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Änderungen der 9/10-Regel für die KVdR — 15 Kommentare

  1. Grundsätzlich hatte ich zu der Thematik jetzt mehrere Anfragen mit der Bitte um Klarstellung:

    Bezieht sich das nur auf Rentner, die zum Zeitpunkt des Renteneintritts bei einer privaten KV versichert waren, oder auch auf Rentner, die zum Zeitpunkt des Renteneintritts gesetzlich versichert waren, aber nun aufgrund der bsiherigen 9/10 Regelung nur in der freiwillig gesetzlichen KV versichert sind.
    Die Nachteile bei der freiwillig gesetzlichen KV sind ja im wesentlichen, dass Miet- und Kapitaleinkünfte der KV Pflicht unterliegen und das zum vollen Beitragssatz. (gleiches gilt für die Pflegeversicherung.

    • „Bezieht sich das nur auf Rentner, die zum Zeitpunkt des Renteneintritts bei einer privaten KV versichert waren?“

      Nein – auf die bezieht es sich überhaupt nicht! Wer beim Renteneintritt in einer privaten KV ist, bleibt dies auch als Rentner. Und das gilt in den meisten Fällen übrigens bereits ab dem 55. Lebensjahr. Danach wird ein Wechsel in eine GKV ziemlich schwierig.

      Insofern gilt diese Regel nur für gesetzlich Versicherte. Und sie entscheidet eben darüber, ob es sich um eine freiwillige Versicherung oder eine Pflichversicherung handelt. Mit den richtig beschriebenen Nachteilen für die Einstufung als freiwillig Versicherter.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Peter,

        wie immer ist es im Detail kompliziert.

        Grundsätzlich greift die Neuregelung ALLE Rentner auf – auch diejenigen, die in der PKV sind. Davon, dass die zusätzliche Anrechnungszeit nur für GKV-Mitglieder gelten soll, steht in § 5 Abs. 2 Satz 3 SGB V nämlich nichts.

        Was passiert nun, wenn ein Bestandsrentner in der PKV nun durch die Neuregelung plötzlich die Voraussetzungen der KVdR erfüllt und damit dem Grunde nach versicherungspflichtig wird? Dann ist die berüchtigte Regelung mit dem 55. Lebensjahr zu prüfen, die in der Regel dafür sorgt, dass die Versicherungspflicht durch Versicherungsfreiheit verdrängt wird. Diese Regelung steht in § 6 Abs. 3a SGB V und lautet im hier interessanten Teil:

        […] Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren. Der Voraussetzung nach Satz 2 stehen die Ehe oder die Lebenspartnerschaft mit einer in Satz 2 genannten Person gleich. […]

        Für die Versicherungsfreiheit (und damit den Ausschluß aus der GKV trotz der grundsätzlich bestehenden Versicherungspflicht) gibt es also drei Voraussetzungen, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen damit die Tür zur GKV zu bleibt:

        1.) Die Versicherungspflicht tritt nach Vollendung des 55. Lebensjahres ein.

        ==> Diese Voraussetzung ist bei Altersrentnern immer erfüllt.

        2.) In den letzten 5 Jahren vor Beginn der Versicherungspflicht bestand keine gesetzliche Versicherung.

        ==> Die Neuregelung trat zum 01.08.2017 in Kraft. Die 5-Jahres-Frist läuft damit vom 01.08.2012 bis 31.07.2017. Wer in diesem Zeitraum auch nur einen Tag in der GKV war und durch die Neuregelung die KVdR-Voraussetzungen erfüllt, kommt in die GKV.

        3.) Mindestens in der Hälfte des 5-Jahres-Zeitraums [01.08.2012-31.07.2017] war der Rentner entweder
        a) versicherungsfrei [§ 6 SGB V] oder
        b) von der Versucherungspflicht befreit [§ 8 SGB V] oder
        c) hauptberuflich selbstständig erwerbstätig [§ 5 Abs. 5 SGB V]

        ==> Diese Bedingung führt ein Schattendasein und wird gerne übersehen. Durch die Verweise auf die Versicherungsfreiheit [a)] und die Befreiung von der Versicherungspflicht [b)], die wiederum für sich genommen teilweise schon an komplizierte und nicht laienverständliche Bedingungen geknüpft sind wird es auch nicht einfacher. Und dann muss im Zweifel auch noch geprüft werden, ob denn vielleicht der Ehepartner a), b) oder c) erfüllt hat.

        Wer als PKV-Versicherter in der Zeit vom 01.08.2012 bis 31.07.2017 mindestens 2,5 Jahre (die nicht zusammenhängen müssen!) „einfach nur Rentner“ war – und durch die Neuregelung der Anrechnungszeiten nun die KVdR-Voraussetzungen erfüllt – hat gute Chancen keines der Ausschlusskriterien aus 3 a-c) zu erfüllen – und damit auch nach dem 55. Geburtstag in die GKV wechseln zu können. Im Detail kann das aber eine sehr komplizierte Prüfung werden.

        Allerdings sollte man nicht bei jeder Kasse darauf setzen, dass diese Regelung auch direkt so erkannt wird. Da braucht es ggf. schon mal Beistand, Durchsetzungsvermögen und die Bereitschaft, vor Gericht zu ziehen … Oft wird nur 1.) und 2.) geprüft und dann pauschal abgelehnt.

        • UIUIUIUIUIUI DANKE Swantje
          Einfacher wird es scheinbar nicht , vermutlich NUR wieder anders .
          Daher würde ich als Point of no return , z.Zt . auch NICHT 55 annehmen , sondern
          mindestens mal 54 ( wenn zuammenhängend das Jahr davor pflichtig Versichert ) , oder
          53 ( wenn UNzusammenhängend 24 Monate pflichtig Versichert in GKV ) .
          Da stellt sich mir jedoch auch die weitere Frage , ob denn GKV in der GKVdR , überhaupt
          noch möglich ist , egal ob freiwilliges oder pflichtiges Mitglied . M.M.n. , müsste
          eigentlich nur das “ ANKOMMEN “ in der GKVdR , dafür entscheidend sein , welchen Status ich
          dann Überhaupt belege . Also KEIN ( da Versicherungsfrei in GKV , obwohl
          Versicherungspflicht in der BRD besteht , somit Versicherungspflicht in PKV ) ,
          oder GKVdR Pflichtmitglied , oder GKVdR freiwilliges Mitglied .
          Eine spätere „Verweisung“ zur PKV ( also 55 Pflichtmitglied GKV , dann von 55 bis
          z.B. 67 freiwilliges Mitglied GKV , dann ab 67 rücküberweisung in PKV ) ist mir
          jedenfalls noch nicht bekannt geworden , hast Du da bereits andere Kenntnisse ?????
          Und wieso kommst Du auf 2,5 Jahre = 30 Monate , ich bin eigentlich von 2 Jahren = 24 Monaten
          ausgegangen . Danke schon mal fürs Gedanken machen .

          LG Det

          • Hallo Det,

            ich bin mir nicht ganz sicher, was ich aus deinem wirren Beitrag machen soll.

            In Peters Beitrag und meinem Kommentar geht es ausschließlich um die Voraussetzungen, nach denen Versicherungspflicht eintritt oder eben nicht eintritt. Dazu müssen bestimmte //Vorversicherungszeiten// erfüllt sein. Hier hat es zum 01.08.2017 eine gravierende Änderung gegeben. Diese Änderung eröffnet heutigen PKV-Rentnern ggf. eine Rückkehrmöglichkeit in die GKV.

            Die Regelung mit „letzte 12 Monate am Stück / 24 Monate innerhalb von 5 Jahren“ die in deinen Überlegungen immer wieder eine Rolle spielt, heißt zwar auch //Vorversicherungszeit//, bezieht (bezog) sich aber auf etwas ganz anderes. Nämlich die Frage, ob du dich freiwillig (nicht: pflichtversichert) in der GKV versichern kannst.

            Und – mal ganz platt: Vergiss einfach alles, was mit dieser 12- bzw. 24-Monatsregel zu tun hat. Wann immer du merkst, dass du wieder mit diesen Fristen rechnest, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du auf dem falschen Dampfer bist. Wie andernorts schon geschrieben: Durch § 188 Abs. 4 SGB V haben diese Fristen praktisch keine Relevanz mehr.

            Wichtig für dich ist nur: wirst du versicherungspflichtig bevor du 55 wirst oder nicht? Und von den 16 möglichen Arten der Versicherungspflicht (§ 5 Abs. 1 SGB V) dürften alle, die hier lesen regelmäßig 14 sofort vergessen. Bleiben 2, die eventuell relevant sein könnten:

            1.) versicherungspflichtige Beschäftigung (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V) oder
            2.) Versicherungspflicht wegen Bezug von Arbeitslosengeld I (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V)

            Und zu den 2,5 Jahren: nochmal eine ganz andere Baustelle. Lies den Gesetzestext, den ich im ersten Beitrag zitiert habe, noch einmal vollständig. Da steht etwas von „in den letzten 5 Jahren“ und von „mindestens die Hälfte dieser Zeit“. Die Hälfte von 5 Jahren (60 Monate) sind 2,5 Jahre (30 Monate).

            In Bezug auf die KVdR siehe z.B. Punkte R4.3/R4.3.3 hier:
            http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB5_5FFR0&id=%A7%A7%205%20ff.%20Mitgliedschaft%20in%20der%20gesetzlichen%20Krankenversicherung%20%205%20178

            Aber Vorsicht mit Eigeninterpretationen beim (Weiter-)lesen oder Stöbern in der Arbeitsanweisung. Die ist eigentlich für Fachleute gedacht und gespickt mit harmlos aussehenden Worten, die für Laien häufig gleich klingen und im Detail interpretiert werden möchten. Schon versicherungsfrei/von der Versicherungspflicht befreit/nicht versicherungspflichtig beschreibt zum Beispiel 3 klar abgegrenzte Tatbestände in klar unterschiedlichen Konstellationen.

      • Hallo Swantje,

        ganz herzlichen Dank für diese ausführlichen Ergänzungen bzw. Richtigstellungen!

        Die Ausführungen zeigen, dass die Regeln für einen Wechsel von PKV zur GKV teilweise sehr komplex sein können und bestätigen mich darin, mich zur der Wechsel-Thematik auch weiterhin nicht zu äußern, weil mir schlicht das Hintergrundwissen fehlt.

        Ich werde für mich selber einmal die vereinfachten Formulierungen (quasi als Quintessenz) in Erinnerungen behalten:

        Wichtig ist nur: wirst du versicherungspflichtig bevor du 55 wirst oder nicht?
        Und von den 16 möglichen Arten der Versicherungspflicht (§ 5 Abs. 1 SGB V) dürften alle, die hier lesen regelmäßig 14 sofort vergessen. Bleiben 2, die eventuell relevant sein könnten:

        1.) versicherungspflichtige Beschäftigung (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V) oder
        2.) Versicherungspflicht wegen Bezug von Arbeitslosengeld I (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V)

        Ich denke, dass ist schon einmal eine grobe Richtlinie, an der man sich gut orientieren kann.

        Noch einmal Danke für Mühe und
        Gruß, Der Privatier

    • Ja, richtig. Wie ich im obigen Beitrag schon geschrieben habe (letzter Abschnitt), gilt diese neue Regelung auch für Altfälle.

      Wobei mit „Altfälle“ alle diejenigen gemeint sind, die heute bereits Rentner sind und bei denen bei Rentenbeginn festgestellt wurde, dass sie die 9/10-Regel nicht erfüllen und die somit heute als freiwilliges Mitglied einer GKV geführt werden. Wer von diesem Personenkreis meint, dass er aufgrund der neuen Regelung heute die 9/10-Regel erfüllen würde, sollte möglichst bald einen (formlosen) Antrag an seine KV auf eine erneute Überprüfung stellen.

      Sollte sich dabei herausstellen, dass jetzt die Bedingungen für die Mitgliedschaft in der KVdR erfüllt sind, so gilt diese dann allerdings frühestens ab 1.8.2017. Also nicht rückwirkend!

      Gruß, Der Privatier

  2. HAllo,
    ich möchte den Satz noch ergänzen „… auch Kapitaleinkünfte für die Berechnung der Beiträge herangezogen werden.“ Es werden auch die Einkünfte aus V&V (Vermietung und Verpachtung) von der KK erfragt und der vollen Verbeitragung unterworfen. Das betrifft besonders die „Betonrentner“, die üfr Schuldenfreiheit zum Renteneintritt gesorgt haben.
    Es können sich somit erhebliche Einsparungen erzielen lassen.
    Und übrigens : „Schwindeln“ fällt auf – die KK lassen sich einfach die Einkommensteuererklärung vorlegen.
    Gruß an alle KVdR’ler und die, die es jetzt werden können …

    • Ja, richtig. Danke für die Ergänzung!
      Man könnte vielleicht auch vereinfachend sagen, dass bei einem freiwillig Versicherten ALLE Einkünfte der Beitragsberechnung unterworfen werfen.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo, noch eine ergänzende Frage zu Ihrem interessanten Beitrag:
    Ist es auch unerheblich, wenn nach dem ersten Tag der Erwerbstätigkeit (als Lehrling) ein Studium absolviert wurde?
    Freundliche Grüße

    • Ja, es ist unerheblich, welchen Verlauf die Erwerbstätigkeit zwischen dem Beginn der Erwerbstätigkeit und dem Ende (Rentenantrag) genommen hat. Also auch Zeiten der Nicht-Beschäftigung spielen keine Rolle. Es geht zunächst nur um Anfang und Ende.

      Und für die zweite Hälfte dann eben um den Anteil der gesetzlichen KV.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich wollte übrigens nicht zum Ausdruck bringen, dass ich ein Studium für eine Zeit der Nicht-Beschäftigung halte… 😉

  4. Hallo Swantje
    Sorry , wegen Verschachtelung zu spät gelesen ( Antwort vom 26.08.2017 , 10:14 )
    Danke erstmal fürs entwirren .

    Meine angepasste Sichtweise wäre jetzt :

    1) 54 Jahre und 364 Tage reichen aus , um nach §5 SGB V , Versicherungspflichtig
    ( also alle Personengruppen , die unter §5 fallen ) auf den letzten Tag zu werden .
    Die Vorversicherungszeit von 12 ( zusammenhängenden ) b.z.w. 24
    ( unzusammenhängenden ) Monaten entfällt ( wegen §188 Abs.4 ) .

    Somit wären alle Arbeitnehmer die ÜBERWIEGEND ABHÄNGIG BESCHÄFTIGT sind und unter der
    Beitragsbemessungsgrenze bleiben , mit einem Tag VOR erreichen des 55 Lebensjahrs dann Versicherungspflichtig und könnten in der GKV ( ab dem ersten Tag )“ Plichtig “ versichert
    sein . ( Oder alternativ dazu Personengruppe §5 Abs.2 SGB V )

    Dieses würde ja dann auch weiterhin bedeuten , das ich erst mit 54 und 364 Tage , einen
    Arbeitsvertrag haben müsste , bei den der Lohn unter der Beitragsbemessungsgrenze liegen
    würde und das Arbeitsverhältnis als ÜBERWIEGEND ABHÄNGIG BESCHÄFTIGT zu sehen wäre .
    ( Also NICHT noch eine zusätzlich ÜBERWIEGEND SELBSTSTÄNDIGE TÄTIGKEIT AUSÜBEN WÜRDE )

    Einmal in die Pflichtige GKV gekommen , kann ich dann auch bis zum Sankt Nimmerleinstag
    meine Einkommen , dann auch später in der Freiwilligen GKV ( Wenn dann irgendwann SPÄTER
    NACH 55 , mal der Arbeitsvertrag beendet sein sollte , davor ja Pflichtig ) weiter
    “ Prozentual Verbeitragen “ lassen .

    Somit wäre dann ein weiteres VERBLEIBEN in der GKV , nach dem Plichtigen ANKOMMEN VOR 55 ,
    ohne berücksichtigung der Vorversicherungszeiten VOR 55 , ja dann auch NACH 55 , mit
    Arbeitseinkommen PLICHTIG ein weiterer Verbleib in der GKV gegeben .
    OHNE Arbeitseinkommen nach 55 , wäre dann “ Freiwilliges Mitglied Selbstzahler “
    auch nach 55 dann in GKV verbleibend , m.M.n. weiterhin möglich .

    2) Bei Personen nach §6 hindert m.M.n. ja nur die Beitragsbemessungsgrenze , normalerweise
    würde ich §6 als Wahlfreiheit für Personengruppen über der Beitragsbemessungsgrenze sehen .

    3) Bei geprüften §9 würde ich es analog zu §5 sehen ( jedoch hierbei dann nicht Pflichtig
    sondern Freiwilliges Mitglied Selbstzahler ) . Also auch hier müssten ja eigentlich die
    Vorversicherungszeiten entfallen . D.h. m.M.n. auch wenn ich keinen Arbeitgeber finden
    würde , der mich zu MEINEN Bedingungen VOR 55 einstellt , bestände hier doch die
    Möglichkeit , eine zwar Beitragsmässig höhere , aber immer noch relativ “ Prozentual “
    an meinen Einkommensmöglichkeiten angepassten , Gesetzlichen Krankenversicherungsschutz
    zu bekommen .

    4) §10 entfällt bei mir , da bereits ohne Arbeitseinkommen , Leibrenten über 450,00 Euro/Mon.
    im Bezug sind . Da bei GKV jedoch NICHT wie beim FA nach Ertragsanteil( also Zinsen
    OHNE Kapitalstockabschmelzung , da Grundsatz der NICHT möglichen Doppelbesteuerung
    beim FA besteht , Kapitalstock jedoch bei Bildung bereits versteuert wurde , somit in
    der Folge hier kein zweites mal besteuert werden kann , Zinsen jedoch schon , da Gewinn )

    sondern Zahlbetrag ( also Zinsen plus Verbrauchsanteil des Kapitalstocks ) der
    mon. Leibrente abgerechnet wird , hier auch keine Möglichkeit z.Zt. noch in die
    Familienversicherung ( also Rechtsgrundlage ohne eigenen Rechtanspruch ) unterzukommen .

    Die unterschiedliche Sichtweise auf den Kapitalstock / zu Verbreitragung anzunehmendes
    Einkommen , hatten wir ja bereits an anderer Stelle ( Danke nochmal dafür ) .
    Selbst wenn sämtliche ( nach Privatier : liquiden ) Vermögenswerte übertragen würden ,
    wäre §10 bei mir m.M.n. eh nicht möglich .

    LG Det

    • Hallo Det,

      zu 3: Ein Beitritt zur freiwilligen KV ohne den Umweg der vorherigen Versicherungspflicht ist für dich nicht möglich. Nach § 9 Abs. 2 SGB V muss dieser Beitritt nämlich innerhalb von 3 Monaten nach Ende der letzten gesetzlichen Versicherung beantragt werden. Diese Frist ist abgelaufen, damit spielt § 9 für dich absolut keine Rolle mehr. Da du durch deine Leibrenten auch keine Möglichkeit mehr auf Familienversicherung hast, ist die einzig mögliche Paragraphenkette für dich § 5 SGB V ==> § 188 SGB V.

      Zum Rest: im Wesentlichen richtig. Eine Planung auf den letzten Tag ist ein Ritt auf der Rasierklinge, aber das weißt du sicher selbst. Ich würde es nicht darauf ankommen lassen, sondern mit Puffer für Unvorhergesehenes planen. Und: Wenn irgendwie möglich würde ich die Prüfung „überwiegend beschäftigt oder hauptberuflich selbstständig“ vermeiden, also: keine Selbstständigkeit. Einfach um eine häufige Entgleisungsursache für solche Pläne aus dem Weg zu räumen – es geht auch mit nebenberuflicher Selbstständigkeit. Je weniger Sachverhalte zu prüfen sind, desto geringer ist die Chance auf einen Fehler. (Sei es auf Seite der Planung oder der Prüfung). Und wie immer: alles Stand heute. Was in x Jahren (oder auch nur nach den Wahlen in 3,5 Wochen) ist, weiß niemand.

      Gruß
      Swantje

  5. Hallo Swantje
    Danke für deine , wie immer , durchdachte Meinung .

    Plan war eigentlich , kurzzeitiges Arbeitsverhältnis , dann §9 ( Abs.2 in diesem Fall dann
    unerheblich ) , MIT Prüfung “ überwiegend beschäftigt oder hauptberuflich selbstständig “
    mit dann zu akzeptierenden höheren ( aber immer noch prozentualen ) Beiträgen da dann in GKV
    freiwilliges “ Pflichtversichertes “ Mitglied . Der Vorteil dieses Vorgehens , wäre das
    Betriebsvermögen , weiterhin zu nutzen und die Erträge sowie die Kosten in den bisher
    von mir gemachten Rahmen abrechnen zu können ( z.Zt. noch Bilanzierend dann evt. 4.3 Rechnung ).

    Alternativ : Die einzig mögliche Paragraphenkette §5 SGB V ( mit §188 SGB V ) mit
    VORHER aufzulösenden Betriebsvermögen . Dann könnte selbstverständlich auch die
    Prüfung “ überwiegend beschäftigt oder hauptberuflich selbstständig “ entfallen .
    Selbstverständlich Nicht auf der Rasierklinge , daher denke ich ja bereits jetzt schon
    frühzeitig darüber nach .

    Folge daraus : Bereits erste Immo aus Privatbestand nach fast 20 Jahren halten
    ( also über 10 Jähriger Bindungsfrist , Steuer und Gewinn-neutral ) verkauft .
    Problem hierbei : Offiziel Obdachlos . Frage nun : Wo soll meine neue Meldeadresse sein .
    Da Immobestand eh weniger werden soll , kommt ein Neukauf nicht mehr in Frage . Daher :

    Welche Immo aus Bestand , soll nun nicht mehr dem Betriebsvermögen zugeordnet werden ,
    da ja da dann eine Nutzungsänderung einsetzt . Auflösung dann jedoch vermutlich dort
    Gewinnerhöhend . Kosten im Privatbestand nicht mehr berücksichtigungsfähig .
    Das sind alles so kleine Nebenüberlegungen , die ich jedoch für mich auch immer mit meinen
    Steuerberater berücksichtigen muss . Hier wird praktisch das Ansparen des Betriebsvermögens
    bei Entnahme natürlich doch wieder besteuert , es war im Grunde selbstverständlich nur eine verschiebung auf Später . Und Später ist halt JETZT . Somit dann JETZT das zu bezahlen , was
    über die Jahre an Wertverlust nach AFA – Bewertung , im Vergleich zu tatsächlichen Wert nach
    Gutachen FA an Differenz aufgelaufen ist . Der Vorteil der Betrieblichen Nutzung entfällt dann
    und selbstverständlich auch der Kostenvorteil im Betrieb . Privat wäre es mir garnicht möglich
    aufgrund meines Einkommens , einen Immobesitz OHNE Mieteinnahmen in dieser Größenordnung
    zu halten . D.h. der Gewinn aus Betrieb ist zu einem Teil in den Aufwand Immo geflossen .
    Sollte ich dann irgendwann mal nur noch Voll Privatier sein , sind dann meine Nutzungsmöglichkeiten
    auch stark eingeschränkt . Also das Betriebsleben stark verkleinert , das Privatleben stark
    vergrößert , mit allen negativen ( also ungewünschten ) und positiven Folgen daraus .

    Die dann für mich äußerst spannende Frage , wird dann eher sein , reichen die passiven
    Einkünfte auch für einen passiven Privatier Lebens-Wandel ????? . Bei einen PKV Beitrag , der
    einfach in Summe abzuführen ist , evt. nicht mehr . Daher wäre auch die Prozentuale Bebeitragung
    zu den passiven Einkünften , dann die von mir gewünschte . Hierbei wäre es mir auch egal ob
    Freiwillig ( Dann natürlich mehr zu Verbeitragen ) oder Pflichtig ( Günstiger ) in GKV .

    Ein wenig Zeit habe ich ja glücklicherweise durch §188 Abs.4 SGB V wieder dazugeschenkt bekommen .
    Ich hoffe mal darauf , das dieses nicht nur ein kleines Zeitfenster ist .
    Aber ein auflösen des Betriebsvermögens geht für mich auch nicht von Heute auf Morgen .
    Da sind dann doch etwas umfänglichere Fragen zu klären .

    Danke Swantje wie immer , für deine Kompetenz , die ich sehr schätze .
    Ich glaube der Peter auch .

    LG Det

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