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Kap. 6: Gesetzliche Renten — 73 Kommentare

  1. Hallo Privatiers und Jungrentner.

    Für mich beginnt die vorgezogene Rente am 1.1.2018; meine Frau wird noch mindestens drei Jahre halbtags arbeiten gehen.
    Auch wegen Bezug von Arbeitslosengeld hatte ich die Steuerklasse 3, sie die Steuerklasse 5.

    In den nächsten Jahren werde ich neben der Rente selbständig tätig sein.
    Meiner Meinung nach macht es Sinn, wenn meine Frau in die Steuerklasse 3 wechseln würde. Ein höheres Monatsnetto wird zwar am Jahresende ausgeglichen, Lohnersatzleistungen, die auf dem Netto beruhen, würden aber höher ausfallen.

    Wie seht Ihr das?

    Viele Grüße, Hardy

    • Hallo Hardy,

      Glückwunsch zur vorzeitigen Rente. Mit der Steuerklasse 3 erhält deine Frau tatsächlich im Bedarfsfall höhere Lohnersatzleitungen. Ich empfehle dir die Steuerklassen aber schon zum 01.01.18 zu wechseln. Ich hatte vor einigen Jahren ein Problem mit dem Arbeitsamt wegen der ALG- Berechnung. Durch einen Steuerklassenwechsel im laufenden Jahr (von 4 in 3)konnte ich mein ALG nicht mehr erhöhen. Im Gegenteil ich wurde genötigt in die Steuerklasse 5 wechseln was eine ALG -Kürzung bedeutet hätte. Da du keine Lohnersatzleistungen bekommst ist die 3 für deine Frau Optimal.
      Viele Grüße, der Schachti

    • Die Steuerklasse 3 wäre für deine Frau auf jeden Fall günstiger, wenn sie irgendwann Lohnersatzleistungen beziehen sollte. Und da du selber keine mehr zu erwarten hast, macht ein Tausch der Steuerklassen durchaus Sinn. Und wie Schachti schon geschrieben hat: Am besten sofort.

      Gruß, Der Privatier

  2. Ich habe heute, für meine Frau, den Antrag auf Wechsel zur Steuerklasse 3 zum 1.1.2018 in den Briefkasten des Finanzamtes eingeworfen.
    Ich bin mal gespannt, ob das schon zur Gehaltszahlung Mitte Januar wirkt. Für meine Frau wird sich ein höheres Netto ergeben; für uns Beide mit Sicherheit eine Steuernachzahlung am Ende des Jahres. Aber wenn man es weiß, ist es kein Problem…

    Viele Grüße, Hardy

  3. Hallo,

    wie sieht es eigentlich aus mit den Ansprüchen für die Erwerbsminderungsrente, die man sich ja im Laufe der Jahre erarbeitet hat, wenn man als Privatier
    früher als zum offiziellen Rentenbeginn aus dem Berufsleben ausscheidet und keine Pflichtbeiträge mehr an die DRV abführt ?

    M.w. gehen diese Ansprüche dann verloren.

    • Ja, das ist völlig korrekt. Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen beinhalten u.a. den Passus:

      „In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein.“

      Von daher ist nach zwei Jahren ohne Pflichtbeiträge der Anspruch verfallen.

      Gruß, Der Privatier

    • Dem kann man wohl nur durch Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung entgegenwirken. Also: Arbeiten gehen.

      Sie sind nicht der Einzige, der sich diese Sorge macht. Ich halte diese Überlegung aber etwas abwegig. Schließlich hat sich ein Privatier ja bewusst dazu entschlossen, seine Erwerbstätigkeit zu beenden. Wozu muss er dann noch eine Versicherung haben, die diese Erwerbstätigkeit absichert?

      Klingt für mich in etwa so, wie jemand, der gerne seine Diebstahl-Kasko-Versicherung für sein Auto weiter aufrecht erhalten will, das es soeben verkauft hat.

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo,
    aus welchen Rechtsgrundlagen geht eigentlich hervor, dass im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung mit Pflichtbeiträgen an die RV eine bestehende Anwartschaft auf die Erwerbsminderungsrente bestehen bleibt. Wenn ich das richtig verstanden habe ist das ja so, oder ?

    Ich habe zwar § 244a SGB VI gefunden, verstehe aber insbesondere die Teilung durch 0,0313 nicht.

    Kommentare dazu wären hilfreich.

    • Die Kombination von Erwerbsminderungsrente und geringfügiger Beschäftigung gehört nicht gerade zu de Bereichen, mit denen ich mich näher befasst habe. Ich möchte daher einmal zwei Links empfehlen, die hier sicher hilfreich sein können:
      * Die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente (Deutsche Rentenversicherung). Dort sind u.a. auch die Zeiten einer geringfügigen Beschäftigug aufgeführt.
      * Geringfügig entlohnte Beschäftigung (Deutsche Rentenversicherung). Hier kann man nicht nur nachlesen, dass es eine ganze Reihe unterschiedlich zu sehender Fälle gibt, sondern findet auch noch weitere Links zu speziellen Fragestellungen.

      Und im Zweifel hilft natürlich immer eine persönliche Beratung durch die Rentenversicherung!

      Gruß, Der Privatier

  5. Hallo, nachdem ich zwar einen Großteil der Artikel und forenbeiträge gelesen habe, bin ich nicht ganz sicher wie es bei folgenden Fall abläuft:
    1.11.19 Geburtstag 57 Jahre, arbeitslos ab 1.1.20 (Kündigung durch Arbeitgeber)
    Ab da hat man ja anrech auf 18 Monate Alg1.
    Dezember 2020 wieder Arbeit, aber ab 1.1.21 wieder arbeitslos. Hat man dann das Anrecht auf 24 Monate-11 Monate Alg1 oder nur auf 18-11 Monate?
    Danke

    • In der kurzen Zeit von Dez.2020-Jan.2021 erwirbt man keinen neuen Anspruch auf ALG (dazu braucht man mind. 12 Monate). Von daher bleibt nur der alte Anspruch, bzw. der davon noch nicht in Anspruch genommene Rest, also: 18-11 Monate.

      Gruß, Der Privatier

  6. Ich habe für den 31.12.19 einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung unterschrieben und plane, im Feb 2029 (anstatt 2033) frühst möglich die Rente zu beziehen. Ich plane, in der Zwischenzeit bis dahin wieder zu arbeiten.
    Frage: Macht es Sinn, in der Zeit, in der ich noch nicht wieder berufstätig bin, freiwillig in die Rente einzuzahlen oder lege ich mein Geld besser an? Ich habe verstanden, dass das private Einzahlen sich frühestens mit 89 Jahren amortisiert.

    • Vor kurzem habe ich einen Artikel angelesen, worin plädiert wurde, die hohen Renten zu deckeln und mit dem dadurch freiwerdenden Geld die niedrigen Renten zu suventionieren. Nein, ich hab den Artikel nicht ganz gelesen und schon gar nicht abgespeichert. Hat mir auch so gereicht und ich weiss auch nicht mehr wo ich das gelesen habe.
      Was in zehn Jahren Sach- oder Gesetztesstand sein wird, kann heute noch niemand sagen, aber ich habe ein ungutes Gefühl was die Rente betrifft.
      Wenn es darum geht, Anrechnungszeiten zu sammeln, ist es einfach: mindestens den Minialbeitrag pro Monat einzahlen.
      Wenn es darum geht, Zusatzeinkünfte neben der Abfindung „steuerunschädlich“ zu machen und einen größeren Beitrag einzuzahlen, dann plädieren hier manche für die GRV, da man bei dieser (Stand heute) eine höhere „Rendite“ kriegt als einer privaten Rentenversicherung. Was immer Du auch machst, es kann sich als falsch herausstellen.

      • Hallo eSchorsch, das Endziel ist dann die Einheitsrente nach Bedürftigkeitsprüfung in Höhe der Grundrente.
        Bis dahin bin ich dann wohl schon tot.

        • Noch soll es keine Bedürftikeitsprüfung werden, sondern nur ein Abgleich welche weiteren Einkünfte bezogen werden. Wenn das Verfahren etabliert ist, werden wir sehen ob und wie man das weiterentwickeln kann …
          Ich bin aber guter Dinge, dass man deinen Vorschlag sehr wohlwollend prüfen wird und wir dann alle freudig den Hering machen https://www.youtube.com/watch?v=o61pWzvQMsU&t=88

    • Kommt drauf an, wenn Anrechnungsjahre benötigt werden, dann den Mindestbeitrag einzahlen. Ansonsten lohnt es sich nur, wenn durch die Beiträge eine Steuerminderung von mindestens um die 35% oder besser mehr (Abfindung Fünftel-Regelung) entsteht.

    • Wenn man einmal von den sarkastisch/pessimistischen Aussagen absieht (die ich nicht teile), so kann ich mich aber den anderen Vorschlägen anschliessen:

      * Wenn für den vorzeitigen Rentenbeginn noch Zeiten benötigt werden (35J), könnte man entsprechende Monatsbeiträge einzahlen. Frei wählbar in einem Min./Max.-Rahmen.
      * Wenn hohe Steuerlasten zu befürchten sind, könnte man auch den Ausgleich für die Abschläge einer vorzeitigen Rente beantragen. Gerade im Zusammenhang mit der Zahlung einer Abfindung kann das sehr lohnend sein. Es gibt Fälle, in denen das Finanzamt quasi die ganze Einzahlung (und damit die spätere Rente) finanziert.

      Für beide Varianten gibt es hier entsprechende Beiträge mit weiteren Details.

      Gruß, Der Privatier

  7. Hallo zusammen.ich bin 59 Jahre habe 39 Jahre eingezahlt, am1.7.19 habe ich meinen Job gekündigt. Nun bekomme ich 2 volle Jahre ALG.
    Mein Plan ist es mit 63 Rente zu beantragen . Zwischen ALG und Rente liegen 2 Jahre wo ich nichts bekomme. Nun meine Frage wird meine Rente (die im Moment 38.765 Punkte beträgt )dann nach den letzten 5 Jahren berechnet in denen ich quasi nix eingezahlt habe ??? Das wären ja dann vllt nur 12 Punkte. Zzt.würde ich da 1600 € erhalten wenn ich bis 66 und 4 monate arbeite was ich nie täte. Entschuldigt den komplizierten Text

    • Nein, die 38 Rentenpunkte haste und die nimmt dir keiner. Im Gegenteil, während des ALG1 Bezuges zahlt das Amt für Dich in die Rente ein (wie 80% vom letzten Gehalt glaube ich?). Das Konto dürfte danach bei rund 40 Rentenpunkten stehen.

      Es gibt aber den dauerhaften Abschlag vom 12% wegen Rente mit 63. Bleiben dann rund 35 Rentenpunkte zur monatlichen Auszahlung.

    • Warum bekommst Du 2 volle Jahre ALG1, obwohl Du deinen Job selbst gekündigt hast? Keine 12-wöchige Sperrzeit und Reduzierung des ALG1 um 25% ?

      VG
      NoWorkWastl

    • Hallo Andrea,
      meine Empfehlung: Geh zur Rentenberatung und lass dir dort erklären, wie sich Plan (Arbeitslosigkeit, Rentenbeginn mit 63) auf deine zukünftigen Rentenbeiträge auswirkt. Nicht, dass du mit Rentenbeginn eine böse Überraschung erlebst.
      Gruß
      BigMac

      • „meine Empfehlung: Geh zur Rentenberatung“

        Diesem Rat möchte ich mich ausdrücklich anschliessen! Das Angebot sollte man auf jeden Fall wahrnehmen. Meine Erfahrung: Am besten bei einer der sog. Service-Stellen (vorher Termin vereinbaren, ggfs. einige Wochen Vorlauf einplanen!).
        Und bei weiter bestehenden Unklarheiten oder Zweifeln: Auch mehrfach!

        Gruß, Der Privatier

  8. 1 Rentenpunkt ist momentan 33,05 Euro pro Monat wert. Du hast 38,765 Rentenpunkte erworben, multipliziert mit 33,05 ergibt 1281 Euro Rente bei regulärem Rentenbeginn.
    Für jeden Monat, den du früher in Rente gehen willst, werden 0,3% von der Rente abgezogen. Bei Rentenbeginn mit 63 wären das 40 Monate also 12%. 1281 minus 12% ergibt dann 1127 Euro Rente mit 63.

    • Die 1600 könnte die Prognose der DRV sein, unter der Annahme dass Andrea bis fast 67 weiter arbeitet / einzahlt (+ unterstellte 2% jährliche Lohnerhöhung)

      Ist schon eine Hausnummer was das ausmacht.

  9. Hallo Andrea,
    du hast selbst gekündigt und bekommst dennoch 2 Jahre ALG1 ?? Ist das sicher?? Hast du den Bescheid vom der Arbeitsagentur erhalten?? Eigentlich geht das nur mit Dispojahr bzw. aus Gesundheitlichen Gründen mit Attest etc.
    Andernfalls gibt es eine Minderung von 1/4 der Anspruchsdauer. D.h. bei dir 6 Monate.
    (siehe § 148 SGB III Minderung der Anspruchsdauer)
    Zur Rente: Die Arbeitsagentur zahlt 80% deiner Rentenbeiträge weiter. Oder anders gesagt, wenn du von 2018 – 2019 z.b einen Rentenpunkt erworben hast, (siehe Rentenbescheid) dann würdest du von der Arbeitsagentur 0,8 Punkte/Jahr bekommen, bzw. 1,6 für 2 Jahre.
    Sodass du dann auf ca. 40 Punkte insgesamt kommen würdest.
    Die 40 Punkte multipliziert mit den aktuellen Rentenwert (2019) von 33,05 entspricht ca. 1322€ Brutto. Das würdest du bekommen wenn du jetzt in die Rente gehen würdest.
    Der Rentenwert steigt aber jedes Jahr, deine Punkte bleiben erhalten.
    (siehe, http://www.bmas.de Rentenversicherungsbericht 2018, Tabelle Seite 47).
    Wenn du 2024 in die Rente gehst, dann steht der Rentenwert voraussichtlich bei 38,18€.
    D.h. Deine Rente wäre 40Pkt x 38,18€ = 1527€ minus 12% = 1344€ Brutto. Davon abzüglich KV, PV und Steuer, ca. 15% macht dann eine Nettorente von ca. 1140€.
    Die Wert sind alle nur ungefähr aber ein Anhaltspunkt. Vorausgesetz keine Erwerbsminderung etc.
    Dennoch ist eine Beratung bei der Rentenversicherung sinnvoll.
    viel Spass.

  10. Warum lese ich aber immer wieder das die letzten 3 monate vor rentenbeginn zur Berechnung herangezogen werden ? Ich verdiene in der Zeit doch nix ?

    • Und wie sollen die 3 Monate vor Rentenbeginn zur Berechnung herangezogen werden?
      Monatlicher Durchschnittsverdienst in den letzen 3 Monaten multipliziert mal 48,5% = Altersrente? Und was die 40 Jahre vorher passiert ist, lassen wir außen vor?
      Sorry, ich weiß nicht was du gelesen hast, bzw. worauf du hinaus willst.

    • Ich weiss auch nicht, was @Andrea da „immer wieder“ liest und wo und in welchem Zusammenhang?!
      Aber natürlich ist die Aussage richtig, dass die letzten 3 Monate vor Rentenbeginn zur Berechnung herangezogen werden (oder alternativ auch die letzten 5 Jahre, wie in der ersten Frage).
      Es ist ganz einfach: Es werden ALLE Zeiten für die Berechnung herangezogen. Und dabei mag es dann Zeiten mit wenigen Rentenpunkten und solche mit mehr Rentenpunkten geben. Und wahrscheinlich auch welche ohne Rentenpunkte.

      Und alle diese Zeiten (inkl. der zugehörigen Rentenpunkte) werden zur Berechnung der Rente herangezogen. Dabei spielt es aber keine Rolle, WANN die Rentenpunkte erwirtschaftet wurden! Die Annahme, dass die letzten Jahre (oder Monate) in irgendeiner Weise die Rente besonders stark beeinflussen könnten, ist schlicht falsch.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke ihr habt mir schon sehr geholfen. Und auch Unklarheiten beseitigt.

        Noch ganz kurz wegen der Frage ob ich wegen Selbstkündigung eine Sperre erhalten habe, Nein hab ich nicht . Hab auf ärztlichen Rat gekündigt

  11. Davon hatte ich auch noch nichts gehört.
    Aber ich werde ja eh als Privatier in Rente gehen…

    Damit Ihre Rente nicht erst nach Rentenbeginn berechnet werden kann, bietet die Rentenversicherung die Möglichkeit, das Arbeitsentgelt für die letzten 3 Monate vor dem Rentenbeginn „fiktiv“ auf Basis des tatsächlichen Einkommens der letzten 12 Kalendermonate „hochzurechnen“. Diese Hochrechnung muss bei der Rentenantragstellung „zusätzlich“ beantragt werden. Für diese Hochrechnung meldet Ihr Arbeitgeber das Arbeitsentgelt, welches in der Zeit bis vor die letzten 3 Monate vor Rentenbeginn angefallen ist.

    Wird die Hochrechnung nicht beantragt, kann die Rente erst nach einigen Wochen nach dem tatsächlichen Rentenbeginn berechnet werden. Ein gleitender Übergang in die Rente ist somit nicht gewährleistet. Die Rente wird aber selbstverständlich nachgezahlt.

    https://www.experto.de/praxistipps/mehr-rente-durch-optimale-gestaltung-des-rentenantrags.html

    https://rentenbescheid-ueberpruefen.de/informationen/26-hochrechnung-arbeitsentgelt-vor-rentenbeginn.html

    https://www.seniorenbedarf.info/fehler-im-rentenbescheid-hochrechnung

    • Interessante Hinweise.

      Zumindest, was die Hintergründe und Zusammenhänge angeht. Für alle, die als Privatier in die Rente gehen, ist das hingegen gar nicht von Bedeutung und für solche, die direkt aus dem Arbeitsleben in die Rente gehen, dürfte es sich im Normalfall um Beträge unterhalb eines Euros handeln.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Aber vielleicht ist DAS ja genau der Punkt, von dem Andrea weiter oben gesprochen hat?
      P.P.S.: Gerade fällt mir erst auf, dass die ganzen letzten Kommentare sehr wenig mit dem Thema „Agentur für Arbeit“ zu tun haben, sondern eigentlich Renten-Themen sind. Ich habe diese Kommentare daher hierher in das Kapitel „Gesetzliche Rente“ verschoben.

  12. Ich hätte heute auch noch eine Frage betreffend Rente und ALG 1.
    Während der ALG 1 Zahlung gehen ja 80% der letzten Rentenbeträge in die Rentenkasse.
    1. Geht es nun um 80% des letzten Rentenabschlags vom Gehalt oder wird der monatliche ALG 1 Satz zu Grunde gelegt ?
    2. Übernimmt die AfA die 80% beider Seiten, also AN und AG Anteil oder nur eine Hälfte ?

    Gruß und Dank an die Runde
    Lothar

    • n’Abend, Lothar
      Irgendwer wird schon die entspr. Regelungen verlinkten, aber schon mal vorab:
      Als ALG 1-Empfaenger wird man so gestellt, als hatte man, bzgl. der RV-Beiraege, 80% des letzten Brutto-Entgeltes verdient.
      Dementspr. uebernimmt die Agentur den GESAMTEN RV-Beitrag (AN+AG), zumindest wird so getan, ob real wirklich Zahlungen an die RV geleistet werden, kann ich auch nicht mit Bestimmtheit sagen..
      Wer also während seines Beschäftigungsverhältnisses bspl.weise 1 Rentenpunkte pro Jahr erworben hat, erwirbt mit 1 Jahr Alg1-Bezug 0,8 Pkt..

      Gruesse
      ratatosk

    • „Als ALG 1-Empfaenger wird man so gestellt, als hatte man, bzgl. der RV-Beiraege, 80% des letzten Brutto-Entgeltes verdient.“

      Ratatosk hat hier eigentlich schon die richtige Antwort geliefert. Wer es noch ein wenig genauer wissen will:
      Die Berechnungsgrundlage ist das Bemessungsentgelt (welches auch die Höhe des ALG-Anspruches bestimmt). Das Bemessungsentgelt wird in der Regel aus den letzten 12 beitragspflichtigen Einkünften vor Beginn der Arbeitslosigkeit ermittelt. Dabei bedeutet „beitragspflichtig“: Ggfs. durch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.

      Die Arbeitsagentur meldet dann 80% des Bemessungsentgelts an die Rentenversicherung. Inwieweit da tatsächlich Gelder fliessen, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Grundlage für dieses Verfahren ist §166 Abs.1 Nr.2 SGB VI

  13. Hallo ratatosk,
    danke für die Antwort. So wie Du es geschrieben hast, habe ich es zwar vermutet, war ich mir aber nicht sicher. Danke dafür.
    Zählt eigentlich der Durchschnitt des letzten Jahresgehalts oder des ganzen Arbeitsleben für die Punkteberechnung ?
    Für einen Rentenpunkt benötigt man ja 37873.- € Jahreseinkommen.
    Wenn man das doppelte verdient hat, müsste ja die Agentur zwei Punkte pro Jahr gutschreiben. Oder gibt es da eine Deckelung mit 0.8 Punkte ?
    Gruß
    Lothar

    • Antwort dazu siehe oben. Ergänzend: Die Agentur rechnet und meldet keine „Punkte“, sondern (wie ein Arbeitgeber auch) lediglich die rentenrelevanten Einkünfte.

      Gruß, Der Privatier

      • @Lothar

        Grenze ist in jedem Fall das maximal RV-versicherungpflichtige Einkommen, d.h. bis zur Beitragsbemessungsgrenze wird das Einkommen beruecksichtigt.
        Da die BBG in der RV max. ca. 2,xx
        RV-Entgeltpunkten entspricht, können bei Alg1-Bezug eben max. ca. 1,6 Punkte erworben werden.
        Insofern wird also schon irgendwie gedeckelt, aber auch nicht mehr als bei der GRV aus Arbeitseinkommen.
        Das ist im Uebrigen auch der Sinn der BBG, man kann halt nur Einkommen bis zu einer bestimmten Hoehe ueber die umlage-finanzierte
        RentenVERSICHERUNG „absichern“.
        Wer darüber hinausgehende Einkommensbestandteile versichern
        moechte, sollte/muss dies „privat“
        tun.
        Diesen Zusammenhang sollte man auch immer beruecksichtigen, wenn Forderungen nach Aufhebung der BBG erhoben werden.

        Gruesse
        ratatosk

        • Danke ratatosk für die umfassende Antwort.
          Also ich gehe bei mir von 2,4 Punkten in 18 Monaten aus.
          Finde ich gar nicht so schlecht.
          Gruß
          Lothar

  14. Ist es richtig, dass unter den Höchstbetrag für die Sonderausgaben (für Ledige derzeit EUR 25.174) sowohl die freiwilligen Beiträge zählen als auch die Ausgleichszahlungen für Abschläge?
    Wenn ja, wäre es dann besser wenn man mit 39 Berufsjahren, dann bei einer Abfindung eher die Variante 2 (Ausgleichszahlungen für Abschläge) nutzt?

    • Ich präzisiere einmal die Frage: Gemeint ist wohl der steuerliche Höchstbeitrag zur Altervorsorge und Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung.

      Aus Steuersicht gibt es dabei keinen Unterschied, ob die Zahlungen für freiwillige Monatsbeiträge oder als Ausgleichszahlungen für Abschläge getätigt werden.
      Hier sollten andere Kriterien geprüft werden, wie z.B. die Frage, ob noch Wartezeiten für eine bestimmte Rentenart erforderlich sind?

      Gruß, Der Privaier

  15. Danke für die Rückmeldung!
    Welche Wartezeiten gibt es noch außer den 35 und 45 Jahren?
    Mir ist noch etwas anderes aufgefallen. Sollte es zu einer Erwerbsminderung kommen, müssen in den lezten 5 Jahren 3 Jahre mit Beiträgen vorhanden sein. Hierfür wäre dann wohl die Zahlung von freiwilligen Monatsbeiträgen besser als Ausgleichzahlungen für Abschläge, oder?

    Wie wäre es bei einem Schwerbehinderten, der mit 62 und einem Abschlag von 10,8 % Rente bekommen würde. Eine zuvor geleistete Ausgleichszahlung auf Abschläge würde ich vermutlich ins leere laufen, da der Abschlag von 10,8 % dadurch nicht gemindert würde, oder?

    • Obacht, bei den 3 Jahren für die Erwerbsminderungsrente zählen nur Zeiten der Pflichtversicherung!

      Zu R62: frag bei der Rentenkasse und poste hier die Auskunft

    • „Eine zuvor geleistete Ausgleichszahlung auf Abschläge würde ich vermutlich ins leere laufen…“

      Ich sehe keinen Grund, warum die Ausgleichszahlung ins Leere laufen sollte? Der Abschlag wird ja generell (unabhängig von einer Schwerbehinderung) für die vorzeitige Inanspruchnahme fällig. Und genau das soll die Ausgleichszahlung ja abfangen (ebenfalls unabhängig von einer Schwerbehinderung).

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: eSchorsch hat Recht: Für den Erhalt auf eine Erwerbsminderunngsrente zählen nur Pflichtbeiträge!

  16. Dann machen bei 39 Berufsjahren die Freiwilligen Beiträge ja wenig Sinn. Stattdessen wuerde ich den Ausgleichszahlungen gegen Abschläge leisten und als Sonderausgaben geltend machen.

    • Hallo Marc,

      Vorteil ider mtl. Zahlung ist der gleichmäßige Mittelabfluss. Über die Jahre kannst du insgesamt auch ggf. mehr einzahlen, als mit den Ausgleichszahlungen.

      Ein Vorteil der Ausgleichszahlung ist, dass bei Zahlung (eines höheren Betrags) bis spätestens 30.06. mehr Punkte für den gleichen Betrag gutgeschrieben werden, als ab dem 01.07.

      Viele Grüße Stephan

    • Ich finde nicht, dass freiwillige Beiträge „wenig Sinn“ machen. So zahlen wir (meine Frau und ich) weiterhin freiwillige Monats-Beiträge für meine Frau ein. Der Sinn dabei: Erhöhung ihres Rentenanspruches und Steuervorteil.

      An der Aussage von Stephan, dass der Einzahlungszeitpunkt in der ersten Jahreshälfte einen Vorteil bringen soll, habe ich übrigens starke Zweifel. Ich wüsste nicht, wie dieser Effekt zustande kommen sollte.

      Gruß, Der Privatier

    • Es ist immer schwer, allgemeine Ratschläge zu (v)erteilen, wenn man nicht die gesamte Gemengelage kennt. Ich würde folgende Fragen stellen:
      Sind die 45 Beitragsjahre mittels freiwilliger Weiterversicherung möglich?
      Wie stark sind die anderen „Säulen“ der persönlichen Altersversorgung ausgebildet?
      Sind Risiken sinnvoll gestreut bzw. wo wäre eine Stärkung sinnvoll?
      Kann ich mit meiner Lösung beruhigt schlafen?

  17. Bei 39 Berufsjahren könnte ich nach Annahme des Aufhebungsvertrages noch 6 Jahre freiwillig einzahlen und hätte dann die 45 Beitragsjahre. Aber wenn mann dann so gut wie keine Steuer mehr zahlt, bringt es steuerlich nichts und die Erhöhung der Rente ist ja durch die freiwilligen Beiträge nicht so sonderlich hoch, oder?
    Und wenn ich mit 63 die Rente für langfristie Versicherte beantrage müsste ich bei meinem Jahrgang ja dennoch einen Abschlag in Kauf nehmen. Deshalb kam mir der Gedanke, dass die Ausgleichszahlung mehr bringen könnte als die Zahlung von freiwilligen Beiträgen.

    • Wenn es hauptsächlich um die Steuer im Abfindungsjahr geht, dann drängt sich die Einmalzahlung auf. (Wobei da die Vorauszahlung der Krankenkassenbeiträge bei mir an erster Stelle steht)
      Wenn man im Abfindungsjahr keine weiteren Einnahmen hat, dann ist auch die Notwendigkeit geringer, steuermindernde Ausgaben zu generieren. Dann könnte man das Geld auch in ertragsstarke Dividendentitel anlegen, oder man kauft sich ein schickes Cabrio und der Gattin 23 Karat um den Hals. Je nach Belieben, bzw. wie die Säulen der Altersvorsorge bei einem aussehen. Oder nach persönlicher Einschätzung. Wenn man glaubt, dass in 10 Jahren das BGE die Rente ersetzt hat, dann ist es wenig sinnvoll heute noch Geld in die Rente zu stecken.

      Rente mit 63 und 14,4% Abschlägen oder Rente mit 65 ohne Abschläge (aber mit 45 Beitragsjahren), ist eine Spekulation auf die Langliebigkeit.
      Wenn man einfach nur die empfangenen Zahlungen addiert, dann schneiden sich die Kurven noch vor dem 77. Geburtstag. Stirbt man als Rentner früher, ist R63 mit Abschlägen günstiger. Wird man älter als 77 kriegt man bei R65 mehr Rente in Summe ausbezahlt. Die Betrachtung ist sehr vereinfacht, da sowohl Zinseffekte wie auch die noch nötigen Beiträge außen vor bleiben. Manchmal setzt eine Betriebsrente auch die Zahlung der gesetzlichen Rente voraus (davor gibt es nix). Das verschiebt die Grenze weiter nach oben. Ist ja auch nur ein Beispiel in welche Richtung man noch denken könnte.

  18. eSchorch ‚Kann ich mit meiner Lösung beruhigt schlafen?‘ sagt es ja…
    …Kenntnis des eigenen Verbrauchs UND Bedarfes (ggf. Kapitalverzehr oder Vererben) etc.
    Zu deinem Beitrag @Marc:
    Ohne Links, steht mit ‚richtigeren‘ Zahlen alles in den entsprechenden Rubriken:
    45 Jahre eingezahlt heisst NICHT ungekuerzt mit 63 und freiwillig einzahlen zaehlt genau wie jede Art der Einzahlung, Euro eingezahlt macht 5ct Rente, Ausgleichszahlung ‚kauft‘ z.B. bei 60 TEURO 300 mehr Monats-BRUTTO-Rente (abzgl. Steuer und GKV, oder abzgl. Steuer und plus PKV)
    Gruss
    J

  19. Ich habe mal ein paar Fragen zu Arbeislos ohne Leistungsbezug (ALG 1):
    Man unterliegt ja den normalen Bedingungen der Vermittlung durch die Arbeitsagentur….
    Man muss sich selbst krankenversichern….
    Wie wirkt sich der Zeitraum (Arbeitslos ohne Leistungsbezug) auf die Rentenzeit (Beitragsjahre) und Rentenhöhe aus?

    • Die Zeiten, in denen man bei der Agentur als „Arbeitslos ohne Leistungsbezug“ geführt wird, können bei der Rente als sog. Anrechnungszeiten gewertet werden. Diese erhöhen zwar die Rentenhöhe nicht, sie zählen aber mit bei der Berücksichtigung von Wartezeiten (z.B. bei der Rente für langjährig Versicherte: 35 Jahre).
      Außerdem können sie dazu beitragen, den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten.
      Nachteil: Die Pflichten gegenüber der Agentur bleiben im vollen Umfang bestehen.

      Gruß, Der Privatier

  20. Danke für die immer wieder sehr informative Rückantwort. Werde es auf jeden Fall testen und ggf. Rückinfo über meine Erfahrungen geben 👍

    • Das Thema ist etwas komplexer, wie die oben von Lars geposteten Links zeigen.
      Ich würde dabei insbesondere einmal die Ausführungen zu „Unterbrechungen“ genauer betrachten!
      Meine persönliche Meinung dazu: Für einen angehenden Privatier ist eine Arbeitslosmedung ohne Leistungsbezug nicht wirklich sinnvoll.

      Gruß, Der Privatier

  21. Hallo ,

    ich habe eine Frage zu den Rentenabschlaegen.
    Ich habe 46 Jahre gearbeitet und bin 61Jahre alt.
    Ab Januar moechte ich einen Aufloesungsvertrag machen mit Abfindung machen.
    Der wird von der Firma aufgrund Corona angeboten.
    Ich haette dann noch 3 Jahre zu arbeiten bis Alter 64 und 2 Monate .
    Habe ich dann aufgrund 3 Jahre Arbeitslosigkeit zusaetzlich mit Abschlaegen zu rechnen.
    Gruss Peter

    • Am besten Termin bei der Rentenversicherung machen. Nach meinem Kenntnisstand hast Du dann mit 64 Jahren und 2 Monaten keinen Abschlag weil die 45 Jahre ja ohne ALG bereits erreicht sind.
      Nur ALG wird es nicht für 3 Jahre geben, maximal 2 Jahre je nach Sperr- und Ruhezeiten.

      B

    • Hallo Peter-F,

      wenn Sie uns noch mitteilen könnten, wann Ihr Geburtstag wäre (Monat/Jahr), kann man das genauer zurückrechnen.

      Wenn ich mich nicht verrechnet habe, sind Sie Jahrgang 1959 und damit könnten Sie mit 64 Jahren und 2 Monaten abschlagsfrei in Rente gehen mit der Bedingung: 45 Beitragsjahre sind voll. (nach Ihren Angaben ist das erreicht)

      Legen Sie nächstes Jahr ein Dispositionsjahr ein und beziehen Sie anschließend ALG1 (Anspruchsdauer max. 24 Monate), brauchen sie keine Abschläge mit 64+2 Monaten zu befürchten. Konkret lässt sich das aber erst sagen, wenn Sie Ihren Geburtsmonat + Jahr uns mitteilen.

      Ihre Altersgrenze würde zwischen 03/2023 und 04/2024 liegen …

      Wichtig: den Ratschlag von „B“ befolgen.

      Gruß
      Lars

      • Hallo Lars,
        vielen Dank.
        Mein Geburtsdatum: 18.10.1959,
        Arbeitsbeginn 01.02.1975 .
        D.h.zum 01.01.2024 in Rente für fast 46 Jahre Berufstätigkeit.
        Wegen Corona jetzt Auflösungsvertrag mit Abfindung zum 31.12 2020.
        Auszahlung Abfindung Januar 2021.
        Wegen der Abfindung habe ich wohl eine Sperre und Wartezeit von 1 Jahr.
        Danach glaube ich nur noch ALG 1 für 1 Jahr.
        Wichtig für mich das ich keine weiteren Abschläge der Rente dann habe.
        Danke für ein Feedback und Gruß
        Peter

        • Moin Peter-F,

          ja, mit den 64 Jahren + 2 Monaten wäre der Eintritt (abschlagsfreie Rente) zum 01.01.2024 möglich.

          Es fehlen also bis zu diesem Termin (Ausscheiden am 31.12.2020 aus dem Berufsleben) noch 3 Jahre. Eventuell hast Du Dich im Blog schon mit der Möglichkeit eines Dispositionsjahres belesen. Damit wäre unter Umständen eine Vermeidung von Sperr- und Ruhenszeiten, dito eine Steueroptimierung der Abfindungszahlung möglich.

          „Wegen der Abfindung habe ich wohl eine Sperre und Wartezeit von 1 Jahr.“

          Nein, nicht unbedingt. Ich empfehle Dir das Buch vom Privatier „Per Abfindung in den Ruhestand“ (siehe oben rechts). Da findest Du viele nützliche Tipps zum Dispositionsjahr, Vermeidung von Sperr- und Ruhezeiten, Steueroptimierung der Abfindungszahlung und viele andere nützliche Informationen mit Beispielen untersetzt. Es lohnt sich echt, alles kompakt zusammengefasst ….

          Gruß
          Lars

          PS: oben war ein Fehler von mir, muss heißen … Altersgrenze würde zwischen 03/2023 und 03/2024 liegen …

    • @Peter-F: Bitte beachten Sie, dass ich Ihren Namen leicht verändert habe. Bitte nutzen Sie zukünftig nur den geänderten Namen. Danke.

      Zur Ihrer Frage: Wenn Sie bereits jetzt mehr als 45 Beitragsjahre vorweisen können, so können Sie (wenn Sie das entsprechende Alter erreicht haben) Ihre abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen. Da ändert auch eine vorangehende Phase der Arbeitslosigkeit und/oder Beschäftigungslosigkeit nichts daran.

      „Abschlagsfrei“ bedeutet aber in diesem Zusammenhang nur, dass von der dann berechneten Rente keine Abzüge wegen einer vorzeitigen Inanspruchnahmem vorgenommen werden.
      Es bedeutet jedoch nicht, dass Sie die Rente, die Sie aktuell auf Ihren jährlich zugeschickten Renteninformationen ablesen können, dann auch bekommen. Ihre tatsächliche Rente dürfte etwas geringer sein, als der dort als Prognose ausgewiesene Wert, aber auch höher als der bisher erreichte Anspruch. Und die dort genannten Werte sind Bruttowerte! Davon gehen noch die KV-Beiträge ab. Und für die Steuer sollte man auch etwas einkalkulieren.

      Gruß, Der Privatier

  22. Guten Morgen,

    ich habe ihr Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ bekommen, sehr interessant.

    Ich habe trotzdem noch eine Frage: ( 61 Jahre und 45,5 Jahre Betriebszugehörigkeit)

    wie gesagt , Auflösungsvertrag zum 31.12.2020 bei einem Flugzeughersteller aufgrund Corona, ich bekomme eine Abfindung mit zusätzlicher Abfindung für die 7 monatige Kündigungsfrist, dann noch die Auszahlung meines Lenensarbeitszeitkontos( Gehalt von 11 Monaten). Alles wird in Januar 2021 ausgezahlt.

    Dann mache ich das Dispositionsjahr ( Krankenkasse/Pflege und Rentenversicherung zahle ich in diesem Jahr selber)und melde mich im Dezember zum 01.01.2022 arbeitslos. Ich bekomme eigentlich 24 Monate Arbeitslosengeld berechnet nach dem Bruttogehalt von 2020.

    Ist das sicher und sind nach dem Dispositionsjahr alle Wartezeiten und Sperren aufgehoben.

    Vielen Dank für ein Feedback.

    Gruß, Peter F.

    • „Ist das sicher?“

      Naja… was ist schon sicher? 😉
      Denn natürlich gibt es Risiken, die mit einem Dispojahr verbunden sind. Diese sind aber im Buch auch beschrieben und wenn wir diese Risiken einmal ausklammern und davon ausgehen, dass die aktuelle Rechtslage auch zum Ende Ihres Dispojahres noch besteht, dann darf die Agentur für Arbeit Ihnen weder den Anspruch kürzen noch verschieben.
      Ggfs. könnten Sie noch eine „Sperrzeit ohne Minderung des Anspruches“ bekommen. Ist auch im Buch (s.201) beschrieben.

      Gruß, Der Privatier

  23. Hallo,
    wenn man das Ziel hat, von der PKV noch vor 55 in die GKV zu kommmen und hierfür das Mittel der Versicherungspflichtgrenze wählen möchte -> gilt der monatl. Kauf von Mitarbeiteraktien (welcher nach meinem Verständnis bzgl. der Kauf-Werte direkt vom Lohn abgezogen wird), um für einen ausreichenden Zeitraum unter die Grenze fallen zu können und wenn ja, sind rechnerisch auf ein Jahr umgerechnet 3 Monate ausreichend (d.h. Kauf von Mitarbeiteraktien diese drei Monate in ausreichender Höhe, so dass ich jeweils unter ein Bruttoeinkommen von 4.837 EUR komme) oder muss ich 1 Kalenderjahr lang kaufen und gibt es wertmäßig Wert-Grenzen bzgl. der Anerkennung (-> was muss ich beachten, damit das Ziel gelingt)?
    Danke schon jetzt.
    Stefan

    • Zunächst einmal ist für die Entscheidung „pflichtversichert oder nicht“ die Jahresentgeltgrenze (JAEG) von Bedeutung. Diese beträgt für 2020: 62.550€ und für 2021 (voraussichtlich): 64.350€. Sobald man diese unterschreitet, wird man wieder pflichtversichert.
      Hier ist aber das ganze Jahr entscheidend, d.h. sobald sich Änderungen bei den Bezügen ergeben, muss eine neue Jahresprognose erstellt werden. Bei der Frage, was nun genau mit in dieses Jahresentgelt einbezogen wird, gibt es regelmässig unterschiedliche Auffassungen und auch einige Urteile.

      Das dürfte auch auf den Bezug von Mitarbeiter-Aktien zutreffen, zumal es hier eine ganze Reihe von unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten gibt (zusätzl. zum Arbeitslohn oder anstelle vom Arbeitslohn, abgerechnet vom Brutto- oder Netto-Gehalt, vertraglich zugesichert oder nicht, einmalig/regelmässig, usw.).
      Weitere Details zu dieser Fragestellung sind mir aber nicht bekannt.

      Gruß, Der Privatier

      • Zunächst einmal ist für die Entscheidung „pflichtversichert oder nicht“ der Versicherungsstatus vom 31.12.2002 von Bedeutung. Dieser entscheidet nämlich auch heute noch darüber, welche der beiden Jahresarbeitsentgeltgrenzen überhaupt gilt (§ 6 Abs. 6 SGB V, 2020 = 62.550 € oder § 6 Abs. 7 SGB V, 2020 = 56.250 €) …

        Zu den Mitarbeiteraktien: funktioniert nicht. Entweder sie werden „statt Geld“ vom Arbeitgeber geleistet, dann sind sie als Sachbezug Teil des Arbeitsentgelts, oder sie werden vom Mitarbeiter gekauft, dann hat der Arbeitgeber zuvor anrechenbares Arbeitsentgelt gezahlt (Schritt 1), für dass sofort Aktien gekauft werden (Schritt 2), bei verbilligtem Bezug gilt zusätzlich ggf. der Unterschiedsbetrag zwischen „Marktpreis“ und Abgabewert als Sachbezug, der dem Entgelt hinzugerechnet wird.

  24. Hallo Stefan,

    deine Frage ist schon sehr speziell und sicher in einem Forum zur gesetzlichen Krankenversicherung besser ausgehoben, als hier (ggf. auch noch besser per direkter Nachfrage bei der Ziel-Krankenkasse).

    Stiftung Warentest Finanztest sagt dazu u.a. – Zitat:
    „Wie Arbeitnehmer in die Kasse zurück­kommen
    Arbeitnehmer unter 55 Jahren werden wieder versicherungs­pflichtig, wenn ihr Einkommen unter die Jahres­arbeits­entgelt­grenze von derzeit 62 550 Euro brutto im Jahr (5 212,50 Euro im Monat) sinkt. Zum Entgelt zählen auch regel­mäßige Sonderzah­lungen wie Weihnachts- oder Urlaubs­geld. Wer schon am 31. Dezember 2002 privat versichert war, muss sein Gehalt sogar unter 56 250 Euro brutto im Jahr (4 687,50 Euro im Monat) drücken.“
    Quelle: https://www.test.de/Krankenversicherung-Zurueck-in-die-gesetzliche-Kasse-so-gehts-4988897-0/

    Wie du siehst kommt es auf mehreren Punkten und den speziellen Einzelfall an.

    Viele Grüße und viel Erfolg
    Stephan

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