S.5 SGB III erfüllen und für mehr als 3 Monaten vereinbart werden. Details bitte in den Kapiteln https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1/ und https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-2/ einschließlich der Kommentare nachlesen. Da hier noch einige Besonderheiten zu beachten sind, würde ich vorab eine Beratung bei der Arbeitsagentur dringend empfehlen.

      • Vielen Dank für die interessante Anregung. Die Erfüllung der Anwartschaft ist somit gewährleistet, sofern die versicherungspflichtige Beschäftigung + anschließender Krankengeldbezug in Summe 48 Monate betragen; maßgebend für den Start der Anspruchszeit auf ALG1 (und des darin unterzubringenden Dispojahres) ist damit also das Ende der Arbeitsunfähigkeit und nicht das tatsächliche Datum der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
        Hört sich ja verlockend an, dürfte sich aber schwerlich im Vorfeld behördensicher abklären lassen und damit als Strategie zu fragwürdig sein. Da ist die Teilzeitbeschäftigung wohl die verlässlichere Variante.

        Mit dankbarem Gruß
        Fr. Erika

  49. Hallo Herr Ranning,
    zunächst vielen Dank für die wertvollen und sonst kaum zu findenden Infos, die Sie in Ihren Büchern und hier im Blog bereitstellen!
    Mein Fall: Nach vieljähriger ununterbrochener Beschäftigung Eigenkündigung zum 30.9.2021, dann 54 Jahre alt. Keine Abfindung. Arbeitslosmeldung normal ja im Laufe Juni 2021, noch mit 53 Jahren. Vom Alter her normalerweise 15 Monate Alg I abzüglich 3 Monate Sperrzeit.
    Erst im August 2022 55. Geburtstag.
    Kann ich mit „Dispojahr“ und dank auf 30 Monate verlängerter Rahmenfrist, also 1.10.2021 bis z.B. Dezember 2022, dennoch den längeren Bezug ab 55 J. und Entfall einer Sperrzeit erreichen? Danke
    Hans

    • Vorab: Bitte zukünftig den von mir veränderten Namen verwenden.

      Zur Frage: Mit einem Dispojahr und Nutzung der verlängerten Rahmenfrist ließe sich eine Sperre vermeiden und eine längere Bezugsdauer für das ALG erreichen, hier also 18 Monate. Die Annahme ist also korrekt.

      Nicht korrekt ist hingegen, dass es bei einem ursprünglichen Anspruch von 15 Monaten in Verbindung mit einer Sperre „nur“ 3 Monate Abzug gäbe. Richtig ist, dass sich der gesamte Anspruch um 1/4 verringert, es bleiben also nur 11,25 Monate übrig!

      Gruß, Der Privatier

      • Lieber Privatier,

        danke für die Hinweise und die schnelle persönliche Antwort. Gut, dass es Deine Seite gibt!
        Gruß
        Hans

  50. Lieber Privatier,

    meine Frage bezieht sich darauf, ob ich ein Dispositionsjahr auch auf 18 Monate ausdehnen könnte.
    Grund: Ausscheiden aus dem Unternehmen mit Aufhebungsvertrag (59+) aufgrund Sozialplan zum 01.10.2021
    2021 und 2022 kein ALG1 beantragen aus steuerlichen Gründen, um speziell in 2022 keine Einkünfte zu erzielen
    ab 01/2023 ALG 1 beantragen und dann erst beziehen.

    Gibt es dadurch eine Kürzung der Bezugsdauer des ALG1, oder besteht die Gefahr, dass der Anspruch komplett entfällt.

    Gruss
    D.Fa

    • Die Bezugsdauer wird dann auf „nur“ 18 Monate festgelegt, da in den vorausgehenden 5 Jahren keine 48 Monate Beschäftigung erreicht werden (siehe den Link oben im Text „Alles im Rahmen).
      Abhilfe: Dispojahr zu 12 Monaten einlegen, nach Erhalt des Bescheides mindestens 1 Tag lang ALG1 beziehen, wieder abmelden und den Rest den Anspruches ab 2023 abfeiern. Den einen Tag ALG1 in 2022 kann man leicht steuerlich kompensieren.

  51. Hallo eSchorsch,

    vielen Dank für die blitzschnelle Antwort. Ich hatte das auch so gelesen war mir aber nicht 100% sicher.

    Gruss
    Dirk

  52. Hallo Privatier, hallo zusammen,
    seit einiger Zeit verfolge ich diesen Blog und muss sagen, dass ich unheimlich viel gelernt habe. Vielen Dank Privatier und alle die sich die Mühe machen hier auf Fragen einzugehen und diese zu beantworten. Ich hoffe ich bin hier richtig?
    Gerne würde ich meine Situation schildern um Sicher zugehen ob der Weg so richtig ist und ich nichts verbocke bzw. irgendwelche Fristen übersehe. Bin natürlich auch offen für Empfehlungen.
    Ich habe das Abfindungsangebot meines AG´s angenommen und werde zum 30. September 2021 aus dem Unternehmen ausscheiden.
    Ich plane eine Auszeit von einem Jahr ggf. etwas länger, zum einen um die Steuern auf die Abfindung so gering wie möglich zu halten und weil ich mir nach mehr als 30 Jahren Vollbeschäftigung etwas Auszeit zu gönnen und mich neu orientieren möchte. Wer weiß was das Leben noch so mit sich bringt
    Wenn ich alles richtig verstanden habe bietet sich ein Dispositionsjahr in meinem Fall an. Nur bin ich inzwischen wegen den ganzen Fristen, Rahmen usw. etwas durcheinandergekommen und würde gerne wissen ob meine „Rechnung“ so stimmt.
    Kündigung: Unterschrift März 2021 (die Kündigungsfrist von 7 Monate wird nicht eingehalten)
    Austritt: Ende September 2021 (sprich ab Oktober 2021 Start Dispozeit)
    Auszahlung Abfindung: Januar 2022
    Antrag ALG1 ab: Februar 2023
    Das bedeutet für mich steuerlich die geringste Belastung und dass ich die Sperrfrist bzw. Ruhezeit umgehe und trotzdem noch Fristgerecht einen Antrag auf ALG1 stellen kann da ich im Rahmenfrist 30 Monaten noch 12 Monate versicherungspflichtige Beschäftigung vorweisen kann, sprich ich könnte die Dispozeit ohne Probleme auf 17 Monate ausdehnen. Und für die ALG1 Berechnung wird mein aktuelles Gehalt herangezogen. Stimmt das soweit? Oder habe ich was übersehen?
    Und noch eine Frage hätte ich, evtl. habe ich es bei der Flut von Informationen überlesen. Wird bei der Berechnung der ALG 1 die Auszahlungszeitpunkt (Januar 2022) herangezogen oder wann der Abfindungsanspruch (Oktober 2021) entstanden ist? Bestimmt gibt es hierfür auch einen Paragraphen.
    Bzw. ich möchte wissen wann ich frühestens ALG1 beantragen kann ohne dass die Abfindung berücksichtigt wird und ich mit Sperr- bzw. Ruhezeiten rechnen muss.
    Mit der KV habe ich schon alles besprochen und vorgehen geklärt.
    Vielen Dank im Voraus für Ihre (eure) Antwort(en) und
    liebe Grüße

  53. Wow, das ging schnell 🙂
    Hallo eSchorch, Hallo Privatier,
    erstmal vielen Dank für die superschnelle Rückmeldungen.
    In der tat geht es mir nicht um die ALG1 Höhe sondern darum zu welchem Datum ich frühestens den Antrag auf ALG1 stellen darf damit ich keine Sperre ect. befürchten muss. İch habe verstanden dass ich frühestens zum 01.10.2022 den Antrag stellen darf. Allerdings werde ich das aus steuerlichen Gründen nicht tun sondern erst zum 01.01.23 mich bei der Agentur melden. Und da ich noch unter 58 bin habe ich quasi
    18 Monate Zeit mich bei der AfA zu melden. Und vielen lieben Dank für die ganzen Links, diese sind auf jeden Fall meine Lektüre für das Wochenende.
    Herzliche Grüße

  54. Guten Tag,
    vielen Dank für die Ausführungen zur Verlängerung der Rahmenfrist auf 30 Monate.
    Was ich nicht verstehe, das sich für über 58 jährige nichts ändert und die Arbeitslosenmeldung weiterhin taggenau nach einem Jahr erfolgen muss.
    Mein Fall:
    Ausscheiden mit Abfindung zum 31.12.2020
    Dispositionsjahr 2021 um Arbeislosengeldsperre zu vermeiden.
    Alter am 31.12.2020 60 Jahre
    Bis zum 31.12.2020 über 30 Jahre durchgehend beschäftigt.
    Ich würde doch in meinem Fall von der verlängerten Rahmenfrist profitieren. Oder habe ich etwas falsch verstanden?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    MfG Achim

    • Du kannst dich auch erst nach mehr als 12 Monaten „Dispojahr“ arbeitslos melden. Das ist dein gutes Recht und dann erhälst Du trotzdem ALG1.
      Aber dann erfüllst Du nicht mehr die Voraussetzungen für 24 Monate ALG1, die da wären: 48 Monate Versicherungspflichtverhältnis binnen der 5 Jahre vor Antragstellung. Siehe den oben verlinkten Beitrag „Alles im Rahmen“.
      Nach z.B. 15 Monate „Dispojahr“ würden nur noch 45 Monate zusammenkommen und es gäbe nur 18 Monate ALG1.

      PS: Du kannst das Dispojahr aber bis zu 5 oder 6 Tagen überziehen und erreichst trotzdem die 24 Monate ALG1. Lass dir aber vorher das von der AfA bestätigen.
      Grund dafür ist dass in einem Gesetz ganze Kalenderjahre genannt werden, aber anderswo der Monat grundsätzlich als 30 Tage definiert werden. Das hat neulich erst wieder ein Kommentator besätigt, ich finde aber momentan nicht mehr die Stelle.

  55. Hallo zusammen, es geht los, der spannende Kontakt mit der AfA!

    Kurz noch mal meine Eckdaten:
    Beschäftigungsende mit Aufhebungsvertrag zum 30.06.2021, Zahlung der Abfindung 01/2022.
    Kurz nach Beschäftigungsende werde ich 55 Jahre alt.
    ALG-Bezug aus steuerlichen Gründen erst ab 2023.

    Da ich hier immer fleißig mitgelesen habe, bat ich vor kurzem um einen Rückruf der Leistungsabteilung, um keine Fristen zu versäumen und alles richtig zu machen.
    Dieser Rückruf kam heute pünktlich auf die Minute.
    Ich schilderte, dass ich vorerst meine Schwester bei der Pflege meiner Eltern unterstützen werde.
    Auf meine Frage, wie ich die Arbeitslosmeldung nach anderthalb Jahren zum 1.1.2023 (so überhaupt noch benötigt) tätigen soll, kam folgende Auskunft:
    Ich müsste mich zwingend im Juni 2022 mit Verdienstbescheinigung und ausgefülltem ALG-Antrag bei der AfA zum 01.07.2022 arbeitslos melden, dann hätte ich 450 Tage ALG-Anspruch ohne Sperrzeit.
    Einwurf meinerseits:
    1. Dann bin ich ja wie erwähnt 55 Jahre und habe 540 Tage Anspruch.
    –> ja, das stimmt
    2. Meines Wissens habe ich anderthalb Jahre Zeit für die Arbeitslosmeldung, da 30 Monate minus 12 Monate = 18 Monate.
    –> nein, Sie haben nur 12 Monate Dispositionsrecht (ich jedoch hatte keinerlei Wort mit Dispo… erwähnt!)
    Ich fragte nach der Quelle:
    –> das stünde im SGB3 § 142
    Ich erwähnte dann noch, dass ich mich aber wieder abmelden könne.
    –> ja, das ginge nach einem Tag, da Bestandsschutz.
    Meine Bitte nach schriftlicher Auskunft wurde verneint.

    Dann war ich erst mal platt und das Gespräch beendet.
    Also wenn ich das SGB3 § 142 (und § 143, auf den Bezug genommen wird) lese, Komme ich auf 18 (statt der von der AfA erwöhnten 12) Monate Frist, innerhalb derer ich mich arbeitslos melden muss.

    Was nun? Ich habe ja ein Interesse, dass die Rahmenfrist so spät wie möglich beginnt.

      • Jein. Hier geht halt das eine auf Kosten des anderen.
        Die Fristen (sowohl das Dispojahr als auch die 4 Jahre) auszureizen ist natürlich möglich, aber nicht unbedingt sinnvoll. Denn wenn dann zum Ende hin etwas unvorhergesehenes passiert, steht man möglicherweise mit leeren Händen da. Von daher würde auch ich zum Dispojahr mit anschließendem Abmelden raten. Rest-ALG1 dann ab 1/23 in Anspruch nehmen. Gerade beim ALG1 würde ich raten diese Zeit so rasch es die Steuer erlaubt abzuleisten. Schieb diesen Block nicht vor dir her, denn erst wenn das ALG zu Ende ist bist Du wirklich frei.

        PS: Ich bin so frei, da ich gelegentlich selbst an Aufschieberitis leide ;(

    • Naja – wenn die erste Aussage der Agentur bezüglich der Anspruchsdauer schon falsch war, dann ist es nicht verwunderlich, wenn die zweite auch nicht stimmt. 🙁

      Richtig ist, dass die Rahmefrist 30 Monate beträgt. Innerhalb dieser Zeit muss man 12 Monate mit versicherungspflichtigen Beschäftigungen vorweisen können. Damit bleiben für die Arbeitslosmeldung 18 Monate Zeit. Die Rechnung ist in dieser Form korrekt.

      Was ist zu tun? Ich würde nochmal anrufen (mit Verweis auf die entsprechenden Paragraphen – den Inhalt sollte man kennen oder ablesen können). Ist für alle Beteiligten nervig, aber das ist oftmals leider nötig. Hartnäckigkeit lautet die Devise. 😉

      Gruß, Der Privatier

  56. @eSchorsch
    @Privatier
    Danke für eure prompten Antworten, die ich gestern Abend erst entdeckte, da keine Infomail kam (jetzt angeklickt).
    Tja, wenn es schon so losgeht mit der AA, das motiviert ungemein 😉
    Ich werde nächste Woche die nächste Telefonrunde starten mit ausgedruckten §§ 142 & 143 des SGBIII nebendran, der Grundregel für den Bezug von ALG 1 überhaupt.
    Denn in 2022 möchte ich aus steuerlichen Gründen – wenn irgend möglich – gar keinen Monat ALG 1 beziehen.
    Ich halte euch auf dem Laufenden.

  57. @Donald Duck

    Auch ich werde in 2022 meine Abfindung erhalten und wollte ALG 1 soweit wie möglich hinauszögern aus steuerlichen Gründen. Mein Dispo Jahr wäre zu Ende im September. Also habe ich mal mein ALG1 für Oktober, November und Dezember mit in die Berechnung für die Steuer übernommen. Resultat ist dass der steuerliche Nachteil nicht so gross ist.
    Bei mir überwiegen hier die Vorteile:
    1. Während ALG 1 bezahle ich nichts für die Krankenkasse
    2. ALG1 kann ich somit beziehen für 24 Monaten(bin dann schon über 58)
    3. Während ALG1 werden auf Basis von 80% des letzten Verdienstes Beiträge in die RV einbezahlt

    Vorschlag hier wäre das immer individuell nachzurechnen und dann sieht man was letztendlich dabei herauskommt.

    Gruß
    D.Fa

  58. @Donald Duck

    Das ist korrekt. Ich scheide zum 30 September 2021 aus und wollte dann ein Dispojahr bis zum 30 September 2022 einlegen.
    59 werde ich im September 2021.
    Somit halte ich mich an alle Regularien um die 24 Monate ALG1 zu beziehen allerdings mit einem kleinen Steuerlichen Nachteil.
    Was ich nur noch herausfinden muss ist wann ich mich genau bei der Agentur für Arbeit melden muss. Und zwar genau an welchem Tag. Das habe ich noch nicht zu 100% verstanden.
    Gruss
    D.Fa

    • Theoretisch kannste am 1.10.22 ins Arbeitsamt gehen und deinen Antrag mit Wirkung zum selbigen Tag stellen.
      Praktisch ist das ein Samstag und ob man bis dahin ohne Termin eingelassen wird, steht onehin in den Sternen.
      Rechtlich gesehen kann man sich bis zu drei Monaten im Voraus arbeitslos melden. Ab dem Zeitpunkt wo die AfA den Antrag vorliegen hat, beginnen oft auch die Vermittlungsbemühungen. Daher würde ich mich im Laufe des Septembers um einen Onlinezugang bemühen und den Antrag mit Wirkung zum 1.10.22 elektronisch übermitteln.
      Die Frage „wann im Laufe des Septembers“ kann man auf zwei Arten beantworten.
      a. so spät wie möglich, da man auch erst so spät wie möglich mit Vermittlungsbemühungen konfrontiert werden will.
      b. für den Fall, dass man sich Anfang Oktober aus steuertechnischen Gründen wieder vom Bezug abmelden will (das geht auch nach einem Dispojahr), würde ich 3-4 Wochen Vorlauf einplanen. Dann sollte der Bescheid Anfang Oktober da sein und man kann sich zum 2/3/4/5.10 wieder abmelden.

  59. D.Fa
    Bei mir hieß es von Seiten der AA, im Monat vorher melden, um Arbeislosenmeldung zum 1. des Folgemonats zu stellen. Nur dass die AA und ich bezüglich des spätestöglichen ALG-Beginns bislang nicht einig sind.

  60. Hallo,

    heisst das einen Monat vor geplantem Beginn vom ALG1 oder 1 Monat vor Ausscheiden aus dem Unternehmen?
    Nach meinen Informationen ist es erst am Ende des geplanten Dispojahres erforderlich sich bei der AA zu melden. Ich meine dazu gab es hier auch bereits einige Antworten.

    Also ich scheide aus zum 30.September 2021
    Meldung bei der AA im September 2022 um ab Oktober 2022 ALG1 zu erhalten.

    So haben es auch einige meiner Kollegen geplant die ebenfalls unser Unternehmen verlassen.

    Gruss
    D.Fa

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