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Investieren mit Rabatt: Discountzertifikate — 8 Kommentare

  1. Danke für die schöne Zusammenfassung.

    Ich benutze aktuell Discountzertifikate, um ein Cash-Secured Put Strategie auszuprobieren ohne dass ich ein Trading-Konto bei einem ausländischen Broker eröffnen zu müssen.

    Ich kaufe hierzu in der Regel Discountzertifikate mit einem Cap unterhalb des aktuellen Kurses des Basiswertes (sind quasi Deep-Discount Zertifikate). Ich wähle den Cap so, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Kurs des Basiswertes am Ende der Laufzeit unter den CAP fällt und ich die Aktien eingebucht bekomme. „Droht“ eine Einbuchung, so habe ich die Möglichkeit das Discountzertifikat vor Ablauf zu verkaufen. Aktuell wähle ich meist Laufzeiten von 6-Monaten. Sollte der Kurs nach dem Kaufzeitpunkt stark ansteigen, kann ich mir auch überlegen das Discountzertifikat vorzeitig zu verkaufen, da der maximale Gewinn des Discountzertifikats bereits vorzeitig ausgereizt ist.

    Am liebsten sind mir übrigens Discountzertifikate mit Barabwicklung, da ich mir dann über die Einbuchung der Aktien überhaupt keine Sorgen machen muss (dies schein bei US-Aktien meist der Fall zu sein).

    Aktuell kaufe ich die Discountzertifikate bei der comdirect über sogenannte 3.90 Euro Trades (gehe davon aus, dass andere Broker auch entsprechende Angebote haben). Das schöne ist, dass ich bei jedem Trade auch eine Kostenübersicht über die Ptroduktkosten erhalte. Die kann ich dann sogar mit den Optionsprämien an z.B. der Eurex vergleichen.

    Ingesamt scheinen die (versteckten) Kosten von Discountzertifikaten gar nicht so schlimm zu sein. Hoffe in diesem Zusammenhang, dass es nicht zur Einführung der Transaktionssteuer kommt. Diese würde dann möglicherweise die Kosten deutlich erhöhen, wenn man bedenkt, dass ein Discountzertifikat immer mit dem Kauf der Aktien und dem gleichzeitigen Verkauf einer Call Option hierauf verbunden ist. Hierzu ein Beispiel: Beim Kauf von 5000 Euro Aktien wurden bei 0,3% Transaktionssteuern 15 Euro Steuern anfallen. Diese müsste man dann allerdinges mir den vergleichsweise niedriegen Optionsprämien (oder Discounts) ins Beziehung setzen.

    Gruß,
    Thomas

  2. Während des Lesens schwirrte mir immer ein Gedanke im Kopf: „Warum nicht gleich Put Optionen verkaufen?“.

    So wie ich das verstehe sind diese Discountzertifikate eigentlich nur mit Nachteilen den normalen Optionen gegenüber behaftet, ich kann da nicht wirklich einen Vorteil herauslesen.

    Daher mal die Konkrete Frage: Warum sollte man Discountzertifikate benutzen und nicht einfach Put Optionen verkaufen?

    • Hallo Martin,

      Ich habe in meinem Kommentar oben in der Tat geschrieben, dass ich mit dem Kauf von Discountzertifikaten das Schreiben von Put-Optionen (cash-secured Puts) nachbilde.
      Wahrscheinlich sind dabei wohl die Gehühren höher als wenn man gleich die Puts verkauft. Insbesondere holt man sich noch ein Emittentenrisiko ins Haus.

      Es gibt eigentlich nur folgenden Grund warum ich aktuell noch Discoutzertifikate vorziehe:

      Soweit ich weiß, gibt es keinen deutschen Broker, bei dem man bequem und günstig Optionen handeln kann. Bei der comdirect geht das Ordern nur telefonisch und ist mit horrenden Ordergebühren verbunden. Außerdem muss man die Terminfähigkeit nachweisen. Bei anderen deutschen Brokern ist es auch nicht besser. Insgesamt gibt es da keine komfortable Lösung. Man müsste also in jedem Falle ein Konto bei einem ausländischen Broker eröffenen (z.B. Lynx, captrader usw.). Dann muss man sich aber auch selbst um die Abführung der Abgeltungssteuer kümmern.

      Ich werde daher zunächst mal die verschiedenen Optionsstrategien mit Hilfe von Discoutzertifikaten durchtesten. Sollte ich feststellen, dass der Optionshandel (bzw. der Handel mit Discoutzertifikaten) mir einen Mehrwert bietet, so werde ich letzlich wohl auch zu einem ausländischen Broker wechseln und dort direkt Optionen handeln. Aktuell bin ich aber noch in der Testphase und immerhin geht der Handel mit Discoutzertifikaten sehr einfach und komfortabel und man braucht auch keinen Nachweis zur Terminfähigkeit.

      Gruß,
      Thomas

    • Zunächst einmal ist es richtig, dass ein Discount-Zertifikat im Prinzip eine Stillhalter-Strategie aus dem Optionshandel abbildet: Cash Secured Short Put.

      Und natürlich kann jemand, der ohnehin Optionen handelt, denselben Effekt auch mit Optionen erzielen. Er hat sogar noch einige Vorteile (wie ich auch im Beitrag schon kurz angedeutet habe).

      Allerdings ist der Optionshandel nicht gerade verbreitet und viele Anleger scheuen die damit verbundenen „Nebenwirkungen“. Das fängt mit fehlenden Kenntnissen an, geht über ein gewisses Misstrauen gegenüber ausländischen Brokern, der Einarbeitung in als unübersichtlich und komplex empfundene Handelsplattformen bis hin zu ungewohnten Denkweisen: „Etwas verkaufen, was ich gar nicht habe?“

      Aber selbst wer den Handel mit Optionen nicht scheut, ist mit Optionen nicht zwingend besser gestellt! Ich möchte einmal zwei Punkte herausgreifen:
      * Ich empfinde den Handel mit deutschen Werten als extrem „dünn“. Da findet selbst bei einigen DAX-Werten kaum Umsatz statt. Entsprechend sind die Spreads. Wer sich hier für Werte ausserhalb des DAX interessiert, kann einen vernünftigen Handel in der Regel vergessen.
      * Unabhängig davon kommt es auch bei liquiden Werten zu unverhältnismässig hohen Kosten, wenn ich mir einen Wert aussuche, der einen niedrigen Aktienkurs hat, z.B. die Dt.Bank. Hier muss ich dann recht viele Optionen bewegen und die Kosten steigen mit der Anzahl der Optionen. Das macht den prinzipiellen Vorteil von Optionen oftmals zunichte.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich denke auch, dass Discount-Zertifikate für den Anfänger einen einfacheren Einstieg in grundsätzliche Optionsstrategien wie „cash secured Puts“ und „covered Calls“ bieten, da sie eben genau diese Strategien vorgefertigt abbilden.

        Wenn man nur herausfinden will, ob man als Optionsverkäufer wirklich einen „Edge“ hat(siehe häufig zitierte Analogie zur Versicherungbranche bzw. zum Spielcasinobetreiber), reichen Discountzertifikate völlig aus. Stellt man fest, dass man keinen Nutzen aus dem Handel mit Discount-Zertifikaten zieht, dann würden kompliziertere Optionskonstukte wie „Iron Condor“ oder „Straddle“ auch nicht weiterhelfen.

        Im Grunde ist man mit Discount-Zertifikaten sogar flexibler, da hier nicht Kontrakte mit exakt 100 Aktien gehandelt werden müssen. So konnte ich sogar kürzlich ein Amazon Discount-Zertifikat kaufen, welches ich mittlerweile mit Gewinn verkaufen konnte. Um ein Amazon-Optionskontrakt zu kaufen hätte ich dagegen über 100000 Euro aufbringen müssen.

        Gruß,
        Thomas

        • Richtig, auch der letzte Punkt ist ein weiterer Vorteil der Discount-Zertifikate gegenüber dem direkten Optionhandel.

          Aber auch wenn Zertifikate oft sehr grosse Ähnlichkeiten zum Optionshandel zeigen, möchte ich eigentlich hier nicht den Eindruck erwecken, dass man für den Handel und das Verständnis von Discount-Zertifkaten auch nur geringste Kenntnisse von Optionen benötigt. Das ist nicht erforderlich.

          Wer die oben aufgeführten recht simplen Regeln verstanden hat, kann die Vorteile solcher Zertifikate ohne Einschränkungen nutzen.

          Gruß, Der Privatier

  3. Christian W. Röhl hat mal (ist schon lange her) das Zertifikate-Journal herausgegeben und angemerkt, dass es fast immer besser ist, ein Zerti erst nach einigen Wochen an der Börse zu kaufen statt direkt zu zeichnen. Nach meiner Erfahrung ist da auch was dran. Denn es kann sein, dass am Anfang noch Kosten für Ausgabeaufschlag und Innenprovision verrechnet werden, und zwar nicht gleichmäßig über die gesamte Laufzeit, auch wenn diese Kosten nicht direkt ausgewiesen werden.
    Zertifikate mit direkt ausgewiesenem Ausgabeaufschlag sollte man sowieso nicht zeichnen.

    Das Zertifikate-Journal gibt es leider in der alten Form nicht mehr (seit Lehmann gelten ja alle Zertifikate als Teufelszeug). Es waren nämlich damals schon ein paar gute Hinweise drin. Die Experten hier, die sich mit Optionen und Optionsscheinen auskennen, die können sich das Auszahlungsprofil von klassischen Discount Zertifikaten oder Aktienanleihen natürlich auch selbst zusammenbasteln, wie im Beitrag oben schon erwähnt. Bei komplexeren Strukturen (z.B mit Barrieren) könnte das aber schwierig oder teuer werden, weil man dann wohl mehrere Optionsscheine mit gleicher Laufzeit kombinieren müsste.

    Optionen sind aber nicht mein Ding, und sind Zertis wirklich so viel teurer als Basiswert + Optionen? Weiß nicht. Wo informiert ihr euch über Zertifikate? Ich hole mir manchmal ein paar Anregungen von https://www.zertifikatereport.de/, nehme aber heute nur noch Deep Discounter oder Protect-Aktienanleihen, sozusagen als (nicht ganz vollwertigen, weil korreliert) Ersatz für den risikoarmen Anteil im Depot, also da, wo mal die Staatsanleihen waren. Einige der Protect-Barrieren haben sogar 2008 noch gehalten.

    So etwa 3-5% Rendite sollte es aber schon sein. Diese Risiko-Klasse mit Assets zu befüllen, die unkorreliert sind zu Aktien, ist in zinslosen Zeiten ein echtes Problem, denn die Deep Discounter korrelieren natürlich völlig mit dem Aktienmarkt, wenn auch die Vola geringer ist (in der Nähe der Barriere ist die Vola allerdings extrem hoch). Aber es gibt halt nur wenige – vom Aktienmarkt halbwegs unkorrelierte – Alternativen wie high yield bonds oder auch Crowd Investments (wer’s mag).

    • Mit pauschalen Aussagen bin ich immer etwas vorsichtig. So mag der Tipp, keine Zertifikate direkt bei der Zeichnung zu kaufen vielleicht manchmal richtig sein – manchmal aber eben auch nicht. Ich versuche da lieber, die Konditionen mit bereits existierenden Papieren zu vergleichen (ist nicht immer ganz einfach, aber mir reicht da auch eine grobe Richtung). Und wenn ich dann sehe, dass vergleichbare Papiere z.B. bei einer Aktienanleihe alle klar über pari notieren, so halte ich eine Zeichnung für 100% (ohne Ausgabeaufschlag/Kosten) für durchaus interessant.

      Ansonsten nutze ich keine spezielle Informationsquelle für Zertifkate. Aber natürlich nutze ich die auf versch. Seiten angebotenen Such-/Vergleichsmaschinen, wie z.B. die oben im Beitrag erwähnte von Comdirect. Aber hin und wieder auch einmal andere.

      Gruß, Der Privatier

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