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Kap. 9.5: Die Jobbörse — 21 Kommentare

  1. Hallo Privatier und Hallo an alle Kommentarleser,
    ich bin nun seit einigen Monaten raus dem „Erwerbsleben“, bin bei der Agentur für Arbeit gemeldet, jedoch im Dispositionsjahr, und bekomme reichlich Mails von dort (Jobbörse) mit Vermittlungsvorschlägen. Ich denke mal, das auch bei allen anderen in dieser Situation, die überaus meisten Angebote von Jobvermittlern und anonym in Bezug auf den jeweiligen Arbeitgeber sind. Dabei ist teilweise auffallend, wie oft der gleiche Jobvermittler in unmittelbarer Umgebung täglich neue Jobs anbietet, immer mit den gleichen Randbedingungen, immer für Führungspositionen. Naja, wenn dem so wirklich ist, soll es sein. Ich habe eher den Eindruck, das diese Unternehmungen lediglich an Adressen kommen wollen. Meinen Arbeitsvermittler habe ich daraufhin angesprochen, inwieweit die Agentur die Seriosität prüft. Die Antwort, Gar nicht… jeder kann darauf einstellen und ich solle mich halt darauf bewerben, wenn ich es möchte. Ich habe daraufhin mal eines dieser Unternehmen im Internet gesucht und im Handelsregister festgestellt, das das Unternehmen in den letzten Jahren mehrmals gelöscht, liquidiert und wieder neu eingetragen wurde, für meine Begriffe eher unseriös. Und so einem soll ich meine Lebensgeschichte mit privatesten Details zur Verfügung stellen? Ich habe dabei ein ungutes Gefühl.
    Nun meine Frage:
    Sollte ich mich wieder arbeitssuchend melden, muss ich mich wirklich auf solch ein Angebot mit einem dahinter stehenden anonymen Arbeitgeber bewerben?
    Kann ich von der Agentur verlangen, das mir mitgeteilt wird, wer der potentielle Arbeitgeber ist, der meine Bewerbung erhält?
    Ich würde mich freuen, wenn jemand aus dem Blog bereits damit Erfahrung gemacht hat und diese mit mir teilt!

    Beste Grüße

    Gustl

    • Vorab möchte ich sagen, dass ich die Situation nicht so ganz verstehe. Da heißt es: „ich bin nun seit einigen Monaten…bei der Agentur für Arbeit gemeldet, jedoch im Dispositionsjahr“ an anderer Stelle: „Sollte ich mich wieder arbeitssuchend melden…“

      Wie ist denn jetzt der Status: Arbeitsuchend? Oder nicht? Wer nicht arbeitsuchend ist, sollte auch keine Mails von der Agenur mit Vorschlägen bekommen.

      • Oops – da war ich doch noch gar nicht fertig!!

        Ansonsten kann ich bestätigen, dass ich auch einige Vorschläge von der Agentur bekommen habe, bei denen es sich um Leiharbeitsfirmen oder Jobvermittler gehandelt hat. Bei zweien habe ich mich sogar vorgestellt. Auch die Online-Jobbörse ist voll mit dieser Art von Anbietern. In der Online-Jobbörse kann man dies allerdings ausfiltern (habe ich immer gemacht).

        Zu den Fragen: Zu einer Bewerbung ist man immer dann verpflichtet, wenn die Agentur einer Aufforderung zur Berwerbung inkl. Rechtsmittelbelehrung verschickt. Im Gegensatz dazu gibt es auch den Vorschlag zur Bewerbung ohne Belehrung. Im Rahmen eines Arbeitsuchend-Status sollte es eigentlich nur Vorschläge geben. Das ändert sich dann bei einer Arbeitslosigkeit.

        Ansonsten hat man wohl keine Möglichkeit, einen Einfluss auf die Angebote der Agentur zu nehmen. Eifrige und nachgewiesene Eigenbemühungen dämpfen ggfs. den Eifer der Agentur (ohne Gewähr 😉 ).

        Gruß, Der Privatier

        • Ich denke, dass Gustl im Dispositionsjahr ist, also den Bezug von Arbeitslosengeld aus steuerlichen Gründen verschoben hat.

          Er kann aber trotzdem arbeitssuchend gemeldet sein. Das hat den Vorteil, dass die Zeit des Dispojahres als Zeit bei der Rente mitzählt.
          Die Folge ist, dass er sich regelmäßig bei der Agentur melden muss und auch Vorschläge für Bewerbungen bekommt.

          Viele Grüße, Hardy

        • Hmm… Hardy: „Das hat den Vorteil, dass die Zeit des Dispojahres als Zeit bei der Rente mitzählt.“ Ich lasse mich ja gerne eines Besseren belehren – aber das halte ich für ein Gerücht!

          Richtig ist, dass die Zeit nach Ablauf eines Anspruches auf ALG1, in der man weiterhin arbeitslos (ohne Leistung) gemeldet ist, für die Rentenzeiten zählt.
          Aber als Arbeitsuchender? Eher nicht.

          Gruß, Der Privatier

          • Ich muss mich korrigieren: In diesem Fall ist der Status während des Dispojahres „Arbeitslos ohne Leistungsbezug“.

            Viele Grüße, Hardy

          • Es tut mir ja leid, wenn ich das noch mal korrigieren muss:

            Es ist zwar richtig, dass beim Status „Arbeitslos ohne Leistungsbezug“ die Zeiten für die Wartezeiten der gesetzl. Rente anerkannt werden. Diesen Status gibt es meiner Meinung aber ausschließlich NACH Ablauf eines ALG1-Bezuges, wenn der Anspruch aufgebraucht ist.

            Vorher ist dies meiner Meinung nicht möglich. Von daher ist die Frage für mich noch nicht beantwortet, welchen Status Gustl denn nun bei der Agentur hat? Arbeitsuchend? Mit welchem Motiv?

            Gruß, Der Privatier

  2. Entschuldigung für die unklare Ausdrucksweise, aber es ist genau so, wie Hardy es kommentiert hat.

    Viele Grüße, Gustl

  3. Also hier noch mal der Gustl zur Erklärung meines Status bei der Agentur:
    Als bekannt war, das ich mit Auflösungsvertrag aus dem Berufsleben ausscheiden werde, habe ich mich arbeitssuchend gemeldet. Als dann der Tag x kam, habe ich mich nicht arbeitslos gemeldet, sondern das Dispositionsjahr angemeldet. Lt. Auskunft der Agentur bin ich somit nicht arbeitslos, bekomme jedoch immer noch Informationen über offene Stellen in der Jobbörse.

    Meine Frage ist jedoch davon unabhängig gewesen und bezog sich darauf, ob ich mich auf ein anonymes Arbeitsangebot von einem Jobvermittler bewerben muss, wenn ich mich irgendwann mal arbeitslos melde.

    VG Gustl

    • Danke, Gustl für die Ergänzung. So macht es nun auch (halbwegs) Sinn. Der Status ist also „arbeitsuchend“. Dieser Status ist aber meines Wissens mit keinerlei Vorteilen verbunden (es sei denn, man möchte die Vermittlungen der Agentur und evtl. Maßnahmen gerne in Anspruch nehmen).

      Die eigentliche Frage zu den Verpflichtungen habe ich ja weiter oben bereits beantwortet.

      Gruß, Der Privatier

  4. Guten Abend.
    Hat man Erfahrung ob einem das Arbeitsamt in Ruhe lässt, wenn man eh einen Abfindungs Vertrag unterschrieben hat und gar nicht mehr arbeiten möchte?

    • Hallo Heidi,

      um ALG 1 zu erhalten hast du auch Pflichten und das AA unterstützt dich bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, sonst währst du weder arbeitssuchend noch arbeitslos und hättest damit auch keinen Anspruch auf ALG 1.

      Nur weil du mit Abfindung ein Unternehmen verlässt, weil du dort nicht mehr arbeiten kannst oder willst, heißt ja nicht, dass du grundsätzlich nicht mehr arbeiten willst/kannst. Das AA lässt dich gerne in Ruhe, wenn du das möchtest und es mitteilst (nicht(mehr) arbeitslos meldest), aber dann gibt es aber auch kein ALG.

      Grüße Stephan

    • Die wichtigste Erkenntnis ist die, dass man Erfahrungen nicht verallgemeinern kann. Es gibt die ganze Bandbreite: Von völligem In-Ruhe-gelassen-werden bis hin zu sehr intensiven Bemühungen inkl. Eingliederungsmaßnahmen usw.

      Was ich aber auf jeden Fall machen würde (selbst wenn die Agentur es nicht explizit fordern sollte – was allerdings unwahrscheinlich ist), sind regelmässige Bewerbungen inkl. einer ordentlichen Dokumentation. Eigenbemühungen sind schon per Gesetz vorgeschriebene Voraussetzungen für den Bezug von ALG1. Art und Umfang werden in der Regel durch die sog. Eingliederungsvereinbarung festgelegt.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Privatier und auch an aale andere Wissenden,

    nachdem ich Ihre Seite seit einige Zeit verfolge und gemerkt habe, dass auch Sie Erfahrungen mit dem Arbeitsamt besitzen, möchte ich eine Frage stellen, mit der ich mich gerade beschäftige. Nach meiner Abfindungszahlung in 2017 bin ich drzeit in ALG1 und zwar noch für eine Restzeit mit Leistungsanspruch bis Juni. Im Rahmen der Eigenbewerbung , hatte ich vor einigen Tagen ein Vorstellungsgespräch bei einer Firma, in der ich zum Juli entweder in Vollzeit oder Teilzeit wahrscheinlich einsteigen kann. Meine Frage: Kann ich das Arbeitsamt informieren, dasss ich ab Juni einen Job in Teilzeit antrete, ohne mein Arbeitslosengeld in voller Höhe bis zum Juni zu gefährden?

    • Du solltest sogar das AA darüber informieren, dass Du ab 1.7. eine Stelle in Aussicht hast. Der Anspruch auf ALG I bis Ende Juni ist davon unberührt.
      Im Gegenteil – der Bearbeiter im AA wird sogar erfreut sein und Dich in den nächsten 3,5 Monaten wohl auch nicht mehr „belästigen“.

      VG,
      WobiInvest

    • Ja, habe ich gerade eben noch an anderer Stelle geschrieben:
      Es ist hier keine Frage der Abwägung, ob eine solche Mitteilung erfolgen soll oder nicht, sondern es besteht eine gesetzlich verankerte Mitwirkungspflicht (§60 SGB I). Und die verpflichtet zur umgehenden Mitteilungen sämtlicher Veränderungen.

      Dies betrifft allerdings nur Tatsachen, keine Vermutungen („… bei einer Firma, in der ich…wahrscheinlich einsteigen kann.“). Das ist uninteressant. Interessant ist erst ein von beiden Seiten unterschriebener Arbeitsvertrag.

      Ob es danach zu einer Kürzung des ALG kommt, kann ich nicht beurteilen. Es mag so sein, wie WobiInvest sagt, mag aber auch sein, dass der Mitarbeiter der Agentur meint, dass damit die volle Verfügbarkeit nicht mehr gegeben ist. Das wäre dann mal wieder ein Frage, die sich besser für ein spezielles Arbeitslosenforum eignet.

      Gruß, Der Privatier

  6. Danke für die Infos! Bekommt ein AG, welche Ü50jährige einstellt nur einen Zuschuss, wenn noch ALG fließt oder spielt dies keine Rolle. Beispielsweise ich unterschreibe als Privatier einen Angestelltenvertrag?

  7. Hallo zusammen,

    ich bin nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31.12.2017 derzeit noch im Krankengeldbezug, da ich einige Wochen vor Beendigung erkrankte.
    Nun werde ich wahrscheinlich in absehbarer Zeit wieder arbeitsfähig sein.
    Diesen Monat werde ich 57, d.h. das Arbeitslosengeld wird auf 18 Monate gewährt.

    Was passiert nun, wenn ich z.B. nach 6 monatigem Bezug ALG 1 wieder einen job annehme und den für
    6 Monate ausübe (mit entsprechend hohem Gehalt wie zuletzt im Beschäftigungsverhältnis)?
    Wird das ALG 1 dann neu berechnet und für welche Dauer wird es dann gewährt, da ich dann 58 Jahre als wäre und einen Anspruch auf 24 Monate ALG 1 hätte?
    Wäre dann der Restanpruch 18 Monate – 6 Monate = 12 Monate oder 24 Monate – 6 Monate = 18 Monate?

    Gruß

    Georg

    • Robben hat ja hier schon auf den entscheidenden Paragraphen verwiesen, der besagt, dass mit einer Tätigkeit von 6 Monaten noch kein neuer Anspruch auf ALG1 entsteht (es sei denn, man erfüllt die besonderen Bedingungen für eine kurze Anwartschaftszeit).

      Was es sonst noch zu beachten gibt (z.B. Stichwort: Bestandsschutz) habe ich in zwei gesonderten Beiträgen erläutert:
      Arbeitslosengeld nach einer Zwischenbeschäftigung“ (Teil 1 und 2).

      Gruß, Der Privatier

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