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Kap. 8: Krankenversicherung – Fragen, Kritik und Anregungen — 77 Kommentare

  1. Hallo, bin wirklich begeistert und auch angewiesen auf diese Informationen. Es gibt allerdings auch einen grossen Unterschied. Wie sieht es aus fuer Rueckkehrer aus dem nicht europ. Ausland speziell in Sachen Krankenversicherung? Wir sind am Ueberlegen ob wir es uns leisten koennen, in 5 Jahren zurueck nach D zu gehen und gesetl. Krankenversicherung fuer ueber 55 jaehrige scheint schier unmoeglich/-bezahlbar.
    Weitere Hinweise waeren sehr willokommen 🙂

    • Vielen Dank für die Begeisterung, mit denen meine Informationen aufgenommen werden!

      Ich fürchte allerdings, dass ich die Begeisterung etwas dämpfen muss, denn bei dieser Frage hier muss ich es wohl mit ein paar allgemeinen Hinweisen belassen, da ich mich nicht mit dem Thema befasst habe.

      Zunächst einmal, müsste wohl generell geklärt werden, ob und wenn ja, welche Versicherungen Rückkehrer aus dem Ausland aufnimmt.
      Ich hoffe einmal, dass Sie sich vor Ihrer Abreise über die Bedingungen informiert haben und sich in dieser Frage besser auskennen, als ich.
      Ganz selbstverständlich ist eine Aufnahme nach der Rückkehr nämlich nicht. Dafür gibt es u.a. spezielle Anwartschaftsversicherungen (oder so ähnlich), die man für die Zeit des Auslandsaufenthaltes abschließen kann, um sich eben die Anwartschaft auf die Rückkehr in die KV zu sichern.

      Weiterhin hängt die Frage sicher auch mit dem Status VOR dem Auslandsaufenthalt zusammen (gesetzl./privat) und der geplanten Situation NACH der Rückkehr zusammen.
      Für jemand, der in DE wieder eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmt (auch in kleinem Rahmen), sollte auch die gesetzl. KV eigentlich kein Problem sein.
      Für einen Privatier gelten wohl die hier im Kapitel geschilderten Zusammenhänge und Bedingungen.

      Aber zunächst wäre da eben die generelle Frage nach Aufnahme zu klären. Es bleibt Ihnen ja noch genügend Zeit, diese Frage im Vorfeld im direkten Kontakt mit (z.B. Ihrer alten) Krankenversicherung zu klären. Das kann man sicher auch vom Ausland aus per Mail klären.

      Mehr kann ich zu diesem Thema mangels Detail-Wissen nicht beitragen, aber vielleicht findet sich ja ein anderer Leser, der sich hier besser auskennt und der hier antworten möchte.

      Gruß, Der Privatier

    • Noch ein Nachtrag:
      Oftmals findet man ja auch ganz gute und hilfreiche (und vor allen Dingen verlässliche) Informationen bei den offiziellen Stellen. Bei dieser Frage z.B. beim Bundesministerium für Gesundheit. Thema: Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung nach Auslandsrückkehr.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo
    vielen Dank für diese informative Seiten.
    Ich habe eine Frage zu folgender Situation:
    Ich habe zum 31.12.2013 mein Arbeitsverhältnis freiwillig beendet. Zahlung der Abfindung im Januar 2014 – keine Erwerbstätigkeit in 2014.
    Bis Ende 2013 war ich privat KV, bin ab 1.1.2014 bei meiner Ehefrau familienversichert, und möchten für 12 Monate in der GKV bleiben, damit ich dann von der PKV in die GKV zurückkomme (bin 49 Jahre alt).
    Derzeit nehme ich mein Dispositionsrecht in Anspruch, überlege, ob ich mich zum 1.12. arbeitslos melden sollte.
    Bleibe ich in diesem Fall familienversichert, oder muss ich dann in die PKV?
    Riskiere ich bei Meldung arbeitslos zum 01.12. die Fünftel-Regelung?
    Vielen Dank für eine rasche Antwort.

    • Wer ALG1 bezieht, wird von der Agentur für Arbeit auch grundsätzlich gesetzlich krankenversichert. Die Familienversicherung ist daher nicht mehr erforderlich.

      Eine Gefahr für die Fünftelregelung sehe ich durch die Arbeitslosmeldung zum 1.12. nicht, allenfalls einen kleinen steuerlichen Nachteil durch das zusätzliche Arbeitslosengeld für einen Monat.

      Gruß, der Privatier

  3. Bei Kapitaleinkünften, welche zur Beitragsfestsetzung in der ges. KK herangezogen werden wird nach meinem Kenntnisstand noch der Sparerpauschbetrag von 801 EUR´pro Kalenderjahr abgezogen

    • Danke für den Hinweis! Völlig richtig.
      Letztlich zählt das, was im Einkommensteuerbescheid am Ende übrig bleibt.
      Und – wichtig: Bei Ehepaaren (trotz gemeinsamer Veranlagung) für jeden Ehepartner getrennt.

      Gruß, Der Privatier

  4. …die konstellation, die hier Martin nennt, ist prinzipiell die, die ich wählen möchte für 2015 – bin mir nur nicht sicher, ob das ohne probleme w/abfindung möglich ist…?

    grüsse
    a.

    • So kompliziert ist die Krankenkasse gar nicht. Es gibt (für gesetzlich versicherte) eigentlich nur zu klären:

      a) Beziehe ich ALG1? Wenn ja, zahlt die Agentur auch die KK-Beiträge. Fertig.
      b) Wenn nein: Erfülle ich die Voraussetzungen für die Familienversicherung?
      Diese sind nicht erfüllt während einer Ruhezeit (fiktives Einkommen) und bei einen eigenen Einkommen über 395 Euro/Monat. Erfüllt man die Voraussetzungen, ist die Sache ebenfalls klar. Erfüllt man sie nicht, braucht man eine eigene Versicherung. Und die kostet, wenn man nicht mehr als ca. 921€/Monat verdient ca. 160 Euro.

      Gruß, Der Privatier

  5. Vorab besten Dank für die vielen Informationen. Nach 30 Jahren Arbeitsleben werde ich nun zum 01.06. off. arbeitslos, habe jedoch – da ehem. GmbH Gesellschafter – durch Anteilsverkauf einen entsprechenden finanziellen Background. Das „Vermögen“ habe ich auf meine Frau, Tochter und mich verteilt. Meine Frau ist bis dato gesetzl versichert (hälftiger Höchstsatz wg. meines ehem. Einkommens) Ich bin 52, ehem. PKV versichert und Wechsel nun (ALG I Bezug) in die gesetzliche KV (TK). Meine PKV hat für die Dauer meiner AL (max. 36 Monate) den vertrag „ruhend“ gestellt und ich habe eine priv. stationäre Krankenzusatzversicherung für mich/Kind abgeschlossen. Die TK hat auf Antrag meine Frau im Rahmen der Familienversicherung auch mit aufgenommen, was für uns natürlich finanziell aktuell sehr gut ist. Natürlich möchten wir/ich in der GKV verbleiben. Das passive Einkommen von Kind (NV Bescheinigung), Frau und mir liegt in der Einzelbetrachtung über den max. Höchstgrenzen. Haben Sie hier evtl. einen Tip, wie ggf. durch Verlagerung nach AL ein möglichst günstiger GKV Beitrag für die Familie zu erzielen ist ? Besten Dank !!

    • Am günstigsten wird es dann, wenn einer aus der Familie einen Sozialversicherungspflichtigen Job ausübt. Denn dann wird der Beitrag in der GKV nur anhand des Lohns/Gehalts festgelegt. Andere Einkünfte spielen da keine Rolle (kennt jeder Arbeitnehmer), selbst wenn dieser die kompletten Einkünfte aus dem Familien-Vermögen bezieht.
      Etwas hin- und herschieben (oder besser „auf später verschieben“) kann man in gewissen Grenzen Kapitaleinkünfte. Wie das geht habe ich u.a. in der Beitragsserie über die Steuerplanung beschrieben.
      Weitere Möglichkeiten sehe ich leider auch nicht und werde wohl selber auch demnächst den Standard-Beitrag bezahlen müssen.

      Gruß, Der Privatier

  6. soeben bin ich auf Ihren Blog gestoßen – auf der Suche nämlich dananch, wie ich mich krankenversichern muss/kann für die Zeit der Arbeitslosigkeit und währenddessen kein Arbeitslosengeld beziehen möchte (etwa aus steuerlichen Gründen).

    Ich (seit März 55 Jahre alt) bin als festangestellte Schlussredakteurin bis Ende Juni 2015 freigestellt worden, habe also 12 Monate weiterhin Gehalt bezogen und jetzt mit dem letzten Gehalt eine gute Abfindung (die in einem gerichtlichen Vergleichsbeschluss festgehalten wurde – ich hatte Kündigungsschutzklage erhoben) erhalten.
    Habe mich rechtzeitig im März arbeitssuchend gemeldet und überlege nun, ob ich den Antrag auf Arbeitslosengeld (das müsste ich bis spätestens 9. Juli machen) stellen soll. Mein etwas lahmer Steuerberater ist leider noch nicht meiner Bitte nachgekommen, mir auszurechnen, ob die Steuerlast leichter ist, wenn ich in 2015 noch kein Arbeitslosengeld beziehe, sondern damit bis 2016 warte.

    Meine Frage: Wie würde ich mich bei letzterem Modell krankenversichern? Kann ich in der gesetzlichen KV bleiben?

    Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen?

    Danke!!!

    • Hallo Frau Happe,

      wenn Sie „gerade erst“ auf meinen Blog gestoßen sind, dann werden Sie dort sicher noch viele für Sie wertvolle Tipps finden. Gerade auch im Zusammenhang mit der Arbeitsagentur oder der Krankenkasse.

      Soviel kann ich Ihnen aber vorab gerne schon einmal sagen: Sie werden durch den Bezug des ALG1 ganz sicher mehr Steuern zahlen als ohne. Das ALG wirkt sich zwar nur über den Progressionsvorbehalt aus, aber der kann auch schon mal ziemlich heftig ausfallen (s. Kommentar). Wirklich ausrechnen kann (und sollte) das aber nur der Steuerberater.

      Wenn Sie sich nicht arbeitslos melden (bzw. wieder abmelden, um kein ALG zu beziehen), müssen Sie die KV/PV selber bezahlen. Es sei denn, Sie hätten die Möglichkeit, über die Familienversicherung (Ehemann?) versichert zu werden. Sie können durchaus in der gesetzlichen KV bleiben. Bin ich auch. Die Beiträge richten sich nach Ihren Einkünften (inkl. Kapitalerträge). Lesen Sie doch einmal das Kapitel über die Krankenkasse hier auf meiner WebSeite. Dort habe ich eigentlich alles erklärt…

      Wenn weiter etwas unklar ist, fragen Sie ruhig. Am liebsten immer per Kommentar unter dem entsprechenden Beitrag. So wird er am besten gefunden und andere Leser haben auch etwas davon.

      Gruß, Der Privatier

  7. Vielen Dank!
    Habe Ihren Kommentar zur GKV gelesen und dass der Beitrag sich nach den Einkünften richtet. Wie genau definieren die sich? Also Kapitalerträge – und auch die Abfindung, überhaupt alles was auf dem Konto so „rumliegt“? Regelmäßige Einkünfte, etwa in Form eines Gehalts, gibt es ja erst mal nicht.

    • Bei der Bemessung des KV-Beitrages werden dieselben Definitionen verwendet, wie man sie auch von Steuerrecht oder von Sozialgesetz her kennt. Das heißt:

      Zu den Kapitaleinkünften zählen NUR die Erträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne, etc.). Das Vermögen selber (was so „rumliegt“) zählt erst mal nicht.
      Ebenso wird die Abfindung nicht als Einkommen gewertet. Es sein denn, die Voraussetzungen für eine Ruhezeit (ALG1) wären gegeben. Ist dies der Fall, so wird in der Ruhezeit die Abfindung als fiktives Einkommen angesehen und wird entsprechend mit KV-Beiträgen beaufschlagt. Die Gefahr sehe ich bei Ihnen aber nicht.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke! Eine große Hilfe.
        Nun muss ich nur geschwind errechnen lassen, ob es geschickter ist, in diesem Jahr noch kein Arbeitslosengeld zu beantragen.

      • Kleine Ergänzung noch. Bitte nicht auf den Gedanken kommen: Ich habe ja keine Zinsen, etc. – also muss ich auch keine KV/PV bezahlen. So funktioniert es nicht! Denn:
        a) Es gibt eine Krankenversicherungspflicht in Deutschland und
        b) es gibt einen Mindestbeitrag (liegt z.Z. bei ca. 165 Euro/Monat).

        Gruß, Der Privatier

  8. Hallo Herr Privatier,
    vielen herzlichen Dank für die sehr informativen Kommentare und Berichte zur Behandlung der KV-Beiträge als Privatier und später als Rentner.
    Als ungerecht empfinde ich die Tatsache, dass bei „reinen“ Privatiers eine Betriebs-Krankenversicherung bei freiwillig Versichterten Kapital-einkünfte, Einnahmen aus Vermietung usw. zur Beitragsberechnung ansetzt, während dies bei pflichtversicherten Mitgliedern ja nicht der Fall ist. Macht es daher Sinn den Status “ reiner Privatier“ in einen Status als „sozialversicherungspflichtiges Mitglied mit minimalem Einkommen“ (derzeit 451 € p.M.)abzuändern um die Kapital-einkünfte und andere Einnahmen (Vermietung usw) bei der Ansetzung der Beiträge zur Krankenversicherung zu vermeiden. Dann kommen doch nur die minimalen Pflichtbeiträge zur Anwendung, oder sehe ich dies falsch.
    Vielen Dank und frdl. Grüße
    rockbeat_61

  9. Hallo Privatier,
    gestern war ich auch bei der Krankenkasse und wollte dort herausfinden, was die freiwilligen Beiträge kosten – auch vor dem für mich so wichtigen Hintergrund, daß mein Mann bei mir familienvesichert ist. Die Mitarbeiterin erklärte mir, daß es darauf ankommt, wie ich mein Arbeitsverhältnis beende, sprich Abfindung bekomme oder nicht, denn die Beiträge werden ja am Einkommen gemessen. Ich habe mich erstmal dazu dort nicht geäußert, da ich die genaue Summe noch nicht kenne. Viel wichtiger für mich war in diesem Zusammenhang, daß man TATSÄCHLICH, wie Sie, Privatier, schon gesagt hatten, mit FREIWILLIGER Versicherung die Familienversicherung aufrechterhalten kann, sprich, diese enthalten bleibt!
    Das hat mich schon sehr beruhigt! Also, ich kenne den Betrag nach wie vor nicht und weiss nicht an welcher Summe sich dieser orientieren wird – das werde ich erst erfahren wenn es zum Tragen kommt, sprich bei Beginn des Dispo-Jahres.

    Als einfacher Mensch, der damit noch nie zu tun hatte, habe ich auch gefragt, ob man mit freiwilliger Versicherung wirklich noch ALLE Leistungen bekommt, und auch hier war die Antwort JA! (ja, für mich war das nicht selbstverständlich aber äusserst wichtig, da wir beide chronische Krankheiten haben) Bis auf Krankengeld natürlich, das ist bei freiwilliger Versicherung nicht mehr drin, was ja logisch ist (d.h. verhält sich in etwa wie bei der Erwerbsminderung).
    Gruß, Evelyn

  10. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu dieser ausgesprochen hilfreichen WebSite!

    Ich stehe mit Beendigung meines Arbeitsverhältnisses zum 31.7.16 (Aufhebungsvertrag) vor dem Start eines Lebens als Privatier (heute 53J). Zum 1.8. möchte ich, um eine Sperre beim ALG zu umgehen, ein Dispojahr starten.

    Nun zu meiner Frage: Da ich alleinstehend bin kann ich mich in der GKV weiterhin freiwillig versichern – nur zu welchem Beitrag? Ab 1.8. werde ich kein Monatseinkommen mehr haben, sondern ’nur‘ noch Kapitalerträge. Z.Zt sind Zinsen und Dividenden noch < 800€/Monat. Meine Abfindung ist auch mit ca. 3000€ recht gering, da ich seit letztem Jahr freigestellt bin und ich die 'Abfindung' durch Fortführung meiner monatlichen Gehaltszahlung bekomme. Wird der GKV Beitrag ab 1.8. nun auf Basis des Monatseinkommens berechnet? Dann müsste ich ja ab dem 1.8. ja nur noch 165€ zahlen (so ich unter den Grenzen bei den Kapitalerträgen bleibe).
    Ist das so richtig?
    Vielen Dank und Gruß!

    • Mir wird aus Ihren Ausführungen nicht so ganz klar, ob Sie nach dem 1.8. nun weitere Zahlungen bekommen oder nicht? Sie schreiben:
      * „Ab 1.8. werde ich kein Monatseinkommen mehr haben…“ aber auch
      * „…ich die ‚Abfindung‘ durch Fortführung meiner monatlichen Gehaltszahlung bekomme.“

      Wenn Sie nach dem 1.8. keinerlei Zahlungen mehr erhalten, stellt sich natürlich auch die Frage, von was Sie als Privatier leben wollen? Aber zumindest die Frage nach den KK-Beiträgen ist dann simpel: Es wird dann der Minimalbeitrag von ca. 165 Euro sein. Richtig so.

      Wenn Sie aber weiterhin Ihre Abfindung beziehen (sog. ratierliche Abfindung) sieht die Sache anderes aus. Eigentlich sind Abfindungen Sozialabgabenfrei, aber die Krankenkassen sehen eine ratierliche Abfindung gerne anders und berechnen da auch gerne einen Beitrag. Ob dies eine gesetzliche Grundlage hat, bin ich mir nicht so sicher. Ist aber nicht mein Thema und darum kann ich dazu nichts sagen.

      Gruß, Der Privatier

  11. Hallo, da hab ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Klarer:
    – 31.7.2015 Aufhebungsvertrag unterschrieben mit Kündigung und letzter Gehaltszahlung zum 31.7.2016
    – Freigestellt seit 14.8.2015 – Arbeitsvertrag und Gehalt laufen bis 31.7.2016 ganz normal weiter
    – am 31.7.2016 erhalte ich meine letzte Gehaltszahlung + kleine Abfindung.
    – Ab 1.8.2016 dann nix mehr außer der Kapitalerträge.
    Das der Ertragsanteil meines Kapitals noch recht gering ist liegt an der bisherigen Anlagestrategie meines ‚Vermögens‘. Man kann ja auch von Barschaft und Verkauf von ETF-Anteilen leben 😉

    Ich gehe also bei dieser Situation davon aus, dass die GKV dann ca 165€ kosten wird, richtig?

  12. Hallo Herr Privatier,

    auch ich bin immer noch nicht ganz sicher, ob eine Abfindung, die ich mit dem letzen Gehalt bekomme, zur Berechnung des freiwilligen Krankenkassenbeitrages mit einberechnet wird.
    – bekomme im März 2016 meine Abfindung
    – bekomme ab April 2016 Arbeitslosengeld
    – habe keine Sperr oder Ruhezeit
    – melde mich im Mai beim Arbeitsamt ab
    – will dann von Aug bis Dez mich freiwillig krnakenversichern
    – dannn wieder im Jan 17 beim Arbeitsamt anmelden
    – meine Frau ist nicht berufstätig und ist zur Zeit bei mir familienversichert

    Bei der freiwiliigen Krankenversicherung heißt es:
    „Die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird berücksichtigt“

    zählt hier die Abfindung dazu?

    Gruss

    • Hallo Sebastian,

      kleiner Nachtrag, da das Resümee fehlt.
      bei keinen Einkünften bleibt es dann beim KV-Mindestbeitrag von max. 170 EUR statt über 630 EUR p.m. und mehr,
      und das sind dann jeden Monat 450+ EUR Ersparnis.

      Allerdings ist es mir völlig rätselhaft, weshalb Du Dich im Mai aus der ALO abmelden willst aber erst ab August KV bezahlen
      möchtest, das geht m.E. gar nicht. Was ist den dann mit Juni und Juli?

      MfG

  13. Hallo Sebastian,

    ein bisschen mitarbeiten sollte man hier im Forum.
    Alle Antworten zu Deiner Frage finden sich in Kapitel 9.10.3 des
    Privatiers. Wenn Du dann noch darüberhinaus Fragen hast, werden wir diese gerne beantworten.
    Nach Deinen Angaben wurden keine Ruhezeiten verhängt, dann gibt es auch keine Handhabe für die freiwiligge GKV, Abfindungen anzurechnen. Und es bleibt bei der Mit-Versicherung Deiner Familie.

    Ansonsten wären Angaben zur Kündigungsfrist, deren Einhaltung, Alter
    und Betriebsangehörigkeit relevant, um einen Rat zu geben.

    Allerdings gibt Dein Fall Anlass zu folgener Variante:
    Lt. BKK Deutsche Bank zur Beitragsberechnung bei Abfindungen
    wird bei Eintreten einer zwischenzeitl. Versicherungspflicht
    (bei Dir hier 1 oder 2. Monate ALG 1)außer bei einer SperrzeitKV nach § 5 Abs.1 Nr.2 SGB V die Abfindung NICHT MEHR angerechnet.
    Eine schöne Variante , wenn Sie denn stimmt (für Dispojahrer leider nicht anwendbar).

    Gruß

  14. @Ulli2000
    …bei keinen Einkünften bleibt es dann beim KV-Mindestbeitrag von max. 170 EUR…

    Richtig ist:
    Das Mindesteinkommen für sonstige freiwillig Versicherte in der GKV beträgt im Jahr 2016 968,33 Euro. Wer so eingestuft ist, zahlt im Jahr 2016 monatlich 137,57 Euro plus Zusatzbeitrag plus Pflegeversicherung.

    So was nervt mich. Wenn man schon Aussagen macht, dann sollten die auch korrekt sein und man sollte es belegen können.
    Nochmal der Link:
    https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/freiwillig-versichert-gkv/

    • Hallo Kurti,

      bei Sebastian wird die Abfindung mit der Folge sehr hoher freiwilliger GKV-Beträge nach meinen Ausführungen und seiner nachfolgenden Bestätigung nicht angerechnet.
      Bei nach seinen Angaben KEINEN(weiteren)EINKÜNFTEN nach Abmeldung aus der ALO BLEIBT es daher bei dem Mindestbetrag von max. 170 EUR (abh. v. den Sätzen seiner GKV unter Berücks. Zusatzbeitrag und Pfl.Vers.).

      Der Hinweis auf das sog. -und damit in dem Link etwas schräg formulierte- „Mindesteinkommen“ ist zwar richtig zitiert, aber hier nicht relevant und macht meine Aussage schon lange nicht falsch.
      Ergo: Wenn ich keine oder vielleicht nur 500 EUR EUR Einkünfte im Monat habe, wird gleichwohl ein FIKTIVES Mindest-(Monats-)einkommen von ca. 970 EUR in 2016 zugrundgelegt
      – damit man die Einkünfte nicht zulasten der GKV herunterrechnen
      kann-.

      Für „keine Einkünfte“ oder Einkünfte unter diesem m.E. besser als MAXIMALEINKOMMEN (für Anwendung des Mindestbeitrages) genannten Betrag BLEIBT es wie von mit beschrieben beim Mindestbeitrag.
      So war es auch bei mir im Dispojahr mit neben der Abfindung keinen Einkünften mit Mindestbetrag KV in den Monaten 7-12 nach wegen Ruhezeiten 6 Monaten mit Maxbetrag in der GKV als freiwillig Versicherter.

      Dankenswerterweise hat der Privatier schon zu diesem Punkt „schlichtend“ Stellung genommen, weitergehend sollten wir m.E grundsätzlich im Forum derartige Spitzen mit persönlichen Einschlag vermeiden, zumal dieser Zwischeneinwand für das Thema nicht einmal zielführend war.

      Im Forum geht es um gegenseitige Hilfestellung in einer nicht einfachen Materie und mir wäre es neben persönlichen Befindlichkeiten wichtiger, wenn wir hier Sebastian helfen konnten.

      MfG

      • Was da auf der verlinkten Seite schräg formuliert sein soll weis ich nicht. – Eindeutiger geht es nicht. – Find Dein Beschreibung eher verwirrend.
        Aber vielleicht bin ich schon zu “ tief“ und lange im Thema drin.
        Da mir schon Sebastian’s Frage, Fragezeichen entlockte.
        Beim überfliegen und lesen der Stichpunkte: Abfindung, keine Sperr- und Ruhezeiten… War mir die Antwort schon klar.
        Leider ist die “ gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ sehr schwammig. – Als Beispiel. Es könnte theoretisch ein Vorteil herangezogen werden, wenn man keine Miete zu zahlen hat.
        Genug der Worte. Werde nix mehr schreiben und nur noch lesen.
        Ende AUS.

  15. Also, liebe Leute – nun wollen wir mal nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Bleibt mal entspannt… im Grunde habt ihr ja alle Recht!

    Kommen wir mal zu den Kernaussagen zurück:

    * „Nach den Angaben von Sebastian wurden keine Ruhezeiten verhängt, dann gibt es auch keine Handhabe für die freiwillige GKV, Abfindungen anzurechnen. Und es bleibt bei der Mit-Versicherung Deiner Familie.“ Völlig korrekt, so ist es!

    * „Das Mindesteinkommen für sonstige freiwillig Versicherte in der GKV beträgt im Jahr 2016 968,33 Euro. Wer so eingestuft ist, zahlt im Jahr 2016 monatlich 137,57 Euro plus Zusatzbeitrag plus Pflegeversicherung.“ Genau so korrekt!

    * „Allerdings ist es mir völlig rätselhaft, weshalb Du Dich im Mai aus der ALO abmelden willst aber erst ab August KV bezahlen möchtest, das geht m.E. gar nicht. Was ist den dann mit Juni und Juli?“ Das verstehe ich auch nicht!! Und das wird auch so nicht gehen. Ich habe hier allerdings mal auf einen Schreibfehler getippt.

    Gruß, Der Privatier

  16. Hallo Prvatier,

    du hast Recht, habe mich verschrieben,
    nach der Abmeldung beim Arbeitsamt, will ich mich bei der Krankenkasse selbst freiwillig versichern.
    Die Kündigungsfristen beim Aufhebungsvertrag wurden auch eingehalten.

    Sorry für die Verwirrung.

    Gruß,

    • Hallo Sebastian,

      danke für Deine Antwort.
      Unklar bleibt, ob Dir klar ist, wie es laufen soll und was Du Deiner
      KV ab Abmeldung aus der ALO erzählen wirst, damit Du nur noch den Mindestbeitrag zahlen musst.
      Info wäre für uns alle nett, ansonsten gutes Gelingen.

      MfG

  17. Hallo Ulli,

    eigentlich ist es mir nicht ganz klar bzw. geheuer.

    ich will mich beim Arbeitslosengeld wieder abmelden, nachdem ich es ein oder zwei Monate bekommen habe und den Rest des Jahres selbst freiwillig krankenversichern.
    Habe dann von Mai oder Juni bis Ende des Jahres kein Einkommen.
    Das sollte doch denen bei der Krankenkasse reichen, oder?

    Gruss

    • Hallo Sebastian,

      das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das Vorgehen immer noch nicht ganz klar ist,
      Eigentlich war meine Frage eher rhetorisch gemeint gewesen.
      Nun denn, ich versuche es noch einmal:

      Bitte rufe folgenden Link auf :
      https://www.bkkdb.de/de/abfindungen.htm
      Nach der Einleitung ist dort unter der Überschrift „Allgemein“der erste Satz relevant, den ich hier zitiere:
      „Sofern die gesetzliche Kündigungsfrist eingehalten wird, bleibt die Abfindung bei der Ermittlung der Beitragshöhe im Rahmen der freiwilligen Versicherung unberücksichtigt.“
      Klarer geht es doch eigentlich nicht.

      Für Dich bedeutet das, dass Deine Abfindung unberücksichtigt bleibt und Du nach der kurzfristigen ALO bei Abmeldung bei der Arbeitsagentur bei keinen Einkünften ( bzw. Einkünften bis monatl. maximal 966 EUR -m.E. irreführend „Mindesteinkommen“ genannt- bei der Weiterversicherung in Deiner GKV als freiwillig Versicherter nur noch den Mindestbetrag für Dich und Deine Familie bezahlen musst.

      Alles unter dem Vorbehalt, dass wie von Dir beschrieben die Kündigungsfristen beim Aufhebungsvertrag eingehalten wurden und Ruhe- und Sperrfristen nicht angefallen sind.

      Wegen des vom Privatier angesprochenen Progressionsvorbehaltes bei
      der Einkommensteuer bei ALG_Zahlung im Jahr der Abfindung solltest Du es auch bei einem Monat ALG 1 belassen, zumal hier die zwei Monate Einkommen im Januar und Februar vor Abfindungszahlung im März steuerlich nicht gerade von Vorteil sind.
      Weitere Ratschläge zur Optimierung kann man hier -wie schon gesagt- mangels konkreter Informationen leider nicht machen, Dein Restanspruch auf ALG (wieviele Monate Gesamtanspr.?) bleiben Dir ja 4 Jahre erhalten.
      Alle von Dir selbst geleisteten Zahlungen zur GKV (und Deine AN-Anteile für Jan./Febr.) kannst Du in diesem Jahr steuerlich als Vorsorgeaufwendungen voll absetzen.
      Vorsicht: Da die Beiträge als freiwilliger Selbstzahler immer erst
      am 15. des Folgemonats fällig sind. wäre eine Zahlung der GKV-Prämie für Dezember 2016 erst am 15.1.17 nach dem Zuflussprinzip des Einkommensteuergesetzes zu spät für die steuerliche Berücksichtigung für 2016. Und in 2017 wirst Du ja -wegen der Zahlungen der KV durch die Arbeitsagentur- keine eigenen Zahlungen zur KV aufwenden müssen.
      Besprich diesen Punkt wie auch grundsätzlich die Frage des Mindestbeitrags zur KV sofort/rechtzeitig mit Deiner KV. Nicht jeder Mitarbeiter ist dort mit der Materie vertraut und man kann dann bei Problemen rechtzeitig gegensteuern.
      Vielleicht wäre es gar nicht mal schlecht die Mindestprämie für die
      7 oder 8 Monate auf einen Schlag an die KV zu zahlen, natürlich in Abstimmung mit dieser, aber dann gibt es keine Diskussionen mehr.

      Feedback, ob jetzt die fragl. Punkte klar sind bzw. zum Ergebnis der Verhandlungen mit Deiner GKV wären nett und für alle im Forum hilfreich.

      Gruß

  18. Hallo an die Experten,

    wenn ich das hier richtig verstanden habe, muß ich als Privatier keine Krankenkassenbeiträge zahlen, wenn meine Frau in der GKV versichert ist, da ich dann in die Familienenversicherung falle, auch wenn meine Frau nur mit 550€ Brutto mtl entlohnt wird. Da ich Mieteinnahmen erziele frage ich, ob es eine Frist (10 Jahresfrist) für die Überschreibung meiner Mietobjekte (an meine Frau)gibt, damit diese Einnahmen nicht zur Berechnung der KV Beiträgen herangezogen werden? Dank im Voraus!

    • Mir ist eine solche Frist nicht bekannt. Meiner Erfahrung nach interessiert sich die Krankenkasse auch nicht für die Hintergründe der Einkommensverhältnisse. Da wird nur auf den EkSt.-Bescheid gesehen und fertig.
      Wer sich allerdings für solche Übertragungen interessieren könnte, ist das Finanzamt. Hier wird man u.U. wissen wollen, ob es sich um einen (verdeckten) Verkauf handelt, aus dem u.U. Steuerpflicht entstehen würde, oder ob es sich um eine Schenkung handelt. Dabei wird man dann sicher auf die Höhe und zeitliche Fristen achten. Die Grenzen sind aber unter Eheleuten recht hoch und mir aktuell auch nicht bekannt.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Etzkorn,

      m.M.n. wirkt sich eine Übertragung einer vermieteten Immobilie in Summe ggf. recht negativ aus.
      – KV+PV-Beiträge gespart aber AfA-Betrag der Immobilien nach Übertragung/ Schenkung der Immobilie verloren
      – ggf. sind Darlehenszinsen auch nicht mehr absetzbar, da Darlehenszahler und Immobilienbesitzer unterschiedlich
      – mit der Übertragung/ Schenkung der Immobilie gehört sie dann auch dem Partner (möchte sich dieser dann auch damit beschäftigen/ belasten?
      – Sie finden bestimmt noch selbst weitere problematische Sachverhalte.

      Wie der Privatier schreibt ist die KK wohl eher leicht zu überzeugen. Ob auch das FA mitspielt wird eher eine langjährige Geschichte.

      Einfacher wäre selbst eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit (oder z.B. auch Bundesfreiwilligendienst) aufzunehmen, dann sind V+V- sowie KAP-Erträge für die KK uninteressant.

      LG FÜR2012

  19. Danke für die Beiträge.

    Da meine Frau eh schon mit im Boot sitzt und wir zusammen veranlagt werden,sehe ich die o.g Nachteile für mich nicht zutreffend. Liege ich da falsch?
    VG PE

    • Hallo Etzkorn,

      das kann ich leider nicht beurteilen. Manchmal hinterfragt das FA schon intensiv Veränderungen bei V+V.
      Bei Aktienschenkungen z.B. erhält das FA eine „Kontrollmitteilung“; bei anderen Schenkungen ????

      LG FÜR2012

  20. Hallo Herr Privatier,

    da meine Frau ab dem 01.01.18 nach Zahlung einer Abfindung bis zu Ihrer Rente ein paar Jahre als Privatier „fungieren wird“, haben wir die Frage nach der Beitragshöhe in der GKV an die TechnikerKK gestellt. Da ich selbst privat krankenversichert bin, bekamen wir von dort die Auskunft, dass in diesem Fall mein Gehalt (ich muss noch ein paar Jahre…) durch 2 geteilt und von der Hälfte dessen der KK-Beitrag für meine Frau errechnet wird. Ist das wirklich so?

    • Ich selber habe wenig Erfahrungen mit privaten Krankenversicherungen und dem ganzen Regelwerk, was sich damit verbindet. Ich kann aber gerne einmal einen Link weitergeben, wo die Frage der Beitragszahlung in einem solchen Fall von der Techniker-Kasse erläutert wird. Und ich gehe einmal davon aus, dass die Regeln überall dieselben sind.
      Grundaussage ist wohl: Ja, beide Einkommen werden berücksichtigt. Aber es gibt Ausnahmen, Freibeträge, Unter- und Obergrenzen. Im Resultat: „…liegt Ihr monatlicher Beitrag zur Krankenversicherung zwischen mindestens 148,75 Euro und höchstens 326,25 Euro.“ Zzgl. Pflegeversicherung.

      Gruß, Der Privatier

  21. Verehrter Privatier,

    auch von meiner Seite herzlichen Dank für Ihren tollen Blog.

    Ich bin privat krankenversichert, ledig, ohne Kinder, 52 Jahre alt und möchte in Kürze nach 26 Berufsjahren kündigen – ohne Abfindung. Die Arbeitslosigkeit möchte ich als Möglichkeit nutzen, wieder in die GKV einzutreten. Denn mit dem Tag des Leistungsbezugs bin ich wieder pflichtversichert, und würde dann später als Privatier, bzw. Erwerbsloser ohne Einkommen, einen Beitrag auf der Basis des fiktiven Einkommens (992,- EUR) zahlen.

    Durch mein „versicherungswidriges“ Verhalten werde ich aber wohl eine zwölfwöchige Sperrzeit erhalten. Ohne Dispositionsjahr bedeuten das, dass ich mit den Zeiten als Arbeitssuchender (12 Wochen) und den zwölf Wochen als Arbeitsloser ohne Leistungsbezug, ein halbes Jahr den Vermittlungsbemühungen der Agentur ausgesetzt bin, bis die Versicherungspflicht einsetzt. Falls ich in dieser Zeit erfolgreich vermittelt werde, und das Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt – weil es derzeit auch deutlich darüber liegt, und ich wahrscheinlich nicht dazu verpflichtet werden kann riesige Abstriche zu machen – schaffe ich den Umstieg nicht.

    Das Dispojahr ermöglicht es, dass die Pflichtversicherung am ersten Tag der Arbeitslosigkeit eintritt. Falls es dann noch möglich ist, wie von Ihnen dargelegt, auf den Status des Arbeitsuchenden während des Dispojahrs zu verzichten, wäre dies der sichere Weg in die GKV ohne Vermittlung.
    Allerdings ist mir auch klar, während des Dispojahrs muss ich die Beiträge für die PKV alleine schultern. Mein vorrangiges Ziel ist die Rückkehr in die GKV.

    Hier meine Fragen:
    1. Sehe ich das richtig?
    2. Ist der Weg verbesserungsfähig, oder gibt es noch einen anderen, sicheren Weg in die GKV?
    3. Falls das Alg I dann fließt, und ich wieder Mitglied der GKV bin und bekomme dann eine Sperre, was passiert dann? Ist es dann so, dass die GKV mich weiter versichern muss, und ich den Beitrag anhand des fiktiven Einkommens leisten muss?

    Vielen Dank im Voraus für die Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Max Reiners

    • Ich möchte vorweg schicken, dass ich selber zeitlebens GKV versichert war und mich daher mit den speziellen Regeln einer PKV nur sehr oberflächlich befasst habe. Insbesondere die Regeln zum Wechsel von der PKV zur GKV sind teilweise recht umfangreich, gerade auch im Zusammenhang während und nach einer Arbeitslosigkeit. Ich möchte da gerne auf einen Beitrag von Finanztip verweisen, der hier sicher einen ersten Überblick verschaffen kann: „Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit„.

      Aber ein paar Anmerkungen zu Ihren Überlegungen möchte ich trotzdem machen:

      So ist es z.B. nicht ganz richtig, wenn Sie glauben, die Versicherungspflicht setze erst nach Ablauf der Sperrzeit ein! Bisher war es bereits so, dass bereits im zweiten Monat der Arbeitslosigkeit (also auch innerhalb einer Sperre) die Versicherungspflicht eingesetzt hat und die Agentur dementsprechend auch die Beiträge zur GKV übernommen hat. Nach einem recht aktuellen Gesetz (HHVG) wird dies ab 1.8.2017 dann direkt von Beginn der Arbeitslosigkeit sein. Details dazu z.B. bei Haufe: „Krankenversicherung während der Sperrzeit neu geregelt„. Dafür wäre also nicht zwingend ein Dispojahr erforderlich (kann aber natürlich trotzdem).

      Ich hoffe, dass dies im Zusammenhang mit den Links Ihre Fragen weitgehend beantwortet.

      Gruß, Der Privatier

      • Es ist richtig was Sie sagen bzgl. der Übernahme der Beiträge ab dem 1. Monat, allerdings gilt das nur für GK-Versicherte. Soweit ich es bisher recherchieren konnte, müssen PK-Versicherte ihre Beiträge selbst zahlen, bis die Leistungen fließen. Die Pflichtversicherung setzt erst mit Zahlung des Alg I ein, also nach der Sperrzeit. Es ist kompliziert.

      • Das kann ich so nicht glauben. Es ist eindeutig, dass die Versicherungspflicht bisher nach dem ersten Monat eingesetzt hat. Zukünftig (wie oben erläutert) bereits ab dem erten Tag der Arbeitslosigkeit.
        Mit dem Beginn der Versicherungspflicht muss der PKV-Versicherte eine Entscheidung treffen: Lässt er sich davon befreien oder nicht? Will er ggfs. nachher wieder in die PKV?
        Bei dem von Ihnen angestrebten Wechsel besteht also die Möglichkeit vom ersten Tag an in die GKV zu wechseln, mit der entsprechenden Kostenübernahme durch die Agentur.

        Gruß, Der Privatier

        • Sie haben recht! Die Pflichtversicherung gilt vom ersten Tag an, ungeachtet einer Sperrzeit. Man sollte eben nicht alles glauben was so im Netz verbreitet wird.

          Vielen Dank für Ihre Kommentare.

          Gruß,

          Max Reiners

        • Naja… es ist eine sehr neue Gesetzesänderung, die noch nicht einmal in Kraft ist. Erst ab 1.8.2017. Von daher sind Aussagen, die die Versicherungspflicht erst nach einem Monat sehen, heute sogar noch richtig.
          Aber natürlich sollte man bei allen Fundstellen im Internet immer auch auf das Datum achten. Auch hier auf meiner eigenen Seite befinden sich -zig Daten, die nicht mehr aktuell sind. Diese ständig auf dem neuesten Stand zu halten, wäre für mich nur machbar, wenn ich sämtliche neuen Beiträge und Kommentare ab sofort einstellen würde.

          Aber egal – Hauptsache Sie haben einen Weg für sich gefunden. Und das erscheint mir der Fall zu sein.

          Gruß, Der Privatier

        • Kleiner Nachtrag noch für alle, die es hin und wieder ganz genau wissen wollen:

          Es gibt unter JURION eine sehr schöne Seite, die die Möglichkeit bietet, sowohl aktuelle Fassungen von Gesetzestexten zu recherchieren, als auch vergangene und auch zukünftige! Gutes Beispiel wäre z.B. die hier oben in den Kommentaren diskutierte Versicherungspflicht (§5 SGB V, Abs.1, S.2). Hier kann man es noch einmal genau nachlesen.

          Gruß, Der Privatier

  22. Meine Frau hat 5 Kinder aufgezogen. Sie bezieht für diese die Mütterrente.
    Sie ist mitversichert in der Allianz PKV.
    Für die GKVdR sei sie nicht qualifiziert.
    Gibt es Härtefallregelungen, Ausnahmen, Sonderfälle usw.?

    • Die Regeln für die Aufnahme in die KVdR wurden in diesem Jahr deutlich verbessert. Und zwar insbesondere für Eltern mit vielen Kindern. Nähere Details dazu finden sich im Beitrag „Änderungen der 9/10-Regel für die KVdR„.

      Mit den dort beschriebenen Änderungen ließen sich bei 5 Kindern immerhin insgesamt 15 Jahre mehr an Vorversicherungszeit erlangen. Wenn das auch nicht reicht, oder es andere Gründe für die Ablehnung gibt, kenne ich keine weiteren Ausnahmen oder Sonderfälle.

      Gruß, Der Privatier

  23. Ich möchte mich kurz vorstellen: Ich heiße Michael, bin 55 Jahre alt uns seit 01.01.2020 Privatier. Ich gestatte mir gleich eine Frage loszuwerden: Ich war die letzten 3 Jahre selbstständig als GmbH-Gesellschaftergeschäftsführer. Davor war ich 21 Jahre im Angestelltenverhältnis beschäftigt. Ich war als Angestellter in der BKK meiner Firma gesetzlich versichert. Dies habe ich als freiwillig Versicherter auch beibehalten. Mein letzter Beitrag war rund 630 EUR. Nun ist es so, das meine Frau relativ viel verdient und privat versichert ist. Die BKK möchte den Einkommensnachweis meiner Frau haben, da dieses Einkommen mit herangezogen wird. Nun habe ich keine Infos dazu gefunden. Wird die Hälfte der Einkünfte meiner Frau herangezogen? Muß man darauf AG und AN-Anteil zahlen? Gibt es dazu Erfahrungen? Beim durchlesen der gut strukturierten Beiträge ist mir nichts aufgefallen. Vielleicht hat ja jemand schon einmal dieses Problem gehabt. Herzlichen Dank für die guten Hinweise, die mir bei meiner Entscheidung geholfen haben. Viele Grüße Michael

  24. Hallo!

    So, jetzt habe ich eine Frage zur Kranken-/Pflegeversicherung.
    Aktueller Stand: ich bin in den Verhandlungen bzgl. Aufhebungsvertrag (Abfindung) mit der Personalabteilung.
    Ich gehe davon aus, dass mich mein Arbeitgeber so schnell wie möglich freistellen möchte.
    Ich glaube/denke, dass es eine Freistellung mit Gehaltsfortzahlung gibt oder aber eine Freistellung ohne Gehaltsfortzahlung

    Bei Gehaltsfortzahlung ist alles klar. Da bleibt quasi alles beim Alten (Bruttogehalt abzüglich Sozialversicherungsleistungen)

    Wie ist es bei einer Freistellung ohne Gehaltsfortzahlung? Muss ich die Kranken-/Pflegeversicherungsbeiträge aus eigener Tasche bezahlen (bis zum Ausscheiden aus dem Betrieb…und danach ja sowieso)?

    Danke für die Hilfe!
    Sandra

    • Sozialversicherungsbeiträge sind immer an eine bezahlte Beschäftigung gebunden. Es gibt hier wohl Übergangsfristen (ein Monat), aber danach werden vom AG keine Sozialabgaben mehr abgeführt und der AN auch entsprechend abgemeldet. Folge: Der AN muss die Beiträge selber zahlen.

      Eine unbezahlte Freistellung ist aber eigentlich nur üblich, wenn ein AN eine längere Auszeit (Sabbatjahr) nehmen möchte und anschliessend seinen alten Job wieder aufnimmt. Eine unbezahlte Freistellung bis zur Kündigung wäre sehr ungewöhnlich.
      Mehr dazu in der ähnlichen Frage an anderer Stelle.

      Gruß, Der Privatier

  25. Hallo alle zusammen,

    1. Frage: Bei der freiwilligen Krankenversicherung: Wenn man z.B. im August 2020 und September 2020 hypothetische 12.000 Euro Gewinn durch Trading (Aktien, ETFs) generiert, aber in den anderen 10 Monaten 0 Euro oder gar Verluste einfährt, wie wird man dann bei der gesetzlichen Krankenversicherung eingestuft?

    Leider ist nirgendwo bei Google zu finden, ob die Berechnung auf das Jahr oder auf den Monat berechnet wird.

    Kommt es dann nur wegen 2 Monaten zum Höchstsatz für das ganze Jahr? Macht ja schon viel aus: „Ihr monatlicher Beitrag liegt bei mindestens 162,43 Euro und höchstens 717,19 Euro.“

    Man wird doch wohl hoffentlich nicht wegen 2 Monaten mit jeweils 6.000 Euro Gewinn mit der Höchstgrenze eingestuft? Schließlich bleibt man ja mit dem hypothetischen 12.000 Euro Gewinn in 2 Monaten unter den 12.740,04 Euro als fiktives Mindesteinkommen auf das ganze Jahr gerechnet. Das mit den 6.000 Euro ist übrigens nur ein Beispiel zu einfacheren Berechnung, als dass ich jetzt 750 Euro hier, 245 Euro da und 1.198 Euro dort monatlich Gewinn einfahre. Mich interessieren die Grundlagen der Berechnung, leider scheinen die wohl ein „Geheimnis“ zu sein.

    2. Frage Als Nachweis für die Krankenkasse reicht ja sicher die Jahressteuerbescheinigung 2020 der Trading-Plattform? Die kann man ja erst ab Januar 2021 besitzen und darauf basierend wird der Krankenkassenbeitrag für 2020 rückwirkend und 2021 zukünftig berechnet?

    Um es zu veranschaulichen:

    01.2020 = 0 Euro Gewinn
    02.2020 = 0 Euro Gewinn
    03.2020 = 0 Euro Gewinn
    04.2020 = 0 Euro Gewinn
    05.2020 = 0 Euro Gewinn
    06.2020 = 0 Euro Gewinn
    07.2020 = 0 Euro Gewinn
    08.2020 = 6.000 Euro Gewinne durch Aktien/ETF etc.
    09.2020 = 6.000 Euro Gewinne durch Aktien/ETF etc.
    10.2020 = 0 Euro Gewinn
    11.2020 = 0 Euro Gewinn
    12.2020 = 0 Euro Gewinn

    Hauptfrage ist einfach: Wie viel zahle ich im Monat im Jahr 2020 und 2021 aufgrund der obigen Monats- und Gewinnangaben?

    Es gibt ja nur 3 Möglichkeiten:

    1. Bezahle ich im August 2020 und September 2020 den Höchstsatz von 717,19 Euro und dann alle anderen Monate den Mindestsatz von 162,43 Euro?

    2. Oder bezahle ich das ganze Jahr 2020 UND 2021 den Höchstsatz 717,19 Euro (8.606,28 Euro für 12 Monate) und bekomme auch nichts erstattet?

    3. Oder bezahle ich das ganze Jahr 2020 den Mindestsatz von 162,43 Euro (1.949,16 Euro für 12 Monate), da ich auf das ganze Jahr 2020 gesehen die 12.740,04 Euro als fiktives Mindesteinkommen nicht überschreite UND bezahle auch das ganze Jahr 2021 162,43 Euro (1.949,16 Euro für 12 Monate) nach Einreichung der Jahressteuerbescheinigung 2020 mit Gewinn 12.000 Euro (also unter dem fiktiven Mindesteinkommen)?

    (Pflegversicherung kommt noch hinzu, aber es geht hier nur ums Prinzip der Berechnung.)

    Sorry, dass es so ausführlich ist, aber meine Hoffnung ist ja auch, dass es nicht wirklich nicht so kompliziert ist?

  26. Danke für die schnelle Antwort.

    Das wäre auch meine Annahme gewesen, aber ich bin da immer skeptisch.

    Hier ist ein Muster von der Steuerbescheinigung einer Depotbank:

    https://www.steuer-soldaten.de/post/abgeltungssteuer-auf-kapitalertrage-so-nutzen-sie-den-freibetrag-freistellungsauftrag

    Da steht ja auch nur das Jahr, „die Höhe der Kapitalerträge“ und nicht die einzelnen Monate. Es sieht ja kein Mensch, ob ich im August 6000 Euro oder null, niente hatte oder erst später oder überhaupt.

    Die ursprüngliche Investionssumme (z.B. 20.000) steht in der Steuerbescheinigung der Depotbank grundsätzlich nicht?

    Nehmen wir mal ein fiktives Aktie-Einkommen von 20.000 im Jahr 2020 an: Nicht optimal ist es nur, dass man keine Verluste bei der Krankenkasse verrechnen kann. Wenn es z.B. 2020 mit Technologie-Aktien mal gut lief, kann ja 2021 ein großer Crash kommen und ich bezahle den 2021-Beitragssatz auf der Basis von 2020.

    Das ist der entscheidende Satz, oder?

    „Bei Einnahmen aus Kapitalvermögen mit Ausnahme von Kapitalerträgen bei Kapitalleistungen aus einer Kapitallebensversicherung, die nicht neben dem Arbeitseinkommen oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erzielt werden, ist abweichend von Satz 1 der innerhalb des zuletzt nachgewiesenen Kalenderjahres zugeflos- sene Betrag, geteilt durch die Zahl der Kalendermonate, in denen er erzielt wur- de, dem jeweiligen Beitragsmonat zuzuordnen.“

    https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/kv_grundprinzipien/finanzierung/beitragsbemessung/beitragsbemessung.jsp

    • „…ich bezahle den 2021-Beitragssatz auf der Basis von 2020.“

      Das ist erst einmal richtig. Wird aber durch die nachträgliche Abrechnung im Folgejahr wieder korrigiert. Und die Situation kann ja auch einmal umgekehrt eintreten: Ein Jahr mit sehr niedrigen Einkünften führt in der Folge zu einem eigentlich zu niedrigen Beitrag. Am Ende gleicht sich das alles wieder aus. 😉

      Falls weiter Zweifel an der Vorgehensweise bestehen sollten, kann auch einmal eine driekte Frage bei der eigenen Krankenkasse weiter helfen. Manchmal gibt es dort dann nämlich auch etwas abweichende Vorstellungen.

      Gruß, Der Privatier

  27. Ja, habe schon bei der Krankenkasse nachgefragt, aber da es sich eher um einer hypothetischen Fall handelt, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, konnte man mir auch nicht weiterhelfen. Ich bin auch ein Buy-and-Hold-Anleger, aber wenn der nächste Crash kommen sollte, würde ich zügig verkaufen innerhalb von 1 bis 2 Monaten. Deshalb das Beispiel oben mit den 12.000 Euro Gewinn für die 2 Monate, wenn ich das Depot leerfege. Viele Werte sind ja jetzt noch von Mitte März 2020 dank Corona 30% im Minus.

    1. Aber da die 12.000 Euro durch 12 Monate geteilt werden, da auf der Steuerbescheinigung nur der Gesamtbetrag mit der „Höhe der Kapitalerträge“ auftaucht und nicht die einzelnen Monate, bin ich definitiv unter dem 12.740,04 Euro fiktiven Mindesteinkommen?

    2. Wenn noch ein 450-Euro-Job besteht (5.400 Euro für 12 Monate insgesamt), würden dann 7.340,04 Euro fiktives Mindesteinkommen verbleiben? Oder berechnet sich das anders: Kapitalerträge auf der einen und Minijob auf der anderen Seite?

    3. Ich vermute, wenn nur Kapitaleinkünfte bestehen, erfolgt keine Erstattung laut dem hier?

    „Für andere Einnahmearten (z.B. Kapitalerträge, Renten etc.) bleibt die bisherige Beitragsfestsetzung grundsätzlich unberührt. Die Ausweitung der neuen Regelung auf andere Einnahmearten erfolgt nur dann, wenn das Mitglied diese neben Einkünften aus selbständiger Tätigkeit oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung bezieht. Dann werden auch die Beiträge weiterer Einnahmen künftig zunächst vorläufig festgesetzt.“

    https://www.bertelsmann-bkk.de/ueber-uns/news-und-newsletter/neuerungen-im-jahr-2018/

    • Zu 1: Ja, wenn es keine weiteren Einkünfte gibt, ist das richtig.

      Zu 2: Es zählt immer die Summe aller Einkünfte, egal wo sie herkommen.

      Zu 3: Richtig, hier bleibt es dann bei alten Regelung, d.h. keine Nachberechnung.

      Gruß, Der Privatier

  28. Interessante Problematik. Eine andere Frage, wie ist das eigentlich bei der freiwilligen KV und Gewinn auf Aktien und Optionen, wenn diese als Beispiel am ersten Oktober 2020 beginnt?

    Gilt dann (12 x 1.061,67 Euro) – somit 12.740,04 Euro – fiktiven Mindesteinkommen als Gesamtbetrag oder nur (3x 1.061,67 Euro) – somit 3.185,01 Euro -, weil die freiwilligen KV erst ab dem ersten Oktober 2020 beginnt und es sich um 3 statt 12 Monate dreht?

    Oder anders gefragt, wenn man ab dem ersten Oktober 2020 die freiwilligen KV hat, bleibt man trotz Kapitalerträge von 12000 Euro in 2020 trotzdem beim kleinsten KV-Beitrag? Oder hätten nur 3.185,01 Euro sein dürfen wegen 3 statt 12 Monate, seitdem man bei der frewilligen KV dabei ist? Vorher die 9 Monate von 2020 ganz normal über den Arbeitgeber.

    Ich möchte vom ersten Oktober 2020 bis Sommer 2021 ein Sabbatical machen und frage deshalb welche KV-Beiträge auf mich zukommen. Es wären dann 3x Monate 2020 freiwillige KV und dann und 6x Monate 2021 freiwillige KV so grob.

    • Hallo Andreas,

      aus meiner eigenen Erfahrung lohnt es sich für die Zeit der eigenen freiwilligen Versicherung verbindliche Angebote bei mehreren Krankenkassen einzuholen. Nicht nur die Beiträge sind verschieden, auch die Berechnung des Einkommens durch die Krankenkassen differieren. Üblicherweise wird zur Berechnung des Krankenkassenbeitrags ein Monatseinkommen ermittelt. Auf dieses Monatseinkommen wird dann ein Monatsbeitrag festgesetzt. Wenn ich es richtig einschätze, hast Du ab 01.10.2020 nur noch die Einkunftsart Kapitalertrag. Theoretisch müßte die KK den Kapitalertrag für Oktober 2020 der Beitragsbemessung zugrundelegen. Der ist zu diesem Zeitpunkt aber unbekannt. Du kannst eine Schätzung des Kapitalertrags für den Zeitraum 01.01.2020 bis 31.12.2020 machen und diesen durch 12 dividieren.
      Abziehen darfst Du alle Werbungskosten Kapitalertrag. Anders als bei der Steuer dürfen Werbungskosten Kapitalertrag bei der Berechnung der Einkünfte Kapitalertrag abgezogen werden.
      Viele Kassen machen es sich aber sehr einfach: sie legen die Kapitalerträge des neuesten vorliegenden Steuerbescheids zugrunde. Wenn Du Glück hast, liegt im September 2020 schon der Steuerbescheid für 2019 vor, wenn nicht muss der Steuerbescheid von 2018 verwendet werden. Viele Kassen legen also für den zukünftigen Zeitraum einen nicht mehr aktuellen Kapitalertrag des Vorjahres oder Vorvorjahres zugrunde. Deswegen ist es wichtig, dass Du verbindliche Angebote bei verschiedenen Kassen einholst, um zu sehen, wie sie Im Detail der Berechnung vorgehen. Es gibt Kassen, die weigern sich Verluste Kapitalertrag in die Berechnung einzubeziehen (BIG direkt gesund). Ich mußte erstmal Widerspruch einlegen. Und es gibt Kassen, die weigern sich Altverluste für die Berechnung des Kapitalertrags zu berücksichtigen
      (BIG direkt gesund). Auch die Anerkennung der Werbungskosten Kapitalertrag ist dann oft streitig. Manche Kassen gewähren nur einen Werbungskostenpauschbetrag KAP von 51 EUR. Als Privatier mit geringen Einkünften ist das Finanzamt eher ein geringeres Problem, die Krankenkassen sind das größere Problem.
      Wenn Du erst mal Mitglied bei einer Kasse bist und die Beitragsberechnung ist unfair, kommst du nicht mehr raus, deswegen unbedingt rechtzeitig einige Monate vorher verschiedene Angebote einholen. Dann wirst Du sehen, welchen Kapitalertrag minus Werbungskosten KAP sie aus Deinem Steuerbescheid berechnen.

      Gruß Gerhard

    • „Ich möchte vom ersten Oktober 2020 bis Sommer 2021 ein Sabbatical machen und frage deshalb welche KV-Beiträge auf mich zukommen.“

      Ein Sabbatical im klassischen Sinn ist ja eine Auszeit eines fest Angestellten, die mit dem AG vereinbart worden ist, also mit Einverständnis des AG. Arbeitgeber, die ein Sabbatical erlauben, bieten dazu meistens ein Arbeitszeitmodell an, in dem die verminderte Gehaltsfortzahlung und die Beitragszahlung für GKV und GRV geregelt ist. So eine Regelung ist meistens die beste Alternative. Ist das bei deinem AG nicht der Fall ?
      (Ich wollte das auch mal machen, aber der AG spielte nicht mit).

      • @Privatier und Gerhard

        Danke für deine Antwort. Wenn es den Monaten zugeordnet wird und meine freiwillige Versicherung erst am 1.10.2020 beginnt, dann gelten nicht 12 x 1.061,67 Euro – somit 12.740,04 Euro Kapitalerträge für ganz 2020 -, SONDERN NUR 3x 1.061,67 Euro für Oktober/November/Dezember 2020 – somit 3.185,01 Euro an maximalen Kapitalerträgen, um bei der niedrigsten KK-Beitragsstufe zu bleiben?

        Selbst wenn es gegenwärtig noch nicht ermitteln werden kann, wird der Steuerbescheid 2020 irgendwann von der KK nachgefordert und die KK-Beitragsstufe angepassst. Nur wäre es Irrsinn, mir bei 120000 Euro Kapitalerträgen für ganz 2020 zu unterstellen, dass ich jeden Monat (Oktober/November/Dezember 2020) auf 4000 Euro Kapitalerträge regelmäßig komme. Die dividieren dann 12000 Euro durch 3 Monate (Oktober/November/Dezember 2020) und das wäre eine richtig teure KK-Beitragsstufe von über 700 Euro KK-Beitrag im Monat.

        @Robert

        Ja, ich könnte bei den AG zurückkehren, muss aber eben die Kosten selbst tragen, was aber überschaubar wäre. Das Finanzamt ist mit Abgeltungssteuer/Kirchensteuer/Soli wesentlich transparenter als Krankenkassen.

        @Bruno

        Leider trifft die Familienversicherung nicht auf mich zu, aber danke für den Hinweis.

        • Du hast es offenbar nicht richtig verstanden?
          Wenn Du in deiner Selbstauskunft angibst. dass du voraussichtlich ca. 1.000€/Monat an Kapitaleinkünften hast und dies mit geeigneten Belegen plausibel machen kannst und sich deine Aussagen im Folgejahr (wieder anhand geeigneter Belege) bestätigen, so zahlst Du nur den Mindestbeitrag.

          Gruß, Der Privatier

          • Habe deine Antwort übersehen. Danke nochmals. Ich füge nochmals der Übersichtlichkeit halber hinzu:

            1. Januar 2020 bis 30. September 2020 = Angestelltenverhältnis mit gesetzlicher Krankenversicherung
            1. Oktober 2020 bis 31. Dezember 2020 = freiwillige gesetzliche Krankenversicherung

            Anfang Juli 2020 kam es durch eine Positionsauflösung zu ca. 8500 Euro Kapitalerträgen. Momentan habe ich noch zwei thesaurierende ETFs, die ich aber noch einige Zeit laufen lassen möchte. Oder bei einem plötzlichen Corona-Crash schnell verkaufen möchte, abhängig davon, ob ich immer durch 12 teilen “darf” oder nicht.

            – Es wäre interessant zu wissen, ob ich für die Beitragsermittlung diese 8500 Euro durch 12 Monate teilen “darf” oder nur durch 4 Monate?

            – Als Nachweis gilt immer der Steuerbescheid und die wollen keinen Ausdruck der ganzen Transaktionen mit Gewinn und Datum?

            – Und spielt es eine Rolle, wenn ich nebenbei noch einen Minijob (unter 450 Euro) (Homeoffice/Remote) habe?

          • Gilt eigentlich dieser Absatz für Minijob + Kapitalerträge?

            
“Laufende beitragspflichtige Einnahmen sind dem Beitragsmonat zuzuord- nen, in dem der Anspruch auf sie entsteht oder in dem sie zufließen, sofern nicht eine typisierende Zuordnung bei der Beitragsbemessung der einzelnen Personengruppen vorgeschrieben ist.“

            Und dieser Absatz gilt, wenn ich keinen Minijob habe und nur Kapitalerträge?

            „Bei Einnahmen aus Kapitalvermögen mit Ausnahme von Kapitalerträgen bei Kapitalleistungen aus einer Kapitallebensversicherung, die nicht neben dem Arbeitseinkommen oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erzielt werden, ist abweichend von Satz 1 der innerhalb des zuletzt nachgewiesenen Kalenderjahres zugeflos- sene Betrag, geteilt durch die Zahl der Kalendermonate, in denen er erzielt wur- de, dem jeweiligen Beitragsmonat zuzuordnen.“

            Absatz 1 würde ja bedeuten, dass jeden Monat die Kapitalerträge berücksichtigt werden.

            Absatz 2 würde hingegen bedeuten, dass es durch 12 geteilt wird?

          • Der erste Absatz enthält die grundlegende Regel, nach der Einkünfte den Monaten zugeordnet werden, in denen sie zufliessen. Typische Beispiele sind Lohn/Gehalt oder Mieteinkünfte.
            Der zweite Absatz enthält eine abweichende Regel für Kapitaleinkünfte, die typischerweise (bei Zinsen und Dividenden) im DE zwar nur einmal im Jahr zufliessen, aber die Einkünfte für ein ganzes Jahr beinhalten. Diese werden daher auf das ganze Jahr verteilt.

            Als Nachweis reicht in der Regel ein Steuerbescheid, sofern dort sämtliche Angaben enthalten sind. Will man selber jedoch spezielle Sondersituationen nachweisen, wird man andere (zusätzliche) Nachweise vorlegen müssen.

            Gruß, Der Privatier

    • @Andreas,

      ich habe einfach meiner Techniker-KK schriftlich meine zu erwartenden Einkünfte (inkl. Kapitalerträge, Auszahlung von Bausparvertrag mit Bonuszinsen, Lebensversicherung, etc.) für das nächste Jahr mitgeteilt.
      Daraufhin habe ich die schriftliche Info erhalten, dass bei mir eine Familienversicherung in Frage kommt, weil diese Einmaleinkünfte nicht bei der Familienversicherung herangezogen werden.

      Ich gehe mal davon aus, dass die nicht einfach im nächsten Jahr etwas Anderes behaupten können.

      Gruß

      Bruno

  29. Habe es nun verstanden. Danke sehr für die Antwort.

    Muss man eigentlich bei thesaurierenden ETFs und Krankenkasse etwas beachten? Bei ausschüttenden würde ja immer Steuer anfallen, aber thesaurierende ETFs einfach über Jahre laufen lassen, damit sollte eigentlich nichts an Steuern anfallen, da diese erst beim Verkauf entstehen?

    • Bei thesaurierenden ETFs wird ja auch jedes Jahr die Vorabpauschale fällig und ist dann in der Steuerbescheinigung/Steuerbescheid enthalten.
      Sofern dann in der Anlage KAP alle Einkünfte erfasst sind, würde ich mir über irgendwelche Details keine Gedanken machen: Steuerbescheid einreichen und fertig.
      Das sind zumindest meine Erfahrungen mit der Techniker Kasse. Aber Krankenkassen agieren schon mal sehr unterschiedlich…

      Gruß, Der Privatier

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