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Änderungen der 9/10-Regel für die KVdR — 8 Kommentare

  1. Grundsätzlich hatte ich zu der Thematik jetzt mehrere Anfragen mit der Bitte um Klarstellung:

    Bezieht sich das nur auf Rentner, die zum Zeitpunkt des Renteneintritts bei einer privaten KV versichert waren, oder auch auf Rentner, die zum Zeitpunkt des Renteneintritts gesetzlich versichert waren, aber nun aufgrund der bsiherigen 9/10 Regelung nur in der freiwillig gesetzlichen KV versichert sind.
    Die Nachteile bei der freiwillig gesetzlichen KV sind ja im wesentlichen, dass Miet- und Kapitaleinkünfte der KV Pflicht unterliegen und das zum vollen Beitragssatz. (gleiches gilt für die Pflegeversicherung.

    • „Bezieht sich das nur auf Rentner, die zum Zeitpunkt des Renteneintritts bei einer privaten KV versichert waren?“

      Nein – auf die bezieht es sich überhaupt nicht! Wer beim Renteneintritt in einer privaten KV ist, bleibt dies auch als Rentner. Und das gilt in den meisten Fällen übrigens bereits ab dem 55. Lebensjahr. Danach wird ein Wechsel in eine GKV ziemlich schwierig.

      Insofern gilt diese Regel nur für gesetzlich Versicherte. Und sie entscheidet eben darüber, ob es sich um eine freiwillige Versicherung oder eine Pflichversicherung handelt. Mit den richtig beschriebenen Nachteilen für die Einstufung als freiwillig Versicherter.

      Gruß, Der Privatier

    • Ja, richtig. Wie ich im obigen Beitrag schon geschrieben habe (letzter Abschnitt), gilt diese neue Regelung auch für Altfälle.

      Wobei mit „Altfälle“ alle diejenigen gemeint sind, die heute bereits Rentner sind und bei denen bei Rentenbeginn festgestellt wurde, dass sie die 9/10-Regel nicht erfüllen und die somit heute als freiwilliges Mitglied einer GKV geführt werden. Wer von diesem Personenkreis meint, dass er aufgrund der neuen Regelung heute die 9/10-Regel erfüllen würde, sollte möglichst bald einen (formlosen) Antrag an seine KV auf eine erneute Überprüfung stellen.

      Sollte sich dabei herausstellen, dass jetzt die Bedingungen für die Mitgliedschaft in der KVdR erfüllt sind, so gilt diese dann allerdings frühestens ab 1.8.2017. Also nicht rückwirkend!

      Gruß, Der Privatier

  2. HAllo,
    ich möchte den Satz noch ergänzen „… auch Kapitaleinkünfte für die Berechnung der Beiträge herangezogen werden.“ Es werden auch die Einkünfte aus V&V (Vermietung und Verpachtung) von der KK erfragt und der vollen Verbeitragung unterworfen. Das betrifft besonders die „Betonrentner“, die üfr Schuldenfreiheit zum Renteneintritt gesorgt haben.
    Es können sich somit erhebliche Einsparungen erzielen lassen.
    Und übrigens : „Schwindeln“ fällt auf – die KK lassen sich einfach die Einkommensteuererklärung vorlegen.
    Gruß an alle KVdR’ler und die, die es jetzt werden können …

    • Ja, richtig. Danke für die Ergänzung!
      Man könnte vielleicht auch vereinfachend sagen, dass bei einem freiwillig Versicherten ALLE Einkünfte der Beitragsberechnung unterworfen werfen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo, noch eine ergänzende Frage zu Ihrem interessanten Beitrag:
    Ist es auch unerheblich, wenn nach dem ersten Tag der Erwerbstätigkeit (als Lehrling) ein Studium absolviert wurde?
    Freundliche Grüße

    • Ja, es ist unerheblich, welchen Verlauf die Erwerbstätigkeit zwischen dem Beginn der Erwerbstätigkeit und dem Ende (Rentenantrag) genommen hat. Also auch Zeiten der Nicht-Beschäftigung spielen keine Rolle. Es geht zunächst nur um Anfang und Ende.

      Und für die zweite Hälfte dann eben um den Anteil der gesetzlichen KV.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich wollte übrigens nicht zum Ausdruck bringen, dass ich ein Studium für eine Zeit der Nicht-Beschäftigung halte… 😉

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