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Kap. 9: Arbeitsagentur – Fragen, Kritik und Anregungen — 99 Kommentare

  1. Das Dispositionsjahr
    Man kann den Beginn der Leistung (Zahlung ALG) der Arbeitsargentur verschieben.
    Gemäß den Vorschriften max. 1 Jahr. Hiervon ist nicht die Meldung betroffen, die hat immer vorschriftsgemäß zu erfolgen.

    Aber Achtung !!!
    Das Jahr ist das exakte Jahr – keinen Tag länger. Außer wenn das Ende des Jahres auf einen Sonn-/ Feiertag fällt (zB. 1.1.) dann gilt der nächste Tag. Sonst nicht ! Sonst ist der Tag „tödlich“ fürs ALG.

    Diese Dispositionsjahr hilft z.B. denen, die eine Abfindung bekommen haben oder aus sonstigen Gründen „freiwillig“ gekündigt haben. Nach 12 Monaten, zufällig genaus dieses Dispositionsjahr, interessiert sich die Argentur nicht mehr für den Grund, die Freiwilligkeit bzw. die Höhe der Abfindung. D.h. werder Sperr- noch Ruhezeiten werden verhangen.

    Aber nochmals : 1 Jahr und das bitte exakt !!!

    • Die Leser meines Buches „Gedanken eines Privatiers“ wissen ja bereits, dass ich selber eine andere Strategie verfolgt habe und mich sofort sowohl arbeitssuchend als auch arbeitslos gemeldet habe. Inzwischen glaube ich allerdings auch, dass die von Mr. Excel vorgeschlagene Variante einige Vorteile haben könnte.

      Das Thema verdient aber sicher noch eine etwas ausführlichere Erläuterung, als es hier in einem Kommentar sinnvoll ist, zumal nur die Leser meines Buches momentan die vollständigen Zusammenhänge kennen. Ich werde daher dieses Thema später noch ausführlicher erläutern, wenn das Kapitel „Arbeitsagentur“ an der Reihe ist.

      Gruß, Der Privatier
      Nachtrag: Der angekündigte Beitrag zum Dispositionsjahr ist inzwischen veröffentlicht!

    • Exakt ein Jahr? Ich habe mein Dispojahr in Anspruch genommen und mich am 05.10.15 mit Wirkung zum 01.11.15 arbeitslos gemeldet. Werden dann Sperrzeiten nicht mehr berücksichtigt, oder hätte ich exakt am 01.11. Zum Arbeitsamt gehen müssen?
      Vielen Dank im Voraus für eine Antwort.

      • Es kommt auch immer ein wenig darauf an, was genau Sie mit dem Dispojahr für ein Ziel erreichen wollen.
        Wer z.B. nur einen Geburtstag abwarten will, um in eine höhere Anspruchskategorie zu kommen, muss nicht unbedingt ein ganzes Jahr lang warten. Auch wer nur im Jahr der Abfindungszahlung kein weiteres Einkommen haben möchte, könnte seine Dispositionszeit z.B. nach dem Jahreswechsel beenden.
        Wer aber zusätzlich auch noch eine Sperrzeit vermeiden will, der muss dann schon darauf achten, dass das Dispojahr auf den Tag genau exakt ein Jahr dauert. Nicht mehr und nicht weniger!

        Dabei kommt es allerdings NICHT darauf an, wann man zur Agentur geht oder wann man den Antrag abgibt, sondern es zählt das Datum, ab dem die Arbeitslosigkeit beginnt. Ich würde es sogar DRINGEND empfehlen, sich nicht erst exakt an dem ausgerechneten Tag zu melden, sondern (genau so, wie Sie es gemacht haben) einige Zeit vorher. Denn man weiß ja nie, was einem so passieren könnte… Und wenn man es ausgerechnet an dem einen Tag irgendwie nicht schafft – wäre mehr als ärgerlich!

        Für weitergehende Infos würde ich dann gerne auf den inzwischen veröffentlichten Beitrag zum Thema Dispojahr und den sehr(!) ausführlichen Kommentaren verweisen.

        Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Privatier,
    dies soll auch nicht als vollständige Behandlung angesehen werden. Ich wollte nur den Begriff „Dispositionsjahr“ hier einbringen und diesen, vielen unbekannten Begriff ins Licht rücken.
    Es gibt für jeden und alles individuelle sinnvolle Lösungen und Kombinationen. Ich habe gelernt, dass man sehr sehr viel lesen und suchen muß, wenn man sein „Schicksal“ selber in die Hand nimmt und jeder sollte wissen, dass er seinen eigenen Mix herstellen muß aus den vielen Informationen hier.
    Gruß an alle „Aktiven“

  3. Eine Nachfrage zum Dispositionsjahr: weitere Vorteile liegen auf der Hand: 1.Vorteil: Verlängerung der ALG Zahlung, wenn während des Dispo-Jahres eine andere Altersgrenze erreicht wird, man ist danach z.B. nicht mehr 54 Jahre, sondern 55 und erhält dann 18 Monate ALG, statt 15 Monate. 2. Vorteil: Die Zahlung des ALG fällt nicht in das Jahr der Zahlung der Abfindung, was zu einer ziemlichen Steuerersparnis führen kann.
    Aber was passiert, wenn man während des Dispositionsjahres doch eine neue Stelle antritt bzw. sich selbständig macht? Und eine zweite Frage: wie ist das mit der Vermittlung der AfA, geht die während der Dispo-Zeit weiter?

  4. @Aldo
    Gut aufgepasst – gibt nen Bonuspunkt !
    1. Das war bei mit auch so. Ich wurde zufällig 58. Und das bedeutete dann 24 Monate ALG-1. Es zählt nämlich das Alter bei Beantragung der ALG-Leistung.
    2. Wenn ich meine Steuererklärung richtig gelesen habe wird ALG-1 nicht versteuert, sondern unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das heißt der Steuer-Prozentsatz erhöht sich, was bei einer Abfindung sehr-sehr unangenehm ist.
    zur Frage :
    Naja – man verdient halt Geld, falls was übrig bleibt aus der Selbstständigkeit und das kommt dann auf die Abfindung drauf. Da gilt dann wohl das gleiche wie bei einer angestellten Tätigkeit. Ich kann jedem nur empfehlen einen Stuerberater zu den Details zu befragen um keine „teuren“ Fehler zu machen.
    Man ist arbeitslos gemeldet wegen der Meldepflicht im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatzverlust aber nicjt arbeitssuchend, somit keine Aktivitäten seitens des Amtes.
    Generell:
    Bitte immer die aktuellen Informationen beiholen (Steuer, Fünftel-Regelung, Arbeitsamt, …). Die hier gemachten Aussagen altern natürlich und waren mal aktuell. Die Dinge können sich aber ändern und dann sind Fehler auf Grund veralteter Informationen fatal. Hier gibt es Informationen zu Vorgehensweise und es werden Zusammenhänge dargestellt. Mit diesen Informationen lassen sich dann aktuelle Bedingungen im Netz oder bei den Ämtern finden.

  5. @Aldo und @Mr. Excel:
    So ganz zufrieden bin ich mit den obigen Aussagen nicht – aber (um ganz ehrlich zu sein) so ganz sicher bin ich mir auch nicht.
    Unstrittig ist sicher Pkt.1: Wer eine Altersgrenze überschreitet, für den lohnt sich das Warten.
    Ganz schwierig wird es aber bei Pkt.2: Ob man wirklich Steuern spart, wenn man zunächst aufs ALG verzichtet – da bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher. Das Thema ist komplex und bedürfte einer ausgiebigen Erläuterung, so viel vorab: Wer ein negatives Basiseinkommen (also ohne Abfindung und ALG) hat – verursacht z.B. durch Vorsorgeaufwendungen (Rürup u.a.), der kann ALG solange steuerunschädlich kassieren, wie dadurch das Einkommen nicht positiv wird.
    Ist schwierig… ich weiss!

    Klartext und Fazit: Es ist nicht immer erforderlich, das ALG hinauszuschieben. Schaden kann es aber nicht. Ich würde es daher (zur Vorsicht) immer empfehlen.

    Weiterhin ist meine Erinnerung an das Melde-Verfahren bei der AfA eine andere:
    Normalerweise meldet man sich zuerst „arbeitssuchend“ (bevor man tatsächlich arbeitslos wird), damit setzen bereits die Vermittlungstätigkeiten ein. Später dann meldet man sich „arbeitslos“. Damit setzt man die Leistung in Gang.
    Die „Arbeitsuchend“-Meldung ist verpflichtend, wenn man eine Sperre vermeiden will. Die „Arbeitlos“-Meldung kann man machen, ob und wann man will. Irgendwann verfallen allerdings die Ansprüche!

    Die Frage, was bei einer zwischenzeitlichen Arbeitsaufnahme (oder Selbständigkeit) passiert, habe ich wohl nicht richtig verstanden?! Passiert in Bezug auf was? Auf die Steuer? Auf das ALG? Auf die Dispositionszeit?

    Gruß, Der Privatier

  6. Hallo,

    mmh,ich bin noch ein wenig verwirrt.
    Ich habe auch zum 30.12.15 einen Aufhebungsvertrag abgeschlossen und mich aktuell sowohl arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet. Ich möchte auch vom Dispositionsjahr gebrauch machen. Am liebsten ab dem 01.01.17 die Leistungen beziehen.

    1.) war das jetzt falsch sich jetzt schon arbeitlos und arbeitssuchend zu melden? Wie ist das korrekt?
    2.) Da es sich aber um mehr als ein Jahr Pause handelt (30.12.15 bis 01.01.17) bin ich mir nicht sicher ob das so funktioniert oder kann ich max auf den 30.12.16 veschieben. Dann wäre es genau ein Jahr.

    MfG,
    Andre

    • Als erstes:
      Die Arbeitslosmeldung ist in der Regel mit einem Antrag auf ALG1 verbunden. Eine Arbeitslosmeldung ohne ALG-Antrag ergäbe wenig Sinn, da sie dann gleichbedeutend mit einer Arbeitssuchendmeldung wäre.
      Ein Antrag auf ALG1 bedeutet aber auch, dass früher oder später ein Anspruch festgestellt wird. Und dieser hat dann Bestand.
      Ein Dispojahr beruht aber eben auf der Tatsache, dass zunächst ein Jahr lang KEIN Anspruch festgestellt wird. Um z.B. später von einer höheren Anspruchsdauer profitieren zu können.

      Zu 1.) Wenn Sie wirklich ein Dispojahr machen wollen, wäre eine Arbeitslosmeldung (und vor allen Dingen der ALG-Antrag!!) der falsche Weg.
      zu 2.) Die Pause darf max. 1 Jahr lang sein! Ein Tag länger und der ALG-Anspruch ist vollständig weg! Wenn bei Ihnen wirklich der 30.12. der letzte Arbeitstag ist (ungewöhnlich!), müssten Sie sich spätestens zum 31.12. arbeitslos melden.

      Ich würde mir ernsthaft überlegen, ob und warum es wirklich ein Dispojahr sein muss, oder ob nicht auch andere Strategien (z.B. An- und Abmelden) zu einem ähnlichen Ziel führen!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,

        vielen dank für die Antwort.Ja,ich habe mich zum 31.12.15 arbeitslos gemeldet.Woher bekomme ich diesen Antrag auf das Dispositionsjahr? Wie heisst dieser Antrag im JobcenterLatein? 😉 Das Jobcenter tut gerade so als wäre das total ungewöhnlich.

        Gruß,
        Andre

        • Wenn ich das jetzt richtig verstehe beginnt am 31.12.15 die Arbeitslosigkeit (1.Tag) weil arbeitslos gemeldet. Damit wurde auch Dein Anspruch festgelegt und die Zahlung des ALG-I beginnt. Aus meiner Sicht ist das Dispojahr damit erledigt. Es gibt keinen Antrag auf Dispojahr ! Man disponiert / geht einfach ein Jahr später zum Arbeitsamt und stellt seine Arbeitslosmeldung / Antrag auf ALG-I. Tja – wenn die nicht wissen was Du meinst, wird es schwierig.
          Vielleicht erläutert der Privatier hier nochmals das Thema An-/Abmeldung. Da kenne ich mich nicht aus.

          • Hallo,

            ja,die Arbeitslosigkeit beginnt am 31.12.15. Wenn ich das richtig verstehe hätte ich mich für die Nutzung des Dispojahres nur „arbeitssuchend“ melden müssen und nicht „arbeitslos“. Die arbeitlosmeldung hätte spätestens zum 31.12.16 erfolgen müssen (oder halt zur Sicherheit ein paar Wochen früher) . Kann man die Arbeitslosmeldung beim Jobcenter zurücknehmen?
            Sorry für die vielen Fragen aber es tatsächlich ein komplexes Thema. Jetzt verstehe ich auch die anderen vielen Fragen 😉

  7. Hallo Andre,
    vielleicht erläuterst Du noch warum Du ein Dispojahr brauchst ?
    Wenn es keinen Grund (Alterssprung, hohe Abfindung, Kündigungsfristunterlauf) gibt, spielt es wirtschaftlich eigentlich keine Rolle : erst „Entsparen“ und dann ALG-I oder umgekehrt aus meiner Sicht zu den bekannten Informationen.
    Und JA , Privatier weisst zurecht auf die Terminlage hin. Ein einziger Tag ist da „tödlich“.
    Gruß

    • Hallo Mr. Excel,

      hintergrund ist eine Abfindung.Es wäre für mich steuerlich ungünstig ALG 1 im Jahr 2016 zu beziehen.Somit würde ich gern das ALG 1 auf das Jahr 2017 disponieren.Mir ist nicht so richtig klar wann ich mich Arbeitssuchend und Arbeitslos melden muss.Beides habe ich derzeit bereits getan.

      Gruß,
      Andre

  8. Hallo Andre,

    wie ich schon in meiner ersten Antwort gesagt habe, darf man sich – wenn man ein Dispojahr plant – nicht zu Beginn arbeitslos melden! Damit wird nämlich der ALG-Anspruch festgelegt und damit ist der Sinn des Dispojahres hinüber.

    Aber das ist ja auch kein Grund zur Verzweiflung. Wenn Du einfach nur kein Einkommen in 2016 haben möchtest. meldest Du Dich kurzfristig wieder ab und in 2017 wieder an. Dein festgestellter Anspruch bleibt solange bestehen.
    Am besten Du liest einmal meinen Beitrag zum „Anmelden und Abmelden„.

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo,

      danke für die Antwort und für den Beitrag zum „Anmelden und Abmelden“.Das wäre tatsächlich auch noch ein Option.Nun habe ich hier noch einen netten „Leistungsantrag“ rumzuliegen.Den habe ich noch nicht ausgefüllt bzw. abgegeben.Wenn ich deinen Beitrag richtig verstanden habe hast du deinen festgelegten Anspruch abgewartet und dann erst abgemeldet.Ist es sinnvoll diesen Leistungsantrag jetzt schon auszufüllen und den Anspruch abzuwarten und dann abzumelden oder kann ich den Leistungsantrag auch mit der erneuten Arbeitslosenmeldung ausfüllen?

      • mmh, ich habe heute mit der Bundesagentur telefoniert.Da mir zum Leistungsantrag noch die Arbeitsbescheinigung fehlt soll ich den Leistungsantrag erstmal nicht abgeben.Sobald alle Unterlagen vorhanden sind, soll ich alles abgeben.Die kompletten Unterlagen habe ich aber erst im Januar 2016. Die Kollegin meinte ich soll auch weiterhin die arbeitssuchend und arbeitlos Meldung aktiv lassen und das Dispositionsjahr bei der Abgabe des Leistungsantrages mit ansprechen.Dann wird das gesammelt in meinem Beisein bearbeitet. Ich bin mir einfach nicht sicher ob ich meine Arbeitslosichkeit jetzt angemeldet lasse oder abmelde. Alles sehr verwirrend.

        • Zunächst wäre einmal eine Entscheidung zu treffen, ob es ein Dispojahr werden soll oder ob auch An-/Abmelden reicht. Beides führt dazu, dass kein ALG1 gezahlt wird.
          Aufgrund der bisherigen Schilderungen und Fragen würde ich vom Dispojahr abraten. Wenn man sich da nicht vorher ausreichend informiert und die Bedingungen und evtl. Folgen nicht ganz genau kennt, kann das furchtbar in die Hose gehen! Heißt: Es gibt nicht nur im geplanten Dispojahr kein ALG1, sondern überhaupt KEINS!!

          Das An-/Abmelden hingegen verläuft recht einfach. Da kann man kaum etwas falsch machen.

          Ich würde mich daher einmal auf den Vorschlag der Agentur einlassen und den Leistungsantrag NOCH NICHT abgeben, sondern dies gemeinsam im Jan. besprechen. Wenn bei der Besprechung herauskommen sollte, dass ein Dispojahr (trotz erfolgter Arbeitslosmeldung) immer noch möglich ist, kann man es dann ja immer noch machen. Und falls nicht: Anmelden mit ALG-Antrag und kurz darauf wieder abmelden. Das geht immer. Das Schlimmste, was einem da passiert (wie mir z.B.) ist, dass man doch ein paar Wochen ALG1 bekommt.

          Gruß, Der Privatier

          Aber noch mal: Angesichts

          • ok,danke für die Infos.Ein wirklich spannendes Thema 😉 .

  9. Hallo!
    Erstmal vielen Dank für diese tollen Informationen! Jetzt bin ich jedenfalls schlauer als nach meinem Arbeitsamts Termin heute morgen.
    Ich werde zum 1.6.2016 kündigen. Lt. Arbeitsamt habe ich nach 20 Jahren Arbeitsverhältnis die Anwartschaft erfüllt und habe einen Anspruch von 15 Monaten (abzgl. 3 Monate Sperre).
    Meine derzeitige Anspruchsdauer ergibt sich aus „Mindestens 30 Monate Anspruch nach Versicherungspflichtverhältnissen“ und der Tatsache dass ich 54 Jahre bin. Nun werde ich im September 2016 also 55 Jahre. Nach dem was ich nun hier gelesen habe, verstehe ich, dass ich mich Arbeitslos melde, wenn ich gekündigt habe, also im April und dann aber meinen Antrag auf ALG 1 erst im Oktober stelle um in die 18-monatige Anspruchsdauer zu rutschen. Ist das so richtig? Vielen Dank im Voraus für eine Antwort!
    Gruß, Petra

    • Zunächst einmal habe ich mir erlaubt, Ihren Namen mit einem Buchstaben aus Ihrer Email-Adresse zu ergänzen, um eine Verwechslung mit anderen Kommentatorinnen zu vermeiden.

      Und dann zur Frage: Ja, es ist richtig, dass Sie im Alter von 54 Jahren einen Anspruch auf 15 Monate ALG1 haben, ab dem 55. Lebensjahr sind es dann 18 Monate. Entscheidend für die Prüfung des Anspruches ist der Termin, ab dem ein Antrag auf ALG1 gestellt wird. Wenn Sie also warten, bis Ihr 55.Geburtstag vorbei ist, können Sie damit den Anspruch um 3 Monate verlängern.

      Aber es gibt einen Unterschied zwischen der ArbeitSUCHEND-Meldung und der ArbeitsLOS-Meldung. Die Arbeitsuchend-Meldung müssten Sie 3 Monate vor dem Ende Ihres Arbeitsverhältnisses machen, wenn Sie ganz sicher sein wollen, dass Ihnen keine Sperre wegen verspäteter Meldung verhängt wird. Mit der Arbeitslosmeldung (inkl. ALG-Antrag) können Sie warten, bis Sie 55 Jahre alt sind.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die obigen Angaben zur Meldepflicht entsprechen der offiziellen Lesart. Ich selber habe da eine abweichende Auffassung, die ich in einem früheren Kommentar über meine Meinung zur Meldefrist schon einmal dargelegt habe. Dies scheint mir aber eine Einzelmeinung zu sein. Sie werden selber entscheiden müssen, welcher Sie folgen wollen.

      • Hallo Privatier,

        ich habe einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017 und bin erst am 1.8.2018 58 Jahre alt.
        Arbeitssuchende habe ich mich diese Woche gemeldet. Das Dispojahr ist für mich riskant, da ich gesundheitlich angeschlagen bin, also könnte ich die tag-genaue Frist evtl. versäumen. Alsolieber An- und Abmelden, d.h.
        ich könnte mich doch aber erst am 1.8.18 arbeitslos melden, den Anspruch auf 24 Monate feststellen lassen und dann erst irgendwann in 2019 (wegen der Steuer) ALG1 in Anspruch nehmen.
        Korrekt so?

        Danke und Gruß Birgit

        • Ja, das ist korrekt so.

          Bedenken Sie aber bitte auch, dass Sie aufgrund des Aufhebungsvertrages höchstwahrscheinlich eine Sperre bekommen werden. Diese sorgt dafür, dass Sie in den ersten drei Monaten (Jan.-Mrz. 2018) keinen ALG1 Anspruch haben, aber außerdem wird die gesamte Anspruchsdauer um ein 1/4 reduziert. In Ihrem Fall dann von 24 Monate auf 18 Monate. Diese dann aber direkt ab 1.8.18.
          Dies nur als Hinweis…

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank!
            Ja, das ist mir klar. Aber besser 18 Monate als vielleicht gar nichts.
            Gruß Birgit

          • Man kann sich aber auch ab dem 01.10. bereits zum 01.01. arbeitslos melden.
            Klar, ein Risiko ist dann immer noch für den dann folgenden Einladungstermin, aber taggenau muss man sich nicht arbeitslos melden.

            Taggenau halt nur, wenn man dann wegen 01.01. am 02.01. zum 01.01. die Arbeitslosmeldung erledigt.

            Das Kosten-Nutzen-Risiko muss jeder selber abwägen.

  10. Nochmal zum Dispositionsjahr genau nachgefragt. Das eine Jahr Disposition hat mit der zweijährigen Rahmenfrist nichts zu tun? Mein Arbeitsverhältnis endete am 14.2.2015 mit Abfindungsvereinbarung. Die Kündigungsfrist endete am 31.12.2015. Ich habe dann zunächst nichts unternommen. Danach müsste ich mich spätestens am 15.2.2016 arbeitslos melden um den Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht zu verlieren? Macht es Sinn sich ein paar Tage vorher zu melden und den Antrag auf AL dann zum 15.2. zu stellen? Oder kann ich mich auch Ende Februar arbeitslos melden?

    • Natürlich hat das eine Jahr Disposition etwas mit der zweijährigen Rahmenfrist zu tun! In den 2 Jahren der Rahmenfrist muss man mindestens 12 Monate SV-pflichtige Arbeit vorweisen. Oder andersherum: Man darf maximal 12 Monate ohne sein. Und das ist eben genau das Dispojahr.

      Mit Ihren Daten müssen Sie sich zum 15.2.2016 arbeitslos melden, wenn Sie das ALG nicht verlieren wollen. Und JA: Sie sollten dies bereits vor dem Termin machen. Also: Jetzt!!
      Auf KEINEN Fall dürfen Sie sich erst Ende Februar melden. Es sei denn, Sie wollen kein ALG…

      Gruß, Der Privatier

  11. Dann werde ich wohl vorher dort auflaufen. Da ein Wechsel von der PKV in die Familienversicherung erfolgte, muss ich das Jahr in der Familienversicherung Erfüllen. Das heißt für mich es gibt nur einen einzigen Tag zur Arbeitslosigkeit. Alles auf Knopf und Spitze….
    Danke für die Info

    • „Vorher auflaufen“ ist auf jeden Fall angesagt! Aber darauf achten, dass der Start-Termin für die Arbeitslosigkeit korrekt notiert wird!
      Den Zusammenhang mit der KV habe ich jetzt nicht wirklich verstanden. Muss ich aber auch nicht. Hauptsache, Du weißt, was Du machst.

      Gruß, Der Privatier

  12. Hallo,
    Dank all der tollen Info hier, und auch weil die AG es empfohlen hat, werde ich am 01.03.16 ein Dispojahr einlegen. Leider muss ich ein Jahr lang als freiwillig gesetzlich krankenversicherter 1 Jahr lang den Höchstsatz für die KV bezahlen.
    Ich habe in Erwägung gezogen, einen Mini-Job über 450 € anzunehmen, um KV-versichert zu sein. Das Gehalt würde von der Steuer zwar zu grössten Teil aufgefressen, aber ich spare deutlich bei der KV. Wie verhält es sich dann, wenn ich per 01.03.2017 ALG I beantrage? Erhalte ich es auf mein letztes Gehalt, oder reduziert so ein Mini-Job das ALG I?
    Danke vorab für Eure Hilfe.
    VG, Mario

    • Ich bin mir nicht sicher, ob die Aufnahme eines Minijobs über 450,00 € ausreicht, um damit die freiwilligen KV Beiträge zu bezahlen. Meine KV hat mir gesagt, dass bei der Berechnung der KV Beiträge auch die Einnahmen aus Kapitalvermögen u.s.w. (aus dem letzten Steuerbescheid) dazugerechnet werden. Übrigens: auch wenn die Ehefrau arbeitet, musst Du als nicht arbeitender Ehemann in der Familienversicherung auch Angaben zu Deinen Einkünften machen – und dazu gehören eben auch Kapitalerträge, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung etc.

      Auch ich werde nach 1 Dispositionsjahr und anschließenden 15 monatigem Bezug von ALG 1 ab Juli 2016 den Höchstsatz von KV Beiträgen zahlen müssen. Wenn jemand einen legalen Trick kennt, wie man das verhindern kann, bitte ich um Mitteilung.

  13. Wozu einen MiniJob? Genieße das Jahr und mach viel Urlaub. Ich kann das empfehlen…. Die KV Beiträge gehören zu den Vorsorgeaufwendungen, genau wie die RV Beiträge. Rechne das mal durch, was Du da bei der Steuer wiederbekommst. Im Steuerjahr 2016 würde es für Dich heißen, möglichst keine Einahmen und hohe Verluste. Die Vorsorgeaufwendungen bis zur Höchstgrenze ausschöpfen. Wenn Du eine berufstätige Ehefrau hast, wärst Du über diese Familienversichert. Damit würde man sogar aus der PKV herauskommen, selbst wenn man über 55 Jahre alt ist.

  14. Hallo,
    @ Aldo: mein Arbeitgeber hat mich bei der TK abgemeldet. Die hat mir darauf hin einen Fragebogen geschickt. Bei einem neuen Job über 450 €, also SV-pflichtig, hat sich der Fragebogen erübrigt. Ich bin mir nur nicht sicher, ob dann das ALG sich nach dem Dispojahr reduziert. Meine Ehefrau arbeitet. Deren KV wird aber auch nicht blöd sein und sich wundern, warum ich statt ALG plötzlich gar kein Einkommen habe. Wenn von der Abfindung erfahren, ist es vorbei mit Familienversicherung. Laut einem Merkblatt der TK zu Abfindungen kommt man bei hohen Abfindungen nicht herum, hohe KV-Beiträge zu bezahlen, je nach Gehalt und Höhe der Abfindung. In meinem Fall Höchststrafe, 1 Jahr Höchstbetrag. Ist aber bei anderen KV’s genauso.

    @ Luggi, habe ich mir auch schon überlegt, das ein Minijob nichts bringt. Über den Lohnsteuerjahresausgleich erhalte ich ja einen großen Teil der KV-Beiträge zurück. Für das bisschen mehr, wass man durch einen Minijob verdient/spart, lohnt es sich wahrscheinlich nicht, noch mal zu arbeiten. Ich meine, dass Familienversicht nicht geht (siehe oben), oder weisst du, wie es doch geht?

    VG Mario

  15. Die TK wundert sich gar nicht. wenn Du kein Einkommen hast und Deine Frau berufstätig is,t kommst Du über Deine Frau in die Familienversicherung. Das ist gesetzlich geregelt und keine Ermessensache der TK. Siehe hierzu: https://www.tk.de/tk/bei-der-tk-versichert/als-familienmitglied/familienversicherung/347446

    Die Abfindung ist dabei unerheblich. Du musst nur unter den monatlichen Mindesthinzuverdienstgrenzen bleiben. Die Abfindung hast Du ja während des Arbeitsverhältnisses erhalten. Einfach den Fragebogen zur Familienversicherung bei der TK anfordern, sorgfältig ausfüllen und dann geht das seinen gesetzlichen Gang.

    Das geht sogar wenn man vorher privat versichert war und über 55 Jahre alt ist. Alles völlig legitim und korrekt.

  16. Hallo Luggi,

    Auszug aus einem Artikel auf Finanztip.de: „Dass Abfindungen bei freiwillig Versicherten zum Einkommen zählen, hat das Bundessozialgericht in mehreren Entscheidungen bekräftigt. Die Berechnung der Beiträge basiert auf mehreren Paragraphen des Sozialgesetzbuches: Mindestens 25, maximal 60 Prozent der Abfindung gelten als beitragspflichtig – je nach Alter des Betroffenen und der Anzahl der Jahre, die er beschäftigt war. Dieser beitragspflichtige Betrag wird dann durch das letzte Monatsbruttogehalt geteilt und ergibt das monatliche Entgelt, auf das – bis zur jeweils geltenden Beitragbemessungsgrenze – Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen sind. Dieses „Einkommen“ gilt solange, bis die Abfindung rechnerisch verbraucht ist; maximal aber für 12 Monate.

    Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/krankenkassenbeitrag-auf-abfindungen/#ixzz41CFbP8e5

    Dass steht auch sinngemäß in dem Merkblatt der TK. Ich glaube, da komme ich drum rum.

    VG Mario

    • Sorry – das war nur ein Teil der Info auf Finanztipp.de, hier der relvante :
      Abfindungen zählen bei freiwillig gesetzlich Versicherten zum versicherungspflichtigen Einkommen. Daher sind Nachforderungen von Krankenkassenbeiträgen bei Zahlung einer Abfindung möglich. Bei betriebsbedingten Kündigungen erhalten Arbeitnehmer in der Regel eine Abfindung. Wird diese Abfindung ausschließlich für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt, ist sie nicht sozialversicherungspflichtig.
      Ausnahme: Man versichert sich nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter. Dann – und nur dann – werden auf die Abfindung Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhoben.
      Das heißt nämlich im Umkehrschluss :
      Kann man in die Familienversicherung rein, zählt die Abfindung nicht !
      So – selber praktiziert bei einer BKK !

  17. Das gilt für den, der nicht verheiratet ist. Ein freiwillig Versicherter ist kein Familienversicherter.

    Ich habe das grade durch: Einer ist verheiratet mit berufstätiger Ehefrau der andere ist ledig. Der Ledige muss sich freiwillig versichern und dabei wird die Abfindung angerechnet. Der Verheiratete kann mit Kindern in die Familienversicherung und zahlt keine Beiträge. Man mag es kaum glauben aber so sind die Sozialgesetze formuliert. Der ledige Kollege ist in diesem Punkt sicher benachteiligt wenn man das werten möchte.

  18. Hallo Mr. Excel und luggi,
    Danke für die Info. Ich werde jetzt auf jeden Fall versuchen, in die Familienversicherung rein zu rutschen. Hoffentlich klappt dass noch bis 01.03.
    Danke und VG, Mario

  19. Also hier noch einmal als Zusammenfassung / Fazit:

    Es gibt für den gesetzlich KV-Versicherten zwei Möglichkeiten:

    a) Er kann in die Familienversicherung des Ehepartners und zahlt da gar nichts. Das ist aber an gewisse Voraussetzungen gebunden. Vor allen Dingen darf er nicht mehr als 415€/Monat eigenes Einkommen haben. Ansonsten bleibt nur Variante b)

    b) Er versichert sich freiwillig in der GKV und zahlt seinen Beitrag gemäß seinem Einkommen.

    Sowohl bei a) als auch bei b) ist natürlich die Kardinalfrage: „Was ist mit der Abfindung?“
    „Zählt sie mit oder nicht? Wenn ja in welcher Höhe und in welcher Zeit?“

    Diese Fragen werden genau so beantwortet, wie die Frage nach eine Ruhezeit bei der Arbeitsagentur:

    Während einer Ruhezeit muss erst einmal die Abfindung “aufgebraucht” und die Beiträge zur KV in voller Höhe selber gezahlt werden!

    Ruhezeiten werden aber nicht verordnet, wenn beim Ausscheiden aus dem Betrieb die Kündigungszeiten eingehalten wurden. Oder maximal bis zum Zeitpunkt, bis das Arbeitsverhältnis bei einer ordentlichen Kündigung geendet hätte.

    Wer diese Regelung einmal selber und ganz genau nachlesen will, dem empfehle ich die Grundlagen der „Einheitliche Grundsätze zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder (GKV)„. Dort insbesondere §4, Abs. 1 und §5 Satz 5. Dort wiederum wird verwiesen auf die Regelungen des § 158 SGB III. Dieser wiederum sagt bereits im ersten Satz klipp und klar, dass eine Ruhezeit nicht über die normale Kündigungszeit hinaus wirkt.

    Von daher noch einmal zusammengefasst: Liegen die Voraussetzungen für eine Ruhezeit der Arbeitsagentur vor, so muss in dieser Zeit auch die KV aus eigener Tasche und in voller Höhe selber gezahlt werden. Die Ruhezeit der Arbeitsagentur können Sie ggfs. mit dem Dispositionsjahr umgehen – die KV-Beiträge aber nicht.
    Nach Ablauf der Ruhezeit gilt eine Abfindung als „verbraucht“ und zählt nicht mehr zum Einkommen. Weder bei Variante a) noch bei b).
    Krankenkassen sehen das oft und gerne anders. Hier ist im Zweifel äußerste Hartnäckigkeit bis hin zur Kündigung/Klage nötig.

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo Privatier,

      Sie haben geschrieben: „Er kann in die Familienversicherung des Ehepartners und zahlt da gar nichts. Das ist aber an gewisse Voraussetzungen gebunden. Vor allen Dingen darf er nicht mehr als 415€/Monat eigenes Einkommen haben. Ansonsten bleibt nur Variante b)“ – Wichtig ist hierbei, auch zu erwähnen, dass zu dem Einkommen eben auch beispielsweise Kapitalerträge und Einnahmen aus Vermietung + Verpachtung abzgl. der Werbungskosten zählen! Dies steht auch in den einheitlichen Grundsätzen der GKV unter § 3.

      • Das ist korrekt. Gerade die Berücksichtigung von Kapitalerträgen dürfte vielen nicht bekannt sein oder „wird gerne vergessen“. Und zwar ganz unabhängig von einem Privatier-Status.

        Und noch eine Ergänzung: Der Familienversicherte darf den Sparerpauschbetrag von 801€/Jahr von seinen Kapital-Einkünften abziehen. Das darf der mit der eigenen Versicherung nicht!

        Gruß, Der Privatier

  20. Hallo nochmal,

    meine Kündigungsfrist laut Arbeitsvertrag wurde eingehalten. Lt. Tariffvertrag war ich unkündbar. Dann wird lt. SGB eine fiktive Kündigungsfrist von 18 Monaten angesetzt und somit doch nicht eingehalten. Somit gilt für mich die max. Ruhezeit von 12 Monaten. Dann muss ich doch die KV-Beiträge selber bezahlen(?).

    VG Mario

    • Ja, auch das ist (leider) korrekt. Wer lt. Tarifvertrag „quasi unkündbar“ ist, dem wird eine fiktive Frist von 18 Monaten angerechnet. Dies wiederum führt zur max. Ruhezeit von 12 Monaten. Und während dieser 12 Monate müssen die KV-Beiträge vollständig selber gezahlt werden.
      Manchmal ist der Status „unkündbar“ eben auch nicht so vorteilhaft…

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,
        da sollte man genau nachlesen und evtl. suchen nach einer Sonderregelung wie z.B. nur mit Vorstandsunterschrift od. im Rahmen von … .
        Dann kann diese Sonderregelung nutzen, früh genug unterschreiben (kündigen) und dann das Ende der Frist in das Dispojahr hineinrechnen. Den Rest dann haten wir schon.
        So, selber durchgezogen.

      • Hallo,

        also die sog. „Unkündbarkeit“ scheint aufgrund von tariflichen
        pp. Regelungen, die über die gesetzlichen Regelungen der § 622 BGB hinausgehen, kein Einzelfall zu sein.
        Aber es ist doch noch lange nicht raus, dass Mario-P. tatsächlich 12 volle Monate voll an die KKablöhnen muss.
        Ea gilt doch nach wie vor die Günstigstregelung.
        Da er vermutlich über 55 Jahre ist, dürften bei langjähriger Betriebsangehörigkeit wohl nur 25% der Bruttoabfindung bis „Aufgebrauch“ angerechnet werden.
        Leider fehlen hier ZAHLEN. Das sind vielleicht nur wenige Monate (Berechnung wurde hier im Blog) schon mehrfach erörtert.
        Das wäre schon mal was.

        Allerdings bin ich nach wie vor der Meinung, dass er sich nach Bundessozialgericht 2007 eigentlich nichts anrechen lassen muss
        und er kann als Familienversicherter (statt als freiwillig Weiterversicherter bei seiner GKV) bei seiner
        Ehefrau unterschlüpfen.
        Ich habe nichts im Urteil entdeckt, dass dieser Handhabung entgegensteht.

        Gruß

      • Ich habe da einen Hinweis erhalten, dass meine Aussage „Dies wiederum führt zur max. Ruhezeit von 12 Monaten.“ als Antwort auf Mario-P’s Kommentar nicht korrekt oder zumindest nicht vollständig sei.
        Ja, dieser Hinweis ist richtig! Denn die Ruhezeit berechnet sich in erster Linie immer nach dem anrechenbaren Teil der Abfindung. Wie es genau funktioniert, habe ich im Beitrag „Ruhezeiten“ ausführlich erläutert. Die Ruhezeit läuft dann aber immer maximal so lange, wie das Arbeitsverhältnis bei Einhaltung der ordentlichen Kündigungszeiten gedauert hätte.

        Insofern ist die Aussage von Ulli2000 völlig richtig, wenn er sagt: „Aber es ist doch noch lange nicht raus, dass Mario-P. tatsächlich 12 volle Monate voll an die KK ablöhnen muss.
        Es gilt doch nach wie vor die Günstigstregelung.“
        Da hat er vollkommen recht!

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo Privatier, Hallo Uli2000,
          Danke für den Hinweis auf die Günstigstregelung. Damit spare ich immerhin noch 2 Monate KK-Beiträge zum Höchstsatz.
          VG Mario4

  21. Hallo,
    danke für diesen Blog. Ich dachte schon ich wäre der einzige mit so einer Idee. Ich habe ein halbes Jahr Kündigungsfrist, steht so in meinem Arbeitsvertrag, und werde zum 30.9. kündigen.Da bin ich dann 60 geworden. Muß ich mich am Tag der Kündigung auch arbeitssuchend melden? Kann ich während der arbeitssuchend zeit 5 Wochen in Urlaub fahren,
    ohne das Amt zu informieren?
    Gruß John und Danke

    • Die Standardantwort für die Arbeitsuchend-Meldung lautet immer: 3 Monate vor dem voraussichtlichen Beginn der Arbeitslosigkeit.
      Auch als Arbeitsuchender unterliegt man den Melde-und Mitwirkungspflichten. Sie sind nicht ganz so streng wie bei einem Arbeitslosen, aber die Ortsabwesenheit würde ich auf jeden Fall melden. Wobei 5 Wochen allerdings schon etwas lang sind! Aber ohne Information an das Amt würde ich dies nicht machen. Bedenken Sie, dass Sie jederzeit Einladungen zu Gesprächen oder Aufforderungen zu Bewerbungen etc. bekommen können.

      Ich würde mir vorher einmal ein paar generelle Gedanken über das weitere Vorgehen machen. Es zwingt Sie ja niemand dazu, sofort im Anschluss an Ihren Job in die Arbeitslosigkeit zu gehen. Das lässt sich ja gestalten. Und dann würde die Antwort auf die erste Frage hier wohlmöglich auch wieder anders ausfallen.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo John,
      evtl. hat man Dich bisher nicht richtig verstanden?
      Du kündigt zum 30.09.2016, also bei 1/2 Kündigungsfrist bis zum
      30.03.2016.
      Dann müsstest Du Dich bis zum 30.06.2016 (bis 3 Monate vorher)
      arbeitssuchend melden. (Verstoß dagegen max. 1 Woche Sperre ALG 1,
      wenn Du auf die Meldung verzichten willst).
      Wenn Du Dich meldest, wird Dich die Arge zu einem Vermittlungsgespräch einladen. Mache klar. dass Du natürlich frühestens ab 30.09.16 für eine neue Stelle zur Verfügung atehen kannst und alles vorher obsolet ist. Vor dem 30.09. darf die Arge nicht verlangen, dass Du neue Arbeitsstellen antrittst.
      Es gibt jedenfalls keine Sanktionen.

      Sollte die Arge dann -unberechtigterweise- strunzdumm kommen, kann Dir das egal sein.
      Denn trotz aller dann schon zulässigen Nerverei der Arge unterliegst Du vor Arbeitslosikelt NICHT der Erreichbarlkeitsanforderung; d.h. bis Ende deines Arbeitsverhältnissen kannst Du solange Urlaub machen, wie Du lustig bist, da kann Dir die Arge keine (Melde-) Sanktionen daraus drehen,
      auch wenn der einzelne Mitarbeiter evtl. die Geschäftsanweisungen nicht kennen will.
      Netterweise kann man natürlich die Arge entsprechend informieren.
      Ab 01.10.2016 sieht es natürlich anders aus. Max. 3 Wochen pro Kalenderjahr abmelden (das Wort Urlaub kennt man nicht, alles an der Grenze zur Verfassungsmäßigkeit, GG!, und bereits bei Arge 1)
      am Anfang der Alo nicht gern gesehen, äußerst kurzfristige Entscheidung ( auch nicht bei länger geplantem Urlaub) und nach 3 Wochen werden bei 5 Wochen wahrscheinlich auch mind. 2 Wochen ALG gestrichen.

      MfG

  22. Es kommt auch immer darauf an, wie man dort auftritt. Manches ist nicht gesetzlich geregelt, sondern liegt im Ermessensspielraum des Betreuers. Dafür müssen sich diese gegenüber Vorgesetzten unter Umständen rechtfertigen. Also genau prüfen und ggs. „Brücken“ bauen. Mir schlug ein grundsätzliches Wohlwollen entgegen. Alle waren sehr hilfsbereit, manches wurde ohne gesonderten Termin gleich erledigt. Die Fristen konnte offen besprochen und geklärt werden und Hinweise auf eventuelle Nachteile kamen ungefragt. Eine gute Vorbereitung ist dafür wichtig. Bemängeln konnte ich nur, das weder Kaffee noch Gebäck gereicht wurden.

  23. Hallo luggi,
    genauso hab ich es auch erlebt. „Die“ wissen auch wie der Hase läuft und was man will. Aber – das klappt auch nicht immer. Ich hatte keine Probleme mit irgendwelchen Fragen bzgl. Sperr- und Ruhezeit, das Zauberwort war „Dispositionsjahr“. Mein Kollege, gleiches AA, wurde mit 62 in ein Bewerbertraining gejagt, obwohl er mit 63 in Rente ging. Mal so – mal so.
    Ich, war zufrieden mit den angenehmen Gesprächen und Entscheidungen.

  24. @ Abwesendheit :
    Ich habe Abwesendheit für ein Familienfest beantragt und genehmigt bekommen. Dabei habe wir ganz entspannt gesprochen und hab erfahren : da man nicht arbeitet braucht man eigentlich auch keinen Erholungs-Urlaub. Deshalb kennt man „Urlaub“ auch nicht. Aber man wäre ja kein „Unmensch“…
    Bloß ausreizen sollte man das nicht. Es gibt klare Bestimmungen wann ein Einladung im Briefkasten sein muß, damit ein Termin einzuhalten ist. Nichteinhalten führt zu einer Sanktion.
    Also : Das Gespräch suchen und die Tolereanz ausloten …
    Gugst DU hier :
    https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/Ueberuns/Regionaldirektionen/Bayern/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI586360

  25. Neues Thema: APV : Antragspflichtversicherung bei der Arbeitagentur
    Irgendwie fehlt das hier völlig – oder ich finde es nicht?
    Ich habe gehört, das man die APV nur 2-mal in Anspruch nehmen kann, und danach nicht wieder aufgenommen wird. Kennt jemand diese Regelung? Kann man das irgendwo nachlesen?
    Bin dankbar für jeden Hinweis.

    • So viel ist schon mal richtig: Das Thema gibt es hier so gut wie nicht.
      Es gab einmal eine kurze Erwähnung in einem Kommentar, ich habe aber schon damals gesagt, dass ich diese freiwillige Arbeitslosenversicherung für mich selber ziemlich schnell als uninteressant abgehakt habe und mich von daher nicht weiter mit den speziellen Bedingungen auseinander gesetzt habe.
      Dazu kann ich also leider nichts sagen.

      Gruß, Der Privatier

  26. Hallo,
    sorry, dass ich wahrscheinlich Fragen stelle, die bereits mehrfach besprochen wurde, aber ich bin noch nie arbeitslos nach 45 Jahren Beschäftigung gewesen und kenne mich absolut nicht aus.
    Mein Arbeitgeber wird komplette Abteilung zum 30.04.2016 mit einem Sozialplan kündigen. Ich habe eine 7 monatige Kündigungsfrist, sprich zum 30.11.2016 scheide ich aus. Werde im November 60 Jahre alt und war in dieser Firma über 20 Jahre beschäftigt.
    Bei meinen Recherchen habe ich herausgefunden, dass mich das Arbeitsamt 3 Monate sperren wird und ich dann nur 18 Monate ALG_Anspruch habe, weil ich den Sozialplan unterschrieben habe.

    Nun meine Fragen zum Dispositionsjahr:

    a. wann und vor allen Dingen wie muss ich mich bei der Agentur melden?

    b. würde ich durch das Dispo-Jahr die Sperre von 3 Monaten verhindern?

    c. hätte ich nach dem Dispo-Jahr wieder 24 Monate Anspruch auf ALG? .. und muss ich mich spätestens am 28.11.2017 erst arbeitslos melden?

    Möchte noch hinzufügen, dass ich mich bei meinem Mann familienversichern würde.

    Gruss
    Hanna

    • Hallo Hanna,

      ob die Agentur wirklich eine Sperre verhängt, ist aus meiner Sicht nicht sicher. Sie schreiben ja, dass Ihr AG die komplette Abteilung kündigen wird. Wenn Sie den Bedingungen des Sozialplanes zustimmen, ist dies nicht unbedingt ein Grund für eine Sperre. Hier kommt es oft auch auf Feinheiten und die Einschätzung der jeweiligen Agentur an. Vielleicht lesen Sie auch noch einmal den Beitrag von Hr. Schulze zu diesem Thema.

      Wenn Sie allerdings ganz sicher gehen wollen, bietet sich durchaus ein Dispojahr an. Bitte lesen Sie sich aber unbedingt die Regeln, Konsequenzen und Gefahren sorgfältig durch!!

      Zu Ihren Fragen:
      a) Vor dem Dispojahr „müssen“ Sie sich im Prinzip gar nicht bei der Agentur melden. Ich würde es aber dennoch empfehlen, um die Vorgehensweise mit den Mitarbeitern im Vorfeld zu klären. Das erspart spätere Überraschungen. Bei dieser Gelegenheit können Sie dann auch gleich die weiteren Termine zum Ende des Dispojahres klären.
      b) Ja – nach einem Jahr werden die Voraussetzungen für Sperr- und Ruhefristen nicht mehr geprüft.
      c) Nach dem Dispojahr haben Sie Ihren vollen Anspruch (also 24 Monate) und Sie müssen sich exakt auf den Tag genau ein Jahr nach dem Beginn Ihrer Beschäftigungslosigkeit arbeitslos melden. Also: Erster Tag der Beschäftigungslosigkeit: 1.Dez.16, dann erster Tag der Arbeitslosigkeit: 1.Dez.17. Die Meldung dazu kann und sollte(!) man aber bereits vorher machen.

      Noch zwei Hinweise von mir:
      1) Wenn Sie es noch beeinflussen können, prüfen Sie bitte, ob eine Zahlung der Abfindung im Folgejahr (2017) nicht besser wäre!
      2) Prüfen Sie bitte, ob Ihre Kündigungsfrist tatsächlich „nur“ 7 Monate beträgt. Manchmal sagen Tarifverträge etwas anders. Dann könnte es u.U. Probleme mit der Krankenkasse geben. Muss nicht sein – kann aber. Und es ist immer besser, wenn man schon mal vorbereitet ist.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,
        vielen herzlichen Dank!
        Mir erzählt immer jeder, dass ich nach Kündigungserhalt innerhalb von 3 Tagen bei der Agentur aufschlagen muss.

        In meinem Falle hiese dass: ich gehe mit meiner Kündigung zur Agentur und teile mit, dass ich dass Dispositonsjahr in Anspruch nehme.

        Zugleich setze ich mir gleich den Termin für November 2017: Anmeldung Arbeitslosengeld bei der Agentur – in der Hoffnung, dass meine Agentur mit der vorgehensweise einverstanden ist.
        Herzlichen Dank nochmals

        Gruss
        Hanna

      • „Mir erzählt immer jeder, dass ich nach Kündigungserhalt innerhalb von 3 Tagen bei der Agentur aufschlagen muss.“

        Naja – das ist ja auch fast richtig. Jedenfalls dann, wenn man nach Ende der Beschäftigung lückenlos ALG1-Anspruch anmelden möchte. In diesem Falle sollte man sich 3 Monate vor dem Ende zuerst als arbeitsuchend melden und später dann als arbeitslos.

        Will man dies aber gar nicht, wäre eine Meldung bei der Agentur vollkommen sinnlos. Man „muss“ sich ja nicht arbeitsuchend melden, wenn man gar keine Arbeit sucht!

        Dennoch – wie schon gesagt: Ein Gespräch würde ich trotzdem empfehlen.

        Gruß, Der Privatier

  27. Hallo,

    Ich bin 57 Jahre und ich habe vor, nach 24 Jahren beim gleichen Arbeitgeber in ca. einem Jahr, mit dieser Arbeit aufzuhören.
    Ich bin, glaube ich, unkündbar !

    Ist das so richtig, wie ich das hier verstanden habe ?!

    Ich kündige schriftlich Ende August 2016 ,und zwar zum 31. März 2017
    (genau 7 Monate Kündigungsfrist)

    Ende Dezember 2016 melde ich mich arbeitssuchend !

    Ende März also am 31.3 ( Freitag ), melde ich mich arbeitslos !!

    Sowie ich die Berechnung des Anspruchs auf ALG I erhalten habe, melde ich mich bei der Arbeitsargentur ab, auf nicht mehr arbeitssuchend !!

    Wollte dann ein Jahr Pause machen, mich selber freiwillig krankenversichern und nach einem Jahr, mich wieder arbeitsuchend und arbeitlos melden.

    Wieviel Anspruch auf ALG I könnte ich erwarten ? Wenn ich das richtig verstanden habe, sind das 18 Monate oder evtl. doch nur 15 Monate ??

    • Grundsätzlich kann man das sicher so machen… spricht nichts dagegen.

      Natürlich kann man auch „einfach so“ kündigen, aber wäre es denn nicht zumindest einen Versuch wert, mit einer Abfindung zu gehen? Die meisten Ideen, die Sie hier finden, haben oft den Hintergrund, eine Abfindung möglichst Steuer-schonend zu kassieren.

      Wenn Sie selber kündigen, werden Sie auf JEDEN Fall eine Sperre von der Agentur bekommen (die bekommen Sie allerdings mit einem Aufhebungsvertrag auch). Die Sperre wird zunächst 3 Monate betragen und der ALG1-Anspruch wird um 1/4 gekürzt, also von 18 Monate auf 13,5. In dieser Kürzung sind die ersten drei Monate aber bereits enthalten.

      Wenn Sie ohnehin ein Jahr Pause machen wollen (warum?), dann würde sich u.U. ein Dispojahr anbieten. Damit würden Sie die Sperrzeit umgehen und, da Sie danach wahrscheinlich 58 Jahre alt sind, einen höheren Anspruch haben. Das Dispojahr hat aber ein paar Tücken, die Sie UNBEDINGT vorher lesen und verstanden haben müssen. Wenn Sie das machen wollen, wäre die Vorgehensweise eine andere. Aber ich will hier auf keinen Fall jemand überreden! Aber es gibt eben auch ganz aktuell wieder ein positives Feedback. Ist sicher auch mal lesenswert…

      Gruß, Der Privatier

  28. Hallo Privatier,
    Ich werde zum 01.10.2016 arbeitslos sein (Abfindungsregelung) und bin zum Zeitpunkt 56 Jahre und 5 Monate.
    wäre folgendes auch möglich?
    1 Tag Arbeitslos-Meldung am 04.10.2016 und wieder Abmelden, um mich dann im April 2018 erneut arbeitslos zu melden, dann wäre ich 58 Jahre alt. Greift dann die 2 Jahres Regel?
    Gruß pval

    • Welche 2-Jahres-Regel??
      Sie müssen sich spätestens 1 Jahr nach Beginn der Beschäftigungslosigkeit arbeitslos melden, ansonsten verfällt Ihr Anspruch komplett.
      Haben Sie einmal einen Bescheid über ALG1, so bleibt dieser bis zu 4 Jahren gültig.
      Wenn Sie im Okt.2016 einen Antrag auf ALG1 stellen, so wird ihr aktuelles Alter (56) zugrunde gelegt. Daran ändert auch eine Abmeldung, spätere Anmeldung und das dann erreichte Alter nichts mehr.

      Gruß, Der Privatier

  29. Ok. Vielen Dank. Das wollte ich wissen. 2 Jahres-Regel! Hab darauf spekuliert, dass ich mit 58 Jahren 2 Jahre ALG1 bekomme. Aber so halb hab ich mir das schon gedacht.
    Ich werde also ein Dispojahr einlegen und mich dann am 02.09.2017 arbeitslos melden.
    Gruß/pval

  30. Hallo Privatier,
    ja, habe ich gelesen und bin mir der Gefahren bewusst. Nochmals vielen Dank für die interessante Seite und die vielen guten Tipps. Der Tipp mit dem Dispojahr kam überraschender Weise sogar bei einem Gespräch mit und von der RV. Meine Abfindung bekomme ich erst in 2017. Ab 01.10.2016 kann ich mich bei meiner Frau in der Familienversicherung mitversichern, so die telefonische Auskunft der TK. Gespräche mit der AG und der TK werde ich aber trotzdem noch persönlich führen.
    Noch ein Tipp von meiner Seite, den ich bisher noch nicht gelesen habe:
    Ich werde trotz sehr geringer Rendite den Mindestbeitrag in die RV einbezahlen (ca. 84€), da ansonsten die Erwerbsminderungsrente im Bedarfsfall entfällt.
    Gruß/pval

    • Das erscheint mir jetzt ein wenig verkürzt… ich würde da die Broschüre der Deutschen Rentenversicherung über die Erwerbsminderungsrente (oder Beratung vor Ort) empfehlen.

      Vielleicht macht es ja auch Sinn, im Hinblick auf eine mögliche Steuerreduzierung einen Teil der Abfindung in die RV einzuzahlen? z.B. zur Reduzierung oder Ausgleich der Abschläge durch vorzeitige Inanspruchnahme der Rente? Auch das wäre ein gutes Thema für ein Beratungsgespräch mit der RV!

      Gruß, Der Privatier

  31. Hallo Privatier ich bin froh ein Forum gefunden zu haben das Fragestellungen im Zusammenhang mit Arbeits Ausstieg so Kompetent be arbeitet ich habe am 13. Mai 2016 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben zum Austritt zum 31.12 2016. die Abfindung wird fällig zum 31.01 2017 ich komme also in den Genuss der Fünftelregelung Besteuerung .meine Fragen lauten wie folgt wie erhalte ich meine bisher lückenlose Rentenbeitrag Historie aufrecht um mit 63 beziehungsweise 64 Jahren dann als besonders langjährig Versicherter in Rente gehen zu können? Wenn ich im Jahr 2017 kein ALG 1 beantrage um meine Abfindung steuerlich nicht zu belasten erhalte ich wohl auch keinen Zuschuss von der Agentur zur Krankenversicherung (ich bin privat versichert) muss ich mich trotzdem am 1.10.2016 arbeitslos melden.? empfehlen Sie in meinem Fall ihren Kniff sich gleich darauf wieder abzumelden ich hoffe ich konnte mein Anliegen einigermaßen verständlich Vorbringen und freue mich schon auf Antworten oder Rückfragen

    • Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass die Schlussfolgerung „…die Abfindung wird fällig zum 31.01 2017 ich komme also in den Genuss der Fünftelregelung Besteuerung“ so nicht unbedingt gegeben ist. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Aber das nur am Rande. War ja nicht die Frage…

      Es ging ja um die Rentenbeiträge. Sie können natürlich jederzeit selber in die Rentenkasse einzahlen (Minimal-Beitrag genügt). Ich würde Ihnen aber DRINGEND empfehlen, Ihre Situation vorher in einem Beratungsgespräch mit der RV abzustimmen. Es gibt zu viele Sondersituationen, Ausnahmen und Alt-Regelungen – gerade auch im Zusammenhang mit der sog. „Rente mit 63“ und vor allen Dingen, wenn in den letzten Jahren Arbeitslosigkeit vorliegt. Diese zählt nämlich nur in Ausnahmefällen. Vielleicht lesen Sie vor dem Beratungstermin schon einmal ein wenig auf der entsprechenden Seite der Rentenversicherung.

      Ob Sie drei Monate vor dem Beginn der Beschäftigungslosigkeit arbeitsuchend melden müssen, hängt davon ab, was Sie vor haben. Wenn Sie ein Dispojahr einlegen wollen, ist eine Arbeitsuchend-Meldung nicht erforderlich. Wollen Sie sich aber kurzfristig arbeitslos melden um den Anspruch feststellen zu lassen, sollten Sie sich vorher arbeitssuchend melden.

      Gruß, Der Privatier

  32. Hallo Lieber Privatier. Ich lese mit viel Interesse Ihren Blog, die vielen hilfreichen Kommentare und Ihr Buch.
    Das meiste habe ich wohl verstanden, aber die Tücke liegt vielleicht im Detail und ich habe zu einer speziellen Frage noch keine Antwort gefunden:
    Aufhebungsvertrag unter Einhaltung der 12-monatigen Kündigungsfrist zum 30.06.2017. Abfindung im Folgejahr 2018. Alter 58 Jahre. Ich will ab 01.07.2016 noch ein paar Jahre selbständig tätig sein und möchte mir den ALG-Anspruch aber langfristig sichern, falls es dann doch nicht klappt. Dieses Einkommen aus Selbständigkeit wird deutlich niedriger sein als das aus der Anstellung zuvor. Meine Idee ist, ein Dispositionsjahr einzulegen und mich rechtzeitig zum 01.07.2018 arbeitslos und wegen der Abfindung auch gleich wieder abzumelden. Die Einkünfte aus Selbständigkeit stecke ich in die Vorsorgeaufwendungen. Meine Frage: Wirkt sich das Einkommen aus Selbständigkeit innerhalb des Disposionsjahres auf die Höhe des Arbeitslosengeldanspruches aus? Auf Basis meines alten Gehaltes hätte ich den Höchstanspruch und auf Basis der Selbständigkeit deutlich weniger.Was wäre, wenn ich mir den Anspruch sofort feststellen lasse und mich dann abmelde und selbständig werde?
    Während der Selbständigkeit würde ich mich dann als Selbständiger freiwillig weiter bei der KK versichern da meine Frau nicht berufstätig ist.
    Gruß
    Ralf

    • Um gleich einmal die Hauptfrage zu beantworten:

      Die Höhe des ALG1 wird nur auf Basis der Arbeitentgelte berechnet, für die eine Beitragspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestand. Das Einkommen eines Selbständigen zählt da also nicht.

      Es sei denn, er würde sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern. Auch diese Möglichkeit besteht. Ich habe diese Variante nie weiter verfolgt, weil ich a) andere Ziele hatte und mir b) sowohl die Beitrags- als auch die Leistungsberechnung ziemlich „wirr“ erschienen. Es kann auch sein, dass ein so erzeugter Anspruch den alten zunichte macht! Ich würde das daher eher bleiben lassen. Oder noch einmal ausführlich selber informieren.

      Jetzt noch die Frage: Dispojahr oder nicht? Wenn kein Alterssprung erfolgt, bleibt immer noch der Vorteil der nicht zu berücksichtigenden Sperre und des dadurch noch einmal verlängerten Zeitraumes, in dem ALG1 in Anspruch genommen werden kann. Von der Höhe des ALG sollte sich bei sofortigen oder ein Jahr späteren Antrag kein Unterschied ergeben.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Und bitte mal prüfen, inwieweit für die selbständige Tätigkeit RV-Pflicht besteht!

  33. Hallo Privatier, zunächst einmal vielen Dank für deine gut begründeten Ausführungen! Hier folgender Fall: Ein Freiberufler, der lange Jahre in die freiwillige Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, und nun wegen Auftragsrückgang weniger als 15h die Woche arbeitet und seit mehreren Monaten keine Einnahmen mehr hat, will sich arbeitslos melden, um durch ALG1 über die Runden zu kommen. Muss er mit einer etwaigen Anfangs-Sperre rechnen? Und: ist zunächst eine Arbeitssuchend-Meldung nötig, oder kann er gleich Arbeitslosengeld beantragen?

    • Eigentlich kann ich zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbständige nichts sagen. Sie hat nämlich teilweise ihre eigenen Regeln und Bestimmungen, mit denen ich mich aber nur ganz kurz befasst habe. Ich würde daher immer raten, einmal einen Termin mit der Agentur zu machen und sich dort zu informieren.

      Ich kann aber gerne einmal meine „gefühlte Meinung“ äußern:
      Ich glaube weder an eine Sperre, noch an die Notwendigkeit einer vorherigen Arbeitsuchendmeldung. Soweit ich mich erinnern kann, ist aber die zu erwartende Leistung nicht an das irgendwann einmal erzielte Einkommen aus der Selbständigkeit geknüpft, sondern wird aufgrund von vier Qualifikationsstufen fiktiv ermittelt. Das Ergebnis ist in der Regel ernüchternd…

      Aber wie gesagt: Das sind eher vage Vermutungen.

      Gruß, Der Privatier

  34. Hallo,
    deine Seite ist wirklich sehr informativ. Ich habe versucht, meine Frage anhand deiner Ausführungen und der Komentare zu beantworten, bin aber nicht richtig fündig geworden.
    Meine Daten: Aufhebungsvertrag zum 31.12.2017, Zahlung Abfindung im Januar 2018. Ich werde im Juli 2018 58 Jahre alt. Ich will das Dispositionsjahr nutzen, also arbeitssuchend melden im September diesen Jahres, aber ALG 1 beantragen erst für 1.1.2019.
    Nun meine Frage: ich habe bisher gedacht, dass das Dispositionsjahr bis zu 365 Tage ausgeübt werden kann. MEine Personalsachbearbeiterin sagte mir aber, dass ich das ALG genau ab 1.1.2019 beantragen muss, ansonsten würde ich 6 Monate ALG verlieren. Ich hatte gedacht, da ich nicht so ganz gesund bin, beantrage ich das ALG1 evtl. schon ab 1.12.2018, auch wenn ich dann evtl. mehr Steuern auf die Abfindung zahlen muss, weil ich ja alles verliere, wenn ich am 1.1.2019 nicht arbeitsfähig wäre.
    Was stimmt denn nun? Ganz genau 365 Tage oder bis zu 365 Tage?
    Danke für deine Hilfe! Gruß Birgit

    • Ich selber bezeichne ein Dispojahr immer dann so, wenn es sich um exakt ein Jahr handelt. Denn nur dann kann man die Vorteile auch vollständig geniessen.

      Natürlich steht es jedem frei, aus unterschiedlichen Gründen nur eine kürzere Dispozeit zu nehmen. Da spricht nichts dagegen. Aber erstens muss man sich darüber im Klaren sein, welche Vorteile man verschenkt und zweitens würde ich es dann nicht Dispojahr nennen, sondern evtl. Dispozeit oder einfach nur Auszeit.

      Zur Frage: Was ist denn jetzt richtig?

      Hält man das Jahr nicht exakt ein, so werden weiterhin Sperr- und Ruhezeiten geprüft. Wird eine Sperrzeit verhängt, so bedeutet dies im Alter von >58J. einen Verlust von 6 Monaten ALG1. Korrekt.

      Dennoch kann (sollte!) man sich nicht erst an diesem einen Stichtag zur Agentur bemühen, sondern sollte sich besser vorher melden. Wichtig ist aber, dass der Starttermin für die Arbeitslosigkeit für den Tag festgelegt wird, der exakt ein Jahr nach Ende der Arbeit liegt. Also: Zum 1.12.2018 zur Agentur gehen ist okay, aber den Starttermin auf den 1.1.2019 legen lassen. Ganz wichtig!

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        Danke für deine schnelle Antwort. Kannst du mir sagen, woraus sich die 6 Monate ergeben (Rechtsvorschrift etc.)?

        Gruß
        Birgit

  35. Hallo, gute Variante!
    Ich bin am 30.9.2016 im beiderseitigen Einvernehmen ausgeschieden und habe mich für ein Dispo-Jahr entschieden. Das Arbeitsamt wurde von mir informiert und ich erhielt eine Beratung. Gleichzeitig habe ich mich für einen Bundesfreiwilligendienst beworben und diesen am 01.02.2017 angetreten (mit Taschengeld, renten- und krankenversichert). Der BUFDI geht bis 31.01.2017 31.01.2018 (korr. P.Ranning). Meine Abfindung erhielt ich im Januar 2017 und das Taschengeld wird nicht versteuert, so dass ich eine optimale Veranlagung im Jahr 2017 habe. Im April 2018 werde ich dann 58 Jahre alt und laut Arbeitsagentur kann ich die rund 67 Tage eventuell noch warten, um 2 Jahre ALG1 zu beziehen. Laut meinem letzten Gespräch mit der Agentur ist für das ALG1 das „aktive Gehalt“ (vor 30.09.2016) noch relevant (unbillige Härte). Ich werde mich trotzdem frühzeitig (Okt. 2017) nochmal mit der Arbeitsagentur unterhalten.

    • Vielen Dank für diese Idee. Ist sicher eine gute Variante, speziell für jemand, der ohnehin nach einer sinnvollen Beschäftigung sucht.

      Und wenn die Agentur die Vorgehensweise quasi schon bestätigt hat, kann ja kaum noch was schief gehen. Wobei mich die Formulierung „…laut Arbeitagentur kann ich eventuell noch warten…“ ein wenig irritiert. Das würde ich dann doch lieber etwas klarer formuliert haben.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Peter,

      ich habe Ihren Beitrag erst heute gelesen/ gefunden. Ich glaube da ist noch ein Datumsfehler enthalten. Kann das stimmen: „… Gleichzeitig habe ich mich für einen Bundesfreiwilligendienst beworben und diesen am 01.02.2017 angetreten (mit Taschengeld, renten- und krankenversichert). Der BUFDI geht bis 31.01.2017. …“?
      Könnten Sie bitte die Datumsangaben überprüfen und ggf. korrigieren.
      Mit den aktuellen Angaben ergibt es für mich wenig Sinn.

      LG FÜR2012

  36. Hallo Privatier, beim Gespräch mit der Agentur fiel die Bemerkung, dass bei der Bemessung des ALG1 auch die Zeit meines Ausscheidens bis zur Inanspruchnahme relevant sei. Man hat mir da 150 Tage genannt. Ich habe das ehrlich gesagt nicht ganz verstanden. Die Mitarbeiterin der Agentur meinte, es könnte knapp werden. Deshalb werde ich auf jeden Fall frühzeitig vorsprechen, um Missverständnisse zu vermeiden. Falls das mit den 150 Tagen nicht klappt, wovon ich ausgehe, werde ich dann direkt nach meinem BUFDI-Jahr zur Agentur gehen und mich sofort arbeitslos melden – dann habe ich halt nur 18 Monate Anspruch. Wenn ich das gecheckt habe, werde ich mich hier nochmal melden. Auf jeden Fall, großes Kompliment für deine Ausführungen und für diese wirklich bemerkenswerte Seite(n)!
    Gruß

    • „Man hat mir da 150 Tage genannt. Ich habe das ehrlich gesagt nicht ganz verstanden.“

      Ist aber eigentlich ganz einfach:
      Es geht um den sog. Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen, festgelegt im §150 SGB 3. Damit wird die Höhe des ALG festgestellt. Entscheidend sind eben die Einkünfte innerhalb des Bemessungszeitrahmens. Dieser beträgt normalerweiser 1 Jahr.
      Wichtig für Deinen Fall ist es, dass BUFDI komplett unberücksichtigt bleiben (Abs.2, Satz 2). Wenn in den zurückliegenden 12 Monaten nicht mehr als 150 Tage an „normalem“ Einkommen vorliegen, wird der Rahmen auf 24 Monate ausgedehnt.
      Liegen dann immer noch weniger als 150 Tage vor, sieht es schlecht aus. Dann greift die fiktive Einstufung nach Ausbildung. Ist meistens nachteilig.

      So – mit diesen Angaben kannst Du jetzt selber einmal vor- und zurückrechnen…

      Gruß, Der Privatier

  37. Hallo zusammen,
    ich hoffe, dass ich wie immer schnelle kompetente Hilfe bekomme, das ist wirklich ein Superforum. Ein grosses Kompliment an alle!
    Nun zu meinem Fall:
    Ich beziehe nach erfolgreichem Dispojahr nun schon seit einiger Zeit ALG 1 (bis Sept 18), würde aber gerne vom Ab-/Anmelden gebrauch machen, da ich bis zur Rente (Nov 18) eh einen Monat überbrücken muss.
    Soweit ich weiss, kann man sich bis zu 6 Wochen formlos bei der AfA mit genauen Start- und Endezeitpunkt abmelden und Alg1 wird automatisch nach der Pause weitergezahlt, richtig?
    Wie sieht es da mit der KK aus? Soweit ich hier weiss, falls die Unterbrechung der KK-Beiträge nicht länger als 4 Wochen dauert und danach wieder normal Beiträge entrichtet werden, muss man selbst für diese 4 Wochen keine Beiträge zahlen. Heisst das, wenn ich die Unterbrechung bei AfA auf 4 Wochen beschränke, fallen für mich auch keine Zahlungen an die KK an ?
    Weiss da jemand bescheid?
    Danke schon mal

    • Hallo Renate,

      Du könntest doch auch zwei Unterbrechungen von weniger als einem Monat machen.

      Viele Grüße, Hardy

      • Ja Hardy, im Prinzip schon, ich möchte die Zeit aber für einen längere Reise nutzen (musste jetzt kurzfristig eine neue Wohnung suchen und umziehen) und Ruhe vor AfA haben

        Danke

    • Ob so ein kurzfristiges Ab-/Anmelden wirklich formlos und automatisch geht, kann ich nicht beantworten. Es ist aber richtig, dass bei einer kurzen Abmeldung kein neuer ALG-Antrag gestellt werden muss. Wobei ich aus dem Kopf auch gerade nicht sagen kann, wo da die Grenze liegt. Aber vier Wochen sollte noch als „kurz“ durchgehen.

      Für die gesetzl. KK gilt die sog. Nachversicherungspflicht, die vom Übergang von einem pflichtversichtern Status in einen anderen für max. 1 Monat beitragsfrei gewährt wird. Hier lauern allerdings so einige Fallen…
      Im vorliegenden Fall sehe ich die aber nicht. Es hilft aber immer, die Krankenkasse einfach einmal zu fragen. Sicher ist sicher.

      Gruß, Der Privatier

      • Ja das mit dem Abmelden bei AfA habe ich schon geklärt, das mit den 6 Wochen Pause ohne erneute Anmeldung ist möglich, man muss nur den genauen Zeitraum vorrab angeben und dann läuft ALG1 automatisch wieder an.
        Ich werde nochmal mit der KK sprechen und dann wenn nichts dagegen spricht die 4 Wochen nehmen.

        Danke
        Renate

        • Hallo Renate,

          JA funktioniert bei meiner BKK!
          Ab- und Wiederanmeldung bei der AfA via Internet. Unter einem Monat Dauer, vorher und nachher ALG1-Bezug, dann ist nicht extra KV und PV nötig. Ich melde meiner BKK immer noch telefonisch die Zeiten, dann schicken sie auch keine Formulare mit irgendwelchen Abfragen.

          Viel Glück
          FÜR2012

  38. Können wir folgenden Fall diskutieren und vielleicht ein Ergebnis herbeiführen?
    Alter 58, Betriebszugehörigkeit 31 Jahre, Schwerbehindert, faktisch also vom AG nicht kündbar. Aufhebungsvertrag, Abfindung. Unterschrift Ende Juni, Beendigung der Arbeitsverhältnisses zum Ende des Jahres. Das bedeutet, die Ruhenszeit beträgt 18 Monate. Nach Austritt ein Jahr Dispositionszeit.
    Frage nun: Faktisch überschneiden sich Ruhenszeit und Dispositionszeit. Werden diese Zeiten kumuliert, sprich, ist letztendlich das Ende der Zeiten, also ein Jahr nach Austritt ausschlaggebend für die Zahlung von ALG1 oder muß man die Zeiten auseinanderziehen?
    Bitte um Eure Meinung – vielen Dank

    • Aus meiner Sicht ist hier in erster Linie maßgebend, dass Sperr- und Ruhezeiten nicht mehr berücksichtigt (und auch nicht überprüft) werden, wenn das begründende Ereignis mehr als ein Jahr zurückliegt (§148 Abs.2 S.2 SGB III).

      Also: Nach einem korrekt ausgeführten Dispojahr weder Sperr-, noch Ruhezeit.

      Gruß, Der Privatier

  39. Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und hätte mal zwei Fragen zum Thema Abfindung:
    Was genau würde mir bleiben bei folgender Situation:
    Frage 1. Ich verheiratet habe 2 Kinder 6 und 11 Jahre alt.
    Auszahlung Abfindung 2.1.2018 von 82 000€ würde kein weiteres Einkommen im selben Jahr dazukommen.
    Einkünfte aus Vermietung: 4500€ (jährlich)Keine schulden mehr auf vermietete Immobilie!
    Frau aktuell ALG von 448€ bis November 2017 bei Auszahlung der Abfindung im Januar 2018 hätte sie einen 450€ (Minijob).
    Was genau bleibt mir? Ich würde 1 Jahr zuhause bleiben und erst im Folgejahr ALG in Anspruch nehmen.
    2.Frage wäre ich im ersten Jahr über meine Frau mit Krankenversichert durch ihren 450 oder 480 € Job?

    Hintergrund: Ich würde wenn von der Abfindung genügend über bleibt, mein Haus dessen Kreditvertrag nächstes jahr im Feb.ausläuft gerne Ablösen.Damit ich Schuldenfrei bin.

    Danke schon mal im Voraus.

    MFG Mathias

    • 1. Es tut mir leid, aber konkrete Berechnungen kann und will ich hier nicht durchführen. Das muss entweder jeder mit einem Steuerprogramm (oder Elster-Software) selber machen und durch einen Steuerberater machen lassen.

      2. Wenn die Frau eine eigene Krankenversicherung hat, besteht die Möglichkeit einer Familienversicherung. Dazu dürfen aber die Einkünfte des Familienversicherten nicht über 425€/Monat (für 2017) liegen.

      Gruß, Der Privatier

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