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Kap. 9: Agentur für Arbeit – Vorbemerkungen — 19 Kommentare

  1. Das Dispositionsjahr
    Man kann den Beginn der Leistung (Zahlung ALG) der Arbeitsargentur verschieben.
    Gemäß den Vorschriften max. 1 Jahr. Hiervon ist nicht die Meldung betroffen, die hat immer vorschriftsgemäß zu erfolgen.

    Aber Achtung !!!
    Das Jahr ist das exakte Jahr – keinen Tag länger. Außer wenn das Ende des Jahres auf einen Sonn-/ Feiertag fällt (zB. 1.1.) dann gilt der nächste Tag. Sonst nicht ! Sonst ist der Tag „tödlich“ fürs ALG.

    Diese Dispositionsjahr hilft z.B. denen, die eine Abfindung bekommen haben oder aus sonstigen Gründen „freiwillig“ gekündigt haben. Nach 12 Monaten, zufällig genaus dieses Dispositionsjahr, interessiert sich die Argentur nicht mehr für den Grund, die Freiwilligkeit bzw. die Höhe der Abfindung. D.h. werder Sperr- noch Ruhezeiten werden verhangen.

    Aber nochmals : 1 Jahr und das bitte exakt !!!

    • Die Leser meines Buches „Gedanken eines Privatiers“ wissen ja bereits, dass ich selber eine andere Strategie verfolgt habe und mich sofort sowohl arbeitssuchend als auch arbeitslos gemeldet habe. Inzwischen glaube ich allerdings auch, dass die von Mr. Excel vorgeschlagene Variante einige Vorteile haben könnte.

      Das Thema verdient aber sicher noch eine etwas ausführlichere Erläuterung, als es hier in einem Kommentar sinnvoll ist, zumal nur die Leser meines Buches momentan die vollständigen Zusammenhänge kennen. Ich werde daher dieses Thema später noch ausführlicher erläutern, wenn das Kapitel „Arbeitsagentur“ an der Reihe ist.

      Gruß, Der Privatier
      Nachtrag: Der angekündigte Beitrag zum Dispositionsjahr ist inzwischen veröffentlicht!

    • Exakt ein Jahr? Ich habe mein Dispojahr in Anspruch genommen und mich am 05.10.15 mit Wirkung zum 01.11.15 arbeitslos gemeldet. Werden dann Sperrzeiten nicht mehr berücksichtigt, oder hätte ich exakt am 01.11. Zum Arbeitsamt gehen müssen?
      Vielen Dank im Voraus für eine Antwort.

      • Es kommt auch immer ein wenig darauf an, was genau Sie mit dem Dispojahr für ein Ziel erreichen wollen.
        Wer z.B. nur einen Geburtstag abwarten will, um in eine höhere Anspruchskategorie zu kommen, muss nicht unbedingt ein ganzes Jahr lang warten. Auch wer nur im Jahr der Abfindungszahlung kein weiteres Einkommen haben möchte, könnte seine Dispositionszeit z.B. nach dem Jahreswechsel beenden.
        Wer aber zusätzlich auch noch eine Sperrzeit vermeiden will, der muss dann schon darauf achten, dass das Dispojahr auf den Tag genau exakt ein Jahr dauert. Nicht mehr und nicht weniger!

        Dabei kommt es allerdings NICHT darauf an, wann man zur Agentur geht oder wann man den Antrag abgibt, sondern es zählt das Datum, ab dem die Arbeitslosigkeit beginnt. Ich würde es sogar DRINGEND empfehlen, sich nicht erst exakt an dem ausgerechneten Tag zu melden, sondern (genau so, wie Sie es gemacht haben) einige Zeit vorher. Denn man weiß ja nie, was einem so passieren könnte… Und wenn man es ausgerechnet an dem einen Tag irgendwie nicht schafft – wäre mehr als ärgerlich!

        Für weitergehende Infos würde ich dann gerne auf den inzwischen veröffentlichten Beitrag zum Thema Dispojahr und den sehr(!) ausführlichen Kommentaren verweisen.

        Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Privatier,
    dies soll auch nicht als vollständige Behandlung angesehen werden. Ich wollte nur den Begriff „Dispositionsjahr“ hier einbringen und diesen, vielen unbekannten Begriff ins Licht rücken.
    Es gibt für jeden und alles individuelle sinnvolle Lösungen und Kombinationen. Ich habe gelernt, dass man sehr sehr viel lesen und suchen muß, wenn man sein „Schicksal“ selber in die Hand nimmt und jeder sollte wissen, dass er seinen eigenen Mix herstellen muß aus den vielen Informationen hier.
    Gruß an alle „Aktiven“

  3. Hallo Privatier,

    Ich habe eine Frage bezüglich ALG1. Gesetz dem Fall ich werde finanziell vom Arbeitsamt sanktioniert weil ich mich nicht auf alle Stellenangebote, die mir zugeschickt werden bewerbe, hat die Sanktionierung einen Einfluss auf die Rentenpunkte die ich während der Arbeitslosigkeit beziehe? Oder bekomme ich trotz Sanktionierung immer 80% der Rentenpunkte? Beate Grüße Jochen

    • Moin Jochen,

      während einer AfA-Sanktion (z.B. Sperre) werden keine RV-Beiträge abgeführt. Hier können für „ganze Monate“ freiwillige RV-Beiträge (Formular V0060) jedoch nachgezahlt werden.

      Bei einen „teilbelegten“ Monat sind „freiwillige“ RV-Beiträge nicht möglich:

      Beispiel:
      – ALG1 Bezug ab 01.01.2022
      – AfA-Sperre ab 07.05.2022 bis xxxx

      Der Monat Mai wird mit 6 Tagen RV-Beiträge durch das ALG1 belegt, d.h. für den Rest vom Monat Mai sind freiwillige RV-Beiträge nicht statthaft. Der Monat zählt jedoch komplett als „Anrechnungszeit“ mit …. siehe §122 Abs.1 SGB VI (jedoch werden die 6 Tage AfA RV-Beitrag nur minimal zur Rentensteigerung beitragen).

      https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__122.html

      Gruß
      Lars

  4. Hallo ,
    leider ist die Situation „Übergangsgesellschaft mit 3 -Seitigem Vertrag“ im Buch nicht beschrieben.
    Deshalb würde ich mich über eine kurze Stellnahme freuen.

    Situation :
    57 Jahre alt
    ab 1.2.2023 für 12 Monnate in eine Übergangsgesellschaft (AG stockt bis 85 % auf).
    Jan 2024 : Zahlung der Abfindung
    1.02.2024 bis 31.12.2024 Dispojahr
    1.1.2025 bis 31.12.2026 Arbeitssuchender
    1.1.2027- März 2028 : Privatier
    Ab März 2028 Rente mit 63 Jahren

    Frage :
    Ist der Plan so machbar , insbesondere das Dispojahr (oder besser 11 Monate) nach der Übergangsgesellschaft ?

    Danke und Gruss
    Udo

    • Moin Udo,

      meine persönliche Sichtweise zu deinem Plan:

      01.02.2023 – 31.01.2024 „Übergangsgesellschaft = TG = Transfergesellschaft“ = 12 Monate
      Jan. 2024 „Abfindungszahlung“
      01.02.2024 – 31.01.2025 „Dispositionsjahr“ = 12 Monate
      01.02.2025 – 31.01.2027 „ALG1-Phase“
      01.02.2027 – 29.02.2028 „Privatier“ (Schaltjahr)
      01.03.2028 „Rentner“

      „Frage :
      Ist der Plan so machbar, insbesondere das Dispojahr (oder besser 11 Monate) nach der Übergangsgesellschaft ?“

      Hier das Dispositionsjahr 12 Monate laufen lassen!

      Gruß
      Lars

  5. Hallo Privatier,
    Ich habe folgende Frage. Bin mit 58 arbeitslos geworden. Habe also 24 Monate Anspruch. Nach 11 Monaten habe ich einen Job bekommen, allerdings auf 18 Monate befristet,nur 30 Stunden pro Woche und schlechter bezahlt. Wenn ich nun nach den 18 Monaten wieder arbeitslos werde, gilt der Bestandsschutz, richtig? Das heißt, ich bekomme mein damaliges ALG1. Wenn ich nun nach ein paar Monaten wieder einen Job hätte für 8 Monate und dann wieder arbeitslos werde, gilt dann immer noch der Bestandsschutz?
    Grüße und danke

    • Im Ergebnis bleibt die Höhe unverändert, die Sache ist aber etwas komplizierter:

      * Nach den ersten 18 Monaten entsteht ein neuer ALG-Anspruch. Dabei werden Dauer und Höhe neu berechnet. Bei der Höhe greift der Bestandschutz und die vorherige Höhe wird somit beibehalten. Bei der Dauer werden alter (Restanspruch) und neuer Anspruch zusammengerechnet, jedoch im Ergebnis hier max. 24 Monate.
      * Nach den nächsten 8 Monaten ist aber kein neuer Anspruch entstanden. Es wird daher auch nicht neu gerechnet, sondern der vorherige Anspruch bleibt in der Höhe bestehen. Die verbleibende Restdauer kann dann aufgebraucht werden.

      Gruß, Der Privatier

  6. Wenn man theoretisch 7 Wochen bevor die 24 Monate ALG1 ablaufen eine AU bringt, die theoretisch für die selbe Krankheit 78 Wochen andauert, erhält man dann für diese Zeit Krankengeld in der Höhe des ALG1?
    Jahrgang 09/1961, so könnte ich meine 64,5 erreichen und hätte keine 12,6% Abzüge bei der Rente?

    • Ja, das geht! Diesen Fall hatte ich gerade. 2 Tipps:

      1) Man muss nicht 7 Wochen vorher die AU einreichen! Es reicht 1-2 Wochen vorher. Die KK zahlt KG sobald man beim ALG1 ausgesteuert wird (entweder nach 6 Wochen AU oder nach Auslaufen)

      2) Das geht sogar 2 mal 78 Wochen wenn zwischen Beginn des 1ten Krankengeld und dem 2ten 3 Jahre vergangenen sind. Z.B. 78 KG plus 24 Monate ALG1 => ermöglicht einen 2ten KG-Antrag!

      Allerdings muss man damit rechnen das die Krankenkasse Druck über den Medizinischen Dienst ausübt oder eine REHA fordert!

      LG Palito

    • Allerdings gibt für den Jahrgang 9/61 keine Rente mit 64,5 ohne 12,6% Abzüge. Entweder Rente mit 63 mit 12,6% Abzug (nach 35 Versicherungsjahren) ohne Abzug (nach 45 Versicherungsjahren) oder mit 66,5 ohne Abzug!

      • Danke

        zählen dann (nach den 78 Wochen KG Bezug) die 2 Jahre ALG1 Bezug zu den 45 Versicherungsjahren?
        Habe einen 150€ Job, aber AG hat kein Kreuzchen bei RV-Pflichtig gemacht.

        • Ja, Krankengeld und ALG1 zählen zu den Versicherungspflichtigen Zeiten! Allerdings direkt vor der Rente gilt das nicht! ALG-1 zwei Jahre vor Rentenbeginn zählt nicht als anrechenbare Wartezeit. Außer der Versicherte wird arbeitslos, weil sein Arbeitgeber insolvent wird oder den Betrieb vollständig aufgibt.

          Das mit dem 150€ Job habe ich nicht verstanden!

  7. Wenn zur Zeit des ALG1 Bezug ein Versicherungspflichtiger Minijob besteht (150€) zählt diese Zeit zu den Arbeitsjahren ?

    • Grundsätzlich wird die Zeit von ALG1-Bezug bei den Rentenjahren mitgezählt.
      Ausnahme: sie liegt in den zwei Jahren vor Rentenbeginn.
      Diese Ausnahme kann man wiederum austricksen, indem man einen Minijob annimmt und dort auch Rentenbeiträge zahlt. Diese (minimalen) Beträge erhöhen zwar die Rente kaum, aber diese Zeit zählt für die 45 Jahre (auch wenn die parallel laufende ALG1-Zeit nicht zählt).
      Wichtig ist, dass man als Minijobber die (eigenen) Rentenbeiträge nicht abwählt.
      https://www.biallo.de/soziales/news/minijob-rentenversicherung/

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