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Kap. 9.7.4: Weitere Bewerbungen — 18 Kommentare

  1. Diese Erfahrungen habe ich auch gemacht. Via Jobbörse beworben und dann nichts gehört, weder Eingang noch Absage. Ich habe dann die Löschung der Stelle in der Jobbörse als Absage angesehen, man ist ja lernfähig, auch ohne entsprechende „Maßnahme“….

    • Von einen eher kuriosen Fall kann ich auch noch berichten:

      Meine Bewerbung hatte ich per EMail verschickt, als PDF-Anhang jeweils das Anschreiben, Lebenslauf und letztes Zeugnis. Einige Zeit später habe ich dann die Absage bekommen. Schriftlich per Brief mit der Post, inkl. meiner ausgedruckten Unterlagen (Lebenslauf u. Zeugnis).

  2. Ich habe recht ähnliche Erfahrungen gemacht. Befinde mich jetzt nach 15 Monaten im letzten Monat des Leistungsbezugs und hatte genau einen Termin bei meinem Arbeitsvermittler.

    Dort habe ich eine Wiedereingliederungsvereinbarung für 6 Monate unterschrieben. Als diese 6 Monate vorbei waren, habe ich einfach so weiterverfahren wie zuvor vereinbart und gut war’s.

    Da mir von Anfang an klar war, dass der Arbeitsvermittler ja auch Zielvorgaben hat, habe ich gleich bei diesem ersten und einzigen Gespräch mein Interesse an einem Existenzgründerseminar bekundet und diese 3 Stunden ein paar Wochen später investiert. Damit hatte der Arbeitsvermittler was für die Statistik und ich meine Ruhe.

    Vermittlungsvorschläge habe ich übrigens nicht einen erhalten. Man sagte mir auch gleich, dass man mir keine adäquate Position anbieten kann und ich doch auf spezialisierte Personalberater zurückgreifen solle.

    Insgesamt also ein eher schwaches Bild der ARGE, womit ich aber gut leben kann.

    • Zur Aussage „schwaches Bild der ARGE“ fällt mir noch eine Erläuterung der netten, jungen Dame ein, die meine Daten aufgenommen hat. Und die möchte ich doch zur Vervollständigung des Bildes noch anfügen.

      Sie hat mir nämlich erläutert, dass sie mich zwar auf verschiedene Jobbörsen im Internet hinweisen darf und dass sie selber dort natürlich auch einen Einblick nehmen kann, mir aber keine Jobs von dort vorschlagen darf. Ihre Tätigkeit sei ausschließlich auf die Angebote beschränkt, die der ARGE gemeldet werden.

      Und ich habe mir beides angesehen. Und kann nur sagen: Das Angebot der „freien“ Börsen ist deutlich umfangreicher, aktueller und besser.
      Und warum sollte heute ein Arbeitgeber seine freie Stelle auch noch der Arbeitsagentur melden? Früher (ohne Internet) gab es kaum eine Alternative, außer der Zeitungsanzeige und die war teuer. Heute meldet man seine freie Stelle mal eben bei ein paar Internetbörsen oder veröffentlich sie gleich auf der eigenen Homepage. Und so erreicht sie dann auch ALLE und nicht nur die Kunden der ARGE.

      Wie ich schon an anderer Stelle gesagt habe: Die Vermittler der Agentur sind um ihren Job wahrlich nicht zu beneiden! Nicht nur, dass die Kunden oft nicht einfach zu vermitteln sind oder in ihrem persönlichen Auftreten „schwierig“ sind, auch das Angebot an Stellen entspricht keinesfalls dem, was auf dem Arbeitsmarkt zu Verfügung steht.

      Gruß, Der Privatier

  3. Das ist wohl wahr, dass die Mitarbeiter der ARGE keinen einfachen Job haben.

    Bei besagtem Seminar für Existenzgründer konnte ich aus ein paar Nebensätzen recht interessante Schlussfolgerungen ziehen:

    Bei „meiner“ ARGE hat ein Vermittler ca. 800 Klienten zu betreuen. Von Ihm wird erwartet, dass er 6 Stunden täglich vermittelnd tätig ist. Die restliche Zeit ist dann wohl für Internes wie Reporting reserviert.

    Daraus kann man leicht ableiten, dass der Vermittler gar keine Zeit hat sich intensiver mit einem einzelnen Klienten zu beschäftigen. Also wird er „da wo es läuft“ keine Zeit investieren und diese für seine Problemfälle aufwenden.

    Damit hat man es also in der Hand von der ARGE weitgehend unbehelligt agieren zu können.

    Viele Grüße

    H.

    • Ja – ähnliche Zahlen habe ich von meiner Gesprächspartnerin auch gehört.
      Und von daher finde ich es auch völlig okay, wenn sich die Vermittler vordringlich um Fälle kümmern, die es a) nötiger haben als unsereins oder b) bessere Aussichten auf Erfolg haben.

      Gruß, Der Privatier

  4. Via Jobbörse beworben …
    Ich hatte letzens ein Telefonat aufgrund einer Bewerbung (via Jobbörse) wo sich mein Gegenüber dafür entschuldigt hat, dass sie mich erst nach einer guten Woche kontaktiert hat. Sie hätte sich einige Tage nicht ins System der Jobbörse angemeldet, da dort nur sehr wenige Bewerbungen ankommen. Scheinbar gibt es auch für AG keine Mailinfo wenn was im System passiert.

    Und zu den nicht abgesagten Bewerbungen: ja, passiert manchmal. Über die Gründe will ich mal nicht spekulieren.
    Gestern habe ich eine Absage für eine Bewerbung von Anfang Januar erhalten. Manchmal brauchts halt etwas Geduld, in dem Fall gute acht Monate 😉

    • Ich weiß ja nicht, ob das System der Jobbörse in den letzten Jahren grundsätzlich geändert worden ist oder ob ich damals vielleicht eine spezielle Form der Bewerbungen gewählt habe, aber bei mir war es damals so, dass meine Bewerbungen alle per Mail verschickt worden sind. Da musste der potentielle AG sich nirgendwo anmelden und nachsehen. Das ging vollständig über Email.

      Und da das so komfortabel war (inkl. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, etc.) habe ich das System auch dazu genutzt, Bewerbungen an Kontakte zu versenden, die gar nicht in der Jobbörse aufgeführt waren. In diesen Fällen musste ich aber natürlich die Kontaktdaten des Empfängers selber eingeben. Aber mehr eben auch nicht.

      Alles sehr einfach und mit automatischem Nachweis der Aktivitäten.

      Gruß, Der Privatier

      • „Das ging vollständig über Email.“

        Aktuell kann man auswählen, ob man die „fertige“ Bewerbung per Email oder (ohjeh, wie hieß das genau? ich sag mal) intern im System Jobbörse versendet.
        Bei Versand über Email kriegt man einen Hinweis, dass die Daten per Mail ja prinzipiell von Hinz und Kunz mitgelesen werden können.
        Vielleicht haben sie wegen der unverschlüsselten Mails die Möglichkeit geschaffen, das jobbörsenintern zu versenden.

        • Folgende „Rechtsbehelfsbelehrung“ erhält man, wenn man (Stand Dezember 2019) eine Bewerbung in der Jobbörse per Mail (und nicht über systemintern) versendet:

          „Rückfrage
          Die Kommunikation über das Internet ist unsicher. Insbesondere bei der üblichen E-Mail-Funktion ist nicht sicher gestellt, dass die Nachricht den Empfänger tatsächlich erreicht. Die E-Mails können auf dem Übertragungsweg gelesen und durch Unbefugte bewusst oder durch technische Fehler geändert oder gelöscht werden. Für den Empfänger der E-Mail ist nicht gewährleistet, dass die E-Mail wirklich von Ihnen stammt. Die E-Mail ist vergleichsweise wie eine Postkarte ohne Unterschrift, die von jedermann gelesen oder sogar geändert werden kann, datenschutzrechtlich und IT-sicherheitstechnisch zu bewerten.

          Grundsätzlich gilt deshalb die Empfehlung, in E-Mails keine vertraulichen und keine personenbezogenen Daten mitzuteilen. Verschlüsselte und signierte Mails bilden hierbei die Ausnahme. Diese Sicherheitsstandards kommen hier aber nicht in Betracht, weil die JOBBÖRSE von einer Vielzahl von Arbeitgebern genutzt wird, die leider keinen einheitlich verbindlichen Standard und Signaturschlüssel verwenden. Wenn Sie gleichwohl die Funktion des E-Mail-Versands zum Versenden Ihrer Bewerbungsunterlagen an einen Arbeitgeber nutzen wollen, geschieht dies auf eigene Verantwortung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) übernimmt keine Haftung für die aus dem ungesicherten E-Mail-Verkehr herrührenden Risiken. Die Nutzung der Funktion des Versands von Bewerbungsunterlagen durch eine E-Mail wird im System grundsätzlich protokolliert.

          Wollen Sie die Bewerbung per E-Mail versenden?“

          Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie … 🙂

  5. Risiko einer erfolgreichen Bewerbung?
    Liebe Privatiers, mal angenommen, eine Bewerbung würde tatsächlich vorläufig zu einem neuen Job führen – besteht hier ein Risiko für Leute, die
    1. ein Dispo-Jahr gemacht haben
    2. nach dem Dispo-Jahr einen Bewilligungsbescheid für ALG über die maximale Dauer (2 Jahre) erhalten haben
    3. nach kurzer Zeit, z.B. nach 2 Monaten mit ALG1 Bezug nach dem Dispo-Jahr, einen neuen Job bekommen, aber diesen z.B. innerhalb der Probezeit wieder verlieren oder auch selbst aufgeben
    Gilt in einem solchen Szenario immer noch der ursprüngliche Bewilligungsbescheid nach 2. weiter? Oder kann man sich die ursprünglich „guten“ und langen Ansprüche durch den „kurzen“ Folgejob verspielen?
    Bin gespannt, was ihr dazu meint.

  6. Lieber Privatier,
    es kommt also darauf an, ob ein neuer Anspruch entsteht. Könnten sich da die neuen ab 1.1.2020 verlängerten Rahmenfristen negativ bemerkbar machen?
    Also das Szenario: Bei Arbeitgeber 1 am 31.10.2018 per Aufhebungsvertrag ausgeschieden, ein Jahr „Auszeit“ ohne Beschäftigung (Dispo-Jahr), arbeitslos gemeldet zum 1.11.2019, Bescheid über ALG1 mit max. Bezugsdauer von 2 Jahren ist ergangen. Soweit, so gut. Meine Frage: Angenommen, ich hätte ab 1.1.2020 einen neuen Job, würde diesen aber nach weniger als einem Jahr wieder verlieren oder selbst aufgeben. Hätte ich dann bereits einen neuen Anspruch auf ALG1 erworben? Bei der neuen Rahmenfrist von 30 Monaten bekäme ich ja bei einem erneuten Arbeitsplatzverlust vor dem 31.12.2020 immer noch 12 Monate zusammen, Würde mir so selbst meinen guten „alten“ Anspruch, von dem ja noch 22 Monate nicht genutzt wären, kaputt machen? Bin gespannt auf Ihre Meinung.

    • Ich verstehe Ihre Rechnung nicht: Wenn Sie Ihren Job nach weniger als einem Jahr wieder verlieren – wo sollen da denn die 12 Monate für einen neuen Anspruch her kommen?
      Und ob Sie Ihren „guten, alten“ Anspruch kaputt machen, hängt eben u.a. vom Bestandsschutz ab. Aber das habe ich in den oben verlinkten Beiträgen ja bereits erläutert.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Wenn es Ihnen hilft, lesen Sie vielleicht auch noch einen recht neuen Kommentar zum Bestandsschutz: https://der-privatier.com/kap-9-4-anmelden-und-wieder-abmelden/#comment-24355

  7. Ein gutes neues Jahr in die Runde.

    Gibt es Erfahrungen mit der Agentur für Arbeit Hofheim ?

    Wie ich es verstanden habe, ist es sinnvoll das Angebot eines Seminars für Existenzgründer anzunehmen (auch wenn man das eigentlich nicht möchte).
    Gibt es noch weitere Tipps bzgl. des Gesprächs mit dem Berater ?

  8. So, da bin ich mal wieder!!
    Anfang April bin ich ja seit 6 Monaten arbeitslos und gelte für die Agentur als „langzeitarbeitslos“! So wurde es mir gesagt! Und derzeit richtet die Agentur ein besonderes Augenmerk auf „Langzeitarbeitslose Ü50“, also auch mich:
    Ich habe brav 2 Bewerbungen pro Woche verschickt und im letzten Gespräch meinte meine Fallmanagerin, dass wir uns im nächsten Gespräch im Mai mal über eine „Maßnahme“ unterhalten müssten. Und jetzt kommt’s!
    Sie will mich in ein 6 Wochen „Bewerbungstraining“ stecken (6 Wochen Fulltime, wohlgemerkt!). Sie versucht es mir damit zu verkaufen, dass ich, wenn ich das mache, bis auf die regelmäßigen Gespräche mit ihr, „Ruhe vor der Agentur“ hätte.

    Hab jetzt mal n bissl bei Tante Kugel gestöbert und meine Befürchtungen sind bestätigt worden! Trainer ohne Ahnung, lahmes Internet und vor veralteten Rechnern sitzen und Bewerbungen schreiben….

    Jetzt meine Frage, wie sind die Erfahrungen hier mit sowas? Gibt es Möglichkeiten das zu vermeiden? Ich habe keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben! Muss ich einen Anwalt einschalten, um den Quatsch zu verhindern?

    Herzlichen Dank für Euren Input!
    Gruß
    Gad

    • Ich glaube kaum, dass ein Anwalt hier sehr viel helfen kann. Diese sog. „Eingliederungsmaßnahmen“ gehören zu den ganz normalen Vermittlungsbemühungen der Agentur und ich sehe daher keine rechtliche Handhabe, um dagegen vorzugehen.
      Es wäre sehr viel sinnvoller und zielführender, solche Überlegungen ganz in Ruhe, sachlich und freundlich mit dem jeweiligen Sachbearbeiter zu besprechen.

      Ich selber habe seinerzeit insgesamt drei Ideen (zeitlich verteilt) von meinen Sachbearbeitern präsentiert bekommen:
      1.Existenzgründungsseminar: Habe ich teilgenommen (mit Erfolg 😉 )
      2.Bewerber Training: Habe ich mit dem Hinweis abgelehnt, dass ich sehr gut mit PC und Textverarbeitung umgehen kann und auch weiß, wie man Bewerbungen schreibt. Das wurde so akzeptiert.
      3.Zuordnung zu einer „Task-Force“-Einheit, in der eine sehr intensive Betreuung stattfindet: Habe ich ebenfalls abgelehnt mit dem Hinweis, dass mir die normale Betreuung ausreicht und man den Platz doch lieber jemand geben soll, der dies nötiger hat. Wurde ebenfalls akzeptiert.

      Ich habe diese Vorschläge auch immer nur als „Angebote“ wahrgenommen, mich für den Hinweis bedankt und dann zum Ausdruck gebracht, dass ich nicht glaube, dass ich die Maßnahme benötige. Und damit war es dann auch gut…

      Ich halte dies für die einzig sinnvolle Möglichkeit, solche Maßnahmen zu verhindern. Falls alle Stricke reissen, kann man sich immer noch aus dem Bezug abmelden.

      Gruß, Der Privatier

  9. Hallo Privatier,
    vielen Dank für Deine Antwort.
    Gut die Nummer mit dem Anwalt war sicher eine vorschnelle Panik-Reaktion auf die Vorstellung 6 Wochen in irgendeinem Saal zu hocken und Bewerbungen „unter Aufsicht“ schreiben zu dürfen! 😉

    Zum einen finde ich es einen Irrsinn, wieviel Geld da für nix verballert wird, nur weil der Vermittler wohl einen Bonus auf „Maßnahmen“ bekommt und der „Prozess“ eingehalten werden „muss“. Und in allen Kommentaren im Netz ist die Rede davon dass zahlreiche „Ü60“ in der Bewerbungsmaßnahme sitzen und doch nur auf ihre Rente warten.
    Und zum Anderen wird ja durchweg im Netzt die mangelnde bis nicht vorhandene Qualität der Maßnahme an sich und der meisten Trainer kritisiert. Also auch Leute die eigentlich von diesem Training profitieren könnten, können offensichtlich keinen Nutzen daraus ziehen.

    Auch ich spreche immer wieder an, dass ich eine solche „Maßnahme“ nicht „benötige“, aber das kontert sie mit der Bemerkung, dass die Agentur im Moment ein besonderes Augenmerk auf „Langzeitarbeitslose (also ab 6 Monate (!) ) Ü60 richtet! Und in meinem Landkreis liegt die Arbeitslosenquote bei ca. 3%!

    Gut, jetzt warte ich mal das nächste Gespräch im Mai, das erste persönliche, ab und dann sehen wir weiter!!

    Herzlichen Dank und viele Grüße
    Gad

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