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Abfindung und Familienversicherung — 69 Kommentare

  1. Wenn das so durchgeht, kann das ganz massive Auswirkungen haben! Hier ein Beispiel:

    durchschnittliches monatl. Einkommen: EUR 5.000
    Abfindung: EUR 120.000

    Somit werden 24 Monate lang ein fiktives Einkommen von EUR 5.000 unterstellt.

    Das liegt über der Beitragsbemessungsgrenze und führt zu einem Betrag von über EUR 620 (+ Zusatzbeitrag) zzgl. Pflegeversicherung. Damit kommt man dann auf ca. EUR 700 im Monat. Einen Arbeitgeberanteil gibt es nicht mehr.

    Damit gehen in den 2 Jahren EUR 16.800 an die Krankenkasse…

    Heftig wie sich das auswirken kann!

    Allen zukünftigen Empfängern einer Abfindung kann man nur wünschen, dass der Entwurf so nicht durchgehen wird.

    Viele Grüße

    Holger

    • 24 Monatsgehälter Abfindung wären aber auch unüblich, oder?
      Nehmen wir einmal an, man war gewaltige 30 Jahre bei derselben Firma beschäftigt. Wenn man dann ein halbes Monatsgehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit bekommt, wären wir bei 15 Monatsgehältern.
      Okay, vielleicht hat der Typ in deinem Beispiel gut verhandelt… Also, denkbar ist das Beispiel schon. Und auch eindrucksvoll.

      • Ich denke nicht, das 24 Monatsgehälter „unüblich“ sind.

        Im Übrigen ist die Dauer der Betriebszugehörigkeit nur eine Methode, die Höhe einer Abfindung zu berechnen. Und dabei würde ich dann das halbe Monatsgehlt eher als untere Grenze ansehen.
        Eine andere – gerade bei älteren Mitarbeitern gerne angewandte – Methode ist es, die Zeit bis zur Rente auszurechnen und hier einen gewissen Prozentsatz des entgangenen Einkommens als Abfindung zu berücksichtigen. Die Vorgehensweise entsprricht auch viel mehr dem eigentlichen Gedanken einer Abfindung.

        Gruß, Der Privatier

    • Danke für Dein Beispiel, Holger. Ich muss es aber ein wenig korrigieren. 😉

      Zunächst einmal erreicht der monatliche Beitrag für KV+PV durchaus die 800€ bzw. liegt sogar noch darüber (wie im Beitrag oben bereits geschrieben). Der durchschnittliche Beitragssatz beträgt aktuell nämlich 14,6% + 1% Zusatzbeitrag, zzgl. 2,55% bzw. 2,8% für die Pflegeversicherung. Es sind also mindestens:
      14,6% + 1% + 2,55% = 18,15% zu zahlen. Bei Einkünften über der BBG von 4425€/Monat sind das: 4425€ * 18,15% = 803€/Monat. Für Kinderlose etwas mehr.

      Soweit die schlechte Nachricht. Aber es gibt auch noch ein „gute“. 😉
      Denn, wenn die geplante Änderung so durchkommen sollte, ergibt sich eine paradoxe Situation:

      * Für die Familienversicherung würde in deinem Beispiel die Abfindung für 24 Monate als fiktives Einkommen gerechnet und damit eine Familienversicherung unmöglich.

      * Daher müsste sich der Betroffene selber freiwillig versichern. Hier gelten aber (noch!) andere Regeln! Im Idealfall (Kündigungsfrist eingehalten) zählt eine Abfindung dort gar nicht als Einkommen. Trifft das nicht zu, so werden doch zumindest die Vergünstigungen berücksichtigt, die auch bei der Berechnung einer Ruhezeit zum Tragen kommen. Also z.B. bei älteren, langjährigen Mitarbeitern nur eine 25%ige Anrechnung, maximal bis zur Kündigungsfrist (oftmals 7 Monate), maximal ein Jahr.

      * Es kann also die Situation entstehen, dass über einen langen Zeitraum (in deinem Beispiel: zwei Jahre) kein Anspruch auf Familienversicherung besteht, da das fiktive Einkommen zu hoch ist. In der freiwilligen Versicherung hingegen kann gleichzeitig das anrechenbare Einkommen gleich Null sein.

      * Eine leicht paradoxe Situation, die aber aus meiner Sicht dazu führt, dass dann eben für den fraglichen Zeitraum der Mindestbeitrag von z.Z. knapp 200€/Monat zu entrichten sein wird. Auch nicht schön, aber weitaus besser als 800€/Monat. 😉

      Aufgrund dieser Überlegungen und daraus resultierenden Ungleichbehandlung zwischen Familienversicherung und freiwilligen Versicherung kann ich mir nicht vorstellen, dass der jetzt vorliegende Referentenentwurf ohne Änderungen/Ergänzung realisiert wird. Es wäre sinnvoll, hier zumindest die Regeln des §158 SGB III ebenfalls zu verankern.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Privatier,

    ich bin seit einiger Zeit stiller Mitleser deiner Seiten. Ein Aufhebungsvertrag ist aktuell in Verhandlung. Vielen Dank und ein ganz großes Lob an dieser Stelle. Vermutlich hätte mich diese (geplante) Gesetztesänderung auf der Abrechnung überrascht.

    Leider war über die Hotline des Bundesgesundheitsministerium nichts konkretes zu erfahren.

    Grüße
    Thomas

    • Es freut mich immer, wenn hier jemand ein paar Anregungen und Ideen für die eigene Planung mitnehmen kann und vielleicht den einen oder anderen Punkt etwas optimaler gestalten kann.

      Zur geplanten Gesetzesänderung wird man abwarten müssen, was davon tatsächlich nachher umgesetzt wird. Plan ist übrigens ein Inkrafttreten zum 1.4.2019. Auch das wird man abwarten müssen.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Auf der Abrechnung (welche? Auszahlung der Abfindung?) dürfte sich die Änderung wohl kaum bemerkbar machen.

  3. Vielleicht kommt dann auch ein Art Bestandschutz für diejenigen, welche bereits ihre Abfindung in den vergangenen Jahren erhalten haben.
    Wer weiß
    Gruß
    Lothar

    • Es hat inzwischen wohl einen Anhörungstermin gegeben, zu dem Verbände und Organisationen ihre Stellungsnahmen abgeben konnten. Wie immer bei neuen Gesetzesvorhaben gibt es vielfältige Kritik von allen Seiten – zum Thema „Abfindung und Familienversicherung“ habe ich allerdings bisher nichts lesen können. Wird wohl daran liegen, dass es keine Organisation gibt, die sich dafür interessiert…

      Es gibt allerdings vereinzelt Gerüchte, die darauf hindeuten, dass das Gesundheitsministerium bemüht sei, das Gesetz möglichst zügig in Kraft treten zu lassen. Wir werden sehen.

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo lieber Privatier,

    eine Frage zu Deiner Schlussfolgerung vom 07.08.2018 die lautete: Es kann also die Situation entstehen, dass über einen langen Zeitraum (in deinem Beispiel: zwei Jahre) kein Anspruch auf Familienversicherung besteht, da das fiktive Einkommen zu hoch ist. In der freiwilligen Versicherung hingegen kann gleichzeitig das anrechenbare Einkommen gleich Null sein.* Eine leicht paradoxe Situation, die aber aus meiner Sicht dazu führt, dass dann eben für den fraglichen Zeitraum der Mindestbeitrag von z.Z. knapp 200€/Monat zu entrichten sein wird. Auch nicht schön, aber weitaus besser als 800€/Monat.

    Wie kommst Du auf 200 Euro ? Bei der Ermittlung des Beitrags für freiwillig Versicherte heißt es doch § 240 SGB V:
    Bei der Bestimmung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sind mindestens die Einnahmen des freiwilligen Mitglieds zu berücksichtigen, die bei einem vergleichbaren versicherungspflichtig Beschäftigten der Beitragsbemessung zugrunde zu legen sind.

    Daraus lese ich: Wenn ich wg. der Änderung nicht in die Familienversicherung kann, muss ich als freiwillig Versicherter (auch wenn die Abfindung durch Einhaltung der Kündigungsfrist) nicht als Einkommen zählt, dass als freiwillig Versicherter zahlen, was ich vor meiner Kündigung als Angestellter (da vergleichbar) bezahlt habe heißt 800 Euro !
    Oder ist das falsch (was ich hoffe)? Das wäre schön 🙁 GLG Andrea – angehender Privateuse ab 01/ 2019

    • Der „vergleichbare versicherungspflichtig Beschäftigte“ im §240 SGB V ist wohl anders zu verstehen. Ansonsten wäre ja ein ehemals gut verdienender, freiwillig Versicherter ein Leben lang dazu „verdonnert“, den Höchstbeitrag zu zahlen. Da sich immer vergleichbare Beschäftigte finden lassen, die genau diesen Beitrag zahlen.

      Nein, nein – so ist das nicht! Die Vergleichbarkeit bezieht sich ja nicht auf die Einnahmen, die man erzielen könnte, sondern auf die tatsächlich erzielten Einnahmen. Und eine Abfindung zählt nun einmal (bei Einhaltung der Kündigungsfrist) nicht dazu.
      Wenn man nun ansonsten keine weitere Einkünfte hat, weder aus Kapitalerträgen, noch aus Vermietungen oder irgendwelchen geringfügigen Beschäftigungen, dann hat man eben ein Einkommen von null Euro. Für dieses ist dann der Mindestbeitrag für KV+PV zu zahlen. Für 2018 liegt die Mindestbemessungsgrenze bei 1.015,00 Euro. Je nach Krankenkasse (Zusatzbeitrag) und Anzahl der Kinder (Pflegeversicherung) ergibt sich dann ein monatlicher Beitrag von knapp 200€.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Ich habe Ihren Namen etwas modifiziert. Bitte nutzen Sie bei weiteren Kommentaren diesen geänderten Namen. Danke.

      • Hallo zusammen,
        ich kann euch mal meine damalige Situation erzählen.
        Am 01.01.2018 ging ich mit Abfindung in den Vorruhestand mit 57.
        Die Krankenversicherung hat mir damals vorgeschlagen (und wurde so durchgeführt) dass ich meine Mitgliedschaft gekündigt habe und meine Frau im sogenannten „Hausfrauentarif“(Einkünfte bis max. 450.-€) angemeldet habe. Ab diesem Zeitpunkt war meine Frau nicht mehr über mich, sondern ich über sie krankenversichert.
        Zum Gesamtbetrag von 180.- €. War nicht schlecht.
        Ich denke, wenn die Gesetzesänderung zum 01.04.2019 kommt, müsste ich maximal denselben Beitrag auch nochmals bezahlen ohne dass die Abfindung noch nachträglich angerechnet werden kann.
        Gruß
        L.Weiß

  5. Hallo Privatier,

    super vielen Dank das hört sich gut an, denn ich bin schließlich am „Point of no Return“ angelangt. Das Abenteuer hat begonnen, schauen wir mal was noch kommt, zum Glück habe ich nicht so knapp kalkuliert, damit kann ich leben. Danke für Deine schnelle Antwort!

    Gruß
    Andrea M.

  6. Gestern (26.9.2018) ist der TSVG-Entwurf vom Bundeskabinett beschlossen und auf den weiteren Weg in die Beratungen von Bundestag und Bundesrat gebracht worden.

    Ich habe mir die gestern beschlossene Fassung nicht im Detail angesehen, sondern nur einmal einen kurzen Blick auf die Passage geworfen, die die Vorgehensweise einer Abfindung im Zusammenhang mit einer Familienversicherung behandelt.
    Mein Eindruck: Bis auf ein paar kleinere textliche Änderungen ist der wesentliche Sinn unverändert erhalten geblieben. D.h. eine Abfindung soll zukünftig als Einkommen berücksichtigt werden und zwar als fiktives Einkommen über mehrere Monate verteilt.

    Wer den ganzen Text einmal selber prüfen möchte, kann dies im Gesetzesentwurf der Bundesregierung nachlesen.

    Auch im jetzigen Status ist das immer noch kein Gesetz und es bleibt abzuwarten, ob es in dieser Form Realität wird. Meine Befürchtung ist aber, dass es keine Änderungen geben wird. Zumindest nicht in dem fraglichen Teil, denn das Gesetz hat ja eigentlich einen ganz anderen Hintergrund und wenn es Diskussionen gibt, dann werden sich die ganz sicher auf das eigentliche Thema konzentrieren und die Frage der Abfindung/Familienversicherung wird weitgehend unbemerkt bleiben.

    Gruß, Der Privatier

  7. Hallo,
    mal davon ausgehend, daß der o. g. Gesetzesentwurf der Bundesregierung nicht so schnell kommt:
    Ich bin 57 Jahre alt, schwerbehindert, habe 26 Jahre bis Ende Mai 2018 beim selben Arbeitgeber gearbeitet und einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung abgeschlossen. Ich habe mich sofort arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet. Der Bewilligungsbescheid zeigt 12 Wochen Sperrfrist und einen Ruhenszeitraum bis 22.04.2019! Habe Klage erhoben. Begründung wird lauten: „Der Ruhenszeitraum endet spätestens zu dem Zeitpunkt, zu dem das Arbeitsverhältnis unter Beachtung der gem. § 158 SGB III maßgeblichen Kündigungsfristen hätte beendet werden können“ (hier: 30.11.2018).
    Ich habe Familienversicherung ab 01.06.2018 beantragt. Habe noch keine Antwort.
    Meine Frage:
    Kann ich, um die Dauer der freiwilligen Beitragszahlung in die GKV zu minimieren, den Beginn von ALG I-Zahlung verlustfrei aufschieben bis zum geplanten Arbeitsende meiner Frau (Juli 2020)?

    • Hallo Johannes,

      zunächst ein paar Worte zur Ruhezeit bzw. zur Klage:
      Einer Klage geht ja in der Regel ein Widerspruch mit einer entsprechenden Antwort der Agentur voraus. Ob eine Klage dann Erfolg verspricht, ergibt sich dann aus der Begründung der Agentur. Leider wird von Betroffenen oft übersehen, dass sie aufgrund unterschiedlicher Umstände einen erhöhten Kündigungsschutz bzw. damit verbunden, eine längere Kündigungsfrist hatten, als ursprünglich angenommen. Dies würde ich noch einmal sorgfältig prüfen!

      Dies wird vielleicht auch der Grund sein, warum die Krankenkasse den Antrag auf Familienversicherung noch nicht entschieden hat. Denn die Krankenkasse muss einerseits bzgl. der Ruhezeit dieselben Kriterien wie die Agentur prüfen.
      Andererseits gibt es aber auch Abhängigkeiten: Ein Arbeitsloser (ohne Ruhezeit) ist pflichversichert, kann also nicht familienversichert sein. Die Familienversicherung kommt also ohnehin nur in Frage, wenn man nicht arbeitslos gemeldet ist. Oder während einer Ruhezeit.
      Wenn die sonstigen Bedingungen für eine Familienversicherung gegeben sind, darf aber (nach derzeit noch geltendem Recht) eine Abfindung als einmalige Zahlung nicht als Einkommen berücksichtigt werden. Das könnte sich ggfs. mit dem neuen Gesetz dann bald ändern.

      Ihre Frage habe ich leider nicht verstanden. Es geht ja zunächst darum, ob eine Pflichtversicherung über die Agentur besteht oder ob eine Familienvers. möglich ist. Natürlich können Sie die Zahlung von ALG1 unterbrechen, indem Sie sich schlicht wieder abmelden – ich weiß nur nicht, was damit gewonnen wäre?

      Gruß, Der Privatier

  8. Vielen Dank für die Antworten.
    Die Kündigungsfrist endet definitiv am 30.11.2018. Die Krankenkasse prüft zurzeit eine evtl. Familienversicherung bzw. die Höhe des Krankenkassen-Beitrages anhand des Steuerbescheides von 2016. Mal sehen was da rauskommt.
    Was ich mit meiner o. g. Strategie erreichen will, ist eine möglichst optimierte Zeitfolge von Familienversicherung und anschließender Arbeitslosigkeit. Ziel: Kürzestmögliche Dauer der Zahlung in die freiwillige Krankenversicherung bis zum Beginn der Rente.

    • Ich kann nur noch einmal auf meine obigen Aussagen verweisen!

      Wenn es so sicher ist, dass die Kündigungsfrist am 30.11.2018 endet, wie hat dann die Agentur eine Ruhezeit über diesen Zeitpunkt hinaus begründet?
      Wie oben schon geschrieben, prüft die Krankenkasse nach denselben Kriterien und kommt ggfs. zu dem selben Ergebnis wie die Agentur.

      Gruß, Der Privatier

  9. Bisher hat die Agentur die Ruhezeit über diesen Zeitpunkt hinaus gar nicht begründet. Zitat: „Der Bescheid entspricht den gesetzlichen Bestimmungen“.
    Genau DAS ist die Basis für meine Klage.

    • Klingt für mich sehr aussergewöhnlich. Aber von daher bleibt dann für weitere konkrete Planungen nur abzuwarten, wie die Klage entschieden wird.

      Gruß, Der Privatier

  10. Hallo Privatier,
    ich lese schon seit einiger Zeit deine interessanten Themen mit. Das Thema Abfindung und Familien-
    Versicherung betrifft mich direkt. Bin am Überlegen am 30.03.19 mein Arbeitsverhältnis aufzulösen. Bekomme 32.000 Abfindung und würde mir damit eigentlich gerne eine neue Ausbildung finanzieren. ( Vollzeitschule – Sportschule ) habe dann keinen Verdienst und wollte mich über meinen Mann familienversichern. Nach der Ausbildung zur Sporttherapeutin wieder ganz normal im Angestelltenverhältnis arbeiten. Denkst du diese Regelung könnte zum 01.04. beschlossen werden und dann auch rückwirkend in meinem Fall eine Rolle spielen ? Welche Alternativen hätte ich noch ?
    Mein AG wäre auch mit nur einer Reduzierung meines Arbeitsverhältnisses einverstanden. Müsste dann aber mind. 8 Stunden die Woche noch zusätzlich zur Schule arbeiten kommen. Das wollte ich eigentlich vermeiden. Besten Dank für deine / eure Ideen. Mein Name ist Mareike, bin 37 Jahre alt, seit 20 Jahren beim gleichen AG beschäftigt.
    LG. Mareike

    • „Denkst du diese Regelung könnte zum 01.04. beschlossen werden und dann auch rückwirkend in meinem Fall eine Rolle spielen ?“

      Tja… nun bin ich leider auch kein Hellseher und kann somit auch weder etwas zum Terminplan, noch zu den endgültigen Inhalten sagen. Auch ich habe bisher nur Vermutungen gelesen, die darauf hin deuten, dass das Gesetz vielleicht erst Mitte 2019 in Kraft treten könnte. Aber auch das ist nur Spekulation…

      Ohne genau zu wissen, ob das Gesetz wie geplant verwirklicht wird, oder ob es noch Änderungen geben wird, ist es naturgemäß auch schwer, Auswege aus den Regelungen aufzuzeigen. Auch das wird dann im Anschluss überlegen können.

      Gerade dann, wenn Abfindungen gezahlt werden, bleibt im Zweifelsfall ja auch immer noch die Möglichkeit, sich einfach einmal darüber zu freuen, dass man eine Starthilfe für einen neuen Lebensabschnitt bekommen hat – auch wenn man einen Teil davon wieder abgeben muss.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        danke für deine Antwort. Damit hast du sicher recht und so sehe ich es momentan auch.
        Ich habe heute auch mit der Krankenkasse meines Mannes gesprochen und einen sehr „fähigen“ Angestellten am Telefon gehabt. Er kennt diese geplanten Änderungen natürlich und hat mir geraten, zum 28.02. mein Arbeitsverhältnis aufzuheben, mich ab 01.03. familienzuversichern… der Antrag ist dann nach altem Gesetz bewilligt und er hat noch nie erlebt, dass rückwirkende Bewilligungen geändert werden. Ich kann quasi Anfang Februar den Antrag stellen, alle Unterlagen einreichen und dann muss auf der Grundlage vom alten Recht entschieden werden.
        Alternativ arbeitslos melden oder einen Arbeitgeber finden, der mich mit 451€Brutto im Monat mit Lohnsteuer-Karte anmeldet.
        Er glaubt im Übrigen nicht, dass diese Änderung zum 01.04. durchgeht… aber natürlich ohne Gewähr. Wenn mir der eine Monat nicht weh tut…. lieber am 28.02. aufhören. So habe ich dann auch eine kleine Auszeit, bevor der neue Lebensabschnitt beginnt. LG. Mareike

  11. Hallo Privatier, Hallo Community
    erstmal vielen Dank für die viele interessanten Informationen und Meinungen, die ich nunmehr schon mehrere Wochen aufmerksam verfolge.
    Nun zu mir: ich heiße Roland und werde am 29.12. in diesem Jahr 57 Jahre jung.
    Habe am 21.11.2018 ein Aufhebungsvertrag Vorruhestand plus mit Abfindung zum 31.12.2018 unterschrieben. Die Abfindung wird Ende Januar 2019 ausbezahlt.
    Habe bereits eine Erklärung zum Anspruchsbeginn/ Dispositionsrecht bei der Arbeitsagentur unterschrieben.
    Wollte mich ab Januar 19 bei meiner Frau Familien Mitversichern.
    Zu meiner Frage: ist dies nun noch möglich? wenn ja kann es eine später Nachzahlungsforderung der Krankenkasse geben?

    Gruß Roland

    • Nach bisheriger Gesetzeslage sollte das noch möglich sein. Das oben diskutierte Gesetz ist noch nicht beschlossen und ein Termin für das Inkraftreten ist auch noch unklar.
      Von daher ist die Vorgehensweise wie von Mareike (direkt hier drüber) beschrieben, recht vielversprechend: Einfach beantragen und Mitgliedschaft sichern.

      Mehr kann man da momentan nicht zu sagen.

      Gruß, Der Privatier

  12. Guten Abend zusammen,

    ich möchte euch gerne einen kleinen Erfahrungsbericht bezüglich der Kranken-Familienversicherung hinsichtlich des „Terminservice- und Versorgungsgesetzes – TSVG“ geben. Zum 31.12.2018 ist das Arbeitsverhältnis mit meinem Arbeitgeber aufgelöst. Die Abfindung wird im Januar 2019 in einer Summe gezahlt werden. Im November 2017 habe ich den Antrag auf Familienversicherung bei der Krankenkasse meiner Frau gestellt. Dem Antrag hat die Krankenkasse ohne Nachfragen stattgegeben. Es gab auch keine Hinweise darauf, dass die Mitgliedschaft unter Vorbehalt bestätigt wurde, sofern das überhaupt üblich ist. Die Mitgliedschaft wurde zum 01.01.2019 bestätigt.
    Wahrscheinlich sind das keine allgemein gültigen Erfahrungen, allerdings ist es ein kleiner Bericht aus meiner Praxis.

    Beste Grüße
    Reiner

  13. Hallo zusammen,

    ich muss eine kleine Korrektur machen. Den Antrag habe ich natürlich im November 2018 gestellt!

    Sorry!
    Reiner

    • Danke für den Erfahrungsaustausch.
      Ich denke schon, dass dies momentan eine allgemein gültige Vorgehensweise sein sollte. Denn die Krankenkassen können ja nur auf der Basis der aktuellen Rechtslage entscheiden. Und so lange das neue Gesetz noch nicht einmal verabschiedet ist, gibt es von daher keine Möglichkeit, etwas anderes zu entscheiden.
      Somit bedeutet es natürlich für alle, die JETZT einen Antrag auf Familienversicherung stellen, noch die Chance, dass dieser noch genehmigt wird.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        ich verfolge diesen tollen Blog sehr intensiv, da ich Ende diesen Jahres mit 56 und einer Abfindung „Privatier“ werde…
        Mir hat die Barmer auf Anfrage mitgeteilt, dass auch wenn das neue TSVG Gesetz mit Änderung des § 10Abs1Satz1Nr 5 SGB V noch nicht in Kraft getreten ist, seit diesem Jahr bei Abfindungen schon bereits keine Familienversicherung mehr genehmigt wird.
        Das besagte Gesetz hat am 13.12.18 die erste Lesung im Bundestag durchlaufen, heute am 16.1.19 trifft sich der Fachausschuss. Geplant ist eine Verabschiedung im Bundestag im März (Bundesrat nicht zustimmungspflichtig) und ein Inkrafttreten zum 1.4.19.
        Dies hat für meine freiwillig gesetz. Krankenversicherung eine enorme Auswirkung, da ich mich nicht wie geplant nach der Ruhenszeit zum Mindestbeitrag, sondern mit dem maximalen Krankenkassenbeitrag gemäß Beitragsbemessungsgrenze versichern muss (solange:letztes Bruttoeinkommen vor Abfindung bis die Abfindung rechnerisch aufgezehrt ist..).
        Damit soll die Ungleichbehandlung zu ratierlichen Abfindungen so nebenbei in diesem Gesetz mit eigentlich anderer Zielsetzung beseitigt werden.

        https://sozialversicherung-kompetent.de/krankenversicherung/versicherungsrecht/396-familienversicherung-und-abfindung.html

        Viele Grüße
        Micha63

        • Ich halte die oben geschilderte Sichtweise der Barmer für sehr abenteuerlich! Man sollte vielleicht einmal nachfragen, auf welcher Rechtsgrundlage diese Vorgehensweise denn beruht…

          Meiner Meinung nach gibt es nämlich keine. Man kann sich wohl schlecht auf ein Gesetz berufen, welches noch gar nicht existiert. Bevor ein neues Gesetz in Kraft tritt, gilt immer noch die alte Regelung! Und nach der ist zu entscheiden und ein Antrag, wenn er denn heute gestellt würde, entsprechend zu genehmigen. Alles andere ist rechtswidrig.

          Aber, ganz eindeutig: Das gilt nur bis zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes. Danach wird es (so wie es derzeit aussieht) nichts mehr mit der Familienversicherung. Und ob bereits genehmigte Familienversicherungen dann ggfs. noch einmal überprüft werden, darüber könnte man auch noch nachdenken. Von daher wäre eine jetzige Aufnahme in die Familienversicherung auch nicht unbedingt eine Garantie, dass dies auch nach dem neuen Gesetz so bleibt.

          Es wäre einmal interessant zu erfahren, wie die gesetzlichen Krankenkassen solche „Übergangsfälle“ handhaben wollen. Die Lösung, die Mitgliedschaft bereits im Vorfeld auszuschliessen, halte ich aber für rechtswidrig.

          Gruß, Der Privatier
          P.S.: Falls dies von entscheidender Bedeutung sein sollte, würde ich auf die Aussage eines einzelnen Mitarbeiters aber auch nicht unbedingt vertrauen! Es wäre nicht das erste Mal, dass zunächst falsche Aussagen getätigt werden.

  14. Hallo,

    eine Frage zum TSVG: Wie wird wohl zukünftig der Krankenkassenbeitrag berechnet, wenn zum einen – aufgrund des neuen TSVG’s – die Abfindung für x- Monate als fiktives Gehalt bei der Ermittlung der Krankenkassenbeiträge angerechnet, aber gleichzeitig während dieser Zeit z.B. Krankenkassenbeiträge durch den Bezug von Arbeitslosengeld gezahlt werden? Werden die Beiträge dann anteilsmässig bis zur Beitragsbemessungsgrenze aufgeteilt?

    • Die Änderung, die das TSVG mit sich bringen wird, bezieht sich ja ausschließlich auf die Familienversicherung!
      D.h. die Einmalzahlung einer Abfindung wird fiktiv auf ein regelmässiges Einkommen umgerechnet, was dann in der Regel dazu führen wird, dass eine Familienversicherung nicht mehr möglich ist.
      Als Folge bleibt dann (wie jetzt auch) nur noch die freiwillige Versicherung oder ggfs. (z.B. bei Arbeitslosigkeit) eine Pflichtversicherung. In der Pflichtversicherung spielt die Abfindung gar keine Rolle, in der freiwilligen Versicherung gelten weiterhin die heutigen Regeln, also gemäß den Regeln für eine Ruhezeit.

      Gruß, Der Privatier

  15. Hallo Privatier,

    vielen Dank für die Klarstellung, da hab ich wohl „Den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, …“ und zuviel hinein interpretiert.

    Danke HH

  16. Hallo !
    Das hört sich aber gar nicht gut an.
    Habe mal nachgerechnet, wenn ich mein letztes monatliches Brutto-Einkommen durch meine Abfindung teile, komme ich auf über 5 Jahre, für die ich mich dann freiwillig versichern muß.
    Ist in dem neuen Gesetz keine Maximaldauer der Anrechnung angegeben ?
    2 oder 3 Jahre ?
    Die Abfindung bekomme ich diesen Monat, ich war über 12 Monate arbeitsuchend gemeldet, also es droht keine Ruhendfrist.

    Grüße Freedom

    • „Ist in dem neuen Gesetz keine Maximaldauer der Anrechnung angegeben ?“

      Nein, jedenfalls habe ich das bisher nirgendwo gelesen. Ich Grunde halte ich ja die Anrechnung einer Abfindung auch bei der Familienversicherung für gar nicht so falsch. Ich meine nur, man sollte dann dieselben Berechungen zugrunde legen, wie man es bei einem freiwillig Versicherten auch macht. Also nur anteilige Berücksichtigung in Abhängigkeit vom Alter und Betriebszugehörigkeit, Berücksichtung der Kündigungsfrist usw.

      Aber das Gesetz dreht sich ja im Kern um ganz andere Dinge und verständlicherweise konzentrieren sich die Diskussionen auf diese Kernthemen. Die Frage der Abfindung wird dabei von niemanden beachtet…

      Von daher wird es wohl so kommen, wie es derzeit geplant ist. 🙁
      Ein Trost: In der damit notwendig werdenden freiwilligen Versicherung ändert sich ja bisher nichts, d.h. die Abfindung wird nur eingeschränkt berücksichtigt und sofern keine weiteren Einkünfte vorhanden sind, bleibt es danach beim Minimalbeitrag von knapp 200€/Monat.

      Gruß, Der Privatier

  17. Jetzt lese ich das erst. So ein Mist.
    Wie würde denn nun eine Abfindung berücksichtigt?
    Mit bspw. Abfindung geteilt durch altes Monatsgehalt und somit bspw. 42 Monate Höchstbeiträge um 800 Euro oder der Minimalbeitrag von knapp 200 Euro?

    • Für die Familienversicherung geht die Rechnung genau so, wie Du geschrieben hast, nämlich: Abfindung geteilt durch altes Monatsgehalt. Und damit fällt dann die Familienversicherung für den sich ergebenden Zeitraum flach.

      Folge: Es ist eine freiwillige Versicherung nötig. Hier zählt die Abfindung wie bisher, nämlich nur innerhalb der Ruhezeit. Hier dann ggfs. mit Höchstbeitrag, anschliessend je nach Höhe der Einkünfte ggfs. auch nur Minimalbeitrag.

      Gruß, Der Privatier

  18. Wäre ja bei mir wie folgt.
    Arbeitslos und pflichtversichert bspw. nur Bis Ende Januar oder Februar. Dann Abmeldung Agentur.
    Dann Antrag Familienversichern und wahrscheinlich Ablehnung wegen Abfindungszahlung am 1.2.19.
    Darauf werden sie wegen Nichteinhaltung der 18 Monate Kündigungsfrist ( nur 14 Monate) 4 Monate Höchstbeitrag erheben und sagen, Familienversichern geht deshalb nicht, also freiwillig versichern.
    Normalerweise dachte ich, tritt nach den 4 Monaten dann die Familienversicherung ein. Das ist dann wohl nicht mehr so, leider.
    Kann ich dann die freiwillige Versicherung weiterführen und die knapp 200 nach den 4 Monaten zahlen, obwohl ich außer Abfindung keine Einnahmen größer 445 p.m. habe?
    In 2019 stören mich die GKV Beiträge eher nicht, da man sie steuerlich geltend macht und das in Netto fast wegen der hohen Abfindung und Progression wieder bekommt.
    2020 wäre ich dann wieder mit ALG pflichtversichert.
    Und dann ist offen, ob nach der Arbeitslosigkeit Ende 2020 die Abfindung noch immer herangezogen werden würde zur fiktiven Berechnung. Zudem wartet dann evtl eine kleine Selbstständigkeit und damit sowieso kleine KV Beiträge.
    Schade alles. Aber wenn ich mich freiwillig versichern kann für 200 Euro trotz Einmalzahlung Abfindung wäre der Schaden beherrschbar.

    • Soweit ich erkennen kann, sind die Annahmen richtig. Und wie jetzt genau das neue Gesetz von den Krankenkassen in der Praxis umgesetzt wird, kann ich momentan nicht beantworten.

      Gruß, Der Privatier

  19. Zu diesem Thema ergeben sich auch für mich spannende Fragen.
    Meine Frau bezahlt den Minimalbetrag von 180.- in die GKV, als Hausfrau. Dabei bin ihr mit familienversichert.
    Wenn dann die zukünftig die Abfindung mit einberechnet wird, müssen wir dann beide den Krankenkassenbeitrag leisten oder wäre dann meine Frau,(bei meinem höheren Betrag), mitversichert ?
    Wie lange wird wohl, rückwirkend, die Abfindung mit eingerechnet ? Bei mir wäre diese ja dann schon zwei Jahre her ?
    Während der ALG Zahlungszeit wären wir ja beide über die AfA versichert.
    Aber wie sieht es danach aus ?
    All diese Fragen beschäftigen mich nun im Vorfeld.
    Grüße an alle
    Lothar

    • Ich kann hier nur beantworten, dass man die Kombination aus freiwillig Versicherter und Familien-Versicherter natürlich auch tauschen kann. Man muss eben immer schauen, wer von den beiden Eheleuten welche Voraussetzungen erfüllt und welche nicht.
      Und selbstverständlich können nicht beide Familienversichert sein. 🙂

      Die anderen Details zur Umsetzung des Gesetzes wird man wohl abwarten müssen.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke für die Antwort.
        Angenommen ich müsste dann Höchstbetrag bezahlen und meine Frau ist Zuhause, also Hausfrau, dann müsste es doch möglich sein, sie über mich mit zu versichern.
        Wäre dann ja auch eine Familienversicherung-
        Oder habe da jetzt einen Denkfehler ?
        Gruß
        Lothar

  20. Meint ihr nicht, dass es ab 1.4. egal ist, ob familienversichern oder freiwillig versichern? Die werden dann wohl immer die Abfindung fiktiv auf die nächsten Jahre verteilen. Wie seht ihr das? Gibt es dazu Aussagen im Gesetzentwurf.

  21. Die Frage ist dann auch, wie lange das gehen soll? Bspw. Abfindung in 2019 und Worst case Maximalbeitrag, dann geht man bspw. Anfang 2020 wieder zur Agentur, bspw. im März und meldet sich wieder zum ALG an und wird pflichtversichert. Nach bspw. 10 Monaten ALG dann wieder freiwillige Versicherung. Da ist man dann ja schon in 2021 und damit 2 Jahre nach Zahlung der Abfindung. Könnten die dann einfach wieder darauf zurückgreifen und Maximalbeitrag erheben. So etwas muss doch dann auch im Gesetzentwurf stehen.
    Ich hoffe, dass das Thema Abfindung und freiwillige Versicherung noch geht. Aber aktuell gesetzlich geregelt ist das doch auch nicht so, wie die Kassen mitteilen ( Günstigerprüfung 25 % oder fehlende Monate Kündigungsfrist nachzahlen ) bspw. bei Nichteinhaltung der Kündigungsfrist für langjährig Beschäftige, oder?
    Das muss doch dann irgendwie geregelt werden. Wo steht es denn jetzt, wenn es im neuen Gesetzentwurf nicht geändert wird.
    Ich habe da vielleicht einen Denkfehler. Aber mit dem neuen Gesetz würde sich doch keiner mit Abfindung mehr zur Familienversicherung anmelden bzw. auch Keine bekommen. Also zielen die doch eher auf die freiwillige Versicherung nach Abfindungszahlung, oder?
    Der Effekt für die Kassen wäre ja klein. Sie hätten dann nicht mehr diese teuren Familienversicherten, dafür nur mehr freiwillig Versicherte mit Minimalbeitrag. Ich traue dem Braten nicht.

    • Ich denke, die Fragen sind (soweit möglich) bereits mehrfach beantwortet:

      * Die Änderungen beziehen sich ausschließlich auf die Zugangsvoraussetzungen zur Familienversicherung.
      * Die Beitragsgrundsätze für die Freiwillge Versicherung bleiben davon unberührt.
      * Der vollständige Gesetzesentwurf ist zur eigenen Recherche oben im Beitrag verlinkt.
      * Die genaue Umsetzung der Gesetzesänderung sind mir nicht bekannt.
      * Es ist richtig, dass die Familienversicherung damit für viele Empfänger einer Abfindung entfallen wird.

      Gruß, Der Privatier

      • Als Nachtrag zum Effekt für die Krankenkassen hier ein Zitat aus dem Gesetzesentwurf:

        „Durch die Regelung müssen Personen mit einmaligen oder in einzelnen Teilbeträgen ausgezahlten Entlassungsentschädigungen zukünftig als freiwillige Mitglieder Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung entrichten.
        Daraus entstehen der gesetzlichen Krankenversicherung geschätzte zusätzliche Mehreinnahmen in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrages.“

        Gruß, Der Privatier

        • Okay, dass liest sich entsprechend. Danke für deinen Ausführungen.
          Für mich als Laien erschließt sich dabei aber nicht, ob sich damit auch in der freiwilligen Versicherung die Sicht auf die Höhe von Beiträgen auf Abfindungen ändert.
          Freiwillig kann man schließlich auch teuer versichert werden. Sorry, dass ich da so nervig bin.
          Ich werde mich, wie ursprünglich geplant, nun wohl zum 31.1 abmelden und am 1.2 die freiwillige Versicherung statt Familienversicherung beantragen und hoffe damit 1. rechtzeitig vor dem Gesetz zu handeln und 2. mir die bisher übliche Vorgehensweise bei Beiträgen auf Abfindungen zu bewahren. Wahrscheinlich 4 Monate Höchstbeitrag wegen nur 14 Monaten Kündigungsfrist ( wenngleich Arbeitgeber schriftlich argumentiert nur 12 Monate nach BGB und Tarifvertrag wegen Betriebsänderung ) und dann diese ca. 185 Mindestbeitrag p.m. Bis Ende 19 und dann wieder Pflichtig mit ALG.

          • Nun – jeder muss selber entscheiden, was er für den richtigen Weg hält. Ich kann hier nur versuchen, auf kommende Änderungen der aktuellen Rechtslage hinzuweisen und die möglichen Konsequenzen aufzuzeigen.

            Ich halte die Idee, direkt mit der freiwilligen Versicherung zu starten, für wenig sinnvoll. Vielleicht wäre hier vorab ein Beratungsgespräch mit der eigenen Krankenkasse empfehlenswert. Wie wir bereits von einigen Kommentatoren gehört haben, beurteilen die Krankenkassen die aktuelle Situation offenbar auch unterschiedlich.

            Gruß, Der Privatier

          • Warum hältst du das für wenig sinnvoll? Das verstehe ich nicht. Wenn ich sowieso Beiträge auf die Abfindung zahlen muss nach dem bisherigen Modell 25% Entgeltanteil oder restmonate Kündigungsfrist bzw. im Endeffekt Günstigerprüfung, komme ich doch bspw gar nicht in die Familienversicherung. Das würden die doch ablehnen, denn zunächst wären mindestens 4 Monate Höchstbeitrag zu zahlen wegen 14 Monaten Kündigungsfrist.
            Außerdem bekomme ich im Juni noch eine Nachzahlung vom AG für 2018. Wenngleich einmalig. Wenn das neben Einkünften aus Kapital auf die Monate in 2019 umgelegt werden würde, wäre das Thema Familienversicherung doch wohl für ganz 2019 hinfällig.
            Ich kann ja noch einmal bei der Kasse anrufen. Aber mir erschließt sich nicht, warum die freiwillige Versicherung dann wenig sinnvoll ist. Was wäre denn die Alternative?

          • Die Nachzahlung und die Kapitaleinkünfte sind ja jetzt auch Informationen, die bisher nicht genannt wurden!
            Bisher hast Du hier den Eindruck vermittelt, dass die Familienversicherung im Prinzip kein Problem sei und es nur an der jetzt drohenden Gesetzesänderung liegt, wenn das nun leider nicht mehr funktioniert.

            Wenn die Familienversicherung aber aus anderen Gründen ohnehin nicht in Frage kommt, erübrigt sich ja jede Diskussion und auch jede Überlegung in dieser Richtung. Dann bleibt eben nur die Freiwillige Versicherung.
            Aber das hatte sich bisher anders angehört.

            Gruß, Der Privatier

  22. Wie soll es denn mit so genannte Altbestände aussehen, wie zum Beispiel Abfindungszahlungen Januar 2018 und bereits seit mehreren Monaten in der Familien Versicherung der Ehefrau mitversichert?? Wäre ja unverständlich ein Gesetz rückwirkend anzuwenden….

    • Ich habe es in den letzten Tagen schon mehrfach geschrieben – aber hier gerne noch einmal:
      Wie die geplante Gesetzesänderung konkret von den Krankenkassen in der Praxis gehandhabt werden wird, ist derzeit nicht bekannt.

      Und diese Aussage gilt dann natürlich auch für Altfälle, Übergangslösungen, rückwärts oder vorwärts gerichtete Wirkungen, Berechnungsvorschriften u.v.m.

      Ich darf daran erinnern, dass die Krankenkassen Körperschaften öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung sind und in dieser Eigenschaft Ihre Satzungen selbst festlegen können. Da aber wohl kaum jede Krankenkasse ihre eigenen Regeln aufstellen wird, ist davon auszugehen, dass der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen eine allgemeine Vorgehensweise festlegen wird.

      Sobald dies geschieht, werde ich gerne darüber berichten. Und falls ich das nicht mitbekommen sollte, bin ich hier für jeden Hinweis dankbar!

      Gruß, Der Privatier

  23. Ja, sorry dafür. Das ganze Thema ist für mich seit Freitagabend neu und zudem weiß ich auch nicht, ob diese Einmalzahlung von der GKV auf jeden Monat verteilt werden würde, wovon ich jetzt ausgehe, oder wie die Abfindung als einmalige Zahlung für den Monat an sich.
    Vorher war ich davon ausgegangen, dass ich das mit negativen Einkünften aus V+V aufwiegen könnte und daher Familienversicherung möglich wäre. Aber nach aktuellem Nachlesen geht das ja gar nicht.
    Außerdem ist dieser Bonus auch so eine fiese Idee des Finanzministeriums. Früher wurde das mit Ausscheiden im Dezember gezahlt. Seit einem Jahr haben die da neue Vorschriften erlassen, die es Ihnen erlauben, noch mehr abzukassieren.
    Nochmals Danke für dein Feedback und Sorry.

  24. @Bepamo
    Zitat:
    Außerdem ist dieser Bonus auch so eine fiese Idee des Finanzministeriums. Früher wurde das mit Ausscheiden im Dezember gezahlt. Seit einem Jahr haben die da neue Vorschriften erlassen, die es Ihnen erlauben, noch mehr abzukassieren.
    ZitatEnde/
    Kannst du näher erklären, was du genau damit meinst ?

    Danke !
    Freedom

  25. Das ist eine erfolgsabhängige Zahlung des AG für den Erfolg des Jahres 2018. Bei Ausscheiden wurde diese Zahlung bis einschließlich 2016 immer zum Austrittstermin gezahlt.
    Dann gab es einen Erlass des Finanzministeriums, dass diese Zahlungen im Folgejahr fließen müssen. Damit erhöht sich durch diese Nebeneinkünfte die Steuerlast auf Abfindungen für die Ausscheidenden nochmals.
    Trifft natürlich nur individuell zu, aber bei meinem AG, der Tausende Vollzeitstellen abgebaut hat, hat das schon für Ärger gesorgt, denn in der Regel wird das somit im Jahr der Abfindung fällig.

  26. Hallo zusammen,
    ich muss mich aktuell auch mit dem Thema befassen. Bin zum 31.12.2018 um einen Monat vorzeitig beim ehemaligen Arbeitgeber ausgeschieden und habe im Januar 2019, also vor ein paar Tagen meine Abfindung erhalten. Kündigungsfrist ging eigentlich bis 31.01.2019. Hatte aber schon eine neue Stelle die ich im Januar angetreten bin daher war mir der eine Monat egal. Nun bin ich beim neuen Arbeitgeber unglüklich und werde daher in ein paar Tagen selbst kündigen mit 2 Wochen Kündigungsfrist während der Probezeit. Habe mich entschieden, mir dieses Jahr eine Pause zu gönnen und kein Arbeitslosengeld zu beantragen. Zum einen will ich die Sperrzeit von 3 Monaten umgehen und zum anderen steuerliche Einbußen weitestgehend vermeiden. Da ich freiwillig Krankenversichert bin habe ich bei meiner Krankenkasse angerufen und nachgefragt wie ich mich versichern muss. Die haben mir mitgeteilt, dass ich mich entweder freiwillig Krankenversicherung lassen kann für 190€ oder bei meinem Mann familienversicherung könne. Also habe ich bei der Krankenkasse meines Mannes erkundigt (Barmer) und die haben mir wiederum mitgeteilt, dass meine Abfindung berechnet werden würde und hierzu den Antrag auf Familienversicherung zur Prüfung zusenden. Nach meiner bisherigen Auffassung wie berechnet wird würde ich mich eher für die freiwillige Krankenversicherung entscheiden und lieber 190€ monat. zahlen statt der Familienversicherung die die Abfindung als Grundlage für die Beitragszahlung herangezieht. Habe ich einen Denkfehler? Danke schon mal!

    • „Habe ich einen Denkfehler?“

      Zumindest der letzte Satz hört sich etwas seltsam an…
      Bei der Familienversicherung geht es immer höchstens darum, ob man die Bedingungen erfüllt, niemals jedoch um eine „Grundlage für die Beitragszahlung“. Wenn man die Bedingungen erfüllt, so ist die Familienversicherung für den Familienversicherten immer eine kostenfreie Versicherung.

      Allerdings könnte es im Zusammenhang mit der geplanten Gesetzesänderung tatsächlich Probleme mit der Aufnahme geben. Insbsondere die BARMER scheint sich hier mit einem vorauseilenden Gehorsam hervorzutun. Bevor das Gesetz überhaupt verabschiedet ist, möchte man hier offenbar die Regeln bereits anwenden. Wir hatten weiter oben schon einmal eine ähnliche Mitteilung:
      https://der-privatier.com/abfindung-und-familienversicherung/#comment-19615

      Ich halte die Vorgehensweise zum aktuellen Zeitpunkt für rechtswidrig, dennoch würde ich es einfach versuchen, einen Antrag auf Familienversicherung zu stellen. Bei Ablehnung Widerspruch mit einem Verweis auf die fehlende Rechtsgrundlage einlegen.

      Es gibt aber wohl auch andere Krankenkassen, die eben genau dies empfehlen: Jetzt einen Antrag stellen, der dann auf Basis der jetzigen Rechtslage genehmigt werden muss. Was dann weiter passiert, steht noch ein wenig in den Sternen, da die Vorgehensweise bei bestehenden Familienversicherungen (noch) nirgendwo geregelt ist.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,
        Danke für die schnelle Antwort. Mein Versicherer hat mir noch mitgeteilt dass ja mein Mann zu meiner Krankenkasse wechseln könnte und ich mich dann bei ihm familienversichern könnte. Dann würde es mich nichts Kosten (vorausgesetzt ich erfülle die Bedingungen, was ich lt. denen tue, denn die meinten dass meine Abfindung nicht berechnet werden würde sondern lediglich wichtig sei, dass ich nach der Kündigung keine Einnahmen über 450€ zukünftig haben darf). Alternativ eben selbst freiwillig versichert bleiben für 190€. Jetzt weiß ich nur nicht wann mein Mann wechseln muss damit ich rechtzeitig ca. Mitte Februar mich familienversichern kann, da ich ja dann aus dem jetzigen Arbeitsvertrag rauskomme. Ich habe nach all den Infos keine Lust auf die Barmer. VG Leni

        • Für einen Wechsel der Krankenkasse dürfte es wohl zu spät sein.
          Wenn ich die Kündigungsregeln richtig im Kopf habe, kann man mit zwei vollen Monaten zum Monatsende kündigen. Heisst: Wer heute (29.Jan.) kündigt, braucht zwei volle Monate (Feb./März) und kann zum 1.April in eine Krankenkasse seiner Wahl wechseln.
          So wie es Ihre eigene KK mitgeteilt hat, halte ich es übrigens für korrekt.

          Gruß, Der Privatier

          • Hallo, nun habe ich den Antrag auf Familienversicherung an die Barmer geschickt, allerdings noch keine Rückmeldung erhalten. Mein letzter Arbeitstag ist morgen. Nachdem aber anscheinend die Abfindung bei der Familienversicherung nun doch ab dem 01.04 oder 01.05.2019 berücksichtigt werden soll, stellt sich mir die Frage ob ich zurück rudern soll und mich doch freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern soll. Für die freiwillig gesetzliche Krankenversicherung wird die Abfindung ja soweit ich verstanden habe nicht berücksichtigt so dass ich max. 190€ im Monat zahlen müsste. Das wäre ja verkraftbar. Oder soll ich meinen Antrag auf Familienversicherung laufen lassen und ab dem 01.04/01.05.2019 in die freiwillig gesetzliche Krankenversicherung wechseln? Kann man dann einfach wechseln oder muss ich 2 Monate vorher kündigen um zu wechseln? Wird die Abfindung bei der Familienversicherung rückwirkend herangezogen? Habe im Januar 2019 meine Abfindung erhalten. Wie gehe ich nun am besten vor?

          • Seit der letzten Frage/Antwort haben sich keine neuen Erkenntnisse ergeben. Ausser, dass das Gesetz evtl. am 1.5. in Kraft treten könnte.

            Aber Aussagen zur Vorgehensweise in „laufenden“ Fällen kenne ich nicht. Dies werden die Krankenkassen bzw. der Spitzenverband wohl erst einmal festlegen müssen und von daher könnten Sie bei Ihrer Krankenkasse wohl eher eine Auskunft bekommen, wie man das zukünftig behandeln will.

            Ich kann daher schlecht einen Rat geben. Ich kann höchstens sagen, was ICH machen würde: Ich würde auf die Entscheidung der Familienversicherung warten bzw. noch einmal nachfragen, wann der Antrag genehmigt wird. Wird er zugesagt, ist erst mal alles gut. Wird er abgelehnt, kann man immer noch die freiw. Versicherung wählen.

            Gruß, Der Privatier

  27. Aktuelle Info von der „Front“:

    Ich habe mich am 31.01. zum 1.2. der Agentur abgemeldet und noch am 31.1. bei der TK angerufen, um mich ab 1.2. freiwillig zu versichern. Dort überzeugte mich eine nette Mitarbeiterin am Telefon nach Schilderung meiner Umstände davon, doch die Familienversicherung zu beantragen. Das hat meine Frau online am 1.2. für mich getan und wir haben auch online einen Steuerbescheid wegen der Nebeneinkünfte hochgeladen.
    Heute kam bereits die Bestätigung, dass ich ab 1.2. familienversichert bin verbunden mit dem Hinweis, dass meine Einkünfte in regelmäßigen Abständen erneut abgefragt werden würden.
    Auf dem Merkblatt der TK stand noch einmal explizit drauf, dass eine Abfindung keine regelmäßige Einnahme im Sinne der Familienversicherung ist.
    Ich möchte ab 1.1.20 sowieso wieder ALG beantragen und mich dann wieder pflichtversichert.
    Das sieht doch zunächst einmal gut aus.

    Also nur Mut und die richtige Krankenkasse. 🙂

    • Na also! Geht doch. 😉
      Was andere Krankenkassen hier offenbar veranstalten, halte ich schlicht für falsch.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Danke für die Rückmeldung

  28. Hallo zusammen,

    eine Anmerkung zum Terminservice-Gesetz.
    Ein Artikel im Handelsblatt nennt den Termin zum Inkrafttreten des Gesetzes mit dem 1. Mai 2019.

    „Dass das Gesetz statt zum 1. April erst am 1. Mai in Kraft treten soll, will Spahn ebenfalls als Zugeständnis verstanden wissen. Hintergrund ist zudem, dass der Minister sein Gesetzesvorhaben zwischenzeitlich durch eine Fülle von auch fachfremden Änderungsanträgen so sehr aufgebläht hat, dass es zu diesen Änderungen im Februar eine eigene Anhörung von Verbänden und Sachverständigen im Bundestag geben wird.“

    Beste Grüße
    Reiner

  29. Hallo Zusammen, möchte auch kurz Rückmeldung geben, dass auch mein Antrag auf Familienversicherung ( Audi BKK) genehmigt wurde und ich zum 01.03. dort über meinen Mann versichert sein kann. Abfindung und Auflösung Arbeitsverhältnis zum 28.02.19.
    Der Gewinn aus selbsständiger Tätigkeit muss unter 445€ mtl. liegen. Grüße. Mareike

    • Danke für die Rückmeldung. Ergänzung: Die SUMME aller Einkünfte darf nicht über 445€/Monat liegen! Dazu zählen z.B. auch Kapitaleinkünfte…

      Gruß, Der Privatier

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