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Mehr Arbeitslosengeld durch Steuerklassenwechsel — 210 Kommentare

  1. Hallo Herr Ranning,

    kurz vor Ende meines Aufhebungsvertrags wurde ich (62/M) langfristig krank.

    Die Krankenkasse zahlt Krankengeld.

    Ich bekomme im Jan/Febr 2019 eine Reha.

    Jedoch läuft mein Krankengeld Ende Dezember 2018 aus.

    Wie geht die Arbeitsagentur mit dem Einkommen aus Krankengeld um bei der Berechnung meines Arbeitslosengeld?

    Vielen Dank

    • Bei der Überprüfung, ob und wie lange ein Anspruch auf ALG1 besteht, werden die Zeiten von Krankengeld ebenfalls berücksichtigt.
      Bei der Berechnung der Höhe des ALG1 werden allerdings nur Zeiten mit Arbeitsentgelt berücksichtigt. Sind dies in den 12 Monaten vor ALG-Beginn weniger als 150 Tage, werden die letzten 24 Monate herangezogen. Sind es dann immer noch weniger als 150 Tage, erfolgt eine fiktive Einstufung, die sich dann nicht mehr nach dem letzten Gehalt, sondern nach der Ausbildung richtet (ist in der Regel weniger).

      Gruß, Der Privater

      • Hallo Herr Ranning,

        ich bedanke mich für die Auskunft.

        Bei voll ausgeschöpftem Krankengeld, also 78 Wochen, ist die Zeit vor ALG folglich null?

        Also ist es damit obsolet geworden, dass ich mehrere Jahrzehnte weit über der Beitragsbemessungsgrenze verdient habe?

        Das wäre ja bitter, wenn ich es so richtig verstanden habe.

        Danke sehr

        • „Bei voll ausgeschöpftem Krankengeld, also 78 Wochen, ist die Zeit vor ALG folglich null?“

          Ich bin ja im Kopfrechnen etwas schwach… 😉 Darum rechnen Sie das besser einmal selber aus! Oder sehen einmal in Ihren Gehaltsabrechnungen nach.
          Es müssten in den zwei Jahren vor ALG-Beginn mind. 150 Tage mit Arbeitsentgelt zusammenkommen.

          Und eine fiktive Einstufung bedeutet übrigens nicht, dass es nichts gibt, es ist nur in den meisten Fällen weniger, als wenn das letzte Gehalt zugrunde gelegt wird.

          Gruß, Der Privatier

        • @ Carlo Cantina
          „Also ist es damit obsolet geworden, dass ich mehrere Jahrzehnte weit über der Beitragsbemessungsgrenze verdient habe?“
          Aehem…ja, und zwar unabhängig davon, ob Du die 150 Tage erreichst, was ich Dir wuensche, ebenso wie eine baldige, vollständige Genesung.
          Zählen doch für die Höhe des Alg1 nur die GEZAHLTEN Beiträge BIS zur BBG.

          Gruesse
          ratatosk

  2. Ich werde ab 01.04.2019 ALG 1 beziehen (Dispojahr endet am 31.03.2019, Ende Arbeitsverhältnis war am 31.03.2018). Mein Mann wurde Rentner während meines Dispojahrs am 01.06.2018. Wir haben beide Steuerklasse 4, trotz stark voneinander abweichender Einkommen (Abfindung auch mit 4)
    1. Macht es Sinn daß zum
    01.01.2019 die Steuerklassen in 5 : 3 ändern, damit ich bei ALG-1 Bezug die Steuerklasse 3 habe?
    1. Ist der Wechsel jetzt für 2019 problemlos möglich beim Finanzamt? Wie wäre hier die Vorgehensweise, persönlich vor Ort oder durch Antrag Steuerklassenänderung per Post? Wäre sonst noch etwas zu beachten?
    Vielen Dank vorab und Grüße Maria

    • Ja, das macht auf jeden Fall Sinn und trifft genau den Sachverhalt, den ich oben im Beitrag beschrieben habe.
      Ob Sie nun persönlich zum Finanzamt gehen, oder dies per Post erledigen, ist dann Geschmacksache. Sie werden in beiden Fällen ein amtliches Formular ausfüllen müssen, welches beide Ehepartner unterschreiben müssen. Die Wirkung tritt immer im Folgemonat nach Antragstellung ein. Anfang Dez. reicht also für den gewünschten Wechsel ab 2019.

      Sonst noch zu beachten ist, dass Sie eventuell damit rechnen müssen, dass Sie für 2018 (und 2019) eine Steuernachzahlung zu erwarten haben. Dies hat dann aber nichts mit der Stuerklassenänderung zu tun, sondern liegt einfach daran, dass Ihr Mann Rentner ist und Renten zwar steuerpflichtig sind, die Steuern aber nicht einbehalten werden. Dies ist aber erst ab einer gewissen Höhe der Fall, ist in solchen völlig normal und hat (noch einmal!) nichts mit der Steuerklassenänderung zu tun.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo Herr Ranning,

    meines Wissens nach wird das Arbeitslosengeld bei einer gemeinsamen Steuerklärung als zusätzliches Einkommen gewertet und muss wie Einnahmen aus Vermietung versteuert werden. Deshalb wird empfohlen zu prüfen, ob Eheleute für das Jahr der Arbeitslosigkeit nicht besser getrennte Steuererklärungen abgeben. Wissen Sie hierzu näheres? Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen Isabell

  4. Guten Abend Herr Ranning, ich habe von meinem Dispositionsrecht Gebrauch gemacht (gekündigt zum 1.5.18, dann auf den 1.1.2019 gelegt). Nun habe ich vergessen, den Wechsel der Steuerklasse (ursprünglich 3/5, aktuell seit Juli/18 5/3) wieder rückgängig zu machen und würde nun weniger Arbeitslosengeld bekommen. Einen Antrag auf Arbeitslosengeld (ALG) habe ich noch nicht gestellt. Nun könnte ich den Steuerklassenwechsel noch schnell beantragen (also gültig ab 1/Feb/19) und dann würde ich den Antrag auf ALG mit der neuen Steuerklasse 3 stellen (zB am 2.Feb.2019) – wäre das möglich?
    Bzw. kann man das Dispositionsrecht verlängern (hatte mich letzte Woche zum 1.1.19 arbeitslos gemeldet, also z.B. bis 1/Feb oder 1/Mar/19?)? Ich hatte zwar Ihren Blog gelesen, und gehe davon aus, dass es bis zu diesem Zeitpunkt möglich sein sollte, aber bin mir halt nicht ganz sicher? Mein Gedanke war, über die AFA einen neuen Beratungstermin der Leistungsstelle zu beantragen und den Beamten dort mitzuteilen, dass ich erst zum 1.2. bzw. 1.3. arbeitslos sein möchte (also auch meine aktuelle Arbeitslosenmeldung zu ‚widerrufen‘ und dann halt noch einmal das entsprechendes Formular auszufüllen?

    • Hallo Knut,

      Sie könnten durchaus versuchen, den Start Ihres ALG-Bezuges noch zu verschieben. Solange Sie den Antrag noch nicht abgegeben haben, kann ja auch noch nichts entschieden worden sein. Allerdings ist so eine Änderung sicher mit einigen Diskussionen, Rückfragen, Erklärungen verbunden und stösst sicher nicht gerade auf große Begeisterung bei den Agentur-Mitarbeitern.

      Aber, das Wichtigste: Es wird Ihnen nichts helfen! Denn die Agentur verwendet als Berechnungsgrundlage immer die Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres gültig war!
      Nachträgliche Änderungen an der Steuerklasse akzeptiert die Agentur nur, wenn sich durch diese Änderung auch OHNE Berücksichtigung des ALG-Bezuges ein Vorteil für die Eheleute ergeben würde (und das ist selten der Fall). Von daher meine Einschätzung: Für dieses Jahr besteht da keine Chance.

      Falls es in Ihren Gesamt-Plan passen sollte, könnten Sie höchstens jetzt in diesem Jahr lediglich den Anspruch schriftlich feststellen lassen (und ggfs. kurze Zeit Leistungen beziehen), dann wieder abmelden und den Hauptteil der Leistungen auf das nächste Jahr verschieben. Ob sich das aber alles lohnt, müssten Sie dann selber überlegen.

      Gruß, Der Privatier

      • Bei meinem ansonsten ganz gut geplanten Übergang ins Privatier-Dasein ist mir die Sache mit der Steuerklasse und dem ALG1 leider durchgerutscht. Wir sind IV/IV und das jetzt gerade vom AA errechnet ALG verwendet natürlich die Steuerklasse IV.
        Allerdings mache ich es ähnlich wie Sie, Herr Ranning, und habe mich sofort wieder abgemeldet und plane, mich erst Anfang/Mitte nächsten Jahres zurückzumelden (Abfindungsversteuerung).
        Stellt sich die Frage, ob wenn ich zum 1.1.2020 auf Steuerklasse III wechsel, das AA nach meiner Rückmeldung das ALG sowieso neu berechnet und dann ungefragt die neue Steuerklasse verwendet?
        Haben Sie oder jemand hier im Forum damit Erfahrung?

        • Moin, No Deadlines
          Naja, „ungefragt“ wohl nicht, schließlich muss dann, auch bei Hinweis auf den „alten“ Anspruch ein neuer Leistungsantrag gestellt werden.
          Dabei wird dann auch nach der Stkl.(von Anfang des Jahres) gefragt.
          Also den Stkl.-Wechsel zum 01.01.20 nicht zu „knapp“ beantragen und durch FA vorab bestätigen lassen (ELstam-Ausdruck).
          Dann hat man eben auch schon einen Nachweis fuer den neuen Leistungsantrag, wenn’s denn der 01.01.20 als 1.Tag der AL sein soll.

          Gruesse
          ratatosk

        • Wie ratatosk schon geschrieben hat: In 2020 ist ein neuer ALG-Antrag erforderlich. Dort sollte sowohl der Hinweis auf den bestehenden Alt-Anspruch, als auch die dann gültige Steuerklasse nicht fehlen.
          Und dann habe ich keine Zweifel, dass das ALG entsprechend neu berechnet wird.

          Anmerkung: „neu berechnet“ heisst in solchen Fällen immer: Das im alten Anspruch festgestellte Bemessungsentgelt bleibt unverändert! Ein inzwischen höheres Alter hat also keine Wirkung.
          Aber die Umrechnung des Bemessungsentgeltes in das am Ende auszuzahlende Leistungsentgelt wird neu durchgeführt. Und dabei spielen dann solche Dinge wie Lohnsteuerklasse und Anzahl der Kinder eine Rolle.

          Gruß, Der Privatier

          • Wenn ich explizit auf die neue Steuerklasse hinweise, wird dann nicht möglicherweise unterstellt, dass ich sie nur zur ALG Maximierung gewechselt hätte? Wird bei Neuberechnung die Steuerklasse nicht automatisch beim Finanzamt abgefragt?
            Viele Dank für Eure Antworten.
            Dieses Forum ist super!

  5. Vielen lieben Dank Herr Ranning!

    Wäre es sinnvoll einen Wechsel in IV anzustreben? Meine Frau könnte diesen ja einfach beantragen und ich sollte dann automatisch entsprechend in IV eingestuft werden?

    Nochmals vielen Dank.

    Knut

    • Ich kann nur noch einmal wiederholen, was ich bereits oben im Beitrag geschrieben habe:
      „Nachträgliche Änderungen der Steuerklasse sind meistens ein Problem, denn die Arbeitsagentur muss diese nur dann anerkennen, wenn die Änderung „zweckmäßig“ ist. Und „zweckmäßig“ ist ein Steuerklassenwechsel dann, wenn er zum geringstmöglichen gemeinsamen Steuerabzug führt. Das ist allerdings oftmals nicht der Fall“

      Nachlesen können Sie diese Regeln übrigens auch im Merkblatt der Agentur für Arbeit: „Merkblatt für Arbeitslose“ . Dort hauptsächlich das Kapitel 4.2 (ab Seite 47).

      In diesem Merkblatt wird auch noch einmal auf eine erforderliche Beratung durch die Agentur hingewiesen. Vielleicht sollten Sie diese in Anspruch nehmen…

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ob die oben als Bedingung genannte „Zweckmäßigkeit“ gegeben ist, kann man nur anhand konkreter Zahlen feststellen. Die von „Behrendt“ weiter unten genannte Kombination IV/IV mit Faktor ist aber tatsächlich meistens die Kombination mit den geringsten Abzügen.

  6. Guten Abend, ein Wechsel in die Steuerklasse 4 Faktor müsste m.E. möglich sein und darf vom Arbeitsamt nicht abgelehnt werden. Ist zwar nicht so günstig wie 3, aber besser als 5. Viele grüße Isabell

  7. @ No Deadlines
    Sehen wir’s doch einfach mal vom praktischen Ablauf:
    Du moechtest ab dem 01.01.2020 Deinen Anspruch auf Alg1 (wieder) geltend machen.
    Dabei soll die Agentur die Stkl. berücksichtigen, die Du ebenfalls ERST seit dem 01.01.2020 innehaben WIRST.
    Sinnvollerweise wirst Du ja Deinen neuen Leistungsantrag einige Tage vorher stellen ?
    Zu diesem Zeitpunkt gilt fuer Dich aber noch die alte Stkl., also ist es doch ebenfalls sinnvoll, denn bevorstehenden Stkl.-Wechsel gegenüber der Agentur nicht nur anzugeben, sondern auch gleich nachzuweisen.
    Normalerweise dient dazu die Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers, was Dir aber nichts nuetzt, jedenfalls nicht in Bezug auf die Stkl..
    Wenn Du also die neue Stkl. berücksichtigt haben willst, wirst Du auch „explizit“ darauf hinweisen müssen…
    Ich kenne jetzt zwar nicht Deine Agentur und kann auch nicht sagen, inwieweit die Agentur berechtigt ist,auf Deine ELstam-Daten zuzugreifen, bin mir aber ziemlich sicher, dass MEINE Agentur zunächst von MIR einen Nachweis über Art und Datum des Wechsels verlangen würde.
    Schließlich ist die Agentur dazu da, Dir Arbeit zu verschaffen, nicht umgekehrt:-))
    Darauf, dass irgendetwas „automatisch“ geschieht, wuerde ich mich nicht verlassen wollen.
    Und nur keine Sorge, die Agentur wird schon ganz genau erkennen, was Du mit dem Wechsel bezweckt hast, nur daran „machen“ kann’se nix.
    Ist halt (bei korrekter Durchfuehrung) eine voellig gesetzeskonforme und nicht zu beanstandende Gestaltungsmöglichkeit.

    Gruesse
    ratatosk

  8. Nach kurzfristigem Bezug von ALG1 in 2016 habe ich mich wieder abgemeldet und in 2017 die Abfindung ohne weiteren ALG1-Bezug oder Beschäftigung verbraucht. Die Steuerklasse wurde nach Zahlung der Abfindung 2017 von 3/5 auf 5/3 gewechselt. In 2018 erfolgte erneut eine „arbeitslos“ Meldung. Für mich überraschend wurde automatisch die immer noch gültige Steuerklasse V im neuen Bescheid angewandt und das ALG1 somit gegenüber 2016 um ca. 27% reduziert festgelegt. Nach panikartiger Abmeldung haben wir wieder den Zustand von 2016, also 3/5 hergestellt. Obwohl ich ohne Einkünfte bin wurde dies vom FA ohne Probleme vorgenommen. Nach meiner Erwartung sollte ein erneuter ALG-Antrag die am 01.01.2019 gültige Steuerkl. III berücksichtigen, oder liege ich da falsch?

    Beste Grüße
    Markus

    • Guten Abend, Markus
      Mit Deiner Erwartung liegt Du vollkommen richtig, die Agentur wird die Stkl. berücksichtigen, die zu Anfang 2019 fuer Dich gueltig ist.
      Da dann auch wieder ein neuer Leistungsantrag erforderlich ist, wird man Dich auch unter Frage 5a danach fragen, ebenso, ob die Stkl. evtl. zwischenzeitlich geändert wurde.
      Zu „automatisch“:
      Lt.“ Merkblatt f. Arbeitslose“ Seite 47 werden u.a. Stkl.-Änderungen zumindest „durch andere Stellen“ NICHT automatisch der Agentur mitgeteilt…
      Was natürlich nicht heissen muss, dass ein SB nicht nachfragen kann/darf, bzw. von Dir einen entsprechenden Nachweis fordern „koennte“.

      Gruesse
      ratatosk

  9. Hallo zusammen, ich bin heute auf diesen Beitrag gestoßen da meine Frau Arbeitslos wird und ich bezüglich Steuer klassen Wahl nicht ganz sicher bin. Heute ist der 19.09 und meine Frau hat am 14 Oktober Ihren letzten Arbeitstag. Wir beide haben die Steuerklasse 4. Nun möchte ich in die Steuerklasse 3 wechseln. Nun meine frage. Die AA wird das ALG I auf Grudlage der Steuerklasse 4 berechnen, da dieser am 01.01.2019 aktuell war. Wenn ich jetzt auf Steuerklasse 3 gehe wird meine Frau Steuerklasse 5 bekommen. Wird die AA dann das ALG I entsprechen absenken oder wird sich dort nicht ändern?

    Würde mich über eine Antwort freuen.
    LG

    • Hallo Ahmet,
      die Änderung wird das Arbeitsamt heranziehen, da die Leistung durch den Wechsel niedriger wird. Würde ich nicht empfehlen. Eine sehr gute Alternative ist die Steuerklasse IV mit Faktor. Da bekommt sie m.E. sogar mehr Leistung als mit Steuerklasse IV ohne Faktor. Zuviel gezahlte Steuern bekommt Ihr ja über die Steuererklärung sowieso zurück. Am besten mal mit einem Steuerberater sprechen.
      Viele Grüße

    • Ich kann Isabell nur zustimmen: Der geplante Wechsel der Steuerklasse wäre eher nachteilig. Hingegen könnte ein Wechsel in IV mit Faktor u.U. von Vorteil sein. Dieser Wechsel ist wohl der einzige, den die Agentur ohne Prüfung der Zweckmäßigkeit akzeptiert. Ansonsten ist die Zweckmäßigkeit (insgesamt geringere Steuern als vor dem Wechsel) nämlich die Voraussetzung, dass ein Wechsel anerkannt wird.

      Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Eigentlich beschreibt der obige Beitrag, dass der Arbeitslose möglichst in Steuerklasse III sein sollte (nicht umgekehrt)!

      Je nach finanzieller Situation und allgemeiner Lebensplanung könnte man daher sogar darüber nachdenken, zunächst gar keinen Wechsel vorzunehmen, den Bezug von ALG dann Anfg./Mitte Nov. wieder zu beenden, den Wechsel für den Arbeitslosen in St.Kl. III für Anfang des Jahres beantragen und dann erneut ALG zu beantragen. Der Anspruch auf ALG bleibt ja bestehen, wird aber aufgrund der neuen Verhältnisse neu berechnet. Und wird damit höher ausfallen.

      Gruß, Der Privatier

      • @Privatier
        „Je nach finanzieller Situation und allgemeiner Lebensplanung könnte man daher sogar darüber nachdenken, zunächst gar keinen Wechsel vorzunehmen, den Bezug von ALG dann Anfg./Mitte Nov. wieder zu beenden, den Wechsel für den Arbeitslosen in St.Kl. III für Anfang des Jahres beantragen und dann erneut ALG zu beantragen. Der Anspruch auf ALG bleibt ja bestehen, wird aber aufgrund der neuen Verhältnisse neu berechnet. Und wird damit höher ausfallen.!“
        …..
        DANKE!!!! Damit könnte ich einen „verspäteten“ St.Kl. Wechsel bewirken, das wäre nicht schlecht 😃

  10. Hallo Isabell, hallo Privatier.

    Herzlichen dank für euren Tipp. Hätte nicht so schnell mit einer Antwort gerechnet.

    Liebe Grüße aus dem Norden

  11. Lieber Privatier,

    ich habe gerade ihren Beitrag über die Berechnung von ALG 1 gelesen. Dazu habe ich folgende Fragen.

    Meine Frau und ich haben uns bisher immer getrennt steuerlich veranlagt, und waren immer in Steuerklasse 4 eingruppiert.

    Sie verdient in 2019 und 2020 ca. 150.000€, ich verdiene diese Jahr ca. 100.000 und gehe mit Aufhebungsvertrag zum 31.12.2019 und Zahlung der Abfindung zum 31.01.2020.

    Da ich eine recht hohe Abfindung bekomme, macht die Zusammenveranlagung in 2020 keinen Sinn.

    2020 mache ich, dank Ihre umfangreichen Empfehlungen, mein Dispositionsjahr. Zum 01.01.2021 melde ich mich arbeitssuchend.

    Macht die Eingruppierung in Steuerklasse 3 daher überhaupt Sinn? Meine Frau in Steuerklasse 5 hätte schon erhebliche Nachteile.

    Bei der getrennten Veranlagung ist das doch wahrscheinlich eh nicht machbar?

    Beste Grüße

    Ein dankbarer Leser

  12. Lieber Privatier,

    ich habe mich da wohl nicht genau ausgedrückt. Meine Frau und ich sind z.Zt. beide in Steuerklasse 4 eingruppiert.
    Wenn meine Frau sich bis zum 30.11.19 in Steuerklasse 5 eingruppieren läst, und ich mich in Steuerklasse 3, können wir uns dann trotzdem in 2019 und in 2020 getrennt veranlagen lassen?

    Beste Grüße

    Ein dankbarer Leser

    • Steuerklassen dienen ausschließlich dazu, die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit während des laufenden Jahres einigermassen korrekt zu versteuern.
      Bei der Einkommensteuererklärung spielen Steuerklassen hingegen keinerlei Rolle mehr. Dann gibt es nur noch Grund- oder Splittingtabelle. Insofern hat auch die Veranlagungsart (einzeln oder gemeinsam) nur auf die Steuertabellen einen Einfluss.

      Die Wahl der Steuerklassen ist daher für das steuerliche Endergebnis ohne Bedeutung.
      Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich im Beitrag: „Mehr Arbeitslosengeld durch Steuerklassenwechsel

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich werde diese Kommentare in den oben verlinkten Beitrag verschieben, da sie vom Thema her eher dorthin passen.

  13. Lieber Privatier,
    durch meine Recherche bin ich auf diese Seite gestoßen und hoffe hier Hilfe zu finden.
    Nachdem mein Krankengeldbezug nach 78 Wochen vor Kurzem ausgelaufen ist und ich nun ‚ausgesteuert‘ werde habe ich Arbeitslosengeld 1 beantragt.
    Aktuell bin ich noch in Steuerklasse 3 gemeldet. Allerdings haben wir uns im Frühjahr 2018 getrennt, bei der vor Kurzem abgegebenen gemeinsam veranlagten Steuererklärung für 2018 wurde mir gesagt, dass für 2019 aufgrund der Trennung eine Steuerklassenänderung von 3 / 5 auf 1 / 1 einzureichen wäre.
    Dies wird wohl nach sich ziehen, dass die ALG Berechnung für mich nach der ungünstigeren Steuerklasse I erfolgen wird – oder liege ich da falsch ?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen
    Liebe Grüße

    • Die Vermutung ist korrekt: Die Höhe des ALG wird sich nach der ungünstigeren Steuerklasse richten. Und da ist auch wohl nichts dran zu ändern. 🙁

      Gruß, Der Privatier

  14. Ja das stimmt. In der schlechteren Steuerklasse 1 gibt es weniger ALG 1 als in der Steuerklasse 3
    Gruß
    Lothar

  15. Hallo,
    mein Mann geht im Mai 2020 in Rente. Ich beziehe ALG 1 und habe zur Zeit Steuerklasse V. Kann ich ab Mai20 die III beantragen?
    Wird die Arbeitsagentur diesem stattgeben? Ich gehe dann im November 2020 in Rente.
    Gruß
    Ines

    • Natürlich können Sie ab Mai 2020 die Steuerklasse III beantragen. Nur wird es Ihnen nichts helfen. 😉

      Denn, wie im Beitrag oben bereits geschrieben: „Nachträgliche Änderungen der Steuerklasse sind meistens ein Problem, denn die Arbeitsagentur muss diese nur dann anerkennen, wenn die Änderung „zweckmäßig“ ist. Und „zweckmäßig“ ist ein Steuerklassenwechsel dann, wenn er zum geringstmöglichen gemeinsamen Steuerabzug führt. Das ist allerdings oftmals nicht der Fall…“

      Ich denke, dies hätten Sie deutlich vorher machen müssen. Jetzt ist es dafür leider zu spät.

      Gruß, Der Privatier

  16. Guten Tag,

    vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich musste viele Seiten mit Halbwissen lesen, bevor ich Ihre Zusammenfassung gefunden habe.

    Ich werde zum 01.01.2020 ALG 1 beziehen.
    Vorsorglich bin ich bereits ende Oktober in die Steuerklasse 3 gewechselt um eben diesen Mehrwert an ALG 1 zu erhalten.

    bye the way, dieses Vorgehen funktioniert auch super für Elterngeld.

    Meine Ehemann ist selbständig und ich war bisher in Steuerklasse 4, getrennt veranlagt.
    Meines Wissens nach dürfte es für meinen Mann keine Unterschiede machen.

    Nun sind bei mir dennoch zwei Fragen offen.

    1. Anhand welcher Informationen wird die Leistungsberechnung stattfinden.
    Komplettes Jahresgehalt der letzten 12 Monate (inklusive 13 Montagsgehalt und eventuellem Urlaubsgehalt), dieses dann wieder durch 12 geteilt?
    Steuerklasse zum 01.01. des Jahres der Arbeitslosigkeit.
    Demnach ist es völlig gleichgültig ob in dem abgelaufenen Jahr eine andere Steuerklasse vorhanden war, richtig, es zählt nur der Stichtag?
    Hier bin ich nämlich noch etwas nervös.

    2. Wie verhält es sich wenn ich während der Arbeitslosigkeit wieder in die Steuerklasse 4 wechsle? Findet eine Neuberechnung statt oder zählt weiterhin die Steuerklasse welche ich zum Jahresanfang hatte?

    Ich bedanke mich jetzte schon für die Antwort.

    Grüße Roma Walter

    • Sehr schön: Mit dem rechtzeitigen Steuerklassenwechsel wurde schon einmal alles richtig gemacht. Ob die bisher gewählte getrennte Veranlagung eine gute Wahl war, kann ich nicht beurteilen. Das kommt immer auf den Einzelfall an.

      Zu den Fragen:
      1. Die Berechnungsgrundlage sind die beitragspflichtigen Einkünfte der letzten 12 Monate. Dazu zählen auch Sonderzahlungen, allerdings immer nur so weit die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten wurde.
      Für die weitere Berechnung wird die Steuerklasse verwendet, die zu Beginn des Jahres gültig ist, für das ALG beantragt wird.
      2. Wenn Sie während der Arbeitslosigkeit die Steuerklasse wechseln, müssen Sie den Wechsel (wie sämtliche Änderungen) der Agentur mitteilen. Diese wird eine neue Berechnung nur dann durchführen, wenn entweder a)das ALG dadurch weniger wird oder b)der Wechsel „zweckmässig“ war (s. obigen Beitrag).

      Gruß, Der Privatier

  17. Hallo Privatier,
    Danke für die Antwort auf meine letzten Fragen!

    Hier habe ich nochmal die Bedeutung der Steuerklasse in Bezug auf ALG1 gesehen, ein Unterschied von über +20% ?!
    Da dies wohl auch für ATZ (nur für Beiträge zu AV, BAV, KV, PV?? Nicht für den Lohn an sich?) ähnlich gilt, will ich jetzt noch schnell in 2019 die Steuerklasse wechseln.
    Ich verdiene 1/4 mehr als meine Frau, vermutlich nicht relevant.
    ATZ-Beginn 3J Blockmodell angestrebt für 31. Mai 2020.

    Frage 1:
    Wäre mein sofortiger Wechsel in StKl3 sinnvoll, lohnenswert, empfehlenswert?

    Frage 2:
    Gelten die neuen Steuerklassen (vorher 4/4) auch noch für 2019 rückwirkend?

    Frage 3:
    Verschiebt sich der Stichtag 30.11., wenn dieser kein Arbeitstag war 😉
    Dann müsste ich den Antrag heute noch fertig machen.

    Frage 4:
    Können wir die Steuerklassen nach Beginn der ATZ wieder ändern? Im Hinblick auf evtl. ALG1 dann wieder vordem 30.11.2022 auf 3/5 ändern ? (ALG1 würde ggf. am 1.6.2023 beginnen)

    Frage 5:
    „allerdings immer nur so weit die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten wurde.“
    Werden Sonderzahlungen aufs Jahr verteilt oder der Monatsverdienst gekappt?

    Wichtige Frage:
    Wenn ALG1 tatsächlich doch nicht nach dem letzten „Vollgehalt“ bemessen würde, dann ist das Brutto der letzten 12 ATZ-Monate relevant! -oder?
    Dann wäre es vermutlich sinnvoll StKl 3/4 schon min. 1 Jahr vor dem ALG1 zu haben, also bereits im ganzen 2022 – oder mache ich einen Denkfehler?

    Gruß
    Thomas

    • Zunächst einmal ist es richtig, dass sich die Wahl der günstigeren Steuerklasse III auch bei den Bezügen innerhalb einer Altersteilzeit positiv auswirken kann. Das hängt im Detail dann allerdings von den konkreten Vereinbarungen ab, die mit dem Arbeitgeber bzw. über einen Tarifvertrag getroffen worden sind.
      Oftmals sind aber sog. „Nettoaufstockungsbeträge“ vereinbart, bei denen der Arbeitgeber den Lohn in der Altersteilzeit dann auf 70%-80% der Nettobezüge aufstockt, die der Arbeitnehmer erzielt hätte, wenn er nicht in Altersteizeit gegangen wäre. Und mit St.Kl.III wird ein höheres Nettogehalt erzielt und bietet daher einen Vorteil.

      Zu den Fragen:

      Zu1: Ein Wechsel in St.Kl.III wäre daher sinnvoll.

      Zu2: Nein, St.Kl. wirken nicht rückwirkend.

      Zu3: Der 30.11. ist der letzte Stichtag für Änderungen im laufenden Jahr! Für 2020 geht das auch weiterhin im Dezember 2019.

      Zu4: Man kann einmal im Jahr einen Steuerklassenwechsel vornehmen. Ich sehe aber keinen Sinn in dem „Hin und Her“. Nochmal zu Klarstellung: Die Wahl der Steuerklassen hat KEINEN Einfluss auf die per Steuerbescheid festgestellte EkSt.!

      Zu5: Es gibt beide Varianten (monatl./jährl. Beitragsbemessungsgrenzen). In der Regel würde ich aber von der monatlichen Kappung ausgehen (z.B. beim Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt).

      Zu6: Für die Berechnung des ALG1 zählen die letzten 12 beitragspflichtigen Monate. Die Agentur verwendet dabei immer die Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres gültig ist, für das ALG beantragt wird. Auch aus diesem Grund: Ich würde die St.Kl.III beibehalten. Mir ist ohnehin nicht klar, warum dies nicht längst so gewählt wurde.

      Gruß, Der Privatier

      • Herzlichen Dank für die schnelle Antwort!

        zu 6.: Bisher waren uns die Steuerklassen ziemlich egal, da im Steuerbescheid wieder alles ausgeglichen wird.
        In letzter Zeit habe ich auch aufgrund eines Unfalls auf der Autobahn meine persönliche Situation durchdacht und abgewogen, und bin zum Schluss gekommen, dass Aufwand und persönlicher Einsatz in einem schlechten Verhältnis zur Arbeit stehen und daran auch nichts zu ändern ist. Meine Gesundheit mir wichtiger, daher beschäftige ich mich erst jetzt mit diesen Dingen.

        Schönen Gruß
        Thomas

  18. Sehe ich richtig, dass das „Dispositionsjahr“ auch hier helfen kann? Wird der empfohlene Wechsel von Stkl. 4/4 in 3/5 erst im Jahr des Beschäftigungsendes vorgenommen, sorgt ein Dispojahr dafür, dass die ALG-Berechnung erst im Folgejahr vorgenommen wird, wodurch dann die Stkl. 3 für den ALG-Bezieher zum Tragen kommt.
    Gruß, BigMac

    • Ja, richtig. Guter Hinweis. Ist quasi ein positiver Nebeneffekt.

      Wer sich „normal“ arbeitslos meldet, schafft es u.U. aufgrund der Terminsituation nicht, den Steuerklassenwechsel rechtzeitig zu beantragen. Bei einem Jahr Pause sollte das jedoch immer machbar sein.

      Gruß, Der Privatier

  19. Vielleicht ist dieser Hinweis es wert in Kap. 9.3.2.2: Hinweise zum Dispositionsjahr: Vor- und Nachteile bei den Vorteilen aufgenommen zu werden. Der Unterschied zwischen den Stkl. 4/4 und 3/5 macht aktuell bei max. täglichen Bemessungsentgelt (Brutto-Jahresgehalt größer ca. 81.500,- Euro) ca. 360,- Euro pro Monat aus (verheiratet, kein Kind; alle Angaben nach besten Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr).
    Gruß, BigMac

  20. Hallo erstmal ,

    kurz und knapp.
    Seit Mitte Oktober 2019 bekomme ich ALg 1.
    Nun habe ich meine Steuerklasse im Januar 2020 von 3 auf 4 geändert.
    Bekam heute einen lieben Brief von der Agentur für Arbeit, das meine Monatliche Auszahlung sich um 120 Euro vermindert.
    Hierzu sollte ich vielleicht noch angeben das meine Frau auch Steuerklasse 4 hat,und Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht.

    Über ein Feedback würde ich mich freuen

    • Ebenfalls kurz und knapp:

      Der Steuerklassenwechsel von 3 auf 4 war in der Tat keine sonderlich kluge Entscheidung! Die Auswirkungen waren absehbar und sind auch nicht mehr rückgängig zu machen. Die Begründung etc. liefert der obige Beitrag.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo,
        da ich für 2018 ,und bestimmt auch noch 2019 eine erhebliche Steuernachzahlung leisten musste, habe ich meine Steuerklasse geändert.

          • Doch, im gewissen Sinne schon. Denn, wer die Kombination 3/5 wählt und sich die Gehälter aber nicht start unterscheiden, muss am Jahresende oft nachzahlen. Ändert man das in 4/4, vermeidet man diese Nachzahlungen.

            Einmal abgesehen von der Tatsache, dass eine Steuernachzahlung ja an sich nichts Negatives ist (denn man zahlt ja nur das nach, was man im Jahresverlauf eingespart hat) und man so eine Nachzahlung ja auch als kostenlosen Kredit des Finanzamtes ansehen kann, kann ein Steuerklassenwechsel zum falschen Zeitpunkt eben die Nachteile mit sich bringen, die Dieter hier schildert.

            Man kann daher nur sagen: Der Wechsel war ein Fehler. Und der wäre auch nur durch eine ganzjährige Abmeldung vom ALG wieder gut zu machen wäre. Aber ich nehme einmal an, das ist hier nicht gewollt.

            Gruß, Der Privatier

  21. Hallo zusammen, kann mir jemand zu Folgendem weiterhelfen:
    Bin seit 1.4.20 arbeitslos, Bewilligung ALG erhalten, 1 Tag ALG bezogen und dann wieder abgemeldet. Zum 30.03. Abfindung erhalten. Melde mich aus steuerlichen Gründen erst wieder zum 1.1.21 bei der Agentur an. Wenn ich nun zum 1.5. von der Steuerklasse 4 in 5 wechsle (meine Frau arbeitet noch und will in 3 um bei Bedarf in Zukunft mehr ALG zu erhalten) hat das negative Auswirkungen auf mich? Wird mein ALG zum 1.1.21 dadurch neu (schlechter) berechnet und nimmt mir das von meinem steuerlichen Effekt der Abfindung (erwarte hier natürlich mit der Steuererklärung eine Steuerrückzahlung, da ich seit 1.4. keine Einkünfte mehr habe)?

    Gruß Oli S.

    • „Wird mein ALG zum 1.1.21 dadurch neu (schlechter) berechnet …?“
      Ja.

      „nimmt mir das von meinem steuerlichen Effekt der Abfindung“
      nein, beim Steuerbescheid ist die Steuerklasse egal

      „meine Frau arbeitet noch und will in 3 um bei Bedarf in Zukunft mehr ALG zu erhalten“
      Dann wäre es gut wenn die Frau erst dann arbeitslos wird, wenn Du ALG1 hinter dich gebracht hast. Es kann immer nur einer die 7% mehr kriegen.

      • Hallo eSchorsch, hallo Privatier,

        inspiriert durch die obigen Beiträge habe ich gerade folgende Überlegung:

        Fakten:

        Ich habe mich aus steuerlichen Gründen gestern vom ALG-I abgemeldet und habe noch 10 Monate Restanspruch. Steuerklasse 3 / ALG-I: 2,5k

        Ehefrau wird ab 1.7.20 ALG-I für 24 Monate bekommen. Steuerklasse V / ALG-I: 0,5k

        Nun die neue Überlegung:

        Wenn wir nun die Steuerklassen jetzt wechseln, bekommt meine Frau mehr ALG-I. Ich werde dann meinen Restanspruch erst nach Ablauf der 2 Jahre am 01.07.2022 nehmen. Zuvor werden wir zum 30.06.2022 die Steuerklasse wieder zurück wechseln.

        Ist das so machbar?

        Viele Grüße
        Bruno

        • Ohjeh Bruno, Du fragst einen Ledigen nach Steuerklassenwechsel.

          Also unterjährig ist kritisch, sagt oben der Privatier und hier der VDK als Zweitmeinung https://www.vdk.de/rheinland-pfalz/pages/69488/durch_steuerklassenwechsel_mehr_arbeitslosengeld?dscc=essenc
          Ob man Stkl 3 für Frau Bruno der Agentur als zweckmäßig nachweisen kann? Eher nicht, oder?

          Dann geht es bei Euch noch um einen Faktor 5: Herr Bruno riskiert 291€ damit Frau Bruno eventuell 58€ gewinnt. (wenn man die 0,5k bzw 2,5k als Basis = 60% ansieht)

          Kannste Frau Bruno nicht noch ein Jahr länger auf Arbeit schicken :q

        • @Bruno: „Wenn wir nun die Steuerklassen jetzt wechseln, bekommt meine Frau mehr ALG-I.“

          Nein. Wohl kaum! Ein Wechsel der Steuerklasse im laufenden Jahr akzeptiert die Agentur nur dann, wenn er „zweckmäßig“ ist. Und „zweckmäßig“ ist ein Steuerklassenwechsel nur dann, wenn er zum geringstmöglichen gemeinsamen Steuerabzug führt (s. auch Beitrag oben).

          Alternativ zum Vorschlag „Frau Bruno noch ein Jahr länger arbeiten schicken“ könnte Frau Bruno ihren ALG-Anspruch aber auch erst Anfang 2021 anmelden. Nachdem sie vorher(!) in Steuerklasse 3 gewechselt ist.

          Gruß, Der Privatier

          • @Privatier: „Und „zweckmäßig“ ist ein Steuerklassenwechsel nur dann, wenn er zum geringstmöglichen gemeinsamen Steuerabzug führt“

            Aber wenn ich KEINE Einkünfte oder ALG-I mehr beziehe (bis auf KESt) ist doch der geringstmögliche gemeinsame Steuerabzug nur von der Steuer meiner Frau abhängig. Sollte daher nicht ein Steuerklassenwechsel in 06/2020 für das ALG-I ab 07/2020 ein höheres ALG-I ergeben?

          • Ja, das wäre eine plausible Erklärung für die geforderte Zweckmäßigkeit. Allerdings nur dann, wenn die Frau auch noch Gelegenheit hat, durch den Wechsel auch noch Steuern einzusparen. Wenn sie bereits beschäftigungslos ist oder irgendwann ALG bezieht, zahlt sie ja ebenfalls keine Steuern und es ergibt sich kein Spareffekt.
            Aber wenn JETZT der Wechsel beantragt wird, wird er im nächsten Monate (6/2020) aktiv und wenn dann noch eine Beschäftigung vorliegt, ist der Wechsel zweckmäßig.

            Gruß, Der Privatier
            P.S.: Evtl. sieht die Agentur dies auf den ersten Blick (genau wie ich 😉 ) anders. Dann müsste man das ggfs. etwas ausführlicher erläutern.

    • @Oli S.: Wie eSchorsch schon richtig geschrieben wird, wird sich der Wechsel zur St.Kl.5 bei der neuen ALG-Meldung im kommenden Jahr negativ bemerkbar machen.
      Eine steuerliche Auswirkung auf die Abfindung in diesem Jahr ergibt sich nicht.

      Gruß, Der Privatier

  22. Hoi, wie du schon schreibst, Steuerklasse 3 gibt mehr ALG II fuer die Frau, folglich weniger fuer dich… der Fall direkt ueber deinem Beitrag, etc… Aber las ich richtig und du hast dich unmittelbar nach Beendigung deiner Arbeit AA gemeldet? Sperrzeit/Verkuerzung der Anspruchsdauer?
    Steuerklasse ist fuer Abfindung wurscht, aber ma sollte sich getrennte Veranlagung fuer das Steuerjahr 2020 ueberlegen, rechne mal durch, dazu reichen die gaengigen 5tel-Rechner 😉 Die Einkuenfte bis Maerz 2020 sollten eh eliminiert werden.
    Beispiel
    zusammenveranlagt mit 50k plus 300k Abfindung macht Steuer 120k
    getrennte V, 50k mit 13k Steuern, die 300k mit 86k
    Delta schlappe 21k mehr an Steuererstattung. Da ist der ‚Vorteil‘ fuer ALG 1 mit Klasse 3 geringer.
    MbG
    Joerg

    • sorry eSchorch, war ich zu langsam 😉
      Aber die 7% waren gut! Bei uns war es aehnlich, einen Fall nach dem anderen abwickeln ist auch steuerlich viel gestaltungsfreundlicher!
      cu
      j

  23. @Privatier: „P.S.: Evtl. sieht die Agentur dies auf den ersten Blick (genau wie ich ? ) anders. Dann müsste man das ggfs. etwas ausführlicher erläutern.“

    Ich glaube, dass ist mir etwas zu heikel; zumal ich ja für meine Restzeit wieder zurück switchen müsste.

    Also plane ich lieber um:

    Frau Bruno wird ab 1.7.20 ALG-I für 1 Tag bekommen und sofort wieder abmelden.

    Dann beide bis Ende 2021: NICHTS (hohe KESt in 2021)

    Ich nehme meinen Restanspruch ALG-I von 01/2022 bis 10/2022

    Ehefrau ändert in 11/2022 die Steuerklasse und meldet sich ab 10.01.2023 wieder bei der AFA an.

    Viele Grüße

    Bruno

    • Ja, so kann man es auch machen. Wobei ich natürlich nicht beurteilen kann, ob das vollständige Aussetzen beider ALG-Bezüge in 2021 steuerlich erforderlich/sinnvoll ist. Aber es hätte zumindest den Vorteil, dass beide Ehepartner in 2021 vollkommen „frei“ sind und keinerlei Verpflichtungen hinsichtlich Verfügbarkeit etc. haben.

      Gruß, Der Privatier

      • Zur Info:

        – zum Einen ist es ja egal, WANN wir vollkommen „frei“ sind (2021 oder später)
        – zum Anderen wird in 2021 eine Bausparvertrag mit hohem Anteil (20k) Bonuszinsen ausgezahlt, die ja erst bei der Auszahlung versteuert werden.

        Viele Grüße

        Bruno

  24. Hallo,
    leider wird mein Mann zum Juli arbeitslos.
    Wir haben erst Ende Mai geheiratet, zwei Tage später kam die Kündigung.
    Nun wissen wir nicht weiter.
    Eigentlich wollten wir beide bei der Stkl. 4 bleiben. Aber durch die Arbeitslosigkeit wissen wir nicht, ob es nun sinnvoller wäre, wenn ich auf III gehe?
    Wir verdienen beide ähnlich, was wäre hier am sinnvollsten?
    Beide 4, 3/5 oder 5/3

    Vielen Dank.

    • Für die Höhe des Alg1 wäre es am besten ihr Mann hätte Stkl.3!
      Aber ob er noch wechseln kann bezweifle ich den die Agentur wird den daraus resultierenden höheren Anspruch erkennen und den Wechsel als nicht zweckmässig einstufen.
      Die ganze Problematik ist hier unter Kap.9 „Mehr Arbeitslosengeld durch Steuerklassenwechsel“erklärt.

    • Wie Martin schon geschrieben hat, wäre es für Höhe des ALG1 am besten, wenn der Ehemann die St.-Kl.3 hätte.
      Und in der Tat ist es fraglich, ob die Agentur den Wechsel anerkennt. Ich sehe aber gute Chancen, denn der automatische Wechsel durch die Hochzeit auf 4/4 ist auf jeden Fall zweckmäßiger als die zu Anfang des Jahres (wahrscheinlich) gültige Kl.1. Und ein Wechsel auf 3/5 konnte auch erst im Juni beantragt werden, wenn die Hochzeit erst Ende Mai war. Der Wechsel müsste dann aber auch bald beantragt werden.
      Von daher sehe ich zwar gute Möglichkeiten, aber garantieren kann ich das nicht. Es käme auf einen Versuch an.

      Der Wechsel der Ehefrau auf Kl.3 wäre aber auf jeden Fall keine gute Idee. Das bringt zwar evtl. für die nächsten mehr Netto in die Kasse, aber am Jahresende (nach Steuererklärung) wäre es schlechter.

      Gruß, Der Privatier

  25. Steuerklassenwechsel und KU?

    Moin Zusammen,

    (wegen der Möglichkeit mehrmaliger Steuerklassenwechsel pro Jahr)

    Kurzarbeitergilt ist zwar steuerfrei unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt und wird damit zur Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt, der Steuersatz steigt mit zunehmenden Einkommen wegen des progressiven Steuertarifsystem. Damit kann es mit dem Steuerbescheid 2020 zu Nachzahlungen kommen und je höher das Einkommen, des so höher die Nachzahlungen. Man sollte einmal mit Hilfe eines Online Rechners die steuerliche Situation simulieren und danach entscheiden ob ein Wechsel Vorteile bringt.

    Mit dem Steuerklassenwechsel kann die Höhe des KU-Geldes für die spätere Veranlagung optimiert werden.

    Noch ein Hinweis:

    Auf Grund der außergewöhnlichen Situation (Covid 19) werden Zuschüsse vom AG zum KU-Geld bis 80% des Unterschiedsbetrages zwischen den Soll-Entgelt und Ist-Entgelt steuerfrei gestellt! Diese neue Regelung §3 Nr.28a EStG gilt vom 01.03.2020 bis 31.12.2020 (ist also zeitlich begrenzt).

    Alle Empfänger von KU-Geld müssen eine Steuererklärung für 2020 abgeben, die Summe des KU-Geldes wird in Anlage N, Zeile 28 eingetragen. Und zum Schluss noch ein Link, da kann das Formular zum Steuerklassenwechsel heruntergeladen werden. Mit Abgabe des Formulars in 06/2020 ist der Wechsel ab 07/2020 gültig. (Steuerklassenrechner ist im Link auch vorhanden)

    https://www.steuerklassen.com/steuerklasse-wechseln/antrag-auf-steuerklassenwechsel/

    Gruß
    Lars

  26. Hallo und vielen Dank für den hilfreichen Beitrag!!

    Ich habe selber auch eine Frage und würde mich auf eine Antwort sehr freuen.

    Die Situation ist wie folgt: mein Mann (Jahresbruttolohn 24000€) und ich (Jahresbruttolohn 48000€) sind beide in Steuerklasse 4 (ohne Faktor). Mein Man erwartet im Juli dieses Jahres gekündigt zu werden; also letzter Arbeitstag der 31.08.2020. (noch keine Kündigung erhalten!)
    Ist ein Wechsel der Steuerklassen zu 3 (Mann) und 5 (ich) sinnvoll bzw. kann es die Höhe des ALG1 meines Mannes noch beeinträchtigen?

    Vielen Dank!!

    • Das wäre aus meiner Sicht zu spät, denn wie im Beitrag bereits erwähnt, verwendet die Agentur die Steuerklasse vom Jahresanfang. Und akzeptiert Änderungen nur dann, wenn sie einen steuerlichen Vorteil bringen. Den kann ich aber nicht erkennen.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung und die Klarstellung. Ich hätte gedacht, dass ein Wechsel vor Kündigung evntl. anders „zählt“.

        Das heißt, dass wir nichts für eine Erhöhung des ALG1 machen können und am Besten so bleiben (4/4 ohne Faktor), richtig?

        Entschuldigen Sie die vielen Fragen. Ich finde das Thema echt sehr komplex..
        Vielen Dank!

    • Wenn nach dem ALG1 ein Privatiersdasein geplant ist, dann könnte man das ALG1 auch auf 2021 verschieben (= auch erst in 2021 beantragen!) und dann mit frischer StKl 3 die 7 Mehrprozente mitnehmen.
      Wenn keine Abfindung fließt, ist die kostenfreie Familienversicherung in der GKV ja weiterhin möglich.

  27. Zunächst großes Lob für diese Plattform und das Engagement der Privatiers!

    Meine Frau und ich haben Steuerklasse 4/4. Meine Frau kündigt zum 30.09.2020 und möchte das Dispositionsjahr in Anspruch nehmen, sich also erst am 01.10.2021 arbeitslos melden und ALG1 beantragen.
    Ich beziehe noch bis August dieses Jahres ALG1, dann nur kleine Firmenrente.

    Meine Frage: wann spätestens sollten wir die Steuerklasse auf 5/3 wechseln? Reicht es zum Dez. 2020?

    Die Regelung heißt immer: „Zu Beginn des Jahres gültige Steuerklasse“. Welches Datum ist relevant? Das Ende der Beschäftigung in 2020 oder die Arbeitslosmeldung in 2021?

    Vielen Dank für Ihre/Eure Hilfe!

    • Um ein höheres ALG zu erreichen, sollte Ihre Frau die St.-Kl.3 haben. Und zwar zu Beginn des Jahres, in dem der ALG-Bezug voraussichtlich beginnt. Das wäre bei Ihnen als Anfg. 2021 und es reicht daher, den Wechsel gegen Ende 2020 zu beantragen. Der Wechsel wird aber immer erst im Monat nach dem Antrag gültig.

      Gruß, Der Privatier

  28. Ein herzliches Danke für Ihr Engagement. Ich habe Ihr Buch „Per Abfindung…“ erworben und arbeite mich seit Wochen in die Thematik ein.
    Ich habe nun eine Frage zur Steuerklasse:

    Sachverhalt:
    Ich bin erwerbstätig und habe Steuerklasse 5.
    Meine Frau ist auch erwerbstätig und hat Steuerklasse 3.
    Meine Frau wird einen Aufhebungsvertrag mit Abfindungszahlung bekommen und ab dem 01.01.2021 erwerbslos sein.
    Sie plant ein Dispojahr (genaugenommen 13 Monate). Sie wird nämlich am 29.01.2022 55 Jahre alt. Sie will sich also erst am 01.02.2022 arbeitslos melden und ALG1- beantragen. Grund: Mit 55 Jahren bezieht sie statt 15 Monate 18 Monate ALG1.

    Frage:
    Hat meine Frau am 01.02.2022 immer noch Steuerklasse 3?
    Habe ich demnach die ganze Zeit unverändert Steuerklasse 5?

    Wenn ja, wäre das klasse, weil das ALG1 mit Steuerklasse 3 ja höher ausfällt.

    Oder bekomme ich in der Zeit, in der meine Frau erwerbslos (aber nicht arbeitslos) ist, automatisch die Steuerklasse 3 verordnet und meine Frau dann am 01.02.2022 automatisch Steuerklasse 5?

    • Hi auch, alles richtig gemacht und niemand wird euch die Steuerklasse ändern! Zusätzlich sollte eine getrennte Veranlagung für die Steuererklärung 2021 geprüft werden…
      MbG
      Joerg

    • Die Steuerklasse wird nicht automatisch geändert. Wichtig ist, dass zu Beginn des Jahres 2022 (Alg-Bezug) die Ehefrau die Steuerklasse 3 hat.
      Bis dahin könnte man es noch anders herum machen. Bringt aber nur einen temporären Vorteil und birgt die Gefahr, dass man den wichtigen Wechsel dann u.U. verpennt.

      Gruß, Der Privatier

  29. Hallo
    vielleicht kann mir jmd weiterhelfen.

    Ich bin vh, erziele das höhere Einkommen (Ehepartner selbständig) StKl3
    Ab 1.9. werde ich arbeitslos sein (welches ich aus Auszeitgründen, auch 6-8 Monate bleiben will).
    Nun beginnt meine Frau zum 10.8. ein neues Angestelltenverhältnis mit einer 25h/Woche. Für den Start in den Beruf muss sie die StKlasse angeben.Ich nehme an für August Stkl5.

    Jetzt was ich nicht herausgefunden habe.
    Können wir zum 1.9. bereits ihre Stkl auf 3 wechseln? Macht das überhaupt Sinn? Und einfach zurück, wenn ich wieder in den Beruf einsteige?

    • Wollen Sie ALG1 beantragen?
      Falls nein, sind die möglichen Vorteile durch Steuerklassenwechsel nur temporär und werden im Rahmen der EkSt verrechnet. Nach meinem Kenntnisstand sind neuerdings auch mehrere Wechsel pro Jahr möglich.

      Falls ja, sollten Sie bei Stkl3 bleiben, da sie dadurch eine höhere Leistung erhalten, die nicht! im Rahmen der EkSt ausgeglichen werden. Eine höhere Belastung Ihrer Frau wird (siehe oben) im Rahmen der EkSt ausgeglichen.

    • Die Steuerklasse der Ehefrau auf Kl.3 zu ändern, während der Ehemann ALG bezieht, wäre ein großer Fehler! Die Agentur würde daraufhin das ALG reduzieren. Ich würde auf jeden Fall alles so lassen.

      Gruß, Der Privatier

  30. Hallo,

    mein Mann und ich sind seit 2005 voll erwerbstätig. Er hat die Stkl. 5 und ich die Stkl. 3. Er wurde im April 2020 aufgrund von Corona gekündigt (Kündigungsschutz 6 Monate) und wird ab 1.10.2020 arbeitslos. Da wir schon länger Nachwuchs planen, habe ich aufgrund des Mutterschaftsgeldes und Elterngeldes zu Beginn des Jahres logischerweise die Steuerklasse 3 gewählt. Ab Ende Okt. bekomme ich Mutterschaftsgeld und ab Ende Januar 2021 Elterngeld. Wird die Arbeitsagentur hier die Zweckmäßigkeit einer Änderung der Steuerklasse im Nov 2020 von 5 auf 3 Meines Mannes anerkennen? Was würden Sie uns hier empfehlen? Ein Dispo-Jahr? Wie lautet die Definition für Dispositionsjahr? Eine gerichtliche Entscheidung gibt es noch nicht. Es konnte keine Einigung mit dem AG erzielt werden.

    Besten Dank im Voraus!

    • Mir sind zwar die konkreten Rechen- und Entscheidungswege der Agentur bei der Beurteilung eines Steuerklassenwechsels auch nicht bekannt, wenn ich aber alleine von dem im obigen Beitrag verwendeten Text ausgehe, so vermute ich, dass im vorliegenden Fall keine Zweckmäßigkeit vorliegt.
      Dafür müsste der Wechsel ja zu einem insgesamt niedrigeren Steuerabzug führen. Da aber sowohl Elterngeld, als auch Arbeitslosengeld keinem Steuerabzug unterliegen, führt der Wechsel zu keiner Veränderung und ist daher nicht zweckmäßig. Soweit zumindest meine Einschätzung.

      Evtl. könnte man darüber nachdenken, zunächst kein ALG zu beantragen, sondern erst ab Jan. 2021. Dann müsste die (vorher geänderte!) Steuerklasse auf jeden Fall berücksichtigt werden. Bedenken Sie dabei aber bitte, dass in der Zeit bis dahin keinerlei Leistungen der Agentur erfolgen. Auch nicht im Hinblick auf Kranken- und Rentenversicherung. Ob sich das am Ende auszahlt, ist fraglich.

      Gruß, Der Privatier

  31. Hallo!

    vielen Dank für den informativen Artikel! Ich hätte dazu noch eine Frage.

    Meine Frau ist seit August 2020 arbeitslos und hat Arbeitslosengeld beantragt. Zu Jahresbeginn hatte sie Steuerklasse V. Das ist für das Arbeitslosengeld sehr ungünstig, so weit klar. Wir haben nun vor, in Steuerklasse IV mit Faktor zu wechseln.

    Die Frage ist, welches voraussichtliche Bruttoeinkommen sollen wir für sie beim Finanzamt angeben, damit die Arbeitsagentur nichts dagegen sagt? Meine Frau hatte im Jahr keinen Arbeitslohn erhalten (Elternzeit), können wir für sie da 0€ angeben, oder müssen wir das (voraussichtlich) erhaltene Arbeitslosengeld auch mitberechnen?

    Vielen Dank im Voraus!

    Viele Grüße
    Weizmann

    • Steuerklassen haben ja lediglich den Sinn, die monatlichen Arbeitseinkünfte (Lohn, Gehalt, etc.) einigermassen korrekt zu versteuern. ALG und andere Lohnersatzleistungen müssen dabei nicht berücksichtigt werden. Und folglich auch im Formular für den Wechsel nicht angegeben werden. Die Angabe von 0€ für die Ehefrau wäre daher korrekt.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo!
        Danke für die Antwort! Wir waren beim Finanzamt. Der Mitarbeiter hat gesagt dass 0€ bei IV mit Faktor nicht funktioniert. Er hat auch tatsächlich probiert und es funktioniert im System nicht. Wir haben dann III-V getauscht. Dass sollte m.E. „zweckmäßig“ sein, da meine Frau ja kein Einkommen im Jahr hatte. Mal sehen was die Arbeitsagentur sagt.

        Viele Grüße
        Weizmann

          • Hallo Lars,

            danke für Deine Antwort und den Link.

            Zu „Lohnsteuerklasse IV mit Faktor nimmt man, wenn beide Ehepartner ungefähr die gleichen Einkünfte haben.“

            Bei Steuerklasse IV hast Du jedenfalls Recht. Allerdings hat IV mit Faktor noch andere sehr schöne Eigenschaften, die ich hier ausnutzen wollte/musste (bzgl. Arbeitslosengeldes). Siehe hier https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/steuerklasse-iv-faktor-unbekannte-wundertuete.html

            Steuerklasse III für meine Frau wäre natürlich am besten für uns. Allerdings ist es zu spät so zu wechseln. IV mit Faktor scheint tatsächlich die einzige Möglichkeit für uns zu sein, mehr Geld fürs Arbeitslosengeld zu holen.

            Viele Grüße
            Weizmann

          • Moin Weizmann,

            der Gedanke ist richtig, geht leider durch die „Null“ nicht. Wie ich weiter unten lesen, ist aber eine Lösung gefunden worden.
            Ich bin über die geringe Nutzerzahl siehe Link erstaunt … „weniger als 0,1% der berechtigten Ehepaare …“

            Gruß
            Lars

        • „Der Mitarbeiter hat gesagt dass 0€ bei IV mit Faktor nicht funktioniert.“

          Das hatte ich schon befürchtet. Denn der Faktor wird ja aus einem Verhältnis von Einkommensteuer zu Lohnsteuer (St.Kl.IV) berechnet und da ist es schlecht, wenn da irgendwo eine Null vorkommt. Aber es hätte ja sein können, dass es dafür eine Sonderegel gibt…

          Ich glaube allerdings nicht, dass die Agentur für Arbeit den jetzt vorgenommenen Wechsel der Ehefrau zu St.Kl.III als zweckmässig ansieht! Da sie ja gar keine Steuern zahlen muss, ergibt sich für sie kein Vorteil. Für den Ehemann (der jetzt V hat), ergeben sich aber höhere Steuern als vorher. Insgesamt für beide also ein Nachteil. Das ist nicht zweckmässig.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo Privatier,

            ja, gestern habe ich ganz klar einen Denkfehler gemacht, als der Mitarbeiter meinem Antrag(IV mit Faktor mit 0€ Einkommen) nicht entsprechen konnte. Ich habe in der Nacht noch in Ruhe durchgerechnet und habe den Fehler auch bemerkt. Deswegen war ich heute nochmals beim Finanzamt und habe auf IV mit niedrigem Faktor (mit sehr niedrigem voraussichtlichem Jahreseinkommen für meine Frau) gewechselt 🙂 Schön dass wir ab 2020 mehrmals im Jahr wechseln dürfen! Das müsste meiner Auffassung nach von der Arbeitsagentur angenommen werden…

            Viele Grüße
            Weizmann

          • Es hat funktioniert — ein paar Hundert Euro mehr ALG I 🙂

          • Sehr schön! Gückwunsch. Sollte ich vielleicht bei Gelegenheit oben im Beitrag mal ergänzen…

            Gruß, Der Privatier

  32. Hallo ihr lieben,

    Habe im September 20 einen Aufhebungsvertrag zum 30.12.20 unterschrieben. Werde dann das Dispojahr von 31.12.20 bis 30.12.21 in Anspruch nehmen. Da ich im Oktober 2021 dann 58 Jahre alt bin wird die AL Meldung dann zum 01.01.22 starten, und hat zudem den Vorteil das der AL Bezug dann 24 Monate anstatt 18 Monate sein wird.

    So nun meine Frage:

    die Abfindung wird im Januar 2021 ausbezahlt und mit Steuerklasse 4 versteuert, wann wäre dann der richtige Zeitpunkt die Steuerklasse von aktuell 4 / 4 auf 3 zu ändern um den Vorteil des höheren ALG zu nutzen. Meine Frau arbeitet aktuell 2 Tage die Woche. Wenn ich die Steuerklasse dann z.B. im July 21 ändere wäre das dann ok ?

    Für Eure Rückmeldung im voraus besten Dank

    • Wenn der ALG-Bezug erst Anfg. 2022 starten soll, wäre es ausreichend, wenn die Steuerklasse 3 ebenfalls mit Beginn 2022 wirksam wird.
      Ich selber würde da aber lieber einen zeitlichen Puffer von ein paar Monaten einbauen. Von daher wäre Juli 2021 ganz sicher in Ordnung, aber auch durchaus ein paar Monate später.

      Gruß, Der Privatier

  33. Hallo,
    ich beziehe seit Juni 2020 ALG1 bis Mitte Mai 2021, Steuerklasse 5. Meine Frau hat Steuerklasse 3. Sie hat zum 31.12.2020 gekündigt, meldet sich zum 01.01.2021 arbeitslos und am nächsten Tag wieder ab, lebt dann erstmal von den Ersparnissen. Wäre ein Tausch der Steuerklassen möglich und sinnvoll, damit ich mehr ALG1 bekomme? Wenn ja, wann beantragen?
    Ciao Rennmaus4444

    • Ein Wechsel der Steuerklassen ist jederzeit möglich. Ab diesem Jahr sogar mehrfach im Jahr. Das ist also das geringste Problem.
      Die Frage ist, ob es sinnvoll wäre. Vermutlich ja, wenn die Frau gar kein ALG beziehen will. Dann würde der Wechsel auf Steuerklasse V bei ihr keinen Nachteil bedeuten.
      Eine ganz andere Frage ist aber, ob die Agentur den Wechsel im jetzt laufenden ALG-Bezug akzeptiert. Ich vermute eher nicht, da der Wechsel keine niedrigere Steuerbelastung auslöst.

      Aus meiner Sicht gäbe es daher zwei Alternativen:
      * Entweder jetzt den Wechsel auf IV mit Faktor beantragen. Das scheint von der Agentur immer akzeptiert zu werden. Siehe Kommentar weiter oben: https://der-privatier.com/mehr-arbeitslosengeld-durch-steuerklassenwechsel/#comment-31007
      * Oder aber jetzt aus dem ALG-Bezug abmelden. Steuerklassen wechseln und dann Anfang nächsten Jahres einen neuen ALG-Antrag stellen.

      Gruß, Der Privatier

  34. Stimmt, die Frau will erstmal nur den Anspruch auf ALG1 geltend machen und diesen im Laufe der nächsten vier Jahre abrufen. Wie groß wäre der Unterschied zwischen Steuerklasse 3 und 5 in Prozent? Frage mich, ob sich der Aufwand für die restlichen 5 bis 6 Monate lohnt, mein ALG1 ist nicht wirklich prickelnd hoch….
    Vielen Dank für die tolle Unterstützung hier.
    Ciao Rennmaus4444

      • Hallo und vielen Dank für die Informationen und Tipps. Derzeit lässt mich die Agentur völlig in Ruhe und ich werde mich wohl weiter ganz still verhalten….. Durch die Wechselei der Steuerklassen mache ich die Beraterin eventuell unnötig auf mich aufmerksam… Das ist mir die Sache (für gute 4 Monate) nicht wert, hätte ich von Anfang an drauf achten müssen.
        Ciao Rennmaus4444

  35. Hallo Privatier,
    ich (60) habe von August 2018 bis März 2020 ALG 1 bezogen, habe jetzt einen auf 1 Jahr befristeten Arbeitsvertrag bis 31.3.2021, der voraussichtlich nicht verlängert wird. Dann würde ich mich zum 1.4. 2021 wieder arbeitslos melden und meinen alten restlichen ALG1-Anspruch (ca. 4 Monate) plus den neu erworbenen ALG1-Anspruch (6 Monate) in Anspruch nehmen, d.h. ich werde voraussichtlich bis Ende Januar 2022 ALG1 beziehen. In 2017 habe ich in die Steuerklasse III gewechselt, mein Mann in V (vorher waren wir beide IV), da meine Arbeitslosigkeit absehbar war. Diese Steuerklassen-Kombination haben wir auch momentan beibehalten (obwohl mein Mann momentan deutlich mehr verdient als ich), da ich ja voraussichtlich ab 1.4.2021 erneut arbeitslos werde. Mein Mann hat ebenfalls einen auf 3 Jahre befristeten Arbeitsvertrag, der am 31.12.2021 endet (dann ist mein Mann 63), so dass er voraussichtlich ab 1.1.2022 ebenfalls arbeitslos sein wird und dann 24 Monate ALG1 beziehen würde. Da sich unsere Arbeitslosigkeit voraussichtlich nur um 1 Monat überschneiden wird, wäre es ja sinnvoll, wenn wir zum 1.1.2022 die Steuerklassen gewechselt hätten, also mein Mann III, ich V.
    Meine Frage: sollten wir die Steuerklassen dann schon zum 1.1.2021 wechseln, oder reicht ein Wechsel im November 2021 zum 1.12.2021, d.h. würde der Wechsel dann von der Arbeitsagentur als zweckmäßig anerkannt?
    LG, Maria

    • Zunächst einmal haben Sie bisher alles richtig gemacht und auch für die Zukunft richtig überlegt: Es wäre gut, wenn Sie zum 1.1.2022 die Steuerklassen gewechselt hätten, also Ihr Mann III, Sie selber dann V.
      Dazu reicht es, wenn Sie den Wechsel z.B. im Nov.21 beantragen, so dass auf jeden Fall zum 1.1.22 der Wechsel stattgefunden hat.
      Die Zweckmäßigkeit des Wechsels wird nur für laufenden ALG-Bezüge geprüft. In diesem Fall würde es Ihren eigenen Bezug betreffen. Hier wäre zwar eine Zweckmäßigkeit zu erkennen, da Sie beide zusammen durch den Wechsel weniger Lohnsteuern abführen müssten. Für Ihren eigenen ALG-Bezug ist der Wechsel aber jeden Fall nachteilig, da Sie dann für kurze Zeit die ungünstigere Steuerklasse haben. Dennoch würde ich es genau so machen, wie beschrieben. Man kann eben nicht immer alles optimal gestalten.

      Gruß, Der Privatier

  36. Hallo Privatier,
    vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Im ALG-Antrag muss man ja seine „zu Beginn des Jahres geltende Steuerklasse“ angeben. Würde sich denn der „Beginn des Jahres“ bei meinem Mann dann auf den Beginn des Jahres 2022 beziehen, und nicht auf den Beginn des Jahres 2021? Er würde sich ja dann voraussichtlich noch im Dezember 2021 zum 1.1.2022 arbeitslos melden.
    LG, Maria

  37. Hallo und vielen Dank für ihr Engagement.
    Sachverhalt: ich bin 62 Jahre alt und seit 1.9.2020 nach 44 jähriger Berufstätigkeit arbeitslos und werde am 1.9.2022 nahtlos nach der Arbeitslosigkeit in den Ruhestand gehen. Wir haben noch einen kleinen Sohn, der im Juli 2018 geboren wurde. Meine Frau ist bis 8/2021 im Erziehungsurlaub und ohne Einkünfte. Daher war es auch problemlos für mich in die Steuerklasse 3 zu wechseln.
    Nun meine Frage: kann meine Ehefrau ab August in die Steuerklasse 4 wechseln, ohne dass das AlG gekürzt wird. Wenn ja, macht es vielleicht Sinn die Steuerklasse ab Februar 2022 zu wechseln?
    Oder?
    LG Micha

    • Der Wechsel der Steuerklassen während Ihres ALG-Bezuges würde immer eine Verschlechterung Ihrer ALG-Berechnung darstellen, soweit die jetzige Höhe auf Basis von St.-Kl.3 berechnet worden ist. Das wäre also nicht zu empfehlen.

      Aus der Fragestellung geht nicht hervor, warum der Feb.2022 als Termin für einen Wechsel einen Sinn ergeben soll. Aber generell gilt: Solange Sie noch ALG beziehen, würde ich keinen Steuerklassenwechsel durchführen.
      Danach dann aber jederzeit.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Micha,

      deine Daten sehen danach aus, daß du die Rente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen willst. Nach 44 jähriger Berufstätigkeit + ALG-1 ist das jedoch nicht möglich.
      Du solltest versuchen, die noch notwendigen Monate Pflichtbeiträge zu erhalten. Das geht auch mit einem Minijob!
      Nur die Zeit des ALG-1 zählt in den letzten 2 Jahren vor der Rente nicht dazu.

      Viele Grüße

      Bruno

  38. Vielen Dank. Der Februar war so gedacht, weil die Agentur für Arbeit für die Ermittlung des ALG die Steuerklasse zu Beginn des Jahres nimmt, daher der Februar. Vielleicht habe ich hier auch einen Denkfehler und man müsste den Wechsel im Februar ebenfalls der Agentur melden und die würden dann ebenfalls unterjährig umstellen.
    Gruß Micha

    • Ja, richtig erkannt: Man müsste den Wechsel im Februar ebenfalls der Agentur melden.
      Außerdem würde die Agentur aber auch den Wechsel zum Jahresanfang gar nicht berücksichtigen, denn es wird nur eine neue Berechnung durchgeführt, wenn ein neuer Antrag gestellt wird (oder wenn sich an den gesetzl. Abgaben etwas ändern sollte).

      Gruß, Der Privatier

      • Nicht unbedingt!

        @Micha, wenn ich richtig gerechnet habe, bist Du Jahrgang 58 und kannst mit 64 Jahren „Abschlagsfrei = ohne Rentenkürzung“ in Rente gehen. Das Erreichen der Altersgrenze (64 Jahre) würde bei Dir irgendwo zwischen 01/2022 und 01/2023 liegen. (laut Deines Kommentars 09/2022)

        Voraussetzung dafür sind (siehe Kommentar von Bruno) 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen, Berücksichtigungszeiten etc.pp.

        Du hast geschrieben: „44 Jahre Berufstätigkeit“, … da fehlt noch etwas zu den 45 Jahren, denn ALG1 Bezug zwei Jahre vor Renteneintritt zählt nicht bei der Berücksichtigung von Rentenzeiten mit (hier Rente für besonders langjährig Versicherte = 45 Jahre).

        Nun kommt die „Kindererziehungszeit“ und/oder die „Kinderberücksichtigungszeit“ ins Spiel.

        Wenn Ihr Euch abstimmt, dann kannst Du die entsprechend fehlenden Monate von der Kindererziehungszeit oder ab 09/2021 (Sohn ist dann 3 Jahre alt) von der Kinderberücksichtigungszeit übernehmen (Antrag muss beim DRV-Bund gestellt werden)
        Näheres unter:

        §56 SGB VI Kindererziehungszeit
        §57 SGB VI Berücksichtigungszeit

        Etwas Literatur hierzu (ist schon älter):

        https://www.biallo.de/soziales/news/rentenversicherung-was-kinder-fuer-die-rente-bringen/

        Ich würde einen Beratungstermin beim DRV-Bund anstreben und den Sachverhalt abklären. Gleichzeitig die „Kinderberücksichtigungszeit“ ansprechen, wann entsprechender Antrag/Zuordnung gestellt werden muss/soll. Eventuell fehlen bei Dir z.B. 6 Monate, die restlichen 9 Jahre und 6 Monate bekommt dann Deine Ehefrau aufs Rentenkonto.
        In manchen Versicherungsverläufen der Ehefrauen wird die Kinderberücksichtigungszeit(en) auch schon mal nicht aufgeführt. Das sollte man penibel nachprüfen.

        Gruß
        Lars

      • Hallo Privatier,
        …. wenn ein neuer Antrag gestellt wird.

        Bedeutet dies, dass eine Abmeldung mit anschließender Neuanmeldung < 6 Wochen später KEIN neuer Antrag und somit KEINE Neuberechnung nach Steuerklassenwechsel (über Jahreswechsel) bewirkt?

        Gruß

        Bruno

        • @Bruno: Richtig und auch per Telefon leicht wieder zu aktivieren. >6 Wochen mit Bezug auf den ‚alten‘ Anspruch löst übrigens auch keine Neuberechnung aus, hatten wir aber bisher nur zweimal.
          MbG
          Joerg

          • @Joerg,

            aber WAS bewirkt dann eine Neuberechnung des ALG-1 nach Steuerklassenwechsel?

            Gruß

            Bruno

          • Nun, ein Anruf bei der Leistungsabteilung sollte Klarheit schaffen, nur noch zum Monatsanfang anrufen, da ist die Wartezeit teils enorm. Sry, hatte das Neuberechnungs-Problem noch nicht…
            MbG
            Joerg

  39. Hallo Privatier,

    vielleicht haben Sie einen Rat:
    Mein Mann wurde zum 01.09.20 arbeitslos und bezieht ALGI bis einschließlich 31.08.21. Er versucht im Moment alles, um von der Agentur für Arbeit (jetzt hat die Rentenversicherung übernommen), eine Umschulung zum Waldorflehrer bezuschusst zu bekommen, da ihn sein alter Job psychisch an seine Grenzen gebracht hat. Diese Umschulung (2 Jahre Studium) könnte er frühestens zum 01.09.21 beginnen (Semesterstart) Ich selbst habe einen befristeten Arbeitsvertrag bis einschließlich Sept 2021 (mit voraussichtlichem Wechsel zum unbefristeten Vertrag). Bisher hatten wir die Stuerklassenaufteilung IV/IV.
    Meine Frage: Könnten wir zum neuen Jahr hin die Steuerklassen so wechseln, dass mein Mann in die Klasse III und ich in V wechsele (da es absehbar ist, dass er so schnell nicht wieder berufstätig sein wird)? Allerdings haben wir das mit dem Steuerklassenwechsel zu unseren Gunsten durch ALGI jetzt erst wirklich herausgefunden 🙁 Da hätten wir VOR der Arbeitslosigkeit wechseln müssen. Ist ein Wechsel jetzt überhaupt realistisch?
    Danke und viele Grüße
    Marina

    • „Da hätten wir VOR der Arbeitslosigkeit wechseln müssen.“

      Ja, leider richtig erkannt. 🙁
      Und wie oben im Beitrag bereits geschrieben: „Nachträgliche Änderungen der Steuerklasse sind meistens ein Problem, denn die Arbeitsagentur muss diese nur dann anerkennen, wenn die Änderung „zweckmäßig“ ist. Und „zweckmäßig“ ist ein Steuerklassenwechsel dann, wenn er zum geringstmöglichen gemeinsamen Steuerabzug führt.“
      Bei Ihnen würde der Wechsel aber einen höheren Steuerabzug bewirken (weil Sie selber dann in Kl.V kämen). Insofern wäre der Wechsel nicht zweckmäßig.

      Eine Alternative besteht noch darin, den ALG-Bezug jetzt zu beenden, danach die Steuerklasse zu ändern und Anfang nächsten Jahres einen neuen ALG-Antrag zu stellen.
      Aber auch davon würde ich angesichts der Bemühungen um eine Förderung für eine Umschulung eher abraten. Ich denke, unter diesen Voraussetzungen wäre eine Abmeldung bei der Agentur nicht anzuraten.

      Gruß, Der Privatier

      • „Eine Alternative besteht noch darin, den ALG-Bezug jetzt zu beenden, danach die Steuerklasse zu ändern und Anfang nächsten Jahres einen neuen ALG-Antrag zu stellen.“

        @Privatier:
        Wie lange muß die Abmeldung vom ALG-1 dauern, damit eine Neuberechnung nach Steuerklassenänderung erwirkt wird?

        Reichen da die 6 Wochen aus?
        Muß ein Jahreswechsel vor erneutem Antrag auf ALG-1 statfinden?

        Gruß

        Bruno

        • @Bruno:

          Wird der ALG1-Bezug für weniger als 6 Wochen unterbrochen, so kann der Bezug ohne neuen Antrag und ohne neue Prüfung/Berechnung zu den alten Konditionen fortgeführt werden.
          Dauert die Unterbrechung des ALG1-Bezuges länger als 6 Wochen, so ist ein neuer ALG-Antrag erforderlich, der dann ganz normal (wie jeder andere Antrag auch) geprüft und dabei die Höhe der ALG-Leistung ermittelt wird.
          Das heisst dann z.B., dass bei einem bestehenden Restanspruch (der noch keine vier Jahre alt ist) das Bemessungsentgelt unverändert erhalten bleibt, aber die persönlichen Verhältnisse (Familienstand, Anzahl Kinder, Steuerklasse) neu berücksichtigt werden.
          Dabei wird die Steuerklasse verwendet, die zu Beginn des Jahres der Antragstellung gültig war. Von daher sollte der ALG-Antrag erst nach dem Jahreswechsel eingereicht werden, sofern eine neue Steuerklasse Berücksichtigung finden soll.

          Gruß, Der Privatier

  40. @Lars: du hast das sehr richtig erkannt und danke für deine Hilfe. Ich hatte die Leute von der Rentenversicherung 2x besucht. Meine erste Auskunft war, dass ich doch 1 Erziehungsjahr von meiner Frau nehmen soll. Ein anderer Berater hatte davon abgeraten, weil ich doch meiner Frau lebenslang ein Rentenjahr wegnehme. Nach seiner Empfehlung bin ich nun als geringfügig Beschäftigter bei meinem großen Sohn im Haushalt/Garten/Kinderbetreuung für 160.- € im Monat im Minijob angestellt und führe separat Beiträge zur Rentenversicherung ab. Nach einem Jahr sind dann die 45 voll.
    Nochmals vielen Dank!!
    Gruß Micha

  41. Guten Tag Privatier,

    hier wird ja immer geschrieben, dass die Arbeitsagentur die Steuerklasse von Jahresanfang für die Berechnung des Arbeitslosengeldes heranzieht und das man seit 2020 die Steuerklasse jetzt mehrfach pro Jahr wechseln kann.

    Das führt mich zur Frage, ob es möglich wäre, die Steuerklasse für Januar 2021 auf III/V zu wechseln, um meine Abfindungszahlung zu optimieren und dann ab Februar 2021 umgekehrt auf V/III zu gehen um das Gehalt der Ehegattin zu optimieren.

    Wenn ich dann erst ab Oktober Arbeitslosengeld beziehen möchte, um eine mögliche Sperrfrist zu umgehen, würde ich ab diesem Monat die Steuerklasse wieder auf III/V umstellen lassen.

    Würde die Arbeitsagentur dann die Steuerklasse vom Jahresanfang für die Berechnung nehmen, oder würde sie den zwischenzeitlichen Wechsel in Steuerklasse V und zurück in III als nicht zweckmäßig einstufen und dann auf Basis der Steuerklasse V das Arbeitslosengeld berechnen?

    Gibt es hierzu Erfahrungswerte? Was ist Ihre Einschätzung?

    Danke und viele Grüße,
    Charles

    • Erfahrungswerte liegen mir dazu nicht vor. Die Möglichkeit mehrfach im Jahr zu wechseln ist auch noch relativ neu. Von daher kann ich das auch nicht einschätzen.

      Ich selber würde aber auf solche „Tricks“ verzichten und sicherheitshalber durchgehend die Steuerklasse III wählen (und behalten). Ein steuerlicher Vorteil ergibt sich durch das mehrfache Wechseln nach Abrechnung über die Steuererklärung ohnehin nicht.

      Gruß, Der Privatier

  42. Ertsmal möchte ich ein herzliches Dankeschön für diese informative Seite loswerden. Ich habe allerdings auch noch eine Frage:

    Ich habe meine Steuerklasse im Februar 2020 von 4 auf 3 geändert, weil ich 2018 geheiratet habe.

    Im Mai 2020 habe ich meine Kündigung auf den 31.12.2020 bekommen. Ab dem 01.01.2021 möchte ich Arbeitslosengeld beziehen.

    Den Antrag dafür habe ich schon abgegeben und auch schon auch einen Bescheid bekommen. Im Bescheid steht, dass Steuerklasse 4 für die Berechnung des ALG1 zugrundegelegt wurde.

    Meiner Meinung nach ist das nicht korrekt. Das ALG 1 bekomme ich erst ab 2021 und am 01.01.2021 habe ich definitiv Steuerklasse 3 und nicht 4.

    Ist meine EInschätzung korrekt?

    • Ich habe mich hier jetzt mal besser eingelesen. Meine Frage ist in dem Beitrag von Roma vom 26.November 2019 schon beantwortet.
      Ich werde wohl gegen den mir vorliegenden Bescheid vorgehen müssen.

    • Ich würde auf jeden Fall auch einen Widerspruch einlegen.

      Allerdings ist die Sachlage hier etwas schwierig, denn normalerweise wird die Steuerklasse verwendet, die zu Beginn des Jahres gültig ist, in dem der Anspruch entsteht.
      Beim Widerspruch sollte man also die Auffassung vertreten, dass der Anspruch erst im Jahr 2021 entsteht und daher die Steuerklasse von Anfang 2021 zu verwenden ist.
      Die Agentur wird aber vermutlich argumentieren, dass sie ja den Bescheid bereits in 2020 erstellt hat und der Anspruch somit bereits in 2020 entstanden ist.

      Bitte hier einmal kurz berichten, wenn es eine Entscheidung zu dem Widerspruch gibt.

      Für alle anderen wäre dies eine Hinweis in ähnlich gelagerten Fällen, den (vollständigen) ALG-Antrag erst im neuen Jahr abzugeben!

      Gruß, Der Privatier

      • Das klingt ja doch nicht so gut. Wäre es nicht sicherer, den Antrag zurückzuziehen und Anfang Januar neu zu stellen?
        Kann man so einen Antrag einfach zurückziehen?

        • Ein Antrag kann man noch zurückziehen, liegt der Bescheid aber vor, kann man innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen (Widerspruchsfrist).

          Am Ende des Bescheids steht die Rechtsbehelfsbelehrung mit allen weiteren Informationen (Rechte etc.pp.)

          Gruß
          Lars

        • Wie Lars schon geschrieben hat: Einen Antrag kann man nur solange zurücknehmen, wie noch kein Bescheid vorliegt.
          Liegt der Bescheid erst einmal vor, gibt es nur noch die Möglichkeit, einen Widerspruch einzulegen oder sich aus dem ALG-Bezug wieder abzumelden und nach einer Pause von mindestens 6 Wochen (besser: 8) wieder neu anzumelden.

          Bevor aber unüberlegte (oder unnötige) Aktionen gestartet werden, würde ich erst einmal versuchen, die Frage in einem Telefonat mit der Leistungsabteilung zu klären. Gelingt dies nicht, kann man dann immer noch Widerspruch einlegen.

          Gruß, Der Privatier

          • In 2 Telefonaten mit dem Arbeitsamt wurde mir jetzt bestätigt, dass die Steuerklasse auf 3 geändert wird. Es gibt in meinem Fall noch andere Unstimmigkeiten. Wenn der geänderte Bescheid schwarz auf weiß vorliegt, werde ich nochmal berichten.

          • Inzwischen ist der korrigierte Bescheid bei mir eingegangen. Die Steuerklasse wurde auf 3 geändert.

  43. Alles klar, Danke für die Informationen
    Ich habe die Frage nach Änderung der Steuerklasse bereits per email gestellt und warte jetzt mal die Antwort ab.
    Ich werde dann hier über das Ergebnis berichten.
    Interessant, wäre ja auch, zu erfahren, wie es bei Roma aus dem Beitrag vom 26.11.2019 ausgegangen ist.
    Bisher bin ich noch nicht im ALG-Bezug, der soll erst am 01.01.2021 beginnen.

  44. Guten Tag Privatier,

    ich hätte noch einmal drei konkrete Fragen zu meiner Konstellation und würde mich über Eure Unterstützung freuen.

    Ich bin mittlerweile seit 01.02.2020 im Dispojahr (letztes Gehalt und Abfindung im Januar 2020). Ich wurde am 01.09.2019 unwiderruflich freigestellt. Die gesetzliche Kündigungsfrist von 5 Monaten wurde eingehalten.

    Aus steuerlichen Gründen und zu Umgehung der Sperrfrist/Minderung des ALG1-Bezuges wollte ich das Dispojahr einlegen und mich zum 01.02.2021 arbeitslos melden.

    1. Nun habe ich in einigen Beiträgen gelesen, dass man bereits ab der unwiderruflichen Freistellung als beschäftigungslos zählt und dadurch die Sperrfrist/Minderungen bereits zum 01.09.2020 nicht mehr relevant wären? Da für mich jedoch aus steuerlichen Gründen der Bezug von ALG1 in 2020 ungünstig gewesen wäre, überlege ich nun mich dennoch bereits zum 01.01.2021 arbeitslos zu melden, also nach 11 Monaten Dispozeit. Dann würde ich mir einen Monat KV-Beitrag sparen. Habe ich das alles richtig verstanden? Möchte nur kein Risiko eingehen, dass mit Bezüge gekürzt bzw. Sperrfristen verhängt werden.

    2. Ich war zu Auszahlung der Abfindung in Steuerklasse 3. Wir haben allerdings unterjährig auf IV/IV gewechselt, da ich ohne Bezüge war und mein Mann unnötig hohe Abzüge hatte. Nun müssten wir ja, um das ALG1 bestmöglich auszuschöpfen wieder in III/V wechseln. Das haben wir vor 1 Woche für Januar 2021 beantragt und bereits den ELStAM Ausdruck erhalten, dass bei mir „zum 01.01.2021 die Lohnsteuerklasse 3 in der Datenbank gespeichert ist“.

    Jetzt habe ich im Merkblatt 1 des Arbeitsamtes für Arbeitslose folgendes Beispiel gelesen das mich verunsichert:

    „Bei Eintritt von Arbeitslosigkeit einer Person wechseln sie die Lohnsteuerklasse (Steuerklassenkombination: III/V). Ist bei der arbeitslosen Ehegattin/Lebenspartnerin bzw. dem arbeitslosen Ehegatten/Lebenspartner nunmehr die Lohnsteuerklasse III eingetragen, wird der Lohnsteuerklassenwechsel nicht berücksichtigt, weil die Lohnsteuerklasse nicht zweckmäßig ist.“

    Mich verunsichert das Wording „bei Eintritt von Arbeitslosigkeit“. Wenn ich wie in Punkt 1 aufgeführt bereits zum 01.01.2021 ALG 1 beantrage, weil es wegen der Freistellung ohne Sanktionen möglich wäre, dann würde ja der Steuerklassenwechsel genau auf den gleichen Tag fallen und das „bei Eintritt in die Arbeitslosigkeit“ zutreffen. Andererseits wird ja immer geschrieben, dass das Finanzamt die Steuerklasse nimmt die zum 1. des Jahres besteht. Wie seht Ihr das? Kann ich zum 01.01.2021 ALG1 beantragen oder ist das durch den Steuerklassenwechsel zum 01.01. zu riskant? Falls das alles so funktioniert sollte ich aber vermutlich die Arbeitslosmeldung und Beantragung des ALG1 tatsächlich erst genau am 01.01.2021 online durchführen, damit das mit dem Lohnsteuerklassenwechsel bei der Antragstellung schon durch ist? Oder wäre dann gar der 02.01.2021 anzuraten?

    3. Ist man bei Beantragung des ALG nicht zum 01. sondern mitten im Monat dann noch den ersten Teil des Monats selbst auf eigene Kosten krankenversichert?

    Vielen Dank und ganz liebe Grüße
    Sivia

    • Soweit ich das erkennen kann, sind die Sachverhalte richtig erkannt. Meine Anmerkungen dazu:

      1. Richtig verstanden. Um eine Sperre (bzw. deren Folgen) zu verhindern, muss das Ereignis, welches die Sperre begründet, mehr als ein Jahr zurückliegen. Das Ereignis ist das Ende der Beschäftigung, bei einer unwiderriflichen Freistellung also der Beginn der Freistellung.
      Es besteht jedoch die Gefahr, dass Ihre Agentur anderen Auffassung ist. Daher empfehle ich: Entweder vorher eine Bestätigung durch die Agentur einholen, oder sich später ggfs. auch Probleme/Diskussionen einstellen oder einfach noch einen Monat zu warten.

      2. Ich denke, das Beispiel im Merkblatt ist etwas „ungeschickt“ und ist für Fälle gedacht, in denen die Arbeitslosigkeit und der Wechsel der Steuerklasse mitten im Jahr passiert. Ich sehe im vorliegenden Fall kein Problem.
      Ich würde allerdings davon absehen, bereits im Jahr 2020 einen vollständigen ALG-Antrag abzugeben, besser erst in 2021. Die Arbeitslosmeldung kann aber durchaus schon jetzt erfolgen.

      3. Eine ALG-Meldung kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen. Für die Zeit davor muss die Krankenversicherung auf andere Art und Weise sichergestellt werden.

      Gruß, Der Privatier

  45. Hallo Privatier,

    vielen Dank für die Antworten. Ich habe heute mit der Agentur telefoniert. Der Mitarbeiter hat sich mit den Fragestellungen allerdings nicht ausgekannt und mir einen Rückruf der Leistungsabteilung versprochen. Mal sehen…

    Eine Information aus dem heutigen Telefonat hat mich allerdings irritiert. Er sagte, dass man sich online nicht arbeitslos melden kann. Man kann ein Datum eintragen zum dem man sich arbeitslos melden will, muss aber dennoch am Stichtag (oder wenn Feiertag am Folgetag) bei der Service Hotline anrufen und sich telefonisch arbeitslos melden. Lief das bei Euch auch so?

    Danke und viele Grüße
    Silvia

    • Viele Kommentatoren haben ihre ALG1-Meldung noch vor Corona abgegeben und da galten noch andere Regeln. Nach persönlicher Vorsprache im Amt (Ausweise vorzeigen) wurde damals mein Onlinezugang freigeschaltet und ich konnte meinen Antrag online stellen.

      Es wäre duchaus interessant mal zu erfahren, wie die Überprüfung der Personendaten heutzutage online/telefonisch abläuft. Freiwillige vor …
      😉

    • Ich habe mich Anfang diesen Monats online arbeitslos gemeldet. Ein paar Tage drauf kam ein Schreiben, dass man sich entweder mit Ausweis über eine App online identifizieren kann oder, wenn man das nicht möchte, irgendwann später zu einem persönlichen Gespräch geladen wird. Mit der App ging’s ganz einfach. 3 h später bekam ich eine Mail vom Vermittler mit Termin für ein Telefonat Mitte Januar.

    • Noch eine allgemeine Ergänzung zu dieser Frage:

      Eine Arbeitslosmeldung hat in Vor-Corona-Zeiten immer ein persönliches Erscheinen bei der örtlichen Agentur erfordert. Diese Voraussetzung besteht vom Prinzip weiterhin, sie kann aber derzeit aufgrund der Corona-Beschränkungen auch auf andere Weise erfüllt werden, wie hier schon beschrieben.

      Gruß, Der Privatier

  46. Es wäre duchaus interessant mal zu erfahren, wie die Überprüfung der Personendaten heutzutage online/telefonisch abläuft. Freiwillige vor …

    Ich habe mich am 27.04.2020 telefonisch arbeitssuchend gemeldet und am 13.05.2020 per email eine Einladung zu einem Erstgespräch erhalten. Das Erstgespräch fand am nächsten Tag per Telefon statt.

    Den Antrag auf Arbeitslosengeld habe ich im Oktober online gestellt, auch das war ohne persönlichen Kontakt möglich. Ich habe auch das Identitätsprüfungsverfahren mit Personalausweis und einer Smartphoneapp durchlaufen. Mein Antrag ist seit Angang Dezember in Bearbeitung, das liegt aber nicht daran, daß die Mitarbeiter der Arbeitsagentur so langsam sind, sondern daran, dass mein Arbeitgeber 2 Monate gebraucht hat, eine Arbeitsbescheinigung auszustellen.

  47. Wichtige Frage mit Blick auf die Steuerklasse bei ALG I Bezug.

    Mein Mann und ich nutzen seit Jahren die Steuerklassenkombination III/V.
    Aufgrund meiner bevorstehenden Arbeitslosigkeit ab 01.04.2021 wechselten wir zum 1. Januar 2021 die Steuerklasse, so dass ich die III erhielt und er die V.
    Ich möchte, dass zur Berechnung des ALG I für mich die Situation in der Steuerklasse III herangezogen wird.

    Wir überlegen, ob wir jetzt den Wechsel der Steuerklassen wieder in seinen Ursprung vornehmen, so dass mein Mann mit deutlich höherem Gehalt den monatlichen Vorteil der geringeren Steuerlast ab April nutzen kann. Jetzt sind wir beide noch arbeitstätig, soweit wir es verstanden haben, muss die Arbeitsagentur einem Wechsel noch nicht zustimmen.

    Bleibt zur Berechnung des ALG I meine Steuerklasse mit III aus dem Januar maßgeblich, oder nimmt die Agentur die ab April geltende V als Berechnungsgrundlage?

    • Die Agentur nimmt die aktuell gültige StKl.
      Im Antrag wird die zu Jahresbeginn und zum aktuellen Zeitpunkt gültige StKl abgefragt. Weiterhin steht da „Ich versichere, dass meine Angaben zutreffen. Änderungen werde ich unverzüglich anzeigen.“

      Die zuviel abgezogene EkSt des Gatten wird nach dem jährlichen Steuerbescheid wieder erstattet. Ein wegen ungünstiger StKl niedrigeres ALG1 wird nicht nachträglich erhöht.

    • Um es einmal klar zu sagen: Jetzt wieder zu wechseln, wäre der falsche Schritt!

      Die höhere Steuer des Ehemanns ist nicht verloren. Es dauer nur „etwas“, bis man sie zurück erhält. Der aus einem Wechsel resultierende ALG-Abschlag wäre dagegen für immer verloren.

      Gruß, Der Privatier

  48. Hallo Privatier,
    ab dem 01.02.21 bin ich arbeitslos gemeldet.
    Von 01.02-07.04.21 keine Zahlung wegen Urlaubsabgeltung
    bis 25.04.21 Sperrzeit 12 Wochen.
    1.Zahlung ab 26.04.2021.
    Ursprüngliche Steuerklassen für die Berechnungsgrundlage
    3 (meine) 5 (Frau).
    Ab dem 01.03.21 habe ich die Steuerklassen geändert, weil ich von 01.03-25.04. keine Bezüge erhalten werde.
    Meine Frau hat also die 3 mit 2 Kindern und ich die 5. Meine Frau bekommt 723€ netto mehr und ab dem 26.4.2021 wäre immer noch ein Steuervorteil von 123€.
    War diese Entscheidung falsch und wäre ein Wechsel dann noch möglich?

    Danke und viele Grüße
    Ramon

    • Ja – ich halte den jetzt durchgeführten Wechsel der Steuerklasse für eine ganz schlechte Idee. 🙁

      Begründung:
      * Die Höhe des ALG wurde auf Basis der Steuerklasse, die Anfang 2021 gültig war, festgelegt. Das war ideal (St.-Kl.3) und hätte nicht geändert werden sollen.
      * Der jetzige Wechsel muss der Agentur für Arbeit mitgeteilt werden(!), die daraufhin das ALG entsprechend reduzieren wird.
      * Ein erneuter Wechsel zurück in St.-Kl.3 müsste ebenfalls mitgeteilt werden, würde aber nicht anerkannt werden, da er nicht zweckmäßig wäre, da dadurch keine Steuerreduzierung eintritt.
      * Eine Chance sehe ich noch darin, die Steuerklassen auf 4/4 zu ändern, ggfs. mit Faktor. Das ist eine Kombination, die wohl von den Agenturen generell anerkannt wird.

      Nachteile beim Netto-Einkommen des Ehepartners sind immer nur vorübergehend und werden mit der Einkommensteuererklärung ausgeglichen. Nachteile beim Arbeitslosengeld hingegen bleiben dauerhaft.

      Gruß, Der Privatier

      • Begründung:
        * Die Höhe des ALG wurde auf Basis der Steuerklasse, die Anfang 2021 gültig war, festgelegt. Das war ideal (St.-Kl.3) und hätte nicht geändert werden sollen.
        * Der jetzige Wechsel muss der Agentur für Arbeit mitgeteilt werden(!), die daraufhin das ALG entsprechend reduzieren wird.

        Ja, schon mitgeteilt.
        Mein AlG reduziert sich um 600€.

        * Ein erneuter Wechsel zurück in St.-Kl.3 müsste ebenfalls mitgeteilt werden, würde aber nicht anerkannt werden, da er nicht zweckmäßig wäre, da dadurch keine Steuerreduzierung eintritt.

        Woher soll das ein Bürger wissen? Eine Beratung seitens der Arbeitsagentur hat es nicht gegeben. Dazu sind die doch angeblich verpflichtet. Wahrscheinlich werde ich ein Rechtsanwalt einschalten ,falls das Arbeitsamt kein Wechsel zulässt.
        Für mich war es entscheidet, dass während der Sperrzeit das monatliche Familieneinkommen höher ist.

        * Eine Chance sehe ich noch darin, die Steuerklassen auf 4/4 zu ändern, ggfs. mit Faktor. Das ist eine Kombination, die wohl von den Agenturen generell anerkannt wird.

        Nachteile beim Netto-Einkommen des Ehepartners sind immer nur vorübergehend und werden mit der Einkommensteuererklärung ausgeglichen. Nachteile beim Arbeitslosengeld hingegen bleiben dauerhaft.

        Wie hoch wäre denn unser Nachteil nach Abgabe der Lohnsteuererklärung und wie kann ich es nachvollziehen?
        Eine Hochrechnung mit Steuerklassen ?

        Gibt es noch Möglichkeiten mit Abmeldung und später Anmeldung?

        • @Ramon,

          „Merkblatt 1 für Arbeitslose: Ihre Rechte – Ihre Pflichten“

          Da findest du ab S.45 unter Unterpunkt 4.2 „Die Bedeutung der Lohnsteuerklasse“ und diese Broschüre wurde dir bestimmt übergeben.

          „Maßgebend ist die Lohnsteuerklasse, die zu Beginn des Jahres, indem der Anspruch entstanden ist, als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet war, also im Lohnsteuerabzugsverfahren durch den AG maßgebend war oder gewesen wäre“

          Einige Ergänzungen/Hinweise zum „Faktorverfahren“ sind dort auf S.45 + S.46 genannt, insbesondere zur Änderung des Familienstandes.

          Gruß
          Lars

        • @Ramon:

          Noch einige Ergänzungen:
          * Die Agentur ist zwar zur Beratung verpflichtet, aber in der Regel nur nach Anfragen des Arbeitslosen. Darüberhinaus gibt es die schriftlichen Hinweise in den Merkblättern.
          * Die Möglichkeit des Ab-/Anmeldens besteht natürlich. Hilft aber nur, wenn dazwischen ein Jahreswechsel stattfindet. Also: Neuer ALG-Bezug dann erst ab 2022.
          * Die Auswirkungen von Steuerklassenwechseln auf das ALG und das Netto-Gehalt des Ehepartners kann man mit entsprechenden Online-Rechnern im Internet selber berechnen (ALG-Rechner, Brutto/Netto-Rechner).

          Gruß, Der Privatier

        • Eine Chance sehe ich noch darin, die Steuerklassen auf 4/4 zu ändern, ggfs. mit Faktor. Das ist eine Kombination, die wohl von den Agenturen generell anerkannt wird.

          @Privatier
          Ich habe jetzt alle Steuerklasse nkombination mit meinem Steuerprogramm als Prognose für 2021 gerechnet.
          Das Ergebnis hat mich überrascht.
          4/4 ist die beste Lösung.ca.900€ mehr als 5/3.
          Kann das sein, weil ja hier immer die Rede von Klasse 3 ist?
          Die 3/5 wäre wirklich die schlechteste Wahl. Ca.5500€ weniger.
          Die 4/4 mit Faktor konnte ich nicht rechnen. Wie bestimmt man diesen?
          Ist noch ein besseres Ergebnis zu erwarten?

          Noch eine allgemeine Frage.
          Falls ich doch anfangen sollte zu arbeiten, wird dann bei eventueller Arbeitslosigkeit neu gerechnet oder bleibt die Höhe der Arbeitslosen Leistungen für die nächsten 4 Jahre als Anspruch erhalten?
          Viele Grüße
          Ramon

          • @Lars:

            Vielen Dank! Diese Information ist für uns sehr wertvoll.
            Dann hätten wir Glück im Unglück gehabt.
            Macht es denn Sinn für 4/4 mit Faktor zu rechnen, oder geht es bei dem Faktor nur um eine unterjährige Betrachtung?

            Dann also hier eine Klarstellung.
            Steuerklasse 3 ist nicht immer die beste Wahl! 4/4 oder mit Faktor auch möglich.
            Man sollte immer genau rechnen.
            Richtig?

            Danke und viele Grüße
            Ramon

          • @Ramon:

            Nein! Deine Überlegungen sind falsch.

            Deine Erkenntnisse bzgl. der verschiedenen Steuerklassen beziehen sich offenbar auf die zu erwartenden Steuerabzüge. Welche Kombination dabei „günstiger“ ist, hängt u.a. in erster Linie von dem Verhältis der unterschiedlichen Einkünfte ab. Und IV/IV mit Faktor trifft da in der Regel die tatsächliche Steuerschuld schon am besten.

            Aber das ist alles völlig irrelevant!
            Denn erstens spielen Steuerklassen am Ende des Jahres (nach der Einkommensteuererklärung) keinerlei Rolle. Das Ergebnis ist unabhängig von der vorherigen Steuerklassenwahl.
            Und zweitens geht es hier eben gerade NICHT darum, die laufende Steuer zu optimieren. Sondern im Gegenteil einen temporären Nachteil in Kauf zu nehmen, um damit die Lohnersatzleistungen (hier: ALG) positiv und endgültig(!) zu beeinflussen. Und dafür ist die Lohnsteuerklasse III für den Arbeitslosen die beste Wahl.

            Wenn dies aber nicht (mehr) möglich ist, so habe ich bereits in meiner ersten Antwort empfohlen, die Kombination IV/IV ggfs. mit Faktor zu wählen, weil diese (im Gegensatz zu einem Wechsel zu Kl.III) von der Agentur anerkennt wird.

            Gruß, Der Privatier
            P.S.: Zur Frage nach dem 4-jährigen Anspruch bitte einmal den Beitrag: https://der-privatier.com/anspruch-auf-arbeitslosengeld-hat-bis-zu-vier-jahre-bestand/ lesen.

  49. Hallo Privatier,
    wir, meine zukünftige Frau (58 Jahre) und ich (55 Jahre), stehen vor folgender neuer Konstellation:
    Aktuell beide Steuerklasse 1 und im Vollzeiterwerb, wobei ich rund EUR 700 Brutto mehr erhalte, jedoch wirtschaften wir schon lange Zeit komplett zusammen.

    Am 25.06. werden wir heiraten und unglücklicherweise habe ich jetzt zum 30.06 meine fristgerchte, ordentliche Kündigung nach 9 Jahren erhalten und werde somit zum 01.07. arbeitslos sein. Anwalt habe ich eingeschaltet und Kündigungsschutzklage ist eingereicht, es wird dann aber auf eine Abfindung hinauslaufen, deren Höhe noch in Verhandlung ist. Somit würden wir ja beide in Steuerklassen IV/IV fallen.

    Wäre es sinnvoll dass meine Frau dann ab Juli bzw. August in Steuerklasse III wechselt und ich dann in die V ?
    Lt. Gehaltsrechner hätte Sie dann rund EUR 225 mehr pro Monat auf dem Gehaltszettel.

    Aber was ich hier so in den Beiträgen lese, wäre dass dann wieder bei der nächsten Steuerklärung, die wir dann ja zusammen machen, futsch bzw. noch nachteiliger ?
    Ich blicke da irgendwie nicht durch…..auch im Bezug zur abhängigen Höhe von meinem zu erwartenden Arbeitslosengeld.
    Ich gehe mal davon aus, dass ich erst frühestens im nächsten Jahr wieder arbeiten werde.

    Vielen Dank und lieben Gruß
    Kai

    • @Kai,

      nein, das wäre keine gute Idee, da das ALG-1 geringer ausfallen würde. Die Nachteile bei der Steuer deiner Frau (wenn Du nichts änderst) wird jedoch mit dem nächsten Steuerbescheid ausgeglichen.

      Eine bessere Lösung wäre folgendes:
      – am 01.07.2021 kein ALG-1 beantragen und keine Steuerklassenänderung
      – Ende 2021 Steuerklasse auf 3 (Du ) und 5 (deine Frau) ändern
      – zum 01.01.2022 ALG-1 beantragen

      Somit bekommst Du mehr ALG-1 und der Nachteil bei der Steuer deiner Frau wird jedoch mit dem nächsten Steuerbescheid ausgeglichen.

      Gruß

      Bruno

    • Wie Bruno schon geschrieben hat, wäre eine Steuerklassenänderung Ehefrau->Kl.III eine denkbar schlechte Idee!
      Natürlich wäre eine Verschiebung des ALG-Bezuges auf das nächstes Jahr eine Möglichkeit, ich habe aber den Eindruck, dass wir es hier nicht mit einem angehenden Privatier zu haben und der Vorschlag daher eher nicht in Frage kommt.

      Ich würde daher eher bei Steuerklasse IV/IV bleiben oder auch ggfs. mit Faktor. Das sind nach meinem Kenntnisstand Kombinationen, die die Agentur ohne weitere Prüfung akzeptiert.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo,
      wie wäre diese Option:
      Wenn man heiratet, wechselt man ja automatisch in IV/IV. In diesem Fall im Juni, Steuerklassenwechsel gültig ab Juli.
      Um in III/V zu kommen, noch im Juni (gleich am Montag, den 28.) zum Finanzamt gehen und den Wechsel beantragen. Vorher zum genauen Ablauf beraten lassen.
      Dann wäre zu einem möglichen Beginn der Arbeitslosigkeit im Juli die maßgebende Steuerklasse die III und das ALG1 ist höher.

      Grüße, Bert

  50. @Privatier:
    Irgendwo habe ich einen Denkfehler.
    ich die Daten schicke, können Sie es nachvollziehen?
    Zu dem online Faktorechner.
    Brutto Gehälter inclusive ALG Zahlungen?
    Welcher Freibetrag ist gemeint?
    Grüße
    Ramon

    • Nein, es tut mir leid: Ich kann weder hier noch per Mail irgendwelche persönlichen Daten nachrechnen. Auch Fragen zur Nutzung anderer Webseiten müssten Sie bitte dort stellen.

      Aber wenn Sie generelle Verständnisfragen zu den hier behandelten Themen haben, können wir gerne versuchen, diese zu klären.

      Gruß, Der Privatier

      • @Privatier
        Alle ihre Aussagen sind richtig!
        Nachdem Sie es klargestellt haben, habe ich nochmals nachgerechnet.
        Für ALG ist die 3 die beste Wahl!
        Eventuell kann ich noch etwas mit dem Faktorverfahren herausholen.
        Rechne ich die Tage aus.
        Bin aber richtig sauer! Eigener Fehler, aber wieso es vorher keine Aufklärung gibt und ein Wechsel nicht möglich ist, verstehe ich nicht.
        Widerspruch hat keine Chance auf Erfolg?

        • Hallo Ramon,
          ich zumindest sehe kaum eine Chance auf Erfolg. In der oben von Lars bereits erwähnten Broschüre steht auf Seite 48 oben:

          HINWEIS
          Lohnsteuerklassenwechsel kann teuer werden. Lassen Sie sich beraten! Vorher!

          Unten auf der Seite wird das nochmal präzisiert (ich schreib das jetzt nicht alles ab).
          Ich schätze, mit der Übergabe der Broschüre hat die AfA ihre Pflicht zur Aufklärung erfüllt.

          Grüße, Bert.

        • @Ramon,

          „Bin aber richtig sauer! Eigener Fehler, aber wieso es vorher keine Aufklärung gibt und ein Wechsel nicht möglich ist, verstehe ich nicht.
          Widerspruch hat keine Chance auf Erfolg?“

          Ich denke nicht, dass da eine Möglichkeit zur Korrektur besteht.
          Die AfA schreibt in der FA zum §153 SGB III „Leistungsentgelt“ in Bezug auf die Feststellung der Steuerklasse und Lohnsteuerklassenwechsel folgendes:

          153.2 Berücksichtigung der Steuerklasse

          153.2.1 Feststellung der Steuerklasse
          (1) Maßgeblich ist die Lohnsteuerklasse, die zu Beginn des Kalenderjahres gilt,
          in dem das Stammrecht entstanden ist. Lag zu diesem Zeitpunkt keine Lohnsteuerklasse vor, ist die Zuordnung zur Lohnsteuerklasse entsprechend § 38b EStG vorzunehmen. Hierbei ist auf die Verhältnisse zu Beginn des Kalenderjahres abzustellen. Ggf. sind Änderungen und Lohnsteuerklassenwechsel zu prüfen.

          (2) Die Lohnsteuerklasse und der Faktor haben Tatbestandswirkung. Liegen die
          Voraussetzungen für eine andere Lohnsteuerklasse/einen anderen Faktor vor,
          bleiben die eingetragenen Merkmale bis zur ihrer Berichtigung durch das Finanzamt maßgeblich.

          153.2.3 Lohnsteuerklassenwechsel

          (2) Der Arbeitslose wird über die leistungsrechtlichen Folgen eines Steuerklassenwechsels durch

          – Hinweise zum Lohnsteuerklassenwechsel im Merkblatt 1,
          – die Kundenmappe (Leistungsprofiling),
          – einen Hinweis im Bewilligungs- bzw. Änderungsbescheid und
          – das Informationsangebot der BA im Internet

          informiert.
          Lässt sich ein Betroffener im Hinblick auf einen Lohnsteuerklassenwechsel beraten, ist er über die Auswirkungen auf die Höhe seiner Leistung und ggf. die seines Ehegatten oder seines Lebenspartners aufzuklären.

          und weiter …

          (4) Ein Steuerklassenwechsel liegt nicht vor, wenn
          – bei IV/IV das Faktorverfahren gewählt wird,
          – der Faktor angepasst wird (§ 39f Abs. 3 EStG)

          Gruß
          Lars

          • Okay, verstehe. Nichts zu machen.
            Habe jetzt ein Beratungsgespräch beantragt, wahrscheinlich aber zu spät.
            Kann ich beim Faktorverfahren den Faktor beeinflussen, sodass eine höhere ALG Leistung erzielt wird?
            Werbungskosten, Sonderausgaben usw.

            Muss das voraussichtliche Arbeitslosengeld bei der Berechnung eingegeben werden?

            https://www.bmf-steuerrechner.de/fb/fb2021/eingabeformfb2021.xhtml

    • @Ramon,

      ich kann nur auf den §39f Abs.1 EStG und die darin genannten Querverweise §32a Abs.5; §32b Abs.2 (Abzugsbeträgen) verweisen. Der Faktor ist immer individuell und wird vom FA berechnet. Mehr kann ich dazu nicht beitragen, nur noch folgendes:

      Wenn die Lohnsteuerklasse IV/IV mit Faktor gewählt wird, ist diese Kombination nur für 2 Jahre gültig und muss für die Folgejahre neu beantragt werden.

      Gruß
      Lars

  51. So, nach langer Recherche habe ich etwas gefunden.
    Meine Frau hat tatsächliche Reisekosten, die bisher noch nicht als Freibetrag eingetragen sind.
    Vor Antrag 4 mit Faktor werde ich auch einen monatlichen Freibetrag angeben.
    Gute Idee oder auch Mist?

    • Das Faktorverfahren soll ja die Steuerbelastung bei ungleichen Verdienste von Paaren möglichst so gewährleisten, dass am Jahresende nur kleine Abweichungen zur tatsächlichen Einkommensteuer entstehen.
      Bei exakt gleichen Verdiensten wäre der Faktor=1 und je größer die Abweichung, desto kleiner wird der Faktor. Daraus ergibt sich dann auch der Einfluss von Freibeträgen:
      Führt ein Freibetrag zu einer größeren Abweichung, wird der Faktor vermutlich kleiner.
      Führt ein Freibetrag zu einer kleineren Abweichung, wird der Faktor vermutlich größer.

      Das ist im Detail nur schwer vorhersehbar, darum habe ich weiter oben den Faktor-Rechner empfohlen, mit dem man die Wirkung einzelner Parameter einmal ausprobieren kann.

      Gruß, Der Privatier

  52. Danke! Man ist das kompliziert.
    Tendenziell wäre es also doch eine gute Idee mit einem Freibetrag das Gehalt meiner Frau zu erhöhen.
    Der Unterschied wäre ja dann noch größer.Richtig verstanden?
    Noch eine Frage, muss ich bei beim berechnen die geplanten Arbeitslosenleistungen eingeben.
    Ja, oder?

    • „Der Unterschied wäre ja dann noch größer.Richtig verstanden?“

      Wahrscheinlich ja – aber probier es doch einfach aus!
      Die ALG-Leistungen fliessen übrigens nicht in die Faktorberechnung ein, denn dieser beruht ausschließlich auf Steuerabzügen, die vom Lohn/Gehalt einbehalten werden.

      Gruß, Der Privatier

  53. @Privatier
    @Lars

    Heute früh habe ich ein Anruf vom Arbeitsamt bekommen, weil ich vor ein paar Tagen meine Situation erklärt habe, damit eine Prüfung vorgenommen wird um wieder meine Steuerklasse zu 3 zu wechseln.
    Laut vorläufiger Berechnung wäre es ab dem 01.04. möglich wieder zu 3 zu wechseln.
    Gehöre ich ich wirklich zu den wenigen Fällen die akzeptiert werden. Ich traue dem Braten nicht.

    Hier die Prüfung des Arbeitsamtes:
    Eingaben des Benutzers:
    Zugrunde gelegt wurde die Tabelle des Jahres: 2021
    Bisherige Steuerklasse des LE: V
    Neu gewählte Steuerklasse des LE: III
    Sozialversicherungspflicht LE Ja
    Mtl. Bruttoentgelt des LE: 5314,20
    Jährl. Steuerfreibetrag des LE: 0,00
    Sozialversicherungspflicht des Ehegatten: Ja
    Mtl. Bruttoentgelt des Ehegatten 4000,00
    Jährl. Steuerfreibetrag des Ehegatten: 0,00
    Einkommen LE: 5314,20
    Einkommen Ehegatte: 4000,00
    Gesamteinkommen 9314,20
    Tabellensatz: 2860,00
    40 Prozent: 3725,68
    Ergebnisse aus der Berechnung:
    Endergebnis:
    Der Steuerklassenwechsel ist nach GA 153.3 Abs. 6 (BSG-Rechtsprechung) beachtlich, da
    insgesamt ein geringerer Steuerabzug zum Tragen kommt. Ab 01.04.2021 ist die Steuerklasse
    III zu Grunde zu legen.

    Alles okay, oder ist da ein Fehler? Als bisherige Klasse wurde V eingegeben. Am Jahresanfang hatte ich 3. Vom 01.01.28.02. Klasse 3. Ab 01.03. die 5 und nun wieder nach Antrag ab 01.04. die 3.
    Danke und viele Grüße
    Ramon

    • @Ramon,

      erst einmal hört sich die Information der AfA gut an. Auszug aus der FA §153 „Arbeitslosengeld“ SGB III von der Agentur für Arbeit (gültig ab 08.03.2021 !).

      siehe Unterpunkt 153.2.3 (Satz 6) auf S.9

      153.2.3 Lohnsteuerklassenwechsel

      (6) Ein Lohnsteuerklassenwechsel wird auch berücksichtigt, wenn die neu gewählte Lohnsteuerklassenkombination zwar nicht zum geringsten, aber zu einem geringeren Lohnsteuerabzug führt (BSG-Urteil vom 4.9.2001 – B 7 AL 84/00 R).

      Anmerkung: Neu aufgenommen in der FA-Fassung vom 08.03.2021 wurde folgender (letzter) Satz unter (1)

      153.2.3 Lohnsteuerklassenwechsel
      (1) Ein Steuerklassenwechsel ist eine Sonderform der Steuerklassenänderung
      (§ 39 Abs. 6 EStG i. V. m. § 2 Abs. 8 EStG) innerhalb der Steuerklassenkombinationen III/V, IV/IV oder V/III für Ehegatten oder Lebenspartner.

      Seit dem 01.01.2020 können Ehegatten / Lebenspartnerschaften nicht nur einmal im Kalenderjahr, sondern mehrmals die Steuerklassen wechseln (§ 39 Abs. 6 Satz 3 EStG).

      Wichtig, es bleibt jedoch folgendes weiter bestehen (siehe FA §153 SGB III) Fassung 08.03.2021:

      153.2 Berücksichtigung der Steuerklasse

      153.2.1 Feststellung der Steuerklasse
      (1) Maßgeblich ist die Lohnsteuerklasse, die zu Beginn des Kalenderjahres gilt,
      in dem das Stammrecht entstanden ist. Lag zu diesem Zeitpunkt keine Lohnsteuerklasse vor, ist die Zuordnung zur Lohnsteuerklasse entsprechend § 38b EStG vorzunehmen. Hierbei ist auf die Verhältnisse zu Beginn des Kalenderjahres abzustellen. Ggf. sind Änderungen und Lohnsteuerklassenwechsel zu prüfen.

      Gruß
      Lars

    • @Ramon,

      wenn die Agentur das so schön ausführlich berechnet hat, würde ich mir da jetzt weiter keine Sorgen drum machen.
      Ich habe das ganze Zahlenwerk zwar nicht überprüft, aber ich denke, in diesem Fall zählt die Regel: „Ein Steuerklassenwechsel auf III/V ist immer zweckmäßig wenn das Einkommen des geringer Verdienenden einen Betrag in Höhe von 40 % des gemeinsamen Arbeitsentgeltes nicht übersteigt.“
      Das ist hier offenbar gegeben, das Kriterium der Zweckmäßigkeit ist damit erfüllt und die Agentur dürfte keine Einwände gegen den Wechsel haben.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Bitte einmal kurz hier berichten, wenn Wechsel und Neuberechnung des ALG endgültig funktioniert haben!

  54. @Lars
    Du schreibst:
    Wichtig, es bleibt jedoch folgendes weiter bestehen (siehe FA §153 SGB III) Fassung 08.03.2021…….

    Da ich ja zu Beginn des Jahres die 3 hatte, sind doch alle Bedingungen erfüllt und ich kann wieder zur 3 wechseln.

    Richtig verstanden?
    Grüße und nochmals vielen Dank für die Mühen.
    Grüße
    Ramon

  55. @Privatier
    aber ich denke, in diesem Fall zählt die Regel: „Ein Steuerklassenwechsel auf III/V ist immer zweckmäßig wenn das Einkommen des geringer Verdienenden einen Betrag in Höhe von 40 % des gemeinsamen Arbeitsentgeltes nicht übersteigt.“

    Wie kommt man unter 40%?
    Welche Gehälter werden als Berechnungsgrundlage angenommen.
    In der vorläufigen Berechnung der AFA steht
    Tabellensatz 2860
    40% 3725,68€

    Woher kommen diese Zahlen?
    Ich kann es nicht nachvollziehen.
    Grüße
    Ramon

    • Den Tabellensatz könnte ich Dir zwar erklären, aber ich denke, dass er hier keine Rolle spielt und daher nur zur Verwirrung beiträgt.

      Die 40%-Regel hingegen ist sehr einfach:
      Euer gemeinsames Arbeitsentgelt beträgt 9314,20€. Davon 40% sind 3725,68€.
      Und das Einkommen des geringer Verdienenden (hier: der Ehefrau) übersteigt mit 4000€ diese 40% nicht. Somit gilt der Steuerklassenwechsel als zweckmäßig.

      Gruß, Der Privatier

      • @Privatier
        Davon 40% sind 3725,68€.
        Und das Einkommen des geringer Verdienenden (hier: der Ehefrau) übersteigt mit 4000€ diese 40% nicht. Somit gilt der Steuerklassenwechsel als zweckmäßig.

        Wo ist mein Denkfehler?
        Wenn 40% 3725,68€ sind und meine Frau 4000€ verdient.
        4000€ ist doch mehr als 3725,68€.

        • Oh Mist! Peinlich, peinlich!
          Du hast natürlich Recht. Der Denkfehler lag bei mir. Tut mir leid!

          Dann liegt es vielleicht doch an dem Tabellenwert? Das müsste ich mir dann erst noch einmal ungucken…

          Gruß, Der Privatier

        • So – ich habe gerade mal eben in die Tabelle zur Steuerklassenwahl (2021) geguckt. Meine Erkenntnisse daraus:

          1. Der Agentur-Mitarbeiter, der Deine Daten eingegeben/berechnet hat, hat die Tabelle nicht verstanden oder falsch abgelesen.
          2. Wenn man es richtig macht, dürfte es aus meiner Sicht so gerade eben reichen, um eine Zweckmäßigkeit des Wechsels damit zu begründen.
          3. Der richtige Tabellenwert wäre aus meiner Sicht: 4.148€. Dieser Wert darf durch das Einkommen der Ehefrau nicht überschritten werden.

          Ich würde aber empfehlen, das Ganze bitte einmal selber zu überprüfen. Hin und wieder passieren mir schon einmal peinliche Denkfehler… 😉
          Oder aber: Die Einschätzung und Berechnung der Agentur einfach mal so hinnehmen. Sie ist ja in Deinem Sinne und daher gibt es eigentlich keinen Grund, das detailliert zu untersuchen.

          Gruß, Der Privatier

          • @Privatier
            Kein Thema, kann passieren bei der Komplexität.
            Der richtige Tabellenwert wäre aus meiner Sicht: 4.148€. Dieser Wert darf durch das Einkommen der Ehefrau nicht überschritten werden.

            Würde ja dann passen, meine Frau hat definitiv 4000€ Gehalt.
            Werde es jetzt den Wechsel beantragen und berichte dann später.
            Vielen Dank für die Mühen.
            Grüße
            Ramon

  56. Hallo zusammen, es hat geklappt.
    Habe heute ein Änderungsbescheid mit Steuerklasse 3 erhalten.
    Vielen Dank für die Hilfe.
    Grüße
    Ramon

  57. Noch ein letzter Hinweis:
    „Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld, Ar­beits­lo­sen­geld oder Elterngeld sind zwar steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz für die zu versteuernden Einkünfte. Denn solche Einnahmen unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Konsequenz: Werden beide Partner zusammen veranlagt, führen diese zu einer höheren Steuer.“

    Also im nächsten Jahr zur Einzelveranlagung wechseln oder muss ich wieder genau nachrechnen?
    Viele Grüße und schöne Feiertage
    Ramon

    • Gemeinsame oder getrennte Veranlagung kann bei der Abgabe der Steuererklärung gewählt werden. Bei mir macht die WiSo-Steuersoftware die Prüfung, was besser ist. Den Vorschlag kann man dann übernehmen. Ganz einfach, ohne Stress.
      Grüße, Bert

    • Mehr zur Funktionsweise des Progressionsvorbehaltes im Beitrag: „Ach was? – Progressionsvorbehalt“ .

      Mehr zur Einzelveranlagung im Beitrag: „Die Einzelveranlagung“ .

      Fazit: Ja, man sollte in besonderen Situationen (z.B. Bezug von ALG oder auch Erhalt einer Abfindung) auf jeden Fall eine Einzelveranlagung prüfen. Entweder mit Hilfe eines Steuerprogramms oder sonst durch einen Steuerberater.

      Gruß, Der Privatier

  58. Sehr geehrter Privatier,
    Ich bin seit gut 12 Jahren in der jetzigen Firma in Teilzeit beschäftigt und habe im Vertrag eine gesetzliche Kündigungsfrist geregelt. Was ich im Internet gelesen habe sind das dann von Arbeitgeberseite aus 6 Monate Kündigungsfrist? Ich bin 61 Jahr alt. In Folge von Umstrukturierungen wird ab Herbst ein Großteil meiner Arbeit wegfallen. Die Firma muss schauen, für welche zusätzlichen Tätigkeiten ich eingesetzt werden könnte. Ich denke, das wäre ein guter Zeitpunkt ans Aufhören zu denken. Ich könnte mir in Folge der Situation vorstellen, dass mein Arbeitgeber mir vielleicht auch auf meinen Wunsch kündigen würde. Ich würde dann mit gut 63 Jahren Rente beantragen und mich vorher arbeitslos melden.
    Ich bin in Stkl.5, mein Mann in Stkl.3.
    Nach dem Lesen Ihres Blogs, denke ich, dass ich noch ein wenig durchhalten muss, um bei der Berechnung des ALG einen Steuerklassenwechsel anerkannt zu bekommen? Mein Plan wäre mit meinem Arbeitgeber zu sprechen, ob er mich zum Ende Februar 2022 kündigen Kann. 6 Monate Kündigungsfrist, das würde heißen, dass die Kündigung Ende August erfolgen müsste und ich ab Januar 2022 in die Steuerklasse 3 wechseln sollte, den Wechsel also im November 2021 beantragen muss. Mein Mann verdient deutlich mehr, aber der Wechsel würde sich ja bei der Einkommenssteuer wieder ausgleichen.

    Jetzt lese ich aber immer wieder im Internet, dass das Arbeitsamt nur die Steuerklasse anerkennt, die mindestens 12 Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit gegolten hat. Ich habe das zB auf dieser Seite gelesen: https://www.spitzensteuersatz.com/lohnsteuerklassen/steuerklasse-arbeitslosigkeit
    Sind diese Beiträge im Internet falsch? Was sagen Sie zu meinem Plan, bzw. sehen Sie irgendwelche Probleme?
    Auf der Seite der Agentur für Arbeit steht, „… Maßgebend ist die Lohnsteuerklasse, die zu Beginn des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet war…„ Wann ist der Anspruch entstanden? Bei Kündigung, oder in meinem Fall dann ab März 2022, wenn ich ALG beziehen will?

    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus
    Beate

    • Es gibt auf dem Bewilligungsbescheid das Feld „Anspruchsbeginn“ (das wäre in deinem Fall dann 1.3.22).
      Wobei ich spitzfindig ergänzen würde, dass man auch das Erstelldatum des Bescheides als Zeitpunkt ansehen kann, an dem der Anspruch entstanden ist. Dann da kreist das Amt und gebar einen Bescheid, der dir einen baldigen Anspruch beschert. Ist aber Korinthenka..erei, die beiden Datümer sollten ziemlich nahe beieinander liegen und einen Wechsel der LStKl zum Jahreswechsel erkennt die AfA an. Auf dem Antrag zum ALG1 wird abgefragt: „Meine zu Beginn des Jahres geltende Lohnsteuerklasse …“

    • @Beate-M: Bitte zukünftig nur den veränderten Namen verwenden. Danke.

      Im Zweifelsfall würde ich den offiziellen Aussagen immer die größte Glaubwürdigkeit beimessen. Wenn die Agentur schreibt: „Maßgebend ist die Lohnsteuerklasse, die zu Beginn des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet war.“ , dann würde ich daran nicht zweifeln.
      Und der Anspruch entsteht mit dem Tag, der im ALG-Bescheid genannt ist.

      Gruß, Der Privatier

  59. Vielen Dank für die beiden Antworten. Ich hatte inzwischen bei der AfA nachgefragt und die gleiche Auskunft erhalten. Als Anspruchsbeginn ist der Tag gemeint, den ich im Feld „Anspruchsbeginn“ eintrage, also ab wann ich Leistungen beziehen will.

    Vielen Dank
    Beate

  60. Sehr geehrter Privatier,
    ich habe heute ein Gespräch mit meiner Firma, ob Sie mich unter Einhaltung der Kündigungsfrist nach meiner 12 jährigen Zugehörigkeit auf meinen Wunsch hin kündigen würde. Also ohne Abfindung usw. Ich bin 61 Jahre alt. Ich würde mich gerne zum Ende Februar 2022 kündigen lassen. Ich würde auch auf keinen Fall gegen eine Kündigung klagen wollen. Ich bin bei der kleinen deutschen Gmbh angestellt, arbeite aber von Anfang an für die ausländische Europazentrale (UK). Ich hatte sowieso schon ans Aufhören gedacht. Und jetzt fällt zusätzlich auf Grund von Umstrukturierungen der Datenbanken ab nächstem Jahr ein Großteil meiner Arbeit weg und es macht mehr Sinn, wenn jemand vor Ort den kleinen Teil, den ich dann noch machen kann mit übernimmt. Auch wegen Corona möchte ich nicht mehr reisen, was aber das Erlernen der neuen Datenbank und neuer Anforderungen nach sich ziehen würde.
    Denken Sie, dass das Arbeitsamt eine Kündigung mit Begründung von meinem Arbeitgeber ohne Sperrzeit und Ruhezeit akzeptieren würde, wenn ich nicht dagegen klage und auch keine Abfindung bekommen werde?
    Vielen Dank
    Beate-M

    • Moin Beate-M,

      liegt ein „Wichtiger Grund“ Grund vor, verhängt die AfA keine Sperr- und Ruhezeiten. Eine Aufzählung von „wichtigen Gründen“ finden sie in der FW (FW = Fachliche Weisungen) zum §159 SGB III Arbeitslosengeld – „Ruhen und Sperrzeiten“

      In der Fassung vom 18.01.2021 auf S.18 unter Punkt 159.1.2.1.1 folgendes: … insbesondere (2) beachten!

      159.1.2.1.1 Wichtiger Grund bei Eigenlösung des Beschäftigungsverhältnisses und gleichzeitig drohender Arbeitgeberkündigung

      (1) Hat der Arbeitslose das Beschäftigungsverhältnis beendet, weil ihm andernfalls eine arbeitgeberseitige Kündigung drohte, liegt allein darin kein wichtiger
      Grund.

      (2) Ein wichtiger Grund für den Abschluss eines Aufhebungsvertrages oder für
      eine Eigenkündigung liegt vor, wenn:

      – eine Kündigung durch den Arbeitgeber mit Bestimmtheit in Aussicht gestellt
      worden ist,
      – die drohende Arbeitgeberkündigung auf betriebliche oder personenbezogene
      (nicht aber verhaltensbedingte) Gründe gestützt würde,
      – die Arbeitgeberkündigung zu demselben Zeitpunkt, zu dem das Beschäftigungsverhältnis geendet hat, oder früher wirksam geworden wäre; bei einer
      einvernehmlichen Freistellung ist das Ende des Arbeitsverhältnisses maßgebend, wenn bis dahin Arbeitsentgelt gezahlt wird,
      – im Falle der Arbeitgeberkündigung die Kündigungsfrist eingehalten würde,
      – der Arbeitnehmer nicht unkündbar war

      „Denken Sie, dass das Arbeitsamt eine Kündigung mit Begründung von meinem Arbeitgeber ohne Sperrzeit und Ruhezeit akzeptieren würde“

      Ja, (siehe FW §159 SGB III) … wenn die Kündigung durch den AG mit Bestimmtheit in Aussicht gestellt wurde …

      Gruß
      Lars

      PS: Geben sie in die Suchmaschine FW §159 SGB III ein, pdf-Datei öffnen … da können sie mehr nachlesen.

    • Hallo Beate-M

      Die AfA wird eine Kündigung des AG aus betrieblichen Gründen ohne Sperr- oder Ruhezeit akzeptieren.

      Ich habe es genauso machen lassen.

      Gruß

      Bruno

  61. Vielen Dank für die Antworten. Das beruhigt erst mal. Dann hoffe ich, dass die AfA das auch bei mir akzeptiert.
    Gruß Beate-M

  62. Hallo! Ich bin 64 Jahre alt und beziehe ALG1. Leider habe ich verpasst die Steuerklasse von derzeit IV auf III zu wechseln um damit das ALG zu erhöhen. Die Arbeitsagentur wird einer Änderung der Steuerklasse zum Jahreswechsel 2021/2022 aufgrund der geforderten Zweckmäßigkeit nicht zustimmen, bzw. nach der Stkl. IV weiter berechnen. Gibt es einen Trick, wie ich das trotzdem hinkriege? z.B. (1. Schritt) Steuerklassenwechsel zu Klasse III beim Finanzamt am 30.November 2021 mit Wirksamkeit 01.Jan2022. beantragen. (2. Schritt) Beim Arbeitsamt Im Januar für 1 Woche abmelden. (3. Schritt) Erneut beim Arbeitsamt arbeitslos melden. Wird dann das Arbeitslosengeld unter Berücksichtigung neuen Steuerklasse III neu berechnet? Oder benötigt man u.U. eine Anstellung für 1 Woche?
    Danke schon mal und Grüße Andy-F

  63. Hallo ins Forum,

    ich habe eine Frage zum optimalen zeitlichen Ablauf meiner ALG 1-Anmeldung. Dazu kurz die aktuellen Daten:

    Ende Dispositionsjahr am 31.12.2021
    Geplante ALG I-Anmeldung zum 02.01.2022
    Stkl Ich derzeit V
    Stkl meine Ehefrau derzeit III

    Mein Plan ist nun, den Steuerklassenwechsel (Ich zu III, meine berufstätige Ehefrau zu V)im Dezember 2021 zu beantragen, damit er ab 01.01.2022 wirksam ist.
    Aus verschiedenen Gründen geht das nicht früher, meine Ehefrau MUß bis 31.12.2021 in der III bleiben.

    Nun zu meiner Frage:

    Ich würde die Arbeitslosmeldung zum 02.01.2022 gerne schon noch im Dezember machen, da die AfA’s Anfang des Jahres wohl immer komplett überfüllt sind.
    Wenn ich in diesem Zusammenhang allerdings nach meiner (aktuellen) Stkl gefragt werde, oder sie eintragen muß, dann hätte ich ja ein Problem, da ich im Dez noch in der V bin. Oder ich trage gleich die III ein, da diese ja zum Meldungszeitpunkt (02.01.2022) gültig ist.

    Hat jemand damit Erfahrungen?
    Was würdet Ihr machen?

    Viele Grüße

    • Aus meinem alten Antrag

      „Meine zu Beginn des Jahres geltende Lohnsteuerklasse ………….
      Die Eintragung wurde im Laufe des Jahres geändert. ◻ Ja ◻ Nein
      Wenn ja: neue Lohnsteuerklasse ………, wirksam ab …..“

      Sofern sich das Formular nicht geändert hat, kannst Du ehrlich die alte V angeben und dass ab 1.1.22 die III gilt. Das Formular sollte das hergeben.

    • Moin Samson K,

      genau wie eSchorsch schon geantwortet hatte: … sieht im Online-Formular Antrag auf ALG S.3/6 unter Punkt 5a) so aus:

      5a)
      Meine zu Beginn des Jahres geltende Lohnsteuerklasse: ……..
      Die Eintragung wurde im Laufe des Jahres geändert: Ja ◻ Nein ◻

      Wenn ja: neue Lohnsteuerklasse: …….. , wirksam ab: ……..

      Im „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ ist auf S.2 unter Punkt 18 folgender Hinweis zu finden:

      „Der Steuerklassenwechsel wird grundsätzlich ab dem Folgemonat wirksam.“

      Ich würde auch die V eintragen und zusätzlich zum ALG1 Antrag eine Kopie vom „Antrag auf Steuerklassenwechsel“ beifügen.

      Gruß
      Lars

  64. Hallo,

    vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten!
    Die für mich wichtigste Botschaft dabei ist: Ihr würdet es auch so machen, wie ich geplant habe.
    Ich werde den Passus „Meine zu Beginn des Jahres geltende Lohnsteuerklasse ……“ gleich mit Skl III ausfüllen, da ich das so verstehe, dass mit dem „Beginn des Jahres“ für mich eh 2022 gemeint ist, da ich ja zu diesem Termin auch beantrage.
    Das mit dem Skl-Wechsel funktioniert bei mir prima, ich laß mir zur Bestätigung immer auch gleich den neuen ElStam-Ausdruck zusenden.
    Den Wechsel werde ich dann auch sofort am 01.12.2020 beantragen.

    Viele Grüße

    • Moin Samson K.,

      “ … gleich mit Skl III ausfüllen, da ich das so verstehe, dass mit dem „Beginn des Jahres“ für mich eh 2022 gemeint ist, da ich ja zu diesem Termin auch beantrage.“

      hmm, … was meinen die anderen Kommentatoren? Im Online-ALG1 Antrag gibt es oben (2.Block) das Feld: „Arbeitslosmeldung mit Wirkung zum: …….“

      “ … sofort am 01.12.2020 beantragen.“

      kleiner Schreibfehler? 😊

      Gruß
      Lars

  65. Hallo Lars,

    Danke für den Hinweis! Klar, ich meine natürlich den 01.12.2021 als (frühestmöglichen) Termin zur Beantragung des Steuerklassenwechsels zum 01.01.2022.

    Viele Grüße
    Samson

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