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Kap. 6.13.3: Wie Renten besteuert werden — 7 Kommentare

  1. > Denn mit steigenden Renten wird er schon bald die Grenze überschreiten und dann zumindest einen kleinen Steuerabzug haben.

    Hier wird unterschlagen, dass auch die Freibeträge peu à peu angehoben werden können!

  2. Hallo Privatier,
    2 Fragen: im Finanzplan sollte man ja den Steuerabzug von der (prognostizierten) Altersrente sicherheitshalber berücksichtigen. Die Ermittlung des steuerpflichtigen Anteils ist da für mich der leichtere Teil, woraus leite ich aber den Steuersatz (der Zukunft) ab? Nutze ich den heutigen Steuersatz, Freibetrag, etc. und wenn ja, ist das statthaft? Eigentlich muß ich ja als Privatier auf jeden Fall auch die passiven Einkünfte in signifikanter Weise in der Hinterhand haben und diese Kapitaleinkünfte werden zunächst der Abgeltungssteuer unterliegen. War es das, oder muß man damit rechnen, dass sie die Einkommenssteuer zusätzlich erhöhen?
    Grüße Covacoro

    • Hallo Covacoro,
      wie sagte schon ein weiser Mensch: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“.
      So ähnlich ist es auch bei der Frage nach dem zukünftigen Steuersatz. Ich selber habe (bei den Kapitaleinkünften) schon vieles erlebt: Von der Steuerfreiheit über das Halbeinkunftsverfahren bis zur Abgeltungssteuer. Auf alles kann man sich irgendwie einrichten. Nur „planen“ lässt es sich nicht. Keiner kann sagen, wie die Steuergesetze in 5 Jahren aussehen.

      Und was bleibt einem da schon anderes übrig, als mit den aktuellen Regeln zu rechnen? Ich selber mache es jedenfalls so und werde meine Rechnungen notfalls anpassen, wenn es denn nötig wird. Wenn sich irgendwo Bandbreiten ergeben, verwende ich allerdings zur Vorsicht immer die ungünstigere Variante. Bsp. Inflation. Liegt (glaube ich) aktuell für Deutschland bei 1,7%. Ich rechne immer noch mit 2,5%.
      Oder bei den Krankenkassenbeiträgen: Ich rechne immer noch damit, dass ich auf alle Einkünfte einen Beitrag zahlen muss, obwohl dass lt. meines heutigen Artikels über die „Krankenversicherung als Rentner“ gar nicht der Fall sein wird. Aber auch solche Regelungen müssen ja nicht für die Ewigkeit gemacht sein…

      Meine Strategie für all diese Unwägbarkeiten lautet daher: Ich rechne mit dem, was heute gilt. Und das werde ich nötigenfalls anpassen, wenn es erforderlich ist. Dazu ist es aber erforderlich, dass die Kalkulationen gewisse Spielräume (oder auch Sicherheiten) beinhalten, damit das ganze Gebäude nicht beim ersten Luftzug zusammenstürzt.

      Gruß, Der Privatier

  3. Mütterrente nur anteilig besteuert

    Viele Rentner müssen nun nach und nach eine Steuererklärung abgeben. Die Frage bei uns war nun, wie werden z.B. gesetzliche Unfallrenten und auch die Mütterrente besteuert? Gesetzliche Unfallrenten sind ja nach §3 Nr.1 EStG prinzipiell steuerfrei (eventuell nach §32b Abs.1 Nr.1b EStG ist ein Progressionsvorbehalt möglich)

    Falls Rentner nun nahe an der Einkommensgrenze zur Abgabe einer Steuererklärung liegen, hier ein Hinweis: Für Kinder die vor 1992 geboren wurden, beträgt die Mütterrente nun 2,5 Rentenpunkte multipliziert mit dem Rentenwert. Macht pro Kind 2019 ca.:

    W: 80,08€ (Jan. bis Juni mtl.) 83,40€ (Juli bis Dez.) Gesamtbetrag/Jahr 980,88€
    O: 76,62€ (Jan. bis Juni mtl.) 79,62€ (Juli bis Dez.) Gesamtbetrag/Jahr 937,44€

    Die Rentenerhöhung durch die Mütterrente ist keine „regelmäßige“ Rentenanpassung, sondern eine „außerordentliche“ Neufestsetzung des Jahresbetrages der Rente. Deshalb wird der steuerfreie Teil der Rente neu berechnet. Die Mütterrente wird dadurch nicht in vollem Umfang in die Besteuerung mit einbezogen, sondern nur mit dem „Besteuerungsanteil“ der auch für die übrige Rente zählt.

    Rentenbeginn 2005:
    Besteuerungsanteil 50%, d.h. für diesen Personenkreis werden 50% der Mütterrente zur Besteuerung herangezogen, 50% bleiben steuerfrei

    Rentenbeginn 2010:
    Besteuerungsanteil 60%, d.h. für diesen Personenkreis werden 60% der Mütterrente zur Besteuerung herangezogen, 40% bleiben steuerfrei

    Rentenbeginn 2019:
    Besteuerungsanteil 78%, d.h. für diesen Personenkreis werden 78% der Mütterrente zur Besteuerung herangezogen, 22% bleiben steuerfrei

    So brauchen meine Eltern für 2019 noch keine Steuererklärung abgeben, evt. ab Veranlagungsjahr 2020 rutschen Sie wohl in den Bereich wo eine Steuererklärung notwendig wird.
    (Prüfen aber beide jedes Jahr mit Steuersoftware)

    Viele Grüße
    Lars

  4. Hallo zusammen,
    da es keine speziellen Blog „Betriebsrenten“ gibt passt die Frage hier ev. am besten dazu. Mein Arbeitgeber verlangt vor Auszahlung der monatlichen Betriebsrenten an ein Konto, auf dieses Konto eine „SEPA Lastschriftmandat für SEPA-Lastschriften der Gehaltsabrechnung“ für ihn einzurichten, was mich verwundert. Eigentlich dachte ich ja ich bekomme die Betriebsrente gutgeschrieben und nicht abgebucht 🙂 Zusätzlich wird verlangt zu unterschreiben, dass die Vorinformationsfrist für derartige Lastschriften von 14 auf 1 Tag verkürzt wird.
    Die Abzüge Krankenkasse, Steuer und ähnliches erfolgt ja vor Überweisung auf das Konto des Rentenempfängers. Klar ist es schön, wenn der frühere Arbeitgeber mal etwas selbst falsch überweist, dass er das gleich nur mit einemm Tag Vorankündigung eine (Rückl)astschrift selbst veranlassen kann. Gehe davo aus, wenn ich nicht unterschreibe sagt der Ex-Arbeitgeber einfach, dann kann er keine Betriebsrente überweisen.

    Kennt sich jamand damit aus, was haltet Ihr davon? Ist das ein übliches Handlung der Arbeitgeber bei Betriebsrenten? Muss man das unterzeichnen und wenn nicht, auf was könnte man als Argument verweisen? Oder muss man da einfach durch? Wenn man sein normales Konto damit ggü. dem Arbeitgeber zur Lastschrift freigibt, kann der erstmal abbuchen was er möchte.

    Viele Grüße
    Gunther

    • Ich halte dies für ungewöhnlich und auch für unverständlich. Zumindest in der Auszahlungsphase. Es sei denn, im Vertrag gebe es andere Vereinbarungen, die z.B. eine Einziehung von Gebühren o.ä. vorsehen.
      Ich würde den Grund für diese Maßnahme einmal direkt mit der zuständigen Stelle klären, mir aber auch keine allzu großen Sorgen machen. Lastschriften kann man ja jederzeit wieder rückgängig machen. „Jederzeit“ nicht – Fristen sind zu beachten.

      Gruß, Der Privatier

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