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Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand — 314 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    noch eine kleine Ergänzung:
    auch auf Grund geänderter KV-, PV-, RV- und Zusatzbeiträge (der KK) kann sich ebenfalls eine geringfügige Änderung ergeben (in beide Richtungen möglich).

    LG FÜR2012

    • Guter Hinweis. Danke. Habe ich im Beitrag oben vergessen.

      Kommt allerdings in der Realität auch nicht ganz so häufig vor. Denn die Abzüge, die beim ALG vorgenommen werden, richten sich eben NICHT nach individuellen Zusatzbeiträgen von Krankenkassen u.ä., sondern werden pauschal gerechnet. Hat also mit den tatsächlichen Beiträgen nichts zu tun.
      Allerdings gab es wohl gerade zu Beginn diesen Jahres eine Änderung: Der pauschale Satz für alle Sozialversicherungen wurde auf 20% gesenkt. Davor war er lange Jahre konstant auf 21%.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo zusammen,
    es wäre für mich allerdings schon interessant wie sich die Pauschalabgabe in Höhe von 20% auf die KV, PV und RV aufteilt.
    Da ich ab Juli annähernd den Höchstsatz beim ALG1 erhalte und noch zusätzlich eine sehr gute Betriebsrente (ab Anfang des Jahres) denke ich, dass es eine Überzahlung der Sozialbeiträge geben könnte. Woher bekomme ich die exakten Abgabewerte auf die Pauschale?

    Viele Grüße Gerd

    • HLlo, Gerd

      Falscher Ansatz, pauschaliert wird hier ausschliesslich der Sozialversicherungsanteil (AN) in Bezug auf das Bemessungsentgelt für das ALG 1.
      D.h. Auswirkung NUUUR auf die HOEHE des ALG1 im Verhältnis zum letzten Bruttoengelt !!!
      Die Ansprueche, die gegenüber der DRV, bzw. der GKV erworben, bzw. aufrechterhalten werden,folgen anderen Regelungen.
      Eine „Ueberzahlung“ durch die Agentur zu „Deinen“ Gunsten ist somit systembedingt ausgeschlossen.

      Gruesse
      ratatosk

      • Hallo ratstosk,
        vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
        Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass die Sozialabgaben beim Alg1 fix sind, d.h. für mich 20% auf meine ALG.
        Es kommt allerdings wenn die Betriebsrentenstelle nichts von meinem ALG weiß zu einer Überzahlung an die KV und PV ( die Summe der Beiträge liegt dann über denen der Beitragsbemessungsgrenze). Dann sollte ich doch den gegenüber der Beitragsbemessungsgrenze überzählten Beitrag zurück erhalten.
        Diesen kann ich ja nur nachrechnen, wenn ich weiß wieviel die Agentur für Arbeit im Detail bezahlt. Die Differenz zur BBG kommt dann aus der Betriebsrente.
        Falsch oder richtig überlegt?

        • @ Gerd

          Schon richtig gedacht, hat dann aber nix mit der pauschalen Berücksichtigung der SV-Beitraege bei der ALG-Hoehe zu tun.
          Soweit ich weiss, bekommst Du zwar einen Nachweis der (jährlich) geleisteten Zahlungen der Agentur an die DRV, aber nicht über Zahlungen an die Krankenversicherung.
          Das liegt nun wiederum daran, dass sich Deine, während der Arbeitslosigkeit erworbenen Ansprüche, gegenüber der DRV an 80 % des letzten Bruttogehalts bemessen.
          Wenn ich da richtig informiert bin, richten sich die Zahlungen der Agentur an die Krankenversicherung aber nach dem TATSAECHLICH ausgezahlten Arbeitslosengeld, es wird hier davon ausgehend „hochgerechnet“, welcher KV/PV-Beitrag geleistet werden WUERDE, wenn der ALG1-Zahlbetrag als Netto-Gehalt erzielt wird.

          Richtig ist jedoch jedenfalls die Annahme, dass die Summe aus Beitragen ALG und Beitragen Betriebrente nicht hoeher sein kann als der Hoechstbeitrag nach BBG.
          Die Krankenkasse wird ueberzahlte Beitraege demzufolge zurueckerstatten.
          Inwieweit DU das vorab berechnen/pruefen/beantragen kannst,-keine Ahnung!
          Der Ablauf sollte so aehnlich sein wie bei “ beschäftigten Rentnern“….

          Gruesse
          ratatosk

          • @ratatosk
            Ich bin zwar noch kein Rentner, aber wenn ich mich nicht täusche, dann weiß der zumindest was er als KV/PV Beitrag von der DRV erhält und kann sich dann zusammen mit seinen Beiträgen aus seinem Arbeitsverhältnis und ggf. weiterer versicherungspflichtigen Einnahmen ausrechnen, ob er die BBG überschreiten und was er ggf. zuviel bezahlt hat und dann von der Krankenkasse zurückfordern
            Als ALG Empfänger nicht? Ich denke das müsste irgendwie auch möglich sein, die Krankenkasse kann es ja auch.
            Viele Grüße Gerd

  3. n’Abend, Gerd
    -mir ging es darum, ob die Agentur automatisch die geleisteten KV/PV-Beitraege bescheinigt?
    Mir wurde nach Ende des Alg-bezuges im Januar 2019 bisher nur das „Entgelt für Rentenversicherung“ bescheinigt und für spaetestens Feb.2020 ein Leistungsnachweis über die, an die FINANZVERWALTUNG gemeldeten Daten angekündigt.
    In diesem Leistungsnachweis sind alle dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Leistungen enthalten.
    Also wohl nix bzgl. KV-Beitraegen…
    Das man diese Betraege aus dem ALG mit etwas Arbeit selbst hochrechnen und sich mit den, aus der Betriebsrente abgeführten Beitraegen einen Überblick verschaffen kann, ist, denke ich, auch klar.
    Ebenso sollte natürlich der KK eine Ueberzahlung auffallen und Erstattung am Ende des Abrechnungszeitraumes (Jahr) erfolgen.

    Gruesse
    ratatosk

  4. Hallo ratatosk,

    vielen Dank für Antworten. Dann muss ich halt abschätzen und hoffen, dass die KV alles richtig macht.
    Schöne Grüße
    Gerd

    • Hallo Gerd,

      fragen Sie bei Ihrer KK nach wie sie rechnet bzw. rechnen wird.
      Interessant ist dann auch noch die Reihenfolge der Einkünfte. U.U. werden Ihre Betriebsrenteneinkünfte auf Pos.#1 gesetzt. Dann bräuchte wohl die AfA nur teilweise an die KK bezahlen!
      Siehe z.B. auch:
      https://www.vermoegenszentrum.de/ratgeber/fachartikel/krankenversicherungsbeitraege

      Im Link fehlt „natürlich“ ALG1 in der Reihenfolge. Bitte ggf. selbst weitersuchen und/oder die KK fragen.

      LG FÜR2012

    • Ich denke, es ist jetzt schon viel zu der Frage geschrieben worden, so dass ich kaum noch etwas beisteuern kann. Höchstens vielleicht noch die Überlegung, dass ja jede einzelne Zahlstelle (also z.B. Agentur oder BAV) immer nur prüfen kann, ob ihre eigene Beitragsgrundlage die Bemessungsgrenze übersteigt (um dann ggfs. den Beitrag zu kappen). Da sie die anderen Einkünfte aber nicht kennt, kann es natürlich dazu kommen, dass die Summe der Beiträge aus den verschiedenen Einkünften zu hoch ist.

      Das kann aber nur die Krankenkasse feststellen und ggfs. zu viel gezahlte Beiträge wieder zurück erstatten. Es mag auch sein, dass die Krankenkasse diese Situation „irgendwann“ einmal von selber bemerkt. Sinnvoller wäre es aber, mit einem Telefonat oder auch schriftlich einmal kurz darauf hinzuweisen, um eine Überprüfung der Beiträge und ggfs. eine Rückerstattung zu erbitten.
      Und das geht auch durchaus ohne dass man konkret abgeführte Beiträge auf Euro und Cent genau benennen kann. Bei meiner Krankenkasse (TK) wäre ich da sehr zuversichtlich, dass das im Anschluss korrekt geregelt wird.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Herr Ranning,
    Ich habe heute ihren Beitrag vom 24.06.19 , bei dem der Anspruch auf ALG1 mit einer 4 Jahresfrist genauer erklärt wird, gelesen. Wie ich das verstanden habe kann man zum Beispiel so wie ich, sich punktgenau nach einem Jahr Arbeitssuchend melden, damit die Sperrzeit verjährt ist. Dann am besten erst wenn man den Leistungsbescheid in Händen hält, könnte man wegen privater Nichtverfügbarkeit sich wieder abmelden. Dann zum Beispiel nach einem Jahr könnte man sich wieder erneut arbeitssuchend melden um Arbeitslosengeld zu bekommen.
    Meine 1. Frage: Geht das auch noch wenn man schon eine ALG- Zahlung aufs Konto bekommen hat, oder muss man sich abmelden bevor die erste Zahlung geleistet wurde ?
    Meine 2. Frage: Ist es so zu verstehen dass man, sollte eine mehr als 6 wöchige Krankheit eintreten und diese dann über den 4 Jahreszeitraum hinaus dauern, oder eine freiwillige Abmeldung wegen Nichtverfügbarkeit auch darüber hinaus dauern, dann die restliche Anspruchszeit verfallen ist ?
    Gruß, Karl

    • Hallo Karl,
      es muss in deinem Text jeweils „arbeitslos“ und nicht „arbeitssuchend“ heißen. Bei arbeitssuchend gibt es kein ALG.
      Viele Grüße
      Gerd

    • Wie Gerd schon geschrieben hat: Wenn man im Text „arbeitsuchend“ durch „arbeitslos“ ersetzt, sind die Annahmen richtig.
      Zu 1: Natürlich können Sie sich auch bei der Agentur abmelden, nachdem Sie bereits ALG-Zahlungen erhalten haben, z.B. nach einem halben Jahr.
      Zu 2: Ihre zweite Frage haben Sie richtig verstanden.

      Gruß, Der Privatier

  6. Beziehe seit April 2019 ALG 1, möchte dies bis Dezember weiter so machen.
    Will mich dann aus privaten Gründen (steuerliche
    Gründe, da ich 2020 meine Abfindung bekomme) für das ganze Jahr 2020 abmelden.
    Und mich dann am 1.1.2021 wieder arbeitslos melden, um den Restanspruch geltend zu machen.
    Ist denen dann wirklich egal, was man in diesem Jahr gemacht hat? Es wäre doch logisch , dass die AfA voraussetzt , dass man sich in diesem Jahr weiterhin bemüht hat Arbeit zu finden, da man ja durch das zunehmende Alter seine Vermittlungsmöglichkeiten ja nicht gerade verbessert hat bzw. Sanktionen verhängt.
    Die 4 Jahre Abspruchsdauer hat ja eigentlich einen ganz anderen Sinn! Verweist man im neuen Antrag
    einfach auf den alten Bescheid?

    • Die Agentur wird bei der Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit ganz sicher nach einem Grund fragen. Das dient aber eher der Statistik bzw. soll evtl. weitere Beratungen oder Hinweise für die Zukunft aufdecken.
      Ansonsten bestehen gegenüber der Agentur nur dann Verpflichtungen, wenn man auch dort gemeldet ist. Wer nicht gemeldet ist, hat die freie Wahl, wie er sein Leben gestaltet.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ein ALG-Antrag beinhaltet auch ein Feld, in dem auf einen alten Anspruch hingewiesen werden kann.

  7. Hallo Uwe,

    Ich war auch von Januar (ALG1 ab 15. Februar wegen Ruhezeit) bis 15. Juni arbeitslos gemeldet und danach abgemeldet.
    (steuerliche Gründe wegen Abfindung 2019, ich weiß vielleicht 2-3 Monate zu lang gewartet, aber was soll es)
    Ich werde mich auch am 15. Januar 2020 wieder 11 Monate (vielleicht aber nur 6 Monate den Rest dann 2021) arbeitslos melden. Ich melde mich immer mitten im Monat an und ab, damit ich 2 Rentenmonate abdecke.
    Die AG interessiert dies zweitrangig.
    Gründe können sein: Selbstständigkeit, Pflege von Angehörigen, Auszeit/Urlaub 1 Jahr etc. Der AG ist es egal. Du bist aus der Statistik und bekommst kein Geld mehr. Musst dich natürlich freiwillig krankenversichern oder Familienversichern, wenn du wenig sonstige Einkünfte (V+V, Kapitalerträge, Gewinn als Selbstständiger etc.) hast.
    Man verweist auf den alten, gültigen Bescheid.

    Mit freundlichen Grüßen

  8. Vielen Dank, ich konnte es nur schwer glauben , dass man sich einfach so abmelden kann. Es heißt ja immer , man ist verpflichtet alles zu tun , um schnell wieder in Arbeit zu kommen. Eine Verzögerung um ein Jahr, d. h. auch , man wird älter und ist damit ja auch schlechter vermittelbar und führt das ja selbst herbei!!
    Aber wahrscheinlich gibt es da eh keinen Unterschied zw. 60 und 61!!
    Gruß
    Uwe

  9. Hallo,
    Wollte mal einen kurzen Zwischenbericht geben über das Anmelden nach über einem Jahr ohne Bezug von ALG 1:
    Abgemeldet am 06.07.18
    Wieder arbeitslos gemeldet am 12.07.19 zum 13.07.19. Sofort einen Termin zur Berufsberatung bekommen. 1. Berufsberaterin aus privaten Gründen abgelehnt.
    Wollten das ich den Antrag auf ALG 1 elektronisch mach, habe auf schriftlich bestanden! War dann kein Problem…
    Bescheid mit gleichem ALG 1 und der restlichen Tage (394 Tage) nach 5 Tagen mit der Post erhalten. Super schnell, hatte auch alle Unterlagen sofort vorgelegt!
    Allerdings war im Bescheid die Konto Nummer falsch… Man sollte alles kontrollieren!
    Da ich immer wieder Reservedienstleistung mache, werde ich die Dauer der Zwischenbeschäftigung sehr genau im Auge behalten (12 Monate) und alle Forderungen der Arbeitsagentur erfüllen. Wie die Anzahl der Initiativ Bewerbungen (4 pro Monat?).

    Mfg

    • Danke für Deinen Zwischenbericht. Soweit ich sehe, weitgehend den Erwartungen entsprechend. Der Bescheid für eine Wiederbeantragung geht schon alleine deshalb recht zügig, weil da kaum noch was geprüft werden muss. Die alten Daten haben ja Bestand. Wenn sich an den persönlichen Verhältnissen nichts geändert hat, kann alles so bleiben.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Die Anzahl der geforderten Bewerbungen/Monat ist wohl unterschiedlich. Bei mir waren es auch vier.

  10. Hallo,
    Hatte heute meinen Berufs Beratungstermin, war völlig relaxt?!
    Hatte letzte Woche 2 Bewerbungen vorab gemacht, Beraterin war völlig begeistert von der Eigen Initiative vor dem 1. Termin.
    Eine zwingende Anzahl an Bewerbungen ist nicht erforderlich, sie möchte nur Eigeninitiative von mir sehen….
    Da ja jetzt Urlaubs Zeit ist, soll ich mich Anfang Oktober wieder bei ihr melden für weitere Aktivitäten / Massnahmen.
    So relaxt kann es weiter gehen…..0

    • Dann wünsche ich mal weiterhin entspannte Erfahrungen. Obwohl man natürlich die Ankündigung von „weiteren Aktivitäten/Massnahmen“ auch als Drohung auffassen könnte. 😉

      Gruß, Der Privatier

      • Ich staune manchmal wirklich..
        Kommt wohl tatsächlich auf die „richtige“ Agentur an!
        Wenn es Thomas dann zu nervig wird, zieht er einfach die Karte „RDL“- wenn man da die richtigen Verbindungen hat, -ist das natuerlich auch eine „Loesung“…
        Jeder wie er mag und kann.
        Jedenfalls auch von mir weiterhin viel Erfolg für Thomas!!!

        Gruesse
        ratatosk

        • Hallo ratatosk,
          was bedeutet „RDL“?

          Hallo Alle,
          zur Info: ich bekomme seit September 2019 ALG-1 und musste bisher noch KEINE Bewerbung schreiben; weder aus Eigeninitiative, noch nach Vorschlag der AA.

          Hallo Privatier,
          mein Kompliment zu dieser Seite!!!

          Schöne Grüße
          Bruno

          • @ Bruno,
            RDL = Reservedienstleistung, also Reservedienst bei der Bundeswehr, freiwillig…
            Muss man halt moegen, ist fuer Thomas aber wohl kein Problem.
            Wenn man eine akzeptable „Verwendung“ hinsichtlich Ort und Funktion ergattern kann, ist das eben auch eine Loesung, ohne den Restanspruch Alg1 zu gefaerden.

            Weiterhin einen entspannten und verpflichtungslosen Alg-Bezug, das wurde sich mancher wünschen, ist aber wohl nicht die Regel…

            Gruesse
            ratatosk

  11. Hallo Privatier, ich wollte mich noch einmal für diese wirklich sehr informative und hilfreiche Themen im Blog bedanken. Mir hat das „Studium“ und Deine Antwort sehr geholfen!
    Ich habe mich dann doch für die An-/Abmeldung entschieden und zwischenzeitlich liegt mir mein ALG Bescheid nach SGB 136 III Anspruch auf 720 Tage vor und habe mich gleich wieder abgemeldet und den nicht verbrauchten Restanspruch werde ich dann in bis zu 4 Jahren in Anspruch nehmen können, wenn ich es so richtig verstanden habe, oder? Ich werde jetzt Pause machen und mal abschalten 🙂 aber trotzdem diesen Blog weiter verfolgen.
    LG PR

  12. Hallo,
    jetzt muss ich doch noch mal nachfragen.
    Bisher habe ich folgendes verstanden: Der Anspruch auf ALG I kann über 4 Jahre geltend gemacht werden. Ich kann mich während dieser Zeit an- bzw. wieder anmelden. Was ich nicht verstanden habe: weshalb erlischt mein Anspruch, wenn ich länger als 6 Wochen krank bin und weshalb kann ich mich dann nicht wieder anmelden? Muss ich denn der Agentur für Arbeit mitteilen, dass ich krank bin, auch wenn ich kein ALG I beziehe?

    Noch eine weitere Frage (sorry, wenn sie diese bereits in einem anderen Beitrag beantwortet haben!): Kann ich mich völlig ohne Begründung bei der Agentur für Arbeit abmelden? Wenn ich mich für max. einen Monat abmelde, ist dann in dieser Zeit die Krankenversicherung abgedeckt?

    Danke für eine Beantwortung meiner Fragen.

    • Wer behauptet denn, dass der Anspruch nach >6 Wochen Krank erlischt? Ist man >6 Wo krank, dann gibt es Krankengeld statt ALG1 und wenn man wieder arbeitsfähhig ist, erhält man auch wieder ALG1 (nach Wiederanmeldung).
      Es gibt m.W. höchstens den Sonderfall, dass die 4 Jahre inzwischen verstrichen sind. Dann erlöscht der einstmals festgestellte (Rest-)Anspruch.

      Bei der Onlinemaske zur Abmeldung gibt es mehrere Felder mit Stern (was ich als Pflichtfeld interpretiere), „Abmeldung ab“ und „Warum möchten Sie sich abmelden?“. Letzteres ist ein Freifeld, man kann da also „kranker Papagei“ oder „Besuch des Schwagers in Australien“ oder „ich möchte dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen“ hinschreiben. Vielleicht kann man es auch leer lassen oder ein Leerzeichen eintippen. Also jein.
      Es gibt da auch das Feld „Abmeldung Bis“ falls man sich nicht dauerhaft abmelden will.

      M.W. gibt es die kostenfreie Nachversicherung zwischen zwei Pflichtkrankenkassenverhältnissen (Bsp: ALG1 – 3 Wochen frei – wieder ALG1), sofern diese 1 Monat nicht überschreitet, also ja.

        • Herzlichen Dank. Wollte Ihnen auf diesem Wege auch noch sagen, dass Ihre Seite insgesamt ausgesprochen hilfreich ist!!!

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.
        Der Antwort sowie aus weiteren Kommentaren entnehme ich, dass es der BA letztendlich egal ist, ob und weshalb ich mich abmelde.

        Sicherheitshalber frage ich trotzdem lieber noch mal nach: könnte ich mich demzufolge auch auf einen kurzen Zeitraum mehrfach für 3-4 Wochen abmelden? Beispiel: ich habe noch 7 Monate Restanspruch. Könnte ich mich während dieser Zeit drei mal für einen Monat abmelden – immer gerade so lange, dass ich mich nicht selber in der KV versichern muss. Oder „streikt“ dann die KV bzw. ist es für die KV auch egal, weshalb ich mich jeweils nur für einen kurzen Zeitraum abmelde?

        Viele Grüße, Maria

        • Theoretisch sollte das möglich sein und es gab hier auch schon mal jemand, der dies so vorhatte und wohl auch (nicht ganz so extrem) praktiziert hat.

          Ich selber würde das ablehnen, da ich dann doch den Eindruck hätte, eine Regelung missbräuchlich auszunutzen, die eigentlich einen anderen Sinn hat.
          Ausserdem sollte man auch den organisatorischen Aufwand bedenken, der sich zwangweise mit jedem An-/Abmelden ergibt. Oftmals dauert die vollständige Bearbeitung der Vorgänge ja länger als die geplanten An-/Abmeldezeiten.

          Von daher: Die Möglichkeit besteht, praktisch nutzen würde ich sie nicht.

          Gruß, Der Privatier

      • Hallo!
        Wenn, ich den Text bei der Arbeitsagentur richtig lese.
        Bei Krankschreibung in der Arbeitslosigkeit über 6 Wochen erhält man Krankengeld,
        der Anspruch des Arbeitslosengeldes ruht dann.
        Was ja kein abmelden des ALG 1 Bezuges ist.
        Also müsste einer Weiterzahlung nach Krankengeldzahlung des ALG 1 über 4 Jahre hinaus möglich sein.
        Wie gesagt der Anspruch ruht ja.

        • Der Anspruch ruht, das ist soweit korrekt.
          Um einen ruhenden Anspruch wieder geltend zu machen, muß man beim Amt einen Antrag (auf Arbeitslosengeld) stellen.
          Macht man das z.B. 3 Jahre + 11 Monate nach der Entstehung des Anspruchs, dann kann man den kompletten restlichen Anspruch „abfeier“, auch wenn es über die 4 Jahre hinaus geht.
          Macht man das aber nach 4 Jahren und einem Tag, dann ist der ruhende Anspruch verfallen und das Amt wird die Ablehung mit dem 161 SGB3 begründen: „Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.“

          • Muss mich korrigieren.
            Leider verfällt der Anspruch.
            Ist ein Neuantrag.

            Danke…

  13. Guten Tag,
    Ende der Jahres neigt sich mein Dispo Jahr zu Ende. Man darf ja dann nicht krank sein wenn man sich dann arbeitslos meldet. Wie sieht es aus wenn ich dieses Jahr noch ein Reha Antrag stelle? Geht das oder soll man bis ins neue Jahr warten, wenn das
    dann ALG läuft?

    • Der Antrag an sich ist natürlich nicht schädlich. Aber falls er zur unpassenden Zeit genehmigt wird, besteht eben die Gefahr, dass die Bedingungen für den Start der Arbeitslosigkeit nicht gegeben sind (nicht verfügbar für den Arbeitsmarkt).

      Ich würde daher auf jeden Fall abwarten.

      Gruß, Der Privatier

  14. Sehr geehrter Herr Ranning,

    Mit Interesse habe ich die verschiedenen Diskussionen um das Dispositionsjahr gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob diese Variante die richtige für mich ist.

    Meine Situation: Aktuelles Alter 58 Jahre, Aufhebungsvertrag im Jan 2019 unterschrieben, Ende der Beschäftigung 31.12.2019, Auszahlung der Abfindung Januar 2020. Bei der Berechnung der Abfindung wurden 24 Monate ALG 1-Bezug mitberücksichtigt (verringerte die Auszahlung). Natürlich möchte ich auch erst den ALG 1 Bezug in 2021 aus Gründen der steuerlichen Nachteile bei Bezug im Abfindungsjahr in Anspruch nehmen.

    Da das Dispositionsjahr eine unterschwellige Unsicherheit birgt (zB bzgl nicht planbare Krankheit Ende 2020 oder andere Widrigkeiten, die einen wirksamen ALG Bescheid verhindern), möchte ich noch einmal die Frage aufbringen, was gegen Ihren ursprünglichen Vorschlag spricht, nämlich (siehe Kapitel 9.3.1 Anmelden und wieder abmelden). Mein Verständnis der Vorgehensweise:

    – Kontaktaufnahme mit ArbA 3 Monate vor Jahresende (also jetzt), arbeitssuchend melden
    – Die notwendigen Unterlagen einreichen und den Anspruch feststellen lassen, was hoffentlich bis Jahresende erfolgen kann. Aufgrund des bereits erreichten Alters von 58 Jahren sollten dann 24 Monate Bezugsrecht festgestellt werden können.
    -Nach Erhalt des Bescheids Ende des Jahres 2019 wieder abmelden (Frage: arbeitssuchend oder arbeitslos abmelden?)
    – Ende 2020 für Januar 2021 wieder arbeitssuchend (oder arbeitslos?) melden und ALG 1 ab 1.1.2021 beziehen

    Meine Fragen hierzu:
    – Wird eine Sperrfrist aufgrund des Aufhebungsvertrages bereits bei der Erstellung des Bescheids reduzierend berücksichtigt oder reicht es aus, 12 Monate mit der Inanspruchnahme zu warten?
    – Kann die Abmeldung von der Arbeitssuche erst am 1.1.2020 erfolgen, da man ja zumindest 1 Tag arbeitslos sein muss?
    – Ihnen war es doch so ergangen, dass Sie den Bescheid so spät bekommen haben, dass eine erste Zahlung erfolgt war. Galt in Ihrem Fall keine Sperrfrist?
    – Ist auf diese Weise auch sichergestellt, dass die Agentur auch die Rentenversicherungsbeiträge ab 2021 für mich übernimmt oder wie sind hier die einzuhaltenden Termine? Ich werde in 2020 meine Beiträge zur RV selbst zahlen, da ich diese ja auch steuerlich absetzen kann.
    – Kann man die geplante Vorgehensweise beim ArbA erwähnen oder ist dies kontraproduktiv, da man dann vermutlich nicht rechtzeitig einen Bescheid bekommt?
    – Gibt es Nachteile dieser Vorgehensweise? Muss man sich in der abgemeldeten Zeit dennoch an Vorgaben des ArbA halten, zB hinsichtlich Verfügbarkeit oder örtlicher Abwesenheit?

    Ich weiss, dass insbesondere das Dispositionsjahr stark kommentiert wurde, bezüglich der og Vorgehensweise habe ich allerdings meine Antworten nicht so direkt gefunden und würde mich über einen Kommentar sehr freuen.
    VG, Christian

    • Zunächst einmal ist die Vorgehensweise beim „An- und Abmelden“ wie dargestellt richtig verstanden. Bei der Abmeldung meldet man sinnvollerweise sowohl den Arbeitsuchend- als auch den Arbeitslos-Status ab. Es sein denn, man wäre an weiteren Vermittlungen interessiert. Bei der späteren Anmeldung reicht dann die Arbeitslosmeldung, da diese automatisch immer die Arbeitsuchendmeldung beinhaltet.

      Zu den Fragen:
      – Eine Sperre wird mit der Erstellung des ersten Bescheides berücksichtigt. Ausnahme: Man kann „wichtige Gründe“ für die Aufgabe des Arbeitsplatzes nachweisen (z.B. Gesundheit, Nachweise erforderlich!).
      – Ja, die 3monatige Arbeitsuchendphase vor Beginn der Arbeitslosigkeit kann man nur dann beenden, wenn man auch die geplante Arbeitslosigkeit (z.B. wg. Dispojahr) nicht mehr beantragen will. Ansonsten nicht.
      – Ich selber habe auch eine (verkürzte) Sperre bekommen. Der Bescheid und die erste Zahlung kamen aber erst danach.
      – Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, übernimmt die Agentur die Beiträge zur RV. Auch während einer Sperrfrist. Allerdings nicht, wenn Sie zusätzlich eine Ruhezeit bekommen haben (bei Ihnen eher unwahrscheinlich).
      – Ich glaube nicht, dass die Offenlegung einer geplanten Vorgehensweise einen Einfluss auf die Dauer der Bearbeitung hat. Gerade beim Dispojahr würde ich eine vorherige Abstimmung empfehlen. Beim einfachen An-/Abmelden ist das nicht erforderlich (habe ich auch nicht gemacht).
      – Nachteil des An-/Abmeldens: Sperr- und Ruhezeiten werden nicht verhindert. Gerade bei einem Anspruch von 24 Monaten sind das immerhin 6 Monate weniger Anspruch.
      – Wer bei der Agentur gemeldet ist hat Verpflichungen hinsichtlich Verfügbarkeit usw.. Wer nicht gemeldet ist, hat auch keine Verpflichtungen.

      Gruß, Der Privatier

    • Ich will den wichtigsten Anwortteil des Privatiers noch mal dick hervorheben: An- und Abmelden führt hier nicht zu 24 Monaten ALG1-Bezug, sondern nur zu 18 Monaten!

      Daher bin ich etwas erstaunt, dass im Aufhebungsvertrag 24 Monate ALG1 „mitberücksichtigt“ wurden. Ich will jetzt nicht von „über den Tisch ziehen“ reden, aber ich sage mal dass nicht allen Betroffenen alle Fakten bekannt waren.

  15. Bei der Festlegung der 24 Monate wurde explizit auch das Dispositionsjahr empfohlen. Ich hatte nur nach der Lektüre hier kurzzeitig gedacht, dass es auch schön sein kann, wenn man gleich am Anfang alles in trockenen Tüchern hat und nicht die Formalitäten ein Jahr spatter wieder vollständig im Blick haben muss. Es kann auch heutzutage nicht alles verhandelt warden, entweder das Angebot passt oder man hat keins.

    • Gut, dann nehm ich das übern Tisch ziehen zurück und spreche nicht weiter über diese Art Reibungswärme.

      Nunja, Bescheid in der Tasche ist nur ein Teil von den „trockenen Tüchern“.
      Von trocknen Tüchern werde ich erst reden, wenn meine ALG1-Zeit vorrüber ist. Ich komme gut mit meinem Betreuer aus und er verlangt auch nicht viel von mir. Aber er kann sich ja morgen den Hals brechen (Gott behüte ihn vor allen Unbillen) und ich habe übermorgen einen neuen Betreuer, der den unbändigen Ehrgeiz verspürt mich unbedingt irgendwo hinzuvermitteln.
      Hilft Dir aber nicht weiter bei der Entscheidung ob Du das 24 Monate (nach Dispojahr) oder 21 Monate (3 Monate arbeitssuchend und 18 Monate ALG1) lang haben willst 😉

  16. Erstmal großes Lob für diesen Blog und die Unmengen an hilfreichen Informationen.
    Ich habe mich nach kurzem ALG1 Bezug nun abgemeldet und einen Aufhebungsbescheid bekommen ( „Die Entscheidung über die Bewilligung von Arbeitslosengeld gemäß 136 SGB III wird ab 01.01.2020 aufgehoben“). Das ist der normale Vorgang und hebt nicht meinen eigentlichen ALG1 Restanspruch auf, den ich ab 2021 geltend machen möchte, korrekt?

    • Alles richtig so. Die Agentur hebt damit nur die aktuelle Bewilligung über ALG auf. Das ist ja auch korrekt, da eine Abmeldung vorgenommen wurde.
      Der noch bestehende Restanspruch kann aber innerhalb von vier Jahren weiterhin geltend gemacht werden.

      Gruß, Der Privatier

  17. Klasse, toller Blog mit vielen hilfreichen Infos.
    Ich habe nach über 20 Jahren Berufstätigkeit zum Sep19 meine Kündigung erhalten. Hab mich arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet und habe den ALG1 Bescheid im Okt erhalten und habe im Okt ALG1 bezogen (ich habe den Höchstsatz von ca. 2.700 Eur Arbeitslosengeld bezogen). Seit Nov bin ich als Freiberufler selbständig und habe entsprechend den Aufhebungsbescheid bekommen (Restanspruch 14 Monate, den ich innerhalb der nächsten knapp 4 Jahre geltend machen könnte). Für mich stellt sich jetzt die Frage, ob ich, wenn ich freiwillig in die ArbeitslosenV für Selbständige einzahle, meine o.g. Ansprüche damit „verwässere“ oder sogar ein neuer Anspruch entsteht und somit der „alte“ Restanspruch verfällt.

    • Die Gefahr einer Beeinflussung des bestehenden Anspruches ist durchaus gegeben! Von daher würde ich mir das sehr gut überlegen.

      Aber es hängt eben auch von dem Ziel der selbständigen Tätigkeit ab.
      Wenn dies eine ernsthafte, auf Dauer angelegte hauptberufliche Tätigkeit sein soll, so kann eine Arbeitslosenversicherung durchaus Sinn machen.
      Handelt es sich hingegen eher um ein Nebentätigkeit mit Hobby-Charakter, würde ich auf die ALV eher verzichten.

      Weitere Infos dazu gibt es im oben verlinkten Beitrag über Zwischenbeschäftugungen. Dort ist zwar anfangs gesagt, dass selbständige Tätigkeiten nicht dazu zählen. Das gilt aber nur dann, wenn keine freiwillige ALV gewählt wurde. Mit ALV ergeben sich dieselben Konsequenzen wie bei vers.pfl. Beschäftigungen.

      Gruß, Der Privatier

  18. Hallo,

    nirgendwo im Netz finde ich die Antwort auf meine Frage.

    Hebt der Neuanspruch den Restanspruch auf?

    Beispiel: mir stehen 4 Monate Restanspruch zu, nun habe ich 2 Monate an der neuen Stelle gearbeitet. Stehen mir jetzt 5 Monate Restanspruch zu? Oder muss ich erst mindestens 12 Monate wieder arbeiten damit die neuen 6 Monate zu den alten 4 Monaten addiert werden?

    Oder heben die neuen 6 Monate den Restanspruch auf und mir bleiben nur 6 Monate?

    Vielen Dank im vorraus.

    • Grundsätzlich hebt ein neuer Anspruch zwar den alten auf, ein bestehender Restanspruch kann aber auf den neuen Anspruch übertragen werden. Heisst: Der neue Anpruch wird verlängert.

      Im obigen Beispiel ist aber nach 2 Monaten noch kein neuer Anspruch entstanden. Der entsteht normalerweise erst nach 12 Monaten. In diesem Fall würden die Zeiten dann zu 10 Monaten addiert (6+4).

      Weitere Fragen in dieser Richtung bitte in einem speziellen Arbeitslosenforum stellen. Dort kennt man sich mit solchen Situationen deutlich besser aus!

      Gruß, Der Privatier

  19. Hallo lieber Privatier,
    hallo liebe Forumteilnehmer,

    Anfang 2018 habe ich mich nach 1 Tag Arbeitslosigkeit, um meinen Anspruch damals korrekt mit 15 Monaten feststellen zu lassen, baw. komplett wieder abgemeldet. Nun plane ich, mich ab 1. Juni d.J. wieder für ein paar Monate, wahrscheinlich bis Jahresende anzumelden. In der Zwischenzeit habe ich direkt nach Abmeldung in 1/2018 meine Mutter offiziell über ihre Pflegekasse durchgängig unterstützt und es wurden bisher für den gesamten Zeitraum und baw. Rentenbeiträge von der PK für mich gezahlt. Beiträge zur ALV wurden und werden nicht gezahlt. Beides, also sowohl wegen Zahlung der RV-Beiträge und Nichtzahlung der Beiträge zur ALV liegt mir auch schriftlich von der PK vor.
    Weiß jemand, ob es in Bezug auf die jetzt wieder in’s Spiel kommende AA problemlos weiterhin möglich ist, die Zahlung der RV-Beiträge durch die PK für mich neben der Wiederanmeldung meiner Arbeitslosigkeit bei der AA laufen zu lassen? Oder muss ich mich zusätzlich zum Onlineantrag an die AA, um meinen alten Anspruch auf ALG I wieder geltend zu machen, darüber hinaus an die PK meiner Mutter wenden? Oder anders gefragt, gäbe es Probleme, wenn sowohl die PK als auch die AA im Rahmen meines dort jeweils vorliegenden Status nebeneinander und beide Rentenbeiträge für mich zahlen? Ginge das überhaupt?

    Und noch eine Frage zum Thema KV. Derzeit bin ich seit damaliger Abmeldung bei der AA über meine Frau familienversichert. Mit Wiederanmeldung wird sich das dann ja ändern und die AA übernimmt das für mich. Muss bzw. sollte ich die KK meiner Frau selber zusätzlich über diese anstehende Änderung informieren oder läuft das mit meiner jetzt kurzfristigen Anmeldung bei der AA zum 1. Juni automatisch und es besteht hierzu kein Handlungsbedarf für mich?

    Den ALG I-Antrag habe ich vor online zu stellen, aber das eigentlich auch notwendige persönliche Vorsprechen bei der AA klappt ja wahrscheinlich wegen Corona noch nicht wieder oder wie ist das derzeit?

    Muss oder sollte ich sonst noch an etwas denken bei meinem geplanten Vorhaben des Wiederaufleben lassen meines ALG I-Anspruches von Anfang 2018 zum 1.6.2020?

    Vielen Dank vorab für Unterstützung!

    Gruß, Nick

    • Auch wer neben einer Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld erhält, wird von der Versicherungspflicht durch die Pflegekasse nicht ausgeschlossen. Details zu sämtlichen Fragen im Zusammenhang mit „Rente für Pflegepersonen“ sind in einer Broschüre der DRV zu finden: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/rente_fuer_pflegepersonen.html

      Ich würde dies jedoch der Vollständigkeit halber immer der Pflegekasse auch vorab mitteilen. Das gilt auch für die Krankenkasse. Hier erfolgt zwar auch eine automatische Mitteilung durch die Agentur, ich halte die Eigeninitiative jedoch für besser.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich traue mich kaum zu fragen, aber ich finde beim Onlineantrag auf ALG I kein Feld, mit dem ich auf meinen früheren Bewilligungsbescheid verweisen kann, den ich damals erhielt, bevor ich mich wieder abgemeldet habe und den ich ab 1.6. gerne wieder aufleben lassen möchte. Kann mir bitte jemand auf die Sprünge helfen?? Dank vorab!
        Gruß, Nick

        • Ich würde Feld 3a dazu missbrauchen um den Zeitraum des ALG1-Bezuges und das Aktenzeichen des Bewilligungsbescheides einzutragen.

          Ansonsten gilt „ruf doch mal an“, telefonisch dürfte die Agentur ja erreichbar sein.

          • Danke, eSchorch, dass du dich gemeldet hast! Eigentlich ist der Onlineantrag einfach und selbsterklärend auszufüllen. Ich war nur verdutzt und irritiert, weil ich das angeblich vorhandene Feld für den Querverweis auf den alten, bestehenden Anspruch, um auch einen Zusammenhang herzustellen auf den vorliegenden Bewilligungsbescheid, auf das hier in mehreren Kommentaren auch vom Privatier hingewiesen wurde, einfach nicht zu finden ist und plötzlich war ich schon am Ende des Antrags.
            Danke nochmals für die Rückmeldung und Gruß

          • Leider sind die Formulare für den ALG-Antrag nicht per Download verfügbar, so dass ich nur auf Basis eines älteren Formulars anworten kann. Ich nehme aber an, dass es da kaum Änderungen gegeben hat und dass die Online-Eingaben so ähnlich aussehen.

            Wenn dem so ist, müsste man das Feld 3a gar nicht „missbrauchen“, sondern es ist genau das Feld, um das es geht: Hier wird angegeben, dass man in Vergangenheit bereits Leistungen bezogen hat, mit Angabe der Kundennummer und des Jahres. Mehr ist nicht erforderlich.

            Gruß, Der Privatier

          • Feld 3a gibt es online nicht(mehr?). Nach der Frage ob man Schüler oder Student ist oder wird (Frage 2h) folgt (zumindest online) unter 3) direkt die Tabelle „Zeiten der letzten 5 Jahre“(scheinbar sonst 3b). Nur zur Info, auch für alle Betroffenen.
            Gruß, Nick

  20. Wo ist das Problem. Ich habe ein Anschreiben als Dokument hinterlegt, in dem ich genau auf den alten Bescheid und die restliche Bezugsdauer hingewiesen habe. Seid nicht immer so faul. Wer gleich klar auf seinen Anspruch hinweist, bekommt schnell und ohne Rückfragen oder etwaige Widerspruchsverfahren den Bescheid, den er gerne hätte.

    • Sorry, welche Umgangsformen und -töne pflegst du?? Diese Art der Wortwahl kenne ich hier aus diesem Blog jedenfalls nicht und ich bin schon seit ein paar Jahren dabei! Und wo mein Problem mit dem Antrag liegt, habe ich oben bereits klar und deutlich geschildert. Sonst habe ich kein Problem! ICH bin „nicht immer so faul“, im Gegenteil! Ich habe den Onlineantrag auf ALG I genau so und 1:1 ausgefüllt, wie es die Felder und das Formular hergegeben haben! Nur leider gibt es das im Blog mehrfach zitierte, ominöse Feld für den Verweis auf den bestehenden Anspruch nicht! Und Dokumente, z.B. den alten Bewilligungsbescheid hätte ich gestern sehr gerne als PDF angehängt und so einfach darauf verwiesen, klappte aber nicht „Es gibt ein technisches Problem. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.“ Hab’s dann später noch mehrfach versucht und dann aufgegeben und in nachträglicher Textform über das Kontaktformular auf dieses „technische Problem“ der AA hingewiesen und so auch gleich nochmals den Querverweis auf den Altanspruch gegeben und dass der AA ja der geforderte Nachweis auf diese „Einkommensersatzleistung“ von damals automatisch quasi vorliegt, weil sie diesen selber seinerzeit genehmigt und mir vor meiner eigenen Abmeldung für einen Tag ausgezahlt hat. Das sollte damit dann wohl reichen und hoffentlich laufen. Aber ob ich damit wirklich „schnell und ohne Rückfragen oder etwaige Widerspruchsverfahren den Bescheid, den ich gerne hätte“ bekomme, wird sich zeigen.
      Schönen Tag noch!

  21. Ja und. Wo ist dein Problem? Das Feld gibt es nicht. Also ein Abschreiben oder den alten Bescheid und Bescheid zur Aufhebung mit Verweis auf dein Abschreiben anhängen.
    Wenn das mal technisch nicht geht, geht es vielleicht morgen und ist kein Beinbruch. Wenn ich die mittlerweile etlichen Texte zu diesem nicht vorhandenen Problem eines möglichen fehlenden Feldes lese, ist das für mich ein einfach lösbares Thema mittels Anschreiben aber kein Grund für eine Dauerdiskussion diesbezüglich.

  22. Anspruch auch nach Dispojahr ?
    Ich würde mich gerne nach dem Dispojahr genau einen Tag arbeitslos/-suchend melden (da bin ich 58). Für den Restanspruch (2 Jahre – 1 Tag) gelten dann doch auch die 4 Jahre ?!

    • Ein ALG-Anspruch hat auch dann bis zu 4 Jahre Bestand, wenn er im Anschluss an ein Dispojahr festgestellt wird. Richtig.

      Zur Feststellung des ALG-Anspruches reicht tatsächlich nur ein Tag mit gemeldeter Arbeitslosigkeit (inkl. ALG-Antrag). Ich würde allerdings sicherheitshalber den ALG-Bescheid abwarten. Wenn man das gut vorbereitet, muss da in der Regel nicht lange drauf warten.

      Gruß, Der Privatier

      • Besten Dank für die Antwort.
        Muss dann innerhalb der vier Jahre der Anspruch wieder begonnen werden oder muß die restliche Zeit in dem vier Jahreszeitraum liegen ?

        Danke und Gruß,
        Stefan

        • Ersteres.
          Aber Obacht. Wenn während des ALG1-Bezuges die 4 Jahresfrist überschritten wird, sollte man nicht >6 Wochen krank werden. Denn dann würde man aus dem Bezug rausfallen (Krankengeld beziehen) und könnte sich nicht wieder anmelden. Der Rest des Anspruches wäre dann verfallen.

  23. Hallo,
    gilt die ua. Verlängerung ALG1 auch in der 4 Jahres Frist ?
    Bin seit Januar 2019 zu Hause, war 4 Monate (ab 02/2019) arbeitslos, danach Rest von dem Jahr 2019 Privatier.
    Mitte Januar 2020 wieder arbeitslos gemeldet, um die restlichen 11 Monate ALG1 noch in Anspruch zu nehmen. Neuer Antrag endet Mitte Dezember 2020, also noch in der gesetzlichen Frist. Ich müsste eigentlich die 3 Monate länger ALG1 bekommen oder spricht was dagegen,. Wenn ja, hatte ich Glück gehabt mit meinen Timing.
    Mfg

    bzgl. Ausnutzen des Staates habe ich mir mal die Mühe gemacht und die gezahte Lonsteuer meines Berufsleben zu addieren. Hier kam eine Summe von über 700k€ heraus, obwohl ich noch 8 Jahre im Ausland wohnte und die Lohnsteuer meiner Frau noch hinzukommt. ALG1 wird über den gesamten Zeitraum zwischen 30-35k€ liegen.


    Arbeitslosengeld wird länger gezahlt
    Zweites Sozialschutz-Paket sieht Verlängerung der Bezugsdauer vor
    15.05.2020 – Wer Arbeitslosengeld erhält, kann jetzt länger mit der Leistung rechnen: Im Rahmen des Zweiten Sozialschutz-Pakets wurde beschlossen, Arbeitslosengeld 3 Monate länger auszuzahlen. Das gilt für alle, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 endet.

    Arbeitslosengeld wird nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt. Mit der Verlängerung der Bezugsdauer will die Bundesregierung die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für Arbeitslose mildern. Die Verlängerung um 3 Monate gilt befristet für alle, deren Anspruch auf die Leistung in diesem Jahr noch ausläuft.

    Betroffene Kundinnen und Kunden werden von ihrer zuständigen Arbeitsagentur per Schreiben über die Verlängerung informiert und müssen selbst nichts unternehmen. Das Arbeitslosengeld erhalten sie automatisch 3 Monate länger.

    • Auch wenn ich nicht alle kurzfristig eingeführten und vorübergehend gültigen Gesetzesänderungen/-erweiterungen im Zusammenhang mit Corona so detailliert verfolge, so gehe ich im obigen Fall aber davon aus, dass der ALG-Anspruch um 3 Monate verlängert wird. Festgelegt wird das im neuen §421d SGB III (ist bisher nur als Entwurf zu finden. Dieser ist aber bereits so beschlossen).
      Und danach wird der ALG-Anspruch um 3 Monate verlängert, wenn der Anspruch ansonsten in der Zeit vom 1.5.2020 bis 31.12.2020 geendet hätte. Im obigen Fall passt das also.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo AKK,

      nach den von dir zitierten Zeitungsbericht (?) sieht es danach aus, dass du Glück hast und darunter fällst. Details wären dem Gesetz zu entnehmen. Ziel der Regelung ist Arbeitslosen, die in diesem Jahr auf einen neuen Job hofften 3 Monate mehr Zeit zu geben. Es gibt m.E. keinen Grund, weshalb die 4-Jahresfrist daran etwas ändern sollte. (damit kann ich mich nur hinauskatapultieren, aber das Ende des ALG1 nicht nachträglich so verkürzen, das es vor Jahresende enden würde). Falls es wider erwarten nicht geht, sei nicht traurig und freue dich wenn du den Brief bekommst. Betrachte es als Geschenk – andere sind darauf dringend angewiesen
      .

  24. Hallo Stephan,

    dies ist kein Zeitungsbericht, sondern steht auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit. Das manche darauf angewiesen sind, steht außer Frage.

    Mit freundlichen Grüßen

  25. Hallo,
    Was für ein cooler Blog ! Ich habe eine persönliche Frage zum Thema „Anspruch“ und würde mich über eine Antwort freuen. Anfang 2018 wurde für mich ein sehr hohes ALG bewilligt (ohne Sperrzeiten) und das ich habe zunächst 4 Monate erhalten. Dann habe ich mich für eine längere Reise abgemeldet und im Anfang 2019 wieder angemeldet. Diesmal habe ich 5 Monate das zuvor bewilligte ALG erhalten. Seit August 2019 arbeite ich wieder, aber nur Teilzeit. Ende diesen Jahres möchte ich selbst kündigen. Ich hatte gehofft, aus diesem 4 Jahreszeitraum noch 6 Monate wieder das hohe ALG zu erhalten.
    So wie Du es aber hier geschrieben hast, habe ich durch die 17 Monate Teilzeit mir nun einen neuen „Anspruch“ erworben, wodurch der alte verloren geht. Und durch die eigene Kündigung würde ich ja zunächst eine Sperre erhalten. Damit bin ich schlechter gestellt, oder ? Kann ich da was dran machen ?
    Danke schon mal und schöne Grüße
    Die Australierin

    • Bitte lies einmal den Beitrag: „ALG nach Zwischenbeschäftigung“.
      Dort gibt es einige Randbedingungen zu prüfen bzw. nachzurechnen.
      Ich bitte dies selber durchzuführen, da ich bei solchen Berechnungen immer zu Fehlern neige. 😉
      Bitte auch die ersten beiden Kommentare beachten! Wichtig!

      Gruß, Der Privatier

  26. Ein Hallo in diese (hoffentlich richtige) Runde!
    Ich bin seit 09.04.2020 arbeitslos gemeldet, erhalte aber trotz eigener Kündigung vorläufig ALG 1. Jetzt bin ich fast so weit, dass ich eine Umschulung zum Fahrlehrer machen möchte. Dauer ca. 13 Monate. Beginn ab August 2020.
    Wie kann ich meine Anspruchsdauer ungekürzt (aktuell 450 Tage) erhalten bzw. in ein paar Jahren wieder aufleben lassen oder gar auf zwei Jahre erhöhen? Oder geschieht das automatisch? Hab irgendwo mal gehört, ein einziger Tag ALG 1 aussetzen würde dafür genügen. Aber wie soll denn das gehen?

    Vielen Dank schon mal für eine Hilfestellung!

    • Wie oben im Beitrag beschrieben, hat ein einmal festgestellter Anspruch auf ALG1 bis zu 4 Jahre Bestand. Innerhalb dieser Frist kann man sich also jederzeit wieder arbeitslos melden und den alten Anspruch weiter „verbrauchen“.

      Wenn man zwischenzeitlich durch weitere Beschäftigungen einen neuen Anspruch erwirbt, so können alter und neuer Anspruch auch ggfs. zusammengefasst werden, allerdings nur bis zur jeweiligen Höchstgrenze der Altersstufe etc.

      Für weitere Details wäre diese Frage besser in einem spezialisierten Erwerbslosenforum aufgehoben. Dort kennt man sich mit solchen Fällen in der Regel besser aus.

      Gruß, Der Privatier

  27. Vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Leider funktioniert dieser Link https://www.elo-forum.org/forums/alg-i.9/ nicht (mehr).

    Aber egal: ich werde heute meinem Berufsberater das O.K. für die Umschulung geben.
    Mut bedeutet ja auch, Schritte nach vorne zu gehen, auch wenn man noch Angst verspürt.

    Vielen Dank noch mal und alles Gute weiterhin!

    Liebe Grüße,
    Gutzi

  28. Hallo lieber Privatier,

    ich bin mir nicht sicher ob diese Frage hier bereits gestellt worden ist, aber wie läuft es denn ab wenn man nach der vier jährigen Anspruchszeit dem Arbeitsmarkt weiterhin nicht zur Verfügung stehen möchte…? Muss man bevor die vier Jahre verstreichen, erneut ALG1 beantragen und nach einem Tag wieder abmelden, damit erneut der Anspruch vier Jahre Bestand hat?

    Viele Grüße

    • Nein, das funktioniert nicht!
      Man kann einen bestehenden Anspruch innerhalb der vier Jahre erneut geltend machen, indem man sich wieder arbeitslos meldet. Es bleibt aber weiterhin der „alte“ Anspruch. Und der verfällt unwiderruflich nach den vier Jahren.
      Eine neue Anmeldung nach Ablauf der vier Jahre ergibt keinen Anspruch mehr auf ALG1.

      Gruß, Der Privatier

      • Ok, vielen Dank.
        Das bedeutet wenn man bis dato das ALG1 nicht bezogen hat und die vier Jahre verstrichen sind, kann man erst nach einer erneuten Arbeitslosigkeit recht auf ALG1 bekommen (dann natürlich unter anderen Gegebenheiten). Das ganze Prozedere muss man dann erneut von Anfang an durchlaufen, Arbeitslos melden, Arbeitsuchend melden, Antrag auf ALG1, ALG1 wird neu berechnet usw. bis man schließlich bescheid auf neue Leistung bekommt. Und am Ende kann man sich vom erhalt dieser Leistung abmelden, damit der Anspruch 4 Jahre erhalten bleibt. Habe ich das so richtig verstanden?
        Naja, ob sich der Ganze Stress lohnt.. glaube ich kaum:/
        Nun ich möchte nicht auf das mir bereits zugesagte ALG1 verzichten. Was habe ich denn für Möglichkeiten, denn ich bin immer noch auf Weltreise.

        Viel Grüße

        • „Das bedeutet wenn man bis dato das ALG1 nicht bezogen hat und die vier Jahre verstrichen sind, kann man erst nach einer erneuten Arbeitslosigkeit recht auf ALG1 bekommen“

          Schreibfehler: streiche Arbeitslosigkeit und setzt Beschäftigung. Man muß sich das Recht auf ALG1 erst wieder verdienen.

          Einzige Möglichkeit ist, sich vor Ablauf der 4 Jahre arbeitslos melden und ALG1 in Anspruch nehmen.

          • Ja richtig Danke für die Korrektur.
            Aber wenn ich mich Arbeitslos melde dann muss ich doch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Soweit ich mich erinnern kann, müssen doch gewisse Maßnahmen meinerseits ergriffen werden wie z.B. aktive Arbeitsuche…gab es da nicht eine Mindestzahl an Bewerbungen die man dann rausschicken muss?

            Wie sieht das Prozedere denn aus wenn ich mich wieder Arbeitslos melden würde…Kann sich da jemand genau daran erinnern?

            Viele Grüße

          • Ja, klar.
            Waschen ohne nass zu werden: geht nicht.
            ALG1 beziehen ohne Bewerbunngen zu schreiben und an der Meldeadresse verfügbar zu sein: geht nicht.

            Es gibt keine pauschale Anzahl der Bewerbungen, es kommt drauf an. Auf das jeweilige Amt, den Vermittler und den Arbeitslosen. Es können 2 pro Woche sein, ich habe 1-2 pro Monat versendet. Ein Kommentator berichtete, dass er „rentenorientiert“ betreut werde und sich gar nicht mehr bewerben brauche.

            Wenn man sich innerhalb der 4 Jahre wieder arbeitslos meldet, ist das im Prinzip die gleiche Prozedur wie bei der erstmaligen Arbeitslosmeldung. Also persönlich melden und Antrag ausfüllen. Man muss nur keine Beschäftigungszeiten nachweisen, sonder das Amt übernimmt die Daten vom alten Bewilligungsbescheid.

  29. Kann man auch mit weniger Stunden sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
    Bevor die 4 Jahre vorbei sind?

  30. Hallo
    Kann sein das es schon gefragt wurde.
    Muss man bei der erneuten Arbeitslosmeldung, alle Unterlagen nochmal abgeben.
    Zum Beispiel Arbeitsbescheinigung oder reichen die Daten der ersten Bewilligung aus.

    • Wenn die Unterbrechung nur kurz war (ich glaube bis zu 6 Wochen), muss noch nicht mal ein neuer ALG-Antrag gestellt werden.
      Bei längeren Unterbrechungen muss zwar ein neuer Antrag gestellt werden, sofern aber in der Zwischenzeit keine neuen Beschäftigungen zu verzeichnen sind, braucht man keine weiteren Unterlagen. Ein Hinweis auf den alten Bescheid sollte aber auf jeden Fall erfolgen!

      Gruß, Der Privatier

  31. Hallo Zusammen,
    vielleicht kann ich dazu beitragen, zu klären, was mit einem bereits erworbenen Anspruch auf ALG1 passiert, wenn innerhalb des Gültigkeitszeitraums ein neuer Anspruch entsteht.

    Vielleicht kann das auch mal einer von Euch checken? Ich hoffe, ich habe das alles so richtig verstanden und es hilft einigen unter Euch.

    Nach Versicherungspflichtverhältnissen mit einer Dauer von insgesamt mindestens 12 Monaten entsteht ein neuer Anspruch auf Arbeitslosengeld.

    Der alte Anspruch „erlischt“ zwar, wird aber (als „erloschener“ Anspruch“) bis zu der dem Lebensalter der oder des Arbeitslosen zugeordneten Höchstdauer an den neuen Anspruch angehängt, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind …. komplizierter geht es ja kaum!

    siehe Satz 4.:
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__147.html

    und:

    „Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.“

    siehe Satz 4
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__151.html

    So habe ich das nach langer Recherche verstanden und telefonisch die gleiche Auskunft beim BMAS erhalten.
    https://www.bmas.de/DE/Startseite/start.html

    Hab ich da etwas übersehen?
    Liebe Grüße,
    Adam

    • Danke für die Zusammenstellung. Entspricht (soweit ich das erkennen konnte) auch meinem Kenntnisstand.
      Also: Korrekte Wiedergabe und auch nichts übersehen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich denke, es könnte hilreich sein, dies als Ergänzung noch oben im Beitrag zu verlinken. Mache ich dann gleich mal…

    • Hallo Adam, vielleicht kannst Du (oder jemand anders) mir für folgenden Fall einen Tipp geben:
      Meine Frau hat am/zum 01.09.2019 erstmals ALG1 beantragt, volle 360 Tage Anspruch wurden ermittelt, jedoch hat sie nur 19 Tage in Anspruch genommen, dann kamen Mutterschutz und Elternzeit.
      Nun hat sie zum 01.04.22 erneut ALG1 beantragt. Die Tatsache, dass im neuen Bemessungszeitraum durchgehend ein Kind unter 3 Jahren erzogen wurde, hat zur Entstehung eines neuen Anspruchs (von 360 Tagen geführt), nur ist das neue Bemessungsentgelt viel geringer, weil sie während der Elternzeit natürlich kein versicherungspflichtiges Gehalt erzielt hat und somit die ‚fiktive Bemessung‘ erfolgte.
      Muss man diese Schlechterstellung hinnehmen? Der zweijährige Bestandsschutz ist zwar abgelaufen, dennoch wäre der alte, höherwertige Anspruch noch bis 09/2023 reaktivierbar gewesen. Hätte sie statt ein Kind zu erziehen Däumchen gedreht, wäre ihr ALG nun rund 25% höher. Für einen Lösungsvorschlag wäre ich sehr dankbar!

  32. Hallo: Habe jetzt lange alle möglichen Fragen und Antworten studiert, bin mir aber immer noch unsicher ob ich alles richtig verstanden habe. Vielleicht kann jemand helfen! Ich bin 62 Jahre alt und habe in den letzten 5 Jahren einmal 27 Monate am Stück gearbeitet. Danach ALG1 bekommen und die Restzeit von 69 Tagen nicht mehr in Anspruch genommen, da ich erneut eine Arbeitsstelle bekommen habe. Nach 15 Monaten durchgängiger Beschäftigung bin ich bedingt durch Corona wieder seid 1. August 2020 arbeitslos. Jedoch sind mir in meinem neuen Bescheid nur 220 Tage genehmigt worden, vom Restanspruch ist keine Rede mehr. Auf Nachfrage schriftlich beim Arbeitsamt kommt keine Antwort. Meine Frage daher: Steht mir der Restanspruch gesetzlich nun zu, da ich diese Tätigkeiten innerhalb der letzen 5 Jahre ausgeübt habe und auch die 4 Jahres Frist (nach der der Anspruch erlischt ) noch nicht abgelaufen ist? Für eine hilfreiche Aussage bin ich sehr dankbar.

    • Ich kann die Berechnung der 220 Tage auch nicht nachvollziehen, ich vermute aber einen Fehler beim Restanspruch. Gibt es über den Restanspruch eine offizielle Mitteilung der Agentur oder ist er selber berechnet? Über wie viele Tage ging denn der letzte Anspruch und über welchen Zeitraum wurde er in Anspruch genommen?

      Gruß, Der Privatier

  33. HALLO,ich werde höchstwahrscheinlich zum 30.04.21 mit einem Aufhebungsvertrag, welchen ich in Januar 21 unterschreiben werde, nach fast 37 Jahren aus dem Unternehmen ausscheiden. Die Abfindung werde ich mir im Januar 22 auszahlen lassen. Arbeitssuchend melden und Arbeitslosengeld beantragen müsste ich dann spät. Ende Oktober 22. Vorteil im Juli 22 werde ich 55 Jahre, also 3 Monate länger Arbeitslosengeld. Nachteil Abfindungsauszahlung und Arbeitslosengeld fallen im gleichen Jahr an. Habe ich Möglichkeiten dies zu umgehen? Vielen Dank für die Rückmeldung.

    • Klar, wie oben beschrieben.
      Dispojahr, im August 2022 ALG1 beantragen, wenn Antrag beschieden ist, dann mindestens einen Tag ALG1 beziehen, danach wieder abmelden und den Restanspruch ab Januar 2023 abfeiern.
      Dass dem Ab- und Anmelden ein Dispojahr vorausgegangen ist, ändert nichts an der Tatsache, dass der einmal beschiedene Anspruch binnen 4 Jahren abgerufen werden kann.

      PS: warum die Unterzeichnung soweit rauszögern? Für jeden Monat nicht eingehaltene Kündigungsfrist muß man mit höheren Krankenkassenbeiträgen rechnen.

  34. Lt. Krankenkasse hätte ich 4 Monate die höheren Krankenkassenbeiträge zahlen müssen wenn ich mir die Abfindung beim Ausscheiden sofort auszahlen lassen würde. Da ich die Abfindung mir erst 2022 auszahlen lassen trifft dies nicht zu. Hier fällt nur der Mindestsatz von knapp Euro 200,00 an. Ich hoffe die Auskunft der Krankenkasse ist korrekt.

  35. Vielen lieben Dank für die hilfreichen Antworten. Das Arbeitsamt hatte mich auf das Dispojahr aufmerksam gemacht. Also lieber nochmal mit dem Arbeitsamt Kontakt aufnehmen und ankündigen, dass ich mich erst ab 08/2022 Arbeitssuchend meldend und Arbeitslosengeld beantragen würde. Auch wenn nur für einen Tag. Oder lieber erst ca. Im Mai 22 Kontakt mit dem Arbeitsamt aufnehmen. Zwei weitere Fragen sind aufgetreten: Wird die Abfindungauszahlung 2022 dann mit Steuerklasse 6 statt mit 1 versteuert? Wenn ich im Abfindungsrechner Arbeitslosengeld mit eingebe hat dies keine steuerliche Auswirkung. Dann könnte ich mir das An- und Abmelden sparen. Vielen Dank nochmals für die Rückmeldung…

  36. Zur Versteuerung:
    Dem AG am besten schriftlich mitteilen(abstimmen), dass im Jahr der Auszahlung(zumindest in dem Monat) kein anderes Beschäftigungsverhältnis vorliegt. Dann müsste er die Abfindung als Hauptarbeitgeber mit der Steuerklasse 1 abrechnen.

    Zur Progression:

    Kann ich mir nicht vorstellen, dann müsste die Abfindung schon sehr hoch sein, ansonsten ist der Effekt schon aussergewöhnlich. Im Abfindungsrechner vom Privatier funktioniert das sehr gut. Z. B. Abfindung 100000 und 15000 ALG(bei Ersatzleistung) eintragen. Das wirkt auch bei höheren Beträgen noch ordentlich.

    Grüße

    B.

          • Antwort auf meine Anfrage im Dez. 2016

            Eine Abfindung stellt grundsätzlich einen sonstigen Bezug dar, der im Zeitpunkt des Zuflusses versteuert werden muss.

            Dies hat somit im Januar 2017 zu erfolgen. Hierzu muss der Arbeitnehmer wieder bei ELSTAM angemeldet werden, wobei vorab abgeklärt werden muss, ob er im Januar in einem anderen Dienstverhältnis steht. Sollte dies nicht der Fall sein, muss der Arbeitnehmer im Hauptarbeitsverhältnis angemeldet werden.

            Daraufhin würde die familiengerechte Steuerklasse erteilt werden. Eine grundsätzliche Versteuerung nach Steuerklasse sechs wäre fehlerhaft.

            Die Beibehaltung der angewandten Steuerklasse aus dem Kalenderjahr 2016 birgt ein Risiko, falls ein Arbeitnehmer doch bereits in einem anderen Arbeitsverhältnis steht.

  37. Erneute Arbeitslosmeldung in anderem Bundesland nach langer Unterbrechung:

    Hallo Zusammen,

    muss man sich bei der erneuten Anmeldung bei der selben Agentur für Arbeit melden bei der die Erstanmeldung sattgefunden hat oder kann man das in einem anderen Bundesland tun? Der Wohnsitz ist immer noch der selbe wie bei der Erstanmeldung. Jedoch möchte ich in einem anderen Bundesland bei meiner Freundin leben. Meinen Wohnsitz aber möchte ich weiterhin behalten. Müsste ich dann evt. einen Zweitwohnsitz anmelden?

    Viele Grüße

    • M.E. ist immer die AfA zuständig, in deren Bereich der Wohnsitz (meint Erst=Hauptwohnsitz) liegt.
      Googel mal nach der
      Fachliche Weisungen Arbeitslosengeld Drittes Buch Sozialgesetzbuch – GB III Anhang 1a – §§ 327, 310 SGB III

      Darin wird beschrieben, dass die Zuständigkeit ggfs verlagert werden kann. Ich weiß nicht, ob das bei genau deiner Problemstellung greift. Kann wahrscheinlich nur die zuständige AfA selbst sagen.

      Die andere Sache ist der Meldeverstoß. Wenn der Lebensmittelpunkt bei der Freundin ist, dann ist auch der Hauptwohnsitz dort. Die bisherige Wohnung wäre dann nur der Zweitwohnsitz.
      Je nach dem, wo man denn betreut und vermittelt werden will, sollte man den Hauptwohnsitz legen. Ist ja auch unpraktisch, wenn die AfA München einem nur Jobangebote in Hamburg liefern soll. Von der persönlichen Meldung (momentan coraonabedingt eher nicht) ganz abgesehen.

  38. Ich bin während der Unterbrechungszeit umgezogen in ein anderes Bundesland, habe mich dann dort erneut arbeitslos gemeldet, und bekam dann automatisch von der zuständigen Stelle des neuen Bundeslandes einen Wiederbewilligungsbescheid. Macht also keinen Unterschied. Wäre auch sehr seltsam

  39. Hallo, habe von april 2017 bis april 2018 gearbeitet, meinen anspruch aber nicht geltend gemacht da ich anderweitig mein geld erhalte. nun wollte ich meinen anspruch geltend machen, jedoch wurd mir gesagt, dass der anspruch nach 2 jahren erloschen wäre da ich mich nicht arbeitssuchend gemeldet habe, also die 4 jahre gelten nur wenn ich mich arbeitslos gemeldet hätte. mein anspruch wäre somit erloschen.

    • Das ist bedauerlich – aber genau so steht es im obigen Beitrag beschrieben:

      Einmal geht es um einen theoretischen Anspruch, den man hätte, wenn man sich (rechtzeitig) arbeitslos melden würde. Macht man dies nicht spätestens nach 18 Monaten, so verfällt dieser theoretische Anspruch.

      Anders verhält es sich bei einem per Bescheid festgestellten Anspruch. Nur ein solcher hat dann bis zu vier Jahre Bestand. Mit den im Beitrag beschriebenen leichten Einschränkungen.

      Im Ihrem Fall besteht daher leider keine Chance auf eine ALG-Zahlung.

      Gruß, Der Privatier

  40. Das Ende des 4 Jahresanspruchs naht und mir kommt da ein unangenehmer Gedanke:

    Hallo,

    in 3 Monaten werden die 4 Jahre Anspruchszeit vollendet sein daher sollte ich mich erneut Arbeitslos melden, damit ich meinen per Bescheid festgestellten Anspruch erhalten kann. Nun stellt sich mir aber die Frage ob ich dann die vollen 12 Monate Arbeitslosengeld erhalte oder aber nach 3 Monaten die Zahlungen eingestellt werden? Denke es geht doch darum mich noch rechtzeitig Anzumelden um die Zahlungen zu erhalten. Ich bin aber stutzig geworden und wollte deshalb mal nachfragen.

    Grüße

    • Die zwölf Monate dürfen aber nicht länger als sechs Wochen unterbrochen werden,weil das einen Neuantrag nach sich ziehen würde,und auch nicht durch eine etwaige Krankschreibung,länger als sechs Wochen!

      Gruß Martin!

      • Hallo Martin,

        so wie du und Lothar Weiß es sagen, steht dem Erhalt des vollen Anspruchs, bei einer rechtzeitigen Arbeitslosmeldung noch vor Ablauf der 4 Jahresfrist nichts im Wege. Danke für die Bestätigung.
        Wenn nun von Unterbrechung des Alg 1 gesprochen wird, ist damit aber nicht das Ruhen des Anspruchs gemeint, was mit einer Abmeldung eintreten würde. Unterbrechung entsteht bei Krankheit, Urlaub, nicht Verfügbar für Arbeitsmarkt usw. Verstehe ich das richtig?

        Danke und Gruß

        • Alles was jetzt länger als sechs Wochen die Arbeitslosigkeit Unterbricht,also Abmeldung oder Krankheit,würde eine Weiterführung der Anspruchs unmöglich machen.
          Nach sechs Wochen ist eine Neuanmeldung erforderlich die aber nach Ablauf der vier Jahre nicht mehr möglich ist.
          Also beides vermeiden und kein Problem.
          Gruß Martin.

          • Hallo Martin und @,

            eine Unterbrechung des ALG1-Bezuges nach den angesprochenen „4 Jahren“ erscheint mir höchst gefährlich!
            Krankheit bis zu 6 Wochen am Stück und genehmigter „Urlaub/ Ortsabwesenheit“ sind ja keine Ab- und Wiederanmeldung vom ALG1-Bezug. Dagegen ist eine „aktive“ Unterbrechung (mit gleichzeitiger Ab- und Wiederanmeldung) schon eine Abmeldung (auch wenn es nur 1 Tag wäre) und wenn dann die angesprochenen „4 Jahren“ schon vorüber sind, dann verfällt m.M.n. der restliche ALG1-Anspruch.
            Bitte nochmals genau mit der AfA besprechen.

            LG FÜR2012

          • Eine Abmeldung aus dem ALG-Bezug, der erst kurz vor dem 4-Jahreszeitraum bis zum Verfall begonnen wurde, ist nicht „gefährlich“, sondern er bedeutet das unwiderrufliche Ende des ALG-Anspruches!

            Und dabei spielt es keine Rolle, ob man sich (freiwillig) selber aus dem Bezug abmeldet oder ob dies in Folge einer länger als 6 Wochen andauernden Arbeitsunfähigkeit automatisch passiert: Einmal aus dem ALG-Bezug heraus, bedeutet in dieser Situation immer den Verfall der evtl. noch übrigen Resttage.

            Darum sollte man nach Möglichkeit einen ALG-Anspruch nicht erst kurz vor Ablauf der 4-Jahresfrist wieder anmelden, sondern besser so, dass er bis zum Ende der Frist dann auch aufgebraucht ist.

            Gruß, Der Privatier

  41. Der Anspruch bleibt so bestehen wie dieser vor vier Jahren festgestellt wird.
    Also die 12 Monate wenn es so im Bescheid steht.

  42. Hallo,wenn ich nach 30 Jahren im August nach einer Kündigung arbeitslos werde und bis Ende des Jahres Arbeitslosengeld beziehe ,könnte ich mich dann für 2022 komplett abmelden? Da ich da eine Abfindung bekomme. Und werden solche Zahlungen in irgend einer Weise verrechnet?

    • „könnte ich mich dann für 2022 komplett abmelden?“
      ja! Und ab 01/2023 wieder anmelden und den restlichen Zeitraum ALG1 in Anspruch nehmen.

      Die Abfindung wird in 2022 gezahlt?
      Was meinst Du mit verrechnet? Um die Einkommenssteuer wirst Du in 2022 nicht herum kommen und um die Zahlung der Krankenkassenbeiträge auch nicht.

  43. Hei ,ja danke für die Infos. Beim verrechnen meinte ich das wenn ich mich 2023 zurückmelde die Sonderzahlung mit dem weiteren Arbeitslosengeld verrechnet wird? Und was die Krankenkasse betrifft,bin ich da nicht über das Arbeitsamt versichert ? Eine Abfindung ist dochSozialversicherungfrei oder ?

    • „Beim verrechnen meinte ich das wenn ich mich 2023 zurückmelde die Sonderzahlung mit dem weiteren Arbeitslosengeld verrechnet wird?“
      Nein, die SZ in 2022 hat keine Auswirkung auf die Zahlung des restlichen ALG1 in 2023.

      „Und was die Krankenkasse betrifft, bin ich da nicht über das Arbeitsamt versichert?“
      Solange man ALG1 bezieht, ist man übers Amt versichert. Meldet man sich von ALG1 ab, dann muß man sich auf eingene Kosten versichern. Bezieht man danach wieder ALG1, dann geht die KK wieder übers Amt …

      „Eine Abfindung ist doch Sozialversicherungfrei oder?“
      Ja. (Es gibt Auswirkungen/Sonderfälle, wie z.B. die Auswirkung auf eine mögliche Familienversicherung)

  44. habe vom Anspruch auf 24 Monate ALG1 erst 2 Monate genutzt, dann neue Arbeit (mit weniger Stunden und geringerer Bezahlung) begonnen kürzer als 2 Jahre. Ich werde danach meinen Anspruch wieder anmelden, will aber erneut nochmal einen Job suchen (vielleicht sogar wieder beim aktuellen Arbeitgeber). Bei diesem anschließeneden Job hatte ich geplant, bei der Befristung wenige Wochen innerhalb der 4-Jahresfrist zu bleiben. Ich bin dann mittlerweile 61 und will den ALG1-Anspruch noch als Sicherheit im Hintergrund behalten, schließlich mit dann schließlich 62 vielleicht auch in Anspruch nehmen. Dann würde der größte Teil des Anspruchs aber nach der 4-Jahres-Rahmenfrist „eingelöst“ werden. Ich finde keinen Job mehr, der so gut bezahlt ist wie der, von dem der Anspruch noch her rührt, will aber auch noch arbeiten, solange ich was Adäquates finde. Soweit könnte das doch funktionieren, oder? Jetzt bin ich aber über den letzten Satz in dem hier nochmal angefügten Zitat von Privatier mit diesen Ausführungen vom 24.9.2019 gestolpert:

    „Anspruch anmelden oder Anspruch aufbrauchen?

    Der (noch bestehende) Anspruch muss nur innerhalb der vier Jahre geltend gemacht (also angemeldet) werden: Er kann also durchaus über den vier Jahreszeitraum hinaus aufgebraucht werden.

    Ein Aufbrauchen des Anspruches über wenige Wochen nach Ablauf des 4-Jahres-Zeitraumes sollte in der Regel kein Problem darstellen, ich würde aber niemals einen großen Teil des Anspruches ganz nach hinten schieben.“

    Die Frage heißt zum letzten Satz: Warum? Nur weil das Risiko da ist, evtl. durch Krankheit > 6 Wochen da wieder raus zu fallen und nicht wieder zurück zu können?

    Danke für Erläuterung, da ich mich in wenigen Monaten entscheiden muss, ob ich nochmal einen Job (vor der Rente frühestens mit 63) anschließen.

    • Hallo Renate Münznerich,

      Sie beschreiben Ihren derzeitigen Job nicht genau. Falls es sich um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit handelt, sollten Sie sich ganz dringend mit z.B. diesen Themen beschäftigen:
      – im Moment des Aktivierens des Restanspruches von ALG1 müssen Sie wieder arbeitslos melden
      – nach mehr als 12 Monaten Beschäftigung erwerben Sie neue Ansprüche
      – und es findet wegen der neuen Ansprüche eine „Neuberechnung“ statt
      – dabei werden Sie einige Monate vom neuen ALG1-Anspruch gestrichen bekommen (der maximale Anspruch ist 720 Tage, also 2 Jahre)
      – glücklicherweise behalten Sie vermutlich Ihren höheren alten Tagessatz für ALG1
      – und glücklicherweise sollte dann daraus ein neuer 4-Jahres-Zeitraum beginnen
      – vermutlich gibt es noch weitere Punkte die Sie betreffen und wichtig sind.

      Bitte rechtzeitig um diese Themen kümmern! Es betrifft IHRE Zukunft.

      LG FÜR2012

      • Herzlichen Dank für diese Hinweise! Sie hatten mir am 16.3.2020 bereits zu diesem Sachverhalt geantwortet, allerdings etwas anders:
        https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1/#comment-26979
        Darf ich Sie bitten, nach meiner genauen Schilderung nochmal auf die neu entstandenen Fragen zu antworten? Ich bin Ihnen sehr verbunden, großen Dank! Vielleicht können Sie mir zumindest sagen, wo kann ich mich im Detail informieren, außer in den Gesetzen selbst, die aber immer Auslegungssache sind? Ich will auch dafür bezahlen, aber wer kann dazu fundiert beraten???
        Meine Fakten:
        – ALG Bescheid zum 1.9.2019 über 24 Monate (vorher 4 Jahre zusammenhängend gearbeitet, zum Zeitpunkt 59, letztes Jahr 40 h/ Woche, gut verdient)
        – neuer versicherungspflicghtiger Job 30 h/ Woche, mit täglichen Fahrzeiten allerdings eher 55 h/ Woche (auch wenn das jetzt mit Homeoffice anders aussieht, aber ich habe etwas eingesetzt, um wieder zu einem guten Job zu kommen), aber eben deutlich geringerer Verdienst
        —> mein Plan (A): Arbeitslosmeldung nach Auslaufen der Befristung (etwas weniger als 2 Jahre (damit möchte ich weiter meinen Anspruch gemäß ALG Bescheid zum 1.9.2019 sichern), ich bin bei der neuen Arbeitslosmeldung dann exakt 61
        – es erfolgt eine Neuberechnung, da dann 23 Monate versicherungspflichtige Tätigkeit zugrunde liegen,mein Verständnis lt. Ihrer Info vom 16.3.2020 wäre:
        „Bei länger als 12 Monaten Beschäftigung erfolgt eine Neuberechnug für die Anspruchsdauer. Restanspruch und neuer Anspruch werden addiert und ggf. begrenzt (Alter). Dann erfolgt noch der Vergleich „alter Tagessatz“ zu „neuem Tagessatz“; der höhere Wert wird übernommen (2-Jahres-Regel). Ausschlaggebend bei der Arbeitslosmeldung ist die „gesuchte Arbeitzeit“. Vollzeit bedeutet voller ALG1-Satz; Teilzeit nur anteilig.“
        –> mit Plan A wäre für mich zu erwarten:
        A1) für die Anspruchshöhe: es bleibt bei der alten Höhe vom ALG-Bescheid zum 1.9.2019 (mit dem Ziel, einen neuen Job mit 40 h/Woche (in der Nähe) zu finden)
        A2) für die Anspruchsdauer:
        24 Monate (ursprünglicher Anspruch) – 2 Monate (bereits in Anspruch genommen) + 10 Monate (neuer Anspruch aus 23 Monaten) = erneut Begrenzung auf 24 Monate ODER ??? ergeben sich dann doch nur 18 Monate???
        ??? Bleibt es bei der ursprünglichen 4-Jahres-Rahmenfrist, die damit am 30.8.2023 vorbei wäre oder ergibt sich eine neue???.
        –> Mein weiterer Plan (B):
        neuen Job suchen (in der Nähe, ggf. erneut bei bisherigen Arbeitgeber, also weit weg), der von der Befristung innerhalb der Rahmenfrist bleibt (also innerhalb 30.8.2023, besser reichlich vorher, das Risiko hab ich verstanden, wenn es zu kurz angesetzt ist)
        –> bei Arbeitslosmeldung nach Ablauf von Plan B z.B. nach 18 Monaten erneuter Beschäftigung (z.B. 1.1.2022 – 30.6.2023, dann wäre ich 62)wäre für mich zu erwarten (immer sofern die Gesetze und Auslegungen zu diesem späteren Zeitpunkt dann noch gelten):
        B1) für die Anspruchshöhe: es bleibt bei der alten Höhe vom ALG-Bescheid zum 1.9.2019 (mit dem Ziel, einen neuen Job mit 40 h/Woche (in der Nähe) zu finden),
        weil auch dieser zweite Zwischenjob unter 2 Jahren Laufzeit bleibt)
        B2) für die Anspruchsdauer:
        24 oder 18 Monate (ursprünglicher Anspruch) – 2 Monate (zwischen 1. und 2. Zwischenjob bereits in Anspruch genommen) + 8 Monate (neuer Anspruch aus 18 Monaten) = erneut 24 Monate ODER ??? ergeben sich dann doch nur 8 Monate???
        —–> ??? Wo ist ein Denkfehler??? Insbesondere für Plan (B) – das würde ich gern wissen, bevor ich mich auf erneute Jobsuche mache, denn damit muss ich bald beginnen…
        Damit Sie sich in meinen Fragen gut orientieren können, habe ich sie jeweils in ???Frage??? eingebettet. Lassen Sie sich ruhig Zeit für die Antwort! Danke, Danke, Danke!!!!

        • Ich habe in dem Plan keinen Denkfehler erkennen können. Aus meiner Sicht ist das alles korrekt.
          Wenn ein neuer ALG-Anspruch entsteht, so greift bzgl. der Höhe der Bestandschutz (innerhalb von zwei Jahren). Bei der Dauer werden der neue Anspruch und der alte Rest-Anspruch zusammenaddiert und dann auf die maximale Höhe für das jeweilige Alter gekappt.
          Danach ist dies der aktuelle ALG-Anspruch, sämtliche Vorgeschichten sind vergessen und alle Regeln gelten von nun ab für diesen Anspruch.

          Zur Beratung: Die Agentur ist zwar zu einer Beratung verpflichtet. Ich gehe aber davon aus, dass sich diese Verpflichtung nur auf konkrete, aktuelle Situationen bezieht und nicht auf eine Lebensplanung mit unterschiedlichen Varianten.
          Man kann es natürlich trotzdem versuchen…

          Gruß, Der Privatier

          • Vielen Dank! Echt toll, hier solche praxisnahen und vor allem nützlichen Rückmeldungen zu bekommen! Damit kann ich jetzt ohne Stress erstmal weiter arbeiten:)

    • Vorab die Antwort auf die Frage: „Nur weil das Risiko da ist, evtl. durch Krankheit > 6 Wochen da wieder raus zu fallen und nicht wieder zurück zu können?“ Ja, genau das ist der Haupt-Grund für die Warnung.

      Ansonsten kann ich mich nur den Hinweisen von FÜR2012 anschliessen: Die vierjährige Dauer, in der ein ALG-Anspruch (wieder) geltend gemacht werden kann, gilt ohne Einschränkngen nur dann , wenn in dieser Zeit keine versicherungspflichtigen Tätigkeiten ausgeübt werden!
      Ist dies doch der Fall, so kommen andere Regeln zum Tragen, die teilweise bereits oben im Beitrag erläutert sind. Weitere Infos dazu gibt es im Beitrag: „Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand“ .

      Dies alles kann sich negativ, aber teilweise auch positiv auswirken. Ich möchte diese ganze Thematik aber hier nicht weiter vertiefen, da diese Fragen für einen angehenden Privatier nicht wirklich von Bedeutung sind. Falls weitere Informationen dazu benötigt werden, empfehle ich diese in einem speziellen Erwerblosenforum zu klären. Dort sind solche Fragestellungen eher an der Tagesordnung.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank, das hat mir geholfen. Diese sich allerdings ergebenden neuen Fragen habe ich gerade an FÜR2012 geschickt.
        Meine grundlegende Frage richte ich aber auch nochmal an Sie:
        Vielleicht können Sie mir zumindest sagen, wo kann ich mich im Detail weiter informieren, außer in den Gesetzen selbst, die aber immer Auslegungssache sind? Ich will auch dafür bezahlen, aber wer kann dazu fundiert beraten???

        Danke vielmals:)

        • Im Zweifelsfall das Arbeitsamt selbst. Die haben eine Auskunfts- und Beratungspflicht und sind letztendlich diejenigen, die das bescheiden müssen.

          PS: Ich würde eher per eMail bei denen anfragen. Bei Anruf hat man meist einen Generalisten (weiss ein bisschen was über alles, aber nichts im Detail) an der Strippe. Und der muss sich dann schnell eine Aussage aus der hohlen Rippe schnitzen, denn er hat ja einen Anrufer an der Strippe.
          Schildert man sein kompliziertes Anliegen per Mail, stehen die Chancen besser, dass der Vorgang auf den Schreibtisch eines Spezialisten kommt.

        • Hallo Renate Münznerich,

          ich erzähle hier von eigenen Erfahrungen, bei denen die Bedingungen und Voraussetzungen unterschiedlich zu Ihren waren. Das ganze Thema lief im Zeitraum 2015 bis 2018!

          Plan A:
          A1)
          … beim ALG1-Tagessatz-Vergleich muss innerhalb der letzten 24 Monate zumindest ein Tag ALG1 bezogen worden sein … DANN sollte gelten: der höhere ALG1-Tagessatz (Vergleich alter mit neuem ALG1-Tagessatz) wird verwendet.
          A2)
          JA, Begrenzung auf 24 Monate. Der PRIVATIER erwähnte, dass bei Befristung des Jobs KEINE REDUZIERUNG um 25% erfolgt (zum Thema Befristung kann ich nichts sagen).
          Mit der Neuberechnung des ALG1/ Arbeitslosengeldantrag beginnen wieder vier Jahre (neue Laufzeit).

          Plan B:
          B1)
          NEIN, da kein ALG1-Bezug innerhalb der letzten 24 Monate (2-Jahres-Regel). Aus den neuen Beschäftigungen (gezahlten AV-Beiträgen) wird der dann neue ALG1-Tagessatz berechnet.
          JA, immer nur dann, wenn nach einer Neuberechnung PLUS mindestens ein Tag ALG1-Bezug keine zwei Jahre vergangen sind.
          B2)
          Alte und neue Anspruchsdauer werden bei einer Neuberechnung addiert und bei Ihnen auf maximal 24 Monate/ 720 Tage begrenzt/ gekappt.

          Anregung aus der Ferne für Sie:
          – Zeichnen Sie sich einen Plan mit 1-Monats-Blöcken, dann können Sie parallel zu Ihren Veränderungen immer „bequem“ die Monate abzählen.
          – Wenn der derzeitige Job so lange Fahrzeiten und weniger Verdienst ergeben — machen Sie eine Arbeitspause am Ende der Befristung (=Arbeitsvertragsende), melden sich arbeitslos und beziehen ALG1. Dann könnten Sie in Ruhe nach einem „besseren Job für SIE“ suchen …

          LG FÜR2012

  45. Hallo eSchorch,
    daran hatte ich auch schon gedacht, das Arbeitsamt selbst anzufragen. Schließlich habe ich doch legitime Pläne und in meinem Alter darf man doch auch mal über Absicherung nachdenken… War nur nicjht sicher, darüber, ob das Arbeitsamt da nicht vielleicht nur pauschal antworten würde.
    Vielen Dank für die Bestärkung!

    • Wenn man konkrete Fragen stellt, dann sollte man auch eine konkrete Antwort erhalten. (den Sachverhalt schildern … erhalte ich dann 16 oder 18 Monate ALG1?)

      Die Frage (… will irgendwann mal wieder ALG beziehen, was wäre denn da das Beste?) ist für den Sachbearbeiter nur schwer vernünftig zu beantworten, da gibt es dann ggfs. nur den Verweis auf das Onlineportal zum arbeitslos melden.

  46. Hallo,

    ich beziehe ab September 2021 Betriebsrente und parallel dazu jetzt schon bis September 2022 ALG1. Ich habe gerade festgestellt das durch den Bezug von AlG1 für meine Betriebsrente der Krankenversicherungsbeitrag wegfällt, da die Bemessungsgrundlage über der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

    Da ich aktuell schon ALG1 beziehe, überlege ich von Feb-Sept 2021 dieses ALG1 ruhen zu lassen und den Anspruch auf die Zeit September 2022 bis April 2023 zu verschieben um auch für diese Monate den Krankenkassenbeitrag auf die Betriebsrente zu sparen.

    Kann ich das einfach so machen (wie) oder gehe ich hier ein Risiko ein?

    LG
    Palito

    • Wie im Beitrag oben erläutert, hat ein festgestellter ALG-Anspruch bis zu vier Jahren Bestand. Man kann sich also in diesem Zeitraum auch ohne Nachteile aus dem ALG-Bezug abmelden.
      Ich würde allerdings vorher einmal bei der Krankenkasse nachfragen, ob Ihre Annahme auch zutreffend ist. Mir ist nämlich momentan nicht so ganz klar, in welcher Reihenfolge die unterschiedlichen Einkünfte verbeitragt werden?
      Also: Erst die ALG-Beiträge und die Betriebsrentenbeiträge entfallen
      oder: Erst die Betriebsrentenbeiträge und die ALG-Beiträge entfallen?

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo und vielen Dank! Mir war nochmal wichtig zu verstehen ob die 4-Jahresfrist mit dem Bewilligungsbescheid beginnt. Ich verstehe Ihre Antwort so: solange der gesamte ALG1-Bezug in diesem Zeitraum stattfindet, ist eine Verschiebung ungefährlich.

        Die Priorität der Einahmen wurde von der Krankenkasse (TK) eindeutig bestätigt! Erst wird das ALG1 herangezogen (und auch weitere übrige Einkünfte) und dann die Betriebsrente. Das liegt daran, weil die Betriebsrente nicht als Arbeitseinkommen gilt, deshalb kann man auch ALG1 und Betriebsrente parallel beziehen! Ich frage mal nach, ob das auch für die klassische Rente gilt!

  47. Hallo Palito,

    ich hatte diese Thematik auch mit meiner Krankenkasse diskutiert. Diese hat mir dann erklärt, dass Beiträge zur Krankenversicherung von der Bundesagentur für Arbeit zwar in Höhe von 15,7 % des Bemessungsentgelts für das ALG1 übernommen werden, dies aber auf 19,63€ täglich (Stand 2020)gedeckelt ist.(siehe Punkt 2.5 des Merkblattes der BA f. Arbeit zur Übernahme von Beiträgen zur Krankenvers.) Das bedeutet de facto, dass KV-Beiträge vom ALG1 nur max. von 3.750€ mtl. gezahlt werden (19,63€ tgl. sind = 15,7%, 100 % = 3750€). Es bleiben also noch 937,50€ (Stand 2020) bis zur eigentlichen Bemessungsgrenze übrig, für die noch KV-Beiträge z.B. aus einer Betriebsrente zu zahlen sind. Analog gilt das auch f. die Pflegeversicherung.

    Viele Grüße
    BestAger

    • Da bin ich mal gespannt, wie die KV-Berechnung bei mir (ratierliche Abfindung) im Juli aussehen wird.
      Ich werde dann berichten.

      Dazu kommt: Das Einkommen, nach dem das ALG1 berechnet wird, lag hier oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze für ALG.
      Wird dann eigentlich die BBG von 2020 (Ende Arbeit, Beginn Dispojahr) oder 2021 (Beginn ALG1) herangezogen?

      Beste Grüße
      Bert

      • Die Höhe des ALG berechnet sich auf Basis der gezahlten (und vom AG bescheinigten) Beiträge. Hier also vermutlich die Beiträge (und BBG) von 2020. Oder auch von 2019, je nach Ende des Arbeitsverhältnisses.

        Gruß, Der Privatier

        • Danke für die Klarstellung.
          Ein Dispojahr sorgt nicht für eine Erhöhung des ALG1. Maßgeblich ist das Ende des Beschäftigungsverhältnisses.
          Wenn das Dispojahr identisch mit einem Kalenderjahr ist, „verpasst“ man allerdings zwei Erhöhungen, während bei einem unterjährigen Beginn des Dispojahrs zwischendurch nur eine ALG1-Erhöhung stattfindet.

          Grüße, Bert

          • Zur Klarstellung: Jeder Beitragsmonat wird auf die dafür geltende BBG gedeckelt, d.h. bei x Beiträgen in 2019 und (12-x) in 2020, werden die x-Monate durch die monatliche BBG von 2019 begrenzt und die anderen auf die von 2020.

    • Hallo BestAger,

      vielen Dank für die Info, das hat mit die KK (TK) tatsächlich nicht gesagt! Ich habe das im Merkblatt der BAA jetzt nachvollzogen. Dieses Merkblatt bezieht sich allerdings auf ALG1-Bezieher bei Versicherungsfreiheit (ich bin freiwillig gesetzlich versichert). Würde sich das ändern wenn ich normal gesetzlich versichert werden würde? Ich denke als ALG1 Bezieher müsste das gehen.

      VG
      Palito

  48. Hallo Bert,

    dazu hat meine KK (TK) gesagt: Was im ALG1-Bescheid steht, aber dieser Wert bezieht sich dann auf den Zeitpunkt des Bezug von dem letzten Arbeitseinkommen. Das bedeutet also 2020 (ist bei mir sogar 2019 aufgrund von Bezug von Krankengeld).

    VG
    Palito

  49. Hallo,

    kann jemand bestätigen, ob der maximale Krankenkassenbeitrag der Agentur für Arbeit in der gesetzlichen KV bei ALG1-Bezug tatsächlich nur 80% der Beitragsbemessungs- grenze beträgt ? Das würde eine Beitragspflicht für meine Betriebsrente bedeuten.

    Das entsprechende Merkblatt der Agentur f. Arbeit in dem diese Regelung beschrieben ist, bezieht sich offensichtlich nur auf die Übernahme bzw. Erstattung der Beiträge von Privatversicherten.

    Eine 80%-Höchstgrenze für gesetzlich Versicherte habe ich bisher nicht gefunden.

    Viele Grüße
    BestAger

    • Hallo BestAger,

      exakt an der gleichen Frage beisse ich mir gerade die Zähne aus. Ich beziehe ALG1 und ab Sommer eine Betriebsrente!

      Meine Erkenntnisse so weit (ich bin aber noch nicht durch):
      1) Die BBM für ALG1 und für die KK sind unterschiedlich!In sofern spielt die 80% für den KK-Beitrag keine Rolle! Was aber deckelt sind die 19,63 Euro täglich Höchstsatz (es mir völlig unklar woher diese Grenze kommt) also Zuschuss der BBA.
      2)Das Formblatt ist tatsächlich formal nur für freiwillig Versicherte gültig, wird aber von der Krankenkasse (bei mir TK) offensichtlich als Grundlage verwendet!
      3) Ein klare Rechtsgrundlage/Regelung habe ich bis jetzt nicht gefunden!
      4) Der maximale Gesamt-KK-Beitrag ist eh‘ gedeckelt bei 703,31 Euro plus 159,68 Euro Pflegeversicherung.

      Meine Frage ist: wie sieht denn das mit dem gleichzeitigen Bezug von gesetzlicher Rente und Betriebsrente aus? Das müsste doch eigentlich aufgrund des gleichen Effektes den KK-Beitrag der Betriebsrente zumindest senken (an die BBG wird man ja bei der gesetzliche Rente wohl kaum zu denken wagen) und somit die berühmte Diskussion um die Doppel-Verbeitragung bei der Betriebsrente völlig relativieren!

      LG
      Palito

      • Hier die Herleitung der 19,63 Euro:
        Die Beitragsbemessungsgrenze der KV lag 2020 bei 56.250 Euro, der gesetliche Zusatzbeitrag bei 1,1 %, also zahlt die AA max. KV in 2020: 56.250 Euro * (14,6 + 1,1)% * 80% / 360 Tage = 19,63 Eoru/ Tag.
        2021 ist der max. Beitrag 20,51 Euro und genau das bekomme ich auch.

        Der GKV Spitzenverband hat die Regeln zur Beitragszahlung der Rentner unter „RS-KVdR -24-10-2019“ zusammengefasst. Auszüge dazu hat Lars in meinem Link direkt über deinen Kommentar zitiert.

    • Hier noch die gesetzliche Grundlage dazu. Zu finden im §232a SGB V zum Thema:
      „Gesetzliche Krankenversicherung, Beitragspflichtige Einnahmen der Bezieher von Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld oder Kurzarbeitergeld“:

      „Als beitragspflichtige Einnahmen gelten
      1. bei Personen, die Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld nach dem Dritten Buch beziehen, 80 vom Hundert des der Leistung zugrunde liegenden, durch sieben geteilten wöchentlichen Arbeitsentgelts…“

      Oder, um es einfacher auszudrücken: Die Arbeitsagentur zahlt nur für 80% des Leistungsentgelts Beiträge zur Krankenversicherung. Und das gilt natürlich auch dann, wenn das Leistungsentgelt durch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt ist.

      Gruß, Der Privatier

  50. Bei mir steht im Bescheid (PKV):

    Die AfA übernimmt höchstens die Beiträge, die bei Versicherungpflicht in der GKV zu zahlen wären. Das KV-Entgelt ist höchstens 80% der BBG.

    Zur Beitragspflicht bei der Betriebsrente kann ich nichts sagen.

    Grüße

    B

  51. vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Demnach ist es also tatsächlich so, dass während des ALG1-Bezugs eine Betriebsrente bis zu einem mtl. Betrag von 967,50€ mit dem vollen Beitragssatz (AG + AN-Anteil) KV + PV-pflichtig ist. (Diff. von 80 % der BMG = 3.870€ zu 100% BMG = 4.837,50€).
    Bei mir wird dem ALG-Bezug dann eine freiwillige gesetzliche Versicherung mit Zahlung des Mindestbetrages von ca. 200€ mtl. folgen. Solange die Gesamteinkünfte unter der Mindestbemessungsgrenze von mtl. 1.096,67€ bleiben, werden dann für die Betriebsrente keine zusätzliche Beiträge mehr erhoben, da es sich sonst um eine Doppelveranlagung handeln würde(hat mir meine KK heute bestätigt).

    Gruß
    BestAger

  52. Lieber Privatier, liebe Forumsaktivisten,
    tolles Engagement und know how Sammlung

    Nach aus heiterem Himmel kommenden Personalgespräch und Aufhebungsangebot mit Abfindung, studieren vom „dem Buch“, Haufe-Anmeldung, wochenlangem arbeiten an der Exceltabelle mit allen Ein-/Ausgaben und Steuern bis 2055 ergibt sich ein „Königsweg“ mit 2 offenen Fragen. Die erste zum ALG unten, die zweite zur Abfindung, 1/5 Regelung & DC, die ich gleich im anderen Forum stellen möchte.

    ALG1 „Doppelsprung“
    Aufhebungsvertrag abschließen bis 30.03.2021, Arbeitsende 30.09.2021, Abfindungszahlung in 2022.
    Bin durch Tarifvertrag „unkündbar“= fiktive Kündigungsfrist=18Mon.
    Lt. meinem Arbeitgeber: Sperrzeit=25%=6 Mon., Ruhenszeit 204Tage
    Habe ich es richtig verstanden, dass ich durch das „Dispojahr“ meine Sperrzeit eliminieren kann, d.h. volle 2 Jahre ALG 1 beziehen könnte (ab theoretisch 01.10.022)?
    Gibt es dann die Möglichkeit die Inanspruchnahme des „erworbenen Anspruchs“, Datum 01.10.2022, auf z.B. 10.2024 – 11.2025 zu legen?
    Falls ich eine Antwort im Forum zu dem Thema übersehen haben sollte, bitte ich um Entschuldigung

    • Ja, ein korrekt durchgeführtes Dispojahr verhindert Sperr- und Ruhezeiten.

      Ja, der einmal festgestelle Anspruch kann binnen 4 Jahren „abgefeiert“ werden.
      Theoretisch würde eine erneute AL-Melung im September 2026 ausreichen, um die verbliebenen 23.x Monate in Anspruch zu nehmen.
      Ich würde das aber gleich in 2023 angehen (Gefahr, dass man nach längerer Krankheit aus dem ALG1-Bezug fällt und dann der Rest ALG1 vefällt).

  53. Hallo Zusammen,

    ich habe das Buch sehr ausführlich gelesen, mehrmals weiter empfohlen und möchte nun noch sicher gehen, alles verstanden zu haben.

    Ich werde zum 30.06.21 mit einem Aufhebungsvertrag mein Arbeitsverhältnis beenden. Anschließend mache ich ein Dispojahr (beschäftigungslos). Abfindungszahlung erfolgt in Januar 2022. Ich möchte mich zum 01.07.22 arbeitslos melden. Der Bemessungsrahmen ist ja dann automatisch auf 2 Jahre erweitert worden und somit habe ich 12 Monate Einkünfte erzielt. Nach dem Erhalt vom Bescheid über festgestellten Anspruch und dem Bemessungsentgelt möchte ich mich sofort wieder abmelden um mich zum 01.01.23 wieder arbeitslos zu melden. Grund dafür ist natürlich, dass ich im Abfindungsjahr 2022 aus steuerlichen Gründen kein ALG erhalten möchte. Ich hoffe, bis hierhin keinen groben Gedankenfehler gemacht zu haben. Falls Ja, bitte mich gerne korrigieren.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage: Kann ich mich nicht auch erstmalig zum 01.01.23 arbeitslos melden und dann die gleichen ALG Leistungen in Anspruch nehmen? Schließlich gibt es ja die verlängerte Rahmenfrist von 30 anstatt 24 Monaten. Und in dieser Rahmenfrist von 30 Monaten habe ich ja ebenfalls 12 Monate Einkommen erzielt. Oder bedeutet die verlängerte Rahmenfrist lediglich, dass ich in den letzten 30 Monaten (anstatt vorher in 24 Monaten) insgesamt 12 Monate Einkommen nachweisen muss um überhaupt ALG bekommen zu können, für die maximale Berechnung des ALG aber immer noch die letzten 24 Monate vor Beginn ALG relevant sind? Das wäre dann natürlich schlecht, da ich in den dann letzten 24 Monaten (Zeitraum 01.01.21 bis 31.12.22) nur 6 Monaten Einkommen nachweisen könnte.

    Ich weiß, es handelt sich um ein konkretes Fallbeispiel. Aber ich weiß nicht, wie ich es bei der Komplexität allgemeiner fragen könnte.

    Vielen Dank für Ihre Hilfe und mit freundlichen Grüßen, RoMe.

    • Unabhängig von der Altersfrage (Ü58 = mglw. 24 Monate ALG1) würde ich persönlich die AL-Meldung zum 1.7.22 favorisieren und mich danach wieder abmelden. Das bisschen ALG1 das man dann kurzzeitig bezieht, das wird doch von den eh fälligen KV-Beiträgen steuerlich ausgegelichen.
      Bei erstmaliger AL-Meldung zum 1.1.23 näht man von vorne herein „auf Kante“. Gesstzt den Fall Ende Dezember erfolgt eine längere Krankheit und man ist Anfang Januar nicht arbeitsfähig, dann wäre der gesamte Anspruch auf ALG1 in Gefahr. Das ist unwahrscheinlich, aber weshalb das Risiko eingehen?

  54. n’Abend RoMe,
    Bitte mal hier einsteigen:

    https://der-privatier.com/kap-9-3-2-9-hinweise-zum-dispositionsjahr-verlaengerte-rahmenfrist/

    -und die verlinkten Folgebeitraege beachten!

    Leider wissen wir dein Alter nicht, evtl. liegt das „Risiko“ bei einem „verlängerten Dispojahr“ weder

    1.)-an der verlaengerten Rahmenfrist von 30m, hier erreichst Du ja damit immer noch die erforderlichen 12m, um ueberhaupt anspruchsberechtigt zu sein.

    2.)-am unverändert gültigen Bemessungsrahmen von 24m, innerhalb dessen Du mindestens 150 Tage mit normalem Arbeitsentgelt vorweisen musst, um daraus die maximale Hoehe an Alg-1 nach dem Tagessatz zu erhalten.
    Hier wuerde bei Dir eben der Durchschnitt aus den 6 Monaten herangezogen, nicht etwa die 6 Gehaelter auf 24m „verteilt“.

    Altersabhaengig kann es jedoch sein, dass sich durch die “ Verlängerung“ die Zeit mit Versicherungspflichtverhaeltnis innerhalb der „um 30m erweiterten Rahmenfrist“ also innerhalb von 60m (früher „5 JAHRE“), soweit verkürzt, dass die Bedingungen für die altersabhaengig eigentlich erreichbare maximale BEZUGsDAUER nicht mehr erfüllt werden.
    D.h. obwohl das Alter stimmt, fehlt es an Versicherungszeit und man faellt auf die vorhergehende Bezugsdauer zurück.

    Gruesse
    ratatosk

  55. Unterbrechung des ALG1-Bezuges nachdem der Jahresanspruch von 4 Jahren verbraucht ist.

    Hallo,

    ich hatte mich damals vom ALG1 Bezug abgemeldet und mir den 4 Jahresanspruch gesichert. Kurz vor Ende dieses Zeitraums bin ich wieder in den ALG1 Bezug gestiegen. Mittlerweile sind die 4 Jahre nun rum. Mir ist klar dass eine Unterbrechung des Bezuges, länger als 6 Wochen zum Verfall des restlichen ALG1 Anspruches führen würde.

    Ich möchte gerne etwas näher auf die Unterbrechungsart eingehen, um alle Fragen zu klären. Bei Krankheit ist es mir klar und bei Urlaub auch, denn wenn man während einem ALG1 Bezug Urlaub machen möchte, muss dies erst von der BA genehmigt werden. Ich glaube man darf höchstens 21 Tage (3 Wochen) eine Ortsabwesenheit beantragen, OHNE dass Bezüge davon betroffen sind. In diesem Fall müsste ich mich von der BA nicht einmal abmelden. Also alles noch im Rahmen.

    Aber wie ist es denn wenn ich eine Sozialpflichtige Arbeit aufnehme? Dann werde ich ja automatisch vom ALG Bezug abgemeldet. Und nun gehen wir davon aus, ich werde bei dem neuen Arbeitgeber nach der Probezeit (6 Monate) wieder entlassen. Somit hätte ich doch dann länger wie 6 Wochen eine Unterbrechung bei der BA. Theoretisch wäre doch nun mein Anspruch verfallen oder nicht? Die 6 Monate Beschäftigung reichen dann auch nicht für einen neuen Anspruch…ist doch voll sch****

    Beurteile ich das richtig?
    Gibt es alternativen für mein Gedankengang?

    Danke vorab für eure Ideen und Denkanstöße.
    Viele Grüße

    • Du beurteilst das richtig.
      Alternativen sehe ich für deinen Fall nicht. Generell wäre es ein besserer Ansatz, den ALG1-Bezug so planen dass der letzte Tag Anspruch schon vor Ende der 4 Jahre aufgebraucht ist. Ist hier aber wohl zu spät 🙁

    • Nach Ablauf der vier Jahre besteht keine Möglichkeit mehr, den alten Anspruch noch einmal geltend zu machen. Da gibt es keinen Ausweg.
      Darum auch der Hinweis im obigen Beitrag, den Anspruch möglichst nicht zu lange vor sich her zu schieben, da man dann immer Gefahr läuft, ihn (aus unterschiedlichen Gründen) vollständig zu verlieren.

      Gruß, Der Privatier

  56. Hallo
    Frage wie ist das mit der Fünf Jahre Regel nach erlöschen des Anspruchs nach vier Jahren.
    Der Bestandsschutz müsste ja auch noch gelten.

    • Wenn sich die Anmerkung auf den Fall von Alejandro bezieht, so muss ich leider enttäuschen. Auch diese Idee wird hier nicht funktionieren.

      Denn um diese „5-Jahres-Regel“ nutzen zu können, müssten zwei Bedingungen erfüllt sein:
      1. Es muss ein neuer Anspruch entstanden sein (der dann mit einem alten in irgendeiner Weise verrechnet würde). Dies ist aber bei Alejandro nach 6 Monaten noch nicht der Fall.
      2. Der alte Anspruch muss wegen der Entstehung des neuen Anspruches erlöschen. Ist aber hier auch nicht der Fall, denn der alte Anspruch ist aufgrund des 4-Jahres-Zeitraumes erloschen.

      Die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen dazu sind übrigens im §147 Abs.4 SGB III nachzulesen. Zitat: „Die Dauer des Anspruchs verlängert sich um die Restdauer des wegen Entstehung eines neuen Anspruchs erloschenen Anspruchs, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind…“

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,

        das ist wohl wirklich eine aussichtslose Situation… aber das mit der 5 Jahres-Regel kannte ich nicht. Wenn ich aber anstatt 6 Mon. min 12 Monate Beschäftigt bin, würde dies den oben genannten Punkt 1. auslösen? Würde dann der restliche Anspruch nicht verfallen trotz Überschreitung der 4 Jahre?
        In diesem Fall kommt der neue Anspruch (bei 12 Mon. Beschäftigung = 6 Monate ALG1) plus der restliche Anspruch vor der Beschäftigung zusammen. Könnte ich den Anspruch in so einem Fall in „Schutz“ nehmen?
        Punkt 2.verstehe ich leider nicht ganz, somit könnte ich mit meiner obigen Vermutung falsch liegen.

        Gruß

        • Nach einer 12-monatigen Beschäftigung würde ein neuer Anspruch entstehen. Das ist korrekt.
          Und dieser könnte dann mit einem alten Anspruch zusammengerechnet werden. Aber nur dann, wenn der alte Anspruch aufgrund des neuen Anspruches erlischt. Der neue Anspruch muss also der Grund sein, warum der alte erlischt. Ist aber hier nicht der Fall. Hier ist der alte Anspruch bereits schon vorher erloschen, aufgrund des 4-Jahres-Zeitraumes.

          Gruß, Der Privatier
          P.S.: Zur Bestätigung aber bitte gerne einmal direkt bei der Arbeitsagentur nachfragen.

  57. Hallo,

    ich bin neu hier und habe eine Frage zum Thema ALG1.

    Ich habe eine Kündigung zum Jahresende wegen Werkschließung erhalten. Hierzu gibt es für mich 2 Optionen. Ich werde Nr.2 annehmen.

    1. Zahlung einer hohen Abfindung bei Beendigung des Arbeitsverhältnis zum 31.12.2021.
    (Zeitpunkt der Zahlung sehr ungünstig, aber nicht verhandelbar)
    2. Annahme eines Aufhebungsvertrags mit sofortiger Beendigung unter Zahlung einer zusätzlichen Abfindung in Höhe der ersparten Bruttolöhne + die unter 1. genannten Abfindung. Zeitpunkt der Zahlung hier: 30.06.2021. Das ich hier bis Jahresende kein ALG 1 bekomme und mich selbst versichern muss ist mir bekannt und auch auf Sicht der Steuern von mir gewollt. Das zvE vor Abfindung kann hier fast auf 0€ gesenkt werden.

    Vor Antritt einer neuen Stelle möchte ich gerne mein Anspruch auf ALG1 , insbesondere der Höhe festhalten lassen.

    Nun zu meiner Frage:
    Geht dieses sofort nach Beendigung durch einen Aufhebungsvertrag oder erst nach dem Ende der Ruhezeit ( hier 31.12.2021)?

    vielen Dank

    • Ja.
      Aber mit Erhalt des Bescheides laufen die 4 Jahre. Daher würde ich die AL-Meldung zum Jahresende präferieren.

      Achte darauf, dass im Aufhebungsvertrag ein Hinweis auf die ansonsten zum Jahresende drohende Kündigung enthalten ist. Fehlt dieser, wird die AfA eine Sperrzeit verhängen.

    • Sobald Sie beschäftigungslos sind, können Sie einen Antrag auf ALG stellen. Und beschäftigungslos sind Sie spätestens nach Ende Ihres Arbeitsverhältnisses, evtl. sogar schon eher, falls vorher noch eine unwiderrufliche Freistellung ausgesprochen sein sollte.

      Wenn Sie vorhaben, einen ALG-Antrag zum Ende Ihres Arbeitsverhältnisses zu stellen, sollten Sie sich sofort nach Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages arbeitsuchend melden. Ansonsten droht Ihnen zu der ohnehin zu erwartenden Sperre wg. Mitwirkung am Verlust des Arbeitsplatzes eine zusätzliche Sperre wg. Meldeversäumnis.

      Anmerkungen:
      * Die Kündigung durch den AG zum 31.12.2021 würde die Agentur nicht berechtigen, eine Sperre wg. Arbeitsaufgabe zu verhängen. Die Unterzeichung eines Aufhebungsvertrages hingegen doch.
      * Eine Sperre könnte man mit einem Dispojahr verhindern. Dann dürfte jedoch jetzt kein ALG-Antrag gestellt werden. Mehr dazu in den entsprechenden Beiträgen…

      Gruß, Der Privatier

      • Den Aufhebungsvertrag werde ich erst nach Erhalt der Kündigung unterschreiben und müsste somit vor einer Sperre von der AfA sicher sein, jedenfalls wenn ich die fachliche Weisung der AfA zu §159 SGB III richtig verstanden haben. Aber selbst mit einer Sperre lohnt sich der Aufhebungsvertrag (Steuern + vorzeitiger Auszahlungszeitpunkt, dadurch ist eine hohe Einzahlung in die Rüruprente erst möglich).
        Ein Dispojahr kommt für mich (45 Jahre) wegen erforderlichen 24 Beschäftigungsmonate in den letzten 30 Monaten nicht in Frage. Vielleicht bin ich auch nicht allzu lange arbeitslos.

        Nochmals Danke für die schnelle Antwort.

        • So, gestern habe ich meinen Aufhebungsvertrag zum 30.06.21 unterschrieben und mir, wegen des ruhenden Arbeitslosengeld und eventl. Sperre, von der zusätzl. Abfindung eine Auszeit bis zum 31.12.2021 gegönnt.
          Da ich ab dem 01.01.2022 aber ALG 1 beantragen möchte, habe morgen ein Termin bei der AfA wegen Arbeitsuchendmeldung bzw. Klärung des Aufhebungsvertrages.

          Und jetzt nochmal eine Frage.
          1. Ist eine Arbeitssuchendmeldung bzw. eine spätere Abmeldung von der Arbeitsuche schädlich, falls ich mich zu einen späteren Zeitpunkt doch noch für ein ganzes Dispojahr entscheiden sollte, statt nur für eine Auszeit von 6 Monaten? Oder ist nur der Zeitpunkt des Beginns der ALG 1 Zahlung nach min. 1 JahrAusszeit wichtig?
          2. Wenn ich zum 01.01.2022 ALG 1 beziehen möchte, muss ich sofort bereit für die Arbeitssuche der AfA sein? Oder kann ich auch direkt sagen, das ich bis Ende September eine berufliche Auszeit nehme? Ich möchte die nächsten 3 Monate nicht im Bewerbungsstress stehen!
          Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt einfach noch nicht sagen, ob es nur 6 Monate Auszeit oder doch ein Dispojahr wird, hängt vom Verlauf der nächsten Monate ab. Ich brauche einfach mal min. 3 Monate Zeit für mich und meine privaten Projekte.

          Vielen Dank

          • In meinem Fall hat die Mitarbeiterin der Arbeitsagentur auf den sofortigen Status „arbeitsuchend“ bestanden. Weil es aber nur um zwei Wochen bis zum Leistungsbezug (Status arbeitslos) ging, habe ich das mal so hingenommen.

          • Ergänzung: Wer sich arbeitsuchend meldet, muss von Anfang an mit Vermittlungsbemühungen der Agentur rechnen. Das genau ist der Sinn einer Arbeitsuchendmeldung!

            Gruß, Der Privatier

  58. Hallo, meine Frage zu einem bewilligten ALG I Bescheid durch die Agentur für Arbeit. Nach SGB III § 161 Abs 2 bis zu 4 Jahre. Soweit so gut. Nun zu meine Frage: Ich möchte nach der Bewilligung die Agentur auffordern die Auszahlungen ab zu stoppen und gleichzeitig mitteilen, dass ich dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehe. Ich plane einen längeren Aufenthalt im nicht EU Ausland. Könnte ich dann z.B. nach 2 Jahren meinen bewilligten Bescheid bei der Agentur vorlegen und die Auszahlungen erneut starten lassen ?? Bin ich dann automatisch wieder gesetzlich krankenversichert?? Das würde einem die Anwartschaftszeiten Beiträge bei einer gesetzlichen KK ersparen. VG

    • Wie schon selber erkannt, besteht der ALG-Anspruch bis zu vier Jahren und kann daher jederzeit innerhalb dieser Zeit wieder angemeldet werden.
      Mit dem Beginn der Arbeitslosigkeit ist auch eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung verbunden.

      Inwiefern ein Auslandsaufenthalt da Probleme bereiten könnte, kann ich nicht beantworten (keine Aussagen im Zusammenhang mit Ausland).

      Gruß, Der Privatier

      • @Fran: da du vermutlich in DE gemeldet bist, musst du auch weiterhin für deine GKV zahlen, trotz Auslandsaufenthalt. Du hast jedoch die Möglichkeit dich bei deiner ges. KK gegen Vorlage einer Auslandskrankenversicherung abzumelden. Diese deckt im Normalfall auch Kurzaufenthalte in DE z.B. für 6 Wochen/Jahr. Nach deinem Auslandsaufenthalt machst du einfach deinen Anspruch bei der Arbeitsagentur geltend. Wie der Privatier bereits sagte, bist du dann automatisch wieder in der GKV. Achtung: Da es eine Versicherungslücke gibt (z.B. 2 Jahre) möchte die GKV natürlich im Nachhinein erneut wissen wo du in der Zwischenzeit Krankenversichert warst. Daher solltest du dich wirklich durchgehend über den ganzen Zeitraum deines Auslandsaufenthalts Krankenversichern (AKV).. sonst wird es teuer (Nachzahlung)

        Viele Grüße

  59. Mein befristeter Arbitsvertrag für Zwischenbeschäftigung läuft nach weniger als 2 Jahren demnächst aus. Ich will mich einige Zeit davor schon verbindlich ab diesem Zeitpunkt arbeitslos melden. Habe noch alten ALG Anspruch von 2 Jahren, den ich direkt vor diesem Job nur 2 Monate genutzt habe. Da kommt zum alten der neu erworbene Anspruch, aber in alter Höhe (weil mehr als jetzt), ergibt insgesamt wieder 2 Jahre neuen ALG-Anspruch. Soweit hatte ich das in diesem Forum schon abgecheckt. Bin mittlerweise 60, will aber nochmal eine weitere Zwischenbeschäftigung vor der Rente einlegen.
    Zwei neue Fragen ergeben sich:
    Mein aktueller Arbeitgeber (2 Stunden Arbeitsweg entfernt!) will mich weiter haben und ich habe auch nichts Besseres in der Nähe gefunden.
    1) —>Schadet es der Geltendmachung meines neuen ALG-Anspruches, wenn ich einen Anschlussvertrag bzw. die Zusage dafür zum zeitpunkt der Arbeitslosmeldung praktisch schon in der Tasche habe?
    2) —>Dummerweise darf mich der jetzige Arbeitgeber nicht ein zweites Mal befristen. Das heißt dann wohl, dass ich am Ende des nächsten und gewollt letzten Jobs rechtzeitig (zu einem Zeitpunkt von weniger als 2 Jahren) selbst kündigen und damit eine Sperrzeit in Kauf nehmen muss? Eigentlich sollte eine eigene Kündigung in diesem Fall aber gar nicht schädlich sein, da mir der lange Arbeitsweg im Grunde gar nicht zugemutet werden kann (auch wenn sich das durch teilweises Homeoffice momentan auch wieder etwas relativiert). Das JobCenter hat mich damals voll unterstützt und mir auch klar gemacht, dass es allein meine Entscheidung ist, nochmal weiter weg zu gehen. Es gab keinerlei Druck. Muss ich jetzt noch irgend etwas anderes beachten für den neuen Vertrag?
    3) –>Sollte ich mich jetzt ca. 4 Monate vorher schon mal beim JobCenter melden? Ich trau mich nur nicht zu outen damit, dass ich schon ein Weiterarbeitsangebot habe.
    Besten Dank wie immer für jeden Hinweis!

    • Es tut mir leid – aber dies sind Fragen, die ich nicht beantworten kann und die in einem Arbeitslosenforum sicher besser aufgehoben sind.

      Gruß, Der Privatier

  60. Hallo Privatier,

    ich habe einen Ablehnungsbescheid nach § 137 SGB III i.V.m. §§ 142, 143 erhalten, da ich in den letzten 30 Mo. vor AL-Meldung weniger als 12 Mo. versicherungspflichtig tätig war.
    Jeder MA der BfA am Telefon hat mir jedoch mitgeteilt das mein Anspruch, wie du ja auch schreibst 4 Jahre ist. Ich war in 2017 – 08.2019 über ca. 15 Monate versicherungspflichtig in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt und habe zwischendurch und bis jetzt meinen Bachelor absolviert. Sollte ich Widerspruch mit Verweis auf § 161 (2) SGB III einlegen?

    Für Deinen Tipp wäre ich dankbar.

    LG Carla

    • Deinen Angaben nach sehe ich keine Chance ALG1 zu beziehen, die Begründung auf dem Ablehnungsbescheid ist schlüssig https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-alles-im-rahmen/
      Da deine Beschäftigung schpon 08/2019 geendet hat, trifft nicht einmal die Verlängerung der Rahmenfrist zu, d.h. für dich gelten genaugenommen die alten 24 Monate.

      Die vier Jahre beziehen sich auf einen gültigen Bescheid. Hat man den, dann kann man sich vom ALG1-Bezug wieder abmelden und dann binnen dieser 4 Jahre den Rest des Anspruchs beziehen. Du hast noch keinen gültigen Bescheid, Du hättest spätestens 09/2020 einen Antrags stellen (und den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) müssen.

      Sorry, aber ich sehe keine Aussichten auf einen erfolgreichen Widerspruch.

    • Ich kann leider nur bestätigen, was eSchorsch schon geschrieben hat:
      Die Bestandskraft von vier Jahren bezieht sich immer nur auf einen Bescheid, der offiziell von der Agentur schriftlich mitgeteilt wurde (siehe auch entsprechende Hinweise im obigen Beitrag).
      Da es hier aber keinen existierenden Bescheid gibt, müssen für einen neuen Anspruch die üblichen Bedingungen geprüft werden: In erster Linie die 12 Monate Beschäftigung innerhalb der Rahmenfrist. Da diese nicht vorhanden sind, gibt es keinen Anspruch auf ALG.

      Es tut mir leid, aber ein Widerspruch gegen die jetzt erfolgte Ablehnung ist daher aussichtslos. 🙁

      Gruß, Der Privatier

  61. Ach so, ich hatte in 2020 schon mal einen Antrag gestellt, der jedoch abgelehnt wurde, weil ich nicht 15 Std. für Arbeit zur Verfügung stand.

  62. Hallo zusammen,
    heute habe ich mit einer Dame des Arbeitsamts gesprochen,die mir sagte, und auch nochmal schriftlich bestätigte, dass ich mich spätestens 18 Monate nach dem Verlust des Arbeitsplatzes arbeitslos melden müsste. Ansonsten würde der Anspruch verloren gehen.
    Das ist 4 Monate vor meinem 58. Geburtstag.
    Ich habe zum 30.11.2019 durch einen Aufhebungsvertrag wg. Krankheit mit einer Abfindung beendet. Zwar habe ich mich arbeitssuchend gemeldet, jedoch nicht arbeitslos mit Bezügen durch das Amt.
    Die Aussage der Dame von der Agentur passt nicht zur Aussage in diesem Forum. Wer hat nun Recht?
    Es wäre schön eine Antwort zu erhalten, da ich echt etwas irritiert bin.

    • @Hammann,

      lesen sie bitte noch einmal die obere Einleitung vom Privatier. „Anspruch auf Arbeitslosengeld hat bis zu vier Jahre Bestand“ gilt nur, wenn der ALG-1 Anspruch (Höhe/Dauer) „PER BESCHEID“ festgestellt wurde. Eine „Arbeitssuchend“ Meldung reicht nicht aus.

      Erschwerend kommt hinzu, dass bei ihnen auch noch der §447 SGB III greift.

      Gruß
      Lars

    • Doch, die Aussage der Dame vom Amt passt genau dazu was der Privatier im obigen Kapitel geschrieben hat. Die Dame hätte es nur deutlicher formulieren müssen „der Anspruch ist bereits verloren gegangen“.
      Für einen positiven Bescheid hätte der Antrag auf ALG1 spätestens mit Wirkung zu Anfang Dezember 2020 gestellt werden müssen. Sorry für die schlechte Nachricht, aber die Frist wurde weit überschritten und ich sehe keine Möglichkeit das noch irgedwie hinzubiegen.

      • Naja , bin jetzt nicht der Fachmann, aber wurde dem Ausscheiden Krankengeld bezogen. Wenn ja würde ich sagen, daß diese Zeit von den seither 20-21 Monaten abgezogen werden kann. Dann wäre es villeicht doch noch möglich. Wenn ja würde sich weitere Recherche lohnen.

        Grüße

        B

        • Klar, für Krankengeld gilt als sozialversicherungsplichtiger Zeitraum und würde die Zwischenzeit entsprechend verkürzen! Ansonsten gebe ich aber eSchorsch recht, die Anspruch ist verloren gegangen!

        • leider nein „B“, das war gestern auch mein erster Gedanke hierzu. Krankengeld kann für max.78 Wochen (18 Monate) bezogen werden. Danach wäre ALG-1 Bezug wieder möglich, jedoch nur: (Auszug aus dem nachfolgenden Link)

          „Wenn Ihr Bezug von Arbeitslosengeld durch den Krankengeldbezug unterbrochen wurde, läuft Ihre Bezugsdauer für das ALG I einfach weiter, wenn Sie wieder gesund sind und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Allerdings müssen Sie sich nach Ihrer Genesung erneut arbeitslos melden.“

          https://www.comcave.de/magazin/neustart-in-den-job/arbeitslosengeld-nach-krankengeld/

          Hinzu kommt wie ich gestern geschrieben hatte, dass der §447 SGB III greift, d.h. die Rahmenfrist beträgt nicht 30 Monate, sondern nur 24 Monate, weil das AV VOR!!! dem 31.12.2019 beendet wurde.

          Auch der §143 Abs.3 SGB III greift nicht, weil … „keine Arbeitslosigkeit“ vorlag …

          §143 Abs.3 SGB III

          (3) In die Rahmenfrist werden Zeiten nicht eingerechnet, in denen die oder der Arbeitslose von einem Rehabilitationsträger Übergangsgeld wegen einer berufsfördernden Maßnahme bezogen hat. In diesem Fall endet die Rahmenfrist spätestens fünf Jahre nach ihrem Beginn.

          So wie eSchorsch geschrieben hatte, der ALG1-Anspruch ist leider verwirkt.

          Gruß
          Lars

  63. Hallo zusammen, ich bin mir in meinem Fall nicht wirklich sicher daher frage ich mal hier:

    Mein befristeter Vertrag wird Ende des Monats auslaufen, damit habe ich die letzten 24 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet. Vor 3 monaten etwa habe ich mich schon arbeitssuchend gemeldet. Ab nächsten Monat werde ich als Freiberufler selbständig weiter arbeiten. Dies werde ich 18 Monate machen und dann gehe ich 10 Monate auf Weltreise.

    Mein Plan war das wenn ich von der Weltreise zurück komme für die Zeit in der ich einen neuen Job suche ALG 1 kriege, da ich ja wegen meiner 2-jährigen nicht-selbständigen Arbeit ein Anspruch darauf habe und dieser doch bis zu 4 Jahre gültig ist.

    Nun wollte ich wissen ob ich das so richtig verstehe oder ganz falsche Vorstellungen habe und eigentlich keinen Anspruch habe wegen der freiberuflichen Tätigkeit? Die ganze Sache scheint ja nicht in jedem Fall so einfach zu sein.

    Und welche Schritte muss ich jetzt unternehmen damit ich mir das ALG 1 für später sichere?

    Wäre schön wenn mich da jemand aufklären könnte wie die Sache in meinem speziellen Fall aussieht? Schon einmal danke für die Antworten.

    Grüße Tom

    • Moin TT Tom,

      „Nun wollte ich wissen ob ich das so richtig verstehe oder ganz falsche Vorstellungen habe und eigentlich keinen Anspruch habe wegen der freiberuflichen Tätigkeit?“

      Doch, einen ALG-1 Anspruch hast du, aber zum Thema „Arbeitslosengeld hat bis zu 4 Jahren Bestand“ folgendes:

      Wenn deine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Ende Juli ausläuft, musst du unbedingt noch in diesem Monat deinen ALG-Antrag abgeben, damit der ALG-Bescheid von der AfA erteilt werden kann! (mit Beginn ALG1-Bezug ab 01.08.2021)

      Auszug aus der oberen Einleitung vom Privatier:

      „Der per Bescheid festgestellte Anspruch“
      Anders hingegen verhält es sich, wenn nach der Antragstellung auf ALG der ALG-Anspruch offiziell durch einen Bescheid der Agentur für Arbeit festgestellt wurde. Nur auf diesen „Anspruch“ bezieht sich die Aussage, dass er bis zu vier Jahre Bestand hat.

      Daher auch meine Empfehlung, mit einer evtl. geplanten Abmeldung bei der Agentur so lange zu warten, bis man diesen Bescheid in den Händen hält. Man muss das nicht abwarten, es gibt aber ein deutlich besseres Gefühl der Sicherheit.

      Auszug Ende

      Nach dem Erhalt des ALG-1 Bescheides musst du dich aus dem ALG-1 Bezug abmelden, damit ist der ALG1 Anspruch für die nächsten 4 Jahre gesichert.

      Zur freiberuflichen Tätigkeit und ALG1-Bezug:

      siehe §138 SGB III „Arbeitslosigkeit“
      – Arbeitslos ist, wer den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit)
      – eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf usw.

      Bei ALG1-Bezug ist auch eine Selbstständigkeit <15/h Woche meldepflichtig!

      Die angestrebte 18-monatige Selbstständigkeit muss (sollte) deshalb erst nach der Abmeldung aus dem ALG1-Bezug gestartet werden.

      Gruß
      Lars

      • Ok, hab heute noch den ALG-Antrag abgeschickt und warte dann jetzt auf Bescheid um sicher zu sein. Wie lange dauert denn sowas in der Regel?

        Wenn ich aber den Bescheid habe wird dann nicht direkt das ALG gezahlt oder kann ich das abwarten? Oder wird es dann nicht ausbezahlt weil man sich nach dem Erhalt des Bescheid direkt abmeldet von der AfA?

        Was würde passieren wenn ich meine Selbständige Tätigkeit schon vor Erhalt des Bescheids beginne?

        • Kohle gibt es immer erst am Monatsende. Wenn Du dich zwischenzeitlich abmeldest, dann halt anteilig. Wie lange der Bescheid braucht kann variiern, meist 1 – 4 Wochen. Wenn alles elektronisch und komplett vorliegt, dann eher schneller. Wenn per Papier und die Arbeitsbescheinigung muss erst beim AG angefordert werden, dann eher länger.

          Als Selbstständiger stehtst Du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, kannst also kein ALG1 beziehen! Daher erst nach dem Abmmelden formal selbstständig machen.
          Es spricht aber nichts dagegen dich schon ab Anfang August auf deine Selbstständigkeit vorzubereiten. Auch beim Kontakt zu deinem Vermittler kannste sagen, dass Du dabei bist dich selbstständig zu machen und der Bescheid nur eine Rückfallversicherung ist falls das mit der Selbstständigkeit doch in die Hose geht.

          • als kleine Ergänzung zu eSchorschs Kommentar:

            Wurde der ALG1-Antrag online gestellt, dann wäre bei Anmeldung in der Antragsübersicht der aktuelle Stand der Antragsbearbeitung ersichtlich.

            Gruß
            Lars

      • Vielen lieben Dank für die großartige Hilfe hier:

        Hab alles online gemacht und der Bearbeitungsstatus ist: „Antrag liegt zur Bearbeitung vor“

        Jetzt hoffe ich mal dass das AfA das schnell erledigen wird.

        Bringt es etwas vorab anzurufen und meinen Umstand zu erklären um das ganze vllt. zu beschleunigen oder rücken die den Bescheid dann eher langsamer raus weil denen sowas ein Dorn im Auge ist?

        • Moin TT Tom,

          wenn du es möchtest, kannst du gerne anrufen, aber ob das den Bearbeitungsprozess beschleunigt? Wenn alle benötigten Dokumente vorliegen, geht die Bearbeitung (wegen online-Anmeldung) recht zügig … ca. 3-7 Tage. Schau Anfang nächster Woche in die Antragsübersicht …

          Gruß
          Lars

  64. Hallo, ich bin es wieder, die Ganze Sache hat sich jetzt ne Weile hingezogen aber habe nun mein Anspruch auf das ALG1 bekommen. Jedoch wurde mir auch direkt das Geld für den August überwiesen, hatte also gar nicht die Möglichkeit den Bezug vorher abzumelden, die Agentur für Arbeit meinte aber auch man muss das ALG1 mindestens 1 Tag bezogen haben und dann hat man bis zu 4 Jahre den Anspruch darauf.

    Frage mich nur gerade ob das Rechtens ist das ich den Bezug erhalten habe für den einen Monat obwohl ich schon freiberuflich weiter arbeite? Habe jedoch noch keinen Umsatz/Gehalt gehabt für August, das kommt erst diesen Monat.
    Müsste ich also eigentlich das Geld zurück zahlen? Oder kann ich den ersten Bezug jetzt behalten, mich abmelden und habe dann weiterhin Anspruch auf 11 weitere Monate?

    Grüße TT Tom

  65. Hallo,
    Aufgrund von Corona gab es 2020 ja eine verlängerte Zahlung (+3 Monate) des Arbeitslosengeldes. Ich Frage mich, ob es auch Regelungen bezüglich der Verjährungsfrist gibt?
    Ich hatte Anspruch auf ALG 1 und habe ein Studium begonnen. Dieses hat sich aufgrund von Corona um 6 Monate verlängert. Darüber gibt es auch Nachweise.. nun sind allerdings die 4 Jahre abgelaufen. Gibt es irgendeine Möglichkeit, unter diesen Umständen doch noch einen Anspruch geltend zu machen?

  66. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Anspruch auf ALG1-Leistungen für 4 Jahre besteht, sofern er durch einen Bewilligungsbescheid der ARGE festgestellt wurde.

    Mein Arbeitsverhältnis endete mit Aufhebungsvertrag (ohne Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist) am 31.8.21 und die Auszahlung einer Abfindung wird am 31.01.22 erfolgen. Am 01.09.2021 habe ich mich arbeitslos gemeldet und am 27.09.21 einen Bewilligungsbescheid über einen Anspruchszeitraum von 720 Tagen erhalten. Wegen einer verhängten Ruhezeit von einem Jahr beginnt die Auszahlung von ALG1 erst am 01.09.2022.

    Ab wann beginnt die 4-Jahresfrist auf den festgestellten Anspruch? Beginnt die 4-Jahresfrist zum Tag der Arbeitslosmeldung (01.09.2021) oder zum Datum des Bewilligungsbescheid (27.09.21) oder erst mit der ersten Zahlung von ALG1 (01.09.22) nach Ablauf der Ruhezeit?

    Ich beabsichtige mich am 15.10.21 wieder bei der ARGE von der Arbeitslosigkeit abzumelden, um der Mitwirkungspflicht bei der Arbeitsvermittlung zu entgehen. In 2022 möchte ich neben meiner Abfindung keine weiteren steuerpflichtigen Einnahmen haben. Nach Mitteilung der KK werde ich in 2022 ca. 7.500,- EUR an KK-Beiträgen aus eigener Tasche zu zahlen haben. Da mein monatliches ALG1 ca. 2.500,- EUR beträgt, habe ich vor mich am 01.10.22 wieder arbeitslos zu melden, so dass sich im Jahr 2022 die Einnahmen aus ALG1 mit den Aufwendungen für KK-Beiträge aufheben und keine steuerpflichtigen Einnahmen neben den Abfindung entstehen. Ist diese Vorgehensweise praktikabel oder habe ich ggf. auftretende Probleme übersehen?

    Die bewilligte Anspruchsdauer von 720 Tagen wurde wegen der Sperre um 25% auf 540 Tage gekürzt. Werden beim Neuantrag auf ALG1 im Oktober 2022 von diesen 540 Tagen Anspruchsdauer auch die 45 Tage vom 01.09.21 bis 15.10.21 abgezogen (Zeit von Anmeldung bis Abmeldung der Arbeitslosigkeit), obwohl ich wegen der Sperre/Ruhezeit (laufen parallel bis 23.11.21) in diesen 45 Tagen gar keine Zahlungen erhalten habe?

    Vielen herzlichen Dank -leider ist die Thematik komplex.

    • Zu den Fragen:

      „Ab wann beginnt die 4-Jahresfrist auf den festgestellten Anspruch?“

      Siehe dazu Beitrag oben: §161 Abs.2 SGB III. Dort heisst es:

      „Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.“
      Und der Anspruch entsteht mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit.

      „Heben sich die Einnahmen aus ALG1 mit den Aufwendungen für KK-Beiträge aus steuerlicher Sicht auf?“
      Ja. Wenn es ansonsten keine weiteren Einkünfte gibt, hat der Bezug von ALG solange keine steuerlichen Auswirkungen, solange er unterhalb der Summe der Sonderausgaben liegt. Diesen Effekt habe ich in folgendem Beitrag beschrieben: https://der-privatier.com/kap-9-3-3-die-ruerup-strategie

      „Werden beim Neuantrag auf ALG1 von diesen 540 Tagen Anspruchsdauer auch die 45 Tage vom…abgezogen?“

      Für die 540 Tage besteht ein Anspruch auf ALG-Zahlung. Es werden also immer nur solche Tage angerechnet, für die auch tatsächlich ALG gezahlt wurde.

      Gruß, Der Privatier

  67. Eine Frage zu der an und abmelderei.

    Werde demnächst ALG1 beziehen, nach Dispojahr.
    Habe nebenbei eine Beratungsfirma eröffnet.
    Man darf ja 165 € unschädlich im Monat dazuverdienen..
    So weit so klar, aber.
    Was ist in der Zeit in der ich mich vom ALG1 Bezug abmelde?
    Da erwarte ich Einnahmen in der 5 bis 10k€ Ecke…
    Ist das dann egal, wenn man sich nach der Verdienst Phase wieder anmeldet

    • Moin Markus,

      „Was ist in der Zeit in der ich mich vom ALG1 Bezug abmelde?
      Da erwarte ich Einnahmen in der 5 bis 10k€ Ecke…
      Ist das dann egal, wenn man sich nach der Verdienst Phase wieder anmeldet“

      Ja, denn die „Deckelung“ bezieht sich auf den Zeitraum indem man ALG1 erhält. Die Anrechnung von Nebeneinkommen ist im §155 SGB III geregelt.

      https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__155.html

      Gruß
      Lars

    • Hi Markus!
      Wir machen wesentlich zu viele Reisen, um mit den 21 Kalendertagen Urlaubsanspruch auszukommen. Auch aus steuerlichen Gründen würde ich keinem Gelderwerb mehr nachgehen, aber als Begründung für unserer Abmeldungen schreibe ich auch nur ‚persönliche Gründe‘.
      Nur zu meinem Verständnis, du meldest dich arbeitslos/+suchend, planst aber Zeiten der Abmeldung, in welchen du beratend tätig wirst? Oder anders formuliert: Dein Verständnis ist, dass du durch die Abmeldung keine Meldepflicht des Nebenerwerbs besteht und auch das Jahreseinkommen nicht mit den 165 Euro monatlichem Freibetrag kollidiert?
      MbG
      Joerg

  68. Hallo,

    eine kurze Frage… Im Dezemer 2018 wurde mein Antrag auf Arbeitslosengeld bewilligt. Bis März 2019 bezog ich Alg1 und von April 2019 bis Mai 2021 war ich selbständig (in diesem Zeitraum habe ich keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung geleistet). Die Agentur für Arbeit hat meinen Antrag nun mit Hinweis auf Paragraph 141 und 142 SGB abgelehnt. Liegt hier nicht auch §161 Abs.2 SGB zugrunde? Viele Grüße Matthias

    • Moin Matthias,

      auf dem ersten Blick müsste der §161 Abs.2 SGB III greifen. Welche Absätze zum §§141; 142 hat die AfA als Begründung der Ablehnung benannt?

      Auf jeden Fall einen schriftlichen Einspruch einlegen (Einspruchsfrist beachten) und Kontakt zum SB der AfA aufnehmen zwecks Klärung des Sachverhalts.

      Gruß
      Lars

  69. Hallo zusammen, ich habe eine Frage zu dem oben beschriebenen Vorgehen. Ich habe mich für September 2019 arbeitslos gemeldet, bekam dafür am 15.8. einen Bescheid, allerdings mit einer 21tägigen Sperrzeit. Nach einer Woche Arbeitslosigkeit habe ich mich als Selbstständiger wieder vom ALG I abgemeldet (ohne eine Zahlung vom Amt zu beziehen) und bekam das bestätigt. Nun erst sehe ich, dass das Amt dabei wohl meinen gesamten Anspruch auf ALG I aufgehoben hat? Es heißt: die Entscheidung über die Bewilligung von ALG gem. § 136 SGB III wird ab 6.9.2019 aufgehoben. Grund: Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. Mir war dieser Satz damals komplett durchgegangen. Aber wie ist es möglich, dass der ganze Bescheid rückgängig gemacht werden kann? Oben heißt es doch, dass der Anspruch 4 Jahre gilt. Habe ich jetzt noch eine Chance, eine ALG I-Zahlung aus der Anwartschaft von damals zu erhalten? Danke für eure Hilfe voarb.

    • Keine Panik, Herr Lehmann
      -ist völlig i.O. so.
      Nicht Dein Anspruch wurde aufgehoben, sondern nur der Bescheid über die Zahlung von ALG nach Ablauf der Sperrzeit.
      Für den Restanspruch ist dann wieder ein neuer Antrag erforderlich und es ergeht ein neuer Bescheid.
      Behördendeutsch, bzw. Verwaltungshandeln, muss ja alles seine Ordnung haben…

      Grüsse
      ratatosk

      • Danke ratatosk für die beruhigenden Worte. Ich lasse mir das aber besser nochmal vom Amt bestätigen, weil ich die besagten Sätze erstmal anders verstehen würde, nämlich als Aufhebung der kompletten Bewilligung. Oder hast du genau diese Wortwahl auch zugesandt bekommen?

        Was mich auch irritiert: TT Tom schreibt etwas weiter oben: „Die Agentur für Arbeit meinte aber auch man muss das ALG1 mindestens 1 Tag bezogen haben und dann hat man bis zu 4 Jahre den Anspruch darauf.“ Ich habe ja wegen der Sperrfrist kein Geld bezogen – könnte das dann nicht auch auf mich zutreffen? Wobei ich diese Einschränkung nirgendwo in den Informationen des Arbeitsamt finde. Wenn es so wäre, wäre es maximal unverschämt.

        • Lass es Dir ruhig bestätigen, dabei kannst Du auch die Unsicherheit bzgl. des zukünftigen Alg-Bezuges nach Abmeldung während der Sperrzeit beseitigen.
          Eigentlich sollte das alles aus dem Aufhebungsbescheid, bzw. der zugehorigen Rechtsbehelfsbelehrung und dem Hinweis auf Paragraph 330 SGB III (Aufhebung von Verwaltungsakten) hervorgehen.
          Aber bevor Du Deine Unsicherheit über die ganze restliche Bestandszeit mitschleppst…

          Grüsse
          ratatosk

          • Das Amt hat mir vorhin bestätigt, dass ich noch meinen Restanspruch an ALG I habe. In der Tat also keine Panik und alles gut. Danke!

  70. Hallo,

    der Text ist sehr hilfreich.
    Kann einer bitte nochmal in einfachen Worten erklären, was man tun muss, um sich den Aspruch zu sichern ?
    1. Arbeitssuchend melden
    2. Persönlich arbeitslos melden, aber kein ALG beantragen ?! und Bescheid abwarten
    3. Abmelden ?!
    4. Nach zB 2 Jahren, ALG1 beantragen

    LIEBEN DANK.

    • @Jadon: ALG1 beantragen (inkludiert arbeitssuchend) und Bescheid abwarten. Dann wieder abmelden und bei Abmeldung >sechs Wochen innerhalb vier Jahren mit Bezug auf den genehmigten Bescheid wieder anmelden.
      MbG
      Joerg

      • Okay, also Ende Dezember persönlich arbeitslos melden und ALG1 beantragen, bis der Bescheid per Post kommt. Wie lange dauert es in etwa bis der Bescheid da ist?

        Dann wieder zur Arge und abmelden.

        Dann zB nach 3 Jahren mit dem Bescheid wieder anmelden. (Was ist mit den 6 Wochen ?)

        LG

        • Binnen 6 Wochen kann man sich wieder anmelden ohne einen neuen Antrag auszufüllen. Danach muss wieder ein neuer Antrag gestellt werden, der aber auf das alte Bemessungsentgelt zurückgreift.

          Bescheid dauert meist zwischen 1 – 4 Wochen. Wenn alle Dokumente gleich eingereicht werden eher kurz, wenn was fehlt eher länger.
          Das Abmelden geht auch ohne persönliche Vorsprache, z.B. im Onlinepartal.

      • Hinweis: Wenn die Arbeitslosigkeit direkt im Anschluss an eine endende Beschäftigung beantragt werden soll, wäre vorab eine Arbeitsuchendmeldung zu empfehlen: Sofort nach Erhalt der Kündigung/Aufhebung oder spätestens 3 Monate vor Ende des Arbeitsvertrages. Ansonsten droht eine Sperre wg. fehlender Meldung.

        Die Dauer der Bearbeitung eines ALG-Antrages hängt auch von der Vollständigkeit (und Zeitpunkt) der eingereichten Unterlagen ab.

        Erfolgt eine Abmeldung aus dem ALG-Bezug nur für einen kurzen Zeitraum von kleiner als 6 Wochen, so ist später kein neuer ALG-Antrag erforderlich. Bei einer längeren Pause hingegen doch.

        Gruß, Der Privatier

        • DANKE. Eigentlich muss der AN nur noch die „Arbeitgeberbescheinigung“ vom AG anfordern. Geht doch sicher auch per Mail. Den restlichen Unterlagen hat der AN schon.

          Also
          1. arbeitssuchend melden (früh genug, um Sperrfrist zu vermeiden)

          2. Anfang Dezember persönlich arbeitslos melden (vorher nötige Unterlagen zusammenbringen

          3. Dann sollte Ende Dezember der Bescheid für ALG 1 da sein. Bewilligung, dass man ALG1 bekommt.

          4. Anfang Januar abmelden (ALG1 bekommt der AN ab Januar) oder kann man in diesem Bspl. auch schon Ende Dezember abmelden ?

          5. In diesem Beispiel, will AN nach 6 Wochen wieder ALG 1 bekommen, also muss er den ALG Antrag später (zB Juni 2023) wieder stellen. Reichen, dann die alten Unterlagen oder muss er sich die Arbeitgeberbescheinigung im Juni 2023 erneut ausstellen lassen ?

          6. Der AN könnte theoretisch auch nur Januar beziehen und danach abmelden ? Dann könnte er in den nächsten 4 Jahren noch 11 Monate bekommen ?

          7. Lieben lieben Dank. Ich habe versucht es in der Reihenfolge zu schreiben, wie es sein soll, dann können Andere es später besser verstehen. Das ist dann hilfreich für alle. 🙂

          • 8. Ah ja, sagen wir der AN hat sich abgemeldet und damit den Anspruch für später (zB ab Juni 2023) reserviert / gesichert. Darf er einen Minijob ausüben, während der Zeit vor Beginn ? Also zB Minijob im Januar bis Mai 2023.

            Bei Teilzeit oder Vollzeit Arbeitsbeginn, auch wenn es nur ein Tag ist (zB 01.02.2022) erlischt der gesamte Anspruch ?!

          • 4. Man muß einen Tag arbeitlos sein. Es ist egal, ob man sich Ende Dezember mit Wirkung zum 2.1 abmelde oder ob man das erst am 2.1 macht. Nur wenn die Abmeldung rückwirkend sein soll, wird das Amt sehr quengelig wie ein Nutzer vor kurzem berichtete.

            5. die bereits vorliegenden Unterlagen reichen aus, es braucht nur einen neuen Antrag.

            6. ja

            8. natürlich darf man dann einen Minijob ausüben. Minijobs werden meist pauschal abgerechnet und erwirken daher keinen neuen Anspruch. SV-pflichtige Tätigkeiten erwirken i.d.R. nach 12 Monaten einen solch neuen Anspruch. Aber Achtung: wird ein solcher Job vom AN gekündigt besteht die Gefahr einer neuen Sperre wegen Arbeitsaufgabe https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1/

          • Spricht etwas dagegen, dass erst mal nur im Dezember ein Minijob ausgeübt wird ? Er erhält noch Gehalt vom AG. Und stellt Anfang Dezember den Antrag für ALG 1.

  71. Wenn der AN Anfang Dezember nun den Antrag auf ALG 1 stellt, wird die Arbeitsagentur fordern, dass man sich bewirbt, die Bewerbungsunterlagen an die Arbeitsagentur senden soll usw.
    Der AN will sich aber abmelden zum Neujahr, um eben unter anderem diese „Pflicht-Kooperation“ zu vermeiden.

    Wäre es empfehlenswert, dass der AN nach ALG1-Antragstellung der Mitarbeitern schreibt, dass er ehe vor hat vorerst zurückzutreten, um den Anspruch auf ALG1 für die Zukunft zu „reservieren“ ?

    • Ich würde da drei Fälle unterscheiden.

      Einen Fahrplan mit der zuständigen Leistungsabteilung absprechen: Da würde ich mit komplett offenen Karten spielen. Vorbildliches Beispiel Salida https://der-privatier.com/kap-9-agentur-fuer-arbeit/#comment-38810

      Bei der persönlichen AL-Meldung vor Ort (falls das gerade wieder notwendig ist), bei Kontakten mit der Telefonhotline oder formlosen Schreiben:
      Da würde ich nur die offizielle AL-Meldung abgeben und ansonsten pflichtschuldig mit den Hacken klacken. Was ich da vermeiden würde wären Aussagen wie zurücktreten. Da hätte ich immer das ungute Gefühl, dass der Gegenüber das missversteht und man den Antrag zurückziehen möchte.
      Wenn Du den Antrag elektronisch einreichst und Zugang zum Onlinesystem hat, dann könnte man sich da aber schon im Voraus zum 2.1.22 abmelden. Da sehe ich keine Fehlinterpretationsmöglichkeit.

      Beim Kontakt mit dem persönlichen Vermittler würde ich dann aber wieder die Karten auf den Tisch legen und sagen dass er ein netter Kerl ist und er es nicht persönlich nehmen soll, dass man sich jetzt für ein Jahr abmeldet.

      • Vielen Dank.

        Die Dame von der Arbeitsagentur hat dem AN noch einen weiteren Brief gesendet. Sie möchte mit dem AN reden. Ein Arbeitsuchender hat doch eigentlich keine Pflichten ?!

        Damit die Dame nicht weiter nervt, möchte der AN folgendes schreiben.
        1. Der AN möchte Antrag auf ALG1 stellen, danach soll der ALG1 Anspruch festgestellt und bescheinigt werden
        2. So schnell, wie möglich möchte sich der AN wieder abmelden.
        3. Bitte nicht missverstehen, dass der ALG1 Antrag zurückgezogen wird,
        sondern nur der Anspruch für die nächsten 4 Jahre gesichert wird.

        4. Also gibt es zur Zeit keine Gründe für ein Treffen oder Gespräch zwischen AN und Arge.
        5. Sie ist nett
        Mail Ende. Der AN könnte das eventuell auch telefonisch tun.

        Sollte ich das ihr so schreiben, oder was wäre zu empfehlen ?

        In Wirklichkeit ist die Dame dominant und hat eine laute, feste Stimme, aber es ist das Leben des AN und nicht ihrs; Zitat von Götz Werner, sinngemäß: „Warum soll man an der Garderobe des Arbeitgebers seinen Charakter, seine Meinung, seinen Geschmack etc. abgeben, um ihn dann nach Feierabend wieder aufzunehmen, bei allen anderen Dingen machen die Menschen, dass was sie möchten, nur bei ihrer Arbeit nicht.“ Man wird in der Arge eher in irgendeinen (schlechten) Job reingedrückt. Aber der AN sollte glücklich werden mit dem was er tut und nicht aus Angst arbeiten gehen.

        • Doch, ein Arbeitsuchernder hat Pflichten. Nachzulesen z.B. in §38 SGB3.

          Ich würde einen netten Plausch mit der Dame halten. Sei freundlich zu ihr und danke ihr, dass sie sich um dich kümmert. Stelle ihr in Aussicht, dass Du nicht lange auf der AL-Liste stehen wirst, da Du dich nach Erhalt des Bescheides wieder abmelden wirst und du ihr somit keine Arbeit machen wirst. Frage sie wie Du dich nun am besten verhalten sollst. Ich vermute, dass die Dame dann viel umgänglicher wird.

          PS: auch mein „Erstkontakt“ mit einem Vermittler war sehr bestimmend, die Neulinge sollen wohl beim ersten Kontakt gleich ordentlich eingenordet werden. Die nachfolgenden Kontakte mit dem persönlichen „Vermittler“ waren viel entspannter.

          PPS: alles was Du schreibst kann abgeheftet und später gegen dich verwendet werden, daher unterhalte dich mit der Dame

          • Okay. Danke, werde ich machen.

            1) Der AN möchte sich nun statt am 02.01.2022 einen Monat später 01.02.2022 abmelden, da er noch nicht alle Papiere zur Antragsstellung hat. Meint ihr die Agentur der Arbeit kann damit leben ?

            2) Ab März möchte der AN einen Minijob ausüben. Sagen wir mal der AN kündigt zum Ende September 2022 diesen Minijob und beantragt ab 01.2023 ALG 1; würde er eine Sperrzeit bekommen ? Wie lang wäre die ? Er hätte ja nun noch 11 Monate Recht auf ALG1 ?

            3) Krankenversicherung muss der AN ab Januar selbst zahlen. Sonst muss er nichts zahlen?
            Rentenversicherung könnte er zahlen ?! Würdet ihr das empfehlen, oder was hat das für Auswirkungen, wenn er zB ein Jahr keine Rentenversicherungsbeiträge zahlt ?

            Lieben Dank.

          • 1. Egal, sofern keine Fristen ablaufen.
            2. Minijob hat keine Auswirkungen
            3. Einzahlung GRV: ein eindeutiges Jein, bzw. kommt darauf an oder auch Geschmackssache. Ein ja wäre es für mich, wenn noch Beitragszeiten zu den 35 Jahren fehlen oder man damit Einkünfte parallel zur Abfindung ausgleichen will.

    • Hallo zusammen.
      Wünsche euch ein noch einen frohen 2. Weihnachtsfeiertag und hoffe ihr könnt mich beruhigen.
      Habe meinen Job zum 30.09. gekündigt bekommen und mich zum 01.10. arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet. Anfang 2022 erhalte ich eine große Abfindung.
      Meine Ansprüche wurden festgestellt aber durch Überprüfung der Sperrzeit verzögert. (Musste da erst Einspruch erheben, dem aber im Dezember dann voll entsprochen wurde). Jetzt hatte ich einen Änderungsbescheid in den Händen der aber dann wieder vom 01.10. Gültigkeit hatte und mir wurde für 720 Tage ALG1 zugesprochen. Nun wollte ich mich natürlich gleich wieder abmelden und habe gedacht, vielleicht geht das auch rückwirkend und habe aber zum 01.10. arbeitssuchend und arbeitslos abgemeldet Grund: freiberufliche Tätigkeit.
      Dem wurde entsprochen mit einem Aufhebungsbescheid der folgend lautet:
      „die Entscheidung über die Bewilligung von Arbeitslosengeld gem. § 136 SGB III wird ab 01.10.2021 aufgehoben.
      Grund: Aufnahme einer Beschäftigung“
      Rechtsgrundlage ist §§ 137 Abs. 1, 138 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) und § 48 Abs. 1 S. 2 des
      Zehnten Buches Sozialgesetzbuch i.V.m. § 330 Abs. 3 SGB III.
      …und ich muß natürlich das erhaltene ALG1 zurückzahlen.
      Nun meine Frage: Ich war ja nun „eigentlich“ keinen Tag arbeitslos. Gilt der letzte Bescheid dann trotzdem bis zu 4 Jahre oder habe ich einen Fehler begangen und sollte Einspruch erheben und mich erst ab 02.10.2021 abmelden?
      Und habe ich mit der Angabe freiberufliche Tätigkeit einen Fehler gemacht?
      Vielen Dank schon im voraus für eure Antworten und wünsche euch einen guten Rutsch.
      Der Privatier.com war mir von Anfang an eine super Hilfe und auch das E-book habe ich mit Begeisterung gelesen.

      • Moin MichaNH,

        die von dir zitierten § lehnen eine AL ab, (es liegt keine AL-Voraussetzung vor), da eine nahtlose Weiterbeschäftigung (Job Neuaufnahme am 01.10.2021) vorliegt.
        Der §48 SGB X hebt den Verwaltungsakt auf.

        eine Frage hierzu:
        Beträgt die freiberufliche Beschäftigung 15h pro Woche beträgt, ist der ALG1 Anspruch/Anspruchsdauer nicht verloren (Stichwort Dispositionsjahr). Wenn du die Selbstständigkeit z.B. Ende August/Anfang September 2022 beendest und du meldest dich zum 01.10.2022 (oder 02.10.2022 … +1 Tag = Vorsichtsmaßnahme) AL, dann würdest du die Voraussetzungen nach §§137, 138 SGB III erfüllen.

        Gruß
        Lars

        Tipp: Nutze zur Vorgehensweise die Möglichkeit einer AfA-Beratung, damit die ALG1-Anspruchsdauer nicht gekürzt wird.

        • Moin MichaNH,

          da ist was verlorengegangen …

          deswegen noch einmal die Frage:

          Beträgt die freiberufliche Beschäftigung < 15 Stunden die Woche? Wenn ja, dann liegt eine Voraussetzung für ALG1 vor.

          §138 Abs.3 SGB III "Arbeitslosigkeit"

          (3) Die Ausübung einer Beschäftigung, selbständigen Tätigkeit, Tätigkeit als mithelfende Familienangehörige oder mithelfender Familienangehöriger (Erwerbstätigkeit) schließt die Beschäftigungslosigkeit nicht aus, wenn die Arbeits- oder Tätigkeitszeit (Arbeitszeit) weniger als 15 Stunden wöchentlich umfasst; gelegentliche Abweichungen von geringer Dauer bleiben unberücksichtigt. Die Arbeitszeiten mehrerer Erwerbstätigkeiten werden zusammengerechnet.

          Gruß
          Lars

          • Hallo Lars,

            ja, auf jedenfall < 15 Stunden die Woche, wenn überhaupt 😉

            Gruß Micha

          • Ok, micha, dann stelle das im Gespräch mit der/dem AfA SB klar, dass die freiberufliche Tätigkeit (kleiner) <15h pro Woche beträgt, denn dann wäre (siehe weiter oben) der Grund im Aufhebungsbescheid: "Aufnahme einer Beschäftigung" nicht richtig.

            Gruß
            Lars

        • Hallo Lars,
          ich habe eigentlich nicht vor zu arbeiten, denn Abfindung in 2022 und ALG1 sind kontraproduktiv;).
          Ich rufe da morgen gleich an, denn die nette Dame vom Arbeitsamt hatte mir das vorgeschlagen so zu lassen, also 01.10. ich lasse mich dann von ihr beraten und spiele mit offenen Karten, denn ich habe 45 Jahre gearbeitet und nun will ich erst noch meinen Kindern mit ihren Enkeln helfen, die einen größeren Umzug vor sich haben. (Aus dem Ausland).
          Ich werde da wohl nun Einspruch erheben müssen denke ich und die Abmeldung erst zum 03.10 wirksam zu machen. Denke es ist noch nicht zu spät.
          Denke mein rumdrucksen mit der freiberuflichen Tätigkeit war nicht das gelbe vom Ei.
          lg michaNH

          • Ja, das ist wirklich das Beste, … puh, … die Angabe zur freiberuflichen Tätigkeit war wirklich nicht das Gelbe vom Ei, zumal nun der ALG1-Bescheid aufgehoben wurde.

            Gruß
            Lars

  72. Hab nach weniger als 2 Jahren Zwischenbeschäftigung ALG-Antrag gestellt. Und – wie erwartet und gewollt – genau die Hohe bewilligt bekommen, die ich im ALG-Bezug direkt vor dieser Tätigkeit von weniger als 2 Jahrene hatte.
    Da ich aber schon nach wenigen Tagen Unterbrechnung wieder eine neue Tätigkeit begonnen habe, bezieht sich der ALG-Bewilligungs-Bescheid jetzt auch nur auf diesen Zeitraum. Ist ja logisch. Aber: hat dieser Anspruch jetzt auch 4 Jahre Bestand, wenn ich erneut auf ALG zurückgreifen muss. Mein neuer Arebitsvertrag läuft auch nach etwas weniger als 2 Jahren aus. Und dann würde ich wieder einen neuen ALG-Antrag stellen und hoffe wieder auf die gleiche Anspruchshöhe, das die Zwischenbeschäftigung ja wiederum weniger als 2 Jahre betrug.
    Leider steht in dem neuen Bescheid nicht drin, wie lange die Anspruchsdauer prinzipiell gewesen wäre (24 Monate: 24 Monate schon vom vorherigen Anspruch – 2 Monate in 2019 erhalten + 6 Monate neuer Anspruch in durch Zwischenbeschäftzigung>12 Monate = 24 Monate durch Alter von 60 maximal). Hab ich mir das hoffentlich jetzt nicht verwirkt, weil ich so schnell die neue Tätigkeit aufgenommen und auch schon angegeben habe?
    Danke für eine hilfreiche Antwort!

    • Moin Renate,

      „Leider steht in dem neuen Bescheid nicht drin, wie lange die Anspruchsdauer prinzipiell gewesen wäre (24 Monate: 24 Monate schon vom vorherigen Anspruch – 2 Monate in 2019 erhalten + 6 Monate neuer Anspruch in durch Zwischenbeschäftzigung>12 Monate = 24 Monate durch Alter von 60 maximal).“

      Frage:
      Wurde im Zeitraum zwischen den Zwischenbeschäftigungen Nr.1 und Nr.2 kurzfristig wieder ALG1 bezogen?

      „Hab ich mir das hoffentlich jetzt nicht verwirkt, weil ich so schnell die neue Tätigkeit aufgenommen und auch schon angegeben habe?“

      Ich empfehle nächste Woche ein Telefonat bei der/dem SB (AfA) zu führen und noch einmal den Sachverhalt darzulegen, dito evt. Querverweis auf den §151 Abs.4 SGB III „Bemessungsentgelt“ und insbesondere !!! mit Verknüpfung zum § 147 Abs.4 SGB III „Grundsatz“:

      §147 Abs.4 SGB III
      (4) Die Dauer des Anspruchs verlängert sich um die Restdauer des wegen Entstehung eines neuen Anspruchs erloschenen Anspruchs, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind; sie verlängert sich längstens bis zu der dem Lebensalter der oder des Arbeitslosen zugeordneten Höchstdauer.

      Der jetzige (neue) ALG1-Bewilligungsbescheid sollte deshalb unbedingt abgeändert werden. (mit entsprechend richtiger max. Bezugsdauer)

      Gruß
      Lars

      PS: bei einer sozialversicherungspflichtigen Zwischenbeschäftigungdauer von:
      12 Monaten = neu erwirkte ALG1 Anspruchsdauer + 6 Monate
      16 Monaten = neu erwirkte ALG1 Anspruchsdauer + 8 Monate
      23 Monaten = neu erwirkte ALG1 Anspruchsdauer + 10 Monate

    • Die Antwort hängt davon ab, über welchen Zeitraum die erste Zwischenbeschäftigung ausgeübt worden ist:
      * Wenn die Zwischenbeschäftigung kürzer als 12 Monate war, so ist in dieser Zeit kein neuer ALG-Anspruch entstanden. Der daraufhin erstellte Bescheid ist somit lediglich die Fortführung des alten (Rest-)Anspruches.
      * War die Zwischenbeschäftigung jedoch länger als 12 Monate, so ist ein neuer Anspruch entstanden. Durch den Bestandsschutz wird dabei die Höhe garantiert und der alte Restanspruch wird mit dem neu erworbenen Anspruch verrechnet. Danach erlischt der alte Anspruch vollständig mit allen Rechten und Pflichten. Der neue Anspruch ist dann aber mit denselben Rechten, Pflichten und Folgen verbunden, wie sonst auch. D.h. auch die 4-Jahresfrist gilt wieder. Vom Beginn des neuen Anspruches an gerechnet.

      Gruß, Der Privatier

  73. Lieber Privatier, superschnelle Antwort- Danke! Mein Fall ist genauso wie von Dir beschrieben. Nach 23 Monaten ZwischenBeschäftigung ist ein neuer Anspruch entstanden. Aber im Bewilligungsbescheid werden nur 7 Tage betrachtet, für die ich das ALG auch erhalten habe, in der Höhe des alten Bestandsschutzes. Aber der neue Bescheid erstreckt sich nur über diese wenigen Tage, weil ich gleich wieder die Aufnahme der neuen Tätigkeit gemeldet habe. So habe ich aber eben leider keinen Bescheid über die mir insgesamt doch zustehende Bezugsdauer von 24 Monaten bekommen. Soll ich das besser nochmal anfordern, wie der zweite Kommentator schrieb? Oder ist das nicht nötig, weil selbstverständlich per Gesetz bzw. VO geregelt? Mein alter Anspruch vor der letzten Zwischentätigkeit war 24 Monate minus zwei, die schon in Anspruch genommen wurden. Dazu der neu erworbene Anspruch von 6 Monaten ergäbe wieder mehr als, am Ende also genau 24 Monate, das müsste doch unstrittig sein, zusammen mit der 4-Jahesfrist. Ich möchte in weniger als 2 Jahren erneut darauf zurück greifen, in alter Bestandshöhe.
    Danke nochmal – und zuvor noch ein paar beschauliche weihnachtliche Stunden!
    VG Renate

    • „Soll ich das besser nochmal anfordern?“

      Ich halte es eigentlich nicht für erforderlich, aber ein Telefonat zur Bestätigung der korrekten Berechnung würde ja vielleicht bereits ausreichen.

      Gruß, Der Privatier

  74. Guten Abend,
    hat jemand eine Ahnung, wie es sich verhält, wenn man Krankengeld bezieht, der Arzt empfiehlt, man solle sich einen neuen Job suchen und im Krankengeldbezug eine Abfindungsvereinbarung ohne Einhaltung der Kündigungsfrist unterschreibt.

    Sollte ich bereits während des Krankengeldes die Arbeitsagentur informieren?
    Wird die Abfindung auf das Krankengeld angerechnet?
    Wenn ich Krankengeld beziehe und währenddessen vom Arbeitgeber abgemeldet werde, muss ich mich dann freiwillig gesetzlich krankenversichern und wird dann die Abfindung zur Berechnung der Beitragshöhe herangezogen?

    Fragen über Fragen, hoffe auf Hilfe und bedanke mich bereits herzlich dafür.

    • Zunächst einmal ist zu bedenken, dass eine Arbeitslosmeldung (und ALG-Bezug) voraussetzt, dass man arbeitsfähig ist. Wer arbeitsunfähig ist, kann sich nicht arbeitslos melden.
      Insofern könnte man höchstens eine Arbeitsuchendmeldung vornehmen und diese dann zu einer Beratung/Abstimmung mit der Agentur für das weitere Vorgehen nutzen.
      Dabei sollte dann in erster Linie die Frage nach einer möglichen Sperrzeit geklärt werden. Wenn gesundheitliche Gründe ausschlaggebend für das Beenden des Arbeitsverhältnisses waren, sollte die Agentur in der Regel von einer Sperre absehen. Die gesundheitlichen Gründe sollten aber gut nachgewiesen werden und es gibt immer einen gewissen Ermessenspielraum der Agentur.

      Bitte dabei unterscheiden: Eine Sperre gibt es wg. der Mitwirkung am Verlust des Arbeitsplatzes (außer bei wichtigen Gründen). Eine Ruhezeit hingegen gibt es bei der Zahlung einer Abfindung und Nichteinhaltung der Kündigungsfrist (völlig unanhängig von den Gründen).

      Die Abfindung hat auf das Krankengeld keinen Einfluss (eine Sperre hingegen würde auch das Krankengeld sperren).
      Die Abfindung kann aber sehr wohl bei den Beiträgen zur freiwilligen KV Auswirkungen haben. Mehr dazu im Beitrag: https://der-privatier.com/abfindung-und-ruhezeit/

      Gruß, Der Privatier

  75. Hallo,

    ich habe nun den Bewilligungsbescheid von der Bundesagentur für Arbeit postalisch bekommen.
    Dort steht drin
    Leistungsart „Arbeitslosengeld §136 SGB3“ Anspruchsbeginn 01.01.22, Anspruchsdauer 360 Tage.
    Von 01.01.2022 bis 31.12.2022, Leistungsbetrag täglich XX Euro.

    1) Kann ich mich nun getrost abmelden (online/persönlich) und habe mir den Anspruch für die nächsten 4 Jahre reserviert ?-

    2) Online gibt es unter Menü (oben rechts) den Punkt Veränderungmelden -> Sonstiges -> Sonstige Abmeldung. Das wäre richtig zum abmelden bzw reserviert lassen ?

    3) Da kann man dann einmal den Termin, wann man sich abmelden möchte und bis wann man sich abmelden möchte, ist das bis wann man sich abmeldet so wichtig ? Das weiß ich gar nicht genau, kann ich da erst mal 06.2023 eingeben und mich aber dennoch früher anmelden, falls gewünscht ?

    4) Das Textfeld „Grund“ lasse ich frei, ist das ok ?

    5) Dann steht da noch: „Ich bin bei der Agentur für Arbeit gemeldet als Kundin oder Kunde der: *

    Arbeitsvermittlung, EHER DAS HIER?!
    Berufsberatung

    6) Dann als letztes: „Den Termin am 10.01.2022 nehme ich wahr“ Da kreuze ich dann einfach nein an, wegen Abmeldung

    • @Jadon

      hier die Antworten:
      1.) ja
      2.) ja
      3.) das „bis“ kann man frei lassen
      4.) OK
      5.) ja, Arbeitsvermittlung
      6.) „nein“ ist OK

      Schöne Grüße

      Bruno

      • Danke.

        Nun habe ich es wie oben beschrieben getan und habe Post bekommen
        ——————-
        Sehr geehrter Herr…
        die Entscheidung über die Bewilligung von Arbeitslosengeld gem. § 136 SGB III wird ab 04.01.2022 aufgehoben.
        Grund: Aufnahme einer Beschäftigung
        Rechtsgrundlage ist §§ 137 Abs. 1, 138 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) und § 48 Abs. 1 S. 2 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch i.V.m. § 330 Abs. 3 SGB III.

        Rechtsbehelfsbelehrung
        Gegen diesen Verwaltungsakt können Sie innerhalb eines Monats nach seiner Bekanntgabe schriftlich oder zur
        Niederschrift Widerspruch bei der im Dokumentenkopf genannten Agentur für Arbeit einlegen.
        ———————

        Ich habe keine Beschäftigung aufgenommen, muss ich nun Widerspruch einlegen ? Ich wollte den ALG1-Anspruch reservieren, für die nächsten 4 Jahre.

        • Nein, alles OK. Das Amt hat Dir nur per Bescheid mitgeteil, dass Du ab 4.1.22 wunschgemäß kein ALG1 mehr kriegst. Das ALG1 für die ersten 3 Tage des Jahres wird dir Ende Januar ausgezahlt. Den Rest des Anspruchs kannst Du in den nächsten 4 Jahren verballern.

          Du hast sicher das Textfeld der Abmeldung leer gelassen, also nehmen die an, dass Du einen neuen Job hast. Hätteste da „mein Papagei ist krank“ geschrieben, dann würde „Erkrankung eines Haustieres“ als Grund im Abmeldungsbescheid stehen 😉

          • Leer lassen konnte man es nicht, es war ein Pflichtfeld. Ich glaube ich habe drei Striche eingetragen.

          • Leer lassen konnte man es nicht, es war ein Pflichtfeld. Ich glaube ich habe drei Striche eingetragen.
            Sollte ich das lieber klären und denen mitteilen, dass ich keine Beschäftigung ausübe, außer Minijob oder ist das eigentlich irrelevant.

          • Okay. Danke. Wird nun der Krankenkassenbeitrag im Januar auch von der Bundesagentur gezahlt, oder nur der Rentenbeitrag ?

            Sonst hatte ich vor den KK-Beitrag selbst zu überweisen.

          • Ab 4.1.22 biste selbst für die KV verantwortlich, es sein denn Du meldest dich in weniger als 4 Wochen wieder bei der AfA an.

  76. Guten Abend,

    ich habe auch eine Frage zum An- bzw. Abmelden.

    Aktuell beziehe ich noch ein paar Monate ALG 1. Leider kann ich erst Ende 2022 mit Abzügen Rente beziehen. Nun habe ich evtl. die Möglichkeit einen Job anzutreten, bei dem ich mir aber nicht sicher bin, ob die Tätigkeit zu mir passt und der auch schlechter dotiert ist als mein aktuelles ALG 1. Bei der Agentur sagte man mir, wenn man eine Tätigkeit selbst kündigt, dass dann eine 3monatige Sperre eintritt und mein Restanspruch ALG 1 dann mehr oder weniger verfallen sei. Auf meine Frage, ob ich mich vom ALG-Bezug abmelden könne, wurde mir gesagt, dass sei nur VOR Inanspruchnahme möglich, aber nicht während dem laufenden Bezug. Bin jetzt etwas irritiert, da man mir vor einiger Zeit sagte, ich könne mich jederzeit abmelden und der Restanspruch bliebe dann 2 Jahre bestehen.

    Weiß jemand, was nun richtig ist? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Ich möchte ungern meinen Restanspruch verlieren.

    Herzlichen Dank im voraus.

    • Moin Klein Erna,

      „Bei der Agentur sagte man mir, wenn man eine Tätigkeit selbst kündigt, dass dann eine 3monatige Sperre eintritt und mein Restanspruch ALG 1 dann mehr oder weniger verfallen sei.“

      Ja, bei einer Eigenkündigung verhängt die AfA entsprechende Sanktionen (3 Monate Sperre) … und ein eventueller Verfall des Restanspruches kann eintreten … (hängt von der Dauer des Restanspruches ab.)

      “ evt. angestrebte Zwischenbeschäftigung“
      Kündigt dich der AG (in oder nach der Probezeit) und es liegt kein versicherungswidriges Verhalten vor, wird keine Sperrzeit verhängt.

      „Auf meine Frage, ob ich mich vom ALG-Bezug abmelden könne, wurde mir gesagt, dass sei nur VOR Inanspruchnahme möglich, aber nicht während dem laufenden Bezug. Bin jetzt etwas irritiert, da man mir vor einiger Zeit sagte, ich könne mich jederzeit abmelden und der Restanspruch bliebe dann 2 Jahre bestehen.“

      Die Aussage der AfA stimmt so nicht. (§161 Abs.2 SGB III) … siehe ganz oben in der Einleitung vom Privatier der zitierte Abs.2:

      (2) Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.

      Gruß
      Lars

    • “ Auf meine Frage, ob ich mich vom ALG-Bezug abmelden könne, wurde mir gesagt, dass sei nur VOR Inanspruchnahme möglich, aber nicht während dem laufenden Bezug. „

      Ich verstehe hier weder den Sinn der Frage, noch die Antwort…

      Einerseits: Wenn ein neuer Job begonnen wird, muss man sich vom ALG-Bezug abmelden. Da gibt es keine Wahlmöglichkeit.
      Andererseits: Eine Sperre bei Eigenkündigung gibt es auf jeden Fall, dagegen hilft auch keine Abmeldung.

      Die Aussage, dass eine Abmeldung nur VOR der Inanspruchnahme (des ALG, nehme ich an) möglich sei, ergibt für mich keinen Sinn. Gerade während eines ALG-Bezuges kann man sich jederzeit auch wieder abmelden.

      Gruß, Der Privatier

      • Herzlichen Dank für die Antworten.

        Ich hatte das dann wohl missverstanden, ich dachte wenn ich mich zunächst ohne neuen Job abmelde und dann während der abgemeldeten Zeit einen Job anfange, könnte ich die evtl. Sperrzeit abwenden.

        Aber jetzt habe ich es verstanden, vielen Dank noch mal. Ich bin immer wieder begeistert und werde weiter folgen.

        Gruß, Klein Erna

  77. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ich wohne momentan in Neuseeland, aber moechte bzw. muss evtl. bald wieder nach Deutschland zurueck kommen. Um besser planen zu koennen, haette einige Fragen zum Arbeitslosengeld und hoffe das Sie mir damit etwas weiter helfen können:

    28.02.18 letzter Arbeitstag in Deutschland
    10.03.18 nach Neuseeland gereist (Working Holiday Visum)
    28.03.19 zurück in Deutschland
    23.04.19 Arbeitslos gemeldet
    10.06.19 wieder nach Neuseeland gereist (Partnervisum / Arbeitsvisum)

    304 Tage Restanspruch
    Arbeitslosengeld 4 Jahre gültig

    Falls ich das richtig gelesen habe, muss der der Anspruch nur innerhalb der vier Jahre geltend gemacht (also angemeldet) werden. Er kann aber durchaus über den vier Jahreszeitraum hinaus aufgebraucht werden.

    Koennen Sie bitte bestaetigen, ob dieses koerrekt ist und falls ja, was die genauen Bedingungen in meinem Fall sind?

    – Ab wann genau zählen die vier Jahre – ab Datum der offiziellen Arbeitslosigkeit (28.02.18) oder ab wenn ich das erste mal Arbeitslosengeld bezogen habe (23.04.19)?
    – Bis zu welchem Datum muss ich wieder zurück in Deutschland sein um meinen Restbetrag in Anspruch nehmen zu koennen?
    – Bis zu welchem Datum koennte ich dann das Arbeitslosengeld beziehen? Oder waere das bis ich einen neuen Job gefunden habe bzw. the 304 Tage abgelaufen sind?
    – Da ich mich nach meiner Rückkehr in Deutschland evtl für 14 Tage isolieren muss, würde ich es ggf. nicht rechtzeitig vor Ablauf der Frist persönlich ins Amt schaffen. Könnte ich in diesem Fall mein Arbeitslosengeld rechtsgültig online oder per Telefon beantragen?

    Ich freue mich bald von Ihnen zu hören.

    Mit freundlichen Greussen,
    Jackie

    • Ich habe den Eindruck, dass die obigen Angaben zum Zeitablauf entweder lücken- oder fehlerhaft sind. Denn zwischen dem letzten Arbeitstag und dem Tag der Arbeitslosmeldung liegt mehr als ein Jahr und im Jahr 2019 hätte das den Verlust des ALG-Anspruches bedeutet.

      Dies galt zumindest für Tätigkeiten in Deutschland. Falls hier (nicht erwähnte) Ansprüche aus dem Auslandsaufenthalt berücksichtigt worden sein sollten, so kann ich dazu keine Auskünfte geben: Keine Auskünfte zu Auslandsfragen!

      Gruß, Der Privatier

  78. Danke für die Informationen und Tipps auf dieser Seite ….
    Ich hatte 2020 meinen ALG I – 12 Monate + 3 Monate Verlängerung aufgrund der Corona-/bzw. Lockdownsituation – in Anspruch nehmen müssen.
    War dazwischen 2 Monate ohne Beschäftigung – und dann etwas über 13 Monate in Anstellung mit niedrigerem Gehalt und etwas weniger Stunden.
    Nun wurde mir ALG I ca. in Höhe des Anspruchs von 2020 gewährt – aber nur für 8 Monate.
    Mir ist nicht klar warum. Ich dachte nach 12 Monate Versicherungsdauer erwirbt man Anspruch für neue 12 Monate. Dazu kommt dass ich zwischenzeitlich 50 geworden bin.
    Danke, falls spontan etwas dazu bekannt sein sein sollte.
    Wäre schön.

  79. Hallo Privatier,
    Hallo zusammen,

    Ich habe nach dem Dispositionsjahr ca. 2 Monate Arbeitslosengeld erhalten und war dann im Mutterschutz. Direkt im Anschluss war ich dann ca. 22 Monate in Elternzeit (leider nur Mindestbetrag von 150 € monatl. erhalten da ich 12 Monate vor Geburt bereits im Dispojahr war und somit kein Gehalt angerechnetwerden konnte).
    Nun endet morgen meine Elternzeit und ich möchte direkt das restliche Arbeitslosengeld beanspruchen. Werde heute noch online den Antrag mit Verweis auf den damaligen Bescheid stellen. Muss ich noch was tun oder ist das ausreichend? Mein Bescheid war damals noch ohne Kind also 60% vom Gehalt jetzt hab ich ein Kind. Wird das neu berechnet und wenn ja dann auf Basis/Grundlage meines vorherigen Verdienstes? Oder kann das nachteilig sein? Soll/muss ich das Kind nun mit angeben? Habe noch keinen Betreuungsplatz umd will ehrlich gesagt die restlichen 10 Monate Arbeitslosengeld ausschöpfen. Wie sollte ich da am besten vorgehen?
    Danke und VG, Leni

    • „Werde heute noch online den Antrag mit Verweis auf den damaligen Bescheid stellen.“

      Das ist genau der richtige Weg. Wichtig dabei ist der Hinweis auf den alten Bescheid.

      Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich Zweifel habe, ob der alte Bescheid noch viel helfen wird. Um das zu beurteilen, sind die angegebenen Daten aber zu ungenau.

      Die 22 Monate Elterngeld zählen als versicherungspflichtige Zeiten und begründen daher einen neuen Anspruch auf ALG mit einer Dauer von 6 Monaten. Die Höhe würde wahrscheinlich fiktiv bemessen, da in den 2 Jahren vor ALG-Zahlung weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorlagen.
      Aber da gibt es ja noch den Bestandsschutz, der auf den alten Bescheid zurückgreifen könnte. Dazu müsste allerdings innerhalb der 2 Jahre vor dem neuen ALG-Beginn noch ALG nach dem alten Bescheid bezogen worden sein. Ist das so? Bitte einmal anhand der alten Unterlagen prüfen!
      Falls das passen sollte, muss das neue Bemessungsentgelt mindestens in der Höhe des alten Bescheides festgestellt werden. Und vom Bemessungsentgelt werden dann die üblichen Abzüge abgerechnet. Kind und evtl. andere Steuerklasse werden dabei berücksichtigt. Mehr zur Berechnung im Beitrag: Alles im Rahmen.
      Passt das mit den Daten allerdings nicht, kommt der Bestandsschutz nicht zum Tragen und es wird zu einer fiktiven Bemessung kommen. (s. Beitrag: Fiktive Bemessung).

      Aber es gibt auch noch eine gute Nachricht: Zu den 6 Monaten des neuen Anspruches kommen dann noch die 10 Monate Restanspruch des alten Anspruches. Allerdings wird die Summe auf das Maximum des entsprechenden Alters gekürzt. Dies dürfte wahrscheinlich bei 12 Monaten liegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für die schnelle Antwort. Also konkret war das so:
        31. Dezember 2018 letzter Arbeitstag nach Aufhebungsvertrag,
        Januar 2019 Abfindung ausgezahlt bekommen,
        Januar 2019 neuen Job angetreten, dann Mitte Februar 2019 selbst gekündigt,
        Februar 2020 genau ein Jahr später arbeitslos gemeldet,
        April 2020 bis Juni 2020 Mutterschaftsgeld bekommen,
        direkt im Anschluss Juni 2020 bis einschließlich heute 17.02.2022 Elterngeld erhalten.
        Heute online arbeitslos gemeldet mit Beginn morgen 18.02.2022.
        Habe mich aber nicht arbeitssuchend gemeldet, sondern direkt Arbeitslosengeld beantragt und in irgendeinem Feld (wo man Zeiten angibt) auf den alten Bescheid verwiesen.
        Keine Ahnung ob das jetzt so durchgeht, ich also ab morgen erst mal offiziell arbeitslos gemeldet bin, aber ich wollte diesen Antrag schnell noch raushauen damit ich nahtlos krankenversichert, rentenversichert etc. bin und den restlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen kann. Die Unterlagen die sie von mir benötigen werde ich die Tage hochladen. Sollte ich noch etwas beachten?
        Danke schon mal!

    • Moin Leni,

      von mir noch folgender Hinweis/Ergänzung:

      „Habe noch keinen Betreuungsplatz umd will ehrlich gesagt die restlichen 10 Monate Arbeitslosengeld ausschöpfen. “

      Betreffs … „kein“ Betreuungsplatz … noch folgendes bitte beachten:
      Um den ALG1 (Rest und/oder Neu) Anspruch zu erwirken, muss man min.15 Stunden/Woche dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Ist das nicht möglich, kann kein Anspruch auf ALG1 geltend gemacht werden.

      Gruß
      Lars

      • Hallo Lars,
        kann ich, sobald ich einen Betreuungsplatz habe. Kind ist für die Krippe/Kindergarten angemeldet aber biher kein Platz und die Vergabe für dieses Jahr ab September wird im April bekannt gegeben. Ob wir dann einen Platz bekommen steht noch in den Sternen. Ansonsten kann ich arbeiten sobald mein Kind schläft, also wenn der Arbeitgeber flexibel ist, ist es meinerseits möglich mind. 15 Std. die Woche zur Verfügung zu stehen. Aber k.A. wie sich das das Arbeitsamt vorstellt. Zu Corona Zeiten einen Kitaplatz zu bekommen scheint fast unmöglich zu sein, jedenfalls suchen viele Mütter aus meinem Bekanntenkreis einen Betreuungsplatz.
        Wie kann ich denn hierzu am besten vorgehen?

        • Hallo nochmal,
          ich habe eben beim Arbeitsamt angerufen, da ich nicht sicher war ob nun mein Online Antrag vorliegt oder ob ich noch etwas tun muss damit ich ab heute auch wirklich arbeitslos gemeldet bin. Die Dame hat mich jetzt telefonisch arbeitslos gemeldet sagte mir aber (und das irritiert mich gerade ziemlich), dass ich unverzüglich persönlich vorbei kommen muss da ich sonst kein Arbeitslosengeld erhalte bzw. erst ab dem persönlichen Erscheinen beim Amt mir Arbeitslosengeld zusteht. Sie hat mir gesagt, dass ich das Arbeitsfeld für die Tage an denen ich nicht vorstellig war nicht gezahlt werden also futsch ist. Ich werde am Montag persönlich hingehen, da die nur von 8 bis 10 Uhr geöffnet haben und es heute somit nicht mehr möglich ist. Aber kann es sein, dass ich jetzt für heute, morgen und Sonntag kein Geld sehe, also es mir auch nicht später ausgezahlt wird? Wären ca. 70€ pro Tag die ich nicht mehr bekomme solange ich da nicht persönlich vor Ort war. Kann das sein?
          Danke und viele Grüße, Leni

          • Hallo Leni,

            seit dem 01.01.2022 kann man die persönliche Vorstellung bei der AfA durch die Onlinemeldung mittels Personalausweis ersetzten. Dazu muß jedoch die Onlinefunktion freigeschaltet sein und das Paßwort verfügbar sein.

            Sollte dies nicht möglich sein:
            – ich glaube, es gibt einen Zeitraum von 3 Tagen, in denen Du dich persönlich vorstellen mußt
            – ein späterer Beginn des ALG-1 bedeutet nicht den Verlust des Geldes, nur die Verschiebung der Zahlung. Der Zeitraum beginnt dann eben ein paar Tage später.

            Gruß

            Bruno

          • Danke Bruno, muss ich mal die Unterlagen durchsuchen, kann mich dran erinnern dass ich 2015 als ich mein Perso erneuert hab diese online Funktion bekommen hab, aber nie genutzt. Wenn ich die Unterlagen nicht finde oder es online nicht klappt bin ich halt am Montag um 8 Uhr beim Amt. Da herrscht 2G. Mal sehen ob ich reingehe oder es beim Notschalter für ungeimpfte schneller geht.
            Ach ja, hatte keine Antwortfunktion unter deinem Post daher so

          • Hallo Bruno, danke noch mal für den Hinweis mit der online Anmeldung mittels Personalausweis. Ich habe die Unterlagen hierfür tatsächlich heute gefunden und mich jetzt noch mal online Arbeitslos gemeldet. Ich konnte dafür aber nicht den 18.02 wählen, es ging nur ab heute. Komischerweise habe ich trotz Telefonat mit dem Amt gestern keine andere Anmeldung von gestern in meinem Portalbereich gesehen. Nur den Antrag auf Arbeitslosengeld ab 18.02 den ich am 17.02 online beantragt hatte. Hm, jedenfalls machdem ich mich online Arbeitslos mittels Perso ab heute angemeldet habe wäre der nächste Schritt Arbeitslosengeld zu beantragen. Hab ich jetzt nicht noch mal gemacht da ich das ja bereits getan hab.
            Hab ich jetzt wg. dem einen Tag nachteile? Sonst wäre ich ja erst am Montag beim Amt aufgeschlagen. Soll ichcda dennoch hin oder dürfte nun ein Telefonat genügen?
            Danke nochmals im voraus.
            LG Leni

          • @ Leni

            ich würde am Montag erst einmal anrufen und nachfragen, ob alles vorliegt.

            Grüß

            Bruno

          • Hallo nochmal,
            ich habe es tatsächlich geschafft alles online/telefonisch zu klären – danke noch mal für die Hinweise!
            Ich habe bereits meinen Anspruch erhalten, Arbeitslosengeld wurde aufgrund vom Kind von 60% auf 67% vom Gehalt neu berechnet umd steht mir nun 12 Monate zu obwohl ich bereits 2 Monate verbraucht hatte. Allerdings mit Beginn 19.02. Macht es krankenversicherungstechnisch etwas aus, dass ich nun ggf. einen Tag nicht krankenversichert war? Ich warte einfach mal ab.
            Könnte ich mich denn nun jederzeit wieder abmelden und zum späteren Zeitpunkt wieder anmelden? Hintergrund ist weil ich noch keinen Kitaplatz habe und mir das Arbeitsamt ggf. zu sehr auf die Pelle rücken könnte und ich die Zeit bis ich einen Kitaplatz habe überbrücken möchte indem ich mich abmelde und z.B. 1 Woche später wieder anmelde um dadurch Zeit zu gewinnen. Ist das möglich bzw hat jemand Erfahrung wie das Arbeitsamt damit umgeht?
            Danke und einen guten Start in die Woche!

          • @Leni,

            hier die Antwort auf Deine Fragen vom 28.02.

            Ich verstehe zwar nicht, warum man sich für 1 Woche abmelden will (um Zeit zu gewinnen???), aber es geht jederzeit sich abzumelden.

            Wenn Du Dich innerhalb eines Monats wieder anmeldest:
            – benötigst Du keine eigene Krankenversicherungsbeiträge. Es gilt die Nachversicherung
            – kannst Du Dich ohne erneute persönliche Meldung bei der AfA wieder arbeitssuchend melden.

            Schöne Grüße

            Bruno

  80. Hallo zusammen,
    ich habe folgende Frage an euch.
    Bis wie lange nach dem Ausscheiden (Abfindung) von seinem Arbeitgeber, kann man das ALG beantragen?
    Stimmt das mit bis zu 18 Monaten?
    Beispiel ich habe bis zum 30.03.2021 gearbeitet, und müsste spätestens zum 01.10. 2022 das ALG beantragt haben.
    Würde mich auf eine Antwort von euch sehr freuen.

    Mfg. Wolfgang-P.

      • Ne ich werde im Juni 56 Jahre.
        Ich hatte im Februar 2021 ein Beratungstermin im Arbeitsamt, da wurde mir gesagt, ich kann wenn ich ab dem 01.April nicht mehr Arbeite auch erst im Januar 2023 ALG beantragen.
        Hatte gedacht das passt.
        Anfang dieses Jahr die Abfindungssumme, und Anfang kommendes Jahr ALG.
        Ich mich nicht mehr darum gekümmert und vor 3 Wochen hab ich erfahren das dies gar nicht stimmt.

        Vergangene Woche sagt ein Berater 12 Monate, obwohl er mein Alter wusste.
        Super Berater hab ich da erwischt.

        Diese Woche wieder ein Beratungsgespräch, diesem Mal 18 Monate.

        Sie hat mir aber geschworen das es 18 Monate sind.

        Also es sind 18 Monate ?

  81. Schönen guten Tag,

    ich habe mir den Anspruch auf ALG1 reserviert. Also mich bei der Bundesagentur für Arbeit wieder abgemeldet und hatte Januar und Februar 2022 einen Minijob.
    Wenn man nun einen Teilzeit- oder Vollzeitjob annimmt müsste der Anspruch erlöschen, es sei denn man wird gekündigt.

    Was ist allerdings, wenn man im EU-Ausland in einer Vollzeitstelle arbeitet ? Bleibt der Anspruch auf ALG1 dennoch 4 Jahre ?
    Schönen Dank.

  82. Guten Tag,

    ich habe zum 28.02.2022 meine Beschäftigung aufgegeben und mich fristgerecht arbeitssuchend, sowie arbeitslos gemeldet, als dies nötig war. Ich hab daraufhin ebenfalls den Antrag auf ALG1 gestellt (dies war am 22.03.2022 der Fall) und habe seitdem einen vorläufigen Bewilligungsbescheid erhalten, aus dem hervorgeht, dass ich ab dem 23.05.2022 ALG1 erhalten würde.

    Nun habe ich vor zwei Wochen ein Visum für ein einjähriges Work & Travel in Japan erhalten und werde (wahrscheinlich) am 02.06.2022 dorthin fliegen. Davor will ich mich natürlich bei der Agentur für Arbeit abmelden. Nach dem Jahr würde ich gerne wieder ALG1 beantragen.

    Meine Frage lautet: ich habe noch keinen ENDGÜLTIGEN Bescheid über mein ALG1 erhalten und würde gerne wissen, ob die Antragsstellung unter Einhaltung aller Fristen schon als „geltendmachen“ des ALG1-Anspruches gilt oder ob ich tatsächlich bis zum 23.05. warten, einen Tag ALG1 bekommen müsste und mich DANN abmelde, um den Anspruch nach der Reise wieder geltend machen zu können.

    Die Bearbeitung meines Antrags dauert einfach schon ewig und im Idealfall hätte ich mich schon abmelden wollen, aber ich zögere noch, da ich meinen Anspruch nicht verlieren möchte. Wobei ich nach dem Jahr wohl weiterhin in der „in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monate beschäftigt“-Frist liegen würde.

    • Um es kurz zu machen: Man muss weder auf den endgültigen Bescheid noch auf Zahlungen warten. Für die 4-Jahres-Frist ist der „Tag der Entstehung“ (des Anspruches) maßgebend. Und das ist immer der erste Tag, für den ALG beantragt wurde.

      Wenn man den Bescheid nicht abwartet, hat man also den Bestand des Anspruches sicher, man weiß nur nicht so genau, welcher Anspruch (Dauer und Höhe) gesichert ist.
      Bei mir hat der Bescheid auch recht lange gedauert und ich kann nur empfehlen, einmal freundlich nachzufragen, woran es denn liegt? Ob man evtl. noch Unterlagen beibringen soll o.ä.? Ich musste damals meinem Ex-AG auf die Sprünge helfen, dass er endlich mal eine Arbeitsbescheinigung zur Agentur schickt. Danach ging es dann recht fix.

      Gruß, Der Privatier

  83. Vielen Dank für die Antwort!

    Nun, ich hatte die Arbeitsbescheinigung online nachgereicht, daraufhin ging alles bis zum vorläufigen Bescheid recht fix. Ich erhielt noch einen Brief bzgl. „Kündigung auf Rat des Arztes“ oder so (wie die auf die Idee kamen, dass ich auf Rat meines Arztes gekündigt habe, erschließt sich mir nicht). In diesem Stand, dass ich bis zum 07.04. Rückantwort geben soll, ansonsten würden sie über die ersten 12 Wochen „nach bisherigem Kenntnisstand“ urteilen.

    Das ist jetzt halt einen Monat her. Ich versuche mich mal morgen zu erkunden. Ich hatte eigentlich vor mich diesen Donnerstag schon abzumelden, damit ich gleichzeitig auch aus der Krankenkasse austreten kann (alles mit KK schon abgeklärt bzgl. was man dafür tun muss) aber bin halt ein wenig „ängstlich“ um meinen Anspruch. Das Geld habe ich nicht wirklich „nötig“ aber es wäre halt schon ganz gut das zu haben, was mir da laut vorläufigem Bescheid „zusteht“, wenn ich wieder zurückkomme.

  84. Ich vermute das sie Dir eine Sperre des ALG für die ersten 12 Wochen verpassen wollen, wenn Du nicht eine „Kündigung auf Anraten des Arztes“ vorlegen kannst. Das gilt dann als wichtiger Grund der die Sperre abwendet!

    • Das ist mir schon klar, aber es gab keine Kündigung auf ärztlichen Rat und die 12 Wochen sind sowieso bald rum + die jucken mich nicht.

      • „die 12 Wochen sind sowieso bald rum“
        Die Folgen der Eigenkündigung (12 Wochen Sperre, Kürzung der Anspruchsdauer um 25%) werden dich ein ganzes Jahr lang verfolgen. Erst nach einem Dispojahr ist man da raus …

        • Antwort der Agentur für Arbeit:

          „Richtig. Die Sperrfrist läuft ab, auch während des Auslandsaufenthaltes, nicht erst nach der Rückkehr. Für die Sperrzeit nach einer eigenen Kündigung ist die Beschäftigungslosigkeit entscheidend, nicht die Meldung als arbeitslos. Es gibt verschiedene Fallgestaltungen, nach denen Sie bereits vor der Meldung als arbeitslos als beschäftigungslos gelten können. Vom Zeitpunkt der Beschäftigungslosigkeit an läuft die Sperrfrist.“

          Da ich sämtliche Fristen eingehalten habe, wird mich das sicherlich nicht nach Rückkehr verfolgen.

  85. Hallo, ich bin seit 2 Jahren wegen meiner Depressionen in psychiatrischer Behandlung. Seit 1 Jahr beziehe ich Krankengeld. Mein AG pusht mich eine Auflösungsverwinbarung zu unterschreiben. Was sollte in einem Schreiben von meinem Psychiater genau drin stehen,so dass ich keine Sperre bei ARGE bekomme.

    • Sinngemäß sollte man der Bescheinigung entnehmen können, dass der Arzt dazu rät, das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen zu beenden.
      Wie nun der genaue Wortlaut aussehen sollte, wird der Arzt (auch im Hinblick auf die konkreten Ursachen) sicher schon selber wissen.

      Zu bedenken ist in solchen Situationen aber auch immer ein weiterer Punkt: Wer arbeitsunfähig ist, kann sich nicht arbeitslos melden!

      Gruß, Der Privatier

  86. Ich habe dann doch tatsächlich am selben Tag der Abmeldung den Bewilligungsbescheid über das ALG1 per Post erhalten…kann man sich nicht ausdenken!

    Heute kam dann auch der Aufhebungsbescheid. Dieser sagt, dass ich dann halt nicht, wie in dem Bewilligungsbescheid angegeben, das ALG1 jetzt erhalte. Aber wenn ich dann in einem Jahr von meiner Reise zurück bin, kann ich doch das ALG1 wieder ganz normal beantragen und dann erhalten, da ich den Anspruch geltend gemacht habe, oder?

  87. Hallo, ich habe eine Frage zu der 4-Jahresfrist beim ALG:

    Ich habe erstmalig im Januar 2018 ALG beantragt. Die aktuelle Bewilligung läuft – aufgrund diverser Unterbrechungen – noch bei Ende Januuar 2023, die 4-Jahresfrist war im Januar 2022 zu Ende.

    Aktuell steht bei mir eine REHA Massnahme an, während der man vom ALG-Bezug abgemeldet wird und sich danach wieder anmelden muss.

    Laut Auskunft der BA kann man anscheinend auch nach den 4 Jahren, den ALG-Bezug für maximal 6 Wochen unterbrechen und sich danach wieder anmelden. Hat damit schon jemand Erfahrungen?

    Danke und Gruß

    • Erfahrung nicht, aber es gibt zwei Arten der Abmeldung
      – Unterbrechung kleiner 6 Wochen: man meldet sich formlos wieder an
      – Unterbrechung größer 6 Wochen: man muss einen neuen Antrag ALG1 stellen (was nur binnen der 4 Jahre einen positiven Bescheid zur Folge hat)

    • Bei einer „normalen“ Arbeitsunfähigkeit von kleiner als 6 Wochen würde ich auch nicht von einer Abmeldung sprechen! Man bleibt da ganz normal als arbeitslos gemeldet und bezieht auch weiterhin Arbeitslosengeld (ähnlich wie bei der Lohnfortzahlung bei einem AG).

      Anders verhält es sich bei einem Zeitraum von mehr als 6 Wochen. Nach 6 Wochen fällt man automatisch aus der Arbeitslosigkeit heraus. Wird also quasi zwangsabgemeldet. Die weiteren Zahlungen übernimmt dann die Krankenkasse. Nach der Genesung ist dann ein neuer ALG-Antrag fällig. Und der dürfte dann im obigen Fall nicht mehr genehmigt werden.

      Ob es bei einer REHA irgendwelche Abweichungen von diesen Standards gibt, ist mir nicht bekannt. Glaube ich allerdings eher nicht.

      Gruß, Der Privatier

  88. Hallo,

    erst einmal ein großes Lob für die vielen Beiträge.

    Ich habe eine ganz konkrete Frage zur online ALG Beantragung.

    So bin ich bisher vorgegangen.
    Aufhebungsvertrag 03.2021 unterschrieben und zum 30.06.2021 ausgeschieden. Mit Agentur Kontakt aufgenommen wegen Dispojahr. Aktuell arbeitsuchend und arbeitslos zum 1.7.2022 gemeldet. Mit Hotline telefoniert, dass ich nur meinen Anspruch auf ALG für 4 Jahre sichern möchte. Die nette Dame hat mir darauf angeboten das Ende der Arbeitslosigkeit nach einem Tag gleich im System zu hinterlegen und ich brauche nur noch das ALG online beantragen. Ein vor Ort Termin ist nicht mehr erforderlich.

    Bei der ALG Beantragung gleich auf Seite 1 muss ich nun den Zeitpunkt ab wann ich ohne Beschäftigung bin eintragen. Ist das jetzt wegen dem Dispojahr der 30.06.2022 oder mein offizieller letzter Arbeitstag 30.06.2021.

    Diese Formulare verunsichern mich ungemein.

    • Der 30.06 war der letzte Tag mit Beschäftigung, der erste Tag ohne Beschäftigung war der 01.07.
      Auf Seite 1 ist m.W. das Datum der „Arbeitslosmeldung mit Wirkung zum“ einzutragen, bei Dir wäre das der 01.07.2022.

  89. Hallo, habe hier zum ersten Mal von Dispojahr gehört. Was passiert denn, wenn ich nach einem Aufhebungsvertrag mich nicht bei ARGE melde, bei KK aber freiwillig pflichtversichert bin und nach 1 Jahr mich erst dann bei ARGE arbeitslos melde. Bekomme ich dann ALG 1? Muss man sich überhaupt bei ARGE melden? VG Frank

    • @Sauer: Natürlich zahlst du KK selber, Thema hier im Blog ausführlich bearbeitet, siehe auch Vorteile durch Vorauszahlung 👍 Und beim Amt musst du dich überhaupt nicht melden, wenn du kein Geld möchtest. Und keine Zahlung in deine Rentenkasse und keine Übernahme von KK+PPV. Letzteres natürlich Pflichtversicherung, also selber zahlen…
      MbG
      Joerg

    • Um nach einem Dispojahr ALG1 zu erhalten muß man sich bei der AfA melden, allerdings nicht schon vor dem Dispojahr (obwohl wir das durchaus empfehlen). Theoretisch reicht es aus, sich am ersten Tag nach dem Dispojahr bei der AfA in der Schlange zu einzureihen und sich arbeitslos zu melden. Empfehlen würde ich die AL-Meldung ein bis zwei Wochen im voraus.
      Und wie Joerg schon so schön schrieb, während des Discojahres bist Du Privatier und zahlst selbst für deine Versicherungen.

  90. Hallo,

    Wenn ich nun also meinen ALG1-Bescheid „in der Tasche“ habe, kann ich mich danach wieder abmelden, eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit (weniger als 12 Monate Beschäftigung) aufnehmen und den Anspruch danach einfach wieder anmelden (innerhalb der 4 Jahre)? Oder hätte diese Tätigkeit (sagen wir sie geht über 4 Monate) eine Auswirkung auf den bereits festgestellten Anspruch?Spielen der Verdienst oder die wöchentlichen Arbeitsstunden eine Rolle, wenn sich die Beschäftigung tatsächlich nur auf 4 Monate Dauer bezieht?

    Vielen Dank und viele Grüße

  91. Auch wenn es von vornherein auf einen bestimmten Zeitraum (z.B.3 Monate) befristet ist und ich, mal gesponnen, 10.000€ im Monat verdienen würde, würde meinem bestehenden ALG1-Bescheid nichts anhaben? Die dreimonatige Beschäftigung würde dann halt eben nur nicht auf meinen bestehenden ALG1-Anspruch angerechnet werden.

  92. Hallo, ersteinmal ein großes Kompliment für die umfangreiche und gute Seite mit den sehr informativen Artikeln. Ich weiß nicht, ob ich es überlesen habe oder meine Frage noch offen ist.

    Ich bin zum Ende des Jahres 2019 aus meiner Tätigkeit ausgeschieden und habe sofort ALG 1 beantragt und bezogen. Im Juli 20 bin ich leider langfristig erkrankt und mittlerweile ausgesteuert. Ich warte noch auf die passende Reha. Mittlerweile bin ich wieder im (neuen) ALG 1 Bezug, wegen Krankheit nicht vermittelbar. Ich möchte diesen Bezug nun unterbrechen. Wann muss ich mich spätestens genau wieder arbeitslos melden? 4 Jahre nach Antragsstellung oder 4 Jahre nach Abmeldung? Und kann ich mehrmals unterbrechen? Wie sind da die Fristen? Es geht bei mir darum, die Zahlung zur RV möglichst weit nach hinten zu schieben, da ich mich wegen Kindeserziehung aktuell noch in Zähljahren befinde. Außerdem möchte ich mich später selbstständig machen und freiwillig arbeitslos versichern. Dazu muss ich aber nahtlos vorher arbeitslos gemeldet gewesen sein. Außerdem kann es mit meiner Reha noch dauern und ich möchte nicht auf das Übergangsgeld verzichten. Der Plan wäre also, mich jetzt abzumelden, kurz vor der Reha wieder anzumelden, nach der Reha wieder abzumelden, mich möglichst spät wieder anzumelden und ggf dann wieder ab- und anzumelden, um die Zahlung zur RV in beitragspflichtigen Jahren zu erhalten. Vielen Dank und beste Grüße!

    • Es tut mir leid, aber das ist schon eine sehr spezielle Situation, für die ich Ihnen leider keine Vorgehensweise empfehlen kann. Ihre Frage zeigt mir, dass Sie dazu offenbar bereits mehr an Hintergrundwissen haben, als ich Ihnen vermitteln könnte.

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei allen Vorhaben.

      Gruß, Der Privatier

  93. Hallo zusammen,
    ich bin mir nicht sicher,ob meine nachfolgend aufgeführten Überlegungn richtig sind .
    Geburtsjahr 12/1959
    bestehender Altanspruch ALG1 9 Monate aus ALG1 Bezug 2020/2021 (ALG1 Bescheid liegt vor aus 07/2020 bezogen auf die vorherige langjährige Vollbeschäftigung.
    In der Zwischenzeit wurde mein/ein befristeter Arbeitsvertrag 1x verlängert um 6 Monate und nun ein 2.Mal wiederum um 6 Monate bis 31.03.2023.
    Danach möchte ich ALG1 Anspruch 9+6+ die nun dann noch weiter erworbenen 6 Monate ausnutzen und anschliessend Rente für lanjj.Versicherte beantragen mit eben dann weniger Abzug.Ist das richtig ,daß der ALG 1 Anspruch dann für die gesamte Zeit (21 Monate) auf das vor der Arbeitslosigkeit erhaltenen Arbeitsentgelt (sprich lt.dem damaligen Bescheid)gezahlt wird? Oder wird der neu erworbene ALG 1 Anspruch /Entgelt dann auf den schlechter bezahlten befristeten Job berechnet? Ich glaube hier gelesen zu haben,daß ich das alte (in meinem Fall höhere Arbeitsentgelt )im Ansatz für die Berechnung lt. 1.Bescheid erhalte ? Ist es auch richtig,daß ich darauf achten sollte, nicht ein weiteres Mal zu verlängern,denn dann wären es 2 Jahre und es würde doch ein neuer Bescheid erteilt?(in diesem Fall mit dem niederen Gehalt).Bis 66+2 Monate möchte ich auf keinen Fall arbeiten,daher kommt doch eh (auch wegen Studium) nur die Rente für langj.Versicherte zum Tragen,dann aber ohne Abzug ? Das wäre dann nach 21 Monaten ALG 1 Bezug ab 01.05.2026,liege ich da richtig? Die 45 Arbeitsjahre bekomme ich nicht voll bis 66+2 Monate,da müßte ich ja sonst noch lnger arbeiten,also entfallen Altersrente bzw.Rente für besonders langj.Versichert sowieso?
    Ich weiß,etliche Fragezeichen.bin gerade etwas unsicher ,weil ich mit der nochmaligen Verlängerung nicht gerechnet habe bisher.

    • Moin Caro62,

      wenn ich das richtig verstanden haben, wurde dein befristeter AV = 6 Monate 2x verlängert, so das die Zwischenbeschäftigung damit insgesamt 18 Monate andauert. Mit den 18 Monaten Zwischenbeschäftigung erwirbst du einen „Neu“anspruch von 8 Monaten ALG1.

      Damit 9 Monate (Alt)Anspruch + 8 Monate (Neu)Anspruch = 17 Monate ALG1 Anspruch.

      “ … auf das vor der Arbeitslosigkeit erhaltenen Arbeitsentgelt (sprich lt.dem damaligen Bescheid)gezahlt wird?“

      Ja, nach dem „damaligen“ Bescheid.

      Eine weitere Verlängerung um 6 Monate = 2 Jahre Zwischenbeschäftigung würde einen neuen ALG1 Bescheid auf Basis des niedrigeren Gehalt generieren.

      Tipp: Weitere Verlängerung nur für 5 Monate = Zwischenbeschäftigung 6 +6 +6 +5 Monate

      Folgende Zwischenbeschäftigungsdauer generieren einen neuen ALG1 Anspruch:

      Zwischenbeschäftigung < 12 Monate = nix
      Zwischenbeschäftigung 12 Monate = 6 Monate neuer ALG1 Anspruch
      Zwischenbeschäftigung 16 Monate = 8 Monate neuer ALG1 Anspruch
      Zwischenbeschäftigung 20 Monate = 10 Monate neuer ALG1 Anspruch
      Zwischenbeschäftigung <24 Monate = 10 Monate neuer ALG1 Anspruch

      Warnung:
      Zwischenbeschäftigung 24 Monate = 12 Monate neuer ALG1 Anspruch, jedoch ALG1-Höhe berechnet auf schlechter bezahlter Zwischenbeschäftigung

      Gruß
      Lars

      https://der-privatier.com/kap-9-14-arbeitslosengeld-nach-einer-zwischenbeschaeftigung-1/

      • Hallo Lars,
        Ich habe schlechter bezahltes AV 6 Monate+ einmal 6 Monate Verlängerung und jetzt nochmals 6 Monate dazu,also nicht 12 sondern dann 18 Monate,also dann 9 ALG1 Anspruch + 8 dazu =17 gesamt zum Entgelt vom Bescheid 07/2020.
        Eine darüber hinaus gehende Verlängerung will ich dann nicht mehr machen,sondern 17 Monate ALG1 Anspruch und dann Rente f.langj.Versicherte allerdings Abzug 17×03.3% weniger .
        Danke für die schnelle und punktgenaue Antwort
        Viele Grüsse …

  94. Guten Tag,

    Ich habe vor zum 31.01.23 meinen Job nach 4 Jahren zu kündigen, um meinen Master nachzuholen. Das Studium beginnt am 01.04.23 und dauert 3 Semester (voraussichtlich bis zum 31.08.24.).
    Es ist davon auszugehen, dass ich in der Übergangszeit eine 3-monatige Sperrzeit erhalte.
    Kann ich mich in dieser Sperrzeit von der Agentur für Arbeit abmelden, damit nach dem Studium mein ALG1-Anspruch erhalten bleibt?
    Wie ich das verstehe, würde ich nach der Kündigung eine 2-monatige Sperrzeit bekommen, mich dann 1,5 Jahre abmelden und danach 1 Monat „Restsperrzeit“ + 9 Monate ALG1 bekommen. Ist das so korrekt?

    Vielen Dank & Beste Grüße
    Harald J.

    • Nein, Du würdest sofort 12 Wochen Sperre (1.2.23 – 26.04.23) erhalten und nach den anderthalb Jahren Studium wäre die Sperre „verjährt“. Die Kürzung der Anspruchsdauer auf 9 Monate bleibt jedoch bestehen. Diese 9 Monate kannst Du nach dem Studium in Anspruch nehmen.

      Man kann sich jederzeit bei der Agentur abmelden. Dann muß man im Gegenzug seine Krankenversicherung selbst tragen.

  95. Anspruch besteht nach Eintritt des Versicherungsfalles, wenn ich also nicht sofort den Anspruch geltend mache sondern erst max 18 Monate später („Dispojahr“) ist der Zeitraum bis zur Geltendmachung den 4 Jahren anzurechnen.

    • @ Jimmy
      -Nein, diese Aussage ist falsch, vielleicht nochmal den Beitrag des Privatiers oben lesen:

      §161 Abs.2 SGB III
      „Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn nach seiner Entstehung vier Jahre verstrichen sind.“

      Der „Anspruch auf Arbeitslosengeld“ ENTSTEHT (wenn alle anderen Voraussetzungen vorliegen) aber erst nach Abeitslosmeldung/Leistungsantrag, und zwar AB dem, im darauf folgenden Bescheid genannten, Anspruchsdatum.

      Und erst ab diesem Datum fängt die „Bestandsdauer“ an zu laufen.

      Grüsse
      ratatosk

    • @Jimmy:

      Ich möchte mich hier einmal der Kritik von The_Doctor anschliessen.
      Es wäre hilfreich, sich einmal die empfohlenen Beiträge durchzulesen. Wenn Du etwas nicht verstanden hast, kannst du gerne noch einmal nachfragen. Aber dann bitte in Form einer Frage formulieren und nicht als überhebliche Tatsachenbehauptung.
      Was Du bisher hier von Dir gegeben hast, sind weitgehend Stammtischweisheiten, mit denen hier niemand weiter geholfen ist.

      Ich möchte daher bitten, Deine Kommentare zukünftig noch einmal zu überdenken.

      Gruß, Der Privatier

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