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Kap. 8.5 Pflegeversicherung — 10 Kommentare

  1. Mein Onkel ist seit einiger Zeit pflegebedürftig. Wir würden gerne einen ambulanten Pflegedienst für ihn organisieren. Danke für den interessanten Artikel über Pflegeversicherung. Es stimmt schon, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nicht ausreicht, wenn vollkommen auf Pflege angewiesen ist.

  2. Ich hätte nicht gedacht, dass die durchschnittlichen monatlichen Heimosten über 2000 Euro betragen. Ich nehme aber an, dass s mit einem ambulanten Pflegedienst entsprechend günstiger ist. Dennoch hat mir diese Zahl die Augen geöffnet und ich werde mich denke ich nach einer besseren Versicherung umsehen.

  3. Hallo Privatier, interessant ist, dass es hier nur eine Meinung gibt, da bereits jeder zweite Deutsche als Pflegefall verstirbt. Leider ist das nur die Statistik. Die Eltern meiner Partnerin und auch meine Eltern waren bzw. sind pflegebedürftig. Aktuell sind noch 2 Elternteile in einem Pflegeheim mit Kosten von jeweils ca. 1600€ Eigenanteil, stark ansteigend. Ich kann jedem, der seinen Ausstieg plant nur empfehlen, frühzeitig eine Zusatzversicherung zur finanziellen Absicherung abzuschließen. Denn auch für den geplanten früheren Ausstieg gilt: Ist der Plan auch gut gelungen, verträgt er doch noch Änderungen! Beste Grüße Max

    • „…empfehlen, frühzeitig eine Zusatzversicherung zur finanziellen Absicherung abzuschließen.“

      Richtig. Und wenn man einmal den nächsten und übernächsten Beitrag zu diesem Thema liest, wird man feststellen, dass ich dort gleich zu Beginn eine ähnliche Empfehlung abgegeben habe: https://der-privatier.com/kap-8-5-4-private-zusatzversicherung/

      Die Betonung liegt dabei aber auf „frühzeitg“! Wer erst im Alter jenseits der 50 auf solche Ideen kommt (und womöglich bereits Vorerkrankungen hat), wird schnell merken, dass so eine Versicherung nicht gerade billig ist.

      Aber vielleicht besteht ja auch eine Chance, dass es bei den Pflegekosten gesetzliche Änderungen gibt? Entsprechende Vorschläge und Ideen wurden ja bereits vorgebracht. Bevor aber jemand fragt: Habe ich mich bisher nicht mit befasst!
      Dafür ist dann Zeit genug, wenn es tatsächlich neue Regeln geben sollte.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Max und Mitleser,
      Bundestag und Bundesrat haben im November 2019 ein wichtiges Gesetz verabschiedet. Es entlastet Angehörige finanziell. Es heißt: Angehörigen-Entlastungsgesetz.
      Das Gesetz sieht vor, die Unterhaltsheranziehung von Eltern und Kindern mit einem jeweiligen Jahresbruttoeinkommen von bis zu einschließlich 100.000 Euro in der Sozialhilfe auszuschließen. Das bedeutet, dass auf das Einkommen der Kinder von pflegebedürftigen Eltern, die die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ erhalten, erst ab einer Höhe ab 100.000 Euro zurückgegriffen werden kann.
      Aber für den Fall, dass man SELBST pflegebedürftig wird, hilft dieses neue Gesetz aber NICHT, da braucht man zusätzlich eine eigene Absicherung. Es gibt Pflegetagegeld-Versicherungen, die im Falle eigener Pflegebedürftigkeit monatlich ein Pflegetagegeld bezahlen. Man kann als alternative Absicherung auch dafür Rücklagen bilden, es dürfte aber schwer werden die notwendige Höhe zu erreichen. Deswegen habe ich vor einigen Jahren eine Pflegetagegeldversicherung abgeschlossen, die sich alle 3 Jahre erhöhen läßt (ohne erneute Gesundheitsprüfung), sodass der Beitrag erst im Laufe der Zeit steigt und die finanziellen Ressourcen schont.
      Auch als (zukünftiger) Privatier darf man dieses Risiko nicht ausblenden.

      Gruß Gerhard

  4. Hallo Privatier,

    hatte ja in den letzten Tagen einige Fragen gestellt, die mir in diesem Blog zum Glück super beantwortet wurden. Habe aber noch einen Fall, den ich hier so noch nicht gelesen habe (es sei denn, wieder mal überlesen). Vorab: ich möchte hier keine falschen Aussagen treffen, von daher nur mein Interesse, ob das bekannt und von mir korrekt interpretiert ist und wenn ja, ob Nachteile entstehen können!

    In 2022 werde ich dann ein Dispojahr einlegen. D.h. keine Zahlung in die AL-/Pflegeversicherung. Krankenkasse muss ich selbst tragen.
    So, nun zur Überlegung. Wenn ich mich richtig erkundigt habe, ist es möglich, z.B. meinen Vater, der Pflegegrad 2 besitzt, ehrenamtlich 10 Stunden wöchentlich auf zwei Tage verteilt, zu unterstützen (kongnitiv, putzen….); Somit könnte die Pflegekasse eine Renteneinzahlung übernehmen; Zudem könnte es möglich sein, mich in der Krankenkasse meines Vaters als familienversichert zu melden (in Absprache mit der Krankenkasse). Nun meine Frage: Könnten mir hier irgendwelche Nachteile hinsichtlich Steuern (aber wäre ja ehrenamtlich ohne Entlohnung tätig), ALG I in 2023 oder sonstiges entstehen? Ist so eine Regelung hier bekannt? Wenn das alles möglich wäre, hätte ich das Dispojahr gut überbrückt.
    Es soll sogar eine Anwartschaft dadurch auf ALG I entstehen… (?)

    VG Claudia-D

    • noch ein Nachtrag… allerdings ist meine Mutter als pflegende Person eingetragen und erhält auch Pflegegeld – (welches in meinem beschriebenen Fall nicht sein würde)

      • Hallo Claudia,
        das ist möglich, das richtige Stichwort dazu lt. „RV-Zahlung bei Mehrfachpflege“. Bei der DRV und den Krankenkassen gibt (gab) es dazu Infos, diese sollten im Internet leicht auffindbar sein.
        Gruß, BigMac

      • Noch eine Anmerkung:

        Das Pflegegeld ist für den Pflegebedürftigen steuerfrei. Wird das Pflegegeld an ihre Mutter und/oder an sie vom Pflegebedürftigen weitergeleitet, bleibt dieses ebenfalls steuerfrei. (siehe §3 Nr.36 EStG)

        https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html

        Zur fiktiven Berechnung des ALG1 nach Beendigung der Pflege gibt es von der AfA das Hinweisblatt „Hinweise zur sozialen Sicherung von Pflegepersonen in der Arbeitslosenversicherung“. Auszug:

        „Eintritt der Arbeitslosigkeit

        Im Falle der Arbeitslosigkeit wird die Pflegezeit und der Bezug des Pflegeunterstützungsgeldes als versicherungspflichtige Zeit beim Anspruch auf Arbeitslosengeld nach dem SGB III berücksichtigt. Tritt nach einer versicherungspflichtigen Pflegezeit oder dem Bezug des Pflegunterstützungsgeldes Arbeitslosigkeit ein, richtet sich die Höhe des Arbeitslosengeldes nach einem fiktiven Arbeitsentgelt, wenn der Betroffene in den letzten zwei Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit nicht mindestens 150 Tage Arbeitsentgelt aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung erzielt hat. Die Höhe dieses fiktiven Arbeitsentgelts ist u.a. von der Beschäftigung, auf die sich die Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit für den Arbeitslosen richten, und der für die Ausübung dieser Beschäftigung erforderlichen Qualifikation abhängig.“

        Das traf auf den von Privatier erwähnten Fall zu.

        Gruß
        Lars

    • Ich möchte voraus schicken, dass ich mit den Regeln für Pflegepersonen nicht bis in jedes Detail vertraut bin. Ich kann aber gerne ein paar Anmerkungen/Hinweise geben:

      * Bei der Aussage zum Dispojahr: „keine Zahlung in die AL-/Pflegeversicherung. Krankenkasse muss ich selbst tragen.“ würde ich die Satzzeichen etwas anders setzen, z.B. so: keine Zahlung in die AL-Versicherung. Pflegeversicherung/Krankenkasse muss ich selbst tragen.“ So dürfte es richtiger sein.
      * Die Bedingungen für eine Pflegeperson sind soweit okay: Pflegegrad 2, 10 Std./Woche, 2 Tage, ehrenamtlich. Pflegekasse des Vaters zahlt Beiträge zur Renten- und AL-Versicherung.
      * Eine Familienversicherung über den Vater wäre nur möglich, wenn Sie jünger als 23 Jahre sind (oder als Schülerin, Studentin unter 25 Jahre). Das dürfte daher vermutlich nicht funktionieren.
      * Nachteile hinsichtlich der Steuern kann ich nicht erkennen.
      * Nachteile beim ALG-Bezug hingegen u.U. doch. Aber wenn die Pflege nur im Dispojahr stattfinden soll, sollte es eigentlich gehen. Wir hatten hier Ende letzten Jahres einen Fall (allerdings ohne Dispojahr), bei dem es zu einer fiktiven Bemessung gekommen ist. Weil: Es wird durch die Pflegezeit zwar ein Anspruch erworben, die Beiträge zur AL-Versicherung beruhen aber nicht auf einem Arbeitsentgelt. Bei Interesse gibt es hier die Diskussion und einige Regeln etc. dazu: https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-fiktive-bemessung/#comment-32596

      Gruß, Der Privatier

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