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Mehr Arbeitslosengeld durch Steuerklassenwechsel — 41 Kommentare

  1. Hallo Herr Ranning,

    kurz vor Ende meines Aufhebungsvertrags wurde ich (62/M) langfristig krank.

    Die Krankenkasse zahlt Krankengeld.

    Ich bekomme im Jan/Febr 2019 eine Reha.

    Jedoch läuft mein Krankengeld Ende Dezember 2018 aus.

    Wie geht die Arbeitsagentur mit dem Einkommen aus Krankengeld um bei der Berechnung meines Arbeitslosengeld?

    Vielen Dank

    • Bei der Überprüfung, ob und wie lange ein Anspruch auf ALG1 besteht, werden die Zeiten von Krankengeld ebenfalls berücksichtigt.
      Bei der Berechnung der Höhe des ALG1 werden allerdings nur Zeiten mit Arbeitsentgelt berücksichtigt. Sind dies in den 12 Monaten vor ALG-Beginn weniger als 150 Tage, werden die letzten 24 Monate herangezogen. Sind es dann immer noch weniger als 150 Tage, erfolgt eine fiktive Einstufung, die sich dann nicht mehr nach dem letzten Gehalt, sondern nach der Ausbildung richtet (ist in der Regel weniger).

      Gruß, Der Privater

      • Hallo Herr Ranning,

        ich bedanke mich für die Auskunft.

        Bei voll ausgeschöpftem Krankengeld, also 78 Wochen, ist die Zeit vor ALG folglich null?

        Also ist es damit obsolet geworden, dass ich mehrere Jahrzehnte weit über der Beitragsbemessungsgrenze verdient habe?

        Das wäre ja bitter, wenn ich es so richtig verstanden habe.

        Danke sehr

        • „Bei voll ausgeschöpftem Krankengeld, also 78 Wochen, ist die Zeit vor ALG folglich null?“

          Ich bin ja im Kopfrechnen etwas schwach… 😉 Darum rechnen Sie das besser einmal selber aus! Oder sehen einmal in Ihren Gehaltsabrechnungen nach.
          Es müssten in den zwei Jahren vor ALG-Beginn mind. 150 Tage mit Arbeitsentgelt zusammenkommen.

          Und eine fiktive Einstufung bedeutet übrigens nicht, dass es nichts gibt, es ist nur in den meisten Fällen weniger, als wenn das letzte Gehalt zugrunde gelegt wird.

          Gruß, Der Privatier

        • @ Carlo Cantina
          „Also ist es damit obsolet geworden, dass ich mehrere Jahrzehnte weit über der Beitragsbemessungsgrenze verdient habe?“
          Aehem…ja, und zwar unabhängig davon, ob Du die 150 Tage erreichst, was ich Dir wuensche, ebenso wie eine baldige, vollständige Genesung.
          Zählen doch für die Höhe des Alg1 nur die GEZAHLTEN Beiträge BIS zur BBG.

          Gruesse
          ratatosk

  2. Ich werde ab 01.04.2019 ALG 1 beziehen (Dispojahr endet am 31.03.2019, Ende Arbeitsverhältnis war am 31.03.2018). Mein Mann wurde Rentner während meines Dispojahrs am 01.06.2018. Wir haben beide Steuerklasse 4, trotz stark voneinander abweichender Einkommen (Abfindung auch mit 4)
    1. Macht es Sinn daß zum
    01.01.2019 die Steuerklassen in 5 : 3 ändern, damit ich bei ALG-1 Bezug die Steuerklasse 3 habe?
    1. Ist der Wechsel jetzt für 2019 problemlos möglich beim Finanzamt? Wie wäre hier die Vorgehensweise, persönlich vor Ort oder durch Antrag Steuerklassenänderung per Post? Wäre sonst noch etwas zu beachten?
    Vielen Dank vorab und Grüße Maria

    • Ja, das macht auf jeden Fall Sinn und trifft genau den Sachverhalt, den ich oben im Beitrag beschrieben habe.
      Ob Sie nun persönlich zum Finanzamt gehen, oder dies per Post erledigen, ist dann Geschmacksache. Sie werden in beiden Fällen ein amtliches Formular ausfüllen müssen, welches beide Ehepartner unterschreiben müssen. Die Wirkung tritt immer im Folgemonat nach Antragstellung ein. Anfang Dez. reicht also für den gewünschten Wechsel ab 2019.

      Sonst noch zu beachten ist, dass Sie eventuell damit rechnen müssen, dass Sie für 2018 (und 2019) eine Steuernachzahlung zu erwarten haben. Dies hat dann aber nichts mit der Stuerklassenänderung zu tun, sondern liegt einfach daran, dass Ihr Mann Rentner ist und Renten zwar steuerpflichtig sind, die Steuern aber nicht einbehalten werden. Dies ist aber erst ab einer gewissen Höhe der Fall, ist in solchen völlig normal und hat (noch einmal!) nichts mit der Steuerklassenänderung zu tun.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo Herr Ranning,

    meines Wissens nach wird das Arbeitslosengeld bei einer gemeinsamen Steuerklärung als zusätzliches Einkommen gewertet und muss wie Einnahmen aus Vermietung versteuert werden. Deshalb wird empfohlen zu prüfen, ob Eheleute für das Jahr der Arbeitslosigkeit nicht besser getrennte Steuererklärungen abgeben. Wissen Sie hierzu näheres? Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen Isabell

  4. Guten Abend Herr Ranning, ich habe von meinem Dispositionsrecht Gebrauch gemacht (gekündigt zum 1.5.18, dann auf den 1.1.2019 gelegt). Nun habe ich vergessen, den Wechsel der Steuerklasse (ursprünglich 3/5, aktuell seit Juli/18 5/3) wieder rückgängig zu machen und würde nun weniger Arbeitslosengeld bekommen. Einen Antrag auf Arbeitslosengeld (ALG) habe ich noch nicht gestellt. Nun könnte ich den Steuerklassenwechsel noch schnell beantragen (also gültig ab 1/Feb/19) und dann würde ich den Antrag auf ALG mit der neuen Steuerklasse 3 stellen (zB am 2.Feb.2019) – wäre das möglich?
    Bzw. kann man das Dispositionsrecht verlängern (hatte mich letzte Woche zum 1.1.19 arbeitslos gemeldet, also z.B. bis 1/Feb oder 1/Mar/19?)? Ich hatte zwar Ihren Blog gelesen, und gehe davon aus, dass es bis zu diesem Zeitpunkt möglich sein sollte, aber bin mir halt nicht ganz sicher? Mein Gedanke war, über die AFA einen neuen Beratungstermin der Leistungsstelle zu beantragen und den Beamten dort mitzuteilen, dass ich erst zum 1.2. bzw. 1.3. arbeitslos sein möchte (also auch meine aktuelle Arbeitslosenmeldung zu ‚widerrufen‘ und dann halt noch einmal das entsprechendes Formular auszufüllen?

    • Hallo Knut,

      Sie könnten durchaus versuchen, den Start Ihres ALG-Bezuges noch zu verschieben. Solange Sie den Antrag noch nicht abgegeben haben, kann ja auch noch nichts entschieden worden sein. Allerdings ist so eine Änderung sicher mit einigen Diskussionen, Rückfragen, Erklärungen verbunden und stösst sicher nicht gerade auf große Begeisterung bei den Agentur-Mitarbeitern.

      Aber, das Wichtigste: Es wird Ihnen nichts helfen! Denn die Agentur verwendet als Berechnungsgrundlage immer die Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres gültig war!
      Nachträgliche Änderungen an der Steuerklasse akzeptiert die Agentur nur, wenn sich durch diese Änderung auch OHNE Berücksichtigung des ALG-Bezuges ein Vorteil für die Eheleute ergeben würde (und das ist selten der Fall). Von daher meine Einschätzung: Für dieses Jahr besteht da keine Chance.

      Falls es in Ihren Gesamt-Plan passen sollte, könnten Sie höchstens jetzt in diesem Jahr lediglich den Anspruch schriftlich feststellen lassen (und ggfs. kurze Zeit Leistungen beziehen), dann wieder abmelden und den Hauptteil der Leistungen auf das nächste Jahr verschieben. Ob sich das aber alles lohnt, müssten Sie dann selber überlegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Bei meinem ansonsten ganz gut geplanten Übergang ins Privatier-Dasein ist mir die Sache mit der Steuerklasse und dem ALG1 leider durchgerutscht. Wir sind IV/IV und das jetzt gerade vom AA errechnet ALG verwendet natürlich die Steuerklasse IV.
        Allerdings mache ich es ähnlich wie Sie, Herr Ranning, und habe mich sofort wieder abgemeldet und plane, mich erst Anfang/Mitte nächsten Jahres zurückzumelden (Abfindungsversteuerung).
        Stellt sich die Frage, ob wenn ich zum 1.1.2020 auf Steuerklasse III wechsel, das AA nach meiner Rückmeldung das ALG sowieso neu berechnet und dann ungefragt die neue Steuerklasse verwendet?
        Haben Sie oder jemand hier im Forum damit Erfahrung?

        • Moin, No Deadlines
          Naja, „ungefragt“ wohl nicht, schließlich muss dann, auch bei Hinweis auf den „alten“ Anspruch ein neuer Leistungsantrag gestellt werden.
          Dabei wird dann auch nach der Stkl.(von Anfang des Jahres) gefragt.
          Also den Stkl.-Wechsel zum 01.01.20 nicht zu „knapp“ beantragen und durch FA vorab bestätigen lassen (ELstam-Ausdruck).
          Dann hat man eben auch schon einen Nachweis fuer den neuen Leistungsantrag, wenn’s denn der 01.01.20 als 1.Tag der AL sein soll.

          Gruesse
          ratatosk

        • Wie ratatosk schon geschrieben hat: In 2020 ist ein neuer ALG-Antrag erforderlich. Dort sollte sowohl der Hinweis auf den bestehenden Alt-Anspruch, als auch die dann gültige Steuerklasse nicht fehlen.
          Und dann habe ich keine Zweifel, dass das ALG entsprechend neu berechnet wird.

          Anmerkung: „neu berechnet“ heisst in solchen Fällen immer: Das im alten Anspruch festgestellte Bemessungsentgelt bleibt unverändert! Ein inzwischen höheres Alter hat also keine Wirkung.
          Aber die Umrechnung des Bemessungsentgeltes in das am Ende auszuzahlende Leistungsentgelt wird neu durchgeführt. Und dabei spielen dann solche Dinge wie Lohnsteuerklasse und Anzahl der Kinder eine Rolle.

          Gruß, Der Privatier

          • Wenn ich explizit auf die neue Steuerklasse hinweise, wird dann nicht möglicherweise unterstellt, dass ich sie nur zur ALG Maximierung gewechselt hätte? Wird bei Neuberechnung die Steuerklasse nicht automatisch beim Finanzamt abgefragt?
            Viele Dank für Eure Antworten.
            Dieses Forum ist super!

  5. Vielen lieben Dank Herr Ranning!

    Wäre es sinnvoll einen Wechsel in IV anzustreben? Meine Frau könnte diesen ja einfach beantragen und ich sollte dann automatisch entsprechend in IV eingestuft werden?

    Nochmals vielen Dank.

    Knut

    • Ich kann nur noch einmal wiederholen, was ich bereits oben im Beitrag geschrieben habe:
      „Nachträgliche Änderungen der Steuerklasse sind meistens ein Problem, denn die Arbeitsagentur muss diese nur dann anerkennen, wenn die Änderung „zweckmäßig“ ist. Und „zweckmäßig“ ist ein Steuerklassenwechsel dann, wenn er zum geringstmöglichen gemeinsamen Steuerabzug führt. Das ist allerdings oftmals nicht der Fall“

      Nachlesen können Sie diese Regeln übrigens auch im Merkblatt der Agentur für Arbeit: „Merkblatt für Arbeitslose“ . Dort hauptsächlich das Kapitel 4.2 (ab Seite 47).

      In diesem Merkblatt wird auch noch einmal auf eine erforderliche Beratung durch die Agentur hingewiesen. Vielleicht sollten Sie diese in Anspruch nehmen…

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ob die oben als Bedingung genannte „Zweckmäßigkeit“ gegeben ist, kann man nur anhand konkreter Zahlen feststellen. Die von „Behrendt“ weiter unten genannte Kombination IV/IV mit Faktor ist aber tatsächlich meistens die Kombination mit den geringsten Abzügen.

  6. Guten Abend, ein Wechsel in die Steuerklasse 4 Faktor müsste m.E. möglich sein und darf vom Arbeitsamt nicht abgelehnt werden. Ist zwar nicht so günstig wie 3, aber besser als 5. Viele grüße Isabell

  7. @ No Deadlines
    Sehen wir’s doch einfach mal vom praktischen Ablauf:
    Du moechtest ab dem 01.01.2020 Deinen Anspruch auf Alg1 (wieder) geltend machen.
    Dabei soll die Agentur die Stkl. berücksichtigen, die Du ebenfalls ERST seit dem 01.01.2020 innehaben WIRST.
    Sinnvollerweise wirst Du ja Deinen neuen Leistungsantrag einige Tage vorher stellen ?
    Zu diesem Zeitpunkt gilt fuer Dich aber noch die alte Stkl., also ist es doch ebenfalls sinnvoll, denn bevorstehenden Stkl.-Wechsel gegenüber der Agentur nicht nur anzugeben, sondern auch gleich nachzuweisen.
    Normalerweise dient dazu die Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers, was Dir aber nichts nuetzt, jedenfalls nicht in Bezug auf die Stkl..
    Wenn Du also die neue Stkl. berücksichtigt haben willst, wirst Du auch „explizit“ darauf hinweisen müssen…
    Ich kenne jetzt zwar nicht Deine Agentur und kann auch nicht sagen, inwieweit die Agentur berechtigt ist,auf Deine ELstam-Daten zuzugreifen, bin mir aber ziemlich sicher, dass MEINE Agentur zunächst von MIR einen Nachweis über Art und Datum des Wechsels verlangen würde.
    Schließlich ist die Agentur dazu da, Dir Arbeit zu verschaffen, nicht umgekehrt:-))
    Darauf, dass irgendetwas „automatisch“ geschieht, wuerde ich mich nicht verlassen wollen.
    Und nur keine Sorge, die Agentur wird schon ganz genau erkennen, was Du mit dem Wechsel bezweckt hast, nur daran „machen“ kann’se nix.
    Ist halt (bei korrekter Durchfuehrung) eine voellig gesetzeskonforme und nicht zu beanstandende Gestaltungsmöglichkeit.

    Gruesse
    ratatosk

  8. Nach kurzfristigem Bezug von ALG1 in 2016 habe ich mich wieder abgemeldet und in 2017 die Abfindung ohne weiteren ALG1-Bezug oder Beschäftigung verbraucht. Die Steuerklasse wurde nach Zahlung der Abfindung 2017 von 3/5 auf 5/3 gewechselt. In 2018 erfolgte erneut eine „arbeitslos“ Meldung. Für mich überraschend wurde automatisch die immer noch gültige Steuerklasse V im neuen Bescheid angewandt und das ALG1 somit gegenüber 2016 um ca. 27% reduziert festgelegt. Nach panikartiger Abmeldung haben wir wieder den Zustand von 2016, also 3/5 hergestellt. Obwohl ich ohne Einkünfte bin wurde dies vom FA ohne Probleme vorgenommen. Nach meiner Erwartung sollte ein erneuter ALG-Antrag die am 01.01.2019 gültige Steuerkl. III berücksichtigen, oder liege ich da falsch?

    Beste Grüße
    Markus

    • Guten Abend, Markus
      Mit Deiner Erwartung liegt Du vollkommen richtig, die Agentur wird die Stkl. berücksichtigen, die zu Anfang 2019 fuer Dich gueltig ist.
      Da dann auch wieder ein neuer Leistungsantrag erforderlich ist, wird man Dich auch unter Frage 5a danach fragen, ebenso, ob die Stkl. evtl. zwischenzeitlich geändert wurde.
      Zu „automatisch“:
      Lt.“ Merkblatt f. Arbeitslose“ Seite 47 werden u.a. Stkl.-Änderungen zumindest „durch andere Stellen“ NICHT automatisch der Agentur mitgeteilt…
      Was natürlich nicht heissen muss, dass ein SB nicht nachfragen kann/darf, bzw. von Dir einen entsprechenden Nachweis fordern „koennte“.

      Gruesse
      ratatosk

  9. Hallo zusammen, ich bin heute auf diesen Beitrag gestoßen da meine Frau Arbeitslos wird und ich bezüglich Steuer klassen Wahl nicht ganz sicher bin. Heute ist der 19.09 und meine Frau hat am 14 Oktober Ihren letzten Arbeitstag. Wir beide haben die Steuerklasse 4. Nun möchte ich in die Steuerklasse 3 wechseln. Nun meine frage. Die AA wird das ALG I auf Grudlage der Steuerklasse 4 berechnen, da dieser am 01.01.2019 aktuell war. Wenn ich jetzt auf Steuerklasse 3 gehe wird meine Frau Steuerklasse 5 bekommen. Wird die AA dann das ALG I entsprechen absenken oder wird sich dort nicht ändern?

    Würde mich über eine Antwort freuen.
    LG

    • Hallo Ahmet,
      die Änderung wird das Arbeitsamt heranziehen, da die Leistung durch den Wechsel niedriger wird. Würde ich nicht empfehlen. Eine sehr gute Alternative ist die Steuerklasse IV mit Faktor. Da bekommt sie m.E. sogar mehr Leistung als mit Steuerklasse IV ohne Faktor. Zuviel gezahlte Steuern bekommt Ihr ja über die Steuererklärung sowieso zurück. Am besten mal mit einem Steuerberater sprechen.
      Viele Grüße

    • Ich kann Isabell nur zustimmen: Der geplante Wechsel der Steuerklasse wäre eher nachteilig. Hingegen könnte ein Wechsel in IV mit Faktor u.U. von Vorteil sein. Dieser Wechsel ist wohl der einzige, den die Agentur ohne Prüfung der Zweckmäßigkeit akzeptiert. Ansonsten ist die Zweckmäßigkeit (insgesamt geringere Steuern als vor dem Wechsel) nämlich die Voraussetzung, dass ein Wechsel anerkannt wird.

      Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Eigentlich beschreibt der obige Beitrag, dass der Arbeitslose möglichst in Steuerklasse III sein sollte (nicht umgekehrt)!

      Je nach finanzieller Situation und allgemeiner Lebensplanung könnte man daher sogar darüber nachdenken, zunächst gar keinen Wechsel vorzunehmen, den Bezug von ALG dann Anfg./Mitte Nov. wieder zu beenden, den Wechsel für den Arbeitslosen in St.Kl. III für Anfang des Jahres beantragen und dann erneut ALG zu beantragen. Der Anspruch auf ALG bleibt ja bestehen, wird aber aufgrund der neuen Verhältnisse neu berechnet. Und wird damit höher ausfallen.

      Gruß, Der Privatier

  10. Hallo Isabell, hallo Privatier.

    Herzlichen dank für euren Tipp. Hätte nicht so schnell mit einer Antwort gerechnet.

    Liebe Grüße aus dem Norden

  11. Lieber Privatier,

    ich habe gerade ihren Beitrag über die Berechnung von ALG 1 gelesen. Dazu habe ich folgende Fragen.

    Meine Frau und ich haben uns bisher immer getrennt steuerlich veranlagt, und waren immer in Steuerklasse 4 eingruppiert.

    Sie verdient in 2019 und 2020 ca. 150.000€, ich verdiene diese Jahr ca. 100.000 und gehe mit Aufhebungsvertrag zum 31.12.2019 und Zahlung der Abfindung zum 31.01.2020.

    Da ich eine recht hohe Abfindung bekomme, macht die Zusammenveranlagung in 2020 keinen Sinn.

    2020 mache ich, dank Ihre umfangreichen Empfehlungen, mein Dispositionsjahr. Zum 01.01.2021 melde ich mich arbeitssuchend.

    Macht die Eingruppierung in Steuerklasse 3 daher überhaupt Sinn? Meine Frau in Steuerklasse 5 hätte schon erhebliche Nachteile.

    Bei der getrennten Veranlagung ist das doch wahrscheinlich eh nicht machbar?

    Beste Grüße

    Ein dankbarer Leser

  12. Lieber Privatier,

    ich habe mich da wohl nicht genau ausgedrückt. Meine Frau und ich sind z.Zt. beide in Steuerklasse 4 eingruppiert.
    Wenn meine Frau sich bis zum 30.11.19 in Steuerklasse 5 eingruppieren läst, und ich mich in Steuerklasse 3, können wir uns dann trotzdem in 2019 und in 2020 getrennt veranlagen lassen?

    Beste Grüße

    Ein dankbarer Leser

    • Steuerklassen dienen ausschließlich dazu, die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit während des laufenden Jahres einigermassen korrekt zu versteuern.
      Bei der Einkommensteuererklärung spielen Steuerklassen hingegen keinerlei Rolle mehr. Dann gibt es nur noch Grund- oder Splittingtabelle. Insofern hat auch die Veranlagungsart (einzeln oder gemeinsam) nur auf die Steuertabellen einen Einfluss.

      Die Wahl der Steuerklassen ist daher für das steuerliche Endergebnis ohne Bedeutung.
      Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich im Beitrag: „Mehr Arbeitslosengeld durch Steuerklassenwechsel

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich werde diese Kommentare in den oben verlinkten Beitrag verschieben, da sie vom Thema her eher dorthin passen.

  13. Lieber Privatier,
    durch meine Recherche bin ich auf diese Seite gestoßen und hoffe hier Hilfe zu finden.
    Nachdem mein Krankengeldbezug nach 78 Wochen vor Kurzem ausgelaufen ist und ich nun ‚ausgesteuert‘ werde habe ich Arbeitslosengeld 1 beantragt.
    Aktuell bin ich noch in Steuerklasse 3 gemeldet. Allerdings haben wir uns im Frühjahr 2018 getrennt, bei der vor Kurzem abgegebenen gemeinsam veranlagten Steuererklärung für 2018 wurde mir gesagt, dass für 2019 aufgrund der Trennung eine Steuerklassenänderung von 3 / 5 auf 1 / 1 einzureichen wäre.
    Dies wird wohl nach sich ziehen, dass die ALG Berechnung für mich nach der ungünstigeren Steuerklasse I erfolgen wird – oder liege ich da falsch ?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen
    Liebe Grüße

    • Die Vermutung ist korrekt: Die Höhe des ALG wird sich nach der ungünstigeren Steuerklasse richten. Und da ist auch wohl nichts dran zu ändern. 🙁

      Gruß, Der Privatier

  14. Ja das stimmt. In der schlechteren Steuerklasse 1 gibt es weniger ALG 1 als in der Steuerklasse 3
    Gruß
    Lothar

  15. Hallo,
    mein Mann geht im Mai 2020 in Rente. Ich beziehe ALG 1 und habe zur Zeit Steuerklasse V. Kann ich ab Mai20 die III beantragen?
    Wird die Arbeitsagentur diesem stattgeben? Ich gehe dann im November 2020 in Rente.
    Gruß
    Ines

    • Natürlich können Sie ab Mai 2020 die Steuerklasse III beantragen. Nur wird es Ihnen nichts helfen. 😉

      Denn, wie im Beitrag oben bereits geschrieben: „Nachträgliche Änderungen der Steuerklasse sind meistens ein Problem, denn die Arbeitsagentur muss diese nur dann anerkennen, wenn die Änderung „zweckmäßig“ ist. Und „zweckmäßig“ ist ein Steuerklassenwechsel dann, wenn er zum geringstmöglichen gemeinsamen Steuerabzug führt. Das ist allerdings oftmals nicht der Fall…“

      Ich denke, dies hätten Sie deutlich vorher machen müssen. Jetzt ist es dafür leider zu spät.

      Gruß, Der Privatier

  16. Guten Tag,

    vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich musste viele Seiten mit Halbwissen lesen, bevor ich Ihre Zusammenfassung gefunden habe.

    Ich werde zum 01.01.2020 ALG 1 beziehen.
    Vorsorglich bin ich bereits ende Oktober in die Steuerklasse 3 gewechselt um eben diesen Mehrwert an ALG 1 zu erhalten.

    bye the way, dieses Vorgehen funktioniert auch super für Elterngeld.

    Meine Ehemann ist selbständig und ich war bisher in Steuerklasse 4, getrennt veranlagt.
    Meines Wissens nach dürfte es für meinen Mann keine Unterschiede machen.

    Nun sind bei mir dennoch zwei Fragen offen.

    1. Anhand welcher Informationen wird die Leistungsberechnung stattfinden.
    Komplettes Jahresgehalt der letzten 12 Monate (inklusive 13 Montagsgehalt und eventuellem Urlaubsgehalt), dieses dann wieder durch 12 geteilt?
    Steuerklasse zum 01.01. des Jahres der Arbeitslosigkeit.
    Demnach ist es völlig gleichgültig ob in dem abgelaufenen Jahr eine andere Steuerklasse vorhanden war, richtig, es zählt nur der Stichtag?
    Hier bin ich nämlich noch etwas nervös.

    2. Wie verhält es sich wenn ich während der Arbeitslosigkeit wieder in die Steuerklasse 4 wechsle? Findet eine Neuberechnung statt oder zählt weiterhin die Steuerklasse welche ich zum Jahresanfang hatte?

    Ich bedanke mich jetzte schon für die Antwort.

    Grüße Roma Walter

    • Sehr schön: Mit dem rechtzeitigen Steuerklassenwechsel wurde schon einmal alles richtig gemacht. Ob die bisher gewählte getrennte Veranlagung eine gute Wahl war, kann ich nicht beurteilen. Das kommt immer auf den Einzelfall an.

      Zu den Fragen:
      1. Die Berechnungsgrundlage sind die beitragspflichtigen Einkünfte der letzten 12 Monate. Dazu zählen auch Sonderzahlungen, allerdings immer nur so weit die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten wurde.
      Für die weitere Berechnung wird die Steuerklasse verwendet, die zu Beginn des Jahres gültig ist, für das ALG beantragt wird.
      2. Wenn Sie während der Arbeitslosigkeit die Steuerklasse wechseln, müssen Sie den Wechsel (wie sämtliche Änderungen) der Agentur mitteilen. Diese wird eine neue Berechnung nur dann durchführen, wenn entweder a)das ALG dadurch weniger wird oder b)der Wechsel „zweckmässig“ war (s. obigen Beitrag).

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo Privatier,
    Danke für die Antwort auf meine letzten Fragen!

    Hier habe ich nochmal die Bedeutung der Steuerklasse in Bezug auf ALG1 gesehen, ein Unterschied von über +20% ?!
    Da dies wohl auch für ATZ (nur für Beiträge zu AV, BAV, KV, PV?? Nicht für den Lohn an sich?) ähnlich gilt, will ich jetzt noch schnell in 2019 die Steuerklasse wechseln.
    Ich verdiene 1/4 mehr als meine Frau, vermutlich nicht relevant.
    ATZ-Beginn 3J Blockmodell angestrebt für 31. Mai 2020.

    Frage 1:
    Wäre mein sofortiger Wechsel in StKl3 sinnvoll, lohnenswert, empfehlenswert?

    Frage 2:
    Gelten die neuen Steuerklassen (vorher 4/4) auch noch für 2019 rückwirkend?

    Frage 3:
    Verschiebt sich der Stichtag 30.11., wenn dieser kein Arbeitstag war 😉
    Dann müsste ich den Antrag heute noch fertig machen.

    Frage 4:
    Können wir die Steuerklassen nach Beginn der ATZ wieder ändern? Im Hinblick auf evtl. ALG1 dann wieder vordem 30.11.2022 auf 3/5 ändern ? (ALG1 würde ggf. am 1.6.2023 beginnen)

    Frage 5:
    „allerdings immer nur so weit die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten wurde.“
    Werden Sonderzahlungen aufs Jahr verteilt oder der Monatsverdienst gekappt?

    Wichtige Frage:
    Wenn ALG1 tatsächlich doch nicht nach dem letzten „Vollgehalt“ bemessen würde, dann ist das Brutto der letzten 12 ATZ-Monate relevant! -oder?
    Dann wäre es vermutlich sinnvoll StKl 3/4 schon min. 1 Jahr vor dem ALG1 zu haben, also bereits im ganzen 2022 – oder mache ich einen Denkfehler?

    Gruß
    Thomas

    • Zunächst einmal ist es richtig, dass sich die Wahl der günstigeren Steuerklasse III auch bei den Bezügen innerhalb einer Altersteilzeit positiv auswirken kann. Das hängt im Detail dann allerdings von den konkreten Vereinbarungen ab, die mit dem Arbeitgeber bzw. über einen Tarifvertrag getroffen worden sind.
      Oftmals sind aber sog. „Nettoaufstockungsbeträge“ vereinbart, bei denen der Arbeitgeber den Lohn in der Altersteilzeit dann auf 70%-80% der Nettobezüge aufstockt, die der Arbeitnehmer erzielt hätte, wenn er nicht in Altersteizeit gegangen wäre. Und mit St.Kl.III wird ein höheres Nettogehalt erzielt und bietet daher einen Vorteil.

      Zu den Fragen:

      Zu1: Ein Wechsel in St.Kl.III wäre daher sinnvoll.

      Zu2: Nein, St.Kl. wirken nicht rückwirkend.

      Zu3: Der 30.11. ist der letzte Stichtag für Änderungen im laufenden Jahr! Für 2020 geht das auch weiterhin im Dezember 2019.

      Zu4: Man kann einmal im Jahr einen Steuerklassenwechsel vornehmen. Ich sehe aber keinen Sinn in dem „Hin und Her“. Nochmal zu Klarstellung: Die Wahl der Steuerklassen hat KEINEN Einfluss auf die per Steuerbescheid festgestellte EkSt.!

      Zu5: Es gibt beide Varianten (monatl./jährl. Beitragsbemessungsgrenzen). In der Regel würde ich aber von der monatlichen Kappung ausgehen (z.B. beim Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt).

      Zu6: Für die Berechnung des ALG1 zählen die letzten 12 beitragspflichtigen Monate. Die Agentur verwendet dabei immer die Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres gültig ist, für das ALG beantragt wird. Auch aus diesem Grund: Ich würde die St.Kl.III beibehalten. Mir ist ohnehin nicht klar, warum dies nicht längst so gewählt wurde.

      Gruß, Der Privatier

      • Herzlichen Dank für die schnelle Antwort!

        zu 6.: Bisher waren uns die Steuerklassen ziemlich egal, da im Steuerbescheid wieder alles ausgeglichen wird.
        In letzter Zeit habe ich auch aufgrund eines Unfalls auf der Autobahn meine persönliche Situation durchdacht und abgewogen, und bin zum Schluss gekommen, dass Aufwand und persönlicher Einsatz in einem schlechten Verhältnis zur Arbeit stehen und daran auch nichts zu ändern ist. Meine Gesundheit mir wichtiger, daher beschäftige ich mich erst jetzt mit diesen Dingen.

        Schönen Gruß
        Thomas

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