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Kap. 10.5: Die Einzelveranlagung — 14 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    ich bekomme in 01/2016 meine Abfindung in Höhe von 275k….meine Frau wird weiter arbeiten und ca 49k verdienen….ich habe in 2016 keine Einkünfte da ich das Dispositionsjahr einlege….ich war beim Steuerberater und er meinte das eine Einzelveranlagung nicht lohnen würde….
    kannst du dein Bsp. bitte auf mich umrechnen ??
    kann das sein das der Steuerberater unrecht hatte ??
    danke….

    • um einzeln veranlagt zu werden muss meine Frau 2016 in Steuerklasse 4 sein ??
      da ich nächstes Jahr kein Einkommen habe, sollte meine Frau ab 2016 eigentlich in Steuerklasse 3 wechseln !!

    • Hallo demoli,

      ich darf (und will) keine Einzelberatung mit konkreten Zahlen durchführen. Darum nehme ich zur Veranschaulichung der Sachverhalte auch immer gerne ganz allgemeine Beispiele.
      Ich finde, es ist aber auch gar nicht so schwierig, sich das einmal selber auszurechnen. Ich nehme dazu immer gerne eine online aktuell erstellte Steuertabelle von Finanz-tools.de . Den Rechenweg habe ich ja oben beschrieben, dann ist es nicht mehr so schwierig.

      Vielleicht weiß der Steuerberater ja mehr Details, aber ich habe eher das Gefühl, dass sich auch in diesem Fall eine Einzelveranlagung lohnen würde. Ich würde (wenn ich es nicht selber machen wollte) den StB. einmal bitten, beide Varianten auszurechnen und das Ergebnis zu dokumentieren – schwarz auf weiß.

      Eine genauere Variante, als die oben beschriebene vereinfachte Methode, bietet sich übrigens noch über die kostenlose Elster-Software an. Hier kann man ALLE persönlichen Angaben eingeben und erhält ein ziemlich genaues Bild von den zu erwartenden Steuerbelastungen.

      Die Steuerklasse IV ist übrigens nicht erforderlich. Die Steuerklassen werden immer nur für die Berechnung der Steuer im laufenden Jahr verwendet. Bei der Einkommensteuererklärung spielen sie keine Rolle mehr und das Ergebnis ist immer gleich.

      Viel Erfolg und wenn es neue Erkenntnisse gibt: Immer gerne per Kommentar melden!

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo,
    ich kann aus eigener Erfahrung empfehlen, wenn man schon beim StB. ist, die Szenarien zu simulieren und drucken zu lassen. Dann hat man auch was zum Nachlesen. Und … erste Gefühle eines StB. können durch die Simulation sich als falsch herausstellen. Und bitte : nicht jeder StB. hat 10 Abfindungskunden am Tag und schon gar nicht in den „schwierigen“ Größenordnungen. Ich hatte einen der war fit, aber wir waren auch zu ca. 50 Kollegen beim gleichen. Der hat schon von Abfindungen geträumt…

    Nun nun noch ein Tip : Ich nutze WISO, aber ich will nicht für WISO werben, das können andere Produkte auch. Kostet im Jahr ca. 29 Euronen. Und dann kann man simulieren was das Zeug hält. Man legt einen Fall an, danach kopiert man den und manipuliert an den Zahlen und hat einen 2.Fall. Die Steuerberechnungen kann man dann nebeneinander legen und wunderbar vergleichen.
    Und wenn man nun die richtigen Werte aus V&V, Werbung, Sonder., etc. einträgt hat man die eigene Steuererklärung schon vorbereitet. Und im nächsten Jahr : die vorausgefüllte Steuererklärung bei ELSTER runterladen, das alte Jahr drüberbügeln und dann alle Werte abchecken, d.h. gelbe Fähnchen prüfen und grün machen. So geht auch keien Thema verloren, die Fähnchen passen auf….
    Viel Spaß im Dispojahr !

  3. Hallo,
    der Beitrag ist zwar schon ein Jahr alt … für uns aber grade aktuell 😉
    Eine Frage:
    Habe ich es richtig verstanden, dass die Wahl der Einzelveranlagung keine Auswirkungen auf die Whlder Steuerklasse hat?
    D.h. die Steuerklassen bleiben wie gehabt z.B. bei 3 und 5 und im Folgejahr kann ich dann wieder zwischen Zusammen- und Einzelveranlagung wählen?
    Vielen Dank und Gruß,
    Schelli

    • Ja – alles richtig verstanden!
      Steuerklassen werden immer nur für die monatliche Berechnung der Steuerabzüge vom laufenden Gehalt benötigt.
      Bei der Einkommensteuererklärung spielen sie dann keine Rolle mehr. Hier kommt es dann auf die Veranlagungsart an (zusammen/getrennt). Und diese kann man jedes Jahr neu auswählen.
      Aber bitte vorher prüfen (lassen), was günstiger ist!

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo ihr lieben Menschen,

    ich bin sehr irritiert. Mein Sachbearbeiter teilte mir mit eine Zusammenveranlagerung zu wählen.. Aber wir als Eherpaar, gibt es nur ein Hauptverdiener & der andere ist Vollzeitstudent. Was soll ich jetzt auswählen. Einzel oder Zusammen? Ich blicke einf. nicht mehr richtig durch

    liebe Grüße an die fleißigen Helfer

    • Normalerweise ist es für Ehepaare immer besser die Zusammenveranlagung zu wählen. Gerade in Fällen, wo es nur einen Hauptverdiener gibt und der andere weniger oder gar kein Einkommen hat, wird dadurch die Steuerlast quasi auf beide verteilt.
      Meistens lohnt es sich nur in ganz speziellen Situationen (s. Beitrag oben) eine Einzelveranlagung durchzuführen.

      Gruß, Der Privatier

  5. Ich bin nach Abfindung und Dispositionsjahr jetzt arbeitslos; meine Frau arbeitet Teilzeit. Zusätzlich haben wir beide ein kleines Nebengewerbe.

    Meine Steuersoftware berechnet die Steuer bei Zusammenveranlagung, Einzelveranlagung und Einzelveranlagung mit Antrag auf hälftige Verteilung.
    In meinem Fall ist die Einzelveranlagung günstiger.
    Viele Grüße, Hardy

    • Das kann ich mir gut vorstellen. Der Bezug von ALG1 gehört auch immer zu den Situationen, bei denen man eine Einzelveranlagung prüfen sollte.
      Ideal ist es natürlich, wenn man eine Steuersoftware hat, die das per Knopfdruck mal eben überprüft.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Ela, Hardy, Privatier und ….,

      bei mir ermittelt meine Steuersoftware für die Jahre 2015 und 2016 kaum Unterschiede zwischen Einzel- und Zusammenveranlagung. Ich wähle dann viel lieber die Zusammenveranlagung; hier machen sich Streichungen oder Nichtanerkennung durch das Finanzamt weniger dramatisch bemerkbar.
      Einkünfte: ALG1 + Kap + V&V sowie kleines Gewerbe + Rente + KAP beim Partner

      LG FÜR2012

      • Danke für Deine Erfahrungen!
        Ich würde dann auf jeden Fall auch die Zusammenveranlagung wählen. Einfach schon deshalb, weil es weniger Aufwand ist.

        In jedem Fall kann man aber festhalten, dass eine vorherige Prüfung immer sinnvoll ist. Und ich denke, diese Funktion sollte jedes Steuerprogramm haben (wenn nicht, taugt es nichts!).

        Gruß, Der Privatier

  6. Hallo,

    ich habe eine ganz gute Zusammenfassung zu Einzelveranlagung gefunden:

    Dann lohnt sich die Einzelveranlagung

    In einigen Fallkonstellationen kann die Einzelveranlagung ausnahmsweise steuerlich vorteilhafter sein als die Zusammenveranlagung. Hier die wichtigsten Beispiele:

    Lohnersatzleistungen – Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld sind zwar steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz für die zu versteuernden Einkünfte. Denn solche Einnahmen unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Konsequenz: Werden beide Partner gemeinsam veranlagt, führen diese zu einer höheren Steuer.

    Sonderausgaben – Einer der Partner versteuert Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, während der andere Arbeitnehmer ist. Selbstständige erhalten in aller Regel keinen Zuschuss, anders als Arbeitnehmer, bei denen der Arbeitgeber rund die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge finanziert. Deshalb beträgt bei einem Selbstständigen der Höchstbetrag bei den sonstigen Vorsorgeaufwendungen 2.800 Euro statt nur 1.900 Euro. Bei Einzelveranlagung hat er einen erweiterten Sonderausgabenabzug. Beim angestellten Arbeitnehmer-Partner – und dann nur bei ihm – werden hingegen die vom Arbeitgeber getragenen Beiträge abgezogen.

    Abfindung – Die Abfindung kann nach der Fünftel-Regelung ermäßigt besteuert werden. Hat der eine Partner kaum weitere Einkünfte – im Gegensatz zum anderen gut verdienenden Partner –, dann kann ebenfalls die Einzelveranlagung insgesamt Steuern sparen.

    Verlust – Weist einer der beiden Partner für das Steuerjahr einen Verlust aus, so würde dieser mit den positiven Einkünften des anderen verrechnet werden. Sie können stattdessen aber die Einzelveranlagung beantragen und den Verlust in ein anderes Steuerjahr übertragen. Der andere Partner, der Einkünfte zu versteuern hat, kann dann in voller Höhe beispielsweise seine Kinderfreibeträge, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

    Kirchengeld – Das Kirchengeld ist dann fällig, wenn einer der Partner konfessionslos ist und der besser verdienende Partner einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört. Bemessungsgrundlage hierfür ist das gemeinsam zu versteuernde Einkommen. Wählen beide die Einzelveranlagung, lässt sich dies verhindern.

    Quelle: http://www.finanztip.de/einzelveranlagung/

    Viele Grüße, Hardy

    • Danke Hardy für die Ergänzung!

      Die einzelnen Punkte decken sich im Wesentlichen mit den bereits von mir oben im Beitrag erwähnten Situationen, wann man eine getrennte Veranlagung prüfen sollte.

      Allerdings habe ich dies nur stichwortartig aufgeschrieben, die Erläuterungen von Finanztip bringen da mehr an Erklärung. Von daher für das Verständnis ganz sicher hilfreich.

      Danke und Gruß,
      Der Privatier

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