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Inflation im Finanzplan (Teil 3) — 6 Kommentare

  1. So alt wie ich bin (62), mache ich keine Finanzpläne über 35 Jahre, sondern ganz kurzsichtig: von einem Jahr zum nächsten.
    Die Wunsch-Inflationsrate von EZB u.a. von 2% scheint derzeit ja schon nicht erreicht zu werden, aber nehmen wir sie einfach als runde Zahl.
    Die Kursentwicklung meines Depots sollte mindestens 2% erreichen (Nachhaltigkeit).
    Die Nettoerträge des Depots sollen mindestens 4% erreichen: Inflationsrate +100% Sicherheitszuschlag.
    Im einzelnen habe ich als Ziel Dividenden von mindestens 5.6% brutto, was nach deutschen Steuern 4% netto ausmacht.
    Wenn eine Dividende (z.B. AT&T) um 2% erhöht wird, ist das gerade inflationssichernd. Mehr wäre besser (Vorlage: Allianz, +12.5% – Gegenbeispiel: BMW Vz, -12.4%).
    Wenn eine Dividende netto 4% oder höher ist, mag sie auch erstmal konstant bleiben.
    Wenn eine Dividende netto 8% oder höher ist, mag sie auch halbiert werden, und ist immer noch ein Gewinn.

    Ich plane meine Finanzen nicht, wüsste nicht, mit welcher Gewissheit ich das könnte, ausser 10j.Bundesanleihen – ich „spiele nur“ nach den Regeln, die ich erst allmählich kennenlerne… 🙂

    • „Ich plane meine Finanzen nicht…“

      Naja – das ist ja auch keine Pflicht. 😉

      Insbesondere dann nicht, wenn man sich an eine Art „Standard“-Lebensweg hält, der darin besteht, erst einige Jahrzehnte lang berufstätig zu sein und dann Rentner zu werden. Dabei kann man sich ggfs. noch überlegen, ob eine Altersteilzeit machbar ist und ob die Rente bereits ab 63 Jahren oder doch eher bei 65+X beginnen soll. Ansonsten muss man dann eben sehen, wie man damit zurecht kommt, was man hat.

      Die Seite „Der-Privatier“ richtet sich aber in erster Linie an Menschen, die mit dem Gedanken spielen, ihre Berufstätigkeit bereits 5, 10 oder 15 Jahre VOR dem Rentenalter zu beenden.
      Eine solche Entscheidung ist recht schwerwiegend (da in der Regel unumkehrbar) und will daher wohl bedacht sein. Da gibt es eine Menge von Faktoren zu berücksichtigen und miteinander in Verbindung zu bringen. Und zwar über viele Jahre hinweg.
      Und das geht am besten mit einem Finanzplan, der möglichst viele der beeinflussenden Parameter beinhaltet und der dazu die Möglichkeit bietet, mit diesen Parametern ein wenig zu spielen, um mehrere Szenarien zu untersuchen.

      Und gerade bei langfristigen Planungen sollte man den Einfluss der Inflation nicht unterschätzen. Ob man dabei von Beginn an den exakten Wert vorhersehen kann, spielt dabei gar nicht so eine grosse Rolle. Denn auch das gehört zu einem langfrstigen Plan: Dass man ihn immer wieder an die Realität anpasst und Abweichungen genau beobachtet.

      Gruß, Der Privatier

      • Stimmt, als Altersteilzeitler bin ich in einer sichereren Lage als ein „echter“ Privatier.
        Obwohl der Tagesablauf so ähnlich ist: Depotkonto checken und evtl. buchen, Wirtschaftsnachrichten lesen, evtl. Wertpapiere verkaufen oder kaufen…
        Aber eben die jahr(zehnt)elange Ungewissheit hat man dann nicht, insofern ist man als ATZler mit sicherem Übergang in Rente schon privilegiert.
        Meine Aufmerksamkeit in den letzten Tagen gilt auch eher den Konditionen für freiwillige RV-Beiträge, und deren versicherungsmathematische wie steuerliche Optimierung 🙂

    • Hallo Suchenwi,

      wenn Du von Jahr zu Jahr denkst, ist ja AT&T genau richtig! Wenn ich gleich bei Einstieg möglichst hohe Dividenden haben will und nicht erst in 10 Jahren kaufe ich Dividendenwerte mit bereits jetzt hoher Dividende. Bei Langfristplanung Werte mit hoher Dividendensteigerung.

      Gruß

      • Hallo versfachwirt,
        AT&T habe ich schon seit langem im Depot.
        Nachzukaufen habe ich mir bisher aber verkniffen, angesichts der wechselnden Nachrichtenlage. Gerichtsverfahren hier, Immobilienverkäufe (sell&lease back) dort, teils Box-Office-Rekorde bei Warner Brothers-Filmen (die ja auch dazugehören)…
        Zur Balance habe ich auch Aktien in Verizon (dem größten US-Konkurrenten) und BCE (Bell Canada Enterprises, AT&Ts kanadische Tochter, eher unproblematisch, erhöht die Divi im April um 5%). Nicht zu vergessen Deutsche Telekom, deren Tochter T-Mobile US mit Sprint fusionieren will und das auch vor Gericht ausficht…) Oder Vodafone für den Rest der Welt, oder SES Global für luxemburgische Satellitenkommunikation 🙂
        Alles in allem ist Telekommunikation eine spannende Gemengelage.

      • Ich sehe zwar den entfernten Zusammenhang zwischen Inflation im Finanzplan und einer Kompensation durch steigende Dividenden – aber könnten wir die Dískussion über konkrete Aktien, deren Dividenden und andere Probleme bitte an anderer Stelle fortsetzen? Beispielsweie in der Plauderecke.

        Vielen Dank und Gruß,
        Der Privatier

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