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Steuern sparen bei der Abfindung — 107 Kommentare

  1. Mir hat diese Seite sehr viel geholfen. Bei mir war der Ablauf:
    – Dispojahr
    – Zwei Jahre Arbeitslosigkeit
    – Vorgezogene Rente.
    Zusätzlich selbständige Tätigkeit während dieser Zeiten und darüber hinaus.

    Für mich war ein gutes Einkommensteuerprogramm das wichtigste Werkzeug um zu beurteilen, welche Maßnahme, wann und in welcher Höhe sich wie auswirkt.
    Auch, wenn man jetzt noch kein Programm für das Steuerjahr 2018 bekommt, reicht eine Version für 2017, meiner Ansicht nach, für eine Simulation zur Erreichung eines Anhaltswertes aus.

    Viele Grüße, Hardy

    • Danke Hardy für Deine Erfahrungen.

      Und was das Steuerprogramm angeht, so kann ich nur zustimmen!
      Ist mir schon seit ganz vielen Jahren bei den üblichen Steuerangelegenheiten (auch als Selbstständiger mit Umsatzsteuer etc.) eine große Hilfe und ich möchte das alles niemals mehr ohne Software machen.

      Aber es bietet darüberhinaus eben auch die Möglichkeit, verschiedene Szenarien einmal spielerisch auszuprobieren und die Wirkung veschiedener Maßnahmen zu erkennen. Und dabei kommt es dann selten darauf an, ein Cent-genaues Ergebnis zu erhalten und von daher sind die Versionen des Vorjahres vollkommen ausreichend.

      Gruß, Der Privatier

  2. Hallo, vielen Dank für diese so fundierten Beiträge (mit Recherche, mit Quellen, das ist so gar nicht mehr selbstverständlich). Recht herzlichen Dank, das hat auch bei unseren Planungen sehr geholfen! Eine Nachfrage zu V+V, vielleicht kann man das hier noch etwas ausbauen: wir haben mehrere Wohnungen, Gewerbeeinheiten, auch ein Haus zur Vermietung. Nun machen wir damit nicht unerhebliche Gewinne, die wir für 2018 gerne verringern würden. Direkt instandhaltungsbedürftig sind die Objekte nicht (und bei Teileigentum kann man selbst ja ohenhin nur im Sondereigentum agieren). Für größere Handwerkeraufträge ist es ohnehin zu spät, bis die anfangen, ist das Jahr vorbei. Gibt es denn bei Vermietung und Verpachtung „Standard“-Möglichkeiten, was man dann sinnvoll ausgeben kann, um noch in diesem Jahr die Steuerlast zu senken?
    Ich werde die Rauchwarnmelder in 2018 installieren lassen, vielleicht noch die Sanitärfugen erneuern lassen, ggf. noch einen E-Check machen lassen, aber mehr fällt mir leider nicht ein. Ggf. gibt es ja auch etwas, was man noch in 2018 bezahlen und absetzen kann, was aber darüberhinaus noch in 2019 wirkt o.ä.?
    (Eine An-/Vorauszahlung an einen Handwerker zum Fassadenanstrich im nächsten Jahr wäre ja wohl nicht für 2018 abzugsfähig, oder doch?)
    Recht herzlichen Dank!

    • Es tut mir leid, aber zu diesem Thema kann ich nichts beitragen.

      Ich selber habe keinerlei Aktivitäten im Bereich Vermietung und Verpachtung, von daher fehlt mir da jede Erfahrung und somit auch die nötige Phantasie.

      Gruß, Der Privatier

  3. Lieber Privatier, herzlichen Dank für Deinen Beitrag, vielleicht hat ja einer Deiner geschätzten Leser noch eine Idee 🙂

  4. Hallöchen!
    Ich habe eine Frage zur Versteuerung. Angenommen ich würde eine Abfindung über 100.000€ im Januar 2021 ausgezahlt bekommen, jedoch nur bis Dezember 2020 arbeiten, danach ein 2 Jahres Studium absolvieren. Damit hätte ich doch einen Großteil der Steuern gespart, oder?
    Grüße
    Laura

    • Gespart im Vergleich zu was …

      Was man genau im Jahr der Abfindung macht (Studium, Weltreise, BuFDi) ist eigentlich egal.
      Wichtig wäre, dass die Fünftelregelung (Link siehe oben) angewendet werden kann und dass man in diesem Jahr keine weiteren Einkünfte erzielt.
      Unter diesen Voraussetzungen wären laut alter, lediger Steuertabelle runde 14.000€ an Steuern auf die 100k Abfindung fällig.

  5. Naja gespart im Vergleich dazu, wenn man eine Abfindung annimmt und sich aber einen neuen Job sucht und in 2021 das ganze Jahr zusätzlich arbeiten würde.

    Die Steuerersparnis mit zum Beispiel einen Jahr Studium ist sn deiner Erklärung schon krass…

    • Gerade im Zusammenhang mit der Fünftelregel ist es aus steuerlicher Sicht immer von Vorteil, wenn man im Jahr der Abfindungszahlung möglichst wenig weitere Einkünfte hat. Oder, falls sich das nur schlecht einrichten lässt, wenn man diese Einkünfte durch steuerlich wirksame Ausgaben kompensieren kann.

      Allerdings richten sich solche Ideen und Hinweise in erster Linie an angehende Privatiers, die vollständig und endgültig aus dem Berufsleben aussteigen wollen. Wer noch weiter im Berufsleben aktiv sein will (oder muss), für den ergeben sich u.U. andere Prioritäten.

      Gruß, Der Privatier

      • Hallo Privatier, mit Spannung lese ich Ihre Kommentare . Super hilfreich . Dennoch habe ich eine Frage bezüglich Abfindung (2019) erhalten. Ob man diese ggf. als Schäden (da steuerfrei) vor dem Finanzamt geltend machen kann. Bin seither arbeitsunfähig auf Grund der damaligen Arbeitssituation. Bin auf solch einen Artikel gestoßen .das man dies zumindest prüfen sollte. Finde bisher aber keinen passenden Berater. Jeder kommt mir mit der Fünftel Regelung. Ich möchte aber nichts unversucht lassen. Haben Sie da schon mal was über die Vorgehensweise gehört? Ich danke schonmal für die Aufmerksamkeit. Beste Grüße Sabine

    • Gehe auf https://www.steuern.de/abfindungsrechner.html
      oder gib im Eingabefeld deiner Suchmachine „Abfindungsrechner“ ein und wähle einen anderen Abfindungsrechner aus. Spiele das mit konkreten Daten durch.
      Vorausgesetzt wird meistens, dass die Fünftelregelung angewendet werden kann. Das ist platt gesagt dann der Fall, wenn die Abfindung höher als das letzte Jahresgehalt ist. Genaueres siehe die Links oben im Beitrag.

  6. Sorry sollte danke heißen. Nicht Susanne. Hab meine Hand kaputt und die Brille nicht dabei. ? viele Grüße Sabine

  7. Danke für die Antwort. Leider steht im Vergleich nur Abfindung . Ein immaterieller Schaden ist entstanden. Weiß dann Dank Ihnen, dass es nicht falsch ist. Ich werde es dann jetzt versuchen . Mit meiner Klage etc. Glaube zwar nicht das es klappt, aber probieren kann man es. Finanzamt hat ja nichts zu verschenken,.? Somit werde ich nach nem passenden Berater suchen. Bin glaub ich fündivgeqorden. Der sagte zwar nur, man kann es versuchen, aber dann fühl ich mich besser wenn es auch nicht klappt. Vielen Dank, Beste Grüße und danke für das tolle Forum und die schnellen Antworten. Sabine

  8. Hallo zusammen,

    Ich habe ein konkretes Beispiel. Kann mir jemand sagen was dafür an Steuern anfallen würde? Und ob hier die 1/5 Regelung gilt. Das wäre super!

    Beschäftigungsverhältnis bis 31.12.2020
    Abfindung: 106.000 € – Auszahlung Januar 2021
    In 2021 keine Beschäftigung, da Vollzeitstudent
    Jahresgehalt 2020 rund 45.000€

    Vielen Dank!

    • Die Fünftelregel dürfte hier sehr wahrscheinlich zur Anwendung kommen.

      Die Höhe der Steuern kann man ganz grob mit einem der im Internet verfügbaren Abfindungsrechner abschätzen. Genauer geht es (dann aber mit sämtlichen anderen Daten) mit einem Steuerprogramm.

      Gruß, Der Privatier

      • Vielen Dank!
        Ich bin mir bei den Abfindungsrechner. Allerdings nicht sicher was ich eingeben muss…
        Einnahmen sind in 2021 „0“ ? Und es kommt auch nichts an Zahlungen hinzu , wie AL, oder ähnliches , da Student, oder?

        • Ich empfehle gerne das erstmal „per Hand“ (und mittels der Steuertabelle) zu überschlagen.
          Fünftelregelung 106.000 / 5 = 21.200
          Ich habe nur die Grundtabelle für 2020, aber so groß ist da der Unterschied zum Folgejahr auch nicht und von verheiratet hast Du nichts gesagt. Die Tabelle sagt für 21k2 zahlt man 2.665€ EKSt und 147€ Soli.
          Ergibt in Summe 2.812€ für das Fünftel.
          Die 2.812€ multipliziert mit 5 (= 14.060€) ergibt die Steuer auf die Abfindung, sodass rund 92.000€ übrig bleiben.
          In der Wirklichkeit wird die Steuer wahrscheinlich weniger betragen, so Dinge wie Krankenversicherung sind ja von der Steuer absetzbar. Für genauere Berechnungen nutze (d)ein Steuerprogramm.

          • Danke noch für die ausführliche Erklärung! Hat mir sehr weitergeholfen.
            Habe nun aber doch noch einige offene Fragen..
            Arbeiten bis 31.12.2020 und Auszahlung im Januar 2021 stellt ja definitiv 2 Steuerjahre da? Hier kommt das Finanzamt nicht auf die Idee aus irgendwelchen Gründen nachzuberechnen oder Ähnliches, weil der Zeitraum so nah zusammen ist?
            Außerdem muss ich eine Angabe darüber machen ob das Lohnsteuerabzugsmerkmal(aktuell Steuerklasse I) des jetzigen AG für die Abfindung beibehalten wird , da ich ja studiere , habe ich keinen anderen AG und es müsste somit richtig sein? Und auch steuerlich kein Nachteil entstehen dadurch?

            Ich hab mich schon detailliert informiert, bin mir jedoch total unsicher und habe Angst einen Fehler bei der Abwicklung zu begehen und dadurch Geld „herzuschenken“

            Evtl habt ihr ja auch noch Tipps wie man in meinem Fall nochmals mehr Steuern sparen kann..

            Vielen Dank im Voraus!
            Laura

  9. Beim Steuerrecht zählt das Zuflussprinzip. Das passt schon. Beim AG am besten schriftlich mitteilen, dass er im Januar 2021 die Abfindung als Hauptarbeitgeber abrechnen soll/darf/muss. Das ist alles absolut legitim.
    Wichtig, es darf zumindest im Januar kein anderer Arbeitgeber existieren.

    Ansonsten beste Voraussetzungen zur Finanzierung eines Studiums, ALG wenn möglich bis zum Beginn(denke etwa März) wäre nicht schädlich, ausser beim Progressionsvorbehalt.

    In wie weit man Kosten für das Studium heutzutage absetzen kann weiss ich nicht, aber das kann man rausfinden. Ansonsten wenn möglich KV-Beiträge im voraus zu bezahlen.

    B

    • Da bei Laura keine „berufliche Erstausbildung“ vorliegt, sind die Kosten fürs Studium uneingeschränkt als „Werbungskosten“ anzusetzen. Mehr noch, da hier „negatives Einkommen“ generiert wird, können die Kosten auch falls nicht ausgeglichen, ins nächste Jahr als verbleibender Verlustvortrag berücksichtigt werden.

      https://www.steuernetz.de/lexikon/fortbildungskosten

      Die Kosten sind in Formular N Zeile 45 „Fortbildungskosten – sofern nicht steuerfrei ersetzt“ einzutragen … z.B.

      Studiengebühren, Semesterbeiträge und Prüfungsgebühren,
      Computer, Laptop und Zubehör,
      Telefon u. Internetkosten,
      Fachliteratur, Kopierkosten,
      Kosten für die Bewerbung um einen Studienplatz, Praktikum,
      Unterkunftskosten, Umzugskosten,
      Fahrtkosten: Wer am Studienort wohnt, kann je Entfernungskilometer 30 Cent für die Fahrt zur Hochschule abrechnen (Entfernungspauschale)
      Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer usw. usf.

      Gruß
      Lars

    • Ok das klingt ja erstmal gut!
      Was genau meinst du mit Steuerprogression hier?
      Also ich werde in 2021 definitiv nichts arbeiten!

      Ich habe außerdem 2 Formulare von der Abteilung Entgeltabrechnung bekommen. Eines „Voraussichtlicher Arbeirslohn zur Berechnung der Lohnsteuer auf Abfindungszahlungen“, hier würde ich angeben dass ich in 2021 von keinem anderen Arbeirsgeber Lohn beziehen wetde.
      Und das zweite Formular „Fragebogen hur Berechnung der Lohnsteuer auf die Abfindungszahlung“, hier eben der Punkt, ob die Lohnsteuerabzugsmerkmale für das erste Dienstverhältnis anzunweden sind. ( Ich nehme an hier das Dienstverhältnis zu meinem dann ehemaligen AG, da ich im Moment der Auszahlung ja in keinem Dienstverhältnis mehr stehe)

      Vielen Dank! 🙂

  10. @Laura

    „Arbeiten bis 31.12.2020 und Auszahlung im Januar 2021 stellt ja definitiv 2 Steuerjahre da?“
    Ja.
    Mein letzter Tag war der 30.12 und meine Abfindung war am 16.01 auf meinem Konto. Und so wurde das auch steuerlich gesehen, Arbeitseinkommen bis Ende 2017, Abfindung 2018.
    Wenn ich micht richtig erinnere, habe ich zwar igendwo von irgendwelchen Kniffen gehört, um Zahlungen in den ersten Januartagen noch ins Vorjahr zu „schieben“, aber da muss man sich anstrengen, damit man das hinkriegt. Das geht nicht von alleine. Frag mich aber nicht nach Details.

    Bezüglich des Lohnsteuerabzugsmerkmals ist das ok, solange Du im Januar bei keinem andere AG anheuerst. Bzw. anheuern dürftest Du natürlich, nur darf der neue AG erst ab Februar Hauptarbeitgeber sein.

    Was Du noch machen solltest: bestätige dem AG, dass Du in 2021 keine weiteren Einkünfte erzielst. Bzw. frage ob sie ein Formular dafür haben oder ob sie das formlos schriftlich von Dir annehmen.
    Gibst Du keine solche Erklärung ab, dann wird der AG annehmen, dass Du in 2021 zusätzlich zur Abfindung ein normales Einkommen wie in 2020 erzielen wirst. Mit entsprechenden hohen Steuern auf die Abfindung. Falls das doch so kommen sollte, wäre das ärgerlich, würde aber mit dem nächsten Einkommenssteuerbescheid korrigiert. Es wäre halt ein zinsloser Kredit an das Finanzamt.

    • @eSchorsch danke für deine Ausführung!
      Was meinst du mit Kniffen? Ich möchte das Geld ja bestenfalls im Januar.. wäre ja fatal wenn ich es schon im Dezember bekomme..
      ja das Formular zu Bestätigung keiner weiteren Einkünfte habe ich!
      Man konnte mir allerdings nicht sagen ob die 1/5 Regelung angewendet wird, was ich komisch finde. Meiner Meinung nach hier aber schon möglich ist?

      Ich glaube in meinem Fall ist es eigtl sehr eindeutig, nur iwie fühlt es sich total kompliziert an. Habe schon überlegen dass doch nochmal mit Hilfe eines Steuerberaters zu checken.

      • Ich sagte doch, frag mich nicht, ich kenn mich da nich aus 🙂
        M.W. sind das so Dinge, wie wenn die Lohnerhöhung für Dezember wegen einem Fehler erst Anfang Januar überwiesen wird. Oder die Lohnbuchhaltung die Weihnachtsgratifikation vergessen hat und das erst am Tag nach Neujahr korrigiert wird.

        Mach dir keine Gedanken wegen der Abfindung. Die wird im Januar 2021 ausgezahlt und in 2021 versteuert. Selbst wenn die Firma zu dämli ähm ungeschickt wäre, die fällige Steuer per Fünftelregelung zu bestimmen, wird das mit dem Steuerbescheid wieder glattgebügelt. Die Abfindung würde dann auf der Lohnsteuerbescheinigung unter Punkt 19 bescheinigt.
        Wird die Abfindung ermäßigt besteuert (Fünftelregelung), taucht der Betrag unter Punkt 10 auf.

      • Hier noch eine Ergänzung von mir:

        * Es gibt eine Regel, dass Zahlungen, die bis zum 10.Jan. des Folgejahres getätigt werden, dem Vorjahr zuzurechnen sind. Das gilt aber nur bei regelmässigen Zahlungen. Typische Beispiele: Gehalt ode Miete.
        Für eine Abfindung besteht da keine Gefahr. Ich würde mich dennoch wohler fühlen, wenn die Zahlung erst gegen Ende Januar erfolgen würde.
        * Es gibt noch eine weitere Falle, die ich hier in einem Beitrag beschrieben habe: https://der-privatier.com/kap-3-7-vorsicht-falle-bei-verschiebung-der-abfindung/ (ist aber auch eher unwahrscheinlich).
        * Zur Abrechnung der Abfindung durch den AG kann ich noch diesen Beitrag empfehlen: https://der-privatier.com/kap-10-6-1-abfindung-jetzt-die-abrechnung-abstimmen/

        Gruß, Der Privatier

  11. Hallo!

    Mal eine etwas andere Frage bzw. Hinweis.
    Evtl. spielt der eine oder andere mit dem Gedanken eine Stiftung zu gründen.
    Dann kann er in dem Jahr der Abfindung die Einzahlung in den Vermögensstock vornehmen. Sonderausgaben.

    Das würde auch kräftig Steuern sparen. Allerdings nur, wenn man eine Stiftung gründen möchte.
    Hat dies schon jemand in diesem Forum getan?
    Ich spiele mit diesem Gedanken.

    Gruß,
    Sandra

    • Ich kann dazu wenig beitragen. Ich denke aber, das man so etwas mal nicht so eben „nebenher“ erledigen kann. Das dürfte einiges an sehr guter Überlegung erfordern und eine dementsprechend ausgiebige Beschäftigung mit der ganzen Thematik voraussetzen.
      Und natürlich die entsprechenden Mittel…

      Gruß, Der Privatier

    • Hallo Sandra,
      Genau mit diesem Gedanken spiele ich auch.
      Vorteil: man kann auch Grund und Bodrn, Kunstgegenstände o.ä. als Wert stiften und diese gegen eine Abfindung verrechnen. Damit kommt man schnell auf die erforderlichen 50.000 Eur Stiftungskapital. Aber Du brauchst natürlich auch etwas Geld. Jemand muss Dir ja Deinen 450 EurJob als Stiftungsvorstand bis zur Rente (und darüber hinaus) finanzieren.

  12. Hallo Zusammen,

    danke für die vielen tollen Informationen und Tipps!
    Ich habe dieses Jahr im Februar eine Abfindung i.H.v. 60k erhalten. Hier wurde die Fünftelregelung bei der letzten Abrechnung direkt angewandt.
    Überraschung natürlich sehr groß – da geht einiges an Steuern ab.

    Seit März bin ich arbeitslos und seit September in einer Weiterbildung durch die AG fianziert. Hier kann ich also keine Sonderausgaben angeben, wobei ich überlegt habe jetzt nochmals Laptop/Tablet oder Co zu kaufen. Aber das macht ja nicht so viel aus.

    Deshalb hier nochmals die Frage an Euch.
    Mit der Rürup habe ich mich beschäfigt und mir auch etwas berechnen lassen. Nur möchte ich das für mich eigentlich nicht. Ich bin erst 29 und das ist mir dann doch einfach zu weit weg.
    Interessanter wäre hier die Einzahlung in die Allg. Rentenkasse, aber auch hier bin ich mir einfach unsicher.
    Wäre halt ärgerlich, wenn ich mit einer größeren Investitionssumme Steuern hätte sparen können, um die Abfindung zu erhöhen.

    Daher mal gerne ein Sammelsurium eurer Ideen.

    Danke und viele Grüße

    • Für eine Einzahlung in die gesetzl. RV käme ohnehin nur eine Nachzahlung von Beiträgen für Schulausbildungszeiten nach dem 16. Lebensjahr in Frage. Dafür wäre aber eine Beratung inkl. Antrag durch die Rentenversicherung erforderlich. Und dafür ist es für dieses Jahr schon reichlich spät. Versuchen kann man es aber natürlich.
      Rürup dagegen geht immer, aber ich kann auch sehr gut verstehen, wenn man das in dem Alter nicht machen will.

      Der obige Beitrag enthält eigentlich bereits alle Ideen, die sich für die meisten Leser anbieten. Allerdings sind diese Vorschläge in erster Linie für angehende Privatiers gedacht, die aus dem Berufsleben aussteigen wollen.

      Bevor irgendwelche Ausgaben geplant werden, würde ich aber erst einmal mit dem hier zur Verfügung gestellten Abfindungsrechner überprüfen, was am Ende tatsächlich an Steuern anfallen wird und testen, welche Ausgaben in welche Höhe eine Verbesserung bewirken würden. Besonders „schädlich“ dürfte sich im vorliegenden Fall der Bezug des ALG herausstellen. Aber das kann man ja nicht mehr ändern und war wahrscheinlich auch erfoderlich.

      Fazit: Andere als die im Beitrag bereits genannten Vorschläge sind nur in speziellen Fällen anwendbar (wie z.B. Installation einer Photovoltaik-Anlage, Investition in vermiete Immobilien, Investitionsabzug für eine geplante Selbstständigkeit, etc.).

      Gruß, Der Privatier

  13. Danke dir! Habe morgen einen Telefontermin mit der DRV.
    Mir wurde heute schon gesagt, dass ich den Betrag einfach überweisen könnte. Parallel müsste der Antrag lauften, schlimmstenfalls wird der Betrag zurück überwieesen. Bestenfalls für 2020 angerechnet, jedoch erst 2021 „offiziell“ gemacht.

    Nur frage ich mich, ab wann sich das auch alles lohnt. Also gibt es dafür hier auch einen Rechner? Nur Steuern sparen, das hilft ja auch nicht. Können für 2020 ja 90% angerechnet werden.
    Ab wann ist es denn genau eine Verbesserung? Wann würdest du überhaupt eine Summe investieren?

    Danke!

    • Man kann ja bei dem Abfindungsrechner die paar Daten einmal eingeben: Abfindung, sonstige Bruttoeinkünfte, ALG-Leistungen und als Sonderausgaben die geplanten Einzahlungen in die DRV. Und dann einmal sehen, wie sich die Ergebnisse mit unterschiedlichen Zahlen ändern.

      Vielleicht auch einmal vergleichen mit dem, was der AG bereits an Steuern abgezogen hat. Es kann durchaus vorkommen, dass der AG zuviel Steuern abgeführt hat (z.B. wg. falscher Steuerklasse, o.ä.). Oder auch zu wenig, da er ja den ALG-Bezug nicht berücksichtigen konnte.

      Inwieweit sich dann eine Einzahlung in die GRV „lohnt“, muss dann jeder für sich entscheiden. Vorteil ist immer: Ein Teil der Einzahlung übernimmt das Finanzamt. Nachteil: Gerade in jungen Jahren dauert es sehr lange, bis man davon etwas zurück bekommt und die spätere Rente ist mit Steuern und Sozialabgaben belastet.

      Gruß, Der Privatier

      • Danke nochmals. Ja, bei mir unterscheidet sich das tatsächlich (mein alter AG hat mehr Steuern abgeführt), aber auch im Vergleich zum Rechner und meinem Steuerprogramm.
        Die Einzahlung in die Kasse (bspw. 5k) kann für 2020 ja zu 90% (4,5k) angerechnet werden. Das bekome zumindest ich so aber auch nicht in der Steuer raus. Die Differenz betragen min 900 eher 1.5k. Ist das dann die Differenz, die ich tatsächlich tragen muss? Und wo ich hier rechnen müsste, wann sich das amortisiert?
        Danke nochmals hier für die letzte Erhellung!

        • Wieviel Steuern man durch eine Einzahlung in die Altersvorsorge tatsächlich spart hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Das kann in Einzelfällen so weit gehen, dass die Ersparnis höher ist als die Einzahlung. In der Regel ist das aber weniger. Das zu überprüfen, ist ja der Sinn des Abfindungsrechners.

          Wieviel (und ob überhaupt) man mit dem Steuerbescheid an Steuern zurückbekommt, hängt aber zusätzlich davon ab, was vom AG bereits an Steuern abgeführt wurde und welche weiteren Einkünfte übers Jahr hinweg zusätzlich zu berücksichtigen sind (z.B. ALG). Auch das muss jeder individuell überprüfen.

          Die Frage, ab wann sich Einzahlungen in eine Altersvorsorge amortisieren, lässt sich kaum korrekt beantworten. Erst recht nicht, wenn die Auszahlung noch so viele Jahre in der Zukunft liegt. In diesen Jahren kann (und wird) sich so vieles ändern, dass eine seriöse Prognose kaum möglich ist. Ich würde höchstens die vage Aussage treffen: Es dauert lange… 😉

          Ggfs. wäre vielleicht der Beitrag: https://der-privatier.com/kap6-8-2-freiwillige-einmalzahlungen-in-die-rentenversicherung/ noch von Interesse. Dort gibt es auch ein paar Gedanken zur Frage „Lohnt sich das?“.

          Gruß, Der Privatier

        • Komplex , ich helf den Peter mal mit ner Antwort aus , betr.

          …..wann sich das amortisiert……

          Eine Langlebigkeitsversicherung ( z.B. DRV oder Rürup = Basisversicherungen ) amortisieren sich insbesondere dann , wenn man die Chance hat , möglichst lange
          an der Auszahlungsphase teil zu nehmen ( also dann im Bezug zu sein ) .

          D.h. erst wenn der Termin feststeht wann der Bus kommt ( Tod ) , kann man eine genaue Aussage dazu treffen , ob sich etwas lohnt/amortisiert , oder nicht .
          Alternativ , bei einen sofortigen Bezug der Rente , NACH eintreten des
          Break Even ( = alle eingezahlten Gelder als absolute Return , zurück ) .
          Bis dahin ist es eine Versicherung , die AUCH DANN zahlen würde ,
          wenn der Break Even ( mit ca. 84 bei “ normaler “ Versicherung ) erreicht ist
          = Halt Langlebigkeitsschutz ( Das Risiko der Versicherung ) .

          Dein Risiko wäre dann der umgedrehte Fall , eine Einzahlung zu machen mit 29 ,
          bis ca. 63 – 67 zu warten ( ggf. je nach dann eintretender Gesetzeslage ggf.
          noch länger / = kürzer wird es m.M.n. eher nicht werden ) um dann am
          Amortisationslauf evt. ab 63 ??? bis zum Break Even mit evt. 84 ???
          teilnehmen zu können . So ab ca. 84 , müsste es dann ein rel. gesicherter
          Gewinn sein . Davor ist der Gewinn wohl rel. gesichert für die Versicherung .
          Kommt aber auch ein wenig auf die unterlegte Kohorte an .

          Bei einem 29 Jährigen , lt. Sterbetafel so in etwa 55 Jahren ( z.Zt. ca. 84 ) , müsste dann der Break Even einer Langlebigkeitsversicherung erreicht sein .
          Durch einen früheren Bezug , könnte sich das etwas nach vorne verschieben ,
          und bis dahin trägt man halt das Risiko das der Bus früher kommen könnte .

          Sollte man nix bis wenig für die Übernahme der Versicherung bezahlen müssen ,
          ( Steuervorteil ) könnte das den Break Even , noch ein wenig weiter nach
          vorne verschieben . Individuelle Plandaten , bitte selber festlegen
          ( Incl. den i.d.R. nicht vorhandenen Busfahrplan beachten ) .

          An deiner Stelle , würde ich mir wohl eher Gedanken über eine
          “ Basisversicherung Rürup “ via unterlegten ETF IM Versicherungsmantel
          machen , um den Spagat zwischen Steuervorteil und Rendite für einen ggf.
          später eintretenden Break Even nutzen zu können . Ggf. auch Halb / Halb .
          ( 1/2 Rürup / 1/2 DRV , wegen einer besseren Diversifikation )

          Kapitalanlagen , beherbergen i.d.R. aber keinen Langlebigkeitsschutz .
          Ist der Kap. Stock verbraucht , ist auch der Langlebigkeitsschutz i.d.R.
          am Ende . Dafür gibt es dann halt eine Langlebigkeitsversicherung .
          = Länger leben , wie von der Versicherungsmathematik geplant .

          Als Gedanken eines Teilrentners ( für dieses gewählte ca. 1/3 tel
          Langlebigkeitsschutz , mit davon ca. 2/3 NACH BREAK EVEN angekommen ,
          und Nachrebalancing-Bedarf , für ca. 1/3 VOR BREAK EVEN Lauf )
          = Im Plan für einen DS Rentner-Amortisationslauf ( Mein gewünschtes Ziel ) .
          Durch weiteren Kaufkraftverlust , wird natürlich der Langlebigkeitsschutz
          immer weiter reduziert , was dann natürlich ein Nachrebalancing erfordert .
          = Bildung des dafür erforderlichen Kap. Stocks beachten .
          ( Z.B. Einkommensverzicht beim zvE für die Ausgabe Kap. Stock d. Versicherung )

          LG Det

          • Im Grunde ist die Rechnung aber noch viel komplexer, denn wer heute in eine Rentenversicherung 1000€ einzahlt, kann vielleicht damit rechnen, dass er diese Einzahlung ca. 20 Jahre nach Rentenbeginn wieder herausbekommen hat.

            Aber leider sind die 1000€ dann deutlich weniger wert als heute.
            Wer noch ca. 35 Jahre bis zum Rentenbeginn hat und währenddessen mit einer durchschnittlichen Inflation von 2%/Jahr rechnet, muss damit rechnen, dass beim Rentenbeginn alles in etwa doppet so teuer wie heute ist. Oder: Die 1000€ sind nur noch 500€ wert. So gesehen würde es doppelt so lange dauern, bis die Einzahlung wieder zurückfliesst. Währenddessen die Inflation weiter wirkt…

            Ganz so schlimm wird es aber nicht kommen, da zumindest in der GRV nach heutigem Recht mit einer jährlichen Steigerung der Renten zu rechnen ist (solange es eine Inflation gibt). Ob diese Steigerung die Inflation aber ausgleicht, ist wieder nur schwer absehbar.
            Erschwerend kommt nämlich noch hinzu, dass nach heutigm Recht eine spätere Rentenzahlung der Steuer unterworfen ist und (bei gesetzl. Versicherten) KV-/PV-Beiträge zu zahlen sind. Steuer- und Beitragssätze über den langen Zeitraum sind aber nicht absehbar, nur soviel: Sie werden die zuerst genannten ca. 20 Jahre verlängern.

            Insgesamt ist das daher aus meiner Sicht auf einen so langen Zeitraum kaum kalkulierbar und ich würde mich daher von der Amortisationsfrage völlig lösen. Und ggfs. noch einmal daran denken: Eine Rentenversicherung ist eine Versicherung! Keine Kapitalanlage, die sich amortisieren muss oder die Rendite bringen muss. Siehe auch Beitrag: https://der-privatier.com/kap-6-15-gedanken-zu-rentenversicherungen

            Gruß, Der Privatier

          • Genau Peter , KOMPLEX .
            Denk ans Oktoberfest ……… mit den 2 Bier………………
            Heuer wegen Corona , gabs glaube ich , KEIN ( = 0 ) Bier ……
            Hätteste mal beim letzten mal 4 getrunken , wäre das Thema auch
            schon wieder erledigt .
            Somit sind noch weitere Risiken / ungeplant / zum geplanten
            Amortisationslauf eines Langlebigkeitsrisiko dazugekommen .

            Quasi “ Unverhofft kommt oft “
            Bin ich froh , das ich schon mal 2/3 aus dem Amortisationsrisiko für
            ca. 30% Vermögen raus bin . Bin ich traurig , das ich immer mal wieder
            auf DS Rentner zvE , anpassen muss —-> EGAL ( Gibt FA Förderung ) .
            Aber traurigerweise immer wieder Rebalancing vom Erbvermögen
            ( des Nachwuchses ) auf Langlebigkeitsschutz notwendig . Das wäre dem Nachwuchs OHNE FA-Förderung aber NICHT passiert . Bleib Gesund Peter .

            LG Det

  14. Hallo, ich hatte es in der Plauderecke schon versucht, thematisch passt es hier aber besser. Zum Oktober habe ich über einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung meinen jetzigen Arbeitgeber verlassen und am 1.10 an einer neuen gleichwertigen Stelle nahtlos wieder anfangen. Ich bin Mitte 40, Ruhestand ist da (leider) noch kein Thema. Die Abfindung wird im Januar 2021 ausgezahlt. Nun suche ich seit einiger Zeit Möglichkeiten die Steuerlast in 2021 zu reduzieren. Das normale Gehalt ist im Bereich 90K€, die Abfindung im sechsstelligen Bereich. Bei der Abfindung konnte ich nur den Auszahlungszeitpunkt wählen. Ich bin nicht verheiratet, aber in einer langjährigen Partnerschaft und besitze seit 15 Jahren eine vermietete Wohnung und habe ausreichend Rücklagen (vergammeln auf diversen Konten). Mir ist die Fünftelregelung grundsätzlich bekannt. Ich hatte auch schon Kontakt zu einem Steuerberater, bin aber mit dessen Empfehlungen nicht zufrieden. Er hat z.B. nicht erwähnt, dass ich die Krankenkassenbeiträge auf 2,5 Jahre im voraus bezahlen kann (soweit ich es verstehe kann ich z.B. im Dez, 2021 für die kommenden 3 Jahre einzahlen bei der TK). Er sprach von Rürup Rente (Riester habe ich bereits), oder ggf. einer Immobilie. Was könnte ich machen um die Steuerlast mit der Abfindung zu senken, was wäre sinnvoll? Bei meiner Partnerin ist es aktuell kritisch was den Arbeitsplatz angeht, viel Kurzarbeit, wie es 2021 in der Firma weitergeht ist unklar, demnächst wird 1/3 der Belegschaft entlassen. Heirat ist für uns nicht ausgeschlossen, war aber bisher für keinen von uns wichtig genug, ist aber auch nicht ausgeschlossen.

    • Es hat auch einen steuerlichen Grund, weshalb hier das Dispojahr so oft Thema ist. Hilft Dir aber nicht weiter, ich weiss …
      Wenn die vermietete Wohnung in 2021 renoviert würde, könnte an das absetzen.
      Du hast noch 20 Jahre zu absolvieren, ob ich so lange Geld in eine private RV stecken würde? Vielleicht wenn die RV nur der Rahmen für einen ETF wäre, aber das Prinzip scheint ja bei fairr auch gescheitert zu sein.
      Ich weiss auch nicht, ob ein Spezialist wie Thomas Schulze/abfindungsinfo weitere Ideen hat. Noch weiss ich was sowas kostet. Oder ob es überhaupt mehr ist als nur die Kombi aller hier nachzulesenden Maßnahmen.
      Irgendeinen Tod muß man sterben. Etwas nur wegen „Steuerersparnis“ zu machen ist oft keine gute Idee.
      Ansonsten kann ich dir nur moralisch den Rücken stärken, das Land braucht Steuerzahler wie dich ;(

    • Hallo Pirx,

      die oben im Beitrag genannten Vorschläge haben sich als allgemein anwendbar und effektiv erwiesen. Zusätzlich wäre noch Spenden zu erwähnen.

      Im Einzelfall mag es aber natürlich immer noch weitere Möglichkeiten geben, die aber dann einer individuellen Analyse und Beratung bedürften.

      Gruß, Der Privatier
      P.S.: Auch von mir noch einmal der Hinweis, dass sich ALLE Vorschläge hier auf der Seite in erster Linie an angehende Privatiers (oder Rentner) wendet. Für weiterhin Berufstätige mag das nicht immer passend sein.

      • Danke für die bisherigen Beiträge. Das es hier primär um Privatiers geht ist mir klar. Noch eine Frage, mein alter Arbeitgeber möchte wissen mit welcher Steuerklasse die Abfindungszahlung im Januar versteuert werden soll. Aktuell habe ich ja 3 für meinen neuen Arbeitgeber, damit wäre es bei meinem alten AH 6 im Januar. Man könnte das auch für den Januar tauschen. Soweit ich es sehe spielt das ja kaum eine Rolle, da sich das über die Steuererklärung wieder ausgleicht. Was spräche für einen Tausch im der SK?

        • Ein Tausch wäre durchaus mögich, ist aber bei beiden Arbeitgebern mit Verwaltungsaufwand (und ggfs. Fehlerrisiken) verbunden. An der Steuerlast nach Erhalt des Steuerbescheides durch das FA ändert die Steuerklasse nichts.

          Der Vorteil einer „günstigen“ Steuerklasse für die Abfindung besteht darin, dass von Beginn an mehr Geld zur Verfügung steht, welches ansonsten u.U. erst mit dem Steuerbescheid des FAs später zurückgezahlt würde. Also: Liquiditätsvorteil.

          Gruß, Der Privatier

  15. Moin prix,

    – gesetzlich KK-Versicherter!
    Vorauszahlung von KK Beiträgen (3 Jahre) wenn KK mitspielt und der neue AG eine Umstellung von Firmenzahler auf Selbstzahler zulässt

    – Nicht möglich:
    Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters (§187a SGB VI) weil Sie noch keine 50 Jahre alt sind

    – möglich:
    RÜRUP-Versicherung

    – eventuell …
    Wenn Sie das 45.Lebensjahr noch nicht vollendet und studiert haben, wäre nach Antragsstellung bei der DRV eine Einzahlung (Nachzahlung) möglich, Nachzahlung für Ausbildungszeiten?

    https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbvi/207.html

    – Spenden

    – Renovierungsmaßnahmen der vermieteten Wohnung

    Gruß
    Lars

    • – gesetzlich KK-Versicherter!

      Ja, bei meinem AG bin ich sowieso Selbstzahler

      Leider bin ich schon älter als 45 Jahre, damit fällt der andere Punk aus.

  16. Lieber Peter,
    Liebe Gemeinschaft,

    ich (Ledig, Jahrgang 66) erhalte im Juni ein Abfindung. Von Juli-Dezember werde ich voraussichtlich nicht mehr arbeiten. Ich beabsichtige eine Einzahlung in Höhe des Maximalbetrags in die GRV und eine Vorauszahlung meiner Beiträge in die private KV für die nächsten drei Jahre. Trotz dieser steuermindernden Maßnahmen bleibt noch eine Steuerschuld, die mein bisheriges Jahreseinkommen übersteigt. Bisher kenne ich nur zwei Möglichkeiten um den Betrag weiter zu senken:

    Photovoltaik: Möchte ich eher nicht, da mich dieses Modell nicht überzeugt und ich Aktien und Anleihen bevorzuge.
    Spenden: Um die Steuerprogression abzufedern

    Gibt es noch andere und gute Möglichkeiten?
    Natürlich werde ich mich diesbezüglich auch noch an einen Steuerberater wenden, aber ich würde gerne vorher Ideen sammeln.

    Gruß an Alle Michael

    • Moin Michael Busch,

      eventuell noch den „Vervielfältiger“, wenn du eine bAV-Pensionskasse, Pensionsfonds,Direktversicherung besitzt.

      siehe Kommentar gestern an User Armin. ….

      Die „Vervielfältigungsregel“ ist eine Möglichkeit einen Teil der Abfindung steuerfrei in die bAV einzuzahlen (Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung). Grundlage hierzu ist der §3 Nr.63 Satz 1 und Satz 3 EStG.

      Vorteil:
      – Abfindungszahlung wird minimiert, die Steuerbelastung der Abfindung sinkt
      – Fünftelregelung auf Abfindung kann beibehalten werden (wenn Zusammenballung weiterhin gewährleistet ist)
      – du bist PKV versichert, dann musst du später keine KK+PV Beiträge auf deine bAV bezahlen

      Nachteil:
      – Rente muss mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden

      Laut Vervielfältigungsregel (wenn AG sein ok gibt) können in 2021 folgende Beträge in die bAV steuerfrei eingezahlt werden:

      Rechtskreis West:
      4% x BB-Grenze x 10 Jahre = 4% x 85200€ x 10 Jahre = 34080€

      Rechtskreis Ost:
      4% x BB-Grenze x 10 Jahre = 4% x 80400€ x 10 Jahre = 32160€

      Sowie zusätzlich Einzahlung in die bAV bis zu 8% BB-Grenze (steuerfrei, 4% sozialabgabefrei) und das unabhängig vom Vervielfältiger.

      Gruß
      Lars

      PS:
      „Ich beabsichtige eine Einzahlung in Höhe des Maximalbetrags in die GRV“
      Gegenfrage: Hast du dieses Jahr vom AG noch Lohn/Gehalt erhalten?

      • Hallo Lars,

        vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!
        Ich bekomme noch bis Juni Gehalt + 2 Bonuszahlungen (2020/März + 2021/Juni).
        Wenn ich „Per Abfindung“ richtig verstanden habe, werden alle Altersvorsorgen addiert und unterliegen einer Obergrenze bezüglich der steuerlichen Berücksichtigung. Wenn ich jetzt die maximale Summe in die GRV einzahlen würde, brächte mir eine zusätzliche Einzahlung in die bAV doch keinen weiteren Nutzen oder habe ich das falsch verstanden?

        Gruß Michael

        • Moin Michael,

          Falsch verstanden!

          Die bAV und die GRV sind getrennt! zu betrachten und zu meiner Nachfrage gleich zwei Beispiele. Was mich verwundert ist, dass du die Abfindungszahlung in 2021 gelegt hast, obwohl du bis einschließlich Juni noch Gehalt + sogar noch 2 Bonuszahlungen bekommst. Das ist für die Steueroptimierung der Abfindungszahlung (Fünftelregelung) kontraproduktiv. Wenn möglich, denke noch einmal darüber nach die Abfindungszahlung in 2022 zu verschieben. Ich würde den Plan eventuell so abwandeln:

          – Arbeitsende 30.06.2021
          – Dispositionsjahr 01.07.2021 bis 01.07.2022 1Jahr + 1Tag (dann auf jeden Fall ALG1-Anspruchsdauer 18 Monate, Dispositionsjahr lässt sich bei unter 58 sogar verlängern, wäre eventuell in Betracht zuziehen!)
          – ALG1-Phase: ab 02.07.2022 (kurz an- und wieder abmelden zur Feststellung der ALG Höhe/Dauer
          – Abfindungszahlung in 2022 legen (dadurch wesentlich bessere Steueroptimierung der Abfindungszahlung)
          ALG1-Phase, ab 01.01.2023
          (Noch einmal evt. „verlängertes“ Dispositionsjahr prüfen!)

          Zurück zur Einzahlung in die GRV (2021):
          Als Lediger kannst du 2021 in die GRV 92% von 25786€ = 23723€ als Altersvorsorgesumme einzahlen.
          Beispiel:
          Du liegst auf oder über der BB-Grenze West zur RV+AL Versicherung, also über 85200€/Jahr. Beitragssatz zur RV beträgt in 2021 18,6%, d.h. du und dein AG bezahlen jeden Monat jeweils 660€ in die RV ein = 1320€/Monat.
          Von den 23723€ musst du 6x 1320€ abziehen. Bleiben für die Steueroptimierung der Abfindungssumme in 2021 (Einzahlung in die RV) übrig:

          23723€ – 6 x 1320€ = 23723€ – 7920€ = 15803€, welche du steuermindernd noch ansetzen kannst.

          Einzahlung in die GRV in 2022. (Abfindungszahlung in 2022 verschoben, dito Dispositionsjahr eingelegt)
          Die max. Altersvorsorgesumme in 2022 ist noch nicht bekannt, der prozentuale festgelegt Anteil wird sich aber auf 94% erhöhen: grob von mir jetzt geschätzt ca. 24750€.

          Da kein AG in 2022 vorhanden ist, kannst Du in 2022 die ca. geschätzte Summe von 24750€ steuermindernd in die RV einzahlen.

          @Peter, falls falsch, bitte noch einmal klarstellen/korrigieren.

          Gruß
          Lars

          • Lieber Lars,

            deine tollen Ausführungen helfen mir schon sehr!
            Ich kann noch einmal bei meinem Arbeitgeber fragen, ob sich die Abfindung auf 2022 verschieben ließe, fürchte aber, dass die da kein Interesse dran haben.
            Wäre eine Einzahlung in die bAV zusätzlich zu den 15.803€ in die GRV steuermindernd möglich, würde ich das natürlich gerne machen.

            Gruß Michael

          • Ja, Michael das wäre möglich (im Buch siehe S.344 … „Ein wichtiger Hinweis zum Schluss“ …, 🙂

            Lese dir das Kapitel 9.4.3 „Die Vervielfältigungsregel“ im Buch ab S.336 durch und insbesondere die Hinweise vom Privatier auf S.339.

            Du bist ja PKV-Mitglied, damit hast du mit dem „Vervielfältiger“ den großen Vorteil, dass bei der bAV-Rentenauszahlung keine KK+PV-Beiträge fällig werden.

            Aber: Der „Vervielfältiger“ geht nur bei den Durchführungswegen Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung.

            Gruß
            Lars

        • Lieber Lars,

          nochmal herzlichen Dank!
          Wir haben eine Pensionskasse – dann werde ich mich um eine zusätzliche Einzahlung kümmern.

          Gruß Michael

    • Im Bereich Vermietung gibt es Gestalltungsmöglichkeiten. Aber sich deshalb Vermietung antun?
      Wenn Du ein eigenes Dach überm Kopf hast, dann würde ich mir nochmal die Sache mit der Photovoltaik überlegen. Musst ja nicht davon überzeugt sein, solange es sich rechnet ist es doch ok.
      Und gerade als Zweifler wurde ich mir nicht die Chance entgehen lassen, eine Solaranlage (mit Speicher und der Möglichkeit, netzautark zu arbeiten) steuergünstig anzuschaffen. Der Blackout kommt bestimmt, um mal das österreichische Militär zu zitieren.

      • Hallo eSchorsch,

        vielen Dank für deinen Kommentar!
        Ich sehe es wie du, der Einstieg in die Vermietung aus steuerlichen Gründen kann eine Menge Nerven kosten.
        Ich möchte PV nicht kategorisch ausschließen, aber wenn ein Investment keine Rendite abwirft, ist es eigentlich kein gutes Investment, auch wenn es Steuern spart. Wenn es PV-Projekte gäbe, die eine sichere Rendite erwirtschaften würden, sähe das natürlich anders aus.
        Ich besitze aber keine eigene Immobilie, sondern wohne zur Miete.

        Gruß Michael

        • Dann kann ich nur für den von B aufgezeigten Königsweg plädieren.
          Wenn die Abfindung erst in 2022 ausgezahlt wird, dann sind die steuerlichen Probleme so gut wie weggeblasen. Das betrifft nicht nur die Abfindung, auch für das 2021er Gehalt sollte dann ein spürbarer steuerlicher „Bonus“ drin sein.

          • Ich fürchte, dass sich mein Arbeitgeber darauf nicht einlassen wird, aber herzlichen Dank für deinen Beitrag!

            Gruß Michael

          • Da würde ich mal nicht so negativ rangehen. Kommt natürlich auf den Grund der Beendigung an.

            Aber der AG hat dadurch einen Liquiditätsvorteil und in der Praxis ist das relativ einfach durch eine Zusatzvereinbarung zum Vertrag zu lösen. Versierte Personaler kennen die Problematik mit dem Auszahlungszeitpunkt und dem Zuflussprinzip. Und man darf auch nicht unterstellen, daß die einem Böses wollen.

  17. Hallo Michael,

    das kann man nur sinnvoll beantworten, wenn die Zukunftsplanung bekannt ist. Ist es der Übergang zum Privatier mit dann vorgezogener Altersrente (ab 63), dann gibt es hier viele Anregungen. Bei der ALG Meldung die Alterssprünge beachten. Geb. 1966 ist/wird 55.

    Bei Beschäftigungssuche ab 2022 wird es nach meinen Erkenntnissen dünn, aber auch hierzu gibt es hier Kommentare. Gehen überwiegend in die Richtung, man kann nicht alles haben.

    Grüße

    B

    Grüße

    B

    • Hallo B,

      momentan plane ich keine weitere Berufstätigkeit ab Juli 2021. Wenn ich noch eine Tätigkeit finde, die mir wirklich Spaß macht, werde ich eventuell wieder arbeiten, aber mein jetziges Vermögen würde für mein Leben ausreichen, wenn nichts dramatisches passiert.

      Gruß Michael

      • Hallo M,

        der 1. Schritt wäre, wenn möglich und AG solvent und dem zustimmt die Abfindungsauszahlung in 2022 zu verschieben. Beim ALG Anspruch evtl ein Dispojahr, also Meldung erst 12 bis 18 Monate nach Austritt. Ist aber im Buch gut beschrieben. Dann nach Anspruchsfeststellung relativ rasch wieder abmelden und erst 2023 richtig in Anspruch nehmen.

        Die ganzen Zahlungen DRV und PKV, dann natürlich auch erst in 2022 durchführen. Wirst sehen dann sieht das mit der Steuer vermutlich schon viel besser aus.

        Bei der Rente musst Du die Einzahlungshöhe beantragen und ermitteln lassen, das Weisst Du?

        Grüße

        B

        • Hallo B,

          ich habe gerade „Per Abfindung“ durchgelesen.
          Ich beabsichtige mich erst im Januar 2022 arbeitslos zu melden. Würde ich die Abfindung auf 2022 verschieben, hätte ich dann doch ganzjährig Bezüge, die im wesentlichen auf dieselbe Summe kämen, wie 6 Monate Gehalt oder?

          Gruß Michael

          • Vom Plan, sind die einzigen Bezüge in 2022 dann die Abfindung und evtl. ganz kurz ALG z.B. 2 Wochen oder so. Sonstige Einnahmen wie Mieten oder Kpitalerträge, etc. vielleicht noch.

            Wie gesagt, das ist die Planung als zukünftiger Privatier. Das Kapitel Dispojahr und das mit den Rahmenfristen vielleicht nochmal lesen.

            Grüße

            B

        • Lieber B,

          nochmals vielen Dank für deine Beiträge!
          Mein Arbeitgeber will mir sicherlich nichts böses, aber die müssen dann eine Rückstellung für das kommende Jahr machen, was möglicherweise das Problem ist (wir durften aus demselben Grund keinen Urlaub in das kommende Jahr verschieben). Aber ich werde mich natürlich erkundigen.

          Gruß Michael

          • War bei uns auch so, Urlaub ins nächste Jahr verschieben: njet!
            Die Auszahlung ins Folgejahr zu verschieben war aber keinerlei Problem, brauchte nur einen Zusatz zum Aufhebungsvertrag.

          • Lieber eSchorsch,

            das gibt mir wirklich Hoffnung – Abfindung 2022 würde meine Steuerlast gravierend reduzieren!

            Gruß Michael

          • Es gab ja bisher schon viele gute Vorschläge. Von daher kann ich nur noch bestätigen:
            Die Verschiebung der Abfindung ins Folgejahr (und damit auch alle geplanten „Ausgleichszahlungen“) wäre wohl die effektivste Möglichkeit. Ist auch besser für die DRV-Einzahlungen.
            Dann nach Abschluss eines Dispojahres kurz ALG beantragen und vorerst wieder abmelden. Das dürfte dann insgesamt schon den Durchbruch bringen.

            Ich würde mir vorher einmal ausrechnen, wieviel die Verschiebung an Ersparnis bringt (s. Abfindungsrechner). Falls der AG dann nicht gleich will, kann man ihm ein Angebot machen, wie z.B.: Verschiebung ins Folgejahr gegen Verzicht auf x.000€ vom letzen Gehalt oder von der Abfindung. Aber natürlich nur dann, wenn er sich nicht anders überzeugen lässt. Ansonsten, wie bei jeder Verhandlung: Sich in den „Gegner“ hineinversetzen und überlegen, wo seine Probleme sind. Lösungen vorschlagen, usw.

            Gruß, Der Privatier

          • Lieber Peter,

            vielen Dank für deinen Beitrag – dies Forum und dein Buch hat mir wirklich enorm geholfen!

            Gruß Michael

  18. Liebe Gemeinschaft,

    einige haben mir gestern geraten, meine für den Juni geplante Abfindung in Absprache mit meinem Arbeitgeber auf das kommende Jahr zu verschieben, da ich noch bis Juni Gehalt bekomme. Nun habe ich das mit einer Freundin diskutiert und die sagte mir, dass man auch bei einer entsprechenden vertraglichen Vereinbarung nicht ausschließen kann, dass Firmen die Abfindung im Dezember überweisen. Stimmt das? In diesem Fall würde ich natürlich auf eine entsprechende Vereinbarung verzichten.

    • Lieber Michael,

      erstmal beim AG nachfragen ob er zur Verschiebung bereit ist. Deine Karten sind jetzt natürlich schlechter als vor der Vertragsunterschrift. Das ist jetzt schon ein Problem, wobei Urlaubsrückstellungen und Rückstellungen für Personalanpassungsmaßnahmen völlig unterschiedliche Töpfe sind. Hier ist ja die Auflösung der Rückstellung monatsgenau terminiert.

      Aber wenn in einem Vertrag oder einer Ergänzungsvereinbarung z.B. drin steht

      „Betrag X wird mit der Entgeltabrechnung Januar 2022 ausbezahlt“ (nicht fällig), dann ist das so und alles andere wäre fehlerhaft oder menschliches Versagen. Das passiert in der Praxis nicht so häufig.

      Mir hat ne Freundin gesagt, dass sie befürchtet das die Abfindung trotz Vereinbarung gar nicht kommmt. Was ich damit sagen will, maßgeblich sind die Leute, die Entscheidungen treffen können.

      Grüße

      B

      • Lieber B,

        vielen Dank für deinen Beitrag – ich werde mich nächste Woche mal bei meinem Chef erkundigen.

        Gruß Michael

  19. Liebe Gemeinschaft,

    ich bin noch bis Juni als Angestellter tätig, erhalte also dieses Jahr sechs Gehälter. Im Juni bekomme ich dann eine Abfindung im Rahmen eines Aufhebungsvertrags und werde für den Rest des Jahres nicht mehr arbeiten.
    Nun ist im Rahmen meines Aufhebungsvertrags geregelt, dass sich die Abfindung für jeden Monat, den ich vor dem Juni ausscheide, um ein Gehalt erhöht. Steuerlich wäre ein Ausscheiden im Februar ein erheblicher Vorteil. Ich verzichte damit zwar auf meinen Firmenwagen und Einzahlungen in die Rentenkasse, aber insgesamt würde ich damit ein Plus machen, wenn es keine weiteren Nachteile gibt.
    Wie seht ihr das?

    Gruß an Alle Michael

    • Wir haben ja hier an anderer Stelle bereits den Vorschlag gemacht, die Auszahlung der Abfindung in das Folgejahr zu verschieben. Eine Verschiebung au einen früheren Zeitpunkt (wie z.B. Feb.2020) hat steuerlich einen sehr ähnlichen Effekt: Die zusätzlichen Einkünfte durch das Gehalt werden reduziert. Zwei Monate sind da auf jeden Fall besser zu ertragen (und zu kompensieren), als ein halbes Jahr.
      Also: Aus steuerlicher Sicht sicher eine gute Alternative. Bitte mit konkreten Zahlen einmal selber mit dem Abfindungsrechner vergleichen.

      Als Nachteil sehe ich da weniger die fehlenden Rentenbeiträge oder einen Firmenwagen, aber die dadurch vermutlich nicht mehr einzuhaltende Kündigungsfrist. Dies hätte für einen gesetzl. Krankenversicherten den Nachteil, dass er bis zum Ablauf dieser Frist KV-/PV-Beiträge bis zu fast 1000€/Monat zu zahlen hat.

      Aber das muss man einfach für sich selber abwägen und mit dem steuerlichen Vorteil gegenrechnen. Mein Gefühl sagt mir: Das Vorziehen auf den Februar ist vorteilhaft.

      Gruß, Der Privatier

      • Lieber Peter,

        vielen Dank für deinen Kommentar!
        Ich habe jetzt verschiedene Kombinationen mit dem Abfindungsrechner kalkuliert und komme auf einen erheblichen steuerlichen Vorteil, wenn ich im Februar kündige. Wenn es außer den offensichtlichen Nachteilen (Firmenwagen, Krankenversicherung, Renteneinzahlung) keine weiteren gibt, würde ich das machen.
        Bliebe noch die Frage, ob ich mich dann trotz eigener Kündigung im kommenden Jahr eventuell arbeitslos melden könnte?
        Meine Situation sieht folgendermaßen aus:

        – Gehalt 8.415€
        – Abfindung 300.000€

        Gruß Michael

        • Wennn PKV dann ist doch der Beitrag eh festgelegt und wird durch eine Nichteinhaltung der Kündigungsfrist nicht verändert. Oder?

          Ich sehe keinen Grund, weshalb das Vorziehen des Aufhebungsvertrages eine AL-Meldung erschweren könnte. Schließ Ende Februar die Bücher, mach ein ordentliches Discojahr und melde dich danach arbeitslos (so Du möchtest).

          • Lieber eSchorsch,

            mein KV-Beitrag verändert sich durch die Kündigung zwar nicht, aber ich muss den vollständigen Betrag dann natürlich alleine zahlen.
            Der steuerliche Unterschied wäre je nach Kombination 30.000 – 40.000€. Wenn es also keine weiteren Nachteile gibt, beschert mir diese Variante erhebliche Vorteile.

            Gruß Michael

        • „mein KV-Beitrag verändert sich durch die Kündigung zwar nicht, aber ich muss den vollständigen Betrag dann natürlich alleine zahlen“
          Gewöhn dich dran, das ist das Los eines Privatiers 🙂
          Und ab März: Willkommen im Club

        • Hallo Michael,

          ich glaube du machst es dir schwerer und komplizierter als es ist. Entscheidend ist bei deinen Voraussetzungen allein die Frage ob Du die Zukunft selbstbestimmt und ohne berufliche Verpflichtung verbringen willst. Und wie schnell.

          Beim Ausstieg Ende Februar möglichst schnell Kontakt mit der PKV aufnehmen.

          1. Krankentageld ruhend stellen auf Anwartschaft ab März, aber später nicht vergessen, das bei Beginn des ALG wieder zu aktivieren. Wird beim ALG auch erstattet, steuerwirksam bei der Abfindung ist es nicht.

          2. Vorauszahlung abklären, für 2021 wie gehabt abbuchen lassen und im November/Dezember dann die Vorauszahlung für bis zu 36 Monaten obendrauf.

          Ich bin bei meinen Kalkulationen für die Steuer von dem Betrag ausgegangen, den die PKV als steuerbegünstig bescheinigt. Das ist bei mir zumindest ne Extra-Bscheinigung.

          Damit es funktioniert musst Du aber natürlich den kompletten Betrag weiterhin bezahlen.

          Bei der Abfindung mit dem AG noch abstimmen, dass die seitherige Steuerklasse verwendet wird und im Abrechnungsprogramm keine Hochrechnung für das gesamte Jahr stattfindet.

          Berechnung von der DRV zur Einzahlung schon abgefragt?

          Grüße

          B

          • Lieber B,

            da es bei mir ziemlich überraschend mit der Abfindung kam, hatte ich kaum Zeit mich im Vorfeld mit der Thematik auseinanderzusetzen. Ich spiele deshalb momentan alle Ideen durch, die mir in den Sinn kommen.
            Ich bin bereits freigestellt, eine vorzeitige Kündigung käme darum nur aus steuerlichen Gründen in Frage. Ich habe das jetzt mit dem Rechner durchkalkuliert und eine Kündigung im März führt zur selben Steuer wie eine Kündigung im Februar, sodass ich etwas mehr Zeit habe.
            Mit der PKV habe ich heute telefoniert und kann wie von dir vorgeschlagen im Dezember 36 Beiträge im Voraus zahlen. Vielen Dank auch für den Hinweis mit dem ruhenden Krankentagegeld!
            Bei der DRV wollte ich nach dem Lockdown um einen Termin bitten.

            Gruß Michael

  20. Hallo Michael,

    ich möchte nicht der „Besserwisser“ sei. Aber das mit der Steuer kann nicht sein. Wenn Du die Steuer seither schon selber mit z.B. Wiso machst dann kannst Du ja die Werte dort entsprechned einsetzten. Sind halt die Werte von 2020 mit Soli etc., dann ist dann spöter Feintuning notwendig, aber für das Gefühl bringt das vielDa kannst speichern mit Austriit z. b. Februar oder März und den jeweiligen Werten usw.

    Wenn das Monatsgehalt auf die Abfindung drauf kommt wird es mit der 5-tel Regelung versteuert. Der AG zuschuss für die Krankenversicherung wird für jeden Monat früher weniger, bei der Rentenvorauszahlung werden für jeden Monat ca. 1400€ weniger wirksam.

    Also der Königsweg „absolut“ wäre Austritt 30.06.2021 und Auszahlung im Januar 2022. Dann könntest Du auch das Einkommen für 2021 deutlich optimieren indem Du in beiden Jahren in die Rente einbezahlst. Denn die gesetzliche Rente wird mau wenn Du mit 55 aus dem Berufsleben aussteigst.

    DRV zur Rentenauskunft und Ermittlung der möglichen Einzahlung (auch zum feststelle ob Du die 35 Jahre schon hast oder wie noch erreichen kannst) sind existentiell. Kannst mal auf den Seiten der DRV nachlesen und die Vordrucke suchen die zur Ermittlung notwendig sind. Ne Vorausbescheinigung sollte der AG noch ausfüllen (Vordruck auf der Seite der DRV)

    Wenn die beiden Vordrucke per Post hingesendet hast, dann bekommst eien aktuelle Rentenauskunft mit den Beträgen die Du einzahlen kannst, Können schon Beträge von 100000€ rauskommen und die kann man auf mehrere Jahre verteilen. Die Gesamthöhe bestimmst Du, also man muss nicht den ganzen Betrag.

    Ich hab im Jahr vor meinem Austritt eine Testüberweisung von 7500€ gemacht und es kam die Erstattung wie ich es im WISO berechnet hatte. Letztes Jahr dann von der Abfindung während meines Dispojahres dann einen größeren Betrag und laut Wiso rechnet sich das schön. Irgendwo hier hab ich mal die Berechnung eingestellt.

    Vorteil bei PKV ist durch die Einzahlung erhöht sich die Rente und damit der PKV Zuschuss bei der Rente. Bei gesetzlich Versicherten ist der Effekt umgedreht, höhere Rente =höherer Zuschuss zur GKV, aber Beitrag steigt.

    Deshalb kommt bei mir ne Amortisation nach ca. 7 Jahren raus unter Berücksichtigung der Steuerwirksamkeit.

    Grüße

    B

  21. Lieber B,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar – da ich mit einem früheren Austritt auch auf einiges verzichte, möchte ich natürlich nichts falsch machen.
    Durch einen früheren Austritt verringert sich mein Einkommen von ca. 75.000€ auf 49.000€ und meine Abfindung steigt von 300.000 auf 326.000€. Meine Vorsorgeaufwendungen (Rente + KV) betragen rund 50.000€. Laut Abfindungsrechner sinkt meine Steuer dadurch von 124.000€ auf 96.000€. Sollte ich in der Berechnung einen Fehler gemacht haben, wäre ich natürlich für Hinweise sehr dankbar!

    Gruß Michael

    • Ich möchte noch ein paar Punkte ergänzen und teilweise B. zustimmen:

      * Die ideale Lösung wäre wahrscheinlich die Verschiebung der Auszahlung auf Jan.2022, denn dadurch fliesst in 2021 noch Gehalt (inkl. KV+RV), die Steuer ist aber bereits reduziert. In 2022 fliesst dann nur noch die Abfindung und stellt damit den Idealfall dar.
      * Eine Verschiebung auf Ende Feb.2021 ist wohl besser als eine Zahlung Ende Juni. Da aber noch zwei Gehälter hinzukommen, ist diese Lösung schlechter als Jan.2022.
      * Dass eine Verschiebung auf Ende März 2021 keine Änderung gegenüber Feb.2021 bringen soll, kann ich kaum glauben. Aber das kommt auch immer auf die konkreten Zahlen an.

      Zu bedenken wäre noch:
      * Je geringer die Gehaltszahlungen sind (2, 3 oder 6 Monate), desto mehr kann in die GRV eingezahlt werden. Mit positivem Effekt.
      * Der Handel: „Bei früherem Ausscheiden kommen die Gehälter auf die Abfindung oben drauf“ ist nicht so ganz fair! Immerhin spart sich der AG seine Anteile an den Sozialabgaben. Ist vielleicht nicht so die Riesensumme, sollte man aber bei evtl. Verhandlungen bedenken und ggfs. berücksichtigen.
      * Das gilt auch für die Verkürzung der Kündigungsfrist. Dies bringt für den AN Nachteile beim Arbeitslosengeld (Ruhezeit) und bei der KV (entfällt bei PKV). Auch solche Nachteile sollten in einem fairen Deal honoriert werden.
      * Die letzten beiden Punkte sind nur als Hinweis für weitere Verhandlungen gedacht. Sie sollten keine Entscheidung beeinflussen, können aber einen gewissen Spielraum für andere Vorteile ermöglichen (z.B. Firmenwagen o.ä.)

      Gruß, Der Privatier

      • Lieber Peter,

        vielen Dank für deinen Beitrag!
        Den Vertrag habe ich bereits im Dezember unterschrieben, sodass ich am Inhalt nichts mehr ändern kann. Der Fairness halber muss ich aber sagen, dass das Gesamtpaket sehr gut ist und ich zufrieden bin.
        Nach einer Zahlung der Abfindung 2022 habe ich mich noch nicht erkundigt, aber neben den offensichtlichen Vorteilen gibt es durchaus auch einige Risiken – wie werden Abfindungen z.B. nach der Bundestagswahl besteuert oder wie werden 2023 die Bedingungen für ALG1 sein? Die zusätzliche Steuerersparnis liegt dabei ungefähr bei 10.000€. Natürlich ist das viel Geld, wiegt aber die Nachteile aus meiner Sicht nicht zwangsläufig auf.
        Wenn ich die Summe korrekt ermittelt habe, lande ich mit meiner bevorzugten Variante bei einer Steuer von 96.000€. Verschiebe ich die Abfindung auf 2022, muss ich meinem Arbeitgeber eventuell Zugeständnisse machen, gehe obige Risiken ein und bin länger „unfrei“ (ALG1).
        Meine Vorsorgeaufwendungen liegen bei rund 50.000€. Mein Gehalt läge auch im März unter 50.000€, sodass die Steuer von Februar auf März nicht steigt.
        Da ich privat versichert bin und nicht mehr arbeiten muss, wären Krankenversicherung und Ruhezeiten kein Hinderungsgrund.
        Ich hoffe, dass ich nichts gravierendes übersehen habe.

        Gruß Michael

  22. Ja das ist schon kompliziert. Also bei 590 KV Beitrag berücksichtigt das Finanzamt höchstens 80% davon, eher weniger. Und bei den 25000 für die Rente musst für jeden Monat Gehalt ca. 1300 abziehen. Guck auf deiner Bescheinigung der PKV: steuerlich zu berücksichtigen sind XXX€ (die gibt i.d.R der AG auch ins Abrechnungsprogramm ein, dann ist steuerlich schon bei der Monatsabrechnung berücksichtigt). Pflege ist voll zu 100%, KV max 80% des Beitrags absetzbar.

    Hast schon gefragt mit der Auszahlung Januar, das hat insgesamt ne ganze Menge Vorteile. Also bei z.B. Austritt März denke ich kannst Du überschlagsmässig nich 50000 abziehn sondern max. 45000.

    Hab grad mal hier im Rechner die Werte eingegeben. Das sind schon Welten. Und Du siehst deutlich Auszahlung Januar wenn irgendwie machbar ist unschlagbar. Bedeutet noch 6 Monate Gehalt, PKV-Zuschuss, Renten und ALG-Beiträge. Urlaubsanspruch evtl Geld und sonstige Sonderzahlungen. Und geringer Abfindungsbetrag und kein Einkommen im Jahr der Auszahlung.

    Da würde ich nächste Woche die ganze Energie drauf verwenden und wenn es da absolut keine Chance gibt, dann so schnell wie möglich raus.

    Wenn es um Abfindungsprogramme (Sozialplan, etc) geht mal Kollegen oder den Betriebsrat fragen. Oder am allerbesten zuerst bei HR einen möglichst kompetenten mit Entscheidungsbefugnis kontaktieren. Ruhig darauf hinweisen, dass mit 55 der Arbeitsmarkt meist dünne ist, Corona und Abbauprogramme das nicht gerade verbessern. Und aufgrund der Kurzfristigkeit ? Du dich nicht so schnell in die Materie einarbeiten konntest. Es kostet den AG nicht wirklich viel, dich schon. Voraussetzung er ist solvent und kann nächstes Jahr noch bezahlen.

    Also nach meinen Erfahrungen bekommt man das meistens hin, halt vor der Unterschrift. Ich denke mit nem Nachlass wie vom Privatier vorgeschlagen wird es nicht funktionieren aber ein Versuch wäre es auf alle Fälle wert.

    Selbst wenn Sie sagen wir machen die Auszahlung in 2022, aber Austritt sofort ist das unschlagbar, wenn die Zeit bis dahin aus eigenen Mitteln finanzierbar ist.

    Grüße

    B

    • Lieber B,

      einige der von dir angesprochenen Punkte habe ich schon auf Peters Beitrag beantwortet. Darum hier nur eine Ergänzung:
      Ich verliere kein Gehalt, wenn ich früher ausscheide, da sich meine Abfindung um den entsprechenden Betrag erhöht.
      Sollten sich die Vorsorgeaufwendungen „nur“ auf 45.000€ belaufen, würde ich eventuell schon zum Februar kündigen.

      Gruß Michael

  23. Ich konnte auf die Schnelle keine Antwort hier im Forum zu dem folgenden Sachverhalt finen:

    Wie werden Einkünfte bis 5400€p.a in einem bis auf die Abfindungssumme einkommensfreien Jahr steuerlich berücksichtigt?

    Nach meinem Verständnis ist dieses eine geringfügige Beschäftigung die pauschal versteuert wird(nachträglich werden kann?) und somit nicht bei der Höhe der Steuer und damit auf die Höhe der Steuer auf die ABfindung berücksichtigt werden?

    was sind ggf die Vorraussetzungen damit diese steuerlich nicht berücksichtigt werden.

    Es dürfte dazu führen, das man zumindest noch je nach Einkommenssituation im Januar etwas ‚hinzuverdienen‘ darf um das entbehrungsreiche Jahr zu überbrücken

    • Moin Michael,

      … um das „entbehrungsreiche“ Jahr zu überbrücken. 🙂

      Mit den 5400€ geht das nur über ein „Mini“job Vertrag über ganze 12 Monate. „Mini“jobs sind bis zu 450€/Monat steuer- und sozialabgabefrei. Da wäre noch die „kurzfristige Beschäftigung“ aber nur für 70 Tage. Hatten wir letzte Woche kurz in einen anderen Blog angeschnitten.

      https://www.instaff.jobs/arbeitsrecht/kurzfristige-beschaeftigung-lohnsteuer

      Aber für einen angehenden Privatier im Dispositionsjahr??? Muss jeder halt für sich selbst entscheiden …

      Gruß
      Lars

        • Danke Lars für den Link!

          Der Unterschied zwischen geringfügig und kurzfristig war mir so nicht bewusst
          Hatte nur 1 Monat für ein symbolisches Gehalt <5400€ letztes Jahr 2020 'weitergearbeitet'
          (wich aber auch deutlich vom vorhergehenden 'Berufsmäßigen' Gehalt vor 2020 ab).
          Entsprechend dem Link werde ich mich als 'Hausmann' im damaligen Hauptberuf bezeichnen(was ich auch war :-)). Werde es mal für die Steuererklärung für 2020 ausprobieren.
          Aufgrund der Abfindung im letzen Jahr käme ich auf 30% Steuern infolge dieser max 5400€ für diesen Betrag, ansonsten 0. Die 1600€ hätte ich schon gerne…man weiß nie in diesen turbulenten Zeiten
          (Ich habe natürlich schon alle mir bekannten Möglichkeiten für die Einkommensreduzierung genutzt)

          • Na, Na, Na, hier hat der AG einen Vertrag mit den AN zur „kurzfristigen Beschäftigung“ zu schließen und entsprechend des Personengruppenschlüssels Nr.110 mit den „Umlagen“ alles ordnungsgemäß zu melden/abzurechnen.

            Einfach beim FA angeben „Ich hatte da eine kurzfristige Beschäftigung“ wird so definitiv nicht laufen!

            Gruß
            Lars

  24. Moin Zusammen,
    sehr interessante Beiträge und Anregungen…
    habe folgende Situation: betriebsbedingte Kündigung (nach mehr als 25 Jahren, Abfindung > 300.000 Euro) zum 30.09.21, Abfindungszahlung erfolgt zum Ausscheiden oder im Januar 2022 mit 1/5 Regelung. Habe mich aufgrund der Hinweise hier für Januar 2022 entschieden…
    Angenommen ich habe dann bereits einen neuen Arbeitgeber, müsste mein alter Arbeitgeber die Abfindung mit Lohnsteuerklasse 6 auszahlen, korrekt? Auf welcher Gehaltsbasis / Annahme wird die Abfindung nach 1/5 Regelung berechnet? Letztes Gehalt bei meinem alten Arbeitgeber? Dann erschließt sich für mich nicht der Vorteil der Verschiebung…?? Schließlich gehe ich in 2022 von einem erheblich niedrigeren Gehalt aus. Oder wird das über die Ek-St.erklärung der folgenden Jahre korrigiert/glattgezogen?
    Darüber hinaus werde ich mich zwischenzeitlich arbeitslos melden (Oktober 2021) und bin dann GKV pflichtversichert. Bei möglicher Jobaufnahme Ende 2021 und Gehalt über Beitragsbemessungsgrenze wäre ich in 2022 in der GKV freiwillig versichert. Welche Auswirkungen hätte das auf die Auszahlung der Abfindung? Müsste ich zusätzliche Beiträge an die GKV nachzahlen? (auch wenn ich schon den Höchstsatz in 2022 monatlich zahle)
    Danke & VG, Ben

    • Wenn es bei der Auszahlung der Abfindung einen neuen Arbeitgeber gibt, so wird der alte Arbeitgeber in der Regel die Steuerklasse 6 für die Abfindung verwenden müssen. Das ist korrekt. Er sollte dabei das voraussichtliche Jahresgehalt berücksichtigen. Oftmals verwenden die Abrechnungssysteme dabei das zuletzt erzielte Gehalt. Will man dies nicht, so kann man versuchen, den AG durch schriftliche Bestätigungen (ggfs. Nachweise) von einer anderen Sachlage zu überzeugen.

      Der Vorteil einer Verschiebung der Abfindungszahlung in das Folgejahr bezieht sich (wie übrigens alle Aussagen hier) in erster Linie auf angehende Privatiers, die im Folgejahr keine nennenswerten Einkünfte mehr haben. Gilt aber auch, wenn im Folgejahr ein deutlich niedrigeres Gehalt erwartet wird. Am besten einfach einmal mit dem Abfindungsrechner ein paar Zahlen durchspielen. Der Effekt wird schnell deutlich.

      Die Auswirkungen einer Abfindung auf ALG und Krankenkassenbeiträge sind entscheidend davon abhängig, ob die ordentliche Kündigungszeit eingehalten worden ist. Mehr dazu hier: https://der-privatier.com/abfindung-und-ruhezeit/

      Gruß, Der Privatier

  25. Guten Abend zusammen,

    wie herrlich, dass es dieses Forum gibt, dass muss ich NOCHMAL LOSWERDEN! Danke an alle für eure Hilfeleistungen!!!

    Hab einen Aufhebungsvertrag unterschrieben zum 30.06.2021, Auszahlung Ende Januar 2022, Fünftel-Regelung, Einkommen in 2022 wird 0 Euro sein. Z.Z. arbeite ich für 6 Monate woanders, werde zum 31.12.2021 kündigen…

    Ich plane nächste Woche zur Steuerberaterin zu gehen, sie soll mir ausrechnen wieviel Netto von den 115.000 € übrig bleiben würden, bei 0 Euro Einkommen, und auch sagen wie und wo ich noch Steuern sparen kann. Mir sind natürlich alle „Tricks“, danke des Forum und Buch bekannt, (Vorauszahlung GKV, ggf. Spenden, Einzahlung in die RV) ich denke aber der Weg zur Steuerberaterin kann trotzdem nicht schaden.

    Meine Frage:

    Für 3-4 Fragen („Wieviel bleibt Netto übrig? Wie kann ich sonst Steuern sparen? Was würde ich an Steuern mehr zahlen wenn ich 2022 noch 2-3 Monate arbeite „würde“?) der Art, wieviel darf sie da verlangen?

    Bei Steuerberatern bzw. Anwälten tu ich mich immer schwer, man weiß ja im Endeffekt nie wie lange die tatsächlich an was sitzen, theoretisch könnten die 2-3 Stunden draufschlagen, obwohl alles nach 1 Stunde erledigt war… Bzw. gehen die dann nicht erst recht in die vollen wenn die wissen „ach der kriegt ne Abfindung, da bedien ich mich jetzt fürstlich bei der Beratung!

    Wie ist euer Standpunkt? Und haften Steuerberater wenn man durch deren Angaben eine Fehlentscheidung trifft bzw. steuerliche Verluste erleidet, weil sie sich vertan haben?

    Danke und Gruß,

    Paul

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