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Kap. 9.6: Das erste Gespräch — 25 Kommentare

  1. Hallo,

    mich würde mal interessieren, welche Angebote in Hinsicht auf selbständige Tätigkeit gemacht wurden. Auch, wie diese Bemerkung im weiteren Verlauf der Arbeitslosigkeit weiterverfolgt wurde.
    Bei mir wird die Konstellation ähnlich sein.

    Vielen Dank

    • Bei mir war es so, dass ich relativ schnell eine Einladung zu einem Existenzgründer Seminar bekommen habe. Davon werde ich noch etwas detaillierter in einem der nächsten Beiträge berichten.
      Andere Angebote gab es nicht. Ich habe aber keine erfragt. Allerdings habe ich mich auch recht schnell wieder aus der Vermittlung und dem Leistungsbezug verabschiedet. Auch dazu mehr in einem der kommenden Beiträge.
      Apropos Leistung: Die Einkünfte aus selbständigen Nebentätigkeiten werden natürlich erfragt und werden (ebenso natürlich) mit der ALG Leistung verrechnet.

      Gruß, Der Privatier

  2. Bei der guten Frau bist du eine Nummer in IHREM Bestand. Und diese Nummer muss weg – koste es was es wolle, weil nur daran wird diese gute Frau bemessen.

    Bewerbungen geschrieben? Hoffentlich, weil vielleicht nimmt ihn jemand und er aus dem Bestand.

    Seminarteilnahme? Sehr gut, ist er temporär aus dem Bestand.

    Eingliederungsmaßnahme (ehemals ABM)? Auch sehr schön -> der Bestand!

    • Ist sicher richtig, was Du sagst. Den Eindruck hatte ich auch.

      Allerdings muss ich auch sagen, dass ich für nichts auf der Welt mit den Vermittlern der Agentur tauschen möchte! Ein Job, der einem eigentlich nur Frust bringen kann. Die Chancen auf einen Vermittlungserfolg sind eher gering und die wenigsten Kunden sind so pflegeleicht wie ich.
      Da müssen sich die Vermittler schon so einiges bieten lassen: Angefangen von Obrigkeitshörigen Duckmäusern, die vor lauter Angst kaum die Türe auf bekommen, über Jammerlappen, die einem sämtliche Krankheiten, Familienpsychosen und Weltverbesserungstheorien detailliert auftischen, bis hin zu den polternden Halbidioten, die immer kurz davor sind, gleich das ganze Mobiliar zu zertrümmern, wenn der Vermittler nicht augenblicklich einen Vorschuss von 100 Euro bar auf den Tisch legt.
      Eine der Vermittlerinnen, die ich dort kennengelernt habe – eine noch junge, attraktive Frau – hat mir übrigens ihre eigene Geschichte erzählt: Erfolgreich mit guter Note abgeschlossenes BWL-Studium. Auf 170 Bewerbungen nur Absagen bekommen. Jetzt eine zeitlich befristete Stelle bei der Agentur. Zur Erfassung und Abgleich der Kundendaten. … wie gesagt: Ich möchte nicht tauschen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo,
    hab die 2 Jahre ALG-1 hinter mir. Auch bei mir kam nichts vom Amt, ausser einer Maßnahme. 8 Wochen die einem Schulungsanbieter. Nach 33 Jahren IT hab ich dann was von Excel, Word und Powerpoint erfahren. Kurz gesagt : Ich hab dann fast die ganzen Einzelkurs nach kurzer Zeit übernommen und alle Teilnehmer haben was gelernt und waren zufrieden. Mir hats auch Spaß gemacht. Also wer die Zeit da totschlagen will, solche gibt es auch, der geht einfach hin. Wer sich gezielt weiterbilden will, läßt sich gezielte Kurse vermittlen. Ansonsten war Suchen in der Jobbörse angesagt und auch sorgfältiges dokumentieren, damit es keine Probleme mit den eigenen Aktivitäten gibt.

    • Hallo Mr. Excel,

      ich habe die ganze Aktion noch vor mir. Genauso wie Du kann ich auch auf über 30 Jahre IT zurückblicken.
      Ich frage mich, wie man den Bearbeiter bei der Agentur dazu kriegen kann, spezialisierte Kurse zu bewilligen, die schließlich richtig etwas kosten können. Ich stelle mir vor, konkrete Vorschläge zu machen.
      Hat jemand damit Erfahrungen?

    • Ich werde hier in Kürze etwas über mein Existenzgründer-Seminar berichten, an dem ich teilnehmen durfte (musste?). Bei mir waren es allerdings nur 2 Wochen.
      Und die habe ich auch nicht bereut.
      Und ich bin froh, dass ich nicht auf ein Bewerbertraining oder Computerkurs musste. Da hätte ich wirklich keine Lust zu gehabt.

      Ob man bei der Agentur auch „höherwertige“ Lehrgänge finanziert bekommt, kann ich aus eigener Erfahrung weder bestätigen, noch dementieren. Habe ich nicht versucht. Und dafür war meine Zeit vielleicht auch zu kurz.

      Gruß, Der Privatier

  4. Eine kurze Frage:
    Ich bin auch auf dem Weg zum Privatier und werde aber das Depositionsjahr „wählen“. Arbeitssuchend mußte ich mich schon melden, der persönliche Erstkontakt steht noch bevor. Eine Beratung zum Dispositionsjahr werde ich dann auch versuchen von der Agentur für Arbeit zu bekommen.
    Meine Frage und auch Sorge ist: Was steht mir in diesem Jahr bevor?
    Leistungen bekomme ich ja noch nicht, bin somit ja „nur“ arbeitssuchend und nicht „arbeitslos“ und somit noch nicht in der Arbeitslosenstatistil.
    Sorgen mache ich mir darum, dass ich in diesem ersten Jahr trotzdem schon jede Menge Maßnahmen auferlegt bekomme und das möchte ich umgehen. Es würde mir reichen, diese erst ab dem Zeitpunkt des Arbeitslosengeldes zu bekommen…

    • Ich glaube, die Aussage: „Arbeitssuchend musste ich mich schon melden“ ist schon der falsche Ansatz. Man „muss“ sich nicht arbeitsuchend melden!

      Man „muss“ sich nur dann arbeitsuchend melden, wenn man weiß, dass man arbeitslos wird. Und „arbeitslos“ heißt hier: Nicht nur keine Arbeit zu haben, sondern auch aktiv eine neue zu suchen.
      Wer also ein Jahr lang gar nicht arbeiten will (Grund spielt keine Rolle), ist laut dieser Definition eben auch nicht arbeitslos. Und muss sich daher auch nicht arbeitsuchend melden.

      Das kommt erst wieder gegen Ende des Dispositionsjahres zum Tragen. Danach möchte man ja wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Und sich arbeitslos melden. Zu diesem Zeitpunkt sollte man sich vorher arbeitssuchend melden. Über die Frist bin ich mir allerdings im Unklaren. Ich meine, es dürfte eigentlich keine geben. Denn die Entscheidung kann ich ja von heute auf morgen treffen.

      Fazit: Ich würde mich vor dem Beginn (und während) des Dispositionsjahres nicht arbeitssuchend melden, sondern erst gegen Ende. Und zwar erst kurz vor der Arbeitslosmeldung (vielleicht eine Woche).

      Vorsicht: Insgesamt ist diese Aussage nicht durch eigene Erfahrung geprüft! Ich habe mich gerade wegen dieser und ähnlicher Unsicherheiten wie schon beschrieben für eine andere Vorgehensweise entschieden.

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo Steve,
    ich hatte mich auch arbeitssuchend gemeldet, damit ich keine Frist versäumte und dadruch dann evtl.mit Sanktionen belegt würde. Dann hatte ich kurz vor Ende meines Arbeitsverhältnisses einen Beartunsgtermin und erklärt, dass ich das Dispositionsjahr einlegen möchte. Hurahhhh – der will nix von mir ! So kam es bei mir an, als ich das zauberwort sagte. Ich wurde auch flink wieder abgemeldet (aus der Sattistik entfernt 🙂 ). Aber fairerweise wurde ich exakt beraten, damit ich nichts falsch mache bei der Rückmeldung. Die lief dann ganz normal ab (10 Tage vor ende der 12 Monate). Wiederanmeldung und somit arbeitssuchend und dann auch gleich arbeistlos gemeldet und einen Termin in der Leistungsabteilung erhalten. Sowas haben kleine Arbeistämter aber nicht, da macht das der Berater in einem.
    Ich empfehle mit offenen Karten zu spielen, Du machst nix falsch und wirst dann hoffentlich auch umfassend beraten. Achja : Abmeldung heißt Maßhnahmenfrei !!!
    Viel Erfolg und berichte hier von Deinen Erfahrungen – gemeinsam sind wir stark !

  6. Danke für ausführliche Antwort. Arbeitssuchend hatte ich mich auch nur aus Fristgründen gemeldet. (Mind. 3 Monate vor Ende der Tätigkeit). Beratungsgespräch kommt demnächst. Ich werde direkt mal das Dispositionsjahr ansprechen, in der Hoffung das es bei mir genauso läuft wie bei Dir. Gründe für das Dispositionsjahr muß man ja nicht angeben. Hauptsache erst mal Maßnahmefrei!
    Es reicht ja, wenn man die bekommt, wenn man auch Leistungen bezieht.
    Bis demnächst…

  7. Guten Tag
    Wie soll ich mich beim Arbeitsamt verhalten wenn ich nach meinem Dispo Jahr ALG1 beantrage und mich als arbeitssuchend melden muss, aber eigentlich gar keine Arbeit Will?

    • „Wie soll ich mich beim Arbeitsamt verhalten?“

      Ganz einfache Antwort: Regelkonform! 😉

      Die Leistungen der Agentur sind zwar eine Versicherungsleistung, auf die man einen Anspruch hat. Diese Leistungen sind aber an Pflichten gebunden, die man einhalten muss. Welche Leistungen dies im Detail sind, wird in der Regel bei einem der ersten Gespräche in Form einer sog. Eingliederungsvereinbarung zunächst gegenseitig besprochen und dann schriftlich festgehalten.
      Auch ohne diese Vereinbarung werden bereits per Gesetz (§138 SGB III) die Eigenbemühungen und die Verfügbarkeit als Voraussetzung für den Status der Arbeitslosigkeit gefordert.

      Meine Erfahrung: Man macht sich vorher viel zu viele Gedanken und Sorgen. Im Rückblick ist/war es nur halb so schlimm.

      Gruß, Der Privatier

      • Von mir auch mal wieder ein kurzer Zwischenbericht.

        Dispojahr vom 01.02.20 bis zum 31.01.21 gut überstanden. Arbeitslosenmeldung und Kontakt ausschliesslich online und Bescheid per Post, verlief absolut problemlos auch mit dem Zuschuss für die PKV. Erste Zahlung überraschenderweise bereits am 25.02.21 bei mir eingegangen, 3 Überweisungen ALG, KV und Pflege.

        Letzte Woche Terminankündigung für ein Telefonat zur Klärung meiner beruflichen Situation. Hat heute stattgefunden.

        1. Gespräch
        Abklärung meiner Daten und Laufbahn, sowie Abstimmung über meine berufliche Zukunftsvorstellung und Frage was ich in den letzten 12 Monaten gemacht habe.

        Nachdem ich mitgeteilt habe, dass ich in knapp 2 Jahren in die vorgezogen Altersrente möchte, Rentenverlauf und Berechtigung bereits geklärt habe (das war der netten Dame sehr wichtig) wurde das Gespräch beendet mit dem Hinweis, das ich in einigen Minuten nochmal angerufen werde.
        Dauer ca. 5 Minuten.

        2. Gespräch

        Gleiche Dame teilte mir den Namen einer anderen Person in einer anderen Abteilung mit, die jetzt für mich zuständig ist. Anschliessend teilte sie mir mit, dass es damit für mich erledigt wäre und das ich vermutlich auch nicht mehr kontaktiert werde, wenn nichts besonderes vorfallen sollte.

        Auf meine Frage ob ich dann an die Ortsanwesenheit gebunden bin, sagte sie ich müsste mich jedes melden wenn ich wegfahre, Anspruch wäre 3 Wochen, darüber hinaus müsste man das weitere Vorgehen auch aus versicherungsrechtlichen Gründen besprechen.
        Dauer ca. 2 Minuten

        Ich gehe davon aus, dass ich keine Eingliederungsvereinbarung bekomme und auch sonst keine weiteren Verpflichtungen habe. Also man sieht, ab einem gewissen Alter kann das schon entspannt verlaufen und man sollte sich nicht vorher bereits verrückt machen. Die Mitarbeiter der AfA (klar auch hier gibt es solche und andere) wollen einem grundsätzlich auch nichts böses, so wie ich es in meinem (Berufs) -leben auch gehalten habe.

        Sollte sich das ändern werde ich eventuell berichten.

        Grüße

        B

        • @B,

          das hört sich alles sehr gut an. Dann hoffe ich, dass du hier weiterhin berichtest, wenn sich was neues ergeben sollte.

          Frage:
          du schreibst „…müsste man das weitere Vorgehen auch aus versicherungsrechtlichen Gründen besprechen.“ Welche Versicherungen sind hier konkret gemeint?

          VG eLegal

  8. Hab ich nicht nachgefragt, hat sie gesagt. Ausser der Rentenversicherung (evtl. Krankenversicherung wenn länger krank) würde mir nichts einfallen. Aber wenn ich jetzt ungenehmigt weg wäre und würde länger erkranken könnte ich mir vorstellen, das es Stress gibt, weil auch die Beiträge zur RV und KV unberechtigter Weise bezahlt oder auf jeden Fall verrechnet worden wären. Also ich werde vermutlich Kurzurlaube(weil häufiger) normal melden und wenn es mit ner längeren Auslandsreise klappen sollte klär ich ab ob es genehmigt wird oder wenn nicht melde mich ab und wieder an. Länger heisst bei uns aber auch maximal zwischen 2 und 3 Wochen.

    Grüße

    B

      • @eSchorsch,

        Erreichbarkeitsanordnung ist ein cooler Begriff. Im Netz findet man zu fast alles eine Definition, schwer ist manchmal nur, den richtigen Begriff zu finden.

        Today you made my day!!!

        VG eLegal

  9. Hallo,ich bitte mal um Erfahrungsaustausch mit dem Arbeitsvermittlern bei der Jobbörse.Die Situation – Nach 1. Jahr Ruhezeit habe ich ab dem 1.1.21 das Arbeitslosengeld beantragt was im Jahr zuvor berechnet wurde ich es aber habe Ruhen lassen.Jetzt nach 6 Monaten fordert der Arbeitsvermittler mich auf,mich auf 5 Stellen im Monat zu bewerben obwohl dieser im letzten Telefonat mir mitteilte das er keine Stelle hat (?) Jetzt habe ich mich wild auf Stellen in D
    beworben die in etwa meiner Beruflichen Position passen.Grundsätzlich will ich das aber nicht.Wie habt ihr euch verhalten und wie sind die Erfahrungen? Ganz lieben Dank für Antworten.

    • Hallo Frank-33,

      das kommt mir auch bekannt vor! So können die Regeln der AfA-SB sein. Auch der AfA-SB muss wohl Nachweise über SEINE Tätigkeit liefern…
      Ich hatte ebenfalls bei manchen Bewerbungen ein ungutes Gefühl – „freiwillig“ hätte ich mich bei manchen offenen Stellen nicht beworben.

      LG FÜR2012

    • @Frank-33: Bitte zukünftig nur den von mir veränderten Namen verwenden. Danke.

      Meine eigenen Erfahrungen habe ich bestimmt schon geschildert, aber hier gerne in Kürze noch einmal: Ich hatte seinerzeit in der Eingliederungsvereinbarung zur Aufgabe bekommen, mich auf jeweils vier Stellen pro Monat zu bewerben. Und das habe ich dann auch gemacht. Einige (sehr wenige) davon waren Vorschläge von der Agentur. Den Rest habe ich mir über die Jobbörse und aus anderen Quellen gesucht.

      Ich empfehle, die derzeitige Situation als positiv anzusehen: Immerhin war ein halbes Jahr lang Ruhe und außerdem könnte die Agentur auch weitere Maßnahmen verordnen…

      Gruß, Der Privatier

    • Der SB wurde in diesem Fall halt erst nach einem halben Jahr aktiv, weil er vielleicht die Erfahrung gemacht hat, dass sich seine „Kunden“ auf die Zumutbarkeitsregelung bzgl. Gehalt berufen konnten. Nach sechs Monaten greift aber dann der § 140 SGB 3-3:
      „Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.“
      Meine SB hat explizit auf diesen Paragraphen in der Eingliederungsvereinbarung hingewiesen, wobei nichts daraus tatsächlich mit mir „vereinbart“ worden ist.
      Allerdings gilt nach wie vor die Vertragsfreiheit, d.h. das Gehalt bleibt Verhandlungssache und dies kann als Hebel genutzt werden, um Stellenangebote abzulehnen.
      Ich habe – wie von der SB gewünscht – eine generische Musterbewerbung geschrieben mit den üblichen Selbstbelobigungen. Es ist ein spitzenmäßiges Bewerbungsanschreiben, so dass meine SB bestimmt von einem Bewerbungstraining absehen wird. 😉 Außerdem liegt die Gehaltsvorstellung 10% ÜBER dem letzten Bruttogehalt.
      Bislang kam es noch nicht zu einem Praxistest, die SB hat mich bislang erst einmal angerufen. ( Ihre Nummer ist jetzt auf meinem Handy blockiert. Es gibt auch Apps, die eine bestimmte Vorwahl (der Agentur) komplett blockieren. Sehr praktisch.)

      Ob man überhaupt „gut mit dem persönlichen Vermittler zusammenarbeiten möchte“, hängt m.E. sehr vom Alter des Antragstellers ab. Wer mit 56 oder noch früher das ALG1 als Brücke in den Ruhestand nutzen möchte, muss zu Recht mit Vermittlungsdruck rechnen und sollte daher auf eine vernünftige Kooperation Wert legen.
      Das gilt natürlich besonders für einige unter 40jährige, die sich hier im Blog für ein Dispojahr interessieren, um danach ein Jahr ALG-Bezug ohne Kürzung einzuplanen, insgesamt also mindestens zwei Jahre ohne Beschäftigung sein wollen. Es sei jedem seine Auszeit gegönnt – aber man muss wissen, was man tut im Hinblick auf spätere Bewerbungen.

      Mit 59+ und gesichertem Lebensunterhalt ist das aber eine ganz andere Sache. Ich kann nur für mich sprechen: Ich will keine Vermittlung. Ich will keine unnötigen Fragebögen ausfüllen. Ich will kein Interesse an Vermittlung heucheln. Ich möchte auch keinem potenziellen Arbeitgeber die Zeit für Interviews stehlen. Ich möchte, dass die alte 58er Regelung vielleicht als 60er-Regelung wieder eingeführt wird. Ich möchte den Gestaltungsspielraum (z.B. Dispojahr) in meinem Sinne nutzen. Obwohl ich mir anfangs auch die „moralische Frage“ gestellt habe, möchte ich eine Versicherungsleistung nach 34 Beitragsjahren in Anspruch nehmen.

      Falls diese Haltung nicht dem Geist und Buchstaben der Gesetze entsprechen sollte, dann ist es am Gesetzgeber, diesen ganzen Paragraphendschungel endlich zu entflechten. Das würde auch die Arbeit der Vermittler erleichtern, die sich dann auf die relevanten Fälle konzentrieren könnten.

      • Sehr gut geschrieben, danke! Ein Zusatz noch, dem SB gebe ich auch als Ausdruck meines Vertrauens die Gewissheit, dass es nach ALG1 keinesfalls Not gibt, wieder für Geld zu arbeiten. Hat auch schon vor Jahren bei meiner Gattin zu einem entspannten Verhältnis geführt 👍
        MbG
        Joerg

        • Genau, dann ist auch das Alter nicht entscheidend. Ich war 50 und mein SB lies mir ziemlich freie Hand. Bei unserem vorletzen Termin erzählte er mir, dass er gerade einen 60-jährigen erfolgreich vermittelt hat.

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