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Kap. 6.4.2: Rente für besonders langjährig Versicherte — 11 Kommentare

  1. Hallo Privatier,

    rechnet sich das halbe Jahr zusätzliche und selbst zu überbrückende Wartezeit für die abschlagsfreie Rente (dann mit 63,5 Jahren) beim Jahrgang 1955?

    Zur Info: Fast die Hälfte der späteren Gesamtversorgung kommt aus der betrieblichen Altersversogung, die dann ebenfalls erst mit 63,5 Jahren zahlen wird und lediglich den Abschlag von 9,6 % auf 7,2% reduziert.
    Gruß Cobi

    • Für eine exakte mathematische Berechnung fehlt mir im Augenblick die Zeit, aber wenn ich einmal nur die gesetzl. Rente betrachte, könnte man die vereinfachte Rechnung aufmachen: 6 Monate Verzicht auf die Rente (bei 63,5 J.) müssen durch eine um dann ca. 10% höhere Rente ausgeglichen werden. Das dauert also ca. 60 Monate. Oder 5 Jahre.
      Die Rechnung wird durch die abweichenden Regeln bei der betrieblichen AV etwas komplizierter und wird den Zeitraum wohl eher verlängern. Zusätzlich zu bedenken sind sicher auch die Kosten für KV+PV, die (wenn keine anderen Möglichkeiten bestehen) in dem halben Jahr selber zu tragen sind.

      Unabhängig von einer exakten Berechnung ist somit auch die Frage zu klären, inwieweit ein Zeitraum von einem halben Jahr aus eigenen Mitteln bestritten werden kann. Dies kann aber nur jeder selber beantworten.

      Meine eigene Entscheidung (auch ohne exakte Zahlen) wäre klar: Ich würde das halbe Jahr warten. Keine Frage.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier,

        hab mir heute mal die Mühe gemacht und das Ganze unter Einbindung von KV, PV, Steuern etc. exakt durchgerechnet. Da die bAV ca. 50 % meiner späteren Gesamtversorgung ausmacht und die Abschläge dort größtenteils bestehen bleiben, habe ich in meinem Fall das eingesetzte Kapital aus den späteren Nettoeinkünften nach 9,5
        Jahren zurück.

        • Vielen Dank für die ergänzende Info!
          Auch wenn ich fast schon mit einer längeren Zeitspanne gerechnet hätte, finde ich es doch immer wieder erstaunlich, dass man für den Verzicht auf ein paar wenige Monate (hier: sechs) so lange Jahre braucht (hier: fast zehn), um diesen Verzicht wieder einzuholen.
          Und wie lautet jetzt die Entscheidung? Abwarten oder so früh wie möglich?

          Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Privatier,

    wahrscheinlich so früh wie möglich, in der Hoffnung auf ein wieder vernünftiges Zinsniveau in 2018, um das eingesparte Geld dann ent- sprechend anlegen zu können.
    Hinweis: Den Zins- und Zinseszinseffekt habe ich bei meinen Berechnungen aufgrund des derzeitgen Niedrigzinsniveaus vernachlässigt.
    Gruß, cobi

    • Hallo cobi,

      ich bin ja in meinen Beiträgen bisher auch immer zu dem Schluss gekommen, dass ich die Rente so früh wie möglich beantragen werde (auch mit Abschlägen). Aber bei mir würde es auch über 25 Jahre dauern, bis ich den Verlust der ersten Jahre wieder drin habe.
      Bei einer Zeitspanne von „nur“ knapp 10 Jahren würde ich wohl anders entscheiden. Denn die 10 Jahre möchte ich ja doch noch gerne leben. Und danach wäre ich im Plus. Und sechs Monate Verlust könnte ich ganz gut verschmerzen.

      Aber die Entscheidung muss natürlich jeder selber treffen und da gibt es neben der Gesamtsumme, die an Rente fließt, immer auch noch andere Kriterien.

      Gruß, Der Privatier

  3. Hallo.
    Als Jahrgang 1967 habe ich 1984 (eigentlich September1983) mit einer Lehre bis 1987 angefangen.
    Und ohne Bundeswehr oder ähnliches gemacht zu haben, möchte ich bis Anfang 2016 arbeiten. – Dann kommen wohl noch ein paar Monate Arbeitslosigkeit. 😉
    Das sind ca. 32 Jahre. Mit so ca. 36 Rentenpunkten.
    Kann mir wer die folgenden Fragen beantworten.
    *Zählt die Lehre auch zu den Versicherungsjahren, auch wenn der Verdienst am Anfang so klein war, dass die Eltern Kindergeld bekommen haben?
    *Es müßte sich doch lohnen, freiwillig in die Rentenkasse einzuzahlen (sind wohl ca, 90€ pro Monat) um in den Genus der Rente mit Abschlag (14,4%) mit 63 zu kommen? Wegen vorzeitiger Rentenzahlung, Krankenkassenbeitrag und Versteuerung der Rente wird/ist geringer.
    *Oder lohnt es sich sogar die 45 Jahre voll zu machen? – Geht das überhaupt.

    • Dann will ich mal versuchen, zu antworten:
      * Eine betriebliche Lehre, bei der regelmäßige Beiträge zur RV eingezahlt wurden, wird ganz normal angerechnet.
      * Aus meiner Sicht „lohnt“ sich eine freiwillige Einzahlung, um die erforderliche Wartezeit aufzufüllen. Ja!
      * Freiwillig einzahlen kann man, solange man will. Also auch, bis die 45 Jahre voll sind. Ob es sich lohnt, hängt hier aber wohl von den persönlichen Verhältnissen ab. Ich schlage (wieder einmal) dringend zum Besuch einer Rentenberatung!!

      Gruß, Der Privatier

  4. Hallo Privatier,

    durch Zufall bin ich auf deine sehr informativen Beiträge gestossen,die ich nun mit großem Interesse verfolge.

    Ich habe im Dezember 2015 einen Aufhebungsvertrag mit meinem Arbeitgeber abgeschlossen mit dem Austrittsdatum 31.10.2017,verbunden mit einer Abfindung in monatlichen Teilbeträgen,zahlbar bis zum erreichen 63.Lebensjahr,
    zuzüglich ALG1.

    Außerdem kann ich ALG1 beantragen,wobei ich bei Jahrgang 56 eigentlich
    24 Monate Anspruch hätte,diese aber nicht mehr erreiche,da ich zum Zeitpunkt des Auscheidens bereits 61 Jahre +5 Monate alt sein werde.

    Zum 01.06.2019 muß dann die vorgezogene Rente mit 63 Jahren beantragt werden,
    wobei ich dann 10,2% Rentenabzug hinnehmen muß.

    Da ich bereits 45Jahre Beitragszeit voll habe,könnte ich mit 63 J.+8 M. abschlagsfrei in Rente gehen.

    Meine Fragen wären:
    1. Ist es überhaupt ratsam die 8 Monate später die abschlagsfreie Rente zu beantragen?

    2. Gibt es eine Möglichkeit die Arbeitslosigkeit so zu steuern,daß sie bis zu diesem späteren Renteneintritt zählt und so auch eine eventuelle Sperrzeit vermieden wird?

    Ich würde mich über eine kompetente Antwort freuen.

    Gruß don Kilo

    • Ich bin etwas irritiert über die Aussage „…muss dann die vorgezogene Rente mit 63 Jahren beantragt werden“.
      Wo steht das denn geschrieben? Steht das so im Aufhebungsvertrag? Fall ja, würde ich einmal einen Juristen fragen, inwieweit solche Formulierungen überhaupt zulässig und bindend sind!

      Ich würde daher einmal von der Entscheidungsfreiheit ausgehen, dass man die Rente beantragen kann, wann und wie man will. Und damit komme ich einmal zur ersten Frage: Lohnt es sich, die abschlagsfreie Rente zu beantragen (siehe dazu auch Beitrag: „Früher oder später in Rente?“)
      Der Unterschied beträgt in Deinem Fall 8 Monate (Mit 63 Jahren und Abschlägen oder 63+8 ohne Abschläge). Bei einem Abschlag von ca. 10% dauert es also ca. 80 Monate, um den Vorteil der früheren Zahlung (ab 63) wieder einzuholen. Es lohnt sich also dann, wenn Du älter als ca. 71 Jahre wirst.
      Und das ist erst die Rechnung ohne jede Überlegung in Richtung ALG1 bzw. Abfindung. Kommen wir also zur zweiten Frage. Eine Sperrzeit lässt sich nur mit einem Dispojahr vermeiden. Das macht aber aus Zeitgründen in Deinem Fall wohl keinen Sinn mehr. Es muss also mit einer Sperre gerechnet werden, d.h. ALG1-Anspruch um ein Viertel gekürzt, bleiben 18 Monate.
      Aber diese 18 Monate können nach Belieben bis zum Erreichen der regulären Altersgrenze für die Rente in Anspruch genommen werden (s. Beitrag: „Anmelden und Abmelden„).

      Ich denke, ich würde auf jeden Fall bis zur abschlagsfreien Rente warten.

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo don Kilo,

      häufig berechnen Arbeitgeber eine Abfindung auf Basis des zu zahlenden Lohnes bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Von dieser Summe ziehen sie dann eventuelle Ersatzleistungen, z. B. ALG I oder Rente ab und kommen dann zum Zahlbetrag.

      Ich glaube nicht, dass Dir Dein AG vorschreiben kann, wann Du in Rente zu gehen hast, er kann Dir aber in seinem Modell die Rente ab diesem Zeitpunkt virtuell abziehen.
      Der Effekt ist, dass Dir das Geld dann fehlt. Wie Du das kompensierst, bleibt dann Dir überlassen.

      Viele Grüße, Hardy

      P.S.: Jedenfalls war das Modell so bei meinem (großen) Arbeitgeber.

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