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Neue Beitragsberechnung in der Krankenversicherung — 22 Kommentare

  1. Peter, kannst du was dazu sagen ob und wie sich die neue „Fondbesteuerung“ sprich „Vorabsteuer“ ab 2018 auf die KV/PV Beitragsberechnung auswirkt?
    Will sagen: ich habe u.U. einen thesaurierenden ETF, der ja ab 1.1.2018 einer ‚Vorabsteuer‘ unterliegt. Hier werden ja Gewinne durch Kurssteigerungen ‚unterstellt‘, die ja im Grunde erst anfallen wenn ich sie realisiere. Steuerlich gesehen alles ok – aber werden diese ‚unterstellten‘ Gewinne auch bei der KV herangezogen?
    VG
    Jürgen

  2. Die neue Beitragsberechnung in der Krankenversicherung entspricht dem Verfahren, das auch bei der Flexi-Rente angewendet wird.

    Viele Grüße, Hardy

    • ?? Ich habe mich noch nicht mit der Flexi-Rente auseinandergesetzt. Irgendein Lesetip für mich wo die KV-Beitragsberechnung bei der Flexi-Renti erläutert wird?

      • Hallo Jürgen,

        meine Bemerkung bezog sich darauf, dass die Anrechnung auf die Rente von Einkommen größer 6300,- € aus einer Selbständigkeit bei der Flexi-Rente ebenfalls vorläufig erfolgt und nach Vorliegen eines Einkommensteuerbescheides festgesetzt und ausgeglichen wird.
        Hier ist das Verfahren, vorläufige Festlegung und Ausgleich nach Vorliegen des Einkommensteuerbescheides, gleich.

        Grundsätzlich muss man in der Rentenzeit bei zusätzlichem Einkommen die Auswirkung auf
        – Rente
        – Kranken- und Pflegeversicherung und
        – Steuer
        im Auge behalten.

        Viele Grüße, Hardy

        • Ah, ok. Dann war das nicht die Antwort auf meine Frage.
          Ich schaue als Privatier auf die Berechnung der KV/PV Beiträge – und hier gehen bekanntermaßen und bei mir alle Kapitalerträge (bei anderen auch noch Erträge aus Vermietung, Verpachtung u.s.w.) ein.

          Wenn nun ab 1.1. eine Vorabpauschale bei Fonds/ETFs berechnet und versteuert werden muss, werden dann diese Vorabpauschalen auch zur Berechnung des KV-Beitrags herangezogen und nicht wie heute nur realisierte Gewinne bzw. Erträge?

          • Glaub‘ ich nicht: die Vorabpauschale, die du auf thes.Fonds zahlen musst, wenn sie am 31.12.18 hoeher stehen als am 01.01.18 wird am 02.0119 vermutl. einfach von deinem Sparerfreibetrag bei der Bank, bei der dein Depot liegt abgezogen. Je 100k thes.Fonds ca. 140€ bei einem aehnl. niedrigen Basiszinssatz wie momentan, der zur Berechnung eine Rolle spielt.
            https://www.finanzwesir.com/blog/besteuerung-fonds-etf-2018
            Es ist eine Vorabsteuer kein Zufluss oder Kursgewinn, deshalb auch nicht KV-versicherungsrelevant? oder?
            Wie ist das bisher? Du musst doch auf realisierte Kursgewinne keine KV entrichten, sondern nur Steuern, oder?

  3. @Jürgen, @Hardy:

    Im Beitrag oben habe ich ja geschrieben: „Kapitaleinkünfte sind von dieser Regelung offenbar nicht betroffen“

    Ich halte das zwar für unsinnig, nicht gerechtfertigt und auch für einen verwaltungstechnischen Mehraufwand… aber mich fragt ja keiner. 😉

    Aber wenn man dem Wortlaut des Gesetzes folgt, beziehen sich die oben beschriebenen Änderungen eben tatsächlich nur auf Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten und aus Vermietung und Verpachtung. Von Kapitaleinkünften steht da nichts.

    Folglich müsste dort alles beim Alten bleiben. Und das heißt: Festsetzung der KV/PV-Beiträge auf der Basis des letzten EkSt-Bescheides. Und zwar endgültig. Ohne nachträgliche Abrechnung.

    Das heißt jetzt aber nicht, dass sich für die thesaurierenden Fonds nicht trotzdem etwas ändert. Aber nicht aufgrund der Änderungen, die oben im Beitrag thematisiert sind, sondern aufgrund der Änderungen in der Fondsbesteuerung.

    Die wesentliche Änderung in diesem Zusammenhang ist dabei, dass Fonds (und ETFs) unter gewissen Voraussetzungen nicht erst beim Verkauf besteuert werden, sondern jedes Jahr mit einer Vorabsteuer belegt werden. Diese taucht dann natürlich in den Steuerbescheinigungen der Banken auf (zusammen mit den Erträgen) und hat damit Einfluss auf die KV/PV-Beiträge.

    Ist aber im Endeffekt jetzt auch keine so umwerfende Änderung, denn auch bisher gab es ja bei Thesaurierern die ausschüttungsgleichen Erträge, die sich dann bzgl. Steuern und KV/PV ähnlich ausgewirkt haben.

    Gruß, Der Privatier

    • Nach meinem Verständnis werden die KV-Beiträge doch auf der Basis der Erträge (aus Kapital, V u V, …) berechnet, nicht auf Basis der gezahlten Steuern.
      Insofern sollte eine Vorabsteuer keine Auswirkung auf die KV-Beiträge haben, oder?

      Wie verhält es sich eigentlich wenn man die Anlage KAP nicht abgegeben hat, weil mit der Abgeltungssteuer alles korrekt versteuert ist? Welche Nachweise fordert die KV dann an, bzw. welche akzeptiert sie? Und aus welchem Jahr?

      Gruß,
      Hans

      • Wie verhält es sich eigentlich wenn man die Anlage KAP nicht abgegeben hat, weil mit der Abgeltungssteuer alles korrekt versteuert ist? Welche Nachweise fordert die KV dann an, bzw. welche akzeptiert sie? Und aus welchem Jahr?

        Ich hatte auch keine Anlage KAP und meine Kasse hat die Steuerbescheinigung(en) der Bank des Vorjahres angefordert.

  4. Und wenn jemand ein Kleingewerbe anmelden will um drohende Arbeitslosigkeit zu vermeiden,könnten etwa 500000 Arbeitslose machen.
    Und bei einem Verdienst von 800-1200 Euro im Monat ist der niedrichste Tarif ca 400 Euro.

  5. es geht darum,das jeder automatisch hoch eingestuft wird.
    Beispiel Angestellter teilzeit 1200€ Brutto bezahlt etwa 90-100€ Krankenversicherungsbeitrag.
    Wenn sich jemand mit 57 Jahren mit einem Kleingewerbe Haushaltsnaher Dienstleistungen zb. Selbständig machen will um mit ca der selben Wochenarbeitszeit ca 20-24 Stunden,
    dann wird Ihm das verwehrt bzw.mit zu hohen Versicherungsbeiträgen bestraft.Also bleibt dann nur Arbeitslosigkeit oder unter 425€ zu verdienen (Familienversicherung).
    Das wir bereit sind den Arbeitgeberanteil mittzutragen bei 1200€ etwa einen Freiwilligen Pflichtversicherungsbetrag bei 14-16% etwa 180-190€ währen bei dem Verdienst
    angemessen,etwa die höhe beim Angestellten mit Arbeitgeberanteil.
    Nein wird mir von allen Kassen gesagt.400€ ist das mindeste.
    Ich finde das unglaublich,500000 Arbeitslose könnten auf diese weise in Arbeit kommen,die so Arbeitslos bleiben müssen.

    • Ah – okay, jetzt habe ich verstanden. Und ich will Ihnen auch gerne Recht geben:

      Gerade in den Grenzbereichen ergeben sich oft Situationen, die als ungerecht empfunden werden. Das ist bei einem Selbstständigen so, der vielleicht nur einen monatlichen Gewinn von 600€ hat, davon aber 400€ an die Krankenkasse zahlen muss. Und das ist bei jemand so, der es gerade schafft, 500€/Monat an Zinsen und Dividenden zu erzielen, und dann 200€ an KV/PV-Beiträgen zahlen muss, weil die Familienversicherung nicht mehr geht.

      Bei jemand, der hauptberuflich selbstständig ist und nur ca. 1000€/Monat an Gewinn vorzuweisen hat, muss man sich natürlich auch fragen, inwieweit eine solche Tätigkeit überhaupt sinnvoll ist.

      Sollte es sich aber um eine nebenberufliche Selbstständigkeit handeln, so gibt es bei den Krankenkassen durchaus die Möglichkeit, eine niedrigere Einstufung zu erreichen. Allerdings ist die Abgrenzung von hauptberuflich/nebenberuflich nicht immer so ganz einfach bzw. eindeutig. Wenn aber die Bedingungen eine nebenberuflichen Selbstständigkeit vorliegen, liegt der KV/PV-Beitrag in etwa bei der Hälfte des von Ihnen genannten Betrages, also bei ca. 180€-190€ (je nach Kasse leicht unterschiedlich).

      Ich gebe Ihnen dazu einmal ziemlich willkürlich die Erläuterungen der ersten Krankenkasse, die ich gefunden habe. Die Regeln dürften aber überall sehr ähnlich sein.

      Gruß, Der Privatier

      • @ Peter
        “ Bei jemand , der hauptberuflich selbstständig ist und nur
        ca. 1000 Euro an Gewinn vorzuweisen hat , muss man sich natürlich
        auch fragen , inwieweit eine solche Tätigkeit überhaupt sinnvoll ist “
        Hääää ????? verstehe ich nicht ????? Für mich wäre es ja durchaus
        sinnvoll wenn ich ca. 12000,00 Euro p.a. an Gewinn hätte .
        Komme ich leider immer nur mit stark erhöhtem Aufwand zum Jahresende
        knapp hin . Meistens schaffe ich es nicht ganz , für mich wäre das
        eigentlich ein “ Traum “ Ergebnis . Wenn Du dann noch weitere Vorschläge ,
        nach Bildung Rückstellung u.s.w. , u.s.f. hast , immer her damit .
        Ich bin da für weitere Vorschläge , insbesondere im Moment , ganz offen .
        LG Det

        • PS ein paar ganz wenige Tage verbleiben ja noch ( für 2016 Zuordnung )
          für 2017 an Zahlungen die ggf. zu berücksichtigen wären .
          ( Also Optimierungsphase wäre dann abgeschlossen )
          LG Det

        • Nun, Det – es ist sicher auch ein wenig eine Defintions- und Ansichtssache.

          Ich habe bei einem „hauptberuflich Selbstständigen“ jemand vor Augen gehabt, der eine 40-60 Stunden-Woche hat. Und wenn dann am Ende „nur“ 1000€ an Gewinn übrig bleiben, würde ich mir da die Sinnfrage stellen. Aber das mögen andere anders sehen.

          Aber vielleicht habe ich ja auch Deine Aussage nicht verstanden, wenn Du sagst, dass Du nur mit erhöhtem Aufwand auf 12.000€ p.a. kommst? Benötigst Du den Aufwand, um einen eigentlich niedrigeren Betrag mühevoll auf 12.000€ anzuheben, oder besteht der Aufwand darin, einen eigentlich höheren Betrag aus 12.000€ zu drücken?

          Gruß, Der Privatier
          P.S.: Und was genau willst Du in den verbleibenen Tagen noch 2016 zuordnen??

  6. Da ich lediglich Einnahmen aus Kapitalerträgen habe, die erst ab 2018 unter der Bemessungsgrenze liegen, bedeutet das dann,dass ich mich erst dann familienversichern kann wenn der Steuerbescheid für 2018 vorliegt? Also im Frühjahr 2019?

    • „Da ich lediglich Einnahmen aus Kapitalerträgen habe…“

      Die Änderungen beziehen sich (wie im Beitrag geschrieben) nur auf Einkünfte aus einer Selbstständigkeit und Vermietung und Verpachtung.

      Gruß, Der Privatier

  7. Zur Info, meine Krankenkasse meinte, dass die Beiträge für 2018 vorläufig seien, da bei mir Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung anfallen und ich somit nach dem Steuerbescheid für 2018 zuviel gezahlte Beiträge erstattet bekäme.
    Wären meine Einkünfte jedoch so gering, dass ich mich familienversichern könnte, dann müsste ich trotzdem den Mindestbeitrag bis zur Erstellung des Steuerbescheids zahlen, erst ab diesem Zeitpunkt kann ich mich familienversichern (also nicht rückwirkend)
    Zusammengefasst: Die Höhe der Beiträge ist vorläufig, der Versichertenstatus (Freiwillig, Familienversichert) nicht.

    • „Die Höhe der Beiträge ist vorläufig, der Versichertenstatus (Freiwillig, Familienversichert) nicht.“

      Das ist zu 100% richtig – bedeutet aber nicht, dass die Familienversicherung auf jeden Fall frühestens mit dem nächsten Steuerbescheid beginnt.

      Wenn sich schon jetzt klar erkennen lässt, dass das Einkommen die maßgebliche Grenze für die Familienversicherung unterschreiten wird, muss die Kasse auch jetzt schon eine Einkommensprognose erstellen (und ggf. begründen warum sie von der Prognose des Versicherten abweicht) und auch jetzt schon eine Familienversicherung herstellen. Ich hatte dazu am 15.10.2017 um 19:17 Uhr im Kapitel 8.4 schon einmal einen Kommentar geschrieben, vielleicht kann der Privatier ihn hier noch einmal verlinken.

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