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Mit Zwischenschritt zum Privatier – Teil 2 — 7 Kommentare

  1. Spannend dürfte auch sein wie sich das Verhältnis zum Chef und den Kollegen ändert, wenn man seine Arbeitszeit deutlich reduziert und von einem Außertariflichen in eine tarifliche Einstellung rutscht (Alleine unter ATlern :-)). Man nicht mehr als Hansdampf durch die Firma flitzt und Termine und letztendlich auch Entscheidungen ohne einen selbst stattfinden.

    LG

    • Den Unterschied zwischen tariflich und außertariflich Angestellten habe ich zu meiner Zeit nie gespürt. Zumal dies auch in vielen Fällen weder bekannt, noch offensichtlich wurde.

      Sehr wohl bemerkt habe ich allerdings den Unterschied in der wöchentlichen Stundenzahl! Bei meinem Ex-AG gab es (auch bei den tariflich Angestellten) sowohl solche mit einer 40h-Woche, also auch mit 37,5h und eben auch mit 35h.

      Wobei die mit 40h in der ganz klaren Mehrheit waren. Und dann fällt es eben auf, wenn jemand wie ich damals regelmäßig als letzter morgens kam und trotzdem als erster wieder ging. Da habe ich bei den Kollegen und beim Chef dann mit feiner Regelmäßigkeit einen Blick auf die Uhr provoziert: „Wie – schon Feierabend?“

      Am Anfang habe ich dann manchmal noch (leicht verärgert) mit einem Hinweis auf mein 12,5% niedrigeres Gehalt geantwortet. Später habe ich auch mal darauf hingewiesen, dass die Qualität meiner Arbeit eben so hoch ist, dass ich das locker in 7 Std. schaffe, wofür andere sich 8 Std. oder mehr mit abmühen müssen.

      Und irgendwann ist es einem dann egal. Soll doch auf die Uhr gucken, wer will!

      Gruß, Der Privatier

  2. Da muß ich nun auch meinen „Senf“ dazugeben (AT oder Tarif) …
    Beides hat Vor- und Nachteile, je nachdem wie man was sieht.
    Als AT darf man die bessere Betriebliche Altersversorgung nicht vergessen. Mit dem Tag der Ernennung springt man auf die neue Betriebs-Rente. Und selbst da gibt es noch Unterschiede. Beginnt die Rentenphase mit 60 oder mit der Staatsrente.
    Fällt man zurück, gibt es nicht nur weniger Geld. Man bekommt wieder jede Überstunde ausgeglichen in Geld oder Freizeit oder es gibt keine Überstunden mehr. Dabei kann man dann auch unter die Beitragsbemessungsgrenze fallen und wieder pflichtversichert werden und evtl. der Lebenspartner dann familienversichert.
    Danach tritt man dann in die Rente als pflichtversicherter Rentner und dann interessieren auch die Nebeneinkünfte die Krankenkasse nicht mehr.
    Es ist also ein vielschichtiges Thema und ich habe hier sicherlich nicht alles Plus und Minus betrachtet.

  3. @Privatier
    Du schreibst im Kommentar: „Und irgendwann ist es einem dann egal. Soll doch auf die Uhr gucken, wer will!“
    Das ist genau der Punkt, an dem man sich mental von all den Zwängen befreit hat, die auch gewohnheitsmäßig unser Handeln und Tun beeinflusst haben. Und wirken nun nicht einmal mehr psychisch, in dem wir uns innerlich über eine solche Reaktion des Umfeldes ärgern.
    Die nächst höhere Entwicklungsstufe erreichst du dann, wenn du dich über die Bemerkungen der Neider freust und den Neid der anderen genießt. Damit stehst du weit über dem Entwicklungsstand der meisten anderen Menschen, die sich nicht von den gesellschaftlichen Zwängen befreien können und in ihnen gefangen bleiben. Du aber schaust aus einer weit höheren Position, wie ein Adler von seinem Felsen, auf die zurück gebliebene Herde herab. Du bist das Wichtigste in deinem Leben und wenn du es willst, kannst du von Zeit zu Zeit zur Herde zurück kommen. Du kannst dich gesellschaftlich betätigen, Schwächeren helfen oder es bleiben lassen. Du hast die freie Entscheidung.
    Der Malachit.

    • „Das ist genau der Punkt, an dem man sich mental von all den Zwängen befreit hat…“

      Sehr richtig! Ich denke, das Befreien von Zwängen und die Loslösung vom Urteil und der Meinung anderer ist eine wichtige Voraussetzung für die Erlangung der finanziellen Freiheit. Wer es immer anderen recht machen will oder in den Augen anderer „gut da stehen möchte“, wird es schwer haben, Unabhängigkeit und Freiheit zu erlangen.

      Ob allerdings die „Freude über den Neid anderer“ eine „höhere Entwicklungsstufe“ darstellt – da habe ich doch ernsthafte Zweifel. Für mich jedenfalls nicht. Das ist für mich kein erstrebenswertes Ziel! Und ich möchte mich auch nicht als „weit über dem Entwicklungsstand der meisten anderen Menschen“ fühlen. Wenn ich diesen Eindruck einmal erwecken sollte, sagt mir bitte Bescheid!
      Für mich wäre es ein erstrebenswertes Ziel, gegenseitige Achtung, Verständnis und Respekt zu entwickeln. Andere auch in ihren anderen Ansichten und unterschiedlichen Lebensentwürfen zu akzeptieren. Ohne Neid und ohne Überheblichkeit.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Peter!
        Es gibt da so einen Spruch: „Mitleid bekommt man geschenkt – Neid muss man sich verdienen.“
        Bei mir ist das zumindest so. Wenn andere neidvoll auf meine finanzielle Sorgenfreiheit, auf meine Gesundheit und auf meine freie Zeiteinteilung blicken, dann fühle ich mich darin bestätigt, in meinem Leben weitgehend alles richtig gemacht zu haben. Dann freue ich mich darüber und betrachte ihren Neid als Bestätigung für die Richtigkeit meines Tuns. Ich freue mich nicht darüber, dass sie mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind. Das ist allein ihre eigene Angelegenheit. Ich freue mich über die indirekte Bestätigung meines eigenen Tuns, was sich, wenn man so will, im Neid der anderen ausdrückt. Ich glaube das ist ein Unterschied.
        Ansonsten bin ich auch der Kumpeltyp, denn ohne soziale Kontakte würde mein Leben um ein Vielfaches ärmer.
        Der Malachit.

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