Abfindungsrechner

Eine der ersten Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer Abfindung ergeben, ist die Frage, was denn am Ende überhaupt davon übrig bleibt.

Und auch wenn es mit der Fünftelregel eine steuerliche Vergünstigung auf Abfindungen gibt, so lässt sich deren Auswirkung, insbesondere im Zusammenspiel mit optimierenden Faktoren wie z.B. einmaligen Sonderausgaben doch meist nur sehr schwer abschätzen.

Eine genaue Aussage kann da eigentlich nur ein Steuerprogramm (oder ein Steuerberater) liefern. Oftmals reicht aber zunächst auch ein grober Überblick und genau dazu wurde der hier vorgestellte Abfindungsrechner entwickelt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Angeboten im Internet beherrscht der hier vorgestellte Abfindungsrechner die wichtigsten Szenarien und Kombinationen und berücksichtigt z.B.:

  • Sonderausgaben (Basis-Altersvorsorge und Krankenversicherung),
  • Bezug von Entgeltersatzleistungen (ALG1, Kranken- oder Elterngeld),
  • sowie die Anwendung der normalen und auch der vereinfachten Fünftelregel.

 

 

Hinweise zu den Eingabefeldern:

  • Jahr: Bitte wählen Sie das Jahr aus, in dem die Abfindung ausgezahlt wurde/wird. Für weiter in der Zukunft liegende Jahre stehen keine Berechnungsgrundlagen zur Verfügung. Hier kann näherungsweise auch das letzte verfügbare Jahr verwendet werden.
  • Abfindung: Bruttobetrag der Abfindung.
  • Jahresbrutto: Hier ist die Summe aller zu versteuernden Einkünfte anzugeben. Bei gemeinsam veranlagten Ehegatten also auch die Einkünfte des Ehepartners, ebenso evtl. Einkünfte aus Vermietungen oder selbstständigen Tätigkeiten.
  • Entgeltersatzleistungen: Hiermit sind alle Zahlungen gemeint, die als Ersatz für ein nicht erzielbares Arbeitsentgelt gezahlt werden. Typische Beispiele sind: Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder auch Kurzarbeitergeld.
  • Kirchensteuer: Bitte wählen Sie aus, welcher Kirchensteuersatz anzuwenden ist (Bayern und Baden-Württemberg: 8%, alle anderen Bundesländer: 9%).
  • Ehegattensplitting: Bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren bitte das Häkchen stehen lassen. Ansonsten bitte entfernen.
  • Altersvorsorge: Haben Sie im Abfindungsjahr eine Sonderzahlung in eine Basis-Rentenversicherung (gesetzliche RV oder Rürup-Vertrag) geleistet, so geben Sie die Summe der gezahlten Beiträge hier an.
  • Krankenversicherung: Bitte geben Sie nur die von Ihnen selber gezahlten Beiträge an (nur Basisabsicherung, keine Extras). Beiträge können (nach Absprache) bis zu 3 Jahre im Voraus gezahlt werden. Eine Überprüfung dieser Grenze kann der Abfindungsrechner jedoch nicht vornehmen.

 

Hinweise zu den Berechnungsfeldern:

  • Berechnung anzeigen: Die Anzeige der einzelnen Berechnungsschritte lässt sich ein- oder ausschalten.
  • Wirksame Altersvorsorge: Die eingegebenen Zahlungen zur Altersvorsorge werden automatisch gemäß Familienstand, Maximalbetrag und prozentualem Anteil begrenzt.
  • zvE: Zu versteuerndes Einkommen
  • Progressionsvorbehalt: Entgeltersatzleistungen werden zwar steuerfrei ausgezahlt, sie erhöhen aber den Steuersatz.
  • Soli: Solidaritätszuschlag. Freibetrag, Übergangsphase und Änderungen ab 2021 sind berücksichtigt.

 

Allgemeine Hinweise:

Eingabe und Berechnung sind teilweise vereinfachend dargestellt und auf die wesentlichen Elemente reduziert. So sind in der Berechnung sämtliche Frei- oder Pauschalbeträge, mit Ausnahme des Grundfreibetrages, nicht enthalten. Die hier dargestellten Ergebnisse können daher von einer exakten Berechnung abweichen!
Die Berechnungsgrundlagen für das Jahr 2022 sind noch vorläufig und nicht endgültig verabschiedet. Hier könnten sich noch Veränderungen ergeben. (Aktuell noch nicht freigeschaltet)

=> Weiterführende Informationen

Peter Ranning: Per Abfindung in den Ruhestand

Peter Ranning: Per Abfindung in den Ruhestand

  • Detaillierte Erläuterungen und Beispiele zur Fünftelregel finden sich in der Beitragsserie: „Hinweise zur Fünftelregel“ .
  • Eine Zusammenstellung von Vorschlägen zur Steueroptimierung bei einer Abfindung gibt es im Beitrag: „Steuern sparen bei der Abfindung“ .
  • Das Zusammenwirken aller Komponenten einer Abfindung, der Auswirkung und Optimierung von Fragen zur Vertragsgestaltung, Termine und Fristen, Steuern, Arbeitslosengeld, Krankenversicherung und Rentenversicherung sowie lukrative Gestaltungsmöglichkeiten finden sich im Buch:Per Abfindung in den Ruhestand“ .

 


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Kommentare

Abfindungsrechner — 203 Kommentare

  1. Ich möchte diesen ersten Kommentar hier gerne einmal reservieren, um bei Gelegenheit dann hier noch ein paar Hinweise für spezielle Fälle zu geben. Hier der erste:

    Spenden, Freibeträge und andere Einkünfte:
    Es wurden bereits Wünsche nach weiteren Eingabemöglichkeiten für z.B. Spenden, Freibeträge und andere Einkünfte geäussert. Was sich zunächst vielleicht einfach anhört, ist aber im Detail dann doch manchmal zu komplex, um es in einem solchen Rechner umzusetzen. Daher hier ein Vorschlag für eine Behelfslösung:
    Spenden, gezahlte Kirchensteuer und andere Sonderausgaben können für eine grobe Abschätzung zu den Kosten für die Krankenversicherung addiert werden.
    Andere Einkünfte/Verluste und Freibeträge können zur groben Orientierung bei der Eingabe des Jahresbruttowertes verrechnet werden.
    Dabei muss man jedoch immer wissen, dass dies nur eine grobe Abschätzung sein kann. Wer es genauer haben will, kommt um den Einsatz eines Steuerprogrammes nicht herum.

    Gruß, Der Privatier

  2. Der Rechner funktioniert auch wenn man keine Abfindung mehr kriegt

    Bei den Beiträgen zur Krankenkasse könnte man noch den Hinweis „nur Basisabsicherung“ anfügen.

  3. Danke für den Rechner.

    Er bestätigt auch noch mal das folgende Phänomen bei einer hohen Abfindungen:

    Bei einer Abfindung von z.B. 150.000 € würde sich die Arbeit bei einem Jahresbrutto von 70.000 € gehaltlich nicht lohnen, da die 70.000 € direkt als Steuer wieder einkassiert werden. Bis 97.000 € zahlt man mit Ehegattensplitting gar keine Steuern, sofern kein Lohn oder Gewinn erwirtschaftet wird und keine Entgeltersatzleistungen anfallen.

  4. Klasse – ist ein sehr anwenderfreundlicher Rechner!

    Evt. sollten noch Feld „Sonstige Sonderausgaben“ ergänzt werden.
    Altersvorsorge und Krankenkasse sind ja in der Höhe beschränkt.
    So kann z.B. in Verbindung mit einer Abfindung eine Spende u.U. mehr Steuern sparen als die Spendenhöhe selbst beträgt.

    • Die Anregung ist im Prinzip richtig. Ich möchte aber dennoch darauf verzichten, weil ein solcher Rechner immer einen Kompromiss zwischen einer gewünschten Vollständigkeit und einer einfachen Eingabe darstellen muss.
      Der oben verfügbare Rechner hat einige Elemente und Funktionen mehr als die sonst üblichen, dafür sind Eingaben und Ausgaben dann aber auch ein wenig mehr. Aber mehr Funktionen möchte ich da nicht einbauen.

      Für die Spenden ergibt sich aber eine einfache Lösung: Einfach zu den Krankenkassenbeiträgen hinzuaddieren. Es erfolgt jedoch keine Überprüfung von evtl. Maximalgrenzen.

      Gruß, Der Privatier

  5. Eventuell für die sächsischen Mitstreiter die Pflegeversicherungsbeiträge gesondert berücksichtigen?

    Der AN-Anteil an der PV liegt dort bei:

    mit Kind: 2,025%
    ohne Kind: 2,275%

    der AG-Anteil ist festgesetzt bei 1,025%.

    Aber dafür haben die Damen und Herren in Sachsen einen Feiertag mehr (Buß- und Bettag) 🙂

    Gruß
    Lars

  6. Vielen Dank für die Einstellung dieses Rechners. Ich habe trotzdem noch ein Frage: Die Position zvE inkl. Abfindung ist im Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ mit der Formel „Summe B (EK laufendes Jahr – Sonderausgaben + 1/5 (!) Abfindung)“ angegeben. Im Rechner wird jetzt aber die volle Abfindung als Grundlage genommen. Daraus ergibt sich (im Buch) eine andere (bessere) Rechnung ergeben. Habe ich etwas falsch verstanden ?

    • „Habe ich etwas falsch verstanden ?“

      Dazu müsste man einmal genauer wissen, um welche Fälle es sich hier handelt bzw. woher die Zitate stammen. Ich vermute einmal, dass die Formel „Summe B (EK laufendes Jahr – Sonderausgaben + 1/5 (!) Abfindung)“ sich auf die normale Fünftelregel bezieht, wohingegen sich die Einbeziehung der vollen Abfindung auf die vereinfachte Fünftelregel bezieht.
      Dies sollte aber sowohl im Buch als auch beim Rechner gleichermassen berücksichtigt sein. Falls nicht, bitte einmal konkret mitteilen, wo die Abweichungen auftreten.

      Gruß, Der Privatier

      • Moin, konkret geht es um den Sachverhalt der negativen Einkünfte im Abfindungsjahr, also wenn z.B. das zvE ohne Abfindung am Ende -25.000€ beträgt. Wenn jetzt -in diesem Beispiel- die Abfindung 500.000€ beträgt, dann scheint der o.g. Rechner wie folgt zu rechnen: 500.000-25.000= 475.000€ zvE inkl. Abfindung. Im Buch (und im Internet) habe ich aber Folgendes gefunden: „….Dabei wird die Steuer auf das Einkommen ohne Abfindung mit der Steuer des Einkommens zuzüglich eins Fünftels (also 20 %) der Abfindungszahlung verglichen. Die Differenz wird dann mit fünf multipliziert. Der so errechnete Betrag entspricht der Einkommenssteuer, die von der Abfindung einbehalten wird.“: Daraus müsste sich doch folgende Rechnung ergeben: 500.000:5= 100.000-25.000 = 75.000 €,davon Steuer, dann mal 5, oder ?

        • Deine Rechnung unterstellt fälschlicherweise negative Einkünfte für fünf Jahre. Bei Null ESt ist die Rechnung aber vereinfacht, Gesamt plus negative Einkünfte durch fünf ergibt Steuerlast, die mit fünf zu multiplizieren ist. Zeigt auch sehr schön, dass bei hohen Abfindungen nicht viel am Steuersatz zu machen ist. MbG joerg

          • Nachtrag: @ambassador: das deine Rechnung falsch ist erschließt sich auch aus dem Fakt, dass sonst alle Abfindungen steuerfrei bleiben, wenn man nur ein Fünftel davon als negative Einkünfte erreicht. Im Splitting also z.B. 50k KV-Basis-Vorauszahlung und 40k netto in die Rente und schwupps sind alle Abfindungen bis 450k steuerfrei. Nicht im Sinne der Finanzbehörden ?
            MbG joerg

        • Wie in meiner ersten Antwort bereits vermutet, handelt es sich bei den beiden unterschiedlichen Formeln um verschiedene Varianten der Fünftelregel: Die eine wird nur bei einem negativ z.v.E. (ohne Abfindung) angewandt, die andere ist die „normale“ Fünftelregel. Sie sind also beide richtig, allerdings nur jeweils für den richtigen Anwendungsfall.
          Bei negativem Einkommen greift die vereinfachte Fünftelregel: z.v.E. (inkl. Abfindung) geteilt durch fünf, davon die Steuer und mit wieder mit fünf multipliziert.
          In allen anderen Fällen gilt die normale Fünftelregel, die mit der Differenz der Steuern ohne Abfindung und mit 1/5 Abfindung arbeitet.

          Und die von Dir genannte Formel ist keines von beiden und daher falsch.

          Gruß, Der Privatier

          • Danke für die Korrektur. Ein Glück, dass mein Fehler vorher bemerkt wurde… Lieber so, als später ein böses Erwachen. Danke. Gruß Ambassador.

  7. @privatier, eine Frage zu der max. Altersvorsorgesumme 2021?

    Von welcher max. Altersvorsorgesumme bist Du (vorläufig) für 2021 ausgegangen? (steuerlich wirksam dann 92%)
    (2020 … 25046€/50092€ … steuerlich wirksam 90%)

    Gruß
    Lars

    • Könnten nachfolgende Werte richtig sein: (ok vorläufig …)

      2021
      (25787€/51574€) davon 92% = 23724€/47448€ steuerlich wirksam?

      Gruß
      Lars

      • Ja richig, Lars. Das sind die verwendeten Werte. Abgeleitet aus Beitragsbemessungsgrenze und Beitragssatz der knappschaftlichen Versicherung.

        Gruß, Der Privatier

        • Hallo zusammen,

          Meine Abfindung wurde nun ausgezahlt, der Betrag wechselt allerdings deutlich nach unten (fast 12%) vom Ergebnis des Rechners ab. Berücksichtigt wurde Fünftelregelung und SK3…

          Woran könnte die Diskrepanz liegen?

          Viele Grüße!

          • Das ist aus der Ferne schwer zu beantworten. Zwei Ideen dazu:

            * Der obige Rechner berechnet die Einkommensteuer. Dabei können u.a. Sonderausgaben für Altersvorsorge und Krankenversicherung berücksichtigt werden. Das kann der AG bei der Auszahlung und Berechnung der Lohnsteuer aber nicht!

            * Ansonsten finden manche AG immer wieder interessante und kreative Ideen, wie man eine Abfindung abrechnen könnte. Vielleicht liegt es ja auch daran? Mehr dazu im Beitrag: https://der-privatier.com/kap-10-6-1-abfindung-jetzt-die-abrechnung-abstimmen

            Gruß, Der Privatier
            P.S.: Bitte einen einmal gewählten Namen beibehalten. Danke.

  8. Was ist mit Kinderfreibeträgen?
    Meine Steuerberaterin hatte damals diese (zwei Kinder) vergessen.Meine Berechnungen mit der Wiso Steuersoftware differierten um einige tausend Euro.Als diese dann eingetragen wurden, waren die Ergebnisse fast gleich.
    Gruß Martin

    • Vermutlich ein Randthema für uns alte Knochen, aber gut, hätte man deutlicher hervorheben können.
      Anstatt
      „So sind in der Berechnung sämtliche Frei- oder Pauschalbeträge, die im Bereich Werbungskosten und Sonderausgaben zu berücksichtigen sein könnten, nicht enthalten.“
      wäre
      „So sind in der Berechnung sämtliche Frei- oder Pauschalbeträge, mit Ausnahme des Grundfreibetrages, nicht enthalten.“
      wohl besser beschrieben 🙂

  9. Kinderfreibeträge werden vom obigen Abfindungsrechner nicht berücksichtigt.
    Wer dies benötigt, müsste dann ein vollständiges Steuerprogramm bemühen.

    Gruß, Der Privatier

    • Hallo Privatier
      Kann man denn zur vorläufigen Annäherung auch pro Kind ca. 8000€ Kinderfreibetrag bei den ZvE abziehen?

      • Nein, das funktioniert nicht. Denn die Verarbeitung eines Kinderfreibetrages ist komplizierter und beinhaltet eine Günstigerprüfung: Das Finanzamt prüft, ob die Differenz der Steuerbelastung mit/ohne Kinderfreibetrag größer oder kleiner ist, als das bereits bezogene Kindergeld.
        Ist das Kindergeld höher, entfällt der Kinderfreibetrag.
        Ist die Steuerersparnis mit Kinderfreibetrag höher als das Kindergeld, wird das Kindergeld mit den Steuern verrechnet.

        Diese Rechnungen sind im Abfindungsrechner nicht enthalten und sollten (falls gewünscht) mit einem Steuerprogramm berechnet werden.

        Gruß, Der Privatier

  10. Hallo Peter,

    danke für den tollen Rechner!
    Imho genau richtig. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

    Supereinfach zu bedienen, ohne Hürden und mit dem Notwendigsten für eine erste gute Einschätzung und für schnelle Simulationen. Für verständige Leser•innen deiner Bücher und dieser Seiten sollte es keine großen Probleme bereiten den ein oder anderen individuellen Sonderfall überschlagsmäßig selbst durch Zu- und Abschläge einzukalkulieren oder einen Steuerrechner zu bemühen. In besonderen Fällen wird auch der Gang zum Steuerberater, selbst mit dem besten und vollständigsten (überladenen) Programm, notwendig bzw. sinnvoll sein.

    Von daher alles richtig gemacht. Ich hätte mir gewünscht, deinen Rechner hätte es schon gegeben, als es bei mir akut war.

    Viele Grüße
    Stephan

  11. Danke an alle für das positive Feedback!
    Ich hoffe, dass der Abfindungsrechner bei der Planung und Abwägung verschiedener Szenarien eine erste Orientierung geben kann.

    Gruß, Der Privatier

  12. Wie wäre es noch mit einer Zeile für sonstige Sonderausgaben? (Spenden o.ä.)?

    Nochwas: 2021 (Ehegattensplitting, keine sonst Ausgaben, keine Kist.)
    Abfindung 400.000 Eur Jahresbrutto: 0 => Steuern gesamt: 88.019 Eur
    Abfindung 400.000 Eur Jahresbrutto: 1000 => Steuern gesamt: 89.844 Eur
    Also für 1.000 Eur mehr Einkommen, 1825 Eur mehr Steuern zahlen? Das wundert mich allerdings.

    • Einkommenssteuersatz für 80-81k ist 34,6% (plus Soli), Fünftelregel angewendet macht exakt 1825 Euro Steuern. Stimmt also.
      MbG joerg

    • „Das wundert mich allerdings.“

      Sehr schön! 🙂 Dann hat der Rechner ja schon einen wichtigen Zweck erfüllt:
      Die Effekte der Fünftelregel können sehr wundersam sein 😉 und sind ohne konkrete Berechnung nur schwer abzuschätzen. Deshalb kann so ein Rechner sehr lehrreich sein.

      Denn: Der Effekt funktioniert natürlich auch anders herum: Wer ein Jahresbrutto von 1000€ eliminieren kann (z.B. durch Sonderausgaben), der spart dann genau diese 1825€.
      Und genau darum versuche ich immer wieder auf die Wirkungen der Sonderausgaben hinzuweisen.

      Oder noch ein Lerneffekt: Man sieht, wie „schädlich“ zusätzliche Einkünfte sein können. Und darum ist es wichtig, sich über diesen Punkt ernsthaft Gedanken zu machen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Wegen der Spenden verweise ich einmal auf meine Antwort weiter oben:
      https://der-privatier.com/abfindungsrechner/#comment-31447

      • Das ist wirklich spannend. Also neben den bekannten Maßnahmen lieber noch an einen Verein, Kirche, pol. Partei was wegspenden, um wirklich das Einkommen in dem Jahr auf Null zu reduzieren, um so mehr aus der Abfindung herauszuholen… 🙂
        Danke für den Rechner. Das hilft natürlich um erschieden Szenarien durchzuspielen.

  13. Toller Rechner mit dem alle möglichen Szenarien „durchgespielt“ werden können. Super!!!!
    Ich habe Fragen bzgl. „Wirksame Altersvorsorge“.
    Mein Arbeitgeber bietet an, eine ca. doppelt so hohe Summe auf das Konto „Betriebliche Altersvorsorge“ (Persönliches Vorsorgekapital) in 2020 noch steuerfrei einzuzahlen. Die Auszahlung der Abfindung ist für 2021 vorgesehen.
    Der Abfindungsrechner begrenzt die wirksame Altersvorsorge ja zurecht auf den Höchstbetrag. Auch wenn ich hier einen höheren Betrag bei Altersvorsorge eingebe. Die Steuern ändern sich dann ja auch nicht mehr.
    Ich würde mich auf die Zusage meines Arbeitgebers grundsätzlich mal verlassen und diesen höheren Betrag in die BAV einzahlen.
    Frage: Kann dieses Szenario in irgendeiner Form Auswirkungen A) auf die Anwendung der 1/5-Regelung haben (Der Betrag wäre >15% der gesamten Abfindung!) und B) zu möglichen Steuernachforderungen durch das Finanzamt kommen?
    Danke und freundliche Grüße
    KKMeck

    • Moin KKMeck,

      durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist es möglich 4% der Beitragsbemessungsgrenze x 10 Jahre (wenn der AG mitspielt) in die betriebliche Altersvorsorge (Pensionskasse, Direktversicherung, Pensionsfonds) zusätzlich steuerlich einzuzahlen. Das wären für 2020:

      Beitragsbemessungsgrenze 2020 (West) 82800€
      4% x 82800€ x 10Jahre = 33120€

      Beitragsbemessungsgrenze 2020 (Ost) 77400€
      4% x 77400€ x 10Jahre = 30960€

      Dieser Betrag wird von Deiner Abfindung abgezogen. Ganz Wichtig dabei: Nach Abzug dieses Betrages zum die „ZUSAMMENBALLUNG“ noch vorliegen, ansonsten ist die Fünftelregelung nicht mehr anwendbar. Der Privatier hat in Seinem Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ ein extra Kapitel hierzu verfasst.

      Gruß
      Lars

    • @KKMeck (Nachtrag)

      Im Feld Altersvorsorge (siehe Bedienungsanleitung) nur Sonderzahlung in die gesetzliche RV und/oder Rürup-Vertrag eintragen.

      Gruß
      Lars

      • Hallo Lars,
        danke für Deine zeitnahe Antwort.
        Wenn ich das jetzt korrekt interpretiere heißt das:
        Die Zusammenballung und damit Anwendung der 1/5-Regelung ist gewährleistet, wenn:
        –> Die Abfindungssumme, die ich 2021 erhalte, höher ist als die Summe aus dem Jahresgehalt und der Einzahlung in die Altersvorsorge in 2020!
        Beispiel:
        Jahresgehalt 2020: 60T€; Einzahlung in BAV 2020: 30T€;
        Abfindungssumme in 2021: >90T€ ==> 1/5-Regelung anwendbar 🙂
        Abfindungssumme in 2021: 1/5-Regelung NICHT anwendbar 🙁

        Korrekt?
        Danke und Grüße
        KKMeck

        • Moin KKMeck,

          ja, und zum Begriff/Definition der Zusammenballung:

          Zusammenballung der Einkünfte:
          Von einer Zusammenballung der Einkünfte spricht man, wenn der Steuerpflichtige infolge der Abfindungszahlung einschließlich aller anderen Einkünfte in dem jeweiligen Veranlagungszeitraum insgesamt höhere Einkünfte hat, als bei einer ungestörten Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses.

          „etwas abgeändertes“ Beispiel von Dir:

          Jahresgehalt 2020: 60K
          ausgehandelte Abfindung: 95K
          AG zahlt in die bAV: 30K
          Abfindungszahlung in 2021: 65K (95K – 30K = 65K)
          Abfindung (2021) 65K > Jahresbrutto (2020) 60K

          Damit ist eine Zusammenballung gewährleistet und die Fünftelregelung kann angewendet werden. Als angehender Privatier empfehle ich Dir das Buch von Privatier „Per Abfindung in den Ruhestand“. Im Kapitel 9.4.3 wird die „Vervielfältigungsregel“ ausführlich behandelt. Wichtig hierzu noch: die steuerliche Behandlung zwischen Alt- und Neuvertrag (Neuverträge Stichtag ab 01/2005).

          Und noch ein Hinweis vom Privatier (siehe im Buch S.339) … ich zitiere:

          „Der Aufhebungsvertrag sollte nach Möglichkeit keine Formulierungen aufweisen, bei denen von einer Aufteilung der Abfindung die Rede ist. Besser ist es, beide Vereinbarungen (Einmalzahlung in die bAV und Zahlung einer Abfindung) in getrennten und voneinander unabhängigen Passagen festzulegen“. … Zitat Ende

          Gruß
          Lars

          • Hallo Lars und Danke.
            === „Der Aufhebungsvertrag sollte nach Möglichkeit keine Formulierungen aufweisen, bei denen von einer Aufteilung der Abfindung die Rede ist. Besser ist es, beide Vereinbarungen (Einmalzahlung in die bAV und Zahlung einer Abfindung) in getrennten und voneinander unabhängigen Passagen festzulegen“. ===

            Was ist hierfür der Grund? AfA? KV? Ist doch aus meiner Sicht eine klare und transparente Aussage.

            Gruß
            KKMeck

        • Noch einmal zum Beispiel, damit das eindeutig und verständlicher wird: (… ungestörte Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses und damit Berücksichtigung der bAV Einzahlung)

          Du hast geschrieben, dass die bAV Einzahlung ca. ~/> 15% der Abfindung entspricht:

          Beispiel:
          Jahresgehalt 2020: 60K
          ausgehandelte Abfindung: 125K
          AG zahlt in die bAV: 30K
          Abfindungszahlung in 2021: 95K (125K – 30K = 95K)
          Abfindung (2021) 95K > Jahresbrutto (2020) 60K + 30K bAV Einzahlung = 90K

          damit wird es eindeutiger, Zusammenballung liegt vor. (bAV Einzahlung berücksichtigt)

          Zu Deiner Frage: … richtig, bei der Formulierung „Aufteilung“ im Aufhebungsvertrag (kann) kommt es zu Nachfragen vom AfA, FA und der KK. Wenn die bAV Einzahlung separat im Aufhebungsvertrag formuliert wird, liegt eine eindeutige Zuordnung für die „Vervielfältigungsregel“ nach §3 Nr.63 Satz 1 u.3 EStG vor.

          https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html

          Im Abfindungsjahr 2021 kannst Du unabhängig der vorgenommenen bAV-Einzahlung die weiteren Gestaltungsmöglichkeiten wie:

          – Sonderzahlungen in die Basis-Altersvorsoge (gesetzliche RV und/oder Rürup-Vertrag)
          – Vorauszahlungen KK-Beiträge

          nutzen.
          Du solltest aber bedenken, das Abfindungszahlungen sozialabgabefrei und mit der Fünftelregelung besteuert werden kann, die Einzahlung in die bAV ist zwar steuerfrei, beim späteren Rentenbezug ist die monatliche bAV-Rente mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, desweiterem sind KK+PV-Beiträge fällig (KK-Freibetrag 2020 ca.159,25€).

          Gruß
          Lars

          • ==Auf Nachfrage habe ich folgende Information vom Arbeitgeber erhalten==
            „Eine Zusammenballung von Einkünften kann dem Grunde nach auch dann vorliegen, wenn die Abfindung in zwei unterschiedlichen Kalenderjahren zufließt, wenn die Teilleistung (Nebenleistung) die im anderen Jahr gezahlt wird nicht mehr als 10 % der Hauptleistung beträgt oder wenn sie aus Gründen sozialer Fürsorge gezahlt wird und nicht mehr als 50 % der Hauptleistung beträgt. Leistungen aus sozialer Fürsorge sind z.B. Abfindungsbeträge, die in eine betriebliche Altersvorsorge (z.B. Direktversicherung, PVK) umgewandelt werden.“

            ==Eine ähnliche Aussage wird auf Steuerlinks.de publiziert==
            „Fließt die steuerpflichtige Gesamtentschädigung (Einmalbetrag zuzüglich zusätzlicher Entschädigungsleistungen) nicht in einem Kalenderjahr zu, so ist dies für die Anwendung des § 34 EStG grundsätzlich schädlich. Werden aber zusätzliche Entschädigungsleistungen, die Teil einer einheitlichen Entschädigung sind, aus Gründen der sozialen Fürsorge für eine gewisse Übergangszeit in späteren Veranlagungszeiträumen gewährt, sind diese für die Beurteilung der Hauptleistung als einer zusammengeballten Entschädigung unschädlich, wenn sie weniger als 50 v.H. der Hauptleistung betragen. Die Vergleichsrechnung ist hier durch Einnahmenvergleich vorzunehmen.“
            (Adäquate Formulierung auch auf haufe.de)

            Soweit, so gut!

            Allerdings fällt mir ein Unterschied zwischen beiden Aussagen auf:
            „…für eine gewisse Übergangszeit in späteren Veranlagungszeiträumen gewährt…“

            In meinem Fall würden die <50% der BAV-Zahlung in 2020 zutreffen, aber eben VOR uns nicht nach der Abfindungszahlung in 01/21!!

            Das macht mich dann schon etwas unsicher!!

            Wie beurteilt Ihr das?

            Danke und Grüße
            KKMeck

          • Moin KKMeck,

            der Privatier hat darauf im Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ unter Punkt 5.1.2 „Zahlung der Abfindung in mehreren Raten“ hingewiesen (Ausnahme eine 10%ige Vorauszahlung).
            Weiterführend auf S.104 sind dort unter Punkt 1-5 eine Reihe von Nachteilen aufgeführt, wenn die Abfindungszahlung in mehreren Raten (auf mehrere Jahre verteilte Abfindung) durchgeführt wird. KEINE ANWENDUNG DER FÜNFTELREGELUNG!

            Nicht dazu zählt die „Vervielfältigungsregel“ = steuerfreie (Teil)Einzahlung in die bAV.

            Im BMF-Schreiben vom 06.12.2017 unter Rz43 heißt es:

            „Beiträge an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung, die der Arbeitgeber aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses leistet, können im Rahmen des § 3 Nr. 63 Satz 3 EStG – zusätzlich zu den Beiträgen nach § 3 Nr. 63 Satz 1 EStG – steuerfrei belassen werden. Ein Zusammenhang mit der Beendigung des Dienstverhältnisses ist insbesondere dann zu vermuten, wenn der Beitrag innerhalb von drei Monaten vor dem Beendigungs-/Auflösungszeitpunkt geleistet wird. Die Vervielfältigungsregelung kann auch nach Beendigung des Dienstverhältnisses angewendet werden, wenn die Beitragsleistung oder Entgeltumwandlung spätestens bis zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbart wird.“

            Etwas weiterführende Literatur:

            https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/e/entlassungsentschaedigungen/#D063028000004

            Was versteht man unter soziale Fürsorgeleistungen des AG?

            – Zuschüsse des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer zur Erleichterung des Arbeitsplatz- oder Berufswechsels
            – Leistungen zur Anpassung an eine dauerhafte Berufsaufgabe und Arbeitslosigkeit
            – befristete Übernahme von Versicherungsbeiträgen
            – die befristete Zahlung von Zuschüssen zum Arbeitslosengeld
            – die befristete Weiternutzung des Firmenwagens
            – befristete Weiternutzung des Firmentelefons

            Gruß
            Lars

    • Noch einmal kurz zurück zur Ausgangsfrage:

      Der Abfindungsrechner kann nur Beiträge zur Altersvorsorge berücksichtigen, die in eine Basis-Altervorsorge eingezahlt werden. Dazu gehören die für jedermann zugängliche gesetzl. Rentenversicherung oder eine Rürup-Versicherung, sowie an spezielle Berufe gebundende Versorgungseinrichtungen.
      Betriebliche Altervorsorgen gehören nicht dazu und können vom Abfindungsrechner daher nicht berücksichtigt werden. Die steuerliche Behandlung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Eine kurze Zusammenfassung habe ich hier einmal erstellt:
      https://der-privatier.com/kap-7-riester-ruerup-co/#comment-30706

      Gruß, Der Privatier

      • Wwnn ich die Abfindung Anfang 2021 erhalte, kann ich aber doch die 51.574 in 2021 in die Rentenversicherung bzw. Rürup einzahlen (92% abzugsfähiger Anteil) und bin nicht an drei Monate nach der Abfindungsahlung gebunden ?

        Gruß,
        espe63

        • Einzahlungen in eine Rürup-Versicherung kann man das ganze Jahr über tätigen.

          Bei Einzahlungen in die gesetzliche Rente gibt es verschiedene Varianten, die in der Regel alle zunächst einen Antrag/Genehmigung benötigen.
          DIe Frist bis Ende März bezieht sich dabei ausschließlich auf freiwillige Monatsbeiträge, die für das Vorjahr gezahlt werden sollen. Andere Zahlungen sind über das ganze Jahr hinweg möglich.

          Gruß, Der Privatier

  14. Hallo Lars,
    danke für die Hinweise.
    Dann interpretiere ich das für mein geschildertes Szenario so:
    Anwendung der Fünftelregelung + steuerfreie Einzahlung in BAV-Konto –> ja + ja!

    Viele Grüße
    KKMeck

    • ja, von der ausgehandelten Abfindungssumme wird die bAV-Einmaleinzahlung abgezogen, die Restsumme dann 2021 als Abfindung auszahlen lassen. Aber!!! immer die Zusammenballung (Auszahlung 2021) im Hinterkopf behalten.

      Übrigens: im Buch vom Privatier auf S.337 (Kapitel 9.4.3 Vervielfältigungsregel) steht zu der Vervielfältigungsregel (Einzahlung bAV) folgendes:

      „Die steuerliche Vergünstigung wird aber nur gewährt, wenn die Einzahlung im unmittelbaren Zusammenhang mit der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses erfolgt. Ein solcher Zusammenhang ist dann gegeben, wenn die Zahlung entweder innerhalb von drei Monaten „vor“ dem Beendigungs-/Auflösungszeitpunkt geleistet wird oder „nach“ der Beendigung, wenn die Beitragsleistung spätestens bis zum Zeitpunkt der Beendigung vereinbart worden ist“

      Zitat Ende

      Gruß
      Lars

  15. Hallo,
    ich hätte eine Frage bzgl. diesem tollen Abfindungsrechner.
    Welche Steuerklasse ist der Eingabe meiner Werte zu Grunde gelegt.
    Vielen Dank.
    Harald

    • Gar keine.
      Je nach Häkchen bei Ehegattensplitting wird die Grund- oder die Splittingtabelle angewendet.

    • Der obige Abfindungsrechner berechnet die Einkommensteuer eines Veranlagungszeitraumes (ein Jahr). Dabei spielt die Steuerklasse keine Rolle.

      Die Steuerklasse wird nur benötigt, um die laufenden monatlichen Abzüge von Lohn/Gehalt zu berechnen (Lohnsteuer).

      Gruß, Der Privatier

  16. Super Teil, vielen Dank.
    Ihr Buch habe ich natürlich auch gekauft, allein der Fairness halber.
    Gibt es zu dem Thema Präferenzen bzgl. eines Steuerprogrammes oder sind die „üblichen Verdächtigen“ hier alle gut ?

    Nochmal vielen Dank und Gruß,
    espe63

    • Ich nutze schon seit seehr vielen Jahren die „Steuersparerklärung“ der Akademischen Arbeitsgemeinschaft und bin damit sehr zufrieden.
      Zu allen anderen kann ich nichts sagen, da ich sie nie ausprobiert habe.

      Es geht aber auch kostenlos mit der Elstersoftware.

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo. Fällt der Soli 2021 komplett weg auf eine Abfindung i.H.V 150 T EUR brutto? Bei „normalem Einkommen“ muss meines Wissens nach Soli weiter gezahlt werden bei einem sehr hohen Einkommen (ca. ab 100T EUR)

    • Es gibt keine Sonderregelungen für Abfindungen bzgl. der Soli-Berechnung. Es wird (mit oder ohne Abfindung) die Einkommensteuer berechnet und dann anschließend der sich daraus ergebende Soli-Beitrag.
      Der kann u.U. vollständg wegfallen, oder nur in geringem Maße erhoben werden, oder auch in voller Höhe zuschlagen. Die exakten Formeln können wir uns sicher ersparen – es ist einfacher, einfach mal mit ein paar Werten im obigen Rechner herumzuspielen (für 2021!).

      Gruß, Der Privatier

        • Ich glaube kaum, dass diese Überlegung richtig ist. Aber mir ist auch nicht so ganz klar, auf was sich die Aussage „bis zum 5fachen“ beziehen soll?
          Auf eine Abfindung? Auf die sonstigen Einkünfte?

          Wie dem auch sei: Die Freigrenze für den Soli bezieht sich immer auf die Einkommensteuer, nicht aber auf das Einkommen.

          Gruß, Der Privatier

          • Im Prinzip wird doch die Abfindung gefünftelt und mit diesem Betrag das zu verstuernde Einkommen, und damit im Zwischenschritt die Steuerschuld, ermittelt. Diese Steuerschuld wird mit 5 multipliziert damit die endgültige Steuerschuld ermittelt.
            Lt. Abfindungsrechner ist die Steuerschuld auf eine Abfindung (ohne weitere Einkünfte)das Gleiche als ein Fünftel der Abfindung als normales Einkommen und diese Steuerschuld daraus mal 5

          • @artdeco du schreibst es ja selber, Einkommenssteuer ist… Genau, die Zahl nach Multiplikation mit fünf ??

          • Ah, eine ganz wichtige Info.

            Hier hatte ich nämlich den Gedankenfehler, erst durch 5 zu teilen, dann die Steuer zu ermitteln (bis dahin ja auch korrekt) und dann auf den Fünftelbetrag den Soli zu ermitteln (der dann erfreulicherweise 0 wäre) und anschließend wieder zu multiplizieren.

            Aber klar, erst mal 5, dann anderen Einkünfte addieren und dann ganz am Ende den Soli oben drauf … leider …

  18. Hallo Privatier,
    Ich würde mir beim Abfindungsrechner wünschen dass man Beträge wie zum Beispiel Verluste aus Vermietung und Verpachtung oder Spenden eingeben kann. Ergibt eine wunderbare Spielwiese, um das Ganze zu optimieren.

  19. Hallo,

    ich habe bei meinen Berechnungen eine Auffälligkeit festgestellt und vermute, dass die Formel für die Steuerberechnung 2021 im niedrigen Steuerbereich nicht ganz passt.

    Konkret habe ich nur folgende Eingabewerte genutzt:
    Abfindung: 100.000
    Entgeltersatzleistungen: 5400
    Splitting

    Daraus ergibt sich für die Berechnung dann ein Betrag von 25.400 inkl. Entgeltersatzleistungen. Auf diesen Betrag wird dann 990€ Steuer Nach Check von mehreren Tools komme ich auf 1000€ und vermute die Formel für 2021 ist im unteren Bereich noch nicht stimmig.

    Es sind nur 10€ Unterschied, aber da es mir aufgefallen war, wollte ich es teilen, vielleicht hilft es ja 🙂

    Beste Grüße
    Chris

    • Vielen Dank. Ich bin immer dankbar für Hinweise auf Effekte, die unverständlich (oder auch falsch) sind.

      Im vorliegenden Fall bin ich aber recht sicher, dass der beschriebene Effekt nicht an der zugrunde liegenden Formel liegt, sondern auf Rundungseffekten basiert. Gerade im Zusammenhang mit der Fünftelregel multiplizieren sich einfache Rundungen sofort um den Faktor 5, so dass oft Abweichungen von 5€ entstehen. Wenn unterschiedliche Tools mal mathematisch korrekt und mal einfach nach unten runden, so kann sich u.U. auch schon mal eine Differenz von 10€ ergeben.
      Korrekt ist dabei übrigens jeweils immer eine Abrundung auf den nächsten vollen Euro. Und zwar mindestens an zwei Stellen: Beim zu versteuernden Einkommen und bei der sich ergebenden Steuer.

      Gruß, Der Privatier

    • Nun muss ich an dieser Stelle einmal kurz etwas korrigieren:

      Die von Chris-W beschriebene kleine Abweichung von 10€ in der Steuerberechnung für 2021 war doch kein Rundungsproblem, sondern ein Tippfehler in meiner Berechnungsformel.

      Ich bitte, den Fehler zu entschuldigen. Die aktuelle Version der Rechners ist korrigiert.
      Danke für den Hinweis.

      Gruß, Der Privatier

  20. Wieder mal eine hervorragende Hilfestellung vom Privatier, dieser Abfindungsrechner ist genau das, wonach ich suchte. Herzlichen Dank für Ihre Mühe.
    Dennoch habe ich eine Verständnisfrage zu den Entgeltersatzleistungen.
    In meinem konkreten Fall erziele ich durch Vorabeinzahlung priv. KV-Beiträge und Einzahlung in eine Rührupvers. ein neg. Einkommen von -€20.000. Dem stehen gegenüber Entgeltersatzl. von €8.600 für vier Monate ALG I Bezug zum Jahresende 2021. Gesamtwert daher negativ, kein Progressionsvorbehalt.
    Ich habe nun mit der Höhe der Entgeltersatzl. gespielt, z.B. bei nur einem Monat Bezug ALG I (Anmelden und nach 1 Monat wieder abmelden) ergeben sich €2.150, der neg. Wert wird dadurch logischerweise noch negativer.
    Bei der vereinfachten Fünftelregel wird dann dennoch nur das zu zu versteuernde Einkommen angesetzt, egal wie hoch die Entgeltersatzzahlung ist, solange nur das zvEohne Abfindung negativ ist. Das verstehe ich nicht. Spielt die Höhe der Entgeltersatzzahlung denn gar keine Rolle bei der Steuerberechnung, solange nur das zvEohne Abfindung ohnehin negativ ist?
    Vielen Dank für eine Erläuterung!
    Gruß Alexander

    • Sie haben die Zusammenhänge richtig erkannt und korrekt wiedergegeben. Ich kann aber auch verstehen, dass das Ergebnis verwunderlich ist und das dann Zweifel aufkommen. Ich gehe auch davon aus, dass dieser Effekt womöglich auch einigen Steuerberatern unbekannt sein dürfte. Es handelt sich hier eben um die „hohe Schule der Fünftelregel“ . 😀

      Im Ernst: Wenn Sie weiterhin Zweifel haben, empfehle ich Ihnen einmal die Lektüre des Einkommensteuerhandbuches des Bundesfinanzministeriums :
      Unter H 34.2 finden Sie im Beispiel 4 die Steuer-Berechnung beim Zusammentreffen von negativem verbleibenden z.v.E. und Einkünften, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Die kann man einmal selber nachrechnen. Im Grunde reicht aber schon ein Zitat aus diesem Beispiel: „dem Progressionsvorbehalt unterliegende Bezüge werden nur insoweit berücksichtigt, als sie das negative verbleibende z.v.E. übersteigen“

      Gruß, Der Privatier

  21. Hallo habe eine Frage
    Wie wirkt sich der Bezug vom Arbeitslosengeld auf die Besteuerung der Abfindung aus?

      • Genau! Und, um es noch ein wenig spannender zu machen: Es ist durchaus möglich, dass die Steuern das ALG1-Geld in ein Minus kippen lassen ??

        • Einfache Lösung (bin grad dabei, da der 31.12. Mein letzter offizieller Tag ist 😉 : Arbeitslos melden und ALG1 beantragen. Wenn der Bescheid da ist, bei der ArgfA im neuen Jahr „abmelden“ (stehe nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und möchte kein ALG1 beziehen) – schon hat man sich den Anspruch jedoch für 4 Jahre gesichert 🙂

    • Das Arbeitslosengeld selber zwar steuerfrei, es erhöht aber durch den Progressionsvorbehalt den Steuersatz für andere Einkünfte. Im Zusammenhang mit Abfindung und Fünftelregel können sich dadurch teilweise sehr nachteilige Folgen ergeben. Grundlagen und Beispiele in den folgenden Beiträgen:
      * Progressionsvorbehalt
      * Fünftelregel mit Arbeitslosengeld

      Und zum Ausprobieren mit den eigenen Zahlen ist der obige Abfindungsrechner das geeignete Mittel.

      Gruß, Der Privatier

  22. Hallo,

    erstmal vielen Dank für die Super Infosammlung hier, ich plane gerade das Jahr 2021 wo eine Abfindung im Januar reinkommt.
    Einkommen in 21 ist schon 0€, und KV Vorauszahlung und Rürup in Arbeit- Planung.

    Jetzt würde ja eig. auch noch die 2100€ Riester Zahlung dazu kommen wenn man den eine hätte, oder bin ich da falsch informiert?
    Macht zwar nicht so viel aus aber immerhin.

    Grüße

    • Ja, natürlich. Es gibt in einer vollständigen Steuerberechnung sicher noch eine ganze Reihe mehr Punkte, die zu beachten wären. Der obige Rechner soll ja nur eine grobe Abschätzung liefern und einfach zu bedienen sein. Deshalb wurde er auf die wichtigsten Punkte reduziert. Für eine vollständige (und genauere) Rechnung wäre dann ein Steuerprogramm (oder ein Steuerberater) zu empfehlen.

      Gruß, Der Privatier

  23. Danke! Endlich ein Abfindungsrechner, der auch negative Einnahmen neben der Abfindung vorsieht.

    Der Rechner bestätigt meine Empfehlung, durch zusätzliche Absetzbeträge ein leicht (zur Sicherheit) negatives Einkommen neben der Abfindung zu ereichen, aber alle darüber hinausgehenden „erkauften“ Absetzbeträge wie zusätzliche Einzahlungen in die Altersvorsorge zu lassen oder eher sogar im letzten Berufsjahr vorzunehmen, da der Spitzensteuersatz auf die reine Abfindung bei üblichen Abfindungen unter dem vom letzten Berufsjahr liegen dürfte.

    Gruß Holger

    • „Absetzbeträge…sogar im letzten Berufsjahr vorzunehmen“

      Kann ich bestätigen. Habe ich genau so gemacht. Bei mir war es Rürup, aber bei Einzahlungen in die GRV ist das genauso. Bei beiden allerdings darauf achten, dass im letzten Berufsjahr bereits Beiträge zur Altersvorsorge durch den AG eingezahlt worden sind und diese bei der steuerlichen Maximalsumme mit gerechnet werden!

      Gruß, Der Privatier

    • @Holger

      Beispiel, was die Höhe der max. Altersvorsorgeaufwendungen in die RV (z.B. nach §187a SGB VI) betrifft:

      Lediger, der 2020 über der RV-Beitragsbemessungsgrenze lag, den Spitzensteuersatz von 42% hatte und zum Jahresende 2020 aus dem Berufsleben ausgeschieden ist, in 2021 Dispositionsjahr einlegt, die Abfindung z.B. im Februar 2021 erhält. (Überprüfung der Zusammenballung infolge Abfindungszahlung ist gegeben/wurde geprüft, damit höhere Einkünfte als bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses = Voraussetzung zur Fünftelregelung damit vorhanden)

      In 2020 stellte der Ledige einen „Antrag zum Ausgleich einer Rentenminderung … nach §187a SGB VI“ und im Bescheid wurde die Höhe der Ausgleichszahlung mit xyz festgelegt. Der Ledige hatte in 2020 eine (Teil)Einzahlung in die RV vorgenommen.

      In 2020 konnte er nachfolgende max. Altersvorsorgeaufwendungen ansetzen:
      25046€ x 90% = 22541€

      Hiervon wird aber!!! der steuerfreien RV-Arbeitgeberanteil abgezogen und da der Ledige über der max. RV-BB-Grenze lag, beträgt dieser Anteil (Ledige wohnt in Westdeutschland):

      82800€ (RV-Beitragsbemessungsgrenze West) x 18,6% = 15400€ (Hälfte AG und Hälfte AN = 2x 7700€

      In 2020:
      22541€ – 7700€ (steuerfreier AG-Anteil) = verbleibende max. Altersvorsorgeaufwendungen = 14841€.

      In 2021:
      Der Ledige hat keinen AG mehr, deshalb kann er (max. Altersvorsorgeaufwendungen in 2021 = 25787€) 25787€ x 92% = 23724€ absetzen.

      Grundsätzlich bei freiwilligen Einzahlungen in die RV (z.B. §187a SGB VI) einen Beratungstermin buchen, eventuell schon im Vorfeld Formular V0210 aus dem Internet herunterladen, soweit wie möglich ausfüllen, Fragen oder Unklarheiten beim Beratungstermin abklären. Die jeweilige Beratungsstelle leitet dann den Antrag an den DRV-Bund weiter.

      Gruß
      Lars

      • Hallo Lars, ich habe Deine Zahlen nicht nachgerechnet (wird schon stimmen), aber es gibt einen entscheidenden Punkt, der nicht richtig dargestellt ist!

        Die Aussage:
        In 2020:
        22541€ – 7700€ (steuerfreier AG-Anteil) = verbleibende max. Altersvorsorgeaufwendungen = 14841€.

        ist so nicht richtig. Korrekt wäre:
        In 2020:
        22541€ – 2*7700€ (AG-/AN-Anteil) = verbleibende max. Altersvorsorgeaufwendungen = 7114€.

        Zumindest gilt das, wenn mit „verbleibende“ AVO der Anteil gemeint ist, der zusätzlich zu den bereits während der Beschäftigung eingezahlten Beiträge steuerlich berücksichtigt werden kann.

        Gruß, Der Privatier

        • Ja, ist korrekt, die 7114€ ist der Betrag der noch „zusätzlich“ eingezahlt werden kann, 14841€ ist die Summe aus: RV AN-Anteil, der schon vom Lohn abgeführt wurde + „zusätzliche“ Einzahlung, um die max. Altersvorsorgeaufwendungen (abgestellt aufs Beispiel) auszuschöpfen (steuerfreie RV AG-Anteil dabei berücksichtigt).

          Noch etwas anderes:

          Vor einigen Tagen hatten wir diskutiert, ob ALG1 die max. Altersvorsorgeaufwendungen minimiert. Ich habe einen älteren Steuerbescheid überprüft, damals 3 Monate Insolvenzgeld und 3,5 Monate Transferkurzarbeitergeld bezogen. Im Steuerbescheid wurden bei den max. Altersvorsorgeaufwendungen:

          – 4 Monate RV AG-Beitrag (alter AG)
          – 1,5 Monate RV AG-Beitrag (neuer AG)

          abgezogen, d.h. Insolvenzgeld und das Transferkurzarbeitergeld blieben außen vor. Das deckt sich mit deiner und Snoopys Aussage.

          (ok, ALG1 ist kein Insolvenzgeld oder Transferkurzarbeitergeld, … sie stellen aber auch steuerfreie Lohnersatzleistungen dar – den Progressionsvorbehalt lasse ich jetzt mal weg).

          Gruß
          Lars

          • Hallo Lars,

            ich beschäftige mich gerade mit dem Thema „maximale Altersvorsorgeaufwendungen und Bezug vom ALG1“. Beide Sachen natürlich im Jahr einer Abfindungszahlung.

            Es freut mich zu lesen dass bei dir in der Zeit des Bezugs vom Transfer-KUG/Insolvenzsgeld die Rentenbeitragszahlungen an die DRV im Steuerbescheid nicht aufgeführt wurden.

            Das führt zur Annahme dass solche Zahlungen den maximalen Altersvorsorgeaufwendungen-Betrag nicht mindern.

            Allerdings wäre auch noch zu berücksichtigen dass Transfer-KUG und ALG1zwar beide Lohnersatzleistungen sind, aber gewisse kleine Unterschied doch bestehen, beispielsweise zahlt bei Kurzarbeit Null, allein der Arbeitgeber den gesamten RV-Beitrag, beim ALG1 aber die Arbeitsagentur (natürlich nur bezogen auf 80% des ehemaligen Lohns/Gehalts).

            In Corona-Zeiten und im Falle von Transfer-KUG bekommt der Arbeitgeber die RV-Beiträge von der Arbeitsagentur erstattet, das ist aber eine andere Geschichte.

            Zusammengefasst: ich bin bisher mir nicht sicher ob der Bezug vom ALG1 den maximalen Betrag für die Altersvorsorgeaufwendungen mindert oder nicht.

            Frage 1:

            Hast du Anhand einer Renteninformation geprüft ob für diese Zeiten auch die entsprechenden Rentenpunkte (bzw. Rentenzeiten) deinem Rentenkonto gutgeschrieben wurden?

            Frage 2:

            Du hast folgendes geschrieben: „Vor einigen Tagen hatten wir diskutiert, ob ALG1 die max. Altersvorsorgeaufwendungen …….“
            Wer ist in dem Fall mit „wir“ gemeint, wo und wann genau war das? Hier im Blog? Bestimmt, aber wo genau?

            Viele Grüße

            eLegal

  24. Hallo Privatier, hallo Mitleser,

    im ersten Satz dieses Beitrags heißt es: „Eine der ersten Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer Abfindung ergeben, ist die Frage, was denn am Ende überhaupt davon übrig bleibt.“

    Ich habe den Rechner jetzt ein paar Mal benutzt und interessante Erkenntnisse zur Steuerlast gewonnen. Eines aber fehlte mir: Ich musste immer selber ausrechnen, „was denn am Ende (…) übrig bleibt.“

    Daher mein Vorschlag, ein weiteres Feld am Ende hinzuzufügen, in dem das Ergebnis steht.
    Die Plus-Seite ist selbsterklärend, oder?
    Auf der Minus-Seite sind die Beträge, die man steuerwirksam ausgibt, ja erstmal weg und ich kann (vorläufig) nicht mehr darüber verfügen; also werden sie abgezogen, genau wie die Steuerschuld.

    + Abfindung
    + Jahresbrutto
    + Entgeltersatzleistungen
    – Altersvorsorge
    – Krankenkasse
    – Steuern
    —————-
    = Ergebnis
    ================

    Wie ist eure Meinung dazu?

    Viele Grüße,
    Bert.

    • Unter Ergebnis könnte man aber auch das verstehen, was einem der AG von der Abfindung „netto“ auszahlt; KV und RV werden ja im Regelfall nicht direkt einbehalten, sondern später vom Abfindungsnehmer an die jeweiligen Träger gezahlt.
      Das nächste Fragezeichen ist beim Jahresbrutto (sonstige Einkünfte): sind davon Steuern einbehalten worden oder nicht?
      Wir hätten dann mehrere mögliche Ergebnisse und müssten die erst mal definieren. Aber selbst eine saubere Definition würde nicht davor schützen, dass manche ihr „Ergebnis“ falsch verstehen.
      Mir erscheint es nachvollziehbar, dass sich der Privatier diesen Schuh nicht angezogen hat, sondern (Keep It Short and Simple) nur ausgibt was in Summe an EkSt zu zahlen ist.
      Wer eine Abfindung erhält, der muss halt dreistellige Zahlen für eine Überschlagsrechnung addieren und subtrahieren (man nehme nur volle Tausender dafür).

      • jo, der hier überwiegend angeprochene Personenkreis, könnte eventuell auch in der Lage sein dies via Kopfrechnung bis zur Zehnerstelle hinzu bekommen. Für die exakte Berechnung mit Übernahme der Verantwortung wäre dann der Steeuerberater wieder zuständig.

      • Wohl gesprochen die Damen/Herren!
        Aber mir scheint bei vielen nicht einmal der Punkt klar, was für wie lange an GKV zu zahlen ist, bzw. wie hoch die ALG-Leistungen sind. Es wird eher eine statistische Inflation ohne Berücksichtigung des eigenen Warenkorbes diskutiert, als sich mit Lebens- und damit Ausgabenplan der Zukunft auseinander zu setzen.
        Trotzdem stimme ich zu, der Rechner hier ist klasse und reicht völlig aus, selbst ohne Beherrschung der Plutifikation 😉
        MbG
        Joerg

    • Ok, ich ziehe den Vorschlag zurück 🙂
      Eine falsche Interpretation des Werts für das Ergebnis ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich bin halt etwas faul und dachte, ich könnte mir den zusätzlichen Schritt abnehmen lassen, weil es ja darum ging, herauszufinden, was am Ende übrig bleibt.

      Bert

      • Melde dich bei abfindungsinfo, der Thomas Schulze schickt dir dann seinen Abfindungsrechner (Excel-Datei) zu, die auch ein Nettoergebnis zeigt. Kostet dich nichts, außer deiner email-adresse. Du bist dann auf seinem Newsletter 😉

    • Auch wenn der Vorschlag schon zurückgezogen ist, hier noch kurz ein Kommentar von mir dazu:

      Der Vorschlag ist verständlich und wahrscheinlich gibt es auch noch weitere Nutzer, die das gerne sehen würden. Ich selber habe bei der Entwicklung des Rechners auch kurz darüber nachgedacht, habe es aber schnell wieder verworfen. Die wesentlichen Gründe hat eSchorsch bereits sehr gut aufgezählt.

      Es wird also keine Ergänzung in dieser Richtung geben. Ein bisschen selber rechnen kann ja auch nicht schaden. 😉

      Gruß, Der Privatier

  25. Hallo Zusammen,
    ich habe nicht vor in den Ruhestand zu gehen, dafür bin ich zu Jung. Habe trotzdem das Buch besorgt, und habe viele Hilfreiche Tips bekommen. Danke dafür.

    Eine Abfindung steht mir vor, und wie es aussieht kann die Januar 2022 ausbezahlt werden.
    Mit den 1/5 Regeln sieht es so aus, dass es kaum sich lohnt 2022 zu arbeiten. Bis 40 000 Euro einkommen wurde ich quasi bezahlen um zu arbeiten.

    Aber, falls ich nun statt in Deutschland, 2022 z.B. in Schweden fange an zu arbeiten, was passiert? Abfindung wird ja trotzdem in Deutschland versteuert, aber das Gehalt in Schweden.
    Wurde das Gehalt in Schweden auch als Basis für die 1/5 Steuerregelung gelten?

    Weiss jemand hier Bescheid?

    Danke im Voraus,

    Filip

    • Hallo Filip,
      meine Situation ist sehr ähnlich! Nur 1 Jahr vorgezogen 😉 Bei mir sind es auch 40 T Unterschied (Abfindung 150T), die Abfindung kommt in den nächsten Tagen.

      Im Rahmen des Zuflussprinzips zählt die Abfindung ja zu diesem Steuerjahr.. Leider ist es so, dass für das Jahr des unterjährigen Wegzugs (bei mir 2021, bei dir dann 2022) in der Steuererklärung dein Welteinkommen angeben musst, was in dem Jahr tatsächlich unter den Progressionsvorbehalt fällt.
      Ich habe mich vor 4 Wochen auch aus Deutschland abgemeldet und bin etwas zurückhaltend deswegen beim Puschen meinen Side-Businesses (musste mein Gewerbe auch in D abmelden)..
      Um dann komplett rauszukommen , sollte man folgendes beachten:
      „Die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland endet, wenn der inländische Wohnsitz aufgegeben wird und man im Anschluss auch seinen gewöhnlichen Aufenthalt nicht im Inland hat, sich also nicht mehr als sechs Monate pro Kalenderjahr in Deutschland aufhält (183-Tage-Regelung).“ Das schließt außerdem mit ein, dass du keine Verfügungsgewalt über einen Wohnsitz in D haben darfst (Schlüssel zu Wohnung)

      Ein passender Steuerberater wäre Michael Wohnfahrt! findest du zB hier https://www.easydigitax.de/wohnsitz-abmelden/ oder in einer FB Gruppe „Rechtssicher auswandern & Steuern sparen“

      • Das Problem hierbei ist, wenn er vor 2022 auswandert, ist er zwar in 2022 nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig, aber dann beschränkt steuerpflichtig.
        Weil er 2022 in DE eine Abfindung erhält, ist diese auch in DE zu versteuern.
        Das würde doch bedeuten, die Abfindung wird beschränkt versteuert. Also Steuerklasse 6, keine Freibeträge, Steuerabzug ab dem ersten Euro.
        Dann noch Einkünfte in 2022 in Schweden, im Jahr der Abfindungsauszahlung. Das kann doch nur kontraproduktiv sein.
        Also meine Meinung dazu, in 2022 keine Einkünfte erzielen und sehen, dass man die unbeschränkte Steuerpflicht behält.
        Ich habe meine Abfindung im Januar diesen Jahres erhalten und werde zum Ende des Jahres auswandern. Dieses Jahr keine weiteren Einkünfte.

        • Habe nun meine Abfindung erhalten. Trotz genauer Anweisung an die HR Dame würde ich in Stkl 6 gepackt. Evt weil ich mich vor Auszahlung aus D abgemeldet habe ?
          Trotzdem sind von 150T noch 106T übergeblieben. Kommt mir für StKl 6 „viel“ vor jedoch ? Hätte gedacht, bei Stkl 6 würden direkt über 40 % abgezogen werden…
          Naja… Geld zurückholen mit der Steuererklärung nächstes Jahr…

          • Das ist bei mir und einem anderen Kollegen auch so. Mein Kollege ist erst zum 31.12.20 bei der Firma ausgeschieden, ich zum 30.09.20. Es wurde bei uns beiden, Abfindung im Januar 2021, die St.kl.6 berechnet. Allerdings kommt mit der Februar Abrechnung eine Überrechnung mit den jeweiligen persönlichen Steuermerkmalen. Das ist so, weil unser alter AG, die Elsterdaten neuerdings erst im Februar bekommt. Haben aber auch im Vorfeld unterschrieben, das wir 2021 keinen neuen AG haben werden.
            Bei 150000 Euro sind die Abgaben auf eine Abfindung ja auch noch nicht sehr hoch, dank der Fünftelregelung. Wenn keine weiteren Einnahmen hinzu kommen.
            Was mir hier Sorgen machen würde, wäre der frühzeitige Wegzug. Nicht das Sie deswegen nur noch beschränkt Steuerpflichtig bleiben. Ausgewanderte Rentner, die durch die Abmeldung in die St.kl.6 rutschen, können ein Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht beim Finanzamt Brandenburg stellen. Ansonsten könnte das sehr teuer werden.
            Auch mit ihrem Business, könnte ich mir vorstellen, das es Sinn macht, es erst im nächsten Jahr anzumelden. Aber Sie haben ja geschrieben, das Sie einen guten Steuerberater haben. Wäre schön von Ihnen zu hören, wie das ausgeht. Welche Einkommenssteuerart bei der Steuererklärung da zur Anwendung kommt. Wohin sind Sie ausgewandert, wenn man fragen darf?
            Stecke selber in der Vorbereitungsphase.

          • @Alexander-O: Ich musste Ihren Namen etwas erweitern. Bitte nur diese Version benutzen.

            Gruß, Der Privatier

  26. Hallo Privatier,
    bis jetzt bin ich davon ausgegangen, dass auf Abfindungen keine Sozialversicherungsabgaben gezahlt werden müssen; allerdings scheint es ja doch je nach Fall durchaus möglich zu sein. Meine Frage wäre nun, ob diese Abzüge dann auch im Jahr darauf steuerlich geltend gemacht werden könnten? Würde eigentlich auch ein Gewerkschaftsbeitrag (falls keine eine rechtzeitige Kündigung erfolgt) von der Abfindung (1%) abgezogen?
    Gruß Claudia-D

    • Meines Wissens werden Gewerkschaftsbeiträge nur auf reguläre Monatslöhne erhoben, nicht auf Einmalzahlungen wie eine Abfindung. Aber selbst wenn man Gewerkschaftsbeiträge auf die Abfindung abführt, dann wären die bei der Steuer absetzbar.

      Dito SV-Abgaben. Zahlt man welche, kann man sie im Rahmen der Möglichkeiten bei der Steuer absetzen.

      Zur Sicherheit (weil Du etwas vage „auch im Jahr darauf“ schriebst): In 2021 geleistete Beiträge können natürlich nur in der Steuererklärung für 2021 angegeben werden 😉

    • Zum Gewerkschaftsbeitrag: Normalerweise wird lediglich der Monatsbeitrag abgezogen, der bei der Gewerkschaft hinterlegt ist. War auch bei mir so.
      Vielleicht noch ein Tipp am Rande: Sollte man nach dem Arbeitsplatzverlust nicht gleich wieder eine Stelle antreten, kann man den zukünftigen Gewerkschaftsbeitrag entsprechend senken lassen.

  27. Hallo Privatier,

    Erstmal vielen Dank für die sehr hilfreiche Seite. Ergibt viel spannende Lektüre 🙂
    Eine kurze Frage zum Abfindungsrechner.
    Im Jahr der Auszahlung der Abfindung arbeite ich zwar nicht, meine Frau bezieht aber noch Gehalt (gemeinsam veranlagt). Müssen im Feld „Altersvorsorge“ auch die von ihr entrichteten AN Beiträge berücksichtigt werden, oder kommt hier nur meine Sonderzahlung an die gesetzliche RV rein? Im Falle von ALG1 werden die von der AfA entrichteten Beiträge ja auch nicht bei der Eingabe berücksischtigt, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Gruß
    Torsten

    • Wie es der Zufall so will, schreibe ich gerade an einem Beitrag, der diese Zusammenhänge und die erforderlichen Berechnungen noch einmal inkl. Beispiele erläutern soll. Der Beitrag wird voraussichtlich am Dienstag morgen veröffentlicht.

      Der Abfindungsrechner ist bewusst sehr einfach gehalten und kann daher für die Sonderausgaben zur Altersvorsorge nur eine Angabe verarbeiten. Für eine exakte Berechnung würde man mindestens vier Eingaben benötigen: Jeweils AG-/AN-Anteil von zwei Ehepartnern, ggfs. noch zzgl. freiwilliger Einzahlungen.
      Dennoch kann man die steuerliche Wirkung der Altersvorsorge recht gut kalkulieren, wenn man in dem Eingabefeld die Summe aller von den steuerpflichtigen eingezahlten Beiträge einträgt, also freiwillige Zahlungen plus AN-Anteile. Dafür sollte man dann aber die Maximalgrenze vorher selber festgestellt haben. Wie das im Detail geht, erläutere ich in dem oben angekündigten Beitrag.

      Gruß, Der Privatier

    • Hi Torsten,
      bei Zusammenveranlagung gehören die Einkünfte deiner Frau mit in den Rechner. Und damit arbeitet sie im schlimmsten Fall nur für die Steuer. Deshalb wählte ich bei unserer ersten Abfindung getrennte Veranlagung (Häkchen beim Rechner entfernen)
      MbG
      Joerg

  28. Ich habe eine Frage zur Nutzung des Rechners. Folgendes Szenario:
    (Jahr 2022)
    Ehemann: 80.000

    Ehefrau: ALG1 ca. 17.000
    Abfindung Ehefrau: 211.000

    Beide in der gesetzlichen KK.

    Wir wollen ausrechnen, was wir an Steuern durch Rürüp Einzahlung optimieren könen.

    Jetzt will ich durch den Rechner herausfinden, was der Unterschied bei getrennter und gemeinsamer Veranlagung ist. Wie benutze ich ihn dann?

    Bei gemeinsamer Veranlagung gebe ich alle Daten in das Sheet ein von beiden Personen und setze das Häkchen in der Checkbox, oder?

    Und wenn ich dann die getrennte Veranlagung berechnen möchte, dann gebe ich nur die Daten von Ehefrau ODER Ehemann ein und rechne dann beides (im Kopf) zusammen? Oder die von beiden und ohne den Checkbox Haken?

    Danke für Hilfe!
    PS: ich wurstel mich gerade so durch, um die optimale Lösung für uns zu finden. Ich dachte ggfs. an Rürüp, KV Beiträge bei freiwillig verischerten Angestellten vorausbezahlen, das weiß ich nicht, ob das geht?
    Für Tipps bin ich auch offen und dankbar!

    • „Und wenn ich dann die getrennte Veranlagung berechnen möchte, dann gebe ich nur die Daten von Ehefrau ODER Ehemann ein und rechne dann beides (im Kopf) zusammen? „

      Genau so ist es richtig. Und natürlich den Haken beim Ehegattensplitting dann nicht setzen.

      Gruß, Der Privatier

    • Bei den vielen denkbaren Optionen und Varianten verliert man leicht den Überblick. Das kennen wohl alle, die neu in dieses Themengebiet eingestiegen sind. Damit das nicht passiert:

      Aufschreiben!
      1.) Jeder Variante einen Namen / eine Überschrift geben
      2.) Alle Werte, die eingegebenen und ausgerechneten, so dazuschreiben, wie es im Abfindungsrechner dargestellt wird.
      3.) Platz für Ergänzungen lassen

      Wer mag, tut das ganz klassisch auf Papier; eine Tabellenkalkulation ist aber meist flexibler, wenn man mal etwas umordnen, ergänzen oder verschieben möchte.

      Gruß, Bert

  29. PS, ob es sich vielleicht lohnen wird, das ALG1 im Jahr 2022 zu pausieren, und dann erst 2023 weiter zu beziehen, das müsste ich auch noch klären glaube ich. (Dann muss ich mich aber selbst krankenversichern gesetzlich freiwillig mit dem Mindestbeitrag in ganz 2022, da ich erst wieder 2024 in die Familienversicherung könnte). Ich denke aber, dass ich wieder arbeiten gehen werde nach dem Jahr der Abfindung. Und dann lohnt das wahrscheinlich auch nicht…

    • Oder sich für 2022 eine Reise außerhalb der EU gönnen, sich bei der gesetzlichen KV auf „Anwartschaftsversicherung“ stellen lassen – kostet ca. 60 € im Monat – und sich für die Reise privat krankenversichern, kostet ab 3 EUR pro Tag.
      Geht aber nur für Reisen außerhalb der EU. Innerhalb der EU gilt die gesetzliche KV und damit kann man sich nicht freistellen lassen.
      (Und ja, natürlich erst, wenn Corona bis dahin im Griff ist.)

  30. Wie ich verstanden habe, beeinflusst AGL1 den Progressionsvorbehalt. Außerdem ist es ausschlaggeben wann es ausbezahlt wird.
    Ich arbeite nur bis Ende November, habe mit meinem Arbeitsgebber aber vereinbart, dass meine Abfindung Januar 2022 ausbezahlt wird.
    AGL1 in Jahr 2022 werde ich nicht beziehen da es auf meine Nettoeinkommen negativ auswirkt.

    Theoretisch konnte ich AGL1 i Dezember beantragen, aber das wurde dann in Januar 2022 ausbezahlt und somit den Progressionsvorbehalt für 2022 beeinflussen. Also besser nicht AGL1 auch nicht für Dezember 2021 beantragen.

    1. Habe ich das korrekt verstanden?

    Das wurde dann bedeuten, dass ich schon AGL1 für in Dezember 2022 beantragen kann, ohne dass es das Progressionsvorbehalt 2023 beeinflusst. (da es erst 2023 ausbezahlt wird)

    2. Auch korrekt? (falls 1. Korrekt ist)

    Jetzt wird interessant. Falls 1, und 2. korrekt ist;
    Ich beantrage AGL1 in November 2022. Das wird dann normalerweise in Dezember 2022 ausbezahlt und beeinflusst den Progressionsvorbehalt 2022. Da will ich aber nicht, also beende ich mein Bankkonto vor die Ausbezahlung kommt. Das Geld kann nicht auf dem Konto, und geht zurück an Geldauszahler. Vor das geklärt ist, haben wir schon 2023… November AGL1 kommt erst auf meinem (neuen) Konto 2023.
    Gehört dann November AGL1 Steuerjahr 2023 (oder doch 2022)

    • ALG1 wird gegen Ende des jeweiligen/laufenden Monats gezahlt. Bei mir kam die Kohle immer zwischen dem 27. und 30..
      Ausnahme wäre wenn dein Antrag sehr kurzfristig gestellt wird und der Antrag Ende Dezember noch gar nicht beschieden ist. Dem kann man aber entgegenwirken, indem man den Antrag bereits im November (mit Wirkung zum 01.12) stellt.

      „Das wurde dann bedeuten, dass ich schon AGL1 für in Dezember 2022 beantragen kann, ohne dass es das Progressionsvorbehalt 2023 beeinflusst. (da es erst 2023 ausbezahlt wird)“
      Schreibfehler, soll einmal mehr ’22 bedeuten, oder?
      Zu dem Dezemberwirrwar mit Auszahlen auf das nicht existente Bankonto: ich weiss nicht wie das Amt darauf reagiert und was dann auf der Bescheinigung steht. Der Teufel ist ein Eichhörnchen. So eine Amtsüberweisung wird ein paar Tage im Voraus eingestellt, vielleicht ist da ein SB sehr engagiert und klärt das noch im Dezember für dich.
      Falls Du Ü58 bist und auf das genaue Dispojahr angewiesen bist, dann melde dich zum 1.12.22 arbeitslos und melde dich am 2.12.22 wieder ab. Der eine Tag ALG1 macht den Kohl nicht fett. Kriegste eh keine 24 Monate, dann kannste das Dispojahr auch auf 13 Monate ausdehnen https://der-privatier.com/kap-9-3-2-9-hinweise-zum-dispositionsjahr-verlaengerte-rahmenfrist/

      • Das mit dem Schreibfehler ist korrekt. Ich meinte 2022.

        Ich bin unter 50, und muss irgendwann wieder arbeiten.

        2021.06.01 – 2021.11.30 Kündigungszeit.
        Dezember 2021 (Beschäftigungslos/Arbeitslos). Wie ich verstanden habe ist es sinnlos das AGL1 zu beziehen weil es erst 2022 ausbezahlt wird, und somit zum Steuerjahr 2022 gehört–
        2022 kein AGL1 beziehen
        2023 AGL1 bis ich eine Arbeit finde. Gehe davon aus dass ich nicht alle Monate brauche, deswegen möchte ich falls die so früh wie möglich verbraten…

        Deswegen habe ich gedacht dass ich dann schon Dezember 2022 AGL1 Beantragen konnte.
        Danach kam die Schnappsidee schon für November AGL1 zu beantragen und Bankkonto kündigen um Auszahlung zu verzögern..

        Das irgendwelche Behörden alles Versucht schnell Geld auszuzahlen kann ich mich nicht vorstellen.

        Noch fieser wäre die Arbeitsagentur eine eine falsche Kontonummer zu geben, z.B von einem Kumpel. Schon in August 2022 AGL1 beantragen, Geld wird an „falschen“ Konto paar Monate ausbezahlt. In Januar 2023 meldet sich der Kontoinhaber bei Arbeitsagentur und fragt warum er Geld bekommen hat. Gleichzeitig melde ich mich und fragt wo mein Geld ist. Chaos pur… am ende bekomme ich das Geld erst Februar 2023 oder so…..

        Ganz Theoretisch, zu welchem Steuerjahr gehört das Geld?

        • Ich würde nicht auf hätte, hätte, Fahrradkette spekulieren.
          Auf dem Antrag steht die von dir eingetragene Kontoverbindung, diese IBAN steht dann auch auf deinem Bescheid. Das Amt hat alles richtig gemacht, weshalb sollte sich das Amt darum bemühen deinen Fehler samt nachfolgender Unterlassung nachträglich auszubügeln? Mal daran gedacht, dass dein Ex-Kumpel dauerhaft ein halbes Jahres-ALG reicher bleiben möchte 😉

          Zu deiner Abschlußfrage: Einnahmen sind dem Kalenderjahr steuerlich zuzuordnen, in dem sie zugeflossen sind (Zuflussprinzip). Das funktioniert sogar in der Praxis: Mein ALG1-Start war der 31.12.18, das ALG für diesen Tag wurde aber erst Ende Januar 19 überwiesen, in der Bescheinigung für das Finanzamt wurde dieser Tag dem Jahr 2019 zugerechnet.
          Viel Glück!

  31. Hallo Herr Ranning,
    ich bin neu hier und möchte mich zuerst einmal für Ihr geniales Buch und Ihre Webpage bedanken. Vielen, vielen Dank, das Buch ist jeden Euro mehr als wert !!

    Meine Theorie zu steueroptimierung von Abfindungen:
    – Abfindungen in das folgende Kalenderjahr verschieben, möglichst ohne weitere zvE
    – Arbeitgeber fragen, ob er die Zahlungen für den Rentenabschlag ab 63 komplett an die DRV direkt überweisen kann, Betrag wird dann von Abfindung abgezogen (somit zu 100% steuerfrei)
    – Arbeitgeber fragen ob Summe für KV Vorauszahlung (3 Jahre) als Einmalzahlung im Ausscheidejahr bezahlt werden kann (dann auch von Abfindung abziehen) und der Arbeitnehmer dann exakte diese Summe selber an die KV bezahlt (somit zu 100% steuerfrei)

    Das Ergebnis wäre, dass beide Zahlungen aus der Abfindungssumme zu 100% steuerfrei wären und die zu versteuernde (ausbezahlte) Abfindung minimal ist.

    Stimmt meine Theorie oder sehen Sie Gegenbeispiele ?

    Beste Grüße
    No_Limitz

    • dazu kann ich Dir vielleicht schon mal folgendes sagen:

      zu 1.
      das ist eine gute Idee, wenn Du in dem Folgejahr weniger Einkünfte hast, als in diesem Jahr.

      zu 2.
      der Arbeitgeber kann natürlich den Rentenabschlag für Dich einzahlen. Dann ist bis zu einem gewissen Betrag die Hälfte steuerfrei. Bei einem großen Rentenabschlag sollte das jedoch ein Steuerberater durchrechnen. Bei mir war es steuerlich zum Beispiel in Summe wesentlich günstiger, wenn ich einen Teil vorher einzahle und den anderen Teil im Folgejahr, wenn die Abfindung fließt.

    • Moin NO_Limitz,

      wir hatten die RV-Frage hier schon öfters diskutiert. Hierzu wäre es wichtig und angebracht, einen Steuerberater (so wie David vorgeschlagen hat) zu konsultieren. Erst einmal muss hierzu das Formular V0211 vom AG und V0210 von dir ausgefüllt und bei der DRV eingereicht werden. Die DRV prüft, ob du berechtigt bist, nach §187a SGB VI Beitragszahlungen zu tätigen.
      Wichtig: Einen Beratungstermin bei der DRV buchen! (Empfehle ich immer)

      und Check … „Zusammenballung der Einkünfte“

      Zur steuerlichen Situation RV-Einzahlung:
      Die erste Hälte (50%) vom Betrag ist steuerfrei, die zweite Hälte kann mit der günstigen Fünftelregelung versteuert werden.

      Die Summe ist „SOZIALABGABEFREI“, dazu gab es eine Stellungnahme vom GKV Spitzenverband.

      siehe Link unter Punkt „Sozialversicherungsrechtliche Behandlung“:

      https://sozialversicherung-kompetent.de/rentenversicherung/versicherungsrecht/758-beitragszahlung-vorzeitige-inanspruchnahme-altersrente.html

      ???
      – Arbeitgeber fragen ob Summe für KV Vorauszahlung (3 Jahre) als Einmalzahlung im Ausscheidejahr bezahlt werden kann (dann auch von Abfindung abziehen) und der Arbeitnehmer dann exakte diese Summe selber an die KV bezahlt (somit zu 100% steuerfrei)

      Das verstehe ich jetzt nicht, wieso AG fragen … ? Die Vorauszahlung für die 3 Jahre tätigst du und dazu muss deine KK ihr ok geben. Punkt unbedingt abklären, ansonsten eventuell einen KK-Wechsel in Betracht ziehen.

      Gruß
      Lars

      • @Lars,

        „Die Summe ist „SOZIALABGABEFREI“, dazu gab es eine Stellungnahme vom GKV Spitzenverband.

        siehe Link unter Punkt „Sozialversicherungsrechtliche Behandlung“:“

        Danke für den Link und die wichtige Info. Damit müsste man dem Steuerberater konfrotieren, auf dessen Link ich in meine Antwort an No_Limitz verwiesen habe.

        VG eLegal

    • Soweit ich sehen kann, sind die Fragen bereits weitgehend beantwortet. Ich fasse einmal zusammen:
      1. Eine Einzahlung von Ausgleichzahlungen an die DRV durch den AG ist möglich. Ob das sinnvoll (insbesondere VOR der Zahlung einer Abfindung) sollte vorab durch einen Steuerberater berechnet werden.
      2. Eine Einzahlung durch den AG ist zu 50% steuerfrei. Die restlichen 50% werden als Teil der Abfindung gewertet und können daher u.U. mit Fünftelregel versteuert werden. Als Bestandteil der Abfindung sind darauf keine Sozialabgaben zu zahlen.
      3. Eine Vorauszahlung von KV-Beiträgen wird nicht vom AG durchgeführt. Ansonsten bitte die hier bereits erwähnten Vorgehensweisen beachten.

      Gruß, Der Privatier

    • Noch ein Hinweis zur die Vorauszahlung von KK-Beiträgen:

      Hierzu im Buch noch einmal das Kapitel 7.7 „Vorauszahlungen von Krankenkassenbeiträgen“ ab S.271 lesen, falls Fragen offen sind, dann hier im Blog noch einmal nachfragen. Falls die KK der Vorauszahlung zustimmen sollte, auch den Punkt den der Privatier auf S.276/277 (S.276 …unter dem Absatz: „Dazu sind in der Praxis zwei Varianten bekannt“) mit der KK besprechen.

      Gruß
      Lars

      • @Privatier,

        „Es wäre sicher interessant zu erfahren, wie o.g. Steuerberater seine Rechtsauffassung begründet…?!“

        Das ist eben das Problem. In den Paragraphen die dieser Steuerberater für seine Schlußfolgerung heranzieht, kann ich nichts finden, was eine solche Interpretation zulassen würde.

        Zitat aus obigen Link:
        „Praxistipp | Bei Variante 2 ist jedoch eine Besonderheit bei der Sozialversicherung zu beachten. Normalerweise sind Abfindungen stets sozialversicherungsfrei. Leistet der Arbeitgeber nach der Abfindungsvereinbarung einen Ausgleichsbetrag nach § 187a SGB VI, sind nur 50 % dieser Zahlung sozialabgabenfrei (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung).“

        VG eLegal

  32. @eLegal & @Privatier,

    vielen Dank für die Infos. Das mit der 50% Grenze hatte ich bis her nicht auf dem Schirm 🙁
    Somit meine geänderte Theorie dazu:
    AG überweist 50% der Ausgleichzahlungen im aktuellen Jahr an die RV
    AN überweist die restlichen 50% im Jahr der Abfindungszahlung an die RV

    VG
    noLimitz

    • Kleine Korrektur meinerseits:
      AG überweist 50% bzw bis zur Höchstgrenze der Ausgleichzahlungen im aktuellen Jahr an die RV
      AN überweist den Rest im Jahr der Abfindungszahlung an die RV

    • @No_Limitz: Wir diskutieren das Thema gerade auch an anderer Stelle (wo es auch besser passt).
      Ich möchte hier nicht auf Details eingehen, ich glaube aber kaum, dass Dein Vorhaben so funktioniert und ich würde deshalb dringend empfehlen, die genaue Vorgehensweise und auch die evtl. Vor- und Nachteile vorab mit einem Steuerberater durchzusprechen! Es dürfte allerdings auch schwierig werden, einen Steuerberater zu finden, der das Thema beherrscht…
      Ich selber versuche gerade, die Unterstützung eines spezialisierten Steuerberaters zu bekommen und hoffe darauf, in einem der nächsten Beiträge das Thema einmal gesondert darstellen zu können. Ich bitte noch um ein wenig Geduld…

      Gruß, Der Privatier

  33. Hallo Privatier,
    erst einmal danke für die tollen Infos und den Rechner. Leider reicht meine Abfindung nicht, um Privatier zu werden, aber finanziell optimieren möchte ich gerne, damit ich mir eine Arbeit suchen kann, die mir Freude macht, auch wenn ich dann weniger verdiene. Ich erhalte noch bis Ende Juli Gehalt und da ich mir eine neue Arbeit suchen muss, denke ich, dass die Verschiebung der Abfindung wenig bringt. Einzelveranlagung sollte etwas bringen. Trotz aller Nachteile tendiere ich mangels Alternativen zu der Direktversicherung (Vervielfältiger) weil es einiges an Steuern spart. Eine Frage zum Rechner: Ziehe ich die Direktversicherung a) von der Abfindung ab oder b) vom Einkommen, dann wäre dieses negativ. Die Direktversicherung als Altersvorsorge bietet Rente oder Kapitalwahlrecht an. Könnte man bei der Kapitalvariante später wieder die Fünftelregelung nutzen? Viele Grüße Sabine

    • Moin Sabine S,

      ich möchte auf eine weiter vielleicht interessante Variante zur Optimierung der Abfindungszahlung hinweisen. Ganz oben rechts unter der Rubrik „Neue Beiträge“ finden sie den Gastbeitrag von Herrn M. Schmetz „Ausgleichszahlung des Arbeitgebers zur Vermeidung von Rentenabschlägen“ inklusive Beispiel, Ablauf und weitere Informationen.

      Zum „Vervielfältiger“
      Die Vervielfältigungsregel kann im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersvorsorge (Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds) bei der Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses genutzt werden. (Grundlage §3 Nr.63 Satz 1 und Satz 3 EStG)

      In 2021 können damit folgende Summen eingezahlt werden:
      4% x 85200€ (BB-Grenze/West) x 10 (Jahre) = 34080€
      4% x 80400€ (BB-Grenze/Ost) x 10 (Jahre) = 32160€

      Zu den Fragen:

      a) die Summe (Vervielfältigung) wird von der Abfindung abgezogen
      b) damit obsolet

      „Könnte man bei der Kapitalvariante später wieder die Fünftelregelung nutzen?“

      Nein!

      Eine Frage habe ich: Besitzen sie bei der Direktversicherung einen „Altvertrag“, also Abschluss vor 2005?

      Zur Vervielfältigungsregel noch zwei Hinweise die der Privatier in seinem Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ auf S.339 gibt:
      1. Zusammenballung der Einkünfte überprüfen
      2. Im Aufhebungsvertrag beide Vereinbarungen (Abfindung) und (Einmaleinzahlung in die Direktversicherung) getrennt in unabhängigen Passagen festlegen

      Gruß
      Lars

      PS: noch ein Hinweis aus dem Buch vom Privatier: (Zeitfenster)
      Die steuerliche Vergünstigung wird nur gewährt in unmittelbaren Zusammenhang mit der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und! … die Zahlung muss entweder innerhalb von 3 Monaten vor dem Beendigungs-/Auflösungszeitpunkt getätigt werden, oder nach der Beendigung, wenn die Beitragsleistung spätestens bis zum Zeitpunkt der Beendigung vereinbart worden ist.
      Weitere hilfreiche Informationen hierzu finden sie im Buch vom Privatier „Per Abfindung in den Ruhestand“ Kapitel 9.4.3 „Die Vervielfältigungsregel“ ab S.336 inklusive Beispiele

      • Hallo Lars,
        danke für die Tipps. Leider ist mein Arbeitsgebers sehr unflexibel. Weder die Einzahlung in die Rentenversicherung mit den genannten Vorteilen noch eine Modifizierung des 08/15 Aufhebungsvertrages sind machbar. Es bleibt also nur der Vervielfältiger in der maximalen Höhe. Ich habe keinen Altvertrag sondern schließe einen neuen Vertrag ab. Die Zusammenballung bleibt bestehen. Die Direktversicherung hat viele Nachteile, aber ich denke unterm Strich macht sie wg. der Steuerersparnis Sinn. Evtl. werde ich noch etwas selbst in die Rentenversicherung einzahlen, wenn ich genaueres Zahlen wg. einer neuen Arbeit bzw. auch der Frage des Arbeitslosengeldes habe, das sollte ja unabhängig von der Direktversicherung noch etwas Spielraum geben, um die Steuerlast zu drücken. Wo gibt man die Direktversicherung eigentlich in der Steuererklärung an? Mit den Sonderausgaben hat sie ja m.E. nichts zu tun. Viele Grüße

        • Moin Sabine S.,

          vielleicht hilft das etwas weiter:

          https://www.hanseaticbank.de/klarmacher/vorsorgen/betriebliche-altersvorsorge-wie-laeuft-es-bei-der-steuererklaerung

          Spielt der AG beim „Vervielfältiger“ mit? … d.h. die Einzahlung durch den AG ist Voraussetzung zum „Vervielfältiger“.

          §3 Nr.63 Satz 1 und Satz 3 EStG!

          Steuerfrei sind:

          1) Beiträge des Arbeitgebers aus dem ersten Dienstverhältnis an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung, bei der eine Auszahlung der zugesagten Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgungsleistungen entsprechend § 82 Absatz 2 Satz 2 vorgesehen ist ….

          3) Aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses geleistete Beiträge im Sinne des Satzes 1 sind steuerfrei, soweit sie 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung, vervielfältigt mit der Anzahl der Kalenderjahre, in denen das Dienstverhältnis des Arbeitnehmers zu dem Arbeitgeber bestanden hat, höchstens jedoch zehn Kalenderjahre, nicht übersteigen.

          Gruß
          Lars

    • @Sabine S.: Um hier noch einmal auf die Ausgangsfrage zu antworten:

      Die Einzahlung in eine Direktversicherung wird vom Abfindungsrechner nicht unterstützt. Das muss aber auch gar nicht sein, denn wie der Name „Direktversicherung“ schon ahnen lässt, werden die Beiträge „direkt“ (also ohne Besteuerung) vom AG an die Versicherung überwiesen. Man spricht daher auch von Gehaltsumwandlung: Ein Teil des Gehalts wird umgewandelt und zwar (das ist der Sinn der Sache) bevor die Versteuerung berechnet wird.

      Trotzdem kann man den Abfindungsrechner aber benutzen, denn wahrscheinlich wird der Arbeitgeber eine ursprünglich geplante Abfindung um den Beitrag für die Direktversicherung kürzen. Somit wäre dann bei der Eingabe nur die Restabfindung anzugeben.
      Man kann allerdings auch vereinbaren, dass die Einzahlung z.B. aus den letzten drei Gehältern vorgenommen wird. Dann wären dementsprechend die Bruttobezüge bei der Eingabe für den Abfindungsrechner zu verringern. Es kommt eben immer darauf an, wie die Vereinbarung mit der AG genau aussieht.

      Gruß, Der Privatier

    • @Sabine S.,

      noch ein kleiner Tipp:
      Ich hatte den §3 Nr.63 1.Satz EStG nicht komplett zitiert, komplett lautet er:

      „Beiträge des Arbeitgebers aus dem ersten Dienstverhältnis an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung, bei der eine Auszahlung der zugesagten Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgungsleistungen entsprechend § 82 Absatz 2 Satz 2 vorgesehen ist, soweit die Beiträge im Kalenderjahr 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung nicht übersteigen.“

      Damit können neben dem „Vervielfältiger“ noch zusätzlich 8% der RV BB-Grenze = 6816€ (2021) steuerfrei in die bAV eingezahlt werden. Die Hälfte hiervon (3408€) ist jedoch SV-pflichtig.

      Und neu ab 01.01.2019: (… nicht für den „Vervielfältiger“ sondern evt. für die zusätzliche Einzahlung)

      Der § 1a Abs. 1a BetrAVG schreibt ab 01.01.2019 vor:

      Der Arbeitgeber muss 15 Prozent des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder die Direktversicherung weiterleiten, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart.

      Diese Regelung gilt für alle ab 2019 abgeschlossenen Entgeltumwandlungsvereinbarungen. Für bestehende Entgeltumwandlungsvereinbarungen ist der Zuschuss erst ab 2022 zu zahlen (§ 26a BetrAVG; Übergangsvorschrift zu § 1a Absatz 1a). Hier handelt es sich um tarifdispositives Recht. Damit bleiben tarifliche Regelungen, auch ungünstigere, gültig. In neuen Tarifverträgen kann auch zu Ungunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden.

      Der Arbeitgeberzuschuss ist nur verpflichtend, wenn der Arbeitgeber tatsächlich Sozialversicherungsbeiträge einspart. Die Ersparnis des Arbeitgebers kann mehr oder weniger als 15 Prozent des umgewandelten Betrags ergeben (Wirkung der Beitragsbemessungsgrenzen):

      – Arbeitnehmer verdient weniger als die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung
      – Arbeitgeber spart Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung sowie gesetzlichen Unfallversicherung.
      – Arbeitnehmer verdient weniger als die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung (in den alten und neuen Bundesländern unterschiedlich)
      – Arbeitgeber spart Beiträge zur Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung sowie gesetzlichen Unfallversicherung.

      Für den Zuschuss gelten die gleichen steuerlichen Regelungen wie für die Entgeltumwandlung.

      Gruß
      Lars

  34. Hallo Privatier,

    danke, so macht es Sinn. Es wird eine Kürzung der Abfindung um den Direktversicherungsbetrag geben. Es geht auch ohne Rechner, aber so kann man prima in kürzester Zeit verschiedene Optionen durchspielen. Danke für die wertvollen Informationen und den tollen Blog. Werde auf jeden Fall das Buch bestellen. 

    Viele Grüße

    Sabine

  35. Hallo Zusammen,

    der Rechner hier auf der Seite funktioniert richtig, ja? …

    Abfindung in Höhe von 115.000€ wird im Januar 2022 ausbezahlt.

    Wenn ich in dem Jahr nicht arbeite und sonst keine Einnahmen hab, zahle ich knapp 15.000€ Steuern.

    Arbeite ich voll bei einem Durchschnittsbrutto von 55.000€, komme ich auf 65.000€ steuern.

    Heisst, ich würde arbeiten und am Ende „Verlust“ machen!

    Dem ist so, ja? 🙂

    Danke und Gruß,

    Paul

    • Moin Paul,

      ja, der Abfindungsrechner funtioniert richtig, deswegen sind zusätzliche Einkünfte im Dispositionsjahr steuerlich nicht optimal. Die ~15K Steuern können durch die hier im Blog beschriebene Maßnahmen wie z.B.

      a) Ausgleichszahlungen vom AG zur Vermeidung von Rentenabschlägen – wenn AG mitspielt (siehe „neue Beiträge“ rechts oben) oder
      b) Einzahlungen in die DRV / oder Rürup-Rente
      c) Vorauszahlung von KK-Beiträgen
      d) Vervielfältiger (bAV – wenn AG mitspielt)
      e) Spenden, Renovierungsmaßnahmen falls V+V vorliegt, etc.pp.

      weiter optimiert werden.

      Gruß
      Lars

    • @Paul,
      natürlich solltes du optmieren, möglicherweise mit den Sachen, die Lars bereits erwähnt hat. Aber nur der Vollständigkeit halber, in deinem Beispiel bist du noch nicht im Minus (ohne deine Zahlen bezogen auf die Steuer überpürft zu haben), denn lt. deiner Aussagen:

      Mit Abfindung + Gehalt (115.000 € + 0,00 €) bekommst du 100.000 € Netto, auf der anderen Seite, wenn du arbeitest (115.000 € + 55.000 € ) bekommst du 105.000 € Netto, dazu kommen aber noch 10.230 € (55.000 x 18,6%), welche an die Rentenversicherung gehen. Dieses Geld siehst du natürlich nicht, es macht sich erst später bemerkbar, wenn du Rente bieziehst.

      VG eLegal

    • Am 14. April hat der Privatier einen eigenen Artikel 3.3.1.5 über diesen bekannten Sachverhalt geschrieben. Noch ist er ganz oben auf der Seite unter Neue Beiträge verlinkt.

  36. Hallo zusammen,
    danke für eure Tipps!

    Ich fall fast aus den Socken…

    Ok, 115.000€ + 0€ Einkommen in 2022 = 100.000€ Netto Abfindung.

    Wenn ich arbeite, sagen wir 55.000€ Brutto = 65.000€ Steuern auf die Abfindung.

    Aus 55.000€ Brutto Lohn bleiben Netto ca. 33.000€ Netto übrig.

    Heißt: 115.000€ Brutto – 65.000€ Steuern = 50.000€ Netto von der Abfindung + 33.000€ vom Lohn -> 83.000€, Verlust 17.000€!

    Also im Grunde gehe ich 1 Jahr Malochen und mache am Ende 17.000 € Miese!

    Im Prinzip kann ich mit 17.000€ mir 1 Jahr eine ruhige Kugel schieben, Miete und Co. sind gedeckt und es bleiben am Ende genau soviel übrig wie mit 1 Jahr Arbeit.

    Liege ich da richtig?

    Mein Ziel ist ja eh nach Asien, sobald es Corona zulässt, da denk ich ehrlich gesagt herzlich wenig an die „Rente“, nicht mit 37!

    Danke und Gruß,

    Paul

  37. Bin seit heute nach dem Dispojahr arbeitslos gemeldet, Bescheid liegt schon vor.
    Ich habe mir nun über den Abfindungsrechner mal ausgerechnet, wie 2021 der Unterschied zwischen „Nur Abfindung im Jan“ und „Abfindung + plus 6 Monate ALG“ wäre (PKV Vorauszahlung ist berücksichtigt, dazu geringe VV plus Div.).
    Eigentlich habe ich erwartet, dass das ALG in 2021 quasi wegversteuert wird und ich mich daher erstmal bis Jan wieder abmelde.
    Überraschenderweise wirft der Abfindungsrechner aber jeweils dieselbe Steuerlast aus, würde ja heißen: ALG würde voll erhalten bleiben. Dann müsste ich ja gar nichts steueroptimieren durch Abmelden bei der AfA in 2021.
    Das widerspricht doch aber dem Tenor des Artikels!?

    • „Das widerspricht doch aber dem Tenor des Artikels!?“

      Nein, ganz und gar nicht. Es gibt sogar irgendwo einen Beitrag, in dem ich auf diesen Effekt ausdrücklich hingewiesen habe. Er kommt immer dann zustande, wenn durch (hohe) Sonderausgaben ein negatives z.v.E. (ohne Abfindung) entsteht. In diesen Fällen kann in Höhe dieses negativen Betrages Arbeitslosengeld bezogen werden, ohne dass es irgendeine steuerliche Auswirkung hätte.
      eSchorsch hat übrigens auch schon einen passenden Kommentar dazu herausgesucht.

      Gruß, Der Privatier

      • Den Artikel über Rürup habe ich nicht beachtet, da ich kein Rürup mache. Das Ergebnis ist aber in meinem Fall tatsächlich das gleiche, da mein negatives Basiseinkommen durch die dreijährige Vorauszahlung der PKV zustandekommt. Würde also grob bedeuten, dass ich im aktuellen Jahr ohne Steuernachteile ALG in der Höhe der Vorauszahlung (bzw. der Basisabsicherung) bekommen kann.

  38. Hallo zusammen,

    ich habe ein Problem mit dem Verständnis des Abfindungsrechners im Zusammenhang mit Entgeldersatzleistungen. Ich komme ich mit dem Rechner auf ganz andere Zahlen als mir mein Steuerberater vorgibt. Ich glaube dem Rechner hier, aber kann der Steurberater so falsch liegen

    Steuerberater:
    1) Abfindung 289.000
    Arbeitslosengeld 27.000 (Entgeltersatzleistung)
    Basisrente 25.000 (Rürup, gesetzliche Rente)
    Nettoabfindung: 226.884

    2) Abfindung 289.000
    Arbeitslosengeld 0 (Entgeltersatzleistung)
    Basisrente 25.000 (Rürup, gesetzliche Rente)
    Nettoabfindung: 243.727

    Gebe ich diese Zahlen im Abfindungsrechner ein erhalte ich für
    1) ca. 240000 Rest Abfindung

    2) ca. 244000 Abfindung.
    Nur 4k Unterschied bei 27k Arbeitslosengeld.

    Ich habe jetzt schon viel hier gerechnet und tolle Konstellationen bekommen, aber bin unsicher ob sie für mich stimmen.

    Danke für einen Tipp

    • Vielleicht ist es hilfreich wenn Du bei „Berechnungen anzeigen“ ein Häkchen setzt, dann werden die Berechnungsschritte angezeigt und man kann die Rechnung nachvollziehen.
      Lohnersatzleistungen ergeben halt doch eine niedrigere Gesamtsteuerbelastung als weitere Einkünfte.

      Es ist jetzt müßig zu spekulieren was die Differenzen zum Steuerberater verursacht. Mein Fehler beim erstmaligen Benutzen des Rechners war das Häkchen beim Splitting (ist leider mit verheiratet vorbelegt).
      Falls es sich nicht aufklärt, würde ich von beiden Szenarien eine Bildschirmkopie anfertigen und den Steuerberater fragen wie er die Abweichung zu seinen Zahlen begründet.

      • Besten Tag Klaus!
        Wie eSchorch schon schrieb, direkt mit dem prognostizierenden Steuerberater auf den Rechner klicken und ein Zusatz: Wenige Beiträge nach oben scrollen zeigt mit Links, warum der Rechner richtig ist. Die ‚Schwelle‘ liegt bei der völligen Neutralisierung der Bezüge mit Progressionsvorbehalt. Mit 25k in Rente (werden ja nicht voll berücksichtigt) und 27k ALG1 hast du noch einen kleinen negativen steuerlichen Effekt. Kein Problem, kurz bissl abmelden (vom ALG1) hülft 😉
        MbG
        Joerg

    • @KlausS,

      um genau sagen zu können, wo das Problem liegen könnte, müsstest du uns mehr Daten zur Verfügung stellen. Ehegattensplitting? falls ja, ist deine Frau einkommenslos? Kirchensteuer? um welches Steuerjahr handelt sich?

      Ich gehe davon aus, was du hier als Basisrente nennst, sind Zahlungen die du leisten wirst oder geleistet hast zur Altersvosorge?

      Fragen über Fragen!!!!

      Das einzige was ich mit Sicherheit sagen kann ist, das 4K€ Unterschied mit oder ohne ALG1-Bezug kommen schon hin. ALG1 ist steuerfrei und unterliegt nur dem Progressionvorbehalt.

      VG eLegal

      • ich komme mit diesen Werten im Veranlagungsjahr 2021 + Einzelveranlagung auf:

        Variante 1 : m. 27K ALG1-Bezug auf: Steuer + Soli = 73048€
        Variante 2 : o. 27K ALG1-Bezug auf: Steuer + Soli = 69910€

        und eLegal hat noch auf weitere wichtige Punkte hingewiesen …

        Gruß
        Lars

  39. Hallo zusammen,

    ich bekomme im Januar 115.000 € Brutto an Abfindung ausgezahlt, unter Anwendung der Fünftel-Regelung.

    Über den „Rechner“ konnte ich ermitteln, dass ca. 15.000 € an Steuern anfallen, wenn ich sonst kein Einkommen generiere.

    Bei 1 Monat Arbeit in 2022, also ca. 4400 € Brutto, würde ich insgesamt 22.000 € an Steuern zahlen, heißt, ich arbeite und mache sogar Minus!!! Das zieht sich so weiter wenn ich 3,6 Monate arbeite. Nur bei vollen 12 Monaten hätte ich 3000 € + Also 12 Monate arbeiten für 3000 € lol.

    Inwiefern kann man es optimieren, ohne dabei Geld ausgeben zu müssen? Ich möchte, trotz 1-2 Monaten Arbeit möglichst das maximale an Netto rausholen.

    Danke euch!

    Gruß,

    Paul

    • Du zahlst während 10 Monaten Dispojahr gute 2000€ an Krankenkassenbeiträgen. Die kann man voll von der Steuer absetzen. Leistet man eine Vorauszahlung, dann erhöht sich der abzusetzende Betrag. Die Vorauszahlung verrechnet man in den Folgejahren mit den Beiträgen oder lässt sich die Vorauszahlung später ersatten (das ist dann wieder steuerpflichtig, aber in einem Jahr mit einem geringeren Steuersatz).
      Ansonsten: einen Tod muss man sterben

  40. Hi eSchorch,

    Danke!

    Naja, ok, zahle die KKV selbst, aber wenn ich steuerlich alles wieder reinkrieg, dann passt es ja.

    Fakt ist, bei „nicht Beschäftigung“ wird der Verlust insgesamt nicht so hoch sein wie wenn ich arbeiten würde.

    KKV kann ich 3 Jahre im Voraus zahlen, richtig?

    Gruß,

    Paul

    • Jein.
      Die Kasse entscheidet selbst, ob sie eine Vorauszahlung akzeptiert. Wenn sie das tut, dann kann man bis zu 3 vorausgezahlte Jahresbeiträge von der Steuer absetzen.

  41. Hallo zusammen,

    1.
    Habe im juli 126000 abfindung bekommen …

    Wenn ich sonnst nix verdienen würde zeigt mir der rechner ca 18000 steuer an … macht 108000 !!

    Da ich ca 19000 erwerbsminderungsrente im jahr bekomme und ca 10000 von einer pensionskasse vom ex arbeitgeber also sagen wir insgesamt 30000 („verdienst“/rente)
    Ergibt dass einen Abzug von 52000 … macht 104000!!

    Dass kann doch nicht sein !?!?!? Wo liegt der fehler ?

    2.

    Besteht auch bei EM-RENTE und Pensionskasse die möglichkeit den krankenkassen Beitrag 3 jahre vorraus zubezahlen ??

    Mfg bezzi

    • Moin bezzi,

      eine Gegenfrage: Wann war das Bewilligungsjahr der Erwerbsminderungsrente?

      Auch die Erwerbsminderungsrente unterliegt der Steuerpflicht, genauso wie die „Altersrenten“. Ein gewisser Teil „der Rentenfreibetrag“ bleibt steuerfrei. In 2021 liegt dieser bei 19%, d.h. die Erwerbsminderungsrente wird zu 81% besteuert. Die Rente aus der bAV unterliegt ihrem persönlichen Steuersatz.

      Das Bewilligungsjahr gibt damit Auskunft, wie hoch ihr „Rentenfreibetrag“ ist.

      Um eine Kompensation der Steuer zu erzielen, könnten sie z.B. auch eine Einzahlung in die DRV (aus ihrer Abfindung) vornehmen, damit erkaufen sie sich Rentenpunkte, welche nach dem Wechsel in eine „Altersrente oder SB-Rente“ zum Tragen kommen.

      Das entsprechende Formular für die DRV-Einzahlung heißt V0210.

      Vorauszahlungen von KK Beiträgen bedarf der Zustimmung ihrer Krankenkasse. Ob sich das beim Bezug einer Erwerbsminderungsrente lohnt, … ich mache da ein Fragezeichen ? … fragen sie hierzu bei ihrer KK hierzu nach.

      Gruß
      Lars

    • Doch das kann sein, zusätzliche Einkünfte (abgesehen vom steuerfreien Rentenanteil) im Abfindungsjahr sind steuerlich sehr sehr hässlich. Der Privatier hat einen eigenen Beitrag dazu geschrieben https://der-privatier.com/kap-3-1-5-hinweise-zur-fuenftelregel-steuer-groesser-als-einkommen/

      Neben der Einzahlung in DRV und Vorauszahlung KV gibt weitere Steuersparmöglichkeiten. Die einfachste wäre eine Spende an eine gemeinnützige Organisation.

      • @eSchorch: ich liebe es, wenn du so schreibst „…sind steuerlich sehr sehr haässslich“
        Zwar muss meiner holden Gattin meine Heiterkeitsausbrüche erklären, aber sie kennt sich in Sachen Geld inzwischen auch gut aus. Und lacht (und spendet) mit.
        MbG
        Joerg

  42. Hallo Lars u eSchorch ,

    Merci für die schnelle antworten ….

    … meine erste bèwilligung der em-rente war 2018..
    Hab bei der DRV nachgefragt … geht angelich nicht , da ich ja schon rente bekomme , die gleiche antwort bei der betrieblichen PK …

    … da ich ja nur „“pflichtversichert““ bin in der gesetzlichen KK geht dass mit der vorrauszahlung auch nicht !! … zumindest die telefonische auskunft …

    So so , wie läft das mit den spenden ???

    Wenn ich dass vorher gewusst hätte … zzz … hab dass mit der Fünftelregelung anders verstanden… dachte wirklich , dass des auf 5 jahre verteilt wird !! … ein lacher für Joerg

    • Moin bezzi,

      beide AUSSAGEN SIND FALSCH!!! Ich füge einen Auszug aus der GRA zum §187a SGB VI an und eine „taufrische“ Auskunft der DRV, welche in abgewandelter Form ihre Situation wiederspiegelt:

      Als erstes den Auszug aus der GRA (Gemeinsame Rechtliche Anweisung) der DRV: (letzter Satz ist ausschlaggebend … Einzahlung trotz Erwerbsminderungsrente)

      2 Berechtigung zur Zahlung von Beiträgen (Absätze 1 und 1a)

      Die Voraussetzungen für die Berechtigung zur Zahlung von Beiträgen zum Ausgleich oder zur Verringerung von Rentenminderungen aufgrund vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters ergeben sich aus § 187a Abs. 1 und Abs. 1a S. 2 SGB VI in Verbindung mit § 109 Abs. 5 S. 4 SGB VI.

      Nach § 187a Abs. 1 S. 2 SGB VI ist Voraussetzung für die Berechtigung zur Ausgleichszahlung, dass die Versicherten zuvor im Rahmen einer Rentenauskunft nach § 109 Abs. 5 S. 4 SGB VI erklärt haben, eine abschlagsbehaftete Altersrente in Anspruch nehmen zu wollen.

      Die Berechtigung zur Ausgleichszahlung endet zu dem Zeitpunkt, ab dem eine Rente wegen Alters ohne Rentenminderung bezogen werden kann, spätestens bei Erreichen der Regelaltersgrenze.

      Die Ausgleichszahlung ist nur auf der Grundlage der Rentenauskunft nach § 109 Abs. 5 S. 4 SGB VI zulässig. Nimmt der Versicherte die Altersrente, die Grundlage für die Auskunft war, nicht in Anspruch, entfällt die Berechtigung zur Ausgleichszahlung auf der Grundlage dieser Auskunft. Die Versicherten können dann jedoch eine neue Rentenauskunft nach § 109 Abs. 5 S. 4 SGB VI beantragen.

      Der Bezug einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, Erziehungsrente, Altersrente als Voll- oder Teilrente (mit Abschlag) steht der Zahlung der Beiträge nicht entgegen.

      und weiter (letzter Absatz ist entscheidend):

      2.4 Ausgleich oder Verringerung der Rentenminderung

      Eine Verpflichtung zur Zahlung der Beiträge nach Erteilung der besonderen Rentenauskunft nach § 109 Abs. 5 S. 4 SGB VI besteht nicht. Der Beitragsaufwand, mit dem die Rentenminderung ausgeglichen werden kann, ergibt sich aus § 187a Abs. 1a S. 1, Abs. 2 und 3 SGB VI. Nach diesen Regelungen wird zunächst die höchstmögliche Minderung der persönlichen Entgeltpunkte ermittelt (siehe Abschnitte 3 bis 3.2); aus den geminderten persönlichen Entgeltpunkten und dem maßgebenden geminderten Zugangsfaktor wird dann der Beitragsaufwand berechnet (siehe Abschnitte 4 bis 4.3).

      Der Versicherte hat die Wahl, die Rentenminderung ganz oder teilweise auszugleichen. Da der Beitragsaufwand sehr hoch sein kann, besteht ferner die Möglichkeit von Teilzahlungen Gebrauch zu machen (§ 187a Abs. 3 S. 2 SGB VI).

      Nach dem Wortlaut des § 187a Abs. 1 SGB VI können nur die Rentenminderungen ausgeglichen werden, die durch die vorzeitige Inanspruchnahme einer Altersrente entstehen. Auf dem geminderten Zugangsfaktor einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beruhende Rentenminderungen können demgegenüber nicht durch eine Beitragszahlung nach § 187a SGB VI ausgeglichen werden. Wird eine (teilweise) Erwerbsminderungsrente laufend und auf Dauer bezogen, kann deshalb nur die Rentenminderung ausgeglichen werden, die sich durch die vorzeitige Altersrente zusätzlich ergibt (FAVR 1/2005, TOP 13).

      Und jetzt die (taufrische) Information der DRV:

      09.08.2021, 13:30

      Experten-Antwort

      Hallo Bernd,

      hier ein Versuch, Ihre Fragen abschließend zu beantworten.

      Zur Ursprungsfrage „neuer Leistungsfall“:

      Ja, auch bei einer anschließend zu zahlenden Altersrente gibt es einen neuen Leistungsfall – dieser ist allerdings nicht mehr von Ihrem Gesundheitszustand abhängig, sondern ist regelmäßig das Erreichen des maßgebenden Lebensalters oder die Erfüllung der maßgebenden Wartezeit.

      Zur „Berücksichtigung Ihrer gezahlten Beiträge zum Ausgleich einer Rentenminderung“:

      Ihre Beiträge zum Ausgleich einer Rentenminderung werden bei der Berechnung einer Altersrente (egal welche) im Anschluss an Ihre Rente wegen Erwerbsminderung als Zuschläge an Entgeltpunkten berücksichtigt. Diese Beiträge werden nicht zeitlich zugeordnet, kollidieren also nicht mit der Zurechnungszeit, die dann als Anrechnungszeit bis zum maßgebenden Rentenbeginn ebenfalls in die Berechnung der Altersrente einfließt.

      FAZIT: Auch als EM-Rentner können sie Ausgleichszahlungen tätigen und gerade weil sie eine „Abfindung“ erhalten haben, kann sich eine Einzahlung steuerlich positiv auswirken. Wir können auch gemeinsam ein Beipiel mit Hilfe des Abfindungsrechners des Privatiers durchspielen.

      Auch die Aussage, dass nur PKV-Versicherte und gesetzlich freiwillig Versicherte KK-Beiträge vorauszahlen dürfen, ist falsch. Es haben auch andere Kommentatoren hier geschrieben (gesetzlich Pflichtversicherte), dass es mit den Vorauszahlungen geklappt hatte.

      Und zum Thema Spenden …auch ich habe vor 2 Jahren diverse Spenden getätigt … Ergebnis war erstaunlich. (ist aber sehr kleinteilig … mehr dazu eventuell in einem weiteren Kommentar)

      Gruß
      Lars

      • Boahhhh…. ja da hammer … Danke 👍

        Wie gesagt , ich habe gerade zuvor noch mit der KK telefoniert und bei der Rentenversicherung schon vor ein paar wochen mal nachgefragt !!!

        Also, wenn ich dass jetzt richtig verstehe , könnte ich theorethisch, für später in der altersrente , die 14,4 % Abschlag bei der Altersrente mit 63 auf 10,8% wie jetzt schon in der em-rente drücken ?!?

        Oder verstehe ich dass falsch ?

        Und wow , dass hier gleich soviele antworten kommen , die wirklich mut machen 👍

        • Moin bezzi,

          „Oder verstehe ich dass falsch ?“

          Die 14,4% Abschlag runter zudrücken ist damit möglich! Information und Beispiel(e) mit dem Abfindungsrechner rechnen wir zusammen heute Abend/oder Morgen einmal durch. Ob KK-Beitragsvorauszahlungen bei einem EM-Rentener was bringt … siehe meine Antwort im ersten Kommentar … ???, außerdem muss deine KK zustimmen. Falls sie das OK geben sollte, wird die KK bestimmt auch behilflich sein den genauen Betrag festzusetzen.

          Gruß
          Lars

          • Hey cool, dass wäre super …

            Brauchte bisher keinen steuerfachmann , denn ausser den beiden
            RENTEN habe ich keine einkünfte …

            Em-rente… ca. 20000
            PK(Betriebsrente) ca. 10000 (beides seit mitte 2018)

            Dass waren dann für letztes Jahr 2020 ca 2500 steuern ( GdB 40% ) + vdk- u gewerkschaftsbeitrag ca gesamt 100euro

            Und natürlich die gezahlten KKbeiträge …

            Heuer kommt die Abfindung dazu und 2 urlaublöhne diesen monat glaub insgesamt nicht mehr als 2000 euronen ….

            Dass wars …

            Angeblich habe ich ja dann einen steuerfreien antei von 24% , da ich ja 2018 erstmals die rente bekommen habe … also nur noch knapp 23 t zu versteuern, falls dass auf beide renten zutrifft !?!?!

            Glaub jetzt bin ich nackig …

          • Moin bezzi,

            da die EMR ab 2018 bewilligt wurde, liegt der Rentenfreibetrag bei 24%, d.h. die EMR wird mit 76% versteuert. (die Rentensteigerung? ab 2018 betrachte ich jetzt nicht, die Varianten sollen auch nur ein grobes Gefühl für die Höhe der Steuerbelastung widerspiegeln … betrifft auch den Pauschbetrag für den GdB und Urlaubslohn??? … lasse ich jetzt alles weg)

            24% der EMR sind steuerfrei (EMR = 20000€/Jahr), d.h. 15200€ + bAV (10000€) müssen versteuert werden (25200€)

            (unterstellt: bezzi ist Single)!

            Variante 1 (ohne steuerliche Optimierungen der Abfindungszahlung)

            Bei 126000€ Abfindung + 25200€ Einnahmen fallen 46013€ EkSt + 2531€ Soli
            = 48544€ Gesamtsteuer an

            Variante 2 (mit steuerlicher Optimierung 23700€ Einzahlung in die DRV)

            Bei 126000€ Abfindung + 25200€ Einnahmen + 23700€ Einzahlung in die DRV fallen 23345€ EkST + 760€ Soli = 24105€ Gesamtsteuer an

            Variante 3 (wie Variante 2 + 6000€ Spenden)

            Bei 126000€ Abfindung + 25200€ Einnahmen + 23700€ Einzahlung in die DRV + 6000€ Spenden fallen 17675€ EkSt + 86€ Soli = 17761€ Gesamtsteuer an

            Ich hoffe das ich richtig gerechnet haben … eSchorsch kannst du das bitte einmal nachrechnen?

            Warum 23700€ DRV-Einzahlung:
            In 2021 beträgt die max. Altersvorsorgesumme für Single (Ehepaare das doppelte) = 25787€. Hiervon werden in 2021 92% steuerlich berücksichtigt. Da bezzi EM-Rentner oder EMR Rentnerin ist und keine RV Beiträge mehr abführt (den Urlaubslohn??? lasse ich jetzt weg) könnte er/sie den max. Altersvorsorgebeitrag ( gemindert auf 92%) = 23723€ in 2021 einzahlen.

            Zu den Spenden: „VEREINFACHTER“ Spendennachweis
            Bis zu einem Betrag von 300€ (ab 2021) erkennt das FA den jeweiligen Kontoauszug als Spendenbeleg an (siehe §50 Abs.4 Satz 1 Punkt 2 EstDV). Das entspricht bei 6000€ Spenden 20 Einzelüberweisungen.
            Ich hatte in 2018 (da lag die Grenze bei 200€) jede Überweisung mit Spende Nr.1; Spende Nr.2; Spende Nr.3; … Spende Nr.XY gekennzeichnet = Verwendungszweck … Spendenempfänger war die DKMS)
            Die Belege hatte ich der Steuererklärung beigefügt, … es gab keine Probleme bei der steuerlichen Anerkennung.

            Also bezzi, es geht auch ohne Steuerberater. 😊

            Was ich unbedingt erwähnen will: Buchen sie bevor sie eine Renteneinzahlung tätigen UNBEDINGT!!! einen Beratungstermin bei der DRV.

            Der Privatier hat hier auch einen weiteren (Teil) Blog eingestellt. Mehr darüber sowie verschiedene Erfahrungsberichte anderer Kommentatoren finden sie unter:

            https://der-privatier.com/kap-6-8-2-freiwillige-einmalzahlungen-in-die-rentenversicherung/

            Gruß
            Lars

            PS: bezzi, die Pauschbeträge für die GdBs sind ab 2021 verdoppelt!

          • @Lars
            wenn ich die genannten Beträge in den Rechner kloppe kommen deine Ergebnisse raus. Ich meine aber dass in den Rechner die 100% Einzahlung bei der Rentenkasse eingetragen werden muss, die 92% rechnet er automatisch.
            Was bisher nicht berücksichtigt wurde ist die Krankenversicherung auf EM- und Betriebsrente. Auf Rentners Kappe sollte irgendwas in der Größenordnung 10% gehen, damit wären wir bei weiteren 3.000€ zum Absetzen.
            @Bezzi den Betrag haste doch sicher bei deiner letzen Steuererklärung angegeben (kennst also die Höhe). Klopp doch das mal selbst in den Abfindungsrechner oben rein.
            Mit maximaler Einzahlung in die DRV (25787€, davon 23700€ absetzbar) und den eh anfallenen KV-Beiträgen (3000€?) wären die 25.200€ eigentlich schon „überkompensiert“ und wir sind wieder bei 18k an Steuern.

    • Ne, Bezzi, kein Lacher! Man kann nicht alles wissen, manches weiss man zu spät und Vieles muss man auch gar nicht wissen. Aber ich mag hält eSchorchs Schreibe 🤗
      Kind im Brunnen, da sind Lösungen gefragt und derer gibt es hier einige. Nur ist das Kind ja schon nass! Gut, dass 2021 noch nicht vorbei! Halte dich an Lars und folglich an die DRV. Und sollte es sein, wie bei uns… Spende brachte über die Steuererstattung bei unserer ersten Abfindung sogar eine sehr gute Rendite. Zusätzlich zum guten Gewissen 🤗
      MbG
      Joerg

    • „wie läft das mit den spenden?“
      Na, Du spendest Geld an eine steuerbegünstigte Einrichtung, erhälst eine Spendenquittung und erklärst das im EkSt-Mantelbogen.
      https://www.haufe.de/finance/haufe-finance-office-premium/spenden-in-der-privaten-einkommensteuererklaerung-41-jahreshoechstgrenzen_idesk_PI20354_HI7249881.html

      Allerdings weiss ich nicht genau, auf welchen Betrag sich die 20% beziehen. Ich vermute ein Fünftel der Abfindung + die restlichen Einkünfte. Das sollte dein Steuerberater checken, bevor Du 5-stellige Summen spendest.

      • Spenden zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der § 52 bis 54 der Abgabenordnung können insgesamt bis zu 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben gem. § 10b Abs. 1 EStG abgezogen werden. Die Max.-Grenze bezieht sich auf die gesamten Einkünfte (also inkl. Abfindung). Werden Abfindungen ausgezahlt, sind diese gem. EStH 32.4 als außerordentlichen Einkünfte (Abfindung) selbstverständlich mit im Gesamtbetrag der Einkünfte zu berücksichtigen. Bemessungsgrundlage für den Spendenabzug sind also die „normalen“ steuerpflichtigen Einkünfte + Abfindung

          • Des wäre ja da wahnsinn, in meinem fall wären dass ja knapp über 30t …

            Aber ich glaub , dass die renten nachzahlung scho sehr vui auffrisst …
            Fragt sich nur wieviel dass sinn macht … bin gespannt ob lars da mitn rechner an gutenvorschlag hat …

            Apropo , an steuerrechner wo ich an GdB und die renten und de abfindung eingeben könnte weiß keiner oder ?

            Merci Frei

  43. Ohhh mei….

    Dann hilft es nix … und muss mir einen Steuerberater suchen …

    Bei soviel bürokratie wahnsinn machen bei mir die scheuklappen zu und ich
    Verstehen nur noch Bahnhof!!

    Merce eSchorsch und auch Lats und Joerg

  44. Hallo Lars und eSchorsch,

    Danke Danke Danke

    … für die vielen Infos, Berechnungen und Vorschläge …. dass ist ganz schön viel
    „Holz“ für mich, dass muss ich erst mal verdauen und sitzen lassen ….

    muss mir im Blog noch die Beiträge über die Renten Nachzahlung anschauen…

    und werde mal versuchen, die Renteninfo übers Netz zu bekommen ….

    @ eSchorsch … jupp, 3400 waren es 2020 an Pflege/Krankenkassenbeiträge und somit komme ich
    (vorallem wenn ich mal die GdB 40% noch dazu denke ) auf 18 t EkSt ….

    tja, eigentlich wollte ich mir ja endlich mal ein neueres Auto für ca .25 t kaufen…
    so wird`s wohl in die Rentenkasse gehen und mir dann mit 64 , falls ich dass erlebe
    ca 100 Euro höhere Rente bringen … was in ca 15 Jahren 100 euro noch wert sind bleibt abzuwarten …. ;-)))

    aber wie gesagt , sehr vielen Dank an euch !!! echt spitze !!

    • Moin bezzi,

      „tja, eigentlich wollte ich mir ja endlich mal ein neueres Auto für ca .25 t kaufen…
      so wird`s wohl in die Rentenkasse gehen und mir dann mit 64 , falls ich dass erlebe
      ca 100 Euro höhere Rente bringen … was in ca 15 Jahren 100 euro noch wert sind bleibt abzuwarten …. ;-)))“

      Wenn du keine steuerliche Optimierung vornimmst, (siehe Variante 1 geht eine Menge Kohle für die Steuer drauf, Geld ist dann weg, optimierst du … naja, dann hast du die zu zahlende Steuer halt für deine (Mehr)Rente genutzt. 🙂

      Kleiner Bonbon (was den Rentenfreibetrag betrifft: Stichwort Umwandlung der EMR in eine Altersrente)

      https://www.haufe.de/finance/haufe-finance-office-premium/renten-1123-umwandlung-einer-erwerbsminderungsrente-in-eine-altersrente_idesk_PI20354_HI9393165.html

      @eSchorsch,

      danke für die Richtigstellung … die KV-Beiträge hatte ich weggelassen, was die Renteneinzahlung betrifft, ja stimmt, der Rechner setzt automatisch die Summe auf 92% (2021) … es steht auch oben in der Erklärung vom Privatier folgendes:

      „Altersvorsorge: Haben Sie im Abfindungsjahr eine Sonderzahlung in eine Basis-Rentenversicherung (gesetzliche RV oder Rürup-Vertrag) geleistet, so geben Sie die Summe der gezahlten Beiträge hier an.“

      Gruß
      Lars

      PS: bezzi, die Einzahlung in die DRV zum Ausgleich von Rentenabschlägen ist ab 50 möglich! … bin etwas irritiert wegen: … „so wird`s wohl in die Rentenkasse gehen und mir dann mit 64 , falls ich dass erlebe ca 100 Euro höhere Rente bringen … was in ca 15 Jahren“

      • wow .. schon wieder auf und schreibfreudig 😉

        bin noch 49j. und werd im Herbst 50j. …

        bis zur umwandlung ist ja noch „“ewig““ hin … und ich hab mir des durchgelesen ,
        aber nicht verstanden -…

        schönen Tag euch allen

        • Moin bezzi,

          im Herbst 50 Jahre alt, das passt für die DRV-Einzahlung nach §187a SGB VI. 🙂

          „aber nicht verstanden -…“

          OK, dann wickele ich den Bonbon einmal aus dem Bonbonpapier:

          Bedeutet (nach jetziger Gesetzeslage): Wenn die EMR durchgängig gezahlt wird und sie 2034 (mit 63) in die Altersrente für langjährig Versicherte rutschen, dass ihr Rentenfreibetrag 24% beträgt: ergo ihre Altersrente wird nicht mit 94%??? versteuert. Aber bis dahin … wer weiß …

          Gruß
          Lars

    • Zusatz … grad mit der RV Tel. … wenn ich die EM-Rente weiterbekomme bis zur Altersrente …. dann bringt mir die Einzahlung leider gar nichts !!! ( da man ja bei der EM-Rente Zurechenzeiten bekommt…)

      hab aber trotzdem mal den Antrag zur Auskunft des ganzen gestellt …

      • Moin bezzi,

        siehe dazu meinen Kommentar vom 11.08.2021 16:12: (genau um diese Frage ging es beim FS Bernd) Die Antwort des DRV-Experten dazu:

        Ich zitiere: (auf den letzten Satz achten)

        „Zur „Berücksichtigung Ihrer gezahlten Beiträge zum Ausgleich einer Rentenminderung“:

        Ihre Beiträge zum Ausgleich einer Rentenminderung werden bei der Berechnung einer Altersrente (egal welche) im Anschluss an Ihre Rente wegen Erwerbsminderung als Zuschläge an Entgeltpunkten berücksichtigt. Diese Beiträge werden nicht zeitlich zugeordnet, kollidieren also nicht mit der Zurechnungszeit, die dann als Anrechnungszeit bis zum maßgebenden Rentenbeginn ebenfalls in die Berechnung der Altersrente einfließt.

        Zitat Ende

        Ich empfehle einen Termin vor Ort bei der DRV zu buchen und in einem persönlichen Gespräch!!! explizit diesen Punkt abzuklären.

        Ich schaue heute Nachmittag noch einmal nach, irgendwo gab es da eine Einschränkung wegen „Besitzschutz“ …

        Gruß
        Lars

        • Hallo Lars,

          Stimmt diesen Satz habe ich gestern gelesen, aber wirklich verstehen tue ich ihn erst jetzt !!!
          Tja, dannn steht jetzt der Experte von der DRV mit dieser Aussage fürn Bernd, gegen meine „“Telefonexpertin““ … hmmm … glauben würd ich lieber Dir 😉

          Bin gespannt, was dann schriftlich mit dem Antrag kommt ????!!!???

          Ah, des ist ja mal a positive meldung , dass ich dann nicht 94% zahlen müsste !!
          (Aber ansich traue ich der DRV alles zu …. die Erfahrungen , die ich machen „“durfte““ 3 jahre lang bis die rente durch war … des wünscht ma keinen … schwarz auf weiß steht alles geschrieben , aber dass das auch so passiert , steht auf einen gaaanz a deren Blatt !!

          • Moin bezzi,

            „Besitzschutz“ bedeutet, dass die Höhe der „folgenden Altersrente“ nicht niedriger sein kann und darf, als die jetzige EMR. (siehe §88 Abs.1 SGB VI)

            Zu der EMR-Zurechnungszeit:

            Da deine EM-Rente vor dem 01.01.2019 bewilligt wurde, wirkt deine „Zurechnungszeit“ bis 62 Jahre + 3 Monate. Mit dem „Rentenpakt 1“ werden EM-Rentner, welche ab dem 01.01.2019 eine EM-Rente bewilligt bekommen, wesentlich bessergestellt. Hier liegen die Zurechnungszeit bei:

            2018 62+3 Monate
            2019 65+8 Monate (großer Sprung)
            2020 65+9 Monate
            2021 65+10 Monate
            usw.

            Zurechnungszeit bedeutet, dass der EM-Rentner fiktiv so gestellt wird, als ob er … z.B. bei einer Bewilligung der EM-Rente in 2020 … bis zum 65 Lebensjahr +9 Monate weitergearbeitet hätte (Basis dazu = gleichbleibende Berufstätigkeit).

            Aber die max. 10,4% Abzug bleiben!

            Bei dir endet die Zurechnungszeit bei 62+3 Monaten. Die Ausgleichszahlungen für die Rentenminderung nach §187a SGB VI berechnet sich vom 63 Lebensjahr bis zur Regelaltersgrenze, ergo: die EMR-Zurechnungszeit tendiert deine Ausgleichszahlung nicht. Außerdem sind Ausgleichszahlungen nach §187a SGB VI „keiner“ Zurechnungszeit zu zuordnen.

            Deswegen: Warte die schriftliche „Auskunft zum Ausgleich einer Rentenminderung“ ab. Ich kann dir nur empfehlen, buche einen persönlichen!!! Beratungstermin bei der DRV.

            Ansonsten schließe ich mich eSchorsch an. Du bist einer der Fälle, wo die Renteneinzahlung komplett aus dem Steuersparpotential abgedeckt werden kann.

            Gruß
            Lars

    • Ich kann mich nur wiederholen, klopp die vorhandenen Zahlen in den Abfingungsrechner und spiele mit der Werten für die Rentenversicherung. Dann siehst Du welche Einzahlung wieviel Steuern spart.
      So wie ich es sehe, werden die 25k Rentenbeiträge gar nicht vollständig benötigt. Es liegt an dir, das so festzulegen dass es für dich passt.

      Auch wenn ein Steuerberater keine Notwendigkeit ist, in deinem Fall liegt die mögliche Steuerlast bei fast 50.000€, mit Sparpotential von 30.000€. Wenn Du unsicher bist: Bei den Summen ist es keine Schande die Dienste eines Steuerberater in Anspruch zu nehmen.

  45. Ich habe eine Frage zur Verschiebung der Abfindung auf nächstes Jahr.

    Ich arbeite bis Ende November, und werde eine Abfindung erhalten. Meiner Arbeitgeber hat akzeptiert meine Abfindung erst in Januar 2022 auszuzahlen.

    Habe eine Firma gegründet (GmbH) und Plane das (eventuelle) Geld in dem GmbH aufzustocken (kein Gehalt an mir 2022 auszahlen lassen).

    Möchte eigentlich schon jetzt loslegen, aber dann muss ich meine Anstellung beenden ende August/September?. Meiner Arbeitgeber meint dass er dann die Abfindung 2022 auszahlen kann, da es dann zu lange ist zwischen Arbeitsende und Auszahlung ist.

    Endlich die Frage: Gibt es gesetzlich einen Regel wie lange es zwischen Arbeitsende und die Auszahlung der Abfindung sein kann?

  46. @Phillip,
    das einzige was gegen eine Verschiebunng der Abfindung sprechen könnte ist eine mögliche Insolvenz des (bis dahin damaligen) Arbeitgebers bis zum Zeitpunkt der Abfindungsauszahlung. Um in den Genuß der Fünftelregelung zu kommen, müssen natürlich die dazu nötigen Bedingungen erfüllt werden. Beispielsweise die Zusammenballung der Einkünfte für das entsprechende Steuerjahr.

    VG eLegal

  47. Hallo Lars u eSchorsch,

    Heute kam doch glatt schon das schreiben von der Rentenversicherung!!!

    Wow , dass hatte ich nicht erwartet ….

    Die derzeitigen Entgeldpunkte liegen dann 0,4343 höher als wenn ich mit 63 nach 35 Jahren , als langjähriger Versicherter in Vorzeitige Altersrente gehen würde … ( obwohl ja ab 2024 die 35 Jahre nicht mehr reichen und man 40 Jahre braucht oder ? … die ich aber dann bei durchgehender em rente auch hätte … )

    Da sich daraus keine zusätzliche Rentenminderung ergibt ist eine Beitragszahlung nicht möglich nach paragraph 187a SGB VI …

    Auf meine Zusatzfragen , was passiert, falls ich de em rente nicht weiter gewährt bekomme, sind sie gar nicht eingegangen… ist dass ein Zeichen, dass ich sie weiterhin gewährt bekomme ????

    Tja, KK hat auch nein gesagt …

    Ähm , könnte ich ca 25 t in eine private Rentenversicherung zahlen , heuer dieser Einmalzahlung … und erst mit 60 oder später die Auszahung machen…

    Wäre sowas auch eine Altervorsorge Form die abgesetzt werden könnte von der Steuer … oder geht dass nur mir der Staatlichen?? ( u Rürup is a staatlich oder ? )

    Zumindest kann ich sonnige Grüße an euch schicken 😉

    • Moin bezzi,

      „(obwohl ja ab 2024 die 35 Jahre nicht mehr reichen und man 40 Jahre braucht oder?“

      sorry, das schnalle ich jetzt wirklich nicht 🙂

      „Auf meine Zusatzfragen , was passiert, falls ich de em rente nicht weiter gewährt bekomme, sind sie gar nicht eingegangen… ist dass ein Zeichen, dass ich sie weiterhin gewährt bekomme ????“

      Alle EM-Renten … Teil, aber auch Voll, befristet aber auch die „UNBEFRISTETE EMR“ können immer von der DRV in Hinblick darauf geprüft werden, ob sich der Gesundheitszustand gebessert hat!

      „Wäre sowas auch eine Altervorsorge Form die abgesetzt werden könnte von der Steuer … oder geht dass nur mir der Staatlichen?? ( u Rürup is a staatlich oder ? )“

      Ja das ist möglich, RÜRUP (ist nicht staatlich) hat den gleichen steuerlichen Effekt wie eine Einzahlung in die DRV. Das funktioniert genauso gut 🙂 und damit kannst du deine Abfindung steuerlich optimieren.

      etwas Literatur zum Thema RÜRUP findest du in den nachfolgenden Links vom Privatier:

      https://der-privatier.com/story/07-riester-und-ruerup/?hilite=r%C3%BCrup

      Gruß
      Lars

      • Noch als Ergänzung:

        Die RÜRUP Rente wird als Monatsrente ausgezahlt, also genauso wie die gesetzliche Rente. Daher ist eine vorzeitige Auszahlung der Rürup Rente nicht möglich.

        Bei Neuverträgen, die seit 2012 geschlossen werden, darf die Rente sogar erst mit dem vollendeten 62. Lebensjahr gezahlt werden. Der Rentenbeginn kann zwischen dem vollendeten 62. und dem vollendeten 85. Lebensjahr frei vereinbart werden.

        Gruß
        Lars

        • Ja wow,

          Ihr seid ja genial schnell 🙂

          …ui … ich hab soviel gelesen die letzten tage … sorry woher kann ich beim besten willen nicht sagen …

          …. ich hab’s halt so verstanden, dass ab 2024, nicht mehr die 35 jahre als langjährig versicherte reichen … sonder dann 40 jahre …
          Aber nagelt mich ned fest … darum hab ich ja des gerade reingeschrieben, um zu erfahren ob ihr darüber was wisst ?!?!?

          Also auf auf zu „einer“ Versicherung … ach , wie mich dass freut ;-(

          Wenn ich es richtig sehe , ist es eh besser die Basis/rürup rente zu machen … dann kann bei der DRV nichts negatives passieren …

          Merce

    • Mit der KK und der DRK ist natürlich sch…ade , aber kein Beinbruch.

      Die Rüruprente (oder Basisrente) ist eine private Rentenversicherung, die gewisse staatlich vorgegebene Kriterien erfüllt und dafür steuerlichen Vorteile genießt. Ein Kriterium ist m.W. Auszahlung frühestens mit 62, aber ich bin da kein Fachmann.
      Ansonsten: ja, sowas würde dein „Steuerproblem“ beheben.

      PS: wo hast Du das mit den 40 anstatt 35 Jahren ab 2024 her? Ich hab davon noch nichts gehört.

      • eSchorch: Woher nur immer diese gehörten Zahlen kommen… gut, das es in der Rente Vertrauensschutz gegen so etwas gibt 😉 Vielleicht war es auch §40 aus dem Rentenrecht für Bergmänner*frauen? Oder Serie Alibaba und die 40 Räuber? Aber Spass beiseite, gelesen habe ich von so einer Idee eines Planes auch schon, nur nicht in Zusammenhang mit 2024…
        mbg
        Joerg

  48. Hallo,
    ich habe von meinem AG einen neuen Prügel zwischen die Beine geworfen bekommen.
    Mein Wunsch war es von der Abfindung 40.000€ in die baV einzuzahlen (das muss noch geschehen solange ich Mitarbeiter bin) und in 2022 von dem Restbetrag der Abfindung 25.000€ an die DRV zu überweisen sowie nach Abzug der Steuern auch noch etwas an mich zu überweisen.
    Die Info die ich eben von der Personalabteilung bekam lautet, dass ein Splitting zwischen bAV und DRV nicht möglich ist.
    Die Lösung kam vom Steuerberater. Wisst Ihr was dagegen spricht?

    Was kann ich an der Stelle tun?
    Jetzt 40 TE von der Abfindung durch den AG in die baV einzahlen lassen und nächstes Jahr nach Auszahlung der Abfindung selbst 25 TE in die DRV einzahlen?

    Oder wie könnte eine Lösung aussehen?
    Besondere Brisanz kommt noch durch 4 Monate ALG in das Thema.

    Bin gespannt was Ihr für Ansätze zu meinem Problem habt.

    Vielen Dank im Voraus
    Gruß Fritz

  49. Moin Fritz Ge.,

    „ich habe von meinem AG einen neuen Prügel zwischen die Beine geworfen bekommen.“

    Lese bitte einmal (oben rechts unter „Neue Beiträge“) den Gastbeitrag von Herrn M. Schmetz „Ausgleichszahlungen des Arbeitgebers zur Vermeidung von Rentenabschlägen“ und auch den Beitrag vom Privatier Kap. 2.5 „Altersvorsorge statt Abfindung“ vom 27.08.2021 (auch unter „Neue Beiträge“).
    Die Einzahlung in die DRV durch den AG ist sehr interessant. Auch die Möglichkeit die steuerliche Optimierung durch die Einzahlung mit 2 Tranchen hat Herr M. Schmetz dargestellt.

    Druck den Gastbeitrag doch aus und bespreche diese Variante mit deinen AG.

    Gruß
    Lars

    PS: „Die Info die ich eben von der Personalabteilung bekam lautet, dass ein Splitting zwischen bAV und DRV nicht möglich ist.“

    Beim „Vervielfältiger“ muss der AG zustimmen.

  50. Hallo Privatier,
    ganz herzlichen Dank für den Rechner. Der ist Super.

    Dennoch eine Randbemerkung:
    Im Fall, das jemand Lohnersatzleistungen als einzige Einnahme zusätzlich zur Abfindung im Rechner angibt (z.B. ALG1, 34.080€), und dann bei den Beiträgen zur Rentenversicherung den Beinahe-Höchstsatz von 50.000€ angibt, berücksichtigt der Rechner den vollen 50.000€ Betrag (natürlich dann multipliziert mit 90% bzw. 92%).
    Aber: als ALG1 Bezieher wird doch schon vom Jobcenter in die Rentenkasse eingezahlt, sagen wir mal ca. 15.000€ (den genauen Betrag kennt man ja i.d.R. nicht). Daher tragen nicht 50.000, sondern im meinem Beispiel nur 50.000 – 15.000 = 35.000 zur Steuerreduzierung bei.
    Liege ich da richtig?

    Über dieses Problem bin ich in meiner Steuer-SW gestolpert.

    Grüße
    Bruno

    • Moin Bruno_AK,

      Lohnersatzleistungen wie ALG1, Krankengeld, KUG, Saison-Kurzarbeitergeld, Transferkurzarbeitergeld, Elterngeld etc.pp. schmälern die max. Altersvorsorgesumme von 51574€ (in 2021 für Verheiratete) nicht.

      Gruß
      Lars

  51. Hallo Lars,
    Du hast Recht.
    Ich habe dies mit dem Herausgeber meiner Steuer-SW geklärt -> ich muss dort angeben, dass meine Tätigkeit (sprich arbeitslos und Bezieher einer Abfindung) sozialversicherungsfrei ist. Dann „erlaubt“ die Steuer-SW den vollen Betrag von 50.092€ (es ist noch die 2020-er SW).
    Grüße
    Bruno

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