Kommentare

Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand — 165 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    noch eine kleine Ergänzung:
    auch auf Grund geänderter KV-, PV-, RV- und Zusatzbeiträge (der KK) kann sich ebenfalls eine geringfügige Änderung ergeben (in beide Richtungen möglich).

    LG FÜR2012

    • Guter Hinweis. Danke. Habe ich im Beitrag oben vergessen.

      Kommt allerdings in der Realität auch nicht ganz so häufig vor. Denn die Abzüge, die beim ALG vorgenommen werden, richten sich eben NICHT nach individuellen Zusatzbeiträgen von Krankenkassen u.ä., sondern werden pauschal gerechnet. Hat also mit den tatsächlichen Beiträgen nichts zu tun.
      Allerdings gab es wohl gerade zu Beginn diesen Jahres eine Änderung: Der pauschale Satz für alle Sozialversicherungen wurde auf 20% gesenkt. Davor war er lange Jahre konstant auf 21%.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo zusammen,
    es wäre für mich allerdings schon interessant wie sich die Pauschalabgabe in Höhe von 20% auf die KV, PV und RV aufteilt.
    Da ich ab Juli annähernd den Höchstsatz beim ALG1 erhalte und noch zusätzlich eine sehr gute Betriebsrente (ab Anfang des Jahres) denke ich, dass es eine Überzahlung der Sozialbeiträge geben könnte. Woher bekomme ich die exakten Abgabewerte auf die Pauschale?

    Viele Grüße Gerd

    • HLlo, Gerd

      Falscher Ansatz, pauschaliert wird hier ausschliesslich der Sozialversicherungsanteil (AN) in Bezug auf das Bemessungsentgelt für das ALG 1.
      D.h. Auswirkung NUUUR auf die HOEHE des ALG1 im Verhältnis zum letzten Bruttoengelt !!!
      Die Ansprueche, die gegenüber der DRV, bzw. der GKV erworben, bzw. aufrechterhalten werden,folgen anderen Regelungen.
      Eine „Ueberzahlung“ durch die Agentur zu „Deinen“ Gunsten ist somit systembedingt ausgeschlossen.

      Gruesse
      ratatosk

      • Hallo ratstosk,
        vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
        Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass die Sozialabgaben beim Alg1 fix sind, d.h. für mich 20% auf meine ALG.
        Es kommt allerdings wenn die Betriebsrentenstelle nichts von meinem ALG weiß zu einer Überzahlung an die KV und PV ( die Summe der Beiträge liegt dann über denen der Beitragsbemessungsgrenze). Dann sollte ich doch den gegenüber der Beitragsbemessungsgrenze überzählten Beitrag zurück erhalten.
        Diesen kann ich ja nur nachrechnen, wenn ich weiß wieviel die Agentur für Arbeit im Detail bezahlt. Die Differenz zur BBG kommt dann aus der Betriebsrente.
        Falsch oder richtig überlegt?

        • @ Gerd

          Schon richtig gedacht, hat dann aber nix mit der pauschalen Berücksichtigung der SV-Beitraege bei der ALG-Hoehe zu tun.
          Soweit ich weiss, bekommst Du zwar einen Nachweis der (jährlich) geleisteten Zahlungen der Agentur an die DRV, aber nicht über Zahlungen an die Krankenversicherung.
          Das liegt nun wiederum daran, dass sich Deine, während der Arbeitslosigkeit erworbenen Ansprüche, gegenüber der DRV an 80 % des letzten Bruttogehalts bemessen.
          Wenn ich da richtig informiert bin, richten sich die Zahlungen der Agentur an die Krankenversicherung aber nach dem TATSAECHLICH ausgezahlten Arbeitslosengeld, es wird hier davon ausgehend „hochgerechnet“, welcher KV/PV-Beitrag geleistet werden WUERDE, wenn der ALG1-Zahlbetrag als Netto-Gehalt erzielt wird.

          Richtig ist jedoch jedenfalls die Annahme, dass die Summe aus Beitragen ALG und Beitragen Betriebrente nicht hoeher sein kann als der Hoechstbeitrag nach BBG.
          Die Krankenkasse wird ueberzahlte Beitraege demzufolge zurueckerstatten.
          Inwieweit DU das vorab berechnen/pruefen/beantragen kannst,-keine Ahnung!
          Der Ablauf sollte so aehnlich sein wie bei “ beschäftigten Rentnern“….

          Gruesse
          ratatosk

          • @ratatosk
            Ich bin zwar noch kein Rentner, aber wenn ich mich nicht täusche, dann weiß der zumindest was er als KV/PV Beitrag von der DRV erhält und kann sich dann zusammen mit seinen Beiträgen aus seinem Arbeitsverhältnis und ggf. weiterer versicherungspflichtigen Einnahmen ausrechnen, ob er die BBG überschreiten und was er ggf. zuviel bezahlt hat und dann von der Krankenkasse zurückfordern
            Als ALG Empfänger nicht? Ich denke das müsste irgendwie auch möglich sein, die Krankenkasse kann es ja auch.
            Viele Grüße Gerd

  3. n’Abend, Gerd
    -mir ging es darum, ob die Agentur automatisch die geleisteten KV/PV-Beitraege bescheinigt?
    Mir wurde nach Ende des Alg-bezuges im Januar 2019 bisher nur das „Entgelt für Rentenversicherung“ bescheinigt und für spaetestens Feb.2020 ein Leistungsnachweis über die, an die FINANZVERWALTUNG gemeldeten Daten angekündigt.
    In diesem Leistungsnachweis sind alle dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Leistungen enthalten.
    Also wohl nix bzgl. KV-Beitraegen…
    Das man diese Betraege aus dem ALG mit etwas Arbeit selbst hochrechnen und sich mit den, aus der Betriebsrente abgeführten Beitraegen einen Überblick verschaffen kann, ist, denke ich, auch klar.
    Ebenso sollte natürlich der KK eine Ueberzahlung auffallen und Erstattung am Ende des Abrechnungszeitraumes (Jahr) erfolgen.

    Gruesse
    ratatosk

  4. Hallo ratatosk,

    vielen Dank für Antworten. Dann muss ich halt abschätzen und hoffen, dass die KV alles richtig macht.
    Schöne Grüße
    Gerd

    • Hallo Gerd,

      fragen Sie bei Ihrer KK nach wie sie rechnet bzw. rechnen wird.
      Interessant ist dann auch noch die Reihenfolge der Einkünfte. U.U. werden Ihre Betriebsrenteneinkünfte auf Pos.#1 gesetzt. Dann bräuchte wohl die AfA nur teilweise an die KK bezahlen!
      Siehe z.B. auch:
      https://www.vermoegenszentrum.de/ratgeber/wissensbeitraege/ruhestand-planen/krankenversicherungsbeitraege.html

      Im Link fehlt „natürlich“ ALG1 in der Reihenfolge. Bitte ggf. selbst weitersuchen und/oder die KK fragen.

      LG FÜR2012

    • Ich denke, es ist jetzt schon viel zu der Frage geschrieben worden, so dass ich kaum noch etwas beisteuern kann. Höchstens vielleicht noch die Überlegung, dass ja jede einzelne Zahlstelle (also z.B. Agentur oder BAV) immer nur prüfen kann, ob ihre eigene Beitragsgrundlage die Bemessungsgrenze übersteigt (um dann ggfs. den Beitrag zu kappen). Da sie die anderen Einkünfte aber nicht kennt, kann es natürlich dazu kommen, dass die Summe der Beiträge aus den verschiedenen Einkünften zu hoch ist.

      Das kann aber nur die Krankenkasse feststellen und ggfs. zu viel gezahlte Beiträge wieder zurück erstatten. Es mag auch sein, dass die Krankenkasse diese Situation „irgendwann“ einmal von selber bemerkt. Sinnvoller wäre es aber, mit einem Telefonat oder auch schriftlich einmal kurz darauf hinzuweisen, um eine Überprüfung der Beiträge und ggfs. eine Rückerstattung zu erbitten.
      Und das geht auch durchaus ohne dass man konkret abgeführte Beiträge auf Euro und Cent genau benennen kann. Bei meiner Krankenkasse (TK) wäre ich da sehr zuversichtlich, dass das im Anschluss korrekt geregelt wird.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Herr Ranning,
    Ich habe heute ihren Beitrag vom 24.06.19 , bei dem der Anspruch auf ALG1 mit einer 4 Jahresfrist genauer erklärt wird, gelesen. Wie ich das verstanden habe kann man zum Beispiel so wie ich, sich punktgenau nach einem Jahr Arbeitssuchend melden, damit die Sperrzeit verjährt ist. Dann am besten erst wenn man den Leistungsbescheid in Händen hält, könnte man wegen privater Nichtverfügbarkeit sich wieder abmelden. Dann zum Beispiel nach einem Jahr könnte man sich wieder erneut arbeitssuchend melden um Arbeitslosengeld zu bekommen.
    Meine 1. Frage: Geht das auch noch wenn man schon eine ALG- Zahlung aufs Konto bekommen hat, oder muss man sich abmelden bevor die erste Zahlung geleistet wurde ?
    Meine 2. Frage: Ist es so zu verstehen dass man, sollte eine mehr als 6 wöchige Krankheit eintreten und diese dann über den 4 Jahreszeitraum hinaus dauern, oder eine freiwillige Abmeldung wegen Nichtverfügbarkeit auch darüber hinaus dauern, dann die restliche Anspruchszeit verfallen ist ?
    Gruß, Karl

    • Hallo Karl,
      es muss in deinem Text jeweils „arbeitslos“ und nicht „arbeitssuchend“ heißen. Bei arbeitssuchend gibt es kein ALG.
      Viele Grüße
      Gerd

    • Wie Gerd schon geschrieben hat: Wenn man im Text „arbeitsuchend“ durch „arbeitslos“ ersetzt, sind die Annahmen richtig.
      Zu 1: Natürlich können Sie sich auch bei der Agentur abmelden, nachdem Sie bereits ALG-Zahlungen erhalten haben, z.B. nach einem halben Jahr.
      Zu 2: Ihre zweite Frage haben Sie richtig verstanden.

      Gruß, Der Privatier

  6. Beziehe seit April 2019 ALG 1, möchte dies bis Dezember weiter so machen.
    Will mich dann aus privaten Gründen (steuerliche
    Gründe, da ich 2020 meine Abfindung bekomme) für das ganze Jahr 2020 abmelden.
    Und mich dann am 1.1.2021 wieder arbeitslos melden, um den Restanspruch geltend zu machen.
    Ist denen dann wirklich egal, was man in diesem Jahr gemacht hat? Es wäre doch logisch , dass die AfA voraussetzt , dass man sich in diesem Jahr weiterhin bemüht hat Arbeit zu finden, da man ja durch das zunehmende Alter seine Vermittlungsmöglichkeiten ja nicht gerade verbessert hat bzw. Sanktionen verhängt.
    Die 4 Jahre Abspruchsdauer hat ja eigentlich einen ganz anderen Sinn! Verweist man im neuen Antrag
    einfach auf den alten Bescheid?

    • Die Agentur wird bei der Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit ganz sicher nach einem Grund fragen. Das dient aber eher der Statistik bzw. soll evtl. weitere Beratungen oder Hinweise für die Zukunft aufdecken.
      Ansonsten bestehen gegenüber der Agentur nur dann Verpflichtungen, wenn man auch dort gemeldet ist. Wer nicht gemeldet ist, hat die freie Wahl, wie er sein Leben gestaltet.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ein ALG-Antrag beinhaltet auch ein Feld, in dem auf einen alten Anspruch hingewiesen werden kann.

  7. Hallo Uwe,

    Ich war auch von Januar (ALG1 ab 15. Februar wegen Ruhezeit) bis 15. Juni arbeitslos gemeldet und danach abgemeldet.
    (steuerliche Gründe wegen Abfindung 2019, ich weiß vielleicht 2-3 Monate zu lang gewartet, aber was soll es)
    Ich werde mich auch am 15. Januar 2020 wieder 11 Monate (vielleicht aber nur 6 Monate den Rest dann 2021) arbeitslos melden. Ich melde mich immer mitten im Monat an und ab, damit ich 2 Rentenmonate abdecke.
    Die AG interessiert dies zweitrangig.
    Gründe können sein: Selbstständigkeit, Pflege von Angehörigen, Auszeit/Urlaub 1 Jahr etc. Der AG ist es egal. Du bist aus der Statistik und bekommst kein Geld mehr. Musst dich natürlich freiwillig krankenversichern oder Familienversichern, wenn du wenig sonstige Einkünfte (V+V, Kapitalerträge, Gewinn als Selbstständiger etc.) hast.
    Man verweist auf den alten, gültigen Bescheid.

    Mit freundlichen Grüßen

  8. Vielen Dank, ich konnte es nur schwer glauben , dass man sich einfach so abmelden kann. Es heißt ja immer , man ist verpflichtet alles zu tun , um schnell wieder in Arbeit zu kommen. Eine Verzögerung um ein Jahr, d. h. auch , man wird älter und ist damit ja auch schlechter vermittelbar und führt das ja selbst herbei!!
    Aber wahrscheinlich gibt es da eh keinen Unterschied zw. 60 und 61!!
    Gruß
    Uwe

  9. Hallo,
    Wollte mal einen kurzen Zwischenbericht geben über das Anmelden nach über einem Jahr ohne Bezug von ALG 1:
    Abgemeldet am 06.07.18
    Wieder arbeitslos gemeldet am 12.07.19 zum 13.07.19. Sofort einen Termin zur Berufsberatung bekommen. 1. Berufsberaterin aus privaten Gründen abgelehnt.
    Wollten das ich den Antrag auf ALG 1 elektronisch mach, habe auf schriftlich bestanden! War dann kein Problem…
    Bescheid mit gleichem ALG 1 und der restlichen Tage (394 Tage) nach 5 Tagen mit der Post erhalten. Super schnell, hatte auch alle Unterlagen sofort vorgelegt!
    Allerdings war im Bescheid die Konto Nummer falsch… Man sollte alles kontrollieren!
    Da ich immer wieder Reservedienstleistung mache, werde ich die Dauer der Zwischenbeschäftigung sehr genau im Auge behalten (12 Monate) und alle Forderungen der Arbeitsagentur erfüllen. Wie die Anzahl der Initiativ Bewerbungen (4 pro Monat?).

    Mfg

    • Danke für Deinen Zwischenbericht. Soweit ich sehe, weitgehend den Erwartungen entsprechend. Der Bescheid für eine Wiederbeantragung geht schon alleine deshalb recht zügig, weil da kaum noch was geprüft werden muss. Die alten Daten haben ja Bestand. Wenn sich an den persönlichen Verhältnissen nichts geändert hat, kann alles so bleiben.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die Anzahl der geforderten Bewerbungen/Monat ist wohl unterschiedlich. Bei mir waren es auch vier.

  10. Hallo,
    Hatte heute meinen Berufs Beratungstermin, war völlig relaxt?!
    Hatte letzte Woche 2 Bewerbungen vorab gemacht, Beraterin war völlig begeistert von der Eigen Initiative vor dem 1. Termin.
    Eine zwingende Anzahl an Bewerbungen ist nicht erforderlich, sie möchte nur Eigeninitiative von mir sehen….
    Da ja jetzt Urlaubs Zeit ist, soll ich mich Anfang Oktober wieder bei ihr melden für weitere Aktivitäten / Massnahmen.
    So relaxt kann es weiter gehen…..0

    • Dann wünsche ich mal weiterhin entspannte Erfahrungen. Obwohl man natürlich die Ankündigung von „weiteren Aktivitäten/Massnahmen“ auch als Drohung auffassen könnte. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Ich staune manchmal wirklich..
        Kommt wohl tatsächlich auf die „richtige“ Agentur an!
        Wenn es Thomas dann zu nervig wird, zieht er einfach die Karte „RDL“- wenn man da die richtigen Verbindungen hat, -ist das natuerlich auch eine „Loesung“…
        Jeder wie er mag und kann.
        Jedenfalls auch von mir weiterhin viel Erfolg für Thomas!!!

        Gruesse
        ratatosk

        • Hallo ratatosk,
          was bedeutet „RDL“?

          Hallo Alle,
          zur Info: ich bekomme seit September 2019 ALG-1 und musste bisher noch KEINE Bewerbung schreiben; weder aus Eigeninitiative, noch nach Vorschlag der AA.

          Hallo Privatier,
          mein Kompliment zu dieser Seite!!!

          Schöne Grüße
          Bruno

          • @ Bruno,
            RDL = Reservedienstleistung, also Reservedienst bei der Bundeswehr, freiwillig…
            Muss man halt moegen, ist fuer Thomas aber wohl kein Problem.
            Wenn man eine akzeptable „Verwendung“ hinsichtlich Ort und Funktion ergattern kann, ist das eben auch eine Loesung, ohne den Restanspruch Alg1 zu gefaerden.

            Weiterhin einen entspannten und verpflichtungslosen Alg-Bezug, das wurde sich mancher wünschen, ist aber wohl nicht die Regel…

            Gruesse
            ratatosk

  11. Hallo Privatier, ich wollte mich noch einmal für diese wirklich sehr informative und hilfreiche Themen im Blog bedanken. Mir hat das „Studium“ und Deine Antwort sehr geholfen!
    Ich habe mich dann doch für die An-/Abmeldung entschieden und zwischenzeitlich liegt mir mein ALG Bescheid nach SGB 136 III Anspruch auf 720 Tage vor und habe mich gleich wieder abgemeldet und den nicht verbrauchten Restanspruch werde ich dann in bis zu 4 Jahren in Anspruch nehmen können, wenn ich es so richtig verstanden habe, oder? Ich werde jetzt Pause machen und mal abschalten 🙂 aber trotzdem diesen Blog weiter verfolgen.
    LG PR

  12. Hallo,
    jetzt muss ich doch noch mal nachfragen.
    Bisher habe ich folgendes verstanden: Der Anspruch auf ALG I kann über 4 Jahre geltend gemacht werden. Ich kann mich während dieser Zeit an- bzw. wieder anmelden. Was ich nicht verstanden habe: weshalb erlischt mein Anspruch, wenn ich länger als 6 Wochen krank bin und weshalb kann ich mich dann nicht wieder anmelden? Muss ich denn der Agentur für Arbeit mitteilen, dass ich krank bin, auch wenn ich kein ALG I beziehe?

    Noch eine weitere Frage (sorry, wenn sie diese bereits in einem anderen Beitrag beantwortet haben!): Kann ich mich völlig ohne Begründung bei der Agentur für Arbeit abmelden? Wenn ich mich für max. einen Monat abmelde, ist dann in dieser Zeit die Krankenversicherung abgedeckt?

    Danke für eine Beantwortung meiner Fragen.

    • Wer behauptet denn, dass der Anspruch nach >6 Wochen Krank erlischt? Ist man >6 Wo krank, dann gibt es Krankengeld statt ALG1 und wenn man wieder arbeitsfähhig ist, erhält man auch wieder ALG1 (nach Wiederanmeldung).
      Es gibt m.W. höchstens den Sonderfall, dass die 4 Jahre inzwischen verstrichen sind. Dann erlöscht der einstmals festgestellte (Rest-)Anspruch.

      Bei der Onlinemaske zur Abmeldung gibt es mehrere Felder mit Stern (was ich als Pflichtfeld interpretiere), „Abmeldung ab“ und „Warum möchten Sie sich abmelden?“. Letzteres ist ein Freifeld, man kann da also „kranker Papagei“ oder „Besuch des Schwagers in Australien“ oder „ich möchte dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen“ hinschreiben. Vielleicht kann man es auch leer lassen oder ein Leerzeichen eintippen. Also jein.
      Es gibt da auch das Feld „Abmeldung Bis“ falls man sich nicht dauerhaft abmelden will.

      M.W. gibt es die kostenfreie Nachversicherung zwischen zwei Pflichtkrankenkassenverhältnissen (Bsp: ALG1 – 3 Wochen frei – wieder ALG1), sofern diese 1 Monat nicht überschreitet, also ja.

        • Herzlichen Dank. Wollte Ihnen auf diesem Wege auch noch sagen, dass Ihre Seite insgesamt ausgesprochen hilfreich ist!!!

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.
        Der Antwort sowie aus weiteren Kommentaren entnehme ich, dass es der BA letztendlich egal ist, ob und weshalb ich mich abmelde.

        Sicherheitshalber frage ich trotzdem lieber noch mal nach: könnte ich mich demzufolge auch auf einen kurzen Zeitraum mehrfach für 3-4 Wochen abmelden? Beispiel: ich habe noch 7 Monate Restanspruch. Könnte ich mich während dieser Zeit drei mal für einen Monat abmelden – immer gerade so lange, dass ich mich nicht selber in der KV versichern muss. Oder „streikt“ dann die KV bzw. ist es für die KV auch egal, weshalb ich mich jeweils nur für einen kurzen Zeitraum abmelde?

        Viele Grüße, Maria

        • Theoretisch sollte das möglich sein und es gab hier auch schon mal jemand, der dies so vorhatte und wohl auch (nicht ganz so extrem) praktiziert hat.

          Ich selber würde das ablehnen, da ich dann doch den Eindruck hätte, eine Regelung missbräuchlich auszunutzen, die eigentlich einen anderen Sinn hat.
          Ausserdem sollte man auch den organisatorischen Aufwand bedenken, der sich zwangweise mit jedem An-/Abmelden ergibt. Oftmals dauert die vollständige Bearbeitung der Vorgänge ja länger als die geplanten An-/Abmeldezeiten.

          Von daher: Die Möglichkeit besteht, praktisch nutzen würde ich sie nicht.

          Gruß, Der Privatier

      • Hallo!
        Wenn, ich den Text bei der Arbeitsagentur richtig lese.
        Bei Krankschreibung in der Arbeitslosigkeit über 6 Wochen erhält man Krankengeld,
        der Anspruch des Arbeitslosengeldes ruht dann.
        Was ja kein abmelden des ALG 1 Bezuges ist.
        Also müsste einer Weiterzahlung nach Krankengeldzahlung des ALG 1 über 4 Jahre hinaus möglich sein.
        Wie gesagt der Anspruch ruht ja.

        • Der Anspruch ruht, das ist soweit korrekt.
          Um einen ruhenden Anspruch wieder geltend zu machen, muß man beim Amt einen Antrag (auf Arbeitslosengeld) stellen.
          Macht man das z.B. 3 Jahre + 11 Monate nach der Entstehung des Anspruchs, dann kann man den kompletten restlichen Anspruch „abfeier“, auch wenn es über die 4 Jahre hinaus geht.
          Macht man das aber nach 4 Jahren und einem Tag, dann ist der ruhende Anspruch verfallen und das Amt wird die Ablehung mit dem 161 SGB3 begründen: „Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.“

          • Muss mich korrigieren.
            Leider verfällt der Anspruch.
            Ist ein Neuantrag.

            Danke…

  13. Guten Tag,
    Ende der Jahres neigt sich mein Dispo Jahr zu Ende. Man darf ja dann nicht krank sein wenn man sich dann arbeitslos meldet. Wie sieht es aus wenn ich dieses Jahr noch ein Reha Antrag stelle? Geht das oder soll man bis ins neue Jahr warten, wenn das
    dann ALG läuft?

    • Der Antrag an sich ist natürlich nicht schädlich. Aber falls er zur unpassenden Zeit genehmigt wird, besteht eben die Gefahr, dass die Bedingungen für den Start der Arbeitslosigkeit nicht gegeben sind (nicht verfügbar für den Arbeitsmarkt).

      Ich würde daher auf jeden Fall abwarten.

      Gruß, Der Privatier

  14. Sehr geehrter Herr Ranning,

    Mit Interesse habe ich die verschiedenen Diskussionen um das Dispositionsjahr gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob diese Variante die richtige für mich ist.

    Meine Situation: Aktuelles Alter 58 Jahre, Aufhebungsvertrag im Jan 2019 unterschrieben, Ende der Beschäftigung 31.12.2019, Auszahlung der Abfindung Januar 2020. Bei der Berechnung der Abfindung wurden 24 Monate ALG 1-Bezug mitberücksichtigt (verringerte die Auszahlung). Natürlich möchte ich auch erst den ALG 1 Bezug in 2021 aus Gründen der steuerlichen Nachteile bei Bezug im Abfindungsjahr in Anspruch nehmen.

    Da das Dispositionsjahr eine unterschwellige Unsicherheit birgt (zB bzgl nicht planbare Krankheit Ende 2020 oder andere Widrigkeiten, die einen wirksamen ALG Bescheid verhindern), möchte ich noch einmal die Frage aufbringen, was gegen Ihren ursprünglichen Vorschlag spricht, nämlich (siehe Kapitel 9.3.1 Anmelden und wieder abmelden). Mein Verständnis der Vorgehensweise:

    – Kontaktaufnahme mit ArbA 3 Monate vor Jahresende (also jetzt), arbeitssuchend melden
    – Die notwendigen Unterlagen einreichen und den Anspruch feststellen lassen, was hoffentlich bis Jahresende erfolgen kann. Aufgrund des bereits erreichten Alters von 58 Jahren sollten dann 24 Monate Bezugsrecht festgestellt werden können.
    -Nach Erhalt des Bescheids Ende des Jahres 2019 wieder abmelden (Frage: arbeitssuchend oder arbeitslos abmelden?)
    – Ende 2020 für Januar 2021 wieder arbeitssuchend (oder arbeitslos?) melden und ALG 1 ab 1.1.2021 beziehen

    Meine Fragen hierzu:
    – Wird eine Sperrfrist aufgrund des Aufhebungsvertrages bereits bei der Erstellung des Bescheids reduzierend berücksichtigt oder reicht es aus, 12 Monate mit der Inanspruchnahme zu warten?
    – Kann die Abmeldung von der Arbeitssuche erst am 1.1.2020 erfolgen, da man ja zumindest 1 Tag arbeitslos sein muss?
    – Ihnen war es doch so ergangen, dass Sie den Bescheid so spät bekommen haben, dass eine erste Zahlung erfolgt war. Galt in Ihrem Fall keine Sperrfrist?
    – Ist auf diese Weise auch sichergestellt, dass die Agentur auch die Rentenversicherungsbeiträge ab 2021 für mich übernimmt oder wie sind hier die einzuhaltenden Termine? Ich werde in 2020 meine Beiträge zur RV selbst zahlen, da ich diese ja auch steuerlich absetzen kann.
    – Kann man die geplante Vorgehensweise beim ArbA erwähnen oder ist dies kontraproduktiv, da man dann vermutlich nicht rechtzeitig einen Bescheid bekommt?
    – Gibt es Nachteile dieser Vorgehensweise? Muss man sich in der abgemeldeten Zeit dennoch an Vorgaben des ArbA halten, zB hinsichtlich Verfügbarkeit oder örtlicher Abwesenheit?

    Ich weiss, dass insbesondere das Dispositionsjahr stark kommentiert wurde, bezüglich der og Vorgehensweise habe ich allerdings meine Antworten nicht so direkt gefunden und würde mich über einen Kommentar sehr freuen.
    VG, Christian

    • Zunächst einmal ist die Vorgehensweise beim „An- und Abmelden“ wie dargestellt richtig verstanden. Bei der Abmeldung meldet man sinnvollerweise sowohl den Arbeitsuchend- als auch den Arbeitslos-Status ab. Es sein denn, man wäre an weiteren Vermittlungen interessiert. Bei der späteren Anmeldung reicht dann die Arbeitslosmeldung, da diese automatisch immer die Arbeitsuchendmeldung beinhaltet.

      Zu den Fragen:
      – Eine Sperre wird mit der Erstellung des ersten Bescheides berücksichtigt. Ausnahme: Man kann „wichtige Gründe“ für die Aufgabe des Arbeitsplatzes nachweisen (z.B. Gesundheit, Nachweise erforderlich!).
      – Ja, die 3monatige Arbeitsuchendphase vor Beginn der Arbeitslosigkeit kann man nur dann beenden, wenn man auch die geplante Arbeitslosigkeit (z.B. wg. Dispojahr) nicht mehr beantragen will. Ansonsten nicht.
      – Ich selber habe auch eine (verkürzte) Sperre bekommen. Der Bescheid und die erste Zahlung kamen aber erst danach.
      – Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, übernimmt die Agentur die Beiträge zur RV. Auch während einer Sperrfrist. Allerdings nicht, wenn Sie zusätzlich eine Ruhezeit bekommen haben (bei Ihnen eher unwahrscheinlich).
      – Ich glaube nicht, dass die Offenlegung einer geplanten Vorgehensweise einen Einfluss auf die Dauer der Bearbeitung hat. Gerade beim Dispojahr würde ich eine vorherige Abstimmung empfehlen. Beim einfachen An-/Abmelden ist das nicht erforderlich (habe ich auch nicht gemacht).
      – Nachteil des An-/Abmeldens: Sperr- und Ruhezeiten werden nicht verhindert. Gerade bei einem Anspruch von 24 Monaten sind das immerhin 6 Monate weniger Anspruch.
      – Wer bei der Agentur gemeldet ist hat Verpflichungen hinsichtlich Verfügbarkeit usw.. Wer nicht gemeldet ist, hat auch keine Verpflichtungen.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich will den wichtigsten Anwortteil des Privatiers noch mal dick hervorheben: An- und Abmelden führt hier nicht zu 24 Monaten ALG1-Bezug, sondern nur zu 18 Monaten!

      Daher bin ich etwas erstaunt, dass im Aufhebungsvertrag 24 Monate ALG1 „mitberücksichtigt“ wurden. Ich will jetzt nicht von „über den Tisch ziehen“ reden, aber ich sage mal dass nicht allen Betroffenen alle Fakten bekannt waren.

  15. Bei der Festlegung der 24 Monate wurde explizit auch das Dispositionsjahr empfohlen. Ich hatte nur nach der Lektüre hier kurzzeitig gedacht, dass es auch schön sein kann, wenn man gleich am Anfang alles in trockenen Tüchern hat und nicht die Formalitäten ein Jahr spatter wieder vollständig im Blick haben muss. Es kann auch heutzutage nicht alles verhandelt warden, entweder das Angebot passt oder man hat keins.

    • Gut, dann nehm ich das übern Tisch ziehen zurück und spreche nicht weiter über diese Art Reibungswärme.

      Nunja, Bescheid in der Tasche ist nur ein Teil von den „trockenen Tüchern“.
      Von trocknen Tüchern werde ich erst reden, wenn meine ALG1-Zeit vorrüber ist. Ich komme gut mit meinem Betreuer aus und er verlangt auch nicht viel von mir. Aber er kann sich ja morgen den Hals brechen (Gott behüte ihn vor allen Unbillen) und ich habe übermorgen einen neuen Betreuer, der den unbändigen Ehrgeiz verspürt mich unbedingt irgendwo hinzuvermitteln.
      Hilft Dir aber nicht weiter bei der Entscheidung ob Du das 24 Monate (nach Dispojahr) oder 21 Monate (3 Monate arbeitssuchend und 18 Monate ALG1) lang haben willst 😉

  16. Erstmal großes Lob für diesen Blog und die Unmengen an hilfreichen Informationen.
    Ich habe mich nach kurzem ALG1 Bezug nun abgemeldet und einen Aufhebungsbescheid bekommen ( „Die Entscheidung über die Bewilligung von Arbeitslosengeld gemäß 136 SGB III wird ab 01.01.2020 aufgehoben“). Das ist der normale Vorgang und hebt nicht meinen eigentlichen ALG1 Restanspruch auf, den ich ab 2021 geltend machen möchte, korrekt?

    • Alles richtig so. Die Agentur hebt damit nur die aktuelle Bewilligung über ALG auf. Das ist ja auch korrekt, da eine Abmeldung vorgenommen wurde.
      Der noch bestehende Restanspruch kann aber innerhalb von vier Jahren weiterhin geltend gemacht werden.

      Gruß, Der Privatier

  17. Klasse, toller Blog mit vielen hilfreichen Infos.
    Ich habe nach über 20 Jahren Berufstätigkeit zum Sep19 meine Kündigung erhalten. Hab mich arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet und habe den ALG1 Bescheid im Okt erhalten und habe im Okt ALG1 bezogen (ich habe den Höchstsatz von ca. 2.700 Eur Arbeitslosengeld bezogen). Seit Nov bin ich als Freiberufler selbständig und habe entsprechend den Aufhebungsbescheid bekommen (Restanspruch 14 Monate, den ich innerhalb der nächsten knapp 4 Jahre geltend machen könnte). Für mich stellt sich jetzt die Frage, ob ich, wenn ich freiwillig in die ArbeitslosenV für Selbständige einzahle, meine o.g. Ansprüche damit „verwässere“ oder sogar ein neuer Anspruch entsteht und somit der „alte“ Restanspruch verfällt.

    • Die Gefahr einer Beeinflussung des bestehenden Anspruches ist durchaus gegeben! Von daher würde ich mir das sehr gut überlegen.

      Aber es hängt eben auch von dem Ziel der selbständigen Tätigkeit ab.
      Wenn dies eine ernsthafte, auf Dauer angelegte hauptberufliche Tätigkeit sein soll, so kann eine Arbeitslosenversicherung durchaus Sinn machen.
      Handelt es sich hingegen eher um ein Nebentätigkeit mit Hobby-Charakter, würde ich auf die ALV eher verzichten.

      Weitere Infos dazu gibt es im oben verlinkten Beitrag über Zwischenbeschäftugungen. Dort ist zwar anfangs gesagt, dass selbständige Tätigkeiten nicht dazu zählen. Das gilt aber nur dann, wenn keine freiwillige ALV gewählt wurde. Mit ALV ergeben sich dieselben Konsequenzen wie bei vers.pfl. Beschäftigungen.

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo,

    nirgendwo im Netz finde ich die Antwort auf meine Frage.

    Hebt der Neuanspruch den Restanspruch auf?

    Beispiel: mir stehen 4 Monate Restanspruch zu, nun habe ich 2 Monate an der neuen Stelle gearbeitet. Stehen mir jetzt 5 Monate Restanspruch zu? Oder muss ich erst mindestens 12 Monate wieder arbeiten damit die neuen 6 Monate zu den alten 4 Monaten addiert werden?

    Oder heben die neuen 6 Monate den Restanspruch auf und mir bleiben nur 6 Monate?

    Vielen Dank im vorraus.

    • Grundsätzlich hebt ein neuer Anspruch zwar den alten auf, ein bestehender Restanspruch kann aber auf den neuen Anspruch übertragen werden. Heisst: Der neue Anpruch wird verlängert.

      Im obigen Beispiel ist aber nach 2 Monaten noch kein neuer Anspruch entstanden. Der entsteht normalerweise erst nach 12 Monaten. In diesem Fall würden die Zeiten dann zu 10 Monaten addiert (6+4).

      Weitere Fragen in dieser Richtung bitte in einem speziellen Arbeitslosenforum stellen. Dort kennt man sich mit solchen Situationen deutlich besser aus!

      Gruß, Der Privatier

  19. Hallo lieber Privatier,
    hallo liebe Forumteilnehmer,

    Anfang 2018 habe ich mich nach 1 Tag Arbeitslosigkeit, um meinen Anspruch damals korrekt mit 15 Monaten feststellen zu lassen, baw. komplett wieder abgemeldet. Nun plane ich, mich ab 1. Juni d.J. wieder für ein paar Monate, wahrscheinlich bis Jahresende anzumelden. In der Zwischenzeit habe ich direkt nach Abmeldung in 1/2018 meine Mutter offiziell über ihre Pflegekasse durchgängig unterstützt und es wurden bisher für den gesamten Zeitraum und baw. Rentenbeiträge von der PK für mich gezahlt. Beiträge zur ALV wurden und werden nicht gezahlt. Beides, also sowohl wegen Zahlung der RV-Beiträge und Nichtzahlung der Beiträge zur ALV liegt mir auch schriftlich von der PK vor.
    Weiß jemand, ob es in Bezug auf die jetzt wieder in’s Spiel kommende AA problemlos weiterhin möglich ist, die Zahlung der RV-Beiträge durch die PK für mich neben der Wiederanmeldung meiner Arbeitslosigkeit bei der AA laufen zu lassen? Oder muss ich mich zusätzlich zum Onlineantrag an die AA, um meinen alten Anspruch auf ALG I wieder geltend zu machen, darüber hinaus an die PK meiner Mutter wenden? Oder anders gefragt, gäbe es Probleme, wenn sowohl die PK als auch die AA im Rahmen meines dort jeweils vorliegenden Status nebeneinander und beide Rentenbeiträge für mich zahlen? Ginge das überhaupt?

    Und noch eine Frage zum Thema KV. Derzeit bin ich seit damaliger Abmeldung bei der AA über meine Frau familienversichert. Mit Wiederanmeldung wird sich das dann ja ändern und die AA übernimmt das für mich. Muss bzw. sollte ich die KK meiner Frau selber zusätzlich über diese anstehende Änderung informieren oder läuft das mit meiner jetzt kurzfristigen Anmeldung bei der AA zum 1. Juni automatisch und es besteht hierzu kein Handlungsbedarf für mich?

    Den ALG I-Antrag habe ich vor online zu stellen, aber das eigentlich auch notwendige persönliche Vorsprechen bei der AA klappt ja wahrscheinlich wegen Corona noch nicht wieder oder wie ist das derzeit?

    Muss oder sollte ich sonst noch an etwas denken bei meinem geplanten Vorhaben des Wiederaufleben lassen meines ALG I-Anspruches von Anfang 2018 zum 1.6.2020?

    Vielen Dank vorab für Unterstützung!

    Gruß, Nick

    • Auch wer neben einer Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld erhält, wird von der Versicherungspflicht durch die Pflegekasse nicht ausgeschlossen. Details zu sämtlichen Fragen im Zusammenhang mit „Rente für Pflegepersonen“ sind in einer Broschüre der DRV zu finden: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/rente_fuer_pflegepersonen.html

      Ich würde dies jedoch der Vollständigkeit halber immer der Pflegekasse auch vorab mitteilen. Das gilt auch für die Krankenkasse. Hier erfolgt zwar auch eine automatische Mitteilung durch die Agentur, ich halte die Eigeninitiative jedoch für besser.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich traue mich kaum zu fragen, aber ich finde beim Onlineantrag auf ALG I kein Feld, mit dem ich auf meinen früheren Bewilligungsbescheid verweisen kann, den ich damals erhielt, bevor ich mich wieder abgemeldet habe und den ich ab 1.6. gerne wieder aufleben lassen möchte. Kann mir bitte jemand auf die Sprünge helfen?? Dank vorab!
        Gruß, Nick

        • Ich würde Feld 3a dazu missbrauchen um den Zeitraum des ALG1-Bezuges und das Aktenzeichen des Bewilligungsbescheides einzutragen.

          Ansonsten gilt „ruf doch mal an“, telefonisch dürfte die Agentur ja erreichbar sein.

          • Danke, eSchorch, dass du dich gemeldet hast! Eigentlich ist der Onlineantrag einfach und selbsterklärend auszufüllen. Ich war nur verdutzt und irritiert, weil ich das angeblich vorhandene Feld für den Querverweis auf den alten, bestehenden Anspruch, um auch einen Zusammenhang herzustellen auf den vorliegenden Bewilligungsbescheid, auf das hier in mehreren Kommentaren auch vom Privatier hingewiesen wurde, einfach nicht zu finden ist und plötzlich war ich schon am Ende des Antrags.
            Danke nochmals für die Rückmeldung und Gruß

          • Leider sind die Formulare für den ALG-Antrag nicht per Download verfügbar, so dass ich nur auf Basis eines älteren Formulars anworten kann. Ich nehme aber an, dass es da kaum Änderungen gegeben hat und dass die Online-Eingaben so ähnlich aussehen.

            Wenn dem so ist, müsste man das Feld 3a gar nicht „missbrauchen“, sondern es ist genau das Feld, um das es geht: Hier wird angegeben, dass man in Vergangenheit bereits Leistungen bezogen hat, mit Angabe der Kundennummer und des Jahres. Mehr ist nicht erforderlich.

            Gruß, Der Privatier

          • Feld 3a gibt es online nicht(mehr?). Nach der Frage ob man Schüler oder Student ist oder wird (Frage 2h) folgt (zumindest online) unter 3) direkt die Tabelle „Zeiten der letzten 5 Jahre“(scheinbar sonst 3b). Nur zur Info, auch für alle Betroffenen.
            Gruß, Nick

  20. Wo ist das Problem. Ich habe ein Anschreiben als Dokument hinterlegt, in dem ich genau auf den alten Bescheid und die restliche Bezugsdauer hingewiesen habe. Seid nicht immer so faul. Wer gleich klar auf seinen Anspruch hinweist, bekommt schnell und ohne Rückfragen oder etwaige Widerspruchsverfahren den Bescheid, den er gerne hätte.

    • Sorry, welche Umgangsformen und -töne pflegst du?? Diese Art der Wortwahl kenne ich hier aus diesem Blog jedenfalls nicht und ich bin schon seit ein paar Jahren dabei! Und wo mein Problem mit dem Antrag liegt, habe ich oben bereits klar und deutlich geschildert. Sonst habe ich kein Problem! ICH bin „nicht immer so faul“, im Gegenteil! Ich habe den Onlineantrag auf ALG I genau so und 1:1 ausgefüllt, wie es die Felder und das Formular hergegeben haben! Nur leider gibt es das im Blog mehrfach zitierte, ominöse Feld für den Verweis auf den bestehenden Anspruch nicht! Und Dokumente, z.B. den alten Bewilligungsbescheid hätte ich gestern sehr gerne als PDF angehängt und so einfach darauf verwiesen, klappte aber nicht „Es gibt ein technisches Problem. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.“ Hab’s dann später noch mehrfach versucht und dann aufgegeben und in nachträglicher Textform über das Kontaktformular auf dieses „technische Problem“ der AA hingewiesen und so auch gleich nochmals den Querverweis auf den Altanspruch gegeben und dass der AA ja der geforderte Nachweis auf diese „Einkommensersatzleistung“ von damals automatisch quasi vorliegt, weil sie diesen selber seinerzeit genehmigt und mir vor meiner eigenen Abmeldung für einen Tag ausgezahlt hat. Das sollte damit dann wohl reichen und hoffentlich laufen. Aber ob ich damit wirklich „schnell und ohne Rückfragen oder etwaige Widerspruchsverfahren den Bescheid, den ich gerne hätte“ bekomme, wird sich zeigen.
      Schönen Tag noch!

  21. Ja und. Wo ist dein Problem? Das Feld gibt es nicht. Also ein Abschreiben oder den alten Bescheid und Bescheid zur Aufhebung mit Verweis auf dein Abschreiben anhängen.
    Wenn das mal technisch nicht geht, geht es vielleicht morgen und ist kein Beinbruch. Wenn ich die mittlerweile etlichen Texte zu diesem nicht vorhandenen Problem eines möglichen fehlenden Feldes lese, ist das für mich ein einfach lösbares Thema mittels Anschreiben aber kein Grund für eine Dauerdiskussion diesbezüglich.

  22. Anspruch auch nach Dispojahr ?
    Ich würde mich gerne nach dem Dispojahr genau einen Tag arbeitslos/-suchend melden (da bin ich 58). Für den Restanspruch (2 Jahre – 1 Tag) gelten dann doch auch die 4 Jahre ?!

    • Ein ALG-Anspruch hat auch dann bis zu 4 Jahre Bestand, wenn er im Anschluss an ein Dispojahr festgestellt wird. Richtig.

      Zur Feststellung des ALG-Anspruches reicht tatsächlich nur ein Tag mit gemeldeter Arbeitslosigkeit (inkl. ALG-Antrag). Ich würde allerdings sicherheitshalber den ALG-Bescheid abwarten. Wenn man das gut vorbereitet, muss da in der Regel nicht lange drauf warten.

      Gruß, Der Privatier

      • Besten Dank für die Antwort.
        Muss dann innerhalb der vier Jahre der Anspruch wieder begonnen werden oder muß die restliche Zeit in dem vier Jahreszeitraum liegen ?

        Danke und Gruß,
        Stefan

        • Ersteres.
          Aber Obacht. Wenn während des ALG1-Bezuges die 4 Jahresfrist überschritten wird, sollte man nicht >6 Wochen krank werden. Denn dann würde man aus dem Bezug rausfallen (Krankengeld beziehen) und könnte sich nicht wieder anmelden. Der Rest des Anspruches wäre dann verfallen.

  23. Hallo,
    gilt die ua. Verlängerung ALG1 auch in der 4 Jahres Frist ?
    Bin seit Januar 2019 zu Hause, war 4 Monate (ab 02/2019) arbeitslos, danach Rest von dem Jahr 2019 Privatier.
    Mitte Januar 2020 wieder arbeitslos gemeldet, um die restlichen 11 Monate ALG1 noch in Anspruch zu nehmen. Neuer Antrag endet Mitte Dezember 2020, also noch in der gesetzlichen Frist. Ich müsste eigentlich die 3 Monate länger ALG1 bekommen oder spricht was dagegen,. Wenn ja, hatte ich Glück gehabt mit meinen Timing.
    Mfg

    bzgl. Ausnutzen des Staates habe ich mir mal die Mühe gemacht und die gezahte Lonsteuer meines Berufsleben zu addieren. Hier kam eine Summe von über 700k€ heraus, obwohl ich noch 8 Jahre im Ausland wohnte und die Lohnsteuer meiner Frau noch hinzukommt. ALG1 wird über den gesamten Zeitraum zwischen 30-35k€ liegen.


    Arbeitslosengeld wird länger gezahlt
    Zweites Sozialschutz-Paket sieht Verlängerung der Bezugsdauer vor
    15.05.2020 – Wer Arbeitslosengeld erhält, kann jetzt länger mit der Leistung rechnen: Im Rahmen des Zweiten Sozialschutz-Pakets wurde beschlossen, Arbeitslosengeld 3 Monate länger auszuzahlen. Das gilt für alle, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 endet.

    Arbeitslosengeld wird nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt. Mit der Verlängerung der Bezugsdauer will die Bundesregierung die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für Arbeitslose mildern. Die Verlängerung um 3 Monate gilt befristet für alle, deren Anspruch auf die Leistung in diesem Jahr noch ausläuft.

    Betroffene Kundinnen und Kunden werden von ihrer zuständigen Arbeitsagentur per Schreiben über die Verlängerung informiert und müssen selbst nichts unternehmen. Das Arbeitslosengeld erhalten sie automatisch 3 Monate länger.

    • Auch wenn ich nicht alle kurzfristig eingeführten und vorübergehend gültigen Gesetzesänderungen/-erweiterungen im Zusammenhang mit Corona so detailliert verfolge, so gehe ich im obigen Fall aber davon aus, dass der ALG-Anspruch um 3 Monate verlängert wird. Festgelegt wird das im neuen §421d SGB III (ist bisher nur als Entwurf zu finden. Dieser ist aber bereits so beschlossen).
      Und danach wird der ALG-Anspruch um 3 Monate verlängert, wenn der Anspruch ansonsten in der Zeit vom 1.5.2020 bis 31.12.2020 geendet hätte. Im obigen Fall passt das also.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo AKK,

      nach den von dir zitierten Zeitungsbericht (?) sieht es danach aus, dass du Glück hast und darunter fällst. Details wären dem Gesetz zu entnehmen. Ziel der Regelung ist Arbeitslosen, die in diesem Jahr auf einen neuen Job hofften 3 Monate mehr Zeit zu geben. Es gibt m.E. keinen Grund, weshalb die 4-Jahresfrist daran etwas ändern sollte. (damit kann ich mich nur hinauskatapultieren, aber das Ende des ALG1 nicht nachträglich so verkürzen, das es vor Jahresende enden würde). Falls es wider erwarten nicht geht, sei nicht traurig und freue dich wenn du den Brief bekommst. Betrachte es als Geschenk – andere sind darauf dringend angewiesen
      .

  24. Hallo Stephan,

    dies ist kein Zeitungsbericht, sondern steht auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit. Das manche darauf angewiesen sind, steht außer Frage.

    Mit freundlichen Grüßen

  25. Hallo,
    Was für ein cooler Blog ! Ich habe eine persönliche Frage zum Thema „Anspruch“ und würde mich über eine Antwort freuen. Anfang 2018 wurde für mich ein sehr hohes ALG bewilligt (ohne Sperrzeiten) und das ich habe zunächst 4 Monate erhalten. Dann habe ich mich für eine längere Reise abgemeldet und im Anfang 2019 wieder angemeldet. Diesmal habe ich 5 Monate das zuvor bewilligte ALG erhalten. Seit August 2019 arbeite ich wieder, aber nur Teilzeit. Ende diesen Jahres möchte ich selbst kündigen. Ich hatte gehofft, aus diesem 4 Jahreszeitraum noch 6 Monate wieder das hohe ALG zu erhalten.
    So wie Du es aber hier geschrieben hast, habe ich durch die 17 Monate Teilzeit mir nun einen neuen „Anspruch“ erworben, wodurch der alte verloren geht. Und durch die eigene Kündigung würde ich ja zunächst eine Sperre erhalten. Damit bin ich schlechter gestellt, oder ? Kann ich da was dran machen ?
    Danke schon mal und schöne Grüße
    Die Australierin

    • Bitte lies einmal den Beitrag: „ALG nach Zwischenbeschäftigung“.
      Dort gibt es einige Randbedingungen zu prüfen bzw. nachzurechnen.
      Ich bitte dies selber durchzuführen, da ich bei solchen Berechnungen immer zu Fehlern neige. 😉
      Bitte auch die ersten beiden Kommentare beachten! Wichtig!

      Gruß, Der Privatier

  26. Ein Hallo in diese (hoffentlich richtige) Runde!
    Ich bin seit 09.04.2020 arbeitslos gemeldet, erhalte aber trotz eigener Kündigung vorläufig ALG 1. Jetzt bin ich fast so weit, dass ich eine Umschulung zum Fahrlehrer machen möchte. Dauer ca. 13 Monate. Beginn ab August 2020.
    Wie kann ich meine Anspruchsdauer ungekürzt (aktuell 450 Tage) erhalten bzw. in ein paar Jahren wieder aufleben lassen oder gar auf zwei Jahre erhöhen? Oder geschieht das automatisch? Hab irgendwo mal gehört, ein einziger Tag ALG 1 aussetzen würde dafür genügen. Aber wie soll denn das gehen?

    Vielen Dank schon mal für eine Hilfestellung!

    • Wie oben im Beitrag beschrieben, hat ein einmal festgestellter Anspruch auf ALG1 bis zu 4 Jahre Bestand. Innerhalb dieser Frist kann man sich also jederzeit wieder arbeitslos melden und den alten Anspruch weiter „verbrauchen“.

      Wenn man zwischenzeitlich durch weitere Beschäftigungen einen neuen Anspruch erwirbt, so können alter und neuer Anspruch auch ggfs. zusammengefasst werden, allerdings nur bis zur jeweiligen Höchstgrenze der Altersstufe etc.

      Für weitere Details wäre diese Frage besser in einem spezialisierten Erwerbslosenforum aufgehoben. Dort kennt man sich mit solchen Fällen in der Regel besser aus.

      Gruß, Der Privatier

  27. Vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Leider funktioniert dieser Link https://www.elo-forum.org/forums/alg-i.9/ nicht (mehr).

    Aber egal: ich werde heute meinem Berufsberater das O.K. für die Umschulung geben.
    Mut bedeutet ja auch, Schritte nach vorne zu gehen, auch wenn man noch Angst verspürt.

    Vielen Dank noch mal und alles Gute weiterhin!

    Liebe Grüße,
    Gutzi

  28. Hallo lieber Privatier,

    ich bin mir nicht sicher ob diese Frage hier bereits gestellt worden ist, aber wie läuft es denn ab wenn man nach der vier jährigen Anspruchszeit dem Arbeitsmarkt weiterhin nicht zur Verfügung stehen möchte…? Muss man bevor die vier Jahre verstreichen, erneut ALG1 beantragen und nach einem Tag wieder abmelden, damit erneut der Anspruch vier Jahre Bestand hat?

    Viele Grüße

    • Nein, das funktioniert nicht!
      Man kann einen bestehenden Anspruch innerhalb der vier Jahre erneut geltend machen, indem man sich wieder arbeitslos meldet. Es bleibt aber weiterhin der „alte“ Anspruch. Und der verfällt unwiderruflich nach den vier Jahren.
      Eine neue Anmeldung nach Ablauf der vier Jahre ergibt keinen Anspruch mehr auf ALG1.

      Gruß, Der Privatier

      • Ok, vielen Dank.
        Das bedeutet wenn man bis dato das ALG1 nicht bezogen hat und die vier Jahre verstrichen sind, kann man erst nach einer erneuten Arbeitslosigkeit recht auf ALG1 bekommen (dann natürlich unter anderen Gegebenheiten). Das ganze Prozedere muss man dann erneut von Anfang an durchlaufen, Arbeitslos melden, Arbeitsuchend melden, Antrag auf ALG1, ALG1 wird neu berechnet usw. bis man schließlich bescheid auf neue Leistung bekommt. Und am Ende kann man sich vom erhalt dieser Leistung abmelden, damit der Anspruch 4 Jahre erhalten bleibt. Habe ich das so richtig verstanden?
        Naja, ob sich der Ganze Stress lohnt.. glaube ich kaum:/
        Nun ich möchte nicht auf das mir bereits zugesagte ALG1 verzichten. Was habe ich denn für Möglichkeiten, denn ich bin immer noch auf Weltreise.

        Viel Grüße

        • „Das bedeutet wenn man bis dato das ALG1 nicht bezogen hat und die vier Jahre verstrichen sind, kann man erst nach einer erneuten Arbeitslosigkeit recht auf ALG1 bekommen“

          Schreibfehler: streiche Arbeitslosigkeit und setzt Beschäftigung. Man muß sich das Recht auf ALG1 erst wieder verdienen.

          Einzige Möglichkeit ist, sich vor Ablauf der 4 Jahre arbeitslos melden und ALG1 in Anspruch nehmen.

          • Ja richtig Danke für die Korrektur.
            Aber wenn ich mich Arbeitslos melde dann muss ich doch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Soweit ich mich erinnern kann, müssen doch gewisse Maßnahmen meinerseits ergriffen werden wie z.B. aktive Arbeitsuche…gab es da nicht eine Mindestzahl an Bewerbungen die man dann rausschicken muss?

            Wie sieht das Prozedere denn aus wenn ich mich wieder Arbeitslos melden würde…Kann sich da jemand genau daran erinnern?

            Viele Grüße

          • Ja, klar.
            Waschen ohne nass zu werden: geht nicht.
            ALG1 beziehen ohne Bewerbunngen zu schreiben und an der Meldeadresse verfügbar zu sein: geht nicht.

            Es gibt keine pauschale Anzahl der Bewerbungen, es kommt drauf an. Auf das jeweilige Amt, den Vermittler und den Arbeitslosen. Es können 2 pro Woche sein, ich habe 1-2 pro Monat versendet. Ein Kommentator berichtete, dass er „rentenorientiert“ betreut werde und sich gar nicht mehr bewerben brauche.

            Wenn man sich innerhalb der 4 Jahre wieder arbeitslos meldet, ist das im Prinzip die gleiche Prozedur wie bei der erstmaligen Arbeitslosmeldung. Also persönlich melden und Antrag ausfüllen. Man muss nur keine Beschäftigungszeiten nachweisen, sonder das Amt übernimmt die Daten vom alten Bewilligungsbescheid.

  29. Kann man auch mit weniger Stunden sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
    Bevor die 4 Jahre vorbei sind?

  30. Hallo
    Kann sein das es schon gefragt wurde.
    Muss man bei der erneuten Arbeitslosmeldung, alle Unterlagen nochmal abgeben.
    Zum Beispiel Arbeitsbescheinigung oder reichen die Daten der ersten Bewilligung aus.

    • Wenn die Unterbrechung nur kurz war (ich glaube bis zu 6 Wochen), muss noch nicht mal ein neuer ALG-Antrag gestellt werden.
      Bei längeren Unterbrechungen muss zwar ein neuer Antrag gestellt werden, sofern aber in der Zwischenzeit keine neuen Beschäftigungen zu verzeichnen sind, braucht man keine weiteren Unterlagen. Ein Hinweis auf den alten Bescheid sollte aber auf jeden Fall erfolgen!

      Gruß, Der Privatier

  31. Hallo Zusammen,
    vielleicht kann ich dazu beitragen, zu klären, was mit einem bereits erworbenen Anspruch auf ALG1 passiert, wenn innerhalb des Gültigkeitszeitraums ein neuer Anspruch entsteht.

    Vielleicht kann das auch mal einer von Euch checken? Ich hoffe, ich habe das alles so richtig verstanden und es hilft einigen unter Euch.

    Nach Versicherungspflichtverhältnissen mit einer Dauer von insgesamt mindestens 12 Monaten entsteht ein neuer Anspruch auf Arbeitslosengeld.

    Der alte Anspruch „erlischt“ zwar, wird aber (als „erloschener“ Anspruch“) bis zu der dem Lebensalter der oder des Arbeitslosen zugeordneten Höchstdauer an den neuen Anspruch angehängt, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind …. komplizierter geht es ja kaum!

    siehe Satz 4.:
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__147.html

    und:

    „Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.“

    siehe Satz 4
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__151.html

    So habe ich das nach langer Recherche verstanden und telefonisch die gleiche Auskunft beim BMAS erhalten.
    https://www.bmas.de/DE/Startseite/start.html

    Hab ich da etwas übersehen?
    Liebe Grüße,
    Adam

    • Danke für die Zusammenstellung. Entspricht (soweit ich das erkennen konnte) auch meinem Kenntnisstand.
      Also: Korrekte Wiedergabe und auch nichts übersehen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich denke, es könnte hilreich sein, dies als Ergänzung noch oben im Beitrag zu verlinken. Mache ich dann gleich mal…

  32. Hallo: Habe jetzt lange alle möglichen Fragen und Antworten studiert, bin mir aber immer noch unsicher ob ich alles richtig verstanden habe. Vielleicht kann jemand helfen! Ich bin 62 Jahre alt und habe in den letzten 5 Jahren einmal 27 Monate am Stück gearbeitet. Danach ALG1 bekommen und die Restzeit von 69 Tagen nicht mehr in Anspruch genommen, da ich erneut eine Arbeitsstelle bekommen habe. Nach 15 Monaten durchgängiger Beschäftigung bin ich bedingt durch Corona wieder seid 1. August 2020 arbeitslos. Jedoch sind mir in meinem neuen Bescheid nur 220 Tage genehmigt worden, vom Restanspruch ist keine Rede mehr. Auf Nachfrage schriftlich beim Arbeitsamt kommt keine Antwort. Meine Frage daher: Steht mir der Restanspruch gesetzlich nun zu, da ich diese Tätigkeiten innerhalb der letzen 5 Jahre ausgeübt habe und auch die 4 Jahres Frist (nach der der Anspruch erlischt ) noch nicht abgelaufen ist? Für eine hilfreiche Aussage bin ich sehr dankbar.

    • Ich kann die Berechnung der 220 Tage auch nicht nachvollziehen, ich vermute aber einen Fehler beim Restanspruch. Gibt es über den Restanspruch eine offizielle Mitteilung der Agentur oder ist er selber berechnet? Über wie viele Tage ging denn der letzte Anspruch und über welchen Zeitraum wurde er in Anspruch genommen?

      Gruß, Der Privatier

  33. HALLO,ich werde höchstwahrscheinlich zum 30.04.21 mit einem Aufhebungsvertrag, welchen ich in Januar 21 unterschreiben werde, nach fast 37 Jahren aus dem Unternehmen ausscheiden. Die Abfindung werde ich mir im Januar 22 auszahlen lassen. Arbeitssuchend melden und Arbeitslosengeld beantragen müsste ich dann spät. Ende Oktober 22. Vorteil im Juli 22 werde ich 55 Jahre, also 3 Monate länger Arbeitslosengeld. Nachteil Abfindungsauszahlung und Arbeitslosengeld fallen im gleichen Jahr an. Habe ich Möglichkeiten dies zu umgehen? Vielen Dank für die Rückmeldung.

    • Klar, wie oben beschrieben.
      Dispojahr, im August 2022 ALG1 beantragen, wenn Antrag beschieden ist, dann mindestens einen Tag ALG1 beziehen, danach wieder abmelden und den Restanspruch ab Januar 2023 abfeiern.
      Dass dem Ab- und Anmelden ein Dispojahr vorausgegangen ist, ändert nichts an der Tatsache, dass der einmal beschiedene Anspruch binnen 4 Jahren abgerufen werden kann.

      PS: warum die Unterzeichnung soweit rauszögern? Für jeden Monat nicht eingehaltene Kündigungsfrist muß man mit höheren Krankenkassenbeiträgen rechnen.

  34. Lt. Krankenkasse hätte ich 4 Monate die höheren Krankenkassenbeiträge zahlen müssen wenn ich mir die Abfindung beim Ausscheiden sofort auszahlen lassen würde. Da ich die Abfindung mir erst 2022 auszahlen lassen trifft dies nicht zu. Hier fällt nur der Mindestsatz von knapp Euro 200,00 an. Ich hoffe die Auskunft der Krankenkasse ist korrekt.

  35. Vielen lieben Dank für die hilfreichen Antworten. Das Arbeitsamt hatte mich auf das Dispojahr aufmerksam gemacht. Also lieber nochmal mit dem Arbeitsamt Kontakt aufnehmen und ankündigen, dass ich mich erst ab 08/2022 Arbeitssuchend meldend und Arbeitslosengeld beantragen würde. Auch wenn nur für einen Tag. Oder lieber erst ca. Im Mai 22 Kontakt mit dem Arbeitsamt aufnehmen. Zwei weitere Fragen sind aufgetreten: Wird die Abfindungauszahlung 2022 dann mit Steuerklasse 6 statt mit 1 versteuert? Wenn ich im Abfindungsrechner Arbeitslosengeld mit eingebe hat dies keine steuerliche Auswirkung. Dann könnte ich mir das An- und Abmelden sparen. Vielen Dank nochmals für die Rückmeldung…

  36. Zur Versteuerung:
    Dem AG am besten schriftlich mitteilen(abstimmen), dass im Jahr der Auszahlung(zumindest in dem Monat) kein anderes Beschäftigungsverhältnis vorliegt. Dann müsste er die Abfindung als Hauptarbeitgeber mit der Steuerklasse 1 abrechnen.

    Zur Progression:

    Kann ich mir nicht vorstellen, dann müsste die Abfindung schon sehr hoch sein, ansonsten ist der Effekt schon aussergewöhnlich. Im Abfindungsrechner vom Privatier funktioniert das sehr gut. Z. B. Abfindung 100000 und 15000 ALG(bei Ersatzleistung) eintragen. Das wirkt auch bei höheren Beträgen noch ordentlich.

    Grüße

    B.

          • Antwort auf meine Anfrage im Dez. 2016

            Eine Abfindung stellt grundsätzlich einen sonstigen Bezug dar, der im Zeitpunkt des Zuflusses versteuert werden muss.

            Dies hat somit im Januar 2017 zu erfolgen. Hierzu muss der Arbeitnehmer wieder bei ELSTAM angemeldet werden, wobei vorab abgeklärt werden muss, ob er im Januar in einem anderen Dienstverhältnis steht. Sollte dies nicht der Fall sein, muss der Arbeitnehmer im Hauptarbeitsverhältnis angemeldet werden.

            Daraufhin würde die familiengerechte Steuerklasse erteilt werden. Eine grundsätzliche Versteuerung nach Steuerklasse sechs wäre fehlerhaft.

            Die Beibehaltung der angewandten Steuerklasse aus dem Kalenderjahr 2016 birgt ein Risiko, falls ein Arbeitnehmer doch bereits in einem anderen Arbeitsverhältnis steht.

  37. Erneute Arbeitslosmeldung in anderem Bundesland nach langer Unterbrechung:

    Hallo Zusammen,

    muss man sich bei der erneuten Anmeldung bei der selben Agentur für Arbeit melden bei der die Erstanmeldung sattgefunden hat oder kann man das in einem anderen Bundesland tun? Der Wohnsitz ist immer noch der selbe wie bei der Erstanmeldung. Jedoch möchte ich in einem anderen Bundesland bei meiner Freundin leben. Meinen Wohnsitz aber möchte ich weiterhin behalten. Müsste ich dann evt. einen Zweitwohnsitz anmelden?

    Viele Grüße

    • M.E. ist immer die AfA zuständig, in deren Bereich der Wohnsitz (meint Erst=Hauptwohnsitz) liegt.
      Googel mal nach der
      Fachliche Weisungen Arbeitslosengeld Drittes Buch Sozialgesetzbuch – GB III Anhang 1a – §§ 327, 310 SGB III

      Darin wird beschrieben, dass die Zuständigkeit ggfs verlagert werden kann. Ich weiß nicht, ob das bei genau deiner Problemstellung greift. Kann wahrscheinlich nur die zuständige AfA selbst sagen.

      Die andere Sache ist der Meldeverstoß. Wenn der Lebensmittelpunkt bei der Freundin ist, dann ist auch der Hauptwohnsitz dort. Die bisherige Wohnung wäre dann nur der Zweitwohnsitz.
      Je nach dem, wo man denn betreut und vermittelt werden will, sollte man den Hauptwohnsitz legen. Ist ja auch unpraktisch, wenn die AfA München einem nur Jobangebote in Hamburg liefern soll. Von der persönlichen Meldung (momentan coraonabedingt eher nicht) ganz abgesehen.

  38. Ich bin während der Unterbrechungszeit umgezogen in ein anderes Bundesland, habe mich dann dort erneut arbeitslos gemeldet, und bekam dann automatisch von der zuständigen Stelle des neuen Bundeslandes einen Wiederbewilligungsbescheid. Macht also keinen Unterschied. Wäre auch sehr seltsam

  39. Hallo, habe von april 2017 bis april 2018 gearbeitet, meinen anspruch aber nicht geltend gemacht da ich anderweitig mein geld erhalte. nun wollte ich meinen anspruch geltend machen, jedoch wurd mir gesagt, dass der anspruch nach 2 jahren erloschen wäre da ich mich nicht arbeitssuchend gemeldet habe, also die 4 jahre gelten nur wenn ich mich arbeitslos gemeldet hätte. mein anspruch wäre somit erloschen.

    • Das ist bedauerlich – aber genau so steht es im obigen Beitrag beschrieben:

      Einmal geht es um einen theoretischen Anspruch, den man hätte, wenn man sich (rechtzeitig) arbeitslos melden würde. Macht man dies nicht spätestens nach 18 Monaten, so verfällt dieser theoretische Anspruch.

      Anders verhält es sich bei einem per Bescheid festgestellten Anspruch. Nur ein solcher hat dann bis zu vier Jahre Bestand. Mit den im Beitrag beschriebenen leichten Einschränkungen.

      Im Ihrem Fall besteht daher leider keine Chance auf eine ALG-Zahlung.

      Gruß, Der Privatier

  40. Das Ende des 4 Jahresanspruchs naht und mir kommt da ein unangenehmer Gedanke:

    Hallo,

    in 3 Monaten werden die 4 Jahre Anspruchszeit vollendet sein daher sollte ich mich erneut Arbeitslos melden, damit ich meinen per Bescheid festgestellten Anspruch erhalten kann. Nun stellt sich mir aber die Frage ob ich dann die vollen 12 Monate Arbeitslosengeld erhalte oder aber nach 3 Monaten die Zahlungen eingestellt werden? Denke es geht doch darum mich noch rechtzeitig Anzumelden um die Zahlungen zu erhalten. Ich bin aber stutzig geworden und wollte deshalb mal nachfragen.

    Grüße

    • Die zwölf Monate dürfen aber nicht länger als sechs Wochen unterbrochen werden,weil das einen Neuantrag nach sich ziehen würde,und auch nicht durch eine etwaige Krankschreibung,länger als sechs Wochen!

      Gruß Martin!

      • Hallo Martin,

        so wie du und Lothar Weiß es sagen, steht dem Erhalt des vollen Anspruchs, bei einer rechtzeitigen Arbeitslosmeldung noch vor Ablauf der 4 Jahresfrist nichts im Wege. Danke für die Bestätigung.
        Wenn nun von Unterbrechung des Alg 1 gesprochen wird, ist damit aber nicht das Ruhen des Anspruchs gemeint, was mit einer Abmeldung eintreten würde. Unterbrechung entsteht bei Krankheit, Urlaub, nicht Verfügbar für Arbeitsmarkt usw. Verstehe ich das richtig?

        Danke und Gruß

        • Alles was jetzt länger als sechs Wochen die Arbeitslosigkeit Unterbricht,also Abmeldung oder Krankheit,würde eine Weiterführung der Anspruchs unmöglich machen.
          Nach sechs Wochen ist eine Neuanmeldung erforderlich die aber nach Ablauf der vier Jahre nicht mehr möglich ist.
          Also beides vermeiden und kein Problem.
          Gruß Martin.

          • Hallo Martin und @,

            eine Unterbrechung des ALG1-Bezuges nach den angesprochenen „4 Jahren“ erscheint mir höchst gefährlich!
            Krankheit bis zu 6 Wochen am Stück und genehmigter „Urlaub/ Ortsabwesenheit“ sind ja keine Ab- und Wiederanmeldung vom ALG1-Bezug. Dagegen ist eine „aktive“ Unterbrechung (mit gleichzeitiger Ab- und Wiederanmeldung) schon eine Abmeldung (auch wenn es nur 1 Tag wäre) und wenn dann die angesprochenen „4 Jahren“ schon vorüber sind, dann verfällt m.M.n. der restliche ALG1-Anspruch.
            Bitte nochmals genau mit der AfA besprechen.

            LG FÜR2012

          • Eine Abmeldung aus dem ALG-Bezug, der erst kurz vor dem 4-Jahreszeitraum bis zum Verfall begonnen wurde, ist nicht „gefährlich“, sondern er bedeutet das unwiderrufliche Ende des ALG-Anspruches!

            Und dabei spielt es keine Rolle, ob man sich (freiwillig) selber aus dem Bezug abmeldet oder ob dies in Folge einer länger als 6 Wochen andauernden Arbeitsunfähigkeit automatisch passiert: Einmal aus dem ALG-Bezug heraus, bedeutet in dieser Situation immer den Verfall der evtl. noch übrigen Resttage.

            Darum sollte man nach Möglichkeit einen ALG-Anspruch nicht erst kurz vor Ablauf der 4-Jahresfrist wieder anmelden, sondern besser so, dass er bis zum Ende der Frist dann auch aufgebraucht ist.

            Gruß, Der Privatier

  41. Der Anspruch bleibt so bestehen wie dieser vor vier Jahren festgestellt wird.
    Also die 12 Monate wenn es so im Bescheid steht.

  42. Hallo,wenn ich nach 30 Jahren im August nach einer Kündigung arbeitslos werde und bis Ende des Jahres Arbeitslosengeld beziehe ,könnte ich mich dann für 2022 komplett abmelden? Da ich da eine Abfindung bekomme. Und werden solche Zahlungen in irgend einer Weise verrechnet?

    • „könnte ich mich dann für 2022 komplett abmelden?“
      ja! Und ab 01/2023 wieder anmelden und den restlichen Zeitraum ALG1 in Anspruch nehmen.

      Die Abfindung wird in 2022 gezahlt?
      Was meinst Du mit verrechnet? Um die Einkommenssteuer wirst Du in 2022 nicht herum kommen und um die Zahlung der Krankenkassenbeiträge auch nicht.

  43. Hei ,ja danke für die Infos. Beim verrechnen meinte ich das wenn ich mich 2023 zurückmelde die Sonderzahlung mit dem weiteren Arbeitslosengeld verrechnet wird? Und was die Krankenkasse betrifft,bin ich da nicht über das Arbeitsamt versichert ? Eine Abfindung ist dochSozialversicherungfrei oder ?

    • „Beim verrechnen meinte ich das wenn ich mich 2023 zurückmelde die Sonderzahlung mit dem weiteren Arbeitslosengeld verrechnet wird?“
      Nein, die SZ in 2022 hat keine Auswirkung auf die Zahlung des restlichen ALG1 in 2023.

      „Und was die Krankenkasse betrifft, bin ich da nicht über das Arbeitsamt versichert?“
      Solange man ALG1 bezieht, ist man übers Amt versichert. Meldet man sich von ALG1 ab, dann muß man sich auf eingene Kosten versichern. Bezieht man danach wieder ALG1, dann geht die KK wieder übers Amt …

      „Eine Abfindung ist doch Sozialversicherungfrei oder?“
      Ja. (Es gibt Auswirkungen/Sonderfälle, wie z.B. die Auswirkung auf eine mögliche Familienversicherung)

  44. habe vom Anspruch auf 24 Monate ALG1 erst 2 Monate genutzt, dann neue Arbeit (mit weniger Stunden und geringerer Bezahlung) begonnen kürzer als 2 Jahre. Ich werde danach meinen Anspruch wieder anmelden, will aber erneut nochmal einen Job suchen (vielleicht sogar wieder beim aktuellen Arbeitgeber). Bei diesem anschließeneden Job hatte ich geplant, bei der Befristung wenige Wochen innerhalb der 4-Jahresfrist zu bleiben. Ich bin dann mittlerweile 61 und will den ALG1-Anspruch noch als Sicherheit im Hintergrund behalten, schließlich mit dann schließlich 62 vielleicht auch in Anspruch nehmen. Dann würde der größte Teil des Anspruchs aber nach der 4-Jahres-Rahmenfrist „eingelöst“ werden. Ich finde keinen Job mehr, der so gut bezahlt ist wie der, von dem der Anspruch noch her rührt, will aber auch noch arbeiten, solange ich was Adäquates finde. Soweit könnte das doch funktionieren, oder? Jetzt bin ich aber über den letzten Satz in dem hier nochmal angefügten Zitat von Privatier mit diesen Ausführungen vom 24.9.2019 gestolpert:

    „Anspruch anmelden oder Anspruch aufbrauchen?

    Der (noch bestehende) Anspruch muss nur innerhalb der vier Jahre geltend gemacht (also angemeldet) werden: Er kann also durchaus über den vier Jahreszeitraum hinaus aufgebraucht werden.

    Ein Aufbrauchen des Anspruches über wenige Wochen nach Ablauf des 4-Jahres-Zeitraumes sollte in der Regel kein Problem darstellen, ich würde aber niemals einen großen Teil des Anspruches ganz nach hinten schieben.“

    Die Frage heißt zum letzten Satz: Warum? Nur weil das Risiko da ist, evtl. durch Krankheit > 6 Wochen da wieder raus zu fallen und nicht wieder zurück zu können?

    Danke für Erläuterung, da ich mich in wenigen Monaten entscheiden muss, ob ich nochmal einen Job (vor der Rente frühestens mit 63) anschließen.

    • Hallo Renate Münznerich,

      Sie beschreiben Ihren derzeitigen Job nicht genau. Falls es sich um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit handelt, sollten Sie sich ganz dringend mit z.B. diesen Themen beschäftigen:
      – im Moment des Aktivierens des Restanspruches von ALG1 müssen Sie wieder arbeitslos melden
      – nach mehr als 12 Monaten Beschäftigung erwerben Sie neue Ansprüche
      – und es findet wegen der neuen Ansprüche eine „Neuberechnung“ statt
      – dabei werden Sie einige Monate vom neuen ALG1-Anspruch gestrichen bekommen (der maximale Anspruch ist 720 Tage, also 2 Jahre)
      – glücklicherweise behalten Sie vermutlich Ihren höheren alten Tagessatz für ALG1
      – und glücklicherweise sollte dann daraus ein neuer 4-Jahres-Zeitraum beginnen
      – vermutlich gibt es noch weitere Punkte die Sie betreffen und wichtig sind.

      Bitte rechtzeitig um diese Themen kümmern! Es betrifft IHRE Zukunft.

      LG FÜR2012

      • Herzlichen Dank für diese Hinweise! Sie hatten mir am 16.3.2020 bereits zu diesem Sachverhalt geantwortet, allerdings etwas anders:
        https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1/#comment-26979
        Darf ich Sie bitten, nach meiner genauen Schilderung nochmal auf die neu entstandenen Fragen zu antworten? Ich bin Ihnen sehr verbunden, großen Dank! Vielleicht können Sie mir zumindest sagen, wo kann ich mich im Detail informieren, außer in den Gesetzen selbst, die aber immer Auslegungssache sind? Ich will auch dafür bezahlen, aber wer kann dazu fundiert beraten???
        Meine Fakten:
        – ALG Bescheid zum 1.9.2019 über 24 Monate (vorher 4 Jahre zusammenhängend gearbeitet, zum Zeitpunkt 59, letztes Jahr 40 h/ Woche, gut verdient)
        – neuer versicherungspflicghtiger Job 30 h/ Woche, mit täglichen Fahrzeiten allerdings eher 55 h/ Woche (auch wenn das jetzt mit Homeoffice anders aussieht, aber ich habe etwas eingesetzt, um wieder zu einem guten Job zu kommen), aber eben deutlich geringerer Verdienst
        —> mein Plan (A): Arbeitslosmeldung nach Auslaufen der Befristung (etwas weniger als 2 Jahre (damit möchte ich weiter meinen Anspruch gemäß ALG Bescheid zum 1.9.2019 sichern), ich bin bei der neuen Arbeitslosmeldung dann exakt 61
        – es erfolgt eine Neuberechnung, da dann 23 Monate versicherungspflichtige Tätigkeit zugrunde liegen,mein Verständnis lt. Ihrer Info vom 16.3.2020 wäre:
        „Bei länger als 12 Monaten Beschäftigung erfolgt eine Neuberechnug für die Anspruchsdauer. Restanspruch und neuer Anspruch werden addiert und ggf. begrenzt (Alter). Dann erfolgt noch der Vergleich „alter Tagessatz“ zu „neuem Tagessatz“; der höhere Wert wird übernommen (2-Jahres-Regel). Ausschlaggebend bei der Arbeitslosmeldung ist die „gesuchte Arbeitzeit“. Vollzeit bedeutet voller ALG1-Satz; Teilzeit nur anteilig.“
        –> mit Plan A wäre für mich zu erwarten:
        A1) für die Anspruchshöhe: es bleibt bei der alten Höhe vom ALG-Bescheid zum 1.9.2019 (mit dem Ziel, einen neuen Job mit 40 h/Woche (in der Nähe) zu finden)
        A2) für die Anspruchsdauer:
        24 Monate (ursprünglicher Anspruch) – 2 Monate (bereits in Anspruch genommen) + 10 Monate (neuer Anspruch aus 23 Monaten) = erneut Begrenzung auf 24 Monate ODER ??? ergeben sich dann doch nur 18 Monate???
        ??? Bleibt es bei der ursprünglichen 4-Jahres-Rahmenfrist, die damit am 30.8.2023 vorbei wäre oder ergibt sich eine neue???.
        –> Mein weiterer Plan (B):
        neuen Job suchen (in der Nähe, ggf. erneut bei bisherigen Arbeitgeber, also weit weg), der von der Befristung innerhalb der Rahmenfrist bleibt (also innerhalb 30.8.2023, besser reichlich vorher, das Risiko hab ich verstanden, wenn es zu kurz angesetzt ist)
        –> bei Arbeitslosmeldung nach Ablauf von Plan B z.B. nach 18 Monaten erneuter Beschäftigung (z.B. 1.1.2022 – 30.6.2023, dann wäre ich 62)wäre für mich zu erwarten (immer sofern die Gesetze und Auslegungen zu diesem späteren Zeitpunkt dann noch gelten):
        B1) für die Anspruchshöhe: es bleibt bei der alten Höhe vom ALG-Bescheid zum 1.9.2019 (mit dem Ziel, einen neuen Job mit 40 h/Woche (in der Nähe) zu finden),
        weil auch dieser zweite Zwischenjob unter 2 Jahren Laufzeit bleibt)
        B2) für die Anspruchsdauer:
        24 oder 18 Monate (ursprünglicher Anspruch) – 2 Monate (zwischen 1. und 2. Zwischenjob bereits in Anspruch genommen) + 8 Monate (neuer Anspruch aus 18 Monaten) = erneut 24 Monate ODER ??? ergeben sich dann doch nur 8 Monate???
        —–> ??? Wo ist ein Denkfehler??? Insbesondere für Plan (B) – das würde ich gern wissen, bevor ich mich auf erneute Jobsuche mache, denn damit muss ich bald beginnen…
        Damit Sie sich in meinen Fragen gut orientieren können, habe ich sie jeweils in ???Frage??? eingebettet. Lassen Sie sich ruhig Zeit für die Antwort! Danke, Danke, Danke!!!!

        • Ich habe in dem Plan keinen Denkfehler erkennen können. Aus meiner Sicht ist das alles korrekt.
          Wenn ein neuer ALG-Anspruch entsteht, so greift bzgl. der Höhe der Bestandschutz (innerhalb von zwei Jahren). Bei der Dauer werden der neue Anspruch und der alte Rest-Anspruch zusammenaddiert und dann auf die maximale Höhe für das jeweilige Alter gekappt.
          Danach ist dies der aktuelle ALG-Anspruch, sämtliche Vorgeschichten sind vergessen und alle Regeln gelten von nun ab für diesen Anspruch.

          Zur Beratung: Die Agentur ist zwar zu einer Beratung verpflichtet. Ich gehe aber davon aus, dass sich diese Verpflichtung nur auf konkrete, aktuelle Situationen bezieht und nicht auf eine Lebensplanung mit unterschiedlichen Varianten.
          Man kann es natürlich trotzdem versuchen…

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank! Echt toll, hier solche praxisnahen und vor allem nützlichen Rückmeldungen zu bekommen! Damit kann ich jetzt ohne Stress erstmal weiter arbeiten:)

    • Vorab die Antwort auf die Frage: „Nur weil das Risiko da ist, evtl. durch Krankheit > 6 Wochen da wieder raus zu fallen und nicht wieder zurück zu können?“ Ja, genau das ist der Haupt-Grund für die Warnung.

      Ansonsten kann ich mich nur den Hinweisen von FÜR2012 anschliessen: Die vierjährige Dauer, in der ein ALG-Anspruch (wieder) geltend gemacht werden kann, gilt ohne Einschränkngen nur dann , wenn in dieser Zeit keine versicherungspflichtigen Tätigkeiten ausgeübt werden!
      Ist dies doch der Fall, so kommen andere Regeln zum Tragen, die teilweise bereits oben im Beitrag erläutert sind. Weitere Infos dazu gibt es im Beitrag: „Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand“ .

      Dies alles kann sich negativ, aber teilweise auch positiv auswirken. Ich möchte diese ganze Thematik aber hier nicht weiter vertiefen, da diese Fragen für einen angehenden Privatier nicht wirklich von Bedeutung sind. Falls weitere Informationen dazu benötigt werden, empfehle ich diese in einem speziellen Erwerblosenforum zu klären. Dort sind solche Fragestellungen eher an der Tagesordnung.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank, das hat mir geholfen. Diese sich allerdings ergebenden neuen Fragen habe ich gerade an FÜR2012 geschickt.
        Meine grundlegende Frage richte ich aber auch nochmal an Sie:
        Vielleicht können Sie mir zumindest sagen, wo kann ich mich im Detail weiter informieren, außer in den Gesetzen selbst, die aber immer Auslegungssache sind? Ich will auch dafür bezahlen, aber wer kann dazu fundiert beraten???

        Danke vielmals:)

        • Im Zweifelsfall das Arbeitsamt selbst. Die haben eine Auskunfts- und Beratungspflicht und sind letztendlich diejenigen, die das bescheiden müssen.

          PS: Ich würde eher per eMail bei denen anfragen. Bei Anruf hat man meist einen Generalisten (weiss ein bisschen was über alles, aber nichts im Detail) an der Strippe. Und der muss sich dann schnell eine Aussage aus der hohlen Rippe schnitzen, denn er hat ja einen Anrufer an der Strippe.
          Schildert man sein kompliziertes Anliegen per Mail, stehen die Chancen besser, dass der Vorgang auf den Schreibtisch eines Spezialisten kommt.

        • Hallo Renate Münznerich,

          ich erzähle hier von eigenen Erfahrungen, bei denen die Bedingungen und Voraussetzungen unterschiedlich zu Ihren waren. Das ganze Thema lief im Zeitraum 2015 bis 2018!

          Plan A:
          A1)
          … beim ALG1-Tagessatz-Vergleich muss innerhalb der letzten 24 Monate zumindest ein Tag ALG1 bezogen worden sein … DANN sollte gelten: der höhere ALG1-Tagessatz (Vergleich alter mit neuem ALG1-Tagessatz) wird verwendet.
          A2)
          JA, Begrenzung auf 24 Monate. Der PRIVATIER erwähnte, dass bei Befristung des Jobs KEINE REDUZIERUNG um 25% erfolgt (zum Thema Befristung kann ich nichts sagen).
          Mit der Neuberechnung des ALG1/ Arbeitslosengeldantrag beginnen wieder vier Jahre (neue Laufzeit).

          Plan B:
          B1)
          NEIN, da kein ALG1-Bezug innerhalb der letzten 24 Monate (2-Jahres-Regel). Aus den neuen Beschäftigungen (gezahlten AV-Beiträgen) wird der dann neue ALG1-Tagessatz berechnet.
          JA, immer nur dann, wenn nach einer Neuberechnung PLUS mindestens ein Tag ALG1-Bezug keine zwei Jahre vergangen sind.
          B2)
          Alte und neue Anspruchsdauer werden bei einer Neuberechnung addiert und bei Ihnen auf maximal 24 Monate/ 720 Tage begrenzt/ gekappt.

          Anregung aus der Ferne für Sie:
          – Zeichnen Sie sich einen Plan mit 1-Monats-Blöcken, dann können Sie parallel zu Ihren Veränderungen immer „bequem“ die Monate abzählen.
          – Wenn der derzeitige Job so lange Fahrzeiten und weniger Verdienst ergeben — machen Sie eine Arbeitspause am Ende der Befristung (=Arbeitsvertragsende), melden sich arbeitslos und beziehen ALG1. Dann könnten Sie in Ruhe nach einem „besseren Job für SIE“ suchen …

          LG FÜR2012

  45. Hallo eSchorch,
    daran hatte ich auch schon gedacht, das Arbeitsamt selbst anzufragen. Schließlich habe ich doch legitime Pläne und in meinem Alter darf man doch auch mal über Absicherung nachdenken… War nur nicjht sicher, darüber, ob das Arbeitsamt da nicht vielleicht nur pauschal antworten würde.
    Vielen Dank für die Bestärkung!

    • Wenn man konkrete Fragen stellt, dann sollte man auch eine konkrete Antwort erhalten. (den Sachverhalt schildern … erhalte ich dann 16 oder 18 Monate ALG1?)

      Die Frage (… will irgendwann mal wieder ALG beziehen, was wäre denn da das Beste?) ist für den Sachbearbeiter nur schwer vernünftig zu beantworten, da gibt es dann ggfs. nur den Verweis auf das Onlineportal zum arbeitslos melden.

  46. Hallo,

    ich beziehe ab September 2021 Betriebsrente und parallel dazu jetzt schon bis September 2022 ALG1. Ich habe gerade festgestellt das durch den Bezug von AlG1 für meine Betriebsrente der Krankenversicherungsbeitrag wegfällt, da die Bemessungsgrundlage über der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

    Da ich aktuell schon ALG1 beziehe, überlege ich von Feb-Sept 2021 dieses ALG1 ruhen zu lassen und den Anspruch auf die Zeit September 2022 bis April 2023 zu verschieben um auch für diese Monate den Krankenkassenbeitrag auf die Betriebsrente zu sparen.

    Kann ich das einfach so machen (wie) oder gehe ich hier ein Risiko ein?

    LG
    Palito

    • Wie im Beitrag oben erläutert, hat ein festgestellter ALG-Anspruch bis zu vier Jahren Bestand. Man kann sich also in diesem Zeitraum auch ohne Nachteile aus dem ALG-Bezug abmelden.
      Ich würde allerdings vorher einmal bei der Krankenkasse nachfragen, ob Ihre Annahme auch zutreffend ist. Mir ist nämlich momentan nicht so ganz klar, in welcher Reihenfolge die unterschiedlichen Einkünfte verbeitragt werden?
      Also: Erst die ALG-Beiträge und die Betriebsrentenbeiträge entfallen
      oder: Erst die Betriebsrentenbeiträge und die ALG-Beiträge entfallen?

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo und vielen Dank! Mir war nochmal wichtig zu verstehen ob die 4-Jahresfrist mit dem Bewilligungsbescheid beginnt. Ich verstehe Ihre Antwort so: solange der gesamte ALG1-Bezug in diesem Zeitraum stattfindet, ist eine Verschiebung ungefährlich.

        Die Priorität der Einahmen wurde von der Krankenkasse (TK) eindeutig bestätigt! Erst wird das ALG1 herangezogen (und auch weitere übrige Einkünfte) und dann die Betriebsrente. Das liegt daran, weil die Betriebsrente nicht als Arbeitseinkommen gilt, deshalb kann man auch ALG1 und Betriebsrente parallel beziehen! Ich frage mal nach, ob das auch für die klassische Rente gilt!

  47. Hallo Palito,

    ich hatte diese Thematik auch mit meiner Krankenkasse diskutiert. Diese hat mir dann erklärt, dass Beiträge zur Krankenversicherung von der Bundesagentur für Arbeit zwar in Höhe von 15,7 % des Bemessungsentgelts für das ALG1 übernommen werden, dies aber auf 19,63€ täglich (Stand 2020)gedeckelt ist.(siehe Punkt 2.5 des Merkblattes der BA f. Arbeit zur Übernahme von Beiträgen zur Krankenvers.) Das bedeutet de facto, dass KV-Beiträge vom ALG1 nur max. von 3.750€ mtl. gezahlt werden (19,63€ tgl. sind = 15,7%, 100 % = 3750€). Es bleiben also noch 937,50€ (Stand 2020) bis zur eigentlichen Bemessungsgrenze übrig, für die noch KV-Beiträge z.B. aus einer Betriebsrente zu zahlen sind. Analog gilt das auch f. die Pflegeversicherung.

    Viele Grüße
    BestAger

    • Da bin ich mal gespannt, wie die KV-Berechnung bei mir (ratierliche Abfindung) im Juli aussehen wird.
      Ich werde dann berichten.

      Dazu kommt: Das Einkommen, nach dem das ALG1 berechnet wird, lag hier oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze für ALG.
      Wird dann eigentlich die BBG von 2020 (Ende Arbeit, Beginn Dispojahr) oder 2021 (Beginn ALG1) herangezogen?

      Beste Grüße
      Bert

      • Die Höhe des ALG berechnet sich auf Basis der gezahlten (und vom AG bescheinigten) Beiträge. Hier also vermutlich die Beiträge (und BBG) von 2020. Oder auch von 2019, je nach Ende des Arbeitsverhältnisses.

        Gruß, Der Privatier

        • Danke für die Klarstellung.
          Ein Dispojahr sorgt nicht für eine Erhöhung des ALG1. Maßgeblich ist das Ende des Beschäftigungsverhältnisses.
          Wenn das Dispojahr identisch mit einem Kalenderjahr ist, „verpasst“ man allerdings zwei Erhöhungen, während bei einem unterjährigen Beginn des Dispojahrs zwischendurch nur eine ALG1-Erhöhung stattfindet.

          Grüße, Bert

          • Zur Klarstellung: Jeder Beitragsmonat wird auf die dafür geltende BBG gedeckelt, d.h. bei x Beiträgen in 2019 und (12-x) in 2020, werden die x-Monate durch die monatliche BBG von 2019 begrenzt und die anderen auf die von 2020.

    • Hallo BestAger,

      vielen Dank für die Info, das hat mit die KK (TK) tatsächlich nicht gesagt! Ich habe das im Merkblatt der BAA jetzt nachvollzogen. Dieses Merkblatt bezieht sich allerdings auf ALG1-Bezieher bei Versicherungsfreiheit (ich bin freiwillig gesetzlich versichert). Würde sich das ändern wenn ich normal gesetzlich versichert werden würde? Ich denke als ALG1 Bezieher müsste das gehen.

      VG
      Palito

  48. Hallo Bert,

    dazu hat meine KK (TK) gesagt: Was im ALG1-Bescheid steht, aber dieser Wert bezieht sich dann auf den Zeitpunkt des Bezug von dem letzten Arbeitseinkommen. Das bedeutet also 2020 (ist bei mir sogar 2019 aufgrund von Bezug von Krankengeld).

    VG
    Palito

  49. Hallo,

    kann jemand bestätigen, ob der maximale Krankenkassenbeitrag der Agentur für Arbeit in der gesetzlichen KV bei ALG1-Bezug tatsächlich nur 80% der Beitragsbemessungs- grenze beträgt ? Das würde eine Beitragspflicht für meine Betriebsrente bedeuten.

    Das entsprechende Merkblatt der Agentur f. Arbeit in dem diese Regelung beschrieben ist, bezieht sich offensichtlich nur auf die Übernahme bzw. Erstattung der Beiträge von Privatversicherten.

    Eine 80%-Höchstgrenze für gesetzlich Versicherte habe ich bisher nicht gefunden.

    Viele Grüße
    BestAger

    • Hallo BestAger,

      exakt an der gleichen Frage beisse ich mir gerade die Zähne aus. Ich beziehe ALG1 und ab Sommer eine Betriebsrente!

      Meine Erkenntnisse so weit (ich bin aber noch nicht durch):
      1) Die BBM für ALG1 und für die KK sind unterschiedlich!In sofern spielt die 80% für den KK-Beitrag keine Rolle! Was aber deckelt sind die 19,63 Euro täglich Höchstsatz (es mir völlig unklar woher diese Grenze kommt) also Zuschuss der BBA.
      2)Das Formblatt ist tatsächlich formal nur für freiwillig Versicherte gültig, wird aber von der Krankenkasse (bei mir TK) offensichtlich als Grundlage verwendet!
      3) Ein klare Rechtsgrundlage/Regelung habe ich bis jetzt nicht gefunden!
      4) Der maximale Gesamt-KK-Beitrag ist eh‘ gedeckelt bei 703,31 Euro plus 159,68 Euro Pflegeversicherung.

      Meine Frage ist: wie sieht denn das mit dem gleichzeitigen Bezug von gesetzlicher Rente und Betriebsrente aus? Das müsste doch eigentlich aufgrund des gleichen Effektes den KK-Beitrag der Betriebsrente zumindest senken (an die BBG wird man ja bei der gesetzliche Rente wohl kaum zu denken wagen) und somit die berühmte Diskussion um die Doppel-Verbeitragung bei der Betriebsrente völlig relativieren!

      LG
      Palito

      • Hier die Herleitung der 19,63 Euro:
        Die Beitragsbemessungsgrenze der KV lag 2020 bei 56.250 Euro, der gesetliche Zusatzbeitrag bei 1,1 %, also zahlt die AA max. KV in 2020: 56.250 Euro * (14,6 + 1,1)% * 80% / 360 Tage = 19,63 Eoru/ Tag.
        2021 ist der max. Beitrag 20,51 Euro und genau das bekomme ich auch.

        Der GKV Spitzenverband hat die Regeln zur Beitragszahlung der Rentner unter „RS-KVdR -24-10-2019“ zusammengefasst. Auszüge dazu hat Lars in meinem Link direkt über deinen Kommentar zitiert.

    • Hier noch die gesetzliche Grundlage dazu. Zu finden im §232a SGB V zum Thema:
      „Gesetzliche Krankenversicherung, Beitragspflichtige Einnahmen der Bezieher von Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld oder Kurzarbeitergeld“:

      „Als beitragspflichtige Einnahmen gelten
      1. bei Personen, die Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld nach dem Dritten Buch beziehen, 80 vom Hundert des der Leistung zugrunde liegenden, durch sieben geteilten wöchentlichen Arbeitsentgelts…“

      Oder, um es einfacher auszudrücken: Die Arbeitsagentur zahlt nur für 80% des Leistungsentgelts Beiträge zur Krankenversicherung. Und das gilt natürlich auch dann, wenn das Leistungsentgelt durch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt ist.

      Gruß, Der Privatier

  50. Bei mir steht im Bescheid (PKV):

    Die AfA übernimmt höchstens die Beiträge, die bei Versicherungpflicht in der GKV zu zahlen wären. Das KV-Entgelt ist höchstens 80% der BBG.

    Zur Beitragspflicht bei der Betriebsrente kann ich nichts sagen.

    Grüße

    B

  51. vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Demnach ist es also tatsächlich so, dass während des ALG1-Bezugs eine Betriebsrente bis zu einem mtl. Betrag von 967,50€ mit dem vollen Beitragssatz (AG + AN-Anteil) KV + PV-pflichtig ist. (Diff. von 80 % der BMG = 3.870€ zu 100% BMG = 4.837,50€).
    Bei mir wird dem ALG-Bezug dann eine freiwillige gesetzliche Versicherung mit Zahlung des Mindestbetrages von ca. 200€ mtl. folgen. Solange die Gesamteinkünfte unter der Mindestbemessungsgrenze von mtl. 1.096,67€ bleiben, werden dann für die Betriebsrente keine zusätzliche Beiträge mehr erhoben, da es sich sonst um eine Doppelveranlagung handeln würde(hat mir meine KK heute bestätigt).

    Gruß
    BestAger

  52. Lieber Privatier, liebe Forumsaktivisten,
    tolles Engagement und know how Sammlung

    Nach aus heiterem Himmel kommenden Personalgespräch und Aufhebungsangebot mit Abfindung, studieren vom „dem Buch“, Haufe-Anmeldung, wochenlangem arbeiten an der Exceltabelle mit allen Ein-/Ausgaben und Steuern bis 2055 ergibt sich ein „Königsweg“ mit 2 offenen Fragen. Die erste zum ALG unten, die zweite zur Abfindung, 1/5 Regelung & DC, die ich gleich im anderen Forum stellen möchte.

    ALG1 „Doppelsprung“
    Aufhebungsvertrag abschließen bis 30.03.2021, Arbeitsende 30.09.2021, Abfindungszahlung in 2022.
    Bin durch Tarifvertrag „unkündbar“= fiktive Kündigungsfrist=18Mon.
    Lt. meinem Arbeitgeber: Sperrzeit=25%=6 Mon., Ruhenszeit 204Tage
    Habe ich es richtig verstanden, dass ich durch das „Dispojahr“ meine Sperrzeit eliminieren kann, d.h. volle 2 Jahre ALG 1 beziehen könnte (ab theoretisch 01.10.022)?
    Gibt es dann die Möglichkeit die Inanspruchnahme des „erworbenen Anspruchs“, Datum 01.10.2022, auf z.B. 10.2024 – 11.2025 zu legen?
    Falls ich eine Antwort im Forum zu dem Thema übersehen haben sollte, bitte ich um Entschuldigung

    • Ja, ein korrekt durchgeführtes Dispojahr verhindert Sperr- und Ruhezeiten.

      Ja, der einmal festgestelle Anspruch kann binnen 4 Jahren „abgefeiert“ werden.
      Theoretisch würde eine erneute AL-Melung im September 2026 ausreichen, um die verbliebenen 23.x Monate in Anspruch zu nehmen.
      Ich würde das aber gleich in 2023 angehen (Gefahr, dass man nach längerer Krankheit aus dem ALG1-Bezug fällt und dann der Rest ALG1 vefällt).

  53. Hallo Zusammen,

    ich habe das Buch sehr ausführlich gelesen, mehrmals weiter empfohlen und möchte nun noch sicher gehen, alles verstanden zu haben.

    Ich werde zum 30.06.21 mit einem Aufhebungsvertrag mein Arbeitsverhältnis beenden. Anschließend mache ich ein Dispojahr (beschäftigungslos). Abfindungszahlung erfolgt in Januar 2022. Ich möchte mich zum 01.07.22 arbeitslos melden. Der Bemessungsrahmen ist ja dann automatisch auf 2 Jahre erweitert worden und somit habe ich 12 Monate Einkünfte erzielt. Nach dem Erhalt vom Bescheid über festgestellten Anspruch und dem Bemessungsentgelt möchte ich mich sofort wieder abmelden um mich zum 01.01.23 wieder arbeitslos zu melden. Grund dafür ist natürlich, dass ich im Abfindungsjahr 2022 aus steuerlichen Gründen kein ALG erhalten möchte. Ich hoffe, bis hierhin keinen groben Gedankenfehler gemacht zu haben. Falls Ja, bitte mich gerne korrigieren.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage: Kann ich mich nicht auch erstmalig zum 01.01.23 arbeitslos melden und dann die gleichen ALG Leistungen in Anspruch nehmen? Schließlich gibt es ja die verlängerte Rahmenfrist von 30 anstatt 24 Monaten. Und in dieser Rahmenfrist von 30 Monaten habe ich ja ebenfalls 12 Monate Einkommen erzielt. Oder bedeutet die verlängerte Rahmenfrist lediglich, dass ich in den letzten 30 Monaten (anstatt vorher in 24 Monaten) insgesamt 12 Monate Einkommen nachweisen muss um überhaupt ALG bekommen zu können, für die maximale Berechnung des ALG aber immer noch die letzten 24 Monate vor Beginn ALG relevant sind? Das wäre dann natürlich schlecht, da ich in den dann letzten 24 Monaten (Zeitraum 01.01.21 bis 31.12.22) nur 6 Monaten Einkommen nachweisen könnte.

    Ich weiß, es handelt sich um ein konkretes Fallbeispiel. Aber ich weiß nicht, wie ich es bei der Komplexität allgemeiner fragen könnte.

    Vielen Dank für Ihre Hilfe und mit freundlichen Grüßen, RoMe.

    • Unabhängig von der Altersfrage (Ü58 = mglw. 24 Monate ALG1) würde ich persönlich die AL-Meldung zum 1.7.22 favorisieren und mich danach wieder abmelden. Das bisschen ALG1 das man dann kurzzeitig bezieht, das wird doch von den eh fälligen KV-Beiträgen steuerlich ausgegelichen.
      Bei erstmaliger AL-Meldung zum 1.1.23 näht man von vorne herein „auf Kante“. Gesstzt den Fall Ende Dezember erfolgt eine längere Krankheit und man ist Anfang Januar nicht arbeitsfähig, dann wäre der gesamte Anspruch auf ALG1 in Gefahr. Das ist unwahrscheinlich, aber weshalb das Risiko eingehen?

  54. n’Abend RoMe,
    Bitte mal hier einsteigen:

    https://der-privatier.com/kap-9-3-2-9-hinweise-zum-dispositionsjahr-verlaengerte-rahmenfrist/

    -und die verlinkten Folgebeitraege beachten!

    Leider wissen wir dein Alter nicht, evtl. liegt das „Risiko“ bei einem „verlängerten Dispojahr“ weder

    1.)-an der verlaengerten Rahmenfrist von 30m, hier erreichst Du ja damit immer noch die erforderlichen 12m, um ueberhaupt anspruchsberechtigt zu sein.

    2.)-am unverändert gültigen Bemessungsrahmen von 24m, innerhalb dessen Du mindestens 150 Tage mit normalem Arbeitsentgelt vorweisen musst, um daraus die maximale Hoehe an Alg-1 nach dem Tagessatz zu erhalten.
    Hier wuerde bei Dir eben der Durchschnitt aus den 6 Monaten herangezogen, nicht etwa die 6 Gehaelter auf 24m „verteilt“.

    Altersabhaengig kann es jedoch sein, dass sich durch die “ Verlängerung“ die Zeit mit Versicherungspflichtverhaeltnis innerhalb der „um 30m erweiterten Rahmenfrist“ also innerhalb von 60m (früher „5 JAHRE“), soweit verkürzt, dass die Bedingungen für die altersabhaengig eigentlich erreichbare maximale BEZUGsDAUER nicht mehr erfüllt werden.
    D.h. obwohl das Alter stimmt, fehlt es an Versicherungszeit und man faellt auf die vorhergehende Bezugsdauer zurück.

    Gruesse
    ratatosk

  55. Unterbrechung des ALG1-Bezuges nachdem der Jahresanspruch von 4 Jahren verbraucht ist.

    Hallo,

    ich hatte mich damals vom ALG1 Bezug abgemeldet und mir den 4 Jahresanspruch gesichert. Kurz vor Ende dieses Zeitraums bin ich wieder in den ALG1 Bezug gestiegen. Mittlerweile sind die 4 Jahre nun rum. Mir ist klar dass eine Unterbrechung des Bezuges, länger als 6 Wochen zum Verfall des restlichen ALG1 Anspruches führen würde.

    Ich möchte gerne etwas näher auf die Unterbrechungsart eingehen, um alle Fragen zu klären. Bei Krankheit ist es mir klar und bei Urlaub auch, denn wenn man während einem ALG1 Bezug Urlaub machen möchte, muss dies erst von der BA genehmigt werden. Ich glaube man darf höchstens 21 Tage (3 Wochen) eine Ortsabwesenheit beantragen, OHNE dass Bezüge davon betroffen sind. In diesem Fall müsste ich mich von der BA nicht einmal abmelden. Also alles noch im Rahmen.

    Aber wie ist es denn wenn ich eine Sozialpflichtige Arbeit aufnehme? Dann werde ich ja automatisch vom ALG Bezug abgemeldet. Und nun gehen wir davon aus, ich werde bei dem neuen Arbeitgeber nach der Probezeit (6 Monate) wieder entlassen. Somit hätte ich doch dann länger wie 6 Wochen eine Unterbrechung bei der BA. Theoretisch wäre doch nun mein Anspruch verfallen oder nicht? Die 6 Monate Beschäftigung reichen dann auch nicht für einen neuen Anspruch…ist doch voll sch****

    Beurteile ich das richtig?
    Gibt es alternativen für mein Gedankengang?

    Danke vorab für eure Ideen und Denkanstöße.
    Viele Grüße

    • Du beurteilst das richtig.
      Alternativen sehe ich für deinen Fall nicht. Generell wäre es ein besserer Ansatz, den ALG1-Bezug so planen dass der letzte Tag Anspruch schon vor Ende der 4 Jahre aufgebraucht ist. Ist hier aber wohl zu spät 🙁

    • Nach Ablauf der vier Jahre besteht keine Möglichkeit mehr, den alten Anspruch noch einmal geltend zu machen. Da gibt es keinen Ausweg.
      Darum auch der Hinweis im obigen Beitrag, den Anspruch möglichst nicht zu lange vor sich her zu schieben, da man dann immer Gefahr läuft, ihn (aus unterschiedlichen Gründen) vollständig zu verlieren.

      Gruß, Der Privatier

  56. Hallo
    Frage wie ist das mit der Fünf Jahre Regel nach erlöschen des Anspruchs nach vier Jahren.
    Der Bestandsschutz müsste ja auch noch gelten.

    • Wenn sich die Anmerkung auf den Fall von Alejandro bezieht, so muss ich leider enttäuschen. Auch diese Idee wird hier nicht funktionieren.

      Denn um diese „5-Jahres-Regel“ nutzen zu können, müssten zwei Bedingungen erfüllt sein:
      1. Es muss ein neuer Anspruch entstanden sein (der dann mit einem alten in irgendeiner Weise verrechnet würde). Dies ist aber bei Alejandro nach 6 Monaten noch nicht der Fall.
      2. Der alte Anspruch muss wegen der Entstehung des neuen Anspruches erlöschen. Ist aber hier auch nicht der Fall, denn der alte Anspruch ist aufgrund des 4-Jahres-Zeitraumes erloschen.

      Die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen dazu sind übrigens im §147 Abs.4 SGB III nachzulesen. Zitat: „Die Dauer des Anspruchs verlängert sich um die Restdauer des wegen Entstehung eines neuen Anspruchs erloschenen Anspruchs, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind…“

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,

        das ist wohl wirklich eine aussichtslose Situation… aber das mit der 5 Jahres-Regel kannte ich nicht. Wenn ich aber anstatt 6 Mon. min 12 Monate Beschäftigt bin, würde dies den oben genannten Punkt 1. auslösen? Würde dann der restliche Anspruch nicht verfallen trotz Überschreitung der 4 Jahre?
        In diesem Fall kommt der neue Anspruch (bei 12 Mon. Beschäftigung = 6 Monate ALG1) plus der restliche Anspruch vor der Beschäftigung zusammen. Könnte ich den Anspruch in so einem Fall in „Schutz“ nehmen?
        Punkt 2.verstehe ich leider nicht ganz, somit könnte ich mit meiner obigen Vermutung falsch liegen.

        Gruß

        • Nach einer 12-monatigen Beschäftigung würde ein neuer Anspruch entstehen. Das ist korrekt.
          Und dieser könnte dann mit einem alten Anspruch zusammengerechnet werden. Aber nur dann, wenn der alte Anspruch aufgrund des neuen Anspruches erlischt. Der neue Anspruch muss also der Grund sein, warum der alte erlischt. Ist aber hier nicht der Fall. Hier ist der alte Anspruch bereits schon vorher erloschen, aufgrund des 4-Jahres-Zeitraumes.

          Gruß, Der Privatier
          P.S.: Zur Bestätigung aber bitte gerne einmal direkt bei der Arbeitsagentur nachfragen.

  57. Hallo,

    ich bin neu hier und habe eine Frage zum Thema ALG1.

    Ich habe eine Kündigung zum Jahresende wegen Werkschließung erhalten. Hierzu gibt es für mich 2 Optionen. Ich werde Nr.2 annehmen.

    1. Zahlung einer hohen Abfindung bei Beendigung des Arbeitsverhältnis zum 31.12.2021.
    (Zeitpunkt der Zahlung sehr ungünstig, aber nicht verhandelbar)
    2. Annahme eines Aufhebungsvertrags mit sofortiger Beendigung unter Zahlung einer zusätzlichen Abfindung in Höhe der ersparten Bruttolöhne + die unter 1. genannten Abfindung. Zeitpunkt der Zahlung hier: 30.06.2021. Das ich hier bis Jahresende kein ALG 1 bekomme und mich selbst versichern muss ist mir bekannt und auch auf Sicht der Steuern von mir gewollt. Das zvE vor Abfindung kann hier fast auf 0€ gesenkt werden.

    Vor Antritt einer neuen Stelle möchte ich gerne mein Anspruch auf ALG1 , insbesondere der Höhe festhalten lassen.

    Nun zu meiner Frage:
    Geht dieses sofort nach Beendigung durch einen Aufhebungsvertrag oder erst nach dem Ende der Ruhezeit ( hier 31.12.2021)?

    vielen Dank

    • Ja.
      Aber mit Erhalt des Bescheides laufen die 4 Jahre. Daher würde ich die AL-Meldung zum Jahresende präferieren.

      Achte darauf, dass im Aufhebungsvertrag ein Hinweis auf die ansonsten zum Jahresende drohende Kündigung enthalten ist. Fehlt dieser, wird die AfA eine Sperrzeit verhängen.

    • Sobald Sie beschäftigungslos sind, können Sie einen Antrag auf ALG stellen. Und beschäftigungslos sind Sie spätestens nach Ende Ihres Arbeitsverhältnisses, evtl. sogar schon eher, falls vorher noch eine unwiderrufliche Freistellung ausgesprochen sein sollte.

      Wenn Sie vorhaben, einen ALG-Antrag zum Ende Ihres Arbeitsverhältnisses zu stellen, sollten Sie sich sofort nach Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages arbeitsuchend melden. Ansonsten droht Ihnen zu der ohnehin zu erwartenden Sperre wg. Mitwirkung am Verlust des Arbeitsplatzes eine zusätzliche Sperre wg. Meldeversäumnis.

      Anmerkungen:
      * Die Kündigung durch den AG zum 31.12.2021 würde die Agentur nicht berechtigen, eine Sperre wg. Arbeitsaufgabe zu verhängen. Die Unterzeichung eines Aufhebungsvertrages hingegen doch.
      * Eine Sperre könnte man mit einem Dispojahr verhindern. Dann dürfte jedoch jetzt kein ALG-Antrag gestellt werden. Mehr dazu in den entsprechenden Beiträgen…

      Gruß, Der Privatier

      • Den Aufhebungsvertrag werde ich erst nach Erhalt der Kündigung unterschreiben und müsste somit vor einer Sperre von der AfA sicher sein, jedenfalls wenn ich die fachliche Weisung der AfA zu §159 SGB III richtig verstanden haben. Aber selbst mit einer Sperre lohnt sich der Aufhebungsvertrag (Steuern + vorzeitiger Auszahlungszeitpunkt, dadurch ist eine hohe Einzahlung in die Rüruprente erst möglich).
        Ein Dispojahr kommt für mich (45 Jahre) wegen erforderlichen 24 Beschäftigungsmonate in den letzten 30 Monaten nicht in Frage. Vielleicht bin ich auch nicht allzu lange arbeitslos.

        Nochmals Danke für die schnelle Antwort.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

HTML tags allowed in your comment: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Scroll Up