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Kap. 6.13.2: Wie Renten besteuert werden — 11 Kommentare

  1. > Denn mit steigenden Renten wird er schon bald die Grenze überschreiten und dann zumindest einen kleinen Steuerabzug haben.

    Hier wird unterschlagen, dass auch die Freibeträge peu à peu angehoben werden können!

  2. Hallo Privatier,
    2 Fragen: im Finanzplan sollte man ja den Steuerabzug von der (prognostizierten) Altersrente sicherheitshalber berücksichtigen. Die Ermittlung des steuerpflichtigen Anteils ist da für mich der leichtere Teil, woraus leite ich aber den Steuersatz (der Zukunft) ab? Nutze ich den heutigen Steuersatz, Freibetrag, etc. und wenn ja, ist das statthaft? Eigentlich muß ich ja als Privatier auf jeden Fall auch die passiven Einkünfte in signifikanter Weise in der Hinterhand haben und diese Kapitaleinkünfte werden zunächst der Abgeltungssteuer unterliegen. War es das, oder muß man damit rechnen, dass sie die Einkommenssteuer zusätzlich erhöhen?
    Grüße Covacoro

    • Hallo Covacoro,
      wie sagte schon ein weiser Mensch: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“.
      So ähnlich ist es auch bei der Frage nach dem zukünftigen Steuersatz. Ich selber habe (bei den Kapitaleinkünften) schon vieles erlebt: Von der Steuerfreiheit über das Halbeinkunftsverfahren bis zur Abgeltungssteuer. Auf alles kann man sich irgendwie einrichten. Nur „planen“ lässt es sich nicht. Keiner kann sagen, wie die Steuergesetze in 5 Jahren aussehen.

      Und was bleibt einem da schon anderes übrig, als mit den aktuellen Regeln zu rechnen? Ich selber mache es jedenfalls so und werde meine Rechnungen notfalls anpassen, wenn es denn nötig wird. Wenn sich irgendwo Bandbreiten ergeben, verwende ich allerdings zur Vorsicht immer die ungünstigere Variante. Bsp. Inflation. Liegt (glaube ich) aktuell für Deutschland bei 1,7%. Ich rechne immer noch mit 2,5%.
      Oder bei den Krankenkassenbeiträgen: Ich rechne immer noch damit, dass ich auf alle Einkünfte einen Beitrag zahlen muss, obwohl dass lt. meines heutigen Artikels über die „Krankenversicherung als Rentner“ gar nicht der Fall sein wird. Aber auch solche Regelungen müssen ja nicht für die Ewigkeit gemacht sein…

      Meine Strategie für all diese Unwägbarkeiten lautet daher: Ich rechne mit dem, was heute gilt. Und das werde ich nötigenfalls anpassen, wenn es erforderlich ist. Dazu ist es aber erforderlich, dass die Kalkulationen gewisse Spielräume (oder auch Sicherheiten) beinhalten, damit das ganze Gebäude nicht beim ersten Luftzug zusammenstürzt.

      Gruß, Der Privatier

  3. Mütterrente nur anteilig besteuert

    Viele Rentner müssen nun nach und nach eine Steuererklärung abgeben. Die Frage bei uns war nun, wie werden z.B. gesetzliche Unfallrenten und auch die Mütterrente besteuert? Gesetzliche Unfallrenten sind ja nach §3 Nr.1 EStG prinzipiell steuerfrei (eventuell nach §32b Abs.1 Nr.1b EStG ist ein Progressionsvorbehalt möglich)

    Falls Rentner nun nahe an der Einkommensgrenze zur Abgabe einer Steuererklärung liegen, hier ein Hinweis: Für Kinder die vor 1992 geboren wurden, beträgt die Mütterrente nun 2,5 Rentenpunkte multipliziert mit dem Rentenwert. Macht pro Kind 2019 ca.:

    W: 80,08€ (Jan. bis Juni mtl.) 83,40€ (Juli bis Dez.) Gesamtbetrag/Jahr 980,88€
    O: 76,62€ (Jan. bis Juni mtl.) 79,62€ (Juli bis Dez.) Gesamtbetrag/Jahr 937,44€

    Die Rentenerhöhung durch die Mütterrente ist keine „regelmäßige“ Rentenanpassung, sondern eine „außerordentliche“ Neufestsetzung des Jahresbetrages der Rente. Deshalb wird der steuerfreie Teil der Rente neu berechnet. Die Mütterrente wird dadurch nicht in vollem Umfang in die Besteuerung mit einbezogen, sondern nur mit dem „Besteuerungsanteil“ der auch für die übrige Rente zählt.

    Rentenbeginn 2005:
    Besteuerungsanteil 50%, d.h. für diesen Personenkreis werden 50% der Mütterrente zur Besteuerung herangezogen, 50% bleiben steuerfrei

    Rentenbeginn 2010:
    Besteuerungsanteil 60%, d.h. für diesen Personenkreis werden 60% der Mütterrente zur Besteuerung herangezogen, 40% bleiben steuerfrei

    Rentenbeginn 2019:
    Besteuerungsanteil 78%, d.h. für diesen Personenkreis werden 78% der Mütterrente zur Besteuerung herangezogen, 22% bleiben steuerfrei

    So brauchen meine Eltern für 2019 noch keine Steuererklärung abgeben, evt. ab Veranlagungsjahr 2020 rutschen Sie wohl in den Bereich wo eine Steuererklärung notwendig wird.
    (Prüfen aber beide jedes Jahr mit Steuersoftware)

    Viele Grüße
    Lars

  4. „Öffnungsklausel“ – Es wird vielleicht nur einen sehr kleinen Kreis betreffen:

    Sebstständige, Freiberufler, Mitglieder in einem berufsständischen Versorgungswerk die Beiträge in die Versorgungskasse oder über eine Höherversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt haben, die höher waren als die Höchstbeträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

    Die „Öffnungsklausel“ wird nicht vom Amts wegen angewendet, sondern muß beantragt werden. Weitere Informationen siehe Links:

    https://www.steuern.de/steuererklaerung-gestaltungshinweise-anlage-r

    (obere Link: kleine Zusammenfassung für Rentner + Hinweis zur Öffnungsklausel)
    (unterer Link: Informationen zur Öffnungsklausel)

    Auch DRV-Bund weißt auf die Öffnungsklausel hin. (diesen Link füge ich jetzt nicht an)

    https://www.haufe.de/steuern/rechtsprechung/anwendung-der-oeffnungsklausel-in-der-rentenbesteuerung_166_448552.html

    @Det: Private Veräußerungsrenten:

    Private Veräußerungsrenten

    Wurden Grundstücke, Betriebsvermögen oder Firmenbeteiligungen gegen Zahlung einer Rente aus Veräußerungsgeschäften auf eine andere Person übertragen, ist diese nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a), Doppelbuchst. bb) EStG mit dem Ertragsanteil zu versteuern (Zeile 14). In Einzelfällen gehört die Veräußerungsrente aber noch zu den Betriebseinnahmen des Gewerbebetriebs oder der freiberuflichen Tätigkeit.

    Viele Grüße
    Lars

    • Danke Lars , aber da ich u.a. auch an der “ Gestaltung “ von §22
      ( im Zuge AEG 2004 ) bei der kleinen Bastelstunde am Kaffeetisch
      ein wenig mitbeteiligt war , ist mir §22 nicht ganz fremd .
      Insbesondere bb) nicht . Da es insbesondere für bb)
      einige Probleme zu klären gab ( s.u.a. auch DAV R 2004 ) .

      LG Det

      • Det, da bin ich platt.
        Ich hatte gestern bezüglich eines BFH-Urteil etwas gesucht (leider nicht gefunden) aber über eine andere Sache bin ich gestolpert und da habe ich gleich an Dich gedacht:

        Stichwort:
        „Zuflussbesteuerung bei Zeitrenten aus Veräußerung eines Gewerbebetriebes“

        Da gab es am 05.11.2019 ein Urteil vom Bundesfinanzhof (X R 12/17). Link füge ich an, vielleicht interessant für Dich.

        https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/druckvorschau.py?Gericht=bfh&Art=en&nr=44100

        Ketchup? Du weißt aber auch, wenn man die Ketchupflasche rumdreht und mächtig draufhaut, kommt manchmal nix und manchmal alles, wie im wahren Leben.
        Ich drück Dir die Daumen, viel Glück dabei.

        Viele Grüße
        Lars

        • Hallo Lars
          Ja gibt schon lustige Sachen . Hatte ich aber nix mit zu tun .
          Und hätte ich auch sooo wohl nicht gewählt . Entweder/Oder ,
          dann ist für Klarheit gesorgt . KP-Zahlung , oder KP-Verrentung .
          Macht sich bei Betriebseinnahmen immer recht schlecht , bei der
          “ Zuordnung “ des Eigentums . Daher m.M.n. eher lassen .
          M.M.n. wäre eine vorgeschaltete “ Entnahme “ = Überführung ins
          Privatvermögen , incl. der sich daraus ergebenden Zahllast ,
          ggf. die bessere Variante gewesen . Aber ist halt manchmal
          SOOOORUM und manchmal ANDERSRUM die bessere Variante .
          Individual-Lösungen m.M.n. erforderlich .

          Und mit dem Ketchup , hat mich heute die freundliche Dame bei
          der Bestellaufnahme informiert , das da irgendsoeine Zahl zu
          drücken sei , dann läuft das mit dem Ketchup von ganz alleine .
          Ich wollts kaum glauben , aber JAAA die Zahl 57 soll Glück bringen .
          ( musst Du mal nach 57 und KHC gooooockeln )
          Ich werde das dann demnächst mal ausprobieren ( Unglaublich !!! )
          Soooo lernt man also auch bei einer Orderaufgabe immer noch dazu .
          Naja , was will man da auch erwarten wenn da son Honk anruft und
          ein Paket Ketchup bestellt ??? ( War O-Ton = 1 Paket Ketchup ,
          Antwort darauf : HÄÄÄÄÄÄÄÄ ??? Ich hab auch gesagt das ich die
          letzten Groschen extra dafür zusammengesucht habe , und nur auf
          Befehl handele ) . Du siehst , nicht nur “ Männer im Baumarkt “

          LG Det

  5. Hallo zusammen,
    da es keine speziellen Blog „Betriebsrenten“ gibt passt die Frage hier ev. am besten dazu. Mein Arbeitgeber verlangt vor Auszahlung der monatlichen Betriebsrenten an ein Konto, auf dieses Konto eine „SEPA Lastschriftmandat für SEPA-Lastschriften der Gehaltsabrechnung“ für ihn einzurichten, was mich verwundert. Eigentlich dachte ich ja ich bekomme die Betriebsrente gutgeschrieben und nicht abgebucht 🙂 Zusätzlich wird verlangt zu unterschreiben, dass die Vorinformationsfrist für derartige Lastschriften von 14 auf 1 Tag verkürzt wird.
    Die Abzüge Krankenkasse, Steuer und ähnliches erfolgt ja vor Überweisung auf das Konto des Rentenempfängers. Klar ist es schön, wenn der frühere Arbeitgeber mal etwas selbst falsch überweist, dass er das gleich nur mit einemm Tag Vorankündigung eine (Rückl)astschrift selbst veranlassen kann. Gehe davo aus, wenn ich nicht unterschreibe sagt der Ex-Arbeitgeber einfach, dann kann er keine Betriebsrente überweisen.

    Kennt sich jamand damit aus, was haltet Ihr davon? Ist das ein übliches Handlung der Arbeitgeber bei Betriebsrenten? Muss man das unterzeichnen und wenn nicht, auf was könnte man als Argument verweisen? Oder muss man da einfach durch? Wenn man sein normales Konto damit ggü. dem Arbeitgeber zur Lastschrift freigibt, kann der erstmal abbuchen was er möchte.

    Viele Grüße
    Gunther

    • Ich halte dies für ungewöhnlich und auch für unverständlich. Zumindest in der Auszahlungsphase. Es sei denn, im Vertrag gebe es andere Vereinbarungen, die z.B. eine Einziehung von Gebühren o.ä. vorsehen.
      Ich würde den Grund für diese Maßnahme einmal direkt mit der zuständigen Stelle klären, mir aber auch keine allzu großen Sorgen machen. Lastschriften kann man ja jederzeit wieder rückgängig machen. „Jederzeit“ nicht – Fristen sind zu beachten.

      Gruß, Der Privatier

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