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Kap. 9: Agentur für Arbeit — 143 Kommentare

  1. Sorry, aber die Antwort ist relativ einfach (finde ich):
    Wenn du in die Kasse einbezahlt hast, hast du nach bestimmten Vorraussetzungen Anspruch auf ALG. Wenn der Gesetzgeber eine Sperrfrsit von drei Monaten vorsieht ist es moralisch ok, danach das ALG auch anzunehmen!

    Es gibt noch einen weiteren Punkt, der dabei Beachtung finden sollte: Krankenversicherungsschutz und Rentenlücken.

    • Danke für Deine Meinung und die klare und eindeutige Antwort!

      Und vielleicht komme ich ja im nächsten Beitrag mit meinen Überlegungen zu einem ganz ähnlichen Ergebnis. Aber ich möchte den Lesern hier ja nicht nur kurze und knappe Ergebnisse präsentieren, sondern sie auch an meinen Gedanken, an evtl. Zweifeln und weiteren Überlegungen teilhaben lassen. Und darum wird es eben manchmal ein bisschen länger.

      In diesem Sinne, bis zum nächsten Beitrag.

      Gruß, Der Privatier

  2. Die Entscheidung das Leben eines Privatiers zu führen kommt bei den meisten Angestellten doch nicht freiwillig. Vorher steht das unmoralische Angebot des Personalleiters doch für eine gute Abfindung das Unternehmen im Alter von 57 Jahren zu verlassen.

    Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten.
    1. Ein Jahr als Privatier zu leben und dann ernsthaft auf Arbeitssuche zu gehen.
    2. Ein Jahr als Privatier zu leben und dann so tun als ob man Arbeit sucht

    Das Ergebnis beider Möglichkeiten ist jedenfalls das Gleiche. In den ersten sechs Monaten wird man keinen dem vorherigen adäquaten Job mehr finden. Dann einen Job mit 2000€ Nettoeinkommen zu finden ist sicherlich auch nicht einfach.

    Wer aus moralischen Gründen Möglichkeit 1 wählt und scheitert, geht das hohe Risiko einer schweren Depression und Verlust des Selbstwertgefühls ein.

    Wer noch was aus seinem Leben machen möchte, hört nicht auf die Moralapostel, welche so Lebensverneinend sind und einem ein schlechtes Gewissen machen wollen. Er wählt Möglichkeit 2 und macht aus einer Krise eine Chance und damit letztendlich Lebensglück.

  3. Ich denke der Bezug von ALG1 hat nichts mit Moral zu tun. Man hat über Jahre in eine Versicherung eingezahlt und nun ist der Versicherungsfall eingetreten.

    Hat man eine Abfindungsvereinbarung unterschrieben, gibt es dafür eine vorgegeben Sanktion – den Entzug von Leistungen für 12 Wochen…

    Also hat man nichts erschlichen oder unmoralisch herbeigeführt. Man bewegt sich konform in einem vorgegebenen System – nicht mehr nicht weniger…

    Viele Grüße

    H-Man

    • Hallo H-Man,

      habe gerade den schon etwas älteren Kommentar gelesen. Da es mir aber auf der Zunge brennt noch eine kleine Ergänzung zu Deiner völlig richtigen Aussage.
      Man sollte zusätzlich auch nicht vergessen, dass die Abfindungszahlung für den
      Verlust des Arbeitsplatzes auch versteuert werden muß. Auf Lottogewinne und
      Gewinne in Fernsehshows trifft dies nicht zu. Gerecht?????

  4. Hallo Privatier,

    Vielen Dank für die vielen informativen Texte und Anregungen!
    Eine Anmerkung dazu:
    Wer mit 57 in die Arbeitslosigkeit geht, sollte sich überlegen, ob er sich erst mit 58 meldet; dann hat er Ansprung auf 24 statt 18 Monate Arbeitslosengeld. Also: Erst mal abwarten bis zum 58. Geburtstag und dann zum Amt gehen.
    Diesen Tipp gab mir ein JobCenter-Mitarbeiter während der vom Betriebsrat organisierten Beratungstage.

    Gruß
    Ulli

    • Vielen Dank für die Anmerkung! Da hat der Mitarbeiter des JobCenters einen guten Rat gegeben, denn leider hört man oft man von Betriebsräten und Personalabteilungen, man sei verpflichtet(!), sich sofort bei der Agentur zu melden. Das ist ziemlicher Blödsinn!
      Verpflichtet ist man nur dann, wenn man lückenlos ALG beziehen will. Aber das muss ja gar nicht sein.

      Wir haben das Thema hier allerdings schon sehr ausführlich im Rahmen des Beitrages „Dispositionsjahr“ diskutiert. Aber das ist kein Problem. Besser man weist einmal zu viel darauf hin, als zu wenig. Daher: Danke für den Hinweis.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich bin jetzt 57 und erhalte zum Jahresende eine betriebsbedingte Kündigung.
      Heißt dass, wenn ich ALG für 2 Jahre in Anspruch nehmen kann, melde ich mich erst , wenn ich nächstes Jahr 58 bin, beim Arbeitsamt? Geht nicht diese Kombination ab 01.01.16 arbeitslos melden um die Höhe des ALG festlegen zu lassen und am 02.01.16 abmelden und dann erst , wenn ich 58 bin, wieder anmelden?
      Oder wird gleichzeitig mit arbeitslos melden die Dauer der Zahlung, also mit 57 für 18 Monate damit festgelegt, auch wenn ich mich erst mit 58 wieder arbeitslos melde?
      Gruß Karin

      • Einen Anspruch auf 2 Jahre ALG haben Sie erst, wenn Sie sich im Alter von 58 Jahren (oder später) arbeitslos melden.
        Melden Sie sich vorher (und sei es auch nur für einen Tag!), wird Ihr Anspruch anhand der dann geltenden Bedingungen geprüft. Sind Sie an dem Tag erst 57 Jahre, haben Sie nur auf 18 Monate Anspruch.
        Ein einmal festgestellter Anspruch wird NICHT angepasst, wenn man sich zwischendurch ab- und wieder anmeldet.

        Also, Ihr letzter Satz ist richtig:
        Gleichzeitig mit der Arbeitslos-Meldung wird die Dauer der Zahlung, also mit 57 Jahren für 18 Monate, damit festgelegt, auch wenn man sich erst mit 58 wieder arbeitslos meldet. Genau so ist es.

        Gruß, Der Privatier

        • Ich habe zum 31.03.2017 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Zu diesem Zeitpunkt bin ich 57 Jahre alt. Ich werde im Juni 2017 58 Jahre alt. Ich muss mich also Ende Dezember 2016 arbeitssuchend melden. Aus steuerlichen Gründen und eben aus Altersgründen möchte ich mich frühestens zum 01.01.2018 arbeitslos melden um 24 Monate ALG zu beziehen. Ist dies die sinnvollste Lösung bzw. muss ich bei der Arbeitsagentur noch etwas beachten?

        • Zunächst einmal gilt: Wer keine Arbeit sucht, muss sich auch nicht arbeitsuchend melden! Wäre ja auch irgendwie unlogisch, oder? Aber ansonsten kann man das durchaus so machen.

          Mit den Superlativen („sinnvollste“ Lösung) habe ich immer so meine Probleme… Es wäre sicher auch immer einmal zu überlegen, ob es Sinn macht, ein komplettes Jahr (Dispojahr) kein ALG zu beziehen?! Damit könnten evtl. Sperr- und Ruhezeiten vermieden werden. Aber dazu bitte dann vorher die Details im entsprechenden Beitrag lesen!

          Gruß, Der Privatier

        • Hallo lieber Privatier,

          Zunächst einmal vielen Dank für diesen Blog und das Buch. Diese Informationen haben mir bei meiner Entscheidung, vor drei Jahren aus meinem Angestelltenverhältnis auszuscheiden, sehr geholfen.

          Kurz ein Hinweis zur Arbeitslos-Meldung und anschließender Selbständigkeit. Hier kann eine Falle lauern.

          Mein Fall: mit 57 Jahren arbeitslos gemeldet und für ca. 3 Wochen ALG I bezogen (auch ich konnte die erste Zahlung nicht mehr rechtzeitig „stoppen“ – aber Dank Rürup ist kein Steuerverlust entstanden). Festgestellt wurden: 18 Monate, Höchstbetrag des ALG I. Darauf aufbauend: genehmigter Antrag auf Gründungszuschuß (= 6 Monate Zahlung des ALG I). Nach meinem damaligen Verständnis hätte ich also eigentlich noch 12 Monate Restanspruch auf ALG I gehabt und den innerhalb von 4 Jahren wieder aufleben lassen können.

          Aber: zusammen mit der Selbständigkeit habe ich mich für die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige eintragen lassen.

          Jetzt, nach über 2 Jahren Selbständigkeit ist folgende Situation entstanden: nach Aufgabe der Selbständigkeit und erneuter Meldung in die Arbeitslosigkeit (jetzt bin ich über 58) habe ich zwar aus dem vorherigen Anspruch und dem neuen Anspruch eine Anspruchsdauer von insgesamt 24 Monaten, ABER jetzt nur noch einen Anspruch aus einem „fiktiven Gehalt“ für Selbständige. Das führt bei mir als Akademiker (es gibt bei der Berechnung des „fiktiven Gehaltes“ vier Ausbildungsklassen) dazu, daß mein monatliches Arbeitslosengeld auf etwa 2/3 des ursprünglichen Betrages zusammengeschmolzen ist.

          Fazit: der ursprüngliche festgestellte Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt zwar vier Jahre lang erhalten, aber nur, wenn in dieser Zeit kein neuer Anspruch auf Arbeitslosengeld entstanden ist. Durch die freiwillige Versicherung für Selbständige über 2 Jahre hinweg ist dieser neue Anspruch entstanden, mit der Folge, daß sich der ursprüngliche Zahlungsbetrag verringert.

          Vielleicht hilft dieser Hinweis dem einen oder anderen bei seiner Planung.

          Mit freundlichen Grüßen

          Der Mediator

          • Hallo Mediator,
            recht herzlichen Dank für die Schilderung Deiner Erfahrungen! Ich denke, dies ist ein wichtiger Hinweis und kann sicher manch einem Leser eine Warnung sein.

            Ich möchte allerdings noch eine Kleinigkeit ergänzen:
            Die Höhe des alten Anspruches geht nämlich nicht grundsätzlich verloren, sondern es müssen zwei Dinge zusammen kommen:
            a) Es muss ein neuer Anspruch entstanden sein und
            b) es müssen zwei Jahre seit dem letzten ALG1 Bezug vergangen sein.

            Ist der Zeitraum nämlich kürzer als zwei Jahre, bleibt es bei der alten Anspruchshöhe. Dies ist im §151 SGB III Nr. 4 festgelegt.

            Gruß, Der Privatier

          • Hallo lieber Privatier,

            Danke für den Hinweis!

            >Ist der Zeitraum nämlich kürzer als zwei Jahre,
            >bleibt es bei der alten Anspruchshöhe.

            … ja, das hat mir heute der Sachbearbeiter von der Agentur am Telefon auch noch einmal bestätigt.

            ABER er hat mir auch dazu noch eine weitere Information gegeben: Wenn ich mich am Ende der 2-Jahresfrist auch nur für einen Tag zwischendurch arbeitslos gemeldet hätte, dann wäre jetzt (nach Ablauf der zwei Jahre aber vor Ende der 4-Jahresfrist) die Berechnung der Höhe des Arbeitslosengeldes nach dem alten Anspruch erfolg.

            Viele Grüße

            Der Mediator

          • Eine SEHR interessante Ergänzung! Habe ich so noch nie betrachtet, aber macht Sinn!

            Wenn man sich z.B. nach einem Jahr Selbständigkeit für kurze Zeit arbeitslos meldet, ist (aufgrund der freiwilligen ALV) ein neuer Anspruch entstanden. Der alte erlischt.
            Der neue Anspruch wäre von der Höhe her u.U. geringer, damit greift der Bestandschutz, d.h. ALG1 wird in der alten Höhe bewilligt. Dies ist dann ein neuer Anspruch, der wiederum 4 Jahre Bestand hat.

            So ist jedenfalls meine Erklärung für die Aussage der Agentur.
            Man sollte einfach viel öfter mal mit den Ämtern und Behörden reden. Oftmals erfährt man hier sehr wichtige Informationen!

            Danke für den Hinweis.

            Gruß, Der Privatier
            P.S.: Noch viel einfacher wäre es wohl gewesen, die freiwillige ALV für Selbständige gar nicht erst abzuschließen. Dann wäre kein neuer Anspruch entstanden und der alte hätte immer noch (innerhalb 4 Jahre) Bestand.

  5. ich bin Leser Ihres Buches und als Versicherungsfachwirt erstaunt
    über Ihre sehr guten Kentnisse in allen Bereichen!
    Nun meine Frage: Mein Arbeitsverhältnis endet am 01.03.2016.
    Da ich im Juni meinen 50. Geburtstag begehe, möchte ich mich erst ab Juni arbeitslos melden, um die längere Bezugszeit für ALG 1
    zu erhalten. Worauf ist zu achten?

    • Hallo Rocky,
      wenn Sie mein Buch gelesen haben, dann wissen Sie ja schon alles! 😉

      Insofern fällt es mir schwer, noch etwas zu ergänzen. Vielleicht noch die Frage nach der Arbeitsuchend-Meldung? Vor allen Dingen nach dem Zeitpunkt.

      Aber das hängt dann eben auch davon ab, wie die Zukunftsplanung denn aussieht?
      Wenn ein neuer Job gesucht werden soll, würde ich mich wohl intensiv (also ab sofort) und auch unter Einschaltung aller Mittel (inkl. Arbeitsagentur) auf die Suche machen. Wenn Sie aber andere Pläne haben, kann die Arbeitsuchend-Meldung auch eher störend sein. Dann also eher später.
      Die Frage ist immer, was denn Pflicht ist. Die Meinungen sind da etwas geteilt (auch bei den Agenturen). Meine Auffassung zur dieser Frage habe ich neulich in einem Kommentar erläutert:
      https://der-privatier.com/kap-9-3-2-das-dispositionsjahr/#comment-4609
      Dabei geht es zwar eigentlich um das Dispositionsjahr, aber im Prinzip gilt die Fragestellung und die Antwort nach jeder Phase, in der man nicht bei der Agentur gemeldet ist.

      Naja – und den Rest kennen Sie ja sicher:
      * Krankenversicherung selber zahlen
      * evtl. auch in die Rentenkasse einzahlen? Beratung!

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die Antwort! Ich sollte mich vielleicht deutlicher ausdrücken:muss ich mich arbeitsuchend melden,wenn ich mich erst nach meinem 50. Geburtstag arbeitslos melden möchte, bzw. hat dies
        Sanktionen zur Folge?

  6. noch ergänzend: Mein Plan sieht folgendermaßen aus: ab 01.04.2016(Arbeitsende)
    Eigenfinanzierung bis Juni(Geburtstag 50.)danach arbeitslos melden
    bis 31.12.2016. Danach Abmeldung ALG 1 und auszahlung der sechstelligen Abfindung
    2017.Eigenfinanzierung im Jahr 2017.Im Jahr 2018 wieder arbeitslos melden mit
    restlichen Anspruch. Da ich zumindest bereits 50.Entgeltpunkte in der GRV
    und eine zusätzliche Betriebsrente gesammelt habe, kann ich noch nicht entgültig ob ich nochmals Vollzeit arbeiten werde..evtl. TeiSzeit oder Minijob. Selbstverständlich sind ausser der Abfindung noch Sparreserven vorhanden. Im Vordergrund steht bei mir also die Maximierung der Steuerentlastung! Danke für Ihre geschätzte Antwort!

    • Hallo Rocky,
      der Plan sieht (soweit ich das erkennen kann) vernünftig aus.
      Bei der Rente bitte aber nicht nur auf die Entgeltpunkte achten, sondern auch die Anzahl der Beitragsjahre. Zumindest dann, wenn Sie die vorzeitige Rente für langjährig Versicherte (ab 63 Jahren mit Abschlag) in Anspruch nehmen wollen.
      Zur Frage der Arbeitsuchend-Meldung verweise ich noch einmal auf meinen Kommentar mit den entsprechenden Paragraphen des SGB.

      Wie gesagt: Die Auffassungen sind da geteilt. Ich bin der Meinung, eine Arbeitsuchend-Meldung ist erst kurzfristig vor der Arbeitslosmeldung (oder auch gemeinsam) erforderlich. Wenn Sie ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, müssten Sie sich 3 Monate vorher melden. Sanktion für verspätetes Melden beträgt nach meiner Erinnerung eine Woche Sperre.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo Rocky… ich denke nicht das Du mit Deiner Idee auf eine Bezugsdauer
    von 18 Monaten kommst .
    Wenn Du aber im Juni 50 wirst, und doch recht hohe Abfindung bekommst
    sollte Dein AG doch auch willens sein Dich bis Ende Juni zu beschäftigen.
    (Abfindung – 2 gross Gehälter) zu Meldung arbeitssuchend :::

    § 38 Sozialgesetzbuch III – Rechte und Pflichten der Ausbildungs- und Arbeitsuchenden::

    Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses weniger als drei Monate, hat die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu erfolgen.

    Also in Deinem Fall 1.Feb 16

    LG carsten

    • „…ich denke nicht das Du mit Deiner Idee auf eine Bezugsdauer
      von 18 Monaten kommst.“

      Nee – das denke ich auch nicht! Aber 15 Monate wäre ja auch schon gut, oder?
      Denn, wer unter 50 Jahre alt ist, hat einen Anspruch auf 12 Monate, über 50 Jahre dann 15 Monate.
      Ab 55 Jahre sind es 18 Monate und ab 58 Jahre 24 Monate.

      Zur Arbeitsuchend-Meldung bitte noch einmal meinen Kommentar (=> hier) nachlesen.

      Gruß, Der Privatier

      • laut meiner Information ist die Meldung beim Arbeitsamt entscheidend und nicht die Beendigung des Arbeitsverhältnises, um in meinem Falle die 3 Monate längere Leistungszeit zu erhalten.
        Von 18 Monaten habe ich nicht geschrieben, sind ja dann nur 15 Monate.
        Was die Themen GRV/ Riester/ Rürup/ KV angeht hoffe ich auch mal helfen zu können, sind mein Fachgebiet. Noch eine Frage: Ich denke ich habe vor kurzem gelesen, dass es jetzt amtlich ist die Abfindungszahlung ins gewünscht Jahr zu übertragen, ohne noch auf einen zeitlichen Zusammenhang achten zu müssen.
        Muss ich mir also wegen der 9Monate Sorgen machen?

        • Richtig: Der Zeitpunkt des Antrages auf ALG1 entscheidet über die Höhe des Anspruches.

          Was die 9 Monate Differenz angeht, kenne ich nur Urteile, die ganz klar sagen, dass eine Verschiebung der Abfindungszahlung ins Folgejahr zulässig ist. Ich kenne kein einziges, wo dies aufgrund einer zu langen Zeitspanne abgelehnt wurde. Es gibt allerdings Sonderfälle, in denen z.B. ein AN einen ursprünglich per Sozialplan o.ä. festgelegten Termin ins Folgejahr verschoben hat. Hier wurde dann argumentiert, dass der AN dies nur veranlassen kann, wenn er auch über die Summe „verfügen“ kann. „Verfügen“ kann man aber nur über etwas, was einem bereits zugeflossen ist. Und „Zufluss“ = „Veranlagungsjahr“.

          Kurz gesagt: Wenn der Zahlungstermin vor vorneherein im Aufhebungsvertrag so vereinbart worden ist, würde ich mir keine Sorgen machen.

          Gruß, Der Privatier

          • im Aufhebungsvertrag steht, dass die Auszahlung im Folgemonat nach
            Beendigung des Arbeitsverhältnises ausgezahlt wird, auf Wunsch des Mitarbeiters die Zahlung aber ins nächste Kalenderjahr verschoben werden kann!

        • Hallo Rocky,
          an dieser Stelle geht es mir zu sehr in juristische Details, die ich einfach nicht beurteilen kann (und möchte). Bevor ich etwas Falsches erzähle, würde ich hier ggfs. den Rat eines spezialisierten Anwaltes oder Steuerberaters in Anspruch nehmen.
          Oder auch noch einmal die Alternative prüfen, wenn die Abfindung direkt ausgezahlt wird.

          Gruß, Der Privatier

  8. vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen….
    ich habe ja zum 30.12.15 einen aufhebungsvertrag unterschrieben…
    bin jetzt steuerklasse 3…..werde mein dispojahr vom 31.12.15-30.12.16 wahrnehmen…..ab februar 16 wird meine frau in stk 3 wechseln damit ich im januar die abfindung noch in stk 3 ausgezahlt bekomme…..
    wie wird mein arbeitslosengeld ab 31.12.16 berechnet ???
    geht man nach meinem letzten bruttoverdienst oder nach dem netto ??
    hat meine jetzige stk einen vorteil bei der berechnung, oder ist es egal ??

    • Hallo demoli,
      für die Berechnung der ALG1-Höhe spielen eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle. Ausgangspunkt ist zwar immer das Brutto-Gehalt, aber Steuerklasse und andere Dinge werden mit berücksichtigt. Am Ende ergibt sich ein pauschaliertes Netto-Entgelt. Kann man aber auch einmal selber (grob) ausrechnen mit einem ALG1-Rechner, den die Agentur zur Verfügung stellt.
      Viel wichtiger finde ich es allerdings, rechtzeitig SELBER aktiv zu werden und den Arbeitgeber darum bitten, dass er die Abfindung im Januar nicht mit Steuerklasse 6 versteuert! Bitte dazu unbedingt einmal meinen Beitrag (und die Kommentare!!) „Abfindung mit Steuerklasse 6 versteuern?“ lesen.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo demoli,

      Ich habe dazu Folgendes gefunden:
      „Ein Ehepaar sollte im Hinblick auf das Arbeitslosengeld I folgende Steuerklassenkombination ins Auge fassen:
      Der arbeitslose Ehepartner bekommt oder behält die Steuerklasse III. Dadurch erhält er ein höheres Arbeitslosengeld I. Der arbeitende Ehepartner arbeitet auf Steuerklasse V.
      Die Steuerklasse V führt zunächst zu einem höheren Steuerabzug. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung erhält das Ehepaar aber die zu viel einbehaltenen Steuerabzugsbeträge der Steuerklasse V erstattet. Und das nach Steuerklasse III berechnete Arbeitslosengeld I bleibt unangetastet. Je höher der frühere Bruttoarbeitslohn des Arbeitslosen war, umso höher der finanzielle Vorteil.“

      Der ALG-Rechner zeigt Dir den Unterschied.

      So, wie ich es sehe, ist dabei auch noch zu beachten, dass man nur einmal im Jahr die Steuerklasse wechseln darf. Wenn Du also im Februar 2016 nach V wechselst, kannst Du in 2016 nicht mehr zurück nach III. Die Arbeitsagentur wird einen Wechsel in 2017 dann nicht mehr zulassen, weil es zu einem höheren ALG führt. Es wäre also günstiger, alles zu belassen und den höheren Steuerabzug bei Deiner Frau über die Einkommensteuererklärung zurückzuholen.
      Wie gesagt, das ist meine persönliche Einschätzung. Bitte selbst noch mal sorgfältig überprüfen.

      Viele Grüße, Hardy

  9. das meine abfindung nicht mit stk 6 ausgezahlt wird, ist mit meinem arbeitgeber geklärt…..
    habe mal den arbeitslosengeldrechner bemüht und ich würde ca 560 euro mehr arblosengeld bekommen in stk 3 als in 5……
    meine frau würde aber 800 euro netto weniger bekommen in 5 als in 3…
    mir ist noch nicht ganz klar wo der mehrwert liegt ???
    wird sie bei der einkommenssteuererklärung anders besteuert ??

    • Der Mehrwert liegt einfach darin, dass der höhere ALG1-Anspruch so bestehen bleibt, die höhere Steuer Deiner Frau aber bei der EkSt-Erklärung (voraussichtlich) wieder zurück erstattet wird.
      Ganz genau und sicherer als hier kann das aber nur ein Steuerberater ausrechnen oder Du selber, wenn Du alle Daten komplett in ein Steuerprogramm oder in die kostenlose Elster-Software eingibst.

      Gruß, Der Privatier

  10. habs mal durch den wiso steuerrechner gejagt…..
    wahnsinn !!!! die steuerersparnis beträgt knapp 7000 euro cash für 2017, wenn ich in stk 3 bleibe…ist zwar für meine frau hart, wenn sie noch 2 jahre in 5 bleiben muss, aber für den mehrwert lohnt sich das !!!
    danke nochmal das mir die augen geöffnet wurden….hätte sonst einen riesen fehler begangen, wenn ich nächstes jahr in 5 gegangen wäre…..mir war nicht ganz klar wie sich das auswirkt, aber jetzt hab ich es verstanden…..danke, danke, danke….und vor allem danke das es diese seite gibt……habe viel gelernt und dadurch meinen ausstieg optimieren können….

  11. Ich hätte da noch eine Frage zur Steuerklassenwahl. Ausgeschieden bin ich im Februar 2015 und befinde mich im Dispositionsjahr. Ich habe vor mich im Feb. 2016 arbeitslos zu melden. Welche Steuerklasse wird zugrunde gelegt? Meine Frau und ich hatten immer III/V haben dann im April auf V/III gewechselt und ich habe jetzt zum 1.1.2016 wieder auf III/V gewechselt. War dieser Steuerklassenwechsel eventuell ein Fehler? Nach meinen Recherchen wird die Steuerklasse des 1.1. berücksichtigt und erst bei Anmeldung der Arbeitslosigkeit ist das Arbeitsamt zustimmungspflichtig. Was, wenn ich falsch liege?

    • Ich kann da kein Problem erkennen. Der arbeitslos werdende Ehepartner sollte die Steuerklasse III haben. Das ist völlig richtig. Und die Arbeitsagentur verwendet die Steuerklasse, die zu Beginn der Jahres gültig ist. Ich würde mir da mal keine Sorgen machen.

      Gruß, Der Privatier

  12. Lieber Privatier,
    mit großer Neugier habe ich hier viel gelesen und doch noch viele Fragezeichen im Gesicht. Eine für uns gerade sehr wichtige Frage ist die Veranlagung bei Ehepaaren, also gemeinsam oder getrennt.
    Welche Auswirkung hat das auf die Besteuerung der Abfindung? Bei gemeinsamer Veranlagung habe wir doch letztlich keinen (oder kaum) Vorteile bei einer verschobenen Auszahlung, weil dann wieder das Einkommen des Arbeitenden mitgerechnet wird?
    Ist das richtig?

    Viele Grüße
    der Suchende

    • Ja, das ist schon ganz richtig erkannt! Der ebenfalls verdienende Ehepartner kann die Rechnung schon ganz erheblich „stören“. Er sorgt sozusagen für ein stabiles Grundeinkommen, zu dem dann die Schwankungen durch Abfindung und Arbeitslosigkeit nur noch mehr oder wenige starke Bewegungen verursachen.
      Effekt: Ein Verschieben der Abfindung wirkt nicht so stark wie es bei einem Alleinverdiener der Fall wäre. Dennoch ist es oft immer noch besser zu Verschieben, weil dann eben „nur“ noch Abfindung und Einkommen-2 zu versteuern sind, anstatt Abfindung, Einkommen-1 und Einkommen-2.
      Es wäre durchaus zu überlegen, ob eine getrennte Veranlagung Sinn macht. Dies lässt sich aber nur schwer bis gar nicht prognostizieren und sollte anhand konkreter Zahlen durchgerechnet werden (Steuerberater oder selber rechnen).

      Gruß, Der Privatier

      • Meine Frau arbeitet nur halbtags, da hat sich das Splitting eher positiv ausgewirkt.
        Außerdem hat man bei gemeinsamer Veranlagung mehr Kapazität für die Steuersenkung mittels Rürup- / Vorsorgeaufwendungen.
        Viele Grüße, Hardy

  13. Hallo,

    ich habe eine Frage zur Sperrzeit bzw. Minderung der Anspruchsdauer.
    Ich bin 58 Jahre alt, meine Anspruchsdauer beträgt zunächst erstmal 24 Monate.

    Bei eigener Kündigung erfolgt eine Sperrzeit von 12 Wochen.
    D.h., ab Woche 13 erhalte ich Leistungen.

    Im Falle einer Sperre von 12 Wochen Gleichzeitig erfolgt eine Minderung der Anspruchsdauer um mindestens ein Viertel. Bei 24 Monaten sind das 6 Monate.

    Meine gesamte Anspruchsdauer beträgt somit nur noch 24 – 6 = 18 Monate.

    18 Monate minus Sperrfirst (zu Beginn) ergeben 18 – 3 = 15 Monate!?!

    Bei eigener Kündigung entsteht somit eine „Nicht Leistungszeit“ von 24 – 15 = 9 Monate.

    Ich glaube, ich habe den Unterschied zwischen Sperrzeit und Minderung der Anspruchsdauer nicht verstanden. Könnt ihr mir an meinem Beispiel helfen?

    Ach PS: Ich gehe davon aus, das „Nicht Leistungszeiten“ auch nicht zu den Beitragszeiten für die Rente zählen, oder?

    Schöne Grüße.
    Michael

    • Die Überlegungen sind völlig richtig bis (einschließlich) zu dem Satz:
      „Meine gesamte Anspruchsdauer beträgt somit nur noch 24 – 6 = 18 Monate.“

      Dieser Anspruch (18 Monate) beginnt dann aber am Ende der Sperrzeit zu laufen.
      Da wird nicht noch einmal was abgezogen. Es bleibt bei den 18 Monaten Anspruch.

      Nachzulesen ist das übrigens (mit ziemlich genau Deinem Fall als Beispiel) in einem Merkblatt der Arbeitsagentur.

      Eine Sperrzeit zählt bei der Rentenberechnung nicht als Anrechnungszeit. Das ist richtig. Hier wäre ggfs. zu prüfen, ob es Sinn macht, freiwillige Beiträge zu leisten. Dies sollte man aber auf jeden Fall bei einem Termin bei der Rentenberatung klären.

      Gruß, Der Privatier

  14. Hallo! Ich würde gerne von Ihnen wissen ob es möglich ist Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben – wenn man 5 Jahre als Designer (festangestellt) gearbeitet hat – dann für 20 Monate einen Master macht und sich danach Arbeitssuchend meldet? Lg

    • Ja, aber die Reihenfolge müsste andersherum sein:
      Erst arbeitslos melden, den Anspruch feststellen/festschreiben lassen, sich dann wieder abmelden. In Ruhe den Master machen und dann anschliessend sich wieder Arbeitsuchend und arbeitslos melden.
      Wenn Sie sich erst nach dem Studium arbeitslos melden, ist der alte Anspruch verfallen!

      Gruß, Der Privatier

    • Man könnte das Ganze natürlich auch mit einem Dispojahr noch optimieren!
      Denn bei Eigenbeteiligung an der Job-Aufgabe (Eigene Kündigung oder Aufhebungsvertrag) wird die Arbeitsagentur eine Sperre (d.h. kein ALG1) von 12 Wochen verhängen. Wenn man aber mit der Arbeitslosmeldung exakt(!!) ein Jahr wartet, sind diese Sanktionen quasi verjährt.
      So ein Dispojahr ist aber mit Vorsicht zu genießen und erfordert ein exaktes Timing, Kenntnisse über die Hintergründe und Zusammenhänge und ist daher nur zu empfehlen, wenn man sich vorher intensiv damit befasst hat.

      Gruß, Der Privatier

  15. Hallo,
    ich bin mit 51 zum ersten mal arbeitslos gemeldet und habe jetzt 1 Monat ALG erhalten. Habe es mir nun anders überlegt und möchte mich wieder abmelden, da mir das ganze zu stressig ist (Fortbildung, die ganzen Auflagen etc.) Auf die paar Euro verzichte ich dann. Muss ich was beachten?
    Wäre sehr dankbar für Ihre Meinung.

    • Ohne weitere Details über Ihre weitere Lebensplanung, den finanziellen Hintergrund und Ihren Kenntnisstand zu diesem Thema zu kennen, ist es schwer, eine so allgemeine Fragen zu beantworten. Beachten muss man immer was…
      Spontan fällt mir ein, dass Sie zukünftig Ihre Krankenkasse selber zahlen müssen und dass Sie sich Gedanken um Ihre Rente machen sollten.
      Und überhaupt über die Zukunft! Wollen/können Sie mit 51 Jahren bereits vollständig aufhören? Wie soll es weitergehen? Die Agentur bietet ja nicht nur Pflichten, sondern auch Chancen: Fortbildung, Existenzgründung, etc.

      Wenn Ihnen das alles bewusst ist: Einfach nur abmelden. Fertig.

      Gruß, Der Privatier

  16. Sehr geehrter Herr Ranning,
    bei mir tritt ein Aufhebungsvertrag am 31.12.2016 ein.Unterschreiben werde ich diesen Vertrag am 30.09.2016. Zu diesem Zeitpunkt bin ich noch 57 Jahre. Ende Januar werde ich 58 Jahre, mein Nocharbeitgeber ist nicht bereit, den Vertrag zum 31.01.2017 enden zu lassen. Ich habe viel in ihrem sehr nützlichen Buch erfahren und habe dennoch das ein oder andere Fragezeichen im Gesicht:

    -Muss ich mich nun am 1.10.2016 arbeitssuchend melden oder nicht? Mir geht es ja darum, das ich 24 Monate Anspruch auf ALG habe.
    – Am 02.01.2017 muss ich mich ja arbeitslos melden, da bin ich noch 57 Jahre alt, habe also 18 Monate Anspruch auf ALG.

    Was mache ich denn nun am besten, Ihrer Meinung nach, damit ich 24 Monate Anspruch habe? Sperrfrist bekomme ich ja sowieso schon, aufgrund des Aufhebungsvertrages.

    Beste Grüße

    Gustl

    • Hallo Gustl, zunächst einmal sollten Sie sich von der Vorstellung lösen, dass Sie etwas „müssen“! Es ist alles Ihre freie Entscheidung und es bleibt Ihnen ausreichend Gestaltungsspielraum.

      So wäre es beinahe sträflich dumm, wenn Sie sich Anfang 2017 arbeitslos melden! Denn die Höhe Ihres ALG1-Anspruches richtet sich nach dem Alter, welches Sie zum Beginn der Arbeitslosigkeit (nicht der Beschäftigungslosigkeit!) haben.

      Was nun der „beste“ Weg ist, ist immer schwierig zu entscheiden. Das hängt von vielen persönlichen Dingen ab.
      * Sie könnten einfach Ihren Geburtstag abwarten und sich danach arbeitslos melden.
      * Sie könnten erst einmal ein halbes Jahr „zur Ruhe kommen“ (Urlaub, Selbstfindung, etc.) und sich dann arbeitslos melden.
      * Wenn Sie wg. einer Abfindung evtl. steuerlich noch etwas optimieren wollen, könnten Sie ein komplettes Dispojahr einlegen.

      Sicher gibt es auch noch mehr Möglichkeiten. Davon abhängig wäre dann auch die Frage, ob und wann Sie sich vorher arbeitsuchend melden sollten. Eine verspätete oder nicht ausgeführte Meldung gibt eine Woche Sperre. Manch einer nimmt dies in Kauf, weil er der Agentur nicht zur Verfügung stehen möchte.

      Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten. Zu Bedenken ist natürlich in allen Varianten, die eine Zeit beinhalten, in denen Sie nicht bei Agentur gemeldet sind, dass Sie in dieser Zeit vollständig(!) inkl. aller Versicherungen für sich selbst sorgen müssen.

      Gruß, Der Privatier

      • Guten Morgen Privatier,

        ich konnte in der letzten Woche mit Unterstützung des BR-Vorsitzenden doch noch erreichen, das der Aufhebungsvertrag erst Ende Januar 2017 wirkt. Somit bin ich dann 58 und habe direkt Anspruch auf 24 Monate ALG. Das ist schon einmal sehr positiv. Dennoch war ich vorab bei der Agentur für Arbeit und habe mich dort über die bestehenden Möglichkeiten informiert, bzw. ich wurde am gleichen Tag zurückgerufen. Der sehr nette und wirklich „Kunden“orientierte Mitarbeiter hat mir echt sehr weitergeholfen und auch gesagt, das ich mich nicht zwingend direkt arbeitslos melden muss, sondern das erst machen soll, wenn ich 58 bin, ich jedoch dann mit einer einwöchigen Sperre rechnen muss. Auch über das Dispositionsrecht beim ALG wurde ich gut beraten. Er hat mir auch die Risiken dazu aufgezeigt (genau 1 Jahr) und mir geraten, mich schriftlich einen Monat vorher zum jeweiligen Datum wieder zur Verfügung zu stellen.
        Aber wie gesagt, ich bin nun einen Schritt weiter, jetzt muss ich mal sehen, ob ich die Abfindung irgendwie teilweise in die Altersvorsorge einbringen kann, damit die Steuerlast geringer wird. Wenn ich dabei Erfolg habe, melde ich mich wieder, ich würde mich jedoch auch über entsprechende Ratschläge der anderen Blogteilnehmer sehr freuen.
        Viele Grüße

        Gustl

      • Hallo Gustl,

        das sind ja mal gute Nachrichten! Sowohl die Verschiebung des Arbeitsende auf den Januar 17, als auch die gute Beratung durch die Agentur. Ich denke, damit sind Sie auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.
        Ob Sie sich nun für das Dispojahr entscheiden oder nicht, können Sie ja noch in Ruhe überlegen. Vielleicht lesen Sie auch hier noch ein wenig über die Erfahrung der anderen. Der Beitrag zum Dispojahr bietet ja genug Lesestoff. 😉

        Auch zum Thema „Steuer sparen“ gibt es bereits viele Überlegungen, Kommentare und Erfahrungen. Und zwar sowohl mit Rürup, als auch mit der gesetzlichen Rente.

        Ich wünsche weiterhin viel Erfolg.

        Gruß, Der Privatier

  17. Hallo, nachdem mir schon einmal mit gutem Rat in diesem Forum geholfen wurde, habe ich nun eine drängende Frage zur Steuerklasse für das ALG1. Im Juli 2016 habe ich einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung geschlossen habe und auf meinen ALG 1 Antrag wurde festgestellt, dass ich eine Ruhezeit bis Februar 2017 abwarten muss. Dabei habe ich festgestellt, dass mein Antrag mit Steuerklasse 5 berechnet wurde und dies eine Differenz von 700 Euro pro Monat (!) zu Steuerklasse 3 ausmacht. Das Problem ist, dass ich von Januar 2016 bis August 2016 in Steuerklasse 3 war und dann im September mit meiner Frau die Steuerklassen gewechselt habe, damit ihr monatliches Nettogehalt während meiner Arbeitslosigkeit höher sein wird. Dabei habe ich wohl den Kardinalfehler gemacht, dass mein ALG1 nun in der unnötigerweise geringer ausfällt. Da mich die Beendigung des Arbeitsverhältnisses damals so viele Nerven gekostet hat, habe ich dies völlig übersehen und bin nun am Boden zerstört, dass uns unnötigerweise so viel Geld beim ALG jeden Monat fehlen wird. Meine Frage bzw. Hoffnung ist, dass man noch etwas ändern kann: Ich hatte verstanden, dass die Steuerklasse im Jahr des Beginns der Arbeitslosigkeit zählt, das war bei mir ja noch die Stkl.3, denn wir haben erst im August die Steuerklasse gewechselt. Besteht damit eine Hoffnung, dass die Stkl. 3 doch ausschlaggebend für die Berechnung ist? Müsste ich dann jetzt zum Januar 2017 schnell in die Stkl. 3 zurückwechseln bevor meine Ruhezeit im Februar endet und die Zahlungen beginnen? Oder kann man den Wechsel im August 2016 noch irgendwie rückgängig machen? Oder kann ich jetzt wenigstens noch in Stkl. 4 wechseln oder oder oder….? Wenn ich mich recht erinnere, dann hat das Arbeitsamt die Information zur Steuerklasse von mir im Antrag erhalten, das kein direkter Datenaustausch mit dem Finanzamt erfolgt. Ich wünschte, es gäbe eine Möglichkeit diesen absolut unnötigen Fehler mit dem Steuerklassenwechsel rückgängig zu machen und bin für jeden Rat dankbar!

    • Hallo Stefan,

      ich gehe davon aus, dass die Arbeitsagentur die Steuerklasse beim Bearbeiten des Antrages elektronisch abfragt. Zu diesem Termin hast Du leider Steuerklasse 5 gehabt.
      Ich befürchte, dass ein Wechsel auf die für Dich günstigere Steuerklasse 3 von der Agentur nicht akzeptiert wird, weil dieser für die Agentur ungünstiger ist. Ich meine, etwas derartiges auch mal gelesen zu haben.
      Ich glaube auch, dass die Anzahl der Steuerklassenwechsel pro Jahr begrenzt ist und Du für dieses Jahr sowieso nichts mehr machen kannst.

      Das ist leider ganz schlecht gelaufen.

      Viele Grüße, Hardy

    • Ich schließe mich da im Wesentlichen den Aussagen von Hardy an. Rückwirkend wird da nichts mehr zu machen sein. Eine evtl. Chance sehe ich noch bei einem Wechsel der Steuerklasse für 2017 und einen Antrag auf Änderung der ALG-Berechnung.
      Allerdings kenne ich die Regeln für solche Fälle selber nicht.

      Aber man kann sicher für andere, die hier mitlesen, festhalten, dass die geschilderte Vorgehensweise nicht sonderlich geschickt war. Es ist immer besser, für den Empfänger von ALG1 die Steuerklasse zu wählen, die am meisten Netto übrig lässt. Der andere Partner muss dann zwar zunächst mehr Steuern zahlen, diese werden aber (teilweise) im Rahmen der Steuererklärung zurückerstattet.

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo lieber Privatier, hallo liebe Kommentator/innen und Interessent/innen,

    die Beiträge und Kommentare zu allen Themen, welche die Rente, den Renteneintritt, bzw. den richtigen Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung betreffen, sind mit sehr viel Erfahrung und Sachverstand verfasst und ich habe sie mit großem Interesse gelesen. Hieraus habe ich viele Erkenntnisse für meine weitere Lebensplanung entnehmen können, herzlichen Dank dafür!

    In diesem Zusammenhang stellt sich für mich folgende Frage, zu der vielleicht jemand hier im Forum eine entsprechende Erklärung geben kann:

    Ausgangslage: Nach vorangegangener kurzer Arbeitslosigkeit, erhielt ich einen auf 2 Jahre befristeten Arbeitsvertrag bei meinem aktuellen Arbeitgeber. Der endet im August 2017.
    Ich bin 60 Jahre alt und habe/hätte anschließend insofern – zumindest theoretisch- einen ALG-1- Leistungsdaueranspruch von 24 Monaten; allerdings nur dann, wenn die nötigen Anwartschaftszeiten und Rahmenfristen entsprechend erreicht/erfüllt sein würden.

    Meine Frage:
    Trifft es zu, dass für die Dauer dieses (ab 58 Jahren) längeren, nämlich 24-monatigen Bezuges von ALG 1 auch längere Anwartschaftszeiten/Rahmenfristen erfüllt werden müssen, als für den kürzeren Bezug in jüngeren Lebensjahren? Ich konnte im Netz hierzu keine eindeutigen Angaben finden.
    Genau zwei Jahre ununterbrochener versicherungspflichtiger Beschäftigung werden dann zwar erreicht sein, aber reichen eben diese 24 Monate ununterbrochener Beschäftigung bereits aus, um mit 60 Jahren einen Anspruch auf volle 24 Monate ALG-1-Bezug zu gewährleisten?

    Meine Planung: anschließend könnte ich als Schwerbehinderter mit 62Jahren und 8 Monaten in den vorzeitigen Ruhestand gehen mit verhältnismäßig geringen Anzügen. (Ganz abzugsfrei ginge das erst mit 63 und 11 Monaten, und einen neuen Job kriege ich mit 60 und Schwerbehinderung trotz sehr hoher Qualifikation vermutlich nicht mehr.)

    Vielleicht kennt sich ja hier jemand mit dieser besonderen Thematik aus, ich freue mich auf erkenntnisreiche Antworten. Herzlichen Dank!

    Der Stolperrentner

    • Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass ich Ihren Benutzernamen in Anlehnung an die Unterschrift angepasst habe.

      Bei der Frage nach der Anspruchsdauer für den ALG-Bezug liegen Sie mit Ihrer Vermutung schon richtig:
      24 Monate an versicherungspflichtiger Beschäftigung reichen nicht aus, um den vollen Anspruch auf ALG zu erhalten.

      Zitat von der Seite des Arbeitsagentur: „Die Zeit, für die Sie Arbeitslosengeld erhalten können, ist abhängig von Ihrem Lebensalter und davon, wie lange Sie in den letzten fünf Jahren arbeitslosenversicherungspflichtig waren.“

      Und für den vollen Anspruch (in Ihrem Falle 24 Monate) muss man dann in den letzten fünf Jahren schon 48 Monate vorweisen können. Wenn Sie vor der jetzigen Beschäftigung aber nur eine „kurze“ Arbeitslosigkeit hatten, könnte es ja mit den 48 Monaten durchaus noch klappen.

      Allerdings: Die Rückrechnung wird nur bis zu einem evtl. früheren ALG-Anspruch durchgeführt! Haben Sie also während Ihrer „kurzen“ Arbeitslosigkeit bereits ALG bezogen, erfolgt die Rückwärtsbetrachtung nur bis zu diesem Zeitpunkt. Negativer Effekt: Der neue Anspruch ist geringer, da nur die letzten 24 Monate zählen.
      Positiver Effekt: Der alte Anspruch wird in dem Maße, in dem er nicht verbraucht worden ist, zusätzlich addiert.

      Alles auch nachzulesen direkt bei der Arbeitsagentur. Ggfs. wäre wohl auch eine Beratung und Bestätigung durch die Agentur zu empfehlen.

      Gruß, Der Privatier

  19. Hallo an alle hier Diskutierenden,

    ich hatte mich gerade im Krankenkassen-Teil dieses tollen Bogs informieren könnnen, hätte jetzt aber auch zwei Frage zum ALG1:

    Mit (gerade) noch 51 würde ich Jan. 2018 meine Abfindung einsammeln wollen und aus stuerlichen Gründen ein Dispojahr einläuten.
    Weil, wenn ich micht direkt arbeitslos melde und ALG1 bekomme, zählt das zum Jahresgehalt dazu und verschlechtert die Fünftel-Regelung dramatisch.
    Korrekt?

    Wenn ich mich aber im Dez 2018 arbeitslos melde und Jan 2019 ALG1 bekomme, erhalte ich dieses laut Finanztip nur für 6 Monate (12 Monate Arbeit in 2 Jahren).
    Auch korekt oder sieht jemand Optimierungspotenzial?

    Danke und viele Grüße aus dem Norden. 🙂

    • Hallo Tom,

      es ist korrekt, dass sich der Bezug von ALG1 im Jahre einer Abfindung steuerlich nachteilig auswirken kann. Ob dies „dramatisch“ ist oder empfunden wird, hängt sicher vom Einzelfall ab. Aber genau aus diesem Grund gibt es ja hier die Ideen für ein Dispojahr oder ein simples An-/Abmelden bei der Agentur.

      Die Aussagen für ein Dispojahr beziehen sich dabei immer nur auf Fälle, in denen jemand zuvor lange Zeit ohne Unterbrechnung berufstätig war. In diesen Fällen muss man keine Einschränkungen beim ALG1 befürchten. Ich nehme daher an, der Beitrag von Finanztip bezieht sich auf andere Fälle.

      Gruß, Der Privatier

  20. Hallo Privatier,

    vielen Dank, ich habe das Lesen der Finanztip-Seite bei „Das Wichtigste zuerst“ beendet, mein Fehler.
    Unter Anwendung aller Regeln scheint mir mit 51 J. und 30 Monaten Arbeit in den letzten 5 Jahren max. 15 Monate ALG1 zuzustehen.

    Bei dem von Dir erwähnten An- und Abmelden stellt sich mir folgende Frage:
    Unter der Vorraussetzung, das ich
    – Bis Dez. 2017 beschäftigt bin (Freistellung noch offen)
    – Die Abfindung Jan. 2018 bekomme

    Gibt es ein legales/realisierbares Szenario, bei dem ich
    – im Jan 2018 einen Tag/eine Woche/einen Monat ALG1 beziehe (Stichwort: Rückfall in die GKV)
    – Nach dem geplant einmaligen Bezug von ALG1 Abmelden von der A-Agentur, um die Fünftelregelung nur minimal zu beeinträchtigen

    Wahrscheinlich ist meine Denke an dieser Stelle zu krude, aber Fragen kann man ja mal.;-)

    Viele Grüße,
    Tom

    • Ja, natürlich gibt es ein legales/realisierbares Szenario für eine kurzfristige Arbeitslosigkeit. Im Grunde reicht bereits ein Tag der Arbeitslosigkeit, um das Verfahren (Prüfung und Feststellung des Anspruches) in Gang zu setzen.
      Ich habe das An-/Abmelde-Verfahren selber so praktiziert, allerdings habe ich mit dem Abmelden bis zum Erhalt des Bescheides gewartet. Muss man aber nicht und ist letztlich Geschmacksache, wie lange man angemeldet bleiben möchte.

      Diese Aussagen beziehen sich aber nur auf die Ansprüche bzgl. ALG1! Ich möchte keine Aussage darüber machen, welche Auswirkungen dies in Richtung PKV/GKV hat. Dazu habe ich in diesem Kommentar einige hilfreiche Links empfohlen (aber nicht nur die Überschrift lesen 😉 ).

      Gruß, Der Privatier

  21. Mein Arbeitgeber hat vielen Mitarbeitern betriebsbedingt zum 31.3.17 gekündigt.
    Viele klagen dagegen und haben in 1. Instanz gewonnen (inklusive Feststellung des Weiterbeschäftigungsanspruchs). AG wird in Berufung gehen.

    Der Arbeitgeber hat die betroffenen Mitarbeiter nun einfach zum 01.04.17 von der Krankenkasse abgemeldet. Nun gibt es verschiedene Einschätzungen.
    Einige empfehlen, dass man sich auf jeden Fall arbeitslos melden sollte (auch um KV abzusichern). Meine KV sagte, dass man bis zum 01.04. auch einen Leistungsantrag bei der AfA stellen muss, wenn man keine unversicherten Zeiten in Kauf nehmen will. AfA sagte tel. dass das nicht stimmt und man sich auch nur arbeitslos melden kann, ein Leistungsantrag aber später erfolgen kann ohne schädliche Wirkung auf die rückwirkend gezahlte KV. Im Merkblatt wird aber hingeweisen, das verspätete Anträge Auswirkungen auf Ansprüche haben kann.

    Andere Meinung ist, dass da der AG ja weiter beschäftigen muss und sich im Annahmeverzug befindet (wenn der Arbeitnehmer auch die Arbeitsleistung explizit angeboten hat)somit gar keine Arbeitslosigkeit vorhanden sei und man sich auch nicht arbeitslos melden soll.
    Die betroffenen AN wissen nicht, was ab 01.04.17 ist. Ob das Gehalt vom AG gezahlt wird, wird man auch erst Ende April wissen.

    Auf eine schriftliche Anfrage bei der AfA habe ich leider noch keine Rückmeldung.
    Die Krankenkassen verfahren unterschiedlich: Einige haben sich das Urteil 1. Instanz schicken lassen und wollen beim AG nachhaken, andere meinen, man solle sich vorsichtshalber arbeitslos melden. Ansonsten besteht wohl auch die Möglichkeit, sich bei der gesetzlichen KV bis zu 3 Monate beitragsfrei stellen zu lassen.

    Vielleicht hat jemand noch eine Empfehlung, wie man mit der unklaren Lage umgeht ?

    • Es tut mir leid – aber dazu kann ich wirklich kaum etwas beitragen.

      Wenn ohnehin im Zusammenhang mit der Klage gegen die Kündigung ein Rechtsanwalt eingeschaltet war, wäre der sicher ein guter Ansprechpartner, um sich einen entsprechenden Rat zu holen.

      Ich kann zu solchen Situationen höchstens ein paar Annahmen äußern: Ich gehe davon aus, dass eine Arbeitslosigkeit auch dann vorliegt, wenn der AN seine Arbeitsleistung anbietet, diese aber vom AG nicht angenommen wird. Somit wäre eine Arbeitslosmeldung (und ggfs. Leistung) durchaus gegeben. Zumindest sehe ich auch keinen Nachteil in einer solchen Meldung.

      Aber das sind alles sehr vage Vermutungen und bitte nur als Meinung zu verstehen. Eine professionelle Hilfe/Beratung wäre da sicher angebracht. Ggfs. auch einmal in einem Spezial-Forum für Arbeitslose nachfragen (einen Link habe ich auf meiner Seite Empfehlungen/Blogs und Foren ganz am Ende).

      Viel Glück und Gruß,
      Der Privatier

  22. Hallo, bin seit Nov. 2014 mit einer Abfindung mit 56 Jahren ausgeschieden. Habe dann das Dispositionsjahr genommen und seit 1.1.16 ALG1 bezogen. Bei den ersten Gesprächen habe ich der Agentur gesagt ich wolle mich als Berater Selbstständig machen um den Jobangeboten mit den verbundenen Bewerbungen aus dem Weg zu gehen. Das hat gut geklappt und die haben mich in Ruhe gelassen. (nur 2 Statusmeldungen per email nach je 6 Monaten wurden eingefordert). In 2 Monaten sind die 18 Monate um und ich habe jetzt nochmal eine Vorladung bekommen. Wie sollte ich mich nun am besten verhalten da ich natürlich die ALG1 Zahlungen für die nächsten 2 Monate noch mitnehmen möchte.
    folgende Optionen fallen mir dazu ein: Ich sage…
    1)…das ich leider noch immer keine Aufträge bekommen habe und ich immer noch dran bin.
    2)… das ich kurz vor einem Beratervertrag mit einer großen Firma stehe und ich ab Oktober höchst wahrscheinlich dann ein Einkommen erzielen werde.
    3)… das ich jetzt versuche irgendwo eine Festanstellung zu bekommen.
    4)… das ich von meinem ersparten Geld bis zur vorgezogenen Rente lebe (bin jetzt 58)

    Was meint Ihr ist die Beste Antwort (oder eventuell gibt es noch bessere?)

    • Hallo Ted,

      ich bin in ähnlicher Situation. Deine Vorladung ist einfach ein turnusmäßiger Termin; die Sachbearbeiter müssen die Arbeitslosen regelmäßig einladen.
      Du hast ein Recht auf Zahlung des bewilligten ALG, allerdings musst Du nachweisen, dass Du ernsthaft Arbeit suchst.
      Was soll denn in den letzten zwei Monaten passieren? Der Sachbearbeiter will wahrscheinlich wissen, ob Du dann ALG2 (Hartz IV) beantragen willst.

      Viele Grüße, Hardy

  23. Hi Hardy, danke für Dein feedback. Mit dem „Nachweis, dass ich ernsthaft Arbeit gesucht habe“ ist das so eine Sache. Als selbständiger Berater habe ich ja keine Bewerbungen geschrieben. Ich kann halt nur sagen dass ich Kundentermine wahrgenommen habe um meine Beraterfunktion vorzustellen. Nachweisen kann ich da eigentlich nichts…. und wenn es nur um ALG2 geht…. das werde ich nicht beantragen, da ich die Voraussetzungen nicht erfülle…

    LG Ted

    • Die Verpflichtungen gegenüber der Agentur werden in der Regel in sog. „Eingliederungsvereinbarungen“ festgehalten. Wenn eine solche nicht getroffen wurde oder wegen der geplanten Selbständigkeit keine Bewerbungen gefordert wurden, so sollte das kein Problem sein.

      Ich denke auch (wie Hardy bereits gesagt hat), dass es sich um eine Routine-Einladung zum Abschluss der Arbeitslosigkeit handelt, die genau so wie der erste Einladung zu Beginn der Arbeitslosigkeit einfach zum definierten Ablauf dazu gehört.
      Der Sachbearbeiter wird wissen wollen, ob nach dem Leistungsbezug eine weitere Betreuung durch die Agentur gewünscht ist? Vorteil: Die Zeiten können bei der Rente berücksichtigt werden! Und er wird wissen wollen, ob der Übergang zum ALG2 in Frage kommt, usw.

      Wenn tatsächlich die Frage nach der geplanten Zukunft kommen sollte, würde ich mit einer Kombination aus 1) und 4) antworten. Im Grunde geht es den Bearbeiter aber nichts an und er wird höchstens aus Höflichkeit fragen.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, danke für Deine Einschätzung. Kurze Frage noch zu dem Thema weitere Betreuung der Agentur und dem Vorteil das die Zeiten bei der Rente berücksichtigt werden. Was heist das genau? gibt es weitere Rentenpunkte solange man betreut wird? oder was genau ist der Vorteil….
        Danke für Dein Feedback. LG Ted

        • Hallo Ted,

          ich meine, solange Du arbeitssuchend gemeldet bist erwirbst Du Anwartzeiten. Aber auch das kannst Du den Bearbeiter fragen.

          Viele Grüße, Hardy

        • Es werden nur die Zeiten angerechnet. Kann dann wichtig sein, wenn man gewisse Wartezeiten (z.B. 35 Jahre für vorzeitige Rente) noch nicht erfüllt hat. Außerdem u.U. interessant zur Aufrechterhaltung des Anspruches auf Erwerbsminderungsrente.
          Nachteil ist natürlich die weitergehende Verpflichtung gegenüber der Agentur (eigene Bemühungen, ggfs. Maßnahmen, etc.).

          Gruß, Der Privatier

    • Hallo Ted,
      zuerst einmal vielen Dank für den Beitrag. Zum Thema ALG1-Zeit / Arbeitsagentur gibt es leider nur wenig Erfahrungsberichte und Infos für zukünftige Privatiers. Eine so „problemlose“ ALG1-Zeit wie bei Dir wünschen sich wohl die meisten. Was steht denn in deiner Eingliederungsvereinbarung oder musstest du keine unterschreiben? Wenn ja: Warum?
      Gruß, BigMac

      • Hallo BigMac, ich musste keine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben. Warum weiß ich auch nicht… Wie gesagt, ich habe dem Berater gesagt ich möchte mich als Berater Selbstständig machen und das war offensichtlich gut genug mich im großen und ganzen in Ruhe zu lassen.
        Gruß Ted

        • Hallo Ted,
          was hast du dem Sachbearbeiter denn in den Status-emails geschrieben? Hat der keinerlei Unterlagen – Businessplan, Angebote, … – als „Beweis“ verlangt? Wie lief dein Besuch dieser Tage bei ihm?
          Gruß, BigMac

          • Ups, gerade gesehen, dass du schon berichtet hast … bleibt übrig:

            Du erwähnst in deiner Zusammenfssung Schulungen – die wurden die aber nicht von der AA vermittelt, oder?
            Wollte die AA die Businesspläne sehen?

            Gruß, BigMac

          • Hallo BigMac, nein das Arbeitsamt wollt gar nichts sehen. In den Status emails habe ich gesagt, dass es etwas länger dauert wie gedacht bis Aufträge kommen und dass ich nach wie vor Kunden Akquise betreibe. Schulungen wurden von AA nicht vermittelt. Das einzige was ich bekommen habe war ganz am Anfang ein externer Coach mit dem ich mich ein paar mal getroffen habe und der mir die Grundlagen der Selbstständigkeit erklärte. Einen einfachen Businessplan habe ich dann geschrieben und mit ihm abgestimmt, aber wie gesagt das AA wollte nichts davon sehen…. Gruß Ted

  24. Noch ein kurzer Update. Der Termin heute war ganze 10 Minuten. Der Berater wollte nur noch mal einen kurzen Update wie es denn weiter gehen soll. Ich habe den Punkt 1 und 4 oben in meiner Beschreibung vom 29 April genannt und der Berater war damit zufrieden. Zusätzlich wurde nochmal darauf hingewiesen, dass in 2 Monaten die Zahlung eingestellt wird und ob ich dann weiterhin auf der Arbeitssuchenden Liste bleiben möchte. Meine Antwort war nein, und ich konnte dann auch gleich veranlassen dass ich in 2 Monaten automatisch von der Liste genommen werde.
    Also als Zusammenfassung nochmal meine Vorgehensweise:
    Ausgeschieden zum 31.12.14 Abfindung im neuen Jahr (2015) ausbezahlt
    Dispositionsjahr genommen. Dadurch greift die Fünftel Regelung steuerlich optimal
    Im November 2015 beim Arbeitsamt arbeitsuchend für 1.1.2016 gemeldet. (da das Dispositionsjahr nicht länger wie genau 1 Jahr sein darf)
    Im Dez 2015 ein erstes Gespräch mit einem Berater im Arbeitsamt (Datenüberprüfung)
    im Feb 2016 ein 2tes Gespräch mit einem Fachberater. Dort habe ich gesagt dass ich mich Selbständig machen möchte und deshalb keine Jobangebote benötige
    Im Oktober 2016 war eine erste Anfrage per mail wie der Status ist. Habe per Mail geantwortet, dass ich (nach Schulungen, Bizplan Erstellung etc.) nun in die Akquise Phase gehe und ab 2017 mit eigenen Einkommen rechne.
    Im Feb 2017 nochmal ein Mail bekommen – weitere Statusabfrage. Meine Antwort war das es länger gedauert hat wie erwartet und ich weiterhin potentielle Kunden akquiriere.
    Letzter Termin jetzt im Mai wie am Anfang beschrieben.

    Gruß Ted

  25. Hallo Privatier,
    erstmal vielen Dank für vielen guten Informationen – ein toller Blog

    Ich bin gerade dabei mein Angestelltenleben zu beenden.

    Aktuell bin ich 56 Jahre und habe noch 18 Monate Urlaub. Plus 6 Monate Garden Leave komme ich auf ein
    Ausstiegsdatum aus der Firma Ende 2019. Dann bin ich 58 Jahre.
    Direkt danach bekomme ich eine Firmenrente die, bis zum 60igsten Lebensjahr, als Übergangsgeld gezahlt wird.
    Ab dem 60igsten Lebensjahr erfolgt die Zahlung als Firmenrente.

    Wenn ich mich Ende 2019 arbeitslos melde würde die Firmenrente gegen das ALG gerechnet werden.
    Daher überlege ich meinen Anspruch auf ALG ausrechnen zu lassen und mich dann beim Arbeitsamt wieder abzumelden.
    Mit 60 Jahren melde ich mich dann wieder arbeitslos – bezogen auf den alten Anspruch (sind ja keine 4 Jahre vergangen)

    Jetzt meine Frage:

    Wie wird der Anspruch des ALG berechnet?
    Erst die Höhe des Anspruches und dann wird das Übergangsgeld abgezogen
    oder beinhaltet der Anspruch schon das angezogene Übergangsgeld?

    Falls der erste Fall zutrifft könnte ich mich direkt nach der Berechnung abmelden und den Anspruch mit 60 Jahren geltend machen.

    Vielen Dank schon einmal

    Klaus

    • Es tut mir leid, aber die Schilderung enthält mir zu viele (wahrscheinlich firmeninterne) Sprachregelungen, die mir eine vernünftige Antwort nicht ermöglichen, z.B.:
      * 18 Monate Urlaub!! – Im Ernst? Erscheint mir seltsam…
      * „Garden Leave“ – Netter Ausdruck, aber was ist das? Handelt es sich um eine Freistellung? Unwiderruflich? Wann endet das Arbeitsverhältnis?
      * „Übergangsgeld“ – Kenne ich im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen. Aber nicht von AG. Also ist es eine Rente? Oder Gehalt? Was ändert sich da ab dem Alter von 60 ?
      * „Firmenrente wird gegen ALG gerechnet“ – Wer rechnet da wo und was dagegen? Ich denke mal, die Firmenrente wird gekürzt, oder? Dann ist es wohl doch keine Rente…

      Insgesamt daher leider zu viele Firmen-spezifischen Regelungen, zu denen ich nichts sagen kann, aber ich möchte gerne auf zwei Dinge verweisen, die vielleicht weiter helfen können:
      – Beitrag über die Auswirkung von längeren Freistellungen
      – Kommentare von (vielleicht/wahrscheinlich) ehemaligen Arbeitskollegen aus demselben Unternehmen?

      Vielleicht klärt sich ja dadurch schon ein wenig.

      Gruß, Der Privatier

  26. Meine bisherige Erfahrung mit dem Arbeitsamt.

    Bin 62 Jahre alt und seitdem 01.01.2017 arbeitslos, Anspruch 24 Monate.
    Seitens AfA fast 8 Monate lang kein Telefon, keine E-mail und kein Kontaktversuch über mein AfA- account, weder Eingliederungsvereinbarung, noch Arbeitsstellenangebote erhalten.
    Nun mitten in der Urlaubszeit, am 16.08.2017 lädt mich die AfA per Brief und sehr kurzfristig ( Termin 18.08) zu einem Erstgespräch ein. Es sieht für mich so aus, als ob man meine Ortsanwesenheit prüfen möchte.
    Rechtzeitig zum Termin erschienen, begrüßt mich ein netter SB, ca. in meinem Alter und entschuldigt sich erstmal dafür, dass es so lange bis zum Erstgespräch gedauert hat.
    Erklärt mir dann, das die AfA beobachtet hat, dass ich mit der Renteversicherung in Sachen Kontoklärung in Kontakt bin und dass die AfA davon ausgegangen ist, dass ich in wenigen
    Monaten die gesetzliche Rente beantrage. Als er hört, dass das nicht der Fall ist, und dass
    ich noch 16 Monate beitragspflichtige Wartezeit habe bis ich vorzeitig in die Rente gehen kann, schreibt er sofort eine Eingliederungsvereinbarung, klärt mich über meine Pflichten
    auf und wir diskutieren noch über einzelne Punkte der EGV.
    Die EGV verpflichtet mich zu:
    – Stellensuche in Regionalzeitungen und im Internet
    – Überarbeitung/Aktualisierung der Bewerbungsunterlagen
    – Dokumentation der Eigenbemühungen. Hier versteht die AfA alles was zu Änderung meiner Situation beitragen kann, Stellensuche, Kontakte, Bewerbungen.
    – SB möchte mich zunächst zu mindestens 2 Bewerbungen/Kontakten in der Woche verpflichten, reduziert aber anschließend (nach Diskussion) die Zahl auf 2 Bewerbungen/Kontakten in einem Monat und zwar egal wie, mündlich, schriftlich, telefonisch oder per E-mail.
    – Darüber hinaus soll ich mich bei Zeitarbeitsfirmen und Jobbörsen registrieren.
    – Auf Vermittlungsvorschläge der AfA, wenn zumutbar, soll ich mich innerhalb von 3 Tagen bewerben.
    Die EGV ist für 6 Monate abgeschlossen.

    Mein weiteres Vorgehen stelle ich mir folgendermaßen vor:
    1. 6×2 = 12 freundliche Firmen aus meinen beruflichen Kontakten aussuchen, die Kontaktpersonen informieren und mich jeden Monat bei 2 der Firmen bewerben.
    Das Ergebnis ist dann klar, Absage.
    2. Falls Vermittlungsvorschläge kommen- was ich nicht hoffe- sie auf Zumutbarkeit prüfen, dh. Aufgabenstellung, Gehaltshöhe, Distanz zum Wohnort.
    3. Ist der Vorschlag nicht zumutbar, schriftlich mit Begründung ablehnen.
    4. Ist der Vorschlag zumutbar, Bewerbung schicken, und auf Absage oder Einladung warten. Bei einer Anstellung in der Probezeit nichts tun, sich krankschreiben lassen, eine Kur beantragen, etc.
    5. Bei Zeitfirmen und Jobbörsen werde ich mich nicht registrieren. Die AfA kann es nicht prüfen.
    6. Stellensuche in Regionalzeitungen und im Internet, sowie Besuche von Fachmessen als Eigenbemühungen dokumentieren mit Datum/Firma/Kontaktperson/Ergebnis

    Hat das Vorgehen einen Hacken?
    Ansonsten habe ich immer noch die Möglichkeit mich bei der AfA abzumelden.

    • Die Schilderung zeigt, dass die Agenturen (bzw. die Sachbearbeiter) sehr unterschiedlich agieren und anscheinend einen ziemlichen Spielraum haben. Allein die Tatsache, dass die Anzahl der geforderten Bewerbungen „mal eben“ von 8/Monat auf 2/Monat reduziert wurde, ist vielleicht auch bereits ein Zeichen, dass der SB sich der Realität sehr wohl bewusst ist.
      Um so mehr würde ich darauf achten, die EVB auch ernsthaft und exakt umzusetzen. Die meisten Dinge schrecken vielleicht zu Beginn ab, am Ende stellt man fest, dass alles halb so schlimm ist. Ich selber war z.B. bei einer Internet-Jobbörse und der Agentur eigenen Jobbörse registriert und habe ca. 100 ernsthafte und ordentliche Bewerbungen an seriöse Unternehmen verschickt. Davon hat sich allerdings höchstens ein Drittel die Mühe gemacht, überhaupt irgendwas zu antworten. Schwaches Bild…

      Man sollte natürlich auch im Hinterkopf haben, dass sich die Meinung des SB ändern kann. Wenn er den Eindruck bekommt, dass es an Ernsthaftigkeit mangelt, könnte er u.U. weitere Maßnahmen verordnen…

      Zum Schluß möchte ich noch darauf hinweisen (auch wenn es wahrscheinlich längst bekannt ist), dass mit dem Plan, eine vorzeitige Rente in Anspruch zu nehmen, natürlich auf jeden Fall Abschläge verbunden sind. Für eine abschlagsfreie Rente (mit 45 Beitragsjahren) zählen nämlich die Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Jahren nicht mit. Das nur der Vollständigkeit halber.

      Gruß, Der Privatier

  27. Lieber Privatier,
    ich habe nach 36 jähriger Betriebszugehörigkeit zum 31.12.17 gekündigt.Der Arbeitsstress ist nicht mehr auszuhalten.
    Muß ich ich mich nun im Sept.17 noch beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden? am 2. Januar 2018 dann arbeitslos, um ab April 2018 Arbeitslosengeld zu erhalten? Da ich 63 Jahre alt bin habe ich 24 Monate Ansprüche. Werden diese Ansprüche letztendlich um 6 Monate gekürzt, so dass ich insgesamt nur 18 Monate Leistung erhalten kann?
    Kann mich das Arbeitsamt drängen Rente einzureichen? Über 35 Jahre beschäftigt, Rente mit Abschlägen.
    Wenn ich mich nun zum 1.4.18 erst arbeitslos melden würde und mich die ersten 3 Monate im Jahr 2018 freiwillig krankenversichere, würde dann die Sperrzeit wegfallen und sich mein Leistungbezug verlängern?
    freundliche grüße rosalia

    • Die geplante Vorgehensweise ist (soweit ich sehen kann) korrekt und entspricht dem Standard. Und es ist richtig, dass wg. der Sperre aufgrund eigener Kündigung der Anspruch auf ALG1 insgesamt um 1/4 gekürzt wird. Also statt 24 Monate nur 18 Monate.

      Diesem Effekt kann man auch nicht dadurch entgehen, dass man sich erst 3 Monate später arbeitslos meldet. Allerdings sind dann die ersten 3 Monate der Sperre schon rum. Die Reduktion auf insgesamt 18 Monate bleibt aber bestehen. Es besteht aber dann die Gefahr, dass die Agentur eine zusätzliche Sperre wg. verspäteter Meldung verhängt.

      Komplett verhindern kann man eine Sperre (und deren Folgen) nur durch ein Dispojahr. Das macht aber hier wohl aufgrund des Alters keinen Sinn mehr.

      Ein Anspruch auf ALG1 besteht solange, bis das für die Regelaltersrente erforderliche Lebensalter erreicht ist (dies gilt nicht für ALG2-Empfänger!).

      Gruß, Der Privatier

  28. Hallo zusammen! Vielleicht kennt sich ja jemand aus…ich beziehe ab Jan 18 ALG I und hatte diese Woche ein persönliches Gespräch bei der Agentur, wo ich auch 2 Vermittlungsvorschläge bekommen habe. Auch wenn diese eher unpassend sind, habe ich mich jetzt beworben. Beim Durchstöbern meines Online-Bereichs habe ich jetzt jedoch überraschend eine Eingliederungsvereinbarung gefunden. Diese wurde weder in dem persönlichen Gespräch erwähnt noch wurde ich sonst irgendwie von dieser in Kenntnis gesetzt. Diese EGV sieht eine Unterschrift meiner Beraterin bei der Agentur und von mir vor, was natürlich nicht geschehen ist, da ich nichts von der EGV wusste und mich auch niemand aufgefordert hat, diese zu unterschreiben. Ich finde es zwar nett, dass ich in dieser EGV ein paar Hinweise finde, wie ich mich zu verhalten habe, aber mich würde interessieren, ob diese EGV überhaupt rechtskräftig abgeschlossen wurde so ganz ohne Unterschriften. Hat jemand Erfahrung mit diesem „einfach online stellen und fertig“? Danke vorab, Patrick

    • Das ist so eine Detail-Frage, die sicher die Experten aus einem Arbeitslosen-Forum sehr viel besser beantworten können (s. Empfehlungen->Blogs und Foren, ganz am Ende).

      Ich kann da zu rechtlichen Situation nichts sagen, kann nur aus eigener Erfahrung berichten, dass die Details zur EGV in einem Gespräch nicht unbedingt mit einer großen Ankündigung verbunden sind („Und jetzt sprechen wir mal über die EGV“).

      Das kann auch in Nebensätzen im Laufe des Gespäches beiläufig erwähnt werden: „…außerdem wäre es sinnvoll, wenn Sie sich im Internet bei Jobbörsen anmelden würden“ oder „… eigene Bemühungen erforderlich, so mindestens vier Bewerbungen/Monat“. Oder so ähnlich. Zusammengefasst findet man das dann in einer EGV wieder.

      Aber – wie gesagt: Ob dies bindend ist oder nicht, wäre ein Frage an ein Spezialforum.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Patrick,

      ähnliche Dokumente habe ich auch in meinem AfA-Account gefunden. Teilweise wurden Textblöcke früherer EGV 1:1 kopiert obwohl die Datumsangaben bereits in der Vergangenheit lagen. Ich habe dann diese „eigenartigen Dokumente“ nicht weiter beachtet.
      Zu den rechtlichen Auswirkungen kann ich nichts sagen.

      LG FÜR2012

  29. Die Infos aus der EGV wurden auch nicht beiläufig erwähnt, das hätte ich mitbekommen. Ist halt komisch, wenn in dem Dokument Unterschriften vorgesehen sind…Aber egal, ich werde so oder so meine Eigenbemühungen dokumentieren und mich wahrscheinlich eh nach kurzer Zeit vom ALG I abmelden. Das spart dann Nerven und ne Menge Steuern auf die Abfindung 🙂 Danke für die tollen Tipps und auch danke für2012 für die Rückmeldung! Patrick

  30. Hallo zusammen,

    wie hier im Forum auch an anderen Stellen schon mehrfach erwähnt, läuft mein Anstellungsverhältnis zum 31.12.17 mit Abfindungszahlung Mitte Jan. 18 aus. Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldung alles schon termingetreu erledigt und vorläufigen ALG I-Bewilligungsbescheid bereits Mitte November 17 mit Wirkung 1.1.18(ab dann arbeitslos) erhalten; vorläufig, so die tel. Auskunft der AA-Hotline, weil mir der endgültige Bescheid erst nach Vorliegen der neuen Leistungstabellen bei der AA zugestellt werden kann. Muss ich ja so glauben?! Erstes persönliches Kennenlerngespräch mit der zuständigen Dame bei der AA hatte ich ebenfalls schon vor ein paar Wochen. Darin erwähnte sie, dass es Ende diesen Jahres/Anfang nächsten Jahres ein Folgegespräch geben werde, um in dem Zusammenhang über meine Rechte und Pflichten zu sprechen. Ich plädierte damals für lieber Anfang des neuen Jahres.

    So weit, so gut, glaube ich oder sieht das hier jemand anders?

    Heute hatte ich allerdings ein Einladungsschreiben von meiner bekannten Sachbearbeiterin der AA in der Post. Ich soll mich gleich zu Jahresanfang persönlich zum vorgegebenen Termin bei ihr melden. Einladung nach §309 Abs. 1 SGB III.

    Eigentlich passt mir der Termin nicht so gut, auch urlaubsbedingt. Ich würde mich da gerne abmelden, mit Verweis auf Urlaub und den Termin auf später verlegen. Außerdem war mein Plan, den endgültigen Bescheid (s.o.) abzuwarten und mich dann direkt wieder abzumelden, um möglichst aus steuerlichen Gründen (Abfindung/s.o.) kein ALG I in diesem Jahr zu beziehen usw. Anmeldung dann wieder zu Anfang 2019.
    Gibt’s da Probleme? Welchen Rat bzw. welche Erfahrungen habt ihr für mich?
    Gruß, Nick

    • Man kann sicher auch immer versuchen, einen Termin zu verschieben. Auf jeden Fall würde ich eine Begründung liefern, die der Wahrheit entspricht! Wenn es wirklich um „Urlaub“ geht, würde ich dieses Wort allerdings nicht verwenden. Ein Arbeitsloser hat keinen Urlaub! Es hat höchstens das Recht, zeitweise ortsabwesend zu sein. Dies allerdings nur nach vorheriger Zustimmung durch den Betreuer. Und der wird nur zustimmen, wenn keine wichtigen Termine in diese Zeit fallen. Liegt also im Ermessen des Sachbearbeiters.

      Ein direktes Gespräch vorab ist aber in den seltensten Fällen möglich. In der Regel läuft dies über die zentrale Hotline. Ich würde dort die beiden Gründe nennen: Geplante (aber noch nicht genehmigte) Ortsabwesenheit und ebenfalls geplante Abmeldung sobald der ALG-Bescheid vorliegt und dann um Verschiebung des Termins bitten.

      Ich gehe davon aus, dass man dem Wunsch entsprechen wird. Wenn nicht – solltest Du auf jeden Fall den Termin wahrnehmen. Auch wenn es manchmal unangenehm ist, aber Arbeitslosigkeit ist auch mit gewissen Pflichten (und Einschränkungen) verbunden.

      Gruß, Der Privatier

  31. Hallo zusammen,
    habe heute endlich meinen ALG1 Anspruch ab 01.01.2018 bekommen.
    Mein AG teilte auf Anfrage mit, dass ich noch einen Restanspruch auf Gehalt, eine nicht unerhebliche Summe, Ende Januar oder erst im Februar zusätzlich zu der Abfindung ausbezahlt. Aus abrechnungstechnischen Gründen wäre das nicht früher möglich.
    Jetzt ist es aber so, dass mein Arbeitsvertrag am 31.12.2017 endet und mein AG das Gehalt der letzten 12 Monate, also Jahr 2017, der AfA bestätigt hat. Wie kann ich meinen ALG1 Anspruch nachträglich ändern lassen? Eigentlich wollte ich mich auch Anfang Januar gleich wieder abmelden…..

    • Nun – es gibt nicht für alle Fälle einen genormten Weg.
      Entweder schafft man in solchen Fällen eine Klärung durch Absprache oder notfalls per offiziellen Widerspruch.

      Gruß, Der Privatier

  32. Hallo in die Runde,

    bin seit Jahren schon begeisterter Mitleser und habe hier schon viele hilfreiche Informationen bekommen, aber bei der Berechnung von ALG 1 und Steuerklassen verfinstert sich der Himmel.

    Der Plan:
    – Kündigung bzw. Aufhebungsvertrag zum 30.09.2018 ( keine Abfindung )
    – ab 01.10.2018 Dispositionsjahr (bin dann schon 55 Jahre)
    – ab 01.10.2019 Bezug von 18 Monaten ALG 1 (ev. auf 4 Jahre verteilt)
    – Rente mit 63 ( natürlich mit Abzügen )

    Im Dispositionsjahr Familienversicherung GkV über meine berufstätige Frau.
    Das Dispojahr nehme ich, um das volle ALG 1 zu bekommen.
    Wir haben keine Kinder und sind (noch) beide berufstätig. Die Einkommen verteilen sich
    ca. 40% Frau / 60 % ich, bei Steuerklasse 4 / 4 ohne Faktor. Das war auch nie ein Problem, da man die Steuer halt am Jahresende zurückbekommt.

    Nun zu den Fragen:

    – Nach welcher Steuerklasse wird das ALG 1 berechnet ? Nach der jetzigen 4 ?
    – Wenn mein Dispojahr im Oktober 2018 startet bin ich ja ohne Einkommen.
    – Geht meine Frau dann sofort in Sk 3, oder wie wird das behandelt ?
    – Oder wird mein ALG 1 nach anderen Kriterien berechnet ?
    – Könnte man jetzt noch die Sk wechseln ? (ich glaube nicht. Frist war wohl bis 30.Nov. 17)

    Wer bringt etwas Licht ins Dunkel. Über Antworten und natürlich auch Tipps freue ich mich.

    Gruß, Sunny

  33. Hallo Sunny,

    das ALG1 wird mit Deiner gültigen Steuerklasse beim Antrag auf ALG berechnet. Zum betreffenden Zeitpunkt solltest Du also Steuerklasse 3 haben. Einen späteren Wechsel, der zu mehr ALG führen würde, wird die Agentur für Arbeit nicht akzeptieren.

    Ihr solltet dann also zu 3 für Dich und 5 für Deine Frau wechseln.
    Ich war auch während des Dispojahres in 3 und meine Frau in 5.
    Wie bisher erfolgt der Ausgleich mit der Einkommensteuererklärung.

    Zum Wechsel der Steuerklassen habe ich gefunden:
    „Die Steuerklassen können Sie im Laufe des Jahres in der Regel nur einmal wechseln, und zwar spätestens bis zum 30. November des betreffenden Jahres. Auch die Wahl des Faktorverfahrens gilt als Steuerklassenwechsel…“
    Für 2018 ist ein Wechsel also noch möglich.

    Viele Grüße, Hardy

  34. Hallo Hardy,

    danke für die Antwort. Was mir noch unklar ist…zählt für die Ermittlung von ALG1

    – die SK die man zu Anfang des Jahres als Beschäftigter hat ?
    – die SK die man bei Beantragung von ALG1 hat ?

    – und wann wechselt man zurück, bei Bezugsende vom ALG oder eher ?

    Viele Grüße

    Sunny

    • Hallo Sunny,

      bei mir war Beides gleichzeitig.

      Ich gehe aber davon aus, dass die Agentur für Arbeit sich wie ein „normaler“ Arbeitgeber verhält und die Steuerklasse über das ELSTAM-Verfahren abfragt. Und zwar dann, wenn die aktuelle Information benötigt wird; also beim Antrag auf ALG1.
      Im darauf folgenden Bewilligungsbescheid findest Du dann die Steuerklasse und das damit berechnete ALG1.

      Zurück wechselt man dann nach Ende des ALG-Bezuges. Würde man es vorher tun, bekommt die Agentur das über ELSATM mit und ändert das ALG, da es bei SK 5 günstiger für die Agentur wird.

      Ob man nach Ende ALG1 wieder die Steuerklasse wechselt, sollte man von den dann vorliegenden Einkommensverhältnisse abhängig machen. Das Ende des ALG-Bezuges ist mit Sicherheit ein zulässiger Grund, die Steuerklassen zu wechseln.

      Viele Grüße, Hardy

    • Hallo zusammen,

      das Jahr in dem man ALG1 bekommen will, muss schon mit der SK3 anfangen.
      „Die Arbeitsverwaltung ist im Rahmen der Berechnung der Höhe des Arbeitslosengeldes grundsätzlich an die Lohnsteuerklasse gebunden, die zu Beginn des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, gebildet war. So lautet eine Entscheidung des Sozialgerichts Stuttgart.“

      Die SK kann auch zu Beginn des Jahres gewechselt werden.
      Beispiel: man hat im Jahr 2018 schon mal die SK gewechselt
      und das Jahr 2019 will man mit SK3 beginnen (wegen ALG1)
      dann geht man zum FA(evtl. ruft dort an)und beantragt die SK3
      zu Beginn 2019.
      So habe ich Anfang Dezember 2014 für das Jahr 2015 gemacht und es hat funktioniert.

      Viele Grüße

      WWB

  35. Hallo alle zusammen, habe schon sehr viel hier gelesen und auch mehrmals, aber da schwirrt einem schon der Kopf!
    Hier nun nachfolgend die Fakten:
    – Aufhebungsvertrag zum 31.08.18
    – Auszahlung der Abfindung zum 31.01.19, die Steuerklasse 3 wird durch einen Antrag beim Arbeitgeber beibehalten (Laut Aussage vom Steuerberater sollte dann 2019 kein weiteres Einkommen auch kein ALG1 dazukommen wegen der Abzüge)
    – Zum 03.01.19 werde ich 58 Jahre alt
    – Ab 01.02.21 geht es für 3 Jahre in eine Betriebsrente
    – Ab 01.02.24 geht es in die gesetzliche Rente (natürlich mit Abzügen)
    Fragen:
    – Soll ich dann ab 01.01.19 ein Dispositionsjahr einlegen? Um dann ab 01.01.20 ALG1 zu bekommen bis zum Eintritt in die Betriebsrente (für 13 Monate), oder weil mir ja eigentlich mehr als die 13 Monate ALG1 zusteht das dann noch weitere 11 Monate mit der Betriebsrente zusammen (wird natürlich dann auch dementsprechend gekürzt???).
    – Und wie verhalte ich mich bei der Arbeitsagentur? Denn ich suche mit 58 Jahren ja keine Arbeitsstelle mehr, bin da sehr verunsichert.
    Das waren meine Anliegen, vielleicht kann mir da jemand etwas weiterhelfen, ich wäre für jeden Rat sehr dankbar,
    viele Grüße, Maria

    • „Soll ich dann ab 01.01.19 ein Dispositionsjahr einlegen?“

      So „aus dem Ärmel“ ist das schwer zu sagen. Ich würde einfach einmal beide Varianten durchrechnen. Mit Dispojahr bleiben zwar volle 24 Monate ALG, wenn aber dadurch die Betriebsrente gekürzt wird: Was bleibt übrig?
      Ohne Dispojahr wird es sicher eine Sperre geben, also nur 18 Monate, die dann aber weitgehend unabhängig von der Betriebsrente. Das muss man einfach mal vergleichen.

      „Und wie verhalte ich mich bei der Arbeitsagentur?“
      Regelkonform. 😉 Wer Leistungen beziehen möchte, hat auch Verpflichtungen. Da führt kein Weg daran vorbei. Oder man lässt es bleiben. Aber zu diesem Thema empfehle ich auch immer gerne den Beitrag: „Umgang mit der Agentur„.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Danke für die Antworten! Mit dem ausrechnen, das finde ich etwas schwierig, ich habe ja überhaupt keine keine Zahlen, wieviel ALG1 gibt es? Wie ist es 2019 in dem Jahr wo die Abfindung gezahlt wird?, soll ich ja laut Steuerberater keine weiteren Einkünfte haben, denn er hat mir gesagt, in diesem Jahr muss ich nochmal ca. 10000,-€ an Steuern zahlen und als Beispiel hat er dann angenommen: wenn ich nur 6000,-€ ALG1 bekomme muss ich dann mit der oberen Summe zusammen ca. 17000,-€ an Steuern im Jahr 2019 zahlen.
        Also wäre es ja besser in 2019 überhaupt keine Einkünfte zu haben. Aber was mache dann ich überhaupt, das ist mein Problem.
        Ich habe mir jetzt nochmal alle Fakten zusammengelesen wie das Prozedere ALG1 ablaufen sollte und bin zu dem Schluss gekommen dass ich dann wieder 2 Möglichkeiten und wieder viele Fragen habe, ich muss mich definitiv bei beiden Möglichkeiten 3 Monate vor Austritt Arbeitssuchend melden???:
        1. Direkt nach dem Austritt dann am 01.09.18 ein Dispositionsjahr bis 01.09.19 dann ALG1 beantragen danach folgen 6 Monate die übliche Sperre??? bis 01.03.20 dann würde ich bis 01.02.21 (bin ich dann 60 Jahre) ALG1 bekommen (für 11 Monate), denn dann fängt ja meine Betriebsrente an wo ich, was ich jetzt nicht weiß, überhaupt kein ALG1 oder anteilsmässig ALG1 bekomme?!?!
        2.Oder nach dem Austritt dann am 01.09.18 Arbeitslos melden und gleich wieder zeitnah, am besten einige Tage oder 1 Tag????? später wieder Abmelden, dann hat man 4 Jahre Zeit um sich erneut Arbeitslos zu melden???? stimmt das?, dann am 01.07.19 wieder Arbeitslos melden, und dann hat man auch eine Sperre von 6 Monaten????? Dann würde ich ab 01.01.20 ALG1 für 13 Monate bekommen bis zum 01.02.21, und dann wieder Betriebsrente usw..
        Fazit: Bei der Möglichkeit 2 hätte ich 2 Monate mehr ALG1.

        • Also, mal der Reihe nach:

          * Auf das ALG1 werden Nebeneinkünfte nur angerechnet, soweit sie aus einer Erwerbstätigkeit während der Arbeitlosigkeit stammen. Eine Betriebsrente mag zwar auf einer Erwerbstätigkeit gründen, aber diese Ansprüche sind in der Regel bereits vorher entstanden. Es erfolgt daher keine Anrechnung der Betriebsrente auf das ALG1.
          * Es sei denn, es wäre keine „echte“ Betriebsrente, sondern eine Art von Vergütung? Echte Betriebsrenten werden eigentlich erst nach Ausscheiden aus dem Erwerbsleben gezahlt. Es wären also vordringlich einmal die exakten Konditionen der Betriebsrente zu klären (Vertrag prüfen, Rentenstelle, Personalabteilung, Betriebsrat).
          * Daraus könnte sich ggfs. umgekehrt ergeben, dass bei Bezug von ALG1 die sog. Betriebsrente nicht (vollständig) gezahlt wird. Also: Konditionen prüfen!

          * Zum Dispojahr empfehle ich die Beiträge (und Hinweise) noch einmal in Ruhe zu lesen, daraus ergibt sich z.B.:
          * Ein Dispojahr hat u.a. den Sinn, Sperr- und Ruhezeiten zu vermeiden. Es gibt also keine Sperre.
          * Auch zu den Meldefristen gibt zwei Beiträge: Hinweise zur Arbeitsuchendmeldung und Hinweise zur Arbeitslosmeldung.

          * Die Höhe des voraussichtlichen ALG1-Bezuges lässt sich mit entsprechenden Rechnern im Internet (u.a. direkt bei der Agentur) in etwa berechnen.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            vielen Dank für die Rückmeldung. Diese sogenannte RVA-Rente + Pensionskasse wird vom Arbeitgeber von 60-63 Jahren gezahlt,das war ein spezielles Programm in das ich noch hineingefallen bin aufgrund meines Geburtsjahres.
            Die Rentenstelle hat damit nichts zu tun und die konnten mir darüber auch keine Auskunft geben weil das vom Arbeitgeber aus geht. Ich kann höchstens bei der Personalstelle nachfragen.
            Ich habe schon einiges hier über das Dispojahr gelesen, ist sehr komplex, wird bei mir jetzt wahrscheinlich auf das An- und Abmelden hinauslaufen, weil ich ja im Jahr 2019 der Abfindungszahlung kein ALG1 wegen der Abzüge beziehen möchte.
            Ich möchte mich nochmal für diesen informativen Block und die schnellen Antworten bedanken und werde weiterhin hier mitlesen und bestimmt noch einige Fragen haben.
            Viele Grüße
            Maria

          • „Die Rentenstelle hat damit nichts zu tun.“

            Mit „Rentenstelle“ habe ich die Abteilung/Institution/Ansprechpartner gemeint, der für das Management dieser Rente zuständig ist. Die Bezeichnung „RVA-Rente“ sagt mir nun leider nichts, aber die Aussage, dass sie nur von 60-63 Jahren gezahlt wird, deutet für mich darauf hin, dass es keine Rente im engeren Sinn ist, denn die würde lebenslang bezahlt. Als Einkunft aus einer laufenden Erwerbstätigkeit würde ich das aber trotzdem nicht ansehen und sehe keinen Grund, warum das ALG gekürzt werden sollte.
            Aber: Wie schon gesagt – andersherum könnte es sehr gut sein, dass diese „Rente“ als Ersatz für einen Verdienstausfall gezahlt wird. Wenn aber ALG bezogen wird, womöglich nur ein Differenzbetrag.

            Aber das ist alles Spekulation. Eine detaillierte Information seitens Ihrer Personalabteilung wäre sinnvoller.

            Gruß, Der Privatier

  36. Hallo an alle Forumsteilnehmer und Mitlesenden

    demnächst endet bei mir die Zahlung des ALG 1.
    Ich möchte danach weiter arbeitslos ohne Leistungsbezug gemeldet sein, da ich noch Anrechnungszeiten
    für meine gesetzliche Rentenversicherung benötige.( Ich habe die 35 Jahre Wartezeit für die gesetzliche Rente mit 63 Jahren ( mit Abzügen)noch nicht erreicht)

    Wer hier im Forum hat Erfahrungen mit dem Thema Arbeitslos ohne Leistungsbezug?( positiv wie negativ)
    Was sollte man eventuell beachten?
    Was ändert sich im Umgang mit der Arbeitsagentur?
    Wird man von einer anderen Abteilung oder einem anderen Bearbeiter betreut?

    Gelten für einen Arbeitslosen ohne Leistungsbezug weiterhin die Zumutbarkeitsregeln bezüglich der Annahme eines Jobangebotes????
    (während des ALG1 Bezuges konnte man ja ab dem 7.Monat ein Jobangebot als unzumutbar ablehnen, wenn das zu erzielende Arbeitsentgelt geringer war als das ALG1)

    Vielen Dank vorab für die Infos!

    MfG
    Brigitte

  37. Hallo Privatier,

    muss ich mich arbeitslos oder arbeitssuchend melden, wenn ich einen Aufhebungsvertrag bei meinem damaligen Arbeitgeber unterschrieben habe und ich mich direkt ohne arbeitslos zu sein mich selbststaendig machte und ich davon ausgehe, dass die AA meine Selbststaendigkeit als freischaffende Fotograf wegen fehlender Einkuenfte nun sperren wird und ich arbeitslos bin, muss ich mich arbeitslos oder arbeitssuchend melden?
    Ich kann von meinem Ersparten leben.

    Mit freundlichen Gruessen

    • Ich habe Ihre Frage nicht wirklich verstanden, daher nur ein paar generelle Aussagen. Die Meldung bei der Agentur hängt vor allen Dingen davon ab, was Sie von der Agentur wollen:

      * Wenn Sie keine Leistungen der Agentur in Anspruch nehmen wollen (weil Sie von Ihrem Ersparten leben wollen), müssen Sie sich gar nicht melden.

      * Wollen Sie nur die Unterstützung bei der Stellenvermittlung (und ggfs. Hilfe bei einer Existenzgründung) in Anspruch nehmen, reicht es zunächst, wenn Sie sich arbeitsuchend melden.

      * Wollen Sie aber darüberhinaus Leistungen von der Agentur in Form von ALG1 (inkl. Beiträge zu den Sozialversicherungen), so müssen Sie sich arbeitslos melden.

      Eine nebenberufliche Selbständigkeit ist übrigens kein Hindernis, sich arbeitslos zu melden und auch Leistungen zu beziehen. Insbsondere dann nicht, wenn die Einkünfte gering sind.

      Gruß, Der Privatier

  38. Hallo Privatier,
    durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen und hänge mit großem Interessen seit Tagen dran…
    Benötige Informationen wie ich mich am besten weiter verhalten soll.
    Bin seit zwei Jahren erkrankt (Psychisch) Mitte November 17 Ablauf des Krankengeldes und Meldung beim Arbeitsamt.
    In der Zwischenzeit Verhandlungen mit Arbeitgeber_ Arbeitsplatzwechsel (Mobbing) etc.
    Vom 02.11 – 28.12 keine Reaktion vom Arbeitsamt…bis dann die Einladung am 03.01.2018 kam.
    Da wurde mir mittgeteilt, das ich mit einigen Einschränkungen (unter anderem die Rückkehr zum alten Arbeitgeber aus gesundheitlichen Gründen nicht gegeben sei) gesund geschrieben bin (Das Gutachten war vom 12.12.17) In der Zwischenzeit hat sich ergeben, das ich mich zum Aufhebungsvertrag entschieden habe mit einer Abfindung …dieser ist zum 31.01.18 erstellt. Das habe ich der Sachbearbeiterin mitgeteilt und Ihr erklärt, das ich bei vorliegen diesen in Kopie sofort dem A-Amt vorlege.
    Sie hat sich dieses notiert und ich musste einen sogenannten Eingliederungsvertrag unterschreiben um Leistungen zu erhalten…hinzu kam ,das ich keine weitere Krankmeldung mit der gleichen Diagnose abgeben dürfe, da sonst die Leistung sofort eingestellt wird.
    Ich ging verwirrt und Ideenlos nach Hause …noch keine Ahnung, das die s.g. Nahtlosigkeitsregelung somit nicht vorliegt…
    NAch weiteren sieben Tagen kam immer noch kein Bescheid …wiederum ein Nachfragen von mir und tatsächlich nach 10 Wochen der Bescheid und die Nachzahlung ..
    Letzte Woche habe ich den Aufhebungsbescheid aus gesundheitlichen Gründen unterschrieben (Original liegt mir noch nicht vor) und ein Tag später kam vom A-Amt zu meiner Kenntnis ,das Schreiben an meinen ehemaligen Arbeitgeber …hier werde ich informiert bzw. mein Arbeitgeber, das für den Zeitraum des Bezuges von Arbeitslosengeld Ansprüche aus dem ehemaligen Arbeitsverhältnis nicht verfügen darf (§ 115 Sozialgesetzbuch)
    Wie oder was kann ich jetzt unternehmen, das ich die paar Taler nicht angerechnet bekomme (Ruhezeit) Ein wichtigen Grund zum Abmelden habe ich nicht bzw. müsste ich mich selbst krankenversichern und da hält die KK ..glaube ich die Hand auf…
    Wie komme ich am besten wieder aus dem Leistungsbezug, oder gibt es andere Möglichkeiten.
    Lieben Dank vorab
    Herzlichen Gruß
    Sarina

    • Es ehrt mich ja immer wieder, dass viele Leser denken, ich könnte alle Probleme im Zusammenhang mit der Arbeitsagentur lösen. Und es tut mir immer dann besonders leid, wenn ich jemand enttäuschen muss, wo ich den Eindruck habe, dass er/sie eine Hilfe wirklich gut gebrauchen könnte.
      Aber der vorliegende Fall übersteigt einfach meine Kenntnisse, da hier zu viele „Sonderfälle“ zusammenkommen (die ich zudem teilweise auch nicht richtig verstanden habe). Ich kann daher höchstens ein paar simple Hinweise geben:

      * Wenn ich nur Ihre letzten Fragen betrachte, sind die Antworten leicht: Aus dem Leistungsbezug kommen Sie ganz einfach raus, indem Sie sich abmelden. Dazu brauchen Sie keinen wichtigen Grund. Der Leistungsbezug ist schließlich freiwillig. Niemand wird gezwungen. Aber natürlich müssen Sie mit den Konsequenzen leben! Und die sind: Keine Zahlungen durch die Agentur und Beiträge zur KV/PV selber zahlen.

      * Versuchen Sie sich an anderen Stellen Hilfe zu holen, die sich auf Fragestellungen zur Arbeitsagentur spezialisiert haben! Das kann auch die Agentur selber sein. Wenn man dort freundlich um Hilfe und Beratung bittet, wird einem die oft auch gegeben (klappt nicht immer…). Hilfe könnten auch Experten aus einem speziellen Arbeitslosenforum geben (Adresse unter „Empfehlungen>Blogs und Foren“, ganz am Ende).

      Viel Erfolg, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort.
        Ich ging davon aus , das eine Abmeldung nur mit einem wichtigen Grund geht.
        Lieben Dank auch für den Tipp bezüglich des Forums.
        Wenn ich dann meinen „Komplizierten Fall“ (den ich teilweise selber nicht mehr verstehe) geklärt habe, werde ich berichten bis dahin werde ich Spezialistin und kann unterstützen:-)

        Lieben Gruß
        Sarina

        • „…bis dahin werde ich Spezialistin und kann unterstützen“

          Sehr gut! 🙂
          Genau so ist es mir ja auch ergangen. Allerdings war mein eigener Fall deutlich einfacher…

          Gruß, Der Privatier

  39. Hallo
    Kurz die Fakten, habe im Jahr 2016 einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2018 unterschrieben, mit Abfindung. Grund, Interessenausgleich und Sozialplan. Werde am 01.12.2019, 58 Jahre. Will nun das „Dispositions-Jahr“ in Anspruch nehmen.
    Frage:
    58 bedeutet 24 Monate ALG1 ?
    Arbeitslosmeldung am 01.12.2019 ?
    Sperrzeit? Muss ich nach 11 Monaten „Dispositions-Jahr“ mit einer Sperrzeit rechnen ?
    Arbeitsamt ? Ist es nachteilig sich im Vorfeld beim Arbeitsamt einen Beratungstermin zu machen

    Gruß

    • „58 bedeutet 24 Monate ALG1 ?“ Nur, wenn man keine Sperre bekommt.
      „Arbeitslosmeldung am 01.12.2019 ?“ Wenn Sie ein Dispojahr machen wollen: Nein!
      „Sperrzeit? Muss ich nach 11 Monaten „Dispositions-Jahr“ mit einer Sperrzeit rechnen ?“ Ja, denn 11 Monate sind kein Jahr.
      „Arbeitsamt ? Ist es nachteilig sich im Vorfeld beim Arbeitsamt einen Beratungstermin zu machen“ Nein, Gegenteil.

      Tun Sie mir bitte einen Gefallen: Beschäftigen Sie sich etwas intensiver mit der Thematik! Die Zusammenhänge sind vielfältig, teilweise komplex und erfordern vor allen Dingen etwas mehr Eigeninitiative! Ohne ein gründliches Verständnis laufen Sie Gefahr, gravierende Fehler zu begehen.

      Beiträge zu den verschiedenen Themen gibt es hier genug. Für grundlegende Fragen wie z.B. zur Dauer eines ALG-Anspruches bieten darüberhinaus die Internetseiten der entsprechenden Ämter/Behörden auch sehr gute Informationen.

      Gruß, Der Privatier

  40. Vielen Dank für die schnelle Antwort
    werde wie von Ihnen empfohlen mich mal in Ihren Blog einlesen, sowie Ihr Buch erwerben
    Nochmals ein Lob für Ihre Arbeit sehr informativ und hilfreich.
    Weiter so!!!!!!!!

    MfG

  41. Hallo zusammen,

    Ein tolles Forum! Sowohl aus den Kapiteln des Privatiers als auch aus den Kommentaren kann man sehr viel Infos ziehen.
    Ich habe eine Frage zum Dispositionsjahr:
    Ich werde wohl zum 31.12. den Aufhebungsvertrag unter Einbehaltung der Kündigungsfrist unterschreiben, die Abfindung wird zum Januar 2019 ausbezahlt. Dann würde ich 2019 als ein Dispositionsjahr einlegen. Ich wollte mich aber nicht am 2.1.2020 arbeitslos melden, wie es hier ja bereits diskutiert wurde, sondern erst am 13. Januar 2020, da ich am 12. Januar 55 werde und ich somit 3 Monate länger ALG I beziehen könnte. Wenn ich alles richtig verstanden habe, wäre die einzige Konsequenz eine Sperrzeit von 1 Woche, oder habe ich etwas überlesen? Ich wäre dann ja in den letzten 2 Jahre etwas weniger als 12 Monate (nämlich genau 13 Tage) nicht in einem Beschäftigungsverhältnis gewesen…

    Danke für Aufklärung und Grüße
    Christian

    • „…habe ich etwas überlesen?“

      Ich glaube nicht, dass Sie etwas überlesen haben, denn Sie haben die Frage ja schon selbst beantwortet: Sie haben dann keine 12 Monate Beschäftigung vorzuweisen!
      Und damit bekommen Sie nicht etwas nur ein Sperre von einer Woche, sondern Sie können Ihren Anspruch auf ALG1 gleich vollständig vergessen. Weil er nämlich nicht mehr existiert.

      Bitte lesen Sie doch die Beiträge zum Dispojahr noch einmal sorgfältig durch. Dort habe ich immer wieder erläutert, wie wichtig es ist, dass bei einem Dispojahr es auf eine exakte, Tag-genaue Vorgehensweise ankommt! Alles andere geht in die Hose.

      Gruß, Der Privatier

  42. Lieber Privatier,
    liebe Blogteilnehmer,

    kurz zur Einordnung meiner Person: am 31.12.2016 per Aufhebungsvertrag aus dem Unternehmen ausgeschieden, 2017 Dispositionsjahr gemacht, zum 01.01.2018 arbeitslos gemeldet, ALG beantragt und genehmigt, seit 01.01.2018 Bezug von ALG (15 Monate).

    Nun zu meiner Frage:
    Ich habe mich kürzlich, um meinen Bewerbungspflichten einigermaßen nachzukommen, auf eine Stelle beworben. Sollte mich das Unternehmen wider Erwarten zum Gespräch einladen und die Stelle mir wider Erwarten zusagen (es würde also zu einer Einstellung kommen), ist meine Annahme richtig, daß ich eine 3monatige Sperre riskieren würde, wenn ich während oder nach Ablauf der Probezeit wieder aus dem Unternehmen ausscheide? Wäre es anders, wenn das Unternehmen die Probezeit nicht verlängern würde? Und wäre es eine andere Situation, wenn ich mich vor Antritt der neuen Arbeitsstelle für eine gewisse Zeit aus dem Leistungsbezug abmelden würde?

    Mein Gedanke ist, daß, wenn ich 3 Monate Sperre erhalte, ich rechnerisch ca. 2 (der 6 Monate) Probezeit umsonst gearbeitet hätte. Wenn ich sogar früher ausscheiden würde, gar ganz umsonst.

    Vielleicht können Sie, Herr Privater, oder andere Leser hierzu einen Beitrag geben?

    Herzlichen Dank!

    49erin

    • Nein, es tut mir leid. Dazu kann ich nichts sagen.
      Das geht mir auch viel zu sehr in die Richtung: „Was einem Arbeitsuchenden so alles passieren kann“. Das ist ganz sicher alles interessant und auch für den Einzelnen wichtig, wäre aber dann eine Frage für ein spezialisiertes Forum. Dort gibt es Experten, die sich mit nichts anderem beschäftigen und das ganz sicher viel besser beantworten können.
      Links zu speziellen Foren gibt es unter: Empfehlungen->Blogs und Foren (ganz am Ende).

      Gruß, Der Privatier

  43. Hallo Privatier,
    Ich bin 54 Jahre alt und möchte mit 55 Jahren mit Abfindung (Aufhebungsvertrag) raus gehen.
    Meine frau ist Hausfrau Arbeitet nichts.Die frage ist mit welche steuer klasse wird die Abfindung versteuert.
    Ich habe normale Steuerklasse 3.

    Die nächste frage ist wie viel tage kriege ich Ruhezeit.(ich glaube 3 Monate sperre kriege ich )
    Neben bei will ich noch dabei sagen ,ich bekomme ab 55 eine guten Betriebsrente.

    Danke für die Antworten..

  44. Guten Morgen Privatier,

    Trotz intensiven lesen des Blogs und auch Ihres Buches sind alle geschilderten Sachvethalte sehr speziell und werde für mich selbst bei einem Punkt nicht ganz klar- auch unter Einbeziehung von Telefonaten mit der AfA aber vielleicht können Sie mir weiterhelfen.
    Nach längeren Verhandlungen bzgl Höhe der Abfindung habe ich jetzt vergangenen Montag meinen Aufhebungsvertrag mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31.08.18 unterschrieben und mich umgehend pflichtbewusst bei der AfA gemeldet. Somit auch schon einen Termin bzgl. arbeitssuchend nächste Woche.Die Höhe des Anspruchs auf ALG1 wird ja durch Abmeldung meines AG berechnet. Würde jetzt gerne ein Dispojahr einlegen aber eine Nebentätigkeit bei einem Bekannten ausüben der mich anmeldet, mir monatlich 650,- bezahlt und ich somit auch pflichtversichert bin – Hintergrund ist das Umgehen von 900,- Euro KV Beitrag (gesetzlich versichert) während des Dispojahres – oder muss ich bei dieser Nebenbeschäftigung gar kein Dispojahr einlegen und kann innerhalb der 4 Jahresfrist dann irgendwann ALG1 beziehen?!
    Kann ich die Arbeitslosmeldung zum 01.09.noch stoppen ?- ist das so sinnvoll ?

    Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus !
    Freundliche Grüsse
    Frank

  45. Hallo Frank,
    wenn du ein neues Arbeitsverhältnis beginnst, bei dem du in der GKV (und auch in der GRV) angemeldet wirst, bist du nicht mehr arbeitslos. Damit sind auch die Dispozeit und der alte ALG1-Anspruch beendet. Es gibt für einen Versicherten, der nicht in die Familienversicherung wechseln kann, keine Möglichkeit die Ruhezeit bei der KV zu umgehen.
    Was du da vor hast, ist in meine Augen absolut schädlich. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
    Gruß, BigMac

    • Hallo Frank,
      ‚ bin nach nochmaligen Durchlesen mehr und mehr der Meinung, dich zuerst nicht ganz richtig verstanden zu haben. Kann es sein, dass deine Frage im Kern lautet: Wird durch die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Nebenbeschäftigung mit max. 15 Std./Woche die wg. der Zahlung einer Abfindung und einer verkürzten Kündigungsfrist verhängte Ruhezeit bei der Krankenversicherung beendet?
      Gruß, BigMac

  46. Hallo BigMac,

    Danke, dass Du Dich bzgl meiner Frage nochmal gemeldet hast ! Und ja, das ist mein Gedanke.

    Gruss
    Frank

    • Vielleicht noch ein Nachtrag BigMac! mir ist bewusst, dass die Ruhezeit des ALG1 und die Ruhezeit der KV parallel ablaufen. Mir geht es wirklich darum den KV Beitrag während der Ruhezeit so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig aber keine Einbußen beim festgestellten ALG1 zu haben – falls es tatsächlich möglich ist während der Ruhezeit die auch von Dir geschriebenen 15 Wochenstunden zu arbeiten und da. 650,- pflichtversichert zu verdienen. KV Beitrag wären dann ja nur ca. 150,- (AG und AN Anteil)…

      • Okay, jetzt hab ich’s verstanden. Die Frage solltest du mal deiner Krankenkasse stellen. Vielleicht kann hier Swantje auch was dazu sagen. Meiner Meinung nach wird die Ruhezeit dadurch nicht beendet, jedenfalls zählt lt. §158 SGB III, Satz 2 eine neue Beschäftigung nicht zu den möglichen Gründen.

    • Okay, dann habe ich die Frage anfänglich wohl auch nicht richig verstanden…

      Meiner Meinung nach müsste die Krankenkasse erst einmal eine Entscheidung treffen, wie die Einstufung in diesem Falle vorzunehmen ist. Dabei bleiben eigentlich nur die Alternativen: pflichtversichert und freiwillig versichert?
      Natürlich gibt es dabei so „Mischformen“, bei denen ein Angestellter nebenher selbstständig ist bzw. ein Selbstständiger nebenher noch als Angestellter tätig ist. In solchen Fällen müsste anhand der individuellen Gegebenheiten eine Abwägung getroffen werden, welche Tätigkeit hier im Vordergrund steht und die Einstufung dem entsprechend vorgenommen werden.
      Liegt aber ausschließlich eine Tätigkeit als nichtselbstständiger Arbeitnehmer vor, so sehe ich keinen Grund, warum dieser Arbeitnehmer nicht als pflichtversichert einzustufen wäre. Und bei einer Pflichversicherung werden nur die Einkünfte aus der pflichtversicherten Tätigkeit verbeitragt, andere Einkünfte spielen dabei keine Rolle. Oder, um es kurz zu sagen: Die Abfindung dürfte nicht berücksichtigt werden.

      So jedenfalls meine (theoretische) Meinung.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Kleinen Schreibfehler oben korrigiert! 😉

  47. Da mein Arbeitsverhältnis zum 31.12.2018 per Freistellungsvereinbarung endet, war ich am 18. September 2018 im örtlichen Kundencenter der Bundesagentur für Arbeit. Ich habe mich zunächst am PC erfassen lassen und Eckpunkte zum Lebenslauf, meinem Beruf etc. mitgeteilt. Anschließend erfolgte ein Beratungsgespräch. Ich habe meine Situation kurz geschildert. D. h. einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit meinem Arbeitgeber zum 31.12.2018. Die Vereinbarung sieht vor, dass ich ab dem 01.01.2019 bis zum Erreichen der Altersgrenze zum frühstmöglichen Bezug von Altersrente von meinem bisherigen Arbeitgeber ein monatliches Überbrückungsgeld erhalte. Habe dann der Beraterin mitgeteilt, dass ich der Meldepflicht nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 SGB III nachkommen möchte und vom Dispositionsrecht Gebrauch machen möchte. D. h., mir die Möglichkeit einräumen möchte, bis spätestens 31.12.2019 zu überlegen, Arbeitslosengeld ab 01.01.2020 zu beantragen. Diese Regelung war der Beraterin nicht bekannt. Vielmehr wies mich die Beraterin darauf hin, dass es sich bei mir ja um einen Aufhebungsvertrag handelt und ich, um mir einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu sichern, mich im Rahmen der Meldepflicht ab sofort arbeitssuchend melden müsste. Sie wies mich weiterhin darauf hin, dass diese Arbeitssuchemeldung für mich mit Verpflichtungen einhergehen, d. h. regelmäßige Meldung bei der Bundesagentur für Arbeit, aktives Mitwirken bei der Arbeitssuche, Erbringung von Nachweisen der aktiven Arbeitssuche und dass ich maximal Anspruch auf 20 Werktage Urlaub im Jahr habe. Ich habe mir nun Bedenkzeit eingeräumt und mich noch nicht arbeitssuchend gemeldet. Die Beraterin wies mich darauf hin, dass ich damit meiner Meldepflicht nach § 38 SGB III noch nicht nachgekommen bin. Diese 3-monatige Frist endet am 28.09.2018. Wie soll ich mich nun verhalten? Arbeitssuchend melden?

    • Zunächst einmal zum Thema „Dispojahr“:

      Es kommt immer mal wieder vor, dass Mitarbeiter der Agentur diese Möglichkeit nicht kennen. Oder sie ganz einfach mit dem Begriffen nichts anfangen können. Das liegt teilweise auch daran, dass es die Bezeichnung „Dispojahr“ oder „Disporecht“ in dieser Form nirgendwo in den Gesetzen gibt. Ist also teilweise verständlich…

      In solchen Fällen müsste man dann eben den Mitarbeitern das Vorhaben anhand der bestehenden Regelungen erläutern. Ich möchte das hier nicht alles wiederholen, sondern möchte auf den Beitrag zum Dispojahr verweisen. Dort finden sich auch die gesetzlichen Grundlagen.
      Weiterhin möchte ich die zahlreichen Beiträge mit Hinweisen zum Dispojahr empfehlen. Dort finden sich viele Erläuterungen, auch zu Meldepflichten und zum Umgang mit der Agentur. Und auch zur Frage, ob denn ein Dispojahr überhaupt sinnvoll ist!

      Ich muss allerdings auch sagen, dass ich den geschilderten Sachverhalt etwas unverständlich finde. Auch das hat wieder etwas mit Begriffen zu tun…

      * Von Freistellung spricht man in der Regel dann, wenn das Arbeitsverhältnis weiter besteht, das Gehalt weiter gezahlt wird, der AN aber nicht zur Arbeit erscheinen muss. Endet das Arbeitsverhältnis aber, so kann man bei der nachfolgenden Zeit nicht von einer Freistellung sprechen. Und auch nicht von einer Freistellungsvereinbarung, sondern von einem Aufhebungsvertrag. Was also liegt hier wirklich vor?
      * Auch bei der Verwendung des Begriffes „Überbrückungsgeld“ ist mir nicht klar, um was es sich am Ende handelt?
      – Wird ein (evtl. reduziertes) Gehalt weiter bezahlt? Das würde zur Freistellung passen.
      Aber nicht zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Oder
      – Handelt es sich um eine ratierliche Abfindung? Das passt zu einem Aufhebungsvertrag,
      hat aber nichts mit Freistellung zu tun. Oder
      – Ist es eine Art Rente, also Versorgungsbezüge, die der AG aufgrund einer internen Vereinbarung zahlt?

      Die Antworten auf diese Frage wären von Bedeutung, da damit u.U. auch zusammenhängt, ob überhaupt ein Anspruch auf ALG1 besteht und auch wegen der Fragen nach den evtl. Sozialabgaben auf diese Zahlungen.

      Auch die Frage „Arbeitsuchend melden oder nicht“ hängt u.U. davon ab, was genau der Inhalt der Verträge ist. Und sie hängt davon ab, ob Sie sich in der Lage sehen, mit entsprechendem Know-How ausgerüstet, weitere Gespräche mit der Agentur zu führen und hierbei ggfs. die Forderung nach kompetenteren Ansprechpartnern durchsetzen wollen.
      Ich kann diesen Weg nur empfehlen (auch wenn er Nerven kostet), denn am Ende müssen Sie mit den Mitarbeitern der Agentur zusammenarbeiten. Und da ist es immer besser, man hat im Vorfeld so viel Klarheit wie nur möglich. Im Nachhinein etwas zu korrigieren (ggfs. über Widersprüche etc.) kostet erfahrungsgemäß noch viel mehr Nerven!

      Gruß, Der Privatier

  48. Hallo Herr Privatier, ich habe mich fristgerecht drei Monate vor Ende meines Beschäftigungsverhältnisses bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet. Bekam nun noch ein Schreiben, dass man noch einige Daten mit mir abgleichen möchte, was ich auch getan habe. Ich soll nun darauf warten, dass mich mein zuständiger Reha-Bearbeiter kontaktiert. Zur Erklärung: ich bin gleichgestellt schwerbehindert. Ich war bisher davon ausgegangen, dass ich zu einer „normalen“ Berufsberatung eingeladen werde. Hat jemand Erfahrungen? Bin jetzt etwas verunsichert, was da ggf. auf mich zukommen könnte!? Liebe Grüße Klein Erna

    • Ich könnte mir vorstellen, dass es bei (gleichgestellt) Schwerbehinderten einige Besonderheiten hinsichtlich der Chancen bei der Arbeitsvermittlung gibt. Dies könnte sich sowohl positiv, aber auch negativ auswirken. Daher ist womöglich eine spezielle Beratung vorgesehen. Auch hinsichtlich der Frage, inwieweit solche Angaben in Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen genannt werden sollen oder müssen.
      Ist aber nur eine Annahme…

      Gruß, Der Privatier

      • Ich habe einen befristeten GDB von 60. In meiner Großstadt gab es bei der Agentur für Arbeit sogar eine besondere Abteilung für Schwerbehinderte. Die Sachbearbeiterin konnte mir zu der Frage aber auch nichts sagen.

        Ich bin der Meinung, dass man einen GDB von 50 oder höher in der Bewerbung angeben sollte. Schließlich hat man dadurch das Recht auf fünf Tage Zusatzurlaub.

        Es gibt Arbeitgeber, die bevorzugt Behinderte einstellen; andere vermeiden das. Die Angabe hat also auf jeden Fall eine Auswirkung auf das Ergebnis der Bewerbung.

        • “ In meiner Großstadt gab es bei der Agentur für Arbeit sogar eine besondere Abteilung für Schwerbehinderte. Die Sachbearbeiterin konnte mir zu der Frage aber auch nichts sagen.“

          😀 😀 Köstlich. 😀 Worin bestanden denn die „besonderen“ Leistungen dieser Spezial-Abteilung? 😀

          Gruß, Der Privatier

          • Zunächst erstmal vielen Dank für die Antworten.

            Meine „Sorge“ geht eher dahin, dass man mich als gleichgestellte Schwerbehinderte in irgendwelche Massnahmen und/oder Stellenangebote verweisen möchte, an welchen ich eher kein Interesse habe. Angeben müsste ich meinen GDB eher nicht, weil ich keinen Anspruch auf Mehrurlaub etc. habe. Das gilt erst ab GDB 50.

            Gruss, Klein Erna

          • Vielleicht hat sie sich besser in den speziellen Bestimmungen ausgekannt.
            Ich habe aber nichts davon bemerkt.
            Positiv war, dass die Warteschlange bei den Terminen deutlich kürzer war.

            Viele Grüße, Hardy

          • Hallo Klein Erna,

            was Dir die Agentur vorschlägt, kannst Du nicht bestimmen.
            Es liegt aber in Deiner Hand, ob Du in Bewerbungsschreiben auf den GDB hinweist.
            Du könntest doch angeben, dass ein GDB besteht, ohne Dich zur Höhe zu äußern. Vielleicht führt das schon zu einer ablehnenden Reaktion. In einem Bewerbungsgespräch könntest Du auch auf die Gleichstellung hinweisen.
            Es kommt eben darauf an, welchen Effekt Du erzielen willst.

            Viele Grüße, Hardy

  49. Danke, Hardy, ich habe gehört, dass man schnell in die Frühverrentung geschickt wird. Damit kein ALG gezahlt werden muss.
    Hat man das bei Ihnen versucht? Liebe Grüsse, Klein Erna

    • Hallo Klein Erna,

      bei mir war sowieso der Plan, nach einem Dispositionsjahr und zwei Jahren ALG I mit 61 Jahren in die vorgezogene Rente als Behinderter zu gehen. Das habe ich auch der Sachbearbeiterin gesagt; in Folge hat sie mich größtenteils in Ruhe gelassen. Es war ihr wohl wichtig, zu hören, dass bei mir ALG II (Hartz IV) nicht in Frage kommt.

      Ich glaube nicht, dass die Arbeitsagentur es erzwingen kann, dass jemand in die vorgezogene Rente geht. Erwerbsminderungsrente steht ja wohl nicht zur Diskussion. Es bleibt für Dich nur die Frage, wieviel Zeit bis zur Rente noch ist und wie Du finanziell über die Zeit kommst.

      Viele Grüße, Hardy

      • Hallo Hardy,
        ich kann leider nicht in die vorzeitige Rente, habe ja „nur“ GDB 30, dafür muss mindestens ein GDB 50 vorhanden sein. Ich kann in 4 Jahren mit Abzügen in die „normale“ Rente, was ich auch vorhabe.
        Dann hoffe ich mal auf einen wohlgesonnenen Berater.
        LG Klein Erna

    • Kleiner Hinweis noch von mir: Die Arbeitsagentur kann vielleicht „anregen“, sich doch einmal einen Rentenantrag zu überlegen (wenn die Vermittlungsaussichten gleich Null sind), aber zwingen kann sie nicht. Zumindest nicht bei ALG1-Bezug. Bei ALG2 mag das anders aussehen. Aber das ist ja hier nicht das Thema.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Hardy, hallo Privatier,

        vielen Dank für eure Informationen.

        Bei mir gibt es News. Kaum arbeitssuchend gemeldet, schon flattert ein Vermittlungsvorschlag ins Haus. Termin bei Rehaberater erst im November. Die ausgeschriebene Position passt überhaupt nicht zu meiner Qualifikation. Ich habe dann in dem Unternehmen angerufen und man war der gleichen Auffassung. Das nur zur Info.

        Nun habe ich noch eine Frage zum Thema ALG 1. Ich beziehe noch bis 31.12.18 Gehalt. Spätestens am 02.01.2019 kann ich ALG 1 beantragen, im Telefonat mit der Hotline bei der Agentur für Arbeit sagte man mir, ich könne den Antrag bereits beim ersten Gespräch stellen. Da ich aber höchstwahrscheinlich noch vor Ende meines Beschäftigungsverhältnisses ins Krankengeld rutschen werde, meine Frage an euch: sollte ich vorher den Antrag auf ALG 1 stellen oder besser nicht? Wenn ja, würde dann der bewilligte Betrag festgeschrieben, soll heißen, müsste ich nach Genesung das ALG 1 neu beantragen oder bleibt der errechnete Anspruch bestehen?

        In meinem Kopf herrscht etwas Chaos, daher hoffe ich auf euer Wissen.

        Vielen Dank im voraus. Liebe Grüße Klein Erna

        • Hallo Klein Erna,

          die Arbeitslosmeldung und ALG1-Bezug sind an einige Bedingungen geknüpft, die ALLE gleichzeitig erfüllt werden müssen!
          z.B.
          Wenn Sie krank sind (mit AU-Bescheinigung) können Sie an diesem Tag eigentlich keinen Antrag auf ALG1 stellen, da Sie wegen Krankheit dem Arbeitmarkt nicht zur Verfügung stehen!
          Bitte nochmals die Bedingungen für eine „erfolgreiche Arbeitslosmeldung“ checken.

          LG FÜR2012

          • Hallo FÜR2012,
            ich glaube, ich habe meine Frage falsch gestellt.

            Ich muss im November erstmalig zur Beratung in die Agentur für Arbeit. ALG 1 müsste ich spätestens am 2.1.19 beantragen. Alternativ könnte ich es aber auch schon im November bei der ersten Beratung beantragen.

            Wenn ich VOR Eintritt des ALG 1 und VOR Ende meines Beschäftigungsverhältnisses und über das Ende des Beschäftigungsverhältnisses erkranke, tritt ab 01.01.19 Krankengeldzahlung ein.

            Daher bin ich mir nicht sicher, ob ich das ALG 1 schon im November beantragen sollte.

            LG Klein Erna

        • Wenn bereits im Vorfeld absehbar ist (z.B. aufgrund einer länger geplanten Operation/Reha-Maßnahme), dass zum Ende des Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsunfähigkeit vorliegen wird, ist damit auch absehbar, dass eine Arbeitslosmeldung zu diesem Zeitpunkt nicht möglich wäre.

          Daran ändert auch nichts, dass man AL-Meldung und -Antrag schon im Vorfeld abgeben kann. Ich selber würde in dieser Situation keinen Antrag abgeben. Wie die Agentur verfährt, wenn man es trotzdem macht, kann ich nicht abschätzen.

          Gruß, Der Privatier

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