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Mein eigener Finanzplan — 7 Kommentare

  1. Hi Privatier,

    Vielen Dank für diese Einblicke!
    Ich finde es ausgesprochen mutig, mit 56 auf Privatier zu machen und ungemein freundlich, dass Du Deine Erfahrungen weitergibst.

    Sehr interessant sind die Themen der Krankenversicherung, da diese wohl einen Großteil der Ausgaben verursacht. Hast Du Dir eigentlich auch einmal überlegt bis zur Pensionierung ohne KV auszukommen? In zehn Jahren zahlt man, bei Deinen 190€/Monat, immerhin 23k ein. Da kann man wahrscheinlich eine Zeit lang im Krankenhaus liegen, falls etwas Gröberes passieren sollte. Ich kenne aber die Krankenhauskosten nicht. Aber ganz so ohne Sicherheitsnetz… Ich würde das auch eher nicht tun, wollte aber nur mal nachfragen, ob Du diese Möglichkeit in Betracht gezogen hattest.

    Folgst Du bei der Kapitalentnahme speziellen Richtlinien? Ich meine damit, dass man sich z.B. cash in der Höhe einer Jahresausgabe hält, um Aktien nicht während einer Korrektur verkaufen zu müssen. Oder reicht Dein passives Einkommen (Dividenden, Zinsen, Mieteinnahmen, etc.) um Deinen Lebensunterhalt zu bestreiten ohne den Kapitalgrundstock anzutasten?

    Ich bin selbst dabei Ende 2018 auf Privatier umzusteigen und lese gerade all Deine Themen durch. Alles sehr hilfreich und interessant!
    Vielen Dank!

    Gruss, vAdB

    • Hi vAdB,

      schön, hier einen weiteren „Bald-Privatier“ begrüßen zu dürfen!

      Die Frage zur Kapitalentnahme und zur Höhe eines angemessenen Liquiditätspolsters kommt gerade richtig, denn ich bin gerade dabei, im Rahmen des aktuellen Kapitels „Neuausrichtung“, über das ich hier gerade berichte, auch das Thema Liquidität zu behandeln. Die Beiträge kommen recht bald und ich möchte noch um ein wenig Geduld bitten.

      Zur Krankenkasse muss ich sagen, dass man zwar mal darüber nachdenken kann, ob die Beiträge sich lohnen. Nur – helfen tut es nichts!
      Ich weiß nicht, wo Du lebst – aber in Deutschland gibt es eine Krankenversicherungspflicht! Das kann ich mir nicht aussuchen, ob ich mich versichern will oder nicht. Aber ich finde, ich bin mit meinem Beitrag unter 200 Euro/Monat noch recht gut bedient. Ich kenne so einige, die (privat oder gesetzlich) durchaus 600-800€/Monat (oder mehr) bezahlen. Man kann die Beiträge also optimieren – abschaffen kann man sie in Deutschland nicht.

      Dabei fällt mir noch ein: Hast Du eigentlich schon meine Frage in Antons Blog gesehen? Deine Antwort würde mich schon wirklich interessieren!

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo vAdB,

      Hmm… irgendwie gelingt es mir gerade nicht, in Antons Blog auf Deine Ausführungen zu antworten. Da scheint die Kommentar-Funktion ein Problem zu haben. Nun gut – mache ich es eben hier:

      Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort!
      Jetzt habe ich schon mal verstanden, wo der Vermögenszuwachs herkommen soll. Schade – doch kein Trick. Man muss einfach nur genug verdienen… Ich hoffe, Du „verdienst“ es auch! 😉

      Aber sorry, wenn ich noch mal auf den Zahlen „herumreite“. Ich hab es einfach noch nicht so richtig kapiert. Wer bei einer Sparquote von 58% ca. 140K spart, der gibt folglich ca. 100k/Jahr aus. Das sind mehr als 8.000 Euro/Monat.
      Da kommt manch einer ins Grübeln, was das Wort „Sparsamkeit“ in diesem Zusammenhang wohl bedeuten mag… Ich kenne Menschen, die müssen mit einem Zehntel auskommen.

      Aber egal – jeder hat seine eigene Lebenssituation und das will ich auch gar nicht diskutieren. Aber was ich nicht so richtig verstehe: Wieso denkst Du, dass Du bei diesen monatlichen Ausgaben langfristig mit einem Kapital von „nur“ 970k auskommen wirst? Ist das nicht ein bisschen arg knapp?

      Du hast ja auf meinem Blog hier schon meine Vorschläge für einen Finanzplan gelesen. Hast Du so etwas ähnliches mal gemacht? Mit welchem Ergebnis? Wie lange kommst Du aus?

      Gruß, der Privatier

      • Hallo Privatier,

        Vielen Dank für die Antwort!

        Mein Fall ist nicht unbedingt Standard und es bedarf weitere Informationen, damit die Zahlen auch Sinn machen. Ich arbeite und lebe in der Schweiz . Die Steuern sind sehr niedrig und das Leben ist sehr teuer. Bei 250k Jahresgehalt brutto bleiben 220k vor Steuern und 200k nach Steuern (steuermässig kann man hier einiges tun). In der Schweiz kommen als sogenannte 3. Säule der Vorsorge in meinem Fall noch 32k p.a. aus der Pensionskasse dazu. Meine Berechnung basiert daher auf 232k Jahresgehalt netto. Alle Angaben in CHF.

        Davon spare ich 140k. Das sind die rund 60% Sparrate. 92k verblasen wir p.a. Das ist sehr viel und da gebe ich Dir vollkommen recht. Man muss sich aber die Ausgabenseite etwas genauer ansehen. Die Mieten in der Schweiz sind astronomisch. Mit einer vierköpfigen Familie muss man mit mind. 3k pro Monat Warmmiete rechnen, wenn man halbwegs vernünftig wohnen möchte. Das sind 36k p.a. In der Schweiz muss sich jeder selber um die KV kümmern und das sind 10k p.a für die Familie. Wir zahlen die Schule für Kinder in Südamerika für 8k p.a. und die restlichen 38k sind die lfd. Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung, Urlaub, Versicherungen, etc. Das ergibt insgesamt 92k.

        Zusammengefasst also 232k Nettoeinkommen; 92k Ausgaben (40%) und 140k Sparen (60%).

        Der Plan ist es ab 2019 Privatier zu sein. Wir werden da zurück nach Hause gehen und das ist Österreich. Somit alle Angaben jetzt in Euro. Als allererstes ist zu erwähnen, dass uns der starke Franken ungemein zugute kommt. Dieser glückliche Zufall hat meinen Plan zum Privatier um mehrere Jahre verkürzt. Als ich 2008 von Deutschland in die Schweiz bin, war der Wechselkurs bei etwa 1,5 und jetzt ist er bei etwa 1,1. Da ich dem Euro vertraue, habe ich, als die SNB den Wechselkurs auf 1,2 eingefroren hatte, soviel wie möglich CHF in EUR konvertiert. Bei 450k Nettovermögen stehe ich und Ende 2018 sollte ich lt. Plan bei 970k stehen. Der CHF kann theoretisch auch wieder schwächer werden, dann dauert es halt ein paar Monate länger. Das Leben in Österreich wird aber im Vergleich zur Schweiz sehr, sehr günstig sein. Wir rechnen mit 30k Ausgaben p.a., da wir in unserem eigenen Haus mietfrei leben werden. Da müssen wir noch ein wenig an den Ausgaben arbeiten, aber ich denke insgesamt machen die Zahlen jetzt Sinn. Verzeihung, wenn ich da für Verwirrung gesorgt habe. Unser Plan ist es auch etwas flexibel zu sein und auch als Privatier noch irgendwie Geld zu verdienen, wenn es Not tut oder sich vielleicht ein Extrawunsch der Kinder auftut. Ich gehe dann auch in eine Küche abwaschen, gebe Nachhilfe oder nehme sonst irgendwelche Gelegenheitsjobs an. Damit hätte ich kein Problem, im Gegenteil: macht bestimmt Spass wenn man weiss, dass es nur für ein paar Tage ist. Aber wir müssen nicht und das ist der große Unterschied.

        Du siehst, die KV spielt dann für uns schon eine große Rolle, da sie sicher eine der Hauptausgaben sein wird. Allerdings wird es in in Österreich mit der KV nicht ganz gleich wie in Deutschland sein.

        Gruß, vAdB

      • Ja, dank auch an Dich für die ausführlichen Erläuterungen!

        Jetzt wird in der Tat einiges klarer und die Zahlen machen viel mehr Sinn. Ich hatte es doch auch schon irgendwie geahnt, dass wir hier nicht über eine Situation in Deutschland reden, sondern dass in irgendeiner Form die Schweiz oder Österreich mit im Spiel ist. Nun sind es gleich beide Länder. Auch gut.

        Ich sollte vielleicht auch immer mal wieder (zuerst daran denken und dann) darauf hinweisen, dass meine Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich hier weiter gebe, in erster Linie für Deutschland gelten.

        Fast alles, was ich hier schreibe, beruht auf deutschen Gesetzen (Steuern, Renten- und Krankenversicherung, Arbeitsagentur. u.a.). Wie dies in anderen Ländern aussieht, entzieht sich komplett meiner Kenntnis. Dazu kann ich nichts sagen.

        Dabei fangen die Unterschiede oftmals auch schon viel früher an: Lohn-/Gehalts-Niveau, Mietpreise, Lebenshaltungskosten und vieles mehr.

        Für andere Länder können meine Erfahrungen daher wohl nur von generellem Wert sein. Im Detail werden sie wenig helfen. Darum freue ich mich umso mehr, hier einen Leser (und Kommentator) zu haben, der trotz dieser Einschränkungen vielleicht ein paar Ideen für sich mitnehmen konnte/kann.

        In diesem Sinne ein Grüezi in die Schweiz!
        Der Privatier

        • Klar, all Deine Erfahrungen die Du hier weitergibst sind Deutschland bezogen. Aber vieles ist vom Prinzip her in allen Ländern anwendbar und die Herausforderungen auf dem Weg zum/eines Privatiers sind denke ich überall in Europa ähnlich. Die länderspezifischen Details muss man sich dann schon noch reinziehen.

          Z.B die notwendigen Massnahmen um als Privatier keine Steuern zahlen habe ich bereits für Österreich durchgearbeitet. Viele Deiner Tipps funktionieren auch dort, hier und da mit kleinen Abweichungen. So gross sind die Unterschiede zu Deutschland aber gar nicht.

          Viele Grüsse, vAdB

  2. Bei einem Gehalt von über 400K/ brutto im Jahr würde ich mir über den
    Krankenkassenbeitrag keine Sorgen machen sondern 6 Monate
    länger arbeiten 🙂 und auf eine Abfindung hoffen 🙂

    Aber ernsthaft bei einem Vermögen von 970k und Erträgen von 4 %
    sind an die Krankenkasse knapp 7k im Jahr zu zahlen, Basis heute
    Selbst nach Steuern sind es wohl noch so um die 5000 Euro.

    lg carstenhh

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