Kommentare

Kap. 11.2 Haushaltsbuch und Fixkosten — 10 Kommentare

  1. Hallo Peter,

    lass mich folgendes Ergänzen:

    Für einen erfolgreichen Schritt ins Privatleben ist es notwendig Ausgaben zu kennen und kalkulierbar zu machen.

    Das Wichtigste dabei ist zunächst mal, sich einen Überblick über die Ausgaben zu verschaffen. Wer da noch nie drüber nachgedacht hat, sollte einfach mal die Kontoauszüge der letzten Monate durchstöbern.

    Damit hat man sicher die monatlichen Ausgaben erkannt. Bei mir sind das z.B. die Kosten zu Leben (Essen, Hygieneartikel etc.), Versicherungen, Energie, Kommunikation, Taschengelder, Friseur, Tanken und Monatsbeiträge für Vereine etc.

    Dann gilt es noch die viertel-, halb- und jährlichen Ausgaben zu erfassen. Bei mir sind das z.B. Grundabgaben, (KFZ) Steuer, Versicherungen, Geburtstags und Weihnachtsgeschenke, Wartung (KFZ, Heizung…), GEZ, Schornsteinfeger (nur alle 3 Jahre).

    Damit diese Ausgaben kein Loch in die Kasse reißen, rechne ich die durchschnittlichen monatlichen Aufwendungen dafür aus und lege diesen Betrag auch monatlich zurück.

    Darüber hinaus gibt es noch einen dritten Block: die unregelmäßigen Kosten: wie Kleidung, Gesundheitskosten, Ausbildung der Kinder) und ggf. Reparaturen. Für diese Kosten habe ich jeweils ein festes jährliches Budget eingeführt. Diese Budgets „bespare“ ich ebenfalls monatlich. Wenn das Einzelbudget vorzeitig aufgebraucht ist, war es wohl zu niedrig angesetzt. Das muss man dann eben erhöhen…

    Damit hat man einen sehr guten Überblick wie viel Geld man monatlich braucht und kann seinen Finanzbedarf bis zur Rente hochrechnen. Es empfiehlt sich darüber hinaus noch einen angemessenen Betrag für unberechenbare Ausgaben einzuplanen.

    Das Zusammenszustellen ist kein Hexenwerk und benötigt vielleicht einen halben Tag. Damit hat man auch eine sehr gute Übersicht über seine Ausgaben auf deren Basis man mit der Optimierung beginnen kann. Es ist besonders lohnend die monatlichen Ausgaben zu optimieren. Nur EUR 50 im Monat gespart sind in 5 Jahren auch schon EUR 3000!

    Viele Grüße

    H-Man

    • Hallo Holger,

      vielen Dank für Deine Ergänzungen. Mein Verfahren war da noch um einiges simpler:
      Zu Zeiten, wo ich noch ein regelmäßiges Gehalt bezogen habe, war immer etwas übrig, was ich damals per Dauerauftrag immer auf ein Tagesgeldkonto umgebucht habe. Der Rest war damals der monatliche Verbrauch.

      Und genau diese Summe habe ich einfach als mein monatliches Budget festgelegt. Dieses überweise ich jetzt regelmäßig (wir ein Gehalt) von einem Tagesgeldkonto auf unser Girokonto. Das funktioniert nun schon ein paar Jahren recht gut.

      Und Optimierungen überlege ich dann immer von Fall zu Fall. In letzter Zeit eigentlich weniger. Ich sehe das Ganze eigentlich recht locker und habe einfach keine Lust, zu viel Zeit und Aufwand zu investieren.

      Aber ich werde in einem späteren Kapitel noch einmal auf meine Aufzeichnungen und Statistiken eingehen. Alles mit ganz wenig Aufwand.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo Peter,

    ‚Gehalt‘ war ein gutes Stichwort. Mir erscheint es auch sehr wichtig sich ein Gehalt jeden Monat zu zahlen, mit dem man auch auskommen muss. Nur so funktioniert die Kostenkontrolle.

    Das hatte ich einfach vorausgesetzt, aber nicht explizit geschrieben.

    Wie man sein persönliches Gehalt sinnvoll berechnet steht weiter oben. Und dieses Wissen bildet die Grundlage um sinnvolle Einsparmöglichkeiten zu finden.

    Wie heißt es so schön: „Reich wird man nur von dem Geld das man nicht ausgibt!“.

    Als Privatier kann man natürlich nicht mehr reich werden, aber wenigstens weniger schnell arm 😉

    In diesem Sinne…

    Viele Grüße

    Holger

  3. Hallo Peter,

    noch eine Anmerkung zu der Berechnung ‚deines Gehaltes‘. Deine Vorgehensweise ist einfach und effektiv. Bei mir war diese aber nicht anwendbar, da meine monatlichen Einkünfte deutlich geschwankt haben, da ich provisionsabhängig vergütet wurde.

    Außerdem hatte sich bei mir ein gewisser ‚Schlendrian‘ eingestellt. Dadurch das ich recht gut verdient hatte, habe ich bei den Ausgaben zum Schluss nicht mehr so genau drauf geachtet. Das sollte man sich natürlich abgewöhnen wenn man sein restliches Leben mit einer endlichen Summe bestreiten muss.

    Mein Resümee aus heutiger Sicht: der Lebensstandard hat sich nicht wesentlich verändert aber die Aufwendungen dafür sind schon signifikant geringer geworden – einfach dadurch, dass man die Kosten systematisch erfasst und optimiert hat.

    Ich denke besser kann man die als Privatier gewonnene Zeit nicht einsetzen 🙂

    Viele Grüße

    Holger

    • Ja – das mit dem „Schlendrian“ war bei mir nicht anders. Mir hat auch einfach die Zeit gefehlt, mich mit Optimierungen zu befassen. Und auch heute verbringe ich meine Zeit auch eigentlich lieber mit anderen Dingen. Aber irgendwann hat es sich ja auch mal zu Ende optimiert. Und dann muss es auch gut sein.

      Am Lebensstandard möchte ich dabei übrigens auch nichts ändern. Dafür spare ich mit großer Freude an den Dingen, die sich durch den Preis nicht ändern, wie z.B. beim Strom, Gas oder Handy-Tarif. Und wer jetzt mit dem besseren Service kommt – nun ja…. der möge weiter träumen…

      Gruß, Der Privatier

  4. Mich überrascht, dass beim Argument gegen ein Haushaltsbuch immer der lange Einkaufszettel genannt wird? Niemand erwartet doch wirklich, dass man ein Haushaltsbuch Cent-Genau führt. Ich erfasse einkaufen immer als das was es ist: „Einkaufen“. Das ist eine Zahl. Da Einkaufen normalerweise Lebensmittel umfasst, ist die grobe Richtung klar. Wichtig wird ein Haushaltsbuch vor allem dann, wenn man „auf Kante lebt“. Wir haben zum Beispiel kein riesiges Budget sondern wir müssen jeden Monat hart kalkulieren. Damit ich überhaupt zum sparen komme, muss ich schon früh sehen, was man realistisch abzweigen kann. Wenn man das falsch einschätzt, ist der Dispo überzogen oder man muss doch wieder was zurück überweisen. Das ist ja nicht das Ziel der ganzen Sache…

    Ich beneide immer die Leute, die so viel verdienen, dass ihnen die Ausgaben egal sein können. Vielleicht ändert sich das ja noch irgendwann 😉

  5. Hallo Rico,

    wir (oder besser meine Frau) hatten auch einige Jahre ein Haushaltsbuch geführt. Der Aufwand dafür hielt sich in Grenzen genau wie Du sagst. Neben einigen statistischen Überraschungen (hätte nicht gedacht dass wie soviel Geld beim Aldi lassen) war dann die Schlussfolgerung eine monatliches Budget für Leben (Essen, Hygieneartikel u. ä.) einzuführen.

    Als ich noch im Arbeitsleben stand, wurde die Einhaltung dieses Budget recht großzügig ausgelegt. Seit ich Privatier bin wird auf die strikte Einhaltung geachtet.

    Interessanter Effekt dabei: am Anfang hat das Budget gereicht, mittlerweile bleibt sogar immer was über. Hat man sich erstmal ein preisbewusstes Verhalten angewöhnt geht alles von ganz allein.

    Mit preisbewusstem Verhalten meine ich u.a. Folgendes:

    Man kauft gezielt Angebote ein.

    Man erstellt sich eine Einkaufsliste.

    Wir machen nur noch alle 7-10 Tage einen Großeinkauf. Da man ja immer mit mehr aus dem Laden geht als auf der Einkaufsliste steht, hilft die Reduktion der Einkaufsfrequenz automatisch beim Sparen. Außerdem benötigt man mehr Zeit und Ressourcen (z.B. Sprit) wenn man alle 2-3 Tage einkaufen geht.

    Kann man sich zwischen 2 Dingen (z.B. für das Osteressen) nicht entscheiden, nimmt man bewusst das preiswertere.

    Alles Kleinigkeiten aber unterm Strich kann das 10-20% Einsparung erbringen!

    Viele Grüße

    Holger

  6. Hallo,
    zu diesem Thema kann ich auch meinen „Senf“ dazugeben, dazu kostenlos – muß also nicht im Haushaltsbuch kontiert werden…
    Wier führen auch ein Haushaltsbuch,sogar schon länger. Und damit es nicht zum Ärger führt und dann aus Bequemlichkeit eingestellt wird, ist es sehr einfach geplant. Eine Excel-Liste (wie sollte es auch anders ebi mir sein) für jeden Monat und eine Gesamtsicht, die sich elektrisch erstellt. Gebucht wird das Kassenzettel in eine Kategorie. Es spielt da keine Rolle ob das Deo dann mal vom Lidl mit beim Essen steht, denn es geht auch mal andersrum. Wohlgemerkt bei Kleinbeträgen. Große werden separiert.
    Das hilft dann auch beim großen „Finanzplan“. Damit kann man dann sehr gut ausrechnen wie lange der „JackPot“ reicht, ohne Sparmaßnahmen oder auch melche Sparmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Dabei ist es schon überraschend wie sich 50 Euro im Monat auf die Lebensdauer auswirkt. Das ist dann evtl. ein „Essen auswärts“ weniger im Monat. Oder die Raucher unter uns ….
    Auch diesen Tip kann ich nur unterstützen: „Gehaltszahlung fortsetzen“. Wir nennen es „Einkommen“ und buchen es aus den Anlagekonten monatlich auf das Haushaltskonto und müssen dann davon leben. Man merkt sehr schnell, ob das Haushaltsbuch richtig berechnet wurde. Übrigens EC- und Kreditkarte bedienen sich aus dem Haushaltskonto – nicht schummeln -. Und eventuelle „Überhänge“ werden man Monatsanfang zurück gebucht und nicht als „Prämie für gute Haushaltsführung“ verplempert. Auch interessant was so im Monat übrig bleibt.
    Viel Erfolg !

  7. Beim Haushaltsbuch fehlt mir noch etwas Disziplin, habe noch 3 Jahre Belege nachzubuchen. Erledigen möchte ich es dennoch möglichst komplett. Zum Einen könnte etwas Relevantes für die Steuer dabei sein, zum Anderen hätte ich eine gute Historie aus der ich mein aktuelles/künftiges notwendiges Einkommen ableiten kann. Dieses Einkommen muss dann eben aus Gehalt, dem Depot oder sonstigen Einnahmen zusammenfließen. Sehr gute Idee von Mr. Excel, Überschüsse immer wieder wegzubuchen. Unsere Idee ist nun auch, dass meine Frau das Budget für den Monat für „Einkäufe“ erhält und dann eben auch damit auskommen muss.
    Was ich aber eigentlich sagen wollte, ich hab’s mal irgendwo gelesen und glaube daran, wenn man alle 7-10 Tage einkaufen geht auch immer satt einkaufen. Wenn man etwas Hunger hat, kauft man automatisch mehr… bei Sonderangeboten muss natürlich auf Vorrat gekauft werden, aber Achtung es muss auch kalkuliert werden, ob man den Vorrat garantiert bis zum Ende des MHD’s verbraucht.

    • „3 Jahre Belege nachbuchen?“ 😯 😯

      Ich habe ja im Beitrag oben schon erzählt, dass ich zur Führung eines Haushaltsbuches zu faul bin. Aber wenn ich es machen würde, würde ich das sicher im monatlichen Rhythmus machen. Aber genau das wäre mir schon zu viel Arbeit. Aber 3 Jahre? 😯 Never!

      Das Argument der möglichen Steuerrelevanz kann ich ja noch nachvollziehen, aber eine Übersicht über das notwendige Einkommen bekommt man doch viel einfacher. Meine ich jedenfalls. Mir hat ein Blick auf meine Kontoauszüge gereicht.
      24 Monatsabschlüsse der letzten beiden Jahre. Da steht bei mir immer drauf, was ich im Monat an Ein- und Auszahlungen hatte. Das zusammenaddiert und gemittelt über den Zeitraum. Fertig. Und das hat wunderbar gepasst. Meine Erfahrung von jetzt ca. 4 Jahren als Privatier.

      Gruß, Der Privatier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.